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467. Die einzige unbesprechbare Religion

28. März 2017

Nachtcafé zaubert den Islam weg

Goldener Besen Februar 2017. Den mit 0,00 € dotierten Preis des Monats erhält, wer am Erfolgreichsten das demokratische und rechtliche Problem schlechthin, die Scharia, wer das menschenrechtliche und damit nicht zuletzt frauenrechtliche Problem Nummer Eins, den Islam unter den sprichwörtlichen Teppich kehrt. Glücklicher Gewinner ist SWR Nachtcafé, Nebelwurf des Monats die Sendung vom 17. Februar 2017: Der Islam in unserem Alltag – wo liegt das Problem?[1] Laudatio und viele, viele Querverweise von Jacques Auvergne.

Mit der Hidschra, wörtlich Auswanderung, der Flucht von Mekka nach Medina im Jahre 622 wurde der Islam Staat, von einem politischen Islam zu reden ist daher Tautologie. Andererseits ist der Islam, aus seiner Sicht, der einzige Weg, den Vorschriften Gottes gerecht zu werden und im Jenseits, inschallah, nicht in der Hölle zu brennen.

Taqarrub : rapprochement, vers Allah[2], muslims should always strive towards Allah[3], at-Taqarrub (التقرب), sich Annähern an Allah ist das Ziel.[4] Der Fitra (فطرة), fiṭra, entsprechend, dem geschöpflichen Ausgerichtetsein auf den Ewigen und Allmächtigen, ist von Geburt an jedermann ein Muslim und nur gewisse Eltern erziehen ihn zu einem Juden, Zoroastrier oder Christen.[5] Der Mensch an sich also strebe nach Annäherung an seinen Schöpfer beim Ziel der jenseitigen dauerhaften Nähe zu Gott, dem Verbleib in der Dschanna, dem islamischen Paradies.

Um das zu erreichen, um das Gewebe der Gnade zum unsichtbaren und undurchschaubaren, strengen und launischen Herrn und König nicht zu zerreißen, ist Seiner Anweisung, klar und deutlich[6] niedergeschrieben im Koran, und ist dem Befehl des vollkommenen Geschöpfes, Mohammed, zu lesen im Hadith, nachzukommen. Andernfalls ist im Diesseits zu wenig oder alles andere als Taqarrub und schlimmstenfalls wird das nichts im Jenseits mit dem glückseligen Verbleib im angenehm schattigen, grünenden, von klaren Bächen durchrieselten Garten, ihn ewiger Nähe zu Ihm. Für diese Schändlichen brennt im Dschahannam (ǧahannam), der Hölle, schreckliches Feuer. Als Frau den Körper nicht mit der von der Religion vorgeschriebenen Kleidung, mit dem Hidschab (ḥiǧāb) zu bedecken, nämlich mindestens bis auf Hände und Gesicht, führt ins ewigen Flammen. Die religionsrechtlich zulässige – halal (ḥalāl) – Nahrung schuldhaft zu verweigern, führt ebenfalls in die Hölle, um hier nur diese beiden wichtigen Beispiele zu nennen. Keine Diskussion! Glauben ist Gehorchen.[7]

Eine derartige, jeden Bereich des menschlichen Daseins ordnende Religion trennt weder zwischen Abwehr des Teufels und Politik noch zwischen Seelenrettung und Recht; vgl. Maududi: „The chief characteristic of Islam is that it makes no distinction between the spiritual and the secular in life. Das Hauptmerkmal der Islamischen Weltanschauung ist, dass sie keinen Konflikt – ja nicht einmal eine deutliche Trennung – zwischen dem geistigen und dem weltlichen Leben zulässt“. Zwischen Januar und März 1948 sprach Sayyid Abul Ala Maududi (1903–1979) in Radiosendungen, damit im Folgejahr nach der Teilung Indiens (Partition of India) und noch vor Verkündung der AEMR am 10. Dezember 1948 (ab 1947 sogenanntes Dominion of Pakistan, noch mit Bangladesch; Ausrufung der Islamischen Republik Pakistan erst 1956). Pakistan, wörtlich Land der Reinheit oder des Reinen, Halal-Country sozusagen, Sauberland, Islamistan. Maududis Reden wurden unverzüglich als Buch publiziert, etwa als: The Islamic Way Of Life (ins Englische von Khurshid Ahmad und Khurram Murad, beide arbeiteten für das 1962 durch Mitglieder der JI (Jamaat-e-Islami) gegründete britische Dawa-Zentrum UKIM · UK Islamic Mission). Islamische Lebensweise, die 1983 angefertigte Übersetzung von The Islamic Way Of Life durch Fatima Heeren ins Deutsche, wurde in Saudi-Arabien gedruckt, Riad 1996.

Das Islamische Recht, gottgegeben als die Scharia, ist menschlich anzuwenden als der Fiqh. Das einzig sittlich zu nennende Gemeinwesen, der Islamische Staat (Medina 622–855) ist zu revitalisieren bzw. gegen den Unglauben durchzusetzen, weshalb auch in der sündigen Weltgegend Dar al-Harb islamisierte, schariakonforme Gesetze jedes menschengemachte Gesetz zu ersetzen haben, „that the Kingdom of God may really be established on earth, damit das Königreich Gottes tatsächlich auf Erden errichtet werde“ (Maududi: The Islamic Way Of Life · Islamische Lebensweise; zur Quelle siehe oben). Nicht aus salafistischer, wahhabitischer, islamistischer, politisch-islamischer oder politisiert-islamischer Perspektive, auch nicht aus Sicht einer „islamofaschistischen Bewegung“ (Schmidt-Salomon 2017, s. u.), sondern nach dem islamischen Verständnis können Gedanken wie Volkssouveränität oder Gleichberechtigung von Mann und Frau nur als Einflüsterungen von Iblis verstanden werden.

Das zur Schariadurchsetzung (Islamisierung) eines Territoriums erforderliche Ironisieren und langfristige Beseitigen von Ansprüchen wie Naturrecht, allgemeinen Menschenrechten oder Bürgerrechten geschieht über Dialogbühnen. Dort dürfen Angehörige der auseinanderdriftenden Religionsvölker oder Glaubensnationen (Sg. milla) gefälligst glücklich über ihre Erfahrungen des Eigenen, des Anderen und des neuen Gemeinsamen erzählen. Soll das Ziel sein: Bald die Rechtsspaltung, später die Dhimma?

Der Europaführer der Muslimbruderschaft ruft nicht nach Gleichberechtigung von Mann und Frau, sondern nach dem verdoppelten Gruppengefühl: „So können wir eine kollektive Psyche schaffen, eine gemeinsame Sensibilität und ein wechselseitiges Gefühl von Zugehörigkeit.“ Nachzulesen bei Tariq Ramadan (The Quest for Meaning: Developing a Philosophy of Pluralism). Nennen wir das Ramadansche Konzept gGgG (glückliche Gemeinsamkeit getrennter Gemeinschaften).

Warum nur erinnert SWR Nachtcafé nicht an die mutige Näherin von Montgomery. Diese, müde von der Arbeit, nahm am 1. Dezember 1955 nicht vorn im Bus Platz, um, wie am 11. Januar 2017 der einstige Verfassungsrichter und nun Präsident Italiens Sergio Mattarella anlässlich des Todes von Ayatollah Rafsandschani (Hodschatoleslam, Chomeini-Schüler), das „mutual feeling of belonging“ zu beschwören.

Nein, Rosa Parks ging es, als amerikanische Schwarze, um hundertprozentige Bürgerrechte. Freiheitlich-demokratische Bürgerrechtler haben zu sagen: Schluss mit dem interreligiösen Dialog, sobald dieser die Rechte und Freiheiten des Einzelnen einschränken will, beispielsweise die mit der Scharia nun einmal nicht kompatiblen gleichen Rechte von Mann und Frau.

Zwar hatte Mattarella seinem Amtskollegen Hassan Rohani gegenüber das neue italienische Credo von der gGgG (mutual feeling of belonging, glückliche Gemeinsamkeit getrennter Gemeinschaften) nicht zu Ahl al-Kitab und Umma offenbart, sondern in Bezug auf die beiden alten Kulturnationen (sulla base del comune sentimento di appartenenza a due antiche civiltà‘), doch ein Jahr eher unter Beweis gestellt, was er von Italiens Kulturleistung hält. Um das religiöse Feingefühl des die Todesstrafe wegen Verderbenstiftens auf Erden oder Krieg gegen Gott billigenden iranischen Präsidenten nicht zu brüskieren, wurden auf dem Kapitol in Rom mehrere den menschlichen Körper zeigende Statuen verhüllt. Zur Belohnung gab es voluminöse Wirtschaftsverträge.

Aiman A. Mazyek (Selbstdarstellung islam.de) forderte 2001 lediglich „Dialog und Toleranz zwischen allen Gruppen und Bürgern“, ausreichendes politisches Ziel war ihm „das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionen und Weltanschauungen“.

Die im Folgejahr, am 03. Februar 2002 verabschiedete Islamische Charta (Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft) hat den Islam richtig verstanden und kämpft nicht für die gleichen Rechte der Frau: „Der Muslim und die Muslima haben die gleiche Lebensaufgabe“. Verfasser Nadeem Elyas begnügt sich mit dem „vom Koran anerkannten religiösen Pluralismus“ und begrüßt „das System der Bundesrepublik Deutschland, in dem Staat und Religion harmonisch aufeinander bezogen sind. […] Es besteht kein Widerspruch zwischen der islamischen Lehre und dem Kernbestand der Menschenrechte.“ Die islamisch unakzeptable AEMR hat Elyas zerspalten, aufgeknackt in entbehrliche Hülle und schariaverträglichen („kein Widerspruch“) Kern. Noch 16 Jahre später findet sich die Islamische Charta auf der Homepage des ZMD und ist damit doch wohl Credo und Leitlinie, Fahrplan zum Ziel. Auch die den freiheitlichen Rechtsstaat erodierende oder jedenfalls ironisierende Brisanz der Islamischen Charta hätte bei Nachtcafé zur Sprache kommen müssen.

„Halal bedeutet gesetzlich [islamrechtlich] erlaubt. Halal means lawful“, „Halal ist jedes Objekt oder jede Handlung (vgl. unten, Birgit Plechinger: „sonstige Dinge“), die (im Islamischen Recht) hinsichtlich Ausführung oder Beteiligtsein erlaubt ist. Der Begriff umfasst und etikettiert Speise und Trank ebenso wie alle Angelegenheiten des täglichen Lebens.“[8]

Der folgende und als, schlecht schmeckender, Vorgeschmack zum Nachtcafé ausgesprochen taugliche Multikulti-Irrtum, eine veritable Spitzenleistung in der Kunst des Wegsehens und eine unübertreffbare Rührungslosigkeit angesichts des Leides anderer und vor allem anderer Frauen, stammt von Christina von Braun und Bettina Mathes. Man lese nicht darüber hinweg, dass die beiden Kulturrelativistinnen eine grundsätzliche Aufspaltung der Menschheit vornehmen, nämlich in Westen (Nichtislam) und Orient (Islam). Wer diese kulturkreistheoretische Vorbedingung akzeptiert, vgl. bei Ali Schariati die Umma als bedroht von Westitis und Okzidentose sowie bei Sayyid Qutb der Westen als ewiges antiislamisches Heidentum, als Dschahiliyya, erlebt allgemeine Menschenrechte als Eurozentrismus und Kolonialismus und kann sich, indem er die Wohlverhaltensdoktrin und Herrschaftsform Islam verteidigt, als Kämpfer gegen Kolonialismus und Imperialismus fühlen.

»Uns fiel in der Diskussion über das Kopftuch, aber auch weiter gehend über den Islam auf, dass man im Westen nicht viel darüber weiß. Zum Beispiel, dass es nicht den Islam gibt, sondern viele verschiedene Formen und Ausrichtungen. Ein anderer Aspekt war die Tatsache, dass bestimmte Vorstellungen projiziert werden, ohne dass man sich bewusst wird, dass es sich oft um Projektionen handelt. Zum Beispiel das Bild von der unterdrückten Frau im Islam. Solche Behauptungen werden einfach in den Raum geworfen, und keiner hinterfragt sie. Und wenn man nachfragt: Wen meinst du genau?, heißt es als Antwort: die Frauen mit Kopftuch. Und dann soll das Kopftuch als eindeutige Symbolik diese Behauptung belegen. Man muss einfach mal in Erinnerung rufen, dass auch in deutschen und amerikanischen, wie natürlich auch in muslimischen Haushalten Gewalt am weiblichen Körper verübt wird. Die Projektionen auf die Frau im Islam sind Ablenkungsmanöver von den Problemen in den westlichen Ländern.« (Christina von Braun, Bettina Mathes)[9]

Nachtcafé. Länger als ein Vierteljahrhundert, von 1987 bis 2014, moderierte Wieland Backes.

Heute ist der 17. Februar 2017, das Thema des Abends! Titel der Sendung war nicht: Die Muslime in unserem Alltag …, sondern: Der Islam in unserem Alltag – wo liegt das Problem?

Wo liegt das Problem, also: wo genau liegt es, das klingt, im Gengensatz zu: wo ist das Problem?, verhältnismäßig vernünftiger, nach Analyse. Noch am Vortag allerdings hatte man den Titel anders formuliert, provokant oder herablassend pampig: Der Islam in unserem Alltag – wo ist das Problem? Im Netz verbreiten sich beide Varianten.[10]

Bereits mit Sendebeginn rückte, drückte, drängte der Hochschuldozent („Professor für Fernseh- und Crossmedialen Journalismus“) am Institut für Journalistik der TU Dortmund und Moderator das durch den Titel der Sendung gewürdigte Objekt der eineinhalbstündigen Debatte eine große Strecke weg vom Bereich Islam, hin an den deutlich anderen Ort der ihrer Glaubens- und Verhaltenslehre mehr oder weniger treu folgenden Menschen.

Statt also von der jeden Lebensbereich streng regulierenden, der totalitären Religion nach Koran und Hadith, statt von Glaubenslehre und Religionsgesetz, statt vom Islam zu sprechen, lenkte der Moderator (vor neun Jahren wurde er promoviert zum Dr. phil., Thema seiner Dissertation: Olympische Spiele und Fernsehen. Programmgestalter im Netz olympischer Anhängigkeiten) das Thema auf die damit gleichsam zu einer Sorte Mensch gemachten Muslime. Zwischen dem olympischem Gedanken und einigen Olympiateilnehmern, zwischen Astrologie und dem gutgläubigen oder skeptischen Leser eines Horoskops, zwischen der sozialistischen Staatsdoktrin im heutigen China und der 1,4 Milliarde an dort lebenden Menschen sollte man doch wohl unterscheiden können, zwischen Hitlers Weltanschauung und den jubelnden, verängstigten oder verfolgten Menschen im Dritten Reich ebenfalls.

Islam und Muslime sind zweierlei. Nicht für den auf das Konkrete („Alltag“) ausgerichteten Dr. Michael Steinbrecher:

„Aber: Wie funktioniert das Zusammenleben mit Muslimen im Alltag, also: in den Stadtvierteln, im Verein, in der Schule, im Beruf. Der Islam in unserem Alltag, das ist unser Thema heute im Nachtcafé.“

Gäste in der Sendung am 17.02.2017 sind, auf der Bühne, sechs sogenannte Rundengäste sowie zwei Gäste im Publikum. Neunter im Bunde der Moderator.

Die sechs Rundengäste[11]

Mina Ahadi, Kommunistin, Atheistin. Bereits als Neunjährige musste die gebürtige Iranerin Tschador tragen, durfte in der Öffentlichkeit weder reden noch lachen. Auch im engsten Familienkreis hat sie erlebt, was für brutale Strafen der radikale schiitische Islam verhängen kann: Ihr Mann wurde wegen seiner politischen Arbeit hingerichtet. Dem Islam hat die Gründerin des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE) abgeschworen.

Jochen Blaich, Krankenpfleger. Als Stationsleiter bekommt er immer wieder mit, dass weiblichem Krankenhauspersonal wenig Respekt entgegengebracht wird. Auch sorgen Krankenbesuche ganzer Großfamilien, die sich ums Bett eines Angehörigen versammeln, häufig für Ärger: „Unsere Bitte um Rücksichtnahme wird leider häufig ignoriert.“

Meriem Lebdiri, Designerin, trägt die im Islam jeder Frau vorgeschriebene Bedeckung des ganzen Körpers (mindestens) bis auf Hände und Gesicht, den Hidschab, und entwirft schariakonforme (islamisch legale, halal) Mode für Frauen, ebenfalls also Hidschab.

Prof. Dr. Jochen Oltmer, Migrationsforscher aus Osnabrück, liest in seinem Kaffeesatz. „Religion hat enorm an Bedeutung verloren. Die Probleme, die es zweifelsohne bei der Integration gibt, haben mit Religion sowieso wenig zu tun“, so Oltmer allen Ernstes, um unverzüglich den Bürger zur dauerhaften Dümmlichkeit zu verdonnern: „wir wissen gar nicht worüber wir reden, wenn wir über DEN Islam sprechen“. Für den Osnabrücker bedeutet Integration nicht Durchsetzung universeller Menschenrechte, ggf. auch gegen die Religion, sondern: „Aushandeln – […] Kontakt aufnehmen – […] Vernetzung!“ Wer weiblich und älter als neun Jahre alt ist und den Befehl zum Schleier schuldhaft verweigert, brennt in der Hölle, doch der Osnabrücker frohlockt über Vielfalt und duldet auch hier keinen Widerspruch: „Nur – wir müssen begreifen: Es gibt viele Gründe, viele Begründungen dafür, ein Kopftuch zu tragen.“

Birgit Plechinger ist seit Mitte Februar 2016 Leiterin und seit 01.06.2016 Rektorin der Werner-Ziegler-Mittelschule Senden, Bayern. Im gesamten Bundesland hat die Mittelschule die Hauptschule ersetzt. 78 % ihrer Schüler haben Einwanderungshintergrund. Plechinger nennt einige schultypische Alltagsprobleme weitgehend beim Namen. Beispielsweise (min 28:40) lassen die muslimischen Eltern ihre Töchter fast durchweg nicht am bereits nach Geschlechtern getrennten (!) Schwimmunterricht teilnehmen. Zur Mittelschule informierte am 15.07.2014 die Südwest Presse. Frank Hortig und Wolfgang Frey, der Jugendsozialarbeiter der Mittelschule, luden zum Gespräch, nachdem ein Bericht von Frey für die Stadträte zu Irritationen geführt hatte. Darin beschrieb der Diplom-Sozialarbeiter und Erlebnispädagoge die Rückschritte im Integrationsprozess türkischer Jugendlicher und die gestiegene Gewalt. […] Was Frey beschäftigte, war, dass Gewalt öfters religiös legitimiert wird. „Der islamische Glaube wird dafür instrumentalisiert“, meinte Frey. Im März 2015, auch das verschweigt die Rektorin 2017 im Nachtcafé, wurde bekannt, dass eine Bande zehn- bis elfjähriger Jungen zwei körperlich deutlich schwächere Mitschüler, darunter ein Kind mit Lernbehinderung, mehr als ein Jahr lang erpresst, erniedrigt und misshandelt hatte; die Polizei ermittelte.

Dr. Michael Schmidt-Salomon, Philosoph, Atheist, verspottet Christentum und Buddhismus, beim Islam ist er vorsichtiger.

Die zwei Gäste aus dem Publikum

Susanne Benz heißt eigentlich ganz anders und hat, in großer Sorge, das Pseudonym nur für den heutigen Auftritt erfunden aus nachweislich islambedingten und muslimbedingten Gründen. Seit einem Jahr teilen sich die Katholikin und ihr Mann ihr Haus mit zwei jungen Flüchtlingen aus Syrien. Das Zusammenleben ist problemlos und harmonisch. Wie sich in der Sendung herausstellt, fürchtet Benz Drohungen oder Angriffe durch andere junge muslimische Männer, die an der integrierten, unislamischen Lebensweise der beiden Syrer Anstoß nehmen – deshalb der falsche Name der sympathisch gastfreundlichen deutschen Frau im Sendestudio.

David Karner. Wie homophob ist der Islam? Diese Frage stellte sich Karner, nachdem er mit einem Freund in einem Taxi Platz nahm. Als sich die beiden im Auto küssten, wurde der bekennend muslimische Taxifahrer gewalttätig. Mit Verweis auf die islamische Religion hagelte es übelste Beschimpfungen, danach schlug der gottesfürchtige Homosexuellenfeind zu. Bis heute beschäftigt David Karner der Vorfall: „Ich bin sehr vorsichtig geworden. Hand in Hand laufe ich mit meinem Freund auf der Straße nicht mehr.“

Der Moderator

Dr. Michael Steinbrecher, an der TU Dortmund am Institut für Journalistik Professor für Fernseh- und Videojournalismus.

Der Moderator beim kurzen Vorstellen des Krankenpflegers

min 1:25

„Was es bedeutet, wenn der muslimische Glaube auf den deutschen Klinikalltag trifft“

Ein Professor für Fernseh- und Videojournalismus und Leiter einer eineinhalbstündigen islambezogenen Podiumsdiskussion sollte die korrekte Wortwahl kennen: Mensch Muslim, muslimisch, Religion Islam, islamisch.

Entweder weiß Michael Steinbrecher wirklich nicht, dass der heute besprochene Glaube, die Religion der Muslime, sehr grundsätzlich islamisch zu nennen ist und nicht muslimisch, oder er vermeidet bewusst, wie allein richtig der islamische Glaube zu sagen. Vielleicht, weil er lediglich duldet, über das deutsche Miteinander der Muslime und Nichtmuslime zu diskutieren, und das Gespräch über den Islam so sehr scheut wie der Vampir den Knoblauch oder der Muslimbruder die universellen Menschenrechte?

Der Moderator beim Vorstellen von Michael Schmidt-Salomon (MSS).

min 2:00

„nimmt der Glaube in unserem Land […] ob katholisch, evangelisch oder muslimisch. Religion sollte Privatsache bleiben – sagt Philosoph und“

Wie 35 Sekunden eher der Einsatz der falschen Kategorie: statt religiös – d. h. theologisch und religionsrechtlich – verwendet Steinbrecher das Adjektiv für die weltweit 1,57 Milliarden Anhänger. Will er dem globalen Problem ausweichen, der Rechtsreligion, den frauenfeindlichen Schariavorschriften, der drohenden Rechtsspaltung bzw. Islamisierung unseres jeden Menschen gleich behandelnden Rechts?

Ohne Frage gibt es muslimische Moscheebesucher, muslimische Gespräche über die Macht von roten Korallen und blauen Steinen, türkisch-muslimische Erdoğanunterstützer oder Erdoğangegner, iranisch-muslimische Chomeinifreunde oder Chomeinigegner, fraglos gibt es muslimische Schachspieler und muslimische Fußballbegeisterung. Doch das die Religion, den religiösen Glauben betreffende korrekte Äquivalent zu katholisch und evangelisch lautet islamisch – und nicht muslimisch.

Schachspiel. Im sunnitischen Islamischen Staat (Allahs Diktatur) Saudi-Arabien ist es gänzlich verboten, im schiitischen Islamischen Staat Iran zwar erlaubt, doch zur diesjährigen Schachweltmeisterschaft der Frauen, Teheran 10. Februar bis 5. März, gilt der Kopftuchzwang für die 64 Teilnehmerinnen. Im September 2016 kündigte die aus Georgien stammende, für den US-amerikanischen Schachverband spielende mutige Nazi Paikidze (Nasi Paikidse) an, aus Protest gegen die Unterdrückung der Frauen und die gesetzliche Pflicht zum Tragen eines Hidschab im Iran nicht an der Frauenschach-WM 2017 teilzunehmen.

Seinen Antisemitismus verwirklicht der Gottesstaat auch beim Schachspiel. Im Januar trat in Gibraltar der erst 15 Jahre alte Borna Derakhshani gegen einen Israeli an, Großmeister Alexander Huzman. Der iranische Verband sperrte den Jungen ebenso wie dessen drei Jahre ältere Schwester Dorsa Derakhshani. Der Grund? Die 18-Jährige Frauengroßmeisterin und Internationale Meisterin hatte bei Auslandsturnieren ihre langen braunen Locken sehen lassen.[12]

Schweden und der Iran, Februar 2017. Ob sunnitisch oder schiitisch, der unbedeckte Körper der Frau gefährdet öffentliche Moral und innere Sicherheit, weshalb die nach Teheran reisende sozialdemokratische schwedische Handelsministerin Ann Linde ebenso angepasst den Schleier trug wie alle anderen Schwedinnen der Gruppe.[13]

Islam und Muslime sind zweierlei. Nicht für Formate wie Nachtcafé. Fraglos gibt es versonnen andächtige, strengstens glaubensgehorsame und damit militante Muslime. Sicherlich gibt es hoffnungslose unterworfene und dabei wenig zufällig meistens weibliche Muslime, gibt es kalkuliert mit den Wölfen heulende muslimische Schariafreunde, gibt es sogar, noch viel zu wenige, muslimische offene oder heimliche Schariagegner. Sicherlich gibt es, durchweg bedrohte, bekennende muslimische Islamkritiker. Um diese Differenzierungen hätte es in der Sendung gehen müssen, um die Positionierung der Menschen, Muslime oder Nichtmuslime, zum Islamische Recht, um die Folgen der Scharia auf muslimische oder nichtmuslimische Männer, Frauen und Kinder.

Ehe im Islam, zunächst klingt alles so nett: „According to Islam, the real spirit of marital life is love, understanding and mutual respect. Nach islamischer Auffassung besteht der wahre Geist des ehelichen Zusammenlebens in Liebe, Verständnis und gegenseitiger Achtung“ (Maududi, a. a. O. Seite 84). Was jedoch Allah unter Liebe, Rücksicht und Wertschätzung versteht, hatte der indisch-pakistanische Islamtheoretiker einige Sätze früher festgestellt: „Within the family itself Islam has assigned to the man a position of authority. Innerhalb der Familie hat der Islam dem Mann eine Vorrangstellung zugewiesen“, weiß Maududi (a. a. O., Seite 83), um die Frauenfrage endgültig abzuschließen: „Islam expects the wife to obey her husband. Von der Frau wird im Islam erwartet, dass sie ihrem Gatten gehorcht.“ Allahs Feminismus: Die schariawidrige UDHR (dt. AEMR, Paris 1948) ist, wie das deutsche Grundgesetz, Gleichrangfeminismus, wir sagen Gleichheitsfeminismus, die CDHRI (Kairo 1990) verlangt die männliche Vorrangstellung, den Nachrangfeminismus.

Unterstellen wir dem Gastgeber und Moderator den Trick, die Loipe der im Nachtcafé erlaubten Diskussion über das Thema des Abends, den Islam, in einem eleganten Schlenker – am Islam vorbei – vorzuspuren, den jetzt und künftig allein geduldeten Diskurs um das Thema herum vorbeizubiegen. Offensichtlich soll der Fernsehzuschauer lernen und einüben, sobald sich ihm das Thema Scharia bzw. Islam nähert, frohgestimmt und unverzüglich, optimistisch und reflexhaft über einige jüngst erlebte Muslime zu plappern. Der entsprechende Druck, medial und politisch, erhöht sich weltweit: Wer den Islam kritisiert, ist flugs in jene Schublade zu sperren, die mit Muslimfeind und Gemeinschaftsfeind etikettiert und ggf. fehletikettiert ist.

Vielleicht um das Objekt unsichtbar zu machen, um Kritik am Islam gar nicht erst aufkommen zu lassen, warum auch immer, für den Moderator der Talkshow SWR-Nachtcafé gibt es das Objekt der Sendung – Der Islam in unserem Alltag – letztlich nicht, gibt es eigentlich gar keinen Islam. Offensichtlich soll der Zuschauer verinnerlichen: Es gibt einen weitverzweigten Strauch Spielarten von Islam, drumherum einen ganzen Urwald Verständnisse und Missverständnisse von Islam, das Objekt jedenfalls soll sich unserer Analyse entziehen dürfen, in kleine und immer noch kleinere Splitter zerfallen, in viele Islamvarianten und Islambilder, in noch viel mehr Islamzerrbilder. Wer immer noch über den Islam spricht, ist einfach nicht ernstzunehmen. Und wo es eigentlich keinen Islam gibt, kurz gesagt wo es keinen Islam gibt, kann auch kein Problem mit dem Islamischen Recht (Scharia) bestehen, jedenfalls kein einheitliches Problem, also eigentlich gar keines …

Der entsprechende Nebelwurf ist seit etwa 15 Jahren Jahren üblich und verhindert, wie eigentlich geboten, Textinhalt und Handlungsanweisung von Koran und Sunna, Wort und Befehl von von Sure, Hadith und Fatwa zu kritisieren und als freiheitlicher Demokrat gegebenenfalls, und der Fall ist an tausend Stellen gegeben, unzweideutig zurückzuweisen.

Entweder warf auch Steinbrecher den Nebel zielsicher oder aber aus Unfähigkeit zum Differenzieren zwischen Ideologie und ideologisierten Menschen, vergleichen wir: zwischen Schachspiel und Irans Schachverband, zwischen Bibelwort und Synagogenbesucher, zwischen Evangelium und Kirchensteuerzahler.

Erstens also: Nicht der jedenfalls säkulare Muslim, sondern die Scharia, der authentische Islam ist für allgemeine Menschenrechte und funktionierenden Rechtsstaat das Problem. Zum Zweiten: Ein Islamkritiker betreibt, der Name sagt es doch, Islamkritik, und entweder gar keine oder zunächst keine Muslimkritik. Das dürfen wir überspitzen:

1. Nicht der Muslim, der Islam ist das Problem. 2. Ein Islamkritiker analysiert und ggf. verwirft den Islam, nicht die Muslime.

[Weitere kurze Vorstellung der Gäste, hier Migrationsforscher Prof. Dr. Jochen Oltmer.]

6:30 Steinbrecher:

„Herr Oltmer, wenn wir über DEN Islam sprechen, fängt da nicht schon so ein bisschen das Problem an in den Diskussionen, weil wir wissen gar nicht worüber wir reden, wenn wir über DEN Islam sprechen?“

Vorab eine Reihe von Anmerkungen und Querverweisen.

Ohne Weiteres hätte man einen Islamkritiker in die Sendung holen können, einen Kenner beispielsweise von Imam al-Ghazali, Sayyid Qutb, Ayatollah Motahhari und Mustafa Cerić, und gerade keinen, der bereits in Minute sechs oder 7 von 90 (neunzig!) Sendeminuten meint, dass ja nun „schon so ein bisschen das Problem“ anfängt, sobald man die Vermessenheit wagen wollte, über Allahs 25 koranische Tötungsbefehle, über Mohammeds Feldzüge und ethnische Säuberungen, über die erniedrigte Rolle der Frau in Koransure und Hadithvers, über die Scharia zu reden, über die Muslimbruderschaft, über die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam. Jemand der sich und den übrigen Anwesenden eben nicht vordenkt, vorspurt: „wir wissen gar nicht worüber wir reden, wenn wir über DEN Islam sprechen“.

Derlei vorhandenes oder angebliches Unwissen ist mittlerweile eine Art Staatsdoktrin: „DEN Islam gibt es nicht“. Das ist falsch, und wie es den Islam gibt. Jeder kann sich über den Islam informieren, etwa den Koran aufschlagen. Ein öffentlich-rechtlicher Sender hat einen Informationsauftrag, doch man bevorzugt islambeschönigende Mystik, wie Karen Krüger es probiert, weitergereicht via Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: „Vielleicht wird die deutsche Gesellschaft durch die syrischen Muslime auch neu sehen lernen. In dem Sinn, dass gewisse Zerrbilder hinsichtlich des Islams ad acta gelegt werden können: Zerrbilder, entstanden in einer Zeit, als die Deutschen durch das Anwerbeabkommen erstmals mit dem Islam in Berührung kamen.“[14]

Als eine Frau Krüger oder im Nachtcafé mit erhobenem Zeigefinger religiöse Doktrin sagen, Islam sagen, doch dann, stattdessen, viele interessante Leute interviewen. Nur so lässt sich die Debatte zu AEMR-Widrigkeit und Grundrechtswidrigkeit von Scharia und Fiqh verhindern. Nichtmuslime und Muslime – aus dem verachteten Staatsbürgerbegriff und überhaupt Bürgerbegriff herausgefiltert, herauskristallisiert als zwei Sorten Mensch – dürfen Bericht erstatten, doch eine andere Islamberichterstattung als das Verweigern der Berichterstattung zum Islam darf es nicht geben. Islam blinken, Muslim abbiegen!

Über viele kleine Islame oder sagt man Islamse freut man sich auch bei rowohlt:

„Deutschland diskutiert immer wieder über Islam und Kopftuch, über Integration und Mohammed Karikaturen – aber nachgesehen, was es mit dem Islam hierzulande wirklich auf sich hat, das hat bislang kaum jemand. Karen Krüger macht sich auf eine Deutschlandreise der besonderen Art. Sie sucht Muslime und deren Lebenswelten auf, trifft Leute […] Karen Krüger verleiht dem deutschen Islam ein Gesicht, nein: viele Gesichter. Eine solche Reportage betritt Neuland [Scharia-Neuland oder bereits Neulandkalifat?], mitten in Deutschland. Die Fragen, wie Deutschland und der Islam miteinander leben werden und ob es vielleicht sogar schon einen ganz speziellen Islam made in Germany gibt, werden noch lange Thema bleiben.“[15]

Sollten die allgemeinen Menschenrechte entbehrlich sein, ist die Scharia gar nicht so schlimm? Endlich das Leid der Christen in Ägypten und im Irak ignorieren dürfen, endlich ruhigen Gewissens weggucken dürfen, wenn in Deutschland der sein Leben streng an Koran und Sunna ausrichtende Nachbar seine Frau nicht auf die Straße lässt und seine Tochter nicht in den schulischen Schwimmuntericht, ins städtische Jugendzentrum, auf Klassenfahrt? Um gegen den unterworfenen, herabgewürdigten Status der Frau im Islam nichts tun oder sagen zu müssen, sehnt sich der Postmoderne nach derartiger Entsühnung. Krüger also darf es dem glücklichen werdenden Dhimmi einflüstern und dem bockigen einhämmern:

„Es gibt nicht den einen Islam in Deutschland. Sondern viele“.

Unbelegt behauptet die FAZ-Mitarbeiterin (Feuilleton-Redaktion der Sonntagszeitung in Berlin), dass der eigentliche Islam „[F]ür sich genommen“, das soll doch wohl bedeuten der von Verunreinigungen freie Islam, der reine Islam:

„nur eine Religion“ sei, „es gibt aber Muslime, die aus dem Islam eine politische Ideologie ableiten – beispielsweise Salafisten.“[16]

Nein, es lässt sich leider nicht sagen, dass die Salafi und selbst die Anhänger des Kalifen al-Baghdadi ihre Religion falsch verstanden hätten oder politisch missbrauchen würden, sie versuchen, 1:1 das zu tun, was Mohammed vorgelebt hat.

Islambeschönigerinnen unter sich. FAZ-Schreiberin Karen Krüger (kkr), geboren 1975 in Marburg, aufgewachsen im badischen Waldshut-Tiengen und in Istanbul, wo sie Abitur machte, interviewt Nilüfer Göle, eine stürmisch islambegeisterte türkische Soziologin, die in Frankreich lebt. Unbekümmert erklärt Göle jeden Islamkritiker zum Xenophoben und ruft uns zur Schaffung von muslimfreundlichen neuen Umgangsformen und Verhaltensregeln auf, von neuen Normen. Man tut Göle kein Unrecht, wenn man ihr unterstellt, schariakonforme neue Normen zu meinen.

Nilüfer Göle: „Es gibt eine große Ablehnung des Fremden, dabei steht der Islam ganz weit oben auf der Liste. Nicht nur bei Rechtspopulisten, sondern auch bei Intellektuellen aus dem linken Lager, bei Feministinnen und in Teilen der Homosexuellenbewegung. Sie haben gegen die Macht der Kirche gekämpft, um sexuelle Freiheit und Geschlechtergleichheit zu erreichen. Nun fühlen sie sich bedroht von der Rückkehr der Religion im öffentlichen Raum. Sie zeigen sich wenig gewillt, gemeinsam mit Muslimen neue Normen zu entwickeln.“[17]

Sarkastisch dazwischengefragt. Wieso neue Normen, so schlecht waren universelle Menschenrechte und deutsches GG doch gar nicht?

Letzter Exkurs, dann zurück ins Studio und ganz an den Anfang der Sendung.

Der Lenker der Schafherde: Hastig weg vom bösen Islamismus und hin zum guten Islam mit Ahmad Mansour

Großmeister des neuen deutschen Um-das-Thema-Herumlenkens ist der als Fachmann für Extremismusprävention gehandelte Ahmad Mansour, ein israelisch-arabischer Psychologe und Autor, der seit 2004 in Deutschland lebt. Sollte Yusuf al-Qaradawi ab sofort recht eigentlich belanglos sein, die Kairoer al-Azhar für Sunniten künftig völlig unverbindlich? Nicht überrascht, aber doch erstaunt liest der Islamkenner oder sogar Islamkritiker in Mansours Buch Generation Allah. Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen, dass sich der Forschungsgegenstand, der Islam, Simsalabim, gleichsam in Luft aufgelöst hat, dass es den Islam nicht gibt:

„Wenn ich sage, dass auch eine innerislamische Debatte geführt werden muss, gilt es zunächst einmal zu verdeutlichen, dass es den Islam nicht gibt, sondern dass unterschiedlichste Auslegungen des Islam existieren. Und mit aller Deutlichkeit will ich klarmachen, dass die politische Ideologie nicht zu meinem Islam gehört. Derzeit erscheint es mir, als sei es der politische Islam, der den Islam in Deutschland repräsentiert. Dieser Islam hegt einen universellen Wahrheitsanspruch, und er erhebt eine alleinige Deutungshoheit, die von Machtinteressen geleitet ist. Diesem Islam darf man nicht das Feld überlassen.“[18]

Es gib nur einen Koran, eine Scharia, einen seit 1400 Jahren die Kaaba umkreisenden Pilgerstrom, eine Umma. Allerdings gibt es den Islam.

Allerdings, die seit Mohammeds Medinastaat frauenfeindliche und militante und seit der Schließung der Tore des Idschtihad (nennen wir al-Ghazali, gestorben 1111) unreformierbare Religion der Wortwörtlichkeit von Koran und Sunna, der Islam hat Briefkasten und Telefonnummer: Kairoer Al-Azhar, Darul Uloom Deoband, MIHE · Markfield Institute of Higher Education (Leicestershire), allen voran die Muslimbruderschaft als IGD / FEMYSO / ECFR / FIOE / IESH / HAMAS, das ist Islam und der Rest der Umma akzeptiert diese Führer. Nein, Jan Fleischhauer, es geht nicht um den in Deutschland da oder dort erlebten islamischen Alltag oder alltäglichen Islam oder „Alltags-Islam“, sondern um die zeitlose Scharia, um den Islam. Ja, Craig Considine, Islam residiert, Sie können Islam besuchen, vereinbaren Sie einen Termin, trinken Sie einen Tee in Kairo mit Großimam Ahmad al-Tayyeb, in Doha mit MB-Scheich Yusuf al-Qaradawi oder in Karachi mit dem hanafitischen Mufti Taqi Usmani, abonnieren Sie noch die Fatwas von Scheich al-Munajjid oder Darul Uloom Deoband, und sogleich steht Ihrer persönlichen Islamisierung nichts mehr im Wege. Allah nur im Tauhid, Koran und Hadith stets ohne Außenansicht, Scharia nur totalitär, Umma nur ohne Fitna, und doch dulden Klaus Schubert und Hendrik Meyer (beide: Die Vielfalt des Islam abbilden) keine Kritik an ihrem Bühnenbild: „Der Islam ist so vielfältig wie die deutsche Mehrheitsgesellschaft. ‚Den‘ Islam im Singular gibt es nicht“.[19]

Die Integration der Muslime in Deutschland kann nach Auffassung von Politikwissenschaftlern als „Erfolgsmodell“ bezeichnet werden. „Wenngleich noch enorme Anstrengungen unternommen werden müssen, so hat ein Großteil der Muslime bereits eine nach-integrative Perspektive eingenommen [allerdings: eine islambedingt integrationsverachtende bis integrationsfeindliche Perspektive, abgeschottet gegenüber den Kuffar, denn: ‚Wer ein Volk nachahmt, der gehört zu ihnen.’ (Abu Dawud)] und sieht sich als [in Scharianorm und Umma] integriert an“, sagen Prof. Dr. Klaus Schubert und Hendrik Meyer vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster. [März 2013][20]

Unsere beiden religionspolitischen Cluster-Exzellenzen haben diese Faktenresistenz auch noch geklaut pardon entlehnt. „Während ein Großteil von uns längst eine postintegrative [eine schariatreu desintegrierte] Perspektive eingenommen hat“, das hatte, dreieinhalb Jahre eher, Naika Foroutan gesagt.[21]

Nachtcafé

Steinbrecher startete seine Unklarheit des Denkens oder auch Manipulation, jedenfalls sein Ineinssetzen von Islam und Muslime, mit dem, vielleicht nicht beabsichtigten, Resultat, jede Islamkritik als Muslimhass fehlzudeuten und selbst eine gleichheitsfeministische oder anders AEMR-orientierte Kritik an Sure, Hadith und Fatwa in die Schmuddelecke Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF, engl. group-focused enmity; Begriff von Wilhelm Heitmeyer aus Bielefeld) einzusperren, noch rascher, buchstäblich in der ersten Sendeminute. Nicht nebenbei: eine offensichtlichere GMF als die weitgehende Entrechtung der Dhimmis und vollständige Rechtlosigkeit der Harbis einerseits sowie als das Entrechten und Entwürdigen der Frau andererseits gibt es nicht, das wortgetreue Umsetzen von Koran und Sunna, „diese Religion“ (haḏā d-dīn (1954), Sayyid Quṭb)[22] ist praktizierte gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Für Sekundenbruchteile ließ der Gastgeber den Dschihad („Terroranschläge“) muslimischer Glaubenskämpfer sowie damit verknüpfte nichtmuslimische Besorgnis und unlustbetonte Erregung („Ängste“) aufblitzen. Wie versehentlich teilt Steinbrecher die Bevölkerung in Nichtmuslime und Muslime auf, statt wie geboten die Unverhandelbarkeit der Gleichberechtigung von Mann und Frau zu betonen, der sich gegebenenfalls auch eine jede Religion beugen muss. Allgemeine Menschenrechte und deutsche Grundrechte, auch ein Professor für Fernsehjournalismus sollte darauf bestehen, unterscheiden nicht zwischen Säkularist, Atheist, Ex-Muslim, Christ, Jude, Hindu, sondern ermöglichen das Leben ohne Religion bzw. den jederzeitigen Wechsel der Religion oder Weltanschauung. Im Islam ist der Apostat zu töten.[23]

Steinbrecher:

[Applaus] „Herzlich Willkommen im Nachtcafé, hallo! Dankeschön. In den letzten Wochen und Monaten, liebe Zuschauer, wurde viel gesprochen über Einwanderung, Obergrenzen und Integration – und laut einer aktuellen Studie sprechen sich derzeit über 50 % der Deutschen gegen weitere Einwanderung aus muslimischen Ländern aus, also: die Terroranschläge der Vergangenheit scheinen da Ängste hinterlassen zu haben. Aber: Wie funktioniert das Zusammenleben mit Muslimen im Alltag, also: in den Stadtvierteln, im Verein, in der Schule, im Beruf? Der Islam in unserem Alltag, das ist unser Thema heute im Nachtcafé und ich begrüße dazu sehr herzlich die Schulrektorin Birgit Plechinger, herzlich willkommen!

Schier für alle Ewigkeit also, für die heutige und künftige Regelhaftigkeit, für die deutsche Normativität („Alltag“) betreibt der Moderator die Kernfusion von Muslimen und Islam. Ein gewiss nicht reibungsloses, aber letztlich harmloses und buntes nichtmuslimisch-muslimisches Miteinander stellt Welterklärer Steinbrecher („Aber: wie funktioniert“) dem Thema des Abends (Der Islam in unserem Alltag) voran, damit das definierend, was zwar nicht der Islam ist, aber was als islambezogene Debatte allein statthaft ist, Steinbrecher: „Das Zusammenleben mit Muslimen im Alltag, also: in den Stadtvierteln, im Verein, in der Schule, im Beruf“. Wer mehr verlangt, gar Koran- und Hadithkritik äußert oder, wie plausibel begründet auch immer, das Menschenbild und Gesellschaftsmodell der Scharia verurteilt, gefährdet möglicherweise dieses Regelhafte und Normative, gefährdet ja vielleicht diesen Alltag.

[Applaus]

„Über die Hälfte Ihrer Schüler sind gläubige Muslime. Welche Auswirkungen das im Schulalltag hat, erleben Sie täglich, sei es im Schwimmunterricht, beim Kantinenessen oder während der Fastenzeit – immer wieder stehen Sie vor der Frage: Wie viel Entgegenkommen ist ok – welche Forderungen gehen eindeutig zu weit? Guten Abend nochmal – Birgit Plechinger.“

Weder der über im Sinne von Koran und Hadith gottesfürchtige Kinder und Jugendliche („gläubige Muslime“) redende Moderator noch die Pädagogin und Schulleiterin scheinen davon auszugehen, dass sich unter der Mehrheit der Schülerschaft auch ungläubige Muslime oder islamkritische Muslime befinden, einige Islamapostaten vielleicht unter den Schülern sind, noch mehr bewusste oder unbewusste Schariaverweigerer, etliche junge Islamkritiker, viele Zweifler am Islam und noch mehr am Islam Verzweifelte. Vom 200 km entfernten Baden-Baden aus wird die Sendener Schülerschaft vielmehr ungefragt muslimisiert, wird sie, wenn auch nicht zu schariagehorsamen Muslimen ernannt, so doch zu gläubigen Muslimen. Dass verwundert, schließlich ist die im Alter von 15 Jahren aus dem Islam ausgetretene Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime ins Studio gekommen. Dass sich auf der ganzen Welt einzelne mutige Menschen vom Islam abwenden, islamrechtlich eigentlich todeswürdig, ist Steinbrecher und Plechinger ebenso bekannt wie die Tatsache, dass auch muslimische Kritiker von Koran und Sunna in Gefahr sind.

„Jochen Bleich – Was es bedeutet, wenn der muslimische Glaube auf den deutschen Klinikalltag trifft, das erfahren Sie als Krankenpfleger hautnah. Wie groß ist der Respekt vor dem weiblichem Krankenhauspersonal? Wie reagieren Sie, wenn Großfamilien sich um Krankenbetten versammeln, das erfahren wir von: Jochen Bleich, herzlich willkommen.“

Es heißt der Muslim, aber der islamische Glaube. Die Wortschöpfung „der muslimische Glaube“ kommt dem Dogma der Gleichsetzung von Islam und Muslime entgegen, die ja möglicherweise zum Ziel hat, jede Islamkritik in die Tabuzone der Muslimfeindlichkeit zu schieben und jeden Schariagegner oder Islamanalytiker unberührbar zu machen, gesellschaftlich zu ächten, mit allgemeinem medialem Schweigen unsichtbar abzudecken wie mit einer unsichtbaren Burka.

Anwesend ist Mina Ahadi, die zu Beginn der Siebziger Jahre und noch als Jugendliche eine bestimmte Religion verlassen hat, nicht irgendeine freilich, sondern den Islam. Mit der Exiliranerin kann jeder andere Islamapostat sagen: Ich habe abgeschworen (Buchtitel). Doch hat, das ist neuerdings leider zu betonen, ein Murtadd nicht dem System des Ayatollah Chomeini abgeschworen oder „dieser islamofaschistischen Bewegung“ (MSS in min 1:13:30) oder dem Wahhabismus, dem Salafismus, dem Islamismus oder dem politischen Islam abgeschworen, nein, sondern dem Islam.

Zweckmäßigerweise ist die Gründerin und Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE) daher Autorin weder von: Ich habe abgeschworen: Warum ich für die Freiheit und gegen den Islamismus kämpfe, noch von: Ich habe abgeschworen: Warum ich für die Freiheit und gegen den politischen Islam kämpfe, sondern von: Ich habe abgeschworen: Warum ich für die Freiheit und gegen den Islam kämpfe. Als weiterführende Literatur zur Sendung vom 17. Februar 2017 empfehlen Nachtcafé und der SWR das wirklich lesenswerte Buch.[24]

Nun folgt im Nachtcafé die weitere Vorstellung aller Podiumsgäste, hier einige Ausschnitte.

min 2:50 bis 3:10, Moderator:

„Mina Ahadi. Sie sind im Iran aufgewachsen und haben schon früh erleben müssen, welch drakonische Strafen dort im Namen des Islam verhängt werden, bis hin zur Todesstrafe in der eigenen Familie. Deshalb haben Sie dem Islam gänzlich abgeschworen, Guten Abend, Mina Ahadi.“

Leicht kann man darüber hinweg hören, Michael Steinbrecher sagt: „welch drakonische Strafen dort im Namen des Islam verhängt werden“. Delinquenten im Iran würden hingerichtet also nicht islamisch, durch den textgetreu praktizierten, den angewandten Islam, sondern lediglich: „im Namen des Islam“. Was nun zweierlei heißen kann. Entweder verwirklicht, wendet an, gebraucht der heutige iranische Staat die zwölferschiitische islamische Religion, handelt religiös konsequent und bringt gerade und erst damit die Menschen islamisch korrekt um, tötet schariafromm. Dass der SWR-Moderator aber dieses sagen möchte ist, betrachtet man die gesamte Sendung sowie die Aussprüche deutscher Politiker zur iKfR („im Kern friedliche Religion“), wenig wahrscheinlich. Oder aber der Iran zweckentfremdet Koransuren und schiitischen Hadith während er Straftäter umbringt, missbraucht er den Islam bei Urteilsfindung (Krieg gegen Gott und seinen Gesandten; Verderbenstiften auf Erden) und Urteilsverkündung, handelt beim Hinrichten islamwidrig, unislamisch.

Das Steinbrechersche Im Namen des Islam („welch drakonische Strafen dort im Namen des Islam verhängt werden“) erinnert an das Verkünden von Gerichtsurteilen. Im Rechtsstaat: Im Namen des Volkes. Sobald hingegen Islam Staat geworden ist und der Machthaber Stellvertreter des Schöpfers, beginnt die Verlesung eines Urteils nicht mit einem Im Namen des Islam, sondern, wie Verfassungspräambel und Fatwas, mit der Basmala: bismi Llāhi r-raḥmāni r-raḥīmi – Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen. Etwa auch in der neuen Verfassung Ägyptens (2014), der weltweit abschaffenswerte Schariavorbehalt folgt leider sofort.[25]

Im Iran seien die Menschen also getötet worden Im Namen des Islam. Des entweder richtig verstandenen oder missverstandenen Islam, Talkshow Nachtcafé bietet den Zuschauern offensichtlich nur Variante Zwei an. Schlicht islamisch zu nennen ist Variante Eins, das gegebenenfalls erforderliche Töten für Allah. Der Fernsehmoderator und Professor für Fernseh- und Videojournalismus kann das wissen und, täusche ich mich, scheint das ziemlich genau zu spüren, jedenfalls wagt er nicht zu sagen, dass Chomeini oder Chamene’i oder Rohani ihre Religion falsch verstanden hätten.

Am 17. Februar hätte jemand zur Sprache bringen müssen, dass der zur Herrschaft gelangte Islam, und einen anderen Islam als den, der auf Erden zur Herrschaft kommen will, gibt es seit 1400 Jahren nicht, den schariarechtlich besonders üblen Missetäter auspeitscht, ihm die Hand abhackt oder zusätzlich den Fuß der gegenüberliegenden Körperseite oder der den Apostaten, mindestens den vorlauten Islamapostaten, umbringt. In Baden-Badens Sendesaal Altes E-Werk hätte jemand fordern müssen, dass die Scharia aus dem Strafrecht (wir wissen: aus jedem Rechtsgebiet) herausgeschmissen werden muss, weltweit, also auch in Saudi-Arabien oder im Iran, und dass das Islamische Recht, unkritisch verkündet, ohne Außenansicht, in Europas oder Deutschlands universitäre Lehre (Recht; Politik; Imamausbildung; Ausbildung der Lehrer für den Islamischen Religionsunterricht) keinesfalls integriert werden darf und erst recht nicht in den IRU, den Islamischen Religionsunterricht für die Minderjährigen.

Um es vorweg zu nehmen: nichts von all dem fand statt und der nicht gründlich vorinformierte Zuschauer muss denken: ‚Auspeitschen, Handabhacken, Todesstrafe? Vorurteil und Zerrbild oder schlimmer Missbrauch der Religion, mit dem Islam hat das nichts zu tun.‘

In Baden-Württembergs Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien (Rundfunkstaatsvertrag – RStV -) lesen wir in § 3 Allgemeine Grundsätze:

„die sittlichen und religiösen Überzeugungen der Bevölkerung sind zu achten“.

Hier liegt ein Problem für die freiheitliche Demokratie, in welchem Staat auf der Welt auch immer. Was, wenn zu den Glaubensvorstellungen („religiösen Überzeugungen“) nicht nur marginaler Minderheiten etwa das gehört, was (auch) das Strafrecht der Islamischen (und nicht „Islamistischen …) Republik Iran als todeswürdig bewertet: „Feindschaft zu Gott“? Im Islam sagt Gott:

Siehe, der Lohn derer, welche Allah und Seinen Gesandten befehden und Verderben auf der Erde betreiben, ist nur der, dass sie getötet oder gekreuzigt oder an den Händen und Füßen wechselseitig verstümmelt oder aus dem Lande vertrieben werden. Das ist ihr Lohn hienieden und im Jenseits wird ihnen schmerzliche Strafe.

Die Glaubenskämpfer vom Islamischen Staat (IS) lesen das und handeln wie vom Schöpfer vorgeschrieben. Online beim ZMD zeigt man Koran 5:33 nahezu gleichlautend:

Der Lohn derjenigen, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und sich bemühen, auf der Erde Unheil zu stiften, ist indessen (der), dass sie allesamt getötet oder gekreuzigt werden, oder dass ihnen Hände und Füße wechselseitig abgehackt werden, oder dass sie aus dem Land verbannt werden. Das ist für sie eine Schande im Diesseits, und im Jenseits gibt es für sie gewaltige Strafe.

Die fundamentale Kollision, an tausend Stellen, zwischen deutschem Grundgesetz und Islamischem Recht hätte man an ein paar Beispielen darstellen müssen. Dass das in eineinhalb Stunden harmonischem Geplauder und Geplapper nicht geschah, verstößt möglicherweise gegen …

§ 11 Auftrag (1)

Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist, durch die Herstellung und Verbreitung ihrer Angebote als Medium und Faktor des Prozesses freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung zu wirken und dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben in ihren Angeboten einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Sie sollen hierdurch die internationale Verständigung, die europäische Integration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bund und Ländern fördern. Ihre Angebote haben der Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung zu dienen. Sie haben Beiträge insbesondere zur Kultur anzubieten. Auch Unterhaltung soll einem öffentlich-rechtlichen Angebotsprofil entsprechen.

(2) Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.

…, möglicherweise aber auch nicht. Denn von der Unveräußerlichkeit allgemeiner Menschenrechte, beispielsweise vom Durchsetzen der Gleichberechtigung von Mann und Frau nötigenfalls auch gegen den Standard einer Religion, ist im RStV (Rundfunkstaatsvertrag) des Ländle ja gar nicht die Rede und in (1) redet man nicht von freiheitlich-demokratischen (!) Standards, sondern von demokratischen Bedürfnissen (!!!), bei mehrheitlicher Zustimmung wird ggf. das Kalifat ein solches Bedürfnis sein. Schon heute scheinen Fakten zum Islam zu stören. Fakten zum Islam wollen und dürfen wir nicht senden, die Bevölkerung hat andere demokratische, soziale und kulturelle Bedürfnisse …

Und könnte gründliche Islamkritik nicht auch die deutsch-iranischen, deutsch-pakistanischen, deutsch-marokkanischen oder deutsch-türkischen Beziehungen beschädigen und zusätzlich das deutsche friedliche Zusammenleben? „[D]ie internationale Verständigung, die europäische Integration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bund und Ländern“, nicht mehr und nicht weniger fordert der Rundfunkstaatsvertrag.

Nachtcafé. Den Moderator haben wir bereits vernommen:

6:30 Steinbrecher:

„Herr Oltmer, wenn wir über DEN Islam sprechen, fängt da nicht schon so ein bisschen das Problem an in den Diskussionen, weil wir wissen gar nicht worüber wir reden, wenn wir über DEN Islam sprechen?“

ab ca. 6:40, Jochen Oltmer:

„Ja, ich denke schon. Also, der zentrale Punkt in diesem Zusammenhang ist, dass es, wenn man so will, DEN Islam nicht gibt, sondern wir enorm viele unterschiedliche Spielarten in diesem Zusammenhang haben, und wir haben eben tatsächlich Menschen, die religiös geprägt sind, auch sehr religiös geprägt sind, aber wir haben auch sehr viele, die man vielleicht Nenn-Muslime nennen könnte, also sehr viele Menschen, die sozusagen statistisch unter diese Kategorie fallen […] ein überaus weites, sehr, sehr heterogenes Feld, im Blick auf das man sehr vorsichtig sein sollte, wenn man von DEM Islam oder von DEN Muslimen spricht.“

7:30, Moderator:

„Wir haben hier heute sechs Gäste, und ich glaube, keiner hat den Anspruch, über DIE Christen, für DIE Christen zu sprechen, für DEN Islam zu sprechen oder auch für DIE Deutschen, sondern wir reden über ihre Erfahrungen: Was sie verbindet und was sie unterscheidet. Steigen wir ein in diese Erfahrungswelt.“

Der Islam, den wir in Europa erleben, ist derselbe Islam, der zwischen Mauretanien und Malaysia Islamkritiker bedroht und Frauen unter den Hidschab zwingt. Überfällig ist die aufrichtige Debatte über die diesen weltweiten Islam, diesen die freiheitliche Demokratie und die allgemeinen Menschenrechte angreifenden Islam. Unsere säkularen muslimischen Mitbürger, gerade die muslimischen Mädchen und Frauen sollten wir gegen Mufti und Scheich stärken, und schon gar nicht dürfen wir die Kinder oder Jugendlichen den Befehlen der Ulama oder Muslimbrüder ausliefern. Zwar soll der gewöhnliche Muslim mit Eifer nach Wissen streben, doch den Weisungen der Ulama bzw. der Führung der Muslimbruderschaft hat er Folge zu leisten, denn nur der Alim bzw. Murschid al-Amm, siehe bei Tariq Ramadan (Western Muslims and the Future of Islam (Anm. 1 zu Kap. 6)), darf dreierlei: 1. definieren die Maslaha (maṣlaḥa, Allgemeinwohl im Sinne der Scharia), 2. betreiben den Idschtihad (iǧtihād, eigene Urteilsbildung) und 3. verfassen die Fatawa (fatāwā, Sg. Fatwa, fatwā).

Ahmad al-Tayyeb hat sehr wohl den Anspruch, über DEN Islam zu dozieren – und genau das tat der Großimam der Kairoer al-Azhar, mit seiner Rede ‚Friedenspotenzial des Islams‘, am 15. März 2016 in Berlin, vor dem Deutschen Bundestag. Kein Abgeordneter stellte al-Tayyebs Befugnis infrage „für DEN Islam zu sprechen“ (Zitat Moderator).

Mustafa Cerić hat den Anspruch, über DEN Islam zu sprechen. 2008 erhielt der ranghohe Muslimbruder und damalige Großmufti für Bosnien und Herzegowina (gemeinsam mit Ghazi bin Muhammad bin Talal aus Jordanien und Habib Ali Zain al-Abideen al-Jifri aus den Emiraten) von der kirchenchristlich orientierten Eugen-Biser-Stiftung einen Preis für sein Engagement im interreligiösen Dialog (für den Brief: Ein gemeinsames Wort zwischen uns und Euch). In seiner Rede zur Preisverleihung am 22. November in der Hofkirche der Münchner Residenz kam Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) gar nicht auf den Gedanken anzunehmen, dass Cerić nicht berechtigt sei „für DEN Islam zu sprechen“.

Islamische Autoritäten wie al-Tayyeb und Cerić sagen den sunnitischen Muslimen aller Welt, also auch den Sunniten in Deutschland, was DER Islam ist – und im Nachtcafé plappern Wohlstandsverwöhnte über Erfahrungen mit liebenswürdigen Muslimen oder fiesen Muslimen. Inbrünstig gibt man sich im Nachtcafé dem neuen Glauben hin, dass es DEN Islam nicht gebe, tröstet sich oder ereifert sich über dieses gefälligst Nichtvorhandene, die einem Dhimmi oder Harbi unfassliche, unbesprechbare Religion namens Islam – achja, die es nicht gibt – und die Festrede für Cerić (2008) hielt Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Die Bundestagsabgeordneten (2016) staunten mit offenem Mund, als der potentielle Kalif aller Sunniten und jetzige Großimam der Azhar, al-Tayyeb, den weltweit, also auch in Deutschland bis zum Tage der Auferstehung geltenden Willen des Schöpfers feststellte:

In einem von Muslimen beherrschten Land sollte eine «kleine Kopfsteuer» von Andersgläubigen erhoben werden, damit man sie schützt, sagte al-Tayyeb. Auch beim Eingangsplädoyer für Gleichberechtigung erzeugt der Geistliche dann auch Stirnrunzeln: Eine schlüssige Antwort auf die Frage, warum zwar Muslime andersgläubige Frauen heiraten dürfen, Musliminnen aber nicht, kann er nicht liefern.[26]

Nachtcafé gibt einem am Klinikum Ludwigsburg arbeitenden Stationsleiter in der Krankenpflege die Gelegenheit zum Bericht aus dem Klinikalltag. Auf der Station für das Alter der neugeboren bis 18 Jahre alten Patienten ist Jochen Blaich der einzige männliche Mitarbeiter.

min 10:20

„Und wenn ich das noch sagen darf, dass oft …“ Moderator: „Sie dürfen alles sagen, um das mal klarzustellen …“ Krankenpfleger: „… alles – danke; Wir haben ja von null bis achtzehn, und wenn man sieht, wie die Männer oft, ich sag jetzt mal, als Säuglinge, als Kleinkinder wie die Prinzen erzogen werden, dann wundert einen es auch nicht, dass sie als Jugendliche vor Frauen wenig Respekt haben, sag ich mal.“

11:20, Moderator

„Hat das auch manchmal Einfluss auf Behandlungsmöglichkeiten, würden Sie auch so weit gehen?

„Vielleicht manchmal bei den jungen Mädchen bei den gynäkologischen Untersuchungen, da kann das schon mal sein, dass die das dann nicht wollen oder so, aber sonst geht es eigentlich in der Regel, würde ich mal sagen.“

Genau so ist das. Gut dass berichtet wird. Junge Mädchen und gynäkologische Untersuchungen … weibliches Kind und Genital, da war doch was? Genau, Islam ist FGM, weibliche Genitalverstümmelung. Sicherlich könnte der Zuschauer von Nachtcafé empört fragen: ›Also bitte, Jacques Auvergne, jetzt schießen Sie aber endgültig über das Ziel hinaus, was soll das unangenehme Thema weibliche Genitalverstümmelung hier? Sicherlich, diese schafiitischen Scheiche und Ulama verlangen die religiöse FGM, doch davon ist hier bei Nachtcafé keine Rede. Was für Schrecklichkeiten unterstellen Sie dem Sender und der Sendung!?‹

Aber das ist es ja gerade!

Kinder wünschen sich das Unangenehme weg. Bald kommt der gute Zauberer und hext das Problem fort. Das ist altersgerecht. Ein Politiker oder Journalist aber sollte andere Strategien anwenden als das Verschwindenlassen. Auf zum Zaubern mit Dr. Steinbrecher. Nachtcafé zaubert den Islam weg.

Während spätestens seit Frühling 2014 die beiden Freunde einer irgendwie geringfügigen („milde Sunna“) Mädchenbeschneidung Karl-Peter Ringel und Kathrin Meyer das Elternrecht auf chitan al-inath (indones.: sunat perempuan) unter Personensorge im BGB verankert wissen möchten, während in Trier, nebenan wohnt Michael Schmidt-Salomon, Professor Dr. Mark A. Zöller über klitze-klitze-klitzekleine Formen von FGM („rein symbolische Bagatellverletzungen“) sinniert, während, Sommer und Herbst 2014, zum 70. Deutschen Juristentag Strafrechtlerin und djt-Gutachterin Tatjana Hörnle die teilweise Straffreistellung der islamischen Beschneidung der Jungen und Mädchen planen durfte, kommt von Schmidt-Salomon und Steinbrecher auf SWR Nachtcafé nichts zur milden Sunna, gar nichts, Stille, ganz großes Schweigen.

Denn allerdings, Islam ist FGM. Und bei SWR Nachtcafé reden, mit beiden Publikumsgästen und dem Fernsehmoderator in Personalunion Professor für Fernseh- und Videojournalismus, neun Menschen ganze neunzig Minuten lang über den Islam … nein, das tun sie eben nicht, sie reden um den Islam – den es vielleicht, also eigentlich gar nicht gibt, den es insofern nicht gibt – herum und erzählen ein bisschen über Muslime.

Auch die alle Nichtmuslime diskriminierende sowie frauenfeindliche OIC-Charta (Kairo 1990) wurde nicht, wie geboten, an den Pranger gestellt, weder Steinbrecher noch Schmidt-Salomon noch Ahadi forderten am 16.02.2017: Sofort weltweit raus mit dem islamischen Recht aus den Verfassungen und Paragraphen beispielsweise aller OIC-Staaten, und auch ins deutsche Familienrecht darf die Scharia nicht implementiert werden.

11:42, Moderator Steinbrecher:

„Wie stark richtet sich denn Ihre Klinik, richtet sich auch Ihre Station so nach den Gepflogenheiten und nach den Bedürfnissen auch muslimischer Patienten und Eltern?“

12:20, Krankenpfleger (Stationsleiter) Blaich:

„[…] Wir haben zum Beispiel ein Integrationsteam […] wir haben ja auch […] Mitarbeiter mit muslimischem Glauben […] der Raum der Stille, was früher sag ich jetzt mal so ne Kapelle war wurde umgebaut, praktisch für alle Weltanschauungen, und so haben wir doch einiges denk ich, wo wir versuchen, auch auf die Bedürfnisse und auf den Glauben von muslimischen Patientinnen und Patienten einzugehen, und auch wenn ich das noch sagen darf: Die Auszubildenden dürfen jetzt auch sogar Kopftuch tragen, was ja auch lange Jahre nicht so ging.“

Kopftuch, so hört man es oft, aber darum geht es nur zum Teil, nicht nur Haare und Haaransatz, auch Arme und Beine sind vor dem Blick abzuschirmen. Weder Hals, Rumpf, eigentlich sogar die Hautfarbe, noch die den Körper verratende Silhouette darf von einem Nicht-Mahram zu sehen oder zu erahnen sein. Mahram-Verwandte sind alle Menschen des jeweils anderen Geschlechts, mit denen man so nah verwandt ist, dass man diese nicht islamisch heiraten dürfte (sowie der eigene Ehegatte, mit dem man ohnehin verheiratet ist).

Den Hidschab dürfen Ludwigsburger Azubis leider tragen, ein Kopftuch wäre aus islamischer Sicht unzulässig verkürzt genäht. Im Islam gibt es kein Kopftuch. Vielmehr ist der gesamte Körper einer Frau, bzw. eines Mädchens ab der Geschlechtsreife oder (vielmehr) dem Alter von neun Jahren mit Kleidung abzudecken.

Ein Islamkritiker braucht über das Kopftuch nicht zu sprechen. Seit dem 27. Januar 2015 winkt Karlsruhe („Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) hat folgende theologische Bewertung ihres Obersten Religionsrates mitgeteilt“) schließlich nicht das Kopftuch durch, sondern den Hidschab. Nur und genau diesen muss die Muslima tragen („ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien.“). Nicht ein Tuch auf dem Kopf, kein Kopftuch sondern der Hidschab ist „religiöses Gebot definitiver Qualität“ (vgl.: Bundesverfassungsgericht | Beschluss vom 27. Januar 2015 – 1 BvR 471/10). Ewige Nähe zum Schöpfer, Taqarrub ist das einzige Motiv, die zwingend vorgegebene Bekleidung einzuhalten, als Frau also den Hidschab. Jochen Oltmer (min 50:30) hingegen schwärmt von der Vielfalt der Motive, die es in Bezug auf das Bedecken des Körpers mit einem Hidschab gebe: „Nur – wir müssen begreifen: Es gibt viele Gründe, viele Begründungen dafür, ein Kopftuch zu tragen.“

Von den Kleinen Antillen aus informiert Darul Uloom T&T (Cunupia, Trinidad und Tobago) insbesondere die Hanafiten unter den sunnitischen Muslimen aller Welt darüber, dass Allahs Befehl zum Hidschab nicht erfüllt wird, wenn die Frau einen Schal oder ein Tuch auf ihren Kopf legt. Denn abgesehen von den zu erfüllenden Kriterien, ist mit dem Hidschab viel mehr verbunden als das bloße Tuch.

„In Wirklichkeit ist Hidschab viel mehr als das. Es geht um das gesamte Erscheinungsbild und Bekleidetsein einer Frau: um ihre Garderobe, ihre Sprache, ihre Manieren. Der Hidschab erfordert von der Frau, sich nicht frei frei unter Angehörige des anderen Geschlechts zu mischen, nicht ohne triftigen Grund im Park oder auf der Straße herumzugehen sowie die von Allah und Seinem Botschafter gegebenen Vorgaben einzuhalten.“[27]

Die Bedeckung (Hidschab), in dem die Muslima vor Nichtmahram-Männern erscheinen darf, sofern ihr Besitzer und (Vater oder) Ehemann das Ausgehen aus dem Haus überhaupt zulässt, muss spezifische Bedingungen erfüllen (zwei Kriterienkataloge, zuerst nach dem Fatwa Nummer 69789 von Salih al-Munajjid.

• Sie muss den ganzen Körper bedecken, […] [bis auf] Gesicht und Hände[n]. [Hanbalitisch bzw. bei den Salafi allerdings oft: einschließlich von Gesicht und Händen. Scheich al-Munajjid fordert den Niqab.]

• Sie muss weit und locker sein und darf nicht die Breite ihrer Gliedmaßen oder ihre Körperumrisse zeigen.

• Sie darf nicht so dünn sein, dass ihre Hautfarbe erkennbar ist.

• Sie darf kein Schmuck an sich sein, wie Kleidung, die mit Stickereien verziert wurde.

• Sie darf nicht parfümiert sein.

• Sie darf der Kleidung der Männer nicht ähneln.

• Sie darf der Kleidung der Kafir-Frauen nicht ähneln.

• Sie darf keine Kleidung des Ruhmes und der Eitelkeit sein. [Libas asch-Schuhra – Kleidung, die die Aufmerksamkeit anderer erregt oder das Ansehen des Trägers erhöhen soll.]

[Zweite Aufzählung, ebenfalls zusammengestellt von Scheich al-Munaddschid, hier ohne Wiederholungen der ersten Liste.]

• Er muss den ganzen Körper bedecken. [ggf. bis auf Hände und Gesicht, das entscheidet die Frau nicht, das beantwortet ihr Scheich oder Ehemann. Hanbalitisch eigentlich Handschuhe und Niqab, Gesichtsschleier]

• Er muss dick genug sein, d. h. nicht durchsichtig oder lichtdurchlässig.

• Er darf nicht geschmückt oder verziert sein, sodass die Blicke der Männer auf sich gezogen würden.

• Er darf der Kleidung der Kuffar nicht ähneln.

• Es dürfen keine Kreuze oder Bilder von etwas Beseeltem (Menschen, Tiere, usw.) darauf abgebildet sein.[28]

Auch Burka oder Niqab sind Hidschab.

Der Gesichtsschleier ist die Weise der Erfüllung der Pflicht zum Hidschab gerade aus Sicht der Hanbaliten. Einstweilen (Arbeitshypothese) rechnen wir die islamischen Urgemeindler oder Salafi, häufige Selbstbezeichnung Ahl as-sunna wa l-dschama’a, die zwar gerne sagen, dass sie die jedenfalls eigene Zugehörigkeit zu einer Madhhab ablehnen, zu den treuen Folgern von Ahmad ibn Hanbal gest. 855, sehen wir den Trend zur Urgemeindlichkeit, die Salafisierung als Integration in die erneuerte und letztlich originale Hanbaliyya.

Für die anderen drei sunnitischen Rechtsschulen gilt der Niqab, gleich allerdings die südafrikanische Ausnahme, eher nicht als Pflicht und ist der gesamte Körper zu bedecken bis auf Hände und Gesicht. Die hoffentlich einzige hanafitische Ausnahme also, den Hinweis verdanke ich Ümmühan Karagözlü, ist zu erwähnen: Der Autor für Darul Uloom Deoband und hanafitische Mufti Husain Kadodia aus Durban, Südafrika, rechtfertigt den Niqab.[29]

Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) erwähnt den islamischen weiblichen Schambereich ebenso wie die islamisch ab der Pubertät bei Jungen und Männern zwischen Bauchnabel und Knie zu verortende und folglich mit Kleidung zu verhüllende männliche Aura (siehe im Koranvers 7:26 We have sent down to you the dress that covers your shame and provides adornment. As for the dress of Taqwa (piety), that is the best; Übersetzung: Deobandi-Alim (ʿĀlim, Schariagelehrter, Pl. ʿUlamāʾ) Mufti Mohammed Taqi Usmani; mitverantwortlich für die (Wieder)Einführung der Hadd-Strafen unter Zia-ul-Haq). Die IGMG stellt zur weiblichen und männlichen islamischen Kleidung (libās) fest: „Die muslimische Frau bedeckt ihren Körper bis auf das Gesicht und die Hände. Das gilt auch für ihre Haare.“[30]

Die Schulleiterin

19:30 – 20:15, Birgit Plechinger:

„Ich habe es auch schon immer erlebt: Die Jungs, die wirklich so wie die kleinen Prinzen erzogen werden, die diese Micky-Maus-Machos dann werden, […] die Mädchen, die wirklich zu Hause alles machen, die brav, wirklich, brav zu Hause sein müssen, auch abends, diese Jungs, die ihren Schwester auch vorschreiben, mit wem sie bitte auszugehen haben, mit wem nicht, wann sie zu Hause zu sein haben, […] [es] erdreistet sich dieser Junge, dem Mädchen zu sagen, wo es lang geht.“

Aber Frau Plechinger, was heißt denn erdreistet? „Die Männer stehen eine Stufe über den Frauen“, so hat der Allerbarmer und Allbarmherzige die Dinge harmonisch angeordnet (Koran 4:34) und bereits Umar ibn al-Chattab (592-644) erkannte: „Die Ehe ist eine Art Sklaverei“. Auch ibn Muflih (1310-1362) stellte fest: „Für eine Frau ist es verboten, ohne Erlaubnis ihres Ehemannes das Haus zu verlassen.“ Und heutzutage erklärt Scheich al-Munaddschid (al-Munajjid), dass die Frau ohne männlichen Begleiter nicht auf die Reise gehen darf: „Was die Frauen betrifft: Ohne Mahram zu reisen ist haram“ (IslamQA Fatwa Nr. 69937: Ruling on her going out of the house without her husband’s permission and travelling without a mahram).[31]

Wie überall auf der Welt, so sind auch in Senden bei Ulm die gottesfürchtigen Frauen von morgen die fleißigen und artigen Mädchen von heute, „die wirklich zu Hause alles machen, die brav, wirklich, brav zu Hause sein müssen, auch abends“, diejenigen, denen, damit in der Gegenwart die Ehre und in der Zukunft die Ehe keinen Schaden nimmt, die Brüder mit Worten oder anders aufzeigen: „wo es lang geht“. Der Junge erdreistet sich nicht, er trägt die islamisch gebotene Verantwortung. Der Junge wie das Mädchen haben ihn gelernt und üben ihn nun ein – den Status der Frau im Islam.

Die Stellung der Frau im Islam. Mit der Heirat verfügt der Muslim, so sagt es Mohammed in einem Hadith, über die Gattin, also auch und insbesondere über ihr Geschlechtsorgan: „Was nun die Frauen betrifft, […] die ihr durch die Allahs Gnade erhalten habt und deren Schoß euch durch Sein Wort zur Verfügung steht.“ Tilman Nagel (zu lesen auch in: Koranische Strafe, die nicht im Koran steht | FAZ 19.08.2010) übersetzt so: „Die Frauen sind bei euch wie Kriegsgefangene, die über nichts aus eigener Macht verfügen. Ihr aber habt sie von Allah zu treuen Händen erhalten, dank Seinem Wort verfügt ihr über ihre Scheide.“ Sure 2:223 „Eure Frauen sind für Euch ein Saatfeld, geht zu Eurem Saatfeld wann Ihr wollt“ betont die Pflicht der Ehefrau, ihrem Mann jederzeit zum Sex zur Verfügung zu stehen, siehe im Hadith bei al-Tirmidhi: „unverzüglich, selbst wenn sie gerade beim Brotbacken ist“ (immediately even if she is baking bread at a communal oven.). Der Landesbildungsserver Baden-Würtemberg („die Standard-Plattform Baden-Württembergs im Umfeld Schule“) erklärt kommentarlos: „Im Islam wird die Verschiedenheit der Geschlechter betont. Die Muslime glauben, Gott habe für Mann und Frau gemäß ihrer Natur jeweils unterschiedliche Rechte und Pflichten vorgesehen, die ihrer jeweiligen Natur gerecht werden.“[32]

25:00 bis 17:00, der Moderator an die Schulleiterin:

„Gehen Sie auch auf muslimische Bedürfnisse ein, wie sieht es aus mit Kantinen-, Speiseplan?“

„Das hat aber ganz einfach auch praktische Gründe. Es ist logisch: wir haben Ganztagsunterricht bei uns und da ist es Pflicht, an diesem Essen teilzunehmen. Und dann ist es natürlich auch klar, dass wir kein Schweinefleisch servieren weil einfach die Mehrzahl unserer Schüler ist halt muslimisch – und dann sagen wir halt: ok, dann gibt es halt kein Schweinefleisch – dann machen wir das halt so. Ist für mich persönlich kein Problem: dann ess ich halt keines – machen wir halt so – […] ich finds nicht dramatisch!

Wo es dramatisch wird – und das wird es jetzt in letzter Zeit tatsächlich –, ist es, gottseidank noch Einzelfälle, […] wenn dann gesagt wird:

‚Moment mal, dieses Fleisch ist jetzt aber nicht halal – es ist nicht geschächtet worden.‘

… und dann wirklich Schüler – die natürlich von zu Hause indoktriniert sind in diese Richtung – zu ihrem muslimischen Kollegen nebenan sagen:

‚Du isst das?! Wenn du das isst, kommst du in die Hölle.‘

Und der steht auf und schmeißt es weg – weil er so ein schlechtes Gewissen hat – ja, weil er sich darüber vielleicht noch keine Gedanken gemacht hat – und schmeißt es weg!

Und das ist dann natürlich etwas, was wir uns verbitten – wo wir dann auch mit den Eltern sprechen – wo sich Muslime unter uns – also aus der Schülerschaft – tatsächlich vor unser Schulradio gestellt haben und gesagt haben:

‚Das ist nicht in Ordnung, bitte, das ist Privatsache‘.

Aber solches passiert tatsächlich in letzter Zeit – vorher noch nie gehört […] ich habe den Begriff halal überhaupt noch nicht gewusst – jetzt kenne ich ihn!“

Das Bekenntnis! Oltmer, dazu aufgefordert, definiert die Integration

27:45

„Integration [bedeutet] Aushandeln – […] Kontakt aufnehmen – […] Vernetzung! Also: Integration ist erst einmal nichts anderes, als […] dass ein Bemühen da ist, dass man über die normalen Netzwerke hinaus versucht, in eine Gesellschaft hineinzuwirken, Kontakt aufzunehmen! Und über dieses Kontaktknüpfen, über dieses Vernetzen, dieses breite Vernetzen, über das enge Umfeld hinaus – haben wir tatsächlich […] einen […] Ansatz dafür, dass Integration beginnt oder dass Integration auch tatsächlich zunehