375. Rückblick auf den Diskussionsabend über die Kinderbeschneidung

Gegen Verstümmelung nicht einwilligungsfähiger

und nicht urteilsfähiger Kinder unter achtzehn Jahren

Köln 2014

Zum 14.02.2014 hatten der Zentralrat der Ex-Muslime und das Aktionsbündnis Eltern gegen Kinderbeschneidung ins Bürgerzentrum Alte Feuerwache in Köln geladen, um über die Entwicklungen im Kampf gegen die Verstümmelung von Jungen zu berichten, einen schädigenden, grausamen Brauch, gegen den sich nicht nur in Deutschland und Europa sondern weltweit, auch in den islamisch geprägten Ländern und in Israel Widerstand organisiert.

Mina Ahadi eröffnete den Abend indem sie die Initiative Eltern gegen Kinderbeschneidung vorstellte. Sie stellte klar, dass Eltern ihrem Kind nicht schaden und nicht weh tun wollen, sondern es beschneiden, weil sie davon überzeugt sind ihm Gutes zu tun. Sie glauben den Ärzten, die behaupten, dass die Beschneidung gegen AIDS, Krebs und andere Krankheiten helfen würde, in Wirklichkeit ist die vorbeugende Wirkung der Genitalverstümmelung bei Jungen widerlegt. Tatsächlich ist die Operation jedoch ein gutes Geschäft und wird deshalb von Medizinern und Wissenschaftlern empfohlen.

Deutlich kritisierte die Referentin die Befürworter und Propagandisten des grausamen Brauchs unter den Kulturrelativisten, die sich Hand in Hand mit den christlichen Kirchen, orthodoxen jüdischen und islamischen Organisationen für die Religionsfreiheit der Eltern und deren Recht auf religiöse Erziehung oder gar für die Wahlfreiheit der in diesem Punkt keinesfalls einsichts- und urteilsfähigen älteren minderjährigen Jungen unter achtzehn Jahren einsetzen. So haben beispielsweise jüdische Funktionäre und Geistliche eine Anhörung im Europarat initiiert, um die Jungenbeschneidung auf dem ganzen Kontinent ausdrücklich zu legalisieren.

In den USA besteht große Nachfrage an Vorhäuten seitens einer Reihe von privatwirtschaftlichen Unternehmen, und das Marketing um die Vorhäute von Kindern und Säuglingen ist zu einem einträglichen Wirtschaftszweig erwachsen mit einem jährlichen Umsatz in mehrstelliger Millionen-Höhe. So nutzen Pharmazie- und Kosmetikunternehmen die menschliche Vorhaut von Kindern als Forschungsmaterial. Unternehmen wie Tissue Sciences, Organogenesis und BioSurface Technology nutzen die Kindervorhaut als Rohmaterial für eine Art atmungsfähige Bandage.

Hodges, „Short History of the Institutionalization of Involuntary Sexual Mutilation in the United States,“ in G. C. Denniston and M. F. Milos, eds., Sexual Mutilations: A Human Tragedy (New York: Plenum Press, 1997), 35.

http://www.pflegewiki.de/wiki/Zirkumzision#Industrielle_Bedeutung_der_Zirkumzision

WASHINGTON (Reuters) – A new product made of human skin cells won FDA approval for use in treating certain kinds of wounds Tuesday [May 26, 1998].

The product, called Apligraf, is made of human skin cells mixed with collagen from cattle. It is made by Canton, Massachusetts-based Organogenesis.

http://umlingo.wozaonline.co.za/Foreskin+importance

Gewebe aus der Biofabrik gibt es mit dem Hautersatz Apligraf des Pharmakonzerns Novartis. … bei der Beschneidung amerikanischer Jungen

http://www.netdoktor.de/Magazin/Gewebe-aus-der-Biofabrik-2457.html

Gabi Schmidt versicherte zu Beginn ihres Vortrags ebenfalls, dass es ihr keinesfalls darum ginge Mütter und Väter zu verurteilen, die aus religiösen oder traditionellen Gründen ihre Kinder beschneiden lassen haben. Da nun aber deutlich geworden sei, wie schädlich und grausam dieses Ritual ist, muss das Brauchtum der männlichen Genitalverstümmelung abgeschafft werden.

Die Sozialpädagogin, die in einem gemeinnützigen Verein für Lern- und Sprachförderung arbeitet, wies auf die Verfassungsklage gegen das im Dezember 2012 vom Bundestag verabschiedete Beschneidungsgesetz § 1631d BGB hin, der auch deshalb grund- und menschenrechtswidrig ist, weil die Mädchenbeschneidung zwar gesetzlich verboten ist, die Eltern aber in die Verstümmelung ihres Sohnes einwilligen können.

Die Referentin wies darauf hin, dass diese Regelung dazu missbraucht werden könnte, eine mildere, medikalisierte Beschneidung von Mädchen doch zu erlauben. Sie betonte, dass auch die von Ärzten und in Krankenhäusern durchgeführte Mutilation von weiblichen und männlichen Genitalien eine Menschenrechtsverletzung und traumatisierende, mit vielen Komplikationen und unerwarteten Spätfolgen einhergehende Operation ist, die es weltweit zu verbieten gilt. Zum Beispiel verbluten Neugeborene aufgrund ihrer geringen Blutmenge und der praktischen saugfähigen Windeln sehr schnell und oft unbemerkt.

Besonderen Wert legte Frau Schmidt darauf, dass aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen nachzuweisen ist, dass beide Verstümmelungen, ob von Nichtmedizinern oder Ärzten durchgeführt, juristisch und von den lebensbedrohlichen und gesundheitsschädigenden Auswirkungen her durchaus miteinander vergleichbar sind. Sie plädierte daher dafür, den Begriff HGM, Human Genital Mutilation einzuführen.

Ich wusste, dass ich früher oder später beschnitten werden musste, aber trotzdem war ich überrascht und bedauerte den drohenden Verlust meiner Vorhaut, mit der ich vor meinen Freunden angegeben hatte. Ich fühlte mich anders, und auf dieses Privileg wollte ich nicht verzichten. Aber ich musste beschnitten werden. Es gab keinen Ausweg.

„K“ hatte immer Probleme beim Sex. Er konnte mit keiner Frau richtig schlafen. Der Sexualakt verwandelte sich für ihn stets in ein Höllenszenario. Immer, wenn er es wieder versuchte, ist er gescheitert. Er ist noch später beschnitten worden als ich, erst mit 13 Jahren. Zwei Jahre musste er nachbehandelt werden. Ein Stück der Vorhaut ist zurückgeblieben. Er musste erneut beschnitten werden, zweimal. Danach war die Wunde entzündet. Er litt auch beim Urinieren, ein Brennen hat ihn sein Leben lang begleitet. Es ist diese Angst, die wie ein Graveur seine Marke hinterließ, in seiner verstümmelten Seele.

Und es ist diese Angst, die bei ihm zu einer Art Kastration geführt hat. Dabei sprach „K“ nie von sich selbst. Er sprach natürlich im Namen von vielen beschnittenen Männern. Viele, die spät beschnitten worden sind, leiden unter dem gleichen Gefühl. Sie fühlen sich wie kastriert, weil sie mit eigenen Augen sehen mussten, wie man ihre männliche Zone verletzt, ja verstümmelt. Es ist ein nicht zu überwindendes Trauma bei vielen, über das sie nicht offen reden wollen/können/dürfen/sollen.

So diktiert es ihnen auf jeden Fall die herrschende Doppelmoral der Religion, seien sie Muslims, seien sie Juden. Deshalb reden sie weder über dieses Erlebnis noch über Sexualität. Früher musste man vier Frauen heiraten, um zu beweisen, dass man ein richtiger Mann ist. Heute entdeckte man die Waffe als Ersatz für seine kastrierte Sexualität. Gewalt und Sexualität gehören zusammen.

Najem Wali am 03.07.2012 in der taz

http://www.taz.de/!96617/

Edward von Roy berichtet, dass die Beschneidung der Genitalien des Jungen – ähnlich wie die vergleichbar zerstörerische Mädchenbeschneidung – in vielen Teilen der Welt eine sehr alte Überlieferung ist, von Afrika bis Südostasien. Vor vielen Jahrhunderten ist die verpflichtende Amputation der Penisvorhaut vom Judentum aufgenommen und später als islamische Pflicht angesehen worden. Zuletzt sickerte das uralte Verstümmelungsritual als angeblich gesundheitsförderliche Idee in den medizinischen Betrieb der englisch geprägten Länder ein, vor allem in die USA, verbreitete sich von dort bis nach Südkorea und wird inzwischen, wenig wissenschaftlich, als Anti-Aids-Kampagne mehreren afrikanischen Staaten empfohlen.

Längst kennt die Wissenschaft die gesundheitlich schädliche Wirkung der Beschneidung und die gegebene Irrelevanz im Hinblick auf HIV. Nicht abgeschnittene Vorhäute schützen vor AIDS, sondern Kondome und geändertes Sexualverhalten. Immer mehr Mütter und Väter entscheiden sich gegen die von der Tradition oder Religion geforderte Beschneidung. Es bleibt eine Menschheitsaufgabe, die Beschneidung der Jungen möglichst bald genau so erfolgreich abzuschaffen wie die Mädchenbeschneidung.

Aufklärungshumanisten wenden sich gegen jede medizinisch unnötige Operation. Das Jahr 2014 ist für Intaktivisten, die Anhänger der weltweiten Bewegung gegen die Beschneidung, ein stolzes Jubiläum, denn am 3. März jährt sich zum 25. Mal der erste Kongress der Beschneidungsgegner, das First Symposium of Circumcision. Die damals in Anaheim California entstandene Deklaration hat an ihrer Aktualität nichts verloren und wird inzwischen auch in Skandinavien immer mehr respektiert. Durch die Überzeugungsarbeit von Organisationen wie NOCIRC, Intact America, Doctors Opposing Circumcision oder ICGI ist es inzwischen in vielen US-amerikanischen Bundesstaaten gelungen, die Quote der beschnittenen männlichen Kinder stark abzusenken. Dieser Trend in Richtung Gesundheit aller Kinder hält an, ein ermutigendes Signal auch für Europa.

Leider werden immer noch 55 % der US-amerikanischen männlichen Säuglinge beschnitten, das sind pro Jahr 1,2 Millionen, von denen statistisch 117 Kinder sterben. Beim südafrikanischen Volk der Xhosa verbluten jährlich mehrere Dutzend Jungen im Alter von 15 oder 16 Jahren, eine Tatsache, so Edward von Roy, die auch den Europäern eine Warnung sein sollte, dass aufgrund des hohen Gruppenzwanges und der Verachtung aller Unbeschnittenen (als angeblich feige, unmännlich, schwul, gottlos oder ehrlos) auch hiesige Jugendliche aus traditionell beschneidenden Familien nicht in der Lage sein würden, zum Ritual Nein zu sagen. Der Staat muss deshalb der Beschneidung Minderjähriger, ob Mädchen oder Jungen, eine Grenze setzen, und zwar eine Null-Toleranz-Grenze.

Der Sozialarbeiter betont, dass ein höfliches Gerede von genitaler Selbstbestimmung (genital autonomy) gar nichts wert ist, wenn diese auf Kosten der genitalen Unversehrtheit (genital intactness) der Minderjährigen stattfinden darf. Der elfjährige Tahsin aus dem türkischen Keşan (KiKA 2014) hat zur Sünnet sicherlich gar nicht Nein sagen können, freute sich aber auf sein Beschneidungsfest und wollte, um endlich ein richtiger Mann zu werden, seine Vorhaut möglichst bald verlieren und genau das ist die genitale Selbstbestimmung, die in die kulturelle Moderne nicht integriert werden kann. Das Alter der Informierten Zustimmung (age of consent) wird in der wegweisenden Deklaration von Anaheim 1989 sinnvollerweise als das Erwachsensein (adulthood) angegeben, weshalb der Referent seinen Vortrag mit dem Appell beendet: Keine Beschneidung unter achtzehn.

Epidemic Methicillin-Resistant Staphylococcus Aureus:

Dramatically Increased Risk for Circumcised Newborn Boys

http://www.doctorsopposingcircumcision.org/DOC/mrsa.html

Answers to Your Questions about Circumcision and MRSA

http://www.nocirc.org/publish/12-AnswersMRSA.pdf

16 Antworten to “375. Rückblick auf den Diskussionsabend über die Kinderbeschneidung”

  1. Edward von Roy Says:

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    Bravo Herr Dr. Morten Frisch, keine samtykke, keine Zustimmung unter achtzehn, sondern:

    fastsætter en nedre aldersgrænse på 18 år for rituel omskæring i Danmark

    Einrichtung eines Mindestalters von 18 Jahren für die rituelle Beschneidung in Dänemark
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    Ein Junge der ohne medizinische Indikation beschnitten wird, was per definitionem bedeutet, dass er vor der Operation nicht krank war, wird zu einem an seinen Genitalien blutenden, weinenden Patienten, der eine unauslöschliche Markierung auf seinem Körper trägt und der dem Risiko ausgesetzt ist, auch in seiner Seele und seiner Sexualität versehrt zu werden, wie mehrere Männer, die beschnitten worden sind und sich in die Debatte eingebracht haben, berichteten.

    En dreng, der omskæres uden medicinsk indikation, er per definition ikke syg, før et kirurgisk indgreb på hans kønsorgan gør ham til en blødende og grædende patient, der har fået et uudsletteligt mærke på sin krop, og også risikerer at få det på sin sjæl og seksualitet, sådan som flere omskårne mænd, der har blandet sig i debatten, har fortalt. …

    so endet man unweigerlich bei einem Machwerk, das in diesem Fall aussieht wie eine schlampige Klassenarbeit aus dem 9. Schuljahr in Sozialkunde. Hinweis auf die männliche Beschneidung ist ein unseriöses Dokument

    ender man uvægerlig med noget makværk, der i dette tilfælde ligner en sjusket 9.-klasses-opgave i samfundsfag. ’Notat om omskæring af drenge’ er et useriøst dokument …

    Die Ansammlung von Fehlern, Ungenauigkeiten, Verzerrungen und unangebrachter Verharmlosung ist endlos.

    Rækken af fejl, unøjagtigheder, fordrejninger og urimelige bagatelliseringer er alenlang. …

    Es bleibt bemerkenswert, dass dieses 20-seitige Protokoll nun nicht mit einer Beschreibung des in der Handreichung betrachteten Gegenstands beginnt, nämlich mit der Vorhaut [Anm.: also sehr entsprechend dem Beschneidungsverharmloser Mario Lichtenheldt in un-heil]. Deren Schutzfunktion in Bezug auf den Kopf des Penis und ihre beeindruckende Fülle von Sinnesnerven mit besonderer Bedeutung für die sexuelle Empfindsamkeit wird nicht mit einem Wort erwähnt. Ebenfalls wird nicht gesagt, wie die Vorhaut Teil der normalen physiologischen Funktion während der sexuellen Aktivität normaler Jungen und Männer ist – und ganz entsprechend, wie der Verlust der Vorhaut die sexuelle Funktion bei beschnittenen Jungen und Männern beeinträchtigt.

    For et 20 sider langt notat er det påfaldende, at det ikke indledes med en beskrivelse af, hvad forhuden, notatets genstand, er for en størrelse. Dens beskyttende funktion i forhold til penishovedet og dens imponerende rigdom på følenerver af særlig betydning for den seksuelle følsomhed nævnes ikke med et ord. Hvordan forhuden indgår i den normalfysiologiske funktion under seksuel aktivitet hos normale drenge og mænd – og dermed hvordan tabet af forhud påvirker seksualfunktionen hos omskårne drenge og mænd – berøres ligeledes ikke. …

    [Und so wird die richtige Frage aufgeworfen: ]

    Ist es überhaupt ethisch vertretbar, das Ritual der Beschneidung minderjähriger Jungen in Dänemark durchzuführen?

    Er det overhovedet etisk forsvarligt at udføre rituel omskæring på umyndige drenge i Danmark?

    [Vielfach vertreten wird die Meinung: ]

    In Dänemark sollte an den Jungen, die nicht selbst ihre Zustimmung geben können, eine therapeutisch unnötige Beschneidung nicht durchgeführt werden.

    I Danmark bør ikke-terapeutisk omskæring slet ikke finde sted på drenge, der ikke selv kan afgive samtykke/strong>. …

    Entweder nehmen die Politiker die Kritik ernst und erarbeiten ein Gesetz zur Einrichtung eines Mindestalters von 18 Jahren für die rituelle Beschneidung in Dänemark, so wie die dänischen Ärzte und eine große Mehrheit der Menschen es fordern. Oder sie erhalten das entsprechende, nämlich in dieser Angelegenheit nicht gerechtfertigte Vertrauen in die Behörde für Gesundheit und richten den Verantwortlichen aus, dass noch ein Wort im Titel seiner Handreichung zu ändern ist, die in Leitlinien für die Verstümmelung von Jungen umbenannt wird.

    Enten kan politikerne tage kritikken seriøst og arbejde for en lov, der fastsætter en nedre aldersgrænse på 18 år for rituel omskæring i Danmark, sådan som danske læger og et stort flertal i befolkningen ønsker. Eller de kan fastholde den i dette spørgsmål ubegrundede tillid til Sundhedsstyrelsen og blot bede tilsynschefen om at ændre ét ord mere i sin vejledning, så den kommer til at hedde »Vejledning om lemlæstelse af drenge«. …

    Wer nicht beschnitten ist kann sich jederzeit für die Beschneidung entscheiden. Wer als Kind beschnitten wird, dem wird die eigene Wahlmöglichkeit vorenthalten und er muss mit den physischen und möglichen psychischen und sexuellen Folgen leben, die damit verbunden sind, dass ein Teil seines Körpers für immer fehlt.

    Hvis man ikke er omskåret, kan man altid vælge omskæring til. Hvis man er omskåret som barn, er valget truffet for én, og man mangler for evigt en del af sin krop med de fysiske samt mulige psykiske og seksuelle konsekvenser, som det indebærer.

    Morten Frisch

    aus: Sundhedsstyrelsens vejledning om lemlæstelse af drenge. Notat fra Sundhedsstyrelsen om omskæring er fuldt af fejl.

    in: Politiken 04.03.2014

    http://politiken.dk/debat/kroniken/ECE2224754/sundhedsstyrelsens-vejledning-om-lemlaestelse-af-drenge/

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    »Hvis der udføres omskæring uden medicinsk indikation, er der tale om lemlæstelse«

    „Wenn die Beschneidung ohne medizinische Indikation durchgeführt wird, haben wir von Verstümmelung zu sprechen.“

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  2. Machandelboom Says:

    So ist nun mal unsere Kultur von alters her, und Millionen Männer und Knaben sind beschnitten! Dass man damit für die Rechtsfrage nichts Erhebliches sagt, macht der Blick auf benachbarte Tatbestandsverwirklichungen klar. Wie bei der Beschneidung das starke dem schwachen Familienmitglied Schmerzliches antut, so geschieht es auch im Machtgefälle zwischen Ehemann und Ehefrau, zwischen Eltern und Töchtern. Es gibt Bevölkerungsgruppen, die es als Teil ihrer Kultur und, voll frommer Verachtung der Mehrheitsgesellschaft, als gottgewollt betrachten, dass die Frau dem Manne untertan ist und die Eltern über ihre Kinder weit mehr Macht ausüben, als ihnen unser Familienrecht einräumt. Was hier der Stärkere dem Schwächeren an Körperverletzungen, Freiheitsberaubungen, Verschleppungen, Nötigungen zufügt, das veranlasst, wenn es nicht geradezu tödlich endet, so gut wie nie eine Strafverfolgung. Man denke an das in Anatolien zwangsverheiratete junge Mädchen, das in Deutschland im Haus festgehalten wird und der Familie ihres Mannes Sklavendienste leistet. Solche Macht und Unterdrückung wird, wie die Beschneidung, mit bestem Gewissen ausgeübt. Für die Täter ist sie Teil ihrer religiös fundierten Kultur, und es hängt damit zusammen, dass die deutsche Justiz dazu neigt, sich nicht einzumischen. Aber niemand wird sagen, dass solch ein Gewährenlassen als Respektierung von Kultur und jahrhundertealtem Brauchtum richtig ist und die dareinfallenden Körperverletzungen, Freiheitsberaubungen, Nötigungen usw. als erlaubte Taten zu akzeptieren sind. Es handelt sich vielmehr um Straftaten, die von Rechts wegen verfolgt werden müssen.

    von: Professor Dr. Rolf Dietrich Herzberg, Bochum
    aus: Rechtliche Probleme der rituellen Beschneidung
    in: JZ 7/2009

    http://www.mohr.de/fileadmin/user_upload/Zeitschriften/PDF-Probehefte/JZ_64_7_2009.pdf

  3. Bragalou Says:

    New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, der 2012 die besonders gesundheitsgefährdende metzitzah bpeh ein bisschen einschränken wollte, rief das Urteil von 1944 in Erinnerung, das die Kinderarbeit einer neunjährigen Mädchens aus einer Familie der Zeugen Jehovas untersagte.
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    Die orthodoxen Rabbiner gehen allerdings gegen die geplante Maßnahme auf die Barrikaden. 200 Geistliche haben bereits angekündigt ,die Stadt zu verklagen, falls die Verordnung verabschiedet wird. Sie behaupten, Bloomberg schränke ihr Verfassungsrecht auf freie Religionsausübung ein. Eine Behauptung, die der Bürgermeister barsch abwies: „Das Recht auf freie Religionsausübung ist nicht absolut“, ließ er die Geistlichen wissen und verwies auf ein Urteil von 1944, in dem erfolgreich gegen religiös begründete Kinderarbeit geklagt wurde.

    Die jüdische Tageszeitung The Sun schrieb daraufhin ein flammendes Editorial, das Bloombergs Verordnung mit dem Beschneidungsurteil in Deutschland sowie einer Initiative in Kalifornien in Verbindung brachte, welche die Beschneidung verbieten wollte.

    von: Sebastian Moll
    aus: Mehr Hygiene bei der Beschneidung
    in: Frankfurter Rundschau 13.09.2012

    http://www.fr-online.de/politik/usa-mehr-hygiene-bei-der-beschneidung,1472596,17246008.html
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    Prince v. Massachusetts, 321 U.S. 158 (1944), was a case in which the Supreme Court of the United States held that the government has broad authority to regulate the actions and treatment of children. Parental authority is not absolute and can be permissibly restricted if doing so is in the interests of a child’s welfare. …

    A Jehovah’s Witness woman named Sarah Prince was convicted for violating child labor laws. She was the guardian of a nine-year old girl, Betty M. Simmons, whom she had brought into a downtown area to preach on the streets. This preaching involved distributing literature in exchange for voluntary contributions. The child labor laws that she was charged with violating stipulated …

    „But it does not follow they are free, in identical circumstances, to make martyrs of their children before they have reached the age of full and legal discretion when they can make that choice for themselves.“

    http://en.wikipedia.org/wiki/Prince_v._Massachusetts
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    In her defense, she argued that those laws violated her 14th Amendment rights to exercise her religion and her equal protection rights. The Supreme Court disagreed, and in its 1944 decision held that “neither the rights of religion nor the rights of parenthood are beyond limitation. … The right to practice religion freely does not include the right to expose the community or the child to communicable disease or the latter to ill-health or death.”

    von: Hella Winston
    aus: Metzitzah Arguments Seen Taking Shape
    in: The Jewish Week (New York) 27.09.2012

    http://www.thejewishweek.com/news/new-york-news/metzitzah-arguments-seen-taking-shape

  4. Edward von Roy Says:

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    Die Beschneidung gesetzlich gestatten?
    ZIS 10/2012

    Von Prof. Dr. Rolf Dietrich Herzberg, Bochum

    Der Bundestagsbeschluss v. 19.7.2012 fordert von der Bundesregierung den Entwurf eines Gesetzes. Es soll sicherstellen, „dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig ist“. Und es soll dabei grundgesetzlich geschützte Rechtsgüter, u.a. das „der körperlichen Unversehrtheit“, berücksichtigen. Wie das? Was erlaubt werden soll, die Abtrennung der Vorhaut, lässt sich nur unter Zurücksetzung, d.h. Nichtbeachtung des Rechtes auf körperliche Unversehrtheit durchführen. Es zu „berücksichtigen“ heißt doch wohl, an dem Verbot festzuhalten, das aus dem Gesetz folgt. Hier scheint aber gemeint, dass man es nicht ganz außer Acht lassen und der gesetzlichen Ausnahmeerlaubnis, Kindern die Vorhaut abzutrennen, wenigstens Grenzen ziehen soll.

    Vorgelegt hat die Bundesregierung Anfang Oktober 2012 einen „Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz“, überschrieben mit „Entwurf eines Gesetzes über den Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes“. Vorgeschlagen und zur Diskussion gestellt wird ein Regelungstext, der als § 1631d ins Bürgerliche Gesetzbuch aufgenommen werden soll …

    Der Regierungsentwurf sieht es anders. Er regt die Schaffung eines Rechtfertigungsgrundes an, den der Strafrichter verneinen muss, wenn er „durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet“ sieht. Rein theoretisch könnte der Richter über diesen Vorbehalt jede medizinisch unnötige Jungenbeschneidung der Rechtfertigung entziehen. Er müsste nur die Tat dahin gehend bewerten, dass sie als irreversible, riskante und mit erheblichen Schmerzen verbundene Körperverletzung das Kind es wohl gefährde (und tatsächlich beeinträchtige), und zwar in allen Fällen, auch im praktisch wichtigsten Fall der rituellen Beschneidung. Die Entstehungsgeschichte des neuen § 1631d BGB würde uns aber belehren, dass der Richter es so nicht sehen soll. Die Rechtfertigungsnorm durch ein strenges Kindeswohlverständnis, so einleuchtend es auch sei, gegenstandslos machen darf er nicht. Er soll ihr eine Art unwiderlegliche Vermutung des Inhaltes entnehmen, dass jedenfalls eine nach der lex artis durchgeführte rituelle, dem jüdisch-religiösen oder muslimisch-religiösen Zweck dienende Beschneidung das Kindeswohl nicht gefährde. Andererseits: Auf das religiöse Motiv beschränkt sein soll die Rechtfertigung auch wieder nicht. …

    Aber angedeutete Empfehlungen zur Zweckbewertung in den Materialien sind keine gesetzlichen Festlegungen. Außerhalb des (religiösen) Kernbereichs ist die in Abs. 1 S. 2 geforderte Wertung im Grunde dem Belieben des Richters überlassen. Er muss keineswegs, aber er kann z.B. die Zwecke der Onanieverhinderung, der Penisverschönerung, der Erleichterung des Waschens oder der Geschwisterangleichung (s.o. I.) missbilligen und die so motivierte Tat bestrafen. Denn bei solcher Zwecksetzung, könnte er sagen, werde die Beeinträchtigung des Kindeswohls durch Raub des sensibelsten Penisteiles von keiner guten Absicht aufgewogen.

    Diese Bewertungsfreiheit bedeutet eine große Rechtsunsicherheit. Sie wird vermieden, wenn man dem Motiv überhaupt keine Relevanz gibt. Genau so könnte man, wie unter I. schon gesagt, den Bundestagsbeschluss v. 19.7.2012 verstehen, und seine Sicht der Dinge scheint sich zu verbreiten: Weg von der so überaus heiklen Berufung auf die Religionsfreiheit, …

    Die vorgesehene Beschneidungserlaubnis fügt sich ein in einen Komplex von Vorschriften, die im Einzelnen bestimmen, welche Rechte und Pflichten die Eltern haben – im Rahmen ihrer stets „zum Wohl des Kindes“ auszuübenden „Personensorge“. Mit dem Wohl des Kindes ist aber die schwere Verletzung, die ihm der Beschneider antut, gar nicht vereinbar. Die Argumente pro Kindeswohlförderung erweisen sich, wie dargelegt, bei genauerer Betrachtung als nicht stichhaltig. Wenn es in der Familie um jemandes Wohl geht, dann um das der Eltern, die mit der Beschneidung eine religiöse Pflicht zu erfüllen, eine Tradition zu pflegen und vielleicht auch einem Gruppendruck zu gehorchen bestrebt sind. Intuitiv erfassen das auch die Apologeten des Elternrechts auf Kinderbeschneidung, denn den Akzent legen sie immer auf das elterliche Recht, ihre Religion auszuüben, und nicht etwa auf die elterliche Pflicht, ihr Kind zu „pflegen“. Es ist ja schon auf den ersten Blick eine geradezu aberwitzige Annahme, man könne ein Kind dadurch pflegen und seinem Wohl dienen, dass man ihm den sensibelsten Teil seines Geschlechtsorgans, der für das Empfinden sexueller Lust besonders wichtig ist, abschneidet. Die vorgeschlagene Rechtfertigungsnorm fingiert sozusagen die Vereinbarkeit mit dem Kindeswohl für einen Eingriff, ohne sich dazu zu bekennen, dass er eine schwerwiegende Körperverletzung und dem Kindeswohl in Wahrheit abträglich ist. In den langen Ausführungen der Autoren findet sich nirgendwo eine Begründung, weshalb im Normalfall der Beschneidung, den Abs. 1 S. 1 erfasst, die Abtrennung eines wichtigen, schützenden, hochsensitiven gesunden Körperteils von einem gesunden Körper das Kindeswohl nicht sofort beeinträchtige und für die Zukunft gefährde. Es wird dies nur behauptet, indem der Regelungstext die Kindeswohlgefährdung in Abs. 1 S. 2 als Ausnahme hinstellt.

