279. Weltreporter

لربيع العربي

ar-Rabīʿ al-ʿArabī

Le Printemps Arabe

The Arab Spring

Arabischer Frühling

Weltreporter und Arabischer Frühling

Zum 6. Januar 2012 lädt der Westdeutsche Rundfunk die interessierte Bevölkerung nach Köln, wo die freischaffenden Journalisten der Gruppierung Weltreporter über den Arabischen Frühling berichten wollen. Rekonstruktion der Podiumsdiskussion nach handschriftlichen Notizen aus dem Kleinen Sendesaal von Jacques Auvergne.

Es ist der sechste Januar, Dreikönigstag. Ungastlich durchpustet feuchter Wind die frühe Dunkelheit über der alten Domstadt. Wer kann, bleibt bei so einem Wetter zu Hause oder erledigt die letzten paar Besorgungen zügig. Eine orientalisch verkleidete Kindergruppe von etwas verloren wirkenden Sternsängern ist unterwegs, ein Mädchen malt mit Kreide die Zeichen 20*C+M+B+12 für Christus Mansionem Benedicat, das bedeutet Christus segne diese Wohnung, an einen Steinpfosten. In Köln ist die auf Abwehr des Teufels und Rettung der Seele zielende (politreligiöse) oder kulturell modern (säkular) gelesene Legende von den Heiligen Drei Königen seit dem Mittelalter dem Volk vertraut.

Am diesem ersten Freitagabend des neuen Jahres 2012 betritt ein interessiertes Publikum das hinter seinen großen Glasfronten hell erleuchtete Funkhaus Wallrafplatz. Dem Internet war zu entnehmen, dass bei WDR 5 und per Radio-Direktübertragung eine frohgestimmte Gruppierung von so genannten Weltreportern darüber aufklären will, wie der Arabische Frühling richtig zu verstehen ist.

Islampessimisten witterten eine Erneuerung des, im Jahr 2010 beispielsweise von Aygül Özkan unternommenen Versuchs (Pressecharta Niedersachsen), die Bevölkerung über die globalen Muslimbrüder zu desinformieren und die deutsche Presse islamsensibel gleichzuschalten. Wer zu diesen Skeptikern gehörte, sollte, wie wir gleich sehen werden, heute Abend nicht enttäuscht werden. Damals wollte die Ministerin von der CDU (!) die niedersächsischen Journalisten darauf verpflichten lassen, künftig nur noch „eine kultursensible Sprache anzuwenden“ und, wie ein Nachhilfeschüler, „die interkulturelle Kompetenz zu verstärken“.[1] Welcher Hohe Rat von Integrationskundigen die Unbotmäßigen maßregeln darf, hätte die Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration uns sicherlich nachträglich empfohlen (befohlen); ob Frau Özkan in die Scharia oder ins Grundgesetz „integrieren“ wollte oder in einen Kompromiss aus Rechtsstaat und Islamstaat, ist bis heute unklar geblieben. Niedersachsens Journalisten ließen sich diesen Versuch, Inhalte und Sprachstil vorzugeben, zum freiheitlich demokratischen Glück nicht gefallen.[2]

Rasch und wider Erwarten ist der angenehm beheizte Kleine Sendesaal fast vollständig gefüllt, die aktuelle Radioübertragung klingt auf, gleich wird man auf Sendung gehen. Holger Beckmann (WDR) erscheint, der bekannte Moderator von Formaten wie Funkhausgespräche oder Echo des Tages. Die Reporter des ideologisch dem übertrieben islamfreundlichen Internetportal Qantara nahe stehenden Netzwerks Weltreporter nehmen Platz. Von links nach rechts sitzen auf der Bühne Karim El-Gawhary (Kairo), Jürgen Stryjak (Kairo), Birgit Kaspar (Beirut/Toulouse) und Markus Bickel als Nahost-Redakteur der FAZ. Beckmann begrüßt Publikum und Weltreporter und lässt in die Augenzeugenberichte zum Arabischen Frühling einsteigen:

El-Gawhary: Kairo war ja nur die Fortsetzung. Zuerst ging der Umbruch in der arabischen Welt, den wir jetzt erleben, in Tunesien los. Dort wurde Ben Ali gestürzt.

Zuerst blieb in Kairo alles ruhig, wir hätten nicht gedacht, dass es so gewaltige politische Veränderungen auch am Nil geben könnte. Ägypten, das 30 Jahre lang sozusagen in der Garage der Welt abgestellt war, folgte etwas später dann doch der heftigen Welle der Veränderung. Und dann ging es also auch in Ägypten los. Ich war da, jeder konnte es spüren, spätestens als die Demonstranten sich nicht mehr von den Polizisten haben vertreiben lassen wurde es klar, jetzt passiert etwas ganz großes. Alle spürten, dass der arabischen Welt ein Tsunami bevorsteht.

Wir in Europa dürfen nicht vergessen, die Leute leben in großer Armut, die halbe Bevölkerung muss mit weniger als 1,50 € pro Tag auskommen, lebt also unterhalb der von der UNO definierten Armutsgrenze.

Das mehrfach wiederholte „dann ging es los“ wirkt infantil, aufregend nichtssagend und nervt mich, denn hätte man in Deutschland 1933 schließlich auch sagen können „jetzt geht es los“, und damals folgte eine menschenverachtende Diktatur. Warum wünscht sich Karim El-Gawhary nicht ausdrücklich, dass in Ägypten jetzt die allgemeinen Menschenrechte endlich umgesetzt werden? Ist heutige materielle Armut ein Alibi für eine dauerhafte Außerkraftsetzung der AEMR?

Noch im Sommer 2006 urteilte der Oberste Verwaltungsgerichtshof, dass den Bahāʿī auch weiterhin alle offiziellen Dokumente zu verweigern sind: „Die Verfassung sieht Religionsfreiheit nur für die drei himmlischen Religionen vor, und das sind Islam, Christentum und Judentum.“ Die Bahai nannte der Richter „Abtrünnige des Islam, Islamapostaten“.[3]

Was El-Gawhary großzügig ebenso übergeht: Um eine Auslandsreise zu unternehmen, braucht jede unter 21 Jahre alte Frau die Erlaubnis ihres Vaters, um nämlich den Reisepass zu beantragen. Ehefrauen jeden Alters können ohne Einwilligung ihres Ehemannes nicht ins Ausland reisen.[4]

Es ist keine vier Jahre her, da wusste die Neue Zürcher über das traurige Los einer dritten Gruppe oder Kaste von ägyptischen Unpersonen zu berichten und nannte als Gegner einer Modernisierung des Familienrechts die Islamisten:

„Bis jetzt waren uneheliche Kinder namenlos, bekamen keine Geburtsurkunden, konnten nicht zur Schule gehen, keine Identitätskarte erwerben und blieben ihr Leben lang Außenseiter. Laut Menschenrechtlern gibt es zurzeit in Ägypten mindestens 20.000 uneheliche, von ihren Vätern nicht anerkannte Kinder.“[5]

Was sind Frömmigkeit oder Armut da für Argumente, will El-Gawhary die vergleichsweise fraglos eher reichen und gottvergessenen Deutschen beschämen und beide, Ägypter und Deutsche, daran hindern, den Wegfall der ägyptischen staatlichen Diskriminierung der Bahai oder der unverheirateten Mütter zu fordern? Sicherlich ist Armut schlimm, aber Armut und Pressezensur oder Armut und Scharia ist noch schlimmer. Soll Armut etwa eine Entschuldigung dafür sein, den Frauen zusätzlich weiterhin das männerverherrlichende islamische Eherecht aufzubürden oder es koranbasiert zu verschärfen?

Das von El-Gawhary gerade verwendete bekannte Bild der zerstörerischen Riesenwelle ist dem gründlichen politischen oder pädagogischen Nachdenken eher hinderlich. Folgte nach dem ersten Februar 1979 für den Iran, dem Tag, an dem Ayatollah Chomeini aus dem Exil zurückkehrte, denn kein „Tsunami“? Auch El-Gawhary ist rasch gereizt und verkündet über WDR 5 seinen Missmut über jene Pessimisten und wohl auch Islampessimisten, die es wagen, den Arabischen Frühling ohne Führung eines Weltreporters selbstständig zu interpretieren:

Mich persönlich nervt es, wenn, wie immer wieder zu hören ist, davon geredet wird, dass: „Aus dem arabischen Frühling nun ein arabischer Winter“ geworden sei.

Deutschlands größte Frauenzeitschrift berichtet wesentlich weniger optimistisch über den Arabischen Frühling, den Tahrir-Platz und Aliaa Magda Elmahdy, die Lebensgefährtin von Kareem Amer (Abd al-Karim Nabil Suleiman). Der gesellschaftskritische und atheistische Blogger konnte am 17. November 2010 (bezeichnenderweise zwölf Tage zu spät und nach erlittenen Misshandlungen) seine vierjährige Gefängnisstrafe beenden. Drei Jahre Haft hatte er dabei wegen Volksverhetzung und Beleidigung des Islams bekommen, ein Jahr wegen Präsidentenbeleidigung.[6]

Studentin Elmahdy stellte im Namen der Freiheit des Ausdrucks und der Gleichberechtigung der Frau den fotografierten, unbekleideten weiblichen Körper im Internet dar, ihren eigenen, und muss seither nach islamistischen Todesdrohungen im Verborgenen leben:

„Diese junge Frau ist eine von Millionen, für die der so genannte arabische Frühling gerade zum arabischen Horror wird. Die ägyptische Kunststudentin ist inzwischen untergetaucht, sie ist in Lebensgefahr. Die Islamisten ergreifen die Macht. Und sie verbünden sich mit den konservativen Kräften im Land, die eines mit ihnen gemeinsam haben: Sie sind Männer. Männer, für die Frauen Menschen zweiter Klasse sind. … Selbst das einst als aufgeklärt geltende Tunesien fällt gerade den Gottesstaatlern in die Hände. … Und in Libyen gibt sich die Übergangsregierung zwar „demokratisch“, aber kündigte die Einführung der Scharia an. Und Mustafa Abdul Dschalil, Wortführer der Übergangsregierung, verkündete bei der Gründungsfeier des neuen Libyen auf dem großen Platz von Bengasi unter allgemeinem Jubel: ¬„Männer, ihr könnt wieder vier Frauen heiraten! Denn so steht es im Koran, dem Buch Gottes.“[7]

In Tunesien hat ein Mitglied der islamistischen Nahda-Partei das Herannahen des Kalifats verkündet, das aus dem Arabischen Frühling hervorgehen und Jerusalem und die islamische Welt befreien wird.[8]

Am 18. Februar 2011 hielt der aus seinem Exil in Katar nach Ägypten zurückgekehrte Cheftheologe der Muslimbrüder, Yusuf al-Qaradawi seine Freitagspredigt vor hunderttausenden seiner Anhänger auf dem Tahrir Square.[9] Jahrzehntelang hatte der Scheich mit seiner Fernsehsendung Scharia und Leben sowie mit der Fatwa-Internetseite IslamOnline Millionen von Muslimen in aller Welt erreicht und dazu beigetragen, dass die Muslimbruderschaft die Deutungsmacht zu dem, was Islam ist, heute innehat. Weltreporter Karim El-Gawhary sieht keinen Anlass, heute in Köln das Wort Yusuf al-Qaradawi auch nur auszusprechen.

Im August 2011 verweigerte Irland dem radikalen Scheich und Oberhaupt des Europäischen Fatwa-Rats ECFR die Einreise, der Sitz des ECFR ist Dublin.[10] El-Gawhary distanziert sich nicht vom Gesellschaftsverständnis und Menschenbild eines Gelehrten wie al-Qaradawi, sondern redet von Prozess und Wandel, so als ob Veränderungen immer gut wären:

Diese wichtigen Veränderungen jenseits des Mittelmeers sind ein umfassender Prozess. Es gibt natürlich fortschrittsfeindliche Reste, Überbleibsel das alten Systems, die jeden echten Wandel boykottieren, und es gibt die anderen, die den turbulenten, vollkommenen Wandel wirklich wollen.

Sicherlich ist die Rolle der Frau ein Thema. Aber auch die Hisbollah wird sich sehr stark wandeln, wenn Assad erst stürzt.

Wer garantiert, dass die islamistische libanesische Miliz menschenfreundlich wird und von Israelfeindlichkeit, Scharia und Kalifat Abstand nimmt, was das „wird sich sehr stark wandeln“ doch hoffentlich impliziert? Und warum ist der Status der Frau überhaupt „ein Thema“, soll eine Frau im künftigen Ägypten denn nicht dieselben Rechte und Pflichten haben wie ein Mann?

Bei der Parlamentswahl vor sieben Jahren gewann die HAMAS-freundliche libanesische Hisbollah 14 Parlamentssitze, die mit ihr verbündete Amal-Bewegung 9 Sitze. Im selben Jahr (2005) fand die Miliz Erwähnung im deutschen Verfassungsschutzbericht als islamistische Organisation. In Form mehrerer so genannter Sicherheitsquartiere (Security Quarters) soll die schiitische Hisbollah separatistische Sonderzonen unterhalten, die vom Staat Libanon nicht mehr kontrollierbar sind.

Oder meint El-Gawhary einen noch perfekteren Militärapparat der schiitischen libanesischen Miliz, eine noch genauere Anwendung des die Seele vor dem Höllenfeuer rettenden Islamischen Rechts und eine noch größere Distanz zu den allgemeinen Menschenrechten, wenn er uns sein „auch die Hisbollah wird sich sehr stark wandeln“ prophezeit?

Moderator Beckmann: Die ganze Welt guckt tatenlos zu, was Assad macht?

Kaspar: Als er auch in Syrien los ging, dieser Tsunami, wussten alle, jetzt gibt es Hoffnung.

Beckmann: Aber ist es nicht so, dass in der westlichen Welt jetzt viele sich Sorgen machen, dass diese Staaten dem Islamismus anheimfallen?

Stryjak: Um was es wirklich geht, ist etwas anderes, neues. Es geht um das Aufbrechen von Denkstrukturen. Prozesse wie die Wahlen in Ägypten erfordern von allen ein Umdenken. Man spürt es, es öffnet sich ein Fenster, frischer Wind beginnt zu wehen.

Was für ein Kitsch. Die Logik der Demokratie bricht auf und der Wind des Gottesstaats beginnt zu wehen, meint Stryjak dieses „Fenster“? Warum fordert er nicht den Wegfall von Artikel zwei der ägyptischen Verfassung: Islam is the Religion of the State. Arabic is its official language, and the principal source of legislation is Islamic Jurisprudence (Sharia)?

Was ist, wenn die ägyptische „Zivilgesellschaft“ ganz viel himmlische Scharia legalisieren will?

Und da ist jetzt, Ägypten betreffend, die eigentliche Frage: Hat die Zivilgesellschaft eine Chance? Die Gefahr liegt dort beim Militär, in den alten, unter Mubarak entstandenen Eliten. Die Gesellschaft ist durchsetzt von Mubarak-Anhängern. 10-20 Millionen Menschen sind das, so hat man errechnet. Diese Leute haben kein Interesse an Veränderung.

Zu den weiteren veränderungsfeindlichen Kräften gehören die Golfstaaten und ihre Herrscherhäuser, die von den USA unterstützt werden. Das sind noch auf einige Zeit schier übermächtige Kräfte, da werden wir uns gedulden müssen, das dauert nicht nur ein paar Monate.

Ich finde das immer wieder zu hörende „Aus dem Frühling ist ein Winter geworden“ egoistisch und selbstgefällig!

Stryjak scheint uns sagen zu wollen, dass jeder Deutsche rücksichtslos und eurozentrisch ist, der auch für Nordafrika oder den Nahen Osten die vorbehaltlose Geltung der AEMR einfordert. Der eigentliche Islam, so deutet er Stryjak, ist im Gegensatz zum angeblich amerikatreuen Königshaus der Saudis kein Problem.

Bickel: Die Regierung Assad betreffend, besteht das Risiko, dass sie die Hisbollah von der Leine lässt und einen neuen Krieg provoziert.

El-Gawhary: Die Islamisten sind kein statischer Verein! Ich habe das auf dem Tahrir-Platz erleben können, wie sich die Islamisten wandeln. Ich sprach einen jungen Islamisten an: „Du stehst hier jetzt schon elf Tage auf dem Tahrir-Platz! Was hat das mit dir gemacht, bist du noch derselbe wie vor elf Tagen?“ Und da konnte ich sehen, wie ihn das zum Nachdenken brachte. Dann sagte er mir: „Früher dachte ich, die Frauen können nur dies, die Frauen können nur das. Ich sehe jetzt, wie die Frauen hier erfolgreich mitkämpfen. Ich sehe, die Frauen können alles.“

Eine schwülstige, kitschige Geschichte, die jeden Kairoer Schariafreund als einsichtigen Kumpeltyp darstellen soll. Die Islamisten werden von El-Gawhary als veritable Frauenrechtler dargestellt. Samiha Shafy (DER SPIEGEL 23/2011) sagt, wie weit das „die Frauen können alles“ in Wirklichkeit geht: „Frauen, die ohne männliche Begleitung in der Hauptstadt unterwegs sind, müssen damit rechnen, sexuell belästigt zu werden.“[11]

Streben die Muslimbrüder denn keine Gesellschaft an, in der die Frauen den Hidschab tragen müssen und ohne triftigen Grund das Haus nicht zu verlassen haben? Yusuf al-Qaradawi stellt fest, dass der muslimische Mann seine Ehefrau dazu zwingen muss, den Schleier zu tragen:

„Es herrscht unter den muslimischen Gelehrten Einhelligkeit darüber, dass es für eine muslimische Frau ungesetzlich ist, irgendeinen Teil ihres Körpers unbedeckt zu lassen bis auf Hände und Gesicht (sowie, nach Auffassung einiger Rechtsschulen, der Füße). Folglich ist es einer muslimischen Frau verboten, vor einem Nicht-Mahram-Verwandten ihr Haar, ihre Arme, ihren Oberkörper oder ihre Beine zu enthüllen. Kleidung zu tragen, welche die besagten Teile des Körpers einer Frau dem Blick zugänglich macht, ist absolut verboten. Ein muslimischer Ehemann hat seiner Frau zu befehlen, den Hidschab zu tragen.“[12]

El-Gawhary: Auch den Islamisten also stellt sich die Frauenfrage. Da ist sie wieder, die Frage nach der Rolle der Frau.

Beckmann: Hier ist Raum für die erste Frage aus dem Publikum, bitte sehr.

Publikum: Guten Abend, mein Name ist Edward von Roy, ich bin Sozialpädagoge. Meine Frage betrifft die Trennung von Staat und Religion. Seit 40 Jahren heißt es in Artikel zwei der ägyptischen Verfassung: „Der Islam ist Staatsreligion, Arabisch ist Amtssprache und die Scharia ist die Grundlage der Gesetzgebung.“[13] Das Islamische Recht aber, die Scharia, diskriminiert auch die Frau bereits im Ehe- und Familienrecht. Die Scharia ist dabei nicht etwa Islamismus, wie Sie genau wissen, sondern echter alter Islam. Welche Chance haben Staaten wie Ägypten darauf, dass die Scharia illegal wird, dass der Religionsangehörige endlich durch den Staatsbürger ersetzt wird?

Beckmann: Vielen Dank für die Frage. Ja, die Scharia ist sicherlich ein Problem. Herr El-Gawhary, ich wusste gar nicht, dass das ungleich behandelnde Islamische Recht in Ägypten schon seit 40 Jahren Verfassungsrang hat. Frau Kaspar, was meinen Sie, was können wir hier vom Westen aus helfend tun?

El-Gawhary: Dazu muss man wissen: Die Scharia ist nicht statisch. Man kann die Scharia so oder so auslegen.

Stryjak: Es ist immer die Frage, wie man die Scharia anwendet, das lässt sich nicht pauschalisieren.

Kaspar: Wandel ist notwendig und Veränderung wird sicherlich kommen. Aber Veränderung wird nicht kommen, wenn wir jetzt nur alte Strukturen wie die Scharia verteufeln.

Das war etwas gemein von Frau Kaspar, denn „verteufeln“ klingt ein wenig nach schwarzer Magie und erweckt bei einem einfältigen oder schläfrigen Zuhörer den Eindruck, jeder Kritiker der jenseitszentrierten Scharia argumentiere hasserfüllt und irrational. Rational denkenden Menschen aber geht es nicht um den systemeigenen heilssichernden und exorzistischen Charakter des Islamischen Rechts, sondern um eine herrschende Gesetzgebung, deren Schöpfer der Mensch und nicht der Himmelsgott ist, die nachvollziehbar ist und schließlich nur so Rechtssicherheit und die Freiheit von Furcht gewährleisten kann.

Kaspar: Es geht nicht so sehr um die Religion oder den Islam, es sind die Familienstrukturen, die sich verändern müssen! Das System der Oberhäupter der Familie muss in Frage gestellt werden, der Patriarch muss weg.

Es ist notwendig, dass wir die Mädchen und Frauen ausbilden, im Handwerk ausbilden beispielsweise, oder sie hier in Europa studieren lassen.

Beckmann: Auch die westliche Welt muss ihre neue Rolle erst finden, meinen Sie das?

Kaspar: Europa muss, Deutschland muss wissen, was es tun will. Demokratie hat ihre eigenen Gesetzlichkeiten, was das Volk will, wie es sich etwa bei einer Wahl entscheidet, ist dabei dann selbstverständlich zu respektieren.

Wenn die Menschen am Nil – wie auch in Tunesien – die Islamisten wählen, dann müssen wir das akzeptieren, das ist übrigens Demokratie. Und auch die Islamisten wandeln sich ja.

Wir müssen von unseren alten Feindbildern lassen! Vom Feindbild Islam etwa. Und auch vom Feindbild al-Qaida, wie es gerade den Jemen betreffend von allen Medien aufgebauscht wird.

Beckmann: Warum fällt es dem Westen so schwer, offener zu werden? Diese Frage möchte ich an Herrn Bickel richten. Ist es die Angst vor drohender Unberechenbarkeit einer ganzen Region?

„Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.“ Sagte Christian Wallner.

Deutschland liegt nicht im „Westen“, sondern in der kulturellen Moderne. Dem „Osten“ oder Orient, gemeint ist von Qantara oder den Weltreportern nicht ein völlig säkulares Ägypten oder Syrien, sondern jedes Mal der irgendwie andersartige Islam, ist die Last der AEMR zu tragen nicht zuzumuten. Das ist genau die Weise, in welcher schon der Wegbereiter der Islamischen Revolution Ali Schariati von Osten und Westen redete.

Für Kulturrelativisten mit geistiger Nähe zu Schariati kommt der „westliche“ Einfluss auf den makellos reinen Islam einer Verschmutzung gleich, der iranische Islamist warnte vor der Gharbzadeghi, das bedeutet Westitis oder Okzidentose. In Nigeria sagt man Boko Haram, „westliche Bildung führt ins Verderben“.

Anscheinend merken nur wenige im Publikum des Funkhauses, dass die Weltbevölkerung gerade in eine Apartheid von Orientalen und „Westlern“ gespalten wird, in Schariapflichtige und Nichtmuslime. Um für die schariakonformen Gesetze Toleranz herzustellen und die Universalität der Menschenrechte als Kolonialismus zu diffamieren, ist es unumgänglich, die heute Abend permanent beschworene „arabische Welt“ der „westlichen Welt“ gegenüber zu stellen.

Bickel: Ja, die alten, autoritären Systeme galten als Garant für Stabilität.

Stryjak: Doch viel gefährlicher wäre eine Fortsetzung der Unterstützung der Despoten oder anderen Machthaber. Das ist dann, wie ich vor einigen Jahren bereits einmal sagte: „Wie eine verschleppte Grippe, aus der irgendwann unweigerlich eine Lungenentzündung wird.“ Also das gleicht dann einem Pulverfass.

Man muss die Dinge zulassen, fairer betrachten und nüchternen sehen.

Die Muslimbrüder etwa dürfen wir nicht dämonisieren. Diese Leute sind karitativ und sehr zuverlässig und deshalb beim einfachen Volk anerkannt. Die Muslimbruderschaft hat Jahrzehnte lang Leid abgenommen! Die Muslimbrüder haben die Leute zum Arzt gebracht, sie haben Witwen auf den Dörfern unterstützt.

Publikum: Ich bin Redakteurin und will jetzt endlich die wirtschaftliche Ebene genauer ansprechen, die ja letztlich die soziale Dimension ist. Die Leute leben, wie wir gehört haben, in Armut.

El-Gawhary: Vielen Dank für diese konstruktive Frage, die das Gespräch wieder in eine hilfreiche Richtung lenkt. Ja, die wirtschaftliche Ebene, und nur sie kann die sozialen Probleme lösen, darum geht es eigentlich!

Die Scharia ist nicht so wichtig! Die Rolle der Frau ist nicht so wichtig!

Beckmann: Unsere Sendung geht dem Ende zu, wir alle werden den spannenden Wandel in der arabischen Welt mit Aufmerksamkeit verfolgen. Gleich wird sich im Foyer sicherlich noch die Gelegenheit zu anschließenden Gesprächen ergeben.

Vielen Dank, dass Sie heute Abend hier bei uns in Köln im Funkhaus Wallrafplatz gewesen sind. Aus dem Kleinen Sendesaal verabschieden wir uns und geben zurück ins Studio.

Über sich selbst schrieben die Reporter: „Wir sind Weltreporter.net. Das erste Netz freier Korrespondenten, die für deutschsprachige Medien aus aller Welt berichten.“

Die Religion, jedenfalls der orthodoxe bzw. revolutionäre Islam, ist bei den Weltreportern offensichtlich über jeden Zweifel erhaben. Jede Kritik an den schariagemäßen Gesetzen hat sich im irgendwie positiven weil dynamischen Treibsand des Hier und Jetzt aufzulösen, man verggegenwärtige sich El-Gawhary: „Die Scharia ist nicht statisch, man kann sie so oder so auslegen“ oder Stryjak: „Es ist immer die Frage, wie man die Scharia anwendet, das lässt sich nicht pauschalisieren“, oder auch Kaspar: „Wir müssen von unseren alten Feindbildern lassen! Veränderung wird nicht kommen, wenn wir jetzt nur alte Strukturen wie die Scharia verteufeln.“

Wer im Januar 2012 beim Kölner WDR die globalen Muslimbrüder oder den authentischen Gesetzesislam problematisiert verfehlt das Thema Arabische Revolution, lässt sich mit dem Netzwerk Weltreporter sagen. Diskriminierende Scharia und schariagemäß erniedrigte Frauenrolle sind, wie El-Gawhary weiß, schließlich „nicht so wichtig!“ Was aber ist den Weltreportern dann wichtig, nur die beim Herumreisen aufgefangene Stimmung einer prickelnden „Welle der Veränderung“ („Alle spürten, dass der arabischen Welt ein Tsunami bevorsteht“) und die Betonung des Rechts der angeblich so ganz „anders“ strukturierten Muslime auf eine islamgemäße Lebensführung und Staatsgestaltung?

Die den von „gemäßigten Islamisten“ erzählenden Weltreportern nahe stehende Internetseite Qantara lässt, sorgsam zwischen „der Islam“ und „der Westen“ unterscheidend, den syrischen Politiker und Schariagelehrten Mohammad Al-Habash bereits im Juli 2005 das Konzept einer „islamische Demokratie“ bewerben.[14]

Macht sich, wer den seitens der Weltreporter heute Abend vorgegebenen Dualismus westliche Welt – arabische Welt nicht einhält, dem Beibehalten von „Feindbildern“ (Kaspar) schuldig? Das wäre eine klassische Double-bind-Situation, den Bewohnern des „Okzidents“ einerseits vorzuwerfen, eurozentrisch zu denken und andererseits auf dem konservierten Anderssein der so genannten islamischen Welt (Weltreporter: „arabische Welt“) zu bestehen.

Ist das die letztlich bis heute etwas unklar gebliebene Intention der Gruppe Weltreporter, zu Staaten wie Pakistan, Somalia, Nigeria, dem Iran oder Saudi-Arabien nichts anderes mehr zu sagen und zu schreiben, als: „Die Scharia ist nicht so wichtig, die Rolle der Frau ist nicht so wichtig“? Einen Vorteil hätte eine derartig islamsensible Berichterstattung durchaus, der Weltreporter wird in Teheran oder Riad mit Klerus oder Religionspolizei niemals Probleme bekommen. Zusammen mit dem aktiven Einsatz für die universellen Menschenrechte ist dabei leider auch der Standard eines gründlich arbeitenden Journalismus aufgegeben worden.

Am 16.02.2011 schrieb Schariaverharmloser Thomas Bauer zum einflussreichsten zeitgenössischen ägyptischen Verfassungsrechtler und titelte Tariq al-Bishri, Islamdemokrat und Verfassungsvater,[15] nur zwei Tage also, bevor Scheich Yusuf al-Qaradawi auf dem Kairoer Mīdān at-Taḥrīr (Platz der Befreiung) predigte. Im Titel deutet der den schariatreuen Islamtheoretiker als „Idealbesetzung“ für das Amt des Vorsitzenden der Verfassungskommission bezeichnende Bauer an, dass es neben der säkularen und rechtsstaatlichen Demokratie auch eine „Islamdemokratie“ geben könne und müsse. In Wirklichkeit, Thomas Bauer verschweigt es, empfiehlt Ṭāriq al-Bišrī den Ägyptern, eine globale Apartheid des Menschenrechtsbegriffs zu bejahen, die allgemeinen Menschenrechte als unzumutbar zu empfinden und im Namen des Eigenen (al-Bishri: des „Ererbten“) zurückzuweisen.[16]

Hier beenden wir die am Folgetag nach handschriftlichen Notizen rekonstruierte Podiumsdiskussion im Kleinen Sendesaal des Kölner Funkhauses.[17] Falls wir die Damen und Herren Weltreporter ungenau wiedergegeben oder missverstanden haben sollten, können sie sich doch einfach unbekümmert hier melden, denn: Es gilt das gesprochene Wort.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] Die niedersächsische Landesregierung will die Medien des Landes beim Thema Integration auf einen gemeinsamen Kurs verpflichten. Die neue Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, Aygül Özkan (CDU), hat deshalb eine „Mediencharta für Niedersachsen“ entwerfen lassen. (…)

Es dürfte in Deutschland bislang einzigartig sein, dass eine Landesregierung die Medien auf gemeinsame Inhalte verpflichten will und sogar die dabei zu wählende Sprache vorschreiben möchte.

Außerdem sollen sich die Medien nach Wunsch der neuen Ministerin dahin erklären, entsprechende Projekte zu entwickeln, über die künftig zu berichten sein wird.

aus: Rolf Seelheim: Ministerin will Medien Inhalte vorgeben

NWZ online 23.07.2010

http://www.nwzonline.de/Aktuelles/Politik/Nachrichten/NWZ/Artikel/2391776/Ministerin+will+Medien+Inhalte+vorgeben.html

„Mediencharta für Niedersachsen“

WELT 23.07.2010

http://www.welt.de/politik/deutschland/article8598674/Mediencharta-fuer-Integration-in-Niedersachsen.html

[2] Medienvertreter kritisierten die Pläne heftig. „Unverblümter hat seit langem kein Politiker mehr versucht, Zeitungen und elektronische Medien auf Kurs zu bringen“, sagte der Chefredakteur der Nordwest-Zeitung, Rolf Seelheim.

Auch die niedersächsische SPD hat die geplante „Mediencharta für Niedersachsen“ scharf kritisiert. „Ich bin absolut fassungslos, dass sich eine Ministerin erdreisten kann, so etwas vorzuschlagen“, sagte die medien- und kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Daniela Behrens, am Freitag. (…)

Die Grünen kritisierten, die geplante Mediencharta sei ein „Instrument der Zensur“. „Die geplante Sprachregelung mag gut gemeint sein, aber die geplante gemeinsame Absichtserklärung zwischen Medien und Ministerium geht gar nicht“, sagte der Fraktionschef der Landtags-Grünen, Stefan Wenzel.

aus: „Mediencharta“: Ministerin löst Sturm der Empörung aus

NWZ 23.10.2010

http://www.nwzonline.de/Region/Artikel/2391959/%84Mediencharta%93-Ministerin-loest-Sturm-der-Empoerung-aus.html

Pikant sei zudem, dass die Sprachregelung für die Medien offenbar nicht mit der Staatskanzlei abgestimmt worden sei. Wenzel [d.i. der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag, Stefan Wenzel] forderte Ministerpräsident David McAllister und Ministerin Aygül Özkan auf, das Projekt einer verbindlichen Sprachregelung zu beerdigen.

Özkan selbst rudert inzwischen zurück und sieht die Charta nur als “Diskussionsgrundlage”.

aus: Peter Fehlhaber: Plant Niedersachsen Zensur? “Mediencharta Niedersachsen” sorgt für Irritationen

CelleHeute.de 23.07.2010

http://celleheute.de/plant-niedersachsen-zensur-mediencharta-niedersachsen-sorgt-fuer-irritationen/

Nach heftiger Kritik hat Ministerin Aygül Özkan (CDU) die geplante „Mediencharta für Niedersachsen“ gestoppt. „Vor dem Hintergrund der entstandenen Irritationen kann es nur unser Ziel sein, mit den Medien ins Gespräch zu kommen. Daher stellt sich die Frage nach der Unterzeichnung einer Charta zurzeit nicht“, meldete ihr Ministerium. (…)

Özkan hatte in der vergangenen Woche Redaktionen aufgerufen, eine Mediencharta zu unterzeichnen, mit der sie sich zu einer gemeinsamen Linie bei der Berichterstattung über Integration verpflichten sollten. Das war auch von der Opposition als Angriff auf die Unabhängigkeit der Medien betrachtet worden.

aus: Integrationsministerin Özkan zieht Mediencharta zurück

WELT 28.07.2010

http://www.welt.de/die-welt/politik/article8683468/Integrationsministerin-Oezkan-zieht-Mediencharta-zurueck.html

[3] Egypt’s Supreme Administrative Court has ruled against Baha’is being able to acquire official documents by today upholding an appeal by the Interior Ministry.

The judge, after giving their verdict, stated that “the constitution promotes freedom of belief for the three recognised heavenly religions and they are Islam, Christianity and Judaism”, he went on to call members of the Baha’i Faith “apostates of Islam, because the faith’s principles contradict the Islamic religion and all other religions.”

The Baha’is principle representative to the United Nations, Ms Bani Dugal, said that “We deplore the Court’s ruling in this case, which violates an extensive body of international law on human rights and religious freedom”… “the Court’s decision threatens to make non-citizens of an entire religious community, solely on the basis of religious belief.”

Hossam Bahgat, director of the Egyptian Initiative for Personal Rights, said “It’s a regrettable decision, but it’s a crisis for the government more than for the Bahais, now the government is forced to find a solution for the hundreds of citizens who have no papers.”

aus: James Herbert: Egyptian Court Rules Against Baha’is

warble.com (personal blog space of James Herbert) 16.12.2006

http://warble.com/blog/2006/12/16/egyptian-court-rules-against-bahais/

An open letter to the people of Egypt

[English version of a statement issued in Arabic by the Bahá’ís of Egypt dated April 2011]

Baha’i Faith in Egypt 06.04.2011

http://www.bahai-egypt.org/2011/04/open-letter-to-people-of-egypt.html

bei: Baha’i Faith in Egypt

http://www.bahai-egypt.org/

[4] Civil Liberties:

Women have a moderate level of civil liberty in Egypt. They generally have freedom of movement, but more so in the cities than in rural areas. To travel outside the country, unmarried women under 21 years of age must obtain their father’s permission to obtain a passport; similarly, wives of any age need their husband’s permission.

Women’s freedom of dress has been the subject of lively debate in Egypt. Fully 70 per cent to 80 per cent of women wear a veil in public. The Associated Press reports that while some women are required by male family members to cover themselves, many others choose to wear the veil to show their devotion to Islam.

Aus: SIGI – Social Institutions and Gender Index

http://genderindex.org/country/egypt-arab-rep

Zum Beispiel Tunesien – Wenn die Islamisten wirklich bald das Land umorganisieren, dürfte diese Meldung leider veraltet sein und wird sich die echte islamische Frauenerniedrigung zeigen.

Women in Tunisia have civil liberty. There are no constraints on women’s freedom of movement, and they have freedom of dress. Many women choose to wear the veil in private enterprises or public spaces; however, it is strictly forbidden for women who work in public administration (during working hours).

http://genderindex.org/country/tunisia

[5] Bis jetzt waren uneheliche Kinder namenlos, bekamen keine Geburtsurkunden, konnten nicht zur Schule gehen, keine Identitätskarte erwerben und blieben ihr Leben lang Aussenseiter. Laut Menschenrechtlern gibt es zurzeit in Ägypten mindestens 20 000 uneheliche, von ihren Vätern nicht anerkannte Kinder.

Die Besserstellung unehelicher Kinder komme auch deren alleinstehenden Müttern zugute, die bisher als Prostituierte gegolten hätten, meinte eine Anwältin. Die Islamisten bekämpften diese Revision vor allem mit dem Argument, sie führe zu mehr Unzucht. Ihr Weltbild ist immer noch stark geprägt von der Vorstellung, brave Männer würden von sexbesessenen Frauen verführt und für aussereheliche Geburten seien Frauen ganz allein verantwortlich.

aus: NZZ 13.06.2008

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/verbesserter_schutz_fuer_aegyptische_kinder_1.757800.html

[6] Der Fall Kareem Amer [Nachname Suleiman] soll als Warnung verstanden werden. „Dieses Urteil ist schockierend“, sagt Wael Abbas, einer der prominentesten ägyptischen Blogger. „Ich verstehe das Urteil als drohende Botschaft der ägyptischen Regierung an alle ägyptischen Journalisten und Blogger, dass kontroverse Texte von der Obrigkeit nicht akzeptiert werden.“

Suleimans [d.i. Kareem Amer] Leidensweg begann schon im Oktober 2005. Damals war er zum ersten Mal von der Sicherheitspolizei wegen anti-religiöser Eintragungen, wie die Sicherheitspolizei es ausdrückte, verhaftet worden. Suleiman hatte über religiösen Ausschreitungen in Alexandrien berichtet und sich kritisch über die Rolle der Muslime in den Ausschreitungen geäußert. 13 Tage wurde er damals festgehalten, seine Bücher und persönlichen Aufzeichnungen konfisziert.

Kurze Zeit später, Anfang 2006, wurde Suleiman dann von der Uni verwiesen, weil er sich in seinem Weblog kritisch über einige der konservativen Dozenten geäußert hatte. „Die Professoren und Scheichs der Al-Azhar, die gegen jeden sind, der frei denkt, werden im Abfalleimer der Geschichte enden“, hatte Kareem Amer damals geschrieben. Schon mit sechs Jahren war Suleiman von seinen Eltern in das religiöse Schulsystem der Al-Azhar geschickt worden. Doch anstatt Teil des religiösen Establishments zu werden, rebellierte Suleiman. Er wurde zu einem leidenschaftlichen Verfechter von Frauenrechten, Meinungsfreiheit und Säkularismus und machte seiner Wut in seinen Web-Eintragungen Luft.

Das sollte ihm zum Verhängnis werden.

Im November 2006 stand die Sicherheitspolizei wieder bei Suleiman vor der Tür. Bei der Vernehmung wurde schnell klar, dass die Vernehmungsbeamten Suleiman wegen seiner Ansichten anklagten. „Betest Du?“, „Fastest

Du im Ramadan?“, wollten sie von ihm wissen und machten sich immer wieder über den jungen Mann lustig. Der Staatsanwalt wies Suleiman drauf hin, dass er verhaftet würde, sollte er seine Ansichten nicht ändern. Suleiman bestand auf seinem Recht der freien Meinungsäußerung und landete hinter Gittern.

aus: Amira El Ahl: Vier Jahre Haft für Blogger in Ägypten

SPIEGEL online 23.02.2007

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,468313,00.html

[7] Seit Monaten ist bekannt, dass die „Rebellen“ auf dem Tahrir-Platz „Jungfrauentests“ bei den Rebellinnen durchführen. Das heißt, sie reißen den Frauen die Kleider vom Körper und penetrieren sie manuell. Das machen sie nicht nur mit Ägypterinnen, sondern auch mit Ausländerinnen, ja sogar mit Korrespondentinnen.

aus: Nina Hermann: Tod den Rebellinnen

EMMA Winter 2012

http://www.emma.de/ressorts/artikel/islam-islamismus/aegypten-tod-den-rebellinnen/

Samira Ibrahim (L) flashes a victory sign as she attends a protest against military council violations and virginity tests against females at Tahrir Square in Cairo, December 27, 2011. An Egyptian court ordered on Tuesday that forced virginity tests be stopped on female detainees in military prisons. (…)

MD Ahmed Adel Mohamed El-Mogy, a 27-year-old conscript, is accused of subjecting seven women, including protester Samira Ibrahim, to „virginity tests“ against their will.

