296. Ex-Muslime gegen rituelle Beschneidung

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE)

Presseerklärung

16.07.2012

Kindesmisshandlung unter religiösem Vorwand

Der Zentralrat der Ex-Muslime begrüßt die Entscheidung des Kölner Landgerichts vom 7. Mai 2012 zum Thema Jungenbeschneidung ohne medizinische Indikation (Az. 151 Ns 169/11) und rät der deutschen Regierung dringend davon ab, jetzt angesichts der Wünsche der religiösen Organisationen in die Knie zu gehen.

Im Sommer 2012 kämpfen orthodoxe jüdische und islamische Organisationen, sonst nicht selten verfeindet, Hand in Hand gegen das Kölner Beschneidungsurteil. Die an der gegenmodernen Scharia festhaltenden Islamverbände möchten bis nach Karlsruhe gehen; andere warnen vor einem erneuerten Völkermord oder Holocaust.

Die deutsche Regierung wird offensichtlich von den reaktionären religiösen Wortführern unter erheblichen Druck gesetzt und will Rechtsklarheit schaffen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle etwa will die „die Beschneidung als Ausdruck religiöser Vielfalt geschützt“ wissen, ein Argument, mit dem man künftig auch die Mädchenbeschneidung legitimieren und legalisieren müsste.

Kein Kind auf der Welt möchte Angst haben oder Schmerzen erleiden. Es geht also ebenso um Kinder, die hier leben, wie um Kinder in den vom Islam geprägten Ländern.

Am Diskussionsthema Zirkumzision sehen wir, dass die Religionsführer und die Mächtigen der Politik zusammenarbeiten; dabei sollten wir im säkularen und freiheitlich demokratischen Staat Politik und Religion voneinander trennen.

Die eine Seite argumentiert mit Traditionsbewusstsein und religiöser Pflicht und billigt einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit eines nicht einwilligungsfähigen Kindes.

Uns hingegen geht es um um säkular-humanistische Werte im 21. Jahrhundert und um die allgemeinen Menschenrechte, die schließlich auch für Kinder gelten. Spät genug, am 15. Juli 2010, hat die Bundesrepublik Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention ohne Vorbehalte akzeptiert.

In diesen Tagen polarisiert die oft bagatellisierte Frage der Beschneidung von Jungen die deutsche Gesellschaft. Während sich manche hinter der Religionsfreiheit oder der Multikulturalität verstecken und die blutige Tradition verteidigen oder versuchen den Gegner als Rassisten darzustellen, betonen wir die Kinderrechte, die auch von religiösen Organisationen nicht eingeschränkt werden dürfen. Körperverletzung ist kein schützenswertes religiöses Ritual.

Einige von uns, die aus einem so genannten islamischen Land hierher nach Europa gekommen sind, haben Erinnerungen daran, wie kleine Kinder unter der Beschneidung gelitten haben. Das ist ein religiös begründeter Angriff auf den wehrlosen Kinderkörper, der weltweit Tag für Tag Opfer fordert. Die Jungenbeschneidung ist keinesfalls risikolos, sondern kann schwere Komplikationen nach sich ziehen, wie es im Kölner Fall geschehen ist.

Der Zentralrat der Ex-Muslime hat in seinen Reihen mehrere erwachsene Mitglieder, die diesen Angriff als Kind erlebt haben und die bis jetzt von diesem Trauma nicht befreit sind.

Nach Artikel 3 (1) der UN-Kinderrechtskonvention „ist das Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist.“ Zudem ist zwar nach dem deutschen Grundgesetz Artikel 6 (2) „Pflege und Erziehung der Kinder … das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“, aber dieses Recht der Eltern hat Grenzen, denn: „über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“

Wenn wir Beschneidungen gesetzlich erlauben, ist das der Einstieg in das religiös begründete Sonderrecht, in die Rechtsspaltung.

Das ist Stammeserziehung und kulturell vormodern. Im Sinne der Durchsetzung der negativen Religionsfreiheit ist es wichtig, dass dem Kind keine traumatisierende Verletzungserfahrung und bleibende Körpermutilation aufgezwungen wird, solange es nicht einwilligungsfähig ist, was wahrscheinlich aufgrund des hohen Erwartungs- und Gruppendrucks auch bei einem 14-jährigen oder 16-jährigen Jungen noch nicht der Fall ist.

Mina Ahadi

E-Mail: minaahadi@aol.com

Telefon: 0049 (0) 1775692413

Internationales Komitee gegen Todesstrafe

International Committee Against Execution (ICAE)

http://notonemoreexecution.org

Internationales Komitee gegen Steinigung

International Committee Against Stoning (ICAS)

http://stopstonningnow.com/wpress/

36 Antworten to “296. Ex-Muslime gegen rituelle Beschneidung”

  1. Kalevala Says:

    „Körperliche Unversehrtheit ist ein Menschenrecht und Menschenrechtsverletzungen sind prinzipiell nicht zu rechtfertigen – auch wenn sie mit noch so ‚heiligen‘ Traditionen begründet werden“, erklärte der gbs-Sprecher am Stiftungssitz in Oberwesel. …

    Auch Artikel 24,3 der Kinderrechtskonvention spreche eindeutig gegen die Legitimation der religiösen Vorhautbeschneidung: „Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.“

    Entschieden wehrte sich Schmidt-Salomon gegen die häufig anzutreffende Bagatellisierung der Vorhautbeschneidung: „Zwar ist die Vorhautbeschneidung bei Jungen in ihren Auswirkungen nicht vergleichbar mit der Klitorisverstümmelung bei Mädchen, dennoch handelt es sich, wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß, um eine höchst unangenehme, schmerzreiche Prozedur, selbst wenn sie unter besten medizinischen Bedingungen erfolgt. Kein Kind sollte dieses Leid erfahren müssen, es sei denn, es liegen eindeutige medizinische Gründe für den Eingriff vor.“ Erwachsene könnten für sich selbst die Entscheidung treffen, ob sie aus religiösen Gründen beschnitten werden möchten, sie dürften diese Entscheidung jedoch nicht für ihre Kinder treffen. „Wenn Bundeskanzlerin Merkel meint, Deutschland mache sich mit einem Beschneidungsverbot zu einer ‚Komikernation‘, zeigt dies nur, dass sie sich mit den Problemen der Zirkumzision nicht ernsthaft beschäftigt hat und religiösen Vorurteilen höheres Gewicht beimisst als dem Kindeswohl.“

    http://hpd.de/node/13768

    Schmidt-Salomon zitierte die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman:

    „Ich bin zuversichtlich, dass mein Volk so viele lebensbejahende, lebensfreudige und erkenntnisbringende Traditionen hat, dass unsere Identität und kulturelle Selbstachtung ohne Probleme überleben wird, wenn wir über die Beschneidung hinauswachsen, die ein grausames Relikt ist, das ich immer als eine Abweichung vom Herzen meiner Religion empfunden habe.”

    Schmidt-Salomon betonte, dass es keine Anmaßung, sondern vielmehr eine verfassungsrechtliche Notwendigkeit sei, dass der säkulare Rechtsstaat seine Normen durchsetze. Insofern sei das Urteil des Kölner Landgerichts, das nicht die Religionsfreiheit, sondern das Recht auf religiös begründete Körperverletzung aufgehoben habe, in jeder Hinsicht zu begrüßen: „Dass Religionsfreiheit nicht bedeuten kann, Kindern ungestraft Schmerzen zufügen zu dürfen, sollte eigentlich jedem einleuchten – auch den Spitzenpolitikern in Berlin.“

    http://giordanobrunostiftung.wordpress.com/2012/07/17/vorhautbeschneidung-ist-keine-bagatelle/

    Der mit Abstand wichtigste Rechtfertigungsgrund bei medizinischen Eingriffen ist die Einwilligung des Patienten. Der Arzt muss also eine Einwilligung des Patienten einholen, bevor er ärztliche Maßnahmen einleitet. Damit soll, wie die Rechtsprechung immer wieder hervorgehoben hat, das Selbstbestimmungsrecht des Patienten gegen aufgezwungene Heilbehandlungen geschützt werden. Darin drückt sich die besondere Achtung aus, die Autonomie und Menschenwürde im Geltungsbereich des Grundgesetzes genießen.

    Die Kölner Richter haben nichts anderes getan, als diese Rechtsprechung auf den Fall nicht medizinisch, sondern religiös motivierter Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit zu übertragen. Auch hier ist also eine Einwilligung des Betroffenen, konkret des Jungen, der beschnitten werden soll, erforderlich. Ein Kleinkind ist aber nicht in der Lage, eine solche Einwilligung wirksam abzugeben. In derartigen Fällen können ausnahmsweise die Eltern die Einwilligung erklären, allerdings nur, wenn der Eingriff dem Wohl des Kindes dient.

    Damit nähern wir uns dem Kern der rechtlichen Problematik des Kölner Falles. Was ist das „Wohl des Kindes“? Eine medizinische Indikation für den Eingriff liegt nicht vor. Durch die Beschneidung wird nicht nur der Körper des Kindes verletzt, sondern auch sein Selbstbestimmungsrecht. Beide werden nicht nur vom Strafrecht geschützt, sondern genießen Verfassungsrang (Art. 2 Grundgesetz). Dem Jungen wird durch den frühzeitigen Vollzug der Beschneidung die Möglichkeit genommen, sich zu gegebener Zeit, wenn er selbst wirksam einwilligen kann, in eigener Verantwortung für oder gegen die Beschneidung zu entscheiden. …

    Was bleibt, ist die Berufung auf die Religionsfreiheit der Eltern (Art. 4 Grundgesetz). Die Zirkumzision ist wesentlicher Bestandteil der religiösen Tradition von Judentum und Islam, und es ist offensichtlich, dass das Urteil des Kölner Landgerichts in erheblichem Maße für Unruhe unter gläubigen Juden und Muslims gesorgt hat. Aber reicht dies aus, um eine Verletzung der körperlichen Unversehrtheit und des Selbstbestimmungsrechts des Kindes zu rechtfertigen? Die Kölner Richter haben dies anders gesehen, und ihr Urteil verdient Zustimmung. Besonders hervorzuheben ist, dass eben auch die Religionsfreiheit des Kindes grundrechtlich geschützt ist: Sollte nicht jeder Mensch selbst entscheiden können, ob er sich einer religiös motivierten Beschneidung unterzieht? Gerade wenn man, wie es das Grundgesetz vorschreibt, die religiöse Freiheit in ganz besonderer Weise hochhält, sollte man das religiöse Selbstbestimmungsrecht aller Menschen achten und unmündigen Kindern nicht eine fremde Entscheidung, sei es die der Eltern oder auch nur die des religiösen Umfeldes, aufzwingen.

    Eric Hilgendorf, Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie

    http://hpd.de/node/13709

  2. Jacques Auvergne Says:

    Sami Aldeeb Abu-Sahlieh hat einen Brief an Holm Putzke geschrieben:

    Cher Professeur,

    Je viens de voir l’émission Streit ums Beschneidungs-Urteil – Religionsfreiheit ade?
    et je vous félicite pour votre position claire et humaniste.

    Vous trouvez attachés mes deux ouvrages sur la circoncision en français et en anglais. Vous pouvez aussi télécharger mon ouvrage en arabe sur ce sujet:

    http://www.sami-aldeeb.com/articles/view.php?id=131&action=arabic

    Vous trouvez 335 articles sur la circoncision en différentes langues dans mon blog:

    http://blog.sami-aldeeb.com/category/circoncision/

    J’écris actuellement une série d’articles sur le sujet pour un site arabe:

    http://www.ahewar.org/m.asp?i=5388

    qui a reçu 267219 visites depuis le 4 juin 2012. Il y aura probablement 500 articles traitant tous les aspects. Je consacre chaque année un cours sur ce sujet dans les universités où j’enseigne.

    Un colloque sur la circoncision aura lieu à Helsinki:

    http://www.sami-aldeeb.com/articles/view.php?id=321&action=31-sept.-2-oct.-2012-helsinki-islamic-concept-of-law-and-its-impact-on-physical-integrity-comparative-study-with-judaism-and-christianity

    Je serais très heureux de recevoir vos articles sur le sujet de la circoncision, aussi en allemand.

    Bonne journée.

    Dr. Sami Aldeeb Abu-Sahlieh
    Centre de droit arabe et musulman
    CH-1025 Saint-Sulpice

    http://blog.sami-aldeeb.com/2012/07/17/lettre-au-professeur-holm-putzke/

    Suchbegriff Beschneidung bei Sami Aldeeb Abu-Sahlieh (frz. circoncision)

    http://blog.sami-aldeeb.com/category/circoncision/

    Dass in Österreich Muslime und Juden, aber auch Gegner der Beschneidung sich kaum zu Wort melden, wundert Cahit Kaya von der Initiative „Ex-Muslime“ kaum. „Man hat Angst, dass die Diskussionen den Frieden zwischen den Religionsgemeinschaften stören könnten.“

    Kaya, der selbst beschnitten ist, aus einer alewitischen Familie stammt und seit dem ersten Lebensjahr in Österreich lebt, hat klare Vorstellungen zum Thema:

    „Die Menschenrechte stehen über allem und damit auch über der Religionsfreiheit.“ Das heißt für Kaya, dass die rituellen Beschneidungen von Kindern „auf alle Fälle in der gesamten EU verboten gehören. Was die Gläubigen dann im Erwachsenenalter machen, soll in ihrer Entscheidungsfreiheit bleiben.“

    Auch wenn in der Öffentlichkeit durch die massive Kritik der jüdischen und muslimischen Religionsführer am Kölner Urteil der Eindruck entstehe, alle Gläubigen machen sich für den Fortbestand der Tradition stark, sei das falsch.

    „Oft sieht es hinter den Kulissen ganz anders aus. Aber es wagt niemand, sich gegen seine Religionsgemeinschaft zu stellen. In Wahrheit wären nämlich viele muslimische Eltern sogar froh, wenn ein Beschneidungsverbot kommt. Sie hätten dann einen Vorwand, ihren männlichen Kindern diese Prozedur zu ersparen“, ist Kaya überzeugt. Dass auch die Türkei ein Beschneidungsverbot erlässt, werde laut Kaya wohl noch einige Zeit brauchen.

    „Aber man sieht erste leichte Anzeichen, dass man sich mit dem Thema sehr wohl auseinandersetzt. Es gibt offizielle Broschüren, in denen die Eltern aufgefordert werden, ihre Kinder nicht ohne Narkose und nur von Ärzten beschneiden zu lassen, um Traumatisierungen zu vermeiden.“

    Überzeugt ist Kaya, dass sich der Islam und das Judentum langfristig dem gesellschaftlichen Wandel nicht entziehen werden können.

    „Der Humanismus macht auch vor den Religionen nicht halt. Und das heißt, dass die Menschenwürde an erster Stelle stehen muss und sie von niemandem – auch nicht im Namen der Religion – angetastet werden darf. Dem wird sich auch der Islam beugen müssen, denn sonst hat die Religion keine Zukunft“, glaubt Kaya.

    http://blog.sami-aldeeb.com/2012/07/17/viele-eltern-fur-beschneidungsverbot/

  3. Querverweis Says:

    Liebe Dr. Laura Schlessinger,

    vielen Dank, daß Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen. Wenn etwa jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, dass es sich dabei um ein Greuel handelt. Ende der Debatte.

    a) Wenn ich auf dem Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, dass dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Leviticus 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?

    b) Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

    c) Ich weiß, dass ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev. 15:19-24). Das Problem ist, wie kann ich das wissen? Ich hab versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.

    d) Leviticus 25:44 stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?

    e) Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt deutlich fest, dass er getötet werden muss. Allerdings: bin ich moralisch verpflichtet ihn eigenhändig zu töten?

    f) Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Greuel darstellt (Leviticus 11:10), sei es ein geringeres Greuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Könnten Sie das klarstellen?

    g) In Leviticus 21:20 wird dargelegt, dass ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muss zugeben, dass ich Lesebrillen trage. Muss meine Sehkraft perfekt sein oder gibt’s hier ein wenig Spielraum?

    h) Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Leviticus 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?

    i) Ich weiß aus Leviticus 11:16-8, dass das Berühren der Haut eines toten Schweins mich unrein macht. Darf ich aber dennoch Fußball spielen, wenn ich dabei Handschuhe anziehe?

    j) Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Leviticus 19:19 weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle / Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, dass wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Leviticus 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Leviticus 20:14)

    aus: Kommentarbereich zu: Marina Weisband: Das Ende vom Glied
    publiziert in: Marinas Lied 28.06.2012

    http://www.marinaslied.de/?p=730

    (Marina Weisband ist Psychologie-Studentin, beschäftigt sich aber heimlich halbprofessionell mit Kunst, Schauspielerei und Politik. Aktuell ist sie politische Geschäftsführerin der Piratenpartei)

    http://www.marinaslied.de/?page_id=480

  4. Kalevala Says:

    Bundestagspetition zu Beschneidungen
    20.07.2012

    Die Deutsche Kinderhilfe, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, MOGIS e.V. (Verband Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs), der Bund Deutscher Kriminalbeamter, Prof. Dr. Matthias Franz und zahlreiche Einzelpersonen werden heute als Reaktion auf die gestrige Resolution des Deutschen Bundestages zur Beschneidung von Kindern eine Petition mit dem Ziel einreichen, eine Versachlichung der Debatte um die Beschneidung zu erreichen und die Politik dazu zu bewegen, eine Abwägung der Kindesinteressen überhaupt zuzulassen.

    Ziel der Petenten ist es, weitere Organisationen und eine große Zahl von Bürgerinnen und Bürgern zur Teilnahme an der Petition zu bewegen.

    Sobald die Petition zur Unterzeichnung beim Deutschen Bundestag bereit gestellt ist, werden … Sollten Sie bereits im Vorfeld die Petition namentlich unterstützen wollen, schicken Sie eine E-Mail an info(at)kinderhilfe.de.

    Petition

    „Der Deutsche Bundestag möge beschließen, zunächst für zwei Jahre keine gesetzlichen Schritte zur Legitimation der Beschneidung von Jungen in Deutschland zu ergreifen.

    Weiterhin möge der Deutsche Bundestag die Einsetzung eines Runden Tisches von Religionsvertretern, muslimischen und jüdischen Befürwortern und Gegnern der Beschneidung, Psychologen, Psychoanalytikern, Kinderärzten, Kinderchirurgen, Kinderschützern und Vertretern der Jugendhilfe sowie weiteren Experten beschließen, um das Thema Beschneidung in Deutschland wissenschaftlich fundiert zu diskutieren und eine Strategie zu erarbeiten, welche alle Interessen, vor allem aber die Belange des Kindeswohls, berücksichtigt.“

    Begründung:

    Anlässlich der Bundestagsresolution vom 19.07.2012 und der Ankündigung der Bundesregierung, auf das Urteil des Landgerichts Köln zur Beschneidung von kleinen Jungen mit einem Gesetz zu reagieren, um die Religionsfreiheit in diesem Land zu gewährleisten, erkennen die Petenten, dass in der durch das Urteil ausgelösten notwendigen Debatte über die medizinisch nicht indizierte Beschneidung von Jungen einseitig das Thema Religionsfreiheit dominiert.

    Die Petenten verstehen die Reaktionen von muslimischen und jüdischen Verbandsvertretern, die eine lange Tradition in Frage gestellt sehen, und sie haben Verständnis dafür, dass diese sich für ein Festhalten an ihren Bräuchen und Traditionen einsetzen. Der Dialog und das Miteinander des Staates und der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften ist ein hohes und wichtiges Gut, das sich in Art. 4 GG wiederfindet. Gleiches gilt für das Erziehungsrecht der Eltern aus Art. 6 II 1 GG.

    Doch gelten beide Rechte trotz ihres Verfassungsranges nicht vorbehaltlos und müssen sich der Abwägung mit anderen Grundrechten stellen. Hier gilt es die bisher im Diskurs vollständig vernachlässigten Belange der Kinder, rechtlich normiert in Art. 2 GG, Art. 6 II 2 GG und Art. 19 I und Art. 24 III der UN- Kinderrechtskonvention, zu berücksichtigen.

    Mediziner haben klar und sachlich deutlich gemacht, dass eine Beschneidung ein gravierender und irreparabler Eingriff in die körperliche Unversehrtheit eines Kindes ist. Psychologen befürchten Traumata. Bei ca. 10 % der sachgerecht durchgeführten Beschneidungen treten Komplikationen auf. Der dem Kölner Urteil zugrunde liegende Fall des vierjährigen Jungen, der medizinisch korrekt beschnitten wurde, verdeutlicht, wie gravierend die Komplikationen sein können.

    Zudem existieren zahlreiche Studien, die keine Evidenz für eine Gesundheitsdienlichkeit als mögliche Rechtfertigung dieses Eingriffes im Sinne des Kindeswohls zeigen konnten.

    Des Weiteren stellt sich die Frage nach der Gleichstellung der Geschlechter, Art. 3 GG, wird doch die Beschneidung von weiblichen Genitalien einvernehmlich abgelehnt.

    Dass Tradition allein keine Rechtfertigung für den Eingriff in schützenswerte Rechtsgüter sein kann, hat sich zuletzt im Jahr 2001 im gesetzlichen Gewaltverbot in der Erziehung gezeigt. Auch diesem ging eine breite gesellschaftliche Diskussion voraus.

    Die Petenten sehen die Gefahr, dass sachfremde Erwägungen immer stärker in die Argumentation einfließen und es der Politik unmöglich machen, eine Güterabwägung im Interesse des Kindeswohls auch nur ansatzweise zuzulassen. Vorsicht geboten ist ebenso bei der Vereinheitlichung des muslimischen und jüdischen Glaubens, gibt es doch auch hier ein breitgefächertes Meinungsbild zum Thema kindliche Beschneidung.

    Als notwendig und lohnenswert für alle Interessengruppen empfinden die Petenten daher einen sachlichen, verantwortungsvollen und umfassenden Dialog aller Akteure als Alternative zu einem übereilten politischen Aktionismus. Eine breite Debatte ist in Anbetracht der Bedeutung der betroffenen fundamentalen Rechte und Güter unabdingbar und muss von der Politik zugelassen werden.

    Ein Moratorium von zwei Jahren für eine ausgewogene und wissenschaftlich fundierte Diskussion erscheint den Petenten dafür angemessen.

    Die Petenten betonen, dass sie sich nicht gegen religiöse Traditionen einsetzen, sondern für die Rechte der Kinder. Sie sind davon überzeugt, dass nur ein umfassender Diskurs Raum für politisches Handeln aufzeigen kann und zu einem besseren Verständnis auch bei den Religionen führen kann, was eine Beschneidung bei Kindern bedeutet.

    Die Petenten (Stand 20. Juli 2012)

    Verbände:

    Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
    Bund Deutscher Kriminalbeamter
    Deutsche Kinderhilfe e.V.
    MOGIS e.V. (Verband Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs)

    https://www.kinderhilfe.de/blog/artikel/bundestagspetition-zu-beschneidungen/

  5. Querverweis Says:

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    Der Kinderschutzbund Baden-Württemberg hat das Urteil zur Strafbarkeit der Beschneidungen von Jungen begrüßt. «Der Richterspruch entspricht der UN-Kinderrechtskonvention», sagte die Landeschefin Iris Krämer der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch in Stuttgart.

    Das Landgericht Köln hatte die religiöse Beschneidung von Jungen als rechtswidrig und strafbar erachtet. Krämer sagte, Kinder hätten das Recht auf körperliche Unversehrtheit und auf Selbstbestimmung. Das Entfernen der Vorhaut bei Jungen verstoße dagegen, zumal die dafür vorgebrachten hygienischen Argumente heute keine Rolle mehr spielten. Das Urteil müsse dazu führen, dass die Kinderrechte rasch im Grundgesetz verankert würden.

    Die Jungen könnten bei Erreichen der Volljährigkeit selbst entscheiden, ob sie den Eingriff wünschten. Die Religionsfreiheit werde davon in keiner Weise beeinträchtigt: «In unserem Land kann jeder glauben, was er will.»

    Kinderschutzbund
    27.06.2012

    http://www.suedkurier.de/nachrichten/baden-wuerttemberg/badenwuerttemberg/Kinderschutzbund-begruesst-Urteil-zu-Beschneidungen;art330342,5569147

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    Offenbar wollen führende Politiker von CDU, FDP, SPD und Grünen mit einer schnellen Resolution und einer schnellen gesetzlichen Regelung einer Grundsatzdebatte aus dem Weg gehen, die für die Befürworter dieser rituellen Praxis höchst unwillkommen wäre. Immerhin spricht sich eine klare Mehrheit in Deutschland gegen die religiös begründete Beschneidung von Jungen aus, die Mehrheit der Bevölkerung ist also der Auffassung des Landgerichts Köln. Dies spricht leider Bände über die demokratische Kultur mancher Spitzenpolitiker, der Politikverdrossenheit wird auf diese Weise gewiss nicht vorgebeugt. …

    Die deutsche Geschichte und das schwer belastete und besondere Verhältnis zur jüdischen Religionsgemeinschaft verpflichtet uns zwar, sehr sorgsam und rücksichtsvoll diese Religionsgemeinschaft zu achten und zu schützen. Das darf aber nicht zur Folge haben, dass wichtige Grundrechte wie der Schutz der körperlichen Unversehrtheit von Kindern leichtfertig beiseite gewischt werden, wenn sie einzelnen Traditionen der Religionsgemeinschaft entgegenstehen. Es ist umso bedauerlicher (wenn auch leider erwartbar), wenn Kritiker der religiös motivierten Beschneidung sogleich in die antisemitische Ecke gestellt werden. Das tut der Sache selbst und vor allem dem Niveau der Auseinandersetzung keinen Gefallen. …

    Unser Bundessprecher Horst Isola hat für uns SPD-Laizisten am 28. Juni eine Presseerklärung abgegeben, die wir hier zur Vervollständigung der kleinen Dokumentation des Themas nochmals wiedergeben:

    „Die SPD-Laizisten begrüßen das Urteil des Landgerichts Köln, Beschneidungen aus religiösen Gründen für strafbar zu erklären.

    Endlich machen sich deutsche Gerichte daran, die Reichweite der Glaubensfreiheit neu zu vermessen. Die Empörung des Zentralrats der Juden verkennt, dass das Grundgesetz kein Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften anerkennt, sondern nur ein Selbstverwaltungsrecht „innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes“ (Artikel 140 Grundgesetz in Verbindung mit Artikel 137 Weimarer Verfassung). Das bedeutet, dass auch Religionsgemeinschaften die für jedermann geltenden Strafvorschriften zu beachten haben. Unsere Rechtsordnung gibt ihnen nicht das Recht, sich unter Berufung auf religiöse Vorschriften oder Rituale ein eigenes – göttliches – Recht zu schaffen und zugleich gegen fundamentale Grundrechtsvorschriften wie die körperliche Unversehrtheit zu verstoßen. Dies ist umso verwerflicher, als im vorliegenden Fall Opfer Kleinkinder sind, die sich nicht wehren können und womöglich für ihr ganzes Leben durch einen solche Eingriff, wie ihn die Penisbeschneidung darstellt, traumatisiert werden.“

    Im April 2012 hatte sich Manula Schwesig noch für die Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz ausgesprochen. Sie forderte, die Bundesregierung müsse „endlich den Weg freimachen, damit Kinderrechte in die Verfassung aufgenommen werden können. Kinder sollen ausdrücklich als Träger von Grundrechten benannt werden und nicht nur im Rahmen der Elternrechte.“ Konsequenterweise hätte man danach auch das Kölner Urteil begrüßen müssen, geht es doch hier um genau diesen Vorrang der Grundrechte der Kinder. Nun scheint das alles nicht mehr zu gelten und die Grundrechte von Kindern auf körperliche Unversehrheit werden archaischen religiösen Riten untergeordnet.

    Nachdem Aydan Özuguz (die für den Stellvertretenden Parteivorsitz der SPD kandidiert) sich für den Parteivorstand scharf von unserer Erklärung distanziert hat, haben wir auch hierauf reagiert. Dazu sei hier auf die Pressemitteilung von Nils Opitz-Leifheit und Oliver Lösch verwiesen.

    Nils Opitz-Leifheit und Amardeo Sarma

    http://www.laizistische-sozis.eu/inhalte-menu/dokumentation/97-schluss-beschneidung

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    17. Juli 2012
    Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit wiegt schwerer als Religionsfreiheit der Eltern!

    Zur Pressemitteilung der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Aydan Özuguz vom 16. Juli 2012 erklärt der BundessprecherInnenkreis der SPD-LaizistInnen:

    Wir halten die schnelle und eindeutige Festlegung der SPD-Spitze zu Gunsten einer umfassenden Legalisierung von Beschneidungen an männlichen Kindern aus religiösen Gründen für verfehlt. Anstatt Schnellschuss-Politik zu betreiben, wäre es bei diesem höchst sensiblen und ethisch wie juristisch höchst komplexen Thema angebracht, alle Argumente sauber abzuwägen und Vertreter der unterschiedlichen Positionen angemessen einzubeziehen.

    Es ist erschreckend, wie leichtfüßig viele Parteiführungen, und leider auch die SPD-Spitze, die Religionsfreiheit von Eltern über das fundamentale Recht von Kindern auf körperliche Unversehrtheit und auf religiöse Selbstbestimmung stellt und dabei die schwerwiegenden Bedenken zahlloser Fachmediziner, Juristen, Kinderschutzorganisationen und auch die Haltung einer Mehrheit der Bevölkerung beiseite wischt.

    Wir laizistischen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten achten das Grundrecht der Kinder höher als die Religionsfreiheit, die kein Persilschein für die Misshandlung von Kindern sein darf.

    Da die Parteispitze sich hier, wie auch in anderen Fragen mit Religionsbezug, in einer Minderheitenposition innerhalb der Partei und Gesellschaft befindet, sehen wir der inhaltlichen Auseinandersetzung zu diesem Thema in den kommenden Jahren gelassen entgegen.

    Oliver Lösch, Nils Opitz-Leifheit
    Bundessprecher

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  6. Cees van der Duin Says:

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    Het recht op lichamelijke integriteit en het recht op religieuze vrijheid van het kind impliceert dat religieus gemotiveerde irreversibele ingrepen aan het lichaam van het kind vermeden moeten worden. Het kind houdt daarmee immers de vrijheid op latere leeftijd zelf de keus te maken of, en in welke vorm, het zich tot een bepaalde geloofsgemeenschap wil verhouden. Het dopen van kinderen bijvoorbeeld, laat geen irreversibele tekenen op het lichaam na, en is dan ook geen inperking van het recht op religieuze vrijheid van het kind, waar de irreversibele NTC dat wel is. …

    Conclusie

    Er is geen overtuigend bewijs dat circumcisie in het kader van preventie of hygiëne zinvol of noodzakelijk is. Mede in het licht van de complicaties die tijdens of na de circumcisie kunnen ontstaan, is circumcisie om redenen anders dan medisch-therapeutische, niet te rechtvaardigen. Zo er al medische voordelen zijn, zoals een mogelijk verminderde kans op HIV-infectie, dan ligt het in de rede de circumcisie uit te stellen tot de leeftijd waarop een dergelijk risico relevant is en de jongen zelf over de ingreep kan beslissen, of kan kiezen voor eventuele alternatieven.

    Anders dan vaak gedacht wordt, kent circumcisie risico’s op medische en psychische complicaties. De meest voorkomende complicaties zijn bloedingen, infecties, meatus stenoses (plasbuisvernauwing) en paniekaanvallen. Ook gedeeltelijke of volledige penisamputaties als gevolg van complicaties na circumcisies zijn gerapporteerd, evenals psychische problemen als gevolg van de besnijdenis. …

    Niet-therapeutische circumcisie bij minderjarige jongens is in strijd met het recht op autonomie en het recht op lichamelijke integriteit van het kind.

    De KNMG roept (verwijzende) artsen op om ouders/verzorgers die niet-therapeutische circumcisie voor minderjarige jongens overwegen, nadrukkelijk op de hoogte te brengen van de kans op complicaties en het ontbreken van overtuigende medische voordelen. Het feit dat het om een medisch niet-noodzakelijkeingreep gaat met een reële kans op complicaties, stelt extra hoge eisen aan deze voorlichting. De arts legt het informed consent schriftelijk vast in het medisch dossier.

    De KNMG heeft respect voor de diepe religieuze, symbolische en culturele gevoelens die met de praktijk van niet-therapeutische circumcisie omgeven zijn. De KNMG roept op tot een dialoog tussen artsenorganisaties, experts en de betreffende religieuze groeperingen om niet-therapeutische circumcisie bij minderjarige jongens te thematiseren en uiteindelijk zoveel mogelijk te beperken.

    Er zijn goede redenen voor een wettelijk verbod op niet-therapeutische circumcisie bij minderjarige jongens, zoals dat ook bestaat voor vrouwelijke genitale verminking. De KNMG vreest echter dat een wettelijk verbod ertoe zal leiden dat de ingreep uitgevoerd gaat worden door medisch niet-gekwalificeerde personen in omstandigheden waarin de kwaliteit van de ingreep onvoldoende kan worden gegarandeerd. Dit kan tot gevolg hebben dat er veel meer ernstige complicaties zullen optreden dan thans het geval is.

    Koninklijke Nederlandsche Maatschappij tot bevordering der Geneeskunst (KNMG)
    KNMG-standpunt, 27 mei 2010

    http://nl.wikipedia.org/wiki/Circumcisie

    KNMG

    http://knmg.artsennet.nl/home.htm

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    De ene besnijdenis is de andere niet. Reactie op KNMG standpunt jongensbesnijdenis

    De artsenfederatie KNMG bepleit ontmoediging en liefst een verbod op jongensbesnijdenis. Het standpunt van de KNMG is eenzijdig en versimpelend: jongensbesnijdenis is niet zomaar gelijk te stellen aan meisjesbesnijdenis.

    … Jongensbesnijdenis is al eeuwenlang een religieus en/of cultureel gebruik in onder meer de Joodse en in de Islamitische traditie en moet binnen die context worden beoordeeld. Jongensbesnijdenis is een religieuze of culturele praktijk, geen medische handeling, die zich niet zomaar laat afschaffen door de KNMG omdat er “geen medisch voordeel” mee gediend wordt of omdat er soms ernstige complicaties kunnen optreden. Indien het oogmerk van de KNMG is complicaties te voorkomen, doet men er beter aan daartoe bevoegde medici de handeling te laten verrichten dan op te roepen tot afzien daarvan.
    Het gaat bij jongensbesnijdenis niet alleen om de waarde van lichamelijke integriteit, maar ook om de godsdienstvrijheid en het recht van ouders hun kinderen naar eigen overtuiging groot te brengen.

    … Er zijn ethische en juridische grenzen aan besnijdenis. In juridisch opzicht liggen die grenzen vast in wetgeving. Meisjesbesnijdenis is strafbaar en dus verboden, maar niet als apart delict: het geldt als een vorm van mishandeling. Jongensbesnijdenis wordt niet als mishandeling beschouwd. De opvatting van de KNMG dat jongensbesnijdenis “in een aantal opzichten een vergelijkbare ingreep is” als meisjesbesnijdenis is niet juist: de twee praktijken zijn in de meeste opzichten niet te vergelijken vanwege de omvang en de ernst van de schending van de lichamelijke integriteit bij bijna alle vormen van meisjesbesnijdenis. Een standpuntbepaling over meisjesbesnijdenis impliceert geenszins dat er een medische of maatschappelijke noodzaak is tot een discussie of standpuntbepaling over jongensbesnijdenis.

    Raad voor de Volksgezondheid & Zorg (RVZ), 2 juni 2010

    http://rvz.net/nieuws/bericht/de-ene-besnijdenis-is-de-andere-niet-reactie-op-knmg-standpunt-jongensbesn

    RVZ

    http://www.rvz.net/

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  7. Widderhorn Says:

    Lausanne (Schweiz) 1996. In ihrem Offenen Brief (Open Letter to Fourth International Symposium on Sexual Mutilations) kritisierte die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman rituelle Vorhautbeschneidung kleiner Jungen so:

    Ich bin zuversichtlich, dass mein Volk so viele lebensbejahende, lebensfreudige und erkenntnisbringende Traditionen hat, dass unsere Identität und kulturelle Selbstachtung ohne Probleme überleben wird, wenn wir über die Beschneidung hinauswachsen, die ein grausames Relikt ist, das ich immer als eine Abweichung vom Herzen meiner Religion empfunden habe.

    I am confident that my people have such an abundance of life-enhancing, life-affirming and mind-opening traditions, that our identity and sense of cultural self-heed will happily survive our outgrowing of circumcision, a cruel relic which has always felt to me like an aberration at the heart of my religion.

    http://www.cirp.org/pages/cultural/goodman.html

  8. Cees van der Duin Says:

    Noch zu: siehe mein voriger Kommentar:
    Koninklijke Nederlandsche Maatschappij tot bevordering der Geneeskunst (KNMG)
    [Übersetzung ins Deutsche]

    Das Recht auf körperliche Unversehrtheit und das Recht auf religiöse Freiheit des Kindes implizieren, dass religiös-motivierte irreversible Eingriffe am Körper es Kindes vermieden werden müssen. Nur so hat das Kind wirklich die Freiheit, sich in einem späteren Alter selbst zu entscheiden, ob und in welcher Form es sich gegenüber einer bestimmten Religionsgemeinschaft verhalten möchte. Die Taufe von Kindern beispielweise lässt kein irreversibles Zeichen auf dem Körper zurück und ist deshalb auch keine Einschränkung der Religionsfreiheit des Kindes, wohingegen die irreversible nicht-therapeutische Zirkumzision dies eindeutig ist. …

    Schlussfolgerung

    Es gibt keinen überzeugenden Beweis dafür, dass die Beschneidung zur Krankheitsprävention oder Hygiene sinnvoll oder notwendig ist. Auch angesichts der Komplikationen, die während oder nach der Zirkumzision auftreten können, ist die Zirkumzision, außer aus medizinisch-therapeutischen Gründen, nicht zu rechtfertigen. Sofern es irgendwelche medizinischen Vorteile gibt, wie einem möglicherweise reduzierten Risiko für HIV-Infektion, ist es vernünftig, die Zirkumzision auf ein Alter zu verschieden, indem ein solches Risiko relevant ist und der Junge selbst über den Eingriff entscheiden kann oder sich für eine der Alternativen entscheiden kann.

    Entgegen dem weitläufigen Glauben birgt die Zirkumzision das Risiko von medizinischen und psychologischen Komplikationen. Die häufigsten Komplikationen umfassen Blutungen, Infektionen, Meatusstenose (Verengungen der Harnröhrenöffnungen) und Panikattacken. Auch teilweise oder vollständige Penisamputationen als Folge von Komplikationen der Zirkumzision wurden ebenso dokumentiert wie psychologische Probleme infolge der Beschneidung.

    Die nicht-therapeutische Beschneidung minderjähriger Jungen verletzt den Grundsatz, dass Minderjährige medizinischen Behandlungen nur dann unterzogen werden dürfen, wenn Krankheiten oder Fehlbildungen vorliegen oder wenn eindeutig nachgewiesen kann, dass der medizinische Eingriff im besten Interesse des Kindes ist, wie im Falle von Schutzimpfungen.

    Die nicht-therapeutische Beschneidung minderjähriger Jungen steht im Widerspruch zum Recht des Kindes auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit.

    Die KNMG ruft verweisende Ärzte dazu auf, Eltern, die die nicht-therapeutische Beschneidung minderjähriger Jungen erwägen, ausführlich über das Risiko für Komplikationen und das Fehlen überzeugender medizinischer Vorteile aufzuklären. Die Tatsache, dass es sich um einen medizinisch nicht-notwendigen Eingriff mit einem reellen Komplikationsrisiko handelt, stellt besonders strenge Anforderungen an diese Aufklärung. Der Arzt muss die informierte Einwilligung in der Krankenakte vermerken.

    Die KNMG respektiert die tiefen religiösen, symbolischen und kulturellen Gefühle, die die Praktik der nicht-therapeutischen Zirkumzision umgeben. Die KNWG fordert einen Dialog zwischen Ärzteorganisationen und Experten der betroffenen religiösen Gruppen, um die nicht-therapeutische Beschneidung zum Thema zu machen und letztlich so weit wie möglich einzuschränken.

    Es gibt gute Gründe für eine rechtliches Verbot der nicht-therapeutischen Beschneidung männlicher Minderjähriger, wie es für die weiblichen Genitalverstümmlung besteht. Jedoch fürchtet die KNMG, dass ein rechtliches Verbot dazu führen könnte, dass der Eingriff von nicht medizinisch qualifizierten Personen durchgeführt wird und unter Umständen, in denen die Qualität des Eingriffs nicht ausreichend gewährleistet werden kann. Dies könnte dazu führen, dass viel mehr ernsthafte Komplikationen auftreten als es gegenwärtig der Fall ist.

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/koeniglich-niederlaendische-aerztevereinigung-knmg-beschneidung-minderjaehriger-jungen/knmg-standpunkterklaerung-zur-nicht-therapeutischen-beschneidung-2010.html

  9. Janoob al-Tareeq Says:

    Für den, der den Muslim hasst, ist jedes Mittel recht. Gestern Feminist, heute Jäger der verlorenen Vorhaut. … Die Beschneidung ist eine Prophetenvorgabe und damit nicht verhandelbar. Der Gläubige glaubt. Der Liberale biegt und beugt, bis die Gottesliebe zur bloßen Ideentapete verkommt. … Dem Gläubigen ist die Liebe des Herrn versprochen.

    Feridun Zaimoglu

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/feridun-zaimoglu-im-gespraech-deutschland-macht-sich-laecherlich-11832954.html

  10. Kalevala Says:

    „Mom, Why Was I Circumcised?“

    http://www.savingsons.org/2010/09/mom-why-was-i-circumcised.html

    The Intactivist Movement Within Judaism

    http://www.savingsons.org/2011/10/intactivist-movement-within-judaism.html

    http://www.drmomma.org/2009/06/circumcision-jewish-fathers-making.html

    We believe that all human beings, regardless of age, sex, gender, ethnicity, size, background, family, or ability to defend themselves, come into this world with the basic human right to genital autonomy. That is: to make personal decisions about what happens to our genitals in absence of medical necessity. We are defending One Body.

    http://www.intactnetwork.org/

    Blogs About Circumcision

    http://www.thewholenetwork.org/research-circumcision.html#articles

    Mothers against CIRC

    http://www.mothersagainstcirc.org/

  11. Cees van der Duin Says:

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    Der Ex-Moslem Ali Utlu koordiniert bei der Piratenpartei die LGBT-Arbeitsgruppe „Queeraten“ mit. Letzte Woche gab der 40-Jährige dem schwul-lesbischen Berliner Stadtmagazin Siegessäule ein Interview, in dem er seine eigene Beschneidung als „schlimmsten Moment seines Lebens“ beschreibt, der sich bei ihm als „totaler Horror […] für immer eingebrannt“ habe. Gegen diese traumatische Wirkung konnte auch die Zerstörung einer Filmaufnahme des Beschneidungsfestes nichts ausrichten.

    Der in einer hessischen Kleinstadt aufgewachsene Pirat erzählt, wie er im Alter von sieben Jahren zusammen mit seinem Bruder (ohne vorherige Ankündigung dessen, was man mit ihm vorhatte) in die Türkei verbracht und dort im Rahmen einer Festivität mit etwa 300 Gästen in einem Hinterzimmer ohne Betäubung beschnitten wurde. Weil er dabei starke Schmerzen erlitt und von männlichen Verwandten festgehalten wurde, vergleicht er den Vorgang mit einer Vergewaltigung, bei der das Opfer ebenfalls hilflos ist. Die Röcke, die er und sein Bruder nach dem Eingriff anziehen mussten, empfand er ebenso als zusätzliche psychische Belastung wie die Tänze der Sünnet-Düğün-Gäste um die weinenden Kinder herum.

    Weiter zeigt sich Utlu der Auffassung, dass ihm mit der Vorhaut „auch eine Menge Lust genommen“ wurde. So führt er beispielsweise Orgasmusschwierigkeiten darauf zurück, die er als junger Mann hatte, und schildert Stimmen von Betroffenen, bei denen die Empfindlichkeit der Eichel durch die Beschneidung so weit herabgesetzt wurde, dass der Geschlechtsverkehr mit Kondom unmöglich ist. Dies hält er insofern für besonders problematisch, als Beschnittene seiner Erfahrung nach häufig irrtümlich glauben, sie wären durch den Eingriff vor einer HIV-Ansteckung geschützt, weswegen sie entsprechend sorglos beim Geschlechtsverkehr agieren. Dass eine Religion eine Tradition wie die Beschneidung zulässt, obwohl sie nicht einmal in ihrem Heiligen Buch gefordert wird, war für den Piraten der Grund, warum er sich von seinem Glauben abwandte.

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/152488

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    Ich war bei meiner Beschneidung sieben Jahre alt, war schon ein Schulkind. Ich wußte gar nicht, was Beschneidung bedeutet. Mein Bruder, der mit mir zusammen beschnitten wurde, auch nicht. Unsere Familie brachte uns dafür in die Türkei, bei dem Beschneidungsfest waren ungefähr 300 Gäste und wir wurden damit vollkommen überrascht.

    Während des Festes wurden wir in ein anderes Zimmer abgeführt, und da waren nur männliche Verwandte. Als die Skalpelle ausgepackt wurden, wurde uns klar, warum die Älteren noch eine halbe Stunde vorher blöde Sprüche gemacht haben wie „gleich ist er ab“. Wir haben uns gewehrt und geschrien, aber sie haben uns beide zu viert festgehalten. Es wurden uns die Hosen heruntergezogen, ein Onkel hat mich dann geschnitten, ohne Betäubung.

    Für mich war das der totale Horror und das hat sich bei mir für immer eingebrannt. Auch, dass so viele Menschen zugesehen haben, auch dass das noch gefilmt wurde. Den Film haben mein Bruder und ich später vernichtet. Letztendlich war das wie eine Vergewaltigung für uns, man ist hilflos, wird festgehalten, dann der Schmerz….

    Beschämend war auch, dass wir direkt danach einen Rock anziehen mussten, und es wurde uns ein Hut auf den Schwanz gelegt, damit den nichts berührt. Das war für uns eine Schande. Nach der Beschneidung wurden wir mitten in der Feier aufgebahrt und alle haben um uns herum getanzt, während wir nur geweint haben. Wir bekamen noch Geschenke, aber das interessiert einen nicht mehr sehr. …

    Ich finde erst einmal, dass eine Körperverstümmelung eine Körperverstümmelung bleibt, egal ob das nun einem Jungen oder einem Mädchen geschieht. Die Vorhaut ist ein Teil deines Schwanzes, und die ist ja auch nicht umsonst da. In der Vorhaut sind sehr viele Nerven, und wenn die abgeschnitten werden, wird einem auch eine Menge Lust genommen. Insofern ist das schon vergleichbar, auch wenn das bei kleinen Mädchen wohl noch grausamer ist, weil da die Empfindung wohl noch größer ist. …

    Und ich habe in der letzten Zeit bei Facebook viele Zuschriften bekommen, viele Beschnittene sagen mir, dass sie mit Kondom einfach nicht kommen können. Oft hört man ja auch: Lass dich beschneiden und du kannst rumficken wie du willst, ohne mit HIV angesteckt zu werden, weil die Eichel Hornhaut bildet. Das finde ich geradezu fatal. …

    Der Koran verlangt die Beschneidung nicht, die religiöse Tradition verlangt sie. Das ist auch der Grund, warum ich kein Moslem mehr bin. Ich habe der Religion die Beschneidung nie verziehen. …

    Es ist einfach ein Tabu und man spricht nicht darüber. Die meisten werden damit groß und werden auch nie dagegen argumentieren. Wenn man sich aber mal mit den Männern näher befasst, zum Beispiel was das Sich-einen-Runterholen betrifft, dann sagen alle: Das geht nicht mehr so einfach als hätte man die Vorhaut noch.

    Sobald man vertraut miteinander spricht, sagen viele, dass sie Probleme haben. Aber sie würden es niemals öffentlich sagen, sie würden dann ihr Gesicht als Mann verlieren. Als Mann darf man nichts gegen die Beschneidung sagen, denn durch die Beschneidung wird man ja erst zum Mann, weil man als Kind die Schmerzen ausgehalten hat.

    Ali Utlu

    http://www.siegessaeule.de/queere-welt-1000/beschneidung-traumatisch-und-der-horror.html

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  12. Kalevala Says:

    Aufklärungshumanisten, also auch religionsfrei, christlich, jüdisch oder muslimisch sozialisierte Mitbürger, sind gegen die zwar sehr alte, aber keineswegs altehrwürdige rituelle Genitalmarkierung.

    Die andere Seite schläft nicht – aber überzeugt mit ihrer Petition für Beschneidung nun wirklich nicht.

    Wer einen Blick auf die Kampagne der Freunde der wortwörtlichen Lesart uralter Schriften werfen möchte, lese diese Petition, der wir natürlich keinen Erfolg wünschen.

    http://www.change.org/petitions/wir-gegen-rechtsbeschneidung

    Its organizers — Mike Delberg, Michael Groys and Anil Celik — plan to send it to the German government when it reaches 1000 signatures.

    http://www.jta.org/news/article/2012/07/30/3102156/germans-launch-pro-circumcision-petition

    http://www.thejewishweek.com/news/news-brief/germans-launch-pro-circumcision-petition

    Two young Jewish men and a Muslim man from Berlin have united to launch a joint petition against a German court’s recent decision criminalise non-medical circumcision.

    The pro-circumcision petition, which the three men have called Wir gegen Rechtsbeschneidung meaning “together against snipping off our rights” has garnered more than 300 signatures in just a few weeks and is growing.

    Hosted on the change.org website, founders Mike Delberg, Michael Groys und Anil Celik will present the petition to the German government when they get 1,000 signatures.

    A Cologne court criminalised non-medical circumcision last month, outraging Jews and Muslims around the world.

    The men behind the petition believe that the right to circumcise, and the right to be circumcised is one of the most important parts of both Judaism and Islam.

    They challenge German courts prescribing when or if a person can practise such a vital part of their religion.

    They claim that the new ruling curtails their rights, and say Muslims and Jews will have to travel out of the country they live in to obtain a legal circumcision.

    The furore and uncertainty has spread beyond German borders. Austria’s Jewish community (IKG) said on Monday it was working jointly with its German and Swiss counterparts to keep religious circumcision legal, after repeated calls for an end to the practice.

    http://www.thelocal.de/society/20120730-44065.html

    Petition für Beschneidung
    31. Juli 2012

    Zwei Juden und ein Moslem haben in Deutschland eine Kampagne zugunsten der Beschneidung gestartet, um dem Kölner Gerichtsurteil entgegenzuwirken, wonach diese als Körperverletzung zu betrachten sei.

    Die Petition mit dem Titel «Gemeinsam gegen die Beschneidung unserer Rechte» wurde bereits von 300 Personen unterzeichnet, wie «Die Lokale» mitteilt. Die Initianten Mike Delberg, Michael Groys und Anil Celik beabsichtigen, die Petition an die deutsche Bundesregierung zu senden, sobald 1000 Unterschriften erreicht sind. Ihrem Wortlaut ist zu entnehmen, dass das Gerichtsurteil die jüdischen und moslemischen religiösen Rechte einschränke und Juden und Moslems zwinge, ins Ausland zu reisen, wenn sie Beschneidungen durchführen lassen wollen. Der deutsche Bundestag hat eine Motion vorgelegt, gemäss der die rituelle Beschneidung legal bleiben soll. Auch in Österreich setzen sich jüdische und moslemische Gemeinden bereits für dieses Ziel ein. [TA]

    aus: aufbau. Das jüdische Monatsmagazin 31. Juli 2012

    http://www.aufbauonline.com/magazine/743/artikel/petition-fuer-beschneidung

  13. Kalevala Says:

    Osnabrück. Für die deutsch-türkische Soziologin Necla Kelek ist die Beschneidung von Jungen ein Unterdrückungsinstrument, das geächtet werden muss. Der Osnabrücker Religionswissenschaftler Professor Rauf Ceylan hält sie dagegen für ein kulturell stark verankertes Ritual, das unbedingt erhalten werden sollte.

