001. Islamkritik braucht Orientierung. Und Selbstkritik

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Islam braucht

Kritik

Mit oder ohne Bergführer?

Sich (s)eine Islamkritik erobern

Ein Essay von Thea Stavridis

Denken ist Topographie, das jedenfalls sagt der etwas in Vergessenheit geratene Psychologe Kurt Lewin sinngemäß. Wenn Menschen also denken, so Lewin, dann tun sie es in geometrischen Figuren. Lassen Sie mich dieses einmal auf Europas Islamkritik beziehen.

Erfolgreiche Islamkritik wird dem Montblanc gleichen, nicht aber dem Matterhorn. Warum.

Wir finden mit Montblanc und Matterhorn zweierlei Geometrie oder Topographie: eine prachtvoll gelassene mit breitem Gipfel auf der einen Seite und andererseits eine hektische spektakuläre Form der aufregenden Abgründe und Abstürze. Glücklicherweise entspricht die Meereshöhe der intellektuellen Höhe und vor allem dem Niveau der Herzensbildung. Das herzlose Matterhorn ist, nüchtern betrachtet, vergleichsweise mickrig.

Die höchsten Stellen des Montblanc weiten sich großzügig zu ganzen Hügellandschaften von Haupt- und Nebengipfeln, die auch an belebten Tagen (hoher Traffic) Platz bieten für viele Seilschaften verschiedener Kletterschulen. Und auch Einzelwanderer nimmt solcherlei Topographie stets heimatlich auf.

Ganz anders das Matterhorn. Diese Geometrie, die eigentlich nur aus Abgründen besteht, sie kann „ganz oben“ nur einem „Führer“ Platz bieten, der dich Kletterer dann, so lange er Lust hat, am „sicheren“ Seil hält. Du bist ganz schön … abhängig, hm? Eine pyramidenspitzenartige Form versinnbildlicht stets Hierarchie, Despotie, Undemokratie. Die Pyramide war schon immer das Sinnzeichen der Sklavenhaltergesellschaft. Sehr islamisch eigentlich. Ein Pharao ist seelisch uneuropäisch. Prinzip Matterhorn: Säkularität und Pluralität werden von herandrängenden Abgründen auf einem erbärmlich ungastlichen Gipfelplatz zurammen getrieben.

Lassen Sie mich die vier „Abgründe europäischer Islamkritik“ beschreiben, als Modell eignen sich die vier Himmelsrichtungen.

The North

Im Norden die Pickelhaube allzu übertriebener Heimatliebe sprich Xenophobie.

The East

Im Osten lauern die manichäischen „Strukturmuslime“ sprich Theokraten, das sind die Evangelikalen, die radikal-schriftgläubigen jüdischen Ultraorthodoxen, die monotheistischen Kreationisten, die Mormonen und viele andere.

The South

Im Süden das Eva-Prinzip, der Macho‑Heimchen‑Dualismus, die mittelalterliche Geschlechter‑Apartheid also von „Mutti‑Kult & Heldensöhnchen“. Geradezu schariakonform.

The West

Zuletzt im transatlantischen Westen das Wolfsgeheul der letzten verbliebenen Weltmacht, die imperiale Bush‑Konservative, jene Umweltzerstörer und Erdölkäufer, die nichts anderes vorhaben, als die Türkei in die Europäische Union zu bringen, um selber die „number one“ zu bleiben – dazu instrumentalisieren sie sogar das diffus islamkritische Fußvolk der westeuropäischen Zuwanderungsgesellschaften. Jene Bush‑Imperialisten, die 2007 aus militärischem Kalkül die türkische Leugnung des Armenier‑Völkermordes hinzunehmen wagten. Die Geschichte der Vereinigten Staaten wird sich, künftig, dafür noch zu schämen haben.

Vier Himmelsrichtungen …

… oder „Abgründe erfolgloser islamkritischer Haltung“ ergeben dem Segelnden oder Bergwandernden eine erstklassige Landkarte. Sogar Mischtypen lassen sich prima orten: „Oh nein, heute wieder Eine aus Südost“ chiffriert die patriarchale Eva‑Hermann‑begeisterte Kreationistin. „Der Sowieso ist ja so was von Nordwest“, denn Sowieso ist so xenophob, dass er sich von den US‑Imperialisten einspannen lässt. Ein „südwestlicher Kerl“ also ist? Richtig, ein germanischer Pascha mit Texas‑Cowboyhut. Yippiee! So viel Spott muss uns Demokraten erlaubt sein. Stichwort: Freiheit der Kunst.

Fazit. Ausblick

Wir islamkritischen Demokratinnen und Demokraten, wir dürfen uns gewiss nicht selbst zerfleischen, dafür ist die Gefahr des weltweit agitierenden politischen Islams viel zu ernst. Die Scharia bedroht alle europäischen Werte und Strukturen. Damit aber Islamkritik „nachhaltig“ d. h. erfolgreich ist, muss sie zur Selbstkritik fähig bleiben.

Thea Stavridis

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