178. Chatami und Zakzouk beim Wissenschaftsrat

Presseerklärung

Der Zentralrat der Ex-Muslime, der Osnabrücker Hintergrund-Verlag, das Internationale Komitee gegen Steinigung und Todesstrafe und der gemeinnützige Verein für Sprach- und Lernförderung I.so.L.De protestieren gegen den Aufbau von theologisch orientierten „Islamischen Studien“ an deutschen Hochschulen. Bekenntnisorientierte, auf der Scharia basierende Ausbildungszentren an zwei oder drei staatlichen Hochschulstandorten zu etablieren, halten die Unterzeichner für verfassungswidrig. Jeder Schulunterricht hat in der Tradition der Aufklärung zu erfolgen und wissenschaftlichen Standards zu genügen. Ein Islam, der nicht schulreif ist, schadet der Integration und gefährdet die freiheitliche Demokratie.

Ein glaubwürdiges Bekenntnis zur FdGO, besonders unter Berücksichtigung der Gleichberechtigung der Geschlechter, der negativen Religionsfreiheit, der Meinungsfreiheit auch in religiösen Angelegenheiten und der sexuellen Selbstbestimmung wären Grundvoraussetzungen, auf denen auch ein freiwilliger Islamischer Religionsunterricht (IRU) fußen müsste. Wie wenig die islamische Theologie bereit ist Wissenschaftsvorbehalt, historisch kritische Methode und Außenansicht zu respektieren und zuzulassen, zeigt der Umgang mit dem religionswissenschaftlichen Ansatz von Sven Kalisch. Der Münsteraner Jurist und Privatdozent war Inhaber des ersten Lehrstuhls für die Ausbildung islamischer Religionslehrer.

Das „religionsbezogene“ (Wissenschaftsrat) islamische Recht, das Körperstrafen wie Handabhacken, Fußabhacken und Peitschenhiebe für gottgewollte und gerechte Strafen hält und im Namen Allahs Todesstrafen verhängt und ausführt, sogar steinigt, ist, wie der Großmufti von Bosnien Herzegowina selbst zugibt, integraler Bestandteil der ewigen, unveränderlichen Scharia. Die vier oben genannten Organisationen protestieren gegen offizielle Gespräche mit hochrangigen Vertretern von menschenverachtenden theokratischen Diktaturen wie dem Iran.

Parteigänger der Scharia wie Bosniens Großmufti Mustafa Ceric, Irans Ex-Präsident Mohammad Chatami oder Ägyptens Religionsminister und Präsident des Obersten Islamischen Rates, Mahmoud Zakzouk, als Diskussionspartner bei Tagungen willkommen zu heißen, um mit ihnen über die vom Wissenschaftsrat (WR) empfohlenen Leitlinien zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen zu diskutieren, ist nicht hinzunehmen.

Mina Ahadi, Zentralrat der Ex-Muslime, Internationales Komitee gegen Steinigung und Todesstrafe

Hartmut Krauss, Sozialwissenschaftler, Hintergrund Verlag

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin, und Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge, I.so.L.De Verein für Sprach- und Lernförderung

Kontakt:

Mina Ahadi, minaahadi@aol.com

Gabi Schmidt, i.so.l.de@gmx.de

Ergänzender Hinweis: Anlässlich der Tagung des Wissenschaftsrates am 13. und 14. Juli 2010 im Kölner MediaPark protestieren Menschenrechtsaktivisten zwischen 12:00 und 19:00 Uhr, Maybachstraße Ecke Am Kümpchenshof gegen den Aufbau von „religionsbezogenen Wissenschaften“ beziehungsweise „Islamischen Studien“ an Deutschlands Universitäten.

5 Antworten to “178. Chatami und Zakzouk beim Wissenschaftsrat”

  1. Eifelginster Says:

    Der Wissenschaftsrat (WR) hat sein Programm geändert! Die Namen Chatami / Khatami und Zakzouk / Zaqzouq sind plötzlich verschwunden! Ob der Protest der Ex-Muslime etwa mitursächlich ist? Von Einsicht ist nicht gerade auszugehen, eher von Kalkül.

    Skandalös genug, dass WR und Annette Schavan wochenlang im Internet mit den Gästen Chatami (sein Amtsnachfolger ist Achmadinedschad) und Zakzouk (will die kulturelle Moderne verweigern im Namen der Schariadoktrin) auf der Gästeliste stand, ich rechne durchaus damit, dass Chatami und Zakzouk doch kommen, gewissermaßen durch den Hintereingang.

    Mustafa Ceric ist unerträglich genug, da er Scheich bei Yusuf al-Qaradawi ist im Netzwerk „ECFR“ (European Council for Fatwa and Research“), Ceric gehört also zum mutmaßlichen Sympathisanten- und Mitstreiterkreis der Muslimbruderschaft und ihrer dichtesten Umgebung.

    Cees van der Duin

  2. Edward von Roy Says:

    Kommt der Rechtspluralismus?

    Deutschlands Hochschulen, der Wissenschaftsrat und der Islam. Ein Gastbeitrag von Edward von Roy, Köln am 14.07.2010

    In diesen Stunden tagt im Kölner MediaPark, der Öffentlichkeit entrückt (unzugänglich), der Wissenschaftsrat (WR) zum Thema Islamische Studien in Deutschland. Journalist Jörg Lau moderiert auf der Tagung, ist vom islamischen Mittelalter sehr angetan, findet Kritik am heutigen Islam ganz wichtig und hält Deutschlands Islamkritiker pauschal für uninformiert.

    Gestern (13.07.2010) und heute protestierten in Köln säkular eingestellte, zum Teil dezidiert atheistisch motivierte Bürgerinnen und Bürger gegen das Projekt Islamische Studien, mit dem der WR Imamausbildung und Ausbildung der Lehrer für den Islamischen Religionsunterricht (IRU) an den Universitäten verankern will.

    Islam ist leider nach wie vor die organisierte emotionale und „im Kern“ (Hans-Gert Pöttering, Horst Köhler) auch die rechtliche Herabsetzung der Frauen und der Nichtmuslime. Muslimintern wird umfassender Gehorsam verlangt und wird das tugendhafte Verhalten des Einzelnen ganzheitlich (total) kontrolliert. Islamaussteiger und alle Verweigerer des korrekten islamischen Wohlverhaltens, dem die sexuell streng kontrollierte Frau ungleich repressiver ausgesetzt ist als der Mann mit seinen bis zu vier Nebenfrauen und islamrechtlich zulässigen Konkubinen unbegrenzter Anzahl, sollen, glaubt man den Hadithen und den Imamen, auf ewig in der Hölle braten. Erziehung zum mündigen Staatsbürger, der auch seinen Kindern und Mitbürgern die ungeschmälerten Freiheitsrechte zugänglich macht, sieht doch wohl etwas anders aus.

    Vielleicht fühlen Europas erste bildungspolitisch Verantwortliche, dem Schweizer Christian Giordano folgend, bereits ausreichend multikulturell, um nach der Beendigung des für alle geltenden einen, einheitlichen Rechts zu streben. Der Professor für Anthropologie forderte den Rechtspluralismus (1). Vielleicht wird Deutschlands universitäres Management die Rechtsungleichheit zwischen Mann und Frau (Scharia, Islam) sowie die Rechtsspaltung im Familienrecht (auch Scharia, auch Islam) bald in aller Toleranz billigen.