    Wenn sich jetzt zu Ferienbeginn in Deutschland lebende türkischstämmige Familien auf den Weg in die Türkei machen, steht bei vielen, die einen Jungen im Alter zwischen sieben und neun Jahren haben, auch deren Beschneidung auf dem Programm.

    Kelek, die das Ritual auch in ihrem Buch „Die verlorenen Söhne“, Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes, zum Thema macht, aber warnt ausdrücklich vor den Folgen „des blutigen Eingriffs“: Die Beschneidung gehöre zum Muslimsein und unauflöslich zur männlichen Identität. Und diese gewinne nur, wer Schmerzen ertragen könne. „Durch das Opfer der Vorhaut wird die Unterwerfung symbolisch wie materiell manifestiert.“ …

    „Das sind Fremdzuschreibungen und gedankliche Konstruktionen, die mit dem Wesen des Rituals wenig gemein haben“, weist Ceylan diesen Vorwurf entschieden zurück. Der Akt der Beschneidung diene vor allem der religiösen Identitätsbildung. Am Ende dieses Prozesses steht aber nach Ansicht der Islamkritikerin Kelek nichts Gutes: „Beschneidung ist ein Brauch wie das Barttragen, mit dem sich Fundamentalisten heute von den Ungläubigen, die Sauberen von den Unreinen, den Nichtmuslimen, abgrenzen“, schreibt sie in einem Beitrag in der Welt. Andere Kritiker warnen, die Beschneidung könnte ein Integrationshemmnis für in nicht moslemischen Ländern lebende Muslime sein. Für den beschnittenen Jungen und auch für die Angehörigen, die diese Werte teilten, seien Unbeschnittene unrein. Wer aber in solchen Kategorien der Abgrenzung dächte, sei für die Werte einer freiheitlichen (westlichen) Gesellschaft schwerlich zu gewinnen.

    Auch das weist Ceylan zurück: Seiner Ansicht nach ist Abgrenzung keine Frage der Beschneidung. „Identitätskonstruktionen durch Abgrenzung zu anderen Gruppen sind immer problematisch und können durch unterschiedlichste Symbole und Merkmale geschehen. Das kann die Ethnie sein, die Konfession oder andere Merkmale“, betont der Religionswissenschaftler.

    aus Waltraud Messmann: Muss die Beschneidung von Jungen geächtet werden?

    in: Neue Osnabrücker Zeitung 19.07.2012

    http://www.noz.de/deutschland-und-welt/gut-zu-wissen/65512823/muss-die-beschneidung-von-jungen-geaechtet-werden

  14. Jacques Auvergne Says:

    In recent years, we have suddenly discovered that the abuse of children is rather more frequent than was generally believed. But with the exception of a few heroic people like Fran Hosken – who, without institutional support of any kind, has for many years valiantly attempted to draw the attention of the world to the atrocities committed upon young girls in the form of circumcision – there have been very few activists to protest against circumcision, male or female. Today, now that child abuse has come to be recognized as a widespread psychopathy in America, it may be easier for people to perceive circumcision as a form of child abuse.

    This operative assault – whether shortly after birth or later – is obviously a highly traumatic experience for the child. One cannot help but wonder what effects such traumatic experiences may have upon later life. Today we have abundant evidence that the process of birth is a traumatic experience for the baby. Some of the readily detectable effects can be seen in the structure and growth of the bones, as well as in the general appearance of the child.

    What is called for is a well-thought-out approach to the eradication of antiquated beliefs and practices which cause so much needless suffering, mutilation, tragedy, and death – an approach that takes into consideration all those factors I have mentioned, and more. We can begin with carefully designed programs, possibly under the auspices of the United Nations (or a similar body), with the purpose of rendering obsolete the practice of circumcision, an archaic ritual mutilation that has no justification whatever and no place in a civilized society.

    Mutilated Humanity
    Ashley Montagu

    Presented at The Second International Symposium on Circumcision, San Francisco, California, April 30-May 3, 1991.

    http://www.nocirc.org/symposia/second/montagu.html

    Nurses for the Rights of the Child is a nonprofit organization dedicated to protecting the rights of infants and children to bodily integrity. We seek to protect unconsenting infants and children from surgical alterations of their healthy genitals.

    Nurses for the Rights of the Child was founded in June, 1995 by a group of nurses who had become R.N. Conscientious Objectors to infant circumcision at St. Vincent Hospital in Santa Fe, New Mexico.

    http://www.nurses.cirp.org/

  15. Querverweis Says:

    25. August 2012 — Kinderschutzbund-Chef Hilgers ganz elastisch pro Scharia: legalisieren soll man die rituelle Beschneidung nicht, einerseits, strafverfolgen andererseits aber auch nicht:

    domradio 25.8.2012
    Kinderschutzbund für Straffreiheit bei Beschneidungen

    Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, hat dafür plädiert, Beschneidungen nicht strafrechtlich zu verfolgen. „Ich bin für ein Gesetz, das Strafverfolgung verhindert“, sagte Hilgers der „Frankfurter Rundschau“. „Sonst werden Hunderttausende in die Illegalität getrieben.“ Er sei aber zunächst gegen ein Gesetz, das die Beschneidung grundsätzlich rechtfertige, so Hilgers weiter. Denn dazu seien noch zu viele Fragen offen. Der Deutsche Ethikrat hatte am Donnerstag Mindestanforderungen für eine Beschneidung empfohlen. Danach sollten die Sorgeberechtigten umfassend aufgeklärt werden. Es müsse bei der Beschneidung eine qualifizierte Schmerzbehandlung geben, eine fachgerechte Durchführung des Eingriffs sowie eine Anerkennung eines entwicklungsabhängigen Vetorechts des betroffenen Jungen.

    http://www.domradio.de/news/83612/kinderschutzbund-fuer-straffreiheit-bei-beschneidungen.html

    WAZ / Der Westen 25.08.2012
    Zweifel an schneller gesetzlicher Lösung für Beschneidungen

    (…) Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, wandte sich gegen eine strafrechtliche Verfolgung der Beschneidung von Jungen. „Ich bin für ein Gesetz, das Strafverfolgung verhindert“, sagte Hilgers der „Frankfurter Rundschau“. „Sonst werden Hunderttausende in die Illegalität getrieben.“ Doch sei er auch gegen ein Gesetz, das die Beschneidung einfach rechtfertigt. Dazu seien zu viele Fragen noch offen.

    http://www.derwesten.de/politik/zweifel-an-schneller-gesetzlicher-loesung-fuer-beschneidungen-id7022300.html

    25. August — Der potentielle Beschneidungsfreund Hilgers ist schon genannt, der aufklärungshumanistische Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte zum Glück auch noch:

    Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte reagierte mit Kritik auf die Empfehlung des Ethikrats. Kindeswohl und das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit hätten dabei offenbar keine Rolle gespielt, so Verbandspräsident Wolfram Hartmann.

    http://aktuell.evangelisch.de/artikel/7249/kinderschutzbund-fuer-straffreiheit-bei-beschneidungen?destination=node/7249

    Noch vier Tage eher gab Hilgers den Besonnenen:

    Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, kritisierte die Entschließung. „Das ging mir viel zu schnell. Hier wäre ein Moratorium angebracht gewesen“, sagte er dem „Westfalen-Blatt“ am Samstag. Es habe keinen Grund gegeben, sich bei einem Thema, über das vor vier Wochen noch niemand gesprochen habe, so übereilt festzulegen. Die Aufregung auf beiden Seiten sei völlig unangemessen.

    http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Zu-rascher-Beschluss-zu-Beschneidungen

    Dies hatte auch der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, kritisiert. „Das ging mir viel zu schnell. Hier wäre ein Moratorium angebracht gewesen“, sagte Hilgers dem „Westfalen-Blatt“. Es habe keinen Grund gegeben, sich bei einem Thema, über das vor vier Wochen noch niemand gesprochen habe, so übereilt festzulegen. Die Aufregung auf beiden Seiten sei völlig unangemessen.

    http://www.woll-magazin.de/2012/07/beschneidung-von-jungen-fdp-kritisiert-bundestagsentschliesung/

    Es gebe im Kinderschutzbund Verfechter beider Lager. [Wir leiden innerlich also mit euch, wir verstehen euch – und setzen die Scharia um.]

    »Ich kenne etwa einen Kinderarzt, der sich mit großem Engagement gegen die Beschneidung einsetzt.« [Ich spüre, ich kenne … Kontaktmagie? Und, selbst wenn es diesen Arzt gibt, Sie selbst?]

    Andererseits seien dem Kinderschutzbund noch keine wissenschaftlichen Forschungen bekanntgeworden, die negative Auswirkungen der Beschneidung beschrieben. [gib dich nicht auf, Analphabet, lern lesen und schreiben]

    »Das heißt nicht, dass es solche Forschungen nicht gibt. Aber wir kennen sie eben noch nicht. Das Thema ist neu für uns.« Bei der Meinungsbildung seien auch die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu berücksichtigen, die sich insbesondere in Entwicklungsländern für eine Beschneidung von Jungen ausspreche. [Sind wir Entwicklungsland? Und selbst wenn, ist das Recht auf körperliche Unversehrtheit nicht zu berücksichtigen?]

    »Nach Angaben der WHO sinkt das Aids-Risiko auf ein Sechstel«, sagte der 64-Jährige. [Nanu, war es nicht sinkend auf sechzig Prozent, also reduziert um zwei Fünftel? Auch Zahlen sind egal?] Grund sei offenbar die Verhornung der Eichel, so dass sich Viren dort nicht mehr so gut festsetzen könnten. [Wie wär`s mit safer sex? Kondom statt abgesenktes Viren-Pingpong?]

    In dem Vorschlag, die Beschneidung in ein Alter zu verschieben, in dem Jungen selbst entscheiden können, sieht Hilgers keine schnelle Lösung: »In Schweden etwa ist es verboten, Jungen nach dem zweiten Monat zu beschneiden, weil dann wohl mehr Komplikationen zu erwarten sind.« [Haben die Schweden nicht vielleicht ganz andere Gründe diskutiert? Selbst das von Hilgers genannte aktuelle schwedische Konzept wäre fern jeder grundgesetzlich und ethisch gebotenen Kausalität, weil das Kleinkind bzw. der Säugling dann eben erst recht nicht selbst entscheiden kann.]

    Zu einer am Freitag angekündigten Petition von Beschneidungsgegnern sagte der Kinderschützer: »Die Initiatoren haben mich gefragt, ob ich mich anschließe, aber das konnte ich nicht, weil mein Standpunkt noch nicht feststeht.« [Sehr nachvollziehbar, eine Amöbe oder Qualle hat auch keinen Standpunkt, ein Klacks Pudding auch nicht. Aber schlussendlich wabbelte Hilgers beschneidungsbezogen dann doch noch zu (Allahs) Standpunkt]

    http://www.presseportal.de/pm/66306/2292911/westfalen-blatt-kinderschutzbund-praesident-hilgers-kritisiert-bundestagsentschliessung-zur

    Drei bis vier Tage, das ging ja flott. Wo war Hilgers am 25. August (angefragt)? Bei der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt hätte er jedenfalls sein sollen:

    Beschneidung – ein Dilemma

    Kindeswohl oder Religionsfreiheit – das ist hier die Frage. Die Debatte zur Beschneidung von Jungen ist derzeit in vollem Gange. Viele Ärzte und Juristen sprechen sich gegen die Beschneidung aus, (nicht nur) jüdische und muslimische Verbände sehen hingegen das Recht auf freie Religionsausübung verletzt und äußern sich besorgt.

    Dieser Grundrechtekonflikt ist diffizil, weil er an verschiedene gegeneinander abzuwägende Güter rührt – eine einfache Antwort kann es nicht geben. Ist die körperliche Unversehrtheit des Kindes ein höheres Gut als das Recht auf Religionsfreiheit? Sollten Beschneidungen aus religiösen Gründen verboten werden? Oder macht sich Deutschland, wie Angela Merkel sagt, zur Komiker-Nation, wenn es als einziges Land Beschneidungen verbietet?

    Diese und weitere Fragen diskutieren:

    Prof. Dr. Guiseppe Veltri (Lehrstuhl für Judaistik an der Universität Halle)
    Prof. Dr. Michael Germann (Lehrstuhl für Strafrecht, Staatskirchenrecht und Kirchenrecht an der Universität Halle)
    Heinz Hilgers (Deutscher Kinderschutzbund), angefragt

    Eine Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Woche 2012.
    Veranstaltungsort und -zeit:

    Dienstag, 25. September 2012
    19:00 Uhr

    Franckesche Stiftungen (Franckeplatz 1, Amerikazimmer)
    Halle (Saale)

    http://www.boell-sachsen-anhalt.de/themen/gesellschaft/2012/beschneidung-ein-dilemma/

  16. Kalevala Says:

    hpd (…) Von einem Verfassungsbruch Heilmanns, wie in den letzten Tagen bisweilen zu vernehmen war, kann freilich – trotz aller Kritik – so umstandslos keine Rede sein. Das Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) regelt in seinen Paragraphen 146 und 147 eindeutig, dass Staatsanwälte Weisungen ihrer Vorgesetzten Folge zu leisten haben und dass das Recht zur Aufsicht und Leitung in einem Bundesland der Landesjustizverwaltung zusteht. Weisungen dürfen somit erteilt werden – auch dann, wenn damit verhindert wird, dass unabhängige Richter über eine Straftat entscheiden. Eine Unabhängigkeit des Staatsanwalts vor staatlichen Anordnungen zur Strafverfolgung existiert in Deutschland nicht. Zu Recht fordert etwa der Deutsche Richterbund (DRB) seit vielen Jahren die Abschaffung des Weisungsrechts der Justizminister und sieht aufgrund dieser Weisungsgebundenheit das Vertrauen der Bevölkerung in die Staatsanwaltschaft als beeinträchtigt an. Aufgrund der Zulässigkeit einer Weisung der Justizverwaltung an die Staatsanwaltschaft, selbst im konkreten Einzelfall ein Verfahren einzustellen und keine Anklage zum Gericht zu erheben, ist zugleich auch eine Einflussnahme auf die unabhängige Justiz gegeben, deren Unabhängig jedoch verfassungsmäßig garantiert ist.

    „Der 1. Kleinen Strafkammer (des Landgerichts Köln) sei Dank.“ schrieb Ende August Winfried Hassemer in einem Beitrag für die Zeitschrift für Rechtspolitik (ZRP); er bezog dies auf deren klare Analyse der Strafbarkeit von Knabenbeschneidungen.

    (…)

    (Nachtrag 2)

    (…) Es ist höchste Zeit, die Politik der Gespräche im „Hinterzimmer“ zu beenden und alles, was abgesprochen wurde, worin die angeblichen „Missverständnisse“ liegen sollen ebenso in die Öffentlichkeit zu bringen wie das Eigengutachten der Staatsanwaltschaft.

    Senator Heilmann darf nicht länger Geheimgespräche führen; dies würde das Vertrauen der Bevölkerung in den Rechtsstaat weiter erschüttern.

    aus: Walter Otte: Was nun, Herr Senator Heilmann? …
    hier in: gbs Berlin 07.09.2012

    http://gbs-berlin.org/was-nun-herr-senator-heilmann/

    zuerst bei: hpd 07.09.2012 · Nr. 13939

    http://hpd.de/node/13939?page=0,1

  17. Edward von Roy Says:

    Aus der taz vom 14.09.2012
    Nils Juel: Im Bett mit und ohne

    (…) jedes Mal, wenn wieder über die Beschneidung von Jungen debattiert wird, werde ich Zeuge eines bizarren Spektakels. Auf der einen Seite gibt es die Männer, die als Kind beschnitten wurden und nie etwas anderes kannten. Auf der anderen Seite Männer, die noch ihre Vorhaut haben und auch nichts anderes kennen. Wenn sie diskutieren, ist es schon schräg.

    Noch absurder wird es, wenn sich auch Frauen einschalten. Dann kommt der Moment, an dem ich sagen möchte, dass ich bei einem guten Dutzend Geburten geholfen habe, und sie alle nicht wehtaten – mir nicht.

    Wenn wir indes die religiöse und politische Rhetorik beiseite lassen, bleibt die Beschneidung von Jungen so schlicht wie klar eine sexuelle Verstümmelung. Ich weiß das, weil ich selbst als Erwachsener beschnitten worden bin. Ich hatte ein Sexualleben vor meiner Beschneidung und habe eins danach – ich kann vergleichen. …

    Mit meiner Vorhaut war auch das überschäumende, sprudelnde Gefühl beim Orgasmus verschwunden.

    Die physischen Wahrnehmungen beim Sex wandelten sich, sie wurden lokaler. Es ist schwer zu erklären – als ob nicht mehr mein ganzer Körper im Spiel, eine große Freude verschwunden war. …

    Es ist mehr als dreißig Jahre her, dass ich auf dem OP-Tisch lag. Ich bin verheiratet und habe drei Kinder. Zwei Jungen. Und ich schwöre: Kein Messer, keine Schere wird je in die Nähe ihrer Vorhaut kommen. Stattdessen werde ich ein paar Kondome in ihre Handy-Socke stecken. (…)

    http://www.taz.de/Beschneidung-mit-18/!101655/

  18. Chronist Says:

    aus dem Statement von Eran Sadeh, Gründer von Protect the Child, Israel anlässlich der Pressekonferenz der Deutschen Kinderhilfe und ihrer Partner am 12.9.2012

    Ich und viele anderen in Israel glauben, dass die entstandene Bewegung mit dem Ziel, die Beschneidung von Minderjährigen in Deutschland zu verbieten, ein Ziel, welches von der Mehrheit der Bevölkerung hier unterstützt wird, nichts mit Antisemitismus aber dafür mit dem Respekt der Menschenrechte von Kindern zu tun hat. …

    Religiös motivierte Beschneidungen dürfen von Ärzten niemals durchgeführt werden, da es ein Verrat an dem ersten Gebot der Bioethik ist: „Füge keinen Schaden zu“. Die Amputation eines gesunden Körperteils bei einem einwilligungsunfähigen Minderjährigen ohne medizinische Indikation ist ein Angriff auf die körperliche Unversehrtheit und eine Körperverletzung. Nichts kann diese Tatsache ändern.

