220. Iran: Rechtsanwalt Kian droht Hinrichtung

هوتن كیان

Houtan Kian

Nach dem Englischen der

Presseerklärung Nr. 120

25. Februar 2011

Dringender Appell für sofortige Freilassung von Houtan Kian

Hinrichtung von Sakineh Ashtianis Rechtsanwalt unmittelbar bevorstehend

Nach den neuesten Informationen, die dem Internationalen Komitee gegen Steinigung und dem Internationalen Komitee gegen die Todesstrafe vorliegen, hat die Justiz der Islamischen Republik Iran Herrn Houtan Kian vierfach zum Tode verurteilt! Drei dieser Verurteilungen sind aufgehoben worden, aber die vierte, deren Hinrichtungsform das Erhängen ist, soll ausgeführt werden. Herrn Kian ist mitgeteilt worden, dass seine Hinrichtung unmittelbar bevorsteht.

Kian wurde am 10. Oktober 2010 verhaftet, gemeinsam mit zwei deutschen Reportern und dem Sohn von Sakineh Mohammadi Ashtiani, Sajjad Ghaderzadeh. Anfangs noch in Täbriz inhaftiert, erfolgte bald seine Verlegung in Abteilung 209 des berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnisses. Unsere neuesten Informationen über Herrn Kian sind, dass er lange andauernder schwerer Folter ausgesetzt worden ist und sein Körper mit Hämatomen und von mit Zigaretten zugefügten Verbrennungen bedeckt ist. Er ist inzwischen wieder in das Gefängnis von Täbriz verlegt worden, wo er hingerichtet werden soll.

Herrn Kians Mutter, die in Amerika wohnt und die sich zur Zeit im Iran aufhält, um die Freilassung ihres Sohnes zu erreichen, ist untersagt worden, mit Reportern zu reden oder das Land zu verlassen. Ihr Ehemann, Kian Houtans Vater, war 1981 durch das Regime der Islamischen Republik hingerichtet worden.

In einem neuesten Statement, das die Islamische Republik nach der Freilassung der deutschen Reporter abgab, betont die Islamische Republik bezüglich der vierten Verurteilung eine Schuld des Herrn Kian und hält die Verurteilung aufrecht.

Houtan Kian ist Rechtsanwalt. Er steht stellvertretend für alle politischen Gefangenen, denen im Iran die Todesstrafe droht. Sein bekanntester Mandant ist Sakineh Ashtiani.

Wir rufen alle Menschenrechtsorganisationen, lokal wie global tätige, sowie alle Gruppen und Individuen, die sich für Sakineh Ashtianis Freilassung eingesetzt haben, dazu auf, eindringlich an den Iran zu appellieren, die Freilassung von Houtan Kian und Sakineh Ashtiani sicherzustellen.

Wir sind tief besorgt, denn die Zeit läuft ab, Houtan Kian noch zu retten.

Internationales Komitee gegen Steinigung / International Committee Against Stoning

http://stopstonningnow.com

Internationales Komitee gegen die Todesstrafe / International Committee against Execution

http://notonemoreexecution.org

Sprecherin / Spokesperson: Mina Ahadi minaahadi@aol.com 0049-177-569-2413

Übersetzung ins Deutsche von Jacques Auvergne nach der von Soheila Nikpour angefertigten Englischen Fassung, wie sie am 25.01.2011 bei MISSION FREE IRAN veröffentlicht wurde:

http://missionfreeiran.org/2011/02/25/houtan-kian-execution/

Eine Petition zur Freilassung von Rechtsanwalt Houtan Kian kann hier mitgezeichnet werden: Wir, die Unterzeichnenden, appellieren an die Verantwortlichen aller internationalen Organisationen, der Europäischen Union, der Vereinten Nationen (UN) und aller Menschenrechtsorganisationen, von der Iranischen Regierung zu verlangen, Houtan Kian, seine Mutter sowie Sakineh Ashtiani bedingungslos frei zu lassen,

»We, the undersigned, call on the Heads of International Governments, the EU, UN and Human Rights Organizations to demand the Iranian regime immediately release Houtan Kian and his mother, as well as Sakineh Ashtiani, without charge.«

http://www.gopetition.com/petition/43372/sign.html

Foto, Houtan Kian (rechts) zeigend, auf: LA RÈGLE DU JEU (RDJ). Im Bild links: Sakineh Ashtianis Sohn, Sajjad Ghaderzadeh.

http://laregledujeu.org/files/2010/10/Sajjad-Houtan-Kian.jpg

Foto, Houtan Kian (rechts) zeigend, auf: STOP STONING NOW (links: Sakinehs Sohn Sajjad).

http://stopstonningnow.com/wpress/wp-content/uploads/2010/09/SajjadFinal.jpg

2 Antworten to “220. Iran: Rechtsanwalt Kian droht Hinrichtung”

  1. Cees van der Duin Says:

    Außenminister Guido Westerwelle (FDP) begründete die Absage am Freitag damit, dass das Treffen in drei Wochen als Bühne für antisemitische Parolen genutzt werden könnte. Zuvor hatte unter anderem der Zentralrat der Juden einen Boykott verlangt.

