102. Kirche und Scharia

الولاء والبراء

»al-walā‘ wa-l-barā’a«

Affection and aversion, love

and hate for Allah`s sake.

Diesen bist du mitverpflichtet, von

jenen hast du dich abzusondern

Lieben für Allah –

Hassen für Allah

Von Jacques Auvergne

Islam spaltet Integration. Dazu ist er schließlich erfunden worden. Muslimas dürfen sich nicht in die bevorrechtigte Sphäre der männlichen Muslime integrieren, sittlich minderwertige Nichtmuslime nicht in die Zone der Rechtgläubigen. Diese geheiligte Apartheid der Geschlechtsklassen und Religionskasten ist von keinem Geringeren als Allāh gestiftet worden, jedenfalls von seinem irdischen Aktivisten Mohammed. Islam ist antisozial nach außen und nach innen (und außen!) frauendiskriminierend, er verhindert als unkreativ und imitierend (taqlīd) persönliche Autonomie, freies Denken und nennenswerte Wissenschaft. Islam betrachtet Gesellschaftskritik und freien Journalismus nahezu als Gotteslästerung, will militärisch expandieren und, im Machtbereich, zunehmenden politreligiösen Totalitarismus kultivieren.

Die sehr säkular zu denkende kulturelle Moderne universeller Menschenrechte hat nun allerdings ein Problem. Das Konzept Islam ist wesensgemäß antiintegrativ. Die Moderne muss jedoch Integration wollen und kann sich schariatische Sonderrechtlichkeit islamisch befreiter Zonen nicht leisten, ohne die mühselig errungene Gleichberechtigung von Frau und Mann – für alle Staatsbürgerinnen und Staatsbürger – oder ohne den Begriff von der absoluten Würde des – jedes – Menschen einer anfallsweise jähzornigen und grundsätzlich unberechenbaren Gottheit zu opfern.

Mehrere in islamischer Doktrin als ’ewig und unverhandelbar’ geltende Grundsätze sind es also, die in einer freiheitlich-demokratisch bleibenden Zukunft durch Europas Muslime künftig aufgegeben werden müssen: Die heiligen Dogmen der Scharia (Pflichtenlehre mit beispielsweise Familienrecht und Personenstandsrecht), der Sunna (Orthopraxie bei permanenter wechselseitiger Verhaltenskontrolle) und der Gehorsam gegenüber den fatāwā (Fatwen; Europäischer Fatwā-Rat, ECFR) sind zu nennen.

Ebenso wird die militante Politreligion auf das Konzept der fitra (Ideologisierung des Leibes und der Natur) sowie tahāra (rituelle Reinheit einschließlich männlicher Beschneidung oder schafiitischer weiblicher Genitalverstümmelung; anzutrainierender Ekel gegenüber dem und den Unreinen) verzichten Müssen. Schließlich muss der Islam seine sexistische Geschlechterideologie bzw. misogyne Geschlechtertheologie ablegen, einschließlich des Zeichens ordnungspolitischen Herrschaftsanspruchs namens hidschāb (Verschleierung, Kopftuch; islamische Kleidung). Last but not least gilt es, die gewaltsame traditionelle arabisch-islamische Kindererziehung einzustellen.

Solange sich der Islam von diesen seit einem Jahrtausend geheiligten Ansprüchen nicht trennt, wird er jede (erwünschenswerte) Integration mehr oder weniger bewusst ironisieren, jede kulturelle Moderne (kufr, dār al-harb, bei Sayyid Qutb: die eigentlich ’vorislamische Zeit’ bedeutende dschāhiliyya) mehr oder weniger erfolgreich angreifen, einebnen, wegätzen und beseitigen. Und das alles im Namen der Religionsfreiheit. Beim Wort Religion allerdings wacht die europäische, für uns speziell die deutsche Kirche auf und wittert Pfründe. Ein paar Krümel der Macht werden doch wohl vom Tisch des Kalifen herunter fallen.

Europas Klerus beäugt das gegenwärtige Schauspiel misslingender Integration und ’surft’ auf der prekären sozialen Schieflage wie ein kriegs- und krisengewohnter Wellenreiter. Das Wort Islam wird vermieden, das Wort Scharia wird nie ausgesprochen. Daneben gibt es in den Kirchen ausgesprochene Islamoptimisten und dezidierte Islamverteidiger. Meist nur mäßig informiert, dafür umso dialogfreudiger.

Theologe Dr. Krämer ist professionell in der Erwachsenenbildung und Mitarbeiterweiterbildung tätig und wird in ländlichen Regionen Süddeutschlands als Fachmann für Literatur aus den islamisch geprägten Teilen der Welt gehandelt. Krämer schreibt am 22. Februar 2009 zu Ümmühan Karagözlü vom Blog Schariagegner, hier eingestellt als Nr. 042. (IKEA kündigt Kopftuchkritiker) sowie zu hier Nr. 043: (Die Schura von Vólos – Europäische Jugendverbände treffen sich mit dem frommen Nachwuchs der Muslimbruderschaft).

Der (schariakompatible) Standpunkt des Theologen hinsichtlich der allgemeinen Menschenrechte verblüfft uns Kummer gewohnte Sozialpädagogen längst nicht mehr. Die hauptberuflich betriebene Islambeschönigung durch Angehörige der beiden Großkirchen ist für uns atheistische oder säkular-religiöse Islamkritiker immer wieder Gegenstand der Beobachtung. Manch ein Moscheebau wird umgesetzt, wenn nur der evangelische und der katholische Geistliche ihm zustimmen und zur ’Versachlichung der Debatte’. Mancherorts bildet sich ein betonhartes Amalgam aus intransparenter Islamverbands- und Kirchenpolitik heraus, ein Dhimma- oder Millet‑System, global gedacht, lokal gehandelt. Bekennender Ex‑Muslim sollte man in so einem Stadtviertel besser nicht sein.

Zunächst zum Kopftuch oder Hidschab, Dr. Krämer spricht islamisch korrekt von Bedeckung. Gepfefferte Antwort erhielt Krämer noch am selben Tag von Jacques Auvergne, hier als Baustein 102. Vgl. Erwiderung von Ümmühan Karagözlü an den Theologen, hier als 103.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ja es sollte jeder Frau selbst überlassen sein, ob sie sich bedeckt oder nicht. Zur Intergration trägt die Bedeckung sicher nicht bei. Und manchmal finde ich es fast witzig wenn bedeckte Frauen mit Minirock und hautengen Kleidern durch die Fußgängerzone in unseren Stäcten spatieren.

Sagt nicht der Prophet, Frau solle das bedecken, was zur Sünde reizt? Das sind bei uns nun wirklich nicht die Haare.

Ich finde es spannend, dass eine Entscheidung Muhamads, die seine eigenen Frauen betraf, nun von allen Frauen im Islam geteikt werden soll.

Sind denn alle Propheten-Frauen?

Nichtmal vom Islam gedeckt ist, was da geschieht. Es ist bloß ein patriarchles Übel, das religiös verbrämt wird.

Freundliche Grüße

Dr. M. Krämer

Sehr geehrter Herr Dr. Krämer,

leider liegen Sie radikal daneben. Das noch so winzige islamische Kopftuch diskriminiert mich (nichtmuslimisch, Schariagegner) als Dhimmi, als unsittlichen Menschen zweiter Klasse. Antisemit und Terrorversteher Yusuf al-Qaradawi fordert, auch Sie benutzen dieses beschönigende und irreführende Wort, die ‘Bedeckung’, bis auf Hände und Gesicht. Burka ist ein textiles Gefängnis, und doch wird sie (niqab, parda, abaya, tschador) mit Androhung vor der Strafe ewiger Verdammnis angedrillt oder vielmehr (arabisches Erziehungsprinzip: Außensteuerung …) angeprügelt.

Nein, es sollte nicht jeder Frau überlassen sein, ob sie sich im Einklang mit der schafiitischen Rechtsschule nachträglich beschneiden lässt oder die selbe Genitalverstümmelung, die, wie Sie sicherlich wissen, auch von Geistlichen der Kairoer al-Azhar verteidigt wird (islampädagogisch immer wieder unterstützt von der Muslimbruderschaft), an ihrer Tochter durchführen lässt.

Hat der vielleicht ja schlicht anmaßende und selbsternannte Prophet überhaupt gelebt? Herr Dr. Krämer, Sie sprechen von einer mythischen Figur – wir können uns ganz ernsthaft darüber unterhalten, ob es wirklich ein Chinese namens Lao Tse gewesen ist, der das (lesenswerte) Buch Tao Te King schrieb, wir können diskutieren, ob indianischer Schamanismus rascher und nachhaltiger zu einem Heil-Werden oder gar Heil-Sein führt als die reaktionäre Salafiyya mit ihren nachempfunden mittelalterlichen Textilien oder das Pfründe-Denken und Hofschranzentum der heutigen Wahhabiyya der Wirkmächtigkeit ihrer Petro-Dollars.

Sie hätten schreiben müssen: ‘Der hypothetische Mohammed, legendärer und kultisch verehrter Feldherr’. Sie können in der kulturellen Moderne nicht erwarten, dass es unwidersprochen bleibt, wenn Sie schreiben: ‘Der Prophet’. Denn es befinden sich unter uns auch Nichtmuslime und Ex-Muslime, auch bekennende Christen oder bekennende Atheisten lesen hier mit. Die alle womöglich keinen Wert auf das ‘Prophetentum’ des (mutmaßlichen) Gründers der (wahrscheinlich) inhumanen Theokratie von Medina (vormals Yathrib) legen.

Ihre islamtheologische Kopftuchkritik richten Sie doch bitte an Yusuf al-Qaradawi, an den Vorstand von Milli Görüs bzw. an sein Berliner Pendant Islamische Föderation Berlin und natürlich auch an die schiitischen Ayatollahs in Teheran. Helfen Sie diesen Herren frauenpolitisch ein wenig auf die Sprünge.

Sie sind, sei es eher beiläufig oder recht gezielt, Islambeschöniger, mehr noch: Islamverteidiger (’Verteidiger des Glaubens’). Ich wünschte, Sie würden die säkulare freiheitliche Demokratie gegen die Orthopraxie der Sunna, gegen die ‘ewige und unverhandelbare’ (Mustafa Ceric) Scharia verteidigen. Dazu lade ich Sie ein. Kritisieren Sie – mit mir – den Großmufti von Sarajevo.

Der Nebel des īhām umwölkt jede da’wa.

Nein, ich widerspreche Ihnen. Das islamrechtliche Kaufobjekt, von der nikkah, Imam-Ehe haben Sie gewiss gehört, das entwürdigte und unterdrückte, nach Maßgabe des Beutemachens und Tochtertauschens zwischen den patriarchalischen islamischen Clans überreichte Wesen beziehungsweise die eroberte Nichtmuslima, Kinder sind Muslime und gehören nach der Scharia dem Vater (Aufenthaltsbestimmungsrecht), diese Frau trifft keine freie Entscheidung über ihre Biographie.

Die dem orthodoxen (politischen) Islam unterworfene Frau hat keine wirkliche Kompetenz, zu entscheiden, ob sie ihre awrah (aura), ob sie den ‘Schambereich’ des ideologisierten Leibes bedeckt und wie sehr und wie lange. Kopftuch ist der erhobene Zeigefinger der hisba (hisbah), der ordnungspolitischen Schariatisierung (Europas, Deutschlands). Kopftuch ist der stumme Schrei: ‘Ich bin keinesfalls lesbisch und ein schwuler Sohn wäre mir und Allah ein Gräuel’.

Verteidigen Sie die Imam-Ehe (potentiell polygam) und das frauenentwürdigende und frauenentrechtende Familienrecht der Scharia (vom Strafrecht nicht zu sprechen)? Behaupten Sie, es gäbe im deutschen Sprachraum keine Mädchen und Frauen, denen das Kopftuch oder der hidschāb aufgezwungen worden ist und der Bräutigam gleich mit?

Ein wirksamer rhetorischer Trick der Islamisten, ‘aus eins mach zwei’, einen totalen Komplex (Politreligion, Kerker des Wohlverhaltens und der Bedarfsweckung auf den jenseitigen Platz im zu erspinnenden Paradies) in zwei Bereiche oder vielmehr Begriffe zu trennen: Einmal sagen Religion, ein anderes mal Tradition … je nach Bedarf … um dann, ohne rot zu werden, ‘aus zwei mach eins’, von ‘islamischer Tradition’ zu sprechen. Je nach Bedarf. Wo ist die Kugel, sagt der Hütchenspieler, unterm Hütchen Religion oder unterm Hütchen Tradition? Inschallah unterm Doppelhütchen Islam, guckstu.

