378. Rayhaneh kann jederzeit hingerichtet werden

ریحانه جباری

Rayhaneh Jabbari

Rettungskampagne für die zum Tode verurteilte Rayhaneh Jabbari

Der 26 Jahre alten Innenarchitektin Rayhaneh Jabbari wird der Mord an Morteza Abdolali Sarbandi vorgeworfen. Seit sieben Jahren inhaftiert, droht ihr nun die Hinrichtung durch Erhängen.

Die Raumausstatterin telefonierte im Jahre 2007 gerade in einem Café, als sie von Morteza Sarbandi belauscht wurde, der sie bald wegen einer professionellen Beratung über die Renovierung seines Büros ansprach. Beide vereinbarten einen Termin, um sein Büro anzusehen und die Sanierungsmaßnahme festzulegen.

Am Tag des Treffens holte Herr Sarbandi die Innenarchitektin mit seinem Auto ab. Auf dem Weg zum Büro besorgte er in einer Apotheke einen Gegenstand, während Rayhaneh Jabbari im Auto wartete. Der Mann stieg wieder in den Wagen und tat so, als ob er zu seinem Büro fahren würde. Bei der Ankunft sah die Frau, dass der Ort nicht gerade wie ein Arbeitsplatz aussah, das Haus war heruntergekommen. Im Inneren des Hauses erkannte Rayhaneh zwei Getränke auf dem Tisch. Schnell verschloss Sarbandi die Türe von innen, legte seine Arme um ihre Taille und bedrohte sie, die nun: “keine Möglichkeit hat, zu entkommen.” Sie wehrte sich körperlich, stach ihm in die Schuler und flüchtete. Morteza Sarbandi starb an Blutungen.

Die Laboranalyse ergab, dass das von Morteza Sarbandi vorbereitete Getränk Beruhigungsmittel enthielt. Desungeachtet kam die Innenraumdesignerin ins berüchtigte Teheraner Evin-Gefängnis in Einzelhaft. Zwei Monate verweigerte man ihr den Zugang zu einem Rechtsbeistand oder den Kontakt mit ihrer Familie. Die Öffentlichkeit erfuhr, dass Sarbandi gelernter Arzt war, aber auch für das Ministerium des Geheimdienstes tätig gewesen war. Der Inhaftierten wiederum erklärte man, dass der Mordvorwurf zurückgenommen sei und ohnehin “politisch motiviert” gewesen war. Dennoch folterte man Rayhaneh, bis sie den Mord gestand, was zu ihrer Verurteilung zum Tode führte. Der Oberste Gerichtshof hat das Todesurteil bestätigt, die Hinrichtung kann jederzeit vollstreckt werden.

Unsere Rettungskampagne soll Einzelpersonen wie Organisationen dazu motivieren, auf vielfältige Weise etwas für Rayhaneh zu tun. Auch wer keine Kontakte oder Verbindungen zu Medien, Menschenrechtsorganisationen, Frauenrechtsaktivisten oder Behörden hat, ist jetzt wichtig und gefragt.

Denn bereits durch das Unterzeichnen der Petition können Sie mithelfen, Rayhanes Leben zu retten.

https://secure.avaaz.org/en/petition/Catherine_Ashton_Ban_Ki_Moon_Ahmad_Shaheed_Save_26_year_old_woman_from_being_hanged_in_Iran/?fbss

Nazanin Afshin-Jam

Shabnam Assadollahi

Shadi Paveh

Mina Ahadi

hamseda@gmail.com

minaahadi26@gmail.com

Campaign to save Rayhaneh Jabbari from execution

Rayhaneh Jabbari is a 26 six year old woman who was convicted of murdering a man named Morteza in Iran who has been in prison for the last 7 years and is awaiting imminent execution [by hanging].

Rayhaneh, an interior designer, was speaking on the phone about her work in a coffee shop, a conversation which was coincidentally overheard by Morteza who approached her for professional advice about renovating his office. They then set a date to meet at his office in order to see and discuss Morteza’s renovation project.

On the day of the meeting, Morteza picked up Rayhaneh in his car. On the way to his office, Morteza stopped at a pharmacy, purchased an item (while Rayhaneh waited in the car), got into the car again and drove to his office. After arriving at their destination, Rayhaneh realized that the place did not look like a work place at all as it was a rundown house. Inside the house, Rayhaneh saw two drinks on the table, Morteza went inside and quickly locked the door from inside, put his arms around Rayhaneh’s waist and told her that “she had no way of escaping”. A struggle soon ensued. Rayhaneh trying to defend herself stabbed Morteza in the shoulder and escaped. Morteza died from bleeding.