    „Wir können leider nicht ausschließen, dass die Veranstaltung in New York für antisemitische Äußerungen missbraucht wird, so wie es bei zurückliegenden Konferenzen schon der Fall war“, erklärte Westerwelle. Deshalb werde Deutschland nicht teilnehmen. „Dies ist auch Ausdruck unserer besonderen Verantwortung gegenüber Israel.“

    Die sogenannte Durban-III-Konferenz – zehn Jahre nach dem ersten derartigen Treffen 2001 in Durban (Südafrika) – soll am 22. September am Rande der alljährlichen UN-Generalversammlung stattfinden. Auch mehrere andere westliche Staaten haben bereits abgesagt. …

    Westerwelle betonte, dass die Entscheidung erst nach „intensiver Abwägung“ innerhalb der Bundesregierung gefallen sei. Der Kampf gegen Rassismus bleibe trotzdem ein „Kernanliegen“ der deutschen Politik. … Auch beim Folgetreffen 2009 in Genf war Deutschland bereits nicht dabei.

    Insbesondere der Zentralrat der Juden hatte vor einer Teilnahme gewarnt. Dessen Präsident Dieter Graumann bezeichnete das Treffen in einem Brief als „Festival der Lüge und der Heuchelei“. „Es steht für ein bösartiges Hass-Fest gegen Israel, für Doppelmoral in der internationalen Politik.“ Auch die Deutsch-Israelische Gesellschaft sowie Abgeordnete hatte einen Boykott verlangt.

    2 September 2011

    http://www.dnews.de/nachrichten/politik/598583/deutschland-boykottiert-anti-rassismus-konferenz.html

    Der Zentralrat der Juden hat den Verzicht der Bundesregierung auf eine Teilnahme an der umstrittenen Anti-Rassismus-Konferenz der Vereinten Nationen begrüßt.

    Die Bundesregierung setze „ein klares Zeichen für eine vernünftige und wertorientierte Politik“, sagte Zentralratspräsident Dieter Graumann der Passauer Neuen Presse vom Samstag. Die Konferenz sei ein „organisierter Schauprozess gegen Israel“, dem keine Legitimität verliehen werden dürfe. Graumann forderte die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens auf, ihre Teilnahme ebenfalls abzusagen.

    Die sogenannte Durban-III-Konferenz soll Ende September am Rande der UN-Vollversammlung in New York stattfinden. Bei der letzten Durban-Konferenz 2009 in Genf hatte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad das Forum zu wüsten Beschimpfungen gegen Israel genutzt. Am Freitag hatte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) den Verzicht Deutschlands auf eine Teilnahme an der diesjährigen Konferenz verkündet; er begründete dies mit dem hohen Risiko eines politischen Missbrauchs für „antisemitische Äußerungen“. Auch andere Staaten haben angekündigt, nicht teilzunehmen, darunter die Niederlande und Österreich.

    3 September 2011

    http://www.dnews.de/nachrichten/politik/598840/juden-loben-boykott-anti-rassismus-konferenz-.html

    beide Quellen zu finden bei

    Dnews (Sanoma Media Netherlands, Amsterdam/Niederlande)

  2. Bragalou Says:

    27.08.2013
    Houtan Kian nach drei Jahren freigelassen
    nach drei Jahren Haft wurde der Rechtsanwalt von Sakineh Mohammadi Ashtiani freigelassen, wie L4L meldet, Lawyers for Lawyers

    Iran Houtan Kian free after three years
    27 Aug 13

    On 20 August 2013, Houtan Kian was released from Tabriz prison in Iran, where he was detained for the last three years.

    Houtan Kian became a well-known figure when he took on the case of Sakineh Mohammadi Ashtiani, a woman sentenced to stoning for alleged adultery. Shortly after he became Ashtiani’s lawyer, he was arrested in his office in October 2010 whilst being interviewed by German journalists. He was sentenced to a six year prison sentence. During his imprisonment, Houtan Kian was allegedly tortured. …

    Lawyers for Lawyers (L4L) has been campaigning for Houtan Kian’s release ever since he was arrested.

    http://www.advocatenvooradvocaten.nl/8281/iran-houtan-kian-released-from-jail/

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    ::
    Lawyers for Lawyers helps lawyers in danger around the world

    Objectives

    In conformity with international law and the Universal Declaration of Human Rights, the Basic Principles on the Role of Lawyers and the Declaration on Human Rights Defenders of the United Nations, L4L has committed itself to enable lawyers to practice law in freedom and independence, always and everywhere, even when that does not suit the local government, bar association or establishment.

    http://www.advocatenvooradvocaten.nl/about-us/

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