100. Schülerinnenstreik am Speyer-Kolleg

100

Offener Brief

Speyer, Februar 2009[1].

Schülerinnen am Speyer-Kolleg protestieren dagegen, von einer Lehrerin unterrichtet zu werden, die ein politreligiöses Kopftuch trägt[2]. Unmittelbar vorausgehend war diese Lehrerin vom Eleonoren-Gymnasium Worms aufgrund eben ihres Kopftuchs abgewiesen worden. Die zuständige Behörde für den Einsatz von Lehrpersonal an staatlichen Schulen in Rheinland-Pfalz, der in Trier ansässigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) versetzte die Kopftuchträgerin von Worms nach Speyer. Zivilcouragierte Schülerinnen protestieren wollen nicht von einer Pädagogin in den Fächern Deutsch und Sozialkunde unterrichtet werden und verfassen einen lesenswerten offenen Brief.

Der CDU-Landtagsabgeordnete für Speyer, Dr. Axel Wilke, kritisiert das Fehlen einer gesetzlichen Regelung zum Lehrerinnenkopftuch[3] in Rheinland-Pfalz[4]. Dieses Blog dankt den demokratiebewussten Schülerinnen, möchte sie gerne ermutigen und unterstützen und weist auf ein Positionspapier hin, das sogar das Schülerinnenkopftuch als problematisch und diskriminierend darstellt; vielleicht sind einige Argumente von Nutzen, insbesondere das einstige Urteil gegen einen Bhagwan-Lehrer, dem es vor vielen Jahren vom Bundesverwaltungsgericht untersagt wurde, in seiner roten Sektenkleidung zu unterrichten[5].

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie im folgenden Sachverhalt um Unterstützung ersuchen. An unserem Kolleg ist während des laufenden Schuljahrs eine Lehrerin versetzt worden, die aus religiösen Gründen auf das Tragen des Kopftuchs besteht. Wir lehnen das Verhalten der Lehrerin aufgrund der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2003 ab. In dem Urteil wird ausdrücklich auch auf die Wahrung der negativen Religionsfreiheit Bezug genommen und die Landesregierungen dazu aufgefordert, entsprechende klärende Gesetze zu erlassen.

Unser Ersuchen lautet daher wie folgt:

1. Bewahrung unseres Grundrechts auf negative Religionsfreiheit.

2. Eine landesrechtliche Umsetzung der Vorgaben des BVerfG.

3. Entfernung der betreffenden Lehrerin von der Schule, sofern diese nicht bereit ist, auf das Kopftuch zu verzichten.

4. Gewährleistung eines Schutzes vor Mobbing, Bedrohungen und anderen Repressalien.

5. Klärung des Sachverhalts, warum die Polizei hinsichtlich gegenüber uns ausgesprochener Drohungen, keine Strafanzeige trotz entsprechender Aufforderung aufnimmt.

Die betroffene Schülergruppe des Speyer-Kolleg.


Eine Antwort to “100. Schülerinnenstreik am Speyer-Kolleg”

  1. Jacques Auvergne Says:

    Bitte lesen Sie zum Thema auch beim Blog
    http://quadraturacirculi.wordpress.com/
    der sich so engagiert und fundiert für die
    kopftuchkritischen jungen Menschen am
    Speyer-Kolleg einsetzt wie kein anderer.

    Danke, ‚quadraturacirculi‘!

    Dieser Quelle dürfen wir Blogger den
    offenen Brief entnehmen:

    http://quadraturacirculi.wordpress.com/2009/02/20/kopftuchstreit-in-speyer-zieht-kreise-schuler-werden-zur-zielscheibe-von-mobbing-und-hass/

    Mehr zum Thema Schulstreik und Schüler-Mobbing,
    Behördenwillkür und islamkonforme Obrigkeit
    um und am Speyer-Kolleg ist hier zu lesen:

    http://quadraturacirculi.wordpress.com/?s=speyer&x=0&y=0

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: