155. Vertrauen schaffen – Vertrauen wagen

17. November 2009 von Jacques Auvergne

الثقة

aṯ-ṯiqa

Vertrauen

»Vertrauen schaffen – Vertrauen wagen!«

Herausforderungen für die Religionen, definiert von Jacques Auvergne

Anmerkungen zur Dialogveranstaltung »Religionen und die Zukunftsaufgaben in der Gesellschaft – Die Rolle der Religionen im Integrationsprozess«, abgehalten im Kölner Rathaus im November 2009. Anwesend waren jeweils ein katholischer und evangelischer Bischof, ein Oberbürgermeister, ein männlicher radikaler Islamkonvertit (FDP) nebst Kopftuchgattin, ein Handlungsreisender der Islamisten der Bundeshauptstadt, ein hoher Dienstgrad der Bundeswehr in Ausgehuniform, Landesminister Armin Laschet, Islamfreund Martin Affolderbach, Islampropagandist Bekir Alboğa und die zum Applaudieren und Schweigen eingeladene Kölner Bevölkerung

Zwei Mal im Jahr treffen sich die Mitglieder des Runden Tisches der Religionen zu einem Tag der Religionen. Im November 2009 waren Kölns gewählter Oberbürgermeister Jürgen Roters und der Rat der Religionen in Köln die Gastgeber. Zum Programm gehörten ein Empfang im Rathaus am 12.11. um 17:00 Uhr im festlichen, für den Souverän, das Volk, unzugänglichen Hansa-Saal und die anschließende öffentliche Zentralveranstaltung mit knapp 200 Gästen um 18:00 Uhr.

Dort erhob der Integrationsminister des bevölkerungsreichsten Bundeslandes, Armin Laschet seinen kühnen Anspruch, über die Rolle der Religionen im Integrationsprozess nachgedacht zu haben. Die von ihm, einem ‘irgendwie’ säkular gedachten Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration, bezeichnenderweise verwendete Pluralform »Religionen und die Zukunftsaufgabe der Gesellschaft« steht einer ethnoreligiösen Apartheid im Sinne des osmanischen Millet-Systems oder der Two-Nation Theory des in Pakistan als „Größter Führer, Vater der Nation“ verehrten Ali Jinnah (ʿAlī Ǧinnāh, 1876-1948) leider nicht im Weg.

Offenbar möchte Armin Laschet uns dazu aufrufen, das „Vertrauen“ zu haben, dass die europäischen Funktionäre und Parteigänger des organisierten Islam in Zukunft freiwillig und bewusst auf ihre nach schariatischer Ansicht im Koran (arabisch al-qurʾān) begründete geheiligte Pflicht der Verwirklichung der islamischen Lebensordnung verzichten.

Es war eine raffinierte Idee der Muslimbrüder und ihrer Kollegen von der Millî Görüş, die angestrebte islamische Staatwerdung (Islamisierung) mit der Forderung nach „Toleranz, Differenz, Vertrauen!“ zu umhüllen. Das gemeinte oder sogar geschriebene Ausrufezeichen hinter „Vertrauen“ sollten wir allerdings beachten. Jeder Islamkritiker oder auch nur bewusster freiheitlicher Bürger, der glücklich in einer im Laufe von Generationen mühselig errungenen liberalen Staatlichkeit lebt, ist damit, bedauerlicherweise und unvermeidlich, in der ethisch jedenfalls rhetorisch ungünstigen Rolle, zum Misstrauen aufrufen zu müssen.

Vielleicht kann das am ehesten mit dem Bekenntnis des eigenen Menschenbildes bewältigt werden, dass der Mensch zwar zum Aufbau einer Lebensweise in der gewaltärmsten Form berufen ist und damit zur Minimierung allen menschlichen Leides und zwar für alle, doch dass der Mensch wesensgemäß überaus aggressiv ist und ein gesellschaftliches Machtvakuum Utopie bleiben muss. Das funktioniert auch christlich gesprochen: Mit dem Bekenntnis eines Menschenbildes der Gottesebenbildlichkeit und einer davon abgeleiteten Würde, Unversehrbarkeit und Gleichberechtigung, die auch für Buddhisten und Ex-Muslime gilt und sogar für Frauen. Schariatisch gesprochen funktioniert das nicht, denn die Frau erbt die Hälfte, auch die Zweitfrau, sie darf in die erste Ehe zwangsverheiratet werden, hat bis zu drei neu angeschaffte weitere Ehefrauen in der gemeinsamen Wohnung zu dulden, verliert bei der Scheidung ihre Kinder und muss sich verschleiern.

Das im Jahre 2003 in Stuttgart unter dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster entstandene Modell des Runden Tisches der Religionen fordert nach eigener Aussage zwar nicht die Aufarbeitung dieser sozialen und rechtlichen Folgen der šarīʿa (Scharia), sondern vielmehr „die vorurteilslose Aufarbeitung der Konfliktgeschichte der Religionen, das interreligiöse Lernen in Kindergärten und Schulen, die Demaskierung extremistischer Organisationen und den Respekt vor religiösen Gefühlen“. Von freiheitlich-demokratischen Gefühlen oder gar Gedanken, die es ja vielleicht auch zu respektieren gelte ist also gar nicht mehr die Rede und auch nicht vom Völkermord an den Armeniern und Aramäern der Jahre 1915-1917.

Wichtiger als das (religiöse Gefühle beleidigende?) Betonen der universellen Menschenrechte ist denn auch sechs Jahre später, im spätherbstlichen Rheinland des Jahres 2009, die Harmonie des Dialoges. Und so wurden die Islamisten Axel Ayyub Köhler und Burhan Kesici, Schariafunktionär Bekir Alboğa und Minister Armin Laschet Gast beim integrativ denkenden Kölner Bürgermeister.

Der politische Islam – der Islam – beschränkt sich leider nicht auf die erwähnten „religiösen Gefühle“, sondern greift unsere freiheitlich-demokratische Lebensweise mit einem juristischen Dschihad (legalistisch) an. Das bedeutet, dass über erst spontan, dann provisorisch eingeräumte Ausnahmeregelungen oder, noch etwas später, Einzelfallregelungen, bald ein Brauchtums-Sonderrecht und schließlich ein eigenes Recht gelten soll und gelten wird. Die šarīʿa ist Gesetz, keine Spiritualität. In jeder Hinsicht können wir es und nicht leisten, das diskriminierende, frauenentrechtende Schariagesetz zu verharmlosen. Genau dazu aber hat Köln sich am 12.11.2009 hergegeben, kirchlicherseits soll das demokratiegefährdende Tun im kommenden Jahr beim Ökumenischen Kirchentag inhaltlich und intensiv fortgesetzt werden, wie zwar nicht im Saal zu hören, aber am Folgetag in der Presse zu lesen war (1).

Wird in Bayerns Metropole des Jahres 2010 ein in Gründung befindliches Millet-System Bundesrepublik Deutschland christlich-ökumenisch bejubelt werden? Wir Kirchentagsbesucher sollten dem allerdings Widerstand entgegen setzen, das Gottesbild des Jesus von Nazareth und seiner Getreuen ist etwas anderes als der Frauen steinigende, Hände und Köpfe abhackende Götze der šarīʿa oder jener absoluten Gehorsam fordernde und Kollektive unterschiedlich privilegierende (unterschiedlich diskriminierende) Allahgott, wie ihn Sayyid Abū l-Aʿlā l-Maudūdī, Sayyid Quṭb („Von ihrem ersten Tag an waren Juden die Feinde der Islamischen Gemeinschaft … ein Krieg, der in 14 Jahrhunderten nicht für einen Moment unterbrochen worden ist“, bei: Thomas Maul: Die Macht der Mullahs, 34) und Necmettin Erbakan verehren und fordern.

Kölner Rathaus, Piazzetta. Es ging auf 18:00 Uhr, indes die erklärt islamfreundliche Obrigkeit undeutlich hörbar im unmittelbar benachbarten, höher gelegenen und erleuchteten Hansa-Saal weilte. Wir hatten auf einen kritischen, bürgerrechtlich fundierten Dialog gehofft, auf einen Dialog also, der diesen Namen verdient. Dass am 12.11. die kulturrassistische Gottheit der Modernisierungsverweigerer Quṭb und Erbakan im Kölner Rathaussaal Platz nehmen durfte, wurde uns früh angereisten Gästen allerdings in dem Augenblick klar, als der Kammerdiener die Reservierungszettel mit den fett gedruckten Namen Burhan Kesici und Ayyub Axel Köhler auf die Stühle in der ersten Reihe legte. Welcher Bürgermeister kann es wagen, diese beiden islamischen Politfunktionäre zu empfangen? Oder sollten Kesici und Köhler die šarīʿa inzwischen zurückgewiesen haben, dem Geist des Secular Islam Summit (Petersburg 2007) treu ergeben, auf weltbürgerlicher Augenhöhe mit Ayaan Hirsi Ali, Wafa Sultan und Ibn Warraq (2)?

Dass die eingeladene Kölner Bevölkerung auch anlässlich der in allen Zeitungen angekündigten Podiumsdiskussion bewusst nicht die Gelegenheit haben werden sollte, auch nur ein Wort sagen zu dürfen, hätten manche Gäste in dieser Minute für unmöglich gehalten – sie sollten eines Schlechteren belehrt werden. Um es vorwegzunehmen: Einige zornige Zwischenrufe gab es zum Glück dann doch noch, wie zu erwarten vor allem bei den Beiträgen des Ministers für Frauen (ausgerechnet) und Integration, dem an diesem so genannten Festakt die Worte der Petersburger Erklärung »We insist upon the separation of religion from state and the observance of universal human rights« allerdings auch auf Deutsch nicht über die Lippen gehen wollten.

Armin Laschet bekennt, wie wir gleich hören werden, lautstark und keinen Widerspruch duldend: „Wir Muslime und Christen glauben an denselben Gott“. Die daraufhin ertönenden Pfiffe aus dem Publikum überhörte der rheinische Integrator wenig huldvoll aber erhaben, der damit soeben sinngemäß ausgesagt hatte, dass sein katholischer Gott mit dem Allāh genannten Dämon der šarīʿa identisch ist, in dessen Namen am Vortag bei Sonnenaufgang der kurdische Iraner Ehsan Fattahian hingerichtet worden ist. Jenem Allahgott, der den Sex mit neun- oder zehnjährigen Ehebräuten billigt (3) und das Recht jedes muslimischen Vaters, als Wali Mudschbir (von: ǧabrī, gezwungen, walī meint Vormund, hier in der Bedeutung Heiratsvormund) seine durch Stamm und umma auf Jungfräulichkeit kontrollierte Tochter in die erste Ehe auch gegen ihren Willen zu verheiraten (4).

Toleranz für den Islam, so rufen Laschet und Roters am 12.11.2009, Weihbischof Jaschke schlägt sein Kreuz und der für diesen Abend eigens beauftragte Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der kurhessische Landesbischof Martin Hein, faltet andächtig die Hände zum Gebet: Heißen wir den Islam in unserer Mitte willkommen, wo wir, Juden, Christen und Muslime, doch denselben Gott teilen! Da möchte man als Kirchenmitglied allerdings zur Untoleranz aufrufen, bekommt seine wissenschaftlich orientierten islamkritischen Leserbriefe allerdings seit längerem nicht mehr im örtlichen Gemeindebrief unter.

Islam ist islamisches Recht, beispielsweise das Heiratsalter betreffend. Hörbar genervt über die freiheitlichen Demokraten und gotteslästerlichen Modernisten in aller Welt stellt der stellvertretende Justizminister von Saudi-Arabien und islamische Großmufti fest: „In den Medien hören wir ja so oft von der Heirat Minderjähriger. Wir müssen uns ins Gedächtnis rufen, dass das Schariagesetz auch für Frauen nicht ungerecht ist. Wenn gesagt wird, dass eine Frau unter fünfzehn nicht heiraten kann, ist das schlicht falsch. Wenn ein Mädchen das Alter von zehn oder zwölf Jahren erreicht hat, ist sie für eine Heirat auswählbar, und jede und jeder, die oder der denkt, das Mädchen sei zu jung, liegt einfach falsch und hat ihr eine Ungerechtigkeit zugefügt (3).“

Diese Rechtleitung von ʿAbd al-ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl al-Šayḫ mögen sich doch bitte auch die christlichen Funktionäre und westfälischen oder rheinischen Islamversteher Rheinhard Kirste, Thomas Lemmen, Melanie Miehl und Dorothee Schaper hinter die Dhimmi-Ohren schreiben. Der Leser möge seinem Pastor oder Pfarrer den Satz von Āl al-Šayḫ in Schriftform einreichen, könnte fortan allerdings eine gewisse, gegen ihn gerichtete und durch so etwas wie zuckersüße Aggressivität gekennzeichnete Verhaltensveränderung seines Klerikers bemerken, der sich nicht traut, seinen schariaverliebten Bischöfen Zollitzsch (5) oder Jepsen (6) zu widersprechen – erklärlich, einem unbotmäßigen sprich islamkritischen Kleriker droht Armut und Elend, jedenfalls Machtverlust.

Eben darum geht es beim grausamen Kinderspiel der Reise nach Jerusalem ebenso wie beim kirchlichen Dialog mit dem Islam oder »abrahamischen« Trialog, um gesellschaftliche, um ökonomische Macht. Wer zuerst „Scharia“, „Wali Mudschbir“ oder „Hisba“ sagt, fliegt raus – Job weg, Ruhm weg, Existenz weg. Du musst diese drei Regeln kennen, und nun auf, spiel mit beim christlichen Islambeschwichtigen, zum Beispiel auf dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag München 2010: „Aus gemeinsamer Verantwortung suchen wir nach Formen gemeinsamen Handelns (7)“.

Auf dem diesjährigen Kirchentag in Bremen durfte die am 12.11.2009 bei Jürgen Roters und Armin Laschet offiziell eingeladene Rabeya Müller nicht fehlen (8). Zu den Evangelischen durfte die muslimische Fundamentalistin in Bremen, angekündigt als „Islamwissenschaftlerin und interkulturelle Pädagogin (IPD)“ über »Gibt es einen islamischen Feminismus?« sprechen.

Zur bekennend an der Scharia orientierten Leiterin des Instituts für interreligiöse Pädagogik und Didaktik (IPD) genannten Kölner Hauses der Konvertitin Rabeya Müller, in interreligiöser Freundschaft dem islambegeisterten westfälischen Pfarrer Reinhard Kirste von der Interreligiösen Arbeitsstelle (INTR°A) zugetan, haben wir bei Sägefisch Nr. 098. berichtet (9). Auf das Gespann IPD / INTR°A beziehungsweise Duo Müller / Kirste stößt man seit Jahren, sobald es in NRW und in Kindergarten, Schule oder Kirche um den Islam geht sprich um die aggressive Verharmlosung desselben. Dass Allahs schariatreue Feministin bei der Bundeszentrale für politische Bildung geführt wird, erstaunt dann aber doch etwas (10), und dass einer ihrer Aufsätze »Die Angst der Deutschen vor dem Grundgesetz – Zum Zusammenleben der Kulturen in unserer Gesellschaft« titelt ist dreist bis raffiniert. Herausgeben durfte sie ihr Machwerk, die Pluralform Kulturen bedeutet ja vielleicht rechtsverschiedene Glaubensnationen, bei der Evangelischen Frauenhilfe.

Eine bestimmte durch die alten Achtundsechziger geprägte Sorte Christinnen scheint nach der Durchsetzung der Scharia zu lechzen wie der Drogensüchtige nach dem Rauschgift. Hans-Peter Raddatz liest man in solchen Milieus natürlich nicht, die atheistische Islamkritikerin Alice Schwarzer darf man als bekennende Monotheistin praktischerweise verwerfen. Dafür leuchtet Rabeyas Kopftuch an manch einem Tag feministisch violett. Zwar schariafeministisch, aber lila.

Noch zu Deutschlands islamfreundlichen Bischöfen. Ein russlanddeutscher Rassist ermordet im Juli 2009 im Gerichtssaal von Dresden (an der Elbe) die ägyptische Pharmaziestudentin Marwa el-Scherbini (Marwa ʿAlī aš-Šarbīnī). Bischöfin Jepsen aus Hamburg (auch Elbe) ergreift diese willkommene Gelegenheit zur Islambeschwichtigung und rauscht zu Imam Ramazan Ucar (11), Vorsitzender vom Bündnis der islamischen Gemeinden in Norddeutschland und der Islamischen Gemeinde Hamburg, Centrum Moschee. Hamburgs kleiner Kalif revanchiert sich verständnisvoll mit der Nennung der angeblich antiislamisch eingestellten Sippe Obeidi, welche ihre Tochter Morsal nach langem Beratschlagen im Mai 2008 aus echter Überzeugung ermordet hatte (12). Für Imam Ucar sieht familiäre Gesundung ungefähr so aus: „Tradition oft schlecht, Islam immer gut, bei Ehrenmord gönne man der Familie halt weniger Tradition, sondern einfach mehr Islam!“ (13). Ob Jepsen bei einem politisch aktiven Fundamentalisten war oder nicht, ist der multikulturellen Bischöfin nicht so wichtig, ihr Maßstab des Handeln sind nicht diese unromantischen allgemeinen Menschenrechte, sondern die kuschelig warmen, möglichst häufigen Dialoggespräche.

In Griechenland darf die türkische Minderheit heute (!) nach Islamischem Recht leben, in der Ehe schwangere vierzehnjährige oder zwölfjährige Bräute (Imam-Ehe) sind in der nordgriechischen Region Komotiní (Rhodopen) völlig üblich und bereits, fragen Sie doch einfach Armin Laschet oder das Düsseldorfer Jugendamt, in die Landeshauptstadt eingereist (14). Nur war in diesem Fall die schwangere Muslima und Ehefrau elf Jahre alt.

Laschet und der einstige Regierungspräsident von Köln (1999 – 2005) Jürgen Roters kennen die Rechtsfolgen und sozialen Folgen des islamischen Heiratsalters und des Wali Mudschbir also genau und ließen die verflixte stolze und elfjährige Ehefrau verschämt nach Griechenland zurücktransportieren. Wie reagiert unser Integrationsminister auf Allahs Kindbraut? Laschet beziehungsweise die Christlich-Islamische Gesellschaft (CIG) lässt den bosnischen Großmufti nach Bensberg heranreisen und schüttelt dem die Rechtsspaltung (Schariatisierung) betreibenden Mustafa Cerić mit blinkenden Dackelaugen die Hand. Vielleicht hofft Laschet, dass die rheinischen Muslime sich auf die verharmlosend »arrangiert« (Boos-Nünning, Straßburger) genannte barbarische Cousinenehe beschränken und das islamrechtliche Prinzip der Kinderheirat nicht so sehr an die sprichwörtliche große Glocke hängen mögen. Statt Glocke auch eher Muezzinruf.

Unser schüchterner Herr Integrationsminister, mit dem wir als Sozialpädagogen und Sozialarbeiter, kochend vor Wut da zum Schweigen verurteilt, donnerstagabends gemeinsam im Kölschen Rathaussaal sitzen müssen, druckst also über die politische Bedeutung des Islam für unsere europäische und deutsche nahe Zukunft herum: Schleierpflicht, Kindbräute und Zwangsheiraten. Wesentlich deutlicher als der feige Schariafreund Armin Laschet sagt uns das Familienministerium von Malaysia, was Islam ist:

»1. Ist das Einverständnis der Braut in ihre Heirat erforderlich?

Ja, für jede Heirat ist das Einverständnis der Braut erforderlich. Bei einer noch nie verheirateten Frau (Jungfrau) kommt das Einverständnis von ihrem wali mudschbir [Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang].

2. Kann das jungfräuliche Mädchen durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden?

Ein jungfräuliches Mädchen kann durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden, soweit die eheliche Verbindung sekufu [standesgemäß] ist und sie für die Braut keine dharar [Beschädigung] ihrer syarie [schariarechtlichen Verpflichtungen] darstellt.

6. Wer ist wali mudschbir?

Wali mudschbir ist der biologische Vater des Mädchens oder der Großvater väterlicherseits (4).«

Armin Laschet, weniger ehrlich als das malaysische Familienministerium, meint gleichwohl keinen anderen Islam als denjenigen der zutiefst reaktionären Doktrin der Scharia. Insofern völlig folgerichtig feierte der nordrhein-westfälische Integrationsminister am 27.10.2007 mit dem erklärten Gegner der der kulturellen Moderne, dem die Rechtsspaltung erstrebenden Mustafa Cerić den christlich-islamischen Dialog (15). Großmufti Cerić ist Großmufti von Bosnien und Herzegowina und Scheich im Europäischen Fatwa Rat (ECFR). Spirituelles Oberhaupt des ECFR ist Yūsuf al-Qaraḍāwī, kritische Geister nannten ihn »The Global Mufti« (16).

Die Eliten des politischen Islam feiern mit den höchsten Würdenträgern des katholischen und evangelischen Klerus wie dem Hamburger Weihbischof Jaschke den Dialog. Das gefährdet unsere Bürgerrechte und Grundrechte, solange die šarīʿa nicht hörbar zurückgewiesen wird. Irgendwann wird die Seite der šarīʿa die notwendige Macht gewonnen haben, und unsere politische und klerikale Elite um Roters und Laschet wird sagen: Da können wir nichts machen, dann den gewähren wird unseren Muslimen halt ihr Sonderrecht getreu der islampolitischen Forderung: »opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law (48)«.

Zu den offiziellen Gästen des Abends.

Bekir Alboğa. Beauftragter für interreligiösen Dialog der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB). Am 12.11. nach einem lauen Redebeitrag eher farblos wirkender Teilnehmer an der Als-ob-Veranstaltung namens Podiumsdiskussion. Tritt seit Jahren zum Thema Islam auf, lächelt in Kameras und vernebelt die durch den Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts des Landes Nordrhein-Westfalen, Michael Bertrams, attestierte Grundrechtswidrigkeit der Scharia (17). Wird aber immer wieder von Sendeanstalten, Bürgermeistern und Pfarrern eingeladen. Wenn Lügen wahrhaftig Balken zum Biegen bringen würden, müsste Alboğa auf der Wiese dozieren. Die der freiheitlichen Demokratie ja vielleicht überdrüssigen Deutschen wollen ganz offensichtlich kraftvoll belogen werden, wie Klaus Blees (Aktion 3. Welt Saar) in einem wichtigen islamkritischen Text zum kirchlich und kommunal leider hochaggressiv beworbenen Islamischen Religionsunterricht so treffend attestierte: „Die Zeiten [erläuterte Alboğa], in denen in der islamischen religiösen Erziehung mit Schlägen gearbeitet worden sei, seien längst vorbei. Mann und Frau seien von derselben Seele und vom selben Geist, deshalb dürfe es keinen Wertunterschied geben. Er [Bekir Alboğa] bekannte sich zur gleichberechtigten Stellung der Frau und zur Religionsfreiheit und konnte so seine Zuhörerschaft für dumm verkaufen (18).“

Burhan Kesici. Islamrat. Islamische Föderation Berlin (IFB), der veritable Landesverband der extremistischen, dem antidemokratischen Weltbild und kalifatischen Staatsentwurf des Necmettin Erbakan verpflichteten Millî Görüş (in Deutschland Islamische Gemeinschaft Millî Görüş, IGFM). Die IFB ist darüber hinaus nicht gerade bemüht, zu Organisationen aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft (FIOE, FEMYSO, MJD, INSSAN) auf Distanz zu gehen. Die Organisation betreibt eine Grundschule, an der Fereshta Ludin eine Anstellung fand. Die langjährige IFB-Aktivistin für Frauenarbeit Emel Abidin-Algan nennt sich Emel Zeynelabidin, verstößt kalkuliert gegen die Pflicht zum Kopftuchtragen, pfefferte ihr Kopftuch in ein Museum im Bonner Regierungsviertel um besser für das politische Kopftuch werben zu können und behauptete Anfang 2009, von ihrem Mann getrennt zu sein, mit ihm aber noch in einem Haus zu leben, der Söhne wegen (19). Die IGMG (Necmettin Erbakan setzte die adil düzen, gerechte islamische Lebensweise und Staatsform gegen nichtige Weltordnung, batil düzen) haben wir als äußerst desintegrierend zu bewerten, doch die Devise heißt: Vertrauen schaffen! Und so saß Kesici in der ersten Reihe und wurde bei Nennung seiner Funktionärsrolle für den Islamrat und die Islamische Föderation Berlin begrüßt. Auf solche Weise also setzt sich Wolfgang Schäubles im Sommer 2009 beendete dreijährige Deutsche Islamkonferenz (DIK) wie angekündigt auf Kommunal- und Bezirksebene verhängnisvoll fort, der französische Philosoph Jean-François Revel sprach von »Democracy against itself«.

Ayyub Axel Köhler. FDP Köln-Nippes. Vorsitzender im Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD). Geburt 1938 in Stettin heute Szczecin, Vertreibung und Ansiedlung im südlichen Brandenburg, nach dem Abitur in Halle Flucht aus der DDR in die BRD, Konversion zum Islam 1963 als 25jähriger Student. Kuratoriumsmitglied der Christlich-Islamischen Gesellschaft (CIG) um Thomas Lemmen. Allahkrat Köhler, 2006 Nachfolger von Nadeem Elyas als neuer ZMD-Vorsitzender, erstaunte uns bereits durch orthodoxe, kalifatsorientierte Bemerkungen wie: „Das islamische Gesellschaftssystem wird damit aber keineswegs zu einer Demokratie. Diese Staatsform ist dem Islam fremd“ und schmuggelte im Februar 2007 seinen islamistischen Freund Ibrahim el-Zayat in eine Veranstaltung der Deutschen Islamkonferenz (DIK). Ibrahim el-Zayat war von 1996 – 2002 Chef des der Muslimbruderschaft nahe stehenden Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO), das sich um Europas christliche Jugendverbände bemüht, man vergleiche dazu Nr. 043. (20). Zeitweilig war el-Zayat Vorstandsmitglied der radikalen, den Europazweig der Muslimbruderschaft bildenden Federation of Islamic Organisations in Europe“ (FIOE), Analyse der Charta der FIOE unter Nr. 140. (21). Ein Gründungsmitglied des ZMD war die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD), deren Vorsitzender seit 2002 der erwähnte el-Zayat ist, ebenfalls Bundesvorsitzender der Muslim Studenten Vereinigung in Deutschland (M.S.V.). Nummer zwei der M.S.V. ist der 1963 geborene Arzt Mehmet Sabri Erbakan, der langjährige Generalsekretär der extremistischen-radikalislamischen und türkisch-nationalistischen IGMG, der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş. Bei IGD ist das IZ München und ist der radikale Islamtheoretiker Said Ramadan (Muslimbruder) zu nennen, sein Sohn ist der gerade auch in Frankreich desintegrierend aktive (schariatreu segregierende) Tariq Ramadan. Said Ramadan hatte in Köln studiert und schrieb »Das islamische Recht«, vgl. Nr. 109. (22). Dank der als Toleranz fehletikettierten Unfähigkeit der Herren Roters und Laschet die Türe zuzumachen, weilte der Freund der Freunde der Muslimbrüder Ayyub Axel Köhler am 12.11.2009 als offizieller Gast im Kölner Rathaus mit reserviertem Sitzplatz in der zweiten oder dritten Stuhlreihe nebst seiner kopftuchtragenden Frau Gemahlin.

Martin Hein. Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Mitglied des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen. Hat vom Islam keine Ahnung, ist aber evangelischer Bischof und darf daher nicht fehlen.

Hans-Jochen Jaschke. Hamburgs Weihbischof. Hat vom Islam keine Ahnung, ist aber katholischer Bischof.

Nicola Towfigh. Nationaler Geistiger Rat der Bahá’í. Sprach am 12.11. noch vor dem Buddhisten Heidenreich und neben dem Vertreter der christlichen Orthodoxie mit Abstand das Sinnvollste, was zum Thema Religion im Rathaussaal der Piazzetta erklang. Fraglos ein politisches Friedenstäubchen, wie viele Anhänger dieser im Vergleich mit dem kriegerischen Islam durchaus Sympathien erweckenden monotheistischen Religion. Dass ihre Glaubensgeschwister in diesen Wochen im Evin-Gefängnis gefoltert werden (23), verschwieg die sanfte Menschenfreundin leider. Anklagepunkt gegen die sieben Religionsführer der Bahá’í ist „Verderbenstiften auf Erden“ und „Spionage für Israel“, ein im Allahfaschismus Iran völlig übliches religionsrechtliches Mittel, das gegen die „Ungerechtigkeit“ tatsächlich oder angeblich hörbar werdender Gesellschaftskritiker, Nichtmuslime, Islamapostaten, Kurden, Frauenrechtler, Regierungskritiker, Journalisten oder Studenten verwendet wird. Weiterhin lud Towfigh Schuld auf sich, indem sie sich dazu hergab, in dem für die Antiimperialistin und Linksextremistin Sabine Schiffer werbenden, die misogyne, kulturrassistische Scharia wahrheitswidrig als frauenfreundlich und demokratietauglich darstellenden Buch »Antimuslimischer Rassismus« (2009, Hg. Jürgen Micksch) ein Kapitel zu verfassen.

Werner Heidenreich. Ratsmitglied der Deutschen Buddhistischen Union. (24).

Franz Brendle. Geschäftsführer des Runden Tisches der Religionen in Deutschland. Hat vom Islam Ahnung oder nicht, jedenfalls kooperiert er seit einem halben Jahrzehnt mit Bekir Alboğa und vermeidet es kunstfertig, darin Armin Laschet gleichtuend, das Wörtchen Scharia auszusprechen (das alle Konzentration erfordernde Spiel unserer Kleriker und Politiker: Wer zuerst Scharia sagt, hat verloren). Warum nur kommt nahezu stets, wenn christianisierte Schwaben den Dialog mit dem Islam betreiben, so etwas heraus wie der Rottenburg-Stuttgarter Katholik und Referent für kulturelle Bildung Michael Krämer oder eben wie Franz Brendle, Deutschlandvorsitzender der World Conference on Religion and Peace (WCRP) heute Religions for Peace (RfP)?

Um einmal sieben Namen der Islamverharmlosung zu nennen: Bereits 2008 und in Regensburg kooperierte der abgründig tolerante Franz Brendle mit Ayyub Axel Köhler, Bekir Alboğa und Burhan Kesici, damals waren Nicole Towfigh und Weihbischof Hans-Jochen Jaschke ebenso dabei wie der 2009 in Köln aus Krankheitsgründen verhinderte Rabbiner Henry G. Brandt, dessen jüdischer, deutscher Familie es 1939 gelang, über England nach Tel Aviv auszuwandern. Rabbiner Brandt ist seit 1985 jüdischer Vorsitzender des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit (DKR).

Und so zieht die multireligiöse Karawane der Islambeschwichtigung von Stadt zu Stadt. Am 3. Juni 2009 traf sich Islamofaschist Mustafa Cerić mit Erzbischof Jaschke und Schariafreund Mathias Rohe in der Katholischen Akademie Berlin zum Kongress mit dem alarmierenden Titel: »Sharia and Muslim Social Contract in Europe (25)«, bittesehr, man wird doch noch mal über den Gottesstaat laut nachdenken dürfen. Islamist Cerić will („opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law“ (48)) die koranische Polygamie, die saudi-arabischen und nordgriechischen schwangeren Kindbräute und den Wali Mudschbir der religiösen Zwangsverheiratung.

Das Siebengestirn des interreligiösen Dialogs, das siebenköpfige Verschweigen der die geheiligte Apartheid anstrebenden politischen Scharia sonnt sich derweil im Namen der kulturellen Vielfalt (‘diversity’) in professionell gewordener Selbstgefälligkeit (26). Bei der Entgegennahme eines berüchtigten Dialogpreises (Islam Archiv Soest) ließ Rabbi Brandt sich mit Nadeem Elyas ablichten (27), die Jüdische Zeitung (JZ) ließ Herrn Elyas bereits ganz bewusst für das Kopftuch und gegen das Lehrerinnenkopftuchverbot werben (28).

Soweit die Vorstellung der Dialogprominenz, nun zu den Redetexten.

Jürgen Roters:

Erst seit dem 21. Oktober ist das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Köln an mich übergeben worden. Alle Weltreligionen sind in Köln zu Hause. Es ist sowohl der interkulturelle Dialog von Bedeutung als dass auch der interreligiöse Dialog. Ich freue mich, dass nach den Städten Hamburg, Nürnberg, Osnabrück, Augsburg und 2008 Regensburg nun Köln als Standort des vom Runden Tisch der Religionen veranstalteten Tages der Religionen gewählt worden ist. Im Radio und Fernsehen werden wir gewahr, dass die Begegnung von Glaubensgemeinschaften oder Religionen oft, leider, nicht nur friedlich verläuft. Auch die Debatte um die Kölner Moschee im Stadtteil Ehrenfeld hat uns deutlich gemacht, dass es bis zu einem gleichberechtigten Miteinander der Religionen, wie es eigentlich gegeben sein sollte, noch ein weiter Weg ist.

Wir in Köln sind stolz auf den Kampf gegen Rechts. Wir sehen die muslimischen Verbände, wie sie sich öffnen und sollten diesen guten Prozess der Öffnung bestärken. Wir bekennen die Achtung der Menschenrechte und die Achtung des religiösen Bekenntnisses des jeweils anderen. Oft wird die Frage nach den Integrationsversäumnissen laut. Schritte auf dem richtigen Weg waren die verschiedenen Integrationsgipfel und die Treffen der Islamkonferenz. Ich finde es toll, dass Integrationsminister Laschet sich mit dem Islamischen Religionsunterricht befasst. Die Aufgabe der Religionsgemeinschaften ist es, beim Integrationsprozess mitzuarbeiten und die Chancen zu befördern, die im Mitgestalten und Mitentscheiden liegen.

Doch dürfen wir die Menschen nicht allein über ihre Religionszugehörigkeit, nicht allein über ihren Glauben definieren! Wenn wir das täten, würden wir uns dem verschließen, was uns verbindet. Die Runden Tische der Religionen setzen auf Toleranz und Akzeptanz, sie bereiten den Boden für verlässliche Kommunikation. Diese Basis schafft Vertrauen.

Wir in Köln haben das Glück, dass jede Religionsgemeinschaft hier zu Hause ist. Das Gemeinsame ist zugleich das Vielfältige als die Aufgabe Kölns, eine Stadt der Vielfalt zu sein und eine Kultur der Toleranz zu leben. Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse und bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit. Unsere Aufgabe, die unsere Aufmerksamkeit verlangt, ist es, diese unterschiedlichen Bedürfnisse anzuerkennen. Vielen Dank.

Soweit Roters.

Bekir Alboga:

Sehr geehrter Herr Minister Laschet, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Roters, sehr geehrte Damen und Herren Vertreterinnen und Vertreter der Religionsgemeinschaften, sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Presse, meine Damen und Herren,

wir leben in einem Zeitalter gewachsener kriegerischer Auseinandersetzungen, gestiegener ökonomischer und ökologischer Ausbeutung des Planeten und recht hemmungsloser Ausplünderung der natürlichen Ressourcen. Angesichts dieser Schwierigkeiten und Spannungen wird Gottergebenheit zum Lebensauftrag, der allein eine humane Politik mit dem Ziel der Versöhnung der Zivilisationen erstreben und garantieren kann. Das wäre wahrer Dienst an der Menschheit.

Bezeichnend ist die Pluralform: Zivilisationen. Wir sollten widersprechen, denn Weltbürger, universell denkende Menschenrechtler benötigen genau eine Zivilisation. Man fühlt sich an die die Pluralform in »Allianz der Zivilisationen, AoC« (Alliance of Civilizations), erinnert, jene schariafreundliche Initiative der Vereinten Nationen unter Schirmherrschaft von Ban Ki-moon. Die AoC wurde vom Islamisten und Nationalisten Recep Tayyip Erdoğan gemeinsam mit dem spanischen Politiker José Luis Rodríguez Zapatero ins Leben gerufen. In den Beraterstab der AoC bat man den iranischen Theofaschisten Khātamī. Toleranz für den Plural also, für die Mehrzahl gewaltiger Kollektive. Derartige Höflichkeit könnte in der Tat die Sollbruchstelle der kulturellen Moderne hinein ins Millet-System sein. Alboğa weiter:

Der Religionsphilosoph Peter L. Berger entwickelte hier das Gleichnis vom Sinn garantierenden Nomos, der uns in den, wie er es nannte, ungeheuren Weiten der Sinnlosigkeit, die er sogar mit einem Dschungel verglich, einen Bezugsrahmen setze und den zu kultivieren dem Menschen eine Lebensweise und Gesellschaft gestatte, die allein es vermag, dem Individuum Sinn zu verleihen (29).

Unsere unumgängliche Aufgabe ist das Gelingen des Miteinanders aller Lebewesen und Menschen. Mehr als eine Milliarde Menschen leiden Hunger – weniger Geldausgaben für Waffen könnte sie retten. Wo liegt der Ausweg, was ist unsere Chance? Die Menschheit wolle, statt nur die eigenreligiöse Wahrheit zu sehen, doch als gesamte Menschheit solidarisch kooperieren, wie mit einer Stimme denken, reden und handeln. Dieses positive Denken und Handeln ist es, was wir den heiligen Schriften entnehmen können, und das ist eine ganz andere Herangehensweise an die verehrten Texte als diejenige des Fundamentalismus. Der Prophet Mohammed, Friede und Segen seien auf ihm, sprach: Keiner ist gläubig, solange er das nicht für andere liebt, was er für sich selbst liebt.

Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen, dass ich hier im Rathaussaal heute Abend zu Ihnen sprechen durfte.

Soweit Alboğa.

Der von Alboğa soeben verwendete, bei al-Buḫārī und Muslim (Muslim ibn al-Ḥaǧǧāǧ an-Naysābūrī) überlieferte Ausspruch des Propheten (ḥadīṯ) stammt oft aus dem so genannten Buch der Vierzig Hadithe (al-kitāb al-arbaʿīn bzw. al-arbaʿīn an-nawawiyya) des Yaḥyā bin Šaraf ad-Dīn an-Nawawī (1233 – 1278), wo es im dreizehnten Hadith heißt: Keiner von euch ist ein Gläubiger, solange er nicht seinem Bruder wünscht, was er sich selber wünscht.

Der an Naivität kaum übertreffliche Optimist oder auch aggressiv-herrschsüchtige Friedensstifter Hans Küng hat diesen universalistisch anmutenden Vers in sein Buch »Projekt Weltethos« (1990) einfließen lassen. Herrn Küng geht es allen Ernstes um den Weltfrieden, ein löbliches Tun. Was leider eine unstatthafte Verkitschung der kulturrassistischen islamrechtlichen Dhimmitude (ḏimma) ist, die zu vervollkommnen eben auch al-Buḫārī und an-Nawawī bestrebt waren und in der es in Saudi-Arabien oder im Iran bis heute darum geht, ethnoreligiöse Kollektive bewusst verschiedenstufig zu privilegieren sprich abgestuft zu entrechten. Für Hadith Nummer 13 aus besagtem Büchlein schwärmt die der radikalen, um 1975 im spanischen Granada gegründeten Murābiṭūn-Bewegung (30) nahe stehende »Islamische Gemeinschaft in Deutschland / Weimar Institut« in ihrer Islamischen Zeitung (IZ) (31). Ein weiterer Verwender dieses islamischen Prophetenwortes ist Islamist Aḥmad von Denffer (32).

Durch die ökumenischen Dialogfreunde in Köln 2009 oder München 2010 wird beinahe suchtartig und sehr wirklichkeitsblind ein absolut reziprokes Gönnen universeller Menschenrechte auch in den Islam hinein interpretiert. Nach der Maßgabe der šarīʿa aber ist mit dem Wort des an-Nawawī das Zubilligen von einem einzigen diskriminierenden Gesetz gemeint, von einem einerseits einheitlichen und andererseits weltweit geplanten Apartheidsstaat der haqq Allāh (Allahkratie), insofern allerdings gleich zweifach universell.

Aḥmad von Denffer wird den frommen an-Nawawī keineswegs falsch, keineswegs gleichheitsfeministisch und Apostaten gleichbehandelnd verstanden haben, als er mit Amir Zaidan, das ist der mittlerweile in Wien lebende Islamisierer mit der widerlich reaktionären Kamel-Fatwa, islamische („Sinn stiftende“, Alboğa 2009) Sprüche, darunter auch einige von an-Nawawī, zu einem erbaulichen Büchlein versammeln ließ mit dem Titel: »Scharia – Der Weg zu Gott«, erschienen im Verlag Islamisches Zentrum München also in der Druckerei der bibliophilen deutschen Muslimbrüder.

Der nächste Redner betritt die Bühne, der Integrationsminister.

Armin Laschet:

Guten Abend meine sehr verehrten Damen und Herren, ich darf Ihnen die Grüße meines Oberbürgermeisters übermitteln.

Diese Stadt ist weit bekannt als »Dat Hillije Kölle«. Bereits im 12. Jahrhundert sind die Gebeine der heiligen Ursula nach Köln verbracht worden, eine Heilige, die seit 1642 große Verehrung genießt. Köln ist katholischer Baugrund, aber: Köln ist die Heimat für 120 Religionen oder Glaubensgruppen, Köln ist katholisch – und multireligiös.

Es wäre wenig taktvoll, alle Nichtkatholiken unter die pauschalisierten Multireligiösen zu subsumieren. Alarmierender, dass die säkulare Bürgergesellschaft jetzt wie abgeschafft erscheint. Werden die ihren Göttern und geistlichen Eliten unterworfenen Kölner künftig nicht länger in Rathäusern und Gerichtssälen vertreten werden, sondern durch interreligiöse Konvente oder Runde Tische der Religionen?

Armin Laschet weiter:

Der Kölner Dom beispielsweise ist unter den preußischen Königen vollendet worden.

Seit dem Jahr 321 ist das Judentum in dieser Stadt nachweisbar, fast so lange wie das Bistum Köln, das acht Jahre eher, 313 gestiftet wurde.

Konrad Adenauer war vormals Oberbürgermeister von Köln und hat sich für den Wiederaufbau der im Nationalsozialismus zerstörten Synagoge in der Roonstraße eingesetzt. Das dritte zentrale Bauwerk der Abrahamsreligionen ist, nach Dom und Synagoge, nun die Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld, Bauherr ist die DITIB.

Als sich Rechtsradikale gegen den Moscheebau einsetzen wollten, da haben alle Kölner zusammengehalten. Das ist vermutlich das erste Mal in der deutschen Geschichte, dass die Bevölkerung einer ganzen Stadt ihre Muslime schützt, damit diese sich einen würdigen Ort der Gottesverehrung erschaffen können, ein ermutigendes Beispiel, von dem alle Menschen in Deutschland profitieren können.

Wir sehen hierbei, wie wichtig die Bedeutung der Religionen ist, von Religionen, die für Offenheit und Respekt stehen. Der interreligiöse Dialog ersetzt dabei die Integrationsarbeit nicht, begleitet sie aber. Daraus ergibt sich zweierlei:

a) man kann keine Integration ohne Religion machen, und

b) man wird lediglich über Religionsdialoge keine Integrationsarbeit, keine Integrationspolitik machen können.

Beide, die Religion im Singular und die Religionen im Plural ist beziehungsweise sind wichtig. Da gibt es etwa den theologischen Dialog, wie er sich nach der Papstrede in Regensburg entfaltet hat. 38 islamische Gelehrte antworteten dem Papst, aus meiner Sicht ein Meilenstein.

Damit wurde der Dialog aber erst eingeleitet, denn 138 islamische Gelehrte brachten sich mit einem sehr wichtigen Dokument in den Dialog ein. Dabei haben wir in Deutschland und von der christlichen Seite immense Probleme, denn vieles, was für einen starken Dialog nötig wäre, ist bei uns in Deutschland verloren gegangen. Im Bistum Essen etwa mussten neunzig Kirchen seit 2007 verkauft werden, ich wiederhole, neunzig Kirchen, seit 2007, woran nun wirklich nicht die Muslime schuld sind.

Ich habe noch nie so viele Einladungen zum Iftar-Essen bekommen wie in diesem Jahr. Das sind äußerst interessante, vielfältig besuchte Abende, oft sind 50 % der Gäste Nichtmuslime. In dem Grundsatz des religiösen Fastens entdecken wir ja viele Parallelen mit dem Christentum: auch bei uns gibt es eine Zeit des Verzichts, eine Zeit der Rücksicht auf die Armen. Christen und Muslime haben die wichtige Aufgabe, über das Gemeinsame zu reden, nicht über das Trennende.

Iftar beeindruckt mich, wir müssen respektieren, was anderen heilig ist.

Heiliger Apostatenmord, Ehebrecherinnensteinigung oder heiliges Handabhacken? Mit körperlicher Gewalt aufgezwungene oder mit der Angst vor der Höllenqual andressierte Kopftücher und sonstige „die Keuschheit wahrende“ Bedeckungen? Zehnjährige Ehefrauen und geheiligt zwangsverheiratende Väter? Herr Laschet, derlei Scharia genannte Barbarei gehört für mich als Sozialarbeiter ebenfalls zum islamischen Fastenbrechen des ifṭār, und diese Relikte aus dem Mittelalter möchte ich ganz und gar nicht respektieren.

Oft ist, die geplante Moschee in Köln-Ehrenfeld betreffend, von Parallelwelt die Rede gewesen, die Muslime würden sich dort mit eigenen Läden versorgen, im Moscheebereich einen eigenen Bäcker und eigene Teestuben haben.

Genau, die schotten sich ab. Apartheid in Köln, um die Begegnung mit den dämonisch ekligen Unreinen und ihrer verruchten Lebensweise vermeiden. Dann der Aufbau von Scharia-Ausbildung und Schariarechtssprechung, anfangs als Erziehungsberatung, Streitschlichtung, Koranschule oder Konfliktberatung daherkommend, anschließend, bereits jetzt, das Abschließen der verlässlich Frauenen diskriminierenden, im übrigen keine Rechtssicherheit bietenden Imam-Ehen, dann rasch veritable, zunächst inoffizielle Scharia-Gerichte. Großbritannien, so wurde im Juni 2009 bekannt, hat von dieser »Islamic Justice behind closed doors«, dieser Islamischen Rechtssprechung hinter verschlossenen Türen siebzehn mal mehr als gedacht, nämlich fünfundachtzig Orte der zumeist illegalen Rechtssprechung (33). Minister Laschet schweigt zu dieser rückwärtsgewandten Innovation, diesem Fortschritt ins Mittelalter oder hat von der šarīʿa nach wie vor keine Ahnung. Man bemerke: Das Wort Scharia verwendet Laschet ganz bewusst nie. Unser Integrationsminister weiter:

Was sollen wir Kölner dazu sagen, ist der Katholische Kinderkarten und das katholische Alten-Café an der Kirchengemeinde nicht auch eine Parallelwelt? Was soll gerade ich dazu sagen, der ich in einem katholischen Krankenhaus geboren worden bin, eine Katholische Grundschule besucht habe, in einer Katholischen Studentenverbindung, einer nichtschlagenden, war und mein Konto bei der katholischen Pax-Bank führe?

Viele Signale beginne ich mit anderen Augen zu sehen. Beispielsweise hörte ich 2008 die Nachricht: Es fasten weniger Muslime im Ramadan. Ich muss mich aber genauer fragen: Ist das integrationspolitisch jetzt eine gute oder eine schlechte Nachricht? Soll ich etwa denken: „Gottseidank sind die Muslime nicht gläubig?“

Der Dialog zwischen dem Staat und den Religionsgemeinschaften ist ein altes Thema. Das betrifft auch den Islam. Aber bitte, wie lange haben wir gebraucht? Da gab es den Bismarckschen Kulturkampf und das Vorurteil in Berlin: Die Rheinländer sind keine richtigen Deutschen, die stehen dem Papst in Rom näher als dem Kaiser in Berlin. Da ist jetzt der Islam!

Unverzichtbar ist, dass die Religionsgemeinschaft, welche auch immer, unser Grundgesetz anerkennt, unsere Werteordnung. Darüber hinaus ist es notwendig, die Religion offensiv zu vertreten! Wir brauchen kein überkorrektes, übervorsichtiges „Season’s Greetings“, nein, auf unseren Postkarten darf sehr selbstbewusst „Merry Christmas“ oder „Frohe Weihnachten“ stehen.

Wie Staat und Religionen aufeinander bezogen sind, kann uns vielleicht der Philosoph Habermas sagen, der anlässlich seiner Rede zur Entgegennahme des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels (2001) betonte, dass moderne Gesellschaften auf das Fortbestehen ihrer religiösen Sinnsysteme angewiesen sind, der Philosoph sprach von vorpolitischen Ressourcen. Hilfreich ist sicherlich auch das berühmte Böckenförde-Theorem, nach dem der freiheitlich-säkulare Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht schaffen kann.

Bei Zeus! Im Namen der Kulturpädagogik und der heiltherapeutischen psychischen Ganzheit ruft Laschet die Fetische und Stammesgötter herbei.

Respekt vor den Anderen, Respekt vor den Alten, Respekt vor den Schwachen, das lässt sich nicht verordnen.

Hat Allahgott auch gar nicht vor. Der steinigt den Glaubensschwachen, zwangsverheiratet die lesbische Tochter und lehrt mit der Charta der Ḥamās den Hass auf die Juden, Artikel 7: »Die Stunde des Gerichtes wird nicht kommen, bevor Muslime nicht die Juden bekämpfen und töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken und jeder Baum und Stein wird sagen: ‘Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir, komm und töte ihn!’«, mein lieber Herr Laschet, so integrieren Sie doch.

Unter den marokkanisch- oder türkeistämmigen, regelmäßig unter oft schwerer körperlicher Misshandlung aufgewachsenen Jungen bedeutet die einem jeden Jugendarbeiter gegenüber erhobene Forderung nach ‘Respekt’ nichts anderes als ‘praktiziertes Mobbing, genüsslich verursachtes Entsetzen’. Dort, wo Armin Laschet nicht mehr hinkommt, in den Vierteln, wo der ḥiǧāb und die burqa, die Aussage also: „Ich habe einen männlichen Besitzer“, die akzeptierte (schariatreue) Frau von der echten oder erklärten türkischen Nutte oder kulturbedingt sittenlosen deutschen Schlampe unterscheidet, in Straßenzügen, wo es innerhalb von zehn Jahren schon einen, zwei oder drei Ehrenmorde gegeben hat und die Importbräute ebenso alltäglich sind wie die in den Sommerferien in der Türkei verschwindenden Schülerinnen, da heißt „Ich will Respekt“ nichts anderes als „Ich will, dass du Angst vor mir hast!“

Diese Viertel liegen durchaus auch in Duisburg-Marxloh und Köln-Ehrenfeld, und was die Schariamaschinen namens Großmoschee dort bewirken, wird sich erst noch zeigen. Der Grundstein für die DITIB-Moschee ist seit wenigen Tagen gelegt – die aus dem Mai 2007 stammende Aussage von Ralph Giordano trifft die Sache bis heute gründlich: »Stoppt den Bau dieser Moschee. Es ist ein falsches Signal. Wahr ist, dass die Integration der muslimischen Minderheit in Deutschland gescheitert ist (34)«.

Laschet und Schäuble sind bereits jetzt zu ängstlich oder gerissen genug oder beides, uns auf die Grundrechtswidrigkeit des Menschenbildes des Islam hinzuweisen. Zu feige, die Doktrin des orthodoxen sprich revolutionären Islam, der so genannte Islamismus ist lediglich seine Modifikation, anzusprechen. Die an Allahs Recht orientierten Imame der Millî-Görüş, des VIKZ oder von der DITIB werden unseren Integrationsministern und nichtmuslimischen Islambeauftragten diese Arbeit ebenso wenig übernehmen wie der staatsislamische Schatten Allahs auf türkischer Erde, der an der Scharia orientierte Ali Bardakoğlu (35). Wenn sich Laschet vielleicht auch noch keine priesterlichen Kompetenzen anmaßt, so spielt er sich hier doch zum Religionspsychologen und Religionspädagogen auf. In einem der Wissenschaft verpflichteten Denken aber ist unser Integrationsminister als Psychologe oder Pädagoge inkompetent. Doch Laschet lässt nicht locker:

Wir Deutschen haben Familien die nicht mehr wissen, was Erziehung ist, was Form ist.

Stimmt. Die türkeistämmigen Neo-Rheinländer und Neo-Westfalen oft nicht viel anders. Will Laschet, dass die dekadenten Ur-Deutschen jetzt die angeblich bewundernswerten türkischen oder kurdischen Familienmodelle übernehmen?

Es müssen bald wieder mehr Kinder werden, die zu Sankt Martin in unserer Straße singen, nicht nur zwei. Es sollten weniger Kinder sein, die bei Halloween mitmachen, nicht zehn, wie heute.

Jawoll, singen für das Abendland und den Islam! Dass alles Brauchtum unserer (begrenzten) Hingabe und Pflege bedarf, ist den meisten Schariakritikern klar.

Was hatten wir für eine religiös begründete, gruppenbezogene Trennung? Ich erinnere mich an das protestantische Kind, dass zwar zur Fronleichnamsprozession die Straße mit schmücken durfte, aber an der Prozession teilnehmen durfte es nicht.

Wir im Okzident waren also auch mal böse. Herr Integrationsminister, möchten Sie uns etwas zur Abmeldung so genannter „muslimischer Kinder“ vom Schwimmunterricht, Sexualkundeunterricht und von der Klassenfahrt sagen?

Mit dem Islam wird es ungleich schwieriger werden, doch bin ich mir sicher, dass wir es schaffen werden.

220.000 jüdische Menschen sind nach Deutschland gekommen.

Wie bitte, sollen sich die Juden an Stelle der Muslime integrieren? Die Zuzüge der jüdischen Kontingentflüchtlinge sind von 1996 bis 2000 von 12.000 auf 6.800 Personen im Jahr gefallen (BMI, 30.04.2004). Besagten uns hoch willkommenen Juden brüllen, sofern der Mann seinen breitkrempigen schwarzen Hut oder seine Kippa trägt, meine türkeistämmigen Nachbarskinder „Scheißjude, Scheißjude!“ über den Marktplatz hinterher, ein Ruf, der hier seit siebzig Jahren nicht ertönt ist.

Wir dürfen Integrationsdefizite nicht mit der Religion verknüpfen. Wenn einmal muslimische Zuwanderer nicht integriert sind, dann ist das nicht religiös bedingt, sondern sozial, da die Osteuropäer nahezu alle aus der Mittelschicht stammten, die Türken jedoch aus der bildungsfernen Landarbeiterschaft. Nehmen wir die Latinos in den USA, die sind auch oft schlecht integriert, doch niemand käme auf die Idee, zu sagen, die Ursache dafür sei das Katholische.

Die BRD hat nur dann die Chance auf eine friedvolle Zukunft, wenn und solange der Glaube an den für Muslime, Christen und Juden gemeinsamen Gott erkannt und gelebt wird.

Profi Laschet betreibt Götterverschmelzung. So ein Schwachsinn! Der Gott des Neuen Testaments oder der Gott der jüdischen Bibel, des Tanach, ist nicht derjenige von Koran und Hadithen. Gleichzeitig schwingt hier Erpressung mit: Ohne eure sofortige Wertschätzung dem Allahgott und dem Scharia-Islam gegenüber wird es hier Krieg geben, eine Meinung, die wir auch deshalb nicht zu teilen brauchen, weil in Deutschland Religionsfreiheit längst besteht und es zur gelingenden Integration darum geht, das unter orthodoxen Muslimen mit einiger Brutalität durchgesetzte Schariagesetz abzulegen, jedenfalls überall dort, wo es gegen die Verfassung verstößt, also an seinen meisten Stellen.

In diesem Sinne wünsche ich der Arbeit des Rundes Tisches der Religionen auch weiterhin ein erfolgreiches Arbeiten und darf auf einen Satz aus der Kölner Friedensverpflichtung vom Oktober 2006 hinweisen, welcher lautet: »Wir verpflichten uns mit unserer Unterschrift, zum Frieden in der Stadt beizutragen und das im Alltag und 365 Tage im Jahr und alle Jahre«.

Soweit Armin Laschet.

Man war ‘gebrieft’ und verdient schließlich bares Geld mit dem Dialogbetreiben, daher kann auf Widergabe der sich anschließenden, papageienhaft nachgeplapperten Floskelsammlung namens Podiumsdiskussion weitgehend verzichtet werden.

Rasant kratzte Bischof Jaschke die Kurve vom Schrei nach seinem ertrinkenden Gott bis hin zum Glaubensbekenntnis, Frontkämpfer der Scharialehre im Klassenzimmer staatlicher Schulen zu sein:

Gott darf nicht untergehen! Die Moral darf nicht untergehen: Was ist gut?! Was ist böse?! Mit Zwang allerdings kann man nichts glauben. Ich will den Islamischen Religionsunterricht!

Soweit Jaschke, gleich da drüben ist der Rettungsschwimmer.

Bekir Alboğa:

Der Islam ist in der Tat eine Herausforderung für diese Gesellschaft – aber eine positive! Wir Muslime ermuntern die Juden und Christen, ihren Glauben ernster zu nehmen. Wir möchten als ein würdiger Teil der Gesellschaft verstanden werden.

Wir brauchen Lehrstühle für Islamische Theologie.

Wir Muslime zahlen GEZ, aber können im Fernsehen nicht sprechen. Wir möchten die Partizipation erreichen – und dazu sind wir bereit, jeden positiven Beitrag zu leisten.

Ich bin ein Mensch, der gerne und mit Genuss Türkisch, der gerne und mit Genuss Arabisch und der gerne und mit Genuss Deutsch spricht. Soweit ich meine Identität behalten kann, ist Integration in Ordnung.

Alboğa sagt damit ungefähr: ihr vernachlässigt eure Religionspflichten, zugleich entwürdigt ihr uns! Ihr diskriminiert die muslimischen Steuerzahler! Und, fast wörtlich: Wenn ihr mich so lasst wie ich bin, akzeptiere ich die Integration! Gerade das letzte Ansinnen müssen wir zurückweisen, solange auch in Europa islamische Geistliche es für ihre „Identität“ halten, im Namen der Religionsfreiheit die Forderung »opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law« zu erheben. Zumindest dem Großmufti Cerić ist zu sagen: Sie dürfen sich womöglich in Mitteleuropa ansiedeln, doch ihre „Identität“ (Alboğa) als Streiter für den Gottesstaat müssen Sie ablegen. Entsprechend haben wir das durch namhafte deutsche Pädagoginnen oder Soziologinnen betriebene Verharmlosen der Braut im Kindesalter, der Cousinenehe und der arrangierten Ehe sprich Zwangsehe zurückzuweisen (36), (37), ähnliches gilt für das Lehrerinnenkopftuch, den Gesichtsschleier im Rathaus und einiges mehr.

Auch die erbrechtlichen oder frauenpolitischen Verfügungen der auf Ewigkeit angelegten Scharia sind vom Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (Artikel 4 Religionsfreiheit) nicht gedeckt. Die schafiitische FGM ist in der kulturellen Moderne kein Herstellen der für das gültige Gebet unverzichtbaren rituellen Reinheit (38), sondern juristisch schlicht Körperverletzung und psychologisch einzuordnen als sexualmagische, dem Begriff der ekklesiogenen Neurose vergleichbare ‘islamogene Neurose’.

Sehr geehrte Herren Alboğa und Laschet, das westliche Europa hat eine durchaus brauchbare Rechtssprechung und keinen Bedarf am Aufbau einer zweiten, im Namen der Religionsfreiheit implementierten Ebene gerichtlicher Struktur, in der das Islamische Fallrecht aus der ewigen Quelle der šarīʿa permanent neue, Frauen entrechtende und kulturrassistisch orientierte Urteile schöpft. Die politisch realisierte (juristisch implementierte) šarīʿa strebt nach Kohärenz. Eine halbes Islamisches Recht oder eine gezähmte Scharia wird es auf Dauer nicht geben können, wie die oftmals bürgerkriegsähnlichen Situationen in Staaten wie Nigeria, Algerien, Ägypten, Somalia, Irak, Afghanistan, Pakistan und Indonesien belegen, mittlerweile sogar in Thailand und auf den Philippinen. Den Säkularen unter den Muslimen in aller Welt sowie den (beispielsweise deutschen) Ex-Muslimen haben wir dabei nicht in den Rücken zu fallen, auch nicht als Imam oder Integrationsminister.

Was am 12.11.2009 mit Armin Laschet und den Freunden der Freunde der Millî Görüş und der Muslimbruderschaft im Kölner Rathaus veranstaltet wurde, wird nicht in Richtung der notwendigen Integration zielen können. Integration bedarf der theoretischen Rechtseinheitlichkeit für alle Staatsbürger und ist praktisch auf die tatsächliche Zugänglichkeit der Grundrechte auch für Töchter traditionell oder revolutionär-gegenmodern geprägter muslimischer Großfamilien angewiesen, nicht zuletzt bedeutet das die praktikable Möglichkeit der Flucht in eine schariafreie Zone namens Frauenhaus, Frauenberatungsstelle, Arztpraxis, Polizeistation oder Gerichtssaal.

Was rund um den Tag der Religionen 2009 in Köln veranstaltet wurde, zielt leider eher in die Richtung der von den Islamisten gewünschten Rechtsverschiedenheit und abgeschotteten Gegengesellschaft. Einer Gegenmoderne und Gegendemokratie, die sich hinter Schariagrundsätzen wie der geheiligten Meidung der Nichtmuslime und ihrer Verhaltensweisen (nach dem Grundsatz al-walāʿ wal-barāʿa) versteckt und immer wieder hinter dem Verschleiern des weiblichen Körpers, etwas irreführend Kopftuchkonflikt genannt.

Kann auch in Toronto, Sydney, Marseille oder Amsterdam eine Zerlegung der Bevölkerung stattfinden nach dem islampolitisch erwünschten Staatsverständnis vergangener, südasiatischer Jahrzehnte? Mit den Worten des poetischen Theokraten der »Two-Nations Theory«, Sir Muḥammad Iqbāl:

»Hindus und Moslems haben verschiedene religiöse Hintergründe, haben ein anderes Alltagsleben und eine andere Literatur. Sie heiraten nicht untereinander und essen auch nicht miteinander, da sie zu zwei verschiedenen Kulturen gehören, die auf widersprüchlichen Ideen und Konzepten beruhen. […] Das Zusammenzwängen solcher Völker in einem einzigen Staat – die einen als zahlenmäßige Minderheit, die anderen als Mehrheit – muss zu wachsender Unzufriedenheit und schlussendlicher Zerstörung der Regierungsstrukturen eines solchen Staates führen (39).«

Muḥammad Iqbāl war orthodoxer Muslim, seine Religion hat er keinesfalls falsch verstanden. Mister Iqbāl, leider auch Sir, hätte inzwischen willige europäische Helfer. Der radikale Kulturrelativist und Schweizer Anthropologe Professor Christian Giordano faselt von „kulturellen Eigenheiten“ und begrüßt das Europa der rechtsungleichen Glaubensnationen als „Rechtspluralismus“ (40). Der Schweizer fordert den rechtsgeschichtlichen Rückfall ins Talionsprinzip (Vergeltungsrecht).

Le droit des royaumes barbares (41). Fort mit der (römischen; schweizerischen; bundesdeutschen) Rechtseinheitlichkeit für alle Staatsbürger, im Zeichen des Islam beglücke uns so etwas Ähnliches wie die Neuauflage der Germanischen Stammesrechte.

Die muslimische Forderung nach einem Ausstieg aus den für alle gemeinsam geltenden Rechten der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschlands ist vor drei Jahren durch Jörg Lau bekannt gemacht worden. Im Internet zu finden ist sie auf einer in Bahrain, dem Wohnsitz des Herrn al-Qaradawi ansässigen Website (www.rijaset.ba) in den fünf Sprachen Englisch, Bosnisch, Arabisch, Französisch und Deutsch (333). Das dabei im Titel der Charta verwendete arabische Wort für ‘Erklärung’ (al-iʿlānu), das mag unvermeidbar sein wenn auch sicherlich nicht unbewusst, ist dasjenige der AEMR, arabisch al-iʿlānu l-ʿālamīyu li-ḥuqūqi l-insān, der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte New York 1948. Gewiss, solche Worte sind unschuldig und werden Verwendung finden müssen. Wir Kritiker des orthodoxen Islam lassen uns die Worte auch nicht von den globalisierten islamischen Fundamentalisten und ihren deutschen multikulturellen Helfern aus Politik und Kirche klauen, auch nicht das Wort Glaube, al-imān, auch nicht das Wort Vertrauen, aṯ-ṯiqa, denn das Arabische soll uns ebenso kostbar bleiben wie das Deutsche oder das Weltbürgerliche.

In Berlin nennt sich ein radikalislamischer Verein nach dem im AEMR unvermeidbaren Wort ‘Mensch’ (insān), der INSSAN e. V., zu dem die Islamische Föderation Berlin (IFB) um politreligiöse Aktivisten wie Burhan Kesici und Emel Abidin Algan (Tochter von Muslimbruder Dr. Yusuf Zeynel Abidin) wenig Berührungsängste haben. Kesici schließlich war am 12.11.2009 Gast beim gewählten Oberbürgermeister in der spätherbstlichen Domstadt. Auch ein nachhaltig säkularer Islam müsste, sofern er das Arabische verwendet, von iʿlān, ḥuqūq und insān sprechen dürfen, die Worte Erklärung, Rechte und Mensch verwenden. Solange aber mit der Forderung nach einer anhand von den Rechten Gottes, den „Gottesrechten“ (ḥuqūq Allāh) aufgebauten Gesellschaftsordnung kein anderer Islam als der derjenige der seit acht oder neun Jahrhunderten totalitär und total verfestigten kulturrassistischen und Frauen entrechtenden Scharia gemeint ist (42), solange das Wort ḥaqq beziehungsweise ḥuqūq ebenso ‘Recht, Rechte’ wie auch ‘Wahrheit, Wirklichkeit, Letztgültigkeit und Islamoffenbarung’ meint, dürfen wir uns nicht („interkulturell“) blenden lassen, wenn wir Deutschlands legalistisch aktive Muslime beispielsweise von „das Kopftuchverbot für Lehrerinnen ist ungerecht“ jammern hören, wenn Gerechtigkeit also nichts anderes bedeuten soll als Schariakonformität.

Zur Kopftuchdressur und Kopftuchpflicht, es geht um den Hidschab (ḥiǧāb), hat der Präsident des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts des Landes Nordrhein-Westfalen, Michael Bertrams, im September 2009 Wichtiges gesagt:

»[Islam und islamisches Recht] weisen der Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zu als dem Mann. … Eine muslimische Lehrerin, die auf dem Tragen des islamischen Kopftuchs beharrt, bekennt sich deshalb nicht ohne Vorbehalt und widerspruchsfrei zu unserer Verfassung und unseren Werten (43).«

Die Scharia, der orthodoxe Gesetzesislam ist verfassungswidrig – und Hans-Jochen Jaschke, Franz Brendle oder Armin Laschet ist das völlig gleichgültig.

Aus einer Perspektive der gewünschten nachhaltigen Rechtseinheitlichkeit im Personenstandsrecht, namentlich im Heirats- und Familienrecht (walī muǧbir, neun- oder zehnjährige Ehefrauen, Polygamie, Verstoßung der Ehefrau) und im Aufenthaltsbestimmungsrecht (Kinder gehören dem Vater), aber auch aus der Sicht der universellen Menschenrechte und der von ihnen abgeleiteten deutschen Grundrechte selbst für Frauen und Islamapostaten war die Veranstaltung am 12.11.2009 in der Piazzetta des Historischen Rathauses der Stadt Köln nicht lediglich eine riesengroße Dummheit, sondern bereits eine kleine Katastrophe.

Munir D. Ahmed hat den qurʾān nicht falsch verstanden: „Der Koran … läßt rechtliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zum Nachteil von Frauen zu (44)“.

Es geht um Aufstand.

Die säkulare Demokratie plane gegen derlei interreligiös-dialogisches Treiben den rebellischen eigenen AUFstand im Sinne der weltberühmten, genau ein Jahrhundert früher als das verteidigenswerte Grundgesetz niedergelegte Schrift »Resistance to Government (1849)«. Der später als »Civil Disobedience« nachgedruckte Essay von Henry David Thoreau ist in Deutschland als »Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat« bekannt geworden.

Der amerikanische Gesellschaftskritiker, Pädagoge und Humanist Thoreau hat damit jenen Begriff vom Zivilen Ungehorsam geprägt, auf den es für Europa jetzt ankommt, um die heranschleichende Zerspaltung der europäischen und bundesdeutschen Staatsbürger in rechtsverschiedene Religionskollektive erfolgreich abzuwenden, die von den englischen Islamisierungsmaschinerien namens »Council of Faiths« (45), (46), (47) und ihrem deutschen Pendant »Tag der Religionen« oder »Runder Tisch der Religionen« ausgeht. Nach Köln war John Smith vom »Council of Faiths« persönlich eingeladen worden und wurde explizit als beispielhaft gelobt – Großbritannien hat 85 Schariagerichte.

Katholische Priester und evangelische Pfarrer seien aufgerufen, islamverharmlosende „abrahamische Dialogforen“ und interreligiöse Gespräche im Geiste von Annemarie Schimmel (†), Rheinhard Kirste, Thomas Lemmen, Melanie Miehl und Dorothee Schaper nach Möglichkeit zu boykottieren. Christliche Theologiestudenten und islamische Endverbraucher seien ermuntert, sich mit der Grundrechtswidrigkeit, schwarzen Pädagogik (Rutschky) und kulturellen Gegenmoderne der Schariagesetzlichkeit zu befassen (43).

Es geht um Abstand.

Jeder muslimisch empfindende Mitbürger halte zu Figuren wie Kesici, Alboğa und Köhler ABstand und bete gemeinsam, sofern er überhaupt gemeinsam beten möchte, mit solchen säkularen Muslimen, wie sie Bassam Tibi oder Necla Kelek längst würdig vertreten. Wer als Kind oder Jugendlicher in eine Koranschule oder Moschee gehen muss, sollte nicht alles glauben, was ihm da erzählt wird – Entsprechendes sagen wir schließlich auch jungen Zeugen Jehovas oder fundamentalistisch-christlichen Kreationisten. Fundamentalismus ist nicht angeboren, beispielsweise gibt es auch kein Kopftuch-Gen.

Es geht um Verstand und Anstand.

Politikern wie Laschet oder Roters sei zugerufen: Was fehlt euch denn, habt ihr keinen VERstand oder keinen ANstand?

Jacques Auvergne

(1) Wird hier ein in Gründung befindliches Millet-System Bundesrepublik Deutschland christlich-ökumenisch bejubelt? Kirchentag 2010 soll die in Köln betriebene Schariaverharmlosung (12.11.2009) „begeistert und tolerant“ fortsetzen

http://www.domradio.de/aktuell/artikel_58484.html

(2) Petersburg Declaration. Secular Islam Summit: »We insist upon the separation of religion from state and the observance of universal human rights…. We are believers, doubters, and unbelievers, brought together by a great struggle, not between the West and Islam, but between the free and the unfree.«

http://www.centerforinquiry.net/isis

(3) Geheiligten Sex nur mit der Ehefrau, gerne auch dreizehnjährigen oder zehnjährigen Ehefrau. Gilt Allahs multikulturelles und multireligiöses Recht dank Armin Laschet und Jürgen Roters demnächst auch in Köln am Rhein?

RIYADH – Abdul Aziz Aal Al-Sheikh, Grand Mufti of the Kingdom, has said girls as young as 10 years old can be married. … „We hear often in the media about the marriage of minors. We must know that Shariah law is not unjust for women,“ Aal-Al-Sheikh was quoted as saying. „If it is said that a woman below 15 cannot be married, that is wrong. If a girl exceeds 10 or 12 then she is eligible for marriage, and whoever thinks she is too young, then he or she is wrong and has done her an injustice.“

http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm?method=home.regcon&contentID=2009011526744

(4) Islam ist Zwangsverheiratung, Wali Mudschbir

wali mujbir: Familienministerium Malaysia

»1. Is consent from the bride required before a marriage can be carried out?

Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian)

2. Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir?

A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu and the marriage will not bring dharar syarie to the bride.

6. Who is a Wali Mujbir?

Wali Mujbir is the natural father (father by birth) or grandfather on the father’s side.«

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng

(5) Katholik, Bischof, Islamfreund: Zollitzsch

http://schroeter.wordpress.com/2008/11/13/brief-an-erzbischof-dr-zollitisch/

(6) Evangelisch, Bischöfin, Islamfreundin: Jepsen

http://www.igmg.de/nachrichten/artikel/bischoefin-jepsen-erklaert-solidaritaet-mit-muslimen-in-deutschland.html

(7) Ökumenischer Kirchentag München 2010

http://oekt2010.wordpress.com/

(8) Fundamentalistin Rabeya Müller aus Köln als Gastrednerin beim Evangelischen Kirchentag, Bremen 2009

http://www.wir-sind-kirche.de/index.php?id=372

(9) Pfarrer Kirste (Intr°a) und Rabeya Müller

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/02/18/098/

(10) Rabeya Müller bei bpb

http://www.bpb.de/wissen/J88F69,0,0,Expertin_Experte.html?rid=258

(11) Imam Ucar, Bischöfin Jepsen rechtleitend

http://www.bild.de/BILD/hamburg/aktuell/2008/05/23/kollaps-am-grab/hg-religionsfuehrer.html

(12) Von Familie hingerichtet: Morsal Obeidi

http://www.welt.de/vermischtes/article3212964/Staatsanwalt-erhaelt-Morddrohungen-nach-Urteil.html

(13) Ramazan Ucar: Tradition oft schlecht, Islam immer gut, bei Ehrenmord der Familie weniger Tradition, und einfach mehr Islam!

http://www.bild.de/BILD/hamburg/aktuell/2008/05/23/kollaps-am-grab/hg-religionsfuehrer.html

(14) Allahs gutes Recht. Schwangere Elfjährige, aber islamrechtlich ehrbar bitte nur als Ehefrau. Integrationsminister Laschet schweigt angestrengt. Barbara Kirchner: »Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby«

http://www.express.de/regional/duesseldorf/zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby/-/2858/705568/-/index.html

Islamprinzip Kindbraut. Michael Kreutz: »In Griechenland, wo die Scharia noch gilt«

http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2005/106/europa-scharia/

Düsseldorfer Kindbraut, Gerichtsverhandlung. Katharina Rüth: »Ehefrau mit elf Jahren«

http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duesseldorf/2009/10/29/news-138750611/detail.html

(15) Politiker Laschet trifft den Islamisten Cerić

http://www.chrislages.de/25cig_presse.htm

(16) The Global Mufti: The Phenomenon of Yusuf Al-Qaradawi (Die Herausgeber sind: Bettina Graf und Jakob Skovgaard-Petersen, bei: C Hurst & Co Publishers Ltd. November 2008

http://www.amazon.de/Global-Mufti-Phenomenon-Yusuf-Al-Qaradawi/dp/1850659397

(17) Die Scharia ist verfassungswidrig. Richter Bertrams zum Islam und zum islamischen Recht: „Sie weisen der Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zu als dem Mann. … Eine muslimische Lehrerin, die auf dem Tragen des islamischen Kopftuchs beharrt, bekennt sich deshalb nicht ohne Vorbehalt und widerspruchsfrei zu unserer Verfassung und unseren Werten“

http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[id]=2381&news[image]=1&news[action]=detail

(18) »Islamischer Religionsunterricht an saarländischen Schulen?« Kommentierender Bericht zu einer Podiumsdiskussion in Dillingen. Von: Klaus Blees (a3wsaar)

http://www.a3wsaar.de/de/islamismus/islamunterricht/

(19) Emel Zeynel Abidin. Kalkuliert ohne Kopftuch den denkbar erfolgreichsten Kopftuchdschihad ausüben

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/02/07/097/

(20) FEMYSO. Jugendarbeit

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/01/13/043/

(21) FIOE. Charta

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/09/20/140/

(22) Said Ramadan: Das islamische Recht

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/04/06/109/

(23) Die siebenköpfige Bahá’í-Führung des Iran bewohnt die noch stets menschengemachten Hölle, hier das Evin-Gefängnis

http://www.cnn.com/2009/WORLD/meast/08/16/iran.bahai.trial/index.html

Bahá’í, Iran

http://www.voanews.com/uspolicy/2009-09-21-voa2.cfm

(24) Werner Heidenreich, Buddhismus

http://www.w-heidenreich.de/

(25) »Sharia and Muslim Social Contract in Europe«

http://www.katholische-akademie-berlin.de/Flyer/sharia_and_muslim.pdf

(26) Regensburg. Runder Tisch der Religionen. Brendle, Köhler, Towfigh, Alboğa, Brandt, Kesici, Jaschke singen das Lied vom friedlichen Islam. Widerspruch aus dem Publikum islamkritisches Textmaterial ist den dienstlich und total Toleranten allerdings unerwünscht, schließlich geht es hier um Höheres

http://www.ropf.bayern.de/aktuell/presse/pressemitteilung-1775.htm

(27) Rabbi Brandt aus Augsburg, gerade für Schariakonformität preisgekrönt, mit dem 1945 in Mekka geborenen deutschen Islamisten Nadeem Elyas aus Eschweiler gemeinsam auf dem Foto, beim Islam-Archiv Soest. Just feel the triologue!

http://www.ejpress.org/article/6718

(28) Die Jüdische Zeitung (JZ) ließ Nadeem Elyas ganz bewusst für das Kopftuch und gegen das Lehrerinnenkopftuchverbot werben

http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.521.html

(29) Bekir Alboğa zitiert Peter L. Berger, bei: Martin Laube: Theologie und neuzeitliches Christentum, 345-355

http://books.google.de/books?id=mhsOm_dx7hQC&printsec=

(30) Islamfaschistenbund Murābiṭūn. Ian Dallas war gestern, Hippie ist auch zu kümmerlich. Biete Schottenrock, suche Gelehrtengewand und Prägeanstalt für Goldmünzen! Ab morgen nennt ihr mich ʿAbdalqādir aṣ-Ṣūfī und bin ich euer Šayḫ. THE WEBSITE OF
SHAYKH DR. ABDALQADIR AS-SUFI

http://www.shaykhabdalqadir.com/content/index.html

(31) Herausgeber der von der »Islamischen Gemeinschaft in Deutschland / Weimar Institut« produzierten Islamischen Zeitung (IZ) ist Abū Bakr Rieger, bis 1990 vorislamisch (al-ǧāhiliyya) Andreas Rieger. Die IZ verwendet an-Nawawī

http://www.islamische-zeitung.de/?id=9783

(32) Aḥmad von Denffer liest an-Nawawī

http://www.libertas-online.de/pdf/Ahadith.pdf

(33) Großbritannien hat fünfundachtzig. Scharia Courts

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1196165/Britain-85-sharia-courts-The-astonishing-spread-Islamic-justice-closed-doors.html

(34) Ralph Giordano (2007): Stoppt den Bau dieser Moschee!

http://www.ksta.de/html/artikel/1176113436263.shtml

(35) Ali Bardakoğlu

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,437140,00.html

(36) Boos-Nünning fordert die arrangierte Ehe

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/05/145/

(37) Gaby Straßburger bewirbt den Tochtertausch

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/11/146/

(38) Islamic FGM, schafiitisch, Religionspflicht. April 2006, Indonesien, Stephanie Sinclair dokumentiert das genitalverstümmelnde Treiben der Assalaam-Foundation: »Inside Indonesia’s Female Circumcision Ceremony«

http://www.nytimes.com/slideshow/2008/01/20/magazine/20080120_CIRCUMCISION_SLIDESHOW_6.html

Islamische FGM. Allah-Kult in Indonesien

http://www.asianoffbeat.com/default.asp?display=1435

(39) Zwei-Nationen-Theorie. Die Islam-Apartheid des Sir Iqbal (damned, kann man das Sir denn nicht posthum aberkennen?)

http://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Nationen-Theorie

(40) Christian Giordano will ein sonderrechtliches Europa der Glaubensnationen, den Rechtspluralismus

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Freiburger-Professor-will-Scharia-einfuehren/story/15342529

(41) Le droit des royaumes barbares. Fort mit der (römischen; bundesdeutschen) Rechtseinheitlichkeit, im Zeichen des Islam komme die Neuauflage der Germanischen Stammesrechte

http://fr.wikipedia.org/wiki/Droit_des_royaumes_barbares

(42) huquq Allah. „Der Mensch hat … Rechte (Huquq), die ihm zustehen und niemand ist befugt, ihm diese vorzuenthalten. Sowohl die Gemeinschaft als auch der einzelne ist angehalten, dies zu respektieren. Eine Überlieferung Muhammads besagt. daß Gott dem Menschen die Verletzung der Rechte Gottes eher verzeihen würde als die Verletzung der Rechte von Mitmenschen. … Der Koran … läßt rechtliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zum Nachteil von Frauen zu.“

http://munirdahmed.netfirms.com/Kulturrelativismus.htm

(43) Die Scharia ist verfassungswidrig. Richter Bertrams zum Islam und zum islamischen Recht: „Sie weisen der Frau in nahezu allen Lebensbereichen einen niedrigeren Rang zu als dem Mann. … Eine muslimische Lehrerin, die auf dem Tragen des islamischen Kopftuchs beharrt, bekennt sich deshalb nicht ohne Vorbehalt und widerspruchsfrei zu unserer Verfassung und unseren Werten“

http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[id]=2381&news[image]=1&news[action]=detail

(44) Der Koran … läßt rechtliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zum Nachteil von Frauen zu.

http://munirdahmed.netfirms.com/Kulturrelativismus.htm

(45) Council of Faiths. Luton

http://www.lutonfaiths.org/

(46) Council of Faiths. Bedford

http://www.bcof.org.uk/

(47) Council of Faiths. Merseyside

http://www.merseysidecounciloffaiths.org/

(48) Erklärung der Europäischen Muslime

http://www.rijaset.ba/en/index.php?option=com_content&view=article&id=66

154. Ehsan Fattahian droht die Todesstrafe!

10. November 2009 von Jacques Auvergne

جمهوری اسلامی ایران

Ǧomhūrī-ye Eslāmī-ye Īrān

Islamische Republik Iran

Retten Sie Ehsan Fattahian!

UPDATE: Ehsan Fattahian ist heute hingerichtet worden, sagt hpd.de am 11.11.2009 um 16:01 Uhr

Zur Petition

http://gopetition.com/petitions/save-ehsan-fattahian-from-execution.html

Ehsan Fattahian befindet sich im Gefängnis, Mittwochmorgen soll er hingerichtet werden. Aus dem vormodernen Anklagegrund der Apostasie (= “Abfall vom Glauben”) ist der ethnische Kurde vor zwei Jahren festgenommen worden, auch wurde ihm oppositionelle Arbeit gegen das islamische Regime vorgeworfen. Zunächst zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, verhängte das Hohe Gericht gegen ihn die Todesstrafe wegen Apostasie.

Ehsan befindet sich seit Sonntag im Hungerstreik, Dutzende seiner Mithäftlinge haben sich mit einem Brief an die Weltöffentlichkeit gewandt und fordern jeden einzelnen von uns auf, etwas gegen diesen staatlichen Mord zu tun. Jetzt – heute! – kommt es auf jede Stimme an. Bitte unterzeichnen auch Sie!

Wir können den UN-Generalsekretär, Herrn Ban ki-Moon, auf dem Wege der hier genannten Petition bitten, alles zu unternehmen, um die Todesstrafe gegen Ehsan (Esma’il) Fattahiyan aufzuheben.

Hier geht es zur von Reza Hiwa bei GoPetition gestartete Petition.

Zur Petition

http://gopetition.com/petitions/save-ehsan-fattahian-from-execution.html

Facebook für Ehsan Fattahian

http://www.facebook.com/group.php?gid=201235431220&v=wall&ref=ts

Bei: amnesty international. Ehsan Fattahian eingeschlossen sind weitere kurdischstämmige Iraner in Haft, darunter Habibollah Latifi (Habib Ollah Latifi) und Sherko Moarefi (Shirko Ma´rofi)
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http://www.amnesty.org/fr/library/asset/MDE13/102/2009/fr/a4056737-ef5d-4af2-aebb-fc85c489e11b/mde131022009en.htm

Bei: Loghman H. Ahmedi (Democratic Party of Iranian Kurdistan, PDKI), London

http://loghmanahmedi.com/2009/11/08/kurdish-political-prisoner-ehsan-fatahian-will-be-executed-on-wednesday/

Mina Ahadi, bei: Gudrun Eussner

http://www.eussner.net/artikel_2009-11-09_16-13-52.html

Bei: Evolutionäre Humanisten Berlin-Brandenburg e.V. (Berlin)

http://gbsbb.wordpress.com/2009/11/09/petition-gegen-hinrichtung-in-iran/

Bei: Zwischenruf

http://www.zwischenruf.at/?p=3618

Bei: Feuerbringer

http://feuerbringer.com/2009/11/09/rettet-ein-leben/

Bei: Alleance for Kurdish Rights

http://kurdishrights.org/2009/11/09/iran-set-to-execute-kurdish-political-prisoner-ehsan-fattahian-on-november-11/

Beim Blog »Politically Incorrect«

http://www.pi-news.net/2009/11/protest-gegen-drohende-hinrichtungen-im-iran/

153. Christlich-Islamische Gesellschaft (CIG)

7. November 2009 von Jacques Auvergne

التوحيدية

at-tauḥīdiyya

Monotheismus

Köln und der Dialog

Von Jacques Auvergne

Am 27. Oktober 2007 und in Bergisch-Gladbach konnte die Christlich-Islamische Gesellschaft e. V. (CIG) ihr 25jähriges Bestehen feiern. Die 1982 gegründete CIG ist damit die älteste und größte christlich-islamische Dialogorganisation in Deutschland. Vereinssitz ist Köln, Vorsitzender der CIG ist der gelernte Pädagoge, Islamkonvertit und Anwendungsprogrammierer Wilhelm Sabri Hoffmann aus Rheine (Deutsche Muslim-Liga Bonn und Tariqah As-Safinah, beide um Bashir Ahmad Dultz). Geschäftsführer der CIG ist der katholische Theologe (Diplom und Lizentiat) Dr. Thomas Lemmen. Diplomchrist Lemmen ist Ehemann der Islamwissenschaftlerin Melanie Miehl

Herr Lemmen und Frau Miehl sind miteinander verheiratet und Mitglieder des dominikanischen Laienordens. Das Paar ist führend im Dialog mit dem Islam, ein Dialog, so befürchten wir Menschenrechtler und Bürgerrechtler, der in Kürze eine europaweite Rechtsspaltung in schariarechtlich eingemauerte Milieus nach sich ziehen kann. Was vom evangelischen oder katholischen Endverbraucher zum Thema Islam gesprochen werden darf und geglaubt werden muss, wird inzwischen an Orten wie der CIG entschieden. Die Schafherde der rheinischen Pfarrer und Pastoren trottet, begeistert (abrahamisch) blökend, den Herren Dultz und Lemmen hinterher. Mehrere evangelische oder katholische Akademien hat man über Netzwerke wie den Koordinierungsrat des christlich-islamischen Dialogs (KCID) mittlerweile bestens im Griff. In unseren Städten werden schariaverharmlosende Festlichkeiten veranstaltet wie das seit 2001 und damit unmittelbar nach „nine eleven“ jährlich veranstaltete Abrahamsfest in Marl. Wozu so ein Terroranschlag doch nutzbringend ist.

Die für das erpresserische Gottesbild des repressiven orthodoxen Islam werbende Organisation CIG wurde also 25 Jahre alt. Zur Selbstbeweihräucherung pardon Vierteljahrhundertfeier durfte der an der radikalen, frauenfeindlichen und kulturrassistischen šarīʿa (Scharia) orientierte Mustafa Cerić aus Sarajevo nicht fehlen. Wenn alles gut geht wird Großmufti Cerić in Kürze gewissermaßen als der muslimische Papst Europas tätig werden können, Ali Bardakoğlu macht Vergleichbares in Kleinasien.

Der Boss pardon das geistliche Oberhaupt des von der CIG herangebetenen Bosniers ist der weltweit viel geachtete Hassprediger Yūsuf al-Qaraḍāwī. Das von šaiḫ (Scheich) al-Qaraḍāwī und Muftī Cerić geheimbündlerisch betriebene Kartell heißt European Council for Fatwa and Research (ECFR, Conseil Européen de la fatwa et de la recherche). Das Konzil ECFR, wir können es Europäischer Fatwa-Rat nennen, wurde aus dem Umfeld der FIOE (frz. UOIE) sprich Muslimbruderschaft gegründet (vgl. Sägefisch 140.) und verlangt nach einer einzigen muslimischen Autorität für Europa mit der möglichst vollumfänglich eingeführten Geltung des Islamischen Rechts für alle Muslime.

Der katholische Flügel der rheinischen CIG also zertifiziert sich selbst als islamkompatibel und dialogtauglich, indem sie den bosnischen Theokraten und Stellvertreter des Herrn Yūsuf al-Qaraḍāwī einlädt, des heutigen Ideengebers der Muslimbruderschaft. Das Treueverhältnis von Mustafa Cerić zu dem die weibliche Genitalverstümmelung, den Mord an Homosexuellen, die islamische Zwangsverheiratung und die Durchführung von Selbstmordattentaten gegen israelische Zivilisten fordernden, unter Sunniten hoch angesehenen Yūsuf al-Qaraḍāwī ist für Nordrhein-Westfalens Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration Armin Laschet und für Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma kein Anlass gewesen, der Veranstaltung fern zu bleiben.

Laschet ist CDU-Politiker, Jahrgang 1961 und war als Jugendlicher in der kirchlichen Pfarr- und Jugendarbeit tätig. Nach dem ersten juristischen Staatsexamen folgte eine journalistische Ausbildung und eine Tätigkeit als Chefredakteur der Aachener Kirchenzeitung.

Schramma, ebenfalls CDU, erblickte 1947 in Köln das Licht der Welt, studierte Latein, Philosophie und Pädagogik in Köln und arbeitete als Gymnasiallehrer in Köln-Rodenkirchen, Wesel und Hürth, hat also am Horizont lebenslang den doppelspitzigen Mittelpunkt des Weltalls erblicken können, den Kölner Dom.

Rheinische Dreifaltigkeit: Vater Mustafa Cerić, Sohn Thomas Lemmen, Heiliger Geist Fritz Schramma. Der Großmufti, der beamtete Islamverharmloser und der Oberbürgermeister. Für die freiheitliche Demokratie der auch für Frauen und Ex-Muslime geltenden vollen Bürger- und Menschenrechte einschließlich der Meinungs- und Pressefreiheit ist diese Trinität nicht gerade begünstigend. Zwar ist der ǧiḥād (Krieg) noch nicht ausgebrochen, jedoch bereits der Dialog.

Noch zu Schramma. Drei Tage bevor sich der schreckliche Anschlag von Solingen auf das von der türkeistämmigen Einwandererfamilie Genç bewohnte Haus zum fünfzehnten mal jährte, einem von vier rassistisch motivierten Jugendlichen aus der Nachbarschaft durchgeführten Anschlag dem fünf Mädchen und Frauen zum Opfer fielen, wurde im Mai 2008 der von dem Mediziner und Herzspezialisten Yaşar Bilgin (CDU) und dessen Türkisch-Deutscher Gesundheitsstiftung ausgelobter »Genç-Preis für friedliches Miteinander« an Kölns Lateinlehrer und Stadtoberhaupt verliehen. Wie als Gegenleistung hatte sich der Pädagoge jahrelang dafür eingesetzt, dass der noch etwas gehemmt schariatreue Islamverband DİTİB als das von Kleinasien aus theokratisch organisierte Auslandstürkentum in Köln-Ehrenfeld die umstrittene Großmoschee errichten darf. Heute, am 07.11.2009 wird die Grundsteinlegung erfolgen.

Zur Großmoschee sagte Ralph Giordano dem deutschen Innenminister angemessene und wichtige Worte (1). Geglückte Integration wenigstens von Seiten des noblen Spenders (Preisgeld 10.000 €)? Nicht ganz. Der übersteigert nationalbewusster Türke und deutscher Kardiologe Yaşar Bilgin ließ eine Todesanzeige für den Nationalisten Muhsin Yazıcıoğlu schalten, wie im Mai 2009 bekannt wurde. Yazıcıoğlu gehört seit seiner Jugend der türkischen rassistischen Bewegung Graue Wölfe an und war zeitweise Berater des Rechtsradikalen und Obristen Alparslan Türkeş.

Die Grauen Wölfe, türkisch Bozkurtlar sind die Mitglieder der türkisch-nationalistischen und (damit) rassistisch-kurdenfeindlichen Milliyetçi Hareket Partisi (MHP, deutsch: Partei der Nationalistischen Bewegung). In den Siebziger Jahren ermordeten die Grauen Wölfe Intellektuelle und linke Politiker. Der Kampfname des Herrn Türkeş stammt von Alp Arslan, einem mittelalterlichen seldschukischen Feldherrn, dessen Andenken, nicht zuletzt durch das Betreiben des radikalislamisch „und“ diktatorisch herrschenden, 2006 verstorbenen Saparmyrat Ataýewiç Nyýazow erneut als turkmenischer und offensichtlich auch türkischer Nationalheld verewigt wurde. Nyýazow ließ sich als Türkmenbaşy (Führer der Turkmenen) kultisch verehren und war Präsident des mittelasiatischen Staates. Oben links auf der Netzseite von Muhsin Yazıcıoğlu heult, ganz dezent versteht sich, die Silhouette eines kleinen Wolfes den Mond an (2). Der Wolf, wohl genauer: die Wölfin ist ein altes Totem oder Sagentier der türkischen Stämme und Stammeskonföderationen der asiatischen Steppe. Ein uraltes Symbol, das nichts dafür kann, dass es seit hundert Jahren im Gestrüpp der (immer wieder islamistisch „erleuchteten“) nationalistischen Ideologien Panturkismus, Turanismus, Jungtürken und MHP / Graue Wölfe benutzt worden ist.

Der »Genç-Preis für friedliches Miteinander« und der braune Sumpf um die Ülkücüler („Idealisten“) genannten Grauen Wölfe – für Lateinlehrer Schramma vielleicht ein Anlass, den Preis nebst Preisgeld an den türkisch-patriotischen Medizinprofessor zurückzugeben? Oder gar über die Grundrechtswidrigkeit der frauenentrechtenden und zum Apostatenmord aufrufenden šarīʿa nachzudenken und die provokante Architekturwerdung der Geschlechtertrennung und der Überlegenheitsideologie des orthodoxen Islam in Köln-Ehrenfeld zu kritisieren?

Natürlich nicht, stattdessen kassierte der im Oktober 2009 aus dem Amt geschiedene Schramma am 01.11.2009 in der Moschee in Werl gleich noch einen Preis. Dieses mal war es der nach dem diesbezüglich ungefragten, 1933 aus ungeklärter Ursache an einem Berliner Seeufer zu Tode gekommene Muḥammad an-Nāfiʿ Ǧalabī benannte „Friedenspreis“. Beim Wort Frieden hat man pflichtschuldig zu lächeln. Diesen Mohammad-Nafi-Tschelebi-Friedenspreis vergibt ein Archiv wahlweise eine Stiftung namens „Islam-Archiv Soest / Amina-Abdullah-Stiftung“. Amina Abdullah, vorislamisch (al-ǧāhiliyya) Ursula Bednorz war die 2008 verstorbene Ehefrau des bis zur Glitschigkeit geschmeidigen Soester Archivgründers Muhammad Salim Abdullah, hinter dem sich kein Geringerer als Herbert Krawinkel verbirgt, der Münchhausen Allahs (3), (4).

Herr Abdullahkrawinkel bekränzte mit seinem undotierten Preis bereits multikulturelle Schariafreunde wie Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel (1989), den ob seiner beschämenswert unmoralischen Calvin-Verteidigung (5) zu kritisierenden Generalsuperintendenten Dr. Rolf Wischnath (2001), Annemarie Schimmel (2002), INSSAN-Beiratsmitglied Barbara John (2006) oder den Jesuiten, CIBEDO-Berater und Tariq-Ramadan-Versteher Prof. Dr. Christian Troll (2008). Zur Preisverleihung an und Bedeutung des Jesuiten Christian Troll und zu Mohammed Salim Abdullah (Herbert Krawinkel) schreibt Gudrun Eussner Lesenswertes (6).

Der Mohammad-Nafi-Tschelebi-Preis ist nach einem jungen Einwanderer aus Syrien benannt worden, einem Studenten der Ingenieurswissenschaften im Berlin der Jahre der untergehenden Weimarer Republik. Der auch als Abd al-Nafi Schalabi wiedergegebene ʿAbdu n-Nāfiʿ Ǧalabī übernahm führende Funktionen in den damals noch recht kleinen muslimischen Kreisen Deutschlands, gründete Institutionen und editierte Schriften.

Zurück zu unseren rheinischen Islamoptimisten, zurück zur CIG um das Ehepaar Miehl & Lemmen nebst Bürgermeister und Integrationsminister. Der Dialogbetrieb verwendet den vor annähernd vier Jahrtausenden verstorbenen Abraham (arabisch nutzbar gemacht ‏Ibrāhīm) für seine Zwecke. Es sei daher gestattet, diesen vier Verteidigern des politischen Islam auch im ausgehenden Jahr 2009 diese Worte in den Mund zu legen: »Für jedes gottesfürchtige Kind Abrahams werden im künftigen Kalifat von Europa ein paar Krümel vom Tisch der Machthaber herunter fallen, lasst uns als Kleriker und Politiker die göttliche Staatsform bauen und bereits heute den Säkularen befehlen, den ḥiǧāb zu tolerieren. Kein Festgottesdienst und keine Podiumsdiskussion mehr ohne eingeladene Kopftuchfrau, irgendwann ist dann auch das Lehrerinnenkopftuchverbot gekippt, ad maiorem Dei gloriam, in šāʾa llāh.«

Ein Kopftuch ist für Islamkenner kein Stück Stoff, sondern ein Aufruf zur islamischen, parallelen Staatsgründung an Ort und Stelle (bedarfsweise eben mitten in Deutschland), in der mindestens ein anderes, frauendiskriminierendes Familien- und Personenstandsrecht gilt. Das Kopftuch beschimpft jeden Nichtmuslim als Dhimmi oder Harbi.

Ist es das, was Thomas Lemmen und Melanie Miehl planen, wollen sie seit mindestens vier Jahren das mittlerweile in acht von sechzehn Bundesländern mühselig erkämpfte Lehrerinnenkopftuchverbot zu Fall bringen? Wir dürfen es vermuten und wären über eine erneute Stellungsnahme der CIG zum Lehrerinnenkopftuch dankbar. Die vom Vorstand der CIG am 03.11.2005 abgegebene Erklärung ist ja vielleicht nicht mehr aktuell, in der es heißt:

„Nicht das Kopftuch, sondern sein Verbot gefährdet die Integration der Muslime. Ein Kopftuchverbot ist für ein Miteinander der Religionen in unserer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft ein falsches Signal.“

In der Sache liegt die CIG freilich falsch, denn jenes Kopftuch, das aussagt: »Ich habe einen Besitzer, der mich sexualpolitisch kontrolliert, ich komme in den Himmel und die Unverschleierte nicht, ich sporne die Männer der zur Herrschaft (al-islām) vorgesehenen Menschenklasse an, ḥisba zu betreiben, das heißt das Rechte zu gebieten und das Unrechte zu verbieten«, dieses Kopftuch segregiert, diskriminiert! Das Kopftuch (al-ḥiǧāb) fordert die repressive Lebensführung nach den Kriterien der šarīʿa und den Aufbau eines anderen Staates, einer islamischen Gesellschaftsform (niḍām islāmī). Für die CIG ist das ja vielleicht kein Problem.

Katholik Lemmen hat von der Scharia sprich vom Islam keine Ahnung, will den Islam reformieren oder belügt uns Bundesbürger ganz bewusst: „Aller Dank gebührt jedoch dem Einen Gott, von dem Muslime und Christen gemeinsam bekennen, dass er stets größer ist und allein unser unvollkommenes Streben zum guten Ende führen kann: Deus semper maior – allahu akbar.“ Das war kein Witz, das war Lemmen. Mit einem Gott, der neunjährige Ehefrauen akzeptiert, jeder Ehefrau bis zu drei Artgenossinnen auf die Schlafstelle beigesellt (da ist širk, Beigesellung, einmal kein Problem), mit einem Gott, der dieselbe(n) zu verstoßen bereit ist und als Ehebrecherin zu steinigen, mit diesem barbarischen (scharia-islamischen) Gott möchte ich als evangelischer Christ (EKD, EKIR) und vorsichtiger Sympathisant katholischer Lebensweise nichts zu tun haben. Für wen spricht der dominikanische Laienbruder und Theologe Lemmen eigentlich, etwa für den genannten Deus? Katholische und evangelische Kirchengemeinden, deutsche Integrationsvereine, Kulturzentren und erst recht unsere kommunalen Institutionen sollten ihre Räumlichkeiten dem CIG e. V. beziehungsweise für einen solchen, demokratiegefährdenden Dialog nicht zur Verfügung stellen.

Mit einem Gott, der es jedem Vater gebietet, als walī muǧbir (Wali Mudschbir, Nötigender Heiratsvormund; Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang) seine jungfräuliche Tochter auch gegen deren Willen zu verheiraten, möchte ich als Sozialarbeiter und als ein Kollege und Nachbar von Einwanderern aus so genannten islamischen Ländern nichts zu tun haben (7). Den etwa in Indonesien vertretenen Schafiiten ist eine Form der weiblichen Genitalverstümmelung islamrechtlich verpflichtend vorgeschrieben, welche die Herrschaften Allāh, Miehl und Lemmen ja vielleicht rationalisieren und bagatellisieren mögen (8). Wie sehr müssen sich Deutschlands mutige Ex-Muslime durch „ihren“ islamverherrlichenden Minister Laschet missachtet fühlen.

„Das Gemeinsame soll herausgestellt, das Trennende nach Möglichkeit so erklärt werden, dass die gegenseitige Verständigung fortschreitet“ bekennt die CIG 1983 in ihrer Grundsatzerklärung. Daraus kann Zweierlei folgen. Entweder betreiben wir als Ex-Muslime oder sonstige Nichtmuslime jetzt auch walī muǧbir und schafiitische FGM. Oder wir „erklären“ den Düsseldorfer und Kölner Kindern und Jugendlichen walī muǧbir und schafiitische FGM so, dass wir alle uns irgendwie besser verstanden fühlen. Interreligiöses Wohlfühlen ist angesagt. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hat ausgedient, dafür verstehen wir uns jetzt.

„Religiöse Kontakte führen nach unseren Erfahrungen nicht zur Religionsvermischung, dem sogenannten Synkretismus, sondern eher zur Vertiefung des eigenen Glaubens“ sagt die CIG über sich selbst, was heißen mag: Den Christen ihr Grundgesetz, den Muslimen ihre Scharia. „Mitglieder der CIG sind allerdings davon überzeugt, dass Christen und Muslime den gleichen Gott anbeten.“ Dass jeder Mensch zur Religion berufen ist glauben wir ja auch, doch halten wir die Scharia für kulturellen Rassismus und das Kopftuch für ein antimodernes Kriegszeichen. Solange dieser Verein den zwangsverheiratenden, töchtertauschenden, Hände abhackenden und Ehebrecher steinigenden Allahgott der Scharia mit dem Gott des Jesus von Nazareth verwechselt, möchten wir jedem säkularen Muslim den Austritt aus der CIG ans Herz legen und jedem säkularen Christen sowieso. Mir scheint allerdings, dass heute und nach diesen Kriterien niemand aus der CIG austreten muss.

Zum erwähnten, die universellen Menschenrechte großzügig übergehenden Abrahamsfest schnappt man sich ein paar echte Juden, drapiert Kopftuchfrauen drumherum, pflanzt einen Friedensbaum (Libanonzeder versteht sich) oder lässt einen möglichst wichtigen Politiker sein Gesicht in die Kamera recken. Dazu sinniert der Pressereporter: „Die Abrahams-Religionen … Toledo kann überall sein … Mit Abraham über Grenzen gucken … im mittelalterlichen Toledo leben jüdische, christliche und muslimische Bürger friedlich zusammen (9).“ Kritik am mittelalterlichen, kulturrassistischen Apartheidsstaat von Andalusien ist nicht länger vorgesehen, hier und heute geht es schließlich um Höheres.

Die Zweckentfremdung des mythischen jüdischen Stammvaters zur Bagatellisierung der grundrechtswidrigen und frauenfeindlichen Scharia hat auch in Bielefeld Konjunktur. Dort lässt man die Freundin der islamrechtlich steinigenden Diktatur von Teheran Hamideh Mohagheghi (Lehrbeauftragte der Universität Paderborn zu »Religion des Islam« für evangelische und katholische Lehramtsstudenten) ebenso reden wie den mit dem Scharia-Islam kuschelnden Tübinger Karl-Josef Kuschel: »Kinder Abrahams. Konsequenzen für Juden, Christen und Muslime« (10).

Der Großmeister der als Trialog etikettierten Doktrin der Islambeschwichtigung Karl-Josef Kuschel ist Autor von »Streit um Abraham: Was Juden, Christen und Muslime trennt – und was sie eint« (2001), »Juden – Christen – Muslime: Herkunft und Zukunft« (2007) sowie »Weihnachten und der Koran« (2008). Kuschel verteidigt im Namen einer schrecklichen „antiislamischen Stimmung“ bedrohten „kostbaren Dialog- und Begegnungskultur“ das Lehrerinnenkopftuch der Fereshta Ludin und kämpft mit Zähnen und Klauen gegen die deutschen Verbote des Lehrerinnenkopftuches (11). Das Kopftuch, so flunkert der Tübinger Katholik über den sexistischen Hidschab, sei ein „privates religiöses Symbol“, Deutschlands Kinder hätten gefälligst die „Andersheit anderer Kulturen“ zu erlernen.

Nach den „Konsequenzen“, die sich aus Imam-Ehe, walī muǧbir, ḥiǧāb, ḥisba und niḍām islāmī für den säkularen Rechtsstaat ergeben, fragt Professor Doktor Kuschel gar nicht erst. Man kassiert Gelder von der Europäischen Union und von der Deutschen Bundesregierung (Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), lässt auf der Internetseite bielefelder-abrahamsfest ein Exemplar der Spezies Islamweibchen auftreten das heißt eine in den persisch pardā arabisch ḥiǧāb genannten Stoffkäfig gesperrte lächelnde Frau. Demnächst ja vielleicht mit niqāb, Gesichtsschleier. Auch das Bild der Ganzkörperverschleierten fordert unseren „Respekt“ für die hoch politische Botschaft: Lasst das Lehrerinnenkopftuch zu!

Die Kölner Pfarrerin Dorothee Schaper von der evangelischen Melanchton-Akademie oder ihre katholische Kollegin aus der selben Stadt Melanie Miehl nehmen auf einer rheinischen Dialogbühne bevorzugt dann Platz, wenn eine muslimische Kopftuchfrau (die im Eifelstädtchen Mayen geborene Ex-Katholikin Rabeya Müller tut`s zur Not auch) neben ihr zu sitzen kommt. Eine „trialogisch“ hinzugezogene Aktivisten einer Synagogengemeinde mit jüdisch-frommer Wollmütze (shaytl; darüber womöglich stirntikhl) rundet den theozentrischen Anblick „abrahamisch“ ab und schüchtert etwaige Unbotmäßige erfolgreich ein. Von dem Schmerz und der Schuld von Auschwitz profitiert der politische Allāh, man sollte auch jüdischerseits von einer Instrumentalisierung des Judentums sprechen.

Jüdische radikale Frauenverschleierung gibt es inzwischen auch, seitdem Frau Bruria Keren die „Frumka“, eine burqa-ähnliche Ganzkörperverhüllung (Jewish Burka) für ihre weiblichen Sektenangehörigen propagiert. Religionspolitik als die Machtergreifung des Kriegerbundes jedenfalls Männerbundes, eine Jahrtausende alte Dynamik, die den Himmel männlich und patriarchalisch verwaltet, heute eben mit Schützenhilfe der burkatragenden Jüdin Bruria Keren und der Kölner Laiendominikaner der Christlich-Islamischen Gesellschaft.

Deutschlands Dialog oder Trialog mit dem Islam verwendet zauberhafte Musik und entrückenden Tanz, der Einsatz der Seite des gelegentlich als islamische Mystik getarnten Sufi-Gesetzesislam ist da unverzichtbar, man erinnere sich an Rumi-Bewunderer Ban Ki Moon (Sägefisch 110.). Den mystischen Islam des Rheinlandes aber beherrscht noch vor Hassan Dyck ein Anderer.

Dyck ist Gründer der Osmanischen Herberge im Eifeldorf Kall-Sötenich und gehört zur Naqšbandiyya-Tradition, deren Subtradition sich als Goldene Kette (Golden Chain) auf den brutalen Feldherrn, Auftragsmörder und Staatsgründer Muḥammad zurückführt (12). Dyck ist damit in angeblich spiritueller Gehorsamstreue dem Schariafreund Nazım Kıbrısi („Nāḍim von Zypern“) d. i. šaiḫ Mehmet Nâzım Adil al-Haqqani verpflichtet.

Nein, wesentlich einflussreicher als ein Herr Dyck ist im regierungs- und kirchenseits bezuschussten rheinischen Dialogbetrieb der in Königsberg geborene Muslim und Schech (Scheich) Aḥmad Dultz. Der gebürtige Ostpreuße, der beliebt, sich mit Schech Bashir anreden zu lassen, vertritt in Deutschland die alte nordafrikanische aṭ-ṭarīqa aš-šāḏilīya, die Schadhiliyya-Tradition mit einem wie selbstverständlichem Machtbewusstsein. Am 16. Juli 2006 weilte Scheich Dultz als Vertreter der Deutschen Muslim Liga Bonn auf Einladung der Familie von Hohenzollern-Sigmaringen auf Schloss Namedy bei Andernach.

Frau Prinzessin Heide von Hohenzollern schätzt interreligiöse Friedensgebete im Rahmen ihrer Aktion Kunst im Park, wogegen gar nichts einzuwenden wäre, wenn sie sich ebenso engagiert gegen islamischen Fundamentalismus, Kopftuchzwang und Scharia positionieren würde. Europas an seiner Funktionseinbuße möglicherweise leidender Hochadel muss sehen, wo er bleibt, und sind die Saudiprinzen nicht auch Hochadel? Kritiker am repressiven Herrschaftskult gibt es bei den Trägern gräflicher und fürstlicher Namen wohl ebenso selten wie unter Europas christlichen Klerikern. Macht … macht gierig nach mehr.

Als Epizentrum der Islamisierung zu nennen ist in Bezug auf die so gerne den tanzenden Derwischen zusehenden rheinischen Pastoren und Pfarrer das beim mittelrheinischen Neuwied gelegene Bendorfer Forum für ökumenische Begegnung und interreligiösen Dialog. Die Rüsselsheimer Pfarrerin Dr. Annette Mehlhorn leitet das in seinen Vorgängerinstitutionen viele Jahrzehnte alte, aus der Katholischen Frauenarbeit stammende heutige Bendorfer Forum. In Großbritannien gibt es mit Ammerdown Park (nahe bei Bath oder Radstock, Somerset) eine wesensverwandte Bildungsstätte, „Schech Baschir“, weniger romantisch: Staatsbürger Dultz und seine Sufis gastieren von Zeit zu Zeit in Ammerdown Park.

Ein Rabbiner ist auch in England rasch gefunden und Kopftuchdressur und Schariastaat werden ebenso trireligiös abgesegnet wie im auf den Hügeln über dem Neuwieder Becken, im einst nach der katholischen Sozialaktivistin Hedwig Dransfeld benannten Haus mit der Adresse Im Wenigerbachtal 8-25, 56170 Bendorf: „Zu den wichtigsten Partnern gehören bis heute das Leo-Baeck-College in London, das Centre for the Study of Islam and Christian-Muslim Relations an der Universität Birmingham und die Deutsche Muslim-Liga Bonn.“ Jüdisches College, christliche Islamfreunde und die Bonner Muslim-Liga. Sich gleich aus drei Richtungen heranschleichend wird man den Geist Abrahams doch wohl ergreifen können.

Deutschland 2009. Wie in den deutschen Jahren nach der Gründung des Zweiten Reiches (1871) beginnt eine fundamentalistisch verkitschte, eine neoromantisch vergoldete Logik der Angstleugnung und enthemmten Nutzbarmachung, eine Kultur der Schaufensterveranstaltungen und Hinterzimmerabsprachen Europas klerikale und politische Kaste zu durchwuchern. Die Moleküle schwenken ein wenig um und ordnen sich neu. Entrückte schwafeln von „durch Deutschland muss ein Ruck gehen“, die Durchtriebeneren vom „Change-Prozess.“ Vom wenig ernst gemeinten Revoluzzertamtam (attac, JuSo, linke Kirchentagsbewegung, Gregor Gysi) politisch ganz links bis hin zur rechtskonservativen Gegenmoderne (Eva Herman, Lebensschützer, Kreationisten einschließlich Harun Yahya, VIKZ, Milli Görüş) wird jede Nutzergruppe bedient. Doch ein Kristallgitter bleibt erhalten, wenn Linksextreme wie Sabine Schiffer oder Beate Sträter für Sayyid Quṭb werben, wenn der Nürnberger Chor der Gewerkschaft ein Lied für die Burka singt oder wenn die Kölner Klerikerinnen Dorothee Schaper und Melanie Miehl die Scharia und das Kopftuch professionell verherrlichen. Europa ist dynamisch, elastisch, gibt nach, verändert sich. Ein Koordinatensystem verändert sich nicht: der Islam, die nach dem qurʾān (3:110) Beste aller Gemeinschaften.

Nun zu Melanie Miehl, zitiert nach »Frauen und Islam« bei Migration online 2005 neuveröffentlicht und erstmals gehalten auf dem Seminar Islam in der Arbeitswelt im Dezember 2001.

In islamischen Rechtsbüchern befassen sich einige Kapitel mit den besonderen Zuständen der Frau, die mit der weiblichen Biologie zusammenhängen. Das sind Menstruation, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit. Für diese Situationen gelten Einschränkungen bei den rituellen Verpflichtungen. So ist zum Beispiel im Ramadan den schwangeren, stillenden Frauen und auch menstruierenden Frauen das Fasten untersagt. Allerdings besteht die Pflicht, solche versäumten Fastentage im Laufe des Jahres nachzuholen oder ersatzweise Arme zu unterstützen. Im zehnten Jahrhundert waren die Einschränkungen ein Argument für die ohnehin frauenfeindlichen Gelehrten zu sagen, Frauen seien religiös nicht ganz vollwertig. Ganz anders sieht das natürlich die islamische Frauenbewegung, die es inzwischen gibt. Hier heißt es, diese Einschränkungen seien eine Gnade Gottes, da die Frauen angepasst an ihre biologischen Rhythmen leben können und in bestimmten biologischen Zusammenhängen Verpflichtungen entfallen.

Bemerkenswert, dass auch die interkulturelle Melanie Miehl nicht behauptet, die „islamische Frauenbewegung“ würde sich gegen die Scharia aussprechen. Bedauerlich hingegen, dass Miehl eben dieses weder vermisst noch uns verrät, wen sie denn für die „islamische Frauenbewegung“ hält. Vielleicht die 1947 im iranischen Hamadan geborene, orthodoxe und gottesstaatlich ausgerichtete Marionette des Mullah-Regimes Schirin Ebadi (Šīrīn ʿIbādī) oder die 1940 im marokkanischen Fès geborene, heute kläglich in die Enge getriebene Fatima Mernissi (Fāṭima Marnīsī)? Oder aber die reaktionäre Nādiyya Yāsīn (frz. Nadia Yassine) von der schariatreuen Bewegung „Al-ʿadl wa l-iḥsān – Gerechtigkeit und Wohlergehen“?

Nādiyya Yāsīn ist Tochter von ʿAbd as-Salām Yāsīn (frz. Abdessalam Yassine), dem im Jahre 1928 in Marrakesch geborenen panislamistischen Intellektuellen (13). Islamist Yāsīn frz. Yassine gründete mehrere Zeitschriften, die eine vollumfänglich implementierte Scharia fordern (Allahkratie), eine davon wurde vom marokkanischen König verboten, mehrfach wurde die noch nicht ausgelieferte gesamte Ausgabe beschlagnahmt. Heute redet seine Tochter Nādiyya frz. Nadia von „Demokratie“ (so ähnlich tat das auch al-Maudūdī und sprach vom „demokratischen Kalifat“) wenn sie die Monarchie kritisiert … sprich als unislamisch kritisiert. Die Europäer feiern Frauen wie Yāsīn oder Mernissi als Demokratinnen, vor allem die kulturrelativistischen „Feministinnen“ tun das.

Schirin Ebadi funktioniert als das Werbemaskottchen der Mullahs. Man mag es niemandem gönnen, in der islamisch-religiösen Diktatur zu leben, doch ihre im Staatsterrorismus vielleicht überlebenswichtige Werbung für die reine Scharia kann und darf uns außerhalb des Iran lebende Weltbürger nicht überzeugen. Die irgendwie frauenfreundliche Richterin begann ihre Karriere bereits vor 1979 also unter dem bestialisch folternden Schah. Die auf die radikale Islamisierung des Landes folgenden dreißig Jahre ist Ebadi zwischen Fernsehshows, Theaterbühnen und iranischen Gefängniszellen herumgewirbelt, in letzteren saß sie auch mal ein, hat sie da ein wenig von Frauenrechten und dort ein wenig von Menschenrechten geredet und findet Islam und Scharia einfach hervorragend. Bewirkt hat sie oder jedenfalls hat das Schreckensregime von Teheran in dieser langen Zeit nicht die Umsetzung der universellen Menschenrechte, sondern etwas anderes, nämlich dem Rest der Welt eine Islam-Diktatur mit menschlichem Antlitz zu verkaufen.

Kann doch alles nicht so schlimm sein in der Ǧomhūrī-ye Eslāmī-ye Īrān, wenn eine adrette Frau Ebadi vor laufenden Kameras von Freiheitsrechten redet. Deutschlands linken Gutmenschen um die antiimperialistische Sabine Schiffer (vgl. Sägefisch Nr. 134.) oder die evangelische Beate Sträter (vgl. Sägefisch Nr. 087.) ist die Existenz von Schirin Ebadi zur Aufrechterhaltung des Feinbildes USA-Israel dienlich, die weniger revolutionär und eher monetär orientierten Germanen betrachten Ebadi weniger als Friedensengel denn als Lottofee, sie legen Wert auf den Īrān als Handelspartner. Den Friedensnobelpreis gönnen der Gutesten dann beide deutschen Fraktionen. Islam verbindet.

Deutschland, Hafenamt. Lieferung, Kran. Zielort Iran. Nicht militärisch nutzbar. Eigentlich. Auch nicht als Baugerüst für Schahab-4-Raketen. Und falls doch, ich bitte Sie, dann doch nicht von einer krankaufenden Firma, die gar nicht mit dem Militär zusammenarbeitet. Das gewaltige Edelstahlobjekt brachte Deutschland 600.000 € in die Kasse. Schiff gerade ausgelaufen, tuuut. Was Sie nicht sagen, die Firma Mizan Machine steht auf der Schwarzen Liste als Kooperationspartner der Armee? Möchten Sie etwa dem Boot hinterherschwimmen (14)? Wird schon werden, Sie sollten es mit Jürgen Micksch halten und Ihr „Islambild verändern“.

Der vom Gottesliebling (Muḥammad) gestiftete Kerker der Angst, welchen Sunna-Zwangshandeln und Scharia-Doktrin seit tausend Jahren gegen jeden Fremdeinfluss versiegelt haben, muss gesprengt werden, will sich der Islam mit der kulturellen Moderne beziehungsweise der freiheitlichen Demokratie versöhnen. Den Kulturrassismus der Scharia lediglich, wie es die CIG und Melanie Miehl handhaben, „schön zu erklären“, zu rationalisieren, ist weder aus pädagogischer noch aus staatsbürgerlicher Sicht hinnehmbar. Religiöse Säkulare sollten jede Spielart der gehorsamspflichtigen Sexualisierung des Religiösen als von Patriarchen und patriarchalen Weibchen betriebene sakral-repressive Obszönisierung zurückzuweisen. Ich weiß, jetzt kommt das „Es gibt keinen Zwang im Glauben“ – was nur bedeutet: Solange du dich noch gezwungen fühlst, bist du nicht gläubig genug! Im Islam heißt Gläubigkeit Pflichterfüllung. Eine autonome Lebensführung stört die Orthopraxie. Folgerichtig wollen die der Muslimbruderschaft, der FIOE oder der Millî-Görüş-Bewegung nicht fern stehenden deutschen Islamverbände verhindern, dass die Spezies Muslim-Frau so leben kann wie eine wirklich in der völligen (sexuellen, beruflichen, religiösen, politischen) Selbstbestimmung angekommene Staatsbürgerin. Das Zeichen für diesen Krieg ist das Kopftuch.

Das Kopftuch sagt: Ich bin keinesfalls lesbisch und ein schwuler Sohn wäre mir und Allāh ein Gräuel. Die realen nichtkopftuchtragenden oder kopftuchtragenden Lesben werden eben „arrangiert verheiratet“ sprich zwangsverheiratet (kismet, arab. qadar), denn auch ein Leben als Single ist von Allahgott nicht vorgesehen.

Der Islam muss sein Wohlverhaltensdiktat aufgeben, das die vorislamische, womöglich oftmals brutale Stammeskultur fortgesetzt und teilweise verschärft hat. Die Jungen und Mädchen auferlegte Dressur, den weiblichen Körper und den menstruierenden weiblichen Körper mit geheiligtem Ekel (Lieben für Allah, Hassen für Allah) zu befrachten, wird die Seite der nachhaltigen (damit auch: die freiheitlich demokratische) Erziehung und Sozialarbeit als eine persönlichkeitsverzerrende, demokratieverhindernde Sexualmagie zurückweisen müssen.

Das gewaltsame Unters-Kopftuch-Drängen (Belästigungsdschihad) durch Sätze wie „Jedes Haar, was man sieht, verwandelt sich in der Hölle in eine Schlange“ ist keine schulfähige Religionspädagogik. In diesem Sinne darf uns der etwas auffällige Kopftuchverzicht der Damen Lamya Kaddor und vor allem Emel Abidin Algan nicht die Sicht auf die Doktrin des ḥiǧāb vernebeln. Wir kennen Töchter, die auf Druck ihrer Familie verheiratet werden, auch mit dem Cousin, wir kennen Frauen, die das Haus kaum noch verlassen dürfen, wir erleben als Jugendarbeiter muslimische Aggression gegen Nichtfastende und andere Gehorsamsverweigerer.

Es wird allerhöchste Zeit, dass wir Pädagogen und Sozialpädagogen die täglich erlebten Folgen der durch DİTİB, Millî Görüş oder ZMD geforderten Jungen- und Mädchenerziehung dem Bereich der »Ekklesiogenen Neurosen« zurechnen (15). Wir dürfen die erziehungsbedingte beziehungsweise durch die Koranschulen verstärkte, nicht selten erhebliche, krankheitswertige Abweichung des Denkens, Fühlens und Handelns als »Islamogene Neurose« definieren.

Für Islamkonvertiten wie auch für die von Kindheit an muslimisch Sozialisierten erschwert dabei der kalkuliert antisoziale Zug des Islam den Ausstieg aus dem Tugendgefängnis. Die geheiligte Meidung gilt eben nicht nur den Nichtmuslimen, sondern auch deren Verhaltensweisen: „Wer sich so verhält wie ein Ungläubiger, ist einer von ihnen.“

Hier hätte der christlich-islamische Dialog eine Aufgabe, Wohlfühlveranstaltungen mit dem Freundeskreis von Aiman Mazyek, Ayyub Axel Köhler, Rabeya Müller, Bekir Alboğa und Mustafa Cerić werden dabei allerdings zu beenden sein. Sarkastisch gesagt werde der weibliche Leib mit klerikaler Mitwirkung bitte weiterhin islamisch tabuisiert und dämonisiert, längst nicht ausschließlich von der Kairoer al-Azhar ausgehend, sondern von Duisburg-Marxloh und Köln-Ehrenfeld. Es lebe das politische Hymen und das dieser Membran entsprechende textile, kopfbedeckende Jungfern- oder Ex-Jungfern-Häutchen, Feridun Zaimoğlu nennt es Schamtuch. Das Tuch auf eben jenem weiblichen Haar, das im orthodoxen Islam immer ein wenig nackter sein muss als das männliche Haar.

Das Hymen ist die in einer rituellen Vergewaltigung (islamische Hochzeitsnacht) mit dem angeblich männlichsten aller Körperteile zu zerstörende Membran, deren unzeitgemäßes Einreißen das Kalifat zum Einsturz bringen würde, weshalb die türkischstämmigen Mädchen von Brüdern und Tanten auf Schritt und Tritt zu kontrollieren sind. Die unverschleierten Mädchen sind in dieser Logik Schlampen ehrloser (islamverweigernder) Familien, die man zum Üben benutzen kann sprich zum Sex, fallweise auch erzwungen.

Bei der Religionsausübung fällt auf, dass Männer und Frauen getrennt – meistens räumlich getrennt – beten. Quellen der muslimischen Frühzeit belegen, dass das zu Lebzeiten des Propheten nicht der Fall war. Im Hof des Propheten wurde gemeinsam gebetet, die Männer vorne und die Frauen dahinter.

Wir sollen uns also verstärkt dem prophetischen Vorbild zuwenden, den Gefährten des Muḥammad? Zur Lösung der gescheiterten Integration für alle Kölner Kamelle und eine Prise ʿaṣr as-saʿāda, Zeitalter der Glückseligkeit? Die Kamelle bitte nicht nur koscher, sondern ḥalāl.

Seit Jahrzehnten haben die neidischen Reaktionäre Allahs auf den technologischen und kulturellen sprich zivilisatorischen Fortschritt des nichtmuslimischen Teils der Menschheit mit dieser „Rolle rückwärts“ reagiert, mit der Politikwerdung der Bewunderung der ʿaṣr as-saʿāda (vgl. türkisch saadet). Das ist durchaus orthodox, da nur die Nachahmung (taqlīd) der orthopraktischen Vorgaben der Autoritäten deiner Rechtsschule (maḏhab) dich, vielleicht, aus der ewigen Verdammnis retten kann und ein anderes Vorbild für Gottgefälligkeit und Sittlichkeit als das vom Propheten gelebte durch nach Großmufti Mustafa Cerić aus Sarajevo „unveränderliche und unverhandelbare“ Scharia verboten ist, wie er in »The challenge of a single Muslim authority in Europe« klarstellt.

Dort ordnet Cerić an: „Die Scharia ist das ewige Prinzip, auf dessen Basis wirklich jede Generation von Muslimen das Recht und die Pflicht hat, ihre Urteile über Gut und Böse aufzubauen sowie, zeitangepasst und erfahrungsabhängig, richtig und falsch zu benennen. … Das persönliche Glaubensbekenntnis (aš-šahāda. Schahada) und die gemeinschaftsbezogene Sitten- und Pflichtenlehre (aš-šarīʿa, Scharia) müssen in der Anwendung der Führerschaft (al-imāma. Imamat) ihren Ausdruck finden. Dieses Führertum, dieses Imamat ist der menschengemäße Weg der Selbstzucht und dienstlichen Treue den Werten und Gütern der Zivilgesellschaft gegenüber (16).“

Europas halbbewusst säkularisierte Christen wie Kuschel, Lemmen und Miehl glauben ja vielleicht, mit ihrem Trialog ein Vertiefen spiritueller Kultur zu erzielen, der wesentlich handfestere Großmufti redet von der geheiligten islamischen Statthalterschaft, vom Sonderrecht. Als hochrangiger orthodoxer muslim betreibt Mustafa Cerić die Rechtsspaltung Europas.

Wie erwähnt kooperiert die als gemeinnützig anerkannte Christlich-Islamische Gesellschaft ganz bewusst mit Mustafa Cerić vom in Dublin ansässigen radikalislamischen ECFR. Ob das denn wirklich so anerkennenswert gemeinnützig ist, mögen die folgenden Worte des Bosniers erhellen, die der bei Jörg Lau zu findenden »Declaration Of European Muslims« entstammen. Für alle muslimūn Europas, so heißt es da (interkulturell, trireligiös), soll künftig das islamische Personenstandsrecht gelten: „Es gilt, den Weg für das Muslimische Recht im Bereich des Personenstandsrechts freizumachen, beispielsweise ein implementiertes Muslimisches Familienrecht zu gewährleisten (17).“

Wir wollen das natürlich nicht, wir wollen ein einheitliches, säkulares Recht für alle, für alle Männer und Frauen jeder Nichtreligion, Ex-Religion oder Religion, und deshalb haben wir dem orthodoxen sprich politischen Islam des bosnischen Großmuftis Einhalt zu gebieten. Sein frauenentrechtendes Kalifat möge Cerić nicht in Deutschland aufbauen dürfen und hoffentlich auch nicht in Bosnien.

Diffus orakelt Melanie Miehl über menschenrechtliche namentlich frauenrechtliche Misstände des Islam, die angeblich allesamt unislamischer Herkunft seien. Die Kölner Katholikin verwendet den angeblich frauenfreundlichen Koran und die fehlerfreie Urgemeinde gegen allerlei ebenso angeblich erst in späteren Jahrhunderten in den Islam eingedrungenes Unrecht.

Mit diesem Lobgesang auf den reinen, makellosen Ur-Islam schafft man sich unter radikalen Muslimen vermutlich keine Feinde. Den nichtmuslimischen oder muslimischen Islamkritikern macht Melanie Miehl ziemlich schuldhaft das Leben beziehungsweise Überleben schwer. Die wie zufällig mit dem Parteiprogramm der an Necmettin Erbakan orientierten türkischen Saadet Partisi (Partei der Glückseligkeit, Parteizeitung: Millî Gazete) bestens kompatible Koranverehrung geht weiter:

Insgesamt gibt es also aus dem Koran heraus eine religiöse Gleichwertigkeit der Geschlechter. Daraus leitet sich aber keine Gleichberechtigung der Geschlechter ab. An das männliche und weibliche Geschlecht sind unterschiedliche Anforderungen und Erwartungen hinsichtlich der Lebensführung geknüpft.

Sehr geehrte Frau Miehl, zum 01.07.1958 ist für alle Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland das Letztentscheidungsrecht des Ehemannes in allen Eheangelegenheiten ersatzlos gestrichen worden.

Gerät Koranfreundin Melanie Miehl bei der Schwärmerei für das Medina-Modell Artikel 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland als aus dem Blick? Da heißt es

»(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.«

Das ewig reichlich willkürlich bleibende, keine Rechtssicherheit bietende Islamische Recht ist schlicht verfassungswidrig. Ach, und was hat das Dritte Reich doch nicht alles für „Erwartungen hinsichtlich der Lebensführung geknüpft“ (Miehl)? Knüpfen klingt ja so niedlich, verspielt und kreativ.

Der Islam hat die Frau überhaupt erst zum Rechtssubjekt gemacht.

Falsch, es war die arabische Unternehmerin Ḫadīğa bint Ḫuwaylid („Chadidscha“), die dem fünfzehn Jahre jüngeren Karawanenführer den Heiratsantrag machte. Der Erwählte schaffte diese Möglichkeit nach dem Tode seiner Frau allerdings ab, auf Anordnung Allahgottes, wie er es nannte. Sehr geehrte Frau Miehl, Sie sollten Ihre Islamstudien intensivieren.

Als eigenständiges Rechtssubjekt ist die Frau nicht länger ein Objekt, das gehandelt, als Braut verkauft wird. … Der Koran schafft auch den Brautkauf ab, der im vorislamischen Arabien üblich war.

So ein Unsinn, die Frau kann ohne Heiratsvormund nicht heiraten. Islamwissenschaftlerin Miehl verschweigt uns ferner den walī muǧbir. Oder sie kennt den wali Mudschbir nicht, es gibt schließlich sehr unkundige Ausbilder von Islamwissenschaftlern und folglich oft noch unbrauchbarere Islamwissenschaftler. Vielleicht möchte Europa aber betrogen werden und hat Interesse am Einkauf möglichst dummer Islamwissenschaftler, die sich als Referent vulgo Mietmaul risikolos auf kirchlichen oder kommunalen Bühnen platzieren lassen. Es verwundert wenig, wenn der vom Erdöleinkäufer finanzierte islamwissenschaftliche Minnesänger die Schönheiten des Korans preist und die Wahhabiten gleich mit.

Allerdings ist die Rechtsfähigkeit der Frauen im Vergleich zu der des Mannes in bestimmen Bereichen eingeschränkt. So gibt es die Regelung, die es einer Frau untersagt, einen islamischen Staat zu führen.

Genau. Durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland nicht abgedeckt, auch nicht durch Artikel 4 Religionsfreiheit.

Daneben wird zum Beispiel die Zeugenaussage einer Frau vor Gericht anders gewertet als die eines Mannes. Das lässt sich aber nicht als eine Abwertung der Frau verstehen, sondern muss in einem komplexen System islamischen Rechts gesehen werden und lässt sich daraus erklären.

Halbe Aussage vor Gericht, das bedeutet, lax gesprochen, halbe Portion. Das iranische Blutgeld (diyya, pers. diyye) beziffert den geringeren Wert des Weibes, die Ayatollahs kennen den Islam. Frau Miehl bewertet diese Bewertung allerdings falsch, der Islam wertet die Frau emotional und eben auch rechtlich ab und wir dürfen beides nicht zulassen.

Was Ehe und Scheidung angeht, ist es wichtig zu wissen, dass das islamische Eheverständnis ein anderes ist als etwa das katholische.

Talaq, talaq, talaq (18). Und die Verstoßene kann, sofern der Bio-Clan sie zurücknimmt bzw. leben lässt, einen Mann geringeren Ansehens heiraten. Andernfalls kann sie als Nutte leben, im Kalifat ist schließlich jeder nützlich, und sei es als schlechtes Beispiel.

Das muslimische Eheverständnis kommt eher an das protestantische heran. Luther hat ja die Ehe als weltlich Ding bezeichnet. Es geht um den Abschluss eines Vertrages.

Die islamische Ehe ist nicht nur Recht (aš-šarīʿa, Scharia), sondern die einzige sozial wie religiös akzeptierte Weise ehrbarer Sexualität. Die schariakonforme Familie, die islamische Ehe (an-nikkāḥ) und der vollzogene Koitus nebst nachfolgender Geburt eines Kindes nämlich vor allem eines Sohnes bilden den Nukleus des niḍām islāmī (türk. Nizam İslâmi), der einzig schützenswerten Lebensweise. Nur sie führt, vielleicht, in die ewige Gottesnähe.

Es stimmt, die Ehe ist ein von den männlichen Vertretern ausgehandelter Vertrag – dessen Verweigerung dich in die Höllenflammen führt. Die islamische Ehe als nicht der Religion zugehörig zu bezeichnen ist taqiyya, bewusste Lüge, und dient der daʿwa, der Islambewerbung. Im islām gibt es überhaupt keinen weltlichen Bereich! Seit der Zeit des im Jahre 1111 verstorbenen Abū Ḥāmid Muḥammad bin Muḥammad al-Ġazālī, so dürfen wir sagen, ist jeder Bereich des menschlichen Zusammenlebens Teil der šarīʿa, auch der kleinste Handels- oder Kaufvertrag. Alles hat schariarechtliche Bedeutung, welche, erfährst du per fatwā, durch Koranlektüre oder vermittels bezogener Prügel.

Die Lebensweise der Nichtmuslime ist geheiligt herabzuwürdigen, ökonomisch nutzbar zu machen, ihre Umgangsformen und ihr Sexualverhalten sind aus Sicht der islamischen Orthodoxie sittlich geringeren Wertes.

[Der islamische Ehevertrag] Zum Beispiel die Frage, ob die Frau später noch eine Berufstätigkeit anstrebt, ob sie bereit ist, mit ihrem Mann in dessen Heimatland zu gehen. … Man darf nur nichts vereinbaren, was gegen den Islam an sich verstößt.

Deswegen haben wir das Standesamt erfunden, das die Gleichberechtigung der Frau garantiert. Deshalb werben wir für die standesamtliche Eheschließung und gegen die Ehe beim Guru, Imam oder Voodoo-Zauberer. Frau Miehl hat uns unterschlagen, dass die trennungswillige Muslima ihre Kinder verlieren wird, die gehören nach Islamischem Recht der Familie des Ehemannes. Außerdem darf die Muslima keinen Nichtmuslim heiraten, auch das ist in Deutschland schlicht verfassungswidrig.

Dieser Vertrag wird zwischen Braut und Bräutigam geschlossen oder zwischen dem Bräutigam und dem Vertreter oder Vormund der Braut. Es ist aber so, dass keine Frau gegen ihren Willen verheiratet werden darf, eine solche Ehe ist ungültig.

Das glauben islamverliebte Katholikinnen in Köln, das wissen Frauen in Malaysia besser und das schreibt das dortige Familienministerium folgendermaßen (19)

»1. Ist das Einverständnis der Braut in ihre Verheiratung erforderlich?

Ja, für jede Heirat ist das Einverständnis der Braut erforderlich. Bei einer noch nie verheirateten Frau (Jungfrau) kommt das Einverständnis von ihrem wali mudschbir [Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang].

2. Kann das jungfräuliche Mädchen durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden?

Ein jungfräuliches Mädchen kann durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden, soweit die eheliche Verbindung sekufu [standesgemäß] ist und sie für die Braut keine dharar [Beschädigung] ihrer syarie [schariarechtlichen Verpflichtungen] darstellt.

6. Wer ist wali mudschbir?

Wali mudschbir ist der biologische Vater des Mädchens oder der Großvater väterlicherseits.«

Soweit der malaysische Staat. Und soweit auch zum Text »Frauen und Islam (20).« Miehl ist Vorstandsmitglied der CIG und war von 2003 bis 2008 Vorsitzende des Koordinierungsrates der Vereinigungen des christlich-islamischen Dialogs in Deutschland (KCID).

