032. Burka und Tschador verbieten!

032

Das Gesicht ist weg.

Statt eines Gesichtes

nur ein schwarzes Tuch

Çarşaf und Burqa

im öffentlichen Raum

Warum Deutschland den

Tscharschaf und die Burka

im öffentlichen Raum

verbieten muss

von Jacques Auvergne

Wir schreiben den 11. Dezember 2007 und in meiner nordrhein‑westfälischen Heimatstadt sind innerhalb von zehn Tagen gleich drei Burkas aufgetreten, drei gesichtsverhüllende Ganzkörperschleier. Jetzt bin ich besorgt, dass es wöchentlich mehr werden könnten. Ob ein Verbot das richtige oder sogar einzige Mittel ist, um eine derartig entmenschlichende Kleidung als ganz klar nicht zum deutschen Alltag gehörend zu kennzeichnen? Problem ist aber, dass die Frauen vorgeben werden, die Burka (Tscharschaf und Tschador eingeschlossen) freiwillig zu tragen.

Ich ärgere mich also über Textilien. Hast du zu viel Zeit, werden mich meine Freunde morgen fragen. Das Thema legt sich mit der Zeit, nach ein paar Jahren tragen die Frauen wieder Jeans und Holzfällerhemd, werden die Zweckoptimisten unter ihnen mir zuflüstern. Vielleicht liege ich ja falsch, doch mir scheint eine andere mögliche Zukunft wahrscheinlicher, nämlich dass innerhalb von wenigen Jahren erst 10 und dann 20 Prozent der Frauen der westdeutschen Innenstädte Ganzkörperschleier tragen. Die besagten Zweckoptimisten werden natürlich auch dann noch sagen: Das gibt sich wieder, in ein paar Jahren. Doch der Iran nach 1979? Am Anfang einer theokratischen Revolution kann sehr wohl eine Kleidungsreform stehen.

Klingt ja zunächst ganz harmlos: Kleidungsreform, so nach Jugendstil, Tiffany und Blaue Blume. So nach Schiller‑Kragen und Insel‑Kleid. Freigeistig und romantisch.

Doch die Trägerinnen von Burka und Tschador wollen eine andere Gesellschaftsordnung als die städtischen Utopisten im selbst gebatikten Hippie‑Kleid des Jahres 1970 oder die rebellisch gewandeten Punkerinnen um 1980.

„Drei Kittel“ also bringen mich aus der Fassung. Weniger, weil sie rabenschwarz waren. Eher schon, weil sie Arme und Hände absolut verbargen. Vor allen Dingen aber, weil sie den darunter verborgenen Frauen das Gesicht raubten, aus meiner Sicht jedenfalls.

Es ist „islamische“ Kleidung aus verschiedenen Weltgegenden und Epochen, die in Zeiten der Globalisierung nun erstmalig im Rheinland verwendet wird.

Islamische, religiöse Textilien. Dazu gehört 2007 und in Nordrhein‑Westfalen also die von den Taliban zwangsweise in Afghanistan eingeführte paschtunische Burka (Burqa) ebenso wie der radikalislamische schwarze Tscharschaf (Çarşaf) aus dem Osmanischen Reich und aus den Jahren um 1870, gegen den emanzipierte Türkinnen allerdings bereits um 1910 erfolgreich rebellierten. Ich werde im Folgenden von Burka sprechen und meine damit alle bodenlangen Mäntel bei Bedeckung von Stirne, Mund und Nasenrücken.

In allen drei Fällen war das Weiß der Augen nicht zu sehen, was natürlich Methode hatte, guckstu. Diese Frauen, wenn es denn Frauen sind, haben im sozialen Sinne keinen Blick. Sie „gucken“ nicht mehr. Ob wenige Zentimeter oder wenige Millimeter breiter Sehschlitz, ob Nikab (Niqâb, Gesichtsschleier) mit- oder ohne Fliegengitter, für heute sage ich Burka.

Die Burka ist ein afghanisches Gewand, das den Körperumriss völlig verneint. Das der Frau den „öffentlichen Körper“ mehr als symbolisch raubt, das ihn beschlagnahmt und die burkatragende Frau sozial entleibt. Von innen nach außen wird die Welt durch eine Art von geklöppeltem Stoffgitter betrachtet, das in der umgekehrten Richtung nahezu blickdicht ist. Nur derart verhüllt darf die Frau bei dem afghanischen Volk der Paschtunen den öffentlichen Raum, die Männerwelt der Straße und des Marktplatzes, betreten.

Zurück aber nach Deutschland und in den Dezember 2007.

Minutenlang geisterten schwarze Gespenster über den leeren Marktplatz und durch die regnerische belebte Geschäftsstraße. Ich war fassungslos vor Wut. Da, wo ich ein Gesicht erwartet hätte, war nur blicklose Finsternis, war kein Gesicht sondern schwarzes Tuch. Ich fühlte Wut. Die Reaktion der Ureinwohner dieser Minuten erschütterte mich allerdings auch, sie guckten unerfreut, die Deutschen, in der Tat, und drehten den Kopf weg. Sie werden nicht darüber reden. Man will es nicht sehen. Die Deutschen werden sich nicht bei ihrer städtischen Gleichstellungsbeauftragten über die neue Frauenmode beschweren, auch die Frauen unter ihnen nicht.

Deutschlands öffentlicher Raum steht an einer kulturellen Zeitenwende, wenn wir jetzt nicht die Burka beziehungsweise den Tscharschaf verbieten. Denn ich rechne mit einer Art Kettenreaktion, mit der dynamischen Zunahme des gesichtsverhüllenden islamischen Schleiers: In wenigen Jahren und für viele Jahrzehnte! So oder so, das Ergebnis wird in hundert Jahren in Geschichtsbüchern zu lesen sein. Von den letzten Frauen mit öffentlichem Gesicht vielleicht, die dann eine separierte Klasse bilden werden wie einst unter Südafrikas Apartheid. Doch in der Gegenwart islamischerseits erst einmal die Selbst‑Separierung, das von der europäischen Muslimbruderschaft erwünschte provokante Nichtdazugehören. Später dann die Ausweitung des Rechtssystems der Scharia. Dann erst das Kalifat.

Seit zweitausend Jahren erkennen Europäer ihre gesellschaftliche Umwelt wiedergespiegelt in ihren europäischen Mythologien, ihren Volksmärchen oder auch in ihren christlichen Legenden. Da ist die Rede von König und Betteljunge, von der Prinzessin oder der weisen Frau, vom Zauberer und von der bösen oder auch guten Fee. Eines haben diese Menschen alle: Augen, Nase und Mund! Sie haben ein Gesicht.

„Punkt, Punkt, Komma, Strich“, malen schon die kleinsten Kinder. In unserem Teil der Erde also bezeichnen wir mit der sicherlich viele Jahrzehntausende alten „Grundidee Gesicht“ sogar etwa die moderne Ungastlichkeit trister Wohnquartiere: Wir sagen, sie seien gesichtslos.

Bis Dezember 2007 galt auch in Deutschland: Menschen haben ein Gesicht. Am 1.12. jedoch sichteten wir die erste Burka: Günter Wallraff hielt Solches allerdings am selben Abend noch für gänzlich ausgeschlossen. Am 11.12. sehe ich das dritte gesichts- und auch eigentlich körperlose Wesen meiner Stadt. Drei das Gesicht vollständig verhüllende, bodenlange Gewänder aus dem Dunstkreis des radikalen Islams.

Nein, an diese Kleidung möchte ich micht nicht gewöhnen müssen.

Gesichtslos. Das bedeutet auch, dass ich nicht weiß, ob sich unter dem Tuchgefängnis eine ostasiatische, eine zentralafrikanische oder eine mitteleuropäisch anmutende Frau verbirgt. Ob sich überhaupt eine Frau unter dem Tuch verbirgt, überhaupt ein Mensch. Ganz sicher kann und soll ich nicht sein. Es wird schon ein Mensch sein und kein Roboter. Doch ist es ein älterer oder ein jüngerer Mensch? Unser soziales Selbst nennen wir seit der Antike „Person“. Diese Frauen haben kein soziales Selbst auf dem Marktplatz der Ungläubigen beziehungsweise auf dem Marktplatz der islamischen Männer. Die Sprache des Anblickens ist diesen Menschen geraubt und damit ein wichtiger Teil dessen, was Artikel 1 des Grundgesetzes „Würde“ nennt. Warum verteidigt Deutschland dieses Grundrecht nicht? Manche der Frauen können die Burka aus patriarchalem Druck nicht ablehnen, andere mögen in einer Lebensphase der politreligiösen Radikalität sein. Jedenfalls wird diese Kleidung, wie ich fürchte, ansteckend sein wie ein Schnupfen.

Wer ist unter dem Tuch. Ich kann es nicht wissen und ich soll es nicht wissen. Wir kennen die Floskel „ganz im Sinne des Erfinders“. Aha. Es gibt eine Intention, eine beabsichtigte Wirkung auf mich. Und es gibt eine Intention der Islamisten in Bezug auf die weibliche Gestalt ohne Gesicht.

Unter dem Kittel ist eine gekaufte Gebärmaschine, eine „Söhnchenfabrik (Hirsi Ali). Mehr muss keiner wissen.

Die sozial getötete Gestalt. Das ist neu, das hat Europa seit Jahrhunderten und vielleicht seit Jahrtausenden nicht gekannt. Das geht auch „nicht einfach weg“, die anrollende Welle aus Burka und Tschador. „Das“ bleibt und das nimmt ohne Frage rasch zu, wenn wir Demokratinnen und Demokraten nicht entschieden gegensteuern. Die Iraner können es nicht.

Der Gesetzgeber muss diese Textilien verbieten. Wie kann das geschehen? Vielleicht auf dem Klageweg über den Begriff des im Alltag nun gefährdeten Rechtsguts der negativen Religionsfreiheit. Vielleicht auf dem Wege des Tierschutzparagraphen, denn ich habe wenig Zweifel: Hielte ich eine Katze oder ein Reh mit einem körper- und gesichtsverhüllenden Schleier, man würde mich erfolgreich beklagen. Und das ganz zu Recht. Aber es ist ja bloß eine Frau. Gut eingekauft. Söhnchenfabrik. Orientalisches Männerrecht.

Patriarchat ist auch etwas sehr Europäisches, wir hätten in dieser Angelegenheit der Nachhilfe durch die Damen und Herren Wahhabiten, Ahmadiyyas oder Taliban nun wirklich nicht bedurft. Denn als Abendländer haben wir unsere Ketzerinnen, Hexen, Kommunistinnen und Frauenrechtlerinnen stets ganz gut selbst versklaven oder ermorden können.

Das „Prinzip Kopftuch“ will Koran und Scharia, das heißt, es will die verhinderte Gleichwertigkeit von Frau und Mann.

Inwieweit verstößt die Burka gegen die von allen menschenrechlichen Konventionen betonte Selbstbestimmung des Individuums?

Und, was den öffentlichen Dienst betrifft, inwieweit ist ein noch so dezentes Kopftuch „Strukturmuster“ der entmenschlichenden Burka, ihre Entsprechung und ihr Vorläufer? Frei nach dem Motto: Zuerst das Kopftuch, dann die Burka.

Jacques Auvergne

38 Antworten to “032. Burka und Tschador verbieten!”

  1. Nora Says:

    Ich habe mir diesen Text durchgelesen und dachte mir, wieder jemand, der fremdenfeindlich ist. Ich finde dieser Text dient zur Provokation. Ich muß hinzufügen, ich komme aus ursprünglich christlichen Elternhaus und bin nicht als Muslima erzogen worden. Ich habe mir vor ein paar Jahren mit vollem Bewusstsein, aus freier Überzeugung und Liebe den Islam angenommen. Mich hat niemand dazu gezwungen, im Gegenteil, ich bekam von allen Seiten zu spüren, dass ich als unnormal gelte, es ist nicht üblich hier im Lande sich so zu erniedrigen, nach dem Verständniss der Gesellschaft. Diese Leute haben niemals ernsthaft hinterfragt, warum ich diesen Schritt gemacht habe, oder sich nur einmal aus muslimischen Quellen mit dieser Religion auseinander gesetzt. Stattdessen kamen immer Vorwürfe, Verspottungen, Anfeindungen, Verleumdungen. Es kamen die merkwürdigsten Argumtente. Ich wurde immer in die Rolle gedrängt, der so armen, jungen Frau, die entweder einen muslimischen Ehemann haben muss, der sie dazu zwingt, denn wer trägt schon freiwillig die islamische KLeidung, oder sie wurde einer Gehirnwäsche unterzogen.

    Es kam aber niemals ein Schritt mich zu fragen warum ich das mache. Ich musste mich seit dem immer für jeden auf der Welt rechtfertigen, der etwas schlechtes gemacht hat, und einen muslimischen Namen trägt oder aus muslimisch geprägten Familien kommt. Immer und immer wieder habe ich versucht zu erklären, dass das nichts mit islam zu tun hat, dass sie doch in den Quellen selbst nachschauen sollen und sich informieren sollen. Als Gegenargument wurde gleich gesagt, ich versuche zu missionieren(!).

    Ich bin eine junge, glückliche muslimische Frau, die den Islam praktiziert und versucht immer mehr zu lernen von dieser wunderschönen Religion. Ich bin eine von diesen Frauen, über die so negativ berichtet wird. Ich trage die islamische Bedeckung und bedecke auch mein Gesicht. Ich trage es nicht, weil ich andere provozieren möchte, oder Feindseligkeit in Deutschland erwecken möchte. Nein ich trage das, weil es ein Gebot von unseren Schöpfer ist, was nicht den Islam ausmacht! Wir leben in einer oberflächlichen Konsumgesellschaft, wo es nur darum geht, wer besser, schöner und reicher ist. Ich befreie mich hiermit von dieser nodernen Sklaverei, indem ich ein Sexsymbol und Lustobjekt für fremde Männer bin. Ausser für meinen Ehemann. Wenn die Gesellschaft wüsste, wie wunderschön eine islamische Ehe ist, wie ein islamisches Familienleben ist, aber viele sind nicht einmal bereit, wirklich ernsthaft nachzuforschen. Sie glauben lieber den Medien, die ständig von bösartigen, dominierenden Männern sprechen, von Ehrenmorden, versuchen den Menschen Angst zu machen. Sie suchen sich bewusst Menschen aus, die den Islam nicht praktizieren, die nach Traditionen von ihrern Ländern leben. Jemand, der sich mit dem Islam (ernsthaft) beschäftigt, der wird schnell unterscheiden können, was Islam ist und was Tradition ist. Warum würfeln diese Menschen immer alles zusammen?

    Bevor ihr über uns Frauen redet, die sich bedecken, fragt uns doch, wie wir uns fühlen. Aber nein, stattdessen wird mit dem Finger auf uns gezeigt. Wir muslimischen Frauen haben unsere Würde, wir sind frei, indem wir nicht nach dem Äusseren reduziert werden, uns unserer Weiblichkeit nicht schämen brauchen. Wir brauchen und wollen keine Emanzipation. Wir lieben uns in der Rolle als Frau, als Mutter, als Tochter, als Ehefrau, als Schwester. Der Schleier dient nicht zur Abgrenzung zur Aussenwelt. Er dient zur Distanzierung zum anderen Geschlecht, der Schleier signalisiert, dass wir nicht für Flirts und Liebschaften zu haben sind. Mal ganz ehrlich. Eine ernsthafte Frage an alle Frauen, die sich emanzipiert und frei fühlen: Wer macht die westliche Mode? Wie sieht die westliche Mode aus? Ist es wirklich so, dass Kleidung nur dazu dient, so viel wie möglich, den weiblichen Körper zu zeigen, und damit zu reizen? Macht ihr euch wirklich nur für euch selbst schön und sexi? Bitte beantwortet die Fragen ganz ehrlich euch selbst. Ist es nicht so, dass Männer euch in diese Rolle drängen und ihr euch so kleidet um attraktiv für die Männer auszusehen. Und wie seht ihr aus, wenn ihr Zuhause seit? Macht ihr euch da auch attraktiv und sexi? Oder nur wenn ihr das Haus verlässt? Ist es nicht auch so, dass ihr Frauen arbeiten gehen müsst, ich betone müsst und euch immer wieder beweisen müsst, dass ihr genauso gut wie ein Mann seit? Bekommt die Frau den gleichen Lohn, wie der Mann? Ist es nicht so, dass die Frau einen Druck unterliegt, immer diesem „Ideal“ zu entsprechen? Immer die Maße des heutigen Modetrend zu entsprechen, ja kein Gramm zu viel zu haben? Sie braucht ihr eigenes Geld, um jaaa nicht abhängig vom Mann zu sein! Uns ist es selbst überlassen, ob wir arbeiten gehen wollen, und wenn ja dann ist es so, dass wir unser Einkommen nur für uns haben.

    Der Ehemann hat kein Anrecht auf das Geld, ausser was wir freiwillig überlassen. Aber stattdessen ist es Pflicht für den Mann, die Frau und Familie zu versorgen. Das sind die islamischen Rechte. Habt ihr das auch?

    Achja noch eine Frage an die Frauen. Wieviele Frauen, wünschen sich eine liebevolle Partnerschaft, wünschen sich einen Mann an ihrer Seite, der Verantwortung übernimmt? Wie sieht denn die Realität aus? Männer, die einfach nur „Spaß“ haben wollen und keine Verantwortung übernehmen wollen so ist die Mehrheit. Und wenn es dazu kommt, dass die Frau dann schwanger wird, ich frage euch ganz ehrlich, wieviele Frauen werden dann alleine gelassen, weil diese Männer sie ausgenutzt haben und keine Verantwortung übernehmen wollen? Das ist die Realität. Seit ihr euch deswegen nicht zu schade? Ich habe eine Frau in meiner Familie, die sich immer beschwert, dass die Männer sie nur nach dem Äusseren reduzieren und das „Eine“ wollen. Ich fragte sie, ob sie denkt, wenn sie sich aufreizend kleidet, dass die Männer dann an ihre inneren Werte denken? Sie war in einer Partnerschaft, sagen wir Beziehung, wie es in DE üblich ist. Sie war verliebt, dachte er liebt sie auch. Sie träumte von einer schönen Hochzeit, von einer geliebten und harmonischen Ehe, von Kindern und erzählte von ihren Träumen. Schwubdiwub, war der Mann weg. Angeblich ging es ihm zu schnell, er ist noch zu „jung“ für sowas und will sein Leben noch geniessen.

    Wir geniessen unser Leben auch, aber in einer anderen Art und Weise. Ein Muslim (Mann und Frau) darf keine unehelichen Beziehungen führen. Wenn er die geschlechtliche Liebe ausleben will, dann in einer Ehe. Ich rede von praktizierenen Muslimen, und nicht von welchen, die ihre Religion gar nicht kennen. Genauso ist es auch in EU. Wieviele sind auf Papier Christen, aber wenn du sie fragst, an was sie glauben, sagen die meisten, sie sind Atheisten. Was ich zu dem Thema „Zwangsheirat“ noch sagen will:

    Diejenigen, die ständig versuchen Zwangsheirat mit den Islam in Verbindung zu bringen, sollen ernsthaft suchen ob es im Islam sowas gibt. Und sie werden das nicht finden. Im Gegenteil, sie werden das Gegenteil finden. Denn es darf eine Frau nicht zur Ehe gezwungen werden. Meine Absicht ist es nicht, zum Islam zu missionieren. Ich kann es nur nicht ausstehen, wenn über uns geredet wird, statt mit uns. Wenn jemand was über Islam wissen will, dann soll er sich mit Muslimen unterhalten und nicht über Muslime. Ich gehe auch zum Arzt wenn ich krank bin und nicht zum Bäcker. Einen schönen Tag noch

    (Nora)
    ===========================================
    [soweit Nora. Ihr entgegnet die türkische säkulare Muslima
    Ümmühan Karagözlü, zu finden hier im Sägefisch unter der
    Baustein-Nummer 060 oder bei ihrem Blog „Schariagegner“:
    http://schariagegner.wordpress.com/2008/03/22/mannerblicke-frauenkorper/
    ===========================================

  2. Amayah Says:

    Hallo.

    Schade wieviel ignoranz, unwissenheit, intoleranz und „über einen kamm scheren“ in diesem Artikel steckt. Solche Beleidigungen hat man selten gelesen.
    Der Islam und das Niqab haben nichts mit extremismus und radikalität zu tun!

    Aber Gott sei dank gibt es noch Menschen in Deutschland, die das gegenüber nicht aufgrund der Kleidung verurteilen!

    schönen gruss

  3. F-A Burghal Says:

    Im Namen Gottes des Gnädigen des Barmherzigen

    Es erstaunt mich immer wieder, mit welchem Enthusiasmus die Menschen des Abendlandes(ich bin deutsche Muslima)uns ,,arme, rechtlose muslimische Frauen von der Last des Kopftuch- und Schleiertragens befreien wollen.
    Leider sind die wenigsten so ehrlich und geben zu, dass sie der Islam und die Muslime sie stören. Sie geben vor, dass sie für die Rechte der muslimischen Frauen kämpfen, aber tief in ihrem Inneren empfinden sie Furcht vor ihren eigenen, ungelösten Lebensfragen. Als ‚Muslima bemühe ich mich mich geistig mit meinen Lebensfragen zu beschäftigen, um Antworten zu finden. Für mich ist die erste Frage, die, die woher ich komme, und wohin ich gehen werde, wenn ich diese Erde verlassen muss. Diese beiden Fragen führen mich direkt zu meinem Schöpfer, der mir die Aufgabe gegeben hat, auf dieser Erde mein Bestes zu geben , und zu bestehen. Habe ich Fragen an Ihn (Gott), kann ich die Antwort im Koran finden, oder in Zwiesprachen mit meinem Schöpfer.
    Für Gott bin ich Sein Geschöpf und ich bin kein gesichtsloser Geist, der in der Gegend herumhuscht. Ich habe eine Würde.
    Mich wundert nur immer wieder, dass Menschen mit klarem Verstand sich nur mit Gemeinplätzen abgeben, vorgekautem Fastfood-Wissen, ohne sich mit der Tiefe einer Religion beschäftigt zu haben, und das Geheimnis zu ergründen, das sie birgt. Das ist einfach nur traurig und bedauernswert.
    Mit freundlichem Gruss Fatima

  4. F-A Burghal Says:

    Alles Gute

  5. ehrbare verschleierte Frau Says:

    „Und wer sich eine andere Religion als den Islam wünscht, sie wird von ihm niemals angenommen werden und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören !“ dies sagt der allmächtige Gott im Koran und es ist die Wahheit.
    Wenn Sie sterben, ohne den Islam angenommen zuhaben landen Sie für alle Ewigkeit in der Hölle.
    Also bereuen Sie Ihre Missetaten und nehmen Sie diese verleumderische Seite vom Netz !

    Über ihren islamfeindlichen, rassistischen Burka-Verbot-Text habe ich mich total aufgeregt.
    Es ist einfach gelogen, dass wir Frauen die Ganzkörperverschleierung nicht wollen !
    Doch wir wollen sie ! Wir wollen keine Sexobijekte sein, sondern als ehrbare Frauen erkannt werden !
    Ich bin Schweizerin, habe den Islam angenommen, trage Gesichtsschleier und bin glücklich damit !
    Wieso könne Sie die Menschen nicht in Frieden lassen ?
    Haben Sie echt nichts besseres zu tun als Feindschaft und Fremdenhass zu schüren ?
    Wohl ein neuer Hitler oder was ?
    Die feigen Hitlerbrüder !

  6. Jacques Auvergne Says:

    „ehrbare verschleierte Frau“ vertritt einen überholten und
    pädagogisch unverantwortbaren Fundamentalismus mit
    ihrer Warnung vor der ‚ewigen Höllen-Verdammnis‘.

    Im Fundamentalismus und Radikalismus ist derartiges
    ‚Warnen vor Höllenqualen‘ typisch, nicht nur im Islam
    übrigens.

    Dieses Blog weiß, dass sich intelligente und/oder
    empfindsame Muslimas und Muslime in aller Welt von
    „Höllen-Warnern“ wie ‚ehrbare verschleierte Frau‘
    nicht länger gängeln oder gar erpressen lassen.

    Mag sie zur Vernunft kommen. Mag sie in niemandem
    Schuldgefühle erwecken. Mag sie den Ausstieg aus
    ihrem vormodernen Fundamentalismus finden.

    Jacques Auvergne

  7. Jacques Auvergne Says:

    Die Darstellung von „Nora“ beleuchtet wichtige
    Fragen des menschlichen Lebens. Auch wenn Niqab
    natürlich die grundfalsche Strategie ist: Sexismus
    ist weltweit ein drängendes Problem.

    In den nächsten Tagen wird „Nora“ eine ausführliche
    Antwort erhalten, geschrieben von einer Türkin
    (als Mann halte ich mich einmal zurück).
    Es wird sicherlich sehr spannend für alle.

    Einstweilen:
    Danke an Nora.

    Dazu Nachtrag: 16. MÄRZ 2008: Der Bericht ist nun 99%
    fertig – und etwa 25 DiN-A-4-Seiten lang,
    sagt die Autorin heute, die uns um Entschuldigung
    bittet für die Wartezeit.

    Er wird beginnen mit „Liebe Nora“ und in diesen Tagen
    auch auf mehreren deutschsprachigen Blogs erscheinen.

  8. Amayah Says:

    Lieber Herr Auvergne,
    ich hätte ja nicht gedacht dass sie Antworten…
    Ich kann die Aufregung von „verschleierte Frau“ total verstehen, schliesslich begegnet man nicht alle tage texte von derartiger ignoranz und intoleranz.
    Im Koran sind Gottes Worte geschrieben, und wer nicht hören will, der trägt ganz alleine seine Last, da kann ich „verschleierte Frau“ nur zustimmen. Da aber jeder selbst für seine Taten verantwortlich ist, kann ich nur sagen, „leben und leben lassen“, was ihnen wohl gänzlich unbekannt sein dürfte…

    Übrigens, laut der Definition von „Fundamentalismus“, bin ich auch eine Fundamentalistin. Denn der Islam ist nunmal die letzte von Gott gesandte Religion, und ich glaube daran und lebe danach. Das bedeutet aber nicht dass ich jegliche Art von Terrorismus gutheissen würde, so wie das hierzulande oft verstanden wird, sonder orientiere mich da immer am Beispiel unseres Profeten, sallaAllahu aleihi wasalam, der feigen Terrorismus niemals geduldet hätte.

    Die Antwort der Türkin würde mich auch interessieren, aber es ist bestimmt das gleiche, wie so oft, falsch verstandener Islam… Auch wenn der Niqab ihrer Meinung nach die falsche Strategie ist, wir muslime wissen, dass Gott uns die Verschleierung als Pflicht auferlegt hat, also werden wir es tragen und uns von niemanden abhalten lassen.

    Was mich noch interessieren würde, haben sie jemals eine Frau, über die sie so abwertend sprechen, nach ihrer Meinung gefragt? Haben sie jemals eine Niqab-trägerin gefragt warum sie das trägt, was ihre Beweggründe sind?

    Schönen Abend noch
    Amayah

  9. jumana Says:

    lieber herr Auvergne,

    auch ich habe mit schrecken ihren text lesen müssen, es bereitet mir bauchschmerzen das es menschen gibt die nur aufgrund meines gesichtsschleiers wut empfinden….denn diese wut ist vielleicht der erste schritt zu mehr-mehr ungerechtigkeit-unterdrückt werde ich ja!!! von menschen wie ihnen die nicht mal über 20 cm stoff vor meinem gesicht hinwegsehen können
    ich bin weder gekauft noch eine söhnchenfabrik-alleine dieser satz ist eine bodenlose frechheit-wie kann man bitte so oberflächlich sein?
    der niqab ist MEIN RECHT nicht der meines mannes-ich behalte mir das recht vor wem ich mein gesicht zeige-und dazu gehören eben nur frauen und meine enge familie-nur wenn ich mir im gegesatz dazu auf der strasse botoxmumien ansehen muss-ich hab wenigstens dann eine mimik wenn ich es will-aber erzählen sie doch mal so einer das sie unterdrückt ist *kopfschüttel*
    ansonsten möchte ich mich noras brief anschliessen-mashallah ukhti

    und na klar wird da jetzt irgendeine „ultramoderne“ sehr „wissende“ türkin kommen ala Hirsi Ali oder necla kelek die uns ja für ach so rückständig halten
    sorry aber weder nachahmenswert noch in irgendeiner weise relevant

    gruss

  10. Jacques Auvergne Says:

    Sehr geehrte Frau Jumana,
    ich danke Ihnen für Ihre Darstellung.

    Zwei Menschen haben stets, wenn man ganz
    genau hinsieht, zwei Meinungen, und selbst im
    Kreise der Niqab-Befürworterinnen wird es keine
    hundertprozentig gleiche Argumentation und Motivation
    geben. Mit den Botoxmumien haben Sie freilich genau
    ins Schwarze getroffen: Gräuslich, was Menschen aus
    Gruppendruck bereit sind, mit sich anzustellen.

    Und sicherlich brauchen wir spirituelle Werte ebenso
    wie eine kritisch-ablehnende Haltung gegenüber
    modischen Strömungen oder gar dem
    „Laufsteg-Gehacke“ eines unwürdigen Konkurrierens.

    Andererseits halte ich Niqab für eine ungeeignete
    Frauen-Strategie, ein (berechtigtes) Missfallen gegenüber
    dem Sexismus oder/und Kapitalismus darzustellen.