    Anders als in den Staaten mit religiös begründeter Rechtsspaltung wie Ägypten und Indonesien muss für die kulturelle Moderne die Maßgabe das verteidigenswerte ‘One Law For All’ sein. Die Rechtseinheitlichkeit und die Gleichberechtigung der Frau ist dabei nicht als „westlich“ (Ali Schariati, Tariq Ramadan) zu verteidigen oder als christlich, sondern als universell. Die allgemeinen Menschenrechte müssen von allen Menschen, hoffentlich nicht erst in ferner Zukunft, auch im Iran verwirklicht werden, Pressefreiheit und (negative) Religionsfreiheit haben irgendwann, bald, auch in allen arabischsprachigen Ländern zu gelten. Dazu freilich wird sich die Säkularität globalisieren müssen, nicht die vermeintliche göttliche Rechtleitung, was wir brauchen, ist die Internationalisierung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, nicht die Internationalisierung der religiös begründeten Segregation.

    Das islamische Heiratsalter beträgt neun Jahre, der höchste saudische Kleriker Scheich Abd al-Aziz bin Abdullah Al asch-Schaich will die heilssichernde Sittlichkeit und will damit die Kindbraut („Our mothers and before them, our grandmothers, married when they were barely 12″). Islamisch völlig folgerichtig verheiratet in der nordgriechischen Region Komotiní und damit versehentlich ganz offiziell durch die EU legalisiert der eine oder andere Mufti zwölf- oder elfjährige Ehefrauen, die alsbald schwanger in Düsseldorf auftauchen, für die einen Kindesmissbrauch, für die anderen Religion (Way to Allah).

    Die vollumfänglich islamisierte Sittlichkeit und Verhaltensnorm, die so genannte Scharia darf keinesfals legalisiert werden, auch nicht ‘teilweise’.

    Arbeitet der Wissenschaftsrat (WR) bereits an der künftigen deutschen Rechtsspaltung, sofern er beziehungsweise indem er den Scharia-basierten und Fiqh-basierten (Fiqh, heilssichernde Sakraljurisprudenz) Islam auf dem Universitätsgelände als Glaubenswahrheit lehren lassen will? Kann es aus der Sicht des WR wissenschaftlich sein, einen auf geheiligte Ungleichbehandlung gründenden, im vermeintlichen Jenseits zentrierten repressiven Lebensführungskult zu verbreiten?

    Derlei Schariagelehrsamkeit vielleicht mit, vielleicht ohne jede Außenansicht soll, so sagten es der der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der WR im Juni dieses Jahres, die deutsche „Vielfalt der Religionen – Theologie im Plural“ fordernd, lediglich zum Zwecke der überfälligen Gleichstellung des Islam mit den Kirchen geschehen und der als demokratiesichernd empfundenen Imamausbildung und Ausbildung der Lehrer für den IRU dienen. Die für alle geltende Verfassung soll irgendwie beibehalten werden, die frauenentrechtende und auch anderweitig differenzierende (diskriminierende) Scharia soll halt nur gelehrt werden, und überhaupt lässt sich die Scharia doch humanisieren, ein bisschen und ganz vielleicht.

    Im MediaPark-Gebäude zierte ein frisch gedruckter Zettel eine seitliche Saaltür, der Schriftzug lautete Gebetsraum. Soll es aus Sicht des WR demnächst in jeder Hochschule oder in jeder staatlichen Schule einen Gebetsraum geben? Im WR-Saal saßen, den internationalen Referenten lauschend, mehrere Trägerinnen des heilssichernden Hidschab, der Frauenarm ist schließlich schariatisch anders nackt als Männerarm, teuflisch nackter als der männliche, und Frauenhaar ist im klassischen Islam Schamhaar, männliches Haar hingegen gilt als öffentliche Ehrensache. Säkulare Muslime, die es in Deutschland glücklicherweise ja auch längst gibt, erkennen im Schleier bzw. im Kopftuch ein frauenfeindliches Dressurinstrument kultureller Vormoderne.

    Wie sollen demnächst die koranisch verbürgten Teufel im deutschen Hochschulbetrieb didaktisch vermittelt werden, wie die von Allah dem Ungehorsamen zugesicherten Höllenflammen?

    Als sich eine bürgerrechtlich engagierte Kölnerin als Ex-Muslima zu erkennen gab, stand der Erlangener Professor für Rechtsvergleichung und Gutachter im Berliner Gebetsraumurteil Mathias Rohe („Auch islamisches Recht ist Recht“, „In Deutschland wenden wir jeden Tag die Scharia an“) auf und verließ den Saal, zeitgleich tat dies ein großer Schwarm von politislamisch anmutenden Damen und Herren aus dem Umfeld von ZMD und IGMG. Das ist äußerst bedauerlich, denn Mina Ahadi hielt im Plenarsaal vor dem WR einen sehr guten, sechsminütigen Vortrag. Anschließend durfte ich durfte vier Minuten lang sprechen. Es ist anerkennenswert, dass Thomas May, seit Februar 2009 der Generalsekretär des Wissenschaftsrates, und Annette Barkhaus den zivilcouragierten Kritikern die Gelegenheit einräumten, ihre Ablehnung des politischen Islam und ihre Warnung vor den geplanten Islamischen Studien den islambegeisterten oder islamunkundigen Tagungsteilnehmern gegenüber zu Gehör zu bringen.

    Mohammad Chatami (Amtsvorgänger von Achmadinedschad), Mahmoud Zakzouk (Schariaminister Ägyptens) und Mustafa Ceric (Bosniens Großmufti aus dem ECFR-Netzwerk des Seelsorgers der Muslimbruderschaft Yusuf al-Qaradawi) waren, obschon durch den Wissenschaftsrat offiziell nach Köln eingeladen, verhindert. Man war seitens des WR also bereit, mit der organisierten Vormoderne und Gegendemokratie über den Wissenschaftsbegriff und den Gewissensbegriff (Schavan, Dissertation, Titel) zu debattieren. Die Folgen solcherlei entgrenzter Toleranz dürfen wir den Staatsbürgern der deutschen Zukunft nicht wünschen, das gilt besonders für die frauenfeindlichen Folgen der umfassend praktizierten Gesetzesreligion des Islam.

    Solange Scharia und Fiqh nicht überwunden sind das heißt abgelegt sind, so lange ist der Islam nicht schulreif und gehört auch nicht auf das Universitätsgelände, jedenfalls nicht als beworbenes pädagogisches oder sozialarbeiterisches Werkzeug. Im Mittelalterseminar oder in der Vorlesung Politischer Extremismus bleibe die Scharia und bleibe die geheiligte islamische Rechtssprechung hingegen unser willkommener Gegenstand der Untersuchung, man sollte sicherlich darauf achten dürfen, dass Lehrende oder Lernende nicht in ihren politreligiösen Untersuchungsgegenstand verliebt sind, wie das beim wissenschaftlich behandelten Nationalsozialismus weltweit bereits ganz ähnlich praktiziert wird, wo Neonazis generell weder als Lehrende noch als Lernende erwünscht sind.

    Wie gedenkt der Wissenschaftsrat den Aufbau von Scharia-Gerichten verhindern, wie die massenhafte Ausbreitung des textilen Markierungszeichens der tugendhaften Frau, des Hidschab? Kopftuchverweigerinnen sind in der schariatischen Ex-Logik schlicht Schlampen. Wie will der Wissenschaftsrat die drohende Rechtsverschiedenheit im Familienrecht verhindern, soll Deutschland hier künftig, wie Ägypten, Malaysia oder Indien heute, durch religiös begründete Rechtsspaltung gekennzeichnet sein?

    Dem Konformitätsdruck, der von einem erst einmal installierten Scharia-Gericht oder auch von einem schariabasierten Religionsunterricht „mit Verkündungscharakter“ ausgeht, wird sich kaum ein Muslim entziehen können, denn wer gegen Allahs Gesetz verstößt und etwa als Mädchen oder Frau keinen Schleier (Hidschab, verkürzt genannt und genäht: Kopftuch) trägt, verspielt nach orthodox islamischer Auffassung schuldhaft sein Seelenheil und das seiner Angehörigen möglicherweise gleich mit.

    Möge der Wissenschaftsrat rasch erkennen und dann auch laut sagen, dass die sexualmagische, frauenentrechtende und kulturrassistische Scharia von Artikel 4 Grundgesetz (Religionsfreiheit) nicht gedeckt ist. Andernfalls wird die vom WR heute unter Beweis gestellte Toleranz dem authentischen Islam gegenüber zur Auflösung der freiheitlich demokratischen Grundordnung beitragen.

    Wird die Scharia erst sozial relevant, wird dem orthodoxen oder „neo-orthodoxen“ (Schiffauer 2010) Islam die Realisierung gestattet, dann wird die von der Verfassung gemeinte Gewalt eben nicht mehr vom Souverän ausgehen, vom Volk, sondern vom Nötigenden Heiratsvormund (Wali Mudschbir), der den Ehemann seiner Tochter auch gegen deren Willen bestimmt, oder sie wird politisch folgenreicher Befehl in Form von Rechtsgutachten eines ECFR-Scheichs, der seinen „besonderen, andersartigen“ (Tariq Ramadan) Staatsbürgern ein Tugendgefängnis aufbaut, eine Moraldiktatur. Unter Religionsfreiheit hatte sich das dann „pluralistisch“ überwundene Grundgesetz etwas anderes vorgestellt.

    Den mutigen Demonstranten hat mein Dank zu gelten, den Gegnern der Kölner Tagung Islamische Studien.

    Edward von Roy

    (1) Gelehriger Islam ist das mehrstufig privilegierende (diskriminierende) Personenstands- und Familienrecht. Einen anderen Islam gibt es nicht. Wollen wir den Rechtspluralismus?

    Das anglikanische Kirchenoberhaupt Rowan Williams ist zur Anerkennung der Scharia bereit gewesen, und auch ein postmoderner Anthropologieprofessor will nach wie vor die Transformation Europas in die nicht staatsbürgerlich, sondern ethnoreligiös (barbarisch) begründete Kultur und Justiz. In Hinterzimmern sorgt man für erhabene Festlichkeit und verleiht einander Toleranzpreise und Friedenspreise. Auf Bühnen lässt man weniger Mächtige vom Pluralismus oder von der Gesamtgesellschaft reden. Zeitungen haben die „Allianz der Zivilisationen“ zu beschwören oder „unsere bunte Republik Deutschland“, um, zwischen Finanzkrise und Fußball-WM, den im Namen der Religionsfreiheit begangenen Ausstieg aus der Rechtseinheitlichkeit attraktiv zu machen oder zu vernebeln.

    Zum politisch integrierten Islam (zur gebilligten Segregation) schreibt Gieri Cavelty am 29.12.2008 im Tagesanzeiger: »Schweizer Professor will die Scharia einführen«

    http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Freiburger-Professor-will-Scharia-einfuehren/story/15342529

  3. IRU verhindern Says:

    DIE ZEIT
    Von Hermann Horstkotte
    Datum 6.7.2011

    Vor allem Christen wollen Islamunterricht in der Schule

    Als erstes Bundesland will Nordrhein-Westfalen Islamische Religion als Schulfach gesetzlich verankern. Damit werden Lehrer und Lehrpläne vom Ja oder Nein der Türkei abhängig.

    In einem sind sich die rot-grüne Landesregierung und die CDU als größte Oppositionspartei im Düsseldorfer Landtag einig: Sie wollen ein eigenes „Gesetz zur Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach“. Es sei für derzeit mehr als 300.000 muslimische Schüler ein Zeichen „von Toleranz und für Integration“, sagt die zuständige Ministerin Sylvia Löhrmann. Der Abgeordnete Michael Solf von der CDU hält dieses Gesetz für einen Ausdruck „politischer Klugheit“.

    Geradezu unklug und verfassungswidrig erscheint der vorige Woche ins Parlament gebrachte Gesetzesvorschlag hingegen der Linkspartei, und zumindest skeptisch bleibt die FDP. Beide stoßen sich daran, dass der Koordinationsrat der Muslime (KRM) bei der Ausarbeitung der Lehrpläne und der Lehrerlaubnis für die Pädagogen entscheidend mitreden sollen.

    http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2011-07/islamischer-religionsunterricht-nrw

    Seite 2

    http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2011-07/islamischer-religionsunterricht-nrw/seite-2

    Komplettansicht

    … Das aber geht nicht, weil die Islamverbände nicht den Charakter einer Religionsgemeinschaft erfüllen. Deshalb droht der KRM mit einer Verfassungsklage, die er im Moment aber ruhen lassen will.

    Das Verfassungsgericht würde bindend Klarheit schaffen und damit die Politik entlasten.Wieso soll jetzt trotzdem ein scheinbar dauerhaftes Gesetz geschaffen werden? Antreiber sind jedenfalls nicht die Muslime, sondern ausgesprochen kirchentreue Parlamentarier wie der CDU-Abgeordnete Solf oder die Grüne Sigrid Beer, zugleich Mitglied in der 19-köpfigen Leitung der Evangelischen Kirche von Westfalen.

    … Kann diese neue christlich-muslimische Schulallianz aber eine gemeinsame Lösung für einen Islamunterricht finden, die auch dem Staatsrecht entspricht?

    http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2011-07/islamischer-religionsunterricht-nrw/komplettansicht

  4. Kalevala Says:

    Mehr Segregation als Lehrinhalt verstaatlichen, mehr Höllenfurcht. Der diskriminierende, totalitäre Wohlverhaltens-Kult kann „neu produziert“ werden – Scharia Made in Germany.

    :::

    TAGESSPIEGEL
    Der Islam kommt in die Schule
    08.07.2011 Von Claudia Keller

    Ab Schuljahr 2012/13 wollen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen als erste Bundesländer flächendeckend Islamunterricht einführen. Das neue Fach soll nicht nur Wissen vermitteln und in die Glaubenspraxis einführen, sondern Toleranz fördern, „Brücken bauen“ und dazu beitragen, „das Anderssein der anderen anzuerkennen“, wie es die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) ausdrückt.

    … Wie an die Islamlehrer, so werden auch an die künftigen islamischen Theologen riesige Erwartungen gestellt: Sie sollen den Islam modernisieren, einen spezifisch europäischen Islam produzieren und die Integration der hier lebenden Muslime vorantreiben. „Theologie klärt auf, wo sie den zeitsensiblen Umgang mit den heiligen Texten zulässt“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) unlängst. Mit den neuen Fachbereichen sei „die Chance verbunden, eine islamische Gelehrsamkeit in Europa zu entwickeln“ und die Substanz von islamischer Religion in die Moderne zu transferieren.

    … Die neuen Dozenten werden also vor allem aus dem Ausland kommen, aus Sarajewo, Istanbul, Kairo, Marokko und Tunesien. Es ist fraglich, ob sie die historisch-kritische Herangehensweise an den Islam mitbringen, die an den deutschen Universitäten Standard ist.

    http://www.tagesspiegel.de/wissen/der-islam-kommt-in-die-schule/4369700.html

    :::

  5. Yvonne Says:

    Hm, war Sigrid Beer da, war überhaupt irgendeiner da?

    RELIGIONSUNTERRICHT – ZU RECHT ORDENTLICHES LEHRFACH IN NRW?

    – Ein Lehrgegenstand im Spannungsfeld von Dogmatismus, Aufklärung und Integrationshemmung –

    Podiumsdiskussion am Mittwoch, 19. August 2015 in der Aula des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Köln Ostheim, Hardtgenbuscher Kirchweg, Köln

    GÄSTE
    7
    haben teilgenommen

    4
    Teilnahme unsicher

    34
    Eingeladen

    https://www.facebook.com/events/1608113929437340/

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