088. Und es geht doch: Eine kopftuchfreie Realschule

Aus unserem Leserkreis erhielten wir folgenden Kommentar, der eine Düsseldorfer Realschule betrifft, die sich 2007 und 2008 das Profil einer kopftuchfreien Schule gibt

Anne-Frank-Realschule

Düsseldorf (Flingern)

03.10.2008

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Sozialpädagogin und Nachhilfelehrerin, Schwerpunkt Sprach- und Lernförderung leite ich einen kleinen gemeinnützigen Verein und betreue mit meinen vier Kolleginnen und Kollegen Schülerinnen und Schüler verschiedener Alterstufen, darunter einige Mädchen und Jungen aus muslimisch geprägten Familien.

Auch in unseren Gruppenstunden sowie in der Mädchengruppe, die eine weitere Kollegin leitet, bleiben Baseballkappen, Baskenmützen und Kopftücher aller Art von Lehrenden wie Lernenden am Garderobenhaken hängen. Wir sind der Meinung, dass Hijab, Niqab, Tschador und Burka Kennzeichen für Genderapartheid und Unterdrückung von Frauen und Mädchen sind, ’reine’, verschleierte Muslimas von Weitem kenntlich machen sollen und sie von den ’unreinen’ Muslimas und Nichtmusliminnen abgrenzen. Damit verstößt das Tragen dieser Textilien sowohl gegen das Grundgesetz als auch gegen die Werte, Normen und Erkenntnisse der Aufklärung.

Zum Recht auf die ‘Freiheit‘ das Kopftuch anzulegen gehört immer auch das Recht auf die Freiheit, ohne Furcht darauf verzichten zu können. Freiheit, so wie viele säkulare Musliminnen und Muslime von Necla Kelek, Serap Cileli, Seyran Ates und Fatma Bläser bis zu Bassam Tibi sie verstehen, ist die Möglichkeit ohne Zwang, Angst vor Bestrafung und ohne Bevormundung zwischen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten wählen zu können. Gänzlich kopftuchfreie koedukative Kindergärten und Schulen, in denen sich nicht nur Erzieherinnen und Lehrerinnen, sondern auch die Mädchen unverschleiert bewegen dürfen (französisches Modell), sind sicherlich für sie und ihre männlichen muslimischen Klassenkameraden ideale Lern- und Experimentierfelder des Erarbeitens von Gender-Rollen und Handlungsspielräumen, die den Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden aus konservativen Familien mit muslimischem Migrationshintergrund und zum Islam konvertierten autochthonen Eltern ansonsten fehlen würden.

Wie beispielsweise Frau Mina Ahadi, Frau Arzu Toker und Frau Fatma Bläser, die den Konformitätsdruck in orthodoxen muslimischen Familien aus eigener Erfahrung kennen, vertreten auch wir die Meinung, dass die Mädchen in solchen Milieus sich nicht gegen das Tragen von Kopftüchern wehren können. Wir würden als Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen auch gerne neun- und zehnjährige Mädchen, bei Südländerinnen setzt die Pubertät nämlich meist früher ein, für einige Stunden von der Verantwortung entlasten, „allein vor Gott“ (Balaban, LAGA) zu stehen und angeblich völlig selbstbestimmt zu entscheiden wie man sich kleidet. Auf dem Hin- und Rückweg zu/von unseren Gruppenräumen können die Schülerinnen ihre Haare ja bedecken.

Als (Sozial-)Pädagoginnen und (Sozial-)Pädagogen haben wir die Aufgabe, die uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler zu aufgeschlossenen, selbstbewussten und kritisch-kosmopolitischen jungen Demokratinnen und Demokraten zu erziehen, die das nötige Rüstzeug haben, sich später in einem ihren Neigungen, Fähigkeiten und Wünschen entsprechenden Berufs- und Privatleben verwirklichen zu können.

Vielleicht interessiert Sie, dass Fatma Bläser unter anderem Vorträge zum Thema Kopftuch hält. Hier der Link zu ihrer Homepage.

http://www.hennamond.de/

Mit freundlichen Grüßen

7 Antworten to “088. Und es geht doch: Eine kopftuchfreie Realschule”

  1. Widderhorn Says:

    Gülistan-Yüksel-Sympathisant bis -Mitstreiter Muhammet Balaban, der bekanntlich virtuelle oder konkrete kleine Kopftuchmädchen allein vor Gott stehen lässt, hat NRWs bevölkerungsreichste Stadt Essen offensichtlich und leider bereits ziemlich gut im Griff.