    Und mir kommt der Verdacht, dass rund um das
    Niqab-Forum dem Kalifat der Vorzug gegeben
    wird gegenüber der säkularen Moderne und der
    Demokratie.

    Auch insofern werden Herr Auvergne wie
    Frau Jumana vorläufig damit leben müssen, wechselseitig
    über einander wütend zu sein. Ich bekenne, dass ich keine
    Gesichtsschleier in Europa wünsche, zugleich weiß
    ich, dass ich, alleine, diese nicht werde verhindern können.
    Doch gibt es kluge Demokratinnen und Demokraten,
    darunter durchaus viele muslimische, die Anderes
    vorhaben, als sich am „goldenen Zeitalter des
    ursprünglichen Islam“ aufzugeilen wie das die
    rückwärtsgewandten Milieus der Salafiyya nun einmal
    so malerisch tun.

    In der Tat ist eine („ultramoderne, wissende“) Türkin
    an der Arbeit, einen mehrseitigen großartigen Text
    zu verfassen, der mit „Liebe Nora, …“ beginnen wird
    und sich ganz ausführlich mit Noras Argumenten befasst.

    Liebe Frau Jumana, Sie mögen dann dazu neigen, diesen
    (heute erst halb vollendeten) Text für „nicht relevant“ zu halten.
    Da bin ich fehlbarer und suchender Mensch allerdings
    vermutlich anderer Meinung, ich werde ihn wahrscheinlich
    für wichtig halten, für lesenswert und wahrscheinlich auch
    für befolgenswert.

    Für heute mag die Feststellung auch Ihre Zustimmung
    finden: Es gibt Frauen die keinen Niqab tragen
    und es gibt Frauen die Niqab tragen.

    Aus dem schwarzen Stoff erscheint ein etwas erstickt
    klingendes: „Ich bin frei!“

    Kelek und Hirsi Ali sollten Sie unbedingt noch einmal lesen.
    Denn wenn Frauen in Europa heute Niqab tragen,
    ist das nicht nur eine Blamage für nennenswerte Teile, das
    heißt: Nichtfundamentalistische Teile des Islams, es ist
    vor allem ahistorisch: Es verwechselt Lifestyle und
    hippes-postmodernes Umweltverarschen mit einem
    ursprünglich gemeinten Wegsperren des weiblichen
    Körpers in einen Sack. „Die Katze im Sack gekauft“
    ist ein gutes Gleichnis: Jetzt schnürt ihr den Sack
    von innen zu? Das war historisch so nicht gemeint,
    die Niqabis wurden gegen Kamele getauscht, zu
    relativ stabilem Wechselkurs.

    Söhnchenfabriken (zoontjesfabriek, Hirsi Ali).
    Sie jedoch tun das freiwillig: Das ist Ihre Form
    von Botox-Gesichtsverunstaltung, Ihre Form
    von „Laufsteg“.

    Wir sehen: Die Schwestern vom Niqab-Forum sind
    sehr modern …

    Jumana möchte weniger erben als ihr Bruder,
    ihre Aussage vor Gericht soll nur die Hälfte
    wert sein im Vergleich zu der ihres Bruders?
    Sie sollten sich mit Islam, mit Fiqh und Scharia
    beschäftigen anstatt nur Salafistenpropaganda zu lesen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jacques Auvergne

  11. Nora Says:

    Hallo, wie schon gesagt, wenn jemand etwas über den Islam wissen möchte, dann sollte man sich aus muslimischen Quellen informieren.

    Dann heisst es erstmals abwarten, was die „Türkin“ aus ihrer Sicht zu sagen hat.
    Ich war gerade dabei etwas zu ihrer Aussage „Jumana möchte weniger erben als…….“ zu schreiben, habe es aber wieder gelöscht. Ich werde dazu nichts schreiben. Denn wenn Sie ernsthaft sich damit auseinander setzen wollen, würde man das ihnen gerne erklären. Aber ich möchte mich nicht in die Rolle stellen lassen, dass ich mich rechtfertigen muss. Wenn sie ihre Vorurteile beiseite legen würden und ganz neutral an die Sache gehen, ist es was ganz anderes. Sie sind aber von ihren Vorurteilen so geprägt, somit werden sie den Wald vor lauter Bäumen sicherlich nicht erkennen(wollen).
    Ich frage mich, was sie mit diesem Blog erreichen wollen.

    Und somit lasse ich es so stehen.
    Abwarten. Schönen Tag noch

  12. nabeeha Says:

    Herr Auvergne,

    bitte machen Sie sich doch nicht lächerlich.Meinen Sie wirklich,dass wir verschleierten Damen eine Gefahr für die demokratische Grundordnung Deutschlands darstellen und unsere Kleidung daher verboten werden muss?!Ich bitte Sie.
    Wenn Sie sich wirklich um die Demokratie dieser Republik sorgen,sollten Sie sich erstmal dafür einsetzten,dass unsere Grundrechte(und hiermit meine ich die der gesamten Bevölkerung) nicht noch weiter beschnitten werden. Die ganze Diskussion um den Islam dient doch nur dazu Angst im Volke zu schüren, damit sich auch ja keiner gegen Schäuble und Co auflehnen soll.Oder wär Ihnen das ganz lieb so?Dann sollten Sie allerdings Ihre politische Gesinnung noch einmal überdenken.
    Lassen Sie uns doch einfach ohne Gesichter durch die Stadt wandeln und kümmern Sie sich als Demokrat lieber um wichtigere Themen.
    Ich finde, Sie verschwenden Ihre Energie.

    MfG

  13. Amayah Says:

    Herr Auvergne,

    wie wir schon gemerkt haben, haben sie gehörig was missverstanden. Der Niqab ist keineswegs vorrangig ein Mittel, um „missfallen gegenüber kapitalismus“ zu demonstrieren. Ich kenne jedenfalls keine Schwester, die es aus diesem Grund angezogen hat. Der erste und einzig wahre Grund ist die Liebe zu Gott. Aber ich glaube das werden sie wohl nie verstehen.

    Leider muss ich ihnen Recht geben, es gibt und wird wohl immer geben viele „muslimische demokraten“, den die Grundsätze ihrer Religion recht egal sind, und die alle prinzipien des Islams für einen kleinen Preis verkaufen, um als ah so „modern“ und „tolerant“ zu gelten.

    Ihr kommentar „ihre form von laufsteg“ ist sowas von lächerlich, also da muss ich weiter nichts anmerken… Der zweite über das Erben beweisst wiedermal dass sie keine Ahnung von Islam haben.

    Wie wärs mit erst lesen, denken und dann sprechen.

  14. Jacques Auvergne Says:

    #Amayah: Vielen Dank für diese so sachbezogenen Worte. Gar keine Frage, dass es viele Dinge gibt,
    die ich nicht verstehe oder/und missverstanden habe.

    Sie meinen, dass Sohn und Tochter gemäß Qur’an und Shari`a NICHT im Verhältnis „2 zu 1“ erben? Interessant. Ich zitiere:

    4:11 Gott trägt euch in bezug auf eure Kinder (folgendes) auf: Einem männlichen Kind steht soviel wie der Anteil von zwei weiblichen zu (…)

    So jedenfalls wagt folgende Quelle den
    Versuch einer Übersetzung von Sure 4 Vers 11
    http://de.knowquran.org/koran/4/

    Der Koran ist von
    Rudi Paret und bereits von
    Lazarus Goldschmidt
    versuchsweise in die deutsche Sprache
    übersetzt worden.
    Lazarus Goldschmidt und Rudi Paret: zwei
    Koranübersetzungen, die zu lesen sich lohnen

  15. Jacques Auvergne Says:

    060.

    Der beste Niqab-Text ist erst am 18./19. März 2008 fertig,
    eine religiöse feministische türkische Muslima schreibt noch daran
    und hat schon 25 Seiten geschrieben (16.3.08). Er wird super.

    Es soll viel über Mode, Männerblick und Männersicht,
    Frauenkörper und Körperbild/Selbstwahrnehmung,
    männliche Kontrollwunsch über die Frauen usw. gehen …
    und natürlich über Haar-Tabus, Haut-Tabus, über
    „sittliche“ Textilien wie Dschilbabhijabtschadorburkakhimar,
    über pro Niqab, contra Niqab, besser mit Niqab,
    schlechter mit Niqab, neutral-/egal-Niqab, endend
    in der Argumentation „ohne Niqab“, zumindest für
    die moderne Gesellschaft mit Mehrparteiensystem und
    Gewaltenteilung und Parlament und Bürgerrechten.

    Ich bin gespannt – wie kann sie auf 20 Seiten kommen?
    Seit vier Wochen überlegt sie und spricht mit aller Welt
    über Gesichtsschleier und überhaupt über Schleier. In
    ihrer türkischen Heimat geht`s dieser Tage ja auch
    „drüber und drunter“, was die Universitäten betrifft,
    AKP-Sittlichkeit gegen Kemalismus, viel Aufregung jedenfalls.
    Er wird hier die Nummer 060 bekommen.

    061.

    Ibrahim und meine Bemerkung (noch Kommentar bei
    al-Lat & al-Uzza, meinem Text 011. also) wird die
    Nummer 061; Ibrahim O. hat den Gott seines Lebens
    im islamischen Bekenntnis gefunden und ein Leben
    mit Gott ist eine anständige Sache, Religiosität überhaupt.
    Nach Qualitätskriterien von Religion sollten wir
    allerdings fragen. Hexenverbrennung war schlechte
    Qualität von Religion oder auch gar keine Religion,
    großzügige Bombenlegerei ist auch ’no quality‘ und
    damit als schlecht zu benotende Religion
    (für Menschen mit Anstand und Maßstab) oder
    auch gar keine Religion (für Anspruchsvolle).

    Eigentlich bietet die Säkularität die große Chance,
    wirklich ganz frei und ohne ökonomisches Kalkül
    oder ganz ohne Angst vor sozialer Ausgrenzung
    (s)einen persönlichen Stil von Glauben zu leben,
    seinen ur-eigenen Charakterzügen gerecht zu werden.

    An der Sache mit der „erwünschten Angst“ vor
    bösen Geistern, Dämonen, Teufeln, Höllenstrafen
    und Dergleichen mehr müssen die meisten Geistlichen
    der Religionen noch etwas feilen.

    Sogar zwei Zwillingsbrüder oder Zwillingsschwestern
    werden eine geringfügig andere Weise haben, Religion
    zu empfinden, das beginnt ja schon beim Rituellen
    (einschließlich individuell vernachlässigter Pflichten),
    das wird durch die Biographie gefärbt und endet bei
    den geheimsten Sorgen und Hoffnungen. Religion ist
    also (auch, hoffentlich, möglichst stark) individuell.
    Das würde nichts am undurchschauberen Gott ändern,
    glaubt man an ihn (was freche Atheisten natürlich
    schon mal aus Prinzip bezweifeln). Auch bleiben
    Gemeinschaftsrituale in allen Religionen von Wert,
    da sind Tod, Geburt, Heirat immer ganz zentral.

  16. aicha Says:

    4:11 Gott trägt euch in bezug auf eure Kinder (folgendes) auf: Einem männlichen Kind steht soviel wie der Anteil von zwei weiblichen zu (…)
    ich denke ich muss ihnen das erklären denn sie werden sich wohl kaum die mühe machen sich richtig zu informieren.
    erstens kann dies nur fair sein denn es kommt von ALLAH swt und zweitens ist es im islam so dass der mann für die familie aufkommen muss und die frau keinen cent dazugeben muss.
    habens sie verstanden?
    das heisst dann, dass der bruder verpflichtet ist das geerbte geld für die familie für deren unterhalt auszugeben, jedoch die schwester damit machen kann was sie will. ob sie sich damit kleider, schmuck , spendet oder was auch immer kauft ist ihr allein überlassen.
    ja viellecht finden sie dass ja unfair dass der mann diese freiheit nicht hat. oh wie unfair der islam doch ist voll männerfeindlich……

  17. Noobs Says:

    Immer wieder wird auf dieser Seite der „Koran“ als Argument für diese archaische Wüstenkleidung herangezogen. Sucht man dann aber nach der passenden Sure, sucht man vergebens.
    Es wird nur an einer Stelle gefordert, nicht wie die Sklavinnen (die damals keinen Schleier tragen durften – zu Zeiten Mohammeds ein Symbol der „Freien“ Bürger, wie schon im römischen Reich), also barhäuptig und eventuell sogar barbusig herumzulaufen.
    Alle Argumente zu einer Vollverschleierung (d.h. mehr als einen lockern Schal über Kopf und Brust) stammen aus Quellen aus dem näheren oder weiteren Umfeld des Koran und der Geschichten rund um Mohammed und seiner angeblichen und tatsächlichen Gefolgsleute. Und der Koran verbietet sogar ausdrücklich, „Dinge hinzuzufügen oder hinwegzunehmen“ und bezeichnet sich selbst als „vollständig“.

    Wer hier also inbrünstig den Koran anführt, sollte ihn bitte erst einmal lesen, anstatt sich auf Allah zu berufen. Und nicht wild durcheinander die Sunna und andere Erzählungen mit Koranzitaten mischen um daraus anachronistische Kleidungsvorschriften aus vorislamischer Zeit zu begründen. Denn ein solches Vorgehen mit seiner Überlieferung verbietet der Koran (und damit Allah) ausdrücklich.

  18. Jacques Auvergne Says:

    In der Tat sagt der Koran zur Gesichts(!)verschleierung nichts; und
    zum Kopftuch nichts Eindeutiges wenn überhaupt etwas.

    Wenn auch
    unter islamischen Gelehrten aus den drei oder auch nur zwei Stellen
    meist eine Art ‚koranische Kopftuchempfehlung‘ herausgelesen wird,
    was genau betrachtet etwas erstaunlich ist.

    Vielleicht wissen
    Archäologen oder Kostümforscher, welche Umhänge oder
    Überwürfe (vorislamisch: Gegen Sonnenglut und Staubstürme,
    sicherlich auch bereits etwas tabubezogen-sexuell konnotiert)
    einst bei den arabischen Stämmen getragen wurden.

    Heute gefährdet eine Ganzkörperverhüllung in
    äquatorfernen Gebieten die Knochengesundheit über
    den Zusammenhang UV-Licht und Vitamin D sowie
    UV-Licht und (Eisen- und) Kalkhaushalt des Menschen.

    Der Vorwurf des Eurozentrismus wird immer wieder mal
    erhoben. Was aber, wenn ein Südseeinselvolk hier und
    heute ein frommes Menschenopfer kultivieren möchte,
    weil es glaubt, dass ihm sonst der Himmel auf den Kopf
    fiele? In Sachen Somali-FGM stellt sich das Problem, und
    natürlich auch bei Irans Tschador und V.A.E.s Niqab:
    hierbei dürfen Demokratien den Einwandernden
    klare Verbote derlei Religion/Tradition erteilen.

