061. Sauer auf ihren Enkel? Allahs Großmutter, Frau Uzza

061

Die heiligen Texte

der Menschheit

Bei Allahs

Großmutter

Historisch-kritische Methode

im Islam unerwünscht?

Von Jacques Auvergne

Ibrahim O sagt: am 27. Februar 2008 um 11.03 Uhr zum Baustein 011: Der Koran, das heilige Buch der Muslime:

Ich möchte Sie nicht persönlich angreifen, es tut mir aber in der Seele weh, wenn Sie schreiben “es gab wohl den einen oder anderen Allah” Ich bin Muslim. Ich bin zum Islam konvertiert.

Die Bibel sagt: (Der Teufel führte Jesus in die Wüste und bot ihm alle Herrlichkeit und allen Reichtum der Welt, wenn er ihn anbeten werde) SATAN BIETET GOTT DIE HERRLICHKEITEN UND DER LEBENDIGE GOTT SCHREIT AM KREUZ HILF MIR ?) Auch für uns ist Jesus ein Prophet aber Sie sollten sich doch bitte erst einmal mit allen Unstimmigkeiten der Bibel auseinandersetzen, bevor Sie den Islam als lächerlich darstellen.

Ich wünsche Ihnen trotzdem alles Gute und hoffentlich finden Sie den Weg, Friede mit Ihnen.

Sehr geehrter Herr Ibrahim O,

fern liegt mir die Absicht, mit meinen islamkritischen Worten Menschen und damit auch muslimische Menschen persönlich zu beleidigen. Viele meiner Nachbarn und Kollegen und wenige meiner Freunde gehören dieser Weltreligion an. Ich bin schon vor knapp dreißig Jahren mit jungen Türken zur Schule gegangen wenn auch leider ein religionskritisches Gespräch mit guten 99 % dieser Muslime bis heute nicht sinnvoll möglich ist.

Dass der Rest der Welt ein Problem sowohl mit dem traditionellen Islam als auch mit dem politischen Islam hat muss hier allerdings angesprochen werden.

Die Bibel ist ein Blumenstrauß voller Widersprüche. Gerade ihre Unlogik und Unperfektion macht dieses Buch menschlich. Sie stammt für säkularisierte Christen eben nicht von einer imaginierten Gottesfigur sondern sie versammelt Spuren des Denkens, Leidens und Erlebens von Hunderten von manchmal ebenso idealistischen wie fehlbaren Menschen zu einem Buch der Sorgen und Hoffnungen, der Visionen und Neurosen: Zu einem halbwahren Geschichten- und Geschichtsbuch. Für den nur in wenigen Jahrzehnten entstandenen sowie im Schnitt für den ein Jahrtausend jüngeren Koran gilt im Prinzip dasselbe.

Ein Propheten- und Gottesbild symbolischer militärischer Unbesiegbarkeit wie das des Islams scheint gerade die heutigen Jungen und die Männer eher zur Mitleidlosigkeit und zum Sadismus zu erziehen, wobei allerdings die familiäre Gewalt und die in islamisierten Gebieten erfahrene Demokratieferne ein Übriges tut. Die militärische Niederlage des symbolisch leidenden Jesus lässt heutige Menschen gerade im säkularisierten westlichen Europa ihr alltägliches großes und kleines Scheitern vielleicht gefasster betrachten.

Der Koran, sehr geehrter Herr Ibrahim O, ist nicht von einer Gottheit aufgeschrieben oder diktiert worden. Der Koran, und dass zu benennen trauen sich immer mehr Muslime auf der ganzen Welt, wiederspiegelt das Sittenverständnis und die Machtpolitik der Arabischen Halbinsel der Zeit vor 1.400 Jahren sowie die seelischen Spannungen des vaterlos aufgewachsenen Mohammed.

Insbesondere das in Koran, Sunna (Hadithen) und Scharia gleichsam eingefrorene Frauenbild als spaltende (fitna, Zwietracht säende), defizitäre und dumme Verführerin (’awrah, den Frauenkörper als ein einziges dämonisches Geschlechtsorgan sexualisiert) ist entmenschlichend und menschenunwürdig. Damit würdelos ist freilich auch die krampfhaft siegreiche, dauergeile Männer-Rolle. Ich erhoffe mir bei Ihnen ein Erkennen der Lächerlichkeit dieser machistischen und längst veralteten Männer- und Frauenbilder, wie sie noch die Mehrheit der islamischen Geistlichkeit als “pädagogisch wertvoll” erklärt. Konstruktionen sozialen Geschlechts, denen ein fundamentalistisches Geschichtsbild entsprechen muss.

