055
Ἅγια Σοφία
Hágia Sophía
Konstantinopel, 28. Mai 1453
Istanbul, 28. Mai 2001
Der Kanzlersohn
ist längst Muslim?
Jacques Auvergne, 2008
Peter Kohl, der jüngste Sohn des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers und Türkeibeitrittsfreundes Helmut Kohl müsste eigentlich längst Muslim sein. Denn nach der von keinem Geringeren als von Allah persönlich gestifteten Rechtsordnung der Scharia kann eine muslimische junge Frau keinen Mann aus den Völkern der Dhimmis, der Schutzbefohlenen heiraten.
Mutter Hannelore konnte nicht bei der Hochzeit dabei sein, angeblich zwang sie ihre wenig glaubwürdige Lichtallergie, das pfälzische Haus nicht zu verlassen. Vater Helmut und der ältere Bruder Walter begleiteten Peter Kohl zu dessen Hochzeit mit der türkischen Industriellentochter Elif Sözen muslimischen Bekenntnisses. Am 28. Mai 2001 wurde im Beisein von 500 Gästen aus Politik und Wirtschaft im zur Kempinski-Gruppe gehörenden Hotel Ciragan gefeiert. Auf der europäischen Seite des Bosporus gelegen wurde das heutige Hotel Ciragan im Jahre 1874 als Palast von Sultan Abdülaziz errichtet. Ein theokratischer Sultanspalast als Unterkunft? Säkularisten oder orientalische Demokraten könnten daran Anstoß nehmen. Nicht so die pfälzische Dynastie Kohl.
Die Heirat fand auch als kirchliche Handlung statt, in Istanbul und am 28. Mai. An einem 28. Mai war bereits schon einmal eine gottesdienstliche Handlung in dieser Stadt begangen worden, doch das ist sehr lange her, mehr dazu am Ende des Textes. Das frisch verheiratete Paar also gedachte, die Flitterwochen in der Türkei zu verbringen.
War die Ehe heimlich türkischerseits arrangiert worden, nach dem Motto: Mädchen, fang den Sohn des Königs von Deutschland ein, Schachmatt? Und überhaupt: Ist Peter Kohl konvertiert oder weiß er als begüterter Bewohner transatlantischer goldener Käfige von den 1.400 Jahre alten Gesetzen Allahs immer noch gar nichts, auch wenn er schon wichtige Spielfigur der weltweiten Islamisierung ist? Findet Peter Kohl den Islam ganz toll? Gibt es Ärger im ehelichen Schlafzimmer, wenn Peter zu Elif über den Armeniervölkermord redet oder über die beschämenswerte Rolle der Frau – jeder Frau – im Islam?
Vielleicht ist dem Peter auch alles völlig egal – dann wäre er ganz Kind seiner Zeit, „Kind der Ära Kohl“. Recht witzig. Darüber hinaus ist man auf höchster politischer Ebene in der Bundesrepublik immer schon Meister im Schönlügen gewesen: Staatsverschuldung, Korruption (von Kohls schwarzen Kassen bis zum Antwerpes-Trienekens-Klüngel), Islamisierung Europas: Alles nicht so schlimm. Irgendwie normal. Just World, die Welt ist gerecht. Für Fehlentscheidungen braucht man ja auch keine persönliche Verantwortung zu übernehmen.
Peter Kohl und Elif Sözen hatten sich vor zwanzig Jahren beim gemeinsamen Studieren in den USA kennengelernt. Seit etlichen Jahren leben beide in London und arbeiten im Finanzgeschäft.
Doch 2007, 2008? Besteht die Ehe eigentlich noch? Ich hätte gar nichts dagegen, wenn Peter und Elif selbstbewusst die kulturell vormoderne Scharia ins Museum verweisen würden und sagten: „Klar, eine Muslima heiratet einen Christen und beide behalten ihre Religion und die Kinder werden sich ihre Religion oder Nichtreligion immer wieder selbst aussuchen!“ Dazu jedoch scheinen selbst die CDU-Politiker zu feige zu sein, die keine muslimische Verwandtschaft haben. Aus berechtigter Besorgnis. Denn Schariagegner oder Islamkritiker leben gefährlich.
Dem tollen Kanzler blieb nicht viel anderes übrig, als nach „malerischer“ patriarchaler Sitte und als sklavischer Dhimmi bei Elifs Familie um die Hand der Türkin anzuhalten, wenn wir das überhaupt glauben möchten. Ein Witz. Peter und Elif leben seit einem guten Jahrzehnt zusammen und nicht selten töten fromme türkische Familien eine Tochter, die unerlaubterweise mit einem Mann zusammen Zeit verbringt. Ein männlicher Christ, der eine Tochter Allahs ehelichen will: Das geht schon gar nicht, so habe es der Schöpfer der Welt angeordnet: Der Christenmann müsse erst einmal zum Islam konvertieren. Ich wiederhole mich: Ist Peter Kohl Muslim?
Der stumpfe Machtmensch Helmut hatte wahrlich keine ausgeprägten spirituellen Antennen. Auch zu religionspolitischen Fragen ist er stets ebenso desinteressiert wie unberufen gewesen. Er mag sich in seiner Allmachtsphantasie und seiner Verachtung für alles Schwache für unverwundbar gehalten haben. Nun, der König hat nicht aufgepasst.
Christenkanzler von Deutschland: Dein Sohn ist weg, Schachmatt. Ehen anbahnen ist der beliebteste orientalische Volkssport. Ohne Frage ein günstiges Omen für einen baldigen Türkeibeitritt zur Europäischen Union.
Die offensichtlich depressive Mutter Hannelore wählte wenige Wochen nach der Hochzeit ihres Sohnes Peter den Freitod. Die medizinischen Gründe für ihre Tat mögen unklar sein, die Lichtallergie halten manche für eine Fabel und eine Autopsie fand nicht statt (taz). Womöglich blickte Hannelore Kohl selbst politisch immer klarer als ihr Mann Helmut.
65.000 Dollar wird die Hochzeit im Palasthotel gekostet haben, so schätzen Kenner.
Um alle so richtig an der multikulturellen Nase herum zu führen wurde Tage gleich zweimal geheiratet, erst in der aus islamischer Sicht eher gotteslästerlichen katholischen Basilica Sant`Antonio und anschließend politreligiös rechtmäßig, das heißt: In der Moschee. Den Priester für die interreligiöse katholische Schaufensterveranstaltung hatten die Kohls aus Deutschland importiert, Monsignore Erich Ramstetter, der ehemalige Stadtdekan von Ludwigshafen, ein Freund der Familie. Der Imam der Moschee dann war fraglos der bessere Kenner der seit dem 29. Mai 1453 folkloristisch christenfeindlichen Stadt.
Christenverfolgung. Die bis heute seitens der Türkei aufwändig geleugnete Armenierausrottung der Jahre 1915 bis 1917 mit wahrscheinlich mehr als einer Million Ermordeten. Die bis heute andauernde permanente Diskriminierung der alteingesessenen Griechen orthodoxen Bekenntnisses, Grundstücks- und Kirchenenteignungen in gigantischem Umfang – die griechische Bevölkerungsgruppe scheint auch zahlenmäßig kurz vor dem Aussterben zu stehen. Das Lehrverbot der aramäischen Sprache.
In islamisierten Territorien gibt vorerst eine anscheinend für selbstverständlich gehaltene Alltagsgewalt gegen alle Nichtmuslime den Ton an, Spuren dieser Menschenverachtung erleben wir mittlerweile in Europa, Australien oder Kanada. Im Februar 2006 wurde im nordtürkischen Trabzon (dem vormaligen Trapezunt) der katholische italienische Priester Andrea Satoni von einem Sechzehnjährigen wie beiläufig hingerichtet, im April 2007 in Malatya der evangelische Missionar Tilman Geske.
Dschihad Priestermord: Bis auf Weiteres ein integrierter Bestandteil jeder islamischen Landnahme oder „islamischen Landespflege“ – auch das muss sich ändern, will der Islam von der weltweiten kulturellen Moderne als Gesprächspartner ernst genommen werden.
Ach, noch zur Hochzeit. Ein Wall von Sicherheitsleuten und Fahrzeugen hinderte die internationale Presse planmäßig am Fotografieren. Kohls ältester Sohn Walter machte engagiert mit und schlug einem Kameramann der Deutschen Welle ins Gesicht, um Fernsehaufnahmen im Außenbereich der katholischen Kirche zu verhindern. War wohl ein bisschen „mit den Nerven runter“, der Kanzlersohn?
Jetzt erwarten wir Islamkritiker aller Religionen vom bikulturell geschulten Londoner Finanzfachmann Peter Kohl eine Absage an die frauenfeindliche Scharia, an den Dhimma-Rassismus und an den weltweiten politischen Islam. Indes – wir hören nichts. Restfamilie Kohl schweigt.
Der 28. Mai also war Hochzeitstag. Europa ist ja ärgerlich symbolvergessen.
Das kann sich rächen. Am einem 28. Mai nämlich, 1979, wurde der Beitrittsvertrag der EU mit Griechenland unterzeichnet. Die Türkei möchte uns heute vielleicht zum Vertragsausfertigen ermuntern?
Am einem 28. Mai fand in dieser selben Stadt schon einmal ein christlicher Gottesdienst statt. Das kommt von Zeit zu Zeit durchaus vor, mögen Sie sagen.
Am 28. Mai 1453 war jener Gottesdienst. In der Hágia Sophía.
Es war der letzte.
Jacques Auvergne
Quellen:
Netzeitung
http://www.netzeitung.de/entertainment/people/145450.html
http://www.netzeitung.de/entertainment/people/144876.html
Die taz zum Freitod der Hannelore Kohl
http://www.taz.de/nc/1/archiv/archiv-start/?ressort=ku&dig=2001%2F08%2F03%2Fa0111&cHash=6323f395ed
RP-online zum Priestermord von Trabzon
http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/175335
KN-online zum Missionarsmord von Malatya
Schlagworte: AKP, Dr. Kemal Sözen, Elif Sözen, Hannelore Kohl, Helmut Kohl, Kemal Sözen, Ludwigshafen, Oggersheim, Peter Kohl, Sägefisch, Sözen, Türkeibeitritt, Walter Kohl
Februar 25, 2008 um 8:27 Uhr vormittags
[...] Eine ziemlich arglistige Giftspritze von Jacques Auvergne! Schließlich gibt es ja auch säkulare Türken, und Peter Kohl ist Privatmann! Zur Erinnerung: Ave Maria in Istanbul. Fotos findet man nicht. [...]
Februar 25, 2008 um 1:14 Uhr nachmittags
Bei aller streckenweise berechtigten Islamkritik frage ich mich da: Und weiter?
Was ist schlimm daran, wenn Peter Kohl “den Islam toll” findet?
Was ist so schlimm daran, wenn er als Christ eine Muslimin heiratet - oder für diese Frau zum Islam konvertiert?
Ich überlege, inwiefern es notwendig ist, dass Familie Kohl das gelebte Miteinander von Christentum und Islam in einer modernen, von überkommenen religiösen Bedenken (beiderseits) zur Schau stellt?
Selbstberufene “Islamkritiker aller Religionen” sollten sich fragen, welche Legitimation diese eingenomme Rolle trägt. “Islamkritiker” unterstellt von vornherein eine Kritikwürdigkeit des Islam.
Dummerweise wird damit außer acht gelassen, dass es “den Islam” gar nicht gibt, sondern dass es sich um eine Religion mit derart vielen Ausprägungen handelt. Eine Generalisierung, die allen Muslimen gleiche Bräuche, Sitten, Werte und Handlungsmaßstäbe zuschreibt, ist nicht nur deplatziert, sondern ist diejenige, die Grundlage der anti-islamischen Stimmungswelle ist, die blindwütig wie die christlichen Kreuzzüge über den ach so hochzivilisierten Westen schwappt.
Selbige Welle führt auch zu verbalen Entgleisungen wie der “weltweiten Islamisierung”. Abgesehen davon, dass diese in keiner WEise empirisch festgestellt ist oder auch nur festgestellt werden kann, schürt dies islamfeindliche Ressentiments. Inwiefern wird Deutschland islamisiert?
All jenen den Islam dämonisierenden Köpfen kann man nur ins Gesicht lachen: Während auf der einen Seite die Feindlichkeit “des Islam” gegenüber dem Westen, der westlichen “Kultur, dem Christentum bemängelt wird, wird jeder Versuch, sich dem westlichen Verständnis zu öffnen, als “islamisierung” diffamiert.
Womit wir wieder bei Familie Kohl wären. Auf welcher Grundlage wird unterstellt, dass die muslimische Frau derart konservativem Hause entstammt, dass sich Kohl dem islamischen Wertesystem unterwirft?
Diese Hochzeit und das folgende Schweigen sind nichts weiter als der Beleg, dass Christen und Muslime sehr gut zusammenleben können, ohne sich gegenseitig anzufeinden. Dies setzt allerdings - auf beiden Seiten - voraus, dass man sich von starren Denkschemata und Zuschreibungen distanziert. Nicht jeder Christ ist derart islamophob, dass er die islamistische übernahme der westlichen Welt heraufspinnt. Und nicht jeder Muslim (und erst rechtn icht jede Muslima) ist derart weltfremd, dass sie einem überkommenen Wertesystem hinterherläuft. In Deutschland werden ja auch keine Hexen verbrannt.
Nur noch selten. Dies geschieht verbal. Die neuen Hexen sind die Muslime.
Februar 25, 2008 um 11:15 Uhr nachmittags
Hallo fototim,
schon mal den Koran gelesen?
Schon mal ein mehrheitlich islamisches Land gesehen, dass die Menschenrechte einhält? Das die so oft geforderte Toleranz gegenüber Anders-/Nichtgläubigen ausübt?
Schon mal ein Land mit einer nennenswerten muslimischen Minderheit gesehen, in dem es NICHT zu Ausschreitungen und vermehrter Aggression gegen das Gastland und Andersgläubige kommt (aktuell z.B. Thailand)?
Schon mal gehört, wie Islamkritiker bedroht werden? Umgebracht werden?
Schon mal dran gedacht, was Muslime mit Homosexuellen machen (nämlich aufhängen)?
Das ließe sich fortsetzen; wenn man will, kann man sich informieren.
Im übrigen gibt es einen sehr euphemistischen Begriff für das, was man auch im ach so toleranten Deutschland mit muslimischen Frauen macht, die eben NICHT so “derart weltfremd (sind), dass sie einem überkommenen Wertesystem hinterherläuft.”:
EHRENMORD!
Bis vor kurzem bekam man dafür eine Strafe wg. Totschlags von ca. 6 Jahren (oder wurde freigesprochen). Inzwischen gab es bereits zwei Verurteilungen zu lebenslanger Haft- wahrscheinlich durch islamophobe Richter?
Februar 25, 2008 um 11:35 Uhr nachmittags
Roland,
ich bin dir dankbar. Gut, dass du von den Ehrenmorden sprichst.
In meiner Stadt gab es bereits zwei - in mir als Sozialarbeiter
recht vertrauten Straßenzügen.
Die deutsche Türkin und Islamkritikerin Ümmühan Karagözlü hat
in diesen Minuten einen Kommentar zu dem verwöhnten Spaßvogel
FotoTim angefertigt, einen Kommentar der es in sich hat.
Ich bin glücklich, dass noch ein paar Menschen klar sehen und
eben NICHT “kulturrelativistisch” Gottesstaat oder
bronzezeitliche Zwangsehen-Milieus mit säkularer Demokratie
verwechseln. Lesenswert ist Ümmühans Blog Schariagegner.
Zwei bemerkenswerte Wortmeldungen, Roland und Ümmühan!
Mit solchen Leuten wie euch beiden hat die Demokratie,
haben Menschenrechte und Aufklärung
vielleicht eine gute Chance, gegen den Fundamentalismus und
besonders den Fundamentalismus in seiner islamischen Variante
zu bestehen.
Solange keine Einwände eurerseits bestehen erlaube ich mir,
eure beiden Wortmeldungen gemeinsam auf einem ‘Post’
zu veröffentlichen. Sie wären es wahrlich wert.
Ich neige dazu, diesen wesentlichen Ausagen die Nummer
058 und den (anklagend-ironischen) Titel
“Anything goes, Scharia oder Bürgerrechte?”
zu geben,
solange keine Einwände/Wünsche eurerseits bestehen.
Mit freundlichen Grüßen
Jacques Auvergne
Februar 25, 2008 um 11:35 Uhr nachmittags
Richtig. Nicht jeder Christ ist so islamophob, dass er die islamistische Übernahme der westlichen Welt ’heraufspinnt’. Es ist aber auch nicht jedeR MuslimIn so islamophil, dass sie / er nicht vor dem Ausverkauf von Grund- und universellen Menschenrechten warnt, eben wegen der koranischen Pflicht der Daawa, des islamischen Auftrags, die ’einzig wahre Religion’ zu verbreiten und die göttliche Ordnung des Islam weltweit zu errichten. Wer das nicht glauben will, lese Koran, Sunnah und Scharia.
Tatsächlich gibt es moderne, moderate MuslimInnen, die dem Scharia-Islam bzw. dem Fiqh-Islam abgeschworen haben. Viele sind Mitglieder der mitlerweile weltweiten Bewegung der Exmuslime. Nur haben die ihre Klingelschilder abmontiert, sind im Telefonbuch nicht zu finden und stehen unter Personenschutz, der unter Umständen allerdings teuer ist. Pech für Hirsi Ali? Wie wärs mit einer Spende zur Finanzierung des von Ayaan Hirsi Ali angeregten Hilfsfonds für von Islamisten Verfolgte?
Es ist ebenfalls richtig, dass in Deutschland keine keine Hexen verbrannt werden, dafür werden in islamischen Ländern Frauen gesteinigt.
Was ist so schlimm daran, für seine große Liebe zum Islam zu konvertieren?
Für jemanden zu konvertieren ist ja wohl eindeutig das falsche Motiv. Für eine Konversion sollte die Beziehung zwischen zwei sich liebenden Menschen nicht herhalten müssen, um nachträgliche Vorwürfe nach der Art: ’Du bist Schuld, dass ich meine Religion verraten habe’, auszuschließen. Die / Der PartnerIn sollte schon wegen ihres / seines eigenen Seelenheils sicher sein, dass die / der KonvertitIn aus freien Stücken den Glauben wechselt. Ausserdem sollte man beachten, dass man aus dem Islam nicht austreten kann, ohne der Apostasie schuldig zu werden, ein nach Schariarecht todeswürdiges Verbrechen. Wer das Leben locker nimmt und Religion für nicht so wichtig hält, der sollte sich überlegen, aus der Glaubensgemeinschaft, der sie / er gerade angehört, auszutreten, schließlich leben wir in einer säkularen Demokratie, oder ob sie / er nicht einfach bei dem bisherigen Glaubensbekenntnis bleibt oder eben „nur“ standesamtlich heiratet. Auch ohne geistlichen Segen kann man sehr romantisch feiern.
Was ist schlimm daran, wenn Peter Kohl “den Islam toll” findet?
Nun, Derfototim, um diese Frage zu beantworten, empfehle ich die bereits genannten theokratischen Werke, Internetadressen wie
http://schariagegner.wordpress.com/2007/09/24/religionsfreiheit-in-afghanistanen-2/
http://schariagegner.wordpress.com/2007/09/24/sonniges-touristenziel-agypten-aus-anderem-blickwinkel/
http://www.igfm.de/fileadmin/igfm.de/pdf/Publikationen/Dokumentationen/IGFM_Frauen_unter_der_Scharia_2005.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Dhimma
http://newsweek.washingtonpost.com/onfaith/guestvoices/2007/08/my_view_of_islam.html
Bücher von Ayaan Hirsi Ali, Necla Kelek, Serap Cileli, Seyran Ates. Ebenfalls empfehlenswerte Homepages sind Terre des Femmes, IGFM (Stichwort Scharia eingeben), Institut für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz, Wikipedia sowie die Blogs Sägefisch und Schariagegner.
Dummerweise wird damit außer acht gelassen, dass es “den Islam” gar nicht gibt, sondern dass es sich um eine Religion mit derart vielen Ausprägungen handelt. Eine Generalisierung, die allen Muslimen gleiche Bräuche, Sitten, Werte und Handlungsmaßstäbe zuschreibt, ist nicht nur deplatziert, sondern ist diejenige, die Grundlage der anti-islamischen Stimmungswelle ist, die blindwütig wie die christlichen Kreuzzüge über den ach so hochzivilisierten Westen schwappt.
Dieser Ansicht muss ich entschieden widersprechen. Es ist zwar richtig, dass es verschiedene Rechtsschulen und Ausprägungen dieser Weltanschauung mit sehr unterschiedlichen Sitten und Gebräuchen gibt, (z.B. Sunniten, Schiiten, Ismailiten, Ahmadiyya, Aleviten und Sufis sowie Reformbewegungen wie Wahabiten, Salifisten, Taliban und diverse Islamisten) doch gibt es nur einen Islam, eine Ummah. Welches Gesamtkonzept hinter diesem Dogma steht, kann man im Koran, der Sunnah und der Scharia nachlesen. Alle sogenannten Muslime, die sich nicht diesen Regeln unterwerfen, sind Apostaten und dürfen nach Schariarecht getötet werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie_im_Islam ’Ungläubige’, die anderer Ansicht sind, den Islam für
die ’Religion des Friedens’ halten und glauben, dass es einen moderaten Islam gibt, sind auf die Taqiyya der islamistischen Theokraten hereingefallen.
Nun nehmen wir einmal an, Elif Sözen käme nicht aus einer traditionell denkenden Familie, was nach der im Kommentar genannten Quelle allerdings falsch ist
http://www.welt.de/print-wams/article612253/Ave_Maria_in_Istanbul.html und Peter Kohl wäre nicht konvertiert. Was wäre, wenn eines Tages ein Diener Allahs sich durch Gottes (Allahs) Wort in Koran und Scharia beauftragt sieht, dem Schariarecht Geltung zu verschaffen, dem Opfer oder den Opfern ins Gesicht lacht und den / die ’Gotteslästerer’ tötet?
Wer nicht an die “weltweite Islamisierung” glaubt, der informiere sich beispielsweise über die Lebenslage der Christen in Afghanistan, Indonesien, Ägypten, der Türkei, dem Iran, Pakistan. Den türkischen Völkermord an den Armeniern könnte man durchaus als konsequente Islamisierung verstehen, auch die Diskriminierung syrischer und chaldäischer Christen, der Kopten und die Lebenslage von Lina Joy, die als Muslima zum Christentum konvertierte
http://en.wikipedia.org/wiki/Lina_Joy und die Entführung junger Christinnen zwecks
Zwangsislamisierung in Ägypten, Sudan und Nigeria.
http://www.csi-schweiz.ch/menschenrechts_aktionen.php?sId=02&sucHL=
http://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie_im_Islam
Übrigens: Vielleicht sollten die selbstberufenen Islamophilen und Gutmenschen sich auch fragen, woher sie die Legitimation für ihre Islamophile nehmen,
http://schariagegner.wordpress.com/2007/11/09/integrationspoker-von-glucksspielern-und-taktierern/ den Islam von
vornherein als toll und verteidigenswert anzusehen.
Februar 26, 2008 um 8:56 Uhr vormittags
Hallo GedankenVerbrecher,
das ist ja erst einmal eine These über die sich diskutieren lässt: Die ’sozio-strukturelle Entsprechung’ des europäischen “Familiendramas” mit dem orientalischen “Ehrenmord”. Parallelen sind da, da wird dir jeder Recht geben.
Mit Kritik am so genannten Christentum rennst du bei mir offene Türen ein.
Grundsätzlich jedoch, und da nimmst du womöglich zu sehr die Rolle des verschnupften Einzelgängers ein der seine Hände in eitler Unschuld wäscht, grundsätzlich gibt es kein Machtvakuum. Auch kein ”religiöses”.
Zugleich ist der Mensch ein religiöses Wesen, der postmoderne Götterspötter betet halt die Aktienkurse an oder verehrt seine gelebte oder lediglich erwünschte Sexualität oder seinen blechernen Fetisch Auto.
Klar ist Religion immer von den Machthabern missbraucht worden, seit Jahrtausenden. Insofern ist deine Nennung von “2008″ ebenso richtig wie überflüssig, jeder Papua-Stamm missbraucht Religion, die alten Griechen und Germanen taten dieses, die künftigen Religionen werden es tun. Mehr oder weniger und auf dieses Maß wie auf seine Minimierung kommt es an. Religionskritik/Fundamentalismuskritik wird dabei stets eine Notwendigkeit sein. (Sakrale oder säkulare) ‘Kastensysteme’, (sakrale) Klassensysteme mit “Menschen verschiedener Wertigkeit” müssen wir abbauen.
Der Islam teilt Menschen in Klassen, seine Konzeptionen sind Dhimma (sozial), Dar al-Islam bzw. Dar al-Harb (territorial), sein Kerker ist die angeblich von Gott Allah gestiftete Scharia (politisch). Diesen Islam, es geht hier nicht um die Spiritualität muslimischer Individuen wie Irshad Manji oder Bassam Tibi, diesen - kollektivistischen, demokatiezerstörenden - Islam braucht die Welt allerdings nicht zu dulden (dulden, lateinisch = tolerieren).
Zum Abbau von Scharia-Islam und Fiqh-Islam brauchen wir Leute wie uns beide. Du solltest am 13. März der Ex-Muslimin Mina Ahadi zuhören, es lohnt sich.
Die ‘unsichtbaren Religionen’ Maoismus und Stalinismus taten dieses allerdings um so mehr, und ihr Tugendterror stand denen von (Robespierre oder) Calvin oder den Taliban in Nichts nach.
“Die das Beste wollen, werden das Gute verhindern” sagte einmal ein weiser Mensch. Insofern: Sei nicht ‘perfekt atheistisch’. Christen mögen sagen: Erkenne deine Schuld” (und minimiere sie, ergänzen wir wohl beide).
Dass Bush mythologische Begrifflichkeiten wie “das Böse” in die Politik eingebracht hat ist, richtig, keine Meisterleistung der kulturellen Moderne: Ein Politiker muss von ‘unangemessen’ oder ‘nachteilig’ sprechen oder nötigenfalls von ’schlecht’, nicht jedoch von “böse”. Angesichts der Kreationisten und Evangelikalen könnte einem angst und bange werden. Kreationismus im Islam: Harun Yahya (”Atlas der Schöpfung”).
Du scheinst vom geradezu folkloristisch zu nennenden islamischen Antisemitismus zu ahnen - ein wichtiges Thema.
Lesetipp: Alice Schwarzer: Die Gotteskrieger und die falsche Toleranz.
Hilfreich und nett: Karlheinz Deschner: Kriminalgeschichte des Christentums; Oben ohne; usw. Englischer Blog: Tiny Frog (tinyfrog.wordpress).
Dankesehr für deine Lesetipps, ich werde sie mir heute abend in aller Ruhe zu Gemüte führen, bin etwas in Eile.
Ein alter griechischer Philosoph soll aus der Stadt verbannt worden sein, weil er behauptet habe, die Sonne sei nichts als eine glühende Scheibe aus Metall und etwas größer als die Halbinsel Peloponnes. Die Priester des Sonnengottes Hélios hatten Sorge vor Überflüssigkeit - vor Arbeitslosigkeit und intrigierten gegen den frühen Wissenschaftler. Tja, man erhält sich halt sein Klientel. Es gibt kein Machtvakuum.
Mische mit! Auch islamkritisch versteht sich. Ayaan Hirsi Ali oder Robert Redeker verstecken sich … nicht vor den nervenden amerikanischen Neokons, sondern vor den unsere Toleranz einfordernden Freunden von Kalifat und Scharia.
Jacques Auvergne
Februar 26, 2008 um 10:22 Uhr vormittags
Hallo, gedankenverbrecher.
mir ist neu, dass es in Deutschland jemals einen Mord aus falsch verstandener Ehre gegeben haben soll. Wo bitte ist in Deutschland jemals eine Frau oder Mann ermordet worden, weil sie / er gegen Regeln der christlichen Religion oder Wertehierarchie der kulturellen Vormoderne verstoßen hat, es sei denn sie / er käme aus muslimischem Sozialisationshintergrund oder habe vor der Zeit der französischen Revolution gelebt. (Hexenverbrennung)
Mir ist kein einziger Fall bekannt, in dem eine Frau umgebracht wurde, weil sie als Frau es gewagt hat, ohne Kopftuch das Haus zu verlassen und es vorzog, selber ihre Freunde auszusuchen. Hier wird keine junge alleinerziehende Mutter mit dem Tode bedroht, die eine selbstgewählte Berufsausbildung abschließt, die Gesellenprüfung zu besteht und sich auch ökonomisch auf eigene Füße zu stellt.
http://schariagegner.wordpress.com/2007/11/26/fur-ein-selbst-bestimmtes-leben-%e2%80%93-nicht-erst-im-paradies/
Häusliche Gewalt, meist gegen Frauen und Kinder, da auch wieder vor allem gegen Mädchen, hat es tatsächlich schon immer gegeben, zu jeder Zeit, in allen Gesellschaften, auch an christlichen Feiertagen.
Menschen zu töten, aus welchen Motiven auch immer ist immer, ist ein fürchterliches Verbrechen, das als solches geahndet werden muss, doch ist es in der kulturellen Moderne nicht üblich, Morde aus falsch verstandener Ehre zu verteidigen und für moralisch vertretbar zu halten.
Gerade wenn man den Islam und die Muslime nicht in einen Topf werfen soll, ist es ratsam, Koran, Scharia und Sunna zu lesen, damit man sich ein Urteil bilden kann dass möglichst fair und objektiv ist. Auf meinem Blog
http://schariagegner.wordpress.com/
Schariagegener findest du empfehlenswerte Internetadressen und Bücher.
Warum soll es für aufgeklärte, (selbst)kritische Menschen nicht möglich sein, sich selbst eine Meinung zu Religionen zu bilden und bedenkliche Inhalte, die gegen universelle Menschenrechte verstoßen, (die gibt es auch im Hinduismus, Christentum und Naturreligionen, vielleicht sogar in allen Religionen) kritisieren? Dazu muss man allerdings die einschlägigen Regelwerke kennen. Lesen bildet.
Wer die Regelwerke des Islams kennt weiß, dass es nur einen Islam geben kann, wer das nicht glauben will, lese die einschlägige Literatur, die Konzept und Philosophie beschreibt. Alle abweichenden Interpretationen sind Gotteslästerung, sogenannte MuslimInnen, die den Leitlinien aus Koran Scharia und Sunna nicht folgen, (z.B. Sunniten, Schiiten, Ismailiten, Ahmadiyya, Aleviten und Sufis) sind nach Scharia-Recht ApostatInnen und des Todes würdig.
Um diesen wegen ihres Glaubens und auch Nichtglaubens (ExmuslimInnen) Verfolgten beizustehen und sie zu unterstützen sowie um den universellen Menschenrechten weltweite Gültigkeit zu verschaffen, ist es unbedingt notwendig, zwischen Islam und Muslimen zu unterscheiden und auch deren Einzigartigkeit, Recht auf Selbstverwirklichung und Religionsfreiheit, auch negative Religionsfreiheit, zu respektieren und einzufordern.
Während ich den Islam und seine sogenannten heiligen Schriften und Regeln als Gleichheitsfeministin grundsätzlich kritisieren muss, halte ich es tatsächlich für wichtig, MuslimInnen ’nicht in einen Sack zu stecken’. Das gleiche gilt aus meiner Sicht auch für Gutmenschen, die nicht alle KulturrelativistInnen und EurozentrikerInnen sind, sondern manchmal leider leichtgläubig und einfach uninformiert.
http://schariagegner.wordpress.com/2007/11/09/integrationspoker-von-glucksspielern-und-taktierern/
Ümmühan Karagözlü
http://schariagegner.wordpress.Com/