    Multikulturelle
    Steinigung … das kann`s nicht sein. Den Kindern von
    Zeugen Jehovas darf die Moderne ebenfalls
    Sexualkundeunterricht und koedukativen Schulsport
    behutsam zumuten – aber zumuten.

    In Milieus der Salafiyya beruft man sich auf das ’nachahmenswerte‘
    Handeln der Frauen der Gefährten, das man als ein niqabtragendes
    zu erkennen glaubt. Was natürlich eher Unsinn ist. Problem: Und
    wenn so eine Barbarei denn aber drin stünde im Koran?
    Wir brauchen … Umgangsformen für Großraumbüros und
    Marktplätze, Rathäuser, Gerichtssäle und Schulen – und da sollen
    „heilige Schriften“ keine Rolle spielen, meine ich jedenfalls
    (durchaus ein religiöser Mensch). Trennung von Staat und Religion(en).

    KOPFTUCH + KORAN

    Die BefürworterInnen des Kopftuches leiten die Verpflichtung der Verhüllung aus dem Koran ab. Sie berufen sich auf folgendende Suren:

    Sure 24, Vers 31

    Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck [d. h. die Körperteile, an denen sie Schmuck tragen; der Übers.] nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, es sei denn ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten. Sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit man gewahr wird, was für einen Schmuck sie verborgen tragen. Bekehrt euch allesamt zu Gott, ihr Gläubigen, auf dass es euch wohl ergehe.
    [„Schmuck“ wird häufig auch übersetzt als „Reize“]
    [„Kleiderausschnitt“ wird häufig auch übersetzt als „Busen“]

    Sure 24, Vers 60

    Und für die unter den Frauen, die sich zur Ruhe gesetzt haben und nicht mehr zu heiraten hoffen, ist es kein Vergehen wenn sie ihre Kleider ablegen, ohne dass sie jedoch den Schmuck zur Schau stellen. Und besser wäre es für sie, dass sie sich dessen enthalten. Und Gott hört und weiß alles.

    Sure 33, Vers 59

    O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunter ziehen. Das bewirkt eher, dass sie erkannt werden und dass sie nicht belästigt werden. Und Gott ist voller Vergebung und barmherzig.

    (Quelle: Der Koran. Übersetzung von Adel Theodor Khoury. Unter Mitwirkung von Muhammad Salim Abdullah. Mit einem Geleitwort von Inamullah Khan, Generalsekretär des Islamischen Weltkonkgresses. Gütersloh, 2. durchgesehene Auflage 1992)

  19. Jacques Auvergne Says:

    Dazu Nachtrag: 2. MÄRZ 2008: Der Bericht ist im
    Entstehen – und heute schon 16 DiN-A-4-Seiten lang.
    Und bereits 90% fertig, sagt die Autorin heute, die uns
    um Entschuldigung dafür bittet, dass er noch nicht
    fertig ist.

    Er wird beginnen mit “Liebe Nora” und
    am 15.3. erscheinen. Er soll zu
    dreißig Prozent aus Modefragen bzw. dem
    Problem sexistischer Mode/Modemacher
    bestehen und das Frauenbild in der
    kulturellen Moderne kritisch beleuchten.

    Eine Hauptaussage ist
    ein Vergleich des kulturell-modernen
    Frauenbildes mit dem koranischen
    bzw. Sunna-bezogenen Frauenbild
    beziehungseise Menschenbild.

    Im letzten Drittel des Textes geht es um
    die Frage, ob der NIQAB tatsächlich
    in die humanistisch-demokratische
    Gesellschaftsordnung passt.

    Die Autorin erklärt uns,
    was NIQAB wirklich ist: Für welches
    Frauenbild der Niqab wirklich steht.

    Besonders lesenswert für die Niqab-Schwestern
    des geheimnisvollen Forums NIQAB-FORUM:
    Für konvertierte Neomuslimas von
    einer kämpferischen Muslimin, sozusagen.
    Dawa zur Demokratie, sozusagen.

    Erstveröffentlichung: auf dem
    FrauenBlog ‚Schariagegner‘, bald darauf
    hier unter Ayat😉 060.

    Seien Sie gespannt …
    und bleiben Sie den Blogs ‚Sägefisch‘ und
    ‚Schariagegner‘ gewogen.

  20. Schleiereule Says:

    Sehr geehrter Herr Auvergne,
    zunächst einmal würde mich interessieren, was Sie unter „pädagogischer Islamkritik“ verstehen.
    Was will, was kann diese und wodurch unterscheidet sie sich von den gängigen Formen der „Kritik“? Ich setze bewusst Anführungszeichen, da echte, sachbezogene Kritik in einigen diskussionswürdigen Punkten und die dargebotene Hetze nichts miteinander gemein haben.

    Bei der Lektüre des o.st. Artikels drängt sich leider der Verdacht auf, dass es sich auch bei dieser „pädagogischen“ Form um ein weiteres Derivat des PI-Blogs und dessen Intention handelt.

    So ist es bespielsweise schon bezeichnend, wenn Namen von islamischen Weblogs u./o. Foren verbreitet werden mit dem Ziel, diese zu diffamieren oder grob verallgemeinernd in eine Reihe zu stellen mit der GIMF. Dabei ist der tatsächliche Inhalt irrelevant. Entscheidend ist allein, dass es sich um eine islamisch initiierte Onlinepräsenz handelt. Die Betreiber landen zügig auf den von Ihren Geschwistern im Geiste erstellten „Schwarzen Listen“, die diese als selbsternannter langer Arm des BKA führen, damit in absehbarer Zukunft zumindest die deutschsprachige Cyber-Landschaft „moslemrein“ gemeldet werden kann.

    Es wäre angemessen, wenn Sie und andere sich nicht permanent als Vorkämpfer der Rechte muslimischer Frauen inszenieren würden, denn das verschleiert Ihre tatsächliche Absicht, was im Übrigen auch für die von Ihnen ins Feld geführten Damen Kelek und Hirsi-Ali gilt. Beide, wie eben auch Ihre Klientel, wünschen sich keinen „aufgeklärten“ oder sonst wie gearteten Islam. Es geht nicht einmal um eine Marginalisierung. Endziel ist nichts Geringeres als die totale Vernichtung dieser Religion. Das haben Hirsi-Ali, Kelek, Ahadi und andere um die Rechte der Musliminnen ach so besorgten Menschen immer wieder unverhohlen geäußert wofür sie mit Preisen überhäuft wurden und worüber auch der pseudo-versöhnliche Duktus dieses Blogs nicht hinwegzutäuschen vermag.
    Sagen Sie doch einfach, was ist!
    Oder ist das etwa „islamkritische“ Variante der Taqiya?

    Damit das aber möglichst nicht so rasch jedem klar wird, muss man ein Zugpferd einspannen, das dieses Ansinnen geschichtskompatibel und auch dem bundesdeutschen Gerechtigkeitssinn entsprechend transportiert. Und da kommen dann eben die Frauen ins Spiel.

    Eine wirklich sachliche, ohne herablassende Komponente geführte Debatte mit Betroffenen ist hingegen nicht erwünscht. Das sieht man sehr schön an Ihrer eigenen Replik auf Diskutantin Jumanas Beitrag, man sieht es in zahlreichen Talkshows und Podiumsdiskussionen, man sieht es anhand der Publikationen unserer ex-muslimischen oder aus sonstigen Gründen sich berufen fühlenden Geschlechtsgenossinnen.

    Aber vermutlich habe ich ja bloß das Prinzip nicht verstanden, das so ähnlich gelagert sein dürfte, wie bei einem homoöpathischen Arzneimittel: es wird erst einmal schlimmer, bevor eine Besserung eintritt. Und wahrscheinlich müssen Frauen mit Kopftuch/Niqab in aller Öffentlichkeit bepöbelt, bespuckt und mit offener Gewalt bedroht werden, müssen Grundschulkinder von der Lehrerin vom Unterricht ausgeschlossen werden, müssen Frauen aus dem Erwerbsleben gedrängt, müssen Konvertitinnen pauschal als latent militante „Volksverräterinnen“ diffamiert werden, muss man nach dem Willen Mina Ahadis muslimische Mädchen zwangsweise aus ihren Familien entfernen(!) , ehe die Frauen und infolgedessen auch die übrigen Muslime, begreifen, dass Sie und die „Islamkritiker“ nur ihr Bestes wollen.

  21. Jacques Auvergne Says:

    Der Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit zuliebe, sehr geehrte ‚Schleiereule‘, wird ihr ausführlicher Kommentar hier veröffentlicht.

    Eine rhetorische Postition von Radikalen jeder politischen/politreligiösen Couleur ist es „armes kleines Opfer“ zu spielen, öffentlichkeitswirksam zu klagen „Ich bin ja so was von bedroht“. Auch in Deutschland praktikablerweise garniert mit dem Vorwurf von geheimdienstlicher Verfolgung, sozialer Ausgrenzung oder gar drohendem Massenmord. Damit aber macht sich Schleiereule durchaus etwas lächerlich.

    Ihr (bildhafter, humoriger) Netzname ‚Schleiereule‘ mag darauf hindeuten, dass Sie das Kopftuch befürworten. Bereits da finden Sie mich als bekennenden Gegner. Möglicherweise schwärmen Sie gar für den hoch-neurotischen, frauen- und männerfeindlichen sowie gesellschaftsschädigenden ‚Niqab‘, doch sollten wir uns bereits auf einer einfacheren Diskussion treffen: Der Kopftuchdebatte, namentlich der Lehrerinnenkopftuchfrage.

    Wie auch immer, ob Sie für den repressiven Hijab Reklame laufen oder gar für den ekelhaften und radikal antidemokratisches Denken verratenden Niqab werberisch tätig sind: Werden Sie in dieser Debatte konstruktiv: Nennen Sie uns Islamkritikern Argumente (für Hijab), für Burqa, für Tschador, für Niqab. Darum geht es diesem pädagogischen Bildungsbaustein (032.: ‚Das Gesicht ist weg. Burka und Tschador verbieten‘).

    Jacques Auvergne

  22. Jacques Auvergne Says:

    Alles Niqab oder was?

    Ohne Ernst keine Freiheit, doch
    ohne Spott auch nicht:

    Lustiges:
    Burqaverwechslung
    http://www.kunst-fuer-freiheit.de/g_der_duschvorhang.html

    Politisches:
    Irshad Manji
    http://www.irshadmanji.com/
    Bassam Tibi
    http://wwwuser.gwdg.de/%7Euspw/iib/tibi_dt.htm

  23. Schleiereule Says:

    Sehr geehrter Herr Auvergne,

    vielleicht wäre es zunächst an Ihnen, Herr Auvergne, meine Argumente zu entkräften.

    Ich persönlich habe mich auseinandergesetzt mit frauenfeindlichen Fatwas aus Saudi-Arabien, Ägypten, etc. und mir mehr als einmal den Missmut einiger Glaubensgeschwister zugezogen, als ich meinem Entsetzen darüber Ausdruck verliehen habe. Insofern habe ich mich nicht der selektiven Wahrnehmung der eigenen Position schuldig gemacht, wie ich meine und scheine damit den „Islamkritikern“ ja doch einen Schritt voraus. Wie sonst ist es zu erklären, dass Sie meine Einwände bzgl. der Absichten von Ahadi & Co. ins Reich der Fabel bzw. paranoid übersteigerten „Opfermentalität“ verweisen?

    Im Übrigen ist es ein Merkmal der „Islamkritiker“ jede noch so dezent anders gelagerte Meinung mit gesellschaftspolitisch hochbrisanten Vokabeln wie „radikal“, „antidemokratisch“ usw. zu belegen. Vorausgesetzt, man ist kein „Dhimmi“.

    Eine Frage würde ich vor der Forsetzung unserer Korrespondenz schon gern noch klären: sind Sie wirklich an Argumenten interessiert? Daran haben sich meine Vorrednerinnen doch erschöpfend versucht. Oder geht es Ihnen bloß darum, schriftliche Dokumente über die Radikalität und Verbohrtheit der Muslime für die Nachwelt zu sichern und im Gegenzug ein Lehrstück europäisch-abendländischen Freigeistes (siehe Einleitung Ihres Textes an mich) zu erteilen?

    In diesem Sinne

    Schleiereule

  24. Jacques Auvergne Says:

    Sehr geehrte ‚Schleiereule‘,

    Mina Ahadi ist eine respektable Persönlichkeit, ich vergleiche sie mit Bertolt Brecht und Kurt Tucholski, denen beiden blieb auch nicht viel anderes übrig, als sich auf die kommunistische Seite zu schlagen. Stilistisch liegt mir persönlich Hermann Hesse näher, der (Exilant) im Dritten Reich eben nicht Kommunist wurde sondern ‚freier Künstler‘, Humanist und Poet und Romantiker blieb.

    Gut, dass Sie auf frauenfeindliche wahabitische Fatwas hinweisen. Besser, Sie würden die Frauenfeindlichkeit in Qur’an und Schari’a beim Namen nennen. Mal für ein Jahrzehnt aus dem Islam auszutreten, diese Option sollten Sie sich und dem Rest der Muslime freikämpfen.

    Was tun Sie gegen die von Ihnen erwähnten Fatawa/Fatwen, die Ihnen ausdrücklich missfallen? Sie werden nichts tun können. Doch, …

    Bekennen Sie sich gegen die Dhimma! Sie werden es nicht können.

    Sie sollen nicht mit Islamkritikern wie mir sprechen (versuchen Sie es etwas mit Ümmühan Karagözlü), suchen Sie die ‚absolute‘ Öffentlichkeit; der Sägefisch ist etwas zu unbekannt angesichts eines weltweite Islam(isierungs)problems.

    Kritisieren Sie die von Ihnen entdeckten ‚frauenfeindlichen Fatwen der Ägypter oder Saudis‘, hörbar, ich empfehle Ihnen: Bei der Zeitschrift EMMA. DAS ist Journalismus, DAS ist Öffentlichkeit.

    Oder schaffen Sie einen öffentlich zugänglichen Blog.

    Ihre Vorrednerinnen waren argumentativ doch sehr ohne Tiefgang, jedenfalls ohne Überzeugungskraft: Damit lässt sich sicherlich kein Verständnis ‚für den Niqab‘ erzielen.

    Doch, „Lehrstücke“ in Sachen universalistischem „Freigeist“ erteile ich schon ganz gern.

    Meine Absicht ist es, vor dem Niqab zu warnen, nicht für den Niqab zu werben, da will ich die Parteilichkeit dem Dialog vorziehen; dieses Blog ist als ‚Leuchtturm, Wegweiser, Leitstern‘ gedacht, nicht als ‚Forum‘.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jacques Auvergne

  25. Schleiereule Says:

    Sehr geehrter Herr Auvergne,
    meines Wissens steht Frau Ahadi voll und ganz hinter dem Parteiprogramm. Mögen Brecht, Tucholsky u.a. zu ihrer Zeit auch keine Wahl gehabt haben, Frau Ahadi hat sie. Zumindest müsste sie im gegenwärtigen politischen Klima nicht Mitglied einer ausländischen Gruppierung bleiben, deren Wollen und Meinen dem Geist des Grundgesetzes zuwiderläuft und damit den VfS auf den Plan ruft. Aber selbst in diesen Tagen, wo man nach der Lesart einiger geschäftsführender Ministerpräsidenten mit „klarem Regierungsauftrag“ wieder die roten Reiterhorden vor Brest-Litovsk aufzuziehen glaubt, erscheint es doch statthaft, über das Prädikat „kommunistisch“ milde hinwegzusehen. Ihren Zweck erfüllt die Dame ja nicht nur als Gallionsfigur ihrer Politclique prächtig. Es gilt eben die Gleichung laizistisch=demokratisch=gut. Und da kann es dann gar nicht radikal genug sein.
    Allerdings möchte ich ebenso wenig in der Atmosphäre der oktroyierten „Freiheit“ eines solch aggressiv-säkulären Staates leben, wie Sie als „Dhimmi“ in einem islamischen. Oder können Sie mir (und Sie wären der Erste!) den Unterschied erklären, den es macht, wenn eine Frau unter Androhung bzw. Anwendung staatlicher Gewalt zum Tragen eines Kopftuches gezwungen wird oder ob sie eben diese Kräfte unter Einsatz nicht minder fragwürdiger Mittel davon abhalten wollen. Sehen Sie in irgendeiner Weise die Würde einer tunesischen Frau geachtet, die von mehreren Polizisten am helllichten Tage aus einem Bus gezerrt und mit einem abgebrochenen Flaschenhals vergewaltigt wurde, weil sie entgegen der Anordnungen des Ben Ali-Regimes mit Kopftuch unterwegs war? Darüber liest man dann schon seltener etwas, nicht wahr?
    Was mich immer wieder aufs Neue erstaunt ist die Tatsache, dass Frauenrechte zwar gern im Munde geführt werden, die Art und Umsetzung jedoch von säkulärer Seite fremdbestimmt wird. Eine Frau ist zwar frei –oder sollte es zumindest sein- sich des Kopftuches zu entledigen, im Gegenzug ist es jedoch die unterbewusste Unterwerfung unter den Willen des Mannes, wenn sie auch glauben mag, es freiwillig zu tragen. Diese Lesart begegnet mir ständig. Wenn wir aber Bourdieus These folgen, ist alles, was eine Frau scheinbar freiwillig tut oder unterlässt eine tief in Erziehung und damit der Kultur verwurzelte „Submission“ unter die „männliche Herrschaft“. Das hieße, wirklich frei sind nur diejenigen Frauen, die sich, etwa wie Simone de Beauvoir, in ihrem Tun und Sein gänzlich dem gesellschaftlichen Mainstream verweigern. Aber auch sie adaptieren dadurch einen Habitus, der als „typisch männlich“ wahrgenommen wird, sind also in ihrer Weiblichkeit wiederum nicht „frei“. Und wenn alle ihnen nachtäten, wäre der gesellschaftliche Konsens dann weniger in Gefahr als durch eine Niqabi? Oder wäre eine feministische Form der Anarchie zu erwarten?
    Eine „gelenkte Freiheit“ gibt es ebenso wenig wie eine „gelenkte Demokratie“.
    Da halte ich es theoretisch mit Rawls. Sie können den Niqab „ekelhaft“ finden, aber auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners haben Sie niemandem vorzuschreiben wie er/sie sich kleiden darf. Umgekehrt gilt das ebenso. Und angesichts von Bannmeilen um ägyptische Ferienresorts, die den Blick des europäischen Touristen vor vollverschleierten Muslimas schützen sollen, angesichts beharrlicher Weigerungen einer gewissen Außenministerin, sich in islamischen Ländern zumindest rudimentär zu bedecken, sind die „Frontlinien“ nicht zu Ihren Ungunsten verschoben, wie ich meine.

    Sie haben Recht, gegen die Fataawa selbst kann ich nichts tun. Wenn ich mich für Meinungsfreiheit einsetze (und ich kann nicht Wasser predigen und Wein trinken!), muss ich auch diese Ansichten tolerieren. Ich muss es nur nicht hinnehmen, dass sie als einzig gangbarer Weg begriffen werden. Und ich nehme es nicht hin. Entsprechende Artikel sind im Entstehen. Nur fehlt es mir eben am Hedonismus, um daraus Kapital und Berühmtheit zu schlagen. Mit Sicherheit auch deshalb, weil mir meine Religion am Herzen liegt, ich nicht glaube, dass alles Weltübel im Corpus dieses Glaubens wurzelt und Gott in meinem Leben eine zentrale Rolle spielt.

    In diesem Sinn

    Schleiereule

  26. Jacques Auvergne Says:

    Sehr geehrte Autorin ‚Schleiereule‘,

    Säkularer Staat und selbstbestimmte
    Kleidung: Strenge ’säkulare Kleidungs-
    vorschriften‘ wären absurd. Und
    „Demokratie geht nicht gegen die
    Demokraten“.

    Es wird sich für eineinhalb Milliarden
    Menschen erweisen, ob die Strukturen
    von Isnad und Hadith, von Fatwa oder
    von Ijtihad = autonomem Denken,
    “(islamisches) unabhängiges Denken“
    http://www.ijtihad.org/
    die Wege dieser Weltreligion in
    der Hauptsache prägen werden.
    Zunehmende ‚Bandbreite‘ von Islam,
    auch das klingt sehr interessant.

    Ob folgende Initiative Wege weisen kann
    http://www.reformislam.org/

    Vielleicht doch der ‚Verstand‘;
    theoretisch ja „tausend vernünftige
    Fataawa/Fatwen, und der Islam ist
    reformiert“.

    Irshad Manji, Autorin von
    „The Trouble with Islam Today“ usw.,
    rief das „Project Ijtihad“ ins Leben
    http://www.irshadmanji.com/get-involved

    Der aktuelle Stand dieser Diskussion
    entzieht sich aber meiner Kenntnis.
    http://www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,druck-428044,00.html

    Selbstverständlich, ob ich oder ein
    anderer Bundesbürger zufrieden oder
    unzufrieden ist über ein Kleidungsstück
    eines anderen Bundesbürgers, das
    wird letztlich kaum eine Rolle spielen,
    meine ‚potentielle Vergeblichkeit‘ ist mir
    klar. Und Nonkonformismus ist etwas
    ausgesprochen Respektables.

    Demokratisierung, Humanisierung
    des Islam, Erarbeiten von ‚universellen‘
    Werten quer durch alle Kulturen, das
    wird ein langer Weg, den die Menschheit
    wohl zu gehen hat. Langweilig wird es
    jedenfalls nicht.

    Ich ahne, dass Sie Wesentliches zur
    islamischen Kultur und zu derem Weg
    ‚in die‘ und ‚in der‘ Moderne beizutragen
    haben. Kein geringer Anspruch.
    Er kann Ihnen gelingen – alles Gute.

    Jacques Auvergne

  27. Joanna Says:

    Guten Tag, Herr Auvergne,

    ich sehe das genau wie Sie! Die Burka ist ein zutiefst verstörendes Kleidungsstück, das geradewegs aus einem Alptraum zu stammen scheint und nur mit Gespenstern und Henkersmasken zu vergleichen ist – und zwar ganz egal, aus welchem Grund es getragen wird. Diese (bei uns bereits auch völlig augenlosen) Wesen erinnern nicht mehr an Menschen, und genausowenig, wie man nackt oder mit einer Horror-Maske bekleidet herumlaufen darf, dürfte man es damit tun. Es gibt auch Leute, die beten den Teufel oder den Sex an – die Religionsfreiheit schützt auch das. ABER NICHT IN DER ÖFFENTLICHKEIT!!! Religonsfreiheit endet da, wo die Freiheit anderer gestört wird, und das tut eine Burka ganz erheblich. Ich habe gesehen, dass die Kinder auf dem Spielplatz verstört sind und erbleichen; niemand kann sich in der Nähe einer Burka-Trägerin entspannt fühlen. Sich in die Augen gucken ist ein Grundbestandteil unserer Kultur; es ist unheimlich, dies nicht tun zu können und das Verhalten eines Menschen nicht mehr abschätzen zu können. Unter dem Tuch könnte ein Bombengürtel oder ein Pädophiler sitzen – wir haben keine Möglichkeit, das noch erkennen.

    Es ist bezeichnend, dass sofort die „Islamfeindlichkeit“, die Fremdenfeindlichkeit und die Faschismuskeule herausgeholt wird. Wer der zunehmenden Islamisierung unseres Landes nicht 1oo% zustimmt, wer ihr zumindest Grenzen setzen will, wer meint, dass unsere Grundwerte hier – zu denen das Gesicht-Zeigen gehört – schützenswert sind und der Respektierung bedürfen, der ist natürlich sofort rechtsradikal und islamfeindlich?Zwischen blindem Multi-Kulti und echter Rechtsradikalität gibt es keinen Meinungsspielraum, und das ist schlimm. Wir machen uns damit selbst handlungsunfähig, und genau von dieser Schwäche werden die autoritären islamischen Kräfte profitieren.

    Ich möchte doch mal dran erinnern, was einer Bikini-Trägerin in Burka-Ländern zustoßen würde. Die müsste nicht mit unangenehmen Fragen rechnen, sondern würde gesteinigt. Und es ist bezeichnend, dass es sämtlichen Burka-Trägerinnen hier völlig egal ist, wie unangenehm und provozierend das auf andere wirkt. Hauptsache, ich! Echte Religiösität achtet aber immer die Gefühle des anderen; von sich selber abzusehen, das ist der Kern echter Religion.

    Joanna

  28. Jacques Auvergne Says:

    Guten Tag, liebe Joanna,

    das ist aber ermutigend, zu lesen, dass wieder einmal ein demokratisch gesonnener Mensch NICHT unkommentiert lassen möchte, wenn sich im Stadtviertel ‚gesichtslose‘ Tschadorträgerinnen (mit Niqab, zum Teil nur 3 Millimeter Sehschlitz) bewegen.

    Ich weiß, das sich ‚deutsche‘ Konvertitinnen hin zum Islam (die andere Richtung bedarf regelmäßig des Wohnorts- und Klingelschildwechsels) von diesem körperverneinenden, gesichtsauslöschenden Kleidungsstück angezogen fühlen … die haben womöglich Sorge, als Ex-Angehörige der Frevlerkultur nicht in das Islam-Paradies zu kommen. Viele gehören den ‚Salafisten‘ im Umfeld des Kölner Predigers Abu Hamza = Pierre Vogel an.

    Unter ‚Niqab-Forum‘ haben sich radikale weibliche Burqa-Freundinnen ihre digitale Wagenburg (der gegenseitigen ’sakralen Überwachung‘) aufgebaut; jemanden da heraus zu lösen wird mindestens so schwierig sein wie vor drei Jahrzehnten im Buch „Ich war ein Moonie“ beschrieben (Mun-Sekte). Unsere Behörden drücken sich davor, Aussteigerprogramme den Islam-Fundamentalismus betreffend anzubieten.

    Wunderbar, wie treffend Sie, liebe Joanna, ‚Qualitätskriterien für Religiosität‘ entwerfen und die One-Woman-Show etwa einer Konvertitin im Niqab-Tschador als platten Egoismus entlarven. Säkulare Muslimas werden Ihnen ebenso zustimmen wie Muslimas mit weltbürgerlicher Reife oder Muslimas mit spiritueller Reife.

    Doch mittelfristig gibt es ein Problem: Frauen sind im orthodoxen Islam institutionell herabgewürdigt (Giordano); und Dhimmis (Juden/Christen) sind Menschen zweiter Klasse, die es sakral zu diskriminieren gilt. Demokratie muss für radikale Muslime Frevel sein, Auflehnung gegen Allahs gestiftete einzige und „gerechte“ Lebensordnung der islamischen Gesellschaft.

    Islam ist seit 1.400 Jahren Sozialpolitik (und Militärpolitik), jedenfalls ist die Säkularität (arabisch: Weltlichkeit) in allen Staaten zwischen Marokko und Indonesien extrem unterentwickelt und womöglich sogar eher auf dem Rückmarsch; wohl auch in der zunehmend theokratischen Türkei.

    Denn wir können es mögen oder nicht: Das, die Doktrin von Dhimma (Dhimmitude, dem quasirassistischen islamischen Kastensystem) und Kalifat (Ausweitung der Dar al-Islam über die Dar al-Harb, Islamisierung des ‚Weltganzen‘) IST Religion: Ist (derzeitiger) Islam. Wenn auch sicher Religion ’schlecht(est)er Qualität‘. Wenn wir Demokraten dem Scharia- und Fiqh-Islam keine Grenzen setzen, das heißt Islam-Orthodoxie wie Polit-Islam nicht einschränken, werden wir unsere zaghaft entwickelten Formen von Religions-Qualität (weitgehende Säkularität als Basis) nicht erhalten können. Kaum eine evangelische oder katholische Gemeinde kann sich aufraffen, Willigis Jäger als religiöse Persönlichkeit anzuerkennen oder gar in der kirchlichen Jugendarbeit als wegweisend zu beschreiben. Indessen entblöden sich unsere Pastoren und Pfarrer oft nicht, mit den Kindern in die nächste Moschee zu dackeln.

    Manche weltbürgerlich orientierten Demokraten, Professor Bassam Tibi und unsere Verfassungsschützer gehören dazu, setzen al-Usuliyya (Islam-Fundamentalismus), das heißt: Polit-Islam oder Islamismus, von ‚Islam‘ ab, aus Optimismus und auch um die zaghaften Entwicklungen von staatsbürgerlichem Verständnis in islamisch geprägten Staaten selbst nicht (noch mehr) zu gefährden. Richtig in diesem Sinne ist, dass auch Flut der radikalen salafistisch oder wahhabitisch geprägten Internet-Seiten nicht ‚die deutschen Muslime‘ repräsentiert. Vielmehr sind Prof. Tibi, sind Necla Kelek und Seyran Ates vorbildliche Repräsentanten von muslimischen Bürgern, von Menschen, die die Republik wollen, nicht den Gottesstaat. Bei diesen verlief „Integration“ glänzend erfolgreich, das sind Persönlichkeiten, die die säkulare Demokratie tragen.

    Die Imame ‚ticken‘ anders. Mit denen möchte Schäuble diskutieren? Kann er ja tun, aber besser privat und auch da nicht in meinem Namen.