Jacques Auvergne

(1) Großmoschee Köln, Giordano an Schäuble. »Mir macht Angst, dass Sie so viel Verständnis haben«, FAZ vom 02.03.2008

http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc~E1F862BCA7EB24552AD27D6444ADF83B8~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(2) Da heult der Wolf, bei Muhsin Yazicioğlu

http://www.muhsinyazicioglu.org/

(3) Das Chamäleon der Islamisierung: Herbert Krawinkel, Nichtfreimauerer (?) und Ganzgroßimam (?) Mohammed Salim Abdullah; Preisverleiher an die nach Einfluss gierenden Dhimmis

http://www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2273&view=previous&

(4) Muhammed Salim Abdullah = Herbert Abdullah Krawinkel. Wikipedia Diskussion

http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Muhammad_Salim_Abdullah

(5) „Antiimperialist und Antirassist“ Rolf Wischnath verteidigt den geheiligten Mord des Genfer Reformatoren an Michel Servet im Jahre 1553. Zum islamkompatiblen Calvin-Kult des Jahres 2009. Jacques Auvergne

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/05/23/121/

(6) Gudrun Eussner. Zu: Christian Troll

http://www.eussner.net/artikel_2007-04-03_20-01-29.html

(7) Islamischer Wali Mudschbir plus islamisches Heiratsalter = islamische Ehe = Islam. Bericht zu Afghanistan von Theresa Schäfer: »Kinderbräute erwartet oft die Ehehölle«, Stuttgarter Zeitung vom 16.07.2009, man beachte den ausgezeichneten Kommentar von marti

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2129147_0_6120_-zwangsehen-in-afghanistan-kinderbraeute-erwartet-oft-ehehoelle.html

(8) Islamic FGM. Indonesiens islamrechtlich vorgeschriebene Mädchenbeschneidung

http://www.asianoffbeat.com/default.asp?display=1435

(9) Kinder fehlinformieren mit einem angeblich toleranten Andalusien: „Toledo kann überall sein … im mittelalterlichen Toledo leben jüdische, christliche und muslimische Bürger friedlich zusammen.“

http://www.mlks.marl.de/kubucha/abraham/06/pressedok.html

(10) Kuscheln mit dem Scharia-Islam: Karl-Josef Kuschel. Der Tübinger Schariafreund und Professor auf Deutschlandtournee, im Programm das Evangelium des Trialogs: »Kinder Abrahams. Konsequenzen für Juden, Christen und Muslime in Europa«

http://www.c-eichert.de/a/index.php?go=vo001.php

http://www.gcjz-minden.de/0339bc99960ea5804/0339bc9b300f1ca01/index.html

http://www.salvatorianerinnen.de/terminsache/details/?no_cache=1&tx_activitycal_pi1[eventid]=3

(11) Der Kopftuchprofessor. Kuschel billigt Fereshta Ludin. Kuschel pro Lehrerinnenkopftuch. Das Kopftuch sei ein „privates religiöses Symbol“, Deutschlands Kinder hätten die „Andersheit anderer Kulturen“ zu erlernen

http://www.phil.uni-sb.de/projekte/imprimatur/1998/imp980502.html

(12) Goldene Kette, Golden Chain

http://naqshbandi.org/chain/names.htm

(13) Abdessalaam Yassine

http://www.yassine.net/en/mishkate/pages/YOChapterDetailPage.aspx?BookID=15&isBook=OK&ChapterID=1&Lang=4

(14) Einen kleinen Kran für den lieben Iran

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,353161,00.html

(15) Eberhard Schaetzing: Ekklesiogene Neurose

http://de.wikipedia.org/wiki/Ekklesiogene_Neurose

(16) »The challenge of a single Muslim authority in Europe«, Mustafa Cerić: „The sharı¯’ah is the perpetual principle on the basis of which each and every generation of Muslims has the right and the duty to make judgments about good and evil, right and wrong, in the context of its time and space in accordance with its own experience. … The personal confession of faith (the shaha¯dah) and the collective moral commitment (the sharı¯’ah) must find expression in the practical function of leadership (the ima¯mah) as the human way of discipline and loyalty to the common good of civil society.“

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

(17) Mustafa Cerić (DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS) will die Rechtsspaltung Europas, für alle Muslime soll islamisches Personenstandsrecht gelten: „opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law.“ Dank an Jörg Lau

http://blog.zeit.de/joerglau/2006/12/01/erklarung-der-europaischen-muslime_62

(18) talaq

http://www.islamic-sharia.org/divorce-talaq/talaq-bain.html

(19) Malaysia. Wali Mujbir (guardian)

1. Is consent from the bride required before a marriage can be carried out?

Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian)

2. Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir?

A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu and the marriage will not bring dharar syarie to the bride.

6. Who is a Wali Mujbir?

Wali Mujbir is the natural father (father by birth) or grandfather on the father’s side.

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng

(20) Melanie Miehl: »Frauen und Islam«, Seminar Islam in der Arbeitswelt, 10.-14.12.2001

http://www.migration-online.de/beitrag._cGlkPTIzJmlkPTM0MzE_.html

Inhalt

31. Oktober 2009 von Jacques Auvergne

اسلامی نظام

niḍām islāmī,

Nizam İslâmi,

Ordnung (Staatsordnung) im Sinne des islām

Ḫuṭabat. Grundlagen des Islam

»Khutabat. Fundamentals of Islam« (1988) enthält als posthum angefertigte Textsammlung Auszüge aus Vorträgen des 1979 verstorbenen islamischen Theoretikers und pakistanischen Parteigründers al-Maudūdī (1). Gekürzt, aus dem Englischen übertragen und kommentiert von Jacques Auvergne

Pakistan 1941. Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gründete ein 38jähriger, 1903 in Aurangabad (Maharashtra, Indien) geborener Journalist und Prediger eine religiöse Partei. Das geschah in Lahore (Provinz Punjab), der Aktivist war Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī und seine missionarisch-elitäre Partei Jamaat-e-Islami (JI) besteht bis heute (2).

2002 trat die JI gemeinsam mit vier anderen islamistischen Parteien aus so unterschiedlichen Spektren wie Deobandi, Barelwi und Schiiten als Zweckgemeinschaft und Wahlbündnis namens Muttahida Majlis-e-Amal (MMA, Vereinigte Aktionsfront) zur Parlamentswahl an und stellt inzwischen in Pakistans Nordwestlicher Grenzprovinz (North-West Frontier Province, NWFP) die Regierung. Man vermutet 20 % der Pakistanis als Schiiten, die weltweit größte schiitische Gemeinschaft außerhalb des Iran. Die Hauptstadt der von 20 Millionen Einwohnern und zumeist von Paschtunen (Stichwort afghanische Burka) bewohnten Nordwestprovinz NWFP ist Peschawar, im westlichen Nachbarland Afghanistan tragen Pakistans Nordwestprovinz und die so genannten Stammesgebiete unter Bundesverwaltung (FATA) den Namen Paschtunistan oder Ostafghanistan. Im Februar 2009 wurde nach eineinhalbjährigem ǧihād der Ṭalibān gegen die pakistanische Armee, der die gezielte Zerstörung von Mädchenschulen zeitigte und die Flucht oder Vertreibung von Zehntausenden von Menschen, im NWFP-Distrikt Malakaland (Swat-Tal) die šarīʿa zur Gänze eingeführt (3), zwei Monate darauf im Distrikt Swat. In Swat Ehebruch nun mit Steinigung „islamrechtlich bewertet“ wird (4).

1997 hatte die mächtigste der islamischen Parteien Pakistans die Wahlen boykottiert, 2006 brachte sie, obwohl JI-Führer Qazi Hussain Ahmad von Pakistans Polizei angeblich zu seinem Schutz interniert worden war, in der Stadt Karachi 25.000 Menschen zu einer Demonstration gegen Gotteslästerung auf die Straße (5).

Frauen und Nichtmuslime sind in (Afghanistan und) Pakistan traditionell und praktisch so gut wie rechtlos, bereits seit 1986 gilt Blasphemie als Straftatbestand (Pakistanisches Strafgesetzbuch, Zusatz 295-C). Die Lage in Pakistan ist ebenso intransparent wie explosiv. Womöglich durch Terrorgruppen wie die Laschkar-e Taiba (sie wird mit den Angriffen auf Hotels, Krankenhäuser und Kultureinrichtungen im indischen Bombay am 26.-29.11.2008 in Verbindung gebracht) bereicherte rebellische traditionelle Stammesführer im Westen proben kleine und mittlere Sezessionskriege oder fordern und bekommen die šarīʿa. Präsident Musharraf wird auch in den Großstädten politisch von (noch) Radikaleren in die Enge getrieben. Und irgendwo stehen potentiell jederzeit hunderttausendfachen Tod bringende Atomraketen herum.

Bei einer derartigen Vielfalt und Dynamik an Brutalität, wie sie das Pakistan dieser Jahre bestimmt, der tödliche Anschlag auf Benazir Bhutto in Rawalpindi (Provinz Punjab) am 27.12.2007 wurde weltweit zum Sinnzeichen dieses Schreckens, könnte man den Parteigründer und islamischen Theoretiker al-Maudūdī leicht übersehen.

Das weltweit viel gelesene Werk »Khutabat. Fundamentals of Islam« (Ḫuṭabat. Grundlagen des Islam) wurde aus den Predigten des konsequenten islamischen Denkers sprich islamischen Staatstheoretikers erst nach dessen Tod zusammengestellt und erschien im Englischen im Jahre 1985 als »Let us be Muslims.«

Britischer Herausgeber war die in Leicester (‘lɛstə) ansässige Islamic Foundation, die gemeinsam mit der in derselben mittelenglischen Großstadt (290.000 Einwohner) niedergelassenen UK Islamic Mission, im Netz www.ukim.org, den britischen Zweig der JI darstellt. Als Übersetzer ins Englische betätigte sich Khurram Murad (1932-1996), mit dem der Deutsche Konvertit Ahmad von Denffer (www.muslimehelfen.org) zwischen 1978 und 1984 zusammenarbeitete. Der 1949 im niederrheinischen Mönchengladbach als Kind einer baltendeutschen Familie geborene Ahmad von Denffer veröffentlichte zwischen 1995 und 2005 zehn seiner religiösen Schriften beim der Muslimbruderschaft zuzurechnenden Islamischen Zentrum München.

Der Titel der neun Jahre nach dem Tod des „Meisters“ (Maulānā, türkisch Mevlana) herausgegebenen Textsammlung weist auf das Wort Chutba (ḫuṭba) hin, wie wir es aus dem Begriff für die islamische Freitagspredigt kennen. Im frühmittelalterlichen ersten Jahrhundert des politischen islām wurden in der solcherart verstandenen ḫuṭba auch die militärpolitischen Befehle ausgegeben. In späteren Jahrhunderten mögen, vorbehaltlich der menschenrechtswidrigen und „ewigen“ Grenzen der šarīʿa, moralisch orientierte Appelle nach Selbstvervollkommnung überwogen haben. Heutzutage werden auch Predigten für die Zeit des Freitagsgebetes geschrieben, die kluge Lebenshilfe enthalten, nach wie vor gilt allerdings auch in Deutschland der angeblich von Allah gewollte Schariavorbehalt.

Eher selten werden in Freitagspredigten alle Nichtmuslime als stinkende Nachkommen von Affen und Schweinen bezeichnet oder es wird im Jahre 2005 durch engagierte Muslime wie Herrn David Mitterhuber vom Multikulturhaus im bayerischen Neu-Ulm („Wenn keine Fremden dabei sind, predigt Mitterhuber den Dschihad. Das Töten und Sterben im Auftrag Allahs“) zum soziopolitischen Saubermachen aufgerufen (6). Zwei Jahre später ist Mitterhuber immer noch politreligiös aktiv als Leiter des Islamischen Informationszentrums (IIZ). Im Umfeld des IIZ warb man Kämpfer nach Tschetschenien und lässt sich in pakistanischen paramilitärischen Trainingslagern zu einem Soldaten Allahs ausbilden, während an der süddeutschen innenstädtischen Schaufensterscheibe der Aufkleber „Islam heißt Frieden“ prangt (7). Ein bemerkenswertes Friedensverständnis ist es allemal.

Nach al-Maudūdī muss der politischen Macht Allahgottes nicht nur als Gesetzgeber (Souverän) jedes Gemeinwesens, sondern auch als Herrscher durch jeden muslim zum Durchbruch verholfen werden, jede andere Staatsform (islamische Lebensweise) sei Verrat an der Tugend und Beförderung der Wirkmacht des Teufels. Demokratie ist für radikale Muslime eine „Ungerechtigkeit“. General Ḍiyāʾ ul-Ḥaqq (Zia ul-Hakk), Pakistans Regierungschef zwischen 1977 und 1988, genoss das Wohlwollen des Theokraten al-Maudūdī.

Zwei Jahre vor der Islamischen Revolution im Iran (1979) implementierte Putschist Ḍiyāʾ ul-Ḥaqq die vollumfängliche šarīʿa (dem Dieb die Hand religiös abhacken und andere ḥadd-Strafen) und sprach vom islamischen »System« (nizam). Das beispielsweise ins Türkische eingegangene Wort Nizam bedeutet Staatsordnung oder Gesellschaftsvertrag (an-niḍām) und wird weltweit islamisch-revolutionär verstanden, letztlich ist bereits die frühmittelalterliche Staatsgründung von Medina die erste Islamische Revolution. Die 1971 gegründete und nach dem Militärputsch bereits im Folgejahr verbotene erste Partei der nationalistisch-radikalislamischen türkischen Millî-Görüş-Bewegung nannte sich Milli Nizam Partisi (MNP).

Der pakistanische niḍām islāmī (nizam islami) wird in aller Welt in antidemokratischen islamischen Kreisen bewundert. Nach „Meister“ al-Maudūdī reicht es aber nicht, zu bewundern und sei das Nichthandeln gotteslästerlich. Islamisches Tun nämlich sei nichts anderes als der allumfassend betriebene Aufbau der „Herrschaft Gottes“ (ḥakimiyyat allāh), die Parteigänger Allahs müssten zur revolutionären Kraft werden und der Gottheit den Weg zur irdischen Macht und Übernahme der Staatsführung ebnen. Die künftigen, aus konsequent islamischer Sicht einzig legitimen Herrscher sind Stellvertreter (Ḫulafāʾ, Kalifen, Sg. Ḫalīfa) der heilsverweigernden oder heilsgewährenden Gottheit. Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī spricht, Monarchie beziehungsweise Autokratie zurückzuweisend, zunächst überraschend vom „demokratischen Kalifat.“

In Allahs Demokratie wird der qurʾān zur Verfassung, muslimische Frauen haben kein passives und nichtmuslimische Bürger gar kein Wahlrecht. Solange die im Buch „ḫuṭabat. Grundlagen des Islam“ (»Khutabat. Fundamentals of Islam«) und in den anderen Schriften von „Meister Maududi“ dargelegten, mit Koran und Hadithen völlig verträglichen Forderungen nach der radikalen Politikwerdung des Allahkultes in vielen islamischen Milieus und auch in Europa hohes Ansehen genießen, verdienen sie auch unsere Betrachtung.

Hören wir auf die in den »ḫuṭabat (Khutabat. Fundamentals of Islam)« niedergelegten Worte des Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī:

Liebe Glaubensgeschwister, ihr seid davon überzeugt, dass sich Muslime und kuffār voneinander unterscheiden, ihr glaubt, das Allāh nicht die kuffār liebt, sondern die Muslime und dass Allāh am Weltende den Muslimen verzeihen wird und den kuffār nicht. Weiter seid ihr euch ganz sicher, dass die Muslime in die ǧanna, das islamische Paradies gelangen werden, jeder kāfir aber in die ǧahannam, die islamische Hölle hinabgeworfen wird. … Warum macht Allāh diese Unterschiede, wo doch der kāfir ebenso zwei Augen und Ohren hat wie ihr, die gleiche Luft atmet und das gleiche Wasser trinkt? Warum diese Rangerniedrigung für die kuffār, warum euer Verbleib im Himmel und ihr Verbleib in der Hölle? … al-islām ist die Unterwerfung unter Allāh, al-kufr ist der Ungehorsam gegenüber Allāh. Beide, der muslīm und der kāfir sind menschliche Wesen, doch den einen hat Allāh erhöht, weil er die Befehle Allahs erkennt und befolgt, der andere jedoch hat sich als Gottesleugner und Gehorsamsverweigerer selbst erniedrigt.

Die Dressur auf das „Erkennen der Befehle“ beginnt im Kindesalter. Der das Territorium, den Körper und die Körperlichkeit schachbrettartig in paradieskonforme und potentiell teuflische Zonen zerlegende Polit-Kult islām gibt vielfältige, sklavisch genau zu befolgende Reinigungsbefehle aus. Die „Kleine Unreinheit“, verursacht durch Schlaf, Bewusstlosigkeit, Ausscheidung verschiedener Körpersubstanzen, beim wesensgemäß reineren Mann jedoch auch durch das Berühren der Haut einer mit ihm nicht nahe verwandten Frau muss durch die „Kleine Waschung“ (arab. wudūʿ, pers. ābdast) von Gesicht, Händen und Unterarmen sowie das feuchte Abwischen von Haaren und Füßen beseitigt werden, sonst knistern die Höllenflammen.

„Große Unreinheit“ folgt im politischen islamischen Körperkult beim männlichen Samenerguss, der weiblichen Menstruation sowie innerhalb von vierzig Tagen nach der Niederkunft. Sie kann nur durch ġusl (Ghusl), Ganzkörperwaschung beseitigt werden, andernfalls drohen soziale Ächtung und verschlossene Paradiestore. Es spricht al-Maudūdī:

In zweierlei Hinsicht unterscheiden sich also muslim und kāfir, im Glaubenswissen und im Handeln, in Verstand und Tat. Zuerst muss man nämlich wissen, wer der Herr ist, wie die Befehle des Herren lauten und wie diese Vorgaben umzusetzen sind, welche Taten Allahs Wohlgefallen erzeugen und welche nicht. Dann aber geht es darum, in der Erkenntnis dessen, was Allāh fordert, sich seiner eigenen Forderungen zu entäußern: die Wünsche Allahs sind zu erfüllen, die eigenen Wünsche sind nachrangig.

Wenn immer ihr etwas für gut bewertet, Allāh aber sagt, dass es schlecht ist, müsst ihr es so betrachten, wie euer Herr es sagt. Und wenn ihr glaubt, eine Handlung sei gefährlich oder schädlich, Allāh sie euch jedoch befiehlt, dann habt ihr sie auszuführen, und wenn es euren Besitz oder euer Leben kosten sollte. Was Gott euch verbietet, dürft ihr also nicht tun, und wenn es euch den Reichtum der ganzen Welt gewähren würde. So dienen Muslime ihrem Herrn, dafür werden sie einst belohnt werden, und das ist das Wissen, das die kuffār nicht besitzen und der Mangel, für den sie als Ungehorsame aufgeschrieben werden und Gottes Heils beraubt werden. Jetzt aber sagt es ehrlich: Seid ihr den kuffār wirklich sittlich überlegen, wenn ihr euch zwar Muslime nennt, euch aber heute so verhaltet wie die Ungläubigen?

Einfach gesagt: wie kann ein muslim einem kāfir überlegen sein, wenn er sich genau so verhält wie der Unwissende? Wir müssen über diese Frage ernsthaft nachdenken. Sicherlich, wir wissen, anders als die kuffār, dass der qurʾān Gottes Buch ist. Doch wir gehen trotzdem mit dem qurʾān so um wie die Ungläubigen. Obwohl wir wissen, dass Muḥammad der Prophet Allahs ist, verweigern wir ihm, einem Ungläubigen gleich, doch den Gehorsam. Wir wissen, dass Allāh die Lügner verflucht und ihnen die Hölle zur Wohnung gegeben hat und dass Er als diejenigen als die größten Sünder bezeichnet, die für Zinsen leihen und den Zins annehmen. Uns ist bewusst, dass Er Unmoral und Pornographie grausam bestrafen wird, und doch gehen wird diesem Frevel ebenso nach wie die Ungläubigen, wie diejenigen, die keine Angst vor Gottes Zorn haben.

Warum sind die Muslime heutzutage erniedrigt?

Der Entwicklungsstand moralischer Reife zweier beliebiger Sandkastenbengel. Beide zeigen völlig ernst aufeinander „Der da hat angefangen!“ Sind radikale Muslime Sandkastenbengel? Wie gut, dass es Israel gibt: „ … hat angefangen!“ Liebe Araber, so wird das nie was mit dem Anschluss an den Weltstandard der Technologie und Zivilisation.

Trotz der so großen Zahl an Muslimen und muslimischen Regierungen ist die Welt in der Hand derjenigen, die sich gegen Allāh aufgelehnt haben. Sie haben euch in ihrer Gewalt und steuern euch, wohin sie wollen. Eure Ehre wird mit Füßen getreten. Eine solche Lage sollte eigentlich ebenso unmöglich sein, wie ein Gegenstand gleichzeitig schwarz und weiß sein kann. Wie konnte der gottgeliebte muslim derart in Ungnade fallen, ist Gott (Allāh vergib mir!) so ungerecht, dass er euch trotz Pflichterfüllung derartig bestraft?

Wenn es zu eurem Glauben gehört, zu wissen, dass Gott niemals ungerecht ist, werdet ihr zugeben müssen, dass irgendetwas mit eurem Anspruch nicht stimmen kann, Muslime zu sein. Mögt ihr auch in euren Papieren als Muslime geführt werden, Allāh besitzt seine beiden eigenen Listen mit den Namen seiner gehorsamen und ungehorsamen Knechte.

Allahs Worte sind nicht etwa gekommen, um euch Unglück und Elend zu bescheren, nein, der qurʾān ist Quelle von Glück und Erfolg. Die Kinder Israels, die Juden verhielten sich falsch in Bezug auf die ihrer Verantwortung überlassenen Schriften. In Sure 2:61 spricht Allāh: „Schande und Erniedrigung bedeckte sie, Allahs Zorn kam über sie, weil sie die Zeichen Allahs zurückwiesen …, weil sie Widerspenstigkeit und Frevel begingen.“ Wenn also ein Volk der Buchbesitzer Demütigung und Erniedrigung erfährt, dann nur deshalb, weil es Allahs Wort gegenüber ungerecht war. Es gibt keinen anderen Weg, sich vor der Wut Gottes zu retten, als dem qurʾān seinen wahren Wert einzuräumen.

Ihr habt nicht das Recht zu sagen: ‘Das ist meine Meinung’ oder ‘Das ist bei uns so Brauch’ oder ‘Diese oder jene Autorität verlangt das von mir’, all das wäre nichts als Vorwand. Alles müsst ihr im Lichte von al-qurʾān und as-sunna bewerten. Was für ein ungehöriger Widerspruch wäre es, sich muslim zu nennen, aber irgendeiner eigenen oder gesellschaftlichen Meinung den Vorzug gegenüber den Worten von Koran und Sunna zu geben. Sure 5:44 erhellt es: „Wer sich nicht an das hält, was Allāh hinabgesandt hat, das sind die Ungläubigen.“

Wer das Glaubensbekenntnis spricht, verwandelt sich ganz und gar. Aus einem kāfir wird ein muslim: vorher war er unrein, nun ist er rein, gestern missfiel er Allāh, ab heute strebt er, von Ihm geliebt zu werden, in der Vergangenheit war ihm die Hölle bestimmt, jetzt steht ihm die Türe zum Paradies offen. Aber das bloße Aussprechen der kalima mit ihren sechs oder sieben Worten ist es nicht, was einen kāfir zu einem muslim macht, einen unreinen Leib und eine verdammte Seele zu einem reinen Körper und einer gottgeliebten Seele. Ihr müsst die Worte der kalima wirklich erfassen, eure Herzen verwandeln lassen und euer ganzes Leben verändern. Nur dann werdet ihr Muslime werden.

Der Titel »Let us BE Muslims« (Hervorhebung Auvergne) wird hier erkennbar als aufrüttelnder Appell, auch zum aufrüttelnden Vorwurf: ‘Wir müssen Muslime SEIN, das ist unsere einzige Chance, vielleicht die letzte.’

Die kalima ṭayyiba ist das wahre Wort, jedes Ding im Weltganzen ist dafür Zeuge, Mensch, Tier, Baum, Stein oder Sand, reißender Fluss oder glänzende Sonne. Das Weltall ist von Allāh geschaffen, Er allein ist sein Herrscher. Wann immer ihr euch vor Ihm verneigt, begeht ihr nichts anderes als das, was alle Dinge ihrem Wesen gemäß tun: Den Einklang mit Gott bekennen. Alle Kräfte der Natur befördern denjenigen, der an die kalima ṭayyiba glaubt. Wer der kalima ṭayyiba Folge leistet, gleicht dem stolzen Baum mit seinen tiefen Wurzeln und hohem Gezweig, der reiche Frucht hervorbringt.

Ganz im Gegensatz dazu steht die kalima ḫabiṯa (Kalima Khabitha), die behauptet, es gebe keinen Gott oder es gebe neben Allāh ein anderes Wesen göttlicher macht. Was für eine verlogene und leere Behauptung ist das doch! Wie kann jemand, der eine derartig widernatürliche Meinung vertritt, im Diesseits oder Jenseits erfolgreich sein? Allāh hat ihm eine Frist gewährt, eine Zeitlang darf er aus den Energien der Natur zehren. Wer dem falschen Wort, der kalima ḫabiṯa anhängt, gleicht dem bitteren Unkraut mit seinen schwachen Wurzeln und seiner Schädlichkeit.

Kalima ḫabiṯa (Kalima Khabitha) bedeutet widerliches, bösartiges Wort oder Wort der Heimtücke. Die Vokabel ḫabiṯa hat auch nach dem Tode des islamischen Theoretikers ihre radikale Verwendung gefunden. Wie das Combating Terrorism Center, U.S. Military Academy (Militant Ideology Atlas, 192, 195) berichtet, bezeichnet Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī („Abu Muhammad al-Maqdisi“) ganze Nationen als „dawla khabitha (al-dawla al-khabitha)“ Staatswesen der Verworfenheit, Nationen des Übels (8). Der Bärtige im oberen Bild ist al-Maqdisī (9). Zurück zu al-Maudūdī:

Ein Irrweg ist es, anderen Menschen anstatt Allāh zu gehorchen. Wir dürfen den uns fortschrittlich und modern erscheinenden Völkern nicht folgen, denn Allāh stellt in Sure 6:116 klar: „Und wenn du der Mehrheit der Menschen folgst, wirst du von Allahs Weg hinweggeführt werden.“

Ihr mögt die heidnischen Tempel der Götzenanbetung aus Stein oder Mörtel zerstört haben, doch habt ihr die Tempel in euren Herzen übersehen. Diese Götzen zu zerstören ist jedoch Voraussetzung, um ein muslim zu werden. Ich bin sicher: was immer ihr in dieser Welt zu erleiden habt, ist das Resultat aus dem soeben beschriebenen Dienst an den Götzen.

Es dürfte für einen Fundamentalisten von verführerischer Konsequenz sein, ein äußeres Heidentum durch ein inneres zu ergänzen und Außenwelt wie Innenwelt gleichermaßen vom dämonischen Schmutz zu reinigen, beiderlei Heidentum zu vernichten. Das Bild von den herzlichen Bauwerken gibt es auch sehr konstruktiv, ganz ohne Abbruchwerkzeug: „Errichtet den Staat Gottes in eurem Herzen, so wird er bald auf eurem Territorium entstehen“ (uphold Islam in your heart, and it will grow strong within your society), wie der 1972 geborene, viersprachige Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad (Mein Abschied vom Himmel. Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland, Köln 2009, 200) den ägyptischen Richter und Scheich Ḥasan al-Huḍaibī zitiert. Scheich al-Huḍaibī war zwischen 1950 und 1973 der zweite „General Guide“ (Generallenker, Führer) der Muslimbruderschaft.

Zweierlei Muslime?

Es gibt die halbherzigen Muslime. Halbherzigkeit reicht nicht aus, um ein muslim zu sein. Den gottesdienstlichen Ritualen beizuwohnen oder die Perlen seiner Gebetskette durch die Finger gleiten zu lassen ist die täuschende Oberfläche, die äußerliche Frömmigkeit, das macht einen kāfir nicht zu einem muslim. Die oberflächlichen Menschen lieben etwas um sich selbst willen oder um ihres Volkes willen, nicht aber um Allahs willen. Solche Menschen mögen Institutionen kultureller, pädagogischer oder politischer Art begründet haben, ihre Einrichtungen werden zwar islamisch erscheinen, doch niemals islamisch sein.

Es gibt die echten Muslime, die alles Tun unter den Willen Allahs stellen. Gottes Rechtleitung bestimmt ihre Gedanken und Gefühle, ihre Arbeit und Sexualität, ihre Liebe und ihren Hass vollkommen und kompromisslos. All ihre Gemeinschaft und jedes ihrer Gemeinwesen bestehen nur um des islām willen.

Din und Scharia

Aš-šarīʿa (Scharia) bedeutet Weg oder Pfad, ad-dīn (Din) bedeutet Religion. Der Eintritt in den dīn ist die Anerkenntnis der Herrschaft Allahs, seines Gesandten und seiner Bücher, die Art und Weise aber, in der man heute gottgefällig zu leben hat, ist die šarīʿa. Die šarīʿa lehrt uns, wie wir Allāh anzubeten haben und ihm gehorchen sollen, wie wir Körper und Herz reinigen müssen. Kurz gesagt, die šarīʿa lehrt uns, wie wir unser gesamtes Leben führen müssen. Der dīn ist die ureigene Religion von allen Propheten, von Noah, Abraham, Jesus und Moses, die šarīʿa hingegen ist die von Allāh gestiftete und durch Muḥammad bekannt gewordene Orthopraxie.

Ibada

Al-ʿibāda gehört zum Wort für Diener oder Knecht, ʿAbd. Die ʿibāda ist die Gottesdienerschaft oder Gottesknechtschaft. Lebenslanger treuer Gehorsam und völlige Dienstbereitschaft in jedem Augenblick ist die Pflicht eines ʿabdallāh, eines jeden muslim. Das ist ʿibāda. Wer jedoch für seine dienende Arbeit zwar bezahlt wird, ohne aber die Anweisungen seines Herrn umzusetzen, wird nicht Diener genannt werden können, sondern untreu, widerspenstig. Allāh weist uns genau darauf hin: „Ich habe die Menschen nur erschaffen, damit sie mir dienen.“

Wer die Pflichten, die ihm die Menschen gegeben haben, über die Pflichten stellt, die Allāh ihm aufgetragen hat, weiß nichts von der wahren Bedeutung der ʿibāda. Mit gefalteten Händen sich in Gebetsrichtung, zur qibla hin auszurichten, sich mit der Stirn auf die Erde niederwerfen, einige rituell vorgeschrieben Worte zu sprechen oder im ramaḍān bis zum Sonnenuntergang zu hungern und zu dursten, das ist nicht ʿibāda, sondern Äußerlichkeit. Ihr müsst das ganze Leben hindurch ʿibāda ausüben, jede eurer Handlungen muss mit Allahs Gesetz in Einklang stehen. Bei jedem Schritt müsst ihr darauf achten, was ḥalāl, was erlaubt und was ḥarām, was verboten ist. Was ist hier und heute zu vermeiden, was erregt jetzt Gottes Missfallen? Das ist ʿibāda, Gottesknechtschaft, dann und nur dann ist sogar euer Weg zu eurer Familie Gottesdienst, dann ist es Dienst an Gott, wenn ihr eure Kinder küsst.

Heute, genau drei Jahrzehnte nach dem Tod des al-Maudūdī definiert die Seite www.al-muwahidun.com die Ibada als „sich verneigen, gehorchen, seine Kleinheit akzeptieren“ und führt zur Gottesdienerschaft aus: „[einerseits] etwas, was die Scharia befiehlt, selbst wenn es [widersprüchlich] zum Brauch oder zum Verstand ist … [andererseits] die Wahrheit sagen, … Güte zu den Eltern, die Verwandtschaftsbande nicht zu zerreißen, Treue zu den Verträgen, das Gute befehlen, das Schlechte verbieten, gegen die Kuffar und Munafiqun Dschihad zu machen (10).“

Die deutschsprachige Seite verlinkt zu in jugoslawischer Sprache gehaltenen und Bosnien aktiven Netzwerken wie der wahhabitisch anmutenden www.imamitewhida.com oder zur möglicherweise dschihadistisch motivierten //monoteizem.com/ und www.suza-za-tewhidom.com (11). Die Letztgenannte verlinkt zur sich auf Ibn Taymiyya berufenden, arabischsprachigen und womöglich den islamischen Terrorismus billigenden Seite www.ansaaraltawheed.com. Den Bestandteil „Unterstützer des Eingottglaubens“ (ansar al-tawhid) führen Terrorgruppen im Sudan (12) und Irak (13) im Namen. Für Frauen hält das nähere Umfeld die deutsche Seite //ukhti.net bereit. Werbefeldzug und Feldzug für das Kalifat ist das Letzte, was das zerfallene Jugoslawien braucht, hoffentlich geht in Bosnien oder auch in Deutschland niemand diesen Radikalen auf den Leim, die in Nigeria oder Pakistan Entführer, Attentäter und Kindersoldaten ausbilden.

Zum Suchbegriff „ukhti net“ bietet uns YouTube, sicherlich wenig zufällig, Erbauungsvideos an mit rechtleitenden Titeln wie: „Demokratie ist Kufr. Die Gesetzgebung obliegt einzig und allein Allah“ (14) und „Demokratische Wahlen sind Schirk. Muslime hütet euch“ (15). Diese zwei Wahlsprüche postmoderner „Aussteiger“, dieser Betreiber einer nach dem 1.400 Jahre alten Vorbild des Propheten reinszenierten Auswanderung (hiǧra) aus der Demokratie führen uns zurück zur Logik und Islamkonsequenz eines al-Maudūdī:

Adhan. Der Ruf zur Versammlung

Der aḏān (Adhan) ruft die Muslime zum Gebet, aufmerksam strömen sie zum Mittelpunkt. Das erzieht sie zur Disziplin, wie sie beispielsweise auch beim Militär unverzichtbar ist, wenn die Signaltrompete die Soldaten zum Kommandeur ruft. Nur mit dem gemeinsamen Befehl können Soldaten erfolgreich kämpfen. Als Muslime sind wir eine echte Armee, die Armee Gottes, doch unser Kampf ist viel härter als der einer gewöhnlichen Truppe. Die Armee der Muslime ist im permanenten Kriegszustand mit den Mächten des Bösen in sich selbst und in der Welt.

Imam

Dem imām (Imam) ist absolute Folge zu leisten, jede seiner Gebetshaltungen ist genau nachzuahmen. Sollte er einen Fehler machen, wird er höflich in der dafür vorgesehenen Weise darauf aufmerksam gemacht: „subḥān allāh“, nur Gott ist fehlerlos, das Gebet wird wiederholt, ohne dass der imām etwas von seinem Ansehen verliert. Sollte der imām jedoch wissentlich einen Fehler begehen, wissentlich den qurʾān falsch interpretieren oder predigend Worte des širk (Schirk), der Beigesellung oder des kufr, des Unglaubens von sich geben, müssen die Betenden aufstehen, das Gebet abbrechen und die Versammlung verlassen. So wie es sich mit der Gehorsamspflicht des muslim gegenüber seinem imām verhält, so verhält es sich mit derjenigen des Staatsbürgers zum Staatspräsidenten.

Az-zakāt (zakāh)

Der qurʾān (9:60) bestimmt, das es acht Empfängerkreise der geheiligten Abgabezahlung der zakāt (zakāh) gibt, zu denen die Gruppe der »muʿallafatu l-qulūb« zählt, das bedeutet wörtlich: diejenigen, deren Herz für den islām gewonnen werden soll. Das mögen auch zum islām konvertierte Menschen sein, denen es gilt, die soziale Seite der wahren Religion spürbar werden zu lassen. Das dürfen aber auch diejenigen sein, die davon abgehalten werden müssen, gegen den islām zu arbeiten. Eine weitere Gruppe sind die »fī s-sabīli llāh«, diejenigen, die sich auf dem Wege Allahs befinden, die Streiter Gottes. Das sind diejenigen, die Gottes Herrschaft überall auf der Welt zum ihrem Recht verhelfen wollen. Der Prophet Muḥammad sagte einst, dass eine wohlhabende Person nur aus einem einzigen Grund zakāh annehmen dürfe, nämlich für den ǧiḥād.

Herz heißt auf Arabisch al-qalb, Mehrzahl al-qulūb. Geheiligtes Bestechungsgeld. Ist zu befürchten, dass Europas „ungläubige“ Funktionäre aus Politik, Pädagogik und Kirche finanzielle islamische Aufmerksamkeiten erhalten und entgegennehmen werden, von Flugreisen an den Golf über Moscheebaufinanzierung bis zur Bücherspende an öffentliche Bibliotheken, nachdem die jeweiligen Verwalter den »muʿallafatu l-qulūb« zugerechnet worden waren? Daneben also sind die Neo-Muslime berechtigte Empfänger der Ritualabgabe: Konvertieren und reich werden, ein attraktiver Anreiz schafft zufriedene Gesichter. Hochinteressant ist auch die koranisch gebotene, mit finanzieller Zuwendung zu regelnde Verhinderung von Islamgegnerschaft und sicherlich auch bereits von Islamkritik. Nicht zuletzt bekommt auch der Gotteskrieger, der Dschihadist seinen Teil von der zakāh (zakāt). An der Nähe zu einem militärisch gemeinten Begriff des ǧiḥād kann wenig Zweifel bestehen.

Die religiöse Sozialabgabe dient also den bereitwilligen Arbeitern des bedarfsweise tötenden ǧiḥād (Dschihad). In Pakistan haben im Herbst 2009 lokale Geistliche Rechtsgutachten, Fatwas herausgegeben, in denen die Angehörigen der Aḥmadiyya als »Wajibul Qatl« bezeichnet werden, als zu tötende Wesen (16). Der dem schariarechtlichen al-aḥkām al-ḫamsa, dem fünfstufigen Bewertungssystem entstammende Terminus, hier untertreibt punjabnewsline, bewertet die Tötung eines jeden Aḥmadī in Asad-Kaschmir (17) islamrechtlich (islamisch) nicht nur als empfohlen (mandūb, mustaḥabb), sondern als verpflichtend (wāǧib, farḍ). Der Wortstamm q-t-l, (Substantiv qatl; qutl; Imperativ qital; Verbform III qātala) bedeutet allgemein „kämpfen, töten“ und soll im Heiligen Buch (al-qur&’703;ān) der Muslime 187 mal vorkommen, davon 25 mal als Imperativ: „Kämpft, tötet!“ Das gegen die Sekte der Ahmadis verwendete »wāǧib ul-qatl (wajibul-qatl)« lässt sich als „geheiligte Vernichtung“ oder „islamischer Pflichtmord“ wiedergeben. Zurück zu Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī:

Ḥaǧǧ. Das Steinigen der Säulen (ramī ǧimar; ramī al-ǧamarāt). In der Morgendämmerung marschieren die Pilger nach Mina zurück und werfen kleine Steine auf die Säulen. Jeder einzelne Soldat der Sache Allahs spricht: [Ich werfe diese Steine] gegen den Teufel und seine Parteigenossen. Ich bin Zeuge für die Wahrheit des qurʾān.“ Er bekennt damit: „O Allāh! Ich werde jeden angreifen, der sich aufmacht, deine Religion anzugreifen und dein Wort zu unterdrücken, ich werde dafür kämpfen, dass dein Wort herrscht.“ Nach dem die Steine geworfen worden sind, werden Opfertiere dargebracht. Dieses Opfer ist ein Zeichen für die Intention und Entschlossenheit, das Leben auf dem Wege Allahs hinzugeben, wann immer es nötig ist.

Bis 2004 hatten drei Säulen den Teufel dargestellt, seitdem sind sie aus Sicherheitsgründen durch eine Steinwand ersetzt worden (18). In der Pilgerpraxis der aus aller Welt Angereisten ist in diesen Minuten oftmals viel Wut freigesetzt worden, gelegentlich ist es zu hektischen Tumulten, kollektiven Panikattacken und daraus resultierend zu Verletzungen gekommen.

Im ḥaǧǧ zeigt sich der islām als eine Friedensbewegung, wird die Stadt Mekka zu einem Zentrum der Gleichheit vor Gott. Das Treffen von Menschen aller Nationen in Ehrlichkeit und Liebe [wie es die jährliche große Pilgerfahrt nach Mekka darstellt] ist ein Segen für die Menschheit. Konnte irgendjemand ein besseres System entwickeln um den Weltfrieden herbeizuführen als den ḥaǧǧ? Alle Worte sind unzureichend, die Vorzüge des ḥaǧǧ wiederzugeben. Hier sind die Rechte aller Menschen gleich.

So ein Unsinn. Frauen unterliegen der geheiligten Entrechtung und Ungläubige müssen leider draußen bleiben, damit der künftigen Hölle das Brennmaterial nicht ausgeht. Die Autobahnschilder der sakralen Apartheid sagen der islamgerecht zu spaltenden Menschheit, wo die Reise hin geht: »Muslims only«. Der Weg zum Paradies, hier entlang, auf der gerade gebahnten Straße bleiben bitte. »Obligatory for non muslims«, Ungläubige bitte hier abbiegen (19). Man vergleiche das schariatische Mehrklassensystem mit der Beschilderung im öffentlichen Raum Südafrikas der Jahre 1948-1994 (20).

Auch Deutschland Badeanstalten betreffend ist segregiertes Muslimschwimmen doch sicherlich zu verhindern. Wie der Drogenabhängige nach dem Rauschgift lechzt, schaffen Deutschlands radikale Muslime sich den Bedarf nach Schwimmen in gereinigter (dhimmifreier) Zone, wie eine Diskussion unter Türkeistämmigen veranschaulicht, die etwas fehlerhafte Schreibweise wurde belassen: Kisakürek: „wisst ihr wo man als Muslim schwimmen gehen kann“, Enzar: „sag bescheid wenn du es gefunden hast diesen ort wo mann oder frau als muslime schwimmen kann. wir suchen auch aber vergeblich“, sisterE: „wird wohl schwierig sein in unmittelbarer nähe so einen ort zu finden. deswegen ist es auch wichtig dass sich muslime zusammenschliessen und solche möglichkeiten organisieren: man redet mit dem hallenbad vor ort … vielleicht bringt es auch was bei der stadt (sportamt) nachzufragen (21).“ Bemerkenswert der gewählte Nickname Kisakürek, der auf Necip Fazıl Kısakürek hinweisen dürfte (22), den Ideengeber für die »İBDA-C, Front der Vorkämpfer für den Großen Islamischen Osten« (23). Die dschihadistische İBDA-C (İslami Büyük Doğu Akıncılar Cephesi) kämpft für die Errichtung eines Kalifats Türkei mit Islamischem Rechtssystem. Symptomatisch kann sich das Mitfiebern für das antidemokratische Gedankengut der İBDA-C offensichtlich darin zeigen, getrenntes Muslimschwimmen in deutschen Hallenbädern zu wünschen.

Doch scheint etwas falsch zu laufen mit dem ḥaǧǧ, denn obwohl jährlich Tausende nach Mekka wallfahrten, verändert er ihr Leben nicht. Sie leben nach der Pilgerreise genau sehr oder so wenig moralisch wie vorher. Das befleckt den islām. Wir müssen den ḥaǧǧ wieder so durchführen, wie er beabsichtigt ist, damit sich Jahr für Jahr tausende von Muslimen verändern und die Botschaft des islām in alle Weltgegenden tragen. Heutzutage sieht es leider noch anders aus und ist Mekka kein lebendes Beispiel für wahre Religion. Makler und raffgierige Händler missbrauchen das Zentrum des Pilgerns für ihre Zwecke, ja selbst die saudi-arabische Regierung ist in dieser zutiefst unislamischen, auf persönlichen finanziellen Gewinn bedachten ḥaǧǧ-Industrie verstrickt. Ich möchte niemanden tadeln, aber auch hier müssen wir uns alle sehr verändern.

Die Rolle des ǧiḥād

Gebet, Armensteuer und Pilgerfahrt sind nicht wie die Gottesdienste anderer Religionen, beispielsweise besteht ihr Zweck nicht darin, Allāh durch äußerliches rituelles Handeln zufrieden zu stellen. Denn dem islām geht es um etwas ganz anderes, und das zu wissen ist unverzichtbar, wenn es darum geht, zu sagen, was das eigentliche Ziel eines Lebens als muslim ist. Dem islām geht es darum, die Herrschaft der Menschen über die Menschen zu beenden und die Menschheit unter die Herrschaft Allahs zu stellen. Der Kampf auf diesem Wege unter Einsatz aller finanzieller Möglichkeiten, aller Kraft und sogar unter Einsatz des eigenen Lebens heißt ǧiḥād. Doch ihr habt dieses Ziel bereits seit langer Zeit vergessen, weshalb ich hier etwas deutlicher werden muss.

Die Ursache für alles Elend der Welt liegt in korrupter menschlicher Herrschaft. Von Menschen ersonnene Regierungen verwalten Bodenschätze und Kapital, Polizei und Militär, alles Schlechte in der Gesellschaft geht auf diese Form gottvergessener Staatsgewalt zurück. Man duldet Unmoral und Korruption, Glücksspiel und Prostitution, obwohl man die Macht hätte, derlei Frevel zu beenden. Ja, der moralische Verfall und die Enthemmung nehmen sogar noch zu, Kriege und Verbrechen prägen den Planeten in einem menschheitsgeschichtlich noch nie bekannten Ausmaß. Die niederträchtigsten Kinder Adams haben die Führung über die Völker ergriffen und lenken sie nach ihren Wünschen. Weltweit herrschen Ausbeutung und Unterdrückung, den Schwachen wird Gerechtigkeit vorenthalten. Solange der Schlüssel der Macht nicht in Allahs Händen ist, wird die Gesellschaft nicht glücklich funktionieren können.

Was wir sehen, ist sozusagen naturgesetzlich: Sobald ein selbstsüchtiger Mensch, einer, der sich nicht völlig auf das Jenseits ausrichtet, an den Hebeln der Macht sitzt, verwandelt er sich in einen Unterdrücker, Diktator und Übeltäter.

Um Glück und Wohlstand für alle zugänglich zu machen, müssen wir die Gesellschaft von allen Elementen reinigen, die eine Auflehnung gegen die Gesetze Allahs bedeuten. Kein Mensch also darf über einen anderen Menschen herrschen, und damit liegt die einzige Lösung für die Misere auf der Hand: Nur Gottes Oberherrschaft über die Menschen führt die gerechte Gesellschaftsordnung herbei.

Lediglich an Allāh zu glauben und Allahs Gesetz anzuerkennen ist nicht genug. Nein, ihr seid hier und heute zu der heiligen Aufgabe verpflichtet, die Regierungsform falscher Grundlage zu beenden, die Herrschaft derjenigen zu beenden, die nicht aus völliger Gottesfurcht handeln. Auch ist es eure Pflicht, den aufrichtigen Gottesdienern den Weg in die politischen Führungspositionen zu ebnen. Das ist die Bedeutung von ǧiḥād!

Wir rufen uns ins Gedächtnis: der dīn ist Gehorsam und Unterwerfung, die šarīʿa ist die Lehre des rechten Gehorchens und Unterworfenseins, die ʿibāda meint rechte Anbetung und Gottesdienst.