The women were initially arrested on 9 March, after the military attempted to disperse a sit-in in Cairo’s Tahrir Square. They were then taken to the notorious C28 military prosecution facility, where the tests were carried out.

Ahram Online 03.01.2012

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/30859/Egypt/Politics-/Virginity-tests-trial-adjourned-to-midJanuary.aspx

[8] This speech was given by a member of Tunisia’s al Nahda Party, where he mentions that the revolutions are the precursor to the next Khilafah (Caliphate) which will liberate Palestine and the Muslim world generally. May Allah reward the sincere brothers in an Nahda Party and make them realise the tricks of the secularists in their own party.

http://www.dailymotion.com/video/xmg5i9_tunisia-nahda-party-member-we-are-heading-for-the-6th-caliphate-insha-allah-translated_news

Tunisia Nahda Party member: „We are heading for the 6th Caliphate insha Allah!“

http://www.youtube.com/watch?v=tL3tJteIwLY

Ghannouchi (En Nahda Party) rejects the idea of Caliphate, wants reforms

http://www.youtube.com/watch?v=6GOBO8NbW1o&feature=related

[9] Leading Islamic theologian Yusuf al-Qaradawi returned from Qatar to rally hundreds of thousands at Tahrir Square today in his first public speech since 1981.

Yusuf al-Qaradawi, a leading Egyptian Islamic theologian popularized by Al Jazeera, returned to Cairo today to deliver a stirring but overtly political sermon, calling on Egyptians to preserve national unity as they press for democratic progress.

“Don’t let anyone steal this revolution from you – those hypocrites who will put on a new face that suits them,” he said, speaking to at least 200,000 who gathered for Friday prayers in Tahrir Square, the epicenter of Egypt’s uprising. “The revolution isn’t over. It has just started to build Egypt … guard your revolution.”

aus: Dan Murphy: Egypt revolution unfinished, Qaradawi tells Tahrir masses

in: The Christian Science Monitor 18.02.2011

http://www.csmonitor.com/World/Middle-East/2011/0218/Egypt-revolution-unfinished-Qaradawi-tells-Tahrir-masses

On February 18, 2011, one week after the fall of the Egyptian dictator Hosni Mubarak, some two millions Egyptians assembled once again in Cairo’s Tahrir Square for the Friday prayer. The day had been proclaimed Yawm al-Fath “the Day of Victory”. The intention was to celebrate the beginning of a new era, to commemorate the martyrs of the revolution and to maintain pressure on the military council temporarily governing the country. The sermon (khutbah) was not going to be preached by one of the highest ranking official Muslim clerics – the Sheikh of al-Azhar University, for example, or the Mufti of the Republic – but by the most emblematic figure of the religious opposition to the former regime, Sheikh Yusuf al-Qaradawi, 84, who had just come back from Qatar the day before.

Sheikh Dr. Yusuf al-Qaradawi is one of the most influential of Sunni ulama (scholars) today. Born in Egypt in 1926, he graduated from al-Azhar Faculty of Principles of the Religion (Usul al-Din) in 1960 (…)

He helped create the very popular IslamOnLine website in 1997, and his weekly program on Al Jazeera, The Shari`ah and Life, is watched by tens of millions of Muslims worldwide. (…)

As much as their choice, the way Sheikh al-Qaradawi recited these verses undoubtedly had an impact on the Tahrir Square worshippers, notably his repeating of the verses 10-14 of The Dawn in the following sequence – 10, 10, 11, 12, 11, 12, 13, 14, 14 – underlining the tyranny of Pharaoh, his corruption and his final chastisement by God. (…)

Before the tribunal which hanged him for assassinating Anwar Sadat in 1981, Khalid Islambuli shouted “I killed Pharaoh!” In his Tahrir Square sermon, Sheikh al-Qaradawi does not call for the killing of anybody. However, he does not hide his satisfaction that the pharaonic and criminal regime of Hosni Mubarak was toppled by a peaceful insurrection.

aus: Yahya M. Michot: Qaradawi’s Tahrir Square Sermon

http://www.onislam.net/english/shariah/contemporary-issues/interviews-reviews-and-events/451341-the-tahrir-square-sermon-of-sheikh-al-qaradawi.html?Events=

YouTube

Khutbah in Midan Tahrir [Al-Qaradawi]

http://www.youtube.com/watch?v=Haxwcqa2btA

YouTube

Qaradawi Khutbah Tahrir Square

http://www.youtube.com/watch?v=fiT4pPHpfOU

[10] A CONTROVERSIAL religious leader with close links to Ireland’s largest Muslim organisation has been banned from entering the country, the Irish Independent has learned.

The Irish Naturalisation and Immigration Service refused to approve an entry visa for Sheikh Yusuf al-Qaradawi, an Egyptian cleric who has defended suicide bombing and advocated the death penalty for homosexuals.

Sheikh al-Qaradawi (84) is head of the European Council of Fatwa and Research (ECFR), a private Islamic foundation whose headquarters is in the Islamic Cultural Centre of Ireland (ICCI) in Clonskeagh, Dublin.

Immigration officials are understood to have blocked his entry to the country after Mr Al-Qaradawi described suicide-bombing attacks on Israelis as „martyrdom in the name of God“.

The Irish Independent has learnt the elderly religious leader was denied a visa when he last tried to enter the country on ECFR business.

The Irish ban follows similar ones in the US and UK.

Mr Al-Qaradawi had his US visa revoked in 1999 and was also refused entry to the UK three years ago.

aus: Shane Phelan: ‚Fatwa‘ sheikh with links to Irish Muslims is refused visa

Irish Independent 08.08.2011

http://www.independent.ie/national-news/fatwa-sheikh-with-links-to-irish-muslims-is-refused-visa-2842247.html

[11] Die Männer, die Augenzeugenberichten zufolge am Nachmittag des 9. März den Tahrir-Platz stürmten, das Zentrum der ägyptischen Revolution, und anscheinend wahllos Demonstranten attackierten, trugen keine Uniformen. „Sie sahen aus wie Schlägertypen“, erzählt Salwa, „sie beschimpften mich als Hure und schlugen mir ins Gesicht.“ Schockiert sei sie gewesen, als die Bande sie mit etwa 20 anderen Frauen ins Ägyptische Museum verschleppt und dort dem Militär übergeben habe. „Ich konnte nicht glauben, dass unsere Armee hinter diesem Angriff steckte“, sagt sie. „Aber dann brachten sie uns ins Militärgefängnis, und von da an wurde es immer schlimmer.“ (…)

Als Salwa am 9. März im Militärgefängnis ankam, so erzählt sie, wurde sie mit zwei anderen Frauen in einen kleinen Raum geführt, wo sie sich ausziehen und ihre Kleider durchsuchen lassen mussten. Dabei habe sie bemerkt, dass ein Soldat vor dem offenen Fenster stand und die nackten Frauen fotografierte. „Ich hatte Angst, dass sie die Fotos benutzen würden, um uns als Prostituierte darzustellen.“

In der Nacht wurden die Frauen in eine Zelle gesperrt; sie bekamen Wasser und Brot, das nach Kerosin stank. Am nächsten Tag stand im Flur vor ihrer Zelle eine Liege; dort, so verkündete ein Offizier, werde nun ein Arzt die Jungfräulichkeit der unverheirateten Frauen überprüfen. „Wir konnten es nicht glauben“, sagt Salwa, „wir fragten, ob es nicht wenigstens eine Ärztin sein könne, aber er sagte nein. Ein Mädchen, das sich wehrte, wurde mit Elektroschocks traktiert.“

Was zwischen dem 9. und 13. März im Militärgefängnis von Heikstep geschah, nordöstlich von Kairo, beschäftigt nun mehrere Menschenrechtsorganisationen. Amnesty International forderte die Behörden auf, „die schockierende und erniedrigende Behandlung von Demonstrantinnen zu stoppen“. Das Europäische Parlament verurteilte „die erzwungenen Jungfräulichkeitstests“ als Folter. (…)

Frauen, die ohne männliche Begleitung in der Hauptstadt unterwegs sind, müssen damit rechnen, sexuell belästigt zu werden.

Am vergangenen Dienstag, fast drei Monate nach Salwas Verhaftung, meldete sich erstmals ein General zu Wort. „Die Mädchen, die festgenommen wurden, waren nicht wie Ihre Tochter oder meine“, sagte der General dem US-Nachrichtensender CNN. „Es waren Mädchen, die mit männlichen Demonstranten auf dem Tahrir gezeltet hatten, in den Zelten fanden wir Molotow-Cocktails und Drogen.“ Die Jungfräulichkeitstests seien durchgeführt worden, damit die Frauen hinterher nicht behaupten konnten, im Gefängnis belästigt oder vergewaltigt worden zu sein: „Wir wollten beweisen, dass sie sowieso keine Jungfrauen mehr waren.“

Eine „zutiefst perverse Rechtfertigung einer herabsetzenden Form von Missbrauch“ nannte Amnesty International diese Reaktion und forderte die Behörden auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Antwort der Armee folgte prompt: Die Anschuldigungen der Frauen, ließ sie über einen Sprecher ausrichten, seien haltlos.

aus: Samiha Shafy: Die Jungfrauen vom Tahrir

DER SPIEGEL 06.06.2011

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-78832468.html

[12] Dr al-Qaradawi insists that a husband must compel his wife to wear the hijab.

“It is unanimously agreed upon among Muslim scholars that it is not lawful for a Muslim woman to uncover any part of her body other than the face and hands (and the feet according to some schools of jurisprudence). Hence, it is unlawful for a woman to reveal her hair, or arms, or chest or legs before non-mahram men. Wearing clothes that reveal such parts of a woman’s body is completely forbidden. A Muslim husband is to order his wife to wear hijab.”

http://www.workersliberty.org/node/4068

[13] Constitutional Status of Islam(ic Law): The Constitution was adopted on 11 September 1971 and amended by referendum in May 1980. The amendment made Islamic law „the principal source of legislation“ in Egypt. Article 2 of the Constitution reads in full:

Islam is the religion of the State and Arabic its official language. Islamic jurisprudence is the principal source of legislation.

http://www.law.emory.edu/ifl/legal/egypt.htm

[14] Muhammad Habash ist ein vielseitiger Mann. Er sitzt im syrischen Parlament, ist Imam einer Damaszener Moschee, leitet das Islamische Studienzentrum und ist Vorsitzender der islamischen Gelehrten in Syrien. (…)

Die Reformer, zu denen er sich selbst zählt, propagierten eine islamische Demokratie. „Wir sind gegen einen religiösen Staat“, betont Habash. „Wir wollen einen säkularen Staat, den wir als Muslime beeinflussen können – ähnlich wie in der Türkei.“

Dafür wird sich der Abgeordnete in den kommenden Jahren einsetzen. Schon jetzt gilt Habash im sozialistisch und säkular geprägten Syrien als führender Vertreter eines gemäßigten Islam. (…)

„Nach fünf bis zehn Jahren in der Politik werde ich mich wieder voll auf das Verhältnis zwischen Islam und Westen konzentrieren“, kündigt Habash an.

aus: Kristin Helberg: Engagement für den Dialog der Religionen

Qantara 28.07.2005

http://de.qantara.de/Engagement-fuer-den-Dialog-der-Religionen/3355c3449i1p399/

[15] In der Tat ist Tariq al-Bishri die Idealbesetzung für den Vorsitzenden der Verfassungskommission. Im November 1933 in eine Gelehrtenfamilie geboren, ist al-Bishri nicht nur pensionierter Richter und gestandener Rechtstheoretiker, sondern ein weit über Ägypten hinaus bekannter und geschätzter Intellektueller. … Tariq al-Bishri ist zunächst einmal ein Intellektueller, der sich wie kaum jemand anderes Gedanken über die Rolle des Islams in einer modernen, demokratischen Gesellschaft gemacht hat. Dabei ist er weder auf konservativen islamischen Positionen stehen geblieben, die eine Umsetzung islamischen Rechts in seiner traditionellen Ausprägung für die Gegenwart fordern, noch auf einen unkritischen „Reformislam“ eingeschwenkt, der schlichtweg westliche Konzepte eins-zu-eins auf den Islam übertragen will. Sein Ausgangspunkt ist vielmehr ein gut klassisches Konzept einer schari’a (die übrigens schon seit Sadat Hauptquelle der Gesetzgebung in Ägypten ist), die nicht von vorneherein feststeht, sondern der Interpretation bedarf und stets mit den aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen in Beziehung gesetzt werden muss. Al-Bishri liegt es fern, die direkte Umsetzung von Koranversen oder Hadithen in Gesetze zu fordern oder die Religionsgelehrten in die Gesetzgebung einzubeziehen. Vielmehr billigt er der schari’a etwa jene Rolle zu, die in Europa das Naturrecht spielt. Für al-Bishri, der ein durchaus patriotisches Verständnis von Ägypten hat, ist Ägypten durch eine islamische Kultur (die nicht identisch ist mit der islamischen Religion) geprägt, zu der auch die christlichen Kopten gehören. Gleichberechtigung von Kopten und Muslimen und ebenso von Männern und Frauen ist eines seiner zentralen Anliegen. Bei Konflikten zwischen Kopten und Muslimen hat sich al-Bishri immer wieder für die Rechte der Kopten eingesetzt.

aus: Thomas Bauer: Tariq al-Bishri, Islamdemokrat und Verfassungsvater

Sawtuna 16.02.2011

http://arabistikwwu.blogspot.com/2011/02/tariq-al-bishri-islamdemokrat-und.html

Der Islamdemokrat

[16] Ṭāriq al-Bišrī gilt als berufener Verfassungsrechtler. Zum Religionsbegriff eines ägyptischen Juristen, zur Glaubenserhöhung in Kairo und Berlin und zum geologischen Begriff der Plattentektonik. Von Jacques Auvergne.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/03/12/221/

[17] Umbruch in der Arabischen Welt

Weltreporter berichten

wdr. Im Rahmen ihrer Jahrestagung diskutieren freie Korrespondenten des Weltreporter-Netzwerkes über die Zukunft der arabischen Welt. Sie berichten seit Jahren für Zeitungen und Hörfunk aus der Region und haben den Arabischen Frühling selbst miterlebt.

http://www.wdr.de/wissen/wdr_wissen/programmtipps/radio/12/01/06_2005_5.php5

auch bei den Schariafreunden von Qantara, abgleichen heißt versuchen, gleichzuschalten:

Am Freitag, 6. Januar 2012, berichten fünf Korrespondenten des Netzwerks Weltreporter von ihren Erfahrungen während der Umbrüche und gleichen diese mit der Darstellung in den deutschen Medien ab

http://de.qantara.de/Termine/15894c18720i/index.html

Friedenskonferenz um Friedenskonferenz verläuft der Pfad in den Schariastaat. Die katholischen Pazifisten und Antisäkularen von Sant’Egidio etwa laden im September 2011, weil man an die zehn Jahre zurückligenden Terrorangriffe denken möchte, hochrangige Muslimbrüder wie Dr. Moneim (Ägyptens Präsidentschaftskandidat) nach München. Claudia Mende frohlockt:

Mit den vielen muslimischen Gesprächspartnern, nicht nur aus der arabischen Welt, sondern auch aus Malaysia und Indonesien habe man aber zeigen können, dass der Islam „viele Facetten“ hat, sagt Susanne Bühl von der deutschen Gemeinschaft Sant’Egidio. Das trage zu einem besseren Verständnis des Islam bei. „Viele wichtige Gespräche fanden auch hinter den Kulissen statt.“ Das nächste internationale Friedenstreffen ist übrigens für 2012 in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo geplant.

http://de.qantara.de/Alte-Wunden-neue-Fragen/17656c18263i1p104/index.html

Abu’l-Futuh Abd Al-Moneim

Präsidentschaftskandidat, Ägypten

http://www.santegidio.org/index.php/de/solidarieta/disabili/index.php?pageID=2386&idLng=1067&idOratore=569

Interview mit Cesare Zucconi – Generalsekretär der Gemeinschaft Sant’Egidio. Vaticanista News 11.09.2011.

Zucconi: Wir freuen uns darüber, dass wir zwei Podien dem arabischen Frühling widmen können, dem Umbruch in Ägypten und dem in Tunesien. Mit Abdel Moneim Abul Futuh kommt einer der Präsidentschaftskandidaten zu uns

http://www.vaticanista.info/2011/09/09/echte-begegnungen-mit-echten-menschen/

Interview mit Tariq Ramadan:

„Es gibt kein islamisches System, nur islamische Prinzipien“

Im Gespräch mit Claudia Mende wendet sich der muslimische Gelehrte und Reformdenker Tariq Ramadan gegen autoritäre Herrschaftsstrukturen im Islam und wirbt für ein modernes Glaubensverständnis auf der Grundlage einer Trennung von Staat und Kirche.

http://www.iphpbb.com/foren-archiv/5/294400/293880/tariq-ramadan-quotviel-feind-viel-ehrquot-93510334-17659-47.html

Die Methode Sant’Egidio

München. Mohamed Abdul Malek und Fatih Mohammed Baja brauchen jetzt erst einmal einen Kaffee. Um 16 Uhr sollen der Vizepräsident der Muslimbruderschaft in Libyen und das Mitglied des Nationalen Übergangsrates wieder im Herkulessaal der Münchner Residenz über den Arabischen Frühling diskutieren. Gerade noch haben sie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gelauscht.

http://kirchensite.de/aktuelles/kirche-heute/kirche-heute-news/datum////die-methode-santegidio/

http://www.santegidio.org/index.php?pageID=64&id=8508&idLng=1067

Beitrag

Mohamed Abdul Malek

Vizepräsident der Muslimbruderschaft, Libyen

http://www.santegidio.de/index.php?pageID=2396&idLng=1067

Aus erzkatholischer Sicht sind Westler und Koranvolk in Wesen und Lebensführung grundverschieden, weshalb das Miteinander von Demokratie und Islamdemokratie kommen muss.

Des représentants des Frères musulmans, venus de Libye, assuraient qu’ils voulaient construire la démocratie dans leur pays, mais que les démocrates occidentaux devaient admettre que cette démocratie pouvait être différente de la leur.

Burka und Bikini integrieren, der Trend geht zur Zweitfrau:

« la paix est le nom même de Dieu »

http://www.santegidio.org/pageID/64/id/8518/idLng/1067/.html

Scharia und Weihrauch für`s katholische München, ECFR-Chef ist Yusuf al-Qaradawi:

Abdul Majeed Al-Najjar (ECFR), Stellvertretender Generalsekretär des European Council for Fatwa and Research, Tunesien

http://www.santegidio.org/index.php?int=oratori&id=528

Per Riccardi “non possiamo essere pessimisti perché il pessimismo può influenzare in modo negativo il futuro del mondo arabo”. Importante la presenza di interlocutori libici – l’uno vicino ai Fratelli musulmani, l’altro rappresentante del CNT – certo per il contesto attuale, ma anche perché i libici non hanno mai amato partecipare a questi incontri.

http://www.santegidio.org/pageID/3/id/4163/idLng/1062/Da_Monaco_di_Baviera_-_Andrea_Riccardi_Lo_Spirito_di_Assisi_ha_incontrato_la_primavera_araba_Decisivo_il_messaggio_di_Benedetto_XVI_Pi%C3%B9_spiritualit%C3%A0_vuol_dire_pi%C3%B9_concretezza.html

Abdul Majeed Al-Najjar È membro dell’autorevole International Association of Muslim Scholars e dell’European Council for Fatwa and Research di Parigi. L’European Council for Fatwa and Research (ECFR) è un’organizzazione di studiosi islamici istituita a Londra nel 1997, il cui fondatore e presidente è Yusuf al-Qaradawi.

[Zehnter Jahrestag der Terrorangriffe vom 11. September, Dialog der Religionen für den Frieden, Panel 30, Der Arabische Frühling] La primavera araba

http://www.santegidio.org/index.php?pageID=1077&idLng=1062&cosa=Najjar&x=0&y=0

Qantara

Qantara.de (arab.: Qantara = Brücke) ist ein Internetportal, das in den Sprachen Deutsch, Englisch, Indonesisch, Arabisch und Türkisch den intellektuellen Dialog der westlichen mit der islamischen Welt fördern soll.

Das Portal geht auf eine Initiative des deutschen Außenministeriums zurück, in Reaktion auf die krisenhafte Entwicklung der Beziehung zum islamischen Kulturkreis nach dem Schock der Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA. Gemeinsame Träger der seit März 2003 online erreichbaren Plattform sind die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), die Deutsche Welle (DW), das Goethe-Institut (GI) und das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa); das Projekt wird vom Außenministerium gefördert. Das gemeinsame Dialogprojekt macht es sich zur Aufgabe, die Verständigung zwischen den verschiedenen Kulturkreisen zu fördern, mit dem Ziel, vorhandene Wissensdefizite aufzuheben und Vorurteilen entgegenzuwirken.

Anspruch des Redaktionsteams ist, die Publikation von solchen westlichen und islamischen Autoren zu ermöglichen und zu betreuen, die auch in Krisenzeiten die offene und respektvolle Auseinandersetzung über Gemeinsamkeiten wie über strittige Themen suchen.

Dazu gehörten beim Startangebot der Plattform zum Beispiel der ägyptische Literaturwissenschaftler Nasr Hamid Abu Zaid, der deutsche Ex-Diplomat und Muslim Murad Hofmann, die Islamtheologin Halima Krausen, der Konfliktforscher Heiner Bielefeldt und der Physiker Ernst Ulrich von Weizsäcker.

aus: Wikipedia abgerufen am 07.01.2012

http://de.wikipedia.org/wiki/Qantara.de

Die Muslimbruderschaft hat sich im Laufe ihrer achtzigjährigen Geschichte meist als gewalttätige, anti-westliche Bewegung hervorgetan, die auf eine strikte Einhaltung der islamischen Gesetze drängt. Viele der gewaltsamen radikal-islamischen Bewegungen, die wir heute kennen, sind ursprünglich aus der Bruderschaft hervorgegangen oder von ihrer radikalen Ideologie beeinflusst worden.

Im Lauf der letzten dreißig Jahre haben jedoch verschiedene der nur lose miteinander verbundenen Ableger dieser Bruderschaft in unterschiedlichen arabischen Staaten an Wahlen teilgenommen. Man hat sich um Transparenz sowie eine demokratische Reformierung der eigenen Parteipolitik bemüht und das System der parlamentarischen Volksvertretung ausdrücklich anerkannt. (…)

Aber statt die neueren demokratischen Bestrebungen der Bruderschaft zu begrüßen, versuchen die Regierungen der arabischen Staaten, möglichst hart durchzugreifen. Darunter leidet nicht zuletzt ihre eigene Glaubwürdigkeit, da die Öffentlichkeit diesen Widerspruch durchaus wahrnimmt. Moderatere Anhänger des Islam werden so womöglich erst recht in die Arme der radikalen, an den Rändern der Bewegung agierenden Dschihad-Prediger getrieben.

aus: James M. Dorsey: Richtungsstreit um demokratische Öffnung

Qantara 26.11.2009

http://de.qantara.de/Richtungsstreit-um-demokratische-Oeffnung/5090c5170i1p537/index.html

Toleranz für verschiedene Wege: In seinem neuen Buch beschreibt der Islamwissenschaftler Thomas Bauer die Spielräume muslimischer Kultur und räumt mit Zerrbildern eines alle Lebensbereiche dominierenden, dogmatischen Islams auf. Von Katajun Amirpur

„Abgesehen davon, dass wohl kaum eine Aussage darüber möglich ist, was „der Islam“ eigentlich sei, denn dazu gibt es viel zu viele Erscheinungsformen des Islams, ist falsch daran die Grundannahme: „Der Islam“ hat in Geschichte und Gegenwart islamischer Gesellschaften keineswegs alle Lebensbereiche durchdrungen.“

http://de.qantara.de/Eine-andere-Geschichte-des-Islams/18273c18959i0p/index.html

Welche Bedeutung hat das islamische Recht gegenwärtig für den Alltag von Muslimen? Die Antwort auf diese Frage fällt regional sehr unterschiedlich aus. …

Während die jungen Nationalstaaten sich beim Straf- und Handelsrecht meist an europäisch inspirierten Codices orientierten, wurde das Personenstandsrecht in Ländern wie Ägypten, Marokko, Malaysia oder Indien konfessionell geregelt.

Das heißt, dass z.B. ein Wohnungseinbruch genauso wie in Europa mit Gefängnis bestraft wird, während in persönlichen Angelegenheiten wie Heirat, Scheidung oder Erbe das Recht der jeweiligen Glaubensgemeinschaft gilt. Für Muslime bedeutet das, dass sie gemäß der jeweils geltenden Interpretation des islamischen Rechts heiraten, sich scheiden lassen und erben.

Diese von Fachleuten so genannte konfessionelle „Rechtsspaltung“ war kein großes Problem, solange nur wenige Muslime in nichtmuslimische Länder auswanderten.

aus: Martina Sabra: Perspektiven auf die Scharia

qantara 18.05.2009

http://de.qantara.de/Perspektiven-auf-die-Scharia/3956c4050i1p411/

Das islamische Recht, die Scharia, hat einen schlechten Ruf – insbesondere in westlichen Ländern, aber auch unter vielen säkularisierten Muslimen. Es steht für Unterdrückung der Frauen, Verachtung der Menschenrechte und Rückständigkeit.

Abdullah An-Na’im, Rechtsprofessor an der amerikanischen Emory-Universität in Atlanta und keineswegs Fundamentalist, versteht den Begriff Scharia freilich ganz anders. Scharia, sagt er, sei positiv und zukunftsfähig, die Zukunft liege allerdings in einem säkularen Staat und nicht in einem islamischen:

„Mein Argument ist, dass die Idee des islamischen Staates eine postkoloniale Idee ist. Sie hat sich aus der europäischen Staatslehre und der europäischen Rechtslehre heraus entwickelt. Das passt nicht in die Natur der Scharia und ist nicht vereinbar mit der Geschichte der islamischen Gesellschaft.“

Die auf das siebte Jahrhundert zurückgehenden Rechtslehren der Scharia, so an-Naim, seien in ihrer ursprünglichen Form mit der Lebensrealität im 21. Jahrhundert einfach nicht mehr vereinbar. Man müsse sie neu definieren.

Cem Sey bei Qantara am 02.08.2006

http://de.qantara.de/Die-Zukunft-der-Scharia-ist-der-saekulare-Staat/3524c3618i1p402/

In Libyen ist das Familien- und Erbrecht schon lange von Scharia-Grundsätzen geprägt. Also: Was genau ist die Scharia?

In der westlichen Debatte, auch unter manchen Muslimen, wird sie meist als Gegensatz zu demokratischer Rechtsstaatlichkeit gesehen. Das ist jedoch weniger als die Hälfte der Wahrheit. In einem weiten Verständnis, das viele Muslime haben, beinhaltet die Scharia das gesamte, höchst komplexe und flexible System islamischer religiöser und rechtlicher Normen und deren Interpretation. (…)

So kann die „Scharia“ auch den Einsatz gegen Folter, Korruption und staatliche Willkür gegen BürgerInnen begründen. Die Partei der ägyptischen Muslimbrüder (HHA) setzt Scharia in ihrem Programm mit Demokratie gleich, im Gegensatz zu Gottesstaat und Militärherrschaft. (…)

Wer aber über die Grenzen liberalsäkularer Eliten hinaus in die breite Bevölkerung hineinwirken will, wird sich ohne Bezugnahme auf islamische Kultur und Scharia schwertun. Muslimische Vorkämpfer der Menschenrechte wie Schirin Ebadi oder Nasr Hamid Abu Zaid befürworten deshalb eine kulturelle Übersetzung der Menschenrechte in die herrschende Denktradition, die sie als etwas „Eigenes“ erfahrbar machen.

Die Klimakatastrophe, die dem Arabischen Frühling tatsächlich droht, ist nicht die Scharia per se, sondern weitere Destabilisierung im wirtschaftlichen und sozialen Bereich.

aus: Mathias Rohe: Eine westliche Fehlinterpretation

bei: Qantara 02.12.2011

http://de.qantara.de/Eine-westliche-Fehlinterpretation/17880c18506i0p/index.html

Der Schariaverweigerer brutzelt auf ewig in der Feuergrube, weil er den Sinn gelingenden menschlichen Lebens verfehlt hat, den Rechtsgehorsam nach Maßgabe von Scharia und Fiqh. Wenn die Gottheit Souverän und die Scharia die Wolke ist, regnen Gesetze vom Himmel.

Aus: Edward von Roy: Die Landesregierung, der Verbandsislam und die Suche nach dem bekennenden Religionsunterricht. Offener Brief an die Düsseldorfer Landtagsabgeordneten. Zum 10.12.2011.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/12/05/273/

20 Antworten to “279. Weltreporter”

  1. Mme. Haram Says:

    zu Al-Gawhari: wenn es nicht so traurig wäre, und schlimm bis lebensgefährlich für die Betroffenen, könnte man sich über die Art und Weise, wie einige die Wirklichkeit umbiegen, amüsieren. Da ist auch sicher ein großes Stück Verzweiflung bei.

    Daniel Greenfield What if the Problem Really is the People?

    „Handing out democracy like candy does not fix existing cultural problems. It does not end bigotry, free women or stop murder in the name of Allah. Open elections are only as good as the people participating in them. And the 84 percent of Egyptians who want to murder apostates have issues that democracy will not solve. The problem with Egypt is not Mubarak– but the Egyptians.
    (…)

    Islamists understand this far better than the neo-conservatives. That is why they campaign so ruthlessly against Western culture. They understand that it is cultural assumptions that dictate behavior, more than any law. While we try to export institutions to the Muslim world, they export Muslim culture to us. And they have had far more luck changing us, than we have had changing them. Institutions are shaped by culture, but cultures are not shaped by institutions.“

    http://sultanknish.blogspot.com/2011/02/what-if-problem-really-is-people.html

  2. Cees Says:

    “La postérité ne pourra pas comprendre que nous ayons dû retomber dans de pareilles ténèbres après avoir connu la lumière.”

    Sébastien Castellion in De arte dubitandi (l’art de douter), 1562

    Lieber Jacques,

    die muslimischen und nichtmuslimischen Proislamisten haben keinen Zugang zum kausalen Denken, eher schon zum Billigen von Gewalt gegen Frauen und Schariagegner. Die Verfechter des wortwörtlich gelesenen Koran müssen daher gegen die Freunde des Rationalen permanent Angst verbreiten, müssen einschüchtern, erpressen. Mobben für Allah.

    Die glitschigste gegenwärtige Rutschbahn ins globale Kalifat scheint mir die Achse Washington-Peking zu sein, daneben ihr schiitischer Abglanz oder Schatten, die jahrzehntealte neognostisch-rassistische Waffenbruderschaft Berlin-Teheran.

    Tunesien scheint zur Sparkasse der iranischen Mullahs zu werden. 30 Oct 2011 – Ahmadinejad made the remarks during a meeting with the new Tunisian ambassador to Iran which was held in Tehran on Sunday.

    http://tehrantimes.com/politics/4087-iran-keen-to-promote-cooperation-with-tunisia-ahmadinejad

    Tunisia-Iran, Politics, 4/17/2001

    It was announced in Tehran on Monday that the Tunisian prime minister Muhammad al-Ghanoushe will visit Tehran on April 19 in an official visit to the Islamic Republic of Iran.

    http://www.arabicnews.com/ansub/Daily/Day/010417/2001041704.html

    Da darf Deutschlands zur Scharia schweigender Außenminister nicht fehlen:

    „In Tunesien wird wieder getanzt, und Deutschland liefert die Musik dazu. Pünktlich zum Besuch Westerwelles in Tunis ist eine CD herausgekommen, mit Liedern tunesischer Künstlerinnen. Das Auswärtige Amt hat die Produktion gefördert, um ‘den Frauen eine Stimme zu geben und ihre herausragende Rolle in der Jasmin-Revolution zu würdigen’. Das Album ist ein schönes Beispiel dafür, wie die Bundesregierung die Öffnung Tunesiens, dieser Keimzelle des ‘arabischen Frühlings’, voranzutreiben versucht.“

    aus: Westerwelle vergleicht Regierung in Tunis mit CSU
    WELT 09.01.2012

    http://www.welt.de/dieweltbewegen/article13806207/Westerwelle-vergleicht-Regierung-in-Tunis-mit-CSU.html

    Es sind die USA, die bei Bedarf nur ein Feigenblatt von Humanität (oder nicht eigentlich noch weniger?) etwa in Saudi-Arabien zulassen und die das (etwa nach afrikanischer Hegemonie schielende) Sklavenhaltersystem China, wie zähneknirschend auch immer, dulden, um zwischen Uganda, Pakistan und Malaysia ein paar Waren verkaufen zu können. Deshalb bezahlt das Autohaus FORD den Schariaprofessor Abdullahi an-Na’im und leistet sich mehrere (bisweilen konservativ angepinselte) Theaterkulissen von Pseudo-Islamkritik (vgl. Daniel Pipes), die von der Scharia nicht gründlich und von der AEMR gar nicht reden (was wiederum an die Islambeförderung der einstigen PdS und heutigen LINKEN erinnert).

    In ‘Gottes eigenem Land’ steht Religion bekanntlich hoch im Kurs und haben Kreationismus, Mormonentum und Islamisierung zunehmend Auftrieb:

    Sharia Adherence Mosque Survey: Correlations between Sharia Adherence and Violent Dogma in U.S. Mosques (…) Violent Jihad is an Integral Part of Orthodox Sharia-Centric Islam

    http://www.terrorismanalysts.com/pt/index.php/pot/article/view/sharia-adherence-mosque-survey/html

    Die Europäer und mit ihnen die Deutschen sind leider gar nicht demokratisch und am Erhalt der nicht selbst aufgebauten Rechtsstaatlichkeit offensichtlich nicht interessiert, das Thema Scharia langweilt sie! Und der Islam begünstigt seit jeher die Desinteressierten und Langweiler, denn eine andere Geisteshaltung ist in der Schariagesellschaft ungesund bis tödlich (vgl. Apostatenmord und andere Ehrenmorde). Christliche Zivilisation und Volk der Dichter und Denker waren nie oder gestern, die universellen Menschenrechte belästigten nur kurz, jetzt kommen Postmoderne, Personenkult und al-Islam. Multikultur als Mysterienkult, Dialog als Opium.

    Da wird sich etwas ändern müssen, denn ohne AEMR-basierte Massenproteste von der mehrfachen Wucht der Stuttgart-21-Gegner vor jedem Ministerium und großstädtischen Rathaus werden die Muslimbrüder (deutsch IGD und ZMD, europäisch FIOE) ihre Bastionen in Verlagen, Redaktionen, Stiftungen, Hochschulen und Ministerien völlig ungehindert ausbauen. Die deutsche Mehrheit will das oder billigt das, nicht zuletzt die kirchenchristliche, und es gibt nun einmal keine Demokratie gegen die Demokraten.

    Unser mehrteiliger Gegner, aus Islamisten und anderen Kulturkreistheoretikern bestehend, ist weltweit leider viel schneller (und enthemmter) als wir, doch dürfen sich Aufklärungshumanisten niemals vom Licht des Strohfeuers des Marktschreierischen blenden lassen. Wir liegen völlig richtig, nur den geistigen Machtbereich der hundertprozentigen AEMR auszubauen … 2012 eben nur Millimeter für Millimeter. Misserfolg ist möglich, die Schariabarebarei ist nicht gegen eine abendländische argumentierende Barbarei einzutauschen (und bislang hat sich noch jeder nichtmuslimische Despot oder Diktator mit den Kalifen arrangiert).

    „‘Hizb ut-Tahrir’ an der TU Berlin (…) Dabei hatten Vertreter der HuT dem Staat Israel das Existenzrecht abgesprochen. Dieser an sich schon skandalöse Vorgang wurde durch die Anwesenheit führender NPD-Mitglieder vollends zum Eklat. Als die HuT verboten wurde, entzog der Präsident der TU der islamistischen „Aqida“ den Status als offiziell registrierter Hochschulgruppe. … So hat umgekehrt Shaker Assem, ein leitendes Mitglied der ‘Hizb ut-Tahrir’, der NPD-Zeitschrift ‘Deutsche Stimme’ ein ausführliches Interview gegeben (…)“

    http://www.verfassungsschutz.brandenburg.de/cms/detail.php/lbm1.c.342015.de

    Machtgeile Monotheisten unter sich: Bishop Yuhanna Qultah, Deputy Patriarch of Coptic Catholics in Egypt, welcomed the arrival of Muslim Brotherhood (MB) and the Freedom and Justice Party (FJP) members to the first post-revolution parliament. Mit Konrad-Adenauer-Stiftung und Sant’Egidio bald auch in Deutschland?

    He pointed out that the Islamic civilization and the Islamic conquest of Egypt did not confiscate the freedom of belief, and that for more than 1400 years, Muslims never boycotted their Christian fellow citizens because of religion, and they have lived as brothers side by side all along that history.

    http://themuslim.ca/2012/01/01/egypt-coptic-catholics-welcome-muslim-brotherhood/

    Was für ein erbärmlicher Dhimmi, aber auch nicht schlimmer als Islamverherrlicher und Kardinal Jean-Louis Tauran:

    „‘Ignoranz ist die Mutter aller Verirrungen und oft der Grund für so viel Unverständnis’, hob der Präsident des Päpstlichen Rates für interreligiösen Dialog hervor. Es sei nötig, sich über den Islam erst einmal zu informieren und ihn zu verstehen zu versuchen.“

    http://www.kath-kirche-vorarlberg.at/organisation/internet-redaktion/artikel/tauran-islam-angst-durch-kontakte-und-information-ueberwinden

    Einerseits wird es sehr knapp, andererseits haben wir haben die besseren Argumente. An dieser Stelle stand die unteilbare zivilisierte Menschheit schon des Öfteren, in Europa etwa im Jahre 1562, als Sebastian Castellio feststellen musste: Die Nachwelt wird es nicht fassen können, dass wir abermals in solchen dichten Finsternissen leben mussten, nachdem es schon einmal Licht geworden war.

    Insgesamt bin ich trotz allem optimistisch: Wir schaffen das schon, gemeinsam mit den Säkularen unter den so genannten Muslimen.

    Eine Kategorisierung in Muslime und Nichtmuslime können echte Demokraten nicht dulden.

    Mit solidarischen Grüßen
    Cees

    (Cees van der Duin, Blog Eifelginster, Pfadfinderische Islamkritik)

  3. Londonistan Says:

    Calling all muslims to East London today!!!

    We need your presence. Who gave these kuffar the right to speak? … We used to make the kuffar feel small

    http://forums.islamicawakening.com/f18/urgent-calling-all-muslims-east-london-today-55211/

    2012 — Maryam Namazie:

    There have been a number of recent attacks on free expression here in the UK. They include 17 year old Rhys Morgan being forced to remove a Jesus and Mo cartoon or face expulsion from his Sixth Form College and demands by the UCL Union that the Atheist society remove a Jesus and Mo cartoon from its Facebook page. There has also been a threat of violence, police being called, and the cancellation of a meeting at Queen Mary College where my One Law for All co-spokesperson Anne Marie Waters was to deliver a speech on Sharia. More recently, LSE’s Student Union has passed a resolution ‘No to racism; no to Islamophobia’ and told the Atheist society to remove its affiliation with the Student Union again over a Jesus and Mo cartoon on its Facebook page. …

    Islamists will often say that adulterers must be stoned to death, that gays must be killed, that women are the source of chaos and fitna in society, or that there must be two women for every man testifying at a Sharia court because ‘it’s the difference between a man and a woman’s brains’. And many of them freely say so on the very university campuses that want to deny atheists the right to post a Jesus and Mo cartoon on their Facebook pages! …

    Whenever you speak about Islam, there are countless prefects waiting to admonish you. And it is not just the Islamists and their usual apologists (in the Guardian, or the likes of George Galloway, Unite Against Fascism and Socialist Workers Party) that do this. You’ll hear this from many others too. You are being too provocative; you being deliberately provocative. Why establish the Council of Ex-Muslims to publicly renounce Islam and say you are an atheist? Never mind that you need to do this to break the taboo that comes with such a renunciation especially since it is punishable with death? The Egyptian blogger and atheist Aliaa Magda Elmahdy should never have posted a nude photo of herself as a scream against misogyny; nudity is offensive. Your colleague was threatened at a meeting on Sharia law at Queen Mary College – well what do you expect when you discuss such matters (something the security guard said before the police arrived)? And on and on.

    http://freethoughtblogs.com/maryamnamazie/2012/01/28/charges-of-offence-and-islamophobia-are-secular-fatwas/

  4. Janoob al-Tareeq Says:

    heise 05.03.2012 – In Tunesien wird an der Verfasssung gearbeitet. Erste Signale, welche die islamistische Regierungspartei Ennahda sendet, beunruhigen. Denn die Partei will die Scharia in der Verfassung verankern, wie ihr Kritiker entgegenhalten. Zwar ist nicht wörtlich von der Scharia die Rede, aber von islamischen Prinzipien, die eine verbindliche Richtschnur abgeben sollen. Zusammen mit der Ankündigung, Tunesien in der Verfassung auf keinen Fall als säkularen Staat zu definieren und Politik und Religion nicht zu trennen, ruft dies genau die Ängste wach, die von Seiten der säkular ausgerichteten jungen Protestbewegung und der Zivilgesellschaft gegen Ennahda vorgebracht wurden.

    Das von Vertreter der islamistischen Partei so häufig bemühte Bekenntnis zur Demokratie wird von einer wachsenden Zahl Skeptikern inzwischen als Täuschungsmanöver angesehen. Eindeutig zeigt sich das etwa an einem kritischen Artikel, der sich aktuell auf dem Internet-Portal Nawaat findet (Nawaat war während der Aufstände Anfang vergangenen Jahres ein zentrales Informationsforum). In dem Kommentar mit dem Titel „Der demokratische Staatsstreich“ wird Ennahda vorgeworfen, dass sie die Demokratie mithilfe genau der Möglichkeiten, welche die Demokratie gewährt, unterwandert. Erörtert wird das am Fallbeispiels des Versuchs, über „islamische Prinzipien“ die Scharia als Maßgabe einzuführen und damit demokratische Freiheitsrechte auszuhebeln.

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/151554

  5. Jacques Auvergne Says:

    Scheich Wajdi Ghanem (Wagdi Ghoneim, Wagdy Mohamed Ghoneim, Wagdi Ghuniem) will die religiöse weibliche Genitalbeschneidung und trat nun in Tunesien auf.

    12.02.2012 – Moez Ben Salem écrit – Que s’est-il passé, dimanche, à la Coupole d’El Menzah, lors du prêche du cheikh Wajdi Ghanim, le fameux partisan de l’excision des filles ?

    La venue en Tunisie de Wajdi Ghanem, le cheikh qui s’est rendu tristement célèbre en faisant l’apologie de l’excision des fillettes, n’a pas laissé les Tunisiens indifférents et n’a fait qu’accentuer le clivage entre le clan des «fanatiques de Dieu» qui voient en cet individu un grand prédicateur et celui des «démocrates» qui voient en lui un être barbare !

    Le cheikh a été invité (par qui ?) à se produire, dimanche 12 février, à la Coupole d’El Menzah, à Tunis.

    La veille, la «bataille» faisait rage sur Facebook : les pro-Ghanim se délectaient d’avance de sa venue, l’un d’eux l’a même décrit comme un grand «savon» (sic) !!! Traduire : il va tout nettoyer.

    Les anti-Ghanim se lançaient dans des envolées lyriques aussi stériles et inefficaces que celles de notre gardien de but national récemment face au Ghana.

    http://kapitalis.com/afkar/68-tribune/8269-le-predicateur-wajdi-ghanim-en-terrain-presque-conquis-en-tunisie.html

    Controversial Cleric, Advocate of Female Genital Mutilation, Challenges Tunisian Critics

    Charles Baeder: Wajdi Ghoneim, the fiery Egyptian cleric notorious for his controversial stances on a number of social and political issues, issued a challenge – via Facebook – against his “secular and liberal” Tunisian critics, calling upon them to face him in a live, televised debate.

    Ghoneim’s contentious visit to Tunisia – organized by Dar el-Hadith Academy, al-Forqan Association for Teaching the Qur’an, and the Basha’ir el-Kheir Organization – has been met with a wave of uproar, characterized both by dissent and support, from representatives of nearly all demographics of Tunisian society. …

    Ghoneim has garnered notoriety for his contentious perspectives regarding religion, the West, and a number of social practices. However, he has become particularly recognized for his misogynistic perceptions regarding the role of women and his support of the practice of female genital mutilation (also known as FGM or female circumcision). The practice has a number of forms, but most commonly involves the full or partial removal of the clitoris and the inner and outer labia.

    Ghoneim recently issued a statement clarifying that although FGM is not mandatory, that it is an option supported by Islamic science, and it should be considered as a form of “cosmetic surgery.”

    http://www.tunisia-live.net/2012/02/15/controversial-cleric-advocate-of-female-genital-mutilation-challenges-tunisian-critics/

    Islamist Wagdi Ghoneim: Wer mit der linken Hand isst, folgt Satan

    globalmbreport GlobalMB @ 25.08.2009 – Wagdi Ghoneim (aka Wagdi Ghoneim, Wagdy Mohamed Ghoneim, Wagdi Ghuniem) has made a public address in which he called French President Sarkozy a “criminal fornicator.” …

    Mr. Ghoneim is an Egyptian cleric known for his anti-Semitic speeches. In January 2005, Mr. Ghoneim agreed to be voluntarily deported from the U.S. based upon Department of Homeland Security concerns that his past speeches and participation in fund-raising activities could be supportive of terrorist organizations. Following deportations from Bahrain and South Africa, he appears to have settled in Qatar where MEMRI reported on remarks by Mr. Ghoneim which aired on Al-Jazeera TV and which praised violent Jihad and criticized the U.S. and Europe as “Godless” nations. Ghoneim is closely tied to the global Muslim Brotherhood and has been a frequent speaker or invited speaker at Brotherhood events including those sponsored by the Union of Islamic Organizations in Italy (UCOII), the Islamic Cultural Centre of Ireland (ICCI), and the League of Swiss Muslims. Known for his anti-semitic speeches, global media have also reported that he is closely associated with Hamas. Ghoneim was recently identified as one of sixteen individuals on a Home office list of people banned from the U.K. on the basis of ” unacceptable behaviour by seeking to foment, justify or glorify terrorist violence in furtherance of particular beliefs and to provoke others to commit terrorist acts. In July, the Egyptian newspaper Al-Masry Al-Youm reported that Mr. Ghoneim was added by Egyptian authorities to a list of 90 leaders of the “International Organization of the Muslim Brotherhood”

    http://globalmbreport.org/?p=1601

    MEMRI 16.07.2009 – Following are excerpts from a public address by Egyptian cleric Wagdi Ghoneim, which aired on Al-Jazeera TV on July 16, 2009.

    Wagdi Ghoneim: The Jews had nowhere to settle. They were scattered throughout Europe and America. Even now, most of the [Jews] living in our beloved Palestine are not Palestine nationals. Even [Gilad] Shalit, who has been captured by our brothers in Hamas, is a French national. This is why Sarkozy – that criminal fornicator, who has a forbidden relationship with a woman and a bastard daughter from her, yet says that a woman’s veil contradicts her liberty… What business is it of yours, you fornicator? He went to visit Saudi Arabia with this woman, and they wouldn’t let him in. They asked him: „Who’s this?“ He said: „She’s my girlfriend.“ So they said: „Girlfriend? You expect us to welcome you with ‚horns‘?! Get lost. Next time, come with your wife, and we will respect you and let you in, but when you come with a girlfriend, and say that a woman must not wear the veil to school…“

    http://www.memritv.org/clip_transcript/en/2208.htm

  6. Querverweis Says:

    :::

    Das politische Klima in Tunesien ändert sich, und die Vorfälle vor dem Stadttheater von Tunis machen das drastisch deutlich. Die Schauspieler hatten vor einem Monat einen Theatertag unter freiem Himmel organisiert – doch schon bald sahen sie sich von tausenden Salafisten umringt.
    Diesen Islamisten, die den Koran wortgetreu auslegen, war das bunte Treiben der Theaterleute zu weltlich.

    Moez Mrabet, Schauspieler:
    „Sie haben alles zerschlagen und dann haben sie begonnen, Steine und Schuhe auf uns zu werfen.“

    Rund 5.000 Salafisten bedrängten die Schauspieler solange, bis diese ihre Sachen zusammenpackten. Die Islamisten hatten ihr Ziel erreicht.

    Moez Mrabet, Schauspieler:
    „Jemand, der frei denkt, der ist für die Salafisten gefährlich. Sie wollen uns ihre Meinung, ihre Art des Denkens aufzwingen, zum Beispiel, dass sich Frauen verschleiern.“

    Über ein Jahr nach der Revolution ist die Lage in Tunesien gespannt, immer öfter kommt es zu Zwischenfällen. …

    Mohammed Bakhti, Salafist:
    „Wir sind gegen die Demokratie. Das ist doch ein Modell aus dem Westen. Demokratie bedeutet doch, dass die Mehrheit bestimmt, was passiert. Aber für uns geht alle Macht von Gott aus. Sein Wort allein zählt.“

    Der Schauspieler Moez nimmt uns mit zur Manouba-Universität bei Tunis. Dort blockiert der Salafist Mohamed Bakhti zusammen mit seinen Mitstreitern schon seit Monaten den Betrieb. Auch hier ist die Stimmung sehr aggressiv.

    Die Fundamentalisten wollen erreichen, dass Studentinnen voll verschleiert am Unterricht teilnehmen können. Bislang ist das nicht erlaubt, und deswegen richtet sich die Wut der Salafisten gegen die Leitung der Universität.

    Moez Mrabet, Schauspieler:
    „So gehen sie immer vor. Sie verhalten sich gewalttätig und wollen Druck ausüben. So wollen sie ihre Ziele erreichen.“

    Die Wut schlägt auch in Gewalt um: Das Haus von Nabil Karoui wurde verwüstet. Ihm gehört der Privatsender Nessma, der den Zeichentrickfilm Persepolis ausgestrahlt hat. Darin wird Gott als alter, bärtiger Mann dargestellt – Gotteslästerung für die Salafisten.

    Gegen den Direktor von Nessma TV, Nabil Karoui, richtet sich der ganze Hass der Fundamentalisten. Der alerte Geschäftsmann wiederum glaubt, dass Tunesiens derzeitige Regierung die Salafisten bewusst gewähren lässt.

    Nabil Karoui, Direktor Nessma TV:
    „Wenn Sie sich anschauen, was in Ägypten, in Libyen, Marokko und hier geschieht, dann sieht es wirklich so aus, als gebe es einen Masterplan der Salafisten, den sie überall ausführen.“

    Mohammed Bakhti, Salafist:
    „Ganz klar – wenn es nach uns geht, werden wir den Fernsehsender Nessma schließen. Das ist doch ein laizistischer Sender.“

    Lautstarker Protest vor dem Gericht von Tunis, denn gegen den Eigentümer von Nessma TV, Nabil Karoui, läuft auch noch ein Verfahren wegen Gotteslästerung: Die Salafisten auf dem Vormarsch.

    In Tunesien sollen sie angeblich bereits ein Fünftel aller Moscheen kontrollieren. Und es ist nicht nur in Tunesien ein offenes Geheimnis, dass solche Gruppen auch von außen finanziell unterstützt werden, etwa aus Saudi-Arabien.

    aus: Stefan Schaaf / ARD Madrid
    Rückschau: Tunesien:
    Salafisten wollen Scharia-Staat

    Sendeanstalt und Sendedatum: BR, Sonntag, 22. April 2012

    http://www.daserste.de/weltspiegel/beitrag_dyn~uid,54hu9k3jt26rxree~cm.asp

    :::

  7. Kalevala Says:

    :::

    Wir leben in verrückten Zeiten. Das ist zwar eine Binse, aber sie trifft den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. Ich könnte es auch etwas feiner formulieren: ‚Der Wahnsinn, wenn er epidemisch wird, heißt Vernunft.‘ Der Satz stammt von Oskar Panizza, einem heute fast vergessenen Schriftsteller und Psychiater, der im Jahre 1895 wegen Gotteslästerung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde …

    Wenn Sie die Tagesschau regelmäßig sehen und hören, werden Sie feststellen, dass sie immer mehr der ‚Aktuellen Kamera‘ des DDR-Fernsehens ähnelt.

    Die Reporter tun so, als würden sie Fragen stellen, die Politiker tun so, als würden sie Antworten geben. Längst sind die Einen mit den Anderen eine Art Sozialpartnerschaft eingegangen, man kennt sich, man schätzt sich, man tut einander nicht weh …

    Ich zucke immer innerlich zusammen, wenn ich das Wort ‚alternativlos‘ höre … Wer ‚alternativlos‘ sagt, beendet eine Debatte, noch ehe sie begonnen hat, disqualifiziert alle möglichen Gegenpositionen als Nonsens, die zu erörtern reine Zeitvergeudung wäre. Es ist ein finales, ein quasi religiöses Argument, das sich nicht an die Vernunft richtet, sondern Ängste mobilisiert. …

    Warum habe ich so lange geschwiegen, verschwiegen, was offensichtlich ist und in Planspielen geübt wird, dass wir von denjenigen, die wir gewählt haben, wie Kinder behandelt werden?

    Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes empfinde ich als belastende Lüge, ich schweige nicht mehr, ich habe noch jede Menge Tinte, und so sage ich: ‚Es reicht, genug ist genug.‘ …

    Liebe Frau Springer, sehr geehrte Gäste, lassen Sie uns diese Feier zum Anlass nehmen, zu geloben, dass wir uns nicht weiter entmündigen lassen wollen. Nehmen wir uns ein Beispiel an den Bürgern der DDR, die nach 40 Jahren Diktatur aufgestanden sind und Nein gesagt haben. Unser Nein ist ein Ja zur Eigenverantwortung, zum Leistungsprinzip, zur Freiheit des Individuums, zur Freude am Leben.

    Henryk M. Broder in seiner Laudatio für Frieda Springer anlässlich der Verleihgung der Moses-Mendelssohn-Medaille (2012).

    http://www.bild.de/politik/inland/friede-springer/moses-mendelssohn-medaille-laudatio-henryk-m-broder-24443496.bild.html

    :::

  8. Jacques Auvergne Says:

    :

    „Das Ziel ist die Wahabitisierung Tunesiens“
    Thomas Pany 20.07.2012

    Mit scharfen Worten macht der tunesische Rechts- und Politikwissenschaftler Hamadi Redissi auf die Lage in seinem Land aufmerksam. In einem Gastbeitrag der gestrigen gedruckten Ausgabe der SZ (noch nicht online) schreibt der Verfasser mehrerer Bücher und Essays, die sich ideenphilosophisch kritisch mit dem Islam und demokratischen Werten auseinandersetzen, davon, dass sich Tunesien auf dem Weg in eine Diktatur befände. Die säkularen Kräfte seien auf dem Rückzug, die Islamisten hätten gewonnen; die Sieger der Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung im Herbst letzten Jahres, allen voran die Ennahda, hätten eine „Höllenmaschine“ in Bewegung gesetzt: „ein arrogantes politisches Hegemoniestreben, das mit einer schleichenden Islamisierung der Gesellschaft einhergeht.“ …

    Redissi war Anfang des Jahres selbst Opfer einer Attacke von aufgebrachten Islamisten – in seinen Worten „Salafisten-Horden“ -, deren öffentliche und von der Regierung, wie er unterstellt, geduldeten Aktionen gegen Kunst und Kultur ihm ein Indiz für die fortschreitende Islamisierung des Landes sind. Auch in seinem Fall, als er von Islamisten mit Schlägen traktiert wurde, griff die Polizei nicht ein. Redissi war als Unterstützer des Senders Nessma TV auf der Straße, als dem Senderchef der Prozess wegen Blasphemie gemacht wurde, weil er im vergangenen Jahr den Zeichentrickfilm Persepolis ausstrahlen ließ. …

    Indizien gibt es genug, so konnte man schon Ende letzten Jahres auf dem Portal Nawaat, das während der Aufstände eine zentrale Anlaufstelle für Blogger und Bürgerreporter war, Berichte lesen, wonach in Schulen und Universitäten deutlicher auf „korrekte Kleiderordnung“ geachtet würde, dass Versammlungen von Islamisten gestört würden. Aktuelle Artikel zur Situation von Journalisten weisen auf ähnliche Bevormundungen hin, die in Richtung Zensur gehen. …

    Oder bei Zeitungen und Zeitschriften – der Befund läuft darauf hinaus, dass es für unbequeme, kritische Journalisten schwieriger wird, wirtschaftlich und politisch; Verhaftungen und gegen sie gerichtete Aggressionen häufen sich, wie die Organisation Reporter ohne Grenzen berichtet. Besonders beunruhigend sei das ambivalente Verhalten der Justiz: Die Angreifer der Journalisten würden bald freigelassen, wohingegen die Journalisten selbst nicht so rasch entlassen würden. Gnadenlos verurteilt werden übrigens auch Karikaturisten.

    Geht es nach Beobachtungen, die heute in der Schweizer Zeitung NZZ veröffentlicht werden, so hat es den Anschein, dass die Ennahda nun doch versucht, das Klima zu ändern. Man habe eine „andere Gangart“ eingeschlagen, rund 160 Personen seien verhaftet worden, mit der Aussicht, dass ihnen der Prozess gemacht wird. Seither beobachte man ein Abflauen der „salafistischen Aktivitäten“, möglicherweise, habe Ennahda-Chef Ghannouchi ein „Machtwort gesprochen“. Die Ruhe, so die NZZ, wird von „säkular Orientierten“, mit denen man gesprochen habe, allerdings eher als „Verschnaufpause“ verstanden. Laut Redissi hat man es in Tunesien mit einer breiten, großen Welle zu tun, die sich so schnell nicht zurückziehen wird.

    http://www.heise.de/tp/artikel/37/37317/1.html

    Zyed Krichen et Hamadi Redissi agressés par des salafistes

    L’agression contre Zied krichen et Hamadi Redissi 23-01-2012

    Tunisie : étudiantes contre Salafistes – 66minutes de 22/01

    Le face à face est tendu. D’un côté, des étudiantes en jean-baskets. De l’autre, des salafistes qui bloquent la fac, dénonçant l’interdiction du port du Nikab intégral. Depuis que la Tunisie s’est libérée de son dictateur, toutes les franges de la société peuvent s’exprimer et notamment les extrémistes religieux qui rêvent d’imposer la charia. Les « barbus » comme on les appelle ici, multiplient les coups de forces en testant la résistance de leurs adversaires. Pourquoi les autorités mettent-elles du temps à réagir ? Reportage à la fac de Tunis de Mannouba, où les salafistes campent jour et nuit jusque dans le bureau du recteur.

    Tunisie : Les tensions croissent entre salafistes et laics

    Tunisie ce matin – Des Salafistes agressent les Manifestants

    Démonstration de force salafiste à Tunis

    Une manifestation à l’instigation de groupes salafistes a réuni plusieurs milliers de personnes vendredi 14 octobre à Tunis pour protester contre la diffusion du film franco-iranien Persepolis par la chaîne Nessma TV, avant d’être dispersée par des tyrs de lacrymogènes.

    TRIAL OF NESSMA TV CEO CHARGED WITH INSULTING ISLAM POSTPONED (TUNISIA)

    Nearly 140 lawyers filed lawsuits against Karoui for „violating sacred values“ and „disturbing public order“ after his station broadcast a version of the French-Iranian film Persepolis dubbed in Tunisian dialect. A scene in Persepolis features a cartoon depiction of God, considered heretical to many Muslims that make up the overwhelming majority of Tunisian society.
    The movie, aired on October 7th provoked members of Tunisia’s Salafist movement. In spite of Nabil Karoui’s apology, an angry mob torched his house on October 14th.

    Procès Nessma Repoussé Au 3 Mai

    Pour la troisième fois consécutive les juges repousse leur décision sur cette affaire conséquence de la diffusion par la chaine NessmaTV du film de dessins animés de Marjane Satrapi „Persepolis“

    Tunisie : Des Islamistes préparent une attaque contre la chaine TV Nessma

    Tunisie le 10/10/2011
    Nous ne sommes en Afghanistan ou en Somalie, mais en Tunisie.
    Ce chef religieux qui se prénomme Abou Ayoub appelle ses partisans à attaquer la chaine Nessma.
    Après avoir attaqué en premier les lieux les bordels, puis les synaguogues, les églises, les extrêmistes religieux s’attaquent maintenant aux universités (faculté de Sousse, Campus universitaire de Tunis), et chaines de TV (Nessma TV).

    Des salafistes se sont rassemblés devant la galerie „printemps des arts“ au Palais El Ebdellia à la Marsa, dimanche 10 juin, pour protester contre l’exposition de certains tableaux qu’ils considèrent comme incompatibles avec leurs vision de la religion et contraires aux bonnes mœurs.

    http://www.tunisienumerique.com/des-salafistes-envahissent-la-galerie-%E2%80%9Cprintemps-des-arts%E2%80%9D-au-palais-el-ebdellia-a-la-marsa/129056

    Tunisie : Des Islamistes attaquent la faculté de Sousse (3)
    Sousse le 5/10:2011
    Un horde de fanatiques religieux a envahi la faculté de Sousse semant la zizanie et la peur au sein des étudiants. Ces fanatiques protestent contre le refus du doyen d’inscrire une étudiante qui porte le voile intégral (niqab), conformément à la circulaire du ministère.
    Ce genre de scènes, montre hélas que ces extrêmistes, sont sans foi ni loi, et n’ont aucune limites. Ils sont prêt à tout pour imposer leur dictature, même le meurtre par égorgement, menaces qu’ils ont proférés à des étudiants qui s’y sont opposés.

    :

  9. Kalevala Says:

    [Tunesien 2012]

    Man mag es ja kaum glauben, dass man ausgerechnet in jenem Land, in dem die „Jasmin-Revolution“ den sogenannten „Arabischen Frühling“ ausgelöst hat, zu dem Schluss gekommen ist, dass Frauen nur Anhängsel von Männern sind. …

    Spätestens nach einer Sitzung der Kommission „Rechte und Freiheit“, in der die Ennahdha Partei den Grundsatz der Gleichheit zwischen Männern und Frauen zu überdenken gedachte, ist klar, wohin die Reise gehen soll. Darin wurde nämlich eine Diskussion ausgelöst, die zur Abstimmung von Artikel 27 führte, und der beinhaltet die Definition des Status und die Rolle der Frau in der Gesellschaft.

    Wenn es nach der Mehrheit dieser Kommission geht, dann hat die Frau künftig keinen Status und die Rolle ist mehr als fragwürdig. Das was die Mehrheit (12:8 Stimmen, darunter neun von der Ennahdha Partei) in der Verfassung festgeschrieben haben möchte, liest sich so: „Der Staat schützt die Rechte von Frauen und ihre Leistungen nach dem Grundsatz der Komplementarität mit dem Mann in der Familie und als Partner des Mannes in der Entwicklung des Landes. Der Staat garantiert die Chancengleichheit von Frauen in allen Verantwortlichkeiten. Der Staat garantiert den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen, gleich welcher Art.“

    Das heißt nichts anderes, als dass die Frau in Bezug auf die Familie im Zusammenhang mit dem Mann als „komplementäre“ Person bezeichnet wird, oder als „assoziiert“ im Bereich der Entwicklung des Landes. Kurz: Die Frau ist ein Anhängsel des Mannes. Selbiger kann sich selbst definieren, die Frau ergänzt ihn oder wird als Zusatz betrachtet. Ganz schlechte Karten zum Beispiel für Single-Mütter, aber die haben ohnehin kein Recht auf Existenz, wie im November Souad Abderrahim – eine RepräsentantIN der regierenden Ennahdha – wissen ließ. Als ob es nicht schlimm genug wäre, dass diese Definition zwölf Stimmen bekam, waren vier von Frauen aus der Ennahdha Partei. …

    Da muss es nicht weiter wundern, dass diese Version des Verfassungsartikels nur acht Stimmen erhalten hat: „Der Staat garantiert die Rechte der Frauen und ihre Leistungen in allen Bereichen. Es ist verboten, Gesetze, die diese in irgendeiner Weise einschränken könnten, zu erlassen. Der Staat muss gegen sämtliche Formen der Diskriminierung, physische oder psychische Gewalt gegen Frauen ankämpfen.“ …

    „Ich bin verzweifelt und verängstigt, wenn Frauen keine Rechte als Individuum, sondern nur in Verbindung mit dem Mann bekommen“, erklärte Salma Hajri von der Tunesischen Vereinigung Demokratischer Frauen. Und auch Frauenrechtlerin Selma Mabrouk von der Ettakatol Partei ist besorgt. Sie stellte auf ihrer facebook-Seite die berechtigte Frage: „Wie soll das mit Artikel 22 der Verfassung, der besagt, dass Bürger gleiche Rechte und Freiheiten vor dem Gesetz besitzen ohne jegliche Diskriminierung, übereinstimmen? Die Antwort ist leicht gefunden: Gar nicht!

    aus: Kim Kovalsky: Frauen sind nur Anhängsel von Männern
    in: The Intelligence 09.08.2012

    http://www.theintelligence.de/index.php/gesellschaft/kommentare/4764-frauen-sind-nur-anhaengsel-von-maennern.html

    Tunisie : Le statut de la femme provoque une grande polémique
    Monday, 06 August 2012 07:47

    L’adoption samedi, en Tunisie, d’un projet d’article de la future constitution sur le statut de la femme, « complémentarité et non égalité », a été vivement dénoncée par les associations de femmes tunisiennes et de défense des droits humains. …

    Le code du statut personnel garantissant l’égalité des sexes, qui autorise notamment les femmes à divorcer et interdit la polygamie, a été adopté en Tunisie en août 1956.

    Source: APAnew
    Written by Bouba Sow

    http://blogs.mediapart.fr/blog/giuliettalasubversive/060812/tunisie-la-femme-declassee-ennahda-depose-un-projet-de-loi-po

  10. Jacques Auvergne Says:

    (…) Alle vereint die gemeinsame Front gegen den äußeren Feind, die Lebenswelt und den Einfluss des „Westens“, repräsentiert durch die USA – und der Kampf gegen Israel. Begleitet und vorbereitet wird dies durch die fünfte Kolonne in diesem Krieg, den sogenannten „Istanbul-Prozess“, ein von den islamischen Staaten beschlossenes und mit über zehn Milliarden Dollar jährlich finanziertes Missionsprogramm, dessen Ziel unter anderem die Kriminalisierung von Kritik der Religion des Islam ist. …

    Am 20. Mai 2012 versammelten sich in Kairouan die Aktivisten der tunesischen Salafiyya zum „Zweiten Kongress der Partisanen der Scharia“. …

    „Wir haben sie nicht eingeladen“, sagte ein Händler, aber Proteste gegen die ungebetenen Gäste gab es auch nicht. Vor der versammelten Prominenz der zwar immer noch verbotenen salafistischen Bewegung Hizb Ettahrir skandierte die Menge: „Juden, Juden, die Armee des Mohammeds ist zurück!“ und „Wir sind alle Kinder Osamas!“ Gemeint war natürlich Osama Bin Laden. Ein Redner schwor die Menge ein: „Jeder Muslim ist ein Dschihadist, und der Dschihad ist unsere Pflicht.“

    Und auf die tunesische Revolte bezogen: „Diese Revolution ist gemacht worden, damit unsere Bewegung an die Macht kommt.“ Es wurden Flugblätter verteilt, auf denen die Teilnehmer ermahnt wurden, nicht mit Journalisten zu sprechen. Man wollte nicht zu früh entlarvt werden. Die Hizb Ettahrir wurde 1953 als Abspaltung von den Muslimbrüdern gegründet, kämpft für die Errichtung des Kalifats, des Gottesstaates auf der Grundlage der Scharia. Ihre Funktionäre sind die Drahtzieher der Proteste. …

    Ihre „Asabiyya“, das ist die vom großen tunesischen Historiker Ibn Khaldun beschriebene „kollektive Aggressivität“, stellt die tunesische Zivilgesellschaft vor erhebliche Probleme.

    Überall, wo sich die demokratische Bewegung zeigt, treten diese Moralterroristen auf. Der Islam-Mob stürmt Theater und Kinos, wenn ihnen ein Film oder Schauspiel nicht gefällt; provoziert Straßenschlachten, wenn in Kunstausstellungen missliebige Werke gezeigt werden; besetzt Universitäten, damit ihre Frauen vollverschleiert studieren können.

    Die Salafisten sind die Sturmabteilung des politischen Islam. Sie haben die Moscheen und die Straße erobert, und es war ihnen ein Leichtes, auf einen SMS-Flashmob hin die Stürmung der US-Botschaft in Tunis zu organisieren, bei der es Tote und Verletzte gab. …

    aus: Necla Kelek: Der Tugendterror der wütenden Salafisten
    in: DIE WELT 19.09.2012

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article109308790/Der-Tugendterror-der-wuetenden-Salafisten.html

  11. Jacques Auvergne Says:

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    Maroc: des gravures préhistoriques du soleil détruites par des salafistes

    Des gravures sur pierre remontant à plus de 8000 ans ont été détruites par des salafistes dans les montagnes du Haut-Atlas, dans le sud du Maroc, a affirmé mercredi le responsable d’une ONG locale.

    „Ces gravures sur pierre représentant le soleil sont vieilles de plus de 8000 ans. Elles ont été détruites il y a quelques jours par des salafistes“, a expliqué la Ligue amazighe des droits de l’Homme (LADH), confirmant une information du journal As-Sabah de mercredi.

    „L’une des gravures est appelée ‚la plaque du soleil‘ et elle est antérieure à la présence des phéniciens au Maroc. Elle se trouve sur un site archéologique connu, dans la plaine de ‚Yakour'“, à 20 km du Toubkal, le sommet le plus élevé du royaume“ (4167 m), a-t-il poursuivi. …

    Un des principaux mausolées soufis, la zaouia Saïda Manoubia, dans la banlieue de Tunis, a été incendié dans la nuit de lundi à mardi, probablement par des salafistes.

    http://www.rtbf.be/info/societe/detail_maroc-des-gravures-prehistoriques-du-soleil-detruites-par-des-salafistes?id=7858245

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    Salafists destroy ancient Morocco carvings: NGO

    RABAT — Stone carvings in Morocco’s High Atlas mountains dating back more than 8,000 years and depicting the sun as a pagan divinity have been destroyed by Salafists, a local rights group said on Wednesday.

    „These stone carvings of the sun are more than 8,000 years old. They were destroyed several days ago,“ Aboubakr Anghir, a member of the Amazigh (Berber) League for Human Rights, told AFP.

    „One of the carvings, called ‚the plaque of the sun,‘ predates the arrival of the Phoenicians in Morocco,“ Anghir said.

    „It lies in a well-known archaeological site in the Yakour plain south of Marrakesh, 20 kilometres (12 miles) from Mount Toubkal.“

    „There are several Salafist groups active in the region and it’s not the first time these pre-Islamic sites have been attacked. We have sent a message to the ministry of culture, but have not yet received a reply,“ he added.

    Salafists, Muslims who adhere to a hardline Sunni interpretation of Islam similar to that practised in Saudi Arabia, which strictly prohibits „idolatry,“ have enjoyed a surge in strength in Arab Spring countries, benefiting from wider freedom.

    Late on Monday, one of Tunisia’s main Sufi mausoleums was burned down in an overnight arson attack, seemingly the latest in a spate of attacks on unorthodox Sufi shrines by the country’s increasingly assertive Salafists.

    http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5j8YTcHzPr8qkQj8Be68BkdE6L1pA?docId=CNG.bbe1d6490ab6ef1279c6c7aa83c20199.261

    auch bei: gulfnews.com

    http://gulfnews.com/news/region/morocco/pagan-rock-carving-in-morocco-destroyed-1.1091000

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  12. Kalevala Says:

    Ägyptens Salafisten haben sich zu einer Grosskundgebung in Kairo eingefunden. Sie forderten die strikte Anwendung der Scharia in der neuen Verfassung.

    An diesem Freitag gehört der Tahrir-Platz den Salafisten. Männer mit struppigen Bärten in bodenlanger Gelabiya oder zu kurzen Hosen und schwarz verhüllte Frauen prägen das Bild. Bereits am Vorabend haben sich mehrere tausend Personen auf dem Platz eingefunden. «85 Millionen wollen die Anwendung der Scharia», steht auf einem Transparent. «Ich liebe Allah, deshalb liebe ich die Scharia», lautet eine andere Parole. …

    Zur Demonstration haben etwa 30 salafistische Gruppierungen aufgerufen. Die Partei an-Nur, bei den Parlamentswahlen zweitstärkste Kraft, gehörte allerdings nicht dazu. An einer Pressekonferenz haben die Organisatoren vor «der säkularen Gefahr» gewarnt. Die Säkularen sollten aus Scham über ihre Unterstützung für Mubarak verschwinden. Mit ausländischer Unterstützung bekämpften sie den Islam und finanzierten Kampagnen gegen Beschneidung und den Schleier, erklärte Khaled ash-Shendowany von der Koalition zum Schutz der Scharia. Ägypten ohne Scharia sei ein Land ohne Werte, Sicherheit und Stabilität.

    Der Streit um die Scharia entzündet sich an einem Artikel in der neuen Verfassung, deren bereinigter Entwurf in den kommenden Tagen publiziert werden soll. Die Mehrheit der Verfassungskommission, inklusive der Muslimbrüder, will Artikel 2 unverändert beibehalten, der festlegt, dass die Prinzipien der Scharia die wichtigste Rechtsquelle sind. Die Salafisten befürchten, unter Prinzipien könnten Werte wie Gerechtigkeit, Wahrheit und Gleichheit verstanden werden und nicht islamische Doktrin, die alle Lebensbereiche umfasst. Für die regierenden Muslimbrüder ist das Thema heikel, da sie nach einem breiten gesellschaftlichen Konsens suchen, den auch Liberale und Christen unterschreiben können. Eine Teilnahme an der Scharia-Demonstration haben sie ausdrücklich abgelehnt.

    aus: Astrid Frefel: Ägyptens Salafisten machen mobil
    in: Neue Zürcher Zeitung 09.11.2012

    http://www.nzz.ch/aktuell/international/aegyptens-salafisten-machen-mobil-1.17784277

  13. Querverweis Says:

    Quatschen zu Ägypten 2012. Herr Stryjak am 6. Januar, Herr Stryjak am 10. Dezember. Das Kalifat gewinnt an Kontur.

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    Beckmann: Vielen Dank für die Frage. Ja, die Scharia ist sicherlich ein Problem. Herr El-Gawhary, ich wusste gar nicht, dass das ungleich behandelnde Islamische Recht in Ägypten schon seit 40 Jahren Verfassungsrang hat. Frau Kaspar, was meinen Sie, was können wir hier vom Westen aus helfend tun?

    El-Gawhary: Dazu muss man wissen: Die Scharia ist nicht statisch. Man kann die Scharia so oder so auslegen.

    Stryjak: Es ist immer die Frage, wie man die Scharia anwendet, das lässt sich nicht pauschalisieren.

    Kaspar: Wandel ist notwendig und Veränderung wird sicherlich kommen. Aber Veränderung wird nicht kommen, wenn wir jetzt nur alte Strukturen wie die Scharia verteufeln.

    aus: Weltreporter und Arabischer Frühling. Podiumsdiskussion der Weltreporter in Köln am 06.01.2012

    https://jacquesauvergne.wordpress.com/2012/01/10/279/

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    Muslimbrüder setzen Journalisten unter Druck
    Von Jürgen Stryjak, ARD-Hörfunkstudio Kairo

    Vor dem TV-Gebäude demonstrierten gestern Moderatoren des Staatsfernsehens gegen eine wachsende Einflussnahme der Muslimbruderschaft auf das Programm.

    „Der Druck, der auf uns lastet, entsteht, weil der Informationsminister den Muslimbrüdern nahesteht“, sagt die Moderatorin Eiten al-Mogy. … Islamismuskritische Talkshow-Gäste werden ausgeladen oder gar nicht erst genehmigt, unbequeme Moderatoren verschwinden aus dem Programm.

    Noch ist auch das Staatsfernsehen keine Propaganda-Maschine der Muslimbruderschaft, auch in seinem Programm haben es die Islamisten bislang schwer. Richtig schlecht kommen sie aber in den Programmen der einflussreichen Privatsender weg. Die befinden sich in der Hand von liberalen Geschäftsleuten oder von solchen, die mit dem Mubarak-Regime gut vernetzt waren.

    Ihre Sendungen, vor allem die Talkshows, sind enorm populär. Sie werden in der Media Production City am Stadtrand produziert und lassen zumeist kein gutes Haar an den Islamisten. Seit letzter Woche demonstrieren deshalb vor allem die Salafisten am Haupttor der Media Production City. …

    „Die Medien wollen das Volk erniedrigen“, rufen die Demonstranten im Sprechchor. Mit über 150 Bussen sind sie angereist und errichteten ein Protestcamp. Die Protestaktion heute vor der Media Production City, zu der verschiedene Salafisten-Bewegungen aufriefen, trägt den Titel „Scharia zuerst“. Schwarze Listen mit den Namen von Talk-Show-Moderatorinnen und -Moderatoren kursieren.

    Die Salafisten wollen nicht eher weichen, bis diese Moderatoren, die ihrer Meinung nach „das Land in Brand stecken“, vom Sender verschwunden sind. … „Sie sind dreiste, schmutzige Figuren“, sagt er, „wir werden hier nicht eher verschwinden, bevor die Medien nicht gesäubert wurden.“

    Der Moderator Jussef al Husseiny vom Privatsender ONTV erhielt bereits Morddrohungen. Er hat sein Haus verlassen und hält sich an einem unbekannten Ort auf.

    http://www.tagesschau.de/ausland/aegypten1328.html

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  14. Querverweis Says:

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    Artikel 4

    „Das ehrenhafte Azhar-Institut ist eine unabhängige islamische Institution und eine Universität. Es organisiert seine Angelegenheiten komplett selbst und betreibt die Verbreitung des Islams, der Religionswissenschaften und der arabischen Sprache in Ägypten und in der Welt. Die Meinung der obersten Religionsgelehrten des ehrenhaften Azhar-Instituts wird eingeholt in Angelegenheiten, die das islamische Recht („Scharia“) betreffen. (…)“

    Kritik: Richter, Christen und säkulare Parteien sind dagegen. Sie wollen, dass wie bisher die Richter, die in Ägypten auch islamisches Recht studiert haben, für die Auslegung der Scharia zuständig sind. Sie befürchten, dass die Religionsgelehrten zu einer „vierten Gewalt“ mit großem Einfluss auf die Gesetzgebung werden.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/verfassungsreferendum-in-aegypten-muslimbrueder-beanspruchen-sieg-a-873173.html

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    In dem Verfassungsentwurf, über den das Volk am Sonnabend abstimmt, und der am Freitag in Alexandria erneut für heftige Kämpfe zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Mohammed Mursi sorgte, übernahmen sie Artikel 2 unverändert aus der Verfassung von 1971: „Die Religion des Staats ist der Islam und Arabisch die Landessprache. Die Prinzipien der Scharia sind die Hauptquelle der Gesetzgebung.“ Bisher war es dem Obersten Verfassungsgericht vorbehalten zu deuten, was „Prinzipien der Scharia“ dabei heiße, so Nora Alim, Ägypten-Expertin des MPI. Die säkularen Verfassungsrichter sahen darin eher zentrale Glaubensgrundsätze.

    Jetzt aber wird ein neuer Verfassungszusatz (Artikel 219) deutlicher: „Prinzipien der Scharia“ umfassen „allgemeine Belege, Grundregeln, Rechtsprechungsregeln und glaubwürdige Quellen“, die im sunnitischen Islam akzeptiert sind. Damit gemeint ist ein Konglomerat von Gelehrtenwerken seit der klassischen Zeit des Islam. Neu ist auch die Bestimmung in Artikel 4: Die Kairoer Al-Azhar-Universität, eine der angesehensten religiösen Autoritäten der islamischen Welt, „ist in Fragen des islamischen Rechts zu konsultieren“. Für die Rechtswissenschaftlerin Alim sind das zwei nicht unwesentliche Änderungen. Sie sind der Versuch, religiöse Institutionen als Berater fest in die Gesetzesfindung einzubinden. Ihr Einfluss soll stärker, der Einfluss des säkularen Verfassungsgerichts gemindert werden.

    Möglicherweise wird dann auch das Familienrecht restriktiver. Beispiel Scheidungsrecht: Nach bisherigem Gesetz und dem Koran hat der Mann das unbeschränkte Scheidungsrecht und darf die Frau einfach verstoßen. Die Frau durfte eine Scheidung nur einklagen, wenn sie bestimmte Nachteile oder Schädigungen in der Ehe nachwies (Gewalt, Alter oder Krankheit des Ehemanns, Verweigerung des Unterhalts).

