512. Die Sache mit der Islamreform

ليبرالية إسلامية

Исламский либерализм

Φιλελεύθερα κινήματα στο Ισλάμ

Islam libéral

Liberaler Islam

Allerdings, Frau Manea: „Wie sprechen wir über den Islam?“

Die jemenitisch-schweizerische Politologin und Autorin Elham Manea ist Vorstandsmitglied für das Forum für einen fortschrittlichen Islam in der Schweiz (FFI) sowie Mitbegründerin der Ibn-Rushd-Goethe Moschee in Berlin, die den Weg zu einem freiheitlichen und demokratietauglichen Islam finden möchte. Manea studierte Politikwissenschaften in Kuwait und den USA und arbeitet heute als Privatdozentin an der Universität Zürich.

Auch in ihrem Büchlein Ich will nicht mehr schweigen wirbt Manea (2009) für einen, wie sie es nennt, humanistischen Islam. Auszüge daraus kommentiert Jacques Auvergne.

Wenn etwas auch simpel ist, so ist es doch wenigstens allein darum nicht pauschal verkehrt. Ein simples Denken beispielsweise betont den Gegensatz glatt rau, kalt warm oder hell dunkel.

Gegenstand und Umgebung oder Symbol und Umraum. Kennen Sie den Witz von der Flagge Ostfrieslands? Weißer Adler auf weißem Feld. Die hier so fies verspotteten Ostfriesen würden auf ihrem eigenen Erkennungszeichen nichts erkennen können. Visualisieren wir zum erfolgreichen Denken daher einmal ein schwarzes Zeichen und einen weißen Hintergrund oder Umraum. Das dunkle Erkennbare sei jetzt unser Objekt der Beobachtung, der echte, 1400 Jahre alte Islam, das helle Umgebende der Nichtislam aller Welt.

Ein Beobachten freilich, das gemäß bundesdeutscher Staatsdoktrin auf eine gewisse Erkenntnislosigkeit hinauszulaufen hat, nämlich auf allgemeine („gesamtgesellschaftliche“) prinzipielle islamische Problemlosigkeit. Ein gar zur Sprache gebrachtes, bereits ein auch nur besprechbares Problem wäre schließlich Gegenstand, symbolisieren wir ihn schwarz, mithin erkennbar und potentielles Objekt von scharfer Kritik. Nebelwurf ist da vonnöten.

Doch ist das durch interreligiöse Dialoge und staatsverdoppelnde staatliche Islamkonferenzen (ausdünnende Demokratie am Tisch mit der Allahkratie … Islam ist seit 1400 Jahren selbst Staat) grimmig verteidigte neue deutsche Staatsziel die islambezogene Sprachlosigkeit. Weißer Adler auf weißem Grund sozusagen: der eigentliche Islam sei durch und durch unproblematisch, von himmlisch weißer Unschuld, und ebenso verhalte es sich mit dem Bereich des Nichtislamischen, der auch durch ein noch so heftiges islamisches Umweltverändern problemfrei bliebe, von makellosem Weiß.

Weil es zwischen Nizam (niẓām, das ernst gemeinte sprich totalitäre Schariasystem) und Dschahiliyya (die vorislamische sogenannte Zeit der Unwissenheit, bei Sayyid Qutb alles Nichtislamische) doch nicht ganz ohne Reibung abgeht, und das nicht erst seit Nine Eleven, sondern seit 1400 Jahren, hat durch Kulturrelativisten und Postmodernisten der oben angeführten Heraldik heutzutage etwas Drittes zugefügt zu werden, muss den fehlerfreien und gefälligst unbegrenzt demokratietauglichen Adler von Koran und Sunna eine breite Umrisslinie umgeben, die endlich in gruseligem Dunkel gemalt werden darf – der phänomenale Islamismus oder politische Islam, jener schlimme Missbrauch der angeblichen Mohammedschen Menschheitsbeglückung insbesondere Frauenfreundlichkeit.

Einen nachträglich politisch gewordenen Islam gibt es nicht. Das vollkommene Wesen war Prophet, Finanzminister, höchster Richter, Erteiler von Mordaufträgen, Feldherr und Kriegsverbrecher in Personalunion. Mohammed wurde im auch heute muslimischerseits global wiederherzustellenden bzw. durchzusetzenden Medina zum Staatsgründer. Politischer geht es nicht.

Islamfrommes weißes Wappenzeichen umlagert, umzingelt von einer Zone Schwärze – auch Elham Manea beschwört den Dualis und schroffen Gegensatz zwischen gutem Islam und bösem politischem Islam. Das Böse jedenfalls sei in den heutigen Islam von außen eingesickert, die intrinsisch gesunde Religion sozusagen allopathisch vergiftet.

Ein Pseudoislam oder jedenfalls ein durch Menschenhand schlimm entstellter Islam verfehle und missbrauche die Religion des Propheten Mohammed. Den Islam in Zentrum („Kern“) und Peripherie aufspaltend, erklärt Manea den eigentlichen Islam als menschenfreundlich und allgemein nützlich.

78 Eine Religion hat einen Kern – nennen wir ihn das Herzstück –, der bestrebt ist, die Wirklichkeit zum Besseren zu verändern, was bedeutet, dass er im Wesentlichen darum bemüht ist, eine gerechte Welt für die Menschen zu schaffen.

Derartig verbissene Faktenleugnung erstaunt. In Medina schuf Mohammed den erwähnten IS (Islamischen Staat), der jeden Nichtmuslim und jede muslimische Frau entwürdigt und weitgehend entrechtet hielt.

„Die Wirklichkeit zum Besseren zu verändern …, eine gerechte Welt für die Menschen zu schaffen“, etwa mit dem islamischen Heiraten der Zweitfrau bis Viertfrau oder eines sechs Jahre alten Mädchens, mit dem der dem prophetischen Vorbild folgende Ehemann drei Jahre später ehelichen Geschlechtsverkehr haben darf?

„(…) the Prophet married her when she was six years old and he consummated his marriage when she was nine years old (…)“, Sahih al-Bukhari, Vol. 7, Book of Marriage, Hadith 64; „Der Gesandte Gottes heiratete mich (…), als ich sechs Jahre alt war. (…) Die Ehe vollzog er mit mir, als ich neun Jahre alt war.“ – Ibn Saad: Das Klassenbuch. Hrsg. Carl Brockelmann, Brill, Leiden 1904, Band 8, S. 39, 25–40, 4.

Bei einer Trennung verliert die Frau ihre Kinder, die dem Mann und seinem Stamm gehören, was kein Wahhabismus oder Salafismus ist, sondern Lebensführung und Rechtssprechung nach Koran und Sunna, Islamisches Recht. Die angeblich zum offenen Reden fest entschlossene Manea („Ich will nicht mehr schweigen“) hätte fordern müssen, das die Scharia weltweit aus dem geltenden Recht entfernt wird, auch aus dem Familienrecht, und dass eine Religion, die auf wortwörtliche Anwendung von Koran und Sunna besteht, nicht in die universitäre Imamausbildung integriert werden darf und schon gar nicht in den schulischen Religionsunterricht.

„Eine gerechte Welt für die Menschen“, etwa mit den Hadd-Strafen? Im Islam wird Straßenraub (ḥirāba, qaṭʿ aṭ-ṭarīq) mit Tötung, Kreuzigung, kreuzweisem Abhacken von Hand und Fuß oder Vertreibung geahndet. Grundlage für diese Regelung ist Sure 5:33-34: „Doch die Vergeltung derer, die gegen Gott und seinen Gesandten kämpfen und im Lande auf Unheil aus sind, die ist, dass sie getötet werden oder ihnen ihre Hände und Füße abgehauen werden, wechselweise rechts und links, oder sie aus dem Land vertrieben werden. Das ist Erniedrigung für sie hier in diesem Leben. Im Jenseits aber ist ihnen harte Strafe bestimmt, außer denen die bereuen, bevor ihr sie in eure Gewalt bekommt. So wisst, dass Gott bereit ist zu vergeben, barmherzig“ (Übersetzung Hartmut Bobzin).

In vorislamischer Zeit hatte die Frau weitaus mehr Freiheiten – Chadidscha (Ḫadīǧa bint Ḫuwaylid, lebte ungefähr von 555 bis 619, die erste Ehefrau Mohammeds und die einzige, mit der er in Monogamie lebte) konnte den jungen Karawanenführer heiraten. Nur in den ersten Jahren der Herrschaft Mohammeds konnten Poeten wagen, Spottgedichte auf die neue Religion und ihren Stifter zu schreiben.

Nein Frau Manea, jedenfalls aus der Perspektive allgemeiner Menschenrechte war der frühe Islam keineswegs dazu da, die Welt „zum Besseren zu verändern“, sondern lockte die Gehorsamen mit der Belohnung im Paradies, drohte den Gehorsamsverweigerern mit der Höllenstrafe und setzte auf Erden mit Folter und Mord eine Schreckensherrschaft durch, die nach Koran und Sunna letztlich weltweit zu errichten bleibt.

Alle Männer des jüdischen Stammes (Banu) Quraiza wurden im Jahr 627 mit Zustimmung und unter der Aufsicht Mohammeds getötet, die Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft. Weitere Stichworte. Vertreibung der ebenfalls jüdischen Banu n-Nadir, Grabenschlacht und Zug nach Chaibar, Vertrag von Hudaibiyya – für die 1966 in Ägypten geborene Schweizer Reformmuslima Elham Manea „die Wirklichkeit zum Besseren zu verändern, … eine gerechte Welt für die Menschen zu schaffen“?

Apostasie oder Kritik am Propheten wurden und werden mit dem Tod bestraft, Verstöße gegen das religiös gebotene Verhalten zeitigen mindestens Peitschenhiebe. Die Ehefrau muss Besitzer und Ehemann gehorchen, beispielsweise sexuell jederzeit zu Diensten sein und darf ohne seine Erlaubnis das Haus nicht verlassen. Der Mann, so befiehlt der islamisch verbürgte Schöpfer der Welt, darf seine Frau schlagen (wa-ḍribū-hunna), sobald er ihren Ungehorsam (nušūz) befürchtet, man bemerke: die Befürchtung reicht. Ab der Pubertät hat die Muslima ihren Körper mit einem Hidschab (ḥiǧāb), der blickdicht ist und jede Körperkontur verbirgt, zu bedecken mindestens bis auf Hände und Gesicht. Diese menschenfeindlichen Standards durchziehen die Geschichte des Islamischen Rechts seit 1400 Jahre und gelten im Grundsatz bis heute, sie sind authentisch islamisch und eben keine neuzeitliche Erfindung etwa von Indiens Darul Uloom oder von der ägyptischen Muslimbruderschaft.

Nach dem 11. September 2001 sowie angesichts der Reislamisierung des Nahen Ostens sah Manea nach eigenem Bekunden ihre Aufgabe darin:

8-9 die Mauer des Schweigens gegenüber jenem Islam zu durchbrechen, der heute im Nahen Osten propagiert, praktiziert und nach Europa getragen wird.

Gibt es für die FFI-Chefin mehrere Islams oder sagt man Islame? Weltweit schweigt man keineswegs zum Islam, sondern schüchtert den Islamkritiker ein oder bringt ihn um … insofern allerdings eine „Mauer des Schweigens“.

10 Ich bin Humanistin. (…)

Warum fordert Manea an dieser Stelle nicht den Standard vom 10. Dezember 1948 auch in der Heimat ihrer Eltern Jemen und Ägypten? AEMR weltweit ja oder nein?

11 Ich glaube, dass das Wohl des Menschen das letztendliche Ziel sein muss.

Könnte Islamstifter Mohammed oder könnte der Europaführer der Muslimbruderschaft, Tariq Ramadan, könnten Ayatollah Chomeini oder Maududi ebenfalls genau so gesagt haben: „das Wohl des Menschen“ – istislah, maslaha, irdisches Wohlergehen.

Was, wenn uns eine beliebige Community sagt: „Fragen Sie gerne nach, unsere Sklaven sind zufrieden“? Was, wenn eine jemenitische oder ägyptische oder europäische Muslima sagt: „Es ist ok, dass mein Ehemann doppelt so viele Rechte hat wie ich, mich jederzeit zum Sex zwingt, mich nach Belieben ins Haus einsperrt, sich eine Zweitfrau bis Viertfrau nimmt die beliebig jung sein kann, genau das ist ja schließlich mein irdisches „Wohl“?

Sehr geehrte Frau Manea, was meinen Sie mit „Wohl“, „Wohl des Menschen“?

11 Und ich glaube, dass es universelle Werte gibt, die für jede Rasse, Hautfarbe, Kultur und Religion Gültigkeit besitzen.

Universelle „Werte“ interessieren uns Bürgerrechtler durchaus, aber Werte sind nicht einklagbar. Nur Rechte sind einklagbar. Wir fordern universelle Rechte.

Jacques Auvergne

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11 Antworten to “512. Die Sache mit der Islamreform”

  1. Cees van der Duin Says:

    Elham Manea lehrt und forscht in den Bereichen:

    Rechtpluralismus und Islamisches Gesetz
    Politik der arabischen Halbinsel (Jemen & Saudi-Arabien)
    Gender und Politik im arabischen Raum
    Politischer Islam

    Daneben berät sie staatliche, Nichtregierungs- und internationale Organisationen zu den Themen Frauenrechte/Menschenrechte, Islamismus, und Länder im Konfliktzonen (Jemen). Ihre letzte Publikatione Woman and Shari’a Law: The Impact of Legal Pluralism in the UK London; I.B. Tauris, 2016; und Der Alltägliche Islamismus, München, Random House Deutschland, 2018.

    https://www.ipz.uzh.ch/de/institut/mitarbeitende/staff/manea.html

    Islamic Law in the West: The Essentialists ( Work in Progress )

    The Arab State and Women’s Rights. The Trap of Authoritarian Governance (Yemen, Syria, and Kuwait)

    Book Reviews “Islam and Christian–Muslim Relations: Religious Pluralism and Islamic Law: Dhimmis and Others in the Empire of Law”, Islam and Christian–Muslim Relations, 2013. http://dx.doi.org/10.1080/09596410.2013.854971

    Ich will nicht mehr Schweigen: Der Islam, der Westen und die Menschenrechte. Freiburg: Herder Verlag, 2009

    Klicke, um auf Selected_Publications_Manea.pdf zuzugreifen

    Women and Shari’a Law: The Impact of Legal Pluralism in the UK (Library of Islamic Law)

    https://searchworks.stanford.edu/view/11715540

  2. Jacques Auvergne Says:

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    2017

    Frauen und das Scharia-Recht (PD Dr. Elham Manea)

    PD Dr. Elham Manea, Dozentin am Institut für Politkwissenschaft der Universität Zürich, spricht über Rechtspluralismus und Diskriminierung der Frauen in der Scharia. Sie setzt sich kritisch mit der Forderung auseinander, in westliche Rechtssysteme das islamische Recht einzuführen, um so die Integration muslimischer Minderheiten zu fördern.

    Der Vortrag fand anlässlich der 21. Karlsruher Gespräche „Die pluralistische Gesellschaft und ihre Feinde“ am Samstag, 4. März 2017, in der IHK Karlsruhe statt.

    Weitere Informationen unter: http://www.zak.kit.edu/karlsruher_gespraeche

    PD Dr. Elham Menea, lecturer in the Department of Political Science at the University of Zurich, speaks about legal pluralism and how the Sharia Law discriminates women. She critically discusses the call for the introduction of the Islamic Law into the European legal system to foster the integration of Muslim minorities.

    The speech was held within the framework of the 21st Karlsruhe Dialogues “Pluralistic Society and its Enemies” at the IHK Karlsruhe on Saturday, March 4, 2017.

    For further information, please see:

    http://www.zak.kit.edu/english/karlsruhe_dialogues

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    2018

    Islamisches Recht und Frauen – Legitimation systematischer Diskriminierung (Prof. Dr. Elham Manea)

    Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Elham Manea spricht über Rechte und Frauen im Islam und über die Legitimation systematischer Disrkimminierung.

    Der Vortrag fand statt bei dem öffentlichen Symposium „Europa in Bewegung. Gesellschaften, Werte und Frauenrechte im Aufbruch“ im Rahmen der Europäischen Kulturtage Karlsruhe 2018 am Samstag, 5. Mai 2018.

    ZAK

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    2012

    Are Parallel Societies a Problem? : Dr. Elham Manea at TEDxBern

    During this moving talk, Dr. Elham Manea examines how parallel societies function within a larger community and the consequences when both demographics fail to address the their differences.

    Dr. Manea an associate professor at the University of Zurich. She is currently working on comparative politics in the Arabian Peninsula, gender and authoritarian Arab states and democratization and civil society in the MENA region.

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    2016

    Elham Manea on her book Sharia Law in Britain

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    2018

    Elham Manea: Changing the Narrative

    Professor Elham Manea is a Middle East expert, teacher and writer but above all else she is an ambassador for human rights and challenger of radical Islam. She recently spoke to an audience in Aspen, Colorado, where she made her case for changing the narrative…

    clarionproject

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    2018

    Elham Manea — „From Radical to Rational“ (4/7/2018)

    Dr. Elham Manea, associate professor in the Political Science Institute at the University of Zurich, spoke at Portland State on April 7 at a lecture titled, „From Radical to Rational.“ Dr. Manea spoke about her research on non-violent Islamism.

    The event was organized by Freethinkers of PSU.

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  3. Adriaan Broekhuizen Says:

    2015

    Elham Manea (…) „Ja“, sagt sie, „es gibt in der Schweiz Anzeichen einer zunehmenden Islamisierung. Ich sehe zwar noch keinen Grund, um Alarm zu schlagen; doch es gilt, diese Anzeichen ernst zu nehmen.“

    Die Frau, die dies sagt, will keinen Hass schüren, und Populismus liegt ihr fern. Wie könnte sie auch, schließlich ist Elham Manea, 49, selber Muslimin. Und wenn sie über Radikalisierung spricht, dann spricht sie auch über sich selbst und ihre Geschichte – doch dazu später.

    Die schweizerisch-jemenitische Doppelbürgerin ist Privatdozentin für Politikwissenschaften an der Universität Zürich, Autorin, Aktivistin – und gilt als eine der profiliertesten Stimmen im Kampf gegen den islamischen Fundamentalismus. In Ägypten als jemenitische Diplomatentochter geboren, in Marokko, Deutschland, im Iran und im Jemen aufgewachsen, hat sie in Kuwait und Washington D. C. studiert. (…)

    Mit 16, am Gymnasium in Sanaa, war sie von einer religiösen Gruppe fasziniert. Deren Predigerin, eine charismatische junge Frau, sprach von der Liebe Gottes und der Erhabenheit der Menschen, die sich dem wahren Islam hingeben. Botschaften, die bei Elham Manea ankamen. Sie war damals, wie so viele in diesem Alter, auf der Suche nach sich selbst. „Ich fühlte eine Klarheit und Geborgenheit, wie ich sie noch nie erlebt habe“, erinnert sie sich. „Alles wurde auf einmal logisch: die Politik, mein Verhältnis zu meinen Eltern, mein Alltag.“

    Elham Manea verschleierte sich. Und als ihr Vater sie vor den Fundamentalisten warnte, begann sie sich von ihm zu entfernen. Stutzig wurde die junge Frau erst, als sie erfuhr, dass es okay sei, im Namen der Religion zu töten. Und dass Engel des Propheten eine Frau verflucht haben sollen, weil diese trotz des Verbots ihres Ehemannes das Haus verließ, um nach ihrem kranken Vater zu sehen. Das fand sie absurd, abstoßend. Das rüttelte sie wach. Es war das Ende ihres „kurzen Flirts mit dem Islamismus“. (…)

    „Es braucht eine grundlegende Reform des Islams.“ Die Trennung von Staat und Justiz von der Religion. Die Gleichstellung von Mann und Frau – und die Anerkennung universaler Menschenrechte.

    Sie selber besucht nur Moscheen, in denen Frauen und Männer miteinander beten dürfen. Mit dieser Haltung leitete sie im Haus der Religionen in Bern ein islamisches Gebet; sie, als Frau, das Haar unbedeckt. Etwas, was für die meisten gläubigen Muslime undenkbar ist. Sie mischt sich ein, wenn Schweizer Professoren vorschlagen, Scharia-Gerichte für hierzulande lebende Muslime anzuerkennen: „Die Scharia leistet Ungleichbehandlungen von Frauen Vorschub und legitimiert, je nach Interpretation, noch heute Kinderheiraten und Zwangsehen.“ Sie ärgert sich gewaltig, wenn eine von Justizministerin Simonetta Sommaruga beauftragte Expertengruppe damit liebäugelte, die Polygamie zu legalisieren. Wer so denkt, der ignoriere „die patriarchalen Strukturen der Polygamie und verniedliche die Demütigungen und den Schmerz der Frauen, die gezwungen sind, in polygamen Ehen zu leben“. Und Elham Manea will, dass nur Volljährige in der Schule ein Kopftuch tragen dürfen: „Die Schule muss ein neutraler Raum sein, in dem sich Kinder frei entfalten können.“

    Von Helene Aecherli | „Mohammed ist ja auch mein Prophet“ | Als junge Frau flirtete Elham Manea mit dem radikalen Islam. Nun warnt die streitbare Politologin vor den Fundamentalisten. Auch in der Schweiz. | DIE ZEIT Nr. 21/2015 22.05.2015

    https://www.zeit.de/2015/21/politologin-elham-manea-islamismus/komplettansicht

  4. Adriaan Broekhuizen Says:

    2009

    ein Plädoyer für einen «humanistischen Islam»

    Trotzdem sagt Elham. Manea dezidiert: «Der Islam ist nicht meine Identität.» «Nennt mich nicht Muslimin», fordert sie

    reformiert Nr. 4/27 März 2009

    Klicke, um auf 090327_REFORMAG.pdf zuzugreifen

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    Ich will nicht mehr schweigen: Der Islam, der Westen und die Menschenrechte

    von Elham Manea

    Einleitung

    “ Nennt mich nicht Muslimin! (…) “

    [ Aber ja doch. Kein Problem Frau Manea („Nennt mich nicht Muslimin!“), das machen wir nicht. ]

    “ Wie die meisten Menschen, die in Europa leben und für die der Islam einfach zu ihrem Erbe gehört “

    Achja, so ganz problemfrei („einfach“) das Erbe Dhimma, Dschihad und innerislamischer Frauenentrechtung jederzeit mit sich herum tragen?

    Beinahe zufällig geerbt also, da kann man nichts machen, The Black Man`s Burden, jedenfalls The Muslim Man’s Burden?

    “ Ich bin nicht an einer solchen Ausdrucksweise oder an einer solchen Art der Auseinandersetzung interessiert, weil ich glaube, dass Religion – jede Religion – das ist, was man aus ihr macht. Mit anderen Worten, es ist der Mensch mit seinem Hintergrund, mit seinen Bräuchen, seiner Erziehung und seinen intellektuellen Fähigkeiten, der aus jeder Religion ein Banner für den Schutz der Menschenrechte [ welcher „Menschenrechte“? AEMR, Paris 1948? Oder OIC Charta, Kairo 1990? ] oder aber auch einen Grund, sie zu verletzen, machen kann. “

    Heiter und unbeschwert, „weil ich glaube, dass Religion (…) das ist, was man aus ihr macht.“

    Scharia und Fiqh, mach was draus und alles wird gut?

    “ es ist der Mensch (…), der aus jeder Religion ein Banner für den Schutz der Menschenrechte oder aber auch einen Grund, sie zu verletzen, machen kann. “

    Nein Frau Manea, der islamrechtlich einwandfrei (der islamisch) ermordete Harbi oder Dhimmi oder die als Muslima gesteinigte Ehebrecherin kann das nicht mehr machen, aus seiner oder ihrer Religion, eine Flagge zum Hüten und Bewahren („Schutz“), „ein Banner“ für oder gegen was auch immer.

    https://books.google.de/books?id=VUzpDAAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

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    “ es ist der Mensch (…), der aus jeder Religion ein Banner “

    Banner, Kriegsfahne, Staatsflagge …

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/30/Flag_of_Jihad.svg

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/08/Flag_of_JTJ.svg

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/28/AQMI_Flag_asymmetric.svg

  5. Adriaan Broekhuizen Says:

    2009

    ein Plädoyer für einen «humanistischen Islam»

    Trotzdem sagt Elham. Manea dezidiert: «Der Islam ist nicht meine Identität.» «Nennt mich nicht Muslimin», fordert sie

    reformiert Nr. 4/27 März 2009

    Klicke, um auf 090327_REFORMAG.pdf zuzugreifen

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    Ich will nicht mehr schweigen: Der Islam, der Westen und die Menschenrechte

    von Elham Manea

    Einleitung

    “ Nennt mich nicht Muslimin! (…) “

    [ Aber gewiss doch. Kein Problem Frau Manea („Nennt mich nicht Muslimin!“), das machen wir nicht. ]

    “ Wie die meisten Menschen, die in Europa leben und für die der Islam einfach zu ihrem Erbe gehört “

    Achja, so ganz problemfrei („einfach“) das Erbe Dhimma, Dschihad und innerislamischer Frauenentrechtung jederzeit mit sich herum tragen?

    Beinahe zufällig geerbt also, da kann man nichts machen, The Black Man`s Burden, jedenfalls The Muslim Man’s Burden?

    Frau Nenntmichnichtmuslimin weiter:

    “ Ich bin nicht an einer solchen Ausdrucksweise oder an einer solchen Art der Auseinandersetzung interessiert, weil ich glaube, dass Religion – jede Religion – das ist, was man aus ihr macht. Mit anderen Worten, es ist der Mensch mit seinem Hintergrund, mit seinen Bräuchen, seiner Erziehung und seinen intellektuellen Fähigkeiten, der aus jeder Religion ein Banner für den Schutz der Menschenrechte [ welcher „Menschenrechte“? AEMR, Paris 1948? Oder OIC Charta, Kairo 1990? ] oder aber auch einen Grund, sie zu verletzen, machen kann. “

    Heiter und unbeschwert, „weil ich glaube, dass Religion (…) das ist, was man aus ihr macht.“

    Scharia und Fiqh, mach was draus und alles wird gut?

    “ es ist der Mensch (…), der aus jeder Religion ein Banner für den Schutz der Menschenrechte oder aber auch einen Grund, sie zu verletzen, machen kann. “

    Nein Frau Manea, der islamrechtlich einwandfrei (der islamisch) ermordete Harbi oder Dhimmi oder die als Muslima gesteinigte Ehebrecherin kann das nicht mehr machen, seine oder ihre Religion wie eine Flagge wehen lassen zum Hüten und Bewahren („Schutz“), weit sichtbar flattern lassen wie „ein Banner“ für oder gegen was auch immer.

    Und es ist ein Unterschied, ob der eine Religionsstifter, der aus Nazareth, die sinngemäße Mahnung ausgab: „Sei nett zu jedermann. Küsse deine Feinde“, hingegen der andere, der aus Mekka, in Medina den Befehl ausgab: „Lauert ihnen überall auf. Köpfe deine Feinde!“

    https://books.google.de/books?id=VUzpDAAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

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    “ es ist der Mensch (…), der aus jeder Religion ein Banner “

    Und Islam wird Staat. Erst Banner, später Kriegsfahne, zuletzt Staatsflagge.

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    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d1/Jamaat-e-Islami_Pakistan_Flag.svg

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/30/Flag_of_Jihad.svg

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/08/Flag_of_JTJ.svg

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/28/AQMI_Flag_asymmetric.svg

  6. Nicht der Islamismus, der Islam ist das Problem Says:

    Islam oder Islamismus?

    Der Islamwissenschaftler Tilman Nagel (* 1942) vertrat 2005 in seinem Essay Islam oder Islamismus? Probleme einer Grenzziehung die Meinung, eine Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus sei „ohne Erkenntniswert“. „Islam und Islamismus sind solange nicht voneinander zu trennen, wie Koran und Sunna als absolut und für alle Zeiten wahr ausgegeben werden“, so Nagel. Er verwendet das Wort „Islamismus“ und setzt in seiner Argumentation den Begriff letzten Endes mit dem orthodoxen Islam gleich. Nagel argumentiert, der Islam sei von Hause aus – mit Ausnahme der Muʿtazila – fundamentalistisch. Der Islam richte sich nicht wie das Christentum in einem bestehenden Staat ein, sondern gründe „einen eigenen“. Historisch führt Nagel dies auf die frühislamische Gemeinde unter Mohammed zurück, dessen Wirken Nagel zufolge „von Anfang an ein entschiedenes Streben nach Dominanz über alle anderen Menschenverbände“ innewohnte, weil es sich „als unerschütterbar wahr und endgültig richtig auffasste. Die Anwendung von Gewalt zur Selbstbehauptung und dann zur Unterwerfung anderer Gemeinschaften, die eben nicht islamische waren, ist demgemäß ein wesentliches, wenn nicht das wesentliche Merkmal der Geschichte des Wirkens Mohammeds in Medina.“

    Aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive wird argumentiert, auf den Begriff Islamismus sei wegen seiner Unschärfe zu verzichten, da gänzlich verschiedene soziale Gruppen und Individuen unter demselben -ismus eingeordnet werden: von Terroristen über demokratisch gewählte Präsidenten bis zu Personen, die einfach nur ihren Glauben praktizieren wollen.

    Andere Kritiker sehen in der Abgrenzung des Islamismus vom Islam ein Konstrukt, um den Islam vom Gewaltvorwurf zu entlasten. So schreibt der Journalist Henryk M. Broder in seinem Buch Hurra, wir kapitulieren!, der Unterschied zwischen Islam und Islamismus sei so wie der zwischen Alkohol und Alkoholismus. „Die vom Westen erfundene Differenzierung zwischen Islam und Islamismus ist politisch gewollt…“. „Darum wird versucht, jene Elemente im Islam zu verharmlosen oder zu verbergen, die gemäß den westlichen Wertvorstellungen als inkompatibel gesehen werden.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Islamismus

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    26.04.2016

    Experte für interreligiösen Dialog bezeichnet Islam als grundgesetzkonform „Feindbildaufbau für den Stimmenfang“

    Dr. Werner Höbsch (Referatsleiter Dialog und Verkündigung beim Erzbistum Köln): Die Aussage, die Muslime gehören zu Deutschland, ist unumstritten und der Islam ist die Religion der Muslime. Daher gehört der Islam wie die Muslime zu Deutschland. (…)

    Dr. Werner Höbsch: Ich sehe, dass der Islam ein Feindbild geworden ist (…) Der Islam in Deutschland ist ein vielgestaltiges Gebilde, ist selber noch einmal plural, und die weitaus größte Mehrheit der Muslime (…) Es werden aber Feindbilder aufgebaut, der Islam wolle die Demokratie zerstören und sei nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.

    Das Interview führte Verena Tröster.

    https://www.domradio.de/themen/islam-und-kirche/2016-04-26/experte-fuer-interreligioesen-dialog-bezeichnet-islam-als-grundgesetzkonform

    2019 | Dr. Werner Höbsch (* 1951 in Düsseldorf) ist neuer Vorsitzender des Trägervereins der Karl Rahner Akademie in Köln. Er wurde einstimmig von der Mitgliederversammlung gewählt.

    https://www.karl-rahner-akademie.de/neuigkeiten/detailansicht/dr-werner-hoebsch-ist-neuer-vorsitzender-des-traegervereins/

    https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_H%C3%B6bsch

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    Die Rückkehr Ayatollah Khomeinis aus Paris läutete eine Zeitenwende für den Iran ein. Die Monarchie wurde beendet, die Republik Iran ausgerufen. Spätestens mit der Verfassung, über die das Volk am 2. Dezember 1979 abstimmte, wurde Iran zu einer islamischen Theokratie. Das wirft auch die Frage nach der Rolle der Frauen im Iran auf, steht doch der Islam unter Verdacht, ihrer Emanzipation entgegenzustehen. Dabei ist der Islam so sehr oder so wenig frauenfeindlich wie andere Religionen auch:

    Zu dieser Erkenntnis sind säkulare Iranerinnen gekommen, die zusammen mit religiös argumentierenden Frauen für Gleichberechtigung in der Islamischen Republik kämpfen. Sie zeigen, dass Islam und Feminismus kein Widerspruch sind. Katajun Amirpur nennt die islamischen Argumente für die Gleichberechtigung und erzählt von Frauen im Iran.

    https://www.karl-rahner-akademie.de/kurssuche/kurs/Starke-Frauen-im-Iran/nr/19044/bereich/details/

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    Religiöse Vielfalt im Iran (Dienstag 18.06.2019)

    Persönliche Erfahrungen einer Exkursion anhand von Filmaufnahmen

    18. Juni 2019 · 17.06.2019

    https://www.karl-rahner-akademie.de/neuigkeiten/detailansicht/religioese-vielfalt-im-iran-dienstag-1806/

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    17. Juni 2019 · 17.06.2019

    Morgen Abend berichten Studierende des Orientalischen Seminars der Universität Köln von ihrer Exkursionen in den Iran. Besondere Aufmerksamkeit bei der Reise galt der religiösen Vielfalt.

    _ttps://www.facebook.com/501012203587270/posts/18-juni-1900-uhr-morgen-abend-berichten-studierende-des-orientalischen-seminars-/848612968827190/

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    Nicht der Islamismus, der Islam ist das Problem

  7. Edward von Roy Says:

    Zentralrat der Ex-Muslime Deutschland

    Offener Brief: Antwort von Mina Ahadi an Bundesaußenminister Heiko Maas

    ‚Dialog‘ als Codewort für die Unterstützung eines diktatorischen Regimes!

    Sehr geehrter Herr Außenminister Maas,

    […] Herr Maas, die iranische Bevölkerung erwartet nicht, dass Sie und die deutsche, oder eine andere Regierung das islamische Regime stürzen. Wir fordern von Ihnen nur, dass Sie beiseite treten und dem Regime nicht unter die Arme greifen, wir werden dann schon selbst mit ihm fertig. Sie sollten nur dem Regime nicht mehr Geld in den Rachen schmeissen, denn jeder Tag seines Fortbestehens bedeutet mehr Verbrechen, Mord und Zerstörung, und dies bedeutet Krieg gegen die iranische Bevölkerung. Sie sehen ja wie viele Opfer dieses Regime der Bevölkerung beibringt.

    Ich bin für die Zukunft des Iran sehr hoffnungsvoll. Die iranische Bevölkerung ist entschlossen, dieses Regime zu stürzen, und wir werden Ihnen und der Welt im zukünftigen Iran zeigen, welche Kapazitäten der Humanität der Gleichheit und eines Lebens in Frieden mit der ganzen Welt wir repräsentieren. Sobald das islamische Regime gestürzt ist, werden auch Sie in Berlin ruhiger leben und müssen nicht länger ständig die terroristischen Einmischungen des islamischen Regimes beobachten und fürchten.

    Mina Ahadi den 23.01.2020

    h t t ps://de-de.facebook.com/permalink.php?story_fbid=2618670841515795&id=486839381365629&__tn__=K-R

    https://de-de.facebook.com/permalink.php?story_fbid=2618670841515795&id=486839381365629&__tn__=K-R

  8. Adriaan Broekhuizen Says:

    Je suis Mila» : le cas d’une ado menacée de mort relance le débat sur le blasphème

    Une lycéenne de 16 ans est massivement harcelée depuis plusieurs jours après des insultes contre l’islam. Elle a été déscolarisée provisoirement.

    Le Parisien 23.01.2020

    (…) Depuis trois jours, cette adolescente de 16 ans, originaire de l’Isère, est victime d’une campagne de cyberharcèlement après avoir tenu des propos hostiles à l’islam. « Je déteste la religion, le Coran est une religion de haine Votre religion […] merci au revoir », peut-on notamment l’entendre dire dans des vidéos publiées sur Instagram.

    Face au déferlement de menaces de mort – elles se comptent par centaines – et a la révélation de son identité et de son adresse, les autorités ont choisi de déscolariser temporairement la jeune fille de son lycée. Un soutien psychologique spécifique va également lui être apporté. (…)

    http://www.leparisien.fr/faits-divers/je-suis-mila-le-cas-d-une-ado-menacee-de-mort-relance-le-debat-sur-le-blaspheme-23-01-2020-8243001.php

    .

    Islamkritik in Frankreich : „Ich sage, was ich denke. Ich bin keine Rassistin“

    Von Michaela Wiegel, Paris – in der FAZ und aktualisiert am 30.01.2020 – 18:01 Uhr …

    Eine französische Schülerin kritisiert den Islam. Danach erhält sie Morddrohungen, muss „untertauchen“. Und ganz Frankreich diskutiert darüber, wie viel Religionskritik sein darf – und in welchem Tonfall.

    Mila muss um ihr Leben fürchten, seit sie auf ihrem Instagram-Konto in derben Worten den Islam kritisierte. „Ich hasse Religion, der Koran ist voller Hass… Eure Religion ist Scheiße“, äußerte die 16 Jahre alte Schülerin. Seither erhält sie Morddrohungen und musste auf Anraten der Polizei bei Verwandten „untertauchen“. Sie kann nicht zur Schule gehen, weil anonyme Hetzer die Anschrift ihres Gymnasiums im Internet enthüllten und dazu aufriefen, die „gottlose Schlampe“ abzustrafen.

    Der Fall hat zu einer heftigen Debatte in Frankreich geführt, nachdem der Generaldelegierte des französischen Islamrates CFCM, Abdallah Zekri, die Drohungen gegen Mila rechtfertigte. Zekri sagte, Mila habe die Reaktionen provoziert und müsse jetzt selbst damit klarkommen. „Wer Wind sät, muss mit dem Sturm rechnen“, sagte Zekri im Radiosender „Sud Radio“. „Das Mädchen weiß, was sie sagt. (…) Sie hat die Religion beleidigt, jetzt muss sie die Folgen ihrer Worte tragen“, sagte er. Zekri leitet auch die französische Beobachtungsstelle für Islamophobie.

    „Wir sind in Frankreich, nicht in Saudi-Arabien“

    Die französische Staatssekretärin für Frauenrechte, Marlène Schiappa, nannte die Äußerungen Zekris „kriminell“ und „unwürdig“. Marine Le Pen sagte, die Äußerungen der Teenagerin seien „die mündliche Version der Charlie Hebdo Karikaturen“. Der Terroranschlag auf die Redaktion der Satirezeitung Charlie Hebdo im Januar 2015 war von den Tätern damit begründet worden, dass die Redaktion mit der Veröffentlichung der Mahomet-Karikaturen den Propheten beleidigt habe. „Man kann Milas Äußerungen vulgär finden, aber wir können nicht akzeptieren, dass jemand in Frankreich dafür zu Tode verurteilt wird“, schrieb die Parteivorsitzende des Rassemblement National auf Twitter.

    Justizministerin Nicole Belloubet (LREM) fachte die Diskussion mit einem Radiogespräch weiter an. Sie kommentierte den Vorfall, als werfe sie Mila ihre kritischen Worte zum Islam vor. „Religionsbeleidigung ist eine Verletzung der Gewissensfreiheit“, sagte Belloubet im Sender Europe 1. „Wir sind in Frankreich, nicht in Saudi-Arabien. Jede Religion darf kritisiert werden. Blasphemie ist kein Straftatbestand“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Republikaner (LR) im Senat, Bruno Retailleau. Der Anwalt der Jugendlichen, Richard Malka, nannte den Kommentar der Justizministerin schockierend. Sie habe die Propaganda der Islamischen Weltliga nachgeplappert, die überall in Europa dafür werbe, Gotteslästerung unter Strafe zu stellen, sagte Malka.

    Die Justizministerin hat ihre Äußerung inzwischen (…) als „unglücklich“ bezeichnet. Die Justiz leitete zwei Ermittlungsverfahren ein. Ein erstes Verfahren, ob die Aussagen der Jugendlichen als „Hassrede“ bewertet werden könnten, wurde am Donnerstag wieder eingestellt. Das zweite Verfahren, das sich gegen die Personen richtet, die die Morddrohungen verschickt haben, läuft noch. (…)

    https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/islamkritik-in-frankreich-ich-sage-was-ich-denke-ich-bin-keine-rassistin-16608795.html

  9. uit Leeuwarden Says:

    Na video met islam-kritiek: Schoolmeisje uit Frankrijk moet onderduiken

    Mila, een 16 jarig meisje in Frankrijk moet onderduiken vanwege kritiek op de #islam, ze krijgt doodsbedreigingen. De werkelijke aard van deze totalitaire religie !

    An avid singer from Lyon, southeastern France, Mila had engaged in a live “chat” with followers of her Instagram account.

    https://www.telegraph.co.uk/news/2020/01/30/teenager-hiding-anti-islam-comments-amid-fierce-row-right-criticise/

    Justizministerin Nicole Belloubet (LREM) fachte die Diskussion mit einem Radiogespräch weiter an. Sie kommentierte den Vorfall, als werfe sie Mila ihre kritischen Worte zum Islam vor. „Religionsbeleidigung ist eine Verletzung der Gewissensfreiheit“, sagte Belloubet im Sender Europe 1. „Wir sind in Frankreich, nicht in Saudi-Arabien. Jede Religion darf kritisiert werden. Blasphemie ist kein Straftatbestand“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Republikaner (LR) im Senat, Bruno Retailleau. Der Anwalt der Jugendlichen, Richard Malka, nannte den Kommentar der Justizministerin schockierend. Sie habe die Propaganda der Islamischen Weltliga nachgeplappert, die überall in Europa dafür werbe, Gotteslästerung unter Strafe zu stellen, sagte Malka.

    FAZ 30.01.2020

    https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/islamkritik-in-frankreich-ich-sage-was-ich-denke-ich-bin-keine-rassistin-16608795.html

  10. Jacques Auvergne Says:

    Susanne Wiesinger eine österreichische Lehrerin, Bildungsfunktionärin und Buchautorin.

    Susanne Wiesinger war viele Jahre als Lehrerin tätig, bevor sie einem breitem Publikum in Österreich bekannt wurde. Im Jahr 2018 wurde ihr Buch Kulturkampf im Klassenzimmer veröffentlicht, in welchem sie eine Integrations- und Werteproblematik an Wiener Schulen feststellte und thematisierte. Ihre Erstveröffentlichung erhielt große mediale Aufmerksamkeit. Wiesinger war zuvor als Volksschullehrerin und als NMS-Lehrerin in Wien-Favoriten und als Personalvertreterin der Lehrergewerkschaft am Wiener Stadtschulrat tätig gewesen. Im Februar 2019 wurde sie vom damaligen Bildungsminister Heinz Faßmann zur Ombudsfrau für Wertefragen und Kulturkonflikte berufen. Im Zuge dieser Tätigkeit verfasste sie ihr zweiten Buch Machtkampf im Ministerium, das von der Einflussnahme der Politik auf das Schulsystem handelt. Noch vor dem Erscheinen des Buches im Januar 2020 wurde ihre Tätigkeit als Ombudsfrau vorzeitig beendet.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Wiesinger

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    Susanne Wiesinger

    Kulturkampf im Klassenzimmer. Wie der Islam die Schulen verändert

    https://www.buecher.de/shop/politische-geschichte/kulturkampf-im-klassenzimmer-ebook-epub/thies-jan-wiesinger-susanne/products_products/detail/prod_id/53881717/

    Susanne Wiesinger: Kulturkampf im Klassenzimmer: Wie der Islam die Schulen verändert. Bericht einer Lehrerin

    https://oe1.orf.at/programm/20190619/556635/Kulturkampf-im-Klassenzimmer

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  11. Jacques Auvergne Says:

    Ralph Ghadban: (…) Diejenigen, die sich mit dem Islam am stärksten identifizieren und die Texte des Korans wortwörtlich nehmen, sind total gegen unsere Gesellschaft. (…)

    Die Clans betrachten das Ganze hier als Beutegesellschaft. Ihr Horizont beschränkt sich aber auf ihre Familie. Der Horizont vieler Muslime ist dagegen die Gemeinschaft der Muslime, und die ist inzwischen riesig. Das ist unser Hauptproblem. Die erste Forderung von muslimischen Verbänden in Europa war 1974 in Großbritannien die Einführung des islamischen Familienrechts. Dort haben wir inzwischen über hundert Schariagerichte, angesiedelt in den Moscheen. (…)

    Der Islam ist eine politische Religion, wenn man ihn wörtlich nimmt. Das wird nicht ausreichend wahrgenommen. Die Sprüche vom Dschihad kommen alle aus dem Koran: „Und wenn die heiligen Monate vorbei sind, tötet die Ungläubigen überall, wo ihr sie findet.“ Die Islamisten und der politische Islam haben alle Reformversuche der letzten 150 Jahre in der islamischen Welt rückgängig gemacht und verstehen den Koran wieder wörtlich, mit den Konsequenzen, die wir kennen. (…)

    Im Libanon hat die Großfamilie eine Schutzfunktion. Hier im Wohlfahrtsstaat werden alle diese Aufgaben vom Staat übernommen. Eigentlich sollte sich der Clan auflösen. Aber die Solidarität wird durch die Endogamie aufrechterhalten. Sie ist in Berlin hundertprozentig und höher als im Libanon. Das kann man nur durch Zwangsehen, durch Heirat mit Minderjährigen erreichen. Das sind beides Straftaten. Bei Islamisten ist es gang und gäbe. Die Unterdrückung der Frau ist entscheidend für den Zusammenhalt der Gruppe. Das findet statt in Zusammenarbeit mit manchen Moscheen, die solche religiösen Ehen und Familienberatung durchführen. Seit Jahren spreche ich von Aussteigerprogrammen. Die gibt es für Jungs, aber für die Mädchen gibt es gar nichts. Wenn die Frauen rebellieren, dann zerfällt die Clanstruktur, und die Integration wird möglich.

    Islamwissenschaftler Ralph Ghadban: Wenn die Frauen rebellieren, zerfallen die Clans | Interview: Andreas Kopietz | Berliner Zeitung 04.11.2019

    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/islamwissenschaftler-ralph-ghadban-wenn-die-frauen-rebellieren-zerfallen-die-clans-li.35622

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