441. Kindermagazin des Spiegel-Verlags verharmlost den mädchen- und frauenfeindlichen Islam

Offener Brief von Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE)

Dein SPIEGEL ist eine seit 2009 herausgegebene Zeitschrift für Kinder aus jenem Verlag, der seit 1947 das Hauptblatt DER SPIEGEL produziert. Die aktuelle Ausgabe des Kindermagazins (Nr. 1 / 2016) titelt mit: Für Kinder erklärt: DER ISLAM und bildet ein glückliches Mädchen im Hidschab ab, im nach Koran und Sunna ab Pubertät vorgeschriebenen Schleier. Keine Haarsträhne des Mädchens ist zu sehen. Eigentlich lieben Kinder aller Welt an ihrer Kleidung kraftvolle bunte Farben, doch das Körperumriss und Körperlichkeit verbergende Oberteil des Titelmädchens ist von einem unsinnlich blassen Flechtengrün, das Ohren, Nacken und Kehle verbergende Kopftuch von einem beinahe weißen, fahlen Blau. In der Tat sieht man in den letzten Jahren in Deutschland derart bleiche, Lebensfreude verneinende Farben immer häufiger bei der Kleidung muslimischer Mädchen. Das sympathische Kind lächelt, womit suggeriert wird, alles im Islam und insbesondere die religiöse Kleidung sei auch für Frauen und Mädchen grundsätzlich völlig unproblematisch.

Auf drei Seiten erklärt der deutsche Journalist Christoph Reuter den Kindern den Islam. Reuter hatte sein Studium der Islamwissenschaft, Politikwissenschaft und Germanistik mit dem Magister abgeschlossen und arbeitet seitdem beispielsweise im Irak und in Afghanistan als Kriegsberichterstatter.

Im Abschnitt FRAUEN IM ISLAM erklärt Reuter, dass der Koran verlangt, „dass muslimische Frauen sich mit Anstand kleiden müssen“, und ergänzt: „Damit ist klar: sie sollen nicht angebaggert werden.“ Dass damit jede unverschleierte Frau eine Schlampe ist und dass selbst die keusche Verschleierung ihren Körper sexualisiert, beklagt Reuter nicht. Der sogenannte Islamexperte unterschlägt die in Koran und Hadith angedrohte Höllenstrafe für jede Frau, die schuldhaft gegen Allahs bzw. Mohammeds Befehl zum Schleiertragen verstößt. Die Seiten 22 und 23 zeigen den Kindern fünf Frauen, eine ohne Kopftuch und vier in der religiösen Bedeckung verschiedener Gestaltung: Hidschab, Tschador, Niqab und Burka.

Obwohl der Islam den Schleier zur religiösen Pflicht erklärt, nennt der Journalist den entsprechenden Textabschnitt DAS TRÄGT FRAU. Gerade so, als ob es um emanzipiertes weibliches Selbstbewusstsein und modischen Schick ginge. Tatsachenwidrig erklärt Reuter: „Der Hidschab ist ein Kopftuch, das vor allem die Haare bedecken soll. Es gibt ihn in verschiedenen Farben“. Nein, der gesamte Körper ist als sogenannte islamische Aura (Schambereich) blickdicht und jeden Umriss verbergend mit weiter Kleidung abzudecken bis auf Hände und Gesicht. Auch für die muslimischen Frauen wird die Farbauswahl von Jahr zu Jahr eintöniger.