Der territorialdominante, fundamentalistische Islam ist eine sehr flexible (taqiyya), sehr soziale (kulturrassistische), sehr ganzheitliche (Kalifat) Religion. Es kann einen anderen Islam geben und es muss uns darum gehen, ob Nichtmuslime oder Muslime, ihm Geltung zu verschaffen: Ohne Scharia-Doktrin und Sunna-Zwangshandeln, ohne fiqh (Scharia-Gerichtshöfe) und ohne Pflicht zur … ‘Bedeckung’.

Wie Sie sehen, stimmen wir weltanschaulich und politisch sogar ein klein wenig überein, doch es könnte und ich meine es sollte etwas mehr sein.

Bekennen Sie sich gegen das, was Sie heute noch – schariakompatibel – verteidigen: Den hidschāb, das Kopftuch.

Mit freundlichen Grüßen

Jacques Auvergne

In seinem zweiten Kommentar zur von mir bedauerten Zusammenarbeit europäischer kirchlicher Organisationen der Jugendarbeit mit Abgesandten des Umfelds der radikalislamischen Muslimbruderschaft schlug der Globalisierungskritiker und Erwachsenenbildner einen ausgesprochen vorwurfsvollen Tonfall an, verzichtete jedoch der Einfachheit halber auf irgendwelche Begründungen und fordert stattdessen den entgrenzten Dialog. Alles andere würde zu Religionskriegen führen.

Von den beiden Großkirchen würden wir gerne ein Wort der Distanz zur Scharia vernehmen, etwa zum radikal antimodernen Vorschlag von Professor Christian Giordano (“Rechtspluralismus – ein Instrument für den Multikulturalismus?“), welcher ethnoreligiös definierte, segregierte Rechtssprechung (Scharia‑Gerichtshöfe) fordert[1]. Oder zum gleichgerichteten Vorschlag von Erzbischof Rowan Williams[2].

Der kulturelle und politische Bildungsverbreiter und professionelle Christ Dr. Krämer schweigt zu universellen Menschenrechten, beispielsweise zu Frauenrechten in Alltag und Theologie des heutigen Islam, zu Rechten für Bahá’í, Juden, Christen oder Atheisten in islamisch dominierten Gebieten (Ägypten, Irak, Pakistan) oder zur Lebensqualität von bekennenden Ex‑Muslimen in Europa. Dr. Krämer:

Sehr geehrte Damen und Herren,

selten habe ich einen Artikel gelesen, der so von Unsachlichkeit und Emotion geprägt war. Fakten lassen sich aufzählen und sprechen für sich. Sie bedürfen dann kines Kommentars.

Als Europäer, die durch den Prozess der Aufklärung gelaufen sind, bleibt uns nichts anderes als unsere Form der anderswo unbekannten Reflexion einzusetzen. Wir hatten genügend Religionskriege. Das hat uns gereicht. Wir müssen – und das scheint mir hier ein Problem zu sein – nicht wieder zu Religionskriegen blasen.

Wir schaffen den Dialog – übrigens auch mit Fundamentalisten – nur, wenn wir diese Form der europäischen Identität nicht verleugnen.

Und christlichen Fundamentalismus, qwie er mir in dem obigen Artikel entgegen kommt, verachte ich nicht weniger als muslimischen.

Im übrigen kommen in den USA mehr Menschen durch christlichen Fundamentalismus um als durch islamischen.

Freundliche Grüße

Dr. theol. M. Krämer

Sehr geehrter Herr Dr. theol. Krämer,

ich bitte Sie um ein öffentlich vernehmbares, deutliches Wort des Bekennens gegen den demokratiegefährdenden, ordnungspolitischen Anspruch der vormodernen Scharia, gegen die schariatische und frauenfeindliche Institution der Imam-Ehe.

Ich frage mich, ob Sie zum ersten Mal von FEMYSO, EYCE und Muslimbruderschaft gehört haben – mir will es so scheinen.

Falls Sie jedoch al-Bannā und Qutb und al-Qaradāwi etwas genauer kennen, sagen Sie doch bitte öffentlich vernehmbar etwas gegen die islamische Theologie dieser Herren – und gegen die frauendiskriminierende und in Teilen grundrechtswidrige Theologie der al-Azhar gleich mit. Von einem – von meinem – Seelsorger darf ich solches erwarten, jedenfalls erhoffen.

Kennen Sie die Unterschiede zwischen der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 und der Kairoer Erklärung der Menschenrechte? Wie weit, sehr geehrter Herr Dr. Krämer, wie weit geht Ihr ‘toleranter Dialog’ mit dem orthodoxen (politischen) Islam?

Ich beginne zu ahnen, dass Sie Ihren christlich-islamischen oder interreligiösen Dialog zwar in Ihrem eigenen, nicht aber in meinem Namen betreiben. Und doch ermutige ich Sie, weiterzumachen! Denn nur gemeinsam und gemeinsam mit vielen anderen Menschen jeder Religion oder Ex-Religion oder Nichtreligion werden wir das Zwielicht und den Nebel lichten helfen, der den Fiqh-Islam und den Scharia-Islam umgibt.

Ex-Muslime sollten Sie einmal kennen lernen, es lohnt die Mühe sehr. Sagen Sie uns ein Wort zum neuen islamistischen Antisemitismus und alten koranisch-schariatischen Antijudaismus! Äußern Sie sich gegen Theorie und Praxis von Apostasieverbot (Apostatenmord), dhimma (Dhimmitude) und dschihād!

Und selbstverständlich haben sich unsere Bemühungen um die kulturelle Moderne auch zu richten gegen christlichen Fundamentalismus (Kreationismus, theologisch/theokratisch begründete Homosexuellenfeindlichkeit, christlichen Antijudaismus, gewalttätige Abtreibungsgegner), gegen Hindu-Fundamentalismus (Kastensystem, Misogynie), Sikh-Fundamentalismus (Zwangsehen) und Jesidentum (Steinigungen) – Sie rennen da die sprichwörtlichen offenen Türen ein.

Von Islam haben Sie – mit Verlaub – keine Ahnung.

Mit freundlichen Grüßen

Jacques Auvergne



4 Antworten to “102. Kirche und Scharia”

  1. arouet8 Says:

    Lieber Jacques,

    Es ist schon seltsam. Die christlichen Kirchen foerdern den Islam, obwohl dieser nach allen Berechnungen mit Gewissheit noch in diesem Jh. in Europa die groesste Religion sein wird. Wenn ich das Wort „obwohl“ auf „weil“ abaendere, erscheint es mir nicht mehr so seltsam. Denn da wird deutlich, nicht das Wort „christlich“ hat in den Kirchen Prioritaet, sondern das Wort „Religion“.

    Bei der Machtfuelle des Islams ist das fuer die Kirchen verlockend und aus Gier nach mehr Einfluss lassen sie alle Vorsicht aus den Augen.

    Dieser Satz aus deinem Artikel verdeutlicht dies sehr treffend:
    „Beim Wort Religion allerdings wacht die europäische, für uns speziell die deutsche Kirche auf und wittert Pfründe.“

    Das Dilemma, Jesus vom Gottessohn zu einem sogar nur zweitrangigen Propheten degradieren zu muessen, koennen die Kirchen umgehen, indem sie das Hauptgewicht sukzessive auf Gott-Vater, der ja mit Allah identisch ist, verlegen. „Pontifex Maximus“ war der Titel des obersten Priesters der heidnisch-roemischen Religion. Diesen Titel verwenden die katholischen Paepste weiter, weil die Religion, nicht das Christliche Vorrang hat. Deshalb macht es den Kirchen nichts aus, in den Islam einzugehen, denn dort ist der Begriff „Religion“ so hoch gewertet, wie es das Christentum nie erreicht hat.

    Jesus den Gottessohn – Status abzuerkennen wuerde einen massiven Eingriff der diesseitigen Kleriker in das Jenseits darstellen. Aber der „Pontifex Maximus“ hat anno 2008 sogar eine ganze Hoelle, naemlich die Vorhoelle mit einem Federstrich abgeschafft, also wird er auch Jesus korrigieren koennen.

    Dein Artikel hat mich veranlasst, mein Gedicht „WIR KLERUS-MAENNER“, das ich schon vor laengerer Zeit schrieb, zu verbessern und zu veroeffentlichen.

    arouet8

  2. arouet8 Says:

    Ich korrigiere: Der Papst hat die Vorhoelle nicht 2008, sondern schon 2007 abgeschafft.

    arouet8

  3. Jacques Auvergne Says:

    Lieber arouet8,

    vielen Dank für deine Darstellung,
    in der Tat bauen die christlichen Kleriker
    das Euro-Kalifat mit größerem Eifer auf
    als es Durchschnittsmuslime tun.
    Wie sehr schuldhaft,
    die nicht eingewanderten
    Europäer kannten doch
    Errungenschaften wie
    (negative) Religionsfreiheit oder
    Redefreiheit aus eigener Erfahrung.
    Mag sein, dass jemand von einem
    nachdemokratischen
    ‚christlich-islamischen Gottesstaat‘ träumt.