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    Vorwürfe der Muslime – „Alte Synagoge in Essen sät Hass“

    Von einer Dauerspannung zu sprechen ist nicht übertrieben, und gestern ist das Verhältnis zwischen den organisierten Essener Muslimen und der Alten Synagoge eskaliert. Anlass ist die Reihe „Donnerstagsgespräche“, bei der die Leitung des „Hauses der jüdischen Kultur“ seit vielen Jahren auch Kritiker des politischen Islam und des Islamismus zu Wort kommen lässt. In einem Brief an OB Reinhard Paß hat sich Muhammet Balaban, Sprecher der „Kommission Islam und Moscheen in Essen“ darüber jetzt in scharfem Ton beschwert: „Es ist inakzeptabel, dass diese Einrichtung (…) Misstrauen, Hass, Anfeindung und Unfrieden in unserer Gesellschaft sät.“

    Aktueller Anlass für diesen Frontalangriff ist eine Veranstaltung mit dem deutsch-israelischen Autor Chaim Noll am 12. Mai, der über „Antisemitismus heute“ referiert.

    http://www.derwesten.de/staedte/essen/Vorwuerfe-der-Muslime-Alte-Synagoge-in-Essen-saet-Hass-id4615300.html

    Sprecher der Muslime fühlt sich beleidigt

    (…) Balaban bringt der Ankündigungstext des Vortrags in Rage, in dem es heißt: „Judenfeindliche Ressentiments spielen seit der Niederschrift des Korans im 7. Jahrhundert und dem Massaker gegen die Juden von Medina im Jahre 628 durch Mohammed im Islam eine fundamentale Rolle.“ Und: „Bis heute kann dieser traditionelle Judenhass reaktiviert und politisch instrumentalisiert werden.“

    Der Einladungstext ist sowohl mit dem Referenten als auch mit den Veranstaltern, der Alten Synagoge und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit abgestimmt. Balaban, der auch Vorsitzender des Integrationsrats ist, liest darin „Angriffe“ auf den Propheten, den Koran und „auf alle Muslime“ und hat deswegen gestern einen offenen Brief an den Oberbürgermeister Reinhard Paß geschickt – und mehr als 13 weitere Empfänger angefügt, darunter die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die Leitung der Alten Synagoge.

    http://www.derwesten.de/staedte/essen/Sprecher-der-Muslime-fuehlt-sich-beleidigt-id4615111.html

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  2. Machandelboom Says:

    Neues von der Kopftuchfront. Die fromme Tochter ist neun Jahre alt geworden und will nicht mehr mit entblößten Haaren vor einem männlichen Lehrer sitzen, was die für Englands Schulen durchaus typische verpflichtende Kleidung (Dresscode) ihr aber aufzwinge.

    Dieses mal bricht der Verschleierungsdschihad an einer griechisch-orthodoxen Grundschule los, der im Süden von London gelegenen St Cyprian’s Greek Orthodox Primary School.

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    03.01.13

    England: Muslimisches Ehepaar empört – Schule verweigert der Tochter den Hijab

    In Südlondon ist nun ein muslimisches Ehepaar empört, weil ihre neunjährige Tochter in der Schule keinen Hijab tragen darf. Das ist ein Ganzkörpergewand, bei dem auch der Kopf bedeckt ist. Die Schule hat – wie viele englische Schulen – einen Dresscode, den alle Schüler berücksichtigen müssen.

    Das Ehepaar glaubt aber, dass es eine Sünde ist, wenn ihre Tochter mit entblößtem Kopf vor einem männlichen Lehrer erscheint. Die Schuldirektorin erklärte jedoch, dass die Eltern bei der Einschulung über den Dresscode aufgeklärt wurden und zugestimmt haben.

    Da die neunjährige Schülerin nun aber in die Pubertät kommt, möchten sie das nicht mehr akzeptieren. Da die Schulleitung jedoch weiterhin auf den Dresscode besteht, will das Ehepaar nun vor Gericht das Recht auf einen Hijab erklagen.

    http://www.shortnews.de/id/1002517/england-muslimisches-ehepaar-emport-schule-verweigert-der-tochter-den-hijab

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    Parents sue school after girl, nine, is banned from wearing hijab

    A Muslim couple are taking a south London primary school to the High Court after their daughter was banned from wearing a headscarf.

    The parents were so annoyed when the nine-year-old girl was prevented from wearing the traditional Muslim hijab they withdrew her.

    After failing to gain the support of the school governors, they have launched a legal action to reverse the ban.

    The parents say it would be a sin for their daughter’s head to be uncovered while in the presence of male teachers.

    The child’s brother remains a pupil at the school. But Kate Magliocco, head of St Cyprian’s Greek Orthodox Primary School in Thornton Heath, said the parents were informed about their uniform policy when their child was first admitted at seven.

    02.01.2013

    http://www.standard.co.uk/news/london/parents-sue-school-after-girl-nine-is-banned-from-wearing-hijab-8434976.html

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    Muslim couple sue school who banned their nine-year-old daughter from wearing a hijab

    By Sam Webb

    A school is being sued by a Muslim couple after it banned pupils from wearing the traditional Islamic headscarf.

    They launched their legal battle with St Cyprian’s Greek Orthodox primary in south London after withdrawing their nine-year-old from the school when she was banned from wearing one.

    The parents say it would be a sin for their daughter’s head to be uncovered while in the presence of male teachers as she has ‚reached puberty‘.

    After failing to gain the support of the school governors, they have now launched a legal action to overturn the ban. …

    They believe that, because she is nine, she has reached puberty and it would be a sin for her not to be covered because the school has male teachers.

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-2256388/Muslim-couple-sue-school-banned-daughters-hijab-Parents-say-sin-year-old-bare-headed-male-teachers.html

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  3. Dwarslöper Says:

    Balaban (LAGA) forderte 2008 das Recht des pubertären islampflichtigen Mädchens auf das Tragen des Schleiers (Kopftuch) auch im Schulunterricht und wies Bernd Hinke, den Rektor der Düsseldorfer Anne-Frank-Realschule scharf zurecht:

    „Dieser Mann weiß nicht, was er tut“, empört sich Muhammet Balaban von der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen (LAGA). „Das ist Diskriminierung. Ein Rektor sollte Schulpolitik machen, nicht missionieren!“ Balaban glaubt nicht, dass muslimische Eltern ihre Kinder zum Kopftuchtragen zwingen. „Ab der Pubertät steht jeder eigenverantwortlich vor Gott. Die Mädchen entscheiden dann selbst, wie sie sich kleiden.

    Realschulrektor und Kopftuchgegner Hinke hatte ab 2007 mutig versucht, die kopftuchfreie Schule durchzusetzen und geschrieben, statt “christlich” hätte er allerdings besser menschenrechtsuniversalistisch sagen sollen oder säkular:

    „Wir leben in einem Land, das an christlichen und demokratischen Werten orientiert ist. Das Kopftuch wird von uns als Symbol der Unterdrückung der Frau und fehlender Gleichberechtigung gesehen. Es widerspricht somit nicht nur den Bestimmungen des Grundgesetzes, sondern auch den Werten, die wir unseren Schülerinnen und Schülern vermitteln wollen.“

    http://www.express.de/duesseldorf/anne-frank-realschule-hier-sind-kopftuecher-unerwuenscht,2858,765606.html

  4. Bragalou Says:

    Privatschule darf das Tragen von Kopftüchern verbieten
    Focus vom 12.11.2014

    Zwei 13 Jahre alte Mädchen waren nach den Sommerferien aus religiösen Gründen erstmals mit Kopftüchern in die Kölner Privatschule gegangen und erhielten gleich am ersten Tag ein Verbot. Dagegen wollten sie eine einstweilige Verfügung erwirken. Doch laut Urteil hatten die Eltern mit der Anmeldung der Kinder an der Privatschule auch deren Regeln akzeptiert. Darin hat sich die Schule einer „vollkommenen, ausnahmslosen, weltanschaulichen Neutralität“ verschrieben. Das Tragen religiöser Symbole sei deswegen nicht zulässig, betonten die Richter.

    Anders als an staatlichen Schulen habe eine Privatschule die Freiheit, ihr eigenes Erziehungsziel festzulegen, urteilte das Landgericht Bonn am Mittwoch. (AZ: LG Bonn 1 O 364/14)

    http://www.focus.de/familie/schule/gericht-bestaetigt-das-kopftuch-verbot-privatschule-darf-das-tragen-von-kopftuechern-verbieten_id_4269651.html

    Privatschule darf das Tragen von Kopftüchern verbieten
    DIE WELT 12.11.2014

    http://www.welt.de/regionales/nrw/article134272885/Privatschule-darf-das-Tragen-von-Kopftuechern-verbieten.html

  5. Jacques Auvergne Says:

    „Respektlos gegenüber dem Christentum“: Wuppertaler Hauptschule verbietet Schülerin Kopftuch

    The Huffington Post | von: Jan David Sutthoff
    10.11.2015 15

    http://www.huffingtonpost.de/2015/11/10/respektlos-gegenuber-dem-christentum-wuppertaler-hauptschule-verbietet-schulerin-kopftuch_n_8521228.html

    Streit in WuppertalBekenntnisschulen dürfen Kopftuch nicht verbieten

    WUPPERTAL Der Streit über ein Kopftuch-Verbot an einer katholischen Hauptschule in Wuppertal ist ausgeräumt. Das teilte die als Schulaufsicht zustän

    […] Die Leiterin der katholischen Sankt Laurentius Hauptschule in Wuppertal, Hildegard Spölmink, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die 15-jährige Schülerin sei keineswegs vom Schulbesuch suspendiert worden, sondern nehme am Unterricht teil.

    http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/vermischtes/aktuelles_berichte/Streit-in-Wuppertal-Bekenntnisschulen-duerfen-Kopftuch-nicht-verbieten;art29854,2868102

    Schule verbietet Kopftuch
    10.11.2015

    [Die 15-jährige Rojda Keser vor der Laurentius-Schule in Wuppertal. Die katholische Hauptschule hat drei Jugendliche am Montag der Schule verwiesen.]

    Von Dominique Schroller
    Die St. Laurentius Hauptschule in Wuppertal hat eine junge Muslima vom Unterricht suspendiert.

    Wuppertal. Ein Verstoß gegen das Grundgesetz ist das Kopftuchverbot für Lehrer. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Dennoch verbietet eine Wuppertaler Hauptschule einer jungen Muslima ihre Kopfbedeckung. In einem Schreiben fordert die Schulleiterin die Eltern des Mädchens auf, die 15-Jährige an einer anderen Schule anzumelden.

    „Aus Respekt vor unserem Glauben gilt für unsere Schüler auf unserem Gelände ein Kopftuchverbot“, heißt es in dem Brief. Die Familie ist entsetzt. „Es ist unfassbar. Wir leben seit 24 Jahren hier, sind gut integriert und haben so etwas noch nie erlebt“, betont der Bruder Mustafa Keser. Er hat seine Schwester Rojda am Montag zur Schule begleitet. „Doch die Lehrerin hat ihr nicht erlaubt, am Unterricht teilzunehmen.“

    „Die Schulleiterin hat mich angeschrien, mein Verhalten sei respektlos dem Christentum gegenüber.“
    Roja Keser

    Rojda Keser versteht seit drei Tagen ihre Welt nicht mehr. Seit die 15-Jährige sich dazu entschieden hat, ein Kopftuch zu tragen, ist alles anders. „Die Schulleiterin hat mich angeschrien, mein Verhalten sei respektlos dem Christentum gegenüber.“ Die Schülerin versteht den Vorwurf nicht. „Die Nonnen gehen doch auch mit einem Schleier in die Kirche.“ […]

    http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/schule-verbietet-kopftuch-1.2056346

    Verwirrung um Kopftuchverbot an Wuppertaler Schule
    WDR

    Zentralrat der Muslime: „Konnten das nicht glauben“

    Auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland zeigte sich überrascht: „Wir konnten und wollten das eigentlich nicht glauben, dass allein ein Kopftuch zu so etwas geführt hat“, sagte der Landesvorsitzende Samir Bouaissa, der selbst in Wuppertal lebt. Der Zentralrat begrüße es deshalb sehr, dass die Schule „diesen offenkundig falschen Weg“ verlassen und die Entscheidung zurückgenommen habe. Insbesondere die Haltung der katholischen Kirche habe diesen Sinneswandel herbeigeführt. Die Schule selbst äußerte sich bislang nicht.

    Schulministerium: Kopftücher auch an Bekenntnisschulen

    Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Schulministeriums in Düsseldorf stellte klar: „Schülerinnen dürfen Kopftuch tragen – auch in Bekenntnisschulen.“ Dies leite sich vom Recht auf freie Religionsausübung ab. Anders sei es bei einem gesichtsverhüllenden Schleier, der nicht zulässig sei, weil er die offene Kommunikation im Unterricht verhindere.

    http://www1.wdr.de/themen/aktuell/kopftuchverbot-auch-nicht-an-bekenntnisschulen-100.html

    Auch christliche Schulen müssen Kopftuch erlauben
    DIE WELT

    http://www.welt.de/regionales/nrw/article148665278/Auch-christliche-Schulen-muessen-Kopftuch-erlauben.html

  6. Machandelboom Says:

    „Aus religiösen Gründen dürfen die Mädchen nicht von Männern beim Tanzen beobachtet werden“

    (Ilka Heyer, Helferin bei der AWO, kennt den himmlischen Befehl)

    „Das ist auch der Grund, warum im Video nur wenige Gesichter der Mädchen gezeigt werden, Anmerkung der Redaktion.“

    (Rheinische Post, zufrieden mit der mädcheninternen Selektion)

    [Tanzen unter Mädchen – auf den ersten Blick eine gute Sache. Das Kopftuch ablegen und ungezwungen Spaß an der Bewegung haben – klasse. Die Mädchen von zu Hause loseisen, ihnen Stunden ohne männlichen Sittenwächter gönnen, in der Hoffnung auf allmähliches Hineinwachsen in alle freiheitlich demokratischen Möglichkeiten – sehr schön.

    Leider zitiert die ehrenamtliche Helferin der Arbeiterwohlfahrt aus den Vorschriften von Koran und Sunna lediglich, ohne das religiös aufgezwungene Wohlverhalten zu kritisieren.

    Beim Sport stundenweise für Mädchen ab neun Jahren männerfreie Zone anbieten – und draußen ist der Hidschab Pflicht?! Mädchen dürfen Zumba tanzen, sehr ok, dazu wird das Kopftuch an die Garderobe gehängt, pädagogisch sehr günstig. Doch Zumba und vielleicht ja auch Teetrinken oder Mühlespiel auch auf Dauer nur in strengster Geschlechtertrennung? Und warum wird nicht nur zwischen männlich und weiblich, sondern gleich noch ein zweites Mal differenziert, nämlich bei einem integrativen (!) Sportprojekt zwischen Musliminnen und Nichtmusliminnen? Dürfen auf dem nächsten Klassenfoto die Musliminnen nicht mehr werden?]

    Alle zwei Wochen bringt Zumba-Trainerin Nicole Kruk den Mädchen lateinamerikanische Choreografien bei. Rund zwölf Mädchen besuchen regelmäßig ihren Kurs. „Es ist einfach toll zu sehen, wie die Mädchen strahlen, sobald die Musik angeht“, erzählt Kruk. Das Besondere an diesem Kurs ist, dass die Mädchen nicht aus der Region stammen, sondern überwiegend aus Syrien und Afrika.

    „Hier haben die Mädchen die Möglichkeit, ohne Kopftuch und jegliche Sorgen zu tanzen. In einem normalen Fitnessstudio ist das nicht möglich, da dort Männer zusehen können. Aus religiösen Gründen dürfen die Mädchen nicht von Männern beim Tanzen beobachtet werden“, erklärt Ika Heyer, die als ehrenamtliche Helferin bei der AWO Flüchtlingsprojekte unterstützt. (Das ist auch der Grund, warum im Video nur wenige Gesichter der Mädchen gezeigt werden, Anmerkung der Redaktion.) […]

    [Auch Ilka Heyer kann wissen: „Aus religiösen Gründen dürfen die Mädchen“ ohne Schleier nicht auf die Straße, haben, ab 9 Jahren, jederzeit mit einem Dasein auch als Zweitfrau zu rechnen sowie, mindestens soweit sich ihr Vater der schafiitischen Rechtsschule zuordnet, genital verstümmelt zu sein. Aus demokratischen Verpflichtungen („Gründen“) sollte man den Mädchen klar machen, dass es in Deutschland für jeden Menschen ein Leben mit Zumbatanz sowie ohne Glaubensgehorsam geben kann.]

    [Der eigentliche Skandal: Die RP selektiert die Mädchen, freut sich, die gottesfürchtigen jedenfalls schariapflichtigen Mädchen ausgeblendet nämlich aus dem Blickfeld entfernt zu haben.]