    Möglicherweise hat auch Wolfgang Schäuble von der (nach Auffassung der weltweiten islamischen Geistlichkeit von niemand geringerem als von Allah verfassten) Scharia noch nie etwas gehört. Jetzt plant er und planen unsere Kultusminister den flächendeckenden „Islamischen Religionsunterricht“ an staatlichen Schulen. Ich meine: Mindestens zwanzig Jahre zu früh, jedenfalls ist die koranisch auferlegte Geringerstellung der Frau und die institutionelle Diskriminierung der Juden und Christen im orthodoxen Islam auch für den Innenminister einer Rede wert. Solange sich nennenswert große Teile der islamsichen Geistlichkeit nicht von Scharia, Dhimma und Kalifat (glaubhaft, keine Taqiyya) verabschieden, so lang ist hat ein ‚Unterrichtsfach Islam‘ keine Schulreife (Prof. Heumann).

    Schäuble schweigt, und hofft, dass „sein“ islamischer Religionsunterricht den Hasspredigern das Wasser abgraben kann. Verschnupft über die Islamverbände will er nun die Kooperation mit den Moschee(bau)vereinen suchen. Nicht selten wahhabitischer Direktimport oder Ahmadiyya-Leute, jedenfalls ‚unbelastet‘ von (universellen) Frauen- und Menschenrechten.

    Universalistisch contre kulturrelativistisch: Statt dessen stehen gerade bei Moscheevereinen die Versionen „Islamischer Menschenrechte“ hoch im Kurs, die die Menschenrechte (und deutschen Bürgerrechte) ‚Allah-gerecht‘ untergraben. Ich weiß nicht, ob unser Schulsystem diesem Druck standhalten soll (und ausgesetzt werden sollte, wo unsere Regierung, unsere Landtage, unsere Rathäuser … bequem ausweichen).

    Im aktuellen SPIEGEL-Spezial („Allah im Abendland“, Seite 62) bringt die couragierte Ayaan Hirsi Ali es auf die kurze Formel: ‚Toleranz ist Feigheit‘.

    Niqab-Tschador: Es mag aber auch mal sein, dass hier in Westeuropa eine ‚transportierte‘, ‚eingekaufte‘, ‚verschobene‘ Frau aus dem afghanischen Volk der Paschtunen unter dem textilen Gefängnis leben muss, die dann sicherlich kein Wort Deutsch spricht. Grundsätzlich ergibt (intergenerativ, nach einigen Generationen) Tschador mit Niqab auch nur dann einen ’sozialen Sinn‘, wenn die Frau spätestens zu Hause mindestens Prügel bekommt, nachdem sie öffentlich mit einem Menschen, gar einem Mann, gesprochen hat. Es ist richtig, dass Sie die Steinigung erwähnen, die übrigens kein Menschenwerk sei sondern ‚heiliges Strafrecht‘, welches die ‚kosmische‘, Muslime sagen: „schöne(!)“ Ordnung des Allah-Gottes wiederherstellen soll. Alptraumhaft. Multikulturell durchaus möglich. Schäuble sollte mal, inkognito, Urlaub in Karachi oder Kandahar machen. Menschen mit Handycap gelten dort folkloristisch als Träger des ‚bösen Blicks‘ und als vom Allah-Gott bereits hier im Diesseits gestraft. Wie sagte es jemand mal so politisch korrekt: „Krankheit unterliegt im Islam anderen Deutungsmustern“.

    Körperlichkeit überhaupt: Islam und Mädchenbeschneidung:
    https://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/01/20/046-indonesien-genitalverstummelung-an-muslimischen-madchen/
    Papua, Aborigines, Juden, Muslime und das ‚männlichste aller Körperteile‘. Bluten für den Gott des Patriarchats:
    https://jacquesauvergne.wordpress.com/2007/11/04/mann-wird-gemacht-frau-wird-verkauft-tabuthema-jungenbeschneidung/

    Ümmühan Karagözlü legte eine sicherlich als wissenschaftlich zu bezeichende Abhandlung („Männerblicke, Frauenkörper“) zum Thema Niqab (Gesichtsschleier) vor:

    http://schariagegner.wordpress.com/2008/03/22/mannerblicke-frauenkorper/

    Mit freundlichen Grüßen
    Jacques Auvergne

  29. Joanna Says:

    Herr Auvergne, ich war auch sehr froh über Ihren Beitrag. Mir macht das ebenfalls richtig zu schaffen. Ich möchte anfügen, dass die Konferenz der arabischen Außenminister vor einigen Jahren offiziell die Islamisierung Europas als Ziel ausgegeben hat – ohne dass es hier irgendeine Beachtung gefunden hätte. Man stelle sich das umgekehrt vor! (An der Umkehrprobe erkennt man zuverlässig, ob eine Handlung in Ordnung ist.)

    Was von der Burka zu halten ist, da muss man wohl kaum Worte drüber verlieren. (Wenn der islamische Mann ein solche unbeherrschtes Triebwesen ist, dass der bloße Anblick einer Frau schon zu starker Tobak für ihn ist, dann sollen sie ihren Kerlen doch dunkle Brillen aufsetzen!) Es ist regelrecht lachhaft, dass eine Gesellschaft wie die unsere Millionen für „Gendering“ ausgibt, um auch noch den subtilsten Benachteiligungen auf die Spur zu kommen – und auf der anderen Seite sich im Namen der Religion und der Toleranz Verhaltensmuster akzeptiert, die die völlige Ausblendung (und weitgehende Bewegungsunfähigkeit) der Frau bezwecken.

    Die Frage ist nur, was kann man tun? Wehret den Anfängen – das haben wir wohl schon verpasst. Haben Sie dazu eine Idee/Erfahrungen?

    Joanna

  30. Jacques Auvergne Says:

    Hallo liebe Joanna,

    die von Ihnen erwähnte Umkehrprobe ist gewiss ein zuverlässiger Gradmesser von Demokratie. Weltweite Islamisierung – nun, Europa hat vor vierhundert Jahren die südamerikanischen ‚Heiden‘ christianisiert und vor einem Jahrhundert ohne Frage zu viel Dünkel gegenüber afrikanischen Völkern gepflegt. Erlösungsreligionen haben, anders als Vegetationskulte oder Naturreligionen mit heiligen Steinen und Quellen, allesamt einen Anspruch der Allgemeingültigkeit. Nur kann man seit Jahrzenten aus einer christlichen Kirche austreten, ohne Gefahr für Leben und Gesundheit befürchten zu müssen, ohne ökonomisch/beruflich isoliert zu sein oder ohne, wie im Islam weltweit noch immer ‚Mindest-Standard‘, extremes soziales Mobbing und familiäres Verstoßenwerden zu befürchten.

    Man kann offensichtlich Männer zu vergewaltigungslüsternen Wesen erziehen oder besser abrichten, die einen nackten Frauenunterarm als gottgefällige Einladung zum sofortigen erzwungenen Sex sehen. In London hat ein Imam sieben Moscheegemeindemitglieder zur gerichtlichen Falschaussage (tja, fromme Taqiyya) überredet, um sich ein Alibi für den Zeitpunkt der von ihm ausgeübten Vergewaltigung zu beschaffen.

    Vielleicht dürfen wir bei diesem Täter, diesem Menschen eine Kleinkind- und Kindeserziehung vermuten, die ihn, anders als (s)eine Schwester, zur grenzenlosen Frustrationsintoleranz ermunterte, etwa auch zum Prügeln der selbstaufopfernden ‚patriarchalen Mutter‘. Dann ist die ‚Awrah (Aura-)Konzeption nur eine Art ideologischer Überbau.

    Demgemäß wäre pädagogische Mütterarbeit der Hebel. Wobei wir die Väter nicht zu entlasten brauchen. Ich kenne zwei türkische Mütter meiner Nachbarschaft, eine alleinerziehend, die sich freuen, wenn Söhnchen (3, 5) ordentlich und stundenlang lärmt, schreit, stundenweise wie geisteskrank auf den Boden trampelt indes Töchterchen (6, 7) mucksmäuschenstill die Teetassen spült. Trampelt heißt: die Wände wackeln: Mama ist glücklich! Es wird ein Körper-Ausdruck antrainiert (und dem auf Zehenspitzen schleichenden Mädchen entsprechend abtrainiert), der, ließe sich vermuten, mit lebenslanger Rüpelhaftigkeit und Grausamkeit ganz gut zusammenginge.

    Die ‚halbierten‘ Bewegungsbilder (und, rückwirkend: Selbstbilder, Selbstwahrnehmungen, Einschätzung des anderen Geschlechts) entgegen den anatolisch-machistischen Geschlechtsstereotypen aufzubrechen wäre ein weiterer Hebel, ein Ansatz für SportlehrerInnen und KörpertherapeutInnen.

    Man arbeitet da frontal gegen die Elternhäuser, selbst bei den angeblich ‚modernsten‘ Türken – das ist meine tägliche Erfahrung.

    Prinzip Hoffnung. Und Prinzip Globalisierung: Es soll sich das Aufklärerische und das Humanistische globalisieren, nicht das Kalifat.

    Mit gutem Gruß
    J. Auvergne

  31. Khadija Says:

    Ich stimme Nora ganz und gar zu…auch ich bin konvertierte Muslima und ich trage Kopftuch aus eigenem Willen weil ich für Männer nicht nur ein Sexobjekt sein möchte….
    ich weiß überhaupt nicht warum Sie sich so aufregen???? Wenn die Frauen hier im Minirock rumhüpfen und in der Werbung Frauen immer halbnackt dargestellt werden regen sie sich nicht auf aber wenn eine Frau sich verschleiert schon. Ich finde eine Burka muss nicht sein und der Islam schreibt selbiges auch nicht vor aber ich finde es doch um einiges angenehmer verschleierte Frauen zu sehen wo die Männer nicht den ganzen Tag die Hintern der Frauen vergleichen können als die ganzen Tussen die ihre Brüste auf dem Servierteller präsentieren….
    Für mich ist Ihre Darstellung nur Rassistisch aufzufassen oder beschweren sie sich auch über Nonnen???

  32. Jacques Auvergne Says:

    Guten Tag, sehr geehrte Khadija,

    doch, gelegentlich beschwere auch ich mich beim
    Werbeaufsichtsrat, weil auch ich nicht einsehen will,
    dass sich beispielsweise eine neu designte
    Blechkarosserie sich nur verkaufen lassen soll,
    wenn sich da eine anmutige frierende Dame drauf
    ringelt (nichts gegen Bildnisse unbekleideter
    Menschen z.B. Frauen, doch dem Model muss doch
    kalt sein, wie ungesund).

    Doch, auch ich rege mich über Werbe-Nackedeis
    nicht selten auf, denn für Geld trage
    ich (als Mann) auch keine nackte Haut spazieren,
    das gebieten Würde und Anstand ebenso,
    wie sie es gebieten, mit Shorts und freiem Oberarm
    in der Stadt der kulturellen Moderne
    zu flanieren ohne (von Muslimen?) sexuell
    belästigt zu werden.

    Vielen Dank für Ihre Meinung zum Tuch auf dem
    Kopf.

    Warum tragen Männer kein Kopftuch,
    meine Schwester findet Herrenhaar
    geradezu aufreizend rattenscharf?

    Und seit wann ist Islam eine Rasse,
    haben Sie mit Ihrer Hinwendung zu Scharia
    und Sunna nicht nur die Weltanschauung
    gewechselt, sondern auch die Rasse?

    Viel Freude mit dem Tuch auf dem Kopf,
    meine baskische Großmutter hat im
    Winter in den Pyrenäen bei Schneesturm
    auch ein Kopftuch getragen.

    Legen Sie Ihr Kopftuch an zwei oder drei Tagen
    in der Woche ab, meine türkische Nachbarin
    macht es ebenso, sie wird allerdings
    regelmäßig deswegen von ihrem Ehemann
    verprügelt … naja: Es gibt keinen Zwang
    im Glauben. Eine andere Türkin trägt ihr Kopftuch
    immer und nur dann, wenn ihre Familie aus
    Kleinasien nach Deutschland kommt – sie spielt
    dann fromm, um als artig und rechtschaffen, als
    tugendhaft und sittsam dazustehen, sie möchte
    möglichst wenig enterbt werden und möglichst
    wenig Geltung (Status) einbüßen. Deine Status-Position
    auf der Hühnerleiter wir halt ewig neu ausgehackt.

    Khadija, Sie folgen leider (noch) nicht Ihrem Willen
    (was nach islamischer Doktrin auch Gotteslästerung
    wäre), sondern der fundamentalistischen
    Wohlverhaltensdoktrin (awra-/aurah-Konzept,
    Sunna-Stumpfsinn)
    eines nach territorialer Dominanz strebenden
    politischen Kults: Sie folgen dem
    orthodoxen (politischen) Islam. Ich kenne Muslime,
    für die der Islam sogar (demokratiekompatible)
    Spiritualität ist, die verstecken sich allerdings
    gelegentlich vor ihrer eigenen, absoluten Gehorsam
    und Unterwerfung (islam) fordernden Familie.

    Bezeichnenderweise scheinen Sie (noch) nicht in
    der Lage zu sein, unerhörte, eigensinnige, ganz
    persönliche Worte dafür zu finden was Ihnen Trost
    und Hoffnung und Sinn gibt: Khadija verteidigt ein
    Tuch auf dem Kopf und beschimpft Jacques als
    Rassisten. Das ist nicht gerade eine (religiöse)
    Glanzleistung. Hören Sie doch einmal auf Bassam Tibi,
    Sven Mohammed Kalisch oder Fatma Bläser, das ist
    autonomer Umgang mit der Tradition UND dezidierte
    Zugehörigkeit zur Gattung Mensch in Weltbürgerlichkeit
    und universellen (allgemeinen) Menschenrechten.

    Ein Tuch ist ein Tuch, doch Ihr derzeitiges Kopftuch
    scheint mir zu versinnbildlichen: „Ätsch, ich bin
    fromm und komme in den Himmel, bätsch, und du
    brutzelst in der Hölle!“ Das ist das ‚mobbende Kopftuch‘,
    das ist Kopftuchzickerei, Hijab-Arroganz, das ist die
    Spaltung der einen Menschheit in die zwei Kasten oder
    Quasi-Rassen verschiedenen sittlichen Wertes: Die der
    ‚Gläubigen‘ und die der ‚Ungläubigen‘. Man wird Ihnen
    diesen hämisch verinnerlichten Kulturrassismus vom
    Gesicht ablesen können, so meine Befürchtung.