    Erst im Jahr 2000 trat eine heftig diskutierte Reform in Kraft: Auch die Frau darf unbegründet die Scheidung verlangen, sofern sie auf alle finanziellen Ansprüche gegen den Mann verzichtet. Bei dieser „khula“-Scheidung, dem „Freikauf“, muss sie die „Brautgabe“, die sie bei der Heirat vom Mann erhalten hat, an ihn zurückzahlen. Nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte berate das ägyptische Parlament zurzeit, diese Reform wieder abzuschaffen. Ohne die „khula“ sei es für die Frau unmöglich, sich aus einer gescheiterten und gewalttätigen Ehe zu befreien. Ägyptens Scheidungsrate liegt mit 40 Prozent auf deutschem Niveau.

    Eher verwirrend ist auch der Umgang mit dem Gleichheitsgrundsatz. In Artikel 10 der alten Verfassung hieß es explizit: „Männer und Frauen sind gleichgestellt“, jedoch mit dem Zusatz: „… soweit es nicht den Prinzipien der Scharia widerspricht.“ Artikel 11 ergänzte, der Staat sichere den Frauen die „Vereinbarkeit ihrer Familienpflichten mit ihrer Arbeit in der Gesellschaft“ zu. Jetzt lautet Artikel 30 des neuen Entwurfs: „Alle Bürger sind vor dem Gesetz gleich in ihren Rechten und Pflichten ohne Diskriminierung.“ In Artikel 10 ist nur noch vom „Schutz der Mutterschaft“, der „weiblichen Alleinverdienerinnen, geschiedenen Frauen und Witwen“ die Rede. Eine ausdrückliche Pflicht des Staates zur Förderung und Gleichstellung der Frauen in Beruf und Gesellschaft fehlt.

    Irene Jung: Was die Prinzipien der Scharia für das Volk bedeuten
    Berliner Morgenpost 15.12.2012

    http://www.morgenpost.de/politik/ausland/article112036818/Was-die-Prinzipien-der-Scharia-fuer-das-Volk-bedeuten.html

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  15. Dwarslöper Says:

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    Eine von der EU-Kommission einberufene Beratergruppe hat empfohlen, die sich rasch verändernde Medienwelt stärker vom Staat überwachen zu lassen, um Pluralismus und Qualität zu wahren. Die Gruppe unter Vorsitz der früheren lettischen Präsidentin Varia Vike-Freiberga schlug am Montag vor, dass künftig die Europäische Grundrechteagentur die Pressefreiheit und Meinungsvielfalt in den Mitgliedstaaten der EU kontrollieren solle. Das EU-Parlament könne dann Empfehlungen über geeignete Maßnahmen treffen, heißt es in dem Bericht, den die für „digitale Fragen“ zuständige Kommissarin Neelie Kroes in Auftrag geben hatte. Eine andere Möglichkeit sei, dass die EU dafür eine „unabhängige Beobachtungsstelle“ aus Wissenschaftlern einrichte. …

    Die Beratergruppe, der auch die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin angehört, sprach sich dafür aus, in allen EU-Staaten unabhängige Medienräte vorzuschreiben, die Strafzahlungen verhängen, Gegendarstellungen erzwingen oder Medien die Zulassung entziehen können. Die EU-Kommission solle überwachen, dass diese Medienräte sich an europäische Werte hielten. Frau Kroes ließ offen, ob sie den Empfehlungen der Berater folgen wird. Es gehe darum, eine Debatte zu eröffnen, sagte sie. So könnten die Staats- und Regierungschefs über das Thema reden. …

    Für ein besonders großes Problem hält die Gruppe einen schleichenden Qualitätsverlust in der Berichterstattung, wie Frau Vike-Freiberga darlegte. Er stamme unter anderem daher, dass mit den neuen Medien wie dem Internet jedermann Informationen verbreiten könne. Deshalb schlägt die Gruppe auch vor, unprofitable Medien, die für die Meinungsvielfalt „unerlässlich“ seien, staatlich zu fördern. Medien, die in Europa grenzüberschreitend berichten, solle mit Geld für Übersetzungen und Reisekosten geholfen werden. Die Gruppe plädiert außerdem dafür, dass sämtliche Medien einen Verhaltenskodex und ihre redaktionellen Richtlinien veröffentlichen müssen.

    EU-Berater wollen Medien stärker überwachen

    FAZ 21.01.2013

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    A free and pluralistic media to sustain European democracy
    The Report of the High Level Group on Media Freedom and Pluralism

    Professor Vaira Vīķe-Freiberga (Chair)
    Professor Herta Däubler-Gmelin
    Ben Hammersley
    Professor Luís Miguel Poiares Pessoa Maduro
    January 2013

    … Cases of intentional and damaging defamation, constituting a crime according to the penal code of the land in compliance with the constitution, require clear regulation not allowing any grey zones. … The rise of the internet also raises a range of additional regulatory issues. One key challenge is that it creates legal uncertainty – there is a global internet but only national rules for now and presumably for the predictable time to come. As this can lead to individual journalists feeling restricted by the most restrictive legal system, EU–wide harmonisation of the cross-border issues raised in this area is required.

    This harmonisation not only refers to rights and obligations of journalists (regardless of the media outlet used by them), but also to rights and obligations of non-journalist users of the internet. As mentioned, these users are covered by the human right of freedom of expression; unrestricted access to the internet offers a new dimension of freedom of expression for normal citizens, which has to be acknowledged, protected and guaranteed. But it also creates new challenges in the separation of private and public speech and by maximising the possible harm done to others by false and even malicious statements diffused through the internet.

    This is why a fair legal regulation is necessary, balancing the new dimension of freedom of expression and the justified rights and interests of other citizens.

    Access to personal data of internet users, which may be necessary to protect the fundamental rights of other individuals, should be only by court order, and for specific purposes, such as citizens` civil action following severe damages, or criminal prosecution in compliance with the penal code.

    A crucial part of the responsibility of journalists and media organisations is to provide a right of reply in situations where unverified and incorrect information has been published or broadcast.

    Where such information has been defamatory in addition to being misleading, there needs to be an apology and a public reversal of accusations, presented in precisely the same format, size and positioning as the original misinformation or defamation.

    http://ec.europa.eu/information_society/media_taskforce/doc/pluralism/hlg/hlg_final_report.pdf

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  16. Bragalou Says:

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    OpAntiSH
    Operation Anti Sexual Harassment

    http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Anti_Sexual_Harassment

    https://twitter.com/OpAntiSH

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    … Organisierte Vergewaltigungen im Zentrum von Kairo werden immer schlimmer und immer häufiger. 25 missbrauchte Frauen zählten die Selbsthilfeorganisationen „Operation Anti-Sexual Harassment“ (OpAntiSH) und „Tahrir Bodyguard“ allein am vergangenen Freitag. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen, weil viele Betroffene sich schämen, ihre Tortur anzuzeigen. „Einige der Opfer wurden begrapscht, andere von dem Mob mit Fingern vergewaltigt. Die Frauen haben Bisswunden am ganzen Körper, alle ihre Sachen wurden gestohlen“, erklärte OpAntiSH-Sprecherin Leila Zahra. „Es war einer der schlimmsten Tage, die wir bisher erlebt haben.“…

    Eine junge Frau, die eine solche brutale Attacke im November überlebte, entschloss sich am Wochenende, ihre traumatischen Erfahrungen auf der Nazra-Website für feministische Studien zu veröffentlichen …

    Ein Reporter der Zeitung „Egypt Independent“, der letzten Freitag gegen 18 Uhr in der Nähe von Hardee’s stand, war Augenzeuge eines Angriffs auf eine etwa 40-jährige Ägypterin. Hier an der Kreuzung der Qasr-Al-Ainy und Mohammed Mahmoud Straße treiben sich die meisten der Dauerkrawallmacher herum, von hier geht ein Netz von schmalen, dunklen Seitengassen ab. Hunderte Männer umdrängten die Frau, die voller Panik um Hilfe schrie.

    Die Menge drückt sie gegen den grünen, schmiedeeisernen Straßenzaun, dann verlor der Journalist sie aus den Augen, der vergeblich versuchte, an das Opfer heranzukommen. Als er sie in dem Gewühl das nächste Mal ausmachen konnte, lag sie auf dem Pflaster und war völlig nackt, ihr Gesicht starr vor Angst und Entsetzen. Einen jungen Täter konnte der Augenzeuge schließlich von dem Mob wegreißen. „Ich erwartete als Antwort einen Faustschlag oder zumindest ein Handgemenge“, schrieb er. „Stattdessen grinste der mich nur an.“ Am Ende gelang es zwei, drei kräftigen Typen, die mit gezückten Ledergürteln auf die Angreifer eindroschen, das Opfer in einen Krankenwagen zu retten. …

    Auch auf dem Tahrir-Platz herrscht eine Klima der Straflosigkeit. „Sie denken, sie können sich alles erlauben, denn niemand kann sie zur Verantwortung ziehen und bestrafen“, sagte eine junge Helferin. Mehr als 100 Aktivisten von „Operation Anti-Sexual Harassment“ und „Tahrir Bodyguard“, die sich im November gegründet haben, patrouillierten am Freitag auf dem Tahrir-Platz, um Frauen zu warnen, zu schützen oder im Notfall in Sicherheit zu bringen. Die jungen Leute, die in Teams zu 15 Personen unterwegs sind, werden manchmal auch selbst angegriffen.

    aus: Martin Gehlen: Platz des Schreckens
    in: Handelsblatt 29.01.2013

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/massenvergegwaltigung-auf-dem-tahrir-platz-platz-des-schreckens/7700094.html

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/massenvergegwaltigung-auf-dem-tahrir-platz-sie-lag-auf-dem-pflaster-voellig-nackt/7700094-2.html

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    Tahrir’s bodyguards fight to ‚cure Egypt’s disease‘
    By Tim Hume, for CNN
    March 6, 2013

    Today Tahrir Bodyguard has a database of 200 volunteers, who patrol the square during mass demonstrations, recognizable in high-visibility helmets and vests, intervening to halt the attacks on women that have blighted Egypt’s revolution and its aftermath.

    In a recent mass demonstration on January 25, for example, 25 sexual assaults were reported on women in the square. Tahrir Bodyguard intervened to rescue the victims of 10 attacks.

    http://edition.cnn.com/2013/03/05/world/meast/tahrir-bodyguard-egypt-assaults

    https://twitter.com/TahrirBodyguard

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  17. Cees van der Duin Says:

    „Es war widerlich und erniedrigend“, „Wir waren wie Freiwild für die.“

    (Zwei achtzehnjährige junge Frauen, in der Neujahrsnacht am Dom in Köln Opfer von bis zu 30 jungen Männern, die „südländisch aussehend“ sind d. h. aus Syrien, Afghanistan oder dem Maghreb stammen.)

    „Es ist immer eine Möglichkeit, eine gewisse Distanz zu halten, die weiter als eine Armlänge betrifft.“

    (Reker Reker, Oberbürgermeisterin von Köln)

    „Die Menschen […] haben angefangen auf den Dom zu schießen“

    (I. J.)

    (Der Tempel der sittlich geringerwertigen Ungläubigen ist anzugreifen, denn aus Sicht der Herrschaft Allahs ist der Kölner Dom, allein als Gebäude, schlimmer Frevel.)

    „14 aus Syrien und eine aus Afghanistan“

    [Offensichtlich sind etliche der Täter Flüchtlinge, wie ein leitender Polizeibeamter über die festgenommenen Personen schreibt: „definitiv erst wenige Tage oder Wochen“ in Deutschland“, „14 aus Syrien und eine aus Afghanistan“. Es hat Festnahmen gegeben! Die Sex-Angreifer sind schariafromme Muslime sowie, mindestens zu Teilen, Menschen im Asylverfahren – das rührt gleich doppelt an Buntdeutschlands Staatsdoktrin vom harmlosen Islam.]

    (07.01.2016, 09:42 Uhr | t-online.de)

    Die Menschen die wir vor drei Monaten noch mit Teddybären und Wasserflaschen empfangen haben, haben angefangen auf den Dom zu schießen

    (I. J.)

    [Klarer Fall von nicht hilfreich. Wurde der nicht gebrieft?]

    Die mutmaßlichen arabischen Nordafrikaner machen ebenso Jagd auf Schwarzafrikaner, die aus Ländern südlich der Sahara kommen.

    (C. K.)

    [Klassisch islamisch, tausend Jahre lang waren Schwarze Arabiens Sklaven.]
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    Per Treibjagd Dhimmi- und Harbifrauen sexualisiert quälen, deren ggf. anwesende männliche Begleiter damit demütigen. Die nicht nach Koran und Sunna lebenden Frauen als islambewusste Männerhorde einkreisen, im Intimbereich anfassen und sie vielleicht vergewaltigen oder, sozusagen harmlosestenfalls, ausrauben.

    Neujahr 2016, Belästigungsdschihad bzw. Vergewaltigungsdschihad an mehreren Orten in Deutschland, auf der Hamburger Reeperbahn und vor allem am Kölner Dom.
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    Übergriffe auf Frauen in Köln: Täter packte Zivilpolizistin in die Hose

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/koeln/uebergriffe-auf-frauen-in-koeln-taeter-packte-zivilpolizistin-in-die-hose-aid-1.5667697

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    Um 19 Uhr geht es los: „6er-Gruppen, 10er-Gruppen, 12er-Gruppen von Nordafrikanern. So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagt Ivan Jurčević. „Sie kamen mir vor wie eine richtige Armee.“ […]

    Zu gleicher Zeit läuft Peter Erkelenz mit seiner Frau über den Domplatz. Erkelenz ist Bruder des CDU-Stadtrats Martin Erkelenz und nennt sich selbst einen „Ur-Kölner“. Erkelenz wundert sich über die Mengen von Arabisch sprechenden jungen Männern. Die Stimmung ist aggressiv. Erkelenz ist besorgt und geht schnell weiter zu seiner Einladung.

    Gegen 22 Uhr eskaliert die Situation an der Domplatte endgültig: Böller und Raketen fliegen in die Menge. […]

    Bei Ivan Jurčević vor dem Hotel Excelsior wird es währenddessen richtig schlimm: Zwei junge Frauen flüchten vor Nordafrikanern, wie er sagt, zu ihm und bitten um Hilfe.

    „Mit mir ist im Notfall nicht gut Kirschen essen“

    Die Verfolger kommen nach und bedrohen den erfahrenen Kampfsporttrainer. „Ich bin 1,98 Meter groß und wiege 130 Kilo. Mit mir ist im Notfall nicht gut Kirschen essen“, sagt der ansonsten ruhig und freundlich auftretende Jurčević.

    Als ihn die Verfolger angreifen, haut er einen von den Füßen und zieht sich in den Hoteleingang zurück. Die anderen rücken nach. „Da habe ich einem vor die Brust getreten, dass er drei Meter durch die Luft geflogen ist. Dann war erst mal Ruhe“, sagt der gebürtige Kroate, der seit 40 Jahren in Deutschland lebt.

    Die Angreifer hätten ihn noch bedroht: „Wir kommen wieder und machen dich kalt“, hätten sie ihm auf Englisch zugerufen. Zu diesem Zeitpunkt hat die Direktion des Excelsior die Gäste bereits gebeten, nicht mehr vor dem Hotel zu rauchen. Die stehen jetzt im ersten Stock und betrachten das Geschehen vor dem Dom mit schreckgeweiteten Augen.

    Randalierer prügeln sich untereinander

    Derweil ziehen Hundertschaften der Bereitschaftspolizei auf. Jurčević kann sehen, wie sie mit Feuerwerkskörpern beschossen werden. Auch die Einsatzkräfte scheinen Angst zu haben.

    Nach Mitternacht: Vor dem Hotel wird überall geprügelt. Jurčević beobachtet eine Messerstecherei. Die mutmaßlichen arabischen Nordafrikaner machen ebenso Jagd auf Schwarzafrikaner, die aus Ländern südlich der Sahara kommen. […]

    (06.01.2016, 13:49 Uhr | Von Christian Kreutzer, t-online.de)

    http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_76558162/uebergriffe-von-koeln-was-augenzeugen-an-silvester-erlebten.html

    ::
    RP am 05.01.2016:

    […] Die beiden 18-jährigen Gymnasiastinnen haben am Neujahrstag Strafanzeige gegen unbekannt auf der Remscheider Polizeiwache gestellt, bestätigte am Dienstag ein Polizeisprecher.

    Die beiden jungen Frauen waren gegen 22.30 Uhr mit dem Zug am Kölner Hauptbahnhof angekommen und hatten sich das Silvesterfeuerwerk am Rhein angeschaut, wie der Remscheider General-Anzeiger berichtet. Gegen 0.20 Uhr wollten sie dann in einem Club an den Kölner Ringen weiterfeiern. Gemeinsam mit zwei Mädchen aus Bayern gerieten sie in einen Pulk aggressiver junger Männer, die sie umzingelten.

    Dem Medienbericht zufolge wurden sie angepöbelt, ausgelacht und begrapscht. Die Täter, die die Frauen als „südländisch aussehend“ beschreiben, hätten sie massiv bedrängt, ihnen unter die Kleidung gefasst und ihnen die Hosen geöffnet. „Es war widerlich und erniedrigend“, werden die Opfer zitiert. „Wir waren wie Freiwild für die.“

    Bei den Angreifern soll es sich um bis zu 30 junge Männer im Alter von 20 bis 25 Jahren gehandelt haben. Etwa zehn Minuten lang seien die vier Frauen von der Horde bedrängt und gedemütigt worden, bevor sie sich aus ihr lösen konnten. Unweit des Angriffsortes hätten sie sich dann hilfesuchend an Polizisten gewendet. Sie seien aber nicht gehört und „weggeschickt“ worden. Als sie dann am nächsten Morgen im Internet den Aufruf der Polizei an die Opfer lasen, sich zu melden, seien sie zur Remscheider Wache gegangen und hätten Anzeige erstattet.

    Die Anzeigen seien inzwischen an die Kölner Behörde weitergeleitet worden, heißt es aus der hiesigen Polizeipressestelle. Die Bearbeitung des Falles erfolge dort. In der Domstadt hatte sich die Zahl der Anzeigen bis Dienstagnachmittag auf 90 erhöht.

    Bei den Tätern soll es sich nach übereinstimmenden Angaben um junge Männer handeln, die aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum stammen. […]

    Zitatende.

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/remscheid/koeln-hauptbahnhof-zwei-opfer-kommen-aus-remscheid-aid-1.5669592

    ::

    Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) muss sich gegen Vorwürfe wehren. Sie zog mit einer Verhaltensempfehlung an Frauen Spott im Internet auf sich. „Es ist immer eine Möglichkeit, eine gewisse Distanz zu halten, die weiter als eine Armlänge betrifft“, hatte sie vor Journalisten auf die Frage geantwortet, wie man sich als Frau besser schützen könne. Unter dem Hashtag #einearmlaenge häuften sich daraufhin spöttische Kommentare.

    Auch Frauenministerin Manuela Schwesig will keine Debatte darüber, ob Frauen ihr Verhalten ändern müssen: „Die Männer, die so etwas machen, müssen ihr Verhalten ändern, und vor allem müssen sie zur Rechenschaft gezogen werden.“ Justizminister Heiko Maas schrieb auf Twitter: „Nicht Frauen tragen Verantwortung, sondern Täter.“

    http://www.schaufenster-bonn.de/rag-rsg-sf/docs/1225358/nrwaktuell

    ::

    „Ich würde sagen, sie hat einfach nicht nachgedacht. Frau Reker hat übersehen, dass solche Regeln für eine Situation wie in Köln und in Hamburg nicht gelten können.“

    (Kristina Erichsen-Kruse, 73, ist studierte Kriminologin und seit 2004 die stellvertretende Landesvorsitzende des „Weißen Rings“ in Hamburg. Die Organisation hilft Opfern von Kriminalität.)

    https://www.tagesschau.de/inland/koeln-uebergriffe-weisserring-101.html

    ::
    Noch aus Schaufenster, Zitat:

    Unterdessen prüft die Polizei eine mögliche Absprache vor den Übergriffen in Köln und ähnlichen Vorfällen in Hamburg. „Das Ganze scheint abgesprochen gewesen zu sein,“ sagte Bundesjustizminister Heiko Maas am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. „Es wäre schön, wenn das keine Organisierte Kriminalität wäre, aber ich würde das gerne mal überprüfen, ob es im Hintergrund Leute gibt, die so etwas organisieren.“ So etwas geschehe nicht aus dem Nichts, es müsse jemand dahinterstecken. Zitatende.

    Allerdings Herr Maas steckt jemand dahinter, nämlich die Sozialisation der Treibjäger völlig getreu der islamischen Männlichkeitsnorm und Gesellschaftsnorm und damit steckt dahinter, letztlich, der echte alte und zugleich zeitlos junge („flexible“) Islam, die Wortwörtlichkeit von Sure und Hadith.

    Die Weltordnung und Pflichtenlehre Scharia, der Islam ist das Problem.

    Letztes Zitat, Sächsische Zeitung: Fast eine Woche nach den massiven Übergriffen auf Dutzende Frauen in Köln und Hamburg wird das ganze Ausmaß der dramatischen Silvesternacht bekannt: Inzwischen wurden in Köln mehr als 100 Anzeigen erstattet, in Hamburg über 50. Zahlreiche Frauen sollen ausgeraubt oder belästigt, zwei vergewaltigt worden sein. […] Drei Viertel der insgesamt mehr als 150 Anzeigen in Köln und Hamburg haben nach Polizeiangaben einen sexuellen Hintergrund. „Viele Frauen geben in den Gesprächen an, dass sie auch angefasst wurden“, sagte eine Kölner Polizeisprecherin.

    Zitatende.

    http://www.sz-online.de/nachrichten/welle-von-anzeigen-nach-uebergriffen-3290585.html

    ::

    Zitat t-online:

    „Gegen 22.45 Uhr füllten sich der gut gefüllte Bahnhofsvorplatz und Bahnhof weiter mit Menschen mit Migrationshintergrund. Frauen mit Begleitung oder ohne durchliefen einen im wahrsten Sinne Spießrutenlauf durch die stark alkoholisierten Männermassen, wie man es nicht beschreiben kann“, zitiert das Blatt aus dem Bericht eines leitenden Polizeibeamten.

    Daraufhin zog der Beamte wohl die Notbremse und beschloss, den Bahnhofsvorplatz zu räumen: „Wir kamen zu dem Entschluss, dass die uns gebotene Situation noch zu erheblichen Verletzungen, wenn nicht sogar zu Toten führen würde“, zitiert die Zeitung aus dem Dokument.

    „Vergewaltigungen verhindert“

    Des Weiteren beschreibt das Dokument sexuelle Übergriffe in massiver Form. „Aufgrund der ständigen Präsenz der Einsatzkräfte und aufmerksamer Passanten im Bahnhof, konnten vollendete Vergewaltigungen verhindert werden“. […]

    Da die Polizisten „nicht jedem Opfer einer Straftat helfen und den Täter dingfest machen konnten, kamen die eingesetzten Beamten an die Grenze zur Frustration“. Der Polizist beklagt in dem Bericht eine viel zu geringe Zahl eingesetzter Beamter. Alle eingesetzten Polizisten seien „ziemlich schnell an die Leistungsgrenze gekommen“.

    Auch der „Kölner Express“ berichtet über die dramatischen Zustände: „Ich habe junge Frauen weinend neben mir gehabt, die keinen Slip mehr trugen, nachdem die Meute sie ausgespuckt hatte. Das waren Bilder, die mich schockiert haben und die wir erstmal verarbeiten mussten. Abgesehen davon, dass wir damit beschäftigt waren, uns selbst zu schützen, da wir massiv angegriffen wurden“, zitiert das Blatt einen Beamten.

    „14 aus Syrien und eine aus Afghanistan“

    Auch habe es wohl doch Festnahmen gegeben. Diese Personen seien „definitiv erst wenige Tage oder Wochen“ in Deutschland gewesen, schreibt der „Kölner Express“. „Von diesen Personen waren 14 aus Syrien und eine aus Afghanistan. Das ist die Wahrheit. Auch wenn sie schmerzt.“

    Der Beamte widerspricht damit der Kölner Polizeiführung: „Die Aussage von Polizeipräsident Wolfgang Albers, man wisse nicht, woher die 1000 Chaoten auf dem Bahnhofsvorplatz herkamen, kann so nicht stimmen“, zitiert der „Express“ den Insider.

    Die Polizei in Köln hatte am Neujahrstag zunächst von einer ruhigen Silvesternacht gesprochen. […]

    (07.01.2016, 09:42 Uhr | t-online.de: „Spießrutenlauf durch alkoholisierte Männermassen“)

    http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_76571508/geheimer-einsatzbericht-von-koeln-spiessrutenlauf-durch-maennermassen-.html

    ::

    Die Beschwichtigungsmaschine wird angeschmissen, Bannstrahl und Stigma ist das Attribut „fremdenfeindlich“. Wer die Kölner Fakten kennt und wagt, ungeschönt auf das Problem hinzuweisen, bekommt Probleme. Und wird öffentlich an den Pranger gestellt, etwa als höchst fähiger und couragierter kroatischer Türsteher in Köln durch den ethnisch deutschen Chef des Luxushotels am Dom. Ob Direktor Matthiesen nicht heimlich selbst ein spezifisch kroatenfeindlicher Xenophober ist?

    „Die Menschen die wir vor drei Monaten noch mit Teddybären und Wasserflaschen empfangen haben, haben angefangen auf den Dom zu schießen“, sagt Jurčević und berichtet weiterhin, dass hilfesuchende Frauen seine Nähe gesucht haben, damit er auf sie „aufpasst“. Später am Abend sei es zu weiteren Ausschreitungen gekommen, jemandem wurde auf den Kopf geschlagen.

    „Fuck the Police“

    Die Polizei habe zwar eingegriffen und die Täter „gefesselt“, doch – so sagt Ivan Jurčević – wurden diese wieder laufengelassen, weil kein Gefangenentransporter kam und „die Zellen überfüllt waren“. Daraufhin sollen die Täter sich vor ein Polizeiauto gestellt, „Fuck the Police“ gerufen und die Windschutzscheibe bespuckt haben.

    Polizisten sollen in der Nacht mit ihm über die „bürgerkriegsähnlichen Zustände“ gesprochen haben. Sorgen macht sich Ivan Jurčević, wie viele andere Kölner, vor allem um die bevorstehende Karnevalssession: „Ich hab sowas noch nie erlebt, es wird eskalieren, spätestens an Karneval wird es hier richtig explodieren“.

    Hotel-Direktor distanziert sich

    Henning Matthiesen, Direktor des Excelsior Hotel Ernst, distanziert sich von Jurcevics Aussagen.

    „Wir sind es seit vielen Jahren gewöhnt, dass zum Jahresübergang auch vor unserem Haus eine recht turbulente, ausgelassene und lebendige Stimmung herrscht. Was wir in diesem Jahr deutlich gespürt haben, ist, dass die Feierlaune eine andere Qualität besaß und ständig Gefahr lief, in unkontrollierte Aggression umzuschlagen. (…) Die Vorfälle in dieser Nacht sind nicht zu tolerieren und zu akzeptieren. (…) Allerdings distanzieren ich und mein Team uns von fremdenfeindlichen Aussagen, die aktuell im Internet kursieren von einem Mitarbeiter des externen Sicherheitsunternehmens. Es handelt sich hierbei nicht um einen Mitarbeiter des Excelsior Hotel Ernst.“

    Grundsätzlich sei das Sicherheitskonzept für Großveranstaltungen in Köln dringend zu überdenken. Für Karneval wünsche Matthiesen sich „Sicherheitsvorkehrungen, die das friedliche Feiern gewährleisten“. (imk, red)

    http://www.ksta.de/politik/tuersteher-schildert-silvesternacht-in-koeln-sote,15187246,33465300.html

    ::

    Der Hoteldirektor distanziert sich von dem Mann, der unter Einsatz seiner Gesundheit und seines Lebens die ins Haus flüchtenden Festbesucherinnen und das gesamte Hotel geschützt hat.

    Zum Zwangsentkleiden und Vergewaltigen in der Neujahrsnacht sinniert der Kölner Hotelboss: „dass die Feierlaune eine andere Qualität besaß und ständig Gefahr lief, in unkontrollierte Aggression umzuschlagen“.

    Köln erlebt al-Hakimiyya li-LLâh.

    Allahs Herrschaft am Rhein.

  18. Edward von Roy Says:

    gerade dieses Thema „Gleichberechtigung von Mann und Frau“, „absolute Ablehnung von Gewalt“ […] deswegen ist es schon wichtig und auch naheliegend, hier über das Thema Männlichkeitsnormen in der islamischen Kultur zu sprechen. […] Wenn Sie sich zum Beispiel die Stellung der Frau in der muslimischen Welt anschauen. Sie ist eben sehr oft keine Gleichberechtigte.

    Immer noch zu vorsichtig aber immerhin: Von Kristina Schröder, zwischen November 2009 und Dezember 2013 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Frau ist allerdings nicht lediglich „in der muslimischen Welt“ (wie wäre es mit AEMR?) nicht gleichberechtigt oder „in der islamischen Kultur“, sondern in der Religion von Koran und Sunna selbst, im Islam. Nicht „in der muslimischen Welt“ bzw. „in der islamischen Kultur“ (Kristina Schröder), sondern im Literalismus oder vielmehr in der Rechtsreligion selbst, im Islam liegt das Problem, und mit diesem Islam diskutiert die Bundesregierung auf berüchtigter Augenhöhe und bejubelt seinen bekennenden Religionsunterricht als versetzungsrelevantes Schulfach.
    .
    .

    […] Eine Identifizierung – insbesondere der Täter bei sexuellen Übergriffen – „war leider nicht mehr möglich“ – denn: „Die Einsatzkräfte konnten nicht allen Ereignissen, Übergriffen, Straftaten usw. Herr werden, dafür waren es einfach zu viele zur gleichen Zeit.“ Man habe nicht jedem Opfer helfen können, was die Polizisten frustriert habe. Zeitweise sei es nicht möglich gewesen, Strafanzeigen aufzunehmen.

    Der Bericht listet einige Beispiele für konkrete Erlebnisse von Polizisten auf:

    • Beamte wurden demnach durch enge Menschenringe daran gehindert, zu Hilferufenden vorzudringen

    • Ein Mann wird zitiert: „Ich bin Syrer, ihr müsst mich freundlich behandeln! Frau Merkel hat mich eingeladen.“

    • Zeugen wurden bedroht, wenn sie Täter benannten.

    • Menschen zerrissen dem Bericht zufolge vor den Augen der Polizisten Aufenthaltstitel, grinsten und sagten: „Ihr könnt mir nix, hole mir morgen einen neuen.“ Ob es sich um echte Dokumente handelte und um welche Art von Dokumenten, geht aus dem Bericht nicht hervor.

    • Erteilte Platzverweise wurden ignoriert; Wiederholungstäter in Gewahrsam zu nehmen, war aufgrund fehlender Kapazitäten nicht möglich.

    • Nach Gleissperrungen wegen Überfüllung seien Leute einfach auf das Nebengleis und dann über die Schienen wieder auf den gesperrten Bahnsteig gegangen.

    Beim Einsteigen in Züge gab es körperliche Auseinandersetzungen, es galt das „Recht des Stärkeren“.

    Die Situation („Chaos“) geriet derart außer Kontrolle, dass laut Autor mit erheblichen Verletzungen oder sogar Todesopfern zu rechnen gewesen sei. Daher habe man sich in der Einsatzleitung für eine Räumung des Platzes entschieden. Dazu notiert der Bericht, Polizisten seien „mit Feuerwerkskörpern beschossen und mit Flaschen beworfen“ worden. Auch nach der Räumung sei es „immer wieder zu mehrfachen körperlichen Auseinandersetzungen vereinzelter Personen wie auch Personengruppen, Diebstählen und Raubdelikten an mehreren Ereignisorten gleichzeitig“ gekommen.

    Der Verfasser des Berichts zieht ein düsteres Fazit: Den Maßnahmen der Beamten sei mit einer Respektlosigkeit begegnet worden, „wie ich sie in 29 Dienstjahren noch nicht erlebt habe“. […]

    (Quelle: Interner Polizeibericht zu Kölner Silvesternacht: „Es waren einfach zu viele zur gleichen Zeit“, DER SPIEGEL, 07.01.2016)

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/koeln-das-steht-im-internen-polizeibericht-zur-silvesternacht-a-1070837.html


    04.01.2016, Kristina Schröder:

    Sie wurden lang tabuisiert, aber wir müssen uns mit gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen in muslimischer Kultur auseinandersetzen

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/koeln-ueberhoehung-der-angriffe-fuehrt-in-die-irre-a-1070713.html

    [Sofort fallen die Multikulturideologen und Islamverharmloser über die Unbotmäßige her und erhoffen offensichtlich Reue und Abschwören, doch die couragierte Politikerin bleibt standhaft.]

    Kristina Schröder: […] Wir haben aber innerhalb der muslimischen Kultur eine Vorstellung, die sehr stark mit einem bestimmten Begriff der Ehre verknüpft ist. Der Mann hat eine Ehre, die er verteidigt und die er zur Not auch mit Gewalt verteidigt. Das ist besser, als als Schwächling zu gelten. Diese Männlichkeitsvorstellung ist eine, die uns Probleme bereitet und mit der müssen wir uns auseinander setzen, wenn die Integration von Migranten hier in Deutschland funktionieren soll. Denn diese Vorstellung von Ehre verknüpft mit Gewalt ist nicht mit unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung vereinbar.

    Wir haben ja übereinstimmende Aussagen, sowohl von der Polizei als auch von den Opfern, dass die Täter der deutschen Sprache nicht mächtig waren und dass sie phänotypisch dem arabischen Raum zuzuordnen sind. Aber es ist völlig klar, wenn das der einzige Vorfall wäre, dann könnte man daraus noch nicht viel schließen. Ich sage aber, wir stellen schon seit vielen Jahren fest, dass es ein Problem mit einer bestimmten Vorstellung von Männlichkeit gibt, die auch oft mit Gewalt verknüpft ist und dass wir dieses Problem hier in Deutschland feststellen aber auch weltweit. Wenn Sie sich zum Beispiel die Stellung der Frau in der muslimischen Welt anschauen. Sie ist eben sehr oft keine Gleichberechtigte. Oder wenn Sie schauen, welche Probleme wir mit Zwangsverheiratungen haben, mit so genannten Ehrenmorden. […]

    wenn man das Thema weiter tabuisiert, erst dann spielt man rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien in die Hände. […]

    dass wir auf muslimische Verbände und Gruppen schauen: Sind sie bereit, darüber zu sprechen und es mit uns gemeinsam anzugehen? Sind sie bereit zuzubilligen, dass es keinen kulturellen Rabatt geben darf beim Besuch des Schwimmunterrichtes, des Turnunterrichts für Mädchen, bei der Frage nach Zwangsverheiratungen? All diese Themen müssen auf den Tisch und gerade jetzt, wo das Thema Integration von Migranten so ein existentielles für Deutschland ist. Wir werden an der Integration scheitern, wenn wir in diesen wichtigen Fragen die Augen verschließen. […]

    Ich glaube schon, dass wir sehr viele Hinweise haben, dass wir hier ein Problem haben und wenn wir hier ein Problem haben, dann bringt es nichts, vor diesem Problem die Augen zu verschließen. Dann müssen wir dieses Problem angehen und vor allem müssen wir aus Fehlern der Vergangenheit lernen und gerade dieses Thema „Gleichberechtigung von Mann und Frau“, „absolute Ablehnung von Gewalt“, dann müssen wir dieses Thema ins Zentrum der Integration stellen und nur dann werden wir hier erfolgreich sein. Wir haben nun schon einmal eine Migrantengeneration in den 60er/70er Jahren integriert und teilweise haben wir heute noch mit den Folgen gescheiterter Integration zu tun und ich will nicht, dass wir diese Fehler wiederholen.

    Nochmal, wir haben in Köln zumindest sehr starke Hinweise, dass es sich um Menschen mit einem arabischen Hintergrund handelt und deswegen ist es schon wichtig und auch naheliegend, hier über das Thema Männlichkeitsnormen in der islamischen Kultur zu sprechen. Aber Köln wäre nicht hinreichend. Aber wollen Sie etwa bestreiten, dass es in Kulturen, die stark muslimisch geprägt sind, wie dort mit Frauen umgegangen wird? […]

    (Trotz der verkrampft islamverharmlosenden und ein Ausweichen vor dem wichtigen Gesprächsthema geradezu erflehenden Interviewfragen am 05.01.2016 zu lesen bei:
    hr-iNFO: Kristina Schröder über muslimische Männlichkeitsnormen)

    http://www.hr-online.de/website/radio/hr-info/index.jsp?rubrik=54163&key=standard_document_58635810

  19. Carcinòl Says:

    Frauenbild des Islam führt nicht selten zu Verbrechen

    Der Tagesspiegel, 10.01.2016

    Es geht um den Islam, nicht um Flüchtlinge

    „Es geht nicht um Flüchtlinge in dieser Sache. Es geht um den Islam. Eine islamische Sozialisation bringt ein Frauenbild hervor, das nicht selten zu solchen Verbrechen führt. Wenn es rassistisch wäre, auf diesen Zusammenhang hinzuweisen, dann wäre es auch rassistisch, den Zusammenhang zwischen Deutschland und den Nazis zu erwähnen. Nicht alle Deutschen, nicht alle Männer und nicht alle Muslime waren oder sind Verbrecher. Aber wenn Verbrechen sofort reflexhaft relativiert werden, dann ermutigt man die Verbrecher von morgen. Übrigens: Der Islam ist keine Rasse. Er ist eine Ideologie.“

    (Harald Martenstein)

    http://www.tagesspiegel.de/politik/martenstein-ueber-koeln-und-political-correctness-es-geht-um-den-islam-nicht-um-fluechtlinge/12811028.html

  20. Kalevala Says:

    Dr. Samir al-Sheikh: Professor of Islamic studies in English, the Faculty of Languages and Translation, al-Azhar University

    http://www.translatorscafe.com/cafe/member106610.htm

    Einigen Azharis wie Samir al-Sheikh ist die Bindung der Verfassung an die Sharia nicht eng genug

    (Jungle World Nr. 49 – – 06.12.2012)

    http://jungle-world.com/artikel/2012/49/46724.html

    Samir al-Sheikh, Scharia-Wissenschaftler an der Al-Azhar-Uni

    (BZ Online – – 26.12.2012)

    http://www.bz-berlin.de/artikel-archiv/was-aendert-sich-fuer-aegypten-urlauber

    – – – –

    (Ägypten vor vier Jahren (2012). Strafen im Islam seien gerecht und fair, sagte der Islamgelehrte Samir al-Sheikh. Die Scharia müsse die Basis der neuen ägyptischen Verfassung bilden. Samir al-Sheikh lehrte an der Al-Azhar-Universität Schariawissenschaften in englischer Sprache.)

    «In der Scharia haben wir die perfekten Menschenrechte»

    „Der Islam hingegen ist ein alles umfassender Lebensweg. Der Islam ist mit dir, wenn du aufwachst am Morgen, und begleitet dich, bis du zu Bett gehst. Die Scharia gibt einen kompletten Kodex von islamischen Gesetzen, die unser Leben durchdringen bis ins letzte Detail und angewendet werden müssen.“

    „Für uns ist das Jenseits wichtiger als dieses Leben.“

    „Die Scharia kommt von Gott, und Gott weiß sehr wohl, was Menschenrechte sind.“

    „Die Scharia balanciert Rechte mit Pflichten aus.“

    „Wer die Religion wechselt, muss getötet werden. Das ist Apostasie, Glaubensabfall. […] Einige islamische Rechtsschulen unterscheiden bei uns zwischen einfacher und komplizierter Apostasie. Einfache Apostasie ist, wenn jemand den Islam verlässt, ihn aber nicht schlechtmacht. Er sollte nicht getötet werden. Wer aber dem Islam abschwört, um ihn zu verraten und als schlechte Religion darzustellen, soll getötet werden.“

    „Feministinnen behaupten, Frauen und Männer seien gleich. Tatsächlich aber schuf Gott Mann und Frau komplementär. Wir sollten nicht alle Unterschiede wegreden. Die völlige Gleichschaltung ist ein Irrweg.“

    Quelle:

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/In-der-Scharia-haben-wir-die-perfekten-Menschenrechte/story/24716398

    http://www.bernerzeitung.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/In-der-Scharia-haben-wir-die-perfekten-Menschenrechte/story/24716398

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