    Der einzige legale und ethische Weg aus dieser Situation ist, die Beschneidung auf ein Alter zu verschieben, in dem eine Person legal die Einwilligung zur Amputation seines Penis geben kann. Diese Lösung schränkt die Religionsfreiheit nur vorübergehend ein.

    Bei der gewaltsamen Amputation der Vorhaut eines einwilligungsunfähigen minderjährigen Kindes wird sein Recht auf körperliche Unversehrtheit für immer verletzt.

    http://pro-kinderrechte.de/statement-von-eran-sadeh/

    aus dem Original:

    I, and many like me in Israel, believe that the move to ban circumcision of minors in Germany, which is supported by the majority of the people here, has nothing to do with anti-Semitism and everything to do with respecting the human rights of the child.

    It is important to note that circumcision is not a prerequisite to Jewish identity. According to Jewish law the child takes the status of his mother, so if the mother is Jewish, the boy is Jewish, whether circumcised or not.

    Religiously motivated circumcisions must never be performed by doctors, because it is a betrayal of the first rule of bioethics: Do No Harm. An amputation of a healthy body part of a non-consenting minor without medical indication is an assault that causes bodily damage.

    http://die-petition.de/pressemappe/statement-von-eran-sadeh-gruender-von-protect-the-child-israel/

  19. Querverweis Says:

    DIE GRÜNEN kommen! Statt durchgesetzter AEMR und Rechtseinheitlichkeit hin zu Patriarchalismus, Sexualmagie, Exorzismus und Schariasystem:

    Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Katrin Göring-Eckardt (Grüne), möchte das Recht auf religiös motivierte Beschneidungen gesetzlich garantieren.

    „Ich wünsche mir eine breite Mehrheit für ein Gesetz, dass die religiöse Beschneidung erlaubt“, sagte Göring-Eckardt der „Bild am Sonntag“. Die Beschneidung sei das Zeichen für Juden und Muslime, dass sie zu der jeweiligen Religionsgemeinschaft gehörten.

    _____

    „Beschneidung bedeutet hier Beheimatung in der Religion der Eltern“, so die Grünen-Politikerin. Dies zu verhindern, sei auch eine Art Verletzung. Scharfe Kritik übte Göring-Eckardt an dem Urteil des Landgerichts Köln, das die religiös motivierte Beschneidung eines Jungen für strafbar erklärt hatte.

    „Ich bin über das Urteil erschrocken, weil ich die Sorge habe, dass sich Jüdinnen und Juden nicht willkommen in unserem Land fühlen könnten.“ Gleichzeitig äußerte sie jedoch auch Verständnis für die Gegner der Beschneidung. „Ich kann verstehen, dass Menschen darüber diskutieren wollen, wie es den Kindern bei der Beschneidung geht. Es gehört zur Demokratie, dass man solche Fragen debattieren kann“, erklärte Göring-Eckardt.

    http://www.bielefelderblatt.de/magazin/gesundheit/11134670-goering-eckardt-will-garantie-fuer-recht-auf-beschneidung

  20. Edward von Roy Says:

    Das Körperkonzept von Aboriginees, Papua und Xhosa in Krankenhausbetrieb und Kindergarten der ausdünnenden kulturellen Moderne integrieren. Auf in den Gottesstaat – verstaatlichen wir mit Tom Koenigs die Abkehr vom intakten Kindergenital:

    Lebensgefährlich ist die Beschneidung von Jungen offensichtlicht nicht. Des Weiteren ist bislang von der deutschen Rechtsprechung bestätigt worden, dass die Überzeugung, einer religiösen Pflicht entsprechen zu müssen, nicht gegen die guten Sitten verstößt, sogar dann nicht, wenn sie zulasten des jeweiligen Gläubigen geht. Die öffentliche Ordnung hingegen ist gekennzeichnet durch die Menschenwürde, der Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz und der Grundrechte, das heißt auch aus der Religionsfreiheit und dem Recht auf körperliche Unversehrtheit. Es gibt also keine Abkürzung, die den mühsamen Weg der Abwägung im Sinne der praktischen Konkordanz erspart. Diese Rechtsgüter möglichst optimal abzuwägen, hat der Bundestag nun von der Bundesregierung gefordert.

    Gefordert ist im Antrag 17/10331, „dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidungvon Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig“ sein soll. Ich teile diese Forderung. Unstrittig ist, dass die Beschneidung von Jungen im Sinn des Grundgesetzes in den Schutzbereich der Religionsfreiheit fällt: Sie ist schließlich kein traditioneller Akt, der ohne nachvollziehbare Grundlage erfolgt Die Beschneidung der männlichen Neugeborenen symbolisiert im Alten Testament, dass sie in den Bund Gottes mit Israel aufgenommen werden (Genesis 17, 9-14, 23-27). Sie muss am achten Lebenstag durchgeführt werden (Genesis 17, 12 und 21, 4). In manchen christlichen Gemeinden werden ebenfalls auf Grundlage dieser Textstellen des Alten Testaments Jungen beschnitten (insb. in den USA). Im Islam ist die Beschneidung der Jungen in der zweiten Quelle der Rechtsfindung, der Sunna (ein Korpus von Lebensregeln, die direkt auf das Vorbild Muhammads zurückgeführt werden) erwähnt. Sie gilt in einigen Rechtsschulen als Pflicht, in den übrigen als empfohlene Handlung, ohne die mitunter Gebete unwirksam würden.

    Man muss nicht selbst gläubig sein, um nachvollziehen zu können, dass es Gläubigen sehr wichtig sein kann, diesen religiösen Vorgaben gerecht zu werden. Dieser Wunsch kann auch in der juristischen Abwägung beiseite gewischt werden, wie es bspw. der Strafrechtsprofessor Holm Putzke mit dem süffisanten Hinweis tut, dass den Gerichten die Sorge um das „Seelenheil nach dem Tode“ egal sein müsse (im Aufsatz „Die strafrechtliche Relevanz der Beschneidung von Knaben“ von 2008). Dass auch der Schutz von Handlungen, die von dieser Sorge motiviert sind, der Sinn des Rechts auf Religionsfreiheit ist, übersieht diese Position ebenso wie die detaillierten Auseinandersetzungen unter Juristen darüber, welche Handlungen mit dem Verweis auf religiöse Notwendigkeit gerechtfertigt werden können und welche nicht. Religionsfreiheit ist kein Freibrief und war auch nie einer. Das Recht auf Religionsfreiheit garantiert aber, dass religiöse Überzeugungen innerhalb der Rechtsprechung und Rechtsetzung unseres weitgehend säkularen Staats berücksichtigt werden.

    Bislang ist man in Deutschland davon ausgegangen, dass es dem Kindeswohl dient, wenn Eltern ihre Kinder gemäß ihres Glaubens erziehen, sofern diese Erziehung die Kinder nicht entwürdigt oder in Lebensgefahr bringt. Man legt in Deutschland die Religionsfreiheit weit aus, nämlich auch als Schutzrecht des Gläubigen gegen den Staat. Das heißt, dass der Staat begründen muss, warum er in die private Lebensgestaltung seiner Bürgerinnen und Bürger eingreift. Im Fall der Beschneidung wäre eine staatliche Intervention im Sinne der Verbotsbefürworter notwendig, um eine Körperverletzung zu verhindern. Diese Position vernachlässigt aber, dass körperliche Unversehrtheit nicht immer bedeutet, dass ein Körper frei von Eingriffen bleibt. So ist nach religiösem Verständnis erst ein beschnittener Junge körperlich unversehrt. Diese Sichtweise mag für Ungläubige intuitiv nicht nachvollziehbar sein, sie ist aber durch die in unserer Verfassung verankerte Religionsfreiheit geschützt.

    aus: Tom Koenigs: Meine Position zur aktuellen Beschneidungs-Debatte

    http://www.tom-koenigs.de/veroeffentlichungen/meine-position-zur-aktuellen-beschneidungs-debatte.html

  21. Edward von Roy Says:

    27. September 2012
    Keine Strafe für Beschneidung

    Stellungnahme von Christine Buchholz (MdB, Mitglied im geschäftsführenden Parteivorstand), Werner Dreibus (MdB), Stefanie Graf (Mitglied im Parteivorstand), Nicole Gohlke (MdB, Mitglied im Landesvorstand DIE LINKE Bayern), Claudia Haydt (Mitglied im Vorstand der Europäischen Linken (EL)), Luc Jochimsen (MdB), Caren Lay (MdB, stellvertretende Parteivorsitzende), Bodo Ramelow (MdL, Fraktionsvorsitzender Linksfraktion Thüringen), Katina Schubert (Mitglied im geschäftsführenden Parteivorstand, Landesgeschäftsführerin DIE LINKE Berlin)

    http://www.die-linke.de/politik/themen/beschneidungvonjungen/keinestrafefuerbeschneidung/

  22. Chronist Says:

    ::

    Volst gekent dokh zayn a foygl
    volst gekent dokh zayn a shvalb

    (Nu, Kelbl … nur die dummsten aller Kälber wählen sich die Schlächter selber)

    Gesetze regnen vom Himmel. Und so treiben die leider wissenschaftsfern gebliebenen Rabbiner das erstarkend revolutionär gegenmoderne jüdische Fußvolk in die Dhimmitude und erbauen die Herren Tariq Ramadan und Dieter Graumann, legalistisch frauen- und kinderfeindlich Hand ind Hand, das europäische Kalifat. Allahs Scharia werde Paragraph:

    „Es ist ein klares politisches Signal, dass Juden und Muslime weiterhin in Deutschland willkommen sind. Wir sind froh, dass jüdische Gebote und damit jüdisches Leben nicht in die Illegalität gedrängt werden. Rechtssicherheit bedeutet in diesem Falle zugleich Zukunftssicherung des Judentums in Deutschland.“ Das Recht auf religiöse Beschneidung an Jungen soll als neuer Paragraf (§ 1631d) im Recht der elterlichen Sorge des Bürgerlichen Gesetzbuchs gesichert werden. …

    „Die Beschneidungsdebatte hat mitunter sehr feindlich gesinnte Töne hervorgebracht, die rational nicht mehr zu erklären waren. Nirgendwo sonst auf der Welt wurde die Debatte mit solch einer Schärfe, Kälte und zuweilen brutalen Intoleranz geführt. Ich hoffe, dass wir nach der rechtlichen Sicherheit nun auch eine emotionale Sicherheit von den Menschen hierzulande erfahren, denn nur im verständnisvollen Miteinander wird die Vielfalt als Bereicherung erlebt und gewürdigt.“

    aus:
    Zentralrat der Juden in Deutschland 04.10.2012

    http://www.zentralratdjuden.de/de/article/3847.html

    Auf in die Apartheid von La convivencia.

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  23. Die Betroffenen Says:

    ::

    Volker Scharing meint:

    „Als von Zwangsvorhautamputation Betroffener stehe ich erschüttert vor einem Gesetz, das Jungen das Recht auf genitale Unversehrtheit aberkennt. Dieses Gesetz beschneidet uns Zwangsbeschnittene ein zweites Mal, denn es negiert schlicht, wie Männer wie wir mit ihrer Beschneidung und deren Folgen leben. Die Bundesregierung ist taub und blind für die zahlreichen Berichte, in denen wir unter Überwindung unserer Scham von den Folgen der Zwangsbeschneidung für unser Leben berichten. Sie hätte die Möglichkeit gehabt, unsere Erfahrungen in ihr Gesetz miteinfliessen zu lassen. Dies wurde ausrücklich nicht erwünscht. Wir und die zukünftigen Opfer von Zwangsbeschneidungen werden so zu Kollateralschäden einer nicht zuende gedachten Staatsräson. Diesem Gesetz liegt auch eine zutiefst sexistische Abwertung männlicher gegenüber weiblichen Genitalien zugrunde, gegen die ich als Mann und Mensch heftigst protestiere.“

    Q u e l l e
    Die Betroffenen
    Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V.

    http://die-betroffenen.de/

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    Wenn ich heute an meine Beschneidung zurückdenke, erinnere ich mich nicht an körperliche Schmerzen. Sie wurde ja sauber und nach den Regeln der ärztlichen Kunst in einer Klinik durchgeführt.

    Die psychischen Schmerzen und Probleme kamen erst später.

    Meine eigene Sexualität war von je her geprägt von Enttäuschungen. Enttäuschung darüber, dass die Gefühle, die ich dabei hatte, nicht so intensiv waren. Geschlechtsverkehr endete oft in der Bitte meiner Partnerinnen, ich möge doch bald zum Ende kommen, da sie selbst langsam Schmerzen hätten. Wohingegen ich in diesen Momenten meistens erst begann, intensive Gefühle zu entwickeln.

    Die Schuld für all das schob ich aus Unwissenheit lange Zeit auf die jeweiligen Frauen, hielt sie für frigide oder unterstellte ihnen einfach „es nicht zu können“. Erst seit kurzem ist mir klar, wie sehr ich doch im Unrecht war. Als der Drang einen sexuellen „Kick“ zu erleben in mehrere Seitensprünge gipfelte, war auch meine Ehe beinahe kaputt.

    Inzwischen haben wir es geschafft, unsere Ehe zu retten und darüber bin ich meiner Frau unsagbar dankbar. Meine Beschneidung hat mir einen großen Teil meiner Sexualität für immer genommen. Das belastet nicht nur mich sehr stark sondern natürlich auch meine Frau, die sehr darunter leidet, dass Sie mir nicht das geben kann, was ich mir wünsche.

    Mein Weg vom Befürworter zum Gegner der Beschneidung war lang.

    Als vor 5 Jahren bei meinem Sohn eine beschwerdefreie (eine sogenannte physiologische) Phimose festgestellt wurde, hätte ich aufgrund meines Glaubens um die angeblichen Vorteile sofort einer Beschneidung zugestimmt.

    Ich hätte ihm die “bessere Ästhetik” und die “größere Ausdauer” gerne gegönnt. So konnte ich zunächst gar nicht verstehen, warum meine Frau sich dagegen wehrte und sich weigerte, der Beschneidung zuzustimmen. Bisher hatte ich immer gedacht, sie wäre von meinem “verbessertem” Penis ebenso überzeugt, wie ich – doch dem war nicht so.

    Sie ging statt dessen zu einer Kinderurologin. Als diese meinen Sohn und seine harmlose Phimose sah, war sie regelrecht erschrocken über die Leichtfertigkeit, mit der unser Kinderarzt unseren Sohn hätte beschneiden wollen.

    Ein wirkliches Schlüsselerlebnis hatte ich ca. zwei Jahre später. Ich hatte inzwischen in diversen Internetforen gelesen, dass die Haut einer beschnittene Eichel mit der Zeit immer dicker wird und dadurch das Empfindungsvermögen abstumpft. Also versuchte ich, mit Gesichtspeeling der überflüssigen Hornhaut zu Leibe zu rücken. Dabei verspürte ich keinen Schmerz, nicht einmal unangenehme Gefühle.

    Und da begriff ich langsam, was ich durch meine Vorhautamputation wirklich verloren hatte. Ich war schockiert: Was für mich mein Leben lang normal gewesen war, war in Wirklichkeit nur noch ein stumpfes “Restempfinden”. Ich hatte an meinem Oberarm mehr Gefühl als an meiner eigentlich empfindlichsten Stelle.

    Eine Beschneidung minderjähriger Kinder oder gar Säuglinge ohne medizinische Indikation stellt für mich inzwischen eindeutig einen Akt der Körperverletzung und Missbrauch Schutzbefohlener dar

    Die Diskussion um rituelle Beschneidungen, die nun im Gang ist, wäre so wichtig, wenn sie denn vernünftig geführt würde.

    Aber viele der Befürworter lassen eine echte Diskussion überhaupt nicht zu und würgen sie ab mit Erpressung („dann müssen die Juden aus Deutschland verschwinden“) oder mit unhaltbaren Naziargumenten.

    Das Wichtigste, die Kinder, bleiben außen vor.

    Q u e l l e

    http://die-betroffenen.de/stellungnahmen/werner-e/

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    Im Alter von sechs Jahren wurde mir meine, wie ich heute weiss und es auch von der jetzigen Sicht der Schulmedizin bestätigt wird, altersgerecht völlig gesunde Vorhaut amputiert. Zu der Zeit wurden massenhaft eigentlich nicht der Behandlung bedürftige Vorhautverengungen diagnostiziert und die Jungen in der Regel bis zum Schuleintritt „beschnitten“. Nach allen Regeln der ärztlichen Kunst, wie es in dem heute vom Kabinett verabschiedeten Gesetz heisst.

    Was davon bleibt sind Narben. Am Penis und im Herzen.

    Ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn Erwachsenenhände einem am Penis zerren und einem Schmerzen bereiten. Wenn Erwachsene ständig dem eigenen Penis Aufmerksamkeit „schenken“ in einer Form, die ich als übergriffig bezeichne.

    Jeder, der eine Vorhautamputation über sich hat ergehen lassen müssen, hat seine ganz individuelle Geschichte. Jeder lebt anders mit den Folgen.

    Eine der Folgen ist die Desensibilisierung der Eichel, die bei jedem „Beschnittenen“ in unterschiedlichem Rahmen stattfindet, z.T. auch als Vorteil empfunden – bei manchen „Beschnittenen“ aber auch zur Orgasmusunfähigkeit führt.

    Während ein „Unbeschnittener“ schon das Reiben seiner entblößten Eichel am weichen Stoff seiner Unterhose als unangenehm empfindet, konnte man bis vor kurzem in meine Eichel mit den Fingernägeln kneifen, ohne dass ich Schmerz verspürte.

    Also ist Vorhautamputation IMMER ein Eingriff in die sexuelle Integrität eines Menschen und verletzt dessen Recht sexueller Selbstbestimmung – wozu ein intaktes Sexualorgan gehört.

    Mit Dingen, die man nicht ändern kann, muss man sich in einem gewissen Rahmen abfinden. Dabei können das Sich-Einbilden eventueller Vorteile helfen, die Bestätigung im sozialen Umfeld durch andere Zwangsbeschnittene, auch das Weitergeben der Zwangsbeschneidung zur Bestätigung des selbst Erlebten. …

    Jeder Versuch, Vorhautamputationen an Jungen zu rechtfertigen, zu verharmlosen oder gar zu verherrlichen, basiert auf einer Lüge, die in jeder Rede, in jedem Artikel, in jeder Forderung, die diese Intentionen verfolgt, irgendwann genannt wird: dass männliche „Beschneidung“, wie man verharmlosend Vorhautamputationen nennt, harm- und folgenlos sei.

    Ohne diese Lüge gibt es keine Verteidigung, kein Einfordern angeblicher Eltern- oder religiöser Rechte, und auch nicht dieses Gesetz der schwarz-gelben Regierung.

    Dieses Gesetz leugnet Männer wie uns.

    Dieses Gesetz erfindet eine umgekehrte Beweislast: wir, die fordern, dass jeder Mensch im Sinne des Grundgesetzes frei und ausschließlich selbstbestimmt über seinen naturgegebenen Körper verfügen können soll, werden aufgefordert zu beweisen, was längst, schon allein durch unsere Existenz und auch durch zahlreiche Fachverbände bewiesen ist, dass „Beschneidung“ elementares Menschenrecht verletzt.

    Dabei müssten diejenigen, die in den menschlichen Körper anderer irreversibel ohne Einverständnis des Betroffenen zur Zufriedenstellung ihrer eigenen Vorstellungen eingreifen, beweisen, dass dies keine Folgen hat.

    Da dies unmöglich ist, wird „Beschneidung“ einfach ins Erziehungsrecht der Eltern eingegliedert. Auch dies ist eine Pervertierung von Recht.

    Jedes Kind hat ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Das Erziehungsrecht beinhaltet nicht, Kindern ohne medizinische Indikation Schmerzen und irreversible Veränderungen an ihrem Körper mit unabsehbaren Spätfolgen vorzunehmen. Dabei spielt die Absicht rechtlich und auch für die Folgen für das Kind/Mann keine Rolle!

    Eltern, die ihre Kinder zwangsverheiraten, tun dies stets in bester Absicht und einer Tradition folgend. Mit welchem Recht kann man behaupten, diese Eltern liebten ihre Kinder nicht? Trotzdem ist Zwangsverheiratung Verletzung von Menschenrecht und bei uns verboten.

    Beschneiderinnen in z.B. Afrika verstümmeln Mädchen aus ihrer Sicht nicht, um sie zu erniedrigen – sie verteidigen ihr Tun mit genau denselben Argumenten, die auch jetzt im Gesetzentwurf genannt werden und denen ein geradezu unterwürfiger Respekt entgegengebracht wird: Tradition, Integration und Akzeptanz in der Gemeinschaft.

    Es ist für das Kind besonders schwierig, wenn es in den Konflikt gerät, Schmerzen durch seine es liebenden Eltern zugefügt zu bekommen. …

    Q u e l l e

    http://die-betroffenen.de/stellungnahmen/volker-scharing/

    ::

  24. Edward von Roy Says:

    (…) Am 28. September hörte die grüne Bundestagsfraktion in einem breit angelegten Fachgespräch Sachverständige aus Religions- und Geschichtswissenschaft, Medizin und Psychologie, zum Thema Kinderrechte sowie aus der Rechtswissenschaft an. …

    Prof. Dr. Michael Brenner, Lehrstuhl für jüdische Geschichte und Kultur, Universität München, und Dr. Dr. Ilhan Ilkilic, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Universität Mainz, betonten, dass die Beschneidung im Judentum wie im Islam als essenziell angesehen werde und wahrscheinlich das am meist befolgte religiöse Gebot darstelle. Allerdings sei das Nichtpraktizieren der Beschneidung kein Ausschlussgrund. Die Ausübung der jüdischen wie islamischen Religion wäre durch ein mögliches Verbot der Beschneidung aber nicht mehr gewährleistet. Beide Referenten kritisierten, dass in Teilen der öffentlichen Debatte der Islam und das Judentum nun als barbarisch stigmatisiert würden. …

    Die Einschätzung der medizinischen und psychosozialen Kindeswohl-Aspekte der Beschneidung war bei den Expertinnen und Experten unterschiedlich. Prof. Dr. Volker von Löwenich, Sprecher der Kommission für ethische Fragen der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin, und Dr. Sabine Skutta, Sprecherin der National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention, betonten, dass eine nicht medizinisch indizierte Maßnahme nicht im Sinne des Kindeswohls sei und werteten die Genitalbeschneidung von Jungen als starken Eingriff. Allerdings votierte Frau Skutta, die in diesem Fall allerdings nicht für die National Coalition insgesamt sprach, deren Positionierung noch nicht abgeschlossen ist, dafür die Entscheidung den Eltern im Rahmen ihres Sorgerecht zu überlassen und zunächst straffrei zu lassen, allerdings in einem Gesetz Bedingungen zu formulieren. Dazu gehörten für sie eine Beratungspflicht, die Beteiligung der Kinder spätestens ab 3 Jahren, ein Höchstmaß an Schmerzreduzierung und die Vorschrift, dass der Eingriff nur durch entsprechende Fachärzte und –ärztinnen durchgeführt werden dürfe. …

    Prof. Dr. Jörg Fegert, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm, betonte, dass die Beschneidung keine Kindeswohlgefährdung im Sinne der allgemein akzeptierten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs darstelle. Die Schwelle, wo der Staat schützend eingreifen müsse, sei nicht erreicht. Der Eingriff, wenn er medizinisch lege artis vorgenommen würde, sei mit minimalen Risiken und wenig Belastung verbunden. Er machte deutlich, dass man ebenso das identitätsstifende Element des Aufwachsens in einer Religionsgemeinschaft sehen müsse. Die Entscheidung müsse den Eltern im Rahmen ihres Sorgerechts anheimgestellt werden. Allerdings forderte auch er, dass die Aufklärung der Eltern verbessert und die Kinder einbezogen werden müssten.

    Unterschiedliche Auffassungen gab es auch bei der rechtlichen Bewertung. Der Verfassungsrechtler Prof. Dr. Matthias Jestaedt, Universität Freiburg im Breisgau, leitete die Zulässigkeit der Beschneidung aus dem Elternrecht des Art. 6 GG her. Er hielt die Religionsfreiheit des Art. 4 GG nicht für einschlägig, um die Einwilligung der Eltern in eine tatbestandsmäßige Körperverletzung eines Dritten – des Kindes – zu rechtfertigen. Es müsse zentral auf das Grundrecht der Eltern auf Pflege und Erziehung ihres Kindes abgestellt werden. Das Elternrecht sei das einzige Drittbestimmungsrecht in der Verfassung. Das staatliche Wächteramt greife erst bei Kindeswohlgefährdung. Für die Einwilligung in die Beschneidung nicht einwilligungsfähiger Jungen sei bei fachgerechter Schmerzlinderung und Ausführung kein Ansatz für eine Kindeswohlbeeinträchtigung erkennbar.

    Der Strafrechtler Prof. Dr. Reinhard Merkel, Universität Hamburg, betonte, kein Freiheitsrecht könne den Eingriff in den Körper eines anderen legitimieren. Daher gehöre die Thematik auch seiner Ansicht nach ins Sorgerecht. Er teilte jedoch nicht die Auffassung, dass die Beschneidung problemlos zu erlauben sei. Die Beschneidung liege nicht unterhalb der Bagatellschwelle, die es dem Staat erlaube die Entscheidung den Eltern anheim zu stellen. Hierfür sei beweispflichtig, wer eingreifen wolle. Die vorliegenden Studien reichten hierfür nicht aus. Psychosexuelle Folgen blieben unberücksichtigt.

    (…)

    aus: BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
    Sachverständigenanhörung | 28.09.2012
    Beschneidung von Jungen

    http://www.gruene-bundestag.de/themen/religion/beschneidung-von-jungen_ID_4385725.html

  25. Machandelboom Says:

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    Gedicht zur Abschaffung der Menschenrechte für Jungen in Deutschland

    Wetzt das Messer, singt ein Lied,
    Ab die Vorhaut von dem Glied.

    Kinder können sich nicht wehren,
    darum müssen sie uns ehren.

    Wir verstümmeln, wir beschneiden
    Recht und Vorhaut; allen beiden

    muss man hier den Garaus machen,
    denn wir steh’n auf solche Sachen.

    Und ihr Schreien hilft so wenig,
    denn wer festhält, ist der König.

    Wir bestimmen, was hier Recht.
    Wer dagegen ist, ist schlecht.

    Gründe sind uns ganz egal,
    der Verstand, der kann uns mal.

    Bist Du für ein intaktes Glied,
    so bist Du gleich Antisemit.

    Ulf Dunkel
    Landtagskandidat für Bündnis 90/Die Grünen in Niedersachsen

    http://www.laizismus-dielinke-nrw.de/blog_laizismus/post/2012/12/21/gedicht-zur-abschaffung-der-menschenrechte-fuer-jungen-in-deutschland/

    ::
    ::

    Ein bisschen schwanger geht nicht und ein bisschen Kinderrechte reicht nicht!

    Bundestagsabgeordnete von SPD, Grünen und Linkspartei haben einen alternativen Gesetzentwurf erarbeitet, der die religiös motivierten Beschneidung minderjähriger Jungen erst ab 14 Jahren ermöglichen will.

    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/114/1711430.pdf

    53 Abgeordnete habe sich geoutet; sie nehmen in Kauf, dass die körperliche Unversehrtheit von Jugendlichen aufgrund irrationaler religiöser Handlungen beeinträchtigt wird.

    53 Abgeordnete zeigen, dass ihnen religiöse Domestizierungsriten wichtiger sind als der natürliche Körperzustand von Jugendlichen.

    53 Abgeordnete haben versucht einen Kompromiss zu erarbeiten und sind dabei den Religionsführern auf den Leim gegangen um sich nicht dem Verdacht auszusetzen antimuslimisch oder antisemitisch zu sein.

    Dabei kann das Ergebnis logischer Schlußfolgerung doch nur sein, dass eine Beschneidung wenige Tage nach der Geburt ebenso eine Körperverletzung ist, wie im Alter von 14 Jahren. Das mit der Religionsmündigkeit (mit 14 Jahren) zu begründen ist abstrus! Kein 14jähriger würde unbeeinflusst von religiösen Umfeldern auf die Idee kommen, sich einen Teil seines Körpers entfernen zu lassen.

    Die Autoren schreiben in der Begründung zum Gesetzentwurf: „Bei der Zirkumzision handelt es sich um einen schmerzvollen, mit Risiken behafteten chirurgischen Eingriff, der zu einer irreversiblen Entfernung eines hochsensiblen, erogenen und funktional wichtigen Körperteils führt.“

    Glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass 14jährige wissen, was sie sich mit einer Zirkumzision antun?

    Ralf Michalowsky – Sprecher der LAG Laizismus NRW

    http://www.laizismus-dielinke-nrw.de/blog_laizismus/post/2012/11/12/ein-bisschen-schwanger-geht-nicht-und-ein-bisschen-kinderrechte-reicht-nicht/

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  26. Dwarslöper Says:

    ::

    Studienlage zur Beschneidung von Knaben

    Bereits seit den 1980er Jahren ist durch den Philip Morris Nitrosamin-Skandal bekannt, dass Studienfinanzierung auch in Deutschland zu den möglichen Methoden der Einflussnahme gehört (1). Neu ist, dass der Gesetzgeber solch manipulierte Studien zur Rechtfertigung in einem Gesetzgebungsverfahren verwendet, obgleich er über eine Einflussnahme durch Interessensgruppen Kenntnis hat.

    So regt eine kürzlich erschienene Studie des Jewish People Policy Institute an, weitere neue Studien die eine Nützlichkeit der Beschneidung belegen sollen zu finanzieren, sowie die Operation mit Impfvergleichen zu verniedlichen (2). In den Rechtsausschüssen wurde seitens des Zentralrates der Juden in der Anhörung eine Komplikationsrate unter Verweis auf eine israelische Studie von 1 Prozent genannt. In der nachgereichten schriftlichen Stellungnahme wird das Komplikationsrisiko ohne Quellenverweis nur noch mit 0,13 – 0,19 Prozent beschrieben. Noch niedriger bewertet der Zentralrat der Muslime das Risiko (0,09 %). Sexuelle Beeinträchtigungen werden verneint.

    Tatsächlich belegen große neue Studien erheblich höhere Risiken. Es sollen nun nochmals unabhängige Studien vorgestellt werden, die eine hohe Aussagekraft haben. Wert wurde auf das Design gelegt, also das den wirtschaftlichen Interessen der Forscher entgegenstehende Ergebnis, die vergleichbaren medizinischen Standards, die große Teilnehmerzahl, den adäquaten Studienaufbau, sowie auf die Herkunftsländer.

    Die medizinische Fachgesellschaft in Deutschland beschreibt in den Leitlinien die Komplikation der Nachblutung mit bis zu 6 Prozent (3). Eine große Studie einer pädiatrischen Urologie aus Boston belegt, dass von allen insgesamt knapp 9.000 durchgeführten Operationen allein 4,7 Prozent Nachoperationen waren, die aufgrund schwerer Komplikationen der Säuglingsbeschneidung notwendig wurden (4). Eine weitere US-Studie mit über 300 Zirkumzidierten belegt, dass allein aufgrund der Komplikation in Form der Meatusstenose bei 7,29 Prozent der Kinder eine Nachoperation notwendig wurde (5). Vergleichend soll noch auf die Komplikationsrate für die Meatusstenose im Iran verwiesen werden, die laut einer Studie bei 20,4% liegt (6).

    Studien aus Afrika belegen Komplikationsraten von über 50 Prozent, insbesondere verursacht durch rituelle Beschneider, gefolgt durch weiteres schlecht geschultes Personal, sowie Todesfälle (7) (8) (9) 10). Diese Bedenken haben in Zimbabwe neuerdings im Zusammenhang mit dem Kölner Urteil zu Widerständen bei der HIV Politik geführt (11).

    Auch in den USA sind Todesfälle bekannt geworden (12) (13). Eine neue große Studie mit über 5.500 Erwachsenen aus Dänemark belegt Störungen der Sexualität bei beschnittenen Männern und deren Partnerinnen in Form von Orgasmusstörungen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (14). Gestützt wird die Studie durch weitere Ergebnisse aus Südkorea, wonach bei 68 Prozent später Schwierigkeiten bei der Onanie auftraten, sowie bei 20 Prozent eine Verschlechterung des Sexuallebens (15).

    Weitere Studien belegen, dass Säuglinge gegenüber dem Erwachsenen ein erhöhtes Schmerzempfinden haben, zumindest jedoch kein geringeres (16). Die bereits im Uterus beim Ungeborenen empfundenen Schmerzen wurden schon vor Jahrzehnten seitens der Bundesärztekammer bestätigt (17). Die Schmerzbehandlung durch lokale äußerliche Applikation (z.B. EMLA Salbe) ist obsolet (18), zudem werden post- operative Schmerzustände durch eine Anästhesie während der Operation nicht abgedeckt, obgleich diese mehrere Tage bis Wochen andauern. Diese neuen Studienergebnisse bestätigen frühere Studien (19) (20).