    Islam ist wohl mit die Religion, die es ihren Angehörigen
    wie ihrer Umwelt am schwersten macht, eine freie
    Religiosität zu entwickeln, Wege, Auswege aus der
    Kultur des Tochtertausches (=Imam-Ehe) und dem
    geheiligten Verachten der ‚Ungläubigen‘ zu finden.
    Klar, die Hadithen und der Koran sind voll von Sprüchen,
    die genüsslich ausmalen, wie die Gegner Allahs auf ewig
    in den Flammen der Hölle braten … jetzt kann sich
    der ‚moderne‘ Muslim in Großraumbüro oder Uni-Mensa
    umgucken und überlegen, abschätzen, wer denn
    „heißes Wasser trinkt, bis ihm die Gedärme platzen“ und
    wer denn da „immer eine neue Haut bekommt, um noch
    mehr zu leiden, nachdem die alte im Höllenfeuer
    verbrannt ist.“

    Frauensolidarität wird (planmäßig) untergraben, die
    Muslima soll das Gefühl haben, sich an ihrer
    Schwester = Konkurrentin vorbei-zu-zicken ins Paradies.
    (Vgl. die anmaßende Formulierung / Benennung einer
    Homepage als Way to Allah, vgl. Lied: „Schwester,
    liebe Schwester, gib niemals auf…“: die Kerle wollen
    die Weibchen einwickeln!

    Hijab ist Männerrecht, Männerherrschaft, die Frau
    ist besetzt, sie zu vergewaltigen bringt jetzt Ärger
    … die anderen kannst du ruhig belästigen und
    vergewaltigen, so al-Hilali: „Katze und Frischfleisch!“

    Der Struktur halber ist Solches weibliches Konkurrieren
    freilich auch im Patriarchat Europas zu finden, der
    Koran packt es in Schrift. Khadija, Sie sollten Suren
    und Hadithen als zeitbedingt und als menschlich
    geschaffen sehen, als fehlbar und als erklärliches
    ordnungspolitisches Instrument (der Disziplinierung),
    als (begrenzt gelungener) Versuch der Weltdeutung.

    Informieren Sie sich über die
    Risiken und Nebenwirkungen von Shari’a
    und Sunna und Fiqh … und kümmern Sie
    sich um einen Notausgänge und Fluchtpunkte, falls
    ihr Umfeld derlei seelische und rebellische Weite nicht
    zu dulden bereit ist.

    Bleiben Sie Muslima – doch seien Sie
    säkular. Distanzieren Sie sich vom koranischen
    wie polit-islamischen Apostatenmord, werden Sie
    aktiv gegen die Steinigungen im Iran und Somalia,
    kämpfen Sie gegen Imam-Ehe-Praxis (incl. Wali),
    Fatwen-Dogmatik (fatawa) und Kalifat (imamat).

    Suchen Sie nicht die richtigen Antworten:
    Suchen Sie die richtigen Fragen!

    Eine Nonne hat keine Ehe, keine Sexualität, keine Kinder
    und keinen Besitz, eine Nonne lebt ganz anders als Sie
    oder ich. Radikale Askese (oder sogar Weltverneinung)
    geht in allen Kulturen mit Haarrasur (oder, das ist
    ‚umgekehrt dasselbe‘: Haar-Frisier-Verbot (der
    männlichen Sikhs, der Hindu-Saddhus bzw.
    Hindu-Samanas, griechisch-orthodoxen Priester)
    einher, man betrachte das wohl seit Jahrzehntausenden
    ur-menschliche sich-die-Haare-ausraufen schmerzlich
    Trauernder; Haar steht eben nicht nur für Verführung
    sondern auch für Lebenskraft, Vitalität, sogar Status
    (Strafgefangenen werden die Haare abgeschnitten;
    bei schrecklichen Pogromen begeht der Mob einen
    Angriff auf das (Frauen-)Haar des vermeintlichen
    Verräters (der vermeintlichen Verräterin),
    Haar-Zerstören heißt herabwürdigen, demütigen.

    Wie lustig:
    Glückliche Menschen sind verliebt „mit Haut und Haar“,
    es kribbelt „bis in die Haarspitzen“.

    Hat die Gottheit die Menschen – die Schöpfung –
    vollkommen geschaffen? Ist Hijab nicht ebenso lustig
    lachenswert wie die halbierte Eierschale auf dem
    alten Kinderspielzeug von vor dreißig Jahren, dem
    süßen schwarzen Vogelküken Kalimero?

    Die patriarchalische Interpretation von Haar und die
    patriarchalische Ideologisierung von Frauenhaar
    sind, da hätten Sie recht, eine Betrachtung wert.

    Lesetipp:
    von Orhan Pamuk: ‚Schnee‘.
    von Ümmühan Karagözlü:
    http://schariagegner.wordpress.com/2008/01/09/brief-an-ebru-konfliktstoff-kopftuch-2/
    http://schariagegner.wordpress.com/2008/03/22/mannerblicke-frauenkorper/
    http://schariagegner.wordpress.com/2008/05/19/antwort-an-melanie/
    von mir:
    https://jacquesauvergne.wordpress.com/2007/11/04/012/

    Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit,
    mit säkular-politischen und
    religiös-privaten Grüßen
    Jacques Auvergne

  33. Faizah Says:

    Hallo Autor!

    Aus deinem Text spricht die Unmoral. Warum willst du Arme, Beine und Gesicht einer Frau sehen? Warum willst du wissen welcher Nationalität sie ist? Du wirst es nicht glauben, aber genau damit du das nicht siehst tragen diese Frauen es. Und sie „geben nicht vor es freiwillig zu tragen“ sie TRAGEN es FREIWILLIG! Warum ich das so genau weiß? Weil ich es selber trage. Und mich hat kein Mann, keine Familie, und kein Land dazu gezwungen, ich bin 100% deutsch, und habe mich selbst für eine andere Religion und eine andere Art der Kleidung entschieden, als hier die meisten.

    Du reihst nur Vorurteile aneinander, und man darf nur hoffen, dass nicht alle so engstirnig sind und denken wie du.

    Mehr sage ich dazu nicht mehr.

    Faizah

  34. Jacques Auvergne Says:

    Sehr geehrte Faizah,

    es bestehen große Unterschiede in der Weise, wie zwei Geschwister gleich welchen Geschlechts Frau und Mann, eher halb bewusst denn bewusst, im Alltag betrachten und was für Welterklärungen, Menschenbilder, Gottesbilder sowie Sittlichkeitsvorstellungen sie mit Mythos Mann und Mythos Frau verbinden.

    Zugleich werden wir beide vermutlich darin übereinstimmen, dass Religion kein Randbereich des Lebens ist. Ich halte den Menschen zur Religion begabt oder berufen, in einer spöttischen Minute oder beim Erleben von praktizierenden Glaubensfanatikern mag ich murmeln „… zur Religion verflucht“. Es gibt ganz große Unterschiede sowie Zwischentöne im Bereich etwa zwischen Spiritualität (befreiendes Gegengewicht zum Alltag) und Spiritismus (magisches Denken, Besessenheitsglaube).

    Wir Menschen, seit Jahrtausenden unterwegs auf den schwerlich überschaubaren, verschlungenen, dämmerigen Pfaden des Träumerischen und der Sehnsucht, der Götter oder des Gottes, wir sind angewiesen auf Qualitätskriterien für Religiosität. Und keine der Weltreligionen hat hier so viel Arbeit vor sich wie der so genannte Islam, der grundsätzlich keine schlechteren oder dümmeren der zum Islam hin geprägten und erzogenen Menschen beinhaltet als jede andere Religion, Ex-Religion oder Nichtreligion. Aber da fängt es schon an, islamisch-kritisch zu werden (Islam in der Krise, daher Islamkritik). Das Wörtchen Nichtreligion macht dem Islam Probleme oder vielmehr umgekehrt.

    Freiheitliche Demokratie, Europa stellt die Forderung nach für jeden zugänglicher Ex-Religion. Negative Religionsfreiheit wird in der kulturellen Moderne oder auch nur in jeder geschmackvoll und stilsicher eingerichteten Gesellschaftsform heißen dürfen: Persönlicher Ex-Islam, sprich Ex-Muslime wohlwollend zuzulassen. Damit aber hat der durch irdische, oft gnadenlose Eiferer als anfallsweise gnadenlos dargestellte Allah derzeit so seine Schwierigkeiten.

    Der Scharia-Allah oder Fiqh-Allah ist ein unreifer Flegel, grün hinter den Ohren, unerzogen. Ich wünsche Ihnen, sehr geehrte Faizah, in Herz und Hirn einen ganz anderen Allah. Rund um Volksislam, islamische Mystik und säkularen Islam gibt es, leider manchmal durch ihre Mitmuslime bedrohte Menschen, deren Gott die säkulare Demokratie nicht hauptberuflich verachtet oder gar angreift. Beschäftigen Sie sich mit säkularen Muslimen wie Professor Bassam Tibi oder Frauenrechtlerin Fatma Bläser, das sind die Menschen, auf die der deutsche Teil der umma stolz sein darf.

    Vorerst ergibt islamische Kindererziehung, von Zwangsheirat (wali mudschbir, mücbir veli), Handabhacken, Steinigung, Vergewaltigungsdschihad oder Belästigungsdschihad (Das unters-Kopftuch-Mobben) abgesehen, leider meistens die autoritäre Persönlichkeit.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4re_Pers%C3%B6nlichkeit
    Man nennt sie auch autoritären Charakter
    http://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4rer_Charakter

    Wir dürfen vermuten, dass Mohammed diese vormoderne oder, heute, gegenmoderne Haltung des „Erziehungsziel: Autoritäre Persönlichkeit“ ebenso propagiert hat wie Said Ramadan oder Necmettin Erbakan es später taten. Man hört bisweilen sagen, diese Herren hatten eine schwere Kindheit, waren Kinder ihrer Zeit, mussten so fühlen und denken. Das mag ja auch stimmen, doch sind für die Zukunft der Gesellschaft (der Welt, Europas, Deutschlands) keine auf der Erde gelandeten Göttervertreter, keine sunnitischen Scheichs oder schiitischen Ayatollahs verantwortlich, sondern die Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Tja, wenn die allerdings mehrheitlich das Kalifat wollen, verkommt die Demokratie zur ‚hakimiyyat Allah‘, oberster Souverän ist dann nicht länger das Volk, sondern der Islamgott.

    Der säkulare Staat hat „die Muslime“ (auch so ein deutscher Gutmenschen-Mythos, der die Säkularen und die Schariagegner gerne unterschlägt), für genau so lernfähig zu halten wie die so genannten Nichtmuslime (was ist das für eine ethno-religiöse Kaste, hat ein Grundschulkind jetzt ein Schild um den Hals: „Vorsicht, nichtmuslimisches Kind“?).

    Der Staat braucht ethno-religiöse Sondergesetze und vormoderne Sittlichkeitsvorstellungen (‚aura/awrah, fitra, nikah, tahara, hidschab/niqab) wesensgemäß nicht zu berücksichtigen, wird sie vielmehr eingrenzen müssen, sofern Grundrechte Dritter oder, wie im Falle von neunjährigen Ehefrauen oder bedrohten Ex-Muslimen, Grundrechte der so genannten muslimischen Menschen bedroht sind.

    Ich vermute, es ist mir in meiner Freizeit auch außerhalb des Karneval erlaubt, wenn ich mir einen Kartoffelsack überziehe und Huibui das Schlossgespenst spiele. Wahrscheinlich würden meine Freunde sagen, ich hätte nicht mehr alle Mokkatassen im Schrank.

    Lehrerinnenkopftuch sagt, ruft, schreit: „Ich bin keinesfalls lesbisch und ein schwuler Sohn wäre mir und Allah ein Gräuel!“ Die kopftuchtregende Lehrerin wird anmutig lächeln, unschuldig spielen oder sogar sein und murmeln: „Allah empfiehlt der Frau die Haarbedeckung“.

    Das Lehrerinnenkopftuch ist hisbah (Allahs unsichtbarer erhobener Zeigefinger), ordnungspolitischer Aufruf, eben hisbah, zur Errichtung der ‚islamischen Gesellschaft‘.

    Kopftuch bekundet ohne Worte, weit leuchtend: Al-amr bi’l ma’ruf wa n-nahy ‚an al-munkar.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hisbah

    Damit ist das islamische Kopftuch ein äußeres Zeichen der Ideologisierung des Leibes (fitra, ‚aura). Kopftuch – jedes – sagt zur Imam-Ehe (nikah) und zur Scharia „Ja!“, jedenfalls sagt es niemals nein zur Scharia und kein deutscher Moscheeverein lehnt die vormoderne, demokratiegefährdende islamische Pflichtenlehre ab. Von der kalifatsorientierten Ambition der durchweg reaktionären deutschen Islamverbände nicht zu sprechen.

    Ob Salafiyya oder Milli Görüs: Die Kopftuchfreunde bevorzugen das Imamat (Mustafa Ceric) sprich Kalifat gegenüber jeder kulturellen Moderne, gegenüber Religionskritik und Gesellschaftskritik. Der clevere Murad Wilfried Hofmann nennt die von ihm erträumte schariatisierte Nachdemokratie „Post-Postmoderne“
    http://www.designe-ligne.de/de/islam/kommentare/data/28-03-2003_17_47_58.php

    Die säkulare Kultur benötigt zu ihrer Selbsterhaltung das pädagogische und politische Arbeitsmittel des Verbots des Lehrerinnenkopftuchs an ihren staatlichen Schulen. Auch Rheinland-Pfalz sollte sich in diesen Monaten ein entsprechendes Gesetz geben, wie der gestörte Schulfriede am Speyer-Kolleg anzeigt. Erfreulicherweise hat die dortige CDU einen entsprechenden Gesetzesentwurf bereits eingereicht.

    So lange in vielen europäischen Moscheegemeinden der Forderung nach dem für jede muslimische Frau verpflichtenden hidschab nicht widersprochen wird, ganz im Einklang mit anerkannten islamischen Autoritäten und zugleich Demokratiefeinden wie Yusuf al-Qaradawi, darf uns Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern jedes Kopftuch als ‚Wegzeichen‘ (Buchtitel von Sayyid Qutb) für schariatische Islampolitik gelten, für geheiligte Entwürdigung der Nichtmuslime und der Frauen. Diese vormoderne religiöse Einstellung ist vom Grundrecht der Religionsfreiheit schlichtweg nicht gedeckt.

    Der heutige Allah verhindert Religionsfreiheit. Jedenfalls lässt er sein irdisches Bodenpersonal derartig wirken, diese Vertreter Allahs auf Erden, die Kalifen sprich Stellvertreter namens Ayatollah, Großmufti und Scheich. Apostasie wird nicht geduldet. Das aber ist aus demokratischer Sicht eine Unart, grundgesetzverträgliche Religion ist es gewiss nicht, eher sozialer Kerker, als Religiosität benannte Sklavenkette. Religionswechsel muss akzeptiert, bejaht werden, zur Zeit für al-Azhar oder Europäischen Fatwa-Rat (ECFR), für Ghom, Nadschaf oder Teheran eine unüberwindbar scheinende Hürde.

    Die Beurteilung des Andersglaubenden als eines wenigstens grundsätzlich als sittlich wertvoll denkbaren Menschen muss möglich sein. Koran und Hadithen jedoch lehren den (islampädagogischen) Ekel vor den Dhimmis, den Hass auf die Polytheisten, al-Ghazali ind Ibn Taimiyya brachten diesen Aufruf zum theokratischen – geheiligten! – Apartheitsstaat in eine noch mehr menschenverachtende sowie frauenverachtende Form. Die Scharia muss auf den Schutthaufen der Menschheitsgeschichte, die Scharia-Gerichtshöfe müssen aufgelöst werden und die fatwaproduzierenden Milieus durch Bildung aller Menschen in ihrer schädlichen, suchterzeugenden Wirkung entmachtet.

    Sehr geehrte Faizah, sie fragen mich, warum ich Arme, Beine und Gesich einer Frau sehen will. Tue ich doch gar nicht. Keine Frau im Zimmer. Im Nachbarhaus schlafen schon alle, Männer und Frauen. Morgen früh sehe ich wohl wieder ein paar Menschen (wer sagt Ihnen eigentlich, dass ich nicht blind bin? Nun, zum Glück habe ich gute Augen).

    Oft beiläufig, grundsätzlich eher interessiert, manchmal mit Freude schaue ich Menschen ins Gesicht, den ganz alten wie den kleinen Kindern, den Jugendlichen und Erwachsenen, seien sie weiblichen oder männlichen Geschlechts. Und habe dabei den Glauben, er mag Ihnen seltsam erscheinen, dass eine Frau einen Mann grundsätzlich genau so lüstern oder begehrlich, sympathisch oder nachbarschaftlich, kollegial oder würdigend anzusehen in der Lage ist wie ein Mann eine Frau. Da gibt es gar keinen Unterschied zwischen den Geschlechtsklassen, allenfalls etwas kulturell oder milieubezogen oder religiös antrainiertes Getue.

    Da Sie für den Gesichtsschleier werben möchten, danke ich Ihnen zwar für diesen authentischen Beitrag aus dem radikalislamischen Innenleben, möchte Sie jedoch in der Sache nicht unterstützen. Fragen Sie also nach Zustimmung zum niqab den indonesischen Gelehrtenrat, Indonesian Ulema Council, der, interessant und absonderlich, die für Schafiiten verpflichtende islamische Frauengenitalverstümmelung rechtfertigt. Die haben in den letzten Jahren recht lange Frauengewänder befördert, andererseits jedoch das strenge Kopftuch dem gesichtsverhüllenden niqab vorgezogen. Besser, Sie holen sich beim Herrn Abu Bakar Bashir die solidarische Zustimmung, ob eine gottesfürchtige Muslima ihren hidschab als niqab tragen sollte. Der will die Bedeckung des Frauenleibes: „Naked women worse than Bali bombings, unbekleidete Frauen sind schlimmer als das Bali-Attentat“, meint der Prediger.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Abu_Bakar_Bashir#Views_and_controversies
    http://sweetness-light.com/archive/bali-bombers-says-naked-women-worse-than-bombs

    Abu Bakar Bashir, Mitgründer der Jamaah Islamiyah und gottesfürchtiger Terrorfreund, will für alle Muslime Indonesiens ein Leben nach der ganzen, reinen Scharia.

    Bei der nach Totalität strebenden islamischen Sexualpolitik, wie sie mit dem politreligiösen Kopftuch beginnt, geht um die männliche Herrschaft über die gewaltsam (dschihad) ins Abseits getriebenen, nach Maßgabe des Tochtertauschens erworbenen Frauen (Kaufvertrag nikah), die nachfolgend das Haus nicht ohne männlichen Begleiter (mahram) verlassen dürfen. Symptom dieser sexualpolitischen Landnahme ist das Kopftuch.

    Das Wort Mängelwesen stammt von Arnold Gehlen. Gehlen meinte den schutzbedürftigen Menschen jeder Kultur. Der Islam aber meint mit mangelhaftem Wesen die Dhimmis, von denen es für jeden frommen Muslim gilt, Schutzgeld (die islamrechtlich einwandfreie dschizya) zu erpressen. Der Islam hat jedoch neben dem Nichtmuslim noch ein weiteres Mängelwesen: Die Frau.
    http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4ngelwesen

    Es ist ein zwar grundfalscher, jedoch konsequenter Weg, den Sie, sehr geehrte Faizah, gegangen sind, vom Kopftuch über den Tschador zu der Ganzkörperverhüllung einschließlich Gesichtsverhüllung (niqab). Schließlich hat im besonders radikalem Islam jede Frau, als ein ganz ausgesprochenes Mängelwesen, das dem Mann sittlich, religiös und geistig unterlegen ist, nicht nur ihren verruchten, beständig vom iblis (Teufel) umflatterten Leib, sondern auch ihr Antlitz zu verbergen.

    Niqabi. Die sozial Entleibten, die gemachten Gesichtslosen huschen geistergleich, lebenden Toten gleich durch die ersten europäischen Straßen, indes die Ureinwohner wie auch die Einwanderer meist nicht einmal blöde gucken sondern irgendwie Verständnis haben. Ich habe für den niqab kein Verständnis!

    Der Ganzkörperschleier, auch der gesichtszeigende Tschador oder Abaya, steht außerhalb der Kleiderordnung. In Europa haben Mann und Frau einen Leib wie ein Gesicht. Im radikalen Islam nicht.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kleiderordnung

    Im radikalen Islam ist Geld ist eben Männergeld, ist der städtische Zentralplatz Männerwelt, ist menschliches Gesicht Männergesicht. Sehr geehrte Faizah, vielleicht sollten Sie, durch mir nicht bekannte Lebensumstände bedingt, in diesen Jahren muslimisch leben, so etwas gibt es ja überall auf der Welt und ist erst einmal kein Grund, den Kopf in den Sack, äh: Den Kopf in den Sand zu stecken. Lesen Sie „Ich war ein Munie“ (Oliver von Hammerstein), das Buch (kitab) könnte Sie sehr, sehr betreffen. Falls Sie schariatisch überwacht sind, lesen Sie das Buch heimlich. Sie könnten es in einen kalligraphisch gestalteten Umschlag einer hadith- oder tafsir-Sammlung einarbeiten und zur Freude Allahs in den Frauenbereich der Moschee schmuggeln. Ginge auch mit: Die satanischen Verse (Salman Rushdie) oder: Gabriels Einflüsterungen (Jaya Gopal), warum bitte sollen Muslime nichts lernen über Literatur oder Menschheitsgeschichte.

    Falls Sie den niqab tragen: Verzichten Sie zunächst, sage ich jetzt so ähnlich wie ein Suchtberater es tun würde, für zwei Tage in der Woche darauf, Ihr Gesicht mit einem niqab zu verschleiern. Trainieren Sie später einen Wochentag lang den european dresscode, das durchschnittliches Erscheinungsbild.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstdarstellung#Grenzen

    Neues Erleben wird sich Ihnen auftun, ebenso menschliches wie gottgewolltes. Der Name Faizah bedeutet die Siegreiche, die Gewinnerin. Werden Sie der Bedeutung Ihres Namens gerecht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jacques Auvergne

  35. Faizah Says:

    Oh, deswegen wählte ich den Namen damals: Denn er war zutreffend, ich habe den islam für mich gewonnen und in mein Leben lassen dürfen.

    Warum sollte ich irgendwas „trainieren“ wovon ich al hamdu lillah mit der Zeit endlich wegkam, und was ich zutiefst verachte?

    Warum immer RADIKALER islam? ES gibt nur einen islam, DEN Islam. DIE Wahrheit. Das ist nicht einfach eine der Weltreligionen wie Sie es abtun. Es gibt nur eine Wahrheit und eine Logik. Jemand hat uns erschaffen, deswegen sind wir hier, deswegen haben wir uns an die Gesetze zu halten, die dieser jemand aufgestellt hat: Allah ta’ala. Wenn sich das puzzle zusammenfügt, man plötzlich ALLES versteht und keine Fragen mehr hat, zweifelt man nicht mehr an der Richtigkeit. Der islam ist die einzige Religion die auf alles Antworten parat hat.

    Kommen Sie mir bitte nicht mit irgendwelchen Quellen von Leuten die sich Muslime nennen, aber es oft nicht mal sind. Wir nehmen als Muslime nicht Wissen von Shiiten, anderen Sektenangehörigen, den Ahlu Bidah, oder Leuten die nicht mal Bart tragen aber Vorträge halten, Leuten die sagen, Christen sind auch okay und kommen ins Paradies, Leuten die dazu aufrufen einige Verse aus dem Qur’an zu ignorieren. Damit will ich nicht sagen dass sie alle keine Muslime sind, nein, das wäre verboten, aber was die Quellen angeht lese ich wie jeder Muslim es sollte, Qur’an und Sunnah, selbstverständlich nicht selbst interpretiert, sondern nach dem Verstand der salaf salah und höre dann was die Ulama sagen – Sheikh Albani, Utheymin, BinBaz, etc. Das wars. Ich werde also nicht irgendwelche Werke lesen von Leuten die doch keine Ahnung haben – das ist nur Fitnah. Und irgendwas einschmuggeln, ich bitte Sie machen Sie sich nicht lächerlich, bleiben wir bitte ernst – denn Allah sieht alles.

    Eine Sache spreche ich noch kurz an: Es ist anmaßend zu behaupten, Sie könnten sich auch nur im geringsten vorstellen, was eine Frau empfindet wenn sie einen Mann sieht, verglichen zu dem, was der Mann empfindet wenn er eine Frau sieht. 1. Sie waren nie eine Frau, werden nie eine sein, und da können ihnen noch hundert Frauen erzählen, sie seien angeturnt von Männern auf der Straße, die Intensität dieser Aussage werden sie nie einschätzen können. 2. Werden Sie also nie in der Lage sein, Mann und Frau zu vergleichen, denn Sie kennen nur die eine Seite. 3. Wer kann sie vergleichen? Der der sie GEMACHT hat. Allah ta’ala. Und deswegen vertrauen wir ihm doch 100%ig.

    Ich empfehle IHNEN http://www.islam-links.eu zu studieren. Ansonsten empfehle ich gar nichts mehr. Allah leitet recht wen er will und führt in die Irre wen er will.

    Ich denke in der Diskussion immer: Wie schön, dass eines Tages ALLE wissen werden wovon wir Muslime immer gesprochen haben. Al hamdu lillah. Es wird ein Tag kommen, da wird es zu spät sein Einsicht zu zeigen.

  36. schariagegner Says:

    Diese Zeilen fand ich auf eine Webseite, die über die Proteste im Iran berichtet.

    To my Iranian sisters

    They tried to put you down by veiling your hair,
    but they can never veil your mind.

    They tried to weaken you by beating your body,
    but they can never weaken your will.

    They tried to make you silent by taking your rights,
    but they underestimated your silent screams.

    And now you fight back, with all the bravery that is inside you
    and with all the patience that helped you to survive.

    We will never forget what you have done for your people,
    what you have done for us,

    and the next generation will think of you
    in love and the deepest respect.

    They tried to put you down,
    but instead they gave you wings.

    And they will regret.

    http://tazahorate-ma.blogspot.com/2009_06_01_archive.html

  37. Carcinòl Says:

    „Burka-Verbot“ – das Thema in „Pro & Contra“ am 28. Januar

    Sendung am kommenden Mittwoch um 22 Uhr im SWR Fernsehen / Moderation: Clemens Bratzler

    http://www.swr.de/unternehmen/kommunikation/swr-pro-und-contra-burkaverbot/-/id=10563098/nid=10563098/did=14963670/d2xfq4/index.html

    PRO & CONTRA
    Burka-Verbot

    Mi, 28.01.2015 | 22.00 Uhr
    SWR>>

    „Pro Burka-Verbot plädiert in Pro & Contra die Publizistin Sibylle Krause-Burger, contra die Bloggerin und überzeugte Kopftuch-Trägerin Khola Maryam Hübsch. Sie werden unterstützt von den Sachverständigen Mina Ahadi (Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime) und Hans-Ulrich Rülke (FDP-Fraktionsvorsitzender im Landtag von Baden-Württemberg).“

    http://www.swr.de/proundcontra/pro-contra-burka-verbot/-/id=14175868/nid=14175868/did=14894164/18zfple/index.html

    Burka-Verbot, Ja oder Nein?
    Die Sendung Pro&Contra (SWR) mit Mina Ahadi ab 14:15 Minute

    https://de-de.facebook.com/pages/Zentralrat-der-Ex-Muslime-Deutschland/486839381365629

    Khola Maryam Hübsch vs Sibylle Krause-Burger & Mina Ahadi | Burka-Verbot

  38. Gesicht zeigen statt Niqab und Burka Says:

    Berlin – Der Staatsrechtler und ehemalige Bundesverteidigungsminister Rupert Scholz (CDU) hält ein Burka-Verbot in Deutschland für rechtens.

    „Das Beispiel Frankreich zeigt doch gerade, dass es geht“, sagte Scholz der „Bild“. „Es muss gesetzlich festgelegt werden, dass sich Frauen nicht in der Öffentlichkeit vollverschleiert zeigen dürfen.“

    […] Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hielt mit seiner Entscheidung von 2014 das Burka-Verbot in Frankreich mit der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) vereinbar.

    „Damit ist doch gerade klargestellt, dass ein solches Gesetz nicht verfassungswidrig wäre – und auch nicht gegen europäisches Recht verstieße“, sagte Scholz. (dts Nachrichtenagentur)

    ( hier bei: Pfalz-Express, 15.08.2016 )

    http://www.pfalz-express.de/staatsrechtler-scholz-haelt-burka-verbot-fuer-machbar/

    Nicht zuletzt der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU), der sich derzeit im Wahlkampf befindet, fordert dennoch weiter ein Vollverschleierungsverbot. „Die Burka ist ein Käfig aus Stoff“, sagt er. Sie sei mit der Stellung der Frau in Deutschland nicht vereinbar. Der Staatsrechtler und ehemalige Bundesverteidigungsminister Rupert Scholz, ebenfalls Mitglied der CDU, verweist zudem auf ein entsprechendes Verbot in Frankreich. Dort gilt eine Vollverschleierung als Ordnungswidrigkeit und wird mit einem Bußgeld bestraft. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die französische Regelung für zulässig erklärt. Omid Nouripour, Grünen-Politiker mit iranischen Wurzeln und Afghanistanexperte seiner Partei, ist dennoch gegen ein Verbot. „Dies würde die Integration der betroffenen Frauen nur noch weiter erschweren, denn ihre Männer würden sie dann nicht mehr aus dem Haus lassen“, sagte Nouripour dem Tagesspiegel.

    (Debatte über Vollverschleierung: Symbol für die Unterdrückung der Frau? Von Ulrike Scheffer, Der Tagesspiegel am 21.08.2016.)

    http://www.tagesspiegel.de/politik/debatte-ueber-vollverschleierung-symbol-fuer-die-unterdrueckung-der-frau/14428082.html

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