213. Buschkowsky nimmt Integration ernst

Neukölln ist überall lautet der Titel des neuen Buches von Heinz Buschkowsky. Schonungslos entlarvt der unbequeme Bezirksbürgermeister die Mittäterschaft der Kulturrelativisten am drohenden dauerhaften Misslingen der Integration (nämlich in allgemeine Menschenrechte und ernst gemeinten freiheitlichen Rechtsstaat) ebenso wie er die erschreckende Bildungsferne und Straßengewalt sowie die in etlichen Einwanderermilieus leider typischen Tendenzen von selbstgewählter Abschottung, Verweigerung grundgesetzlicher Normen oder radikaler Islamisierung kritisiert. Mit erstaunlicher Aggressivität versuchten nun Deutschlands professionelle Islambeschöniger und andere Parteigänger der Multikultur, den nüchternen Beobachter und Autoren unglaubwürdig zu machen. Zum freiheitlich demokratischen Glück wird diesem am 8. November 2012 der folgende Aufruf zur Solidarität zuteil; die Signaturen, siehe Quellenteil, findet man etwa bei Wissen bloggt.

Für Aufrichtigkeit und Offenheit in der Integrationsdebatte!

Humanisten und Menschenrechtler verurteilen die Verunglimpfung von Heinz Buschkowsky. Ein Aufruf.

Mit stetig wachsender Sorge betrachten wir den Verfall der demokratischen Debattenkultur, wenn brisante Themen wie Integration, Parallelgesellschaften und Frauenrechte in bestimmten Migrantencommunitys zur Sprache gebracht werden. Heinz Buschkowskys Buch „Neukölln ist überall“ hat erwartungsgemäß die üblichen Verharmlosungs- und Diffamierungsreflexe hervorgerufen. Große Teile der Kritik, die nun dem Autor entgegenschlägt, zeichnet sich durch Unwilligkeit und Unfähigkeit aus, einem nachdenklichen und problemorientierten Text angemessen zu begegnen, der Befunde in konkrete Lösungsvorschläge überführt.

Durchaus gibt es kritische Stimmen, die sich sachlich mit dem Buch von Heinz Buschkowsky auseinandersetzen. Das ist legitim und sollte im Sinne einer gesellschaftspolitischen Debatte auch selbstverständlich sein. Auch wir als VerfasserInnen und UnterzeichernInnen dieses Aufrufs stimmen nicht mit jeder einzelnen Aussage von Heinz Buschkowsky überein. Wir wenden uns daher folgerichtig auch nicht gegen die wenigen ernstzunehmenden Buschkowsky-Kritiker, sondern gegen die Mehrheit der Polemisierer und Diffamierer, die mit Rassismus- und Rechtspopulismusvorwürfen, Breivik-Vergleichen und sprachlichen Entgleisungen zeigen, dass sie an keiner sachlichen Auseinandersetzung interessiert sind. Aus diesem Umfeld, das sich in den letzten Wochen lautstarkmarktschreierisch in der Öffentlichkeit artikuliert hat, werden wir ständig mit Falschaussagen und Halbwahrheiten versorgt, wie sie haarsträubender kaum sein könnten. Wenn nun etwa die Rede davon ist, dass Buschkowsky weder Lösungen noch Positivbeispiele aufzeige, dann muss man davon ausgehen, dass bestimmte Kritiker sich an einer Buchkritik ohne vorhergehende Lektüre versuchen. Buschkowskys Lösungsversuche, denen man selbstverständlich zustimmend oder ablehnend gegenüberstehen darf, sind mannigfaltig und umfassen: altersgerechte Sachleistungen statt Kindergeld; Kindergartenpflicht; Ausbau von Ganztagsschulen; gezielte Sprachförderung; stärkere Konzentration auf Unterschichtenkinder im Bildungssystem; eine andere Debattenkultur; konsequente Sanktionierung von Fehlverhalten usw. Beispiele für gelungene Integration werden, entgegen der Behauptungen seitens der Kritiker, in dem Buch mehrfach genannt, so auf den Seiten 59-60, 79-81, 112-113, 286-290, 301-302, 311-312 und 322-324. Der Schwerpunkt des Buches liegt freilich auf der Betrachtung der Beispiele für misslungene Integration, was aber bei einem Text, der sich als problemorientierte Fehleranalyse versteht, auch gar nicht anders sein könnte. Der Vorwurf, dass Buschkowsky die Namen seiner Gewährsleute nicht nennt und immer nur von „einer Lehrerin“ oder „einem Polizisten“ schreibt, verwundert: Denn gerade der Umgang der Kritiker mit Buschkowsky macht es doch mehr als verständlich, dass der Autor des Buches seine Helfer durch Anonymisierung davor bewahren will, zur Zielscheibe von Diffamierungen und Schikanen zu werden.

Die in einem Leitartikel der Frankfurter Rundschau zu Ausdruck gebrachte Mahnung, „Es wäre viel gewonnen, wenn jetzt keine Debatte über den Lokalpolitiker Buschkowsky entsteht“, blieb leider ungehört. Ein Diffamierungskartell, das fürchtet, die Meinungshoheit über ein ihm ohnehin entgleitendes Problem zu verlieren, zwingt der Öffentlichkeit und somit auch uns diese Debatte auf, da Schmähkritik nicht unwidersprochen bleiben darf. Wir fordern eine Rückkehr zu den Sachthemen der Integration. „Neukölln ist überall“ bietet dafür gute Ansatzpunkte.

Nicht wenige der Kritiker zeigen selbst eine fragwürdige paternalistiche Haltung gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund und sind bislang bei der Bekämpfung gravierender Probleme und Gefahren in der Einwanderungsgesellschaft („Ehrenmord“, Zwangsheirat usw.) kaum bemerkbar in Erscheinung getreten. Da sie eine aufrichtige Debatte um Integrationsdefizite behindern, sind sie Teil des Problems und nicht Teil der Lösung. Verräterdebatten wie die gerade stattfindende, in der der gute Ruf Neuköllns höher gewichtet wird als die Überwindung der Probleme Neuköllns, sind nicht zielführend. Einen Bürgermeister, der „seinen Bezirk schlechtredet“, in die Rolle des Nestbeschmutzers zu drängen, zeugt von einem Mangel an Kritikfähigkeit und demokratischer Debattenkultur.

Sieben der Neuköllner Initiativen, die sich gemeinsam öffentlich gegen Heinz Buschkowsky positioniert haben, wurden von uns mit der Bitte angeschrieben, die Anstoß erregenden Passagen des Buches exakt zu benennen. Vier davon haben nicht geantwortet. Eine hat uns in einem kurzen Schreiben auf später vertröstet, eine andere hat lediglich eine einzelne Textstelle angegeben, die bereits mehrfach in der Presse zitiert worden war. Die siebente hat drei Textstellen präsentiert, in denen auch bei näherer Betrachtung nichts Anstößiges zu finden ist. Mit anderen Worten: Bis jetzt ist nicht der Eindruck entstanden, dass bei den als Kritikern auftretenden Initiativen eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit dem Text stattgefunden hat. Die Behauptung, Buschkowskys Buch würde die Arbeit dieser Initiativen erschweren oder bei Betroffenen gar „psychologische Belastungen“ hervorrufen, halten wir für wenig überzeugend. Durchaus denkbar ist aber, dass bei manchen Initiativen auch der Gedanke eine Rolle spielt, dass Buschkowskys Buch die Forderung nach mehr Erfolgskontrollen bei der Integrationsarbeit zur Folge haben könnte – und dass solche Kontrollen letztendlich dazu führen könnten, den Fluss weiterer staatlicher Gelder für die nachprüfbar erfolglosen Initiativen infrage zu stellen.