    Guevara K.
    Forschender Arzt am Zentrum für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie einer Universitätsklinik in Deutschland

    humanistischer pressedienst – hpd 11.12.2012 · Nr. 14580

    http://hpd.de/node/14580

    A n m e r k u n g e n

    (1) Kyriss T, Schneider NK., The development of scientific consultants: how the tobacco industry creates controversy on the carcinogenicity of tobacco-specific nitrosamines. 2012 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22940678

    (2) Dov Maimon & Nadia Ellis, The Circumcision Crisis: Challenges for European and World Jewry, 2012

    (3) Phimose und Paraphimose, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, 2010

    (4) Pieretti RV, Goldstein AM, Pieretti-Vanmarcke R., Late complications of newborn circumcision: a common and avoidable problem, Pediatr Surg Int. 2010 May; 26 (5) : 515-8. Epub 2010 Feb 14. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20155423

    (5) Van Howe RS.,Incidence of meatal stenosis following neonatal circumcision in a primary care setting. Clin Pediatr (Phila). 2006 Jan-Feb;45(1):49-54. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16429216

    (6) Joudi M, Fathi M, Hiradfar M., Incidence of asymptomatic meatal stenosis in children following neonatal circumcision.J Pediatr Urol. 2011 Oct;7(5):526-8. Epub 2010 Sep 18 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20851685

    (7) Osifo OD, Oriaifo IA, Circumcision mishaps in Nigerian children. Ann Afr Med. 2009 Oct-Dec;8(4):266-70. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20139551

    (8) Crabb C., Male circumcision to prevent heterosexual HIV transmission gets (another) green light, but traditional circumcision in Africa has ‘shocking’ number of complications, AIDS 2010, Vol 24 No 1

    (9) Ahmed A, Kalayi GD., Complications of traditional male circumcision, Ann Trop Paediatr. 1999 Mar;19(1):113-7 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10605531

    (10) Dieth AG, da Silva-Anoma S., Accidents of circumcision in children in Abidjan, Côte d’Ivoire Bull Soc Pathol Exot. 2008 Oct;101(4):314-5. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18956813

    (11) Circumcision: People have a right to choose, December 2012, The Standard http://www.thestandard.co.zw/2012/12/02/circumcision-people-have-a-right

    (12) CDC, Neonatal Herpes Simplex Virus Infection Following Jewish Ritual Circumcisions that Included Direct Orogenital Suction — New York City, 2000–2011, June 8, 2012 / 61(22);405-409 http://www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/mm6122a2.htm

    (13) Lost Boys: An Estimate of U.S. Circumcision-Related Infant Deaths, Thymos: Journal of Boyhood Studies, Volume 4, Number 1 / Spring 2010

    (14) Frisch M, Lindholm M, Grønbæk M., Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark.Int J Epidemiol. 2011 Oct;40(5):1367-81. Epub 2011 Jun 14. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21672947

    (15) Kim D.,Pang M., The effect of male circumcision on sexuality, 2006 http://www.mgmbill.org/kimpangstudy.pdf

    (16) P J Mathew, J L Mathew, Assessment and management of pain in infants, Postgrad Med J 2003;79:438–443 http://pmj.bmj.com/content/79/934/438.full.pdf

    (17) Vilmar, K. (Präsident BÄK), Bachmann, Pränatale und perinatale Schmerzempfindung http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Praenatalpdf.pdf

    (18) Paix BR, Peterson SE., Circumcision of neonates and children without appropriate anaesthesia is unacceptable practice. Anaesth Intensive Care. 2012 May; 40 (3) : 511-6. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22577918

    (19) Taddio A, Koren G., Combined analgesia and local anesthesia to minimize pain during circumcision. Arch Pediatr Adolesc Med. 2000 Jun;154(6):620-3. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10850512

    (20) Taddio A, Koren G., Effect of neonatal circumcision on pain response during subsequent routine vaccination.Lancet. 1997 Mar 1;349(9052):599-603. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9057731

    ::

  27. Bragalou Says:

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    A traumatic experience is defined in DSM-IV as the direct consequence of experiencing or witnessing of serious injury or threat to physical integrity that produces intense fear, helplessness or (in the case of children) agitation (American Psychiatric Association, 1994). The significant pain and distress described earlier is consistent with this definition. Moreover, the disturbance (e.g., physiological arousal, avoidant behaviour) qualifies for a diagnosis of acute stress disorder if it lasts at least two days or even a diagnosis of post-traumatic stress disorder (PTSD) if it lasts more than a month. Circumcision without anaesthesia constitutes a severely traumatic event in a child’s life (Lander, Brady-Freyer, Metcalfe, Nazerali, & Muttit, 1997; Ramos & Boyle, 2001; Taddio, Katz, Ilersich, & Koren, 1997). It is possible that the trauma of genital surgery might have long-lasting psychological effects (Bigelow, 1995; Levy, 1945; Jacobson & Bygdeman, 1998; Anand & Scalzo, 2000).

    Van Howe (1996, p. 431) reported that, “Newborn males respond to circumcision with a marked reduction in oxygenation during the procedure, a cortisol surge, decreased wakefulness, increased vagal tone, and less interactions with their environment following the procedure….“ Rhinehart (1999) in a report of clinical cases noted that the only response available to the infant is shock, wherein the central nervous system is overwhelmed by pain, followed by numbing, paralysis, and dissociation. Possibly, dissociation of the traumatic experience and emotional pain may be employed by the infant as a psychological defence (Chu & Dill, 1990; Noyes, 1977; Rhinehart, 1999). While some babies have been described as being „quiet“ after circumcision, Rhinehart concluded that the observed stillness most likely represents a state of dissociation or shock in response to the overwhelming pain.

    Consistent with the early reports of Anna Freud (1952), McFadyen (1998) observed psychological trauma in her son following circumcision. This is sometimes extreme enough to impede the maternal-infant bonding (Marshall et al., 1982; Van Howe, 1996). As reasoned by Herman (1992) and Rhinehart (1999) the common factor underlying circumcision trauma is an experience of violence and powerlessness–inflicted by other human beings. Such an event was described in a study of 12 Turkish boys circumcised in late childhood. Cansever (1965, p. 328) reported that „Circumcision is perceived by the child as an aggressive attack upon his body, which damaged, mutilated, and, in some cases, totally destroyed him.“ Ritual circumcision appeared to be associated with increased aggressiveness, weakening of the ego, withdrawal, reduced functioning and adaptation, and nightmares consistent with PTSD.

    Ramos and Boyle (2001) investigated the psychological effects associated with medical and ritual „operation tuli“ circumcision procedures in the Philippines. Some 1577 boys aged 11 to 16 years (1072 boys circumcised under medical procedures; 505 subjected to ritual circumcision) were surveyed to see if genital cutting led to the development of PTSD. Interestingly, Mezey and Robbins (2001) estimated the incidence of PTSD as 1.0% to 7.8% in the general British population where circumcision is not very prevalent. On the other hand, using the PTSD-I questionnaire (Watson et al., 1991) in a predominantly circumcised population, Ramos and Boyle observed an incidence of PTSD of almost 70% among boys subjected to ritual circumcision, and 51% among boys subjected to medical circumcision (with local anaesthetic). Long-term follow-up would be needed to gauge the extent to which PTSD persists over the lifespan of these circumcised boys.

    The outcome of painful childhood trauma includes long-lasting neurophysiological and neurochemical brain changes (Anand & Carr, 1989; Anand & Scalzo, 2000; Ciaranello, 1983; Taddio et al., 1997; van der Kolk & Saporta, 1991). Richards, Bernal, and Brackbill (1976) found that circumcision may impact adversely on the developing brain, and that reported “gender differences” may actually arise from behavioural changes induced by infant or childhood circumcision.

    Rhinehart (1999) in a report of adult clinical cases concluded that a man circumcised as a child is more likely to react with terror, rage and/or dissociation when confronted with situations interpreted as threatening. As in any situation of post-traumatic stress, an event resembling any aspect of the original traumatic experience is more likely to provoke negative emotions such as panic, rage, violence, or dissociation.

    It is therefore not surprising that PTSD may result from childhood circumcision (Goldman, 1997, 1999, Menage, 1999; Ramos & Boyle, 2001), just as it does from childhood sexual abuse and rape (Bownes, O’Gorman, & Sayers, 1991; Deblinger, McLeer, & Henry, 1990; Duddle, 1991). Several researchers have concluded that PTSD may result from circumcision and/or from circumcisionrelated sequelae in later life. For example, Rhinehart (1999) reported finding PTSD in middle-aged men who had been subjected to infant circumcision. Circumcision involves an imbalance of power between perpetrator and victim, contains both aggressive and libidinal elements, and threatens a child’s sexual integrity by amputating part of the genitalia. Some men circumcised in infancy or childhood without their consent have described their present feelings in the language of violation, torture, mutilation, and sexual assault (Bigelow, 1995; Hammond, 1997, 1999).

    5-1-2002
    Male circumcision: pain, trauma, and psychosexual
    sequelae
    Gregory J. Boyle
    Bond University, Greg_Boyle@bond.edu.au
    Ronald Goldman
    J. Steven Svoboda
    Attorneys for the Rights of the Child, Berkeley, USA
    Ephrem Fernandez

    http://works.bepress.com/greg_boyle/10/

    http://epublications.bond.edu.au/cgi/viewcontent.cgi?article=1036&context=hss_pubs&sei-redir=1&referer=http%3A%2F%2Fwww.google.de%2Furl%3Fsa%3Dt%26rct%3Dj%26q%3Dcircumcision%2B%2522turkish%2Bboys%2522%2Bage%2Byears%26source%3Dweb%26cd%3D10%26ved%3D0CIMBEBYwCQ%26url%3Dhttp%253A%252F%252Fepublications.bond.edu.au%252Fcgi%252Fviewcontent.cgi%253Farticle%253D1036%2526context%253Dhss_pubs%26ei%3DlOokUY6yL9DDtAaYo4HYBg%26usg%3DAFQjCNGNNx6BD_kMJ9uw8q_fOzDF6N5A4w#search=%22circumcision%20turkish%20boys%20age%20years%22

    ::
    ::

    Gregory J. Boyle. „Circumcision in adults: Effect on sexual function“ Humanities & Social Sciences papers (2004).
    Available at: http://works.bepress.com/greg_boyle/18

    http://works.bepress.com/greg_boyle/18/

    Boyle, G. J. (2003) Effects of male circumcision on female arousal and orgasm. The New Zealand Medical Journal, Vol 116, No 1181.

    http://epublications.bond.edu.au/hss_pubs/69/

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  28. Carcinòl Says:

    am 7. Mai 2013 in Köln:

    Worldwide Day of Genital Autonomy
    Demonstration für genitale Selbstbestimmung in Köln

    KÖLN. (hpd/gbs) Am 7. Mai jährt sich erst­ma­lig das Urteil des Landgerichts Köln, das die medi­zi­nisch nicht indi­zierte Beschneidung von Jungen als Körper­verletzung und damit als straf­bare Handlung wer­tete. Anlässlich die­ses Jahres­tages orga­ni­siert der Fachverband Beschneidungs­betroffener im MOGiS e.V. mit Unterstützung neun wei­te­rer Organisationen (u. a. der AK Kinder­rechte der Giordano-Bruno-Stiftung) am 7. Mai 2013 eine Kund­gebung am Land­gericht Köln, auf der das Recht aller Kinder welt­weit auf geni­tale Selbst­bestimmung unab­hän­gig von Geschlecht, Herkunft und Religion gefor­dert wird.

    Dass eine zen­trale Kund­gebung gegen die Körper­verletzung und für die Selbst­bestimmung von Kindern bit­ter nötig ist, zeigt das am 12. Dezember letz­ten Jahres im Bundes­tag ver­ab­schie­dete Gesetz zur Legitimierung der Vorhaut­beschneidung bei Jungen. In dem Paragraphen “Beschneidung des männ­li­chen Kindes” (§ 1631d, BGB) wurde die Zirkumzision aus jeg­li­chem Grund für legal erklärt und unter­liegt seit­dem der Personensorge, d. h. im Regel­fall ent­schei­den die Eltern, ob das Kind beschnit­ten wird oder nicht. Im Gesetzes­text unberück­sichtigt blie­ben die alar­mie­rende Zahl an bekannt gewor­de­nen Komplikationen bei “Beschneidungen”, die Ablehnung aller euro­päi­schen Kinder­arzt­verbände von “Beschneidungen” ohne strenge medi­zi­ni­sche Indikation sowie der Protest zahl­rei­cher Menschen­rechts­gruppen. U. a. star­tete der “AK Kinderrechte” der Giordano-Bruno-Stiftung im Vorfeld der neuen Gesetz­gebung die Kampagne “Mein Körper gehört mir!” – Zwangs­beschneidung ist Unrecht, auch bei Jungen” und stellte auf der Website http://www.pro-kinderrechte.de umfang­rei­che Informationen zum Thema zur Verfügung.

    Mit der Demonstration möch­ten die Initiatoren all jenen eine Platt­form bie­ten, die Körper­verletzung als Teil der Erziehung strikt ableh­nen und für den Schutz aller Kinder welt­weit vor jeg­li­cher Verletzung ihrer kör­per­li­chen und sexu­el­len Integrität ein­tre­ten. In dem Forderungs­katalog heißt es unter ande­rem, dass der Paragraph “Beschneidung des männ­li­chen Kindes” (§ 1631d, BGB) sofort zurück­genommen wer­den muss. Darüber hin­aus soll ein zwei­jähriger Runder Tisch zum Thema “Beschneidungen” an Jungen einge­richtet wer­den, wel­cher aus­ge­wo­gen mit Medizinern, Juristen, Religions­vertretern, Menschen- und Kinder­rechts­organisationen, Vertretern von Opfer­verbänden und Psychologen besetzt ist, um alle Standpunkte gleich­berechtigt abde­cken zu kön­nen.

    Die Demonstration star­tet um 11:00 Uhr mit einer zen­tra­len Kund­gebung am Land­gericht Köln (Luxemburger Straße 101, 50939 Köln). Die Abschluss­kundgebung fin­det um 13:00 Uhr am Roncalliplatz (Nähe Dom) statt.

    http://hpd.de/veranstaltungen?action=cal&id=655&tab=cal_single

    siehe bei MOGiS

    http://www.genitale-selbstbestimmung.de/

  29. Carcinòl Says:

    WORLDWIDE DAY OF GENITAL AUTONOMY – Demonstration – KÖLN – 7.5.13
    Liebe Freundinnen und Freunde,

    nun geht es endlich richtig los mit der Planung für den ersten Jahrestag des „Kölner Urteils“!

    In Köln wird zu dem Anlaß eine Demonstration stattfinden, für die Rechte aller Kinder weltweit auf genitale Selbstbestimmung egal welchen Geschlechts, welcher Herkunft oder Religion.

    Am 7. Mai um 11 Uhr wird es losgehen am Kölner Landgericht, dort, wo unser Einsatz für die Kinderrechte diesen großartigen Impuls erfuhr – und der auch für viele von uns persönlich eine entscheidende Hilfe war, endlich den Mut aufzubringen, zu sich selbst und den eigenen Verletzungen durch Zwangsbeschneidung zu stehen.

    Im Anhang findet Ihr Aufruf und Flyer.

    Den Aufruf unterstützen:

    Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V.
    DAKJ – Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (alle kinder- und jugendärztlichen Verbände in Deutschland)
    TERRE DES FEMMES
    IBKA – Internationaler Verband der Konfessionslosen und Atheisten
    AK Kinderrechte der Giordano-Bruno-Stiftung
    TABU e.V.
    pro familia Nordrhein-Westfalen
    Zentralrat der Ex-Muslime
    (I)NTACT e.V.
    und natürlich auch dieses, unser Beschneidungsforum!

    Kommt nach Köln! Postet es überall!

    http://www.beschneidungsforum.de/index.php?page=Thread&threadID=2215

  30. Bragalou Says:

    Hanafitischer Fiqh (wie ihn die meisten Bosnier, Türken, Pakistani haben), Fatwa von Darul ‚Uloom Deoband. Die Jungenbeschneidung zu unterlassen, wäre ein Aussteigen aus dem obligatorischen islamischen Wohlverhalten, aus der heilssichernden Orthopraxie der Sunna:

    Auf dem, der die Beschneidung unterlässt, ohne dafür einen islamrechtlich gültigen Beweggrund zu haben, auf dem lastet die Sünde, die Sunna aufgegeben zu haben.

    Question: 11827
    India

    As salamualikum janab mufti sab.khatna (cutting of extra skin of penis)is how mach important in Islam.if any one is not done it is he a perfect Muslim.
    Answer: 11827
    Apr 05,2009

    (Fatwa: 557/557=M/1430)

    Circumcision (khatnah) is a matter approved by sound reasoning; it is emphasized sunnah and a symbol of Islam. If someone forsakes it without valid reason he will get the sin of forsaking sunnah.

    Allah (Subhana Wa Ta’ala) knows Best

    Darul Ifta,
    Darul Uloom Deoband

    http://darulifta-deoband.org/showuserview.do?function=answerView&all=en&id=11827

    ::
    ::
    schiitisch:

    7. Circumcision of boys[337]

    Circumcision is obligatory on boys, and as with shaving [Kopfhaare des Neugeborenen rasieren] and aqīqah [Namensvergabe], it is recommended that it be done on the 7th day after the birth of the child, although if done earlier, there is no harm.[338]

    If not done then, it is sunnah that it be done until the bulugh [Reife, Pubertät] of the child, after which it is obligatory on the child himself to do it. However, other ulema have stated that as the child nears puberty, it is obligatory on the guardian. Indeed, it is narrated from Imām ‘Alī that a person who becomes a Muslim should be circumcised, even if he is 80 years old.

    It is narrated from Imām as-Sādiq that children should be circumcised as it makes the body cleaner, makes the meat of the body grow faster, and the earth has an aversion to the urine of an uncircumcised person.

    It is narrated from the Prophet that the earth becomes najis [nadschis, rituell unrein, heilsgefährdend und ekelhaft unrein] for 40 days from the urine of an uncircumcised person, and in another tradition, it is narrated that the earth groans [stöhnt, ächzt oder seufzt vor Schmerzen] to Allāh because of his urine.

    It is also narrated that if you circumcise a boy, and the sheath grows again and covers the penis, circumcise him again, because the earth groans to Allāh for 40 days because of the covering of his circumcision.

    It is narrated from Imām as-Sādiq: “Somebody who has not been circumcised should not lead prayers, and his witness is not accepted, and if he dies, do not pray for him as he has left the biggest sunnah of the Prophet, unless he has left it for fear of death (resulting from circumcision).”

    AL-ISLAM-org [ schiitisch ]
    Ahlul Bayt Digital Islamic Library Project

    http://www.al-islam.org/heavenlypath/9.htm

  31. Machandelboom Says:

    wie hpd berichtet, widmete die Frankfurter Allgemeine Sontagszeitung (FAS) am vergangenem Wochenende gleich in zwei längeren Artikel der Beschneidung von männlichen Kindern ihre Aufmerksamkeit.
    ::

    In einem weiteren Artikel wird diese Aussage noch vertieft. Hier geht es vorrangig um die medizinische Indikation, die zu einer Beschneidung führen kann. Die dafür immer wieder herhaltende Phimose ist keineswegs – so wird Karl Becker, Sprecher des Bundesverbands der niedergelassenen Kinderchirurgen zitiert – unbedingt mit einer Beschneidung der Vorhaut zu behandeln. Zumal 96 Prozent aller Jungen mit einer solchen Vorhautverengung geboren werden. So werde bei muslimischen Jungen die Diagnose „sehr großzügig gestellt“.

    Becker weist darauf hin, dass die Beschneidung „ein guter Einstieg in die subtilen Operationstechniken der Kinderchirurgie“ sei und daher als erste Operation von Ärzten in der Ausbildung gern genutzt wird.

    http://hpd.de/node/16991

    ::

    » Weiterlesen im Originalartikel…

    Immer mehr Jungen im Vorschulalter werden beschnitten
    faz 19.10.2013

    http://www.faz.net/aktuell/politik/gesundheit-immer-mehr-jungen-im-vorschulalter-werden-beschnitten-12624967.html

    ::

    Guter Schnitt
    19.10.2013

    http://www.faz.net/aktuell/politik/beschneidungen-in-deutschland-guter-schnitt-12625490.html

    ::

  32. Machandelboom Says:

    ZIMBABWE – Der Weiße Mann verschenkt Glasperlen und Beschneidungsmesser, der Kampf gegen die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die gebotene politische Redlichkeit und den Kinderkörper geht weiter:

    The Ministry of Health and Child Care (MoHCC) has embarked on a pilot programme that will see over 500 babies between the ages of 10 and 60 days being circumcised voluntarily in Harare.

    aus: Zimbabwe: 10-day-old babies to be circumcised
    in: iHarare 10.11.2013

    http://www.iharare.co.zw/zimbabwe-10-day-old-babies-to-be-circumcised/

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    ::

    iHarare 25.04.2014

    12 year Old Bulawayo Boy loses his anaconda as circumcision goes wrong, father devastated!

    http://www.iharare.co.zw/12-year-old-bulawayo-boy-loses-his-anaconda-as-circumcision-goes-wrong-father-devastated/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=12-year-old-bulawayo-boy-loses-his-anaconda-as-circumcision-goes-wrong-father-devastated

  33. Edward von Roy Says:

    ::
    Ein Ulmer Kinderarzt rechnet vor, dass jährlich Zehntausenden von kleinen Jungen hierzulande die Vorhaut ohne medizinischen oder religiösen Grund entfernt wird. Krankenkassen zahlen für die Beschneidungen.

    In Deutschland gibt es pro Jahr etwa 28.000 nutzlose Beschneidungen, die weder einen triftigen medizinischen Grund, noch einen religiösen Anlass haben. Das behauptet der Ulmer Kinderarzt Dr. Christoph Kupferschmid in der aktuellen Ausgabe der Verbandszeitschrift für Kinder- und Jugendärzte. Jede Beschneidung koste die Kassen zwischen 150 und 300 Euro, wodurch die gesetzliche Krankenversicherung jährlich um bis zu 8,4 Millionen Euro belastet werde. Das Engagement der Kinderärzte gegen rituelle Beschneidungen sei angesichts dieser „riesigen Zahl von unnötigen Beschneidungen im medizinischen Bereich“ kaum glaubwürdig, meint der Kinderarzt.

    Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung muss feststellen, dass binnen vier Jahren die ambulanten sogenannten Zirkumzisionen um 34 Prozent ansteigen, obwohl die Zahl der Jungen in Deutschland insgesamt zurückgeht. Eine bundesweit verlässliche Statistik gibt es allerdings nicht. Die Kiggs-Studie des Robert-Koch-Instituts zählte 2007 insgesamt 670.000 beschnittene Jungen unter 18 Jahren in Deutschland. Bei Kindern ohne Migrationshintergrund waren bereits fast zehn Prozent beschnitten, bei Migrantenkindern 15,3 Prozent.

    Die hohen Beschneidungszahlen ohne rituellen Anlass hält Kupferschmid vor allem für ein Problem der Medizin. Weil eine verengte Vorhaut bei Neugeborenen völlig normal ist und bei 96 Prozent aller Jungen vorkommt, dreht sich die ärztliche Diskussion darum, bis wann sich diese sogenannte Phimose zurückgebildet haben und ab wann behandelt werden sollte. …

    Im August 2013 wurde die deutsche Leitlinie für die Phimosenbehandlung (PDF) entsprechend angepasst, von einer Beschneidung als Vorsorgemaßnahme wird dort explizit abgeraten. Eine Therapie sollte erst im Vorschulalter erfolgen, wenn die Phimose tatsächlich Probleme bereitet. Eine Operation ist auch nicht die einzige Möglichkeit. Zuvor kann versucht werden, die enge Vorhaut mit Salbe zu behandeln.

    Kinderarzt Kupferschmid beklagt nicht nur die unnötigen Eingriffe und Kosten, sondern auch das darauf folgende Leid der Behandelten. Bei einer durchschnittlichen OP-Komplikationsrate von fünf Prozent rechnet er jährlich mit 1400 Kindern, die überflüssigerweise an den Folgen des Eingriffs leiden. …

    ANMERKUNG Leider sagt Christoph Kupferschmid nicht, dass die medizinisch nicht absolut gebotene Beschneidung immer schädigt und immer Leid bedeutet. Zu beklagen ist auch, dass nicht darauf hingewiesen wird, dass das durchschnittliche Lebensalter für die soganannte Retraktierbarkeit (retractibility, retraction) bei 11,4 Jahren liegt (ELF KOMMA VIER) und eben nicht „im Vorschulalter“. Durchschnittswert bedeutet (Verteilungskurve), dass der Junge auch 13 oder 15 Jahre alt sein kann bis die Vorhaut Eichelkranz (Corona glandis) und Kranzfurche (Sulcus coronarius) ganz freigibt. Gegen Mythos und Praxis des Vor-Schulbeginn-Den-Jungen-Noch-Schnell-Beschneiden müssen Sozialpädagogen und Jungenarbeiter etwas tun.

    von: Christian Seel
    aus: Beschneidung ohne Not?
    in: OnMedia.de (gofeminin.de) 18.07.2014

    http://www.onmeda.de/g-kinder/beschneidung-3102.html

    ::
    ::

    Ein kindeswohlgefährdendes Ärgernis sind die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie Phimose und Paraphimos (006/052 – S1-Leitlinie Phimose und Paraphimose aktueller Stand: 08/2013)

    „Bei unkompliziertem Verlauf ist der Beginn einer Therapie im Vorschulalter, bei Beschwerdefreiheit auch später, zu empfehlen.“

    Was soll das? Es ist grundsätzlich überhaupt nichts zu tun, gerade „bei Beschwerdefreiheit“ haben Erwachsene ihre Finger (und Scheren bzw. Skalpelle) vom Kindergenital zu lassen. Das verantwortungslos dahergesagte „Therapie im Vorschulalter“ soll wohl Bedarf wecken. ELF KOMMA VIER (11,4 Jahre) ist der Durchschnittswert der (völligen) Retraktierbarkeit, das meint den Jungen im fünften oder sechsten Schuljahr, nicht „im Vorschulalter“. Ganz schlimm: kein Wort der Warnung vor der vorzeitigen gewaltsamen Retraktion (Premature, forcible, foreskin retraction, PFFR), man lese dazu bitte unten bei John Geisheker oder bei den ausgezeichneten Doctors Opposing Circumcision.

    „Zirkumzisionen sind mit einer signifikanten Komplikationsrate behaftet.“

    Das ist verantwortungslos irreführend, die Beschneidung ist Genitalverstümmelung und schädigt in jedem Fall. Es ist kinderfeindlich, männerfeindlich und wissenschaftsfeindlich von der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, die bekannten zerstörerischen Folgen jeder Beschneidung (Sorrells et al. zu fine-touch, s. u.; Frisch et al. zu Sex und Ehe / Partnerschaft, s. u.) einfach auszublenden.

    http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/006-052l_S1_Phimose_Paraphimose_2013-08.pdf

    ::
    ::

    Premature, forcible, foreskin retraction (PFFR)

    Doctors Opposing Circumcision

    http://www.doctorsopposingcircumcision.org/info/info-forcedretraction.html

    What Is the Greatest Danger for an Uncircumcised Boy? A doctor’s visit can harm your boy.

    Written by John Geisheker, J.D., LL.M.

    http://www.psychologytoday.com/blog/moral-landscapes/201110/what-is-the-greatest-danger-uncircumcised-boy

    ::
    ::

    Fine-touch pressure thresholds in the adult penis.

    Sorrells ML, Snyder JL, Reiss MD, Eden C, Milos MF, Wilcox N, Van Howe RS

    CONCLUSIONS: The glans of the circumcised penis is less sensitive to fine touch than the glans of the uncircumcised penis. The transitional region from the external to the internal prepuce is the most sensitive region of the uncircumcised penis and more sensitive than the most sensitive region of the circumcised penis. Circumcision ablates the most sensitive parts of the penis.

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17378847

    ::
    ::

    Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark

    Morten Frisch, Morten Lindholm and Morten Grønbæk

    Conclusions Circumcision was associated with frequent orgasm difficulties in Danish men and with a range of frequent sexual difficulties in women, notably orgasm difficulties, dyspareunia and a sense of incomplete sexual needs fulfilment. …

    http://ije.oxfordjournals.org/content/early/2011/06/13/ije.dyr104.full

    ::

  34. Machandelboom Says:

    Desinformieren, Plappern, Ausweichen, Aufweichen, den Klerikern zulächeln, Beschneidungserlaubnisgesetze machen. Und immer wieder Kupferschmid:
    ::

    In Deutschland gibt es pro Jahr etwa 28.000 nutzlose Beschneidungen, die weder einen triftigen medizinischen Grund, noch einen religiösen Anlass haben. Das behauptet der Ulmer Kinderarzt Dr. Christoph Kupferschmid in der aktuellen Ausgabe der Verbandszeitschrift für Kinder- und Jugendärzte. …

    Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung muss feststellen, dass binnen vier Jahren die ambulanten sogenannten Zirkumzisionen um 34 Prozent ansteigen, obwohl die Zahl der Jungen in Deutschland insgesamt zurückgeht. … Die Kiggs-Studie des Robert-Koch-Instituts zählte 2007 insgesamt 670.000 beschnittene Jungen unter 18 Jahren in Deutschland. Bei Kindern ohne Migrationshintergrund waren bereits fast zehn Prozent beschnitten, bei Migrantenkindern 15,3 Prozent.

    Die hohen Beschneidungszahlen ohne rituellen Anlass hält Kupferschmid vor allem für ein Problem der Medizin [nanu, nur der Medizin, keines der Politik und deutschen Gesetzgebung seit dem 12.12.2012, keines der Bildungspolitik, Pädagogik und Sozialarbeit, keines von Journalismus und Presse?]. Weil eine verengte Vorhaut bei Neugeborenen völlig normal ist und bei 96 Prozent aller Jungen vorkommt, dreht sich die ärztliche Diskussion darum, bis wann sich diese sogenannte Phimose zurückgebildet haben und ab wann behandelt werden sollte [der Grundschüler braucht keine zurückziehbare Vorhaut Stichwort durchschnittliche Retraktierbarkeit zehn Komma vier Jahre siehe unten und an der Vorhaut durch Dritte herumgefummelt oder gar operiert („behandelt“) werden muss selbst beim Mittelstufenschüler grundsätzlich immer noch nichts]. Früher waren sich Ärzte einig, dass es da nicht so drauf ankommt, weil die Vorhaut ein mehr oder weniger nutzloser Hautlappen sei, den man getrost entfernen könne. Inzwischen weiß man, dass damit sexuelle Reizpunkte zerstört werden [allerdings, denn männliches Präputium = Klitoris, Penisvorhaut = weiblicher Kitzler ist die sensitiv korrekte Gleichung (vgl. zur penilen Sensitivität bei Sorrells et al. sowie bei Morten Frisch zu den nachteiligen Folgen der MGM für Sexualpartner und Partnerschaft), die doch wohl auch Christoph Kupferschmid öffentlich machen sollte] …

    Weltweit folgen ärztliche Meinungen … oft den kulturellen oder religiösen Vorgaben ihres Landes. In den USA beispielsweise, wo fast 70 Prozent der Männer beschnitten sind, sieht die American Academy of Pediatrics (AAP) eine Zirkumzision noch immer als Vorsorge gegen Harnwegsinfekte, AIDS und Peniskrebs. Führende europäische [und klar denkende US-amerikanische wie die Doctors Opposing Circumcision] Kinderärzte halten das schlicht für Blödsinn … Im August 2013 wurde die deutsche Leitlinie für die Phimosenbehandlung (…) entsprechend angepasst, von einer Beschneidung als Vorsorgemaßnahme wird dort explizit abgeraten. Eine Therapie sollte erst [was soll das?] im Vorschulalter [nein, gefährliche Desinformation: 10,4 Jahre alt (zehn Komma vier Jahre) ist der Junge durchschnittlich, wenn seine Vorhaut erstmals voll retraktierbar ist und gerade nicht „im Vorschulalter“ sprich vier oder fünf Jahre alt] erfolgen, wenn die Phimose tatsächlich Probleme [was man volkstümlich so für „Probleme“ hält, sind meistens keine] bereitet. Eine Operation ist auch nicht die einzige Möglichkeit [und die Zirkumzision entspricht in ihrer sensitiven Zerstörung einer FGM Typ Ib, einem Herausschneiden der Klitoris]. Zuvor kann versucht werden, die enge [sic!] Vorhaut mit Salbe zu behandeln [nicht so viel Kinderpenisbegaffen bitte, denn da gibt es meistens keine behandlungsbedürftige („enge“) Vorhaut, das Geschlechtsorgan auch des männlichen Kindes ist sehr grundsätzlich einfach in Ruhe zu lassen].

    Kinderarzt Kupferschmid beklagt nicht nur die unnötigen Eingriffe und Kosten, sondern auch das darauf folgende Leid der Behandelten. Bei einer durchschnittlichen OP-Komplikationsrate [was soll das Gerede von den zwar in der Tat gelegentlich bis zum Tod des Kindes reichenden Risiken („Komplikationen“) jeder Zirkumzision, wo ist die Beschreibung der irreversiblen genitalen Sofortzerstörung, die Vernichtung (Amputation) von 10.000 bis 20.000 Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen der Typen Meissner, Vater-Pacini, Merkel und Ruffini, die das Präputium (und nicht die Glans penis) zum maskulinen Lustorgan Nummer Eins machen?] von fünf Prozent rechnet er jährlich mit 1400 Kindern, die überflüssigerweise an den Folgen des Eingriffs leiden [Nein, jedes unnötig beschnittene Kind leidet unnötig, nicht nur das bei Operation und / oder Heilungsverlauf eine Komplikation erlebende]. …

    von: Christian Seel (Beschneidung ohne Not?), hier auf: Onmedia 18.07.2014

    http://www.onmeda.de/g-kinder/beschneidung-3102.html

  35. Berliner Intaktivist Says:

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    Schluss mit der Kinderbeschneidung – auch in islamisch geprägten Ländern

    (Rede von Mina Ahadi in Frankfurt auf der internationalen Konferenz Genital Autonomy 2015 Myths and Multiple Standards)

    http://exmuslime.com/schluss-mit-der-kinderbeschneidung/

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  36. Jacques Auvergne Says:

    Genital Autonomy 2015 Myths and Multiple Standards

    For two days, on May 8th and 9th, professionals, survivors and activists of different genders and from 11 countries met in Frankfurt am Main for the first “Genital Autonomy” conference in Germany to discuss in depth various aspects of genital surgery and the genital integrity and autonomy of boys, girls and intersex people, and to establish new networks.

    Speakers and participants from Germany, Austria, Switzerland, Denmark, France, Great Britain, Finland, Turkey, the USA, Canada and Iran exchanged their views on “Genital Autonomy: Myths and Multiple Standards” on May 8th and 9th at the Haus der Jugend in Frankfurt. …

    The undisputed highlight of the conference was the presentation of Mina Ahadi (Central Council of Ex-Muslims), though. Her dedicated advocacy for the genital integrity of boys and girls in cultural groups influenced by Islam and her courageous work in general were celebrated with standing ovations.

    (see: Press release about “Genital Autonomy 2015″)

    https://intaktiv.de/wp-content/uploads/2015/05/PM-intaktiv_GA-Konferenz_eng-12-05-2015.pdf

    http://intaktiv.de/pr-genital-autonomy-2015/

    intaktiv: „Unumstrittener Höhepunkt der Konferenz war jedoch der Vortrag von Mina Ahadi (Zentralrat der Ex-Muslime), die für ihr engagiertes Auftreten für die genitale Unversehrtheit von Mädchen und Jungen im muslimisch geprägten Kulturkreis und ihre mutige Arbeit im Allgemeinen mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.“

    Schluss mit der Kinderbeschneidung – auch in islamisch geprägten Ländern
    Von Mina Ahadi

    https://schariagegner.wordpress.com/2015/05/12/genital-autonomy-keine-medizinisch-nicht-unbedingt-erforderliche-genitaloperation-unter-achtzehn-jahren/

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