    Damit verschleiert der Gesetzentwurf, worum es eigentlich geht: Um eine tatbestandsmäßige Körperverletzung, die in Wahrheit nicht zum Wohl des Kindes erlaubt wird (wie z.B. eine Blinddarmoperation oder wohl auch noch das psychisch indizierte Anlegen der Ohren), sondern – unter Inkaufnahme seiner Minderung – zur Befriedigung der Interessen anderer Personen. Das Kind ist Opfer einer Körperverletzung, die deshalb erlaubt sein soll, weil wichtige Interessen außerhalb seiner Person sie gebieten. In den allermeisten Fällen ist es das Interesse der Eltern an der Erfüllung einer religiösen Pflicht. Das macht die Situation der Eltern mit einer Notstandslage vergleichbar. …

    Gar nicht beachtet haben die Autoren des Entwurfs einen zweiten Widerspruch. Ich meine den Wertungswiderspruch zwischen dem geplanten § 1631d BGB und dem schon geltenden § 1631b BGB. Das Einwilligungsrecht, das den Eltern eingeräumt werden soll, bedeutet für sie die Erlaubnis, auf die Begehung einer Körperverletzung (§ 223 StGB) zum Schaden des Kindes hinzuwirken, und für den Beschneider die Rechtfertigung bei der Erfüllung des Tatbestandes. Den Referenten war natürlich eines klar: Sie durften diese Gestattungen nicht an die Voraussetzung binden, dass die Beschneidung, obwohl ohne Heilungssinn, das Wohl des Kindes positiv fördert. …

    Dieser Wertungswiderspruch bekräftigt unseren Befund. Anders als bei der gesetzlichen Erlaubnis der Unterbringung geht es bei der für die Beschneidung geplanten nicht um das Interesse des Kindes, um den Schutz und die Förderung seines Wohls. Vielmehr handelt es sich um einen Konflikt von Interessen, den der Gesetzgeber zulasten des Kindes und zugunsten der Eltern entscheiden soll. Die Rechtfertigungsnorm, die diese Entscheidung trifft, sollte sich nicht tarnen als eine Bestimmung, die eine besondere Maßnahme der „Personensorge“ zur „Pflege“ und zum „Wohl des Kindes“ erlaubt.

    Darum mussten sich die Referenten mit einer Annahme begnügen, die zwar auch falsch, aber nicht so offensichtlich falsch ist: Die medizinisch unnötige Beschneidung sei im Normalfall kindeswohlneutral, nur ausnahmsweise gefährde sie das Kindeswohl.

    Der Arzt Prof. Dr. Feurle berichtet in der FAZ vom 6.7.2012 von eigenen Erfahrungen, die er in einem Krankenhaus in New Jersey, USA, gemacht hat: „Nach örtlicher Desinfektion musste zunächst die Vorhaut mit der gezähnten Pinzette gefasst und von der Glans gelöst werden. Schon dabei schrien die Kinder erbärmlich. Als die Vorhaut dann mit der gebogenen Schere in mehreren Etappen rings abgeschnitten wurde, schrien die Kinder dermaßen, dass ihnen manchmal der Atem stockte und sie blau im Gesicht wurden. Mit aller Kraft versuchten sie, sich von ihren Fesseln zu lösen“. Später wirkt es sich aus, dass die Beschneidung dem Opfer irreversibel fast 70 % des sensorischen Penisgewebes raubt mit der unweigerlichen Folge eines erheblichen Sensibilitätsverlustes. Es ist abwegig, Misshandlung, Qual und Kindeswohlverletzung mit der Begründung zu bestreiten, die Eltern wollten die Operation zum Besten des Kindes, sie handelten aus Liebe und religiöser Fürsorge. …

    Lässt aber der Politiker sich nicht trösten und tritt er an die Öffentlichkeit mit dem Vorwurf, er sei nun infolge der Eigenmacht des Arztes lebenslang genitalverstümmelt, so droht ihm die nächste Belehrung; und zwar die bielefeldtsche Rüge, das sei aber eine „diskreditierende Bezeichnung“, die ja den unschädlichen Akt empörender Weise mit der Genitalverstümmelung von Mädchen gleichsetze „und unter Juden und Muslimen daher tiefe Verbitterung“ auslösen müsse. Aber Betroffenen und Kritikern das Wort „Verstümmelung“ zu verbieten, weil die Beschneidungsbefürworter lieber den gärtnerischen Euphemismus hören und gebrauchen, ist natürlich Unfug. Wer einem Menschen, ob Kind oder Erwachsener, den sensibelsten Teil seines Geschlechtsorgans raubt, der verstümmelt ihn an diesem Organ, wie er durch die Amputation des kleinen Fingers die Hand verstümmeln würde. Dass der Penis für den Geschlechtsverkehr mehr oder weniger tauglich bleibt, wie die Hand zum Greifen, tut nichts zur Sache. Der Geist, in welchem der Akt vollzogen wird, mag ihn in den Augen der Gläubigen zu einer heiligen, einer von Gott gewollten, einer den Bund mit Gott stiftenden Verstümmelung machen, aber er bleibt, was er ist: eine Verstümmelung.

    http://www.zis-online.com/dat/ausgabe/2012_10_ger.pdf

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  5. Bragalou Says:

    S t i c h w o r t e

    Vorhautoperationen
    Dokumentationspflicht
    abrechnungsbegründende Dokumentationspflicht nach 31.2.2
    Versuch der Abschaffung der Fotodokumentation
    Antrag auf Abschaffung der Bilddokumentation
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    Dr. med. Birgit Pabst
    10.02.2014

    An das
    Institut des Bewertungsausschusses

    … nach meinen Informationen liegt dem Bewertungsausschuß ein Antrag der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein vor, die abrechnungsbegründende Dokumentationspflicht nach 31.2.2 für die Vorhauteingriffe mit den OPS 5-640.2 und 5-640.3 abzuschaffen bzw. diese Eingriffe in eine andere EBM-Gruppe einzugliedern. Erklärtes Ziel des Antrages ist, diese Eingriffe der Präambelvorschrift 31.2.2 des Kapitels der dermato-chirurgischen Eingriffe zu entziehen …

    Ich beantrage,

    1. eine erweiterte Aufbewahrungspflicht von mindestens 20 Jahren einzuführen (…)

    Den Fotos zur Dokumentationspflicht bei Vorhauteingriffen eine Sonderstellung anzudeuten ist somit nicht sachgerecht …

    http://www.beschneidungs-forum.de/index.php?page=Thread&postID=27161

    http://www.beschneidungs-forum.de/index.php?page=Attachment&attachmentID=958&h=5cb6fe26c2584cdf41c0832e73120c53aa941aa7

    http://intaktiv.de/wp-content/uploads/2014/02/Dr.Birgit_Pabst-Dokumentationspflicht_nicht_abschaffen.pdf
    *
    *
    *
    Lesenswert besprochen bei Beschneidungsforum, Maria Werner:

    „Dem Bewertungsausschuss liegt ein Antrag vor, nach dem die Vorhautamputation nicht mehr bildlich dokumentiert werden soll (Zustand vor und nach dem Eingriff). Dadurch würden wichtige Beweismittel entfallen und dem munteren Treiben der Scheindiagnosen und nicht indizierten Vorhautamputationen noch weiter als bisher Tür und Tor geöffnet werden.“

    http://www.beschneidungs-forum.de/index.php?page=Thread&postID=27161
    *
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    *

  6. Anzeige gegen EMLA-Hersteller Says:

    Bewundernswerte Aktion von Lutz Herzer:

    Anzeige gegen EMLA-Hersteller
    10.04.2014

    [ von der Staatsanwaltschaft wenig plausibel begründet bereits am Folgetag eingestellt. ]

    http://www.beschneidungsforum.de/index.php?page=Thread&threadID=4209

  7. Mythos Phimose Says:

    Epidemiology of male genital abnormalities: a population study.
    Wan S1, Wang Y, Gu S.

    Abstract
    BACKGROUND:

    We conducted genital health wellness screens in male kindergarten children between the ages of 3 and 6 years to assess the incidence of congenital abnormalities and their treatment.
    METHODS:

    We performed genital examinations on 2241 male children in 8 kindergartens. We screened for 4 conditions: phimosis, hypospadias, cryptorchidism, and hydrocele/hernia. We assessed the incidence of these conditions and the effectiveness or lack of their treatment.
    RESULTS:

    Among this sample, 55.5% children aged 3 to 4 years and 44.1% aged 5 to 6 years were found to have persistent phimosis. The circumcision rate, excluding those performed in conjunction with hypospadias repair, was 2.8%, but it carried a 3.2% complication rate. There was a lower incidence of hypospadias and cryptorchidism than reported in the literature at 0.2% and 0.4%, respectively. Our hypospadias repair rate was 60%, with a success rate of 66.7%. Our cryptorchidism repair rate was only 25%, and all repairs were performed above the age of 5 years. Incidence of hydrocele and hernias was 1.2%, and our treatment rate was 46.2%. Finally, we found high incidence of keloid formation, 73.3%, associated with inguinal incision.

    CONCLUSIONS:

    There was high prevalence of phimosis in Chinese boys, a natural physiologic condition, up to age 6. [ Anmerkung: Gesundheitsgefährdend nachlässig bzw. verdienstorientiert beschneiderfreundlich fehlt der Hinweis darauf, dass ältere Kinder, etwa sieben- bis zwölfjährige Jungen, gar nicht untersucht werden konnten, da es sie in einem Kindergarten nun nun einmal nicht gibt. ] There appeared to be lower incidences of hypospadias and cryptorchidism in our screened population. However, there were opportunities for us to improve the diagnosis and treatment of these 2 conditions. Our hydrocele/hernia incidence was on par with literature, but we had a lower treatment rate. Finally, we found a high incidence of keloid formation associated with inguinal incision.

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24567010

    Epidemiology of Male Genital Abnormalities: A Population Study

    Wan, et al.

    Pediatrics 2014; 133:3 e624-e627

    http://pediatrics.aappublications.org/content/133/3/e624.long

  8. Machandelboom Says:

    ::

    KÖLN 2014
    Welttag der genitalen Selbstbestimmung – Worldwide Day of Genital Autonomy …
    „Ein weltweites Beschneidungsverbot für alle Jungen und Mädchen unter 18 Jahren“

    Mina Ahadi, die für den Zentralrat der Ex-Muslime sprach, sagte, es ging heute nicht mehr nur um eine Botschaft an die deutsche Regierung, das Beschneidungsgesetz abzuschaffen, sondern, darum solche Gesetze international zu verhindern. Besonders Familien aus sogenannten Islamischen Ländern seien zum Umdenken aufgefordert. Laut Ahadi fürchteten die Vertreter islamischer Religionsgemeinschaften um ihren Machtverlust und setzten die Europäische Regierungen derzeit unter Druck. Die heutige Demonstration richte sich nicht nur an die europäischen Staaten sondern habe vor allem auch eine Signalwirkung in Richtung der islamischen Länder wie Iran, Irak, Sudan, Afghanistan usw., in denen die Beschneidung aus religiösen Motiven häufig vorgenommen werden. Ahadi forderte ein weltweites Beschneidungsverbot für alle Jungen und Mädchen unter 18 Jahren.

    Gislinde Nauy

    http://hpd.de/node/18545?page=0,1

    ::

  9. Bragalou Says:

    Eine neue Verhöhnung der Bürgerrechte und Verharmlosung der Scharia? Der Titel jedenfalls lässt nichts Gutes erahnen:

    Säkulare Selbstbestimmung versus religiöse Fremdbestimmung?: Zur Kritik an der öffentlichen Debatte um das Beschneidungsritual

    Michael Wermke (Hg.)

    Mit Beiträgen von Heiner Alwart, Jens Haustein, Kristina-Monika Hinneburg, Miriam Rose, Manuel Vogel und Michael Wermke.

    http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3374037976/wystrach

  10. Bragalou Says:

    Der erfolgreiche Kampf gegen FGM oder MGM erfordert das Bekenntnis der Aktivisten zur Null-Toleraz-Grenze („zero tolerance“) was wiederum bedeutet, auch zum Beschneidungswunsch des Kindes (Kind = Mensch unter achtzehn Jahre) unzweideutig Nein zu sagen.

    Dr. Reinald Eicholz ist Jurist, ehemaliger Kinderbeauftragter der Landesregierung NRW und Mitglied in der National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Die notorisch schariafreundliche evangelische Theologenfront publiziert Beschneidungsversteher Reinald Eicholz (Theo-Web. Zeitschrift für Religionspädagogik 13 (2014), H.1, 33-44).

    Eicholz verwendet (Literaturverzeichnis) die anatomisch unkundigen (Verlust von 10000-20000 Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen der Typen Meissner, Ruffini, Vater-Pacini und Merkel bei jeder Jungenbeschneidung, die damit im Hinblick auf die lebenslange sensitive Schädigung Äquivalent ist zur FGM Typ Ib das ist die Exzision der Klitoris) und allein dadurch unwissenschaftlichen und kinderfeindlichen Ansätze von Aktionsbündnis Kinderrechte, Heiner Bielefeldt und Deutsche Liga für das Kind in Familie und Gesellschaft.

    Insgesamt könnte dieser Beschneidungslobbyismus der Evangelischen um Theo-Web, demnächst vielleicht irgendwie beglückend fusioniert mit dem Ansatz von Genital Autonomy (Boulder Colorado 2014) und der Oslo Declaration 2013 (um Anne Lindboe) zum Legalisieren des Modells Beschneidungswunsch jedes Jungen führen, dem, siehe Tatjana Hörnle (70. Deutscher Juristentag), der legalisierte Beschneidungswunsch jedes Mädchens allerdings hinzuzufügen ist.

    All das gilt es nach der Maßgabe des Keine Beschneidung unter 18 selbstverständlich zu verhindern.

    „FAZIT … Erst eine konsequente Ausrichtung der Gesetzeslage an der Subjektstellung des Kindes könnte die verfassungsrechtlichen Zweifel ausräumen. …

    das in der Kinderrechtskonvention und im Grundgesetz verankerte Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit … Das Kind ist Träger aller Menschenrechte … dass in dieses Recht nur eingegriffen werden darf … wie insbesondere die Einwilligung des Betroffenen. …

    Weil es ein Verfügungsrecht über das Kind nicht geben kann, kann dieses Recht zur Einwilligung rechtlich nur dem Kind selbst zustehen. Aus diesem Grunde kommt dem Willen des Kindes entscheidende Bedeutung zu. Sobald es die Tragweite seiner Entscheidung einschätzen kann, ist seine Zustimmung entscheidend für die Rechtfertigung …

    Bekanntlich wird auch beim Wahlrecht diskutiert, ob dies nicht Menschenrecht von Geburt an ist. Zu diesen Menschenrechten zählt aber nicht zuletzt auch das Recht auf freie Religionsausübung …

    Bedenkt man, dass die Problematik des § 1631d BGB im Kern die mangelnde Berücksichtigung der Subjektstellung des Kindes einschließlich seines Rechts auf religiöse und kulturelle Identität ist, wird das beschlossene Gesetz zu einem sprechenden Beleg für die Notwendigkeit, die Subjektstellung des Kindes durch den Verfassungsgeber so sichtbar im Grundgesetz zu verankern“

    pp 35-36 und 37

    http://www.theo-web.de/zeitschrift/ausgabe-2014-01a/07.pdf

  11. Bragalou Says:

    Die Beschneidungsdebatte als religionspädagogische Herausforderung
    von Rolf Schieder

    Dr. Rolf Schieder („Der Coup von Köln“) ist Professor für Praktische Theologie und Religionspädagogik an der Humboldt-Universität Berlin. Schieder will Deutschlands religiöse Familien ihre Kinder auch in Zukunft genital verstümmeln („beschneiden“) lassen und ermahnt die Bevölkerung zu „Einsichten in den theologischen Bezugsrahmen von Beschneidung“ sowie zu „Anerkennung religiöser Diversität“.

    Theo-Web. Zeitschrift für Religionspädagogik 13 (2014), H.1, 21-32.

    „Fähigkeit, sich in die Deutungsrahmen anderer Lebensformen einzufühlen und sich deren Binnenplausibilität zu erschließen [in gewissen religiösen Kreisen ist Steinigung plausibel] …

    Mit zunehmender Pluralisierung steigen die Ansprüche an die Diversitätsakzeptanz und die Empathiefähigkeit einer Gesellschaft. Die Bereitschaft zu einem respektvollen Umgang mit Andersheit wird zu einer unabdingbaren Bürgertugend [soll ich den Hells-Angels Rocker oder den NPD-Funktionär im Rahmen des „respektvollen Umgangs mit Andersheit“ ethisch schätzen und politisch integrieren?]. …

    dass der öffentliche biopolitische Diskurs nicht dazu führen darf, dass der Staat zum Organisator einer normalisierten sexuellen Biographie wird [das erfordert eigentlich die Akzeptanz der FGM selbst von Typ III, denn die sich ergebende Sexualbiographie ist gewiss nicht normal, sondern außergewöhnlich, binnenplausibel … Antrag abgelehnt, keine Beschneidung unter achtzehn, weder an Jungen noch an Mädchen]. Die Betrachtung der religiösen Beschneidung allein und ausschließlich aus der Perspektive medizinischer Experten …

    Sensibilität für Diversität in unserer Gesellschaft, die ihrerseits ein sexuelles Normalisierungsprogramm verfolgen, liegt auf der Linie dessen, was Foucault als die zunehmende Diskursivierung des Leibes beklagt hat. Die Medikalisierung aller Lebensbereiche überfordert nicht nur das medizinische Personal, sondern führt auch zu einer bedenklichen Reduktion des Menschen auf das Körperliche [aha, die partielle Genitalabschneidung ist irgendwie spirituell und damit sozusagen als Weltkulturerbe unter Schutz zu stellen wie pubertätsrituelles Zahnausschlagen bzw. Zahnzurechtfeilen oder klassisch-chinesisches Füße-Einbinden].“

    http://www.theo-web.de/zeitschrift/ausgabe-2014-01/06.pdf
    *
    *
    Dass Rolf Schieder jetzt eigentlich auch nach Legalisierung der weiblichen Genitalbeschneidung (FGM) rufen müsste, wird sehr schön erkannt von Forist Selbstbestimmung

    http://beschneidungsforum.de/index.php?page=Thread&threadID=4832

  12. Machandelboom Says:

    MOGiS. MOGiS schon wieder.

    ::
    Der zur Grundrechtswidrigkeit und Menschenrechtswidrigkeit des Islamischen Rechts (Scharia; Fiqh) schweigende Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS äußerte sich gestern zu Jungenbeschneidungsfreundin und überhaupt Schariafreundin Aydan Özoguz:

    Integration auf dem Rücken der Kinderrechte?

    Am Mittwoch, dem 29. Oktober 2014, legte die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz (SPD), dem Bundestag den 10. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland vor.

    Unter anderem nahm sie darin auch Stellung zum Ende 2012 in Kraft getretenen Beschneidungserlaubnisparagraphen 1631d BGB, der Vorhautamputationen ohne medizinische Indikation an minderjährigen Jungen aus jeglichem Grunde dem Erziehungsrecht der Eltern unterstellt hat.

    „Die Beauftragte begrüßt den Gesetzestext ausdrücklich. Sie sieht einen wesentlichen Mehrwert der gesetzlichen Regelung in der Beendigung der Verunsicherung durch die Herbeiführung der notwendigen Rechtssicherheit.

    Die Beauftragte bewertet das Gesetz darüber hinaus als deutliches Bekenntnis der Bundesregierung zur Zugehörigkeit von Menschen jüdischen und muslimischen Glaubens zu Deutschland sowie zu dem Recht auf freie Religionsausübung. Die positiven Reaktionen der Juden und Muslime auf die nun geschaffene Rechtssicherheit versteht sie insoweit als ein wichtiges Signal.“

    (…) Interessant ist hierbei, dass das Gesetz bei den dafür relevanten Kriterien keine Verbesserung, sondern gar Verschlechterungen mit sich bringt: so war die Einhaltung der Regeln der ärztlichen Kunst bei Operationen schon immer bindend, Ausnahmen davon gab es nicht.

    Diese wurden erst mit dem § 1631d BGB eingeführt, der nun auch explizit die Ausführung einer chirurgischen Amputation eines Körperteils durch Nichtmediziner erlaubt. Wie die im Gesetz geforderte vergleichbare Befähigung in diesem Falle auszusehen hat, bleibt im Dunkeln.

    (…) Es bleibt unverständlich, wie die Bundesbeauftragte das Gesetz begrüßen kann, wenn keine Maßnahmen erkennbar sind, die die von Fachärzten [warum fehlen Namen?] genannten Bedenken [bitte? nur Bedenken, kein klares Nein?] und das dokumentierte Leid von Jungen [falsch, das wächst sich nicht aus, das lebenlange Leid] ausräumen könnten. Es dürfte Frau Özoguz bekannt sein, dass der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte bereits mehrfach in Pressemitteilungen auf die unverändert hohen Komplikationsraten hinwies.

    [Leider verfehlt der auf Komplikationen hinweisende Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS das Thema männliche Genitalverstümmelung und sagt an dieser Stelle nicht, dass die Zirkumzision mit der Klitorisamputation FGM Typ Ib zu vergleichen ist und dem männlichen Menschen 10.000 bis 20.000 Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen der Typen Meissner, Pacini, Vater-Pacini und Merkel amputiert, die Klitoris hat davon 8.000]

    (…) [MOGiS dünn zur lebenslangen Zerstörung sensitiver Empfindungsfähigkeit, die man lateinkundig fremdwortfein nicht Kaputtmachen oder Zerstörung, sondern „Limitierung“ zu nennen beliebt]

    Ein eklatantes [Wie bitte? Hundertprozentiges Kaputtmachen von Gefurchtem Band und meistens auch Frenularem Delta sowie Frenulum ist für MOGiS nur irgendwie sehr hoch, „eklatant“?] Risiko [Thema verfehlt] hingegen besteht für den betroffenen Jungen: auf Schmerzen, schwere Loyalitätskonflikte, Störungen in der psychosozialen Entwicklung, auf noch über die Amputation der Vorhaut hinaus gehende Schädigungen und Verletzungen, Traumata und lebenslange Limitierung sexuellen Erlebens.

    [Ndiyindoda, jetzt wird es genitalautonom, Deutschlands Jungen sollen ganz offensichtlich in ihr Verstümmeltwerden einwilligen dürfen und dem Aushandeln von Altersgrenzen steht aus Sicht von MOGiS offensichtlich immer noch nichts nichts im Weg, was mit Karl-Peter Ringel und Tatjana Hörnle freilich bedeuten muss, dass auch Deutschlands Mädchen allesamt sagen dürfen: ‚Ngaitana. Ich will beschnitten werden‘. Warum fordert MOGiS denn nicht für Mädchen und Jungen die Null-Toleranz-Grenze mit einem unzweideutigen ‚Keine Beschneidung unter achtzehn!‘?]

    (…) nicht hingegen die betroffenen Kinder. Laut Gesetzestext muss deren Wille nicht beachtet, sondern sich nur mit ihm auseinandergesetzt werden – und das auch nur, wenn das Kind bereits in der Lage ist, diesen überhaupt hinreichend zu äußern [Schwachsinn, ein Minderjähriger kann die lebenslangen negativen sexuellen Beschneidungsfolgen nicht überblicken und ist daher in seine FGM oder MGM nicht einwilligungsfähig]. In der Praxis bedeutet dies, dass auch ein klares Veto des Kindes der Operation nicht zwingend im Wege steht, solange die Eltern dieses zur Kenntnis nehmen und das Kind daraufhin „überstimmen“. All dies lässt den betroffenen Jungen völlig schutz- und rechtlos zurück.

    (…) Da es sich um einen irreversiblen Eingriff in die Intimspäre des Menschen mit lebenslangen erheblichen Auswirkungen auf seine Sexualität handelt, verletzt er den Kern der Menschenwürde und die UN-Kinderrechtskonvention.

    [Aha, die „Auswirkungen“ bleiben „lebenslang“ bestehen. Aber wie sind sie denn bitte? Mit positiven oder negativen „erheblichen Auswirkungen“? MOGiS weicht ausgechnet hier, kinderrechtlich unakzeptabel, einfach aus.]

    http://beschneidung.die-betroffenen.de/blog/Lagebericht-Integration/

    ::
    ::
    Önder Özgeday meint es sicherlich jedenfalls hoffentlich gut und klagt:

    „Grundrechte, Menschenrechte beschließen, aber sie einfach für einige Kinder nicht gewähren!“

    [Schon recht Herr Özgeday, aber dann lassen wir mit Karl-Peter Ringel und Tatjana Hörnle doch einfach auch die Mädchen beschneiden, dann sind alle Kinder gleichbehandelt und ist keine Kindergruppe benachteiligt???]

    [Önder Özgeday stellt die richtige, wichtige Frage, lässt sie aber leider unbeantwortet: ]

    (…) Es heißt oft, Moslems und Juden sollten die Frage von männlicher Genitalverstümmelung unter sich klären. Ist meine körperliche Unversehrtheit in diesem Land also weniger wert, weil ich türkischer Herkunft bin?

    Dann sind meine Grundrechte also Privatsache des Kulturkreises, aus dem ich stamme, bestenfalls ein Zufallsprodukt – und ihre mögliche Verletzung ein Kollateralschaden „gelungener Integration?“

    [Auch Önder Özgeday fordert am gestrigen 30.10.2014 leider nicht: ‚Keine Beschneidung unter 18‘. Eine weitere Chance wurde verpasst.]

    http://beschneidung.die-betroffenen.de/blog/Lagebericht-Integration/

    ::
    ::
    Vor zwei Jahren war Önder Özgeday durchaus eindeutiger, auch wenn man, um nicht erst über genitale Mündigkeit zu diskutieren, die explizite Nennung von achtzehn Jahren bestehen muss, zumal wenn man auf einer Homepage (Erol Özkara. Für Neukölln im Abgeordnetenhaus) kommentiert, deren Besitzer gerade das Jungenbeschneidungsalter von 14 Jahren gefordert hat:

    Jeder, der sich im Erwachsenenalter beschneiden lassen möchte, darf dies gerne tun.

    http://www.erol-oezkaraca.de/2012/10/beschneidung-teil-3/

    Ganz schlimm dort, enttäuschenderweise, ausgerechnet der gut informierte Stefan Schritt (Zirkumpendium), der ohne Not nach etwas Einzelfallbetrachtung und Beratungsgequatsche auch vierzehnjährige oder sechzehnjährige (männliche) Minderjährige in ihre Genitalverstümmelung einwilligen lassen wollte:

    „Ob das mit 14 schon der Fall sein kann, hängt stark vom Druck der Familie auf den Jugendlichen ab, ist aber in Anbetracht der Religions- und Strafmündigkeit mit ebenfalls 14 Jahren als Mindestalter vertretbar, auch wenn 16/18 analog zu Schönheitsoperationen etc. sicherlich besser wäre.“

    Stefan Schritt hätte, ein vergleichbares sensitives Zerstören am weiblichen Körper verteidigend, damals eigentlich auch für das vierzehnjährige oder sechzehnjährige Mädchen das Recht auf eine FGM Typ Ib (Klitorisamputation) fordern müssen. Gut dass er das nicht getan hat, aber jetzt muss die Null-Toleranz-Grenze klar werden: Keine Genitalbeschneidung (FGM oder MGM) unter achtzehn Jahren.

    Schlimm war Erol Özkara 2012, „Zustimmung des Betroffenen (eventuell ab 14 Jahren orientiert an der Religionsmündigkeit).“, bei dem Özgeday und Schritt kommentierten, allerdings blieb Özkara ja ganz im Rahmen des grundgesetzwidrigen Alternativentwurfs des Bundestags.

    http://www.erol-oezkaraca.de/2012/10/beschneidung-teil-3/

    ::

  13. Carcinòl Says:

    Unbeschnittene haben in Kulturen, bei denen die Initiation mit einer Beschneidung verbunden ist, mit handfesten Nachteilen zu rechnen: Sie gelten als rechtlich, sozial und wirtschaftlich nicht erwachsen und dürfen in vielen Kulturen weder heiraten noch erben. Real und auch magisch verleiht also in solchen Kulturen erst die Beschneidung im Rahmen der Initiation den vollen Erwachsenenstatus. Was der bekannte frühere Präsident Südafrikas, Nelson Mandela, aus der Traditionalen Kultur der Xhosa stammend, in seiner Biographie berichtet, ist für viele Kulturen typisch … Auch ein Xhosa kann unbeschnitten nicht heiraten, erben und religiöse Zeremonien leiten.

    p 61

    von: Uwe Krebs (Erziehung und Sozialisation im Kulturvergleich anhand ethnologischer Monographien)

    in: Elisabeth Zwick (Hg.) Pädagogik als Dialog der Kulturen: Grundlagen und Diskursfelder der interkulturellen Pädagogik

    https://books.google.de/books?id=5gPQD9Hy6iYC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

  14. Edward von Roy Says:

    You can’t ‘ave THIS THING, my son. It no belong to you. Not our religion, see.

    Hömma, du kannz DIESE SACHE nich haben, mein Sohn. Die gehört nich zu dir. Dat is nich unsre Religion, vastehste.

    ::

    Die islamische Mädchenbeschneidung ist (mindestens) schafiitische religiöse Pflicht – auch die also müsste Dänemark registrieren. Und mindestens für besonders Befugte – Wissenschaftler, Imame usw. – wird es die Ebene der Patientendaten bzw. der persönlichen Namen geben.

    An Kontur gewinnender Islamfaschismus (Kalifat) braucht die Registrierung der Genitalverstümmelung (MGM, FGM). Hoffentlich kann der Datenschutz noch verhindern, dass Dänemark ein Beschneidungsregister einführt.

    *Sarkasmus ein*

    Na, dein Sohn oder deine Tochter will in die Moschee oder in den Islamischen Religionsunterricht, ist aber am Geschlechtsteil noch nicht rituell rein (ṭāhir)? Ihr wisst doch, vorhandene Klitorisvorhaut bzw. inkakte Klitoris ist für Mädchen über neun Jahren und anwesendes Präputium für Jungen über 15 Jahren islamisch illegal (ḥarām). Ihr wollt doch einst nicht ins ewige Feuer (ǧahannam) kommen, sondern ins Paradies (ǧanna), oder? Your son goin’ bloody ‘ell with this thing.

    *Sarkasmus aus*

    ::

    Alle religiøse omskæringer skal nu registreres

    Nu skal et nyt register for første gang forsøge at skabe klarhed om netop de spørgsmål. … Islamiske Trossamfund i Danmark, Imran Shah, … Dansk Folkepartis sundhedsordfører, Liselott Blixt

    http://nyhederne.tv2.dk/2015-07-26-alle-religioese-omskaeringer-skal-nu-registreres

    Das protheologisch und proreligiös (sprich auch proschariatisch) orientierte Beschneidungsforum (Weguer, wenn Jungenbeschneidung Schariapflicht ist, bist du dann für oder gegen die Scharia?) hat bislang offensichtlich nicht verstanden, was für ein Totalitarismus sich aus einer Registratur religiöser Genitalverstümmelung ergeben kann – der Staat wird der organisierten Umma den vollen Zugang zum Register, und das enthält die Ebene der Personennamen, nicht verweigern, was für die schützenswerte Intaktheit des Genitals aller Minderjährigen (unter achtzehn Jahre) gerade nicht günstig ist.

    https://www.beschneidungsforum.de/index.php?page=Thread&threadID=5595

    ::

    Kritik: Jøder og muslimer skal ikke i særligt register

    Må man registrere borgere på baggrund af deres religion? … Registret er lavet på initiativ fra den tidligere regering i 2013 og skal være med til at kvalificere omskæringsdebatten herhjemme ved blandt andet at klargøre omfanget af rituelle omskæringer og hyppigheden af sundhedsmæssige komplikationer efter indgrebene.

    http://www.kristeligt-dagblad.dk/danmark/kritik-joeder-og-muslimer-skal-ikke-i-saerligt-register

    ::

    27.07.2015
    by Rose Nayatine

    Intact Denmark [das ist Lena Nyhus] i TV2 News i dag kl. 17.30 – ang. det nye register for omskæring

    https://intactdenmark.wordpress.com/2015/07/27/intact-denmark-i-tv2-news-i-dag-kl-17-30-ang-det-nye-register-for-omskaering/

    ::

    East Is East (Film, 1999)

    00:18:02 Not our religion, see?

    Time – Phrase

    00:17:57 You can’t have this thing.

    00:18:00 It no belong to you.

    00:18:02 Not our religion, see?

    00:18:04 No worry about it. I buy you nice watch.

    00:18:08 0h, why bother with this at his age, George?

    http://www.subzin.com/quotes/M1526479d5/East+Is+East/Not+our+religion%2C+see%3F

    ::

    East is East (Film, 1999)

    Schlimmer Slang in der von “Verwestlichung” sprich Islamlosigkeit bedrohten Familie, jeder zweite Satz verwendet bloody, verdammtnochmal.

    Der traditionsbewusste Patriarch sieht sich vor der gesamten Moscheegemeinde bloßgestellt, grausam entehrt, weil sein jüngster Sohn noch nicht vorhautamputiert ist.

    Schorsch: Getan? Isch werde sagen was er verdammtnochmal getan hat. Er hat misch verdammt blamiert. Die ganze Familie hat misch verdammt vorgeführt. Da gehe isch jahrelang Moschee. Wie soll isch morgen demm Mullah innet verdammte Gesischt gucken? Alldieweil DEIN SOHN noch diesen verdammten Dödel hat.

    George: Done? I tell you what he bloody done, missus. ‘E makes a bloody show of me. All the bloody family always makes a bloody show of me. I go to that mosque long time. Now how I looking Mullah in the bloody face? ‘Cause your son got bloody tickle-tackle.

    [Im Jargon steht tickle-tackle ironisch und frivol für das männliche Genital; Yet another slang term for male genitalia, but twee and camp rather than vulgar. “If you show me your boobs I’ll show you me tickle-tackle.”]

    http://de.urbandictionary.com/define.php?term=tickle-tackle

    Sajid (backing away): Get stoofed!

    [Ziemlich grob für Verpisst euch: “Fickt euch”; Didn’t know what “stoof” meant so I looked it up. Stoof means “another word for sex, or when you want to fuck”.]

    http://justicebuilding.blogspot.de/2013/06/a-hero.html

    Drehbuch bzw. Filmbeschreibung zu Sajids Verhalten: backing away, weicht zurück; Sajid whimpers, Sajid wimmert, er hat also große Angst vor der männlichen Genitalverstümmelung.

    Die in Halacha und Islam dämonisierte Vorhaut als das männliche Lustorgan Nummer Eins wird zu DIESE SACHE:

    DIESE SACHE muss abjeschnitte sein!

    Auch das fromm tuende, aus Pakistan stammende und die Unmoral und “Verwestlichung” seiner ziemlich englischen Familie fürchtende Familienoberhaupt verwendet lautstark und wenig fromm einen subproletarischen Slang:

    George: No bloody funny, you sees. It’s got be fixed! This thing has to be cutting! (Sajid runs away) Ey! Come ‘ere you bastard!


    Saleem: (secretly an art student, drawing an intact penis to show his brothers and sister) We draw ’em all the time at college. … protects the end of the penis.

    Der totalitär spirituelle Manir kennt seine Religion:

    Vorhäute sind dreckig.

    Salim zweifelt eher am Glauben als an der Evolution:

    Es gäbe sie nicht, wenn sie wirklich dreckig wären.

    Maneer (the religious one): Foreskins are dirty.

    Saleem: They wouldn’t be there if they were dirty.

    Mina stellt alte Gewohnheiten in Frage:

    Warum schneidet man sie eigentlich immer ab?

    Meenah: Why do they cut it off?

    Der Sohn versteckt sich vor Schorsch und schließt sich auf dem Klo ein. Der islamisch jenseitszentrierte und schariakonform vorhauthassende Vater kann nur durch ein Loch in der Toilettentür zu Sajid hereinrufen:

    Hömma, du kannz DIESE SACHE nich haben, mein Sohn. Die gehört nich zu dir. Dat is nich unsre Religion, vastehste.

    George (calling through a hole in the outside toilet door to Sajid): You can’t ‘ave this thing, my son. It no belong to you. Not our religion, see. No worry about it. (Cajoling [redet ihm gut zu]) I buy you nice watch.

    Ella: Ach Schorschilein, warum warum sollen wir uns in seinem Alter mit dem ganzen Thema noch rumärgern.

    Oh why bother with all this now at ‘is age, George?

    Doch der seinen moscheegemeindlichen Ehrverlust fürchtende Ehemann erinnert an das im Islam sehr grundsätzlich präputial bedrohte Seelenheil.

    The ‘ell ist eigentlich hell also die Hölle und DIESE SACHE, der Vorhautbesitz, führe unweigerlich weg vom Paradies und ins ewige Feuer:

    George: Your son goin’ bloody ‘ell with this thing. But we fixes.

    Die Ehefrau versucht es reformislamisch, keine Chance:

    Ella: Achnee, dat führt ihn nich inne Hölle.

    Ella: ‘E’s not goin’ to ‘ell.

    George: I tell you, missus, it’s my ‘ouse, an I bloody control it. (They argue.)

    Nach der Genitalverstümmelung (aus schlechter Gewohnheit im Deutschen verharmlosend Beschneidung genannt) im Krankenhaus.

    Muslim “Schorsch” lässt dem professionell perfekten doch unbekümmert genitalbeschädigenden, vermutlich indischen Arzt gegenüber eine für ihn gewohnte rassistische Bemerkung fallen, der immerhin gerade seinen Sohn “beschnitten” sprich genitalverstümmelt hat.

    Das Beschneidungsgeschenk, eine Uhr, so lesen wir, sei irgendwie arabisch, vielleicht ein religiöser Wecker mit Gebetszeiten, sicherlich eine Anspielung auf das zeitlos islamische Zeitverständnis.

    Der ewige reine Osten ist im dekadenten England angekommen und hat mit euren wissenschaftlichen Erkenntnissen und euren allgemeinen Menschenrechten nichts zu tun, so ließe es sich mit “George” sagen, uns korantreuen Orientalen die kulturelle Vormoderne, East is East.

    http://www.circumstitions.com/Movies.html

  15. Edward von Roy Says:

    Erst heute gefunden, unter der am 21.07.2012 in der Neue Zürcher Zeitung (NZZ) publizierten kinderrechts- und anatomiebezogenen Desinformation von Alan Niederer (ni.) (Häufigster Eingriff in der Kinderchirurgie) meine Kommentare vom 13.08.2015. Mein Dank an die NZZ für das Zulassen der Kommentare.

    So kommentiert auch zu den beiden Texten von Simon Hehli (hhs.) (21.07.2015; 22.07.2015).

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    Bis zu 20000 Nervenenden bzw. Tastkörperchen (der Typen Meissner, Vater-Pacini, Ruffini, Merkel) gehen bei der Zirkumzision für immer verloren.

    Die schlichten anatomischen Fakten zur durchschnittlich bis zum Alter von 10,4 Jahren bestehenden physiologischen Phimose im Sinne einer erst von diesem Alter an möglichen vollständigen Retraktierbarkeit (Jakob ØSTER (1968); Hiroyuki KAYABA (1996)) sind immer noch wenig bekannt. Zehn Komma vier Jahre! Die zweite Hälfte der Jungen ist erst ein paar Monate oder ein paar Jahre später so weit, mit 13 oder 15 Jahren beispielsweise.

    Auch die sensorische Bedeutung der Vorhaut ist vielen Menschen unklar, die nämlich durchaus der Klitoris oder den kleinen Labien entspricht. Das Präputium ist mithin das Zentrum des männlichen sexuellen Lusterlebens (Sorrells et al.: Fine-touch pressure thresholds in the adult penis).

    Richtigerweisene sind in vielen Staaten auch die geringst invasiven Formen der weiblichen Genitalverstümmelung verboten.

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    Die sensorische Ausstattung und Funktion der Vorhaut sind für die Sexualität und ebenso für die Partnerschaft hoch bedeutsam, s. die dänische Studie von Frisch, Lindholm und Grønbæk (Male circumcision and sexual function in men and women).

    Im Gegensatz zur Eichel (Glans penis), welche naturgemäß fast nur zur Wahrnehmung von Schmerzreizen fähig ist, enthält die Vorhaut (Präputium) zusätzlich Mechanorezeptoren: Ruffini-Körperchen zum Detektieren von Dehnungsreizen, Meissner-Tastkörperchen zum Wahrnehmen von Druckintensität, Vater-Pacini-Tastkörperchen für detektierte Vibration, Merkel-Zellen für Druck- und Berührungsdetektion.

    Besonders dicht liegen diese spezialisierten Nervenenden der Vorhaut im sogenannten Gefurchten Band (ridged band), am Frenulum und am Frenularen Delta.

    Mythos kindliche vollständige Retraktierbarkeit der Vorhaut und Mythos Phimose: im Alter von 10 Jahren haben nur 50 % der Jungen eine gänzlich zurückziehbare Vorhaut. Die andere Hälfte der Jungen bekommt erst irgendwann zwischen dem 10. Lebensjahr und dem Abschluss der Pubertät ein vollständig retraktierbares Präputium.

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    Die nach wie vor tabubefrachtete und medial immer wieder bagatellisierte Jungenbeschneidung erfährt in diesen Jahren eine verhängnisvolle Nutzbarmachung in Bezug auf die Mädchen.

    Die wichtigen Standards der WHO zur Klassifikation der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) drohen unterlaufen zu werden, insbesondere FGM Typ Ia (Klitorisvorhautamputation) und FGM Typ IV (hier: pricking, ritual nick) sollen legalisiert (straffrei gestellt) werden.

    Im islamischen Recht der Schafiiten ist die weibliche Sunnabeschneidung (arab. chitan al-inath, indones. sunat perempuan) ebenso eine religiöse Pflicht wie die Jungenbeschneidung und in Deutschland sind Prof. Karl-Peter Ringel / Ass. jur. Kathrin Meyer (§ 226a StGB – Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung) (2013) sowie Prof. Dr. Tatjana Hörnle (2014 Juristentagsgutachterin für den Teil Strafrecht) Vorreiter dieser Legalisierung einer „milden Sunna“ (FGM).

    Das ist zu verhindern, auch die angeblich geringfügigsten Verletzungen des weiblichen Genitals müssen verboten bleiben.

    Jungen und Mädchen jedoch verdienen den selben Schutz vor medizinisch nicht erforderlichen Genitaloperationen.

    Ob Mädchen oder Junge: keine Beschneidung unter achtzehn.

    http://www.nzz.ch/schweiz/haeufigster-eingriff-in-der-kinderchirurgie-1.17384556

    Redaktion NZZ Wissenschaft
    Alan Niederer (ni.)

    „Medizinstudium in Bern […] Vier Jahre Tätigkeit als Assistenzarzt im Spital. Facharztprüfung in innerer Medizin 1998. Anfang 2000 Einstieg in den Journalismus, zuerst als freier Mitarbeiter der NZZ. Seit Ende 2001 festangestellter Wissenschaftsredaktor mit den thematischen Schwerpunkten klinische Medizin und Medizinforschung. 2013 Prix Média der Akademien der Wissenschaften Schweiz (Kategorie Medizin).“

    http://www.nzz.ch/impressum/impressum_niederer_alan-1.87836


    Breiter Support für Knabenbeschneidung
    von Markus Häfliger (hä.), in: NZZ 10.08.2012

    http://www.nzz.ch/schweiz/breiter-support-fuer-knabenbeschneidung-1.17383510

    Markus Häfliger (hä.)

    http://www.nzz.ch/impressum/impressum_haefliger_markus-1.15180417


    Beschnittene Autonomie
    von: Simon Hehli
    in: NZZ 21.07.2015

    http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/beschnittene-autonomie-1.18583568

    Neuer Streit um ein Stückchen Haut
    von: Simon Hehli
    in: NZZ 22.07.2015

    http://www.nzz.ch/schweiz/neuer-streit-um-ein-stueckchen-haut-1.18583488

    Simon Hehli (hhs.)

    „Von 2002 bis 2009 Studium der Geschichte, Politik- und Religionswissenschaften in Zürich und Buenos Aires […] Seit August 2014 in der Inlandredaktion der NZZ. Themenschwerpunkte: Gesundheit, Religion/Kirchen und Volksrechte.“

    http://www.nzz.ch/impressum/impressum_hehli_simon-1.18455777

  16. Edward von Roy Says:

    Neue Zürcher Zeitung schon wieder.

    Der notorische und beratungsresistente Beschneidungsverharmloser Simon Hehli (Steuerzahler finanzieren religiöse Beschneidungen), NZZ am heutigen 22.09.2015. Mein Kommentar:

    Nein zur medizinisch nicht unbedingt erforderlichen Beschneidung

    NZZ-Autor Simon Hehli kann wissen: das Präputium enthält 70 bis 80 % der Nervenendigungen, die für das männliche sexuelle Lustempfinden zuständig sind.

    Kein Wort hingegen verliert auch der Direktor der Kinderchirurgie am Berner Inselspital, Steffen M. Berger über die bei jeder Zirkumzision amputierten 10.000 bis 20.000 Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen der Typen Merkel, Meissner, Vater-Pacini, Ruffini. Keinen Hinweis gibt er auf die Forschungsergebnisse von Morris L. Sorrels et al. (fine-touch; sensorische Schädigung des Penis; von 2007). Ebenso hat ein Mediziner auf die Erkenntnisse von Morten Frisch et al. (negative Auswirkungen der Beschneidung auf die Partnerschaft) hinzuweisen.

    Im Gegensatz zur Vorhaut besitzt der größte Teil der Glans penis (Eichel) beinahe ausschließlich nicht-spezialisierte, freie Nervenendigungen (Nozizeptoren), die nur grobe Reize wie etwa starken Druck oder hohe Temperaturreize detektieren können, die vom Gehirn als Unlust oder Schmerz wahrgenommenen werden.

    Die Penisvorhaut ist – oder war – das maskuline Lustorgan Nummer Eins, denn bis auf jene schmale Zone zwischen Corona glandis (Eichelrand) und Sulcus coronarius (Penisfurche) ist die Glans zur Wahrnehmung von sexueller Lust von Natur aus nicht fähig.

    Richtigerweise ist in vielen Staaten weltweit auch die geringste Form der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) verboten, beispielsweise Formen von Ritzen oder Einstechen (pinprick, ritual nick; zu FGM Typ IV) oder die Amputation der Klitorisvorhaut (FGM Typ Ia). Der schafiitische Islam erfordert bekanntlich diese Mädchenbeschneidung (sog. milde Sunna).

    Die Vorhaut eines Jungen oder Mannes ist genau so sehr zu schützen wie ihr sensorisch-sexuelles Äquivalent, die Klitoris eines Mädchens oder einer Frau. Die zerstörerische Wirkung der (etwa kulturell oder rituell begründeten) Amputation der Penisvorhaut entspricht einer FGM Typ Ib, einer Klitoris(teil)amputation.

    http://www.nzz.ch/schweiz/steuerzahler-finanzieren-religioese-beschneidungen-1.18616992

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