Die DITIB kennt Koran und Sunna und verpflichtet jedes die Pubertät erreichende Mädchen sich mit dem Schleier zu bedecken, was Dein Spiegel dem Leser vorenthält. Vor einem Jahr ließ das Bundesverfassungsgericht die Position des angeblich moderaten türkischen Verbandes in das Urteil zum Lehrerinnenkopftuch einfließen:

Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität. In welcher Weise die vorgeschriebene Bedeckung erfolge, sei allein die Entscheidung der muslimischen Frau. Das Tragen des Kopftuchs diene demnach ausschließlich der Erfüllung eines religiösen Gebots […]

Dass einige Musliminnen ihren kompletten Körper, also auch Hände und Gesicht bedecken, ist manchen Kindern bekannt. Christoph Reuter erwähnt den Gesichtsschleier und die Burka, aber verschweigt, dass die afghanischen Taliban die Burka mit Prügel und Mord durchgesetzt haben und erklärt den 8- bis 12-jährigen Lesern äquidistant:

Die Burka gibt es in Afghanistan. Sie bedeckt den ganzen Körper – sogar die Augen. Wer sie trägt, guckt durch ein Gitternetz.

Das ist alles, was der Nahostfachmann sagen will? Sinngemäß schreibt der Islamerklärer: Liebe Kinder, auch ein Vollschleier ist völlig in Ordnung, die wasserblaue Burka ist unproblematisch und wer als Frau in dieses typisch afghanische Gewand schlüpft, kann die Welt natürlich nur noch durch das dazugehörige Stoffgitter betrachten. Auch dass der zumeist schwarze Niqab (Gesichtsschleier) mit seinem Sehschlitz von wenigen Millimetern nur ein extrem schmales Blickfeld ermöglicht, ist für Reuter kein Problem. Nun fröhlich weiter im Text, lernen wir mehr über die aufregende Religion Islam.

Der ZdE verurteilt diese Verharmlosung einer Religion, die, solange sie auf die Wörtlichkeit von Koran und Sunna besteht, immer auch eine totalitäre politische Bewegung ist, die unsere Lebensqualität und Freiheit in den sogenannten islamischen Ländern ebenso wie in Europa oder jedem anderen Land mit Einschüchtung, Angriffen, Hinrichtungen, Schleierzwang oder sogar mit der Burka stark einschränkt und belastet.

Unabhängig davon, ob ein Journalist sich an Kinder oder Erwachsene wendet, können wir erwarten anzuerkennen, dass jedes Kinderkopftuch eine Kinderrechtsverletzung ist. Die Schariagelehrten verlangen den Schleier von jedem Mädchen, das die Pubertät erreicht hat bzw. neun Jahre alt geworden ist. Jungen oder Männer unterliegen weder dieser strengen Verschleierung noch sind sie rund um die Uhr auf anständiges Verhalten zu überwachen. Der Hidschab und die gesamte entwürdigte Rolle der Frau im islamischen Recht verstoßen gegen die allgemeinen Menschenrechte und das deutsche Staatsziel der Gleichberechtigung. Herr Reuter hätte das erwähnen müssen und zusätzlich nicht verschweigen dürfen, dass jede rituelle Beschneidung der Genitalien Minderjähriger, also von Mädchen und Jungen unter 18 Jahren, die körperliche Unversehrtheit antastet und daher grundrechtswidrig ist. Der Islam verlangt die Jungenbeschneidung, in Reuters nordirakischem Arbeitsgebiet sogar die Beschneidung (Genitalverstümmelung) der Mädchen. Noch ist die geringst invasive Form der Mädchenbeschneidung in Deutschland verboten und das soll so bleiben.

In der Scharia ist die Frau ein Wesen, das bereits durch ihr körperliches Existieren die Männer zur Sünde verführen kann und deshalb bis auf Hände und Gesicht mit einem Schamtuch zu bedecken ist. Besser noch sie geht gar nicht erst auf die Straße. Ohne Erlaubnis des Ehemannes darf sie das Haus grundsätzlich nicht verlassen, Fundamentalisten praktizieren den Islam so. Würde Herr Reuter akzeptieren, dass seine Tochter mit neun oder zehn Jahren den Schleier anlegen und bis ans Ende ihres Lebens jeden Tag tragen muss? Würde er billigen, dass ihre Haare nicht frei im Wind wehen dürfen? Weiß Reuter nicht, dass mit der islamischen Kleidung für die Muslima eigentlich auch, wie es der Koran verlangt, ein im Vergleich zu ihrem Bruder halbiertes Erbteil verbunden ist sowie der halbe Wert ihrer Aussage vor Gericht?

Will Herr Reuter uns Frauen aus sogenannten islamischen Ländern erklären, dass es gar nicht so schlimm ist mit einem Tschador oder einer Burka auf die Straße zu gehen? Kann er die Erniedrigung nicht verstehen? Wie kann er für Frauen, wo auch immer auf der Welt, das Kopftuch kritiklos zulassen und zugleich wissen, dass an vielen Orten die Kopftuchverweigerin eingesperrt oder ausgepeitscht und die beispielsweise somalische, afghanische oder iranische Muslima, die mit einem Mann islamisch unerlaubten Sex hat, durch Erhängen oder Steinigung hingerichtet werden kann? Der Kriegsberichterstatter weiß, dass an der globalen Kampagne zur Verschleierung der Frau besonders gewalttätige Organisationen beteiligt sind, von Boko Haram bis zu den Taliban, von Al-Shabaab bis zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Das sogenannte Kopftuch ist kein unschuldiges Stück Stoff und der Terror hat sehr wohl mit dem Islam zu tun. Christoph Reuter:

Der Islam war anders als das Christentum und das Judentum – aber nicht völlig unterschiedlich. […] Bis heute streiten viele Menschen darüber, wie friedlich Mohammed war, wie friedlich der Islam überhaupt in die Welt gekommen ist […]

Mehrere Hadithe befehlen die Tötung desjenigen, der seine Religion wechselt, weshalb das Abfallen vom Glauben nach islamischer Rechtsauffassung mit dem Tode bestraft wird. Selbst in Europa müssen Islamapostaten mit Morddrohungen rechnen. Menschen, die sich in sogenannten islamischen Ländern tatsächlich oder angeblich vom Islam abwenden, erleiden soziale Ächtung, den Verlust des Arbeitsplatzes, Angriffe oder haben mit Mordanschlägen zu rechnen. In mehreren Staaten werden Apostaten islamjuristisch begründet hingerichtet. Offensichtlich ist Reuter der Ansicht, dass man Kindern das wahre Gesicht des Islam nicht zumuten kann und präsentiert ihnen einen rosaroten Kitschislam oder Bambi-Islam.

Der ZdE protestiert gegen diese Verharmlosung der menschenfeindlichen und insbesondere frauenfeindlichen Bewegung und fordert vom Kindermagazin Dein Spiegel eine Erklärung. Kinder brauchen sachliche Information und unseren besonderen Schutz. Alle Mitbürger in Deutschland, denen die universellen Menschenrechte und insbesondere die Gleichberechtigung von Mann und Frau wertvoll sind, rufen wir auf, gegen eine derartige märchenhafte Schönfärberei aktiv zu werden.

Über Mohammad schreibt Herr Reuter völlig unkritisch und verschweigt, dass seine Kriege und Landnahmen denjenigen des heutigen IS sehr ähnlich sind. Nein, nein, dass dürfen wir Kindern nicht erzählen, so scheint Reuter zu denken, die jungen Schüler sollen ausschließlich hören, dass Mohammad ein netter Mensch war und dass alle späteren oder heutigen Probleme mit Dschihadisten mit dem eigentlichen Islam und seinem Propheten nichts zu tun haben. Wir brauchen uns keine Gedanken zu machen, alles ist im grünen Bereich und jede Frau kann schließlich auch mit Kopftuch und Burka glücklich werden und weiter leben …

Sollen die Kinder, sollen wir alle die Folgen der globalen islamischen Bewegung bagatellisieren, vielleicht in der Hoffnung, dass dann die Terroristen nicht böse werden und sowieso alles von selbst besser wird? Hat al-Qaida, haben die Taliban den Islam falsch verstanden, sind Staaten wie Pakistan, Saudi-Arabien oder der Iran ja vielleicht noch nicht islamisch genug?

Nein, liebe Verantwortliche der Kinderzeitschrift des Spiegel-Verlages: Die Musliminnen unter dem Schleier, die Frauen oder Kinder mit dem Kopftuch sind Opfer dieser Bewegung und auch Religion und man kann diesen Mitmenschen nur helfen, indem man Klartext redet und nicht schönfärbt oder vertuscht.

Die Unvereinbarkeit von islamischem Recht und allgemeinen Menschenrechten bzw. von Scharia und Grundgesetz müssen wir ansprechen – auch und gerade gegenüber allen Kindern und Jugendlichen.

Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime

09.01.2016

Tel: 0049 (0) 1775692413

minaahadi26@gmail.com

http://exmuslime.com/kindermagazin-des-spiegel-verlags-verharmlost-den-maedchen-und-frauenfeindlichen-islam/

Schlagwörter: , , ,

2 Antworten to “441. Kindermagazin des Spiegel-Verlags verharmlost den mädchen- und frauenfeindlichen Islam”

  1. Jacques Auvergne Says:

    „Statt dass wir uns auf dem besten Weg zu einem aufgeklärten muslimischen Leben in Deutschland befinden, müssen wir uns auch in diesem Jahr in Deutschland mit solch einer Ignoranz auseinandersetzen. Nicht nur erzkonservative muslimische Communities, sondern auch führende deutsche Leitmedien suggerieren, dass Menschenrechtsverletzungen – und hier geht es um Kinderrechte – in Kauf genommen werden müssen – wenn es um positive Religionsfreiheit geht.

    (Çiğdem Toprak, 30.12.2015)

    ___ps://id-id.facebook.com/Cigdem-Toprak-179643645387327/

    Ali Ertan Toprak
    Kopfschütteln über Spiegel

    s.: Wie der Spiegel Kinder islamisiert!

    ___p://www.pharus-forum.de/t6748f146-Wie-der-Spiegel-Kinder-islamisiert.html

    ::
    ::
    ::
    [ Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR, Straßburg) bestätigt Frankreichs Kopftuchverbot ]

    La Cour européenne des droits de l’homme valide l’interdiction du voile à l’hôpital

    Par Julia Pascual. LE MONDE | 27.11.2015

    L’assistante sociale du service de psychiatrie refusait d’ôter son voile. Le directeur des ressources humaines du centre d’accueil et de soins hospitaliers de Nanterre (Hauts-de-Seine) avait donc décidé de ne pas renouveler son CDD. C’était en 2000. Quinze ans plus tard, jeudi 26 novembre, la Cour européenne des droits de l’homme (CEDH) est venue conforter cette décision, déjà validée par les tribunaux administratifs français, devant lesquels Christiane E. demandait l’annulation de son non-renouvellement.

    « La Cour constate que le port du voile a été considéré par les autorités comme une manifestation ostentatoire de la religion incompatible avec l’obligation de neutralité des agents publics dans l’exercice de leur fonction  », étaye la juridiction européenne.

    « Une volonté de la CEDH de respecter la laïcité à la française »

    Cette exigence de neutralité découle du principe de laïcité « au sens de l’article Ier de la Constitution française », […]

    http://www.lemonde.fr/religions/article/2015/11/27/la-cour-europeenne-des-droits-de-l-homme-valide-l-interdiction-du-voile-a-l-hopital_4818953_1653130.html

    ::

    Kopftuch tragen zählt nicht zu den Menschenrechten

    Von Hannelore Crolly. DIE WELT | 26.11.2015

    „[…] Religion hat nicht nur keine staatliche, sondern auch keine öffentliche Funktion. Religiöse Symbole oder Bekenntnisse sind für Staatsdiener, wie es die in einem Krankenhaus angestellte Sozialarbeiterin war, tabu. Sogar Schüler dürfen im Klassenzimmer weder Kreuz noch Kopftuch oder Kippa tragen; ja, sie dürfen nicht einmal nach ihrer Konfession befragt werden.

    Verhandelt wurde in Straßburg die Klage der 1951 in Frankreich geborenen Christiane E., die diesen Verfassungsgrundsatz nicht akzeptieren wollte. […] Obwohl es Beschwerden von Patienten über ihr Kopftuch gab, wollte sich die Sozialarbeiterin bei der Arbeit unbedingt weiter verhüllen, um ihrem muslimischen Glauben Ausdruck zu geben. Deshalb war ihr Vertrag schließlich nicht weiter verlängert worden. E. klagte vor diversen Gerichten bis hin zum Menschenrechtsgerichtshof. Doch auch dort ist die Frau nun unterlegen. […]“

    http://m.welt.de/politik/deutschland/article149309204/Kopftuch-tragen-zaehlt-nicht-zu-den-Menschenrechten.html

    ::

    Die Grenzen beim Kopftuchtragen

    Was wiegt schwerer – die Religionsfreiheit oder das Neutralitätsgebot für Staatsbedienstete? Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg hat entschieden: Die Interessen des Staates sind wichtiger.

    Allerdings bezieht sich der Richterspruch auf den Fall einer Spitalangestellten in Frankreich. Und dort ist im ersten Artikel der Verfassung klar festgehalten: Der Glaube ist ausschließlich Privatsache – und deshalb auch im Privaten zu halten. Diese strikte Trennung von Kirche und Staat, der sogenannte Laizismus, gehört regelrecht zu den Grundpfeilern der französischen Nation. […]

    […] auch schon zuvor war der Staat Frankreich in Straßburg als Sieger aus dem Gericht gezogen. 2014 hatten die Richter das 2010 erlassene französische Burka-Verbot abgesegnet.

    Wer in der Öffentlichkeit eine Burka trägt, dem droht in Frankreich ein Bußgeld von 150 Euro. Das sei kein unzulässiger Eingriff in Menschenrechte, urteilte der Gerichtshof und verwies auf den «großen Entscheidungsspielraum» der europäischen Länder. Das Argument der französischen Regierung, dass Bürger ihr Gesicht nicht verschleiern sollten, um ein gutes gesellschaftliches Miteinander zu ermöglichen, sei legitim.

    (Tagesanzeiger (Schweiz), 27.11.2015)

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/kopftuchtragen-ist-kein-menschenrecht/story/25724350

  2. Edward von Roy Says:

    Edmund Rüdiger Rudi Stoiber (* 28. September 1941 in Oberaudorf) ist ein deutscher Jurist und Politiker (CSU). Von Mai 1993 bis September 2007 war er Ministerpräsident des Freistaates Bayern und von 1999 bis 2007 Vorsitzender der CSU. Seit 2007 ist er Ehrenvorsitzender der CSU.

    Es stoibert

    Die CSU-Fraktion im bayerischen Landtag hat sich zu ihrer traditionellen Winterklausur nach Wildbad Kreuth zurückgezogen. Das Wort Leitkultur dringt heraus. Uns sind Grundrechte sehr wichtig. Und darüber spricht man im winterlichen Kreuth – beinahe, was genau ist der CSU wichtig? Grund-, bitte, was? Tatsächlich, so hat es gestoibert, Grundwerte – einem irgendwie deutschen Wertvollen also soll jeder Einwanderer rituell huldigen müssen.

    Warum keine verlässlichen Rechtsstandards, also Aussagen wie: In Deutschland haben Mann und Frau die gleichen Rechte. Jeder kann sich seinen Ehepartner aussuchen oder entscheiden, unverheiratet zu leben. Mädchen werden nicht beschnitten (FGM), auch nicht ein ganz kleines bisschen (FGM Typ I, FGM Typ IV). Kinder sind kein Eigentum ihrer Eltern, Ehefrauen keines ihres Ehemannes. Gewalt in der Ehe oder der Erziehung wird geahndet und bestraft. Eigenständig herumlaufende junge Frauen sind keine Schlampen und vor allem auch kein Sex-Spielzeug, das man als Mann überall anfassen darf, auch nicht, wenn sie unbegleitet sind und auch nicht am Kölner Dom in der Neujahrsnacht. Wer gegen die geltenden Gesetze verstößt, wird bestraft. Jeder kann seiner Religion wechseln oder verlassen, auch den Islam. Das Volk ist Souverän, nicht Allahgott. Die totalitäre Gesetzlichkeit der Scharia kollidiert mit dem hierzulande geltenden, menschengemachten Gesetz. Das zu sagen, wäre offensichtlich wichtig.

    Doch von all dem – nichts beim Ehrenvorsitzenden der CSU und früherer Parteivorsitzenden Edmund Stoiber, der zudem weder den diskriminierenden und vor allem frauenfeindlichen CDHRI oder Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam (Cairo Declaration on Human Rights in Islam. OIC, Kairo 1990) widerspricht noch der schariatreuen Islamischen Charta (Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft. Für den ZMD von Nadeem Elyas, Berlin, 20. Februar 2002). Islam ist (prekär seelenrettendes, totalitäres, diskriminierendes) Recht.

    Wohin also will Stoiber, zweites juristisches Staatsexamen mit Prädikat? Zur himmlischen Recht Scharia schweigend, postmodern die Grundrechte ausfransen lassen zu Grundwerten? Und das gleich per Verfassungsänderung?

    „Die CSU will Zuwanderer im Freistaat durch eine Verfassungsänderung zur Achtung deutscher Grundwerte verpflichten.“

    http://www.focus.de/politik/deutschland/csu/tid-8468/kreuth-trennungsbeschluss-und-stoiber-putsch_aid_232213.html

    „Die CSU will Zuwanderer auf die Achtung deutscher Grundwerte verpflichten.“, „Eckpunkte für die Definition einer ‚Leitkultur‘ […]“

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article151114314/CSU-will-Verfassungsaenderung-zu-Leitkultur.html

    „Der Fraktionschef der CSU im bayerischen Landtag, Kreuzer, brachte eine Änderung der bayerischen Verfassung ins Gespräch, um Zuwanderer auf eine Achtung deutscher Grundwerte zu verpflichten. Das hätte mehr Wucht als ein bloßes Gesetz, sagte er dem Münchner Merkur.“

    http://www.deutschlandfunk.de/fluechtlingszuzug-ex-csu-chef-stoiber-setzt-merkel-frist.447.de.html?drn:news_id=570658

    Erneut Forderung nach Leitkultur

    Die CSU will zudem Zuwanderer in Bayern durch eine Verfassungsänderung zur Achtung deutscher Grundwerte verpflichten. Das sagte Fraktionschef Thomas Kreuzer dem „Münchner Merkur“. Der Vorsitzende der CSU-Grundsatzkommission, Markus Blume, will demnach in Wildbad Kreuth Eckpunkte für die Definition einer „Leitkultur“ vorlegen.

    Im Kern gehe es auch um das Bekenntnis zur deutschen Sprache [ok], die Akzeptanz von Traditionen [FGM?] und eine Definition von Toleranz [eben, welche Toleranz? Polygamie und Hidschab überall?], teilte er der Zeitung mit. Sollte das Vorhaben die für eine Verfassungsänderung im Landtag nötige Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlen, will die CSU eine Volksbefragung initiieren. ‚Allein die Debatte [mit Imam Idriz Bayerns künftige Leitkultur aushandeln?] wird uns gesellschaftlich weiter bringen und eine klare Erwartungshaltung an die Migranten formulieren‘, sagte Kreuzer.“

    https://www.tagesschau.de/inland/csu-fluechtlinge-103.html

    Dr. Edmund Stoiber am 31.08.2011 zu Gast bei Anne Will

    „Wir brauchen einen größten Konsens über Rechte und Pflichten, über die Grundwerte, die unsere Gesellschaft in Europa zusammenhalten“ so Dr. Edmund Stoiber

    http://www.stoiber.de/dr-edmund-stoiber-am-31-08-2011-zu-gast-bei-anne-will-270/

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: