027. August 2007: Terror gegen Iraks Jesiden

027

Attentat am 14.08.2007

Nord‑Irak

Terror gegen

Jesiden

Von Jacques Auvergne

Die Gesamtzahl der Jesiden wird auf weltweit etwa 750.000 geschätzt. Die Jeziden leben im Irak, in Syrien, Armenien, Georgien und in der Türkei. Ihr Hauptsiedlungsgebiet ist der Nordirak, wo rund 450.000 Jesiden leben, davon 350.000 um Sindschar (Sinjar).

Jesiden sind sprachlich und ethnisch Kurden, nicht jedoch Muslime. Ihre in Weltgefühl wie Menschenliebe relativ tolerante Religion ist altorientalisch. Heilige genießen einige Anerkennung, sieben Engel sind von Bedeutung, deren wichtigster, Melek Taus (Tausî Melek), als Pfauensymbol bildlich verehrt oder jedenfalls wertgeschätzt wird. Damit verstoßen die Jesiden aus islamischer Sicht endgültig gegen den ’reinen’ Monotheismus und gelten damit noch nicht einmal als Dhimmis, schützenswerte Menschen. Unweit von Mossul, in Baadhra bei Lalisch, residiert der Mir, das weltliche und geistliche Oberhaupt der Jesiden

Vier Tankwagen, beladen mit insgesamt etwa zwei Tonnen Sprengstoff explodierten am 14. August in den jesidischen Siedlungen Khatanijah, Adnanijah und Tal Usair, rund 120 km westlich der Großstadt Mossul und unweit von der Stadt Sindschar (Sindjar) liegen. Mit diesem wohl dem Terrornetzwerk um al‑Qaida zuzurechnenden Attentat hat eine seit dem Sturz des Diktators Hussein erneut aufgeflammte Serie von Gewalttaten gegen die Jesiden einen traurigen Höhepunkt erreicht. Bei den nahezu zeitgleich durchgeführten Autobombenanschlägen durch Selbstmordattentäter sind im irakischen Nordwesten, in der Provinz Ninive, annähernd 500 Jesiden ermordet worden. Hunderte von Häusern wurden völlig zerstört.

Die Stadt Sindschar (Sinjar) und ihre Nachbargemeinden liegen unweit der syrischen Grenze und werden mehrheitlich von den ethnisch wie sprachlich als Kurden zu betrachtenden Jesiden (Yeziden, Êzîden) bewohnt. Jesiden sind in den letzten Jahren wiederholt Opfer von muslimischer terroristischer Gewalt geworden. 2007 etwa wurde eine Gruppe von 22 Jesiden, die auf dem Weg zu ihrer Arbeit in einer Textilfabrik waren, entführt und erschossen.

Die nichtislamische, zugleich kurdische Glaubensgemeinschaft der Jesiden ist seit jeher besonderen Verfolgungen ausgesetzt. Denn seit vierzehn Jahrhunderten werden zwischen Pakistan und Syrien alle nichtislamischen Menschen unterdrückt bzw. deren Großfamilien und Siedlungen angegriffen, ob die Menschen nun Hindus, Sikkhs, Baha`i, Christen, Parsen, Yarsan (Ahl‑e Haqq) oder Juden seien. Das geschieht aus der Glaubenslehre wie aus dem Selbstverständnis des Islams heraus.

Denn außerislamische beziehungsweise vorislamische Religionen gelten frommen Muslimen als Teufelswerk, deren Spuren zu vernichten islamisches Seelenheil verspricht. Deshalb konnte und kann sich al‑Quaida und ihr Umfeld durch Koran wie Islam beauftragt sehen, die afghanischen Buddha‑Statuen von Bamyan unter dem Jubelruf ’Allah`u akbar’, Gott ist groß, zu sprengen. Buddhisten sind keine ’Leute der Schrift’ und damit rechtlos, ihre Kunstwerke ’lästern Gott’.

Die Ummah dampft vor frommem Hass: der Terrorist als ihr Vertreter, als Symptomträger, er führt diese Frömmigkeit zu Ende. Genau so ein Handeln loben Koran wie Scharia als gottgefällig.

Sie ist damit so alt wie der Islam selbst, die Feindseligkeit der neueren Religion des Propheten Mohammed gegen alle älteren orientalischen Religionen wie diejenige der Jesiden oder diejenige der Parsen (Zoroastrier). Die Feindseligkeit etwa gegen die einstigen Hazara-Buddhisten, die, als Religion ausgerottet, heute ein islamisiertes mittelafghanisches Volk in der Gegend von Bamyan sind und sich, ganz anders als etwa die afghanischen Paschtunen, durch erstaunlich zentralasiatisch-mongolische Gesichtszüge auszeichnen. Der alltägliche Hass gegen die Juden, das ist orientalischer (oder, neuerdings: deutscher) Islam. Die Unterdrückung der Chaldäer und Assyrer, zweier christlicher irakischer Gemeinschaften, das ist orientalischer Islam.

Von vielen kleinen Religionsgemeinschaften werden die meisten Europäer noch nicht einmal gehört haben. Die nordirakische schiitische Volksgemeinschaft beziehungsweise Glaubensgemeinschaft der Schabbak (Shabak) etwa, sie spricht wohl weniger eine kurdische Sprache (indogermanische) denn ein Zaza‑Gorani (auch indogermanisch, aber nichtkurdisch), die Schabbak verstehen sich als Schiiten und Muslime, was ihnen das Überleben vielleicht sichert. Bei den irakischen und iranischen Yarsan, auch als Ahl-e Haqq bekannt, ist es schon fraglicher, ob sie mit ihrem Glauben an die Reinkarnation (Seelenwanderung) noch muslimische Schiiten sind oder aber bereits Nichtmuslime.

Jesiden

Die ebenfalls gerne an die Seelenwanderung glaubenden Jesiden sprechen Kurmandschi, ein Kurdisch, das der alten iranischen Sprache des Avesta, des heiligen Buches der Zoroastrier verwandt sein soll. Orientalisch, indogermanisch, kurdisch, patriarchal‑mysogyn, Erbe Babylons und Zarathustras, ziemlich monotheistisch, nicht ganz so sehr dualistisch, anderen Religionen gegenüber in Theorie und Praxis recht tolerant, so ließe sich das Jesidentum charakterisieren. Ehrenmorde und Steinigungen kommen bei den Jesiden leider ebenso vor wie bei den Muslimen dieser Region.