Wem immer ihr als einem gesellschaftlichen beziehungsweise politischen Führer folgt, dessen dīn erkennt ihr an, denn er ist nun zu eurem Herrn geworden und ihr zu seinen Untertanen. Was er anordnet, ist eure šarīʿa, und soweit ihr im Einklang mit den von ihm erlassenen Gesetzen lebt, vollführt ihr ihm gegenüber ʿibāda, Gottesknechtschaft. Spätestens hier wird jedem einsichtigen Menschen klar werden müssen, dass er nicht zwei Religionen folgen kann, nicht dem unislamischen Staat und zugleich Allahs Staatsordnung. Das ist wichtig, zu begreifen, dass letztlich kein Mensch mehr als einem dīn gleichzeitig dienen kann. Von all den Herrschern wird es nur einen geben, der euer Leben lenkt.

Gott oder der Satan, Allāh oder ʿAzāzil. Akzeptanz der Demokratie oder Mitarbeit an derselben ist in dieser Logik selbstverständlich Teufelsdienst, unbewusster oder bewusster Kampf gegen Allahs Gesellschaftssystem. Die wünschenswerte Integration in eine Gesellschaft von Staatsbürgern wird in dieser radikalislamischen Logik natürlich bewusst zerstört. Der muslim in Europa, beispielsweise in Deutschland, wird im Geiste der Schriften eines al-Maudūdī oder Necmettin Erbakan zur religiösen Demokratieverweigerung aufgerufen.

Bücher von al-Maudūdī vertreiben beispielsweise amana-Buch.de (Adresse: Taufik Jakob, Rudolfstr. 149
42285 Wuppertal). Geschäftsführer Taufiq Jakob vertreibt Schriften des den Muslimbrüdern zuzuzählenden Islamischen Zentrums München und handelt mit islamisch korrekten Süßwaren (//halalibo.de, ebenfalls besagte Rudolfstr. 149, Mitinhaber: Mesut Özdogan). Ferner vermittelt Taufiq Jakob Deutschlands Gottesknechten die zum Überleben unter der grausamen Herrschaft der kuffār unverzichtbaren Übersetzer und Rechtsanwälte (www.muslim-verzeichnis.de).

Bei dem ebenfalls der Muslimbruderschaft nahe stehenden Verlag Green Palace (Gitschinerstraße 16, 10969 Berlin) hat man in der Vergangenheit die Schriften des al-Maudūdī verkauft, sie aber inzwischen aus dem Programm genommen, die Verlagsadresse ist identisch mit Anschrift und Büro der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD), die MJD hat den Buchversand ins Leben gerufen.

Zwischen 1997 und 1999 saß Deutschlands berühmteste Kopftuchklägerin Fereshta Ludin im Vorstand jener Organisation, die 2009 über das Projekt »Dialogbereit« Kooperationspartner für die Damen und Herren Kinder- und Jugendschützer der katholischen Kirche Nordrhein-Westfalens ist beim Ziel: „den interkulturellen und interreligiösen Dialog unter Jugendlichen anzustoßen und zu fördern (24).“ Die Evangelische Kirche bemüht sich ebenfalls darum, die MJD nebst Millî Görüş und Lifemakers besser zu verstehen und lud im Mai 2009 in die Bildungsstätte Loccum (25). Zu dem Projekt »Dialogbereit« fabrizierten Georg Bienemann, Werner Höbsch und Bekir Alboğa eigens das Handbuch »Dialogbereit. Christen und Muslime im Gespräch. Eine Klärungshilfe.« Zur Grundrechtswidrigkeit der Scharia klärt die „Klärungshilfe“ freilich nichts. Was den Integrationsbeauftragten der Landesregierung, Thomas Kufen im September 2008 nicht davon abhielt, den buchgewordenen Nebelwurf in den Moscheen von Solingen, Marl und Meschede vorzustellen.

Zusammengefasst: Ein islamischer, der Muslimbruderschaft nicht fern stehender Jugendbund vertrieb die radikalen Schriften von al-Maudūdī, Sayyid Quṭb, Ahmad von Denffer und Amir Zaidan („Kamel-Fatwa“), zwischen 2008 und 2010 praktiziert der katholische Jugendschutz des bevölkerungsreichsten Bundeslandes mit eben diesem Verein ein Dialogprojekt, zwei christliche Schariafreunde schnappen sich Bekir Alboğa vom türkischen Staatsislam Mannheims oder umgekehrt, die kuffār-Landesregierung ernennt Herrn Thomas Kufen zum Bücherboten Allahs und sendet ihn durch Westfalens Moscheen (26).

Der Name des al-Maudūdī und das Islamverständnis des pakistanischen „Meisters“ wird tolerant übergangen. Das Projekt Dialogbereit orakelt: „ein wichtiger Schritt zur kulturellen Annäherung (27).“

Da ist sie wieder, die berüchtigte gleiche Augenhöhe.

Zwischen Scharia und Demokratie.

Jacques Auvergne

(1) »Khutabat. Fundamentals of Islam« (1988)

http://www.witness-pioneer.org/vil/Books/M_foi/

(2) Jamaat-e-Islami (JI), mächtige Bewegung und politische Partei

http://www.jamaat.org/new/

(3) Scharia für Malakaland

http://www.tagesschau.de/ausland/pakistan754.html

(4) Scharia für Swat

http://de.euronews.net/2009/04/14/scharia-im-swat-tal/

(5) Pakistan ist Atommacht. Und hat Probleme mit dem politischen Islam. Jörn Schulz: »Der Countdown läuft«

http://jungle-world.com/artikel/2006/09/17005.html

(6) »Multikulturhaus« und IIZ, Neu-Ulm. Eva Eusterhus: »Bayerischer Dschihad«, 11. März 2005

http://www.welt.de/print-welt/article557349/Bayerischer_Dschihad.html

(7) Neu-Ulm. »IIZ«

http://www.sueddeutsche.de/politik/735/417501/text/

(8) „dawla khabitha (al-dawla al-khabitha)“, Staatswesen der Verworfenheit.“ Nationen des Übels. Bei: Combating Terrorism Center, U.S. Military Academy: Militant Ideology Atlas (pdf)

http://www.ctc.usma.edu/atlas/Atlas-ResearchCompendium.pdf

(9) Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī („Abu Muhammad al-Maqdisi“)

http://www.aljazeera.net/channel/archive/archive?ArchiveId=129776

(10) Gottesdienerschaft (al-ʿibāda) bei al-muwahidun.com – „die Wahrheit sagen, … Güte zu den Eltern, die Verwandtschaftsbanden nicht zu zerreißen, Treue zu den Verträgen, gegen die Kuffar und Munafiqun Dschihad zu machen“ (pdf)

http://www.al-muwahidun.com/aqida/1._Ibada.pdf

(11) www.al-muwahidun.com

http://www.al-muwahidun.com/links.html

(12) Sudan, Januar 2008. Radikalislamisch mordend: Ansar al-Tawhid (Companions of Monotheism)

http://www.voanews.com/english/archive/2008-01/2008-01-05-voa7.cfm?moddate=2008-01-05

(13) Irak, Januar 2006. Radikalislamisch entführend: Kataib Ansar al-Tawhid wa al-Sunna (Brigaden der Anhänger der göttlichen Einheit und des Beispiels des Propheten)

http://www.sueddeutsche.de/politik/714/362536/text/

(14) „Demokratie ist Kufr“

http://www.youtube.com/user/IslamicComeback#p/a/u/2/dsGMg6ENTmQ

(15) „Demokratische Wahlen sind Schirk“

http://www.youtube.com/user/IslamicComeback#p/a/f/2/Ounqgv5eefg

(16) Wajibul Qatl. „the local clerics are issuing regular Fatwas pronouncing that all Ahmadis are ‘Wajibul-Qatl’ which means they can and should be lawfully killed due to their beliefs”

http://www.punjabnewsline.com/content/view/19224/38/

(17) Asad-Kaschmir (Azad-Kashmir), die Einwohnerzahl beträgt 3.200.000 (Stand 2002) und hatte sich in zwanzig Jahren verdoppelt. Muslime: 99 %

http://de.wikipedia.org/wiki/Asad_Kaschmir

(18) Steinigung des Säulenteufels, jetzt als teuflische Betonwand

http://www.youtube.com/watch?v=PX_jizBNOas

(19) Die Autobahnschilder der sakralen Apartheid: Muslims only. Den Weg zum Paradies, auf der Autobahn bleiben bitte. Obligatory for non muslims. Ungläubige bitte abbiegen

http://www.solcomhouse.com/images/highwaymecca2.gif

(20) FOR USE BY WHITE PERSONS

http://www.southafrica.to/history/Apartheid/apartheid.jpg

(21) Allahs kleine türkische Kalifen wollen sauber schwimmen. Ohne Ungläubige und ohne das andere Geschlecht im selben Beckenwasser

http://www.delikanforum.net/konu/58925-wo-kann-man-schwimmen-deutschland.html

(22) Necip Fazıl Kısakürek

http://yurekdevleti.wordpress.com/2008/05/26/ustad-necip-fazil-kisakurek/

(23) İBDA-C. Front der Vorkämpfer für den Großen Islamischen Osten

http://www.faz.net/s/RubA24ECD630CAE40E483841DB7D16F4211/Doc~EF8FA786B058D4BD9B100D03807D84C82~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(24) Offensichtlich kein Problem mit der Muslimbruderschaft haben die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen e. V. und die Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Offene Kinder- und Jugendarbeit NRW (LAG Kath. OKJA NRW)

http://www.dialogbereit.de/

(25) Loccum 2009: Evangelische Bildungsarbeit mit MJD, Millî Görüş und Lifemakers

http://www.mjd-net.de/node/3444

(26) Thomas Kufen, Allahs Bücherbote

http://sauerlandthemen.de/2008/09/27/nachschlagewerk-fuer-das-taegliche-miteinander/

(27) »Dialogbereit«

http://www.dialogbereit.de/konzept.html

152. al-Maududi

30. Oktober 2009 von Jacques Auvergne

نظام اسلامی

niḍām islāmī,

Nizam İslâmi,

Ordnung (Staatsordnung) im Sinne des islām

Ḫuṭabat. Grundlagen des Islam

»Khutabat. Fundamentals of Islam« (1988) enthält als posthum angefertigte Textsammlung Auszüge aus Vorträgen des 1979 verstorbenen islamischen Theoretikers und pakistanischen Parteigründers al-Maudūdī (1). Gekürzt, aus dem Englischen übertragen und kommentiert von Jacques Auvergne

Pakistan 1941. Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gründete ein 38jähriger, 1903 in Aurangabad (Maharashtra, Indien) geborener Journalist und Prediger eine religiöse Partei. Das geschah in Lahore (Provinz Punjab), der Aktivist war Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī und seine missionarisch-elitäre Partei Jamaat-e-Islami (JI) besteht bis heute (2).

2002 trat die JI gemeinsam mit vier anderen islamistischen Parteien aus so unterschiedlichen Spektren wie Deobandi, Barelwi und Schiiten als Zweckgemeinschaft und Wahlbündnis namens Muttahida Majlis-e-Amal (MMA, Vereinigte Aktionsfront) zur Parlamentswahl an und stellt inzwischen in Pakistans Nordwestlicher Grenzprovinz (North-West Frontier Province, NWFP) die Regierung. Man vermutet 20 % der Pakistanis als Schiiten, die weltweit größte schiitische Gemeinschaft außerhalb des Iran. Die Hauptstadt der von 20 Millionen Einwohnern und zumeist von Paschtunen (Stichwort afghanische Burka) bewohnten Nordwestprovinz NWFP ist Peschawar, im westlichen Nachbarland Afghanistan tragen Pakistans Nordwestprovinz und die so genannten Stammesgebiete unter Bundesverwaltung (FATA) den Namen Paschtunistan oder Ostafghanistan. Im Februar 2009 wurde nach eineinhalbjährigem ǧihād der Ṭalibān gegen die pakistanische Armee, der die gezielte Zerstörung von Mädchenschulen zeitigte und die Flucht oder Vertreibung von Zehntausenden von Menschen, im NWFP-Distrikt Malakaland (Swat-Tal) die šarīʿa zur Gänze eingeführt (3), zwei Monate darauf im Distrikt Swat. In Swat Ehebruch nun mit Steinigung „islamrechtlich bewertet“ wird (4).

1997 hatte die mächtigste der islamischen Parteien Pakistans die Wahlen boykottiert, 2006 brachte sie, obwohl JI-Führer Qazi Hussain Ahmad von Pakistans Polizei angeblich zu seinem Schutz interniert worden war, in der Stadt Karachi 25.000 Menschen zu einer Demonstration gegen Gotteslästerung auf die Straße (5).

Frauen und Nichtmuslime sind in (Afghanistan und) Pakistan traditionell und praktisch so gut wie rechtlos, bereits seit 1986 gilt Blasphemie als Straftatbestand (Pakistanisches Strafgesetzbuch, Zusatz 295-C). Die Lage in Pakistan ist ebenso intransparent wie explosiv. Womöglich durch Terrorgruppen wie die Laschkar-e Taiba (sie wird mit den Angriffen auf Hotels, Krankenhäuser und Kultureinrichtungen im indischen Bombay am 26.-29.11.2008 in Verbindung gebracht) bereicherte rebellische traditionelle Stammesführer im Westen proben kleine und mittlere Sezessionskriege oder fordern und bekommen die šarīʿa. Präsident Musharraf wird auch in den Großstädten politisch von (noch) Radikaleren in die Enge getrieben. Und irgendwo stehen potentiell jederzeit hunderttausendfachen Tod bringende Atomraketen herum.

Bei einer derartigen Vielfalt und Dynamik an Brutalität, wie sie das Pakistan dieser Jahre bestimmt, der tödliche Anschlag auf Benazir Bhutto in Rawalpindi (Provinz Punjab) am 27.12.2007 wurde weltweit zum Sinnzeichen dieses Schreckens, könnte man den Parteigründer und islamischen Theoretiker al-Maudūdī leicht übersehen.

Das weltweit viel gelesene Werk »Khutabat. Fundamentals of Islam« (Ḫuṭabat. Grundlagen des Islam) wurde aus den Predigten des konsequenten islamischen Denkers sprich islamischen Staatstheoretikers erst nach dessen Tod zusammengestellt und erschien im Englischen im Jahre 1985 als »Let us be Muslims.«

Britischer Herausgeber war die in Leicester (‘lɛstə) ansässige Islamic Foundation, die gemeinsam mit der in derselben mittelenglischen Großstadt (290.000 Einwohner) niedergelassenen UK Islamic Mission, im Netz www.ukim.org, den britischen Zweig der JI darstellt. Als Übersetzer ins Englische betätigte sich Khurram Murad (1932-1996), mit dem der Deutsche Konvertit Ahmad von Denffer (www.muslimehelfen.org) zwischen 1978 und 1984 zusammenarbeitete. Der 1949 im niederrheinischen Mönchengladbach als Kind einer baltendeutschen Familie geborene Ahmad von Denffer veröffentlichte zwischen 1995 und 2005 zehn seiner religiösen Schriften beim der Muslimbruderschaft zuzurechnenden Islamischen Zentrum München.

Der Titel der neun Jahre nach dem Tod des „Meisters“ (Maulānā, türkisch Mevlana) herausgegebenen Textsammlung weist auf das Wort Chutba (ḫuṭba) hin, wie wir es aus dem Begriff für die islamische Freitagspredigt kennen. Im frühmittelalterlichen ersten Jahrhundert des politischen islām wurden in der solcherart verstandenen ḫuṭba auch die militärpolitischen Befehle ausgegeben. In späteren Jahrhunderten mögen, vorbehaltlich der menschenrechtswidrigen und „ewigen“ Grenzen der šarīʿa, moralisch orientierte Appelle nach Selbstvervollkommnung überwogen haben. Heutzutage werden auch Predigten für die Zeit des Freitagsgebetes geschrieben, die kluge Lebenshilfe enthalten, nach wie vor gilt allerdings auch in Deutschland der angeblich von Allah gewollte Schariavorbehalt.

Eher selten werden in Freitagspredigten alle Nichtmuslime als stinkende Nachkommen von Affen und Schweinen bezeichnet oder es wird im Jahre 2005 durch engagierte Muslime wie Herrn David Mitterhuber vom Multikulturhaus im bayerischen Neu-Ulm („Wenn keine Fremden dabei sind, predigt Mitterhuber den Dschihad. Das Töten und Sterben im Auftrag Allahs“) zum soziopolitischen Saubermachen aufgerufen (6). Zwei Jahre später ist Mitterhuber immer noch politreligiös aktiv als Leiter des Islamischen Informationszentrums (IIZ). Im Umfeld des IIZ warb man Kämpfer nach Tschetschenien und lässt sich in pakistanischen paramilitärischen Trainingslagern zu einem Soldaten Allahs ausbilden, während an der süddeutschen innenstädtischen Schaufensterscheibe der Aufkleber „Islam heißt Frieden“ prangt (7). Ein bemerkenswertes Friedensverständnis ist es allemal.

Nach al-Maudūdī muss der politischen Macht Allahgottes nicht nur als Gesetzgeber (Souverän) jedes Gemeinwesens, sondern auch als Herrscher durch jeden muslim zum Durchbruch verholfen werden, jede andere Staatsform (islamische Lebensweise) sei Verrat an der Tugend und Beförderung der Wirkmacht des Teufels. Demokratie ist für radikale Muslime eine „Ungerechtigkeit“. General Ḍiyāʾ ul-Ḥaqq (Zia ul-Hakk), Pakistans Regierungschef zwischen 1977 und 1988, genoss das Wohlwollen des Theokraten al-Maudūdī.

Zwei Jahre vor der Islamischen Revolution im Iran (1979) implementierte Putschist Ḍiyāʾ ul-Ḥaqq die vollumfängliche šarīʿa (dem Dieb die Hand religiös abhacken und andere ḥadd-Strafen) und sprach vom islamischen »System« (nizam). Das beispielsweise ins Türkische eingegangene Wort Nizam bedeutet Staatsordnung oder Gesellschaftsvertrag (an-niḍām) und wird weltweit islamisch-revolutionär verstanden, letztlich ist bereits die frühmittelalterliche Staatsgründung von Medina die erste Islamische Revolution. Die 1971 gegründete und nach dem Militärputsch bereits im Folgejahr verbotene erste Partei der nationalistisch-radikalislamischen türkischen Millî-Görüş-Bewegung nannte sich Milli Nizam Partisi (MNP).

Der pakistanische niḍām islāmī (nizam islami) wird in aller Welt in antidemokratischen islamischen Kreisen bewundert. Nach „Meister“ al-Maudūdī reicht es aber nicht, zu bewundern und sei das Nichthandeln gotteslästerlich. Islamisches Tun nämlich sei nichts anderes als der allumfassend betriebene Aufbau der „Herrschaft Gottes“ (ḥakimiyyat allāh), die Parteigänger Allahs müssten zur revolutionären Kraft werden und der Gottheit den Weg zur irdischen Macht und Übernahme der Staatsführung ebnen. Die künftigen, aus konsequent islamischer Sicht einzig legitimen Herrscher sind Stellvertreter (Ḫulafāʾ, Kalifen, Sg. Ḫalīfa) der heilsverweigernden oder heilsgewährenden Gottheit. Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī spricht, Monarchie beziehungsweise Autokratie zurückzuweisend, zunächst überraschend vom „demokratischen Kalifat.“

In Allahs Demokratie wird der qurʿān zur Verfassung, muslimische Frauen haben kein passives und nichtmuslimische Bürger gar kein Wahlrecht. Solange die im Buch „ḫuṭabat. Grundlagen des Islam“ (»Khutabat. Fundamentals of Islam«) und in den anderen Schriften von „Meister Maududi“ dargelegten, mit Koran und Hadithen völlig verträglichen Forderungen nach der radikalen Politikwerdung des Allahkultes in vielen islamischen Milieus und auch in Europa hohes Ansehen genießen, verdienen sie auch unsere Betrachtung.

Hören wir auf die in den »ḫuṭabat (Khutabat. Fundamentals of Islam)« niedergelegten Worte des Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī:

Liebe Glaubensgeschwister, ihr seid davon überzeugt, dass sich Muslime und kuffār voneinander unterscheiden, ihr glaubt, das Allāh nicht die kuffār liebt, sondern die Muslime und dass Allāh am Weltende den Muslimen verzeihen wird und den kuffār nicht. Weiter seid ihr euch ganz sicher, dass die Muslime in die ǧanna, das islamische Paradies gelangen werden, jeder kāfir aber in die ǧahannam, die islamische Hölle hinabgeworfen wird. … Warum macht Allāh diese Unterschiede, wo doch der kāfir ebenso zwei Augen und Ohren hat wie ihr, die gleiche Luft atmet und das gleiche Wasser trinkt? Warum diese Rangerniedrigung für die kuffār, warum euer Verbleib im Himmel und ihr Verbleib in der Hölle? … al-islām ist die Unterwerfung unter Allāh, al-kufr ist der Ungehorsam gegenüber Allāh. Beide, der muslim und der kāfir sind menschliche Wesen, doch den einen hat Allāh erhöht, weil er die Befehle Allahs erkennt und befolgt, der andere jedoch hat sich als Gottesleugner und Gehorsamsverweigerer selbst erniedrigt.

Die Dressur auf das „Erkennen der Befehle“ beginnt im Kindesalter. Der das Territorium, den Körper und die Körperlichkeit schachbrettartig in paradieskonforme und potentiell teuflische Zonen zerlegende Polit-Kult islām gibt vielfältige, sklavisch genau zu befolgende Reinigungsbefehle aus. Die „Kleine Unreinheit“, verursacht durch Schlaf, Bewusstlosigkeit, Ausscheidung verschiedener Körpersubstanzen, beim wesensgemäß reineren Mann jedoch auch durch das Berühren der Haut einer mit ihm nicht nahe verwandten Frau muss durch die „Kleine Waschung“ (arab. wudūʿ, pers. ābdast) von Gesicht, Händen und Unterarmen sowie das feuchte Abwischen von Haaren und Füßen beseitigt werden, sonst knistern die Höllenflammen.

„Große Unreinheit“ folgt im politischen islamischen Körperkult beim männlichen Samenerguss, der weiblichen Menstruation sowie innerhalb von vierzig Tagen nach der Niederkunft. Sie kann nur durch ġusl (Ghusl), Ganzkörperwaschung beseitigt werden, andernfalls drohen soziale Ächtung und verschlossene Paradiestore. Es spricht al-Maudūdī:

In zweierlei Hinsicht unterscheiden sich also muslim und kāfir, im Glaubenswissen und im Handeln, in Verstand und Tat. Zuerst muss man nämlich wissen, wer der Herr ist, wie die Befehle des Herren lauten und wie diese Vorgaben umzusetzen sind, welche Taten Allahs Wohlgefallen erzeugen und welche nicht. Dann aber geht es darum, in der Erkenntnis dessen, was Allāh fordert, sich seiner eigenen Forderungen zu entäußern: die Wünsche Allahs sind zu erfüllen, die eigenen Wünsche sind nachrangig.

Wenn immer ihr etwas für gut bewertet, Allāh aber sagt, dass es schlecht ist, müsst ihr es so betrachten, wie euer Herr es sagt. Und wenn ihr glaubt, eine Handlung sei gefährlich oder schädlich, Allāh sie euch jedoch befiehlt, dann habt ihr sie auszuführen, und wenn es euren Besitz oder euer Leben kosten sollte. Was Gott euch verbietet, dürft ihr also nicht tun, und wenn es euch den Reichtum der ganzen Welt gewähren würde. So dienen Muslime ihrem Herrn, dafür werden sie einst belohnt werden, und das ist das Wissen, das die kuffār nicht besitzen und der Mangel, für den sie als Ungehorsame aufgeschrieben werden und Gottes Heils beraubt werden. Jetzt aber sagt es ehrlich: Seid ihr den kuffār wirklich sittlich überlegen, wenn ihr euch zwar Muslime nennt, euch aber heute so verhaltet wie die Ungläubigen?

Einfach gesagt: wie kann ein muslim einem kāfir überlegen sein, wenn er sich genau so verhält wie der Unwissende? Wir müssen über diese Frage ernsthaft nachdenken. Sicherlich, wir wissen, anders als die kuffār, dass der qurʿān Gottes Buch ist. Doch wir gehen trotzdem mit dem qurʿān so um wie die Ungläubigen. Obwohl wir wissen, dass Muḥammad der Prophet Allahs ist, verweigern wir ihm, einem Ungläubigen gleich, doch den Gehorsam. Wir wissen, dass Allāh die Lügner verflucht und ihnen die Hölle zur Wohnung gegeben hat und dass Er als diejenigen als die größten Sünder bezeichnet, die für Zinsen leihen und den Zins annehmen. Uns ist bewusst, dass Er Unmoral und Pornographie grausam bestrafen wird, und doch gehen wird diesem Frevel ebenso nach wie die Ungläubigen, wie diejenigen, die keine Angst vor Gottes Zorn haben.

Warum sind die Muslime heutzutage erniedrigt?

Der Entwicklungsstand moralischer Reife zweier beliebiger Sandkastenbengel. Beide zeigen völlig ernst aufeinander „Der da hat angefangen!“ Sind radikale Muslime Sandkastenbengel? Wie gut, dass es Israel gibt: „ … hat angefangen!“ Liebe Araber, so wird das nie was mit dem Anschluss an den Weltstandard der Technologie und Zivilisation.

Trotz der so großen Zahl an Muslimen und muslimischen Regierungen ist die Welt in der Hand derjenigen, die sich gegen Allāh aufgelehnt haben. Sie haben euch in ihrer Gewalt und steuern euch, wohin sie wollen. Eure Ehre wird mit Füßen getreten. Eine solche Lage sollte eigentlich ebenso unmöglich sein, wie ein Gegenstand gleichzeitig schwarz und weiß sein kann. Wie konnte der gottgeliebte muslim derart in Ungnade fallen, ist Gott (Allāh vergib mir!) so ungerecht, dass er euch trotz Pflichterfüllung derartig bestraft?

Wenn es zu eurem Glauben gehört, zu wissen, dass Gott niemals ungerecht ist, werdet ihr zugeben müssen, dass irgendetwas mit eurem Anspruch nicht stimmen kann, Muslime zu sein. Mögt ihr auch in euren Papieren als Muslime geführt werden, Allāh besitzt seine beiden eigenen Listen mit den Namen seiner gehorsamen und ungehorsamen Knechte.

Allahs Worte sind nicht etwa gekommen, um euch Unglück und Elend zu bescheren, nein, der qurʿān ist Quelle von Glück und Erfolg. Die Kinder Israels, die Juden verhielten sich falsch in Bezug auf die ihrer Verantwortung überlassenen Schriften. In Sure 2:61 spricht Allāh: „Schande und Erniedrigung bedeckte sie, Allahs Zorn kam über sie, weil sie die Zeichen Allahs zurückwiesen …, weil sie Widerspenstigkeit und Frevel begingen.“ Wenn also ein Volk der Buchbesitzer Demütigung und Erniedrigung erfährt, dann nur deshalb, weil es Allahs Wort gegenüber ungerecht war. Es gibt keinen anderen Weg, sich vor der Wut Gottes zu retten, als dem qurʿān seinen wahren Wert einzuräumen.

Ihr habt nicht das Recht zu sagen: ‘Das ist meine Meinung’ oder ‘Das ist bei uns so Brauch’ oder ‘Diese oder jene Autorität verlangt das von mir’, all das wäre nichts als Vorwand. Alles müsst ihr im Lichte von al-qurʿān und as-sunna bewerten. Was für ein ungehöriger Widerspruch wäre es, sich muslim zu nennen, aber irgendeiner eigenen oder gesellschaftlichen Meinung den Vorzug gegenüber den Worten von Koran und Sunna zu geben. Sure 5:44 erhellt es: „Wer sich nicht an das hält, was Allāh hinabgesandt hat, das sind die Ungläubigen.“

Wer das Glaubensbekenntnis spricht, verwandelt sich ganz und gar. Aus einem kāfir wird ein muslim: vorher war er unrein, nun ist er rein, gestern missfiel er Allāh, ab heute strebt er, von Ihm geliebt zu werden, in der Vergangenheit war ihm die Hölle bestimmt, jetzt steht ihm die Türe zum Paradies offen. Aber das bloße Aussprechen der kalima mit ihren sechs oder sieben Worten ist es nicht, was einen kāfir zu einem muslim macht, einen unreinen Leib und eine verdammte Seele zu einem reinen Körper und einer gottgeliebten Seele. Ihr müsst die Worte der kalima wirklich erfassen, eure Herzen verwandeln lassen und euer ganzes Leben verändern. Nur dann werdet ihr Muslime werden.

Der Titel »Let us BE Muslims« (Hervorhebung Auvergne) wird hier erkennbar als aufrüttelnder Appell, auch zum aufrüttelnden Vorwurf: ‘Wir müssen Muslime SEIN, das ist unsere einzige Chance, vielleicht die letzte.’

Die kalima ṭayyiba ist das wahre Wort, jedes Ding im Weltganzen ist dafür Zeuge, Mensch, Tier, Baum, Stein oder Sand, reißender Fluss oder glänzende Sonne. Das Weltall ist von Allāh geschaffen, Er allein ist sein Herrscher. Wann immer ihr euch vor Ihm verneigt, begeht ihr nichts anderes als das, was alle Dinge ihrem Wesen gemäß tun: Den Einklang mit Gott bekennen. Alle Kräfte der Natur befördern denjenigen, der an die kalima ṭayyiba glaubt. Wer der kalima ṭayyiba Folge leistet, gleicht dem stolzen Baum mit seinen tiefen Wurzeln und hohem Gezweig, der reiche Frucht hervorbringt.

Ganz im Gegensatz dazu steht die kalima ḫabiṯa (Kalima Khabitha), die behauptet, es gebe keinen Gott oder es gebe neben Allāh ein anderes Wesen göttlicher macht. Was für eine verlogene und leere Behauptung ist das doch! Wie kann jemand, der eine derartig widernatürliche Meinung vertritt, im Diesseits oder Jenseits erfolgreich sein? Allāh hat ihm eine Frist gewährt, eine Zeitlang darf er aus den Energien der Natur zehren. Wer dem falschen Wort, der kalima ḫabiṯa anhängt, gleicht dem bitteren Unkraut mit seinen schwachen Wurzeln und seiner Schädlichkeit.

Kalima ḫabiṯa (Kalima Khabitha) bedeutet widerliches, bösartiges Wort oder Wort der Heimtücke. Die Vokabel ḫabiṯa hat auch nach dem Tode des islamischen Theoretikers ihre radikale Verwendung gefunden. Wie das Combating Terrorism Center, U.S. Military Academy (Militant Ideology Atlas, 192, 195) berichtet, bezeichnet Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī („Abu Muhammad al-Maqdisi“) ganze Nationen als „dawla khabitha (al-dawla al-khabitha)“ Staatswesen der Verworfenheit, Nationen des Übels (8). Der Bärtige im oberen Bild ist al-Maqdisī (9). Zurück zu al-Maudūdī:

Ein Irrweg ist es, anderen Menschen anstatt Allāh zu gehorchen. Wir dürfen den uns fortschrittlich und modern erscheinenden Völkern nicht folgen, denn Allāh stellt in Sure 6:116 klar: „Und wenn du der Mehrheit der Menschen folgst, wirst du von Allahs Weg hinweggeführt werden.“

Ihr mögt die heidnischen Tempel der Götzenanbetung aus Stein oder Mörtel zerstört haben, doch habt ihr die Tempel in euren Herzen übersehen. Diese Götzen zu zerstören ist jedoch Voraussetzung, um ein muslim zu werden. Ich bin sicher: was immer ihr in dieser Welt zu erleiden habt, ist das Resultat aus dem soeben beschriebenen Dienst an den Götzen.

Es dürfte für einen Fundamentalisten von verführerischer Konsequenz sein, ein äußeres Heidentum durch ein inneres zu ergänzen und Außenwelt wie Innenwelt gleichermaßen vom dämonischen Schmutz zu reinigen, beiderlei Heidentum zu vernichten. Das Bild von den herzlichen Bauwerken gibt es auch sehr konstruktiv, ganz ohne Abbruchwerkzeug: „Errichtet den Staat Gottes in eurem Herzen, so wird er bald auf eurem Territorium entstehen“ (uphold Islam in your heart, and it will grow strong within your society), wie der 1972 geborene, viersprachige Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad (Mein Abschied vom Himmel. Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland, Köln 2009, 200) den ägyptischen Richter und Scheich Ḥasan al-Huḍaibī zitiert. Scheich al-Huḍaibī war zwischen 1950 und 1973 der zweite „General Guide“ (Generallenker, Führer) der Muslimbruderschaft.

Zweierlei Muslime?

Es gibt die halbherzigen Muslime. Halbherzigkeit reicht nicht aus, um ein muslim zu sein. Den gottesdienstlichen Ritualen beizuwohnen oder die Perlen seiner Gebetskette durch die Finger gleiten zu lassen ist die täuschende Oberfläche, die äußerliche Frömmigkeit, das macht einen kāfir nicht zu einem muslim. Die oberflächlichen Menschen lieben etwas um sich selbst willen oder um ihres Volkes willen, nicht aber um Allahs willen. Solche Menschen mögen Institutionen kultureller, pädagogischer oder politischer Art begründet haben, ihre Einrichtungen werden zwar islamisch erscheinen, doch niemals islamisch sein.

Es gibt die echten Muslime, die alles Tun unter den Willen Allahs stellen. Gottes Rechtleitung bestimmt ihre Gedanken und Gefühle, ihre Arbeit und Sexualität, ihre Liebe und ihren Hass vollkommen und kompromisslos. All ihre Gemeinschaft und jedes ihrer Gemeinwesen bestehen nur um des islām willen.

Din und Scharia

Aš-šarīʿa (Scharia) bedeutet Weg oder Pfad, ad-dīn (Din) bedeutet Religion. Der Eintritt in den dīn ist die Anerkenntnis der Herrschaft Allahs, seines Gesandten und seiner Bücher, die Art und Weise aber, in der man heute gottgefällig zu leben hat, ist die šarīʿa. Die šarīʿa lehrt uns, wie wir Allāh anzubeten haben und ihm gehorchen sollen, wie wir Körper und Herz reinigen müssen. Kurz gesagt, die šarīʿa lehrt uns, wie wir unser gesamtes Leben führen müssen. Der dīn ist die ureigene Religion von allen Propheten, von Noah, Abraham, Jesus und Moses, die šarīʿa hingegen ist die von Allāh gestiftete und durch Muḥammad bekannt gewordene Orthopraxie.

Ibada

Al-ʿibāda gehört zum Wort für Diener oder Knecht, ʿAbd. Die ʿibāda ist die Gottesdienerschaft oder Gottesknechtschaft. Lebenslanger treuer Gehorsam und völlige Dienstbereitschaft in jedem Augenblick ist die Pflicht eines ʿabdallāh, eines jeden muslim. Das ist ʿibāda. Wer jedoch für seine dienende Arbeit zwar bezahlt wird, ohne aber die Anweisungen seines Herrn umzusetzen, wird nicht Diener genannt werden können, sondern untreu, widerspenstig. Allāh weist uns genau darauf hin: „Ich habe die Menschen nur erschaffen, damit sie mir dienen.“

Wer die Pflichten, die ihm die Menschen gegeben haben, über die Pflichten stellt, die Allāh ihm aufgetragen hat, weiß nichts von der wahren Bedeutung der ʿibāda. Mit gefalteten Händen sich in Gebetsrichtung, zur qibla hin auszurichten, sich mit der Stirn auf die Erde niederwerfen, einige rituell vorgeschrieben Worte zu sprechen oder im ramaḍān bis zum Sonnenuntergang zu hungern und zu dursten, das ist nicht ʿibāda, sondern Äußerlichkeit. Ihr müsst das ganze Leben hindurch ʿibāda ausüben, jede eurer Handlungen muss mit Allahs Gesetz in Einklang stehen. Bei jedem Schritt müsst ihr darauf achten, was ḥalāl, was erlaubt und was ḥarām, was verboten ist. Was ist hier und heute zu vermeiden, was erregt jetzt Gottes Missfallen? Das ist ʿibāda, Gottesknechtschaft, dann und nur dann ist sogar euer Weg zu eurer Familie Gottesdienst, dann ist es Dienst an Gott, wenn ihr eure Kinder küsst.

Heute, genau drei Jahrzehnte nach dem Tod des al-Maudūdī definiert die Seite www.al-muwahidun.com die Ibada als „sich verneigen, gehorchen, seine Kleinheit akzeptieren“ und führt zur Gottesdienerschaft aus: „[einerseits] etwas, was die Scharia befiehlt, selbst wenn es [widersprüchlich] zum Brauch oder zum Verstand ist … [andererseits] die Wahrheit sagen, … Güte zu den Eltern, die Verwandtschaftsbande nicht zu zerreißen, Treue zu den Verträgen, das Gute befehlen, das Schlechte verbieten, gegen die Kuffar und Munafiqun Dschihad zu machen (10).“

Die deutschsprachige Seite verlinkt zu in jugoslawischer Sprache gehaltenen und Bosnien aktiven Netzwerken wie der wahhabitisch anmutenden www.imamitewhida.com oder zur möglicherweise dschihadistisch motivierten //monoteizem.com/ und www.suza-za-tewhidom.com (11). Die Letztgenannte verlinkt zur sich auf Ibn Taymiyya berufenden, arabischsprachigen und womöglich den islamischen Terrorismus billigenden Seite www.ansaaraltawheed.com. Den Bestandteil „Unterstützer des Eingottglaubens“ (ansar al-tawhid) führen Terrorgruppen im Sudan (12) und Irak (13) im Namen. Für Frauen hält das nähere Umfeld die deutsche Seite //ukhti.net bereit. Werbefeldzug und Feldzug für das Kalifat ist das Letzte, was das zerfallene Jugoslawien braucht, hoffentlich geht in Bosnien oder auch in Deutschland niemand diesen Radikalen auf den Leim, die in Nigeria oder Pakistan Entführer, Attentäter und Kindersoldaten ausbilden.

Zum Suchbegriff „ukhti net“ bietet uns YouTube, sicherlich wenig zufällig, Erbauungsvideos an mit rechtleitenden Titeln wie: „Demokratie ist Kufr. Die Gesetzgebung obliegt einzig und allein Allah“ (14) und „Demokratische Wahlen sind Schirk. Muslime hütet euch“ (15). Diese zwei Wahlsprüche postmoderner „Aussteiger“, dieser Betreiber einer nach dem 1.400 Jahre alten Vorbild des Propheten reinszenierten Auswanderung (hiǧra) aus der Demokratie führen uns zurück zur Logik und Islamkonsequenz eines al-Maudūdī:

Adhan. Der Ruf zur Versammlung

Der aḏān (Adhan) ruft die Muslime zum Gebet, aufmerksam strömen sie zum Mittelpunkt. Das erzieht sie zur Disziplin, wie sie beispielsweise auch beim Militär unverzichtbar ist, wenn die Signaltrompete die Soldaten zum Kommandeur ruft. Nur mit dem gemeinsamen Befehl können Soldaten erfolgreich kämpfen. Als Muslime sind wir eine echte Armee, die Armee Gottes, doch unser Kampf ist viel härter als der einer gewöhnlichen Truppe. Die Armee der Muslime ist im permanenten Kriegszustand mit den Mächten des Bösen in sich selbst und in der Welt.

Imam

Dem imām (Imam) ist absolute Folge zu leisten, jede seiner Gebetshaltungen ist genau nachzuahmen. Sollte er einen Fehler machen, wird er höflich in der dafür vorgesehenen Weise darauf aufmerksam gemacht: „subḥān allāh“, nur Gott ist fehlerlos, das Gebet wird wiederholt, ohne dass der imām etwas von seinem Ansehen verliert. Sollte der imām jedoch wissentlich einen Fehler begehen, wissentlich den qurʿān falsch interpretieren oder predigend Worte des širk (Schirk), der Beigesellung oder des kufr, des Unglaubens von sich geben, müssen die Betenden aufstehen, das Gebet abbrechen und die Versammlung verlassen. So wie es sich mit der Gehorsamspflicht des muslim gegenüber seinem imām verhält, so verhält es sich mit derjenigen des Staatsbürgers zum Staatspräsidenten.

Az-zakāt (zakāh)

Der qurʿān (9:60) bestimmt, das es acht Empfängerkreise der geheiligten Abgabezahlung der zakāt (zakāh) gibt, zu denen die Gruppe der »muʿallafatu l-qulūb« zählt, das bedeutet wörtlich: diejenigen, deren Herz für den islām gewonnen werden soll. Das mögen auch zum islām konvertierte Menschen sein, denen es gilt, die soziale Seite der wahren Religion spürbar werden zu lassen. Das dürfen aber auch diejenigen sein, die davon abgehalten werden müssen, gegen den islām zu arbeiten. Eine weitere Gruppe sind die »fī s-sabīli llāh«, diejenigen, die sich auf dem Wege Allahs befinden, die Streiter Gottes. Das sind diejenigen, die Gottes Herrschaft überall auf der Welt zum ihrem Recht verhelfen wollen. Der Prophet Muḥammad sagte einst, dass eine wohlhabende Person nur aus einem einzigen Grund zakāh annehmen dürfe, nämlich für den ǧiḥād.

Herz heißt auf Arabisch al-qalb, Mehrzahl al-qulūb. Geheiligtes Bestechungsgeld. Ist zu befürchten, dass Europas „ungläubige“ Funktionäre aus Politik, Pädagogik und Kirche finanzielle islamische Aufmerksamkeiten erhalten und entgegennehmen werden, von Flugreisen an den Golf über Moscheebaufinanzierung bis zur Bücherspende an öffentliche Bibliotheken, nachdem die jeweiligen Verwalter den »muʿallafatu l-qulūb« zugerechnet worden waren? Daneben also sind die Neo-Muslime berechtigte Empfänger der Ritualabgabe: Konvertieren und reich werden, ein attraktiver Anreiz schafft zufriedene Gesichter. Hochinteressant ist auch die koranisch gebotene, mit finanzieller Zuwendung zu regelnde Verhinderung von Islamgegnerschaft und sicherlich auch bereits von Islamkritik. Nicht zuletzt bekommt auch der Gotteskrieger, der Dschihadist seinen Teil von der zakāh (zakāt). An der Nähe zu einem militärisch gemeinten Begriff des ǧiḥād kann wenig Zweifel bestehen.

Die religiöse Sozialabgabe dient also den bereitwilligen Arbeitern des bedarfsweise tötenden ǧiḥād (Dschihad). In Pakistan haben im Herbst 2009 lokale Geistliche Rechtsgutachten, Fatwas herausgegeben, in denen die Angehörigen der Aḥmadiyya als »Wajibul Qatl« bezeichnet werden, als zu tötende Wesen (16). Der dem schariarechtlichen al-aḥkām al-ḫamsa, dem fünfstufigen Bewertungssystem entstammende Terminus, hier untertreibt punjabnewsline, bewertet die Tötung eines jeden Aḥmadī in Asad-Kaschmir (17) islamrechtlich (islamisch) nicht nur als empfohlen (mandūb, mustaḥabb), sondern als verpflichtend (wāǧib, farḍ). Der Wortstamm q-t-l, (Substantiv qatl; qutl; Imperativ qital; Verbform III qātala) bedeutet allgemein „kämpfen, töten“ und soll im Heiligen Buch (al-qurān) der Muslime 187 mal vorkommen, davon 25 mal als Imperativ: „Kämpft, tötet!“ Das gegen die Sekte der Ahmadis verwendete »wāǧib ul-qatl (wajibul-qatl)« lässt sich als „geheiligte Vernichtung“ oder „islamischer Pflichtmord“ wiedergeben. Zurück zu Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī:

Ḥaǧǧ. Das Steinigen der Säulen (ramī ǧimar; ramī al-ǧamarāt). In der Morgendämmerung marschieren die Pilger nach Mina zurück und werfen kleine Steine auf die Säulen. Jeder einzelne Soldat der Sache Allahs spricht: [Ich werfe diese Steine] gegen den Teufel und seine Parteigenossen. Ich bin Zeuge für die Wahrheit des qurʿān.“ Er bekennt damit: „O Allāh! Ich werde jeden angreifen, der sich aufmacht, deine Religion anzugreifen und dein Wort zu unterdrücken, ich werde dafür kämpfen, dass dein Wort herrscht.“ Nach dem die Steine geworfen worden sind, werden Opfertiere dargebracht. Dieses Opfer ist ein Zeichen für die Intention und Entschlossenheit, das Leben auf dem Wege Allahs hinzugeben, wann immer es nötig ist.

Bis 2004 hatten drei Säulen den Teufel dargestellt, seitdem sind sie aus Sicherheitsgründen durch eine Steinwand ersetzt worden (18). In der Pilgerpraxis der aus aller Welt Angereisten ist in diesen Minuten oftmals viel Wut freigesetzt worden, gelegentlich ist es zu hektischen Tumulten, kollektiven Panikattacken und daraus resultierend zu Verletzungen gekommen.

Im ḥaǧǧ zeigt sich der islām als eine Friedensbewegung, wird die Stadt Mekka zu einem Zentrum der Gleichheit vor Gott. Das Treffen von Menschen aller Nationen in Ehrlichkeit und Liebe [wie es die jährliche große Pilgerfahrt nach Mekka darstellt] ist ein Segen für die Menschheit. Konnte irgendjemand ein besseres System entwickeln um den Weltfrieden herbeizuführen als den ḥaǧǧ? Alle Worte sind unzureichend, die Vorzüge des ḥaǧǧ wiederzugeben. Hier sind die Rechte aller Menschen gleich.

So ein Unsinn. Frauen unterliegen der geheiligten Entrechtung und Ungläubige müssen leider draußen bleiben, damit der künftigen Hölle das Brennmaterial nicht ausgeht. Die Autobahnschilder der sakralen Apartheid sagen der islamgerecht zu spaltenden Menschheit, wo die Reise hin geht: »Muslims only«. Der Weg zum Paradies, hier entlang, auf der gerade gebahnten Straße bleiben bitte. »Obligatory for non muslims«, Ungläubige bitte hier abbiegen (19). Man vergleiche das schariatische Mehrklassensystem mit der Beschilderung im öffentlichen Raum Südafrikas der Jahre 1948-1994 (20).