Wir treten Rassismus und Fremdenfeindlichkeit genauso entschieden entgegen wie allen gegen die Menschenrechte, Rechtsstaat, Demokratie und Pluralismus gerichteten Ideologien und Bewegungen, gleichviel ob sie religiös oder weltanschaulich begründet werden. Unbegründete Rassismusvorwürfe sind aber dem Kampf gegen wirklichen Rassismus abträglich. Eine an humanistischen Leitideen orientierte Integrationsdebatte zeichnet sich dadurch aus, dass sie den Menschen unabhängig von seiner Herkunft als mündiges Wesen ernst nimmt und auf eine pauschalisierende Viktimisierung verzichtet. Ein von Paternalismus geprägter Opferdiskurs, wie er in den Kreisen der Problemverharmloser gepflegt wird, ist nicht das Gegenteil des rechtsextremen Täterdiskurses, sondern seine spiegelbildliche Entsprechung. In einem Land die Einhaltung der hiesigen Gesetze einzufordern, ist mitnichten, wie Buschkowsky von der Gegenseite unterstellt wird, ein rechtspopulistisches Argumentationsmuster, sondern ein legitimer Aufruf zur Anerkennung einer auf Menschenrechten und demokratischer Entscheidungsfindung beruhenden säkularen Rechtsordnung.

Wir fordern daher eine aufrichtige, offene, sachliche und problemorientierte Integrationsdebatte, die Verunglimpfungen kritischer Stimmen vermeidet und keine Tabus aufbaut.

Signaturen siehe

WISSEN BLOGGT am 8. November 2012

http://www.wissenbloggt.de/?p=13825

Anmerkung vom Blogbetreiber im Hinblick auf die im Aufbau befindlichen universitären Islamischen Theologischen Studien und die IGD, die laut NRW-Landesregierung (14.04.2010) „zu den Strukturen der Muslimbruderschaft in Deutschland“ gehört:

Drucksache 14/10881 vom 18.03.2010, Kleine Anfrage 3835 des Abgeordneten Rüdiger Sagel an die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen: Bedrohung und Verfolgung von anders denkenden Muslimen durch radikal-islamische Netzwerke an der Universität Münster?

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD14-10881.pdf?von=1&bis=0

Bedrohung und Verfolgung von anders denkenden Muslimen durch radikal-islamische Netzwerke an der Universität Münster?

LANDTAG NORDRHEIN-WESTFALEN

14. Wahlperiode

Drucksache 14/11030

14.04.2010

Antwort

der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 3835 vom 18. März 2010 des Abgeordneten Rüdiger Sagel fraktionslos Drucksache 14/10881

Im Kontext des „Fall Kalisch“ an der Universität Münster engagierte sich eine Person, die sich als Hamza Ali Idenoglu bezeichnete. Diese Person trat in sämtlichen Internet-Forenbeiträgen, Leserkommentaren und E-Mail-Rundschreiben für den studentischen Boykott gegen das Centrum für Religiöse Studien an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und für die Entlassung von Prof. Dr. Muhammad Sven Kalisch ein. … Des weiteren wird auf muslimische Studierende der Islamischen Religionspädagogik systematisch Druck ausgeübt, die Lehrveranstaltungen von Prof. Kalisch zu boykottieren und die Solidaritätserklärung nicht zu unterzeichnen. Ansonsten würden den Studierenden religiöse, berufliche und persönliche Konsequenzen drohen. … Er erwähnt persönliche Beziehung zu einem Senatsmitglied der Hochschule Münster und kennt sich sehr gut in den hochschulpolitischen Strukturen aus. …

Wie in anderen Städten auch sind in Münster verschiedene, vom Verfassungsschutz dem islamistischen Spektrum zugeordnete Vereine und Gruppierungen vorhanden. So wird beispielsweise ein islamisches Zentrum der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e. V. (IGD) zugerechnet, die zu den Strukturen der Muslimbruderschaft in Deutschland gehört. Das Imam-Mahdi-Zentrum z. B. gilt als Begegnungsstätte für Anhänger der schiitisch libanesischen Hizb Allah.