Irakisch Kurdistan hat eine weitere grausame ethnologische Besonderheit aufzuweisen, die es beispielsweise mit dem heutigen Ägypten teilt: FGM, Female Genitale Mutilation (weibliche Genitalverstümmelung), das heißt die Amputation mindestens der Klitoris. 60% der Frauen im kurdischen Nordirak sind genitalverstümmelt (90% der Ägypterinnen), aber kaum einer an Tigris und Nil spricht darüber, leider auch nicht an Rhein und Elbe unter den ’aufgeklärt-toleranten’ oder ’multikulturell-linken’ Europäern.

Ob auch die Jesiden Genitalverstümmelung an Frauen durchführen oder ob ’nur’ ihr kurdisch‑muslimischen nordirakischen Nachbarn ihrer Tochter das Geschlechtsorgan verstümmeln ist gegenwärtig wohl nicht bekannt. Wie auch immer, die FGM muss weltweit abgeschafft werden; erste hoffnungsvolle Projekte etwa von Terre des Femmes gibt es ja bereits.

Jesiden sind keine Muslime. Sie selbst betonen ihre vorislamischen Wurzeln, Religionswissenschaftler verneinen dieses nicht ganz und sehen das Jesidentum gerne als ein Amalgam aus christlichen, nestorianischen, islamischen, zoroastrischen und babylonischen Elementen. Den ihnen seitens des Islams entgegen gebrachten Vorwurf, kein ’Volk des Buches’ zu sein halten die Jesiden für falsch, wenn vielleicht auch nur aus der Angst heraus, für die Macht habenden Muslime noch weniger wert zu sein als die Dhimmis (Schutzbefohlenen, im allgemeinen Juden und Christen), nämlich vogelfrei, rechtlos.

Dieser angeblichen Rechtlosigkeit der Jesiden aus islamistischer und wohl auch aus islamischer Sichtweise ist in diesen Tagen mit dem Morden von einem halben Tausend Jesiden Ausruck verliehen worden.

Eine Vertreibung der Jesiden aus dem Irak soll vielleicht erreicht werden, ein Genozid an allen Nichtmuslimen des Orients ist wohl das erhoffte Ziel. Das ethnoreligiös rassereine Dar al‑Islam. Die alte religiöse Vielfalt des Orients soll endgültig zerstört werden. Sakralrassismus pur.

Gegenwärtig rechnen die kurdischen Wortführer die Jesiden gerne dem eigenen Volk zu. In der Vergangenheit jedoch war die Lage zwischen den kurdischen Jesiden und den kurdischen Muslimen oft ähnlich angespannt wie zwischen Jesiden und nichtkurdischen Muslimen. Im Frühjahr 2007 wurde die 17jährige Jesidin Dua Chalil Asuad von den Männern ihres Clans gesteinigt, die eine Liebesbeziehung mit einem Muslim hatte. Die schrecklichen Bilder, mit Mobiltelephonen bzw. Photo‑Handys aufgenommen, gingen in diesen Tagen um die Welt. Was aber werden diese Bilder bewirken? Blanke Sensationslust? Sprechen muss man über die Steinigungspraxis – um die Praxis auszurotten. Grauen als Selbstzweck jedoch arbeitet dem bronzezeitlichen Mordkartell womöglich eher zu. Die Frag nach der ’Ethik des Bildes’.

Ehrenmorde, ’tödliche Küchenunfälle’, Steinigungen, Frauengesichter mit Säure verätzen, das ist im ganzen Gebiet der Hindus, Paschtunen, Kurden und Türken nichts Außergewöhnliches. Die mehrtausendjährige orientalische Gender‑Apartheid wurde allerdings in keiner Religion so sehr kanonisiert (Scharia) wie im voraufklärerischen Islam. Und ganz klar muss man sagen, dass Juden, Assyrer (Christen), Chaldäer (auch Christen), Jesiden, Parsen und Baha`i die Opfer der Muslime sind, nicht die Täter. Muslimbruderschaft und al‑Qaida wollen weltweit das Kalifat herbeibomben, Jesiden und Baha`i nicht.

Muslime sehen es offensichtlich als Sport, dieses ihr Täter‑Sein augenzwinkernde zu vernebeln mit einem: “Die haben ja angefangen“. Die Waffe noch in der Hand, der Nichtmoslem tot auf der Erde, darf der Muslim von seinem Glauben her (Taqiyya) sagen: “Er/sie ist schuld, er/sie hat den Propheten beleidigt, er/sie hat den Koran entweiht“ – die üblichen Vorwürfe halt.

Das Machtkartell Islam war schon immer eine Struktur der Nachhaltigkeit: ’nachher’ … gab es nur noch Muslime.

Lebende Buddhas

Nachher gab es keine Nichtmuslime mehr. Nach der Herrschaft der Moguln in Indien beispielsweise gab es keine indischen Buddhisten mehr. Eine makabre Fußnote im Geschichtsbuch, wenn die Zerstörung sämtlicher buddhistischer Klöster und Heiligtümer Indiens überhaupt noch in einem Geschichtsbuch eingetragen ist. In Nordindien, im Land des historischen Buddha gab es dann keine Buddhisten mehr, bis sich 1959 ein paar tausend lamaistisch-buddhistische Flüchtlinge aus dem von China annektierten Tibet ansiedelten. Die buddhistische Religion wie Alltagspraxis unterdrückt oder ermordet Andersgläubige seit Jahrhunderten recht verlässlich niemals. Der Islam ist da etwas direkter.

35.000 bis 45.000 Jesiden, zumeist Religionsflüchtlinge aus der Türkei, leben bereits in Deutschland – ob sie ihre Heimat jemals wieder sehen können?

Die riesigen, steinernen Buddhastatuen von Bamyan, für Islamisten und auch bereits für Muslime sind sie die ’satanischen Spuren der Zeit der Unwissenheit’. Muslime dampfen vor religiösem Hass – der Attentäter wird zu ihrem Symptomträger. Iraks Jesiden als die lebenden Buddhas.

