349. Die Familien der 26 Häftlinge

Bittgesuch der Familien der 26 zum Tode verurteilten politischen Häftlinge!

An Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen

Eure Exzellenz, sehr geehrter Herr Ban Ki-moon,

hiermit erhalten Sie einen schmerzreichen Brief jener 26 Familien, deren Kinder seit langer Zeit Exil, Gefängnis oder die aufgezwungene Ferne zu Haus und Heimat erleiden mussten, denen die ihnen zustehenden Rechte vorenthalten worden sind und denen lange Zeiten der Isolationshaft auferlegt worden sind. Entweder ist ihnen erst gar kein Rechtsanwalt zu ihrer Verteidigung gestellt worden oder ihre Rechtsanwälte haben keine Redeerlaubnis bekommen oder gegen die Inhaftierten ist die willkürliche und erfahrungsgemäß meist ausweglose Anklage der “Moharebeh” (Krieg gegen Allah oder Seinen Statthalter bzw. Staat) erhoben worden, für Letztgenannte es nach der Scharia vier Arten der Bestrafung gibt: Hinrichtung, Abtrennen von Hand und Fuß gegenüberliegender Körperseite, Exil oder Gefängnis. Vielen dieser Gefangenen ist gleichzeitig Haftstrafe, Hinrichtung und Exil auferlegt worden. Einige von ihnen sind durch Kugeln verletzt worden oder haben Teile ihres Körpers verloren.

Die Namen der 26 Inhaftierten lauten:

Hamed Ahmadi, Jamshid Dehqani, Jahangir Dehqani, Kamal Mollaii, Seddiq Mohammadi, Hadi Hoseini, Loqman Moradi, Zanyar Moradi, Shahram Ahmadi (dessen Bruder, Bahram Ahmadi, am 27.12.2012 hingerichtet wurde, obwohl er zum Zeitpunkt seiner Verhaftung jünger als 18 Jahre alt war), Mohammad Yavar Rahimi (dessen Bruder, Asqar Rahimi, am 27.12.2012 hingerichtet wurde), Mukhtar Rahimi, Bahman Rahimi, Poorya Mohammadi, Mohammad Qaribi, Farzad Shah Nazari, Poorya Qaderifard, Jamal Seyed Moosavi und Loqman Amini.

Die Genannten verbüßen ihre Gefängnisstrafe im als Radschai Schahr bekannten Gohardascht sowie im Qezel Hesar. Beide Gefängnisse befinden sich in der Stadt Karadsch. Obwohl ihre alt gewordenen Mütter nicht zu Besuchen kommen können, verlagern die Behörden die Inhaftierten nicht in ihre Heimatstädte. Erst vor wenigen Tagen besuchte die 67-jährige Mutter eines dieser Häftlinge ihre Söhne Shahram und Bahram Ahmadi und musste erleben, dass ihr nicht mitgeteilt worden war, dass die Behörden ihren Sohn Bahram bereits am 27. Dezember 2012 umgebracht und beerdigt hatten. Als ihr die Justizvollzugsbeamten im Besucherzimmer mitteilten, dass nur Shahram da sei und dass sie Bahram ein halbes Jahr eher hingerichtet hätten, brach sie zusammen und muss seit nun zwölf Tagen in intensivmedizinischer Versorgung verbringen, während die Ärzte sagen, dass sie aufgrund des erhaltenen Schocks ihr Gedächtnis verloren haben könnte. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus all dem Schmerz und Leid der 26 Familien. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass wir mehrere Briefe an Präsident Ahmadinedschad sowie an Staatsführer Chamene’i geschrieben haben, die aber ohne Ergebnis geblieben sind.

Wir bitten Sie darum, Briefe an die Iranischen Behörden zu schreiben, insbesondere an den künftigen Präsidenten Rohani, der versprochen hat, die politischen Gefangenen freizulassen, und alle Verantwortlichen auf diese Weise dazu aufzufordern, die Todesstrafe gegen diese 26 Menschen fallen zu lassen und sie so bald wie möglich freizulassen, damit sie zu ihren Familien zurückkehren können.

Mit freundlichen Grüßen

Die Familien der 26 Gefangenen, denen die Todesstrafe droht

15. Juli 2013

Ebenfalls veröffentlich beim Internationalen Komitee gegen Hinrichtung (ICAE) am 15.07.2013

icaes.international@gmail.com

http://noexecutions.blogspot.de/

Plea of the Families of 26 Activists Who Have Been Sentenced to Death!

To Ban Ki-moon, Secretary General of the United Nations

Secretary General of the United Nations,

Receive the painful letter of these families whose children have been in exile, jail, and away from family and home, have been deprived of their legal rights, and have been in solitary confinement for long periods of time. They either have not had a defense attorney, or their attorneys have not had the permission to speak, or they have faced baseless charges of “moharebeh” (war against God or state), for which there are 4 kinds of punishments: execution, cutting hand and leg in opposite directions, exile, and prison. These prisoners are given jail terms, execution sentences, and exile at the same time. Some of these prisoners have been wounded by bullets and have lost some parts of their body.

The names of these 26 people are as follows:

Hamed Ahmadi, Jamshid Dehqani, Jahangir Dehqani, Kamal Mollaii, Seddiq Mohammadi, Hadi Hoseini, Loqman Moradi, Zanyar Moradi, Shahram Ahmadi (whose brother, Bahram Ahmadi, has been executed 27.12.2012, while he was under 18 at the time of arrest), Mohammad Yavar Rahimi (whose brother, Asqar Rahimi, was executed 27.12.2012), Mukhtar Rahimi, Bahman Rahimi, Poorya Mohammadi, Mohammad Qaribi, Farzad Shah Nazari, Poorya Qaderifard, Jamal Seyed Moosavi, and Loqman Amini.

These people are serving their jail terms in Rajai Shahr and Qezel Hesar prisons, and because their elderly mothers are not able to go for visits, the authorities will not even transfer them to their own cities. A few days ago, when a 67-year-old mother of one of these prisoners went to visit Shahram and Bahram Ahmadi, she had no news that her son Bahram was executed on 27 December 2012, and had been buried by the authorities. When officers of the visiting room said only Shahram was there and that they had executed Bahram 6 months ago, she got a stroke and for the last 12 days has been under intensive care, and doctors have said that she might lose her memory because of the shock she has received. This is a small fraction of pain and suffering of the families of these prisoners. We need to mention that we have written a few letters to Mr. Ahmadinejad and the leader of Iran, but gotten no results.

We ask you to write letters to the Iranian authorities, especially to the new president who has promised to free political prisoners, and ask them to cancel the death sentence of these prisoners and free them as soon as possible, so that they can come back to their families.

Sincerely

Families of 26 Prisoners Facing Execution

15 July 2013

Also published by the International Committee against Execution, ICAE 15.07.2013

icaes.international@gmail.com

http://noexecutions.blogspot.de/

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