Auch Deutschland Badeanstalten betreffend ist segregiertes Muslimschwimmen doch sicherlich zu verhindern. Wie der Drogenabhängige nach dem Rauschgift lechzt, schaffen Deutschlands radikale Muslime sich den Bedarf nach Schwimmen in gereinigter (dhimmifreier) Zone, wie eine Diskussion unter Türkeistämmigen veranschaulicht, die etwas fehlerhafte Schreibweise wurde belassen: Kisakürek: „wisst ihr wo man als Muslim schwimmen gehen kann“, Enzar: „sag bescheid wenn du es gefunden hast diesen ort wo mann oder frau als muslime schwimmen kann. wir suchen auch aber vergeblich“, sisterE: „wird wohl schwierig sein in unmittelbarer nähe so einen ort zu finden. deswegen ist es auch wichtig dass sich muslime zusammenschliessen und solche möglichkeiten organisieren: man redet mit dem hallenbad vor ort … vielleicht bringt es auch was bei der stadt (sportamt) nachzufragen (21).“ Bemerkenswert der gewählte Nickname Kisakürek, der auf Necip Fazıl Kısakürek hinweisen dürfte (22), den Ideengeber für die »İBDA-C, Front der Vorkämpfer für den Großen Islamischen Osten« (23). Die dschihadistische İBDA-C (İslami Büyük Doğu Akıncılar Cephesi) kämpft für die Errichtung eines Kalifats Türkei mit Islamischem Rechtssystem. Symptomatisch kann sich das Mitfiebern für das antidemokratische Gedankengut der İBDA-C offensichtlich darin zeigen, getrenntes Muslimschwimmen in deutschen Hallenbädern zu wünschen.

Doch scheint etwas falsch zu laufen mit dem ḥaǧǧ, denn obwohl jährlich Tausende nach Mekka wallfahrten, verändert er ihr Leben nicht. Sie leben nach der Pilgerreise genau sehr oder so wenig moralisch wie vorher. Das befleckt den islām. Wir müssen den ḥaǧǧ wieder so durchführen, wie er beabsichtigt ist, damit sich Jahr für Jahr tausende von Muslimen verändern und die Botschaft des islām in alle Weltgegenden tragen. Heutzutage sieht es leider noch anders aus und ist Mekka kein lebendes Beispiel für wahre Religion. Makler und raffgierige Händler missbrauchen das Zentrum des Pilgerns für ihre Zwecke, ja selbst die saudi-arabische Regierung ist in dieser zutiefst unislamischen, auf persönlichen finanziellen Gewinn bedachten ḥaǧǧ-Industrie verstrickt. Ich möchte niemanden tadeln, aber auch hier müssen wir uns alle sehr verändern.

Die Rolle des ǧiḥād

Gebet, Armensteuer und Pilgerfahrt sind nicht wie die Gottesdienste anderer Religionen, beispielsweise besteht ihr Zweck nicht darin, Allāh durch äußerliches rituelles Handeln zufrieden zu stellen. Denn dem islām geht es um etwas ganz anderes, und das zu wissen ist unverzichtbar, wenn es darum geht, zu sagen, was das eigentliche Ziel eines Lebens als muslim ist. Dem islām geht es darum, die Herrschaft der Menschen über die Menschen zu beenden und die Menschheit unter die Herrschaft Allahs zu stellen. Der Kampf auf diesem Wege unter Einsatz aller finanzieller Möglichkeiten, aller Kraft und sogar unter Einsatz des eigenen Lebens heißt ǧiḥād. Doch ihr habt dieses Ziel bereits seit langer Zeit vergessen, weshalb ich hier etwas deutlicher werden muss.

Die Ursache für alles Elend der Welt liegt in korrupter menschlicher Herrschaft. Von Menschen ersonnene Regierungen verwalten Bodenschätze und Kapital, Polizei und Militär, alles Schlechte in der Gesellschaft geht auf diese Form gottvergessener Staatsgewalt zurück. Man duldet Unmoral und Korruption, Glücksspiel und Prostitution, obwohl man die Macht hätte, derlei Frevel zu beenden. Ja, der moralische Verfall und die Enthemmung nehmen sogar noch zu, Kriege und Verbrechen prägen den Planeten in einem menschheitsgeschichtlich noch nie bekannten Ausmaß. Die niederträchtigsten Kinder Adams haben die Führung über die Völker ergriffen und lenken sie nach ihren Wünschen. Weltweit herrschen Ausbeutung und Unterdrückung, den Schwachen wird Gerechtigkeit vorenthalten. Solange der Schlüssel der Macht nicht in Allahs Händen ist, wird die Gesellschaft nicht glücklich funktionieren können.

Was wir sehen, ist sozusagen naturgesetzlich: Sobald ein selbstsüchtiger Mensch, einer, der sich nicht völlig auf das Jenseits ausrichtet, an den Hebeln der Macht sitzt, verwandelt er sich in einen Unterdrücker, Diktator und Übeltäter.

Um Glück und Wohlstand für alle zugänglich zu machen, müssen wir die Gesellschaft von allen Elementen reinigen, die eine Auflehnung gegen die Gesetze Allahs bedeuten. Kein Mensch also darf über einen anderen Menschen herrschen, und damit liegt die einzige Lösung für die Misere auf der Hand: Nur Gottes Oberherrschaft über die Menschen führt die gerechte Gesellschaftsordnung herbei.

Lediglich an Allāh zu glauben und Allahs Gesetz anzuerkennen ist nicht genug. Nein, ihr seid hier und heute zu der heiligen Aufgabe verpflichtet, die Regierungsform falscher Grundlage zu beenden, die Herrschaft derjenigen zu beenden, die nicht aus völliger Gottesfurcht handeln. Auch ist es eure Pflicht, den aufrichtigen Gottesdienern den Weg in die politischen Führungspositionen zu ebnen. Das ist die Bedeutung von ǧiḥād!

Wir rufen uns ins Gedächtnis: der dīn ist Gehorsam und Unterwerfung, die šarīʿa ist die Lehre des rechten Gehorchens und Unterworfenseins, die ʿibāda meint rechte Anbetung und Gottesdienst.

Wem immer ihr als einem gesellschaftlichen beziehungsweise politischen Führer folgt, dessen dīn erkennt ihr an, denn er ist nun zu eurem Herrn geworden und ihr zu seinen Untertanen. Was er anordnet, ist eure šarīʿa, und soweit ihr im Einklang mit den von ihm erlassenen Gesetzen lebt, vollführt ihr ihm gegenüber ʿibāda, Gottesknechtschaft. Spätestens hier wird jedem einsichtigen Menschen klar werden müssen, dass er nicht zwei Religionen folgen kann, nicht dem unislamischen Staat und zugleich Allahs Staatsordnung. Das ist wichtig, zu begreifen, dass letztlich kein Mensch mehr als einem dīn gleichzeitig dienen kann. Von all den Herrschern wird es nur einen geben, der euer Leben lenkt.

Gott oder der Satan, Allāh oder ʿAzāzil. Akzeptanz der Demokratie oder Mitarbeit an derselben ist in dieser Logik selbstverständlich Teufelsdienst, unbewusster oder bewusster Kampf gegen Allahs Gesellschaftssystem. Die wünschenswerte Integration in eine Gesellschaft von Staatsbürgern wird in dieser radikalislamischen Logik natürlich bewusst zerstört. Der muslim in Europa, beispielsweise in Deutschland, wird im Geiste der Schriften eines al-Maudūdī oder Necmettin Erbakan zur religiösen Demokratieverweigerung aufgerufen.

Bücher von al-Maudūdī vertreiben beispielsweise amana-Buch.de (Adresse: Taufik Jakob, Rudolfstr. 149
42285 Wuppertal). Geschäftsführer Taufiq Jakob vertreibt Schriften des den Muslimbrüdern zuzuzählenden Islamischen Zentrums München und handelt mit islamisch korrekten Süßwaren (//halalibo.de, ebenfalls besagte Rudolfstr. 149, Mitinhaber: Mesut Özdogan). Ferner vermittelt Taufiq Jakob Deutschlands Gottesknechten die zum Überleben unter der grausamen Herrschaft der kuffār unverzichtbaren Übersetzer und Rechtsanwälte (www.muslim-verzeichnis.de).

Bei dem ebenfalls der Muslimbruderschaft nahe stehenden Verlag Green Palace (Gitschinerstraße 16, 10969 Berlin) hat man in der Vergangenheit die Schriften des al-Maudūdī verkauft, sie aber inzwischen aus dem Programm genommen, die Verlagsadresse ist identisch mit Anschrift und Büro der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD), die MJD hat den Buchversand ins Leben gerufen.

Zwischen 1997 und 1999 saß Deutschlands berühmteste Kopftuchklägerin Fereshta Ludin im Vorstand jener Organisation, die 2009 über das Projekt »Dialogbereit« Kooperationspartner für die Damen und Herren Kinder- und Jugendschützer der katholischen Kirche Nordrhein-Westfalens ist beim Ziel: „den interkulturellen und interreligiösen Dialog unter Jugendlichen anzustoßen und zu fördern (24).“ Die Evangelische Kirche bemüht sich ebenfalls darum, die MJD nebst Millî Görüş und Lifemakers besser zu verstehen und lud im Mai 2009 in die Bildungsstätte Loccum (25). Zu dem Projekt »Dialogbereit« fabrizierten Georg Bienemann, Werner Höbsch und Bekir Alboğa eigens das Handbuch »Dialogbereit. Christen und Muslime im Gespräch. Eine Klärungshilfe.« Zur Grundrechtswidrigkeit der Scharia klärt die „Klärungshilfe“ freilich nichts. Was den Integrationsbeauftragten der Landesregierung, Thomas Kufen im September 2008 nicht davon abhielt, den buchgewordenen Nebelwurf in den Moscheen von Solingen, Marl und Meschede vorzustellen.

Zusammengefasst: Ein islamischer, der Muslimbruderschaft nicht fern stehender Jugendbund vertrieb die radikalen Schriften von al-Maudūdī, Sayyid Quṭb, Ahmad von Denffer und Amir Zaidan („Kamel-Fatwa“), zwischen 2008 und 2010 praktiziert der katholische Jugendschutz des bevölkerungsreichsten Bundeslandes mit eben diesem Verein ein Dialogprojekt, zwei christliche Schariafreunde schnappen sich Bekir Alboğa vom türkischen Staatsislam Mannheims oder umgekehrt, die kuffār-Landesregierung ernennt Herrn Thomas Kufen zum Bücherboten Allahs und sendet ihn durch Westfalens Moscheen (26).

Der Name des al-Maudūdī und das Islamverständnis des pakistanischen „Meisters“ wird tolerant übergangen. Das Projekt Dialogbereit orakelt: „ein wichtiger Schritt zur kulturellen Annäherung (27).“

Da ist sie wieder, die berüchtigte gleiche Augenhöhe.

Zwischen Scharia und Demokratie.

Jacques Auvergne

(1) »Khutabat. Fundamentals of Islam« (1988)

http://www.witness-pioneer.org/vil/Books/M_foi/

(2) Jamaat-e-Islami (JI), mächtige Bewegung und politische Partei

http://www.jamaat.org/new/

(3) Scharia für Malakaland

http://www.tagesschau.de/ausland/pakistan754.html

(4) Scharia für Swat

http://de.euronews.net/2009/04/14/scharia-im-swat-tal/

(5) Pakistan ist Atommacht. Und hat Probleme mit dem politischen Islam. Jörn Schulz: »Der Countdown läuft«

http://jungle-world.com/artikel/2006/09/17005.html

(6) »Multikulturhaus« und IIZ, Neu-Ulm. Eva Eusterhus: »Bayerischer Dschihad«, 11. März 2005

http://www.welt.de/print-welt/article557349/Bayerischer_Dschihad.html

(7) Neu-Ulm. »IIZ«

http://www.sueddeutsche.de/politik/735/417501/text/

(8) „dawla khabitha (al-dawla al-khabitha)“, Staatswesen der Verworfenheit.“ Nationen des Übels. Bei: Combating Terrorism Center, U.S. Military Academy: Militant Ideology Atlas (pdf)

http://www.ctc.usma.edu/atlas/Atlas-ResearchCompendium.pdf

(9) Abū Muḥammad ʿAṣām al-Maqdisī („Abu Muhammad al-Maqdisi“)

http://www.aljazeera.net/channel/archive/archive?ArchiveId=129776

(10) Gottesdienerschaft (al-ʿibāda) bei al-muwahidun.com – „die Wahrheit sagen, … Güte zu den Eltern, die Verwandtschaftsbanden nicht zu zerreißen, Treue zu den Verträgen, gegen die Kuffar und Munafiqun Dschihad zu machen“ (pdf)

http://www.al-muwahidun.com/aqida/1._Ibada.pdf

(11) www.al-muwahidun.com

http://www.al-muwahidun.com/links.html

(12) Sudan, Januar 2008. Radikalislamisch mordend: Ansar al-Tawhid (Companions of Monotheism)

http://www.voanews.com/english/archive/2008-01/2008-01-05-voa7.cfm?moddate=2008-01-05

(13) Irak, Januar 2006. Radikalislamisch entführend: Kataib Ansar al-Tawhid wa al-Sunna (Brigaden der Anhänger der göttlichen Einheit und des Beispiels des Propheten)

http://www.sueddeutsche.de/politik/714/362536/text/

(14) „Demokratie ist Kufr“

http://www.youtube.com/user/IslamicComeback#p/a/u/2/dsGMg6ENTmQ

(15) „Demokratische Wahlen sind Schirk“

http://www.youtube.com/user/IslamicComeback#p/a/f/2/Ounqgv5eefg

(16) Wajibul Qatl. „the local clerics are issuing regular Fatwas pronouncing that all Ahmadis are ‘Wajibul-Qatl’ which means they can and should be lawfully killed due to their beliefs”

http://www.punjabnewsline.com/content/view/19224/38/

(17) Asad-Kaschmir (Azad-Kashmir), die Einwohnerzahl beträgt 3.200.000 (Stand 2002) und hatte sich in zwanzig Jahren verdoppelt. Muslime: 99 %

http://de.wikipedia.org/wiki/Asad_Kaschmir

(18) Steinigung des Säulenteufels, jetzt als teuflische Betonwand

http://www.youtube.com/watch?v=PX_jizBNOas

(19) Die Autobahnschilder der sakralen Apartheid: Muslims only. Den Weg zum Paradies, auf der Autobahn bleiben bitte. Obligatory for non muslims. Ungläubige bitte abbiegen

http://www.solcomhouse.com/images/highwaymecca2.gif

(20) FOR USE BY WHITE PERSONS

http://www.southafrica.to/history/Apartheid/apartheid.jpg

(21) Allahs kleine türkische Kalifen wollen sauber schwimmen. Ohne Ungläubige und ohne das andere Geschlecht im selben Beckenwasser

http://www.delikanforum.net/konu/58925-wo-kann-man-schwimmen-deutschland.html

(22) Necip Fazıl Kısakürek

http://yurekdevleti.wordpress.com/2008/05/26/ustad-necip-fazil-kisakurek/

(23) İBDA-C. Front der Vorkämpfer für den Großen Islamischen Osten

http://www.faz.net/s/RubA24ECD630CAE40E483841DB7D16F4211/Doc~EF8FA786B058D4BD9B100D03807D84C82~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(24) Offensichtlich kein Problem mit der Muslimbruderschaft haben die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen e. V. und die Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Offene Kinder- und Jugendarbeit NRW (LAG Kath. OKJA NRW)

http://www.dialogbereit.de/

(25) Loccum 2009: Evangelische Bildungsarbeit mit MJD, Millî Görüş und Lifemakers

http://www.mjd-net.de/node/3444

(26) Thomas Kufen, Allahs Bücherbote

http://sauerlandthemen.de/2008/09/27/nachschlagewerk-fuer-das-taegliche-miteinander/

(27) »Dialogbereit«

http://www.dialogbereit.de/konzept.html

151. Barbara John

25. Oktober 2009 von Jacques Auvergne

حجاب

ḥiǧāb

Hidschab

Eine fahrlässig unterlassene Debatte

Barbara John (CDU) wurde 1981 vom Berliner Senat zur ersten Ausländerbeauftragten der Bundesrepublik Deutschland berufen. Für das der Förderung jedenfalls Duldung des orthodoxen (politischen) Islam geschuldete Scheitern der Integration ist John mitverantwortlich, was die Professorin uns und wahrscheinlich auch sich selbst gegenüber leugnet. John schweigt zur grundrechtswidrigen Scharia und zu der in den Koran und die Sunna integrierten Frauenentrechtung. Die Politologin will Deutschlands muslimische oder nichtmuslimische Islamkritiker zum Schweigen bringen und akzeptiert offensichtlich Strukturen des Islamischen Rechts. Ihr im Hinblick auf das Recht jedes Einwohners auf ungeschmälerte Meinungsfreiheit und negative Religionsfreiheit bedenklicher Text »Eine fahrlässige Debatte (1)« aus dem Jahr 2004 verdient unsere Kommentierung, meinen Ümmühan Karagözlü (K) und Jacques Auvergne (A) zu Zitaten von Barbara John

Eine fahrlässige Debatte

A: Eine fahrlässig unterlassene Debatte: Die Grundrechtswidrigkeit des orthodoxen Islam.

K: John meint in ihrem inzwischen fünf Jahre alten Text natürlich die Kopftuchdebatte. Mit »fahrlässig« spielt die Politikerin höchst manipulativ auf den beispielsweise aus »fahrlässige Tötung« bekannten rechtlichen Gebrauch an und möchte gezielt suggerieren, Kopftuchkritik beziehungsweise Islamkritik würde den gesellschaftlichen Frieden gefährden.

A: Eine fahrlässige Debatte scheint uns eher die gelegentlich von Politikern, Pädagogen und Kirchenfunktionären betriebene Kopftuchverteidigung zu sein.

K: Die Dogmen und Institutionen des Islam umgibt eine Mauer des Schweigens, die islamische Orthodoxie ist auch im säkularen Europa sozusagen sakrosankt. Gezielt vorenthaltene Informationen haben dazu beigetragen, dass sich Bürger die sie interessierenden Einzelheiten über die islamische Politreligion selber zusammensuchen. Die verwendeten Quellen sind nicht immer demokratisch, Fehlinformationen und Mythen wachsen und gedeihen. Die freiheitliche Demokratie kann sich lückenhafte oder einseitige Information nicht leisten.

A: Deutschlands Medien, Politiker, Verbände, Kirchen und Schulen verweigern die überfällige Debatte über den islamischen Gehorsamskult, daher würden wir in den Titel des besprochenen Textes das Wort »unterlassen« einfügen, denn nicht das Reden, das Schweigen ist das Problem. Der Begriff »unterlassene Hilfeleistung« kommt mir in den Sinn, ganz ähnlich könnte es Necla Kelek (2006) ergangen sein, die ihre Entgegnung an den Offenen Brief der sechzig Migrationsforscher mit »Sie haben das Leid anderer zugelassen!« übertitelte (2).

K: Diese Kulturrelativisten um die beiden Antietatisten Yasemin Karakaşoğlu und Mark Terkessidis hatten ihren als „Petition“ ausgegebenen Offenen Brief »Gerechtigkeit für die Muslime!« genannt (3). Bei den Mitunterzeichnern durften Barbara John und Ursula Boos-Nünning natürlich nicht fehlen.

Vor einigen Wochen, die Kopftuchdebatte machte bereits Schlagzeilen, bewarb sich eine junge, kopftuchtragende Berlinerin als Küchenhilfe bei McDonalds. Sie wurde abgelehnt – mit der Begründung, kopftuchtragende Mitarbeiterinnen seien für viele Kunden eine Provokation.

A: Und wäre ich noch so hungrig, in einem Schnellrestaurant würde ich einer Verkäuferin mit Sannyasin-Kutte, Pro-Scientology-Pullover, Hakenkreuzarmbinde oder Hidschab nichts abkaufen. Mich provoziert die islamische „Bedeckung“ des weiblichen Körpers, die jede Unverschleierte als Schlampe diskriminiert, den nichtmuslimischen Mann als Dhimmi oder Harbi und die jeder Frau, gerade auch der unter Burka oder Tschador befindlichen, das Etikett anheftet: Vorsicht, frei umher laufendes soziales und sexuelles Sicherheitsrisiko.

K: Bereits am 01.12.2003 gehörte John zu den 72 Unterzeichnerinnenn (4) des Aufrufes »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation! Wider eine Lex Kopftuch« (5). Zu den Mitunterzeichnerinnen gehörten die damalige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Marieluise Beck, die vormalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth und Hamburgs evangelische Bischöfin Maria Jepsen. Die Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat einen Offenen Brief (»Für Neutralität in der Schule«) eingestellt, der eine gelungene Entgegnung auf die 72 Unterzeichnerinnen um Dr. Barbara John darstellt (6).

A: Die das Lehrerinnenkopftuch verteidigende Barbara John meinte 2003 „Verbote würden nur weiter radikalisieren“ (7), was die künftige Verantwortlichkeit für jeden islamisch motivierten Extremismus auf die Seite der Kritiker des Kopftuches schiebt und wie nebenbei einer staatsgefährdenden Glaubensdoktrin Raum gibt, nach der man zu jeder tatsächlichen islamischen Radikalisierung um des sozialen Friedens willen schweigen müsse. Beides hat sehr viel mit der weltweit bekannten, ganz eigentümlichen Dynamik und Logik von Erpressung zu tun. Zu den erwähnten 72 Mitunterzeichnerinnen zählte auch die aus damaliger Sicht vormalige und in diesen Tagen des Oktober 2009 erneut in dieses Amt gewählte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

K: Nach dieser Logik, Verbote würden radikalisieren, dürften wir keine Gesetze gegen Internetpornographie, Neonazismus, Drogenkonsum oder Paramilitärs beziehungsweise Wehrsportler erlassen. Alle Regeln und Vorschriften müssen sofort weg, um den Bürgerkrieg zu verhindern?

K: Noch zu dem Aufruf „Wider eine Lex Kopftuch“ der 72 Hidschabfreundinnen: Der Türkische Bund Berlin Brandenburg (TBB) hält den Aufruf für blauäugig und warnt vor einer islamistischen Unterwanderung des Bildungssystems (8).

Ähnliches hören Frauen, die sich um prestigeträchtigere Arbeitsplätze als Ärztinnen oder Rechtsanwaltsgehilfinnen bewerben, täglich.

A: Wer die Tugenddoktrin der Scharia hinein in unsere Großraumbüros, medizinischen Praxen oder Anwaltskanzleien importieren will, zeigt nicht gerade die Bereitschaft, alle Menschen gleich zu behandeln. Scharia ist Ungleichbehandlung, sakrales Segregieren und Entrechten, kultureller Rassismus. Das die Trägerin ebenso „geheiligt“ wie obszön sexualisierende Kopftuch markiert den Geltungsanspruch des sexualmagisch orientierten islamischen Gesetzes.

Ortswechsel: Eine kopftuchtragende Studentin steigt in einen Berliner Bus und muss anhören, wie ein Fahrgast bei ihrem Anblick laut von „Scheißterroristen“ spricht. Als sie ihn zur Rede stellt, gibt es keine Unterstützung für sie von anderen Mitfahrenden.

A: Praktizierende Terroristen darf der Volksmund als beschissen bezeichnen. Die (in ihrer Existenz leider nicht belegte) Kopftuchträgerin in der kalkuliert rührselig beschriebenen Szene im Bus hat sich sicherlich sofort vom Dschihadismus distanziert und ihren Einsatz für die Bürgerrechte jedes Islamapostaten und jeder Schariagegnerin hörbar bekannt. Auch für die Rechte der in mehrheitlich von (so genannten) Muslimen bewohnten Landstriche lebenden Kopten, Hindus und Bahai machen sich beide täglich stark, die anonym gebliebene Studentin und ihre wehklagende Professorin Barbara John. Oder etwa nicht?

Ressentiments und Ausgrenzungen in der Berufswelt

A: John legt uns mit dieser Zwischenüberschrift nahe: Jeder Kopftuchkritiker ist ein kulturbezogener Rassist.

Frauen mit Kopftüchern erleben fast überall Ausgrenzung und Missbilligung, und zwar unverhohlen und direkt, so als gäbe es dazu eine öffentliche Aufforderung. Viele sehen sich behandelt, als sei ein Kopftuchverbot, das sich derzeit in Baden-Württemberg, im Saarland, in Niedersachsen und in Hessen noch in der parlamentarischen Beratung befindet, außerparlamentarisch bereits umgesetzt.

A: Das Kopftuchverbot ist mittlerweile glücklicherweise in acht von sechzehn Bundesländern umgesetzt worden, es betrifft übrigens Lehrerinnen an staatlichen Schulen. Barbara John wollte das Kopftuchgesetz im letzten Augenblick zu Fall bringen.

Betroffen sind auch Frauen mit Berufswünschen außerhalb pädagogischer Tätigkeiten. Das sind schon jetzt weitaus mehr Musliminnen, als es Bewerberinnen mit Kopftuch für ein Lehramt gibt.

A: Das soll heißen: Wer das Lehrerinnenkopftuchverbot befürwortet, billigt die gemeine, menschenverachtende Diskriminierung von Kopftuchfrauen in allen anderen Berufen gleich mit. Dass Kinder und Jugendliche unseres besonderen Schutzes bedürfen, scheint Dr. John nicht klar zu sein.

K: Selbstverständlich haben privatwirtschaftliche Unternehmen das Recht zu überprüfen, ob die neue Bewerberin in das Arbeitsteam passt. Groß- und Einzelhandel, Handwerk und Dienstleistung dürfen tatsächlich auf Belange und Wünsche ihrer Kunden eingehen – und das kann auch mal ein Kopftuchverbot bedeuten. Der Mensch unter dem Tuch wird ja gerade nicht abgelehnt, das ideologische Zeichen erregt Anstoss und wird zurückgewiesen.

Die Vertreibung kopftuchtragender Musliminnen aus der Berufswelt ist in vollem Gange. Spreche ich die Befürworter eines staatlichen Kopftuchverbots auf diese Folgen an, dann höre ich: „Das war nicht beabsichtigt. Es geht nur um ein Verbot für den öffentlichen Dienst.“ Dass es nun alle Kopftuchträgerinnen trifft, liegt aber in der Logik der vorgetragenen Gründe.

A: Türkin rein, Kopftuch raus. Die Muslima arbeitet als meine Kollegin, ihre Burka bleibt zu Hause. Und wir als Kolleginnen und Kollegen kämpfen dafür, dass ihr die vollen Bürgerrechte zugänglich sind, ihr Ayatollah oder Scheich sieht das wesentlich „differenzierter“ (koranisch halbierte Rechte für die Muslimfrau).

Im Mittelpunkt der Angriffe stand die Kopftuchträgerin. Sie wurde in geradezu klassischer Manier zum Feindbild aufgebaut. Kopftücher sind eine „militante Kampfansage an die Gesellschaft“, lautet die verbreitete politische Botschaft.

K: Stimmt, jede Verschleierung für die Spezies Islam-Frau ironisiert die allgemeinen Menschenrechte und untergräbt die Demokratie.

Im Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Schulgesetzes aus Baden-Württemberg heißt es: „Insbesondere ist ein äußeres Verhalten“ – gemeint ist das Kopftuch – „unzulässig, welches bei Schülern oder Eltern den Eindruck hervorrufen kann, dass eine Lehrkraft gegen die Menschenwürde, die Gleichberechtigung der Menschen nach Artikel 3 des Grundgesetzes, die Freiheitsgrundrechte oder die freiheitlich-demokratische Grundordnung auftritt.“

A: Genau, Allahgott will neun- bis dreizehnjährige Ehebräute, bedarfsweise zwangsverheiratende Väter (walī muǧbir) und die geheiligte indonesische Klitorisvorhautamputation, wie sie die wohltätige Assalaam Foundation in Bandung (Java) in leergeräumten Schulgebäuden an kleinen Mädchen durchführt (9). Das ist Islam, und eben auch dafür steht das deutsche Kopftuch. Frau John lässt die deutsche Öffentlichkeit bewusst im Unklaren und verschweigt den Wali Mudschbir und die vom saudi-arabischen Scheich Al asch-Scheich nach prophetischem Vorbild geforderten neun- oder zehnjährigen, zum ehelichen Geschlechtsverkehr vorgesehenen Bräute (10). Im September 2008 verkündete die höchste spirituelle Autorität Saudi-Arabiens ʿAbdu l-ʿAzīz bin ʿAbdullāh Āl aš-Šaiḫ ein Machtwort: „girls as young as 10 years old can be married“, der Bräutigam darf mit der Zehnjährigen den islamisch korrekten Geschlechtsverkehr ausüben. Für Barbara John kein Problem. Hören wir, was das malaysische Familienministerium zur islamischen Zwangsverheiratung sagt (11):

„Is consent from the bride required before a marriage can be carried out? – Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian).“ Wali bedeutet hier, was Barbara John genau weiß, Heiratsvormund, die Zustimmung (consent) der Braut ist zwar grundsätzlich erforderlich (required), wird jedoch bei einer jungfräulichen Tochter (virgin) von ihrem Vater beziehungsweise Großvater väterlicherseits gegeben, die Tochter wird also gegen jedenfalls ohne ihren Willen verheiratet, das ist Gott Allah aber noch nicht genug:

Das fromme frauenfeindliche (islamische) Ministerium antwortet unter Punkt 2 auf die Frage: „Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir? – A virgin girl can be entered into a marriage without her consent“, kann ein jungfräuliches Mädchen ohne ihre Zustimmung und durch ihren Wali Mudschbir in eine Ehe gezwungen werden? Ein jungfräuliches Mädchen kann ohne ihre Einwilligung verheiratet werden. Politikwissenschaftlerin Barbara John weiß auch das und verheimlicht den Nichtmuslimen derartige Brutalität.

Kindbraut und Wali Mudschbir, das steht hinter dem Prinzip der islamischen Frauenverschleierung.

K: Islamische Kleidung schützt eben nicht nur vor Kälte. Kleidung hat eben nicht nur die praktische Funktion, uns vor Kälte und Nässe zu schützen, sie ist auch Symbol für die berufliche Funktion, den Status, das soziale Umfeld und gibt Einblick in Werte, Haltungen und Weltanschauung unseres Gegenübers. So signalisiert die Uniform eines Polizisten Rechtsstaatlichkeit und Schutz. Lehrerinnen und Erzieherinnen, die sich mit dem Schamtuch (Feridun Zaimoglu) oder sonstiger islamischer Kleidung bedecken, repräsentieren sich mit einem Dresscode, der als politreligiös, antiemanzipatorisch und erzkonservativ gedeutet wird.

Warum sollte das Kopftuch, das von der Sprechstundenhilfe oder der Krankenhausärztin oder der Verkäuferin getragen wird, einen anderen Inhalt transportieren als das einer Lehrerin? Die dem Kopftuch zugeschriebene politische Symbolik bleibt im Auge vieler Betrachter gleich, egal wo sie den Frauen begegnen.

K: Die Scharia ist allgegenwärtig, ewig und unverhandelbar. Sagt Mustafa Cerić, der Mann ist Großmufti.

Die Verbotsdiskussion befindet sich in einer Falle. Selbst dort, wo das Tuch nicht verboten werden kann oder darf, behält es seinen anstößigen Charakter.

A: Die Tuchverweigerin ist unter Islamisten anstößig, nicht die Tuchträgerin. Es wird so sein, dass die eine Frau im Einklang mit Yusuf al-Qaradawi oder irgendwelchen Fatwas geprügelt wird, um das Kopftuch zu tragen, und dass die andere Muslima Angst hat, bei ihrem Kopftuchverweigern für ganze Zeitalter qualvoll in den Höllenflammen zu brennen. Derlei Psychoterror ist es, was die die Töchter muslimisch geprägter Großeltern oder die Konvertitinnen zum Milieu um Abu Hamza (Pierre Vogel) zu spüren bekommen. Diese Frauen, ob fanatisch oder verprügelt oder beides, sie befinden sich „in einer Falle“. Nicht der Kopftuchkritiker diskriminiert, das Kopftuch diskriminiert. Die Scharia ist ein die Menschheit in Kollektive spaltendes und diese Menschenklassen im Namen der islamischen Religion gestuft entrechtendes gesellschaftliches Modell, das absoluten Gehorsam verlangt. Den Begriff orthodoxer Islam haben wir säkulare Staatsbürger mit geheiligte Diskriminierung zu übersetzen. Im Oktober 2007 erhielt Schariafreundin John für ihre 25 Jahre lang professionell betriebene Islamverharmlosung und Kopftuchverteidigung einen Sitz in der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS).

Schon suchen sie nach Auswegen und diskutieren, welches Studium oder welche Ausbildung überhaupt noch begonnen werden sollte, wenn Anstellungschancen im begehrten pädagogischen Arbeitsfeld nicht mehr realistisch sind. Sie witzeln, dass noch gute Einstellungsaussichten bei Call-Centers bestehen; schließlich gibt es noch keine Bildübertragung vom Telefonarbeitsplatz.

K: Eine außerhäusliche Tätigkeit der Muslima, soweit sie überhaupt vom Göttergatten gestattet wird, in einem erzieherischen Beruf entspricht dem mittelalterlichen beziehungsweise islamistischen Frauenbild. Ich glaube nicht, dass sich ein frommer muslimischer Mann von einer Ärztin, sei sie kopftuchtragend oder unverschleiert, behandeln lassen wird.

A: Indem wir die „unbedeckte“ muslimisch sozialisierte Frau in die jeweilige Branche beruflich integrieren, verhindern wir die auch im Erwerbsleben drohende Apartheid in „westliche“ und islamisch korrekte Zonen.

Wer sich ebenfalls auf gut qualifizierten Nachwuchs freuen kann, sind muslimische Organisationen: Schulen, Vereine und Eltern-Kindergärten. Bravo, kopftuchverbietende Knitzelsbacher: So tragt ihr dazu bei, dass die so genannte Parallelgesellschaft, vor der ihr permanent warnt, sich noch weiter abschotten kann. Musliminnen mit beruflichen Ambitionen außerhalb ihrer religiösen Milieus werden zurück zu Kindern, Küche und Moscheeverein verwiesen.

A: Die herrschaftskulturellen Sinnzeichen und persönlichkeitsverzerrenden Dressurinstrumente der Modernitätsverweigerung, Niqab, Hidschab oder Kopftuch jetzt allüberall zulassen, damit das, was wir nicht wollen, nicht länger parallel vorhanden ist, sondern gleich überall? In dieser Dr.-Barbara-John-Logik müssten wir Sozialarbeiter und Jugendarbeiter uns nicht länger über im Hinterzimmer oder im Wald grölende Burschen mit Hakenkreuzfahnen ärgern, sondern sie nebst Insignien in Schule und Rathaus beschäftigen.

So bleibt nur die Hoffnung auf weitere Entscheidungen höherer Gerichte, die feststellen, dass Artikel 4 der Grundrechte unserer Verfassung, die Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit, auch für Frauen mit Kopftüchern gilt. Sie werden dieses Rechts nicht dadurch würdig, dass sie das Kopftuch ablegen. Sie besitzen das Grundrecht bereits; es ist keine Belohnung für gelungene Assimilation.

K: Das Grundrecht auf die negative Religionsfreiheit existiert ebenso – und schützt Menschen vor dem Fundamentalismus. Dieses Freiheitsrecht bewahrt gerade Musliminnen vor dem Totalitarismus der Wohlverhaltensdoktrin von Sunna und Scharia. Ohne dieses negative Grundrecht dürften diese Frauen weder neben Männern im Bus oder Großraumbüro sitzen beziehungsweise sich mit ihnen unterhalten noch sich einen Ehepartner selbst aussuchen oder die Religion wechseln.

Mit der Kopftuchdiskussion ist mir klar geworden, wie sich viele in Deutschland die Integration wünschen: Integriert ist eine muslimische Frau erst dann, wenn sie nicht mehr so aussieht wie eine Muslimin und auch nicht dafür gehalten werden kann.

A: Es besteht Religionsfreiheit. Im Schuldienst, Schöffen- oder Richteramt muss niemand ein Schild um den Hals hängen haben, darauf die Worte: „Wer sich den Weisungen meines Gottes widersetzt, wird in den Flammen der Hölle qualvoll verbrennen und ist im Diesseits als jugendgefährdendes und gesellschaftsfeindliches Wesen minderen sittlichen Wertes anzusehen.“

K: Die Religionszugehörigkeit gehört nicht zu unseren spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen. In den Pass tragen wir sie aus gutem Grund nicht ein. Mit „Schamtuch“ jederzeit als Muslima zu erkennen, unterliegt sie dem geheiligten Kontrollzwang durch die „religiöse“ Community. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, seitdem Barbara John die hier kommentierten Sätze veröffentlichte. Doch auch im Jahre 2009 ist die Berliner Politikwissenschaftlerin für das Kopftuch politisch tätig geworden. Dieses mal war es nach dem Mord im Dresdener Gerichtssal an Marwa el-Sherbini durch einen arbeitslosen Russlanddeutschen.

A: Frau John kämpft bis heute für das ungebremste Kopftuchtragen und bezichtigt uns Gegner der islamischen Frauenkleidung, an einem fremdenfeindlich motivierten Mord Mitschuld zu tragen: „Jedes Feindbild entwickelt Eigendynamik. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die öffentliche Raserei über das Kopftuch einen Henker fand.“

K: Die kulturrelativistische Politikerin präzisiert zur Genese eines Mordes: „Die Untat zwingt, sich die deutsche Diskussion über das Kopftuchtragen wieder vor Augen zu halten. Es war von Anfang an eine brutale, eine feindselige, eine hysterische Debatte (12).“ Dass Scheich Ihab Adli Abu al-Madschd in diesen Tagen zum islamischen Vergeltungsmord an Marwas Mörder aufruft (13), ist Barbara John keine Silbe wert. Was, wenn für die schreckliche Tat im sächsischen Gerichtssaal nicht der Hass auf die islamische Verschleierung ursächlich war, sondern die prinzipiell gescheiterte Integration? Auch der Täter war Einwanderer, er stammt aus einer teilweise immer noch schlecht integrierten Immigrantengruppe. Migrantengewalt (gerade gegen Frauen) ist ein drängendes Problem, wie Hans-Ulrich Jörges (Die vergrabene Bombe) am 08.08.2008 betont (14).

Quellen

(1) Barbara John, bei: Qantara

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-548/_nr-18/_p-1/i.html

(2) Necla Kelek 2006 »Sie haben das Leid anderer zugelassen!«

http://www.zeit.de/2006/07/Kelek

(3) „Gerechtigkeit für die Muslime! Die deutsche Integrationspolitik stützt sich auf Vorurteile. So hat sie keine Zukunft. Petition von 60 Migrationsforschern“

http://www.zeit.de/2006/06/Petition

(4) »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation! Wider eine Lex Kopftuch«, die Unterzeichnerinnen

http://www.dtsinfo.de/deutsch/p200211/Seite36.htm

(5) »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation! Wider eine Lex Kopftuch«. Wortlaut der Erklärung

http://www.antjeschrupp.de/lex_kopftuch.htm

(6) Für Neutralität in der Schule! Offener Brief vom 14.02.2005, taz

http://www.bpb.de/themen/VKZXQL,0,0,F%FCr_Neutralit%E4t_in_der_Schule.html

(7) John-Logik: Deutschlands böse Kopftuchverbote radikalisieren unsere empfindsamen Islamisten

http://www.sueddeutsche.de/politik/444/395232/text/

(0) Leutheusser Schnarrenberger (FDP) 2003

http://www.sueddeutsche.de/politik/444/395232/text/

(8) Türkischer Bund Berlin Brandenburg zur Kopftuchdiskussion

http://www.migration-info.de/mub_artikel.php?Id=031001

(9) Islamische FGM

(10) Islam will zehnjährige Ehefrauen

http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm?method=home.regcon&contentID=2009011526744

(11) Islam ist Zwangsheirat, wali mujbir

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng#

(12) Barbara John, zwölf Tage nach dem Mord an Marwa el-Sherbini

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Marwa-E-Dresden-Russlanddeutsche-Islamhass%3Bart141,2845530

(13) Scheich fordert Blutrache an Marwas Mörder

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,657102,00.html

(14) Hans-Ulrich Jörges: Die vergrabene Bombe (2008)

http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/zwischenruf-die-vergrabene-bombe-634119.html

150. Petition gegen das Gebetsraumurteil. Geschäftszeichen 5314/16

23. Oktober 2009 von Jacques Auvergne

Gabi Schmidt

Limitenstraße 31

41236 Mönchengladbach

An das

Abgeordnetenhaus von Berlin

Petitionsausschuss

Niederkirchnerstr. 5

10111 Berlin

Nachrichtlich an

den Regierenden Bürgermeister von Berlin

Senatskanzlei

Jüdenstr. 1

10178 Berlin

Petition zum Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts AZ: VG 3 A 984.07 vom 29.09.2009 und zum dafür bestellten Gutachter Dr. Mathias Rohe

Geschäftszeichen 5314/16

22.10.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir ersuchen den Senat des Landes Berlin gegen das oben genannte Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts zum islamischen Gebet in den Räumlichkeiten einer staatlichen Schule wegen seines Präzedenzfallcharakters und seiner allgemeinen Bedeutung für das gesamte Bundesgebiet Revision einzulegen.

Begründung:

1. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein freiheitlich-demokratischer und säkularer Rechtsstaat

Zum Selbstverständnis freiheitlich-demokratischer, säkularer Staaten gehört die politische und weltanschauliche Neutralitätspflicht im öffentlichen Dienst und an staatlichen Einrichtungen. Das Berliner Neutralitätsgesetz, das konsequenteste in der Bundesrepublik, führt dazu Näheres aus. Als Garant dieser Verpflichtung zur Neutralität, die an die Tradition und die Prinzipien der Aufklärung, der französischen Revolution, der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 anknüpft, hat der Senat die Aufgabe, diese Neutralität zu schützen und durchzusetzen.

Die „geheiligte“ Pflichtenlehre des Islam, die Scharia fließt in die Verfassung vieler islamischer Staaten ein (Schariavorbehalt), in der Bundesrepublik Deutschland haben jedoch die Menschenrechte (New York 1948), die Grundrechte sowie abgeleitete Rechtsvorschriften absoluten Vorrang. Zu diesen Naturrechten gehört die Religionsfreiheit, auch die negative Religionsfreiheit hat bei uns Verfassungsrang. Kollidieren wie im vorliegenden Fall zwei Grundrechte, muss es zu einem Abwägungsvorgang kommen, der zum Ziel hat, einen angemessenen Ausgleich herzustellen und die widerstreitenden Grundrechtspositionen in praktische Konkordanz (1) zu bringen. Dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ist besondere Bedeutung beizumessen, keinesfalls darf einem Rechtsgut generell Vorrang gegeben werden. Selbst wenn es Allah und Dr. Rohe anders sehen sollten (2): Wenn es um das Beten in der öffentlichen Schule geht, spielt die staatliche Neutralität sehr wohl eine Rolle.

Das nach seinem eigenen Anspruch nach Kohärenz und Totalität strebende Islamische Recht (Scharia) ist im säkularen Rechtsstaat in noch so kleinen Partikeln nicht zu Urteilsbegründungen heranzuziehen (zumal Schüler Yunus seinen ständigen Wohnsitz in Berlin hat), da die Scharia spätestens seit Abu Hamid al-Ghazali († 1111) als veritable, dabei alle Lebensbereiche regulierende Staatsgründung entworfen worden und „immerwährend“ zu verstehen ist und sie damit die Verfassung der Bundesrepublik und deren Rechtsstaatlichkeit für verzichtbar jedenfalls nachrangig erklärt.

Die Scharia ist nach Aussage des Großmuftis von Bosnien und Herzegowina Mustafa Cerić ewig und unverhandelbar (»perpetual, not negotiable and not terminable« (3)), sie ist, ihrer antiaufklärerisch-gegenmodernen Doktrin nach, nicht auf „profanes“ menschliches Tun zurückzuführen, sondern auf Gotterkenntnis im Sinne des Islam. Diese theozentrische Weltdeutung ist in freiheitlich-demokratischen Rechtsstaaten jedoch Privatsache und gehört nicht in das Hoheitsgebiet staatlicher Neutralität. Das Staatsvolk ist oberster Souverän, nicht die Gottheit.

Der geistliche Führer des besagten Großmufti Cerić heißt Yusuf al-Qaradawi, die Organisation beider Autoritäten ist das European Council for Fatwa and Research (ECFR). Das ECFR ist wenig anderes als die seelsorgerliche Lebenshilfe des Einflussbereiches der Muslimbruderschaft. Scheich al-Qaradawi verlangt, darin Necmettin Erbakan (Milli-Görüş-Bewegung) oder Tariq Ramadan völlig gleich, von jedem „Muslim“ die Einhaltung einer koranischen und schariatischen Orthopraxie, einer „absolut islamischen“ Lebensführung (und den Aufbau der entsprechenden Institutionen und Umwelten). Dieses Ziel ist jedoch nicht kompatibel mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Cerić besuchte im November 2008 die Penzberger Gemeinde um Imam Benjamin Idriz (4), Imam Idriz wird im November 2009 eine Fachtagung in der Evangelischen Akademie Tutzing inhaltlich mitbestreiten, die zum Thema: „Ausbildung von Imamen in Deutschland“ abgehalten und bei der auch Dr. Rohe sprechen wird.

Ebenso wie die Ausbildung von islamischen Religionslehrern geht auch die Ausbildung von Imamen mit einem sozusagen ewigen, irdisch gesprochen: einem nachhaltigen Finanzinteresse einher, um das ein Geflecht von Akteuren buhlt, dem schariaverharmlosende muslimische wie nichtmuslimische Dialogforen, Politikberater, Forschungsstellen und Schulbuchverlage in ökonomischer Abhängigkeit jedenfalls nicht neutral gegenüberstehen. Ein Beispiel für eine solche, sich womöglich auf die Produktion von Islamverharmlosung angewiesen sehende Lobby ist die Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR) e.V. – Gründer: Mathias Rohe.

2. Zur Person von Dr. Rohe

Herr Dr. Rohe prangert die unveränderliche und „ewige“ Grundrechtswidrigkeit, die wohl noch auf lange Jahre in jedem organisierten Islam immanente und koranisch begründete Frauenfeindlichkeit leider nicht öffentlich an. Seine Argumentation folgt typischerweise diesem Muster:

»Ein Beispiel ist das einseitige Verstoßungsrecht (so genannter talaq) des Ehemannes nach islamischem Recht, das der deutschen Rechtsordnung widerspricht. Wird es im Ausland nach dortiger Vorstellung wirksam ausgeübt, kommt es darauf an, ob auch nach deutschem Recht die Voraussetzungen für eine Scheidung gegeben gewesen wären bzw. ob die Scheidung im Ergebnis den Interessen der Ehefrau entspricht; dann kann der talaq auch im Inland anerkannt werden, obwohl das Institut als solches nicht akzeptiert wird. Andererseits kann keine Anerkennung erfolgen, wenn die Ehefrau ihre Interessen bei dem Vorgehen nicht wahren konnte (5).«

Nein, so handeln Richter und Verwaltungsangestellte in der Bundesrepublik Deutschland definitiv nicht, für Demokraten gelten das Grundgesetz und die von ihm abgeleiteten Rechtsvorschriften. Deutschland hat die frauenfeindliche, menschenverachtende Praxis des at-talaq, der Verstoßung im Einklang mit Allahs eigenem Gesetz, in keiner Weise anzuerkennen oder zu berücksichtigen, sondern beispielsweise das verheiratete Ehepaar zu scheiden, der Frau Asyl zu gewähren, ihr ein eigenständiges Bleiberecht zu gewährleisten, Wohngeld auszuzahlen, die Flucht ins Frauenhaus zu ermöglichen. Die Frau hat juristisch in der BRD eben keinen Wali oder Mahram, keinen Vormund oder Aufpasser. Auch paschtunisches, albanisch-blutrechtliches oder kurdisch-jesidisches Stammesrecht wird von unseren Behörden nicht angewendet. Kein einziges deutsches Rechtsgebiet steht zur Disposition.

Anders als Rohe vorschlägt, ist „eine Angleichung an die Regelungen typischer Einwanderungsländer“ in Ergänzung zu den bisher geltenden Regelungen (etwa: über EGBGB und unsere grundsätzlichen Wertvorstellungen des Ordre Public hinausgehend) aus menschenrechtlicher und grundrechtlicher Sicht grundsätzlich problematisch und alles andere als wünschenswert. Selbst die Regelungen des EGBGB und Ordre Public sind den universellen Menschenrechten nachgeordnet, Artikel 1 und 20 des Grundgesetzes sind unveränderlich. Beispielsweise haben wir eingewanderte Frauen und Mädchen aus der Sahelzone auch in den nächsten Jahren vor FGM (weibliche Genitalverstümmelung) zu schützen und in der BRD keinesfalls alle afrikanischen, „reinigenden, tugendhaften“ Traditionen oder lokales Stammesrecht anzuwenden. Vielmehr sind Einwanderer über das in Deutschland geltende Recht zu informieren und über die gesundheitlichen Nachteile der FGM aufzuklären. Auch die Scharia hat Frauen entrechtende, frauenfeindliche Vorschriften, ein fehlerhaftes Gerichtsurteil wie das zum koranisch erlaubten Prügeln der Ehefrau darf sich nicht wiederholen:

„Die Frau, eine Deutsche marokkanischer Abstammung, hatte den Marokkaner 2001 in dem nordafrikanischen Land «gemäß den Vorschriften des Korans» geheiratet, wie das Amtsgericht berichtete. Die Richterin hatte laut Amtsgericht argumentiert, sie sehe die Voraussetzung für eine Härtefallentscheidung nicht gegeben. Denn beide Parteien stammten aus dem marokkanischen Kulturkreis. Dort sei es nicht unüblich, dass der Mann seiner Frau gegenüber ein Züchtigungsrecht ausübe (6).“

Rohe ist persönlich in die Gestaltung und Vermarktung des „Produktes“ Schariawissenschaft eingebunden, ist er doch tätig als Ausbilder von Islamwissenschaftlern, als Redner auf Fachtagungen wie bei der Evangelischen Akademie Tutzing November 2009 und als Funktionär bei der GAIR. Daher zweifeln wir die gesetzlich vorgeschriebene gutachterliche Neutralität in Bezug auf seine Person an, sobald es um das Thema Islam geht.

Wir Staatsbürger dürfen darauf Wert legen, dass ein Jurist und zeitweiliger Richter (am OLG Nürnberg im Nebenamt) wie Dr. Rohe in seinen Äußerungen die freiheitliche demokratische Grundordnung bewusst und begeistert, jedenfalls sehr dezidiert verteidigt. Wir haben leider den Eindruck gewinnen müssen, dass Dr. Rohe die Perspektive, Wortwahl und Weltdeutung der grundrechtswidrigen (Präsident des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts des Landes Nordrhein-Westfalen Michael Bertrams (7)) Scharia nicht lediglich im Bereich der vergleichenden Religionswissenschaft, rechtsstaatlich-aufklärungshumanistisch orientierten Psychologie oder warnend tätigen Sektenberatung verwendet und damit „rechtsstaatlich gebändigt“ sehen möchte, sondern im Bereich der Rechtssprechung verwendet wissen möchte, ausgerechnet im Bildungs- und Erziehungsbereich.

Noch ein Beispiel für die problematische Herangehensweise vom Dr. Rohe, Quelle wie oben DIK, wo der letzte Abschnitt übertitelt ist mit „Kein grundsätzlicher Gegensatz zwischen deutschem Recht und muslimischen Haltungen“:

»In vielen Teilen der islamisch geprägten Welt und vor allem im Westen finden sich Muslime, die auf der Grundlage ihrer Religion neue Interpretationen finden, welche sich in den unverzichtbaren Rahmen der Rechtsordnungen, die sich den Menschenrechten verpflichtet fühlen, einfügen.«

Da steht der Rechtswissenschaftler im Widerspruch zu Mustafa Cerić, der die Scharia für immerwährend, nicht verhandelbar und unveränderlich hält, „neue Interpretationen“ darf es also nach der Aussage des bosnischen Großmuftis gar nicht geben. Möchte Rohe der sunnitischen Autorität widersprechen?

Dass Rohe vernachlässigt, vor dem „Scharia-Islam“ (Bassam Tibi) zu warnen, belegt eine sorgfältige Lektüre seines äquidistanten Buches »Das islamische Recht. Geschichte und Gegenwart« (2009) ebenso anschaulich wie seine wiederholt öffentlich getätigten, hoch provokante Aussagen wie: „In Deutschland wenden wir jeden Tag die Scharia an“, „Das islamische Recht ist auch ein Recht“ oder die Stellungnahme zum Mittagsgebet eines 16jährigen Schülers in Deutschland. Rohe sieht sich nicht in der Lage, prägnant zum Nötigenden Heiratsvormund (Wali Mudschbir = Scharia) oder zur schafiitischen FGM (indonesisch, auch Scharia) auf Distanz zu gehen, anders als der Durchschnittsbürger hätte der Professor für Rechtsvergleichung die Gelegenheit dazu.

Einem gerichtlich bestellten Gutachter sollte auf die Forderungen der totalitären Scharia etwas mehr einfallen als die dürren Sätze: „Das islamische Recht ist auch ein Recht“ oder „In Deutschland wenden wir jeden Tag die Scharia an“.

3. Das Gebetsraumurteil aus sozialpädagogischer Sicht

Das Schulleben betreffend sollte es uns darauf ankommen, eine „religiöse“ Spaltung der Lehrenden und Lernenden in Kollektive zu verhindern. Auch am Diesterweg Gymnasium in Berlin-Gesundbrunnen gilt es, dafür Sorge zu tragen, dass die einer geheiligten Apartheid gleichkommende, in der Logik der islamischen Orthodoxie unumgängliche Aufteilung der Schülerschaft in nichtmuslimische Schüler und „Muslimschüler“ und dann noch einmal in „Jungen und Mädchen mit ihren geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Verhaltensvorschriften“ unterbunden wird.

Der Presse ist zu entnehmen, dass es am Diesterweg-Gymnasium in der Vorvergangenheit bereits zu Unfrieden gekommen war, als einige Jungen besagter Schule den Mädchen das Beten im improvisierten Gebetsraum verweigert hatten, eben auch, weil beim schariakonformen Gebet die Geschlechtertrennung durchzusetzen ist und die Mädchen ohnehin keine islamisch korrekten Kopftücher getragen hatten (8). Die Mädchen hätten den Gebetsraum „entweiht“, wie die streng sunnitischen Jungen es zu formulieren beliebten, daraufhin kam es sogar zu einer Prügelei (9). Ein Gebet, das seit 1.400 Jahren als Gruppenereignis choreographiert ist, würde auch an Berlins Schulen eine Demonstrationen „islamisch korrekten“ Verhaltens bedeuten. Alle islamische Orthopraxie geht mit einem unzumutbar hohen Konformitätsdruck einher, säkular denkenden muslimischen Eltern und deren Kindern wird das Argumentieren zusätzlich erschwert; was denken bekennende oder verdeckte Ex-Muslime? Droht Berlins zur weltanschaulichen Neutralität verpflichteten Schulgeländen die Herrschaft der Frommen?

Deutschlands im KRM zusammengefasste Islamverbände mögen dem Anspruch der saudi-arabischen Wahhabiten oder der ECFR-Scheichs um Herrn al-Qaradawi leider bis heute nicht widersprechen (zum KRM: „wenn islamische Kreise, die das Grundgesetz unter die Scharia stellen wollen … (10)“). Wie der KRM war auch Mathias Rohe Teilnehmer der Deutschen Islamkonferenz (DIK) (11).

Jeder nichtbetende Schüler wird womöglich als Islamverweigerer sprich als „Ungläubiger“ stigmatisiert, als Gegner der Ordnung Allahs und damit als ein Mensch geringeren sittlichen Wertes. Darüber hinaus drohen nichtbetende Mädchen als „Schlampen“ diskriminiert zu werden. Den säkular denkenden Mädchen und Jungen muslimisch sozialisierter Eltern droht die Stigmatisierung seitens der „rechtgläubigen“ Meinungsmacher, was den Schulfrieden gefährdet und die „muslimischen“ Mädchen dem erhöhten Risiko aussetzt, von der Schule abgemeldet und arrangiert verheiratet / zwangsverheiratet zu werden.

Der klassischerweise das islamische Gebet akustisch umrahmende Gebetsruf und sein Befolgungsritual selbst dürfen wir bis zur glaubhaften Außerkraftsetzung von Scharia und Fiqh als einen Ruf nach der lokalen Implementierung einer frauenfeindlichen Sexualpolitik verstehen mit inhumanen Folgen wie Zweit- bis Viertfrau, Verstoßung der Ehefrau, das weltweit zulässige islamische Heiratsalter neun- bis dreizehnjähriger Bräute sowie Ehefrauen und Töchter, die bei Ungehorsam verprügelt werden dürfen. Der Gebetsruf ist eine Verpflichtung zur Einhaltung, Verfestigung und Ausbreitung einer letztlich überall, nicht nur im Privatbereich durchzusetzenden „religiösen“ Lebensweise, in der die Frau nur halb so viel erbt wie ein Mann und die Aussage von zwei Frauen vor (Fiqh )Gerichten so viel gilt wie die eines Mannes.

Das Gebetsritual ist also keineswegs Privatsache, sondern hoch politisch als der Nukleus einer islamischen Staatlichkeit, in der die Frau als „naturhafte“ Verführerin mit einem Hidschab (Schleier) „bedeckt“ werden muss und ihr Großvater väterlicherseits oder biologischer Vater sie als Wali Mudschbir (Malaysia: wali mujbir) in die erste Ehe auch gegen ihren Willen verheiraten darf (12).

Islamisch betende Jungen an staatlichen Schulen verkörpern handelnd die Sexualdoktrin von Scharia und Sunna, die jedem „muslimischen Mädchen“ derselben Schule ein jetziges oder künftiges Leben als Single, Lesbe oder Ehefrau eines Polytheisten oder Atheisten nicht gestattet. Ebenso wenig dürfen „muslimische Jungen“ die gegenmoderne, repressive und geheiligt homophobe Sexualdoktrin der Scharia zurückweisen. Beides erzeugt einen Konformitätsdruck, lädt zu Heuchelei, Denunziation und Spitzelwesen ein. Das öffentlich sichtbar werdende islamische Gebet ist ein Politikum allerersten Ranges, welches unter anderem auch die reaktionäre Doktrin von der Existenz eines schmerzlichen Höllenfeuers und eines (nun auch in Berliner Schulen?) irdisch aktiven Teufels (Azazil, Iblis) „toleriert“.

Beim einmaligen Mittagsgebet von 13:30 bis 13:40 Uhr im eigens aufgeschlossenen Gruppenraum »205 m« wird es nicht bleiben, vielmehr wird das Einhalten der gottgewollten Tugendhaftigkeit von „kleinen Religionswächtern“ kontrolliert werden: Wie von der Gottheit befohlen Beten, in Schulgebäuden Mittags beten, Freitagsgebet auf die täglich wechselnde Minute genau einhalten, Jungenbeten in mädchenfreier Zone, mit einem Schleier plus Gebetsgewand „bedeckt“ betende Mädchen, jedes Beten nur nach ritueller Waschung „gültig“, islamrechtlich einwandfreie Waschgelegenheiten in jeder Schule zum Herstellen der rituellen Reinheit ohne die ein Gebet „ungültig“ ist, Gender-Apartheid zunächst im Sexualkunde, Sport- und Schwimmunterricht und natürlich beim Beten, Mädchen- und Lehrerinnenkopftücher allüberall als „religiöse“ Pflicht. Auch wer im Fastenmonat einen Schokoriegel ist, „bekommt schon mal Ärger“, weiß man am Diesterweg-Gymnasium (FN 9). Wir haben die Stellungnahme der Alevitischen Gemeinde Deutschland e. V. (AABF) zum Berliner Gebetsraumurteil mit Freude vernommen und zitieren aus dieser:

»Schon heute lastet ein enormer Druck auf Alevitischen Schulkindern in Deutschland, beispielsweise wenn sie während des Fastenmonats Ramadan nicht mit fasten. Die Grenzen des Mobbing sind hier sehr schnell überschritten. Alle Schulkinder, somit auch nichtpraktizierende muslimische Schulkinder müssen das Recht haben, vor einer werbenden und demonstrativen Religionsausübung geschützt zu werde (13).«

Das Urteil zum islamischen Beten in öffentlichen Schulen scheint uns die verhaltensbezogene, religiöse und sexuelle Selbstbestimmung aller am Schulleben Beteiligten, auch der nichtmuslimischen Schülerinnen und Schüler sowie aller Lehrerinnen und Lehrer nicht ausreichend zu würdigen. Es ignoriert das Neutralitätsgebot des Staates in öffentlichen Einrichtungen und übersieht die besondere Manipulierbarkeit und Verletzbarkeit von Kindern und Jugendlichen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin in der Lernförderung mit Kindern mit und ohne Migrationshintergrund

Edward von Roy

staatlich anerkannter Diplom-Sozialpädagoge / Diplom-Sozialarbeiter (FH)

»Nicht das Kind

einer äußeren Ordnung unterwerfen,

es vielmehr sich frei entfalten und

spontan entwickeln lassen, wird zur

pädagogischen Maxime schlechthin.«

Adolph Diesterweg

UPDATE. An alle Freunde, Leser und Unterstützer. Der Tagesspiegel meldet am 18.11.2009 ‘Der Streit um das Beten an Berliner Schulen geht offenbar in eine neue Runde. Nach Tagesspiegel-Informationen will die Senatsschulverwaltung bis spätestens Freitag [20.11.2009] Berufung gegen das Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts vom September einlegen, mit dem einem muslimischen Schüler eines Weddinger Gymnasiums erlaubt worden war, seiner religiösen Gebetspflicht nachzukommen.’

Inzwischen scheint die Berufung eingelegt worden zu sein, wie der gedruckte Tagesspiegel vom 20.11.2009 berichtet. Fatina Keilani, Jost Müller-Neuhof: ‘Richter müssen erneut über Gebete an Schulen entscheiden’

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Landespolitik-Wedding-Gebetsraumurteil;art124,2954500

(1)

http://de.wikipedia.org/wiki/Praktische_Konkordanz

(2)

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Wedding-Gebet-Islam-Schulen;art126,2911886

(3)

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

(4)

http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/bosniens-grossmufti-ceric-besucht-penzberg-21472.html

(5)

http://www.deutsche-islam-konferenz.de/cln_110/nn_1318688/sid_C4BFC84312FE3728D6D24587020B803F/SubSites/DIK/DE/Themen/Religionsfreiheit/Scharia/scharia-inhalt.html?__nnn=true

(6)

http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/591634.html?Richterin:_Pruegel_fuer_Ehefrau_ist_hinnehmbar

(7)

http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[id]=2381&news[image]=1&news[action]=detail

(8)

http://www.bz-berlin.de/archiv/warum-klagte-der-berliner-schueler-yunus-eigentlich-auf-beten-in-der-schule-article602989.html

(9)

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/140914/140915.php

(10)

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E5F1623A938A84127960F232FFC26433B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(11)

http://www.deutsche-islam-konferenz.de/cln_110/nn_1318688/sid_C4BFC84312FE3728D6D24587020B803F/SubSites/DIK/DE/DieDIK/Plenum/Interviews/InterviewRohe/interview-rohe-inhalt.html?__nnn=true

(12)

http://www.kpwkm.gov.my/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=eng

(13)

http://www.alevi.com/pressemeldung+M55dc2faf715.html

149. Gebetsraumurteil

20. Oktober 2009 von Jacques Auvergne

برلين

Berlin

Gebetsraumurteil wenig plausibel

Ein Zwischenruf von Jacques Auvergne

Damit auch künftigen Generationen ungeschmälerte Freiheitsrechte und Bürgerrechte zugänglich sind, scheint es angesichts eines weltweit aggressiv agitierenden politischen Islam angebracht, an staatlichen Schulen keine schariakompatiblen Gebetsräume einzurichten. Einen womöglichen Bewerber der grundrechtswidrigen Scharia wie Dr. Mathias Rohe (»Das islamische Recht«, 2009) als Gutachter heranzuziehen war sicherlich bereits eine grundfalsche Entscheidung. Es muss uns darum gehen, die grundgesetzlich garantierte gleiche Würde jedes Menschen, auch des nichtbetenden Schülers, in öffentlichen Bildungseinrichtungen ebenso zu garantieren wie die Gleichberechtigung der Geschlechter. Beides ist mit einem fundamentalistisch verstandenen Islam nicht zu machen.

Der weltweit vernetzte fundamentalistische Islam der Sympathisanten der Wahhabiten, Muslimbrüder und Erbakan-Anhänger ist hoch politisch und mit Vereinen wie Inssan, MJD oder Islamische Föderation Berlin längst auch in der Bundeshauptstadt aktiv. Das dynamisch nach Kohärenz und Totalität strebende System der absoluten Gehorsam verlangenden islamischen Pflichtenlehre (Scharia und Sunna; Fiqh) ironisiert die grundgesetzlich verbürgte Religionsfreiheit konzeptionell. Religiöse Selbstbestimmung nach Maßgabe eines nachhaltig gemeinten staatsbürgerlichen und freiheitlich-demokratischen Geistes ist nicht nur im Islam aber besonders im Islam ebenso untrennbar wie problematisch verwoben mit sexueller Selbstbestimmung, weswegen unser Augenmerk dem Einsatz für garantierte negative Religionsfreiheit gelten muss.

Gerade Minderjährige bedürfen hierzu der Zeiten und Räume geschützten, relativ ideologiefreien Aufwachsens, um gegen den Fundamentalismus absoluter Textgläubigkeit und andressierter Angst vor der Höllenstrafe immun zu werden und immun zu bleiben. Spätestens hier erweist sich Mathias Rohe als Gefahr für die sehr säkular gedachte die Idee, denn der Erlangener Fachmann für Rechtsvergleichung ist seit Jahren weder in der Lage, vor sklavischer Textbefolgung (Koran, Hadithe, Fatwas) zu warnen noch dazu aufzurufen, Kinder und Jugendliche bewusst ohne die Angst vor dem Verbrennen in den Flammen der koranisch verbürgten Hölle zu erziehen. Kompetenz, Erfolg und Wirksamkeit eines Gutachters zum Thema islamisches Gebet in der Schule können aber wohl kaum von seiner Schariakonformität und Höllenpädagogik abhängen.

Das islamische Gebet strebt nach Kollektivität und geht mit einem erheblichen Konformitätsdruck einher, der Gebetsverweigerer wird nur allzu leicht als Gegner der islamischen Lebensweise und Feind Allahs stigmatisiert. Jedes öffentliche islamische Gebet ist stets eine verhältnismäßig bewusste Machtdemonstration und Machterprobung, sinngemäß gilt das auch für die öffentlich getragene schariakonforme (islampolitische) „Bedeckung“ des weiblichen Leibes mit jenem Hidschab, den wir einstweilen meist noch als Kopftuch sehen und besprechen.

Um Partizipation und Emanzipation, um die ungeschmälerten Grundrechte zu garantieren, muss es unser Ziel sein, alles dafür zu tun, die Spaltung der europäischen beziehungsweise deutschen Bevölkerung in ethnoreligiöse Kollektive zu begrenzen und letztlich zu verhindern. Unsere Schulen betreffend, „Berlin 2009“ (Diesterweg-Gymnasium, Wedding) ist dabei nichts weniger als ein Präzedenzfall, haben wir dafür zu sorgen, dass die einer heiligen Apartheid gleichkommende, vom orthodoxen Islam sehr gewünschte Aufteilung der Schülerschaft in nichtmuslimische Schüler und Muslim-Schüler unterbunden wird. Demonstrationen „islamisch korrekten“ Verhaltens brauchen wir nicht gerade zu begrüßen.

Solange noch nicht einmal unsere Islamverbandsfunktionäre dem theokratischen Anspruch der Wahhabiten oder der Scheichs um Yusuf al-Qaradawi widersprechen mögen, stigmatisiert jedes islamische Gebet den Nichtbetenden als Islamverweigerer und damit als Mensch sittlich geringeren Wertes. Des weiteren sind der islamische Gebetsruf und sein Befolgungsritual bis zur Außerkraftsetzung von Scharia und Fiqh als Ruf nach ebenso frauenfeindlicher wie heiliger Sexualpolitik zu verstehen und als ein Erflehen einer Ordnung, in der die Frau nur die Hälfte erbt, ihre Aussage vor Gericht nur die Hälfte gilt, sie als wesensgemäße Verführerin mit einem Schleier zu „bedecken“ ist und ihr Vater sie als Wali Mudschbir (staatlich-ministeriell in Malaysia wali mujbir) in erster Ehe auch gegen ihren Willen verheiraten kann.

Ein Leben als Single oder Lesbe ist vom politisch denkenden Gott Allah für jedes muslimisch sozialisierte Mädchen Berlins und Deutschlands nicht vorgesehen, ebenso wenig dürfen Jungen die repressive und homophobe Sexualdoktrin der Scharia in Frage stellen. Dr. Rohe ist es ferner gleichgültig, dass mit dem islamischen Gebet auch die reaktionäre und gegenaufklärerische Doktrin von der Existenz des ewigen jenseitigen Höllenfeuers und des irdisch aktiven Satans (Iblis, Azazil) Einzug in unsere Schulen hält, wir sollten diesbezüglich deutlich weniger „tolerant“ sein.

Im Interesse des Schulfriedens und der religiösen, politreligiösen und sexuellen Selbstbestimmung aller am Schulleben Beteiligten ist das Urteil zum islamkonformen Gebetsraum und zum Islamgebet an staatlichen Schulen anzufechten, eine Revision ist vorzunehmen.

Jacques Auvergne

148. Allah als neuer Nordpol

19. Oktober 2009 von Jacques Auvergne

المغنطيسية الأرضية

al-maġniṭīsīya al-ʾarḍīya

Erdmagnetfeld

Gedanken zweier Islamkritiker zur neuen Theologisierung der Politik, die ebenso süßlich lächelnd wie erpresserisch heranschleicht. Eine mit den Etiketten von Xenophilie und Toleranz versehene, dabei doktrinäre Islamfreundlichkeit geht nicht zuletzt auf der Seite der politischen Linken einher mit einer wachsenden Hingabe an den Kult des Beutemachens (Kalifat). Die „interreligiöse“, „interkulturelle“ oder eben „linke“ Haltung einer von Gewerkschaft bis Partei und von Kirche bis Wohlfahrtsverband salonfähig gewordenen neuen Werteverachtung, einer gebilligten wenn nicht gewünschten Intransparenz, einvernehmlichen brutalen Gewinnsucht und romantisierenden Islambegeisterung wird selbstverständlich auf eine geheiligte Faschisierung (Islamisierung) hinauslaufen.

Die folgenden beiden Texte sind insbesondere auch eine Kritik an der politischen Linken des Jahres 2009. Zuerst: »Der Magnetismus des Islams auf die Linke« von arouet8. Auf diesen analytischen, dabei kreativen und inspirierenden Impuls darf die Antwort »Allah als der neue magnetische Nordpol Europas« (Jacques Auvergne) folgen. Beide Texte erschienen zuerst im Kommentarbereich zu Text 140. (Charta der FIOE) auf dem Blog Sägefisch.

Arouet8 betreibt als würdiger Erbe von François Marie Arouet (weltweit bekannt wurde Arouet als Voltaire) – den aufklärungshumanistisch-säkularen, freiheitlich-demokratischen und dabei bewusst islamkritischen Blog »arouet8, against mohammedanism + hitlerism + sheikhism«

DER MAGNETISMUS DES ISLAMS AUF LINKE

Von arouet8 am 15.10.2009

Die meistverwendete Denkschablone von systemblinden Linken, mit der sie alle für sie neuen Erscheinungen, also auch den Euro-Islam, abmessen, ist die Schablone einer Zielgesellschaft, die „klassenlos“, hierarchielos, kommunenähnlich, weitgehend strukturlos ist.

Der Weg dorthin soll über einen „Sozialismus“, dann „Kommunismus“ und letztlich zur Auflösung des Staates führen. Die Menschheit soll sich dann nur mehr noch in entfremdungsfreien kleinen Vereinen und Zirkeln organisieren.

Das könnte einer der Gründe sein, warum viele Linke vom Islam so magnetisch angezogen werden, weil dieser sich darstellt, als sei er schon so klein strukturiert. Der Islam zeigt sich in einer Form, als gäbe es in ihm Pluralismus und viele verschiedene bunte Richtungen. Es gibt scheinbar kein Oberhaupt, keinen Klerus, keine Hierarchie.

Jacques Auvergne und anderen Aufklärern über die Beschaffenheiten des Islam kommt das Verdienst zu, dieses Wunschdenken von manchen Linken auf den Boden der Tatsachen herabzuholen, indem sie präzise und detailliert zeigen, wie sehr hierarchisch und elitär der Islam strukturiert ist. Ich zitiere dazu aus dem obigen Artikel von Jacques Auvergne:

„einem Klerus gleichkommende sunnitische Elite der Scheichs und Muftis der ägyptischen al-Azhar, der dogmatischen hanbalitischen Richtung (al-Wahhabiya) des heutigen Mekka oder des ungefähr fünfunddreißig Scheichs versammelnden European Council for Fatwa and Research (ECFR).“

Diese Scheichs leben in höheren Sphären. Sie sind von einer geheimnisvollen Schleierwolke umgeben. Den Untergebenen und besonders den „Ungläubigen“ wird nicht das Recht zugestanden, Namen und Machtbefugnisse der islamischen Herrscher deutlich mitgeteilt zu bekommen.

arouet8

Allah als der neue magnetische Nordpol Europas

Von Jacques Auvergne am 16.10.2009

Vielen herzlichen Dank lieber auouet8,

du bringst die Sache auch heute begeisternd auf den Punkt und hast die islamkritische Diskussion im Laufe der letzten vielen Monate immer wieder kleine Strecken weiter voran gebracht, und viel mehr wird wohl kaum ein einzelner Mensch leisten können. Die Bändigung der alle Individualität zerstörenden, frauenentrechtenden und politisch kalkuliert antisozialen Dominanzkultur des Islam und ihre Überführung in eine Verträglichkeit mit der menschlichen Zivilisation und der kulturellen Moderne ist die Aufgabe des angebrochenen Jahrhunderts. Statt dessen sucht auch eine wertevergessene europäische Linke den ‘Dialog’ mit dem heiligen Apartheidsstaat islamischen Rechts.

Auch der von dir gefundene Begriff Magnetismus bringt mancherlei neue Einsicht. Die politische Linke erstarrt vor dem sich herausbildenden menschenverachtenden Kalifat wie das Kaninchen vor der Schlange, und wie die Eisenfeilspäne sich zum Magneten hin drehen, richten sich Europas Menschen muslimisch wie auch nichtmuslimisch geprägter Großeltern entlang der Kraftlinien des Scharia-Staates aus. Ob Islamist oder Sozialdemokrat: Allah ist zum neuen magnetischen Nordpol Europas geworden.

Eine an treffenden, packenden Sprachbildern wieder kraftvoll gewordene Sprache benötigt gerade auch die Demokratieverteidigung (Islamkritik), und wie von einem Magnetfeld angezogen sind die (reichlich haltlosen gewordenen) europäischen Linken von dem aufregend fremden, wie aus einem Nebel heranleuchtenden Herrschaftskult namens Islam in der Tat. Der Nebel ist dabei allerdings eher eine Art von gezielter Umweltverschmutzung, welche die taqiyya, der kitman oder der īhām genannt wird, eine kalkuliert die Sicht behindernde Bewölkung. Konzeptionelle Täuschung zum Zwecke des Frauenanwerbens, Missionierens, Moscheebauens und Kopftuchverteidigens, kurz der Machtausweitung.

Islamisierung eines Territoriums gleicht der Bildung von Eiskristallen in einer Pfütze, die Beweglichkeit schwindet. Islamisierung ist ein Erstarrungs- und Kristallisationsvorgang, ein veritabler Faschisierungsprozess, in dem die gleichsam ‘magnetisierten’ (nach arouet8) Partikel, die ehemaligen Individuen, sich zum irdischen Führer hin orientieren. Führer war 23 Jahre lang Mohammed und ist seitdem der örtlich herrschende Kalif oder Emir stellvertretend für Allahgott. Andererseits ist eben auch der sinnentleerte, der wertebezogen orientierungslose Mensch ‘magnetisierbar’, verführbar für den Fundamentalismus, und daran, dass die deutsche Linke ihre Identität verloren hat, dürfte angesichts einer enthemmt den Dialog mit dem reaktionären politischen Islam betreibenden SPD und der zu Hidschab und Scharia schweigenden Milieus um attac / DIE GRÜNEN / DIE LINKEN wenig Zweifel bestehen.

Sinnbild des linken Werteverfalls waren mir im Januar 2009 die Berichte und Bilder von einem für das Stoffgefängnis der Burka singenden Gewerkschafts-Chores in Nürnberg, ausgerechnet auf der ‘Straße der Menschenrechte.’ Norbert Schürgers vom Nürnberger Amt für Internationale Beziehungen will Tourismus und Wirtschaft beleben. Schürgers möchte die mit ganzkörperverhüllten (Zweit-?)Frauen nach Nürnberg einreisenden Scheichs herzlich willkommen heißen und ihren menschenverachtenden Kult gleich mit. Menschen wie Mina Ahadi fanden die angemessenen Worte über eine zur Gefahr für die Demokratie gewordene deutsche ‘Linke’, welche den Steigbügelhalter für Europas machterpichte Islamfunktionäre abgibt. Die Frau unter dem grasgrünen Tschador hat keinen Hals, keine Nase, keine Ohren und keinen Mund, der gewerkschaftliche Chor aber musiziert für Toleranz statt Streit. Ex-Stadtrechtsdirektor Hartmut Frommer singt im Bass, seine gewerkschaftlich organisierten Nürnbergerinnen und würde auch anlässlich einer Steinigung in Riad oder Teheran noch trällern (1), (2), (3).

Vor uns liegt ein sehr steiniger Weg, unsere politische Kaste lässt uns mehr oder weniger bewusst im Stich, hat vom Islam keine Ahnung oder ist zu feige, über die menschenverachtende Scharia aufzuklären. Unsere Leserbriefe werden womöglich nicht abgedruckt, Kleriker werden uns das Gespräch verweigern oder uns dreckig grinsend stehen lassen, ihr Gehalt bekommen sie ja für das Islambeschönigen, nicht für die Kritik an Kopftuch und Kalifat.

Zur Zeit stehen wir draußen im sprichwörtlichen oder tatsächlichen Regen und müssen zusehen, wie die ‘Bärtigen’, die Verschleierten oder die Kostüm- (Emel Zeynelabidin = Abidin Algan, Lamya Kaddor) und Nadelstreifenislamisten (Tariq Ramadan, Ayyub Axel Köhler, Bekir Alboga) in Europas Universitätssenate, Ministerien, Parlamente, Kirchenkonferenzen, Schulverwaltungen und Unternehmenssitze Einzug halten.

Die Parteigänger des Scharia-Rechts – nein: Scharia-Unrechts! – streben nach der Machtergreifung. Die jetzigen Kinder von aus den so genannten islamischen Ländern eingewanderten, manchmal nur schwach islamisierten Eltern werden vom faschismusähnlichen Gehorsamskult geschluckt werden, eingemauert vom Kerker einer kalifatsähnlichen parallelen Struktur, diese Jungen und Mädchen werden wohl nicht wagen, gegen die Scharia aufzumucken, haben auch berechtigte Angst vor Verstoßung oder Gewalt bis zum Ehrenmord oder leiden an der wahnhaften (islampädagogischen) Angst vor Teufeln und Höllenflammen.

So ernsthaft sieht die Lage aus, gegen die wir arbeiten müssen, mit stillem Lesen, dem Führen von Gesprächen mit Freunden oder Funktionären, dem Verfassen von Texten, Gestalten von Plakaten oder Organisieren von Demonstrationen.

Die (noch) nicht muslimische Schafherde wird überwiegend die Strategie der schmierigen Anpassung wählen, sich anbiedern: an den einflussreichen Gutmenschen, an den Islamprediger oder Islamfunktionär, aber wird sich auch mal für die sadistische Nutzbarmachung islamischer Aggressivität entscheiden, der Spezies ’strategische Kriegsgewinnler’ der Jahre 1933 und 1945 vergleichbar.

In der Tat ist es ein Köder der Islampropagandisten, Menschen damit zu verzaubern, der Islam sei egalitär. Du nanntest das, lieber arouet8, hierarchielos und einer Kommune ähnlich. Der Traum von der Geschwisterlichkeit verführt Einzelne zum Beitritt in abhängig machende Psychogruppen oder Sekten, das waren vor dem Mauerfall die Mun-Sekte, Hare Krishna und die Ahmadiyya, in diesen Jahren sind das die Lifemakers, Pierre Vogel und ist es immer noch die Ahmadiyya, Sekten oder kleinere Bewegungen mit christlichen Elementen gab und gibt es auch. Typisch sind strenge Verhaltensvorschriften, Meidung der ‘Anderen’, permanente Kontrolle durch die Gruppenmitglieder, Vorschriften zu Sexualität und Heirat und jede Menge Angst vor dem Teufel beziehungsweise vor der Hölle – sehr viel Ähnlichkeit mit dem orthodoxen Islam also und ebenso viel mit Leuten wie dem Pakistani Abu l-A’la al-Maududi, den Ägyptern Hassan al-Banna (Gründer der Muslimbrüder) und Sayyid Qutb (Buch: Maʿālīm fī ṭ-Ṭārīq / Milestones / ‘Wegzeichen’, ‘Meilensteine’) oder dem Türken Necmettin Erbakan (Gründer der Bewegung Milli Görüş).

Wie machen wir Kinder und Jugendliche immun gegenüber dem Fundamentalismus – da gibt es kein maschinenhaftes, den Erfolg garantierendes Konzept, doch Denken lässt sich durchaus lernen, Freiheit auch. Bei den Jugendsekten der Siebziger hätten wir allerdings die Eltern auf unserer Seite gehabt, bei sehr vielen islamischen Milieus ist es jedoch leider eher so, dass den Kindern der Ausbruch nicht gestattet wird und ist die islamische Radikalisierung eines jungen Menschen zum Glück eher selten. Der Islam kann sich also auf den orientalischen Familialismus stützen, spätestens mit Importbraut und Familiennachzug sickert der Stamm nach Europa. Beides kann sich überlagern, wie der Ehrenmord an der Berlinerin Hatun Sürücü zeigt, die Grundlage blieb der zwangsverheiratende, mittelalterlich denkende Kerker der Großfamilie, in dem Frauen zu gehorchen haben, doch Hatuns Bruder Ayhan Sürücü war kurz bei der um den Kölner Radikalen Metin Kaplan entstandenen Bewegung Kalifatsstaat (und ebenso kurz bei der PKK). Religion und Tradition bilden ein Amalgam, seit einem Jahrtausend, die Scharia ist gar nicht anders zu denken. Die geheiligte Familie (Imam-Ehe) bildet einen winzigen islamischen Staat, das Stammeskalifat. Deshalb die ‘Wertschätzung von Ehe und Familie’, wie sie seitens der Muslimbrüder und deutschen Islamverbände gefordert wird, deswegen sind die islamstaatliche Frauenrolle und ihre Kriegsflagge, das Kopftuch, ebenso privat wie politisch.

Das Märchen von der Gleichheit der Allah-Gläubigen ist Geburtsfehler der politischen Ideologie und Lebenslüge ungezählter einzelner Muslime, dabei in doppelter Hinsicht ‘blendend’ geeignet, den Europäern den Islam, je nach Bedarf und Zielgruppe, als demokratisch (Tariq Ramadan, Mathias Rohe), sozialistisch (Muammar al-Gaddhafi, Sabine Sträter), demokratiekompatibel (deutsche Islamverbände, beide großen Kirchen), frauenfreundlich (Ursula Boos-Nünning, Gaby Straßburger) oder gar als feministisch (Rabeya Müller) zu verkaufen. Die Namen zeigen, dass längst auch Nichtmuslime in diesem Karriere (Hochschulprofessur, Forschungsauftrag), Geld (Petro-Dollars spendabler Scheichs), Macht, Einfluss, Sex-Appeal und sexuelle Herrschaft versprechenden Spiel mitmischen.

Die Menschheitsgeschichte hat wohl keinen deutlicher anti-egalitären sakralen Kult geschaffen als den Islam. Und den ‘Strukturhassern’ wie den ‘Antideutschen’, den Antiimperialisten und Anti-Etatisten aus Teilen der globalisierungskritischen ‘attac’ aber auch aus der Ecke der sanft lächelnden Besucher der ‘Kirchentage’ dient der Islam der ‘edlen Wilden (aus Arabien)’ als Projektion eines infantilen (antikapitalistischen, sagen diese extremen Linken) Paradieses auf Erden. Von Marx zu Mohammed, Woodstock goes Caliphate.

Kirchliche Islamismusverharmloserin war Beate Sträter, doch als Musterexemplar einer antiimperialistischen Islamfreundin mag Sabine Schiffer dienen, belegt bei Weblog Sicherheitspolitik (4) .und Sägefisch (5). Sabine Schiffer durfte am 03.10.2009 zur Gegendemo der radikalen Linken und Schariafreunde (Gedächtniskirche) nicht fehlen, draußen bekannte sich in jener Stunde die Bürgerbewegung Pax Europa (BPE) und der US-amerikanische Religionswissenschaftler Robert Spencer zur freiheitlichen Lebensweise.

In der Tat scheinen die Scheichs ‘in höheren Sphären zu leben’, wie du feststellst. Dabei muss es wie in jedem etablierten Hofschranzentum ‘halbhohe Sphären’ eifersüchtigen Gerangel um die Gunst einer Audienz beim Meister geben, für den simplen jungen Mann eben nur beim Besucher des Besuchers des Scheichs. Anders elitär bekränzen wir Europäer Islamisten wie Emel ‘Zeynelabidin’ (Tochter des Muslimbruders Yusuf Zeynel Abidin) mit einem hohen Preis, es lohnt sich, auf die Bilder zu klicken, der Geruch der sich nahenden absoluten Macht (absoluten Unterdrückung) versteinert den Dhimmis die Gesichter. Da haben Durchschnittsbürger längst keinen Zutritt mehr, Islamisierung bedeutet eben auch (ich führe deinen Gedanken nur fort, arouet8), den Ausstieg der Eliten aus der Demokratie und ihren Einstieg in ein neues Feudalsystem. Wir Bürger sind da überflüssig und stören die Mächtigen (6).

‘Neben Ceric wurden in München außerdem Prinz Ghazi bin Talal aus Jordanien und der Scheich Al-Habib Ali Al-Jifri aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit dem Eugen-Biser-Preis geehrt. Auch sie hatten bei der Initiative für den muslimisch-christlichen Dialog mitgewirkt (7).’

Tatsächlich waren Ġāzī (Herrscher) ibn Ṭalāl, ein Nachkomme des Propheten und jordanischer Prinz sowie der saudi-arabische Scheich und Gründer und Direktor des „Taba Institute (8)“ (Tabah Foundation), „H. E. Shaykh Al-Habib Ali Zain Al-Abidin Al-Jifri (9)“ interreligiöse Dialogbetreiber, zählten sie doch zu den Erstunterzeichnern von »A Common Word«, der machterpichten, einschüchternden und die menschenrechtsfeindliche Scharia verteidigenden Antwort von 138 islamischen Gelehrten an Papst Benedikt nach dessen kluger Regensburger Rede (10).

Erhaben-erhebend. Die Pagen und Gespielinnen der Kirchenfürsten erzittern fromm. Oberbürgermeister Ude (SPD) legt sich die goldene, die güldne Amtskette um. Innere Himmelfahrt eines Sozialdemokraten, allenfalls die Weste ist noch ‘rot’ (11).

Deutschland, Bayern, München und Ude höchstselbst, eingereiht im Reigen der Mächtigen dieser Erde! Ganz ohne die Ölscheichs und Muslimbrüder ist das nun mal nicht zu machen, wer wird denn da die Scharia kritisieren?!

Trotz wirtschaftlicher Rezession, wachsender Gewaltkriminalität und zunehmender Korruption huldigt die Münchener Polit-Schickeria dem Großmufti von Sarajevo. Was interessieren uns da Frauenrechte, ach was, sein Chef heißt al-Qaradawi und billigt Selbstmordanschläge und Frauenbeschneidung, ich bitte Sie, wir Bayern müssen multikulturell werden und uns von Sultan al-Qasimi III die Moschee (Penzberg) finanzieren und das geplante gigantische „Zentrum für Islam in Europa – München“ (ZIE-M) erbauen lassen, DAS ist die Zukunft.

‘Penzberg – die Vorzeigegemeinde. … Benjamin Idriz. Er propagiert einen liberalen Islam und will für Transparenz in seinem Einflussbereich sorgen (12)’, recht so, die Sache mit der Milli Görü und dem Verfassungsschutz kommt ins Kleingedruckte ganz nach unten, bitte beim nächsten mal etwas dunkler grau hinterlegen, Sie wissen, der Sultan wird sich erkenntlich zeigen.

Man muss innen etwas scrollen, die drei Stellvertreter Allahs nebst dhimmiseits devot hingegebener Urkunde lassen sich digital vergrößern, aha, Minister Wolfgang Schäuble war auch da und Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke fehlte nicht (13). »Eugen Biser Stiftung – Dialog aus christlichem Ursprung« prangt daselbst, mich packt der Brechreiz und ich bin innerlich wieder knapp vor dem Kirchenaustritt (ein paar Jahre sollte ich es dort noch aushalten; islamverliebte Kleriker rechtleiten, treiben, jagen).

(Vorsicht, immer noch ironisch) Aber alles wird gut! Der erwähnte weihende Bischof, Scharia-Rechtsprofessor Mathias Rohe und etliche hohe islamverbandliche Würdenträger gastieren in der Evangelischen Akademie Tutzing. Angedachte Heerscharen von Imamen ‘Made in Germany’ werden Islam und Demokratie miteinander versöhnen, inschallah.

23. und 24. November 2009
»Ausbildung von Imamen in Deutschland«

Vierte Expertentagung der Eugen-Biser-Stiftung gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Tutzing zu Fragen der Integration von Muslimen in Deutschland in der Evangelischen Akademie in Tutzing (14).

cm-fi = DITIB (türkischer Staatsislam), Murat Aslanoglu sowie die beiden Dialogfunktionäre und Eheleute Thomas Lemmen und Melanie Miehl (15). Jacques Auvergne kann`s nicht lassen und tippt als Suchbegriff Scharia … naja? Die Maschine meldet: KEINE Ergebnisse gefunden. So was, Islam heute auch ohne Scharia lieferbar?

Noch ein Bekränzungsritual aus dem sich islamisierenden Europa: März 2008, Taqiyya-Großmeister Bekir Alboga (’Gläserne Moschee’ Mannheim, DITIB) darf eine Rede halten, denn der Abraham-Geiger-Preis wird an Seine Königliche Hoheit von Jordanien Prinz El Hassan bin Talal verliehen. Der fromme Lügenbold Alboga behauptet, dass Christen, Juden und Muslime in Istanbul, Cordoba und Sarajevo ‘unter der Ägide der Muslime jahrhundertelang in Frieden und Respekt zusammenleben konnten.’

Ägide bedeutet hier nichts anderes als entrechtende Vorherrschaft, ein griechisches Fremdwort macht sich besser. Den Apartheidsstaat der Dhimma oder Dhimmitüde flunkert uns der Mannheimer Zauberer und Imam zur sozialen Toleranz um (was heißt denn Istanbul, bevor die Stadt am 29. Mai 1453 geklaut wurde, hieß sie Κωνσταντινούπολη, Konstandinoúpoli, ‘Stadt des Konstantin’).

Alboga weiter: die ‘Vielfalt der Religionen’ sein ‘kein Grund, um Unheil auf unserer Erde zu stiften’, die linken Multikultis träumen bei solchen Worten vom letzten Friedensfest, die Bürgermeister murmeln noch was von Demokratie, doch das hat Alboga gar nicht gesagt, der Mann will die Rechtsspaltung, das islamische Sonderrecht. Alles andere (universelle Menschenrechte, vor allem die Gleichberechtigung der Frau und der Ex-Muslime) ist dann eben ‘Unruhe stiften’ sprich Krieg gegen Allahs Ordnung sprich todeswürdig. Nachdem er, wie so manche Muslime vor ihm es sich erdreistet haben, den säkularen, etwas pantheistischen, stets großartigen Dichter Goethe missbräuchlich zum Werbefachmann für Scharia und Kalifat ernennt, schließt Herr Alboga, sich explizit auf Innenminister Schäuble berufend, seine Rede mit einem donnernden: ‘Der Islam ist Teil Deutschlands.’ Auch das hört sich in den Ohren der Gutmenschen nach Fairness und Harmonie an. Reingefallen, für die Islamisten klingt das nach Anerkennung der Scharia und Landnahme. Und so nimmt sich jeder was er braucht, das ist das Schöne am Dialog mit dem Islam, Gehalt, Spesen, Preise und Beförderung gibt`s auch (16), (17). Für die künftigen Eliten.

‘Es gibt nichts Objektives, jede Wahrheit ist gültig, auch Kopftuch, Burka und Kalifat – nimm dir, was du brauchst’: Der (1.) Klientenzentrierte Ansatz der Strukturhasser unter den Pädagogen, Psychologen und Sozialarbeitern scheint den (2.) Radikalen Konstruktivismus der charakterlosen Soziologen und Hirnforscher zu bestätigen. Mit dem Übertritt zum Islam oder der Selbsthypnosetechnik (3.) Appreciative Inquiry (eine aus dem problemreichen Sumpf des sehr amerikanischen Thinking Positive entstandene optimistische Gesprächslenkung, wörtlich Wertschätzende Befragung, kurz AI) lässt sich das ganze auch für Nörgler erträglich machen, der profane Rest ist ‘islamophob’ und darf nach Herzenslust gemobbt werden. Wie keine andere Religion gestattet der orthodoxe Islam (al-Ghazali / al-Ġazālī, Ibn Taymiyya / bin Taimīya‎) bei eingebautem (Integration … des Kulturrassismus) Verzicht auf gleiche allgemeine menschliche Würde für Frauen, Nichtmuslime und muslimische Gehorsamsverweigerer die destruktive Aggressivität. Der motivierende Befehlsruf der geheiligten Hisba (ḥisba) erlaubt das Quälen und Leidenlassen (für den guten Zweck, versteht sich), erlaubt die ‘Sau rauszulassen’, theologisch bestärkt beispielsweise durch das raffinierte islamrechtliche Versperren der Zugänge (sadd aḏ-ḏarāʾiʿ – etwas eigentlich Verbotenes tun, um etwas noch Verboteneres zu verhindern), das Ganze vernebelt von Taqiyya und durchwachsen von der allgewaltigen familiären und städtischen Moral des ‘du sollst dich nicht erwischen lassen.’ Da fällt ja vielleicht auch für den dienstbereiten Ungläubigen ein Krümel vom Tisch der Macht ab, und er darf den noch Rangniederen belästigen und misshandeln, mit freundlicher Genehmigung von Ayatollah, Scheich und Mufti.

Mit den drei genannten, jeden Willen lähmenden, auch den freiheitlich-demokratischen Willen ausbremsenden Werkzeugen (klientenzentriert, radikal konstruktivistisch, ‘wertschätzend befragend, positiv denkend’) lassen sich die Nichtmuslime auf den politisch gewünschten Kurs der ‘Toleranz’ (Islamkonformität) bringen. Der politische Islam ist Deutschlands ‘Linken’ unantastbar, jede ‘kapitalistische, imperialistische, nationalistische’ Struktur ist wie nebenbei einzuebnen und aufzulösen.

Bei dem ‘autoaggressiven’, selbsthassenden und selbstzerstörerischen Treiben der europäischen Nichtmuslime wird die Allahkratie, die Struktur Kalifat eben auch von ihnen fleißig herausgemeißelt und, sind die Islamkritiker erfolglos, schlussendlich übrig bleiben. Dass die Umma (Welt-Glaubensnation) den brutalsten Nationalismus darstellt, nach außen wie nach innen, die schrecklichste ökonomische Ausbeutung und Ausplünderung (von Dschizya bis Islamic Banking) und die enthemmteste Frauenentrechtung (Hidschab, Imam-Ehe, Verstoßung, Wali Mudschbir, schafiitische FGM) ist für die heutigen ‘christlichen Funktionsträger’ oder ‘linken Gesellschaftskritiker’ ein verdrängter, sehr unerwünschter Gedanke, der, wird er doch einmal ausgesprochen, mit mich immer wieder überraschender Heftigkeit angegriffen wird.

Es gibt kein Machtvakuum, schon gar nicht im mystischen Nebel des (angeblich so spirituellen) Sufi-Islam. Struktur, auch Herrschaftsform und Staatsgewalt will bejaht, transparent gehalten und staatsbürgerlich verantwortet sein, hoffentlich ist dabei das Volk Souverän und nicht die von ‘Stellvertretern’ folgenreich verwaltete Gottheit.

So lange die Scharia und das islamische Fallrecht (fiqh) nicht überwunden sind, werden die Fatwa-erteilenden Muftis, die Scheichs der Kairoer al-Azhar beziehungsweise des Europäischen Rates für Fatwa und Forschung (European Council for Fatwa and Rearch, ECFR) sowie die europäischen Islamfunktionäre und Imame ein veritabler und dabei repressiver Klerus bleiben, von dem der muslimische Endverbraucher abhängig gehalten wird wie der Drogensüchtige vom Rauschgift (der Dschihad des Rauschgifthandelns ist ein anderes Thema, der afghanische Mohnanbau und die schariatischen Taliban dabei nur die Spitze des Eisbergs). Daneben ist der islamrechtliche Vater für die Tochter Quasi-Kleriker und der Ehemann für die islamische Ehefrau ‘Priester mit der Option auf Heilsverweigerung (frei nach Raddatz)’, denn beide weiblichen Wesen kommen ohne die männliche Erlaubnis beziehungsweise ohne absoluten (auch und vor allem sexuellen) Gehorsam nicht ins Paradies – und was ist ein geradezu widerlich mächtiger Klerus denn anderes, als ein Verhinderer des Zuganges in die imaginierte ewige Gottesnähe?

Unterdessen ist der totale Dialog losgebrochen, unsere Eliten, Dressureliten nennt sie der geniale Hans-Peter Raddatz, umarmen die Baumeister der frauenentwürdigenden Parallelgesellschaft von Ahmadiyya (Wolfgang Thierse, Berlin, 16.10.2008; nur zehn Tage eher Rita Süssmuth in Darmstadt) bis zur Muslimbruderschaft (Beate Sträter 2007 theoretisch, praktisch Gaby Straßburger bereits 2005).

Kirchentagsmilieus, Freikirchler, atheistische Sozialdemokraten, die ‘ganz Linken’ aus dem einstigen Kreis um Gregor Gysi: Wenn es gegen Islamkritiker geht, noch-nie-muslimische wie ex-muslimische, wird spürbar, dass unter dem Schafspelz gerade der verständnisvollsten Pazifisten (lila Pullover), ausgerechnet der tolerantesten Multikulturellen (AStA, JuSo) das blutrünstigste Wolfsgebiss lauert. Mit dem weisen Witz des Österreichers Christian Wallner (* 1948) hätte man gewarnt sein müssen: ‘Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.’

Bemerkenswert, dass sich der im geeinten Deutschland der Jahrtausendwende für scharfes Denken und treffende Rede weithin anerkannte Gregor Gysi wohl noch nie gegen die Scharia, gegen das obszön gemeinte Unterdrückungsinstrument des Kopftuchs, gegen die arrangierte Ehe beziehungsweise Cousinenehe geäußert hat. Gysi hat wohl lebenslang nicht ein einziges Wort gegen den orthodoxen Islam über die Lippen gebracht. Sollten ‘Sozialisten, Atheisten’ wie er den Schulterschluss mit dem ‘irgendwie sozialistischen’ politischen Islam suchen?

Aufeinandertreffen und Bewältigen von Scharia und säkularer Republik mögen in den einzelnen Staaten Westeuropas sehr unterschiedlich verlaufen. Ob auch in London, Rom, Frankfurt oder Berlin ein als ‘links’ gehandelter Bürgermeister wie der Brüsseler Freddy Thielemanns denkbar ist, von einer Partei gewählt, in deren Vorstand von achtzehn Namen die Hälfte arabisch und einer türkisch klingt (18)? Für den Fortbestand der freiheitlichen Lebensweise käme es sehr darauf an, wie viele zivilcouragierte Schariagegner dann unter diesen Töchtern und Söhnen muslimisch geprägter Einwanderer befindlich sind. Hoffen wir, dass es viele sein werden.

Wir werden viel Kraft und Zeit investieren müssen – und sind auf dem richtigen Weg.

Jacques Auvergne

(1) Nürnberg 2009. Stadtrechtsdirektor i. R. Frommer und Gewerkschafts-Chor singen Lieder nicht etwa gegen, sondern für das stoffgewordene Frauengefängnis der Version Einzelzelle

http://www.abendzeitung.de/nuernberg/rathaus/84995 </p

(2) Video. Sangesfroh huldigt der Nürnberger Gewerkschaftschor dem Burka-Plakat und der Burka. Und den Menschenrechten, aber eben den differenzierten Menschenrechten

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=964027&kat=10 </p

(3) Die aus der göttlichen Diktatur des Iran geflohene Kölner Menschenrechtsaktivistin Mina Ahadi muss den multikulturellen Nürnberger Verteidigern von Hidschab oder Burka (persisch: pardā) auf die Sprünge helfen. Ahadis Tipp an SPD-Häuptling Schönfelder: »Laufen Sie mal einen Tag in einer Burka herum, dann wissen Sie, wie sich das anfühlt.«

http://www.abendzeitung-nuernberg.de/nuernberg/rathaus/82435 </p

(4) Die Kriegstrommeln schlägt der linksextreme Teil der Friedensbewegung. Antiimperialistin Sabine Schiffer und ihr Institut für Medienverantwortng. Bei WebLog Sicherheitspolitik

http://weblog-sicherheitspolitik.info/2009/07/18/friedensbewegung-dr-sabine-schiffer-und-das-institut-fur-medienverantwortung/ </p </p

(5) Die aggressive Rhetorik der Antietatistin Sabine Schiffer, ihre auf Strukturzerstörung und Islambeförderung zielenden Texte analysiert Jacques Auvergne

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/07/27/134/ </p

(6) Speyer 2007: Schariafreundin Emel Abidin-Algan aus Berlin bekommt den Preis der Lutherstädte »Das unerschrockene Wort«

http://www.worms.de/deutsch/kultur/Lutherpreis/preistraegerin_2007.php </p

(7) München 2008: die drei Islamherrscher Cerić (Bosnien), bin Talal (Jordanien) und al-Jifri (Arabische Emirate) werden durch die dienstpflicht- und wertevergessenen Dhimmis Ude (SPD) und Schäuble (BRD) mit dem theokratisch ausgerichteten Eugen-Biser-Preis überschüttet. Kleiner Vorgeschmack auf die “Theologie der Zukunft” (Biser)

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/710/443449/text/ </p

(8) Rechtleitung für Europas Muslimbürger und Nichtmuslimbürger: Ali Zain al-Abidin al-Jifri, Founder and General Director of Tabah Foundation, Deputy Dean of Dar al-Mustapfa For Islamic Studies

http://www.alhabibali.com/en/ </p

(9) Taba-Institut / Tabah-Foundation will mit „Vorschlägen und Empfehlungen“ Regierenden und „Meinungsbildnern“ zur nutzbringenden (al-maṣlaḥa) Organisations- und Staatsführung verhelfen, die innerislamischen Diskurse mit der Moderne schariakonform aussöhnen und mit eigens geschulten Kadern die weltweite Islamrhetorik harmonisieren

http://www.tabahfoundation.org/en/ </p

(10) A Common Word between Us and You.

http://www.acommonword.com/ http://www.acommonword.com/ </p

(11) Mag Muftis und Scheichs: Christian Ude (SPD), Obergermeister der bayerischen Landeshauptstadt München

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Christian_Ude-295.jpg&filetimestamp=20060922231104 </p

(12) Penzberg. Der Imam der ’Vorzeigegemeinde’ Benjamin Idriz lebe und lehre einen ’liberalen Islam’ und wolle für ’Transparenz in seinem Einflussbereich sorgen’, wobei wir fragen dürfen, ob Herr Idriz sich sehr viel vorgenommen oder aber einen sehr kleinen Einflussbereich hat?!

http://www.br-online.de/bayern/einst-und-jetzt/moscheen-bayern-penzberg-ID1245329889765.xml </p

(13) Die Eugen-Biser-Stiftung überhäuft (die Empfänger mögen es benötigen) die Herren Cerić, al-Gifri und bin Talal offiziell mit Ehre nebst Ehrenpreis: »Die Preisverleihung erfolgte im Blick auf die maßgebliche Mitwirkung der Preisträger an dem denkwürdigen Offenen Brief ’A Common Word Between Us and You’ vom 13. Oktober 2007 an die christlichen Kirchen und in Anerkennung ihres außerordentlichen Beitrages zum muslimisch-christlichen Dialog und ihrer konsequenten und segensreichen Bemühungen um den Frieden.« Fehlt bloß noch Bisers Allāhu akbar

http://www.eugen-biser-stiftung.de/veranstaltungen_preis0.html </p

(14) Auch die DITIB-freundliche Christlich-Muslimische Friedensinitiative e.V. („cm-fi“; um Thomas Lemmen und Ehefrau Melanie Miehl) freut sich über die Fachtagung der Evangelischen Akademie Tutzing im November 2009 zum Thema Ausbildung von Imamen in Deutschland

http://www.cm-fi.de/31+M55e9b344f7a.html </p

(15) cm-fi hat Initiatoren: die Eheleute Melanie Miehl (KCID) und Thomas Lemmen (CIG, KCID), die gemeinsam mit Murat Aslanoglu (KCID) von uns angehenden Unwürdigen zum Uradel des christlich-islamischen Dialoges zu zählen sind

http://www.cm-fi.de/initiatoren.html </p

(16) Berlin im März 2008. KRM-Sprecher Bekir Albogas unfreiwillige Büttenrede anlässlich der Verleihung des Abraham-Geiger-Preises 2008 an Jordaniens Prinzen el-Hassan bin Talal. Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble, Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka (Abraham Geiger Kolleg) und Staatsminister Dr. Markus Söder lauschen dem schrulligen Missionar

http://islam.de/9935.php </p

(17) »Das Abraham Geiger Kolleg, gegründet am 17.08.1999, ist das erste Rabbinerseminar in Zentraleuropa nach der Schoah«

http://www.abraham-geiger-kolleg.de/news/news_show.php?id=33 </p

(18) Freddy Thielemanns und seine arabischstämmigen Unterstützer (anṣār). Liste der Vertreter der regierenden Sozialistischen Partei (SP) im Rat der Stadt Brüssel. Gates of Vienna

http://gatesofvienna.blogspot.com/2007/08/stop-islamisation-of-brussels.html </p

147. Ströbele, Straßburger und die Muslimbruderschaft

18. Oktober 2009 von Jacques Auvergne

شَرِيعَة

šarīʿa

Allahs diskriminierendes Gesetz

»Wege zum Miteinander« … ins Kalifat

Die Umwege und Querverbindungen der Islamisierung Deutschlands, nachgegangen von Jacques Auvergne

Die Lobby der Scharia ist auf den Segen hochrangiger Gutmenschen einigermaßen angewiesen. Schrille Pazifisten mit juristischem Abschluss und bis zum Brechreiz tolerante Atheistinnen mit Hochschulprofessur („Sozialraumorientierte Soziale Arbeit“) wirken besonders unverdächtig. Straßburger will die arrangierte Ehe als gleichberechtigte Lebensform (vgl. Text 146.). Das kommt dem nach seinem Verständnis allein heilsbringenden misogynen Unterwerfungskult namens Islam gerade recht.

Deutschland 2005. Lustvoll ergriffen vom segregierenden »Miteinander« zelebriert Berlin den Ausstieg aus der selbst verschuldeten Mündigkeit. Zwei Atheisten überschreiten und verhöhnen die für alle, auch für Frauen, Ex-Muslime oder Noch-nie-Muslime geltenden Menschenrechte und werben für mehr kulturellen Pluralismus. Zwei Dhimmis oder vielmehr Harbis segnen die schariakonforme Sache ab, pro-Kopftuch-Rechtsanwalt Ströbele und pro-Tochtertausch-Professorin Straßburger treffen sich mit den Freunden der Muslimbruderschaft.

Gaby Straßburger, deren verhängnisvollen Einfluss auf die deutsche Sozialarbeit und Pädagogik in Text Nummer 146. des Weblog Sägefisch beleuchtet wurde, schreckte vor vier Jahren nicht davor zurück, auf der 11. Islamwoche Berlin (15.-21. August 2005) gemeinsam mit dem Islamisten Murad Wilfried Hofmann (17.08.2005) aufzutreten.

Die drei der Muslimbruderschaft nicht allzu fernstehenden Veranstalter von »Wege zum Miteinander« waren IBMUS, der ZDM und der Islamrat. IBMUS bedeutet Initiative Berliner Muslime und umfasst neben dem radikalislamischen INSSAN e. V. die unten genannten Organisationen DMK-Berlin, IZDB, MJD sowie das Islamski Kulturni Centar Bošnjaka u Berlinu (ICK-Berlin, Islamisches Kulturzentrum der Bosniaken in Berlin e. V.), außerdem den Berliner Verein Islami Tahrik Berlin e.V. / Bilal-Moschee (Drontheimer Str. 16) und das als gemeinnützig anerkannte Islamische Kultur- u. Erziehungszentrum. Islami Tahrik Berlin (Bilal-Moschee) verlinkt zum Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland (RIGD, http://www.rigd.de), Eichenstraße 41, Frankfurt. In der Eichenstraße 41, so belehrt uns justitia-et-pax.de (Geschäftsstelle Kaiserstr. 161, 53113 Bonn), nistete einst das Islamische Konzil / Islamisches Zentrum Frankfurt, die Muslimische Studentenvereinigung (MSV / M.S.V.) und die Föderation der Islamischen Organisationen in Europa (FIOE), mehr Muslimbruderschaft geht nicht. Ebenso wie islamkennenlernen.de (IIS Moschee Frankfurt, Mainzer Landstraße 120) verwendet auch die RIGD die E-Mail said.boutizla@rigd.de, was nicht auf jenen Herrn Said Boutizla hinweisen muss, der am 12.11.2009 um 19:30 Uhr im Gemeindhaus von Sankt Josef, Rhaban-Fröhlich-Straße 18 in 60433 Frankfurt, mit einem Christen, einer Jüdin und einer Hinduistin zu »Weltsprache Beten« sinnieren wird (1).

RIGD-Präsident ist Dr. Khaled Hanafi beziehungsweise Dr. Khaled M. Hanafy. Hanafi bzw. Hanafy ist Assistenzprofessor für Grundlagen des islamischen Rechts (Fiqh) der Kairoer al-Azhar und lässt sich bei der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) als Scharia-Rechtsberater empfehlen, ferner ist Hanafi / Hanafy Lektor der Rechtsschulen und der islamischen Rechtsentwicklung (wir sollten besser sagen Unrechtsstillstand) am Institut Européen des Sciences Humaines in Paris (IESH Paris, Hauptstadtvertretung von IESH Château-Chinon), gehört also zum Umfeld der Muslimbruderschaft, was bei »IGD« wenig erstaunt (2).

Bei Justitia et Pax kennt man die Eichenstraße 41, Frankfurt am Main (3).

Für Ströbele und Straßburger kein Problem: Islamische Gemeinschaft in Berlin e. V. / al-Nur-Moschee, Haberstrasse 3, 12054 Berlin (4).

Am 15.07.2009 veröffentlichte der RIGD eine Pressemitteilung zum Tod der im Dresdener Gerichtsgebäude ermordeten Marwa el-Sherbini, wie wir bei IGD-online.de (IGD) lesen können, auf der selben Seite kondolieren Schariafreund Jürgen Micksch vom Interkulturellen Rat, die linksextreme Antietatistin Sabine Schiffer, der glitschige Ibrahim el-Zayat (IGD) und darf Eröl Pürlü (VIKZ, derzeit auch KRM) ein Ende der Angriffe in Gaza fordern (5). Wer die Situation im Gaza-Streifen Anfang 2009 und Ende 2008 verstehen will, lese besser »Same Old Song«. Lizas Welt, 21.12.2008 (6).

Die kluge und mutige Güner Y. Balci schreibt über die Berliner al-Nur-Moschee: ’Hier wird ein Islam propagiert, der sich auf die Salafiyya-Bewegung stützt, … der sich extrem fromm und buchstabengetreu am Koran und der Scharia orientiert, also auch den Alltag kanonisch regelt, ein für allemal. Neuerungen sind verboten (7).’

Thema beim Gaby-Straßburger-Schariadialog 2005 waren Tschetschenien, Optionale arrangierte Ehe, 10 Jahre Massaker von Srebrenica, Einführung in den Islam, die Palästinenser.

Lieblich sang der Kinderchor der Islamischen Grundschule Berlin. Diese Bildungsanstalt gehört zur Milli-Görüs-nahen Islamischen Föderation Berlin und beschäftigt bis zu sechzehn Kopftuchlehrerinnen, verschleiert kleine Mädchen, ist oder war Arbeitsort von Deutschlands berühmtester Kopftuchklägerin Fereshta Ludin und ex-Arbeitsort der heute ’so was von kopftuchlosen’ Emel Abidin Algan genannt Emel Zeynelabidin, Tochter des ranghohen Muslimbruders Dr. Yusuf Zeynel Abidin. Lustige Mädchenfrisuren in der Boppstraße 4? Mädchen und Jungen sind in der Scharia einander wesensfremd, Jungen dürfen nackte Haare haben, Mädchen nicht (8).

Unschuldige tchetschenische und palästinensische Volkstänze durften beim Gaby-Straßburger-Theorieseminar für Tochtertausch ebensowenig fehlen wie der friedensbewegte Unschuldsengel und GRÜNEN-Politiker Ströbele. Mittendrin ließ man Frau Dr. phil. Dipl.-Sozialpädagogin (FH) Dipl.-Orientalistin Straßburger für die arrangierte Ehe werben, damit auch in der Bundesrepublik der Wali Mudschbir juristisch durchgesetzt werden kann sprich ein wichtiges Stück Sexualpolitik (Scharia).

Die Professorin an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin moderierte die sich an ihren barbarisch-gegenmodern ausgerichteten Vortrag ‘Arrangierte Ehe als freie Partnerwahl’ folgende Podiumsdiskussion gemeinsam mit dem Berliner Imam Aly Abdelwahab und Fatima Grimm (Hamburg; siehe unten).

Am selben Tag referierte die postmodern-stammeskulturelle Schülerin von Ursula Boos-Nünning zu »Zukunftsprojekt Familie«, das sie ebenfalls im Anschluss und mit Fatima Grimm moderierte.

Gaby Straßburger findet sich also gelehrt plappernd mitten im Freundeskreis der Muslimbruderschaft. Für sie ist das »Sozialraumorientierte Soziale Arbeit«, erfahrene Unternehmer sprechen vom Standortnachteil Schariarecht, Menschenrechtler sagen dazu Barbarei. Näheres zu den Teilnehmern:

Murad Wilfried Hofmann hält die Fäden zusammen und wird in eher völlig unterschiedlichen Kreisen als Tanzsportfachmann, politisch tätiger Islamist und deutscher Ex-Botschafter verehrt. Das Kalifat hält der weltweit gelesene Islam-Ideologe der säkularen Republik für sittlich überlegen. Für die Freundin der Stammeskultur Gaby Straßburger (»Heiratsverhalten und Partnerwahl im Einwanderungskontext«) ist Hofmann vielleicht ein gebildeter, lebenserfahrener und glaubensstarker Ruheständler, beide verbindet der Lobgesang auf den Tochtertausch.

Andy Abbas Schulz ist stellvertretender Vorsitzender der anhand der kulturrassistischen und frauenentrechtenden Scharia ‘mystisch erleuchteten’ Lichtjugend. Die an Bediüzzaman Said Nursi ausgerichtete Lichtjugend bietet Berlins Lehrerzimmern ihre Hilfe bei gewalthaften Schulkonflikten und unerreichbaren muslimisch sozialisierten Schülern an. Was ein wenig nach Erpressung klingen mag, jetzt müssen die Bengel nur genügend randalieren, dann gibt`s Besänftigung und Scharia-Seelsorge vom Lichtjugendvorbeter. Neo-islamische Arbeitsteilung, eine Schwadron Unruhestifter (Randalierer), eine Abteilung Friedenmachen (Islampädagogen)? Hoffentlich schmeißen Berlins Schulleiter die Lichtjugend achtkantig vom Gelände (9), (10).

Maha Abdelwahab sprach am 15. August 2005 zu Einführung in den Islam. Die 1977 in Berlin geborene Tochter ägyptischer Einwanderer trägt strengen Hidschab (al-ḥiǧāb, verharmlosend Kopftuch genannt), machte 1996 Abitur und nahm das Studium der Medizin auf. Abdelwahab war Vorstandsmitglied der Muslimischen Jugend in Deutschland e. V. (MJD). Die MJD ist Mitglied im Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO, erster Präsident war Ibrahim el-Zayat) und nach eigenem Bekunden dem Fatwa-Rat ECFR (Chef ist Yūsuf al-Qaraḍāwī) treu ergeben, womit wir sie zum Umfeld des europäischen Flügels der radikalislamischen Muslimbruderschaft zu rechnen haben. Im Nordrhein-Westfalen des Jahres 2009 stört es beiden Organisationen Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V. und Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Offene Kinder und Jugendarbeit NRW nicht, mit einem Verein wie der MJD zusammenzuarbeiten (»Projekt Dialogbereit«), dem der Berliner Verfassungsschutz 2004 bedenkliche Nähe zu islamistischen Kreisen unterstellte. Bereits 2002 stellte die im interreligiösen Dialog bemühte Katholische Junge Gemeinde (KJG) „Maha Abdelwahab von der Muslimischen Jugend Deutschland“ vor.

Durch uns verantwortungsvoller denkende und handelnde Eltern beziehungsweise Pädagogen sollten die beiden Organisationen Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V. und Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Offene Kinder und Jugendarbeit NRW solange nach Kräften boykottiert werden, wie deren Zusammenarbeit mit der MJD besteht (11), (12).

Prof. Dr. Abdulgabar Salama, zwei Vorträge am Freitag (19.08.2005) ‘Zeichen islamischen Erbes in Europa’ sowie ‘Muslime – Chancen für Europa?’ Dr. Salama ist Internist und Arzt für Transfusionsmedizin

Sigrid Klaus-Salama, las aus einem Wettbewerb (»Islamour«) hervorgegangene ‘Islamische Heiratsgeschichten’. Klaus-Salama wurde 1949 als viertes Kind eines evangelischen Pfarrers im hessischen Wartenberg geboren. Die verheiratete Berliner Lehrerin hat drei Kinder und ist aktiv im Deutschsprachigen Muslim-Kreis Berlin e.V (DMK-Berlin, Drontheimerstraße 16, Berlin-Wedding). DMK-Berlin: ’Alle Menschen sind vor Allah gleich, ungeachtet ihres Geschlechtes, ihrer Hautfarbe, Herkunft, sozialen Status oder Bildung. Das einzige wodurch die Menschen sich vor Allah unterscheiden ist die Gottesehrfurcht (Taqwa).’, sollte der Berliner Gemeinschaft die Hölle abgeschafft haben und das für die muslimische Tochter geltende Heiratsverbot mit einem Nichtmuslim gleich mit oder ist das alles eine Frage der Gottesfurcht? Ist Kopftuchpflicht und Wali Mudschbir auch Taqwa (13), (14)?

Prof. Dr. Werner Schiffauer von der Uni Viadrina verteidigt den obszönen Hidschab (heilige islamische Sexualpolitik), der Ethnologe WILL das Kopftuch an JEDER deutschen Schule durchsetzen: ‘[Das Kopftuch] Es ist Ausdruck einer religiösen Grundüberzeugung und ein individualistischer Wert. Man kann mit dieser Sichtweise auch eine Konfliktlinie aus der Debatte herausnehmen. Das Kopftuch wird entdramatisiert. Wir müssen mehr Gelassenheit üben … Dies würde den Konflikt entschärfen.’ Ob das Kopftuch von seltsamen Zeitgenossen nicht irgendwie mit Zwang assoziiert wird? Schiffauer: ‘Möglich. Trotzdem würde ich gerne wegkommen von dieser aufgeladenen Debatte (15).’

Herr Giyasettin Sayan (PdS). Der Diplom-Betriebswirt (FH) und migrationspolitische Sprecher wechselte von der Partei DER GRÜNEN her zu DEN LINKEN. Leidvoll erfahren ist der im osttürkischen Hasköy (kurdisch: Dêrxas) geborene Politiker, was die Jahrtausende alte patriarchale Macht und Bewegungslosigkeit der kurdischen Stämme und Clans betrifft, die sich in Berlin eine parallele Welt aufgebaut haben. Sayan setzt sich für mehr Frauenrechte ein. Der erwähnte Kulturrelativist Dr. Werner Schiffauer („Für eine kluge Politik der Differenz
“) streitet ab, dass jemals vormoderne, gar islamisch veredelte vormoderne Stammeskultur in die deutsche Hauptstadt eingewandert sei. Insofern ist der multikulturelle (schariafreundliche) Ethnologe Gegenspieler des Orientkenners und kurdischstämmigen Politikers.

Werner Schiffauer ist nach 2005 folgerichtig weiter geschritten, hat 2008 und 2009 die für uns extremistische, für ihn „nach-islamistische“ Milli Görüş mit dem Glanzlack der Demokratiefähigkeit überpinselt und feiert bereits jetzt die Buchwerdung dieses „differenzierten“ Ergebnisses als »Nach dem Islamismus: Eine Ethnographie der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs« (demnächst bei Suhrkamp für Euro 16,80). Das noch nicht erschienene Buch wird von Cornelia Spohn angepriesen.

Spohn ist diplomierte Pädagogin und Supervisorin (DGSv), lehrte mehrere Jahre lang im türkischen Istanbul und leitet seit 1998 den Verband binationaler Familien und Partnerschaften (iaf e.V.). Gemeinsam mit Marieluise Beck, Ursula Boos-Nünning, Havva Engin, Barbara John, Yasemin Karakaşoğlu, Coletta Manemann, Birgit Rommelspacher, Claudia Roth, Rosi Wolf-Almanasreh de C. Esteves und anderen, insgesamt 72 Frauen (zweiundsiebzig Paradiesjungfrauen?) unterzeichnete auch Cornelia Spohn am 01.12.2003 das unter dem Motto »Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation!“ stehende Maifest »Aufruf wider eine Lex Kopftuch«. Die Verteidigerinnen des die Menschheit in gereinigt und besudelt zerlegenden Textilsignals namens al-ḥiǧāb appellieren etwas trickreich „an Politik und Gesellschaft, die Gleichstellung von muslimischen Mädchen und Frauen nicht am Nein zum Kopftuch fest zu machen (16), (17).“

Sayan versucht, gemeinsam mit dem Imam der einzigen kurdischen Moschee Berlins die archaischen Großfamilien zu einer geringeren Form der Frauenunterdrückung zu überreden. Ob ein der Scharia verpflichteter Geistlicher dabei der richtige ist? Jedenfalls genießt der islamkorrekt flunkernde Imam (Abdurrahman Tarhan: ‘Im Islam hat die Frau in der Theorie und im Prinzip gleiche Rechte wie der Mann’) bei Berlins ungefähr 45.000 Kurden hohe Autorität. Interessanterweise heißt sein Berliner Sakralgebäude Selahaddin-Eyyubi-Moschee, nennt sich also nach Ṣalāḥ ad-Dīn Yūsuf bin Aiyūb deutsch Saladin. Der hochmittelalterliche islamische Herrscher kurdischer Abkunft ließ den ärmeren Teil der Christen Jerusalems im Oktober 1187 in Ketten legen und versklaven, nachdem er drei Monate eher alle Ordensritter (bis auf einen, sehr noble Geste) umbringen ließ und die Soldaten dem islamrechtlich einwandfreien Sklavenmarkt zuführte.

Nicht weniger interessant ist, dass heute und im selben Berliner Haus ein gewisser Cem Özdemir wohnt, der seit vielen Jahren über die grundrechtsgefährdende Kopftuchproblematik Witze reißt (’Kopftuch? Ich persönlich trage keins’) und das seit Jahrzehnten verbotene Schülerinnenkopftuch in der Türkei wiedereinführen will. Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, der 2009 die Solar-Dachanlage des ehedem der Milli-Görüş nahe stehenden Islamischen Forums Penzberg (um Benjamin Idriz; ECFR-Briefwechsel und Kopftuchkult, finanziert vom Herrscher von Schardscha; strebt den Aufbau eines gewaltiges Europa-Islamzentrums an) sagt keine Silbe gegen die Scharia, ist aber türkischer Schwabe, kein Kurde. Nun gilt just dieser „Ort der Niederwerfung“ (al-masǧid, Moschee) dem Verfassungsschutz als der PKK nahe stehend, ein Verdacht, dem auch ein großes Öcalan-Bild an der Wand keinen besonders überzeugenden Abbruch tut. Einstweilen wird der künftige islamische Frieden Berlins also durch ethnische Spannungen getrübt, umso mächtiger dürfte das Prinzip »al-islām huwa l-hall« wirken, der Islam ist die Lösung. Sayan äußerte sich für das Recht einer Zeitung, die dänischen Mohammedkarikaturen abzudrucken (18). Chic wohnen im Kiez der einstigen linken und internationalen Hausbesetzerszene, heute verdrängt der ökogrün-alternative Özdemir seine kalifatsgrün-alternativen Nachbarn (19). Irgendwie kriselt die Integration doch.

Abubakr Jammeh II. Herr Jammeh könnte etwas mit Gambias Staatspräsidenten Yahya Jammeh
zu tun haben oder vielleicht mit Abubakr Jammeh aus dem westafrikanischen Gambia, der sich auch Bubacar Jammeh nennt, Ehemann von Suraya Jammeh, die, als sie noch kein Kopftuch trug, Nicola hieß. Gambias Bevölkerung ist zu 90 % muslimisch,9 % christlich, 1 % stammesreligiös. Die Berliner Eheleute Jammeh betreiben die, sofern islamismus- und schariakritisch, wahrscheinlich sehr löblichen Hilfswerke ‘Bildungsoffensive Kiezkinder’ (es gehe um Lernen lernen und Gemeinschaftslernen), ‘Keine Angst vor dem schwarzen Mann’ (antirassistisch, Musikseminare in Schulen), ‘Help the poor and the needy’ (Gambiahilfe). Suraya Jammeh ist Mitautorin von ‘Orient meets Occident: Ein Versuch der Verständigung’ (2008). Seit wann liegt das westafrikanische Gambia im Orient? Der Rest klingt Vertrauen erweckend, nur Surayas extremes Kopftuch duftet weniger nach afrikanischer Lebenskunst als nach Allahs Tugend-Imperium (20).

Im Vereinsnamen wurde der Partikel al-māʿūn gestrichen, er stammt aus Sure 107:7 und bedeutet Wohltat, Hilfeleistung (21). Sure 107:1-7 warnt vor der Frömmelei, vor dem Beten aus Eitelkeit oder Kalkül, denn um nichts anderes als nur um der Liebe Allahgottes willen darf gebetet und gespendet werden, um nicht zu jenen falschen Muslimen zu zählen, die nach mittelalterlicher Auffassung auf ewig in der tiefsten Hölle braten. So sinnierte jemand glaubensbewegt und ethisch einigermaßen überzeugend, warb für eine Lebensführung der lauteren Absichten, des wechselseitigen Mitgefühls und der Reinheit der Herzen gemäß Sure 107. Leider war es Sayyid Quṭb, der Theoretiker der Muslimbrüder (22).

Hans-Christan Ströbele (MdB) will Polizisten Turbane und Polizistinnen Kopftücher tragen lassen. Der GRÜNEN-Politiker will einen islamischen Feiertag staatlich einführen, eine Umfrage auf WELT-online (mehr als 13.500 abgegebene Stimmen) bewerten seine Migrationspolitik allerdings mit der Schulnote sechs sprich als katastrophal gescheitert (79 %) oder fünf sprich miserabel (11 %). Anlässlich der in Jyllands Posten zivilcouragiert abgedruckten Mohammed-Karikaturen warnte der dschihadverträgliche Friedensfreund vor dem Abdruck, insofern Gegner des erwähnten kurdischstämmigen Ex-GRÜNEN Giyasettin Sayan (23), (24).

Mustafa Yoldas. Der in der Türkei geborene Hamburger Arzt (Allgemeinmediziner) und Vorstand der Schura Hamburg lügt (kitman) uns ins Gesicht, indem er den islamrechtlich legitimen Apostatenmord und den nötigenden Heiratsvormund (arab. wali mudschbir, türk. mücbir veli) verschweigt: ‘Der Islam toleriert in keiner Weise Gewalt, die Menschen anderen Menschen zufügen. Das gilt auch für Zwangsverheiratungen.’ Theokratisch betrachtet richtig, der iranische oder saudi-arabische Henker fügt nicht zu, er führt nur aus, Allah fügt es (zu). Und die islamische Zwangsverheiratung der jungfräulichen Tochter durch ihren Wali Mudschbir ist eben kein Zwang, sondern Gottesdienst. Schura (aš-šūrā)bedeutet Beratung oder Ratsversammlung, allerdings im Sinne der „gerechten“ Weise islamischen Regierens sprich im Sinne der Scharia. Dieser Jahre scheint das allahkratische Schura-Konzept zunehmend mit dem UN-Konzept des Good Governance zu verschmelzen. Noch ein Brüller von Komiker Yoldas: ‘Es gibt Familien, die leben noch im Patriarchat. Sie glauben, dass Frauen der Besitz von Mann und Bruder sind, dadurch werden Frauen Opfer von deren Unterdrückung. Das hat der Islam aber längst abgeschafft. Frauen sind im Islam mündig und können über ihr Leben selbst entscheiden.’ Wenn es nicht so ernst wäre … als Pausenclown akzeptabel (25).

Ferid Haider, las unter dem Titel ‘Quran verstehen – Arbeit mit dem heiligen Buch’, Ferid Haider gehört zum Interkulturellen Zentrum für Dialog und Bildung (IZDB) und propagierte am 11. März 2008 öffentlich (ZDF frontal21) die radikale Geschlechtersegregation: Jungen und Mädchen sollen islamisch, das heißt geschlechtergetrennt aufwachsen. Auch will der Prediger das islamische Gebet in Deutschlands staatlichen Schulen durchsetzen, zu muslimisierende Kinder bereits im Grundschulalter sollen im Ramadan fasten. Das IZDB vertreibt trotz öffentlicher Kritik nach wie vor die Schriften von Sayyid Abu l-A’la al-Maududi. Das IZDB fand 2007 Erwähnung im Bericht des Verfassungsschutzes (26).

Dr. Irene Runge, Jüdischer Kulturverein. Runge ist eine von zwölf Autoren in »Antimuslimischer Rassismus. Konflikte als Chance« (Otto-Lembeck-Verlag, Frankfurt/Main 2009), zynischerweise punktgenau zum Jahrestag des New Yorker Terroranschlags herausgegeben vom Interkulturellen Rat, Herausgeber Jürgen Micksch. Micksch ist bei der verlässlichen Journalistin Gudrun Eussner genannt, die ein gesamteuropäisches Tummelfeld von professionellen Schariaverharmlosern ausleuchtet, da finden sich Roland Koch, die Allianz der Zivilisationen, der berüchtigte Avicenna-Preis und eben auch Dr. Micksch. Sehr geehrte Frau Runge, so besinnen Sie sich doch auf die universellen Menschenrechte und deutschen Bürgerrechte, die beide mit dem Islamischen Recht nicht zu machen sind. Zur Islamophobiemitverschwörerin und Mitautorin Runge bei Migration Online (27). Zu Micksch und Umfeld lese man, wie immer, wenn man etwas über den politischen Islam lernen will, bei Gudrun Eussner (28).

Nadia Abed (ehem. Leiterin der ISG Berlin), das ist ja vielleicht die auf einer englischen Seite genannte ‘Renate Nadja Abed, principal of Islamische Grundschule in Berlin’, dann wohl statt ISG besser IGS als Abkürzung für Islamische Grundschule, Islam Kolleg Berlin e. V.,
Boppstr. 4, 10967 Berlin. Der in Berlin (Drontheimer Str. 16) ansässige Deutschsprachige Muslim Kreis (DMK, genauer: DMK-Berlin) bemühte sich 2005, für den 15. Dezember eine Nadia Abed gemeinsam mit Abdulkadir Schabel einzuladen. Am gleichen Ort wirbt der DMK für einen Vortrag von Murad Wilfried Hofmann und verweist auf ein Papier aus dem Umfeld der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) zum Durchsetzen von getrenntgeschlechtlichem Schulsport. ‘Muslimische Kinder in der Schule. Informationen und Empfehlungen’ sei herausgegeben vom Hessischen Islamforum (darin sei Mitglied u. a. der IRH), bestellbar über die Darmstädter Groeben-Stiftung (Postanschrift) und den Interkulturellen Rat (e-mail) (29).

Fatima Grimm ist mit Aischa B. Lemu Herausgeberin von ‘Frau und Familienleben im Islam’, München 1999 bei: Islamisches Zentrum (München, IZM). Das IZM kann uns als das Epizentrum des deutschen Zweiges der Muslimbruderschaft gelten.

Die Sympathisanten der antidemokratischen Muslimbruderschaft weisen Deutschland »Wege zum Miteinander«, und mittendrin preist eine Professorin die Schönheiten des Kinderverheiratens. Durch die 2005 in Berlin sichtbar gewordenen Querverbindungen ins Umfeld der Muslimbruderschaft ist die immense Gefahr, die von dem Verharmlosen der arrangierten Ehe (ziemlich genau: Zwangsehe) ausgeht, wie es von Migrationspädagogin Ursula Boos-Nünning und ihrer Schülerin Prof. Gaby Straßburger betrieben wird, ein wenig deutlicher geworden.

Jacques Auvergne

(1) »Weltsprache Beten«, interreligiöse Podiumsdiskussion mit Said Boutizla (Muslim), Ragni Chandhok (Hinduistin), Esther Ellrodt-Freiman (Jüdin), Oliver Karkosch (Christ) am 12.11.2009, 19:30 Uhr in Frankfurt am Main

http://www.hausamdom.bistumlimburg.de/index.php?_1=238321&_0=1&sid=6b595508bbf6b6b4aa477510033d8d08

(2) Dr. Khaled M. Hanafy (MA), Assistenzprofessor für Grundlagen des islamischen Rechts (des Fiqh) an der al-Azhar „Universität“ in Kairo, Ägypten, seit 2008 Vorsitzender des Rates für Imame und Gelehrte in Deutschland (RIGD)

http://www.igd-online.de/pageID_8301988.html

(3) Hallelujah ! Katholisch-tolerant verlinkt man aus Bonn am Rhein („Justitia et Pax – weltweit ein Erkennungszeichen für Gerechtigkeit und Frieden“) die Frankfurter Adresse Eichenstraße 41 sprich FIOE, MSV, Islamisches Zentrum (pdf)

http://www.justitia-et-pax.de/de/shop/img/arb_77.pdf

(4) al-Nur-Moschee, Berlin

http://www.al-nur-moschee.de/

(5) RIGD bei IGD

http://www.igd-online.de/pageID_7227977.html

(6) Zu Gaza 2008 / 2009

http://www.lizaswelt.net/2008_12_01_archive.html

(7) Berlin: Güner Y. Balci über die al-Nur-Moschee

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~ED23E8E542A0B468B9D1C9C4BAA7280C1~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(8) Das Hollenfeuer vermeiden. Lustige Kinderfrisuren, gebändigt vom Berliner Sittenwächter

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,grossbild-153159-334978,00.html

(9) Lichtmangel? Hallo Jugend, hier entlang zum Licht

http://www.lichtjugend.de/schulseminar.html

(10) Vielleicht Jugend, vielleicht hinters Licht geführt

http://www.lichtjugend.de/impressum.html

(11) Die KJG („enjoy the difference“) will mehr multireligiösen Dialog. Warum nicht mit den Muslimbrudergeschwistern? (pdf)

http://www.kjg.org/fileadmin/user_upload/infam/infam-2002-02.pdf

(12) »Projekt Dialogbereit« – Jugendschutz plus ein bisschen Islamismus

http://www.dialogbereit.de/

(13) Sigrid Klaus-Salama

http://www.nirwana-events.de/geist/geist.html

(14) DMK-Berlin

http://www.dmk-berlin.de/

(15) Himmel gib uns mehr Kopftücher! Der xenophile Ethnologe Werner Schiffauer orakelt bei der taz: „In dieser Gesellschaft gibt es einen massiven Antiislamismus“

http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2003/11/06/a0158

(16) Aufruf wider eine Lex Kopftuch („Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation!“). Bei: DER SPIEGEL

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,276289,00.html

(17) Aufruf wider eine Lex Kopftuch („Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation!“). Bei: Süddeutsche

http://www.sueddeutsche.de/politik/444/395232/text/

(18) Social Work in Berlin-Kreuzberg mit Kurden, Allah & PKK

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/0421/seite3/0005/index.html

(19) Özdemir und der unerbetene Betplatz

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Kreuzberg-Moschee-Streit-Cem-Oezdemir%3Bart270,2623478

(20) Muslim-Markt interviewt Suraya Jammeh, Vorstandsvorsitzende des Vereins Help the poor and the needy

http://www.muslim-markt.de/interview/2008/jammeh.htm

(21) al-māʿūn, Sure 107

http://en.wikipedia.org/wiki/Al-Ma%27un

(22) Sayyid Quṭb wirbt für eine Lebensführung der lauteren Absichten, des wechselseitigen Mitgefühls und der Reinheit der Herzen: Allah wishes human life to be elevated, happy, based on pure motives and characterized by mutual compassion, brotherhood and purity of hearts and behaviour

http://fesabilillah.wordpress.com/2007/09/22/surah-al-maun-small-kindness-brief-tafsir/

(23) Ströbele fordert gesetzlichen islamischen Feiertag

http://www.welt.de/politik/article4840623/Stroebele-will-muslimischen-Festtag-als-Feiertag.html

(24) Ströbele gegen Mohammed-Karikaturen

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,398865,00.html

(25) Der fromme Spaßvogel. Mustafa Yoldas

http://archiv.mopo.de/archiv/2008/20080528/hamburg/panorama/hamburgs_muslimen_sprecher_mustafa_yoldas.html

(26) IZDB

http://www.bild.de/BILD/berlin/aktuell/2008/08/07/islam-prediger/gibt-lehrern-nachhilfe.html

(27) Runge bei Migration Online

http://www.migration-online.de/beitrag._aWQ9Njg2OQ_.html

(28) Micksch bei Gudrun Eussner

http://www.eussner.net/artikel_2009-04-18_20-29-04.html

(29) Nadia Abed bei DMK-Berlin (pdf)

http://www.dmk-berlin.de/download/gemeindeblatt/GBNovember05.PDF