Die damaligen Menschen der Arabischen Halbinsel im 7. Jahrhundert (oder auch im 6. oder 5. Jh.) waren nicht besser oder schlechter als wir Europäer es heute sind. Geschichte verdient stets unseren tiefen Respekt als eine Grundlage unserer heutigen Gesellschaft. Sie als Konvertit zum Islam sollten allerdings nach den Opfern der Islamisierung der jeweiligen Territorien fragen. Verteidigen Sie etwa das sakrale Kastensystem der Dhimma (Dhimmitude)? Dann tun Sie das laut und öffentlich, das trüge zur Klärung des Konflikts zwischen Demokratie und Scharia nutzbringend bei.

Die ebenso physikalisch nichtreale wie kollektiv erwünschte Figur Allah (psychischer Realität) ist in der Tat aus verschiedenen maskulin gedachten Gottheiten zusammengeschmolzen worden. Mohammed nahm dazu gewaltige Anleihen bei der jüdischen, christlichen, gnostischen und altarabisch-polytheistischen Religion. Gerade auf Mekka und sein Umland bezogen war die Errichtung des Islams eine Minus-Rechnung, eine Subtraktion: Der Pantheon, der Plural der Göttinnen und Götter wurde reduziert, der Meteorstein indes konnte in der Kaaba verbleiben und der erwünschte wie verehrte unsichtbare Gott Allah blieb übrig. Eineinhalb Jahrtausende zuvor ist der jüdische monotheistische Gott El/Jahwe ähnlich aus Polytheismen beziehungsweise imaginierten maskulinen Figuren (Baal-Ammon; Verbot der Göttin Aschera) erwachsen, theokratische jüdische Orthodoxe hören das aber erklärlicherweise bis heute nicht so gerne. Ein wichtiger männlicher Gott der Araber war Hubal. Allah ist die männliche Entsprechung zu al-Lat, “die Göttin”, einer der drei Göttinnen der Stadt. Die beiden anderen kennen Sie namentlich, al‑Uzza, „die Große“ und Manat.

Wir können und wir brauchen nicht „mit dem Rotstift” an die heiligen Schriften der Menschheit heran gehen. Diese, Tora und Talmud, Avesta und Veda und Bhagavad-Gita, Tao Te King und Koran, Edda und Kalevala, Odyssee und Ilias sowie die christliche Bibel, sie alle sind ein kostbarer Schatz und gehören zum kulturellen Erbe der immer mehr zusammen wachsenden Welt.

Zehn Prozent der Worte des Korans, den ich seit langer Zeit sehr gut kenne, finden mein Wohlwollen, neunzig Prozent muss ich als Demokrat, als Jugenderzieher sowie als künstlerisch und mythologisch geschulter Mensch sehr ablehnen. Was alles lehnen Sie an Koran und Scharia und Sunna ab? Lassen Sie es mich – und: Lassen Sie es sich selbst – baldmöglich wissen.

Pflegen Sie Ihre ganz persönliche Religion. Entdecken Sie Ihre ganz persönliche Religion, immer wieder neu, immer wieder anders.

Es ist in einer säkularen Demokratie möglich, den Islam als lachhaft darzustellen, diese Möglichkeit sollten Sie als gläubiger Muslim mit uns Islamkritikern (christlich, atheistisch, muslimisch, jüdisch) verteidigen helfen.

Der bisherige Islam hat nahezu jedes freie Denken und nahezu jede sexuelle Selbstbestimmung zerstören helfen. Das aber ist einer Religion unwürdig. Der derzeitige Islam windet sich schmerzverrenkt in einer gewaltigen Krise, und aus beleidigt spielender Furcht vor Veränderung lässt er es zu, dass radikale Muslime weltweit etwa den koranisch wie schariatisch begründbaren Mord an Apostaten kultivieren oder, um Ihr Wort “lächerlich” aufzugreifen, die Demokratie der Lächerlichkeit und sogar dem Hass preisgeben gegenüber einem herbeigesehnten Gottesstaat.

Zur Lösung der Weltkrise Islam, der globalen Islamproblematik, des weltweiten Islamproblems müssen alle etwas beitragen, nicht zuletzt die Muslime selbst. Nebenbei scheint mir der christliche Kreationismus, der Angriff etwa nordamerikanischer Evangelikaler auf die Ideengebäude von Charles Darwin und Sigmund Freud ein Risiko zu sein, doch geht die größte Bedrohung der offenen Gesellschaft und des freien Denkens vom derzeitigen Islam aus. Im Klartext: Von Ihrer persönlichen neuen wie persönlich erwählten Religion! Ob Sie sich dazu jemals werden bekennen können? Ich hoffe es.

Das würde mich sehr freuen, und wenn Sie dann sogar – oder: Gerade, bewusst – immer noch bekennender Muslim wären, dann würden Sie meinen besonderen Respekt verdienen. Möglicherweise benötigen Sie allerdings zu diesem Zeitpunkt Wachmann und Bodyguard, um nicht von glaubenseifrigen Mitmuslimen verprügelt zu werden. Andere haben sich nach der soundsovielten Morddrohung einen handlichen Schraubenzieher ausgeliehen. Für das Klingelschild. Zum Abschrauben.

Der nichtmuslimische Teil der Welt sagt bisweilen bereits ebenso “Nein!” zum totalen und totalitären Anspruch des Polit-Islams auf die Weltpolitik wie erste islamkritische Muslime selbst etwa die persönlichkeitsverzerrende Jungen- und Mädchenerziehung der islamischen Alltagskultur in Frage stellen.

Im Charakter wie in der Religiosität ist jeder Mensch ist ein wenig anders. Als Bürger müssen wir Demokraten jedem Menschen gleiche Rechte zugestehen, sogar, und dass muss man den meisten derzeitigen Muslimen erfahrungsgemäß jeden Tag sagen: sogar Frauen und Ungläubigen. Eine Weltanschauung nämlich, die Ungläubige, Homosexuelle, Atheisten oder unverschleierte Frauen als sittlich minderwertig betrachtet hat wie es der traditionelle und der auch der radikale Islam nun einmal tun bedroht die säkulare Gesellschaft. Mögen Sie einen Islam leben, der den demokratischen gesellschaftlichen Frieden nicht gefährdet.

Ich wünsche Ihnen und ich wünsche mir eine eigenwillige und eigensinnige Religiosität, die unserer Einzigartigkeit ebenso gerecht wird wie unserem leiblichen und seelischen Heilsein und Heilwerden.

Mit freundlichen Grüßen

Jacques Auvergne

3 Antworten to “061. Sauer auf ihren Enkel? Allahs Großmutter, Frau Uzza”

  1. alina Says:

    wem interessiert ihre meinug.sie sind einer, der auch von den medien manipuliert wurde.

  2. Jacques Auvergne Says:

    Umgekehrt, sehr geehrte Alina.

    Ich manipuliere die Medien
    nach (begrenzten) Kräften.

    Und lade Sie dazu ein, ganz eigenwillig
    das selbe zu tun, überhaupt soll ja
    jeder Mensch seine Umwelt nach Kräften
    beeinflussen (dürfen), … in einem möglichst
    eigensinnigen Handeln.

    Hast du `was gegen Medien? Ist dein Gott
    mit der freien Presse unzufrieden, hm?
    Das wäre kein großzügiger Gott, vielmehr
    ein rasch vergrätzter Kleingeist.

    Armselig klein. Doch:
    Gott ist größer …

    Mit freundlichen Grüßen
    Jacques Auvergne

  3. Bragalou Says:

    Knatsch im jüdischen Götterhimmel. Onkel Jahwes Mischpoke



    The Bible imagines the religion of ancient Israel as purely monotheistic. And doubtless there were Israelites, particularly those associated with the Jerusalem Temple, who were strict monotheists. But the archaeological evidence (and the Bible, too, if you read it closely enough) suggests that the monotheism of many Israelites was far from pure. For them, Yahweh (the name of the Israelite god) was not the only divinity. Some Israelites believed that Yahweh had a female consort. And many Israelites invoked the divinity with the help of images, particularly figurines. I call this Israelite religion pagan Yahwism. …

    Interestingly, while each nation’s chief god had a distinctive name, his consort, the chief female deity, had the same name in all these cultures: Asherah or its variants Ashtoreth or Astarte. (As we shall see, this was even true of Yahweh’s consort.)

    Pagan Yahwism: The Folk Religion of Ancient Israel
    By Ephraim Stern

    May/Jun 2001

    http://members.bib-arch.org/publication.asp?PubID=BSBA&Volume=27&Issue=3&ArticleID=1

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