Ob wir in Deutschland ’unsere’ Jesiden vor ’unseren’ Islamisten werden schützen können? Überhaupt schützen wollen? Denn die Gefährdungslage für orientalische Nichtmuslime hat sich globalisiert, seitdem der Scharia‑Islam als die Religion des unterentwickelten Teils der Erde zur Religion der unterentwickelten europäischen Stadtteile wurde.

Das Attentat fand am 14. August statt, einen Tag vor der Feier des Tages der Unabhängigkeit Indiens.

Derzeit haben viele irakische Christen aus Bagdad, Basra und Mossul im kurdischen Nordirak Zuflucht gefunden, die vor Terrorismus und bürgerkriegsähnlichen Spannungen, vor Jizya (Zwangssteuer) und angedrohter Zwangskonversion fliehen mussten.

In Armenien leben die Jesiden ohne Schwierigkeiten, im Pass mit der ’Nationalität: jesidisch’ anerkannt.

In der angeblich so säkularen Türkei jedoch werden die Geburtsurkunden jesidisch-kurdischer Kinder bewusst falsch mit der ’Religionszugehörigkeit: islamisch’ ausgestellt. Für ein solches Tun, für die jahrzehntelangen und einem kulturellen Genozid gleich kommenden Schikanen gegen griechisch‑orthodoxe Christen sowie für die Leugnung des Völkermordes von 1915/16 an annähernd eineinhalb Millionen christlichen Armeniern möchten die bundesdeutschen Politiker von GRÜNEN und SPD die Türkei mit einer EU‑Vollmitgliedschaft belohnen.

In Kirkuk wurden am 14.08. die Leichen zweier jesidischer Männer gefunden. Man hatte sie gesteinigt.

Am 15.08. sprengte ein Selbstmordattentäter eine Brücke in Bagdad und riss zehn Menschen in den Tod; am gleichen Tag wurden der stellvertretende irakische Erdölminister Dschaber al‑Wagaa und vier seiner Mitarbeiter aus ihrem hauptstädtischen Büro durch eine unbekannte Gruppe Uniformierter entführt.

Jacques Auvergne, August 2007

6 Antworten to “027. August 2007: Terror gegen Iraks Jesiden”

  1. azad Says:

    sehr geehrter herr auvergne, sie haben hier eine schöne wahre geschichte geschrieben, freue mich darüber,das lesen zu können.

    es gibt nicht viele die so etwas machen oder es auch öffentlich bekannt zugeben, dass die muslime ausser terror nichts beingen und weren es auch nicht.

    schauen wir das mal mit demm papst an was er gesagt hatte aber danach die muslime was die gemacht haben, wie ein vulkan sind die explodiert.

    sie haben recht und es wird nicht lange mehr dauern da haben die auch europa islamisiert, und dann heisst es es gab schon immer muslime, andersgläubige hat es nie gegeben. und die ganzen politiker die noch macht haben tun nichts da gegen.

    mit freundlichem gruss
    [azad]

  2. Jacques Auvergne Says:

    Sehr geehrter Azad,

    vielen Dank für Ihre freundlichen Worte und klugen Gedanken zum Anschlag im Sommer 2007 gegen die Jesiden im Nordirak. Aus dem Südirak hört man in diesen Wochen schlimme Nachrichten, Stadtteile von Basra etwa haben Bürgerkrieg und gerade gegen irakische Christen und überhaupt gegen alle Frauen ist ein anonymer bestalischer Terror im Gange.

    Manchmal muss man über das Grauen schreiben. Es ist falsch und barbarisch, Lastwagen mit Sprengstoff zu beladen und als ‚rollende Bomben‘ in Dörfer von Nichtmuslimen fahren zu lassen um dort möglichst viele Menschen zu töten. So ein Verhalten verdient den Namen Zivilisation nicht. Der aufwändig vorbereitete Terrorangriff geschah im Namen der Religion des Islam und im Namen des Gottes Allah.

    Die Jesiden, kurdisch Êzidîtî sind im Laufe der Jahrhunderte zwangsweise islamisiert und damit in vielen Gebieten mindestens kulturell vernichtet worden und nicht selten physisch ausgerottet. Die Unterdrückung gegen die Jesiden geschah und geschieht immer wieder auch in der Türkei. Die Jesiden repräsentieren die alte Kultur und Religion Kurdistans. Am 14. August 2007 erfolgten zeitgleich vier Bombenangriffe auf die ausschließlich von Jesiden bewohnten Siedlungen El Khatanijah und El Adnanija.

    Der Terrorangriff forderte mehr als fünfhundert Todesopfer.

    Vielleicht, sagen manche, war der kriegerische Angriff vom 14. August 2007 nicht islamisch sondern nur menschenverachtend. Andererseits, wenn dieser moderne Terrorismus doch islamisch wäre, dann wäre auch der gesamte Islam (bislang, derzeit, vorläufig) menschenverachtend. Nun, der Islam bejaht den militärischen Kampf theologisch, auch wenn ich hoffe, dass sich die Mehrheit der in Europa eingewanderten Menschen muslimischer Religion sich der militanten Auffassung von Islam NICHT anschließt. Meine Hoffnung ist allerdings etwas lächerlich.

    Die Seele des Menschen hat aggressive Anteile und der Islam gestattet es (Männern) „besser“ als andere Religionen, „die Sau raus zu lassen“, pardon, dem Sadismus freien Lauf zu lassen. Die gewalttätige Kindererziehung tut ihr Übriges, dazu dann noch etwas islamischer Judenhass und islamischer Homosexuellenhass in der Koranschule oder Moschee und wir müssen uns über die jungen Männer nicht wundern, die für den Gott Allah Kofferbomben in Nahverkehrszügen im Kölner Hauptbahnhof deponieren wollen oder die, teilweise als frisch zum Islam konvertierte Ex-Christen, noch sehr viel mehr zerstörerische Sprengsätze im sauerländischen Oberschledorn herstellen.

    Wie brutal der Islam auch immer gewesen ist und wie brutal er sein wird, der militärische Dschihad ist seit den Tagen des Propheten Mohammed „integrativer“ Bestandteil des Islam, doch unsere Politiker sind zu feige, das offen anzusprechen. Oder sie haben Schuldkomplexe für die Kolonialzeit des 19. Jahrhunderts oder für die Ära der Militärdiktaturen von Mussolini, Hitler und Franco. Schuldkomplexe sind etwas Hochwillkommenes, man kommt sich edel, „links“ und humanistisch vor – und die politische Wiederwahl und wie die persönliche Karriere sind gesichert.

    „Wer zuerst M sagt, hat verloren!“

    In Nordrhein-Westfalen scheint die politische Kaste folgendes Spiel zu spielen, alle Damen und Herren in Stadträten, Parteien, Kirchen und Wohlfahrtsverbände machen wortlos mit: „Wer zuerst M sagt, hat verloren!“ Wobei ich mit „M“ M wie Muslim oder m wie muslimisch meine. Damit will ich sagen, dass jede Silbe an Islamkritik bereits heute deine oder meine Karriere gefährdet. In nahezu jeder Straße der Innenstadt sind mir zwangsverheiratete zwölf- bis fünfzehnjährige türkische Mädchen bekannt und die Zahl der eher halblegalen und illegalen Moscheen, darunter einige sehr radikale, möchte offensichtlich schon niemand mehr auch nur in Erfahrung bringen.

    Es gäbe also Anlass zur Kritik, zur Verbesserung, zur Bildung, zur echten Integration. Doch man lässt die Radikalen gewähren, die die Mauern der Parallelgesellschaft höher und höher bauen wollen, die Muslimbrüder und die Milli-Görüş-Leute, die Wahhabiten und Salafisten. Die ersten Konvertitinnen in derselben Stadt legen sich schwarzen, blickdichten Stoff auf Nase und Mund und nennen diesen zum schwarzen Tschador oder Çarşaf getragenen Gesichtsschleier (arabisch Niqab, türkisch Peçe) ihr „Recht“. Dass sie dabei die weltweiten (universellen) Frauenrechte mit Füßen treten mit diesem „Recht“ ist diesen salafistischen Neo-Muslimas wohl nicht genau bewusst.

    Am 14. August 2007. Ein radikaler islamischer Auftakt zu der von al-Qaida fraglos erwünschten Ausrottung der kurdischen Jesiden? Das Attentat jedenfalls geht auf das Konto von Gruppen, die Osama bin Laden und al-Qaida nahe stehen.

    Wer Muslim ist und zugleich Sympathisant von solchen Extremisten und Fanatikern, der sollte seine Meinung überdenken und mit zwei oder drei lebenserfahrenen Imamen oder islamischen Gelehrten reden (besser natürlich mit säkularen Psychologen, da aber trauen sich unsere „Helden“ ja nicht hin), ich hoffe, auch diese Menschen empfehlen dann, den terroristischen Dschihad abzulehnen und empfehlen, sich irgendwie mit der ‚gar nicht gottbefohlenen‘ Demokratie zu versöhnen. Aber ich kann nicht sicher sein. Denn auch unter den in Europa aktiven Imamen waren und sind zu viele Christenhasser, zu viele hirnlose Kriecher und zu viele Militante.

    Ich weiß, dass in den meisten Moscheen nicht für die Demokratie geworden wird sondern für Gott Allah und dass es für Besucher wie Prediger immer noch als ein Konflikt erscheint, die säkulare Demokratie der Meinungs- und Religionsfreiheit zu empfehlen ohne den Gott Allah irgendwie zu beleidigen. So darf das nicht weitergehen. Wie soll demnächst der „islamische Religionsunterricht“ aussehen, den unser optimistischer Innenminister im Angebot hat.

    Manche Muslim-Militanz ist aber auch nur Maulheldentum. Das sind dann die Leute, die die Demokraten wie mich ein bisschen erschrecken wollen, so von Mann zu Mann, dieses weltweit bekannte mit-den-Augen-rollen, dieses Jahrtausende alte „rituelle Drohen“ des stolzen Kriegers. Da mache ich dann gerne mit, denn ein stolzer Krieger bin ich schließlich auch.

    Manche wütenden Muslime sollten die ‚Papst-Rede‘, die das Oberhaupt der Katholischen Kirche in der Stadt Regensburg hielt, noch einmal in Ruhe lesen. Mein halber Bekanntenkreis, darunter viele muslimische Frauen und Männer, hat sich über die ‚Papst-Rede‘ (Glaube und Vernunft) tage- oder wochenlang „schrecklich aufgeregt“, doch gelesen hatte diese Rede eigentlich niemand. Sie ist gut, die Regensburger Rede, nützlich und interessant. Die Muslime in Deutschland, die bekanntermaßen meisten türkischer Abkunft, haben sie nicht gelesen und werden sie nicht lesen.

    Wenn sie überhaupt lesen können, dann nicht deutsch. Wenn sie denn so einen Text lesen dürfen, ohne dass sie der Ehemann schlägt. Ohne dass sie die Angst haben, nicht ins Paradies zu kommen, sondern in der Hölle endlos lange schmerzlich zu verbrennen, kochendes Wasser trinkend, schreckliche Schreie der anderen Ungläubigen hörend. Das steht im Koran. Das lehrt jede Koranschule. So ein Schwachsinn ist, immer noch, „islamischer Religionsunterricht“. Alles in allem: Die deutschen Muslime werden die Papst-Rede nicht lesen.

    Die weisesten muslimischen Menschen haben längst Argumente, die der ‚Regensburger Rede‘ sehr ähneln, doch Einfluss haben sie leider kaum. Von zwei Gläubigen hat der radikalere nun einmal immer „recht“. So wird der anständige nordafrikanische Gläubige vom bärtigen Salafisten „islamisch erpresst“, der wahhabitisch erzogene nahöstliche Politiker vom al-Qaida-Führer. Was sollen unsere Schulämter dagegenhalten? Es wird sich noch nicht einmal ein Schüler einer staatlichen Schule trauen, sich zu beschweren oder einen Fall von islamistischer Volksverhetzung zu melden.

    Ibn Warraq sagt, dass wir alle uns auf „hundert Jahre kalten Krieg“ gegen den Islam einzustellen hätten. Ich denke, er liegt richtig. In hundert Jahren erst werden muslimische Radikale hoffentlich nicht mehr zu Hunderten die kulturelle Moderne der transatlantischen oder japanischen oder australischen Demokratie angreifen, sie werden nicht mehr zu Hunderttausenden die Menschenrechte, die Frauenrechte und die Meinungsfreiheit angreifen. Und es wird dann hoffentlich sogar noch kurdische Jesiden (Êzidîtî) geben, es wird Ex-Muslime, es wird Juden und Buddhisten geben. Und die Urenkel jener wütenden Schreihälse gegen Salman Rushdie oder Papst Benedikt werden sagen: „Mein Urgroßvater war als junger Mann ein bisschen extrem, mit Worten.“

    Mit Worten. Verbal. Ich hoffe nämlich, dass diese ‚Beleidigten‘ ihren Worten keine explosiven Taten folgen lassen: Keine Bomben basteln und keine Islamkritiker erschießen. Oder dass sie andernfalls rechtzeitig von der hervorragenden europäischen und deutschen Polizei erwischt werden und im Rahmen einer besinnlichen Gefängnisstrafe ihre fehlgeleitete Haltung bereuen.

    Warum halten einige Muslime eigentlich keinen Frieden sondern sprengen sich zum Freitagsgebet wechselseitig aus der Moschee? Warum bekommen islamisierte Regionen (Somalia, Pakistan, eigentlich weltweit alle), die Korruption und die Drogen-Mafia ebenso wenig in den Griff wie die Vetternwirtschaft (Nepotismus) und auch den geradezu faschistischen Polit-Islam, sei er nichtmilitärisch (Legalismus) oder paramilitärisch (Dschihadismus)?

    Naturschutz, nachhaltige Landwirtschaft, Familien- und Bevölkerungsplanung (Kondome, allerdings), Gesundheitsfürsorge, Bildungs- und Schulpolitik (auch für Mädchen, allerdings), wissenschaftliche Forschung, da überall ist für Nordafrika und Nahost noch Vieles zu tun, und genau dort liegen die Aufgaben für die wahren frommen Muslime. Nicht im Bombenbau, das tun die fehlgeleiteten, die nicht frommen Muslime.

    Muslimische Männer an Nil oder Tigris sollten Palmen, Orangen- und Olivenbäume pflanzen, Kinder erziehen (das ist eben nicht nur Frauensache), Bücher lesen (nicht Sayyed Qutb oder Hassan al-Banna; wissenschaftliche oder poetische Bücher), Fremdsprachen lernen und ihre Töchter nicht länger so ungebildet halten und zwangsweise verheiraten. Und sie sollten sich um Religion kümmern, halt-halt, nicht Bomben bauen, Religion, das heißt beispielsweise: Nach dem Sinn des Lebens fragen.
    Wenn diese jungen militanten Dschihadisten mir jetzt antworten: „Klar, religiös sein, Sinn des Lebensund so: Also heute noch vor dem Abendgebet einen Ungläubigen köpfen, zu Ehre Allahs!“, dann sind diese Leute noch etwas unreif.

    Die deutsche Sprache sagt zu charakterlich unreifen Menschen, sie seien ‚grün hinter den Ohren‘, das ist lustig und kommt wohl von unreifen Äpfeln oder Bananen oder Tomaten. Die Frucht nämlich, wenn sie noch grün ist, taugt mir zwar als Wurfgeschoss gegen meinen Nachbarn mit der fremden Religion, aber … sie schmeckt keinem. Saure Sache. Mag niemand.

    Auch Menschen, also auch Männer, sind mit 18 oder 24 noch nicht ‚reif‘. Militante Männer, ob radikal-religiös oder extreme Nationalisten, sie sind auf der ganzen Welt typischerweise um die 20 oder 25. Diese Kerle gleichen, auch als Liebhaber aus der Sicht von kundigen Frauen, einem unreifen, grünen Apfel. Und sie sind noch kein Genuss, einfach ungenießbar, brrr!

    „Kommen Sie“, würde ich so einem ‚Gotteskrieger‘ und Dschihadisten zurufen: „Kommen Sie auf die Seite von Seyran Ateş, Necla Kelek und Bassam Tibi, seien Sie säkularer Muslim, intelligent und phantasievoll! Denn diese drei genannten Leute sind der Schmuck des Islam und sogar der Schmuck Europas!“

    Osama bin Laden und seine al-Qaida aber ist die Krankheit des Islam, ihre Unterstützer sind bestenfalls unreif oder dumm, schlimmstenfalls niederträchtig und unmännlich.
    Wahrscheinlich waren vor fünfzehn oder zwanzig Jahrhunderten alle kurdischen Dörfer und Familien

    jesidische Dörfer und Familien. Unsere Religionen haben, wie man daran exemplarisch sieht, allesamt ältere ‚Vorläufer-Modelle‘. Auch neue, nach-islamische Religionen sind inzwischen entstanden, der Sikhismus (im Punjabi: Sikhī), die Baha’i (arabisch بهائي‎ bahā‘ī), in Vietnam der Caodaismus (Cao Đài), von Strömungen etwa im Hinduismus oder Christentum nicht zu sprechen. Qualitätsunterschiede gibt es wohl auch, vom intoleranten und demokratiezerstörenden Hassprediger bis zu weisen Menschen wie Willigis Jäger reicht die Skala. Weitere Religionen werden entstehen, das gehört zum ewigen geheimnisreichen Weg der Menschheit, wenn wir uns nicht vorher mit den dazu prinzipiell in ausreichender Menge vorhandenen Atomwaffen vernichten.

    Der Islam will ein Territorium beherrschen, das gebietet seine Doktrin. So kommt bald dschihadistisch „ergebnisorientiert“, bald legalistisch fordernd, bald als Wolf im Schafspelz (Taqiyya, islamisches Lügen) daher. Die „sittlich höherwertige“ Dar al-Islam müsse über die „sittlich minderwertige“ Dar al-Harb ausgebreitet werden. Eigentlich fast ein rassistisches Konzept, jedenfalls eine Kombination aus Sklavensystem und Kastensystem. Wer es kritisiert, wird von politisch aktiven radikalen Muslimen als „zu wenig differenzierend“ beschimpft, von nichtmuslimischen Gutmenschen als „rassistisch“ und von beiden als „islamophob“. So weit so schlecht.

    Sehr geehrter Azad, Sie haben aber ganz Recht: Unsere Politiker sind in ihrer Mehrheit zu dumm oder zu feige, sich gegen die geradezu faschistische Islamisierung Europas zu wehren. Und wenn das so bleibt, dann werden Sie auch damit Recht haben, dass es in vielleicht schon einem Jahrhundert nur noch versklavte Dhimmis in einem Kalifat und in zwei Jahrhunderten keinen Juden, keinen Buddhisten, keinen Atheisten mehr gibt. Ja! Wir KÖNNEN dieses menschenverachtende, theokratische Europa haben, allerdings! Noch aber ist es nicht zu spät und wir können uns gegen die geradezu faschistische Islamisierung Europas wehren. Demokraten können keinen Gottesstaat wünschen, der schließlich nicht zuletzt auch die Menschen türkischer oder kurdischer Abkunft in ein mittelalterliches Gefängnis einsperren würde, ohne Frauenrechte, ohne freie Schulen oder Universitäten, ohne Kunst, ohne Pressefreiheit.

    Ihnen, sehr geehrter Azad, sowie allen Lesern jeder Religion, Ex-Religion oder Nicht-Religion wünsche ich einen friedlichen und islamkritischen Monat Mai.

    Jacques Auvergne

    Quellen:
    Die alten Kurden

    Die Jesiden
    http://de.wikipedia.org/wiki/Jesiden

    Das ewige Lalisch

    Himmlisch, irdisch, mystisch: Taus-i Melek
    http://www.yezidi.org/wesen_von_tausi_mele.0.html

    Prinz Anwar Muawiya
    http://www.polizei.hessen.de/internetzentral/nav/71c/71c70ee1-825a-f6f8-6373-a91bbcb63046&uCon=50f9e19b-f3ee-0172-88b5-edad490cfa45&uTem=bff71055-bb1d-50f1-2860-72700266cb59.htm

    Die Heimtückischen

    Der deutsche Dschihad
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/politischeliteratur/759049/

    Die Gruppe der „Sauerland-Bomber“:
    Der Fall Eric B.
    Erst Musterschüler, dann Terrorist
    http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/789/167309/

  3. جنوب الطريق Janoob al-Tareeq Says:

    Droht im Iran ein neuer Bildersturm?
    Von Karl Grobe am 28.12.2011

    Im Iran wurden die kunsthistorisch und religionsgeschichtlich bedeutenden Felsreliefs bei Bischapur beschädigt. Vermutet wird ein politischer Hintergrund.

    Die Beschädigung persischer Altertümer beschäftigt die iranische Presse. Das ist bemerkenswert, weil die staatliche Organisation für kulturelle Relikte und Altertümer, Tourismus und Kunsthandwerk (CHTHO) vor zwei Jahren Archäologen und Ausgräbern alle Presseinterviews verboten und damit Informationen über Kunstraub und Vandalismus faktisch unterbunden hat.

    (…) In einem als Dastvar bezeichneten Ausgrabungsplatz nahe dem Persischen Golf, der dem alten Reich Elam (um 3500 v. Chr. – 6. Jahrhundert n. Chr.) zugeordnet wird, haben angeblich ganze Gruppen von Plünderern den einzigen Wächter überfallen und Gräber ausgeraubt. Mehr Aufsehen erregt allerdings ein Zerstörungsakt im Gelände der Ruinenstadt Bischapur, im 3. bis 7. Jahrhundert eine Metropole des zweiten, spätantiken persischen Großreichs, des Sassanidenreichs.

    Aus einem der historisch, kunsthistorisch und religionsgeschichtlich bedeutenden Felsreliefs wurden wohl um den 7. Dezember Stücke herausgeschlagen. Tatort ist die als Tang-e Tschogan bekannte Örtlichkeit unmittelbar neben der Ausgrabungsstätte von Bischapur. Das zerstörte Relief in der Tschogan-Schlucht am Nordufer des Schapur-Flusses ist das zweite in einer Reihe von vier aus dem Fels geschlagenen monumentalen Skulpturen aus dem 3. und 4. Jahrhundert n. Chr., das den sassanidischen Herrscher Bahram II. (276-293 n. Chr.) darstellt. Es wird gewöhnlich unter der Bezeichnung „Bahram empfängt eine Delegation arabischer Stämme“ erwähnt, es handelt sich aber um die Darstellung einer offenkundig Tribut entrichtenden, also abhängigen Gesandtschaft von Stammesfürsten.

    Obwohl die Szene fast vier Jahrhunderte vor dem Aufkommen des Islam und seiner Verbreitung durch arabische Kämpfer in Persien spielt, ist der „anti-arabische“ Akzent den heute in Iran herrschenden Klerikern durchaus unangenehm.

    http://www.fr-online.de/kultur/altertuemer-droht-im-iran-ein-neuer-bildersturm-,1472786,11359736.html

  4. Dwarslöper Says:

    Die Schabak (aš-Šabak) pilgern traditionell zu den heiligen Stätten der Jesiden.

    „Irak: Bombanschlag bei Mosul galt Shabak-Minderheit“

    Nach dem verheerenden Bombenanschlag am frühen Morgen in einer Ortschaft bei Mosul im Nordirak hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Montag davor gewarnt, dass Terroristen einen neuen Bürgerkrieg in dieser multiethnischen und multireligiösen Provinz anzetteln wollen. „Heute war die Minderheit der Shabak Ziel des Attentates in dem Dorf Khaznan“, berichtete der GfbV-Nahostreferent Kamal Sido nach einem Telefonat mit Gewährsleuten der Menschenrechtsorganisation vor Ort. Mindestens 36 Tote seien zu beklagen. Die Zahl der Verletzten werde auf bis zu 200 geschätzt. Dutzende von Häusern seien durch die Wucht der Explosion von zwei mit Sprengstoff voll beladenen LKW um 04.50 Ortszeit eingestürzt. Khaznan liegt etwa 17 Kilometer östlich von Mosul

    In der Provinz Ninveh wird über die Zugehörigkeit einiger mehrheitlich von Kurden (Muslimen und Yeziden), Christen und Shabak bewohnten Distrikte bzw. Unterdistrikte wie Sinjar, Shekhan, Telkaif, Karaqosh, Zammar, Bahshiqa, Aski Kalak gestritten. Muslimische und yezidische Kurden sowie eine große Mehrheit von Christen und Shabak befürworten einen Anschluss ihrer Siedlungsgebiete an friedliche Irakisch-Kurdistan.

    Die 60.000 bis 100.000 Shabak bewohnen mehr als 70 Dörfer östlich von Mosul, darunter Eski Kalak, Ali Rasch, Yangija, Khaznan, Qahrawa und Talara am Fluss Zap. Der ethnische Hintergrund der Shabak ist umstritten. Während die einen meinen, sie seien Indogermanen aus Persien, kamen sie anderen Quellen zufolge im 17. Jahrhundert aus dem Hawraman-Gebiet aus Irakisch- bzw. Iranisch-Kurdistan.

    Das arabische Wort „shabaka“ bedeutet soviel wie „sich verflechten“, und die Shabak bestehen auch aus Angehörigen mehrerer Stämme mit unterschiedlicher Geschichte. Ihre Sprache „Shabaki“ ist mit dem kurdischen Dialekt Hawrami-Gorani verwandt, jedoch auch persisch, arabisch und türkisch geprägt. Über 70% der Shabak sind Schiiten, 30% sind Sunniten. Die Buyruk, ihr heiliges Buch, soll in Zentralasien geschrieben worden sein. Shabak pilgern jedoch auch zu den Schreinen der Yeziden.

    Die Shabak galten unter britischer Herrschaft bis 1952 als eigene ethnische Gruppe. Das Baath-Regime registrierte sie als Araber. Weil sich 3000 Shabak-Familien in den 80er Jahren trotzdem als Kurden bezeichneten, wurden sie nach Kirkuk und Arbil deportiert. Ihre 22 Dörfer wurden zerstört.

    Der GfbV liegt eine Liste mit 675 Namen von Shabak vor, die seit 2003
    durch Terrorangriffe getötet wurden. Viele Shabak haben ihre Loyalität zur nordirakischen kurdischen Verwaltung bekräftigt. Eine kleine Gruppe von Shabak um den irakischen Abgeordneten Hanin Qado lehnt jedoch eine Anschluss an Irakisch-Kurdistan ab.

    aus: Terroristen wollen Volksgruppen gegeneinander aufhetzen
    in: Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) 10.08.2009

    http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=1955

  5. Cees van der Duin Says:

    *
    *
    Irak 2014, sieben Jahre nach den schlimmen Terrorangriffen gegen die kurdischen Jesiden zeigt die iKfR oder „im Kern friedliche Religion“ (Hans-Gert Pöttering am 23.05.2008,[1] Horst Köhler am 12.05.2010)[2] ihr unverhülltes menschenfeindliches Wesen.

    35.000 bis 50.000 Jesiden (Yazidi) müssen sich in den Bergen von Sindschar (anglis. Sinjar, kurd. Şengal, Provinz Nīnawā = Ninive) versteckt halten, denn die Glaubenskämpfer des Islamischen Staats (Akronyme engl. IS / ISIL oder ISIS arab. DA’ISCH anglis. DAESH) wollen die Herrschaft Allahs sprich jeden umbringen, der kein Dhimmi sein kann und trotzdem nicht sofort zum Islam übertritt. Die Flüchtigen haben kaum zu essen, schon dreißig von ihnen sollen verhungert sein.

    … Members of the religious minority are viewed as infidels by Islamic State fighters, who began to take over large swaths of land in Iraq in early June.

    Extremist forces have targeted Yazidis in the past: In August 2007, around 500 Yazidis died in coordinated attacks on villages near Sinjar.

    Yazidi sources told Al Jazeera that Islamic State fighters have asked the remaining Yazidis under their control to convert to Islam or face death. Islamic State-affiliated social media accounts , meanwhile, have posted images of summary executions of individuals in Sinjar and surrounding areas.

    Multiple Yazidi sources told Al Jazeera that Islamic State fighters have taken dozens of women hostage and moved them to the nearby town of Talafar, which has been under the group’s control since June. These claims could not be independently verified as journalists cannot enter Islamic State-controlled areas.

    The courtyard where Qassim and a dozen other men have gathered now resembles a crisis management centre. Samir Baba Sheikh, the son of the Yazidi spiritual leader, who often acts as his representative, was frantically calling senior officials in the Kurdish government and foreign diplomats on Monday.

    „We call on the world, especially the Kurdish government and leadership to act, to do something about this situation,“ Baba Sheikh told Al Jazeera. …

    Meanwhile, the attack on Sinjar has prompted Iraqi and Syrian Kurds to join forces to battle the Islamic State. Some members of the Peshmerga force and hundreds of Yazidi civilians took refuge in areas controlled by Syrian Kurdish fighters, known as the Peoples Protection Units (YPG).

    On Tuesday, heavy clashes continued between Kurdish troops and Islamic State fighters in several areas of Nineveh, including around Sinjar, Zummar, Hamdaniya and Makhmour. …

    von: Mohammed A Salih und Wladimir van Wilgenburg
    aus: Iraqi Yazidis: ‚If we move they will kill us‘
    auf: Al Jazeere 05.08.2014

    http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2014/08/iraqi-yazidis-if-move-they-will-kill-us-20148513656188206.html
    *
    *
    Jesidisches Heiligtum Çêl Mêra auf dem gleichnamigen Gipfel des Dschabal Sindschar

    Landeskunde

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dschabal_Sindschar

    Sindschar – Şengal – Sinǧār

    http://de.wikipedia.org/wiki/Sindschar

    Zuviel Islam tötet, sozusagen auserlesen, denn zuwenig Islam wird dann getötet.

    Harbi, Ḥarbī.

    http://de.wikipedia.org/wiki/%E1%B8%A4arb%C4%AB

    Dar al-Harb, Dāru l-ḥarb

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dar_al-Harb

    Musta’min

    http://de.wikipedia.org/wiki/Musta%27min
    *
    *
    Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) bekommt leider den Mund nicht auf gegen das Islamische Recht (menschlich umgesetzte Scharia), doch berichtet bei globalem Blick zuverlässig:

    Juni 2014: Tausende Christen, Yeziden, Shabak, Shiiten und gemäßigte Sunniten sind auf der Flucht. Sie suchen Schutz vor der sunnitischen Terrorgruppe „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ (ISIS). Etwa 3.000 Kämpfer für den sogenannten „Heiligen Krieg“ mit Unterstützung der Untergrundorganisation der Baath-Partei von Saddam Hussein haben mit ihrer Offensive vom 6. Juni die Hauptstadt der Provinz Ninive, Mossul, erobert.

    http://www.gfbv.de/report.php?id=65&stayInsideTree=1

    01.08.2014

    ISIS-Islamisten bereiten offenbar Offensive auf multireligiöse Stadt al-Hasaka vor
    Kurden und Assyrer/Aramäer in höchster Gefahr

    … „Die Armee des syrischen Regimes wird die Zivilisten in der Stadt weder verteidigen wollen noch können.“ Die Menschen erwarte das gleiche Schicksal wie im nordirakischen Mossul, aus dem nun alle Christen, Yeziden, Schiiten sowie viele sunnitische Kurden und Araber vertrieben wurden. Die meisten Flüchtlinge suchten im benachbarten Irakisch-Kurdistan Schutz.

    In al-Hasaka und in den anderen überwiegend von Kurden besiedelten Gebieten im Norden und Nordwesten Syriens versuchen kurdische und christliche Milizen die Zivilbevölkerung vor den Angriffen der Radikalislamisten zu schützen, berichtete Sido. Die ISIS, die über im Irak erbeutete Waffen und schweres Gerät verfügt, ist den kurdischen Milizen weit überlegen. ISIS prahlt mit der Massenhinrichtung von angeblich 1.500 Irakern in dem von ihnen eroberten Gebiet in den vergangenen Tagen und hat Christen, Kurden und Schiiten zu ihren „Erzfeinden“ erklärt. Aufgrund des bisherigen Vorgehens der ISIS muss vom Schlimmsten für die Bevölkerung ausgegangen werden. …

    http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=4067

    04.08.2014

    Bis zu 200.000 Yeziden vor ISIS-Extremisten auf der Flucht – droht ein neuer Völkermord im Irak?
    Einladung zum Pressegespräch

    ISIS-Extremisten haben in den vergangenen Tagen einige Ortschaften der Yeziden im Sinjar, dem Hauptsiedlungsgebiet dieser kurdischen Glaubensgemeinschaft im Irak, unter ihre Kontrolle gebracht. Sie dringen immer weiter in das Kerngebiet der Yeziden vor. Bis zu 200.000 sind auf der Flucht. Yezidische Frauen, Kinder und Alte, die nicht schnell genug fliehen können, werden hingerichtet, wenn sie es ablehnen zum Islam zu konvertieren. Die Extremisten töten das Vieh und die Heiligtümer der Angehörigen dieser Jahrtausende alten Religionsgemeinschaft werden zerstört, berichteten Augenzeugen.

    Die in Deutschland lebenden Yeziden sind in großer Sorge um das Leben und die Sicherheit ihrer Angehörigen im Sinjar. Sie befürchten dort einen neuen Völkermord. Der Sinjar ist das größte Siedlungsgebiet der yezidischen Kurden im Nahen Osten. Dort leben etwa 450.000 Angehörige dieser Glaubensgemeinschaft. Die Region grenzt an das autonome Kurdistan im Nordirak. Kurdische Peschmerga-Truppen waren dem Ansturm der Islamisten nicht gewachsen. Den sunnitischen Islamisten ist es gelungen, in das Gebiet einzudringen. Mitte Juni hatten sie die nordirakische Metropole Mossul erobert und die christlichen Assyrer/Chaldäer/
    Aramäer, Shabak, Yeziden, Schiiten und muslimische Kurden aus der Stadt vertrieben. Noch konnten sich nicht alle Flüchtlinge in Sicherheit zu bringen. Wer kann versucht, nach Irakisch-Kurdistan zu gelangen oder in das benachbarte Kurdengebiet in Syrien zu fliehen. Die Flüchtlinge werden auf den Zufahrtstraßen oft von Islamisten mit Maschinengewehren und Mörsergranatwerfern angriffen.

    http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=4073
    *
    *
    iKfR („im Kern friedliche Religion“)

    [1] Hans-Gert Pöttering am 23.05.2008: „Der Präsident des Europaparlaments, Pöttering, hat sich gegen eine Vorverurteilung des Islam gewandt. Der Islam sei eine im Kern friedliche Religion. Terroristen, die im Namen des Islam unschuldige Menschen töteten, missbrauchten ihre Religion, so Pöttering beim Katholikentag in Osnabrück.“ (domradio)

    http://www.domradio.de/nachrichten/2008-05-23/nachrichtenarchiv-23052008-1359

    Dazu Henryk M. Broder treffsicher am Folgetag. Im Kern gaga.

    „Der Islam, erklärte der Präsident des EU-Parlaments, sei “eine im Kern friedliche Religion”. Womit er genau genommen und an für sich Recht hat. Auch der Sozialismus und der Nationalsozialismus waren “im Kern” gute Ideen“

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/im_kern_gaga/

    [2] Horst Köhler am 12.05.2010:

    „Ich kenne den Islam als im Kern friedliche Religion, die in sich ruht, ihre eigene Berechtigung und Geschichte hat. Respekt muss uns leiten, wenn wir über den Islam diskutieren.“

    http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Horst-Koehler/Interviews/2010/20100512_Rede.html

    Das freut, nur zwei Tage später, die Millî Görüş.

    http://www.igmg.org/nachrichten/artikel/2010/05/14/koehler-respekt-muss-uns-leiten-wenn-wir-ueber-den-islam-diskutieren.html*
    *
    *

  6. Carcinòl Says:

    Irina Badavi, Angela Kandt: „Wenn der Pfau weint. Wie ich mich als Jesidin aus der Gewalt einer Parallelgesellschaft in Deutschland befreien konnte“. Gütersloher Verlagshaus.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article158937801/Mit-16-verheiratet-geschlagen-fast-taeglich-vergewaltigt.html

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