    Bizarrerweise sind das meistens (so genannte)
    ‚Linke‘ und nun wirklich keine Rechtskonservativen
    unter den Klerikern, die heute dem radikalen
    Islam zuarbeiten. Kulturrelativismus. Korruption.

    Colonia corrupta, ein lesenswertes Buch von Werner Rügemer,
    das wir Islamkritiker auf unseren Arbeitsbereich beziehen dürfen:
    http://www.transparency.de/Ruegemer-Werner-Colonia-Cor.557.0.html

    Ein alt-neues Gedicht von arouet8? Ich werde es
    bald in aller Ruhe lesen, es wird sicherlich ein
    Hochgenuss. Islamresistenz braucht scharfen
    Geist ebenso sehr wie feinsinnig-sanfte oder
    auch mal empört-bissige Kunst(werke);
    der Scharia-Islam zerstört beides,
    die Intelligenz ebenso wie die Kreativität.

    Vor kurzem habe ich ein Buch von dem
    promovierten Orientalisten und Volkswirt
    Hans-Peter Raddatz lesen können,
    „Allah und die Frauen“,
    das viele gute Gedanken enthält,
    gerade auch zum Thema
    ‚islamkonformer christlicher Klerus‘
    http://www.amazon.de/Allahs-Frauen-zwischen-Scharia-Demokratie/dp/3776624485

    Die Islamverliebtheit der christlichen
    Pastoren/Pfarrer, einerlei ob evangelisch
    oder katholisch, macht mich immer wieder
    fast sprachlos. Ich kenne eine Menge von ihnen.
    In Ägypten, Syrien, Irak, Pakistan,
    Indonesien oder in der Türkei
    werden christliche Geistliche bedroht,
    angegriffen oder sogar ermordet,
    durch motivierte Diener Allahs,
    aber von ihren europäischen
    Gemeindemitgliedern erwarten
    Deutschlands Kleriker erpresserisch (!),
    in den einlullenden, ‚hypnotisierenden‘
    Chor einzustimmen „Islam heißt Frieden!“

    Die klerikale Islam-Anbiederei ist
    – masochistisch beglückt,
    – zynisch-machtgeil kalkuliert oder
    – am ‚Stockholm-Syndrom‘ erkrankt
    oder liegt in Mischform vor.

    Nehmen wir diesen Dhimmi-Pastor:
    „Ich segne diese Ringe im Namen von
    Jesus Christus und Allah!“ –
    das ist bitterer Ernst:
    https://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/10/27/090/

    Dhimmi-Kleriker Nummer zwei,
    evangelisches klerikales
    Verhalten, aus Verschrecktheit und
    Gutmütigkeit und Karrieregeilheit
    wird Ungeheuerliches vertuscht
    https://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/06/16/073/

    Du schreibst es sehr richtig;
    von christlichen Werten
    nimmt Europas Klerus
    in vorauseilendem Gehorsam
    Abstand.

    Christliche Werte wären

    – Feindesliebe (islamisch: Feindeshass)
    – unbedingter Wert jedes Menschen
    [Samariter, Ehebrecherin, ‚Zöllner‘, ‚Legionär‘,
    islamrechtlich sind entsprechende
    „Feinde Allahs“ wohl zu töten]

    Auch ein ‚parteiliches‘
    Vertreten der eigenen (christlichen) Tradition/Wesensart
    gegenüber dem neuen Machtkartell Polit-Islam
    scheint Klerikern „intolerant, eurozentrisch“,
    ist denn die kulturrassistische, frauenfeindliche
    Scharia „tolerant“?

    „Nebenbei“ zerstören
    diese Lumpen nicht nur die im Alltag
    gelebte christliche Seinsweise,
    sondern verspielen unsere
    freiheitlich-säkularen Bürgerrechte,
    stürzen (090, “’katholische Imam-Ehe“‘)
    eine heiratswillige Frau ins Unglück oder
    073 (türkische Parallelgesellschaft, Kindbraut)
    vertuschen eine grausige Straftat.

    Es gibt ein paar Mutige und Grundehrliche
    unter Deutschlands Priestern/Pfarrern –
    mögen es mehr werden.

    Richtig, die Stadtkerne ganzer Großstädte
    Europas werden islamisch dominiert sein
    (Marseille, Brüssel, Birmingam, Rotterdam,
    Ost-London,
    Teile von Berlin wie Neukölln und Kreuzberg,
    Teile des Ruhrgebiets wie Duisburg-Marxloh,
    allerdings Aleviten, Ex-Muslime, Nichtmuslime
    wie Sikhs, Atheisten, Christen leben darunter:
    Das ist eine explosive Mischung,
    es drohen Konflikte wie in Jerusalem, Kairo,
    Bombay oder Beirut. Hoffentlich geht es
    (möglichst) gut.

    Das ist die Frage, ob diese muslimischen
    Individuen oder vielmehr Clans
    (auch Männer werden arrangiert verheiratet)
    dann noch Lust auf Demokratie haben
    bzw. ob es den Radikalsten unter ihnen gelingt,
    echte Kerker der Scharia aufzubauen,
    aus denen es für freiheitsliebende Frauen
    und Männer kein Entrinnen mehr gibt und
    Nichtmuslime wie Nonkonformisten
    psychisch oder physisch gequält werden.

    Es grüßt
    Jacques

    —————————-
    PS.:

    Bei allem Ärger auch einmal etwas Erfreuliches:
    Frau Necla Kelek blickt wieder einmal klar durch
    und fordert echte Demokratie. Das macht Mut.
    Was für eine Schande, die ‚ur-deutschen‘
    Politiker lassen solche
    Einwanderer, Weltbürger und Demokraten
    wie Kelek
    feige im Stich
    http://fact-fiction.net/archive/texts/immigration/kelekbericht.html

  4. Jacques Auvergne Says:

    Interessant – Dogmatik im (allzu flexiblen?) Wandel. Es soll auch die Situation in Afrika eine Rolle gespielt haben, hörte ich einmal, und da ganz besonders das Konkurrieren mit dem Islam, der verstorbenen kleinen Kindern das Paradies sichert. Auch diese Kirchenpolitik wäre plausibel … und gefahrvoll islamkonform. Obschon Limbus ja weder jesuanisch noch biblisch ist und diese (Form von) Vorhölle abzulegen kein so großes Aufgeben von ‚Substanz‘ ist.

    Spötter könnten fragen: Macht der Vatican von Zeit zu Zeit Straßen-Umfragen, Tele-Voting? Aber, anders, ‚jede Bevölkerung hat immer DIE Geistlichkeit, die sie verdient‘. Obschon – die Iraner haben die jetzigen Ayatollahs (islamofaschistischer Putsch von 1979) nun wirklich nicht verdient. -jacques-

    Zitat:
    “Die Vorstellung der „Vorhölle“ ist seit vielen Jahren vor allem unter europäischen Katholiken nicht mehr weit verbreitet. „Seit geraumer Zeit glaubt niemand in der Katholische Kirche mehr an den Limbus“, meinte die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Benedikt habe sich bereits in seiner Zeit als Glaubenspräfekt vor mehr als 20 Jahren kritisch geäußert.

    “Der Gedanke des „Limbus infantium“ stammt aus dem Mittelalter, wurde aber niemals Teil der offiziellen kirchlichen Lehre. Die Vorstellung des Limbus „verkörpert eine übermäßig Einschränkung der Heils“ (…)“
    http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Welt-Papst-Kirche-Abtreibung-Vorhoelle;art118,1855020

    Zitat:
    „Die aus dem Mittelalter stammende Überlieferung des „Limbus infantium“ besagt, dass Kinder, die ungetauft gestorben sind, nicht in den Himmel kommen. Sie seien dann nämlich nicht von der Erbsünde befreit. Theologen lehrten lange Zeit, dass diese Kinder im so genannten Limbus einen ewigen Zustand natürlicher Glückseligkeit genießen – allerdings ohne Gemeinschaft mit Gott. Die Tradition wurde allerdings nie zur offiziellen Doktrin der katholischen Kirche.“
    http://www.tagesschau.de/ausland/meldung38452.html

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