    Im Jahr 2013 wurde das Projekt „Willkommen in Mönchengladbach“ gestartet. Ziel des Projektes ist laut Olga Weinknecht, Ansprechpartnerin in Sachen Familienservice bei der AWO Mönchengladbach, dass freiwillige Paten die Kinder aus Flüchtlingsfamilien individuell betreuen. „Das heißt, die Paten stehen den Kindern in der Freizeit bei, helfen beim Spracherwerb, bei der Integration in das gesellschaftliche Leben„, erzählt Weinknecht. [Genau, und im Klassenzimmer und Arbeitsleben der Buntrepublik ist die islamische Kleidung aus religiösen Gründen zwingende Vorschrift.] […]

    [Liebe AWO – Wo ist das Kinder- und Jugend-Nachmittagsprogramm ohne Geschlechterapartheid? Seit Jahrzehnten wurschtelt die Arbeiterwohlfahrt zur Integration – aber bis heute wagt man nicht die Aussage, dass eine Frau muslimischer Eltern in Deutschland auch einen Nichtmuslim bzw. Ex-Muslim heiraten darf oder unverheiratet leben darf.]

    (Rheinische Post, 26. November 2015. Flüchtlingsmädchen können ohne Kopftuch Zumba tanzen. Von Sabine Kricke.)

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/fluechtlinge-in-moenchengladbach-maedchen-tanzen-zumba-ohne-kopftuch-aid-1.5588580

    Video

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/zumba-kurs-fuer-fluechtlingsmaedchen-vid-1.5585721

  7. Cees van der Duin Says:

    „Flüchtlinge in Mönchengladbach: Mädchen tanzen Zumba ohne Kopftuch“

    (Die frühe Fassung bzw. Erstfassung klingt kopftuchkritisch oder kopftuchfeindlich, beides darf nicht sein.)

    „Zumba-Kurs für Flüchtlingsmädchen: Ohne Kopftuch tanzen können“

    (Kompetenz koftuchfreies Tanzen – was für ein schlimmer antimuslimischer Rassismus.)

    „Flüchtlingsmädchen können ohne Kopftuch Zumba tanzen“

    (Weichgespülte Endfassung des Titels.)
    .
    .
    .

    [Der erste Titel ging natürlich nicht und musste korrigiert werden. Implizit klingt mit: 1. Zumbatanz nur ohne Kopftuch, 2. Mit Kopftuch kein Zumbatanz, 3. Mädchen integriert euch, zieht das Kopftuch aus und tanzt bei der AWO Zumba.]

    [Noch im Cache]

    Flüchtlinge in Mönchengladbach: Mädchen tanzen Zumba ohne Kopftuch

    RP ONLINE‎ – vor 12 Stunden
    Mönchengladbach. Einfach losgelöst sein, das Kopftuch in der Umkleidekabine lassen und …

    [war zu brisant … rasch umbenannt. Wie nett, tanzfähige Mädchen, die können tanzen, auch ohne Kopftuch, soweit die Schariagesetze das hergeben.]

    [Zweite gelöschte Variante des Titels.]

    Zumba-Kurs für Flüchtlingsmädchen: Ohne Kopftuch tanzen können

    Einfach losgelöst sein, das Kopftuch in der Umkleidekabine lassen und alle Sorgen beim Tanzen vergessen: Das können …

    [Womöglich immer noch ein fieser Presse-Angriff gegen das unschuldige Tüchlein. ‚Hallo Frau Nachbarin Muslima, hat ihre Tochter schon mitgemacht beim AWO-Programm Ohne Kopftuch tanzen können?‘ Der Imam wäre not amused. Nicht auszudenken.]

    [Ebenfalls noch im Cache.]

    [Nun die Schlussfassung, damit die Scharialobby für heute huldvoll Gewährung nickt.]

    Flüchtlingsmädchen können ohne Kopftuch Zumba tanzen

    Mönchengladbach. Einfach losgelöst sein, das Kopftuch in der Umkleidekabine lassen und alle Sorgen beim Tanzen vergessen: Das können Mädchen aus Syrien, Afrika und anderen Flüchtlingsländern beim Zumba-Kurs in Mönchengladbach. Von Sabine Kricke

    [Alles geht, alles ist tralala, sie können. Unsere Tanzmädchen. Mal mit, mal ohne islamischen Schleier. Draußen nur mit Kopftuch versteht sich. Und drinnen – können sie tanzen … mit Kopftuch, selbstverständlich. Sie können das! Wenn die Eltern und großen Brüder ihrer Tochter den Tanzkurs bzw. das Kopftuchablegen erlauben.]

    [Hier zum Text mit dem im dritten Anlauf genehmigten Titel.]

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/fluechtlinge-in-moenchengladbach-maedchen-tanzen-zumba-ohne-kopftuch-aid-1.5588580

    [RP vermeldet stolz.]

    Ein Video aus dem Zumba-Kurs sehen Sie hier.

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/zumba-kurs-fuer-fluechtlingsmaedchen-vid-1.5585721#

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