Lab analysis showed the drinks Morteza intended to serve to Rayhaneh contained sedatives. Regardless, Rayhaneh was arrested. There she was told by the authorities that the murder had been set up [by them] and was “politically motivated”. Nevertheless, Rayhaneh was tortured until she confessed to the murder, after she was given the death penalty which was upheld by the Supreme Court. As a result she is to be executed at any moment.

The Campaign to Save Rayhaneh, asks that all individuals and organizations help support us in any way possible to save Rayhaneh. If you have any contacts or connections with media, human rights organizations, women’s rights advocates or government agencies, please support Rayhaneh’s campaign by writing to them.

Please help us save her life by first signing this petition.

https://secure.avaaz.org/en/petition/Catherine_Ashton_Ban_Ki_Moon_Ahmad_Shaheed_Save_26_year_old_woman_from_being_hanged_in_Iran/?fbss

Nazanin Afshin-Jam

Shabnam Assadollahi

Shadi Paveh

Mina Ahadi

hamseda@gmail.com

minaahadi26@gmail.com

2 Antworten to “378. Rayhaneh kann jederzeit hingerichtet werden”

  1. Bragalou Says:

    Rayhaneh’s letter from prison

    Rayhaneh Jabbari
    March 2014

    http://shivamahbobi.wordpress.com/2014/03/27/rayhanehs-letter-from-prison/

    *

    Shiva Mahbobi

    Women’s rights activist and spokesperson for ​ Campaign to Free Political Prisoners in Iran (CFPPI), former political prisoner ,TV producer and presenter

    http://de.gravatar.com/shivamahbobi

  2. Bragalou Says:

    ::
    Schlimme Neuigkeiten, die Islamische Diktatur Iran hat die Innenarchitektin umgebracht:

    Teheran/Hamburg – Die Iranerin Reyhaneh Jabbari ist tot. Die wegen Mordes an einem Ex-Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstes verurteilte 26-Jährige wurde am frühen Morgen in einem iranischen Gefängnis gehängt. Dies teilte der Onkel Jabbaris SPIEGEL ONLINE mit. Die Nachrichtenagentur AP berichtete unter Berufung auf die staatliche Agentur IRNA ebenfalls von ihrer Hinrichtung. …

    Im Jahr 2007 war die damals 19 Jahre alte Jabbari von dem früheren Geheimdienstmitarbeiter Morteza Abdolali Sarbandi unter einem Vorwand in eine Wohnung gelockt worden. Dort habe er sie angegriffen und versucht zu vergewaltigen, sagte Jabbari. In Notwehr habe sie ihn mit einem Messer verletzt und sei dann geflüchtet. Sie rief noch einen Rettungswagen, doch Sarbandi starb.

    Jabbari wurde verhaftet, 2009 wurde sie wegen Mordes verurteilt. Menschenrechtsorganisationen und die Uno kritisierten das Verfahren heftig. Es habe kein fairer Prozess stattgefunden. Beispielsweise waren am Tatort Kondome und Betäubungsmittel gefunden worden. Das US-Außenministerium schaltete sich ein, zuletzt hatte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz in einem Brief an seinen Amtskollegen Ali Laridschani einen neuen Prozess für Jabbari gefordert – ohne Erfolg.

    Einzig die Familie Sarbandis hätte die Exekution aufheben können. Nach iranischem [nun, genauer: nach islamischem] Recht der „Kisas“, dem Vergeltungsgesetz nach dem Prinzip Auge um Auge, Zahn um Zahn [Islamisches Prinzip Qisas, law of retaliation, qiṣāṣ], hätten sie Jabbari begnadigen können. Die Sarbandis hatten jedoch von ihr verlangt, die Vergewaltigungsvorwürfe zurückzunehmen, um die Ehre des Familienvaters wieder herzustellen. Das hatte Jabbari jedoch bis zuletzt abgelehnt.

    Iran richtet 26-jährige Reyhaneh Jabbari hin
    SPIEGEL 25.10.2014

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/iran-richtet-26-jaehrige-reyhaneh-jabbari-hin-a-999214.html

    ::
    ::

    An einem heißen Juli-Tag im Jahr 2007 wollte Reyhaneh Jabbari für zwei männliche Kunden eine Wohnung in Nordteheran neu dekorieren. Als die Dekorateurin dort ankam, wollte einer der Männer sie vergewaltigen. Sie wehrte sich und tötete den Mann mit einem Messer. Das ist ihre Version des Tathergangs. Die Ermittlungen der Polizei haben den von der jungen Iranerin geschilderten Ablauf allerdings nicht bestätigt. „Wir konnten keinerlei Spuren einer Vergewaltigung feststellen“, sagt Chefermittler Mohammed Hussein Schamlu. Gegen die Version von einer Vergewaltigung spreche, dass der Mann, Mortesa Sarbandi, – angeblich beim Beten von hinten erstochen wurde. …

    Die Ermittlungen ergaben weiterhin, dass Jabbari das Messer zwei Tage vorher gekauft hatte [Anm.: angeblich. Nicht besser: gekauft habe?]. Dafür soll es auch Zeugen geben. …

    Im Gericht war auch von einer „unmoralischen Beziehung“ mit dem Opfer die Rede. Richter Hussein Tardast zufolge wäre dies nicht ihre erste Beziehung zu einem älteren Mann. Jabbari habe vor der Tat ein Wochenende mit ihrem Chef in dessen Villa am Kaspischen Meer verbracht. Außerdem soll sie – so hieß es in dem Verfahren – zum Zeitpunkt der angeblichen Vergewaltigung keine Jungfrau mehr gewesen sein. Vor der Heirat keine Jungfrau zu sein, wird in der iranischen Gesellschaft als Sünde angesehen.

    Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Christoph Strässer, zeigte sich von der Nachricht erschüttert: „Die heute vollzogene Hinrichtung von Frau Jabbari bestürzt mich sehr und erfüllt mich mit tiefer Trauer. Mein Beileid und Mitgefühl gilt ihren Familienangehörigen“, hieß es in einer Mitteilung. „In ihrer Unumkehrbarkeit ist die Vollstreckung der Todesstrafe besonders erschütternd. Zumal im Fall von Frau Jabbari Zweifel an der Durchführung eines fairen Prozesses bestanden. Die Todesstrafe ist eine unmenschliche, grausame und unmoralische Art der Bestrafung. Die Bundesregierung lehnt die Todesstrafe unter allen Umständen ab und wird sich weiter für ihre weltweite Abschaffung einsetzen.“

    Weil der Fall auch im Ausland für sehr viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte, hatte die iranische Justiz auch tatsächlich versucht, eine Hinrichtung zu verhindern. Aber das konnte sie nicht alleine entscheiden. Im Iran gilt für solche Tötungsdelikte das „Ghessas-Gesetz“ [Islamisches Vergeltungsrecht Qisas, law of retaliation, qiṣāṣ], wonach die Familie des Opfers ein Recht auf Vergeltung – aber auch auf Begnadigung – hat. Im Falle einer Begnadigung könne man sich dann auf einen – meistens sehr hohen – Betrag als Blutgeld [in der Scharia die Diyya] einigen. In diesem Fall käme der Täter – oder die Täterin – frei. Um die Proteste im Ausland kümmerte sich das Außenministerium in Teheran. „Das Problem ist, dass der Westen weder was von den iranischen Gesetzen noch Genaueres von diesem Fall weiß“, sagte ein iranischer Gerichtsreporter. Die Reaktionen dort beruhten auf unsachlichen Aussagen. Die Entscheidung, jemanden nicht hinzurichten, liege wegen des Ghessas-Gesetzes nicht in der Hand der Justiz. Über eine Begnadigung könne laut Gesetz nur die Opferfamilie entscheiden. …

    Die Kinder des Opfers fordern aber bis jetzt nicht nur Rache „für das Blut“ ihres Vaters, sondern auch für die Unterstellungen gegen ihn. Das Familienoberhaupt als Vergewaltiger darzustellen, habe den Ruf der ganzen Familie für immer beschädigt. Sie wollten einer Begnadigung nur zustimmen, wenn Jabbari die ganze Wahrheit ans Licht bringe. Auch eine illegitime intime Beziehung mit dem Vater wäre ihrer Meinung nach besser als die Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Verstorbenen. Doch Reyhaneh Dschabbari schwieg offenbar – bis zum Schluss. Am Samstag wurde sie im Morgengrauen gehängt.

    Reyhaneh Jabbari gehängt – Bundesregierung kritisiert Iran

    http://www.tagesspiegel.de/politik/hinrichtung-reyhaneh-jabbari-gehaengt-bundesregierung-kritisiert-iran/10889330.html

    ::
    Diyya, Blutgeld islamischen Rechts

    http://de.wikipedia.org/wiki/Diya_(Islam)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fiqh

    Islam ist … einzige Heilssicherung, zu errichtender Überwachungsstaat und vollständiges Rechtssystem

    http://de.wikipedia.org/wiki/Scharia

    Möge uns das Leben und Sterben von Reyhaneh ein Aufruf sein: Die menschenfeindliche und insbesondere frauenfeindliche Scharia muss weg, überall auf der Welt.

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