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD14-11030.pdf?von=1&bis=0

2 Antworten to “213. Buschkowsky nimmt Integration ernst”

  1. Querverweis Says:

    ::

    Es geht mir an dieser Stelle mehr um die alltägliche Ohnmacht in einer Welt, in der man durch den Supermarkt zieht, Waren nimmt, an der Kasse vorbeimarschiert, ohne zu bezahlen, und der Kassiererin klarmacht, was ihr droht, wenn sie die Polizei holt. …

    Solange wir eine Politik des Alles-Verstehens und des Alles-Verzeihens betreiben und den Menschen signalisieren, dass wir gar nicht daran denken, die Verhältnisse zu ändern, weil diese Verwahrlosung der Sitten zur kulturellen Identität und zur Weltoffenheit gehören, so lange werden wir für eine wirklich erfolgreiche Integrationspolitik nur verhalten Mitstreiter finden. …

    Deswegen kommen viele irgendwann zu dem Schluss: Ich mag diese Menschen nicht. Sie wollen mit mir nicht leben, dann will ich es mit ihnen auch nicht. …

    Ein Problem, das Sie eventuell haben, könnte gleich „geklärt“ werden, oder wenn Sie als Deutscher glauben, hier den Chef markieren zu können, würde man Ihnen zeigen, dass Sie gleich die Stiefel Ihres Gegenübers lecken. Anders ergeht es der Polizeistreife auch nicht.

    HEINZ BUSCHKOWSKY: Die bittere Wahrheit über Multi-Kulti

    http://www.bild.de/politik/inland/integration/buergermeister-neukoelln-heinz-buschkowsky-26224140.bild.html

    ::
    ::

    In unseren Grundschulen unterrichten wir rund 14 100 Schüler, von denen 9300 einen Migrationshintergrund haben; das sind 66 %. …

    Die einzigen Repräsentanten der deutschen Gesellschaft sind häufig nur noch die Lehrerinnen und Lehrer oder in den Kindergärten die Erzieherinnen und Erzieher.

    Ein interkultureller Transfer zwischen Kindern deutscher und nicht deutscher Herkunft ist eher die Ausnahme.

    HEINZ BUSCHKOWSKY: Die bittere Wahrheit über unsere Schulen

    http://www.bild.de/politik/inland/heinz-buschkowsky/bild-serie-multi-kulti-wahrheit-ueber-schulen-26261652.bild.html

    ::

  2. Machandelboom Says:

    „Wir verlieren die Hoheit auf der Straße“

    (Deutschlandfunk, 02.10.2015)

    Kein Respekt gegenüber, mehr Gewalt gegen Polizisten: Das beklagt Tania Kambouri in ihrem Buch „Deutschland im Blaulicht – Notruf einer Polizistin“. Vor allem Migranten setzten ihrem Berufsstand zu. Doch Strafen drohten kaum, sagte die Beamtin mit griechischen Wurzeln im DLF. Rückhalt in Politik und Justiz fehlten mittlerweile.

    Tania Kambouri im Gespräch mit Christoph Heinemann

    http://www.deutschlandfunk.de/polizei-wir-verlieren-die-hoheit-auf-der-strasse.694.de.html?dram:article_id=332717

    „Notruf“ einer Beamtin:

    Beleidigungen und Gewalt: Streifenpolizistin schildert ihren schockierenden Alltag

    Montag, 05.10.2015, 21:20 · von FOCUS-Online-Autorin Amelie Breitenhuber

    Die Bochumer Polizistin Tania Kambouri hat ein Buch … FOCUS Online zeigt die schockierendsten Schilderungen aus „Deutschland im Blaulicht – Notruf einer Polizistin“.

    http://www.focus.de/politik/deutschland/tania-kambouri-beleidigungen-und-gewalt-streifenpolizistin-schildert-ihren-schockierenden-alltag_id_4993177.html

    Der Aufschrei einer jungen Polizistin
    Von Christian Frigelj

    DIE WELT, 05.10.2015

    „Trauriger Alltag, nicht nur in Bochum.“ […] Im Buch steckt geharnischte Kritik an den Innenministern, an der Politik – und eben auch an den „sozialromantischen Anhängern eines unkritischen Multikulti, die beim ersten Anflug von Bedenken bereits Islamophobie und Fremdenhass wittern“.

    http://www.welt.de/vermischtes/article147205763/Der-Aufschrei-einer-jungen-Polizistin.html

    Deutschland im Blaulicht

    Von Tania Kambouri.
    NOTRUF EINER POLIZISTIN,
    beim Verlag Piper am 05.10.2015.

    http://www.piper.de/buecher/deutschland-im-blaulicht-isbn-978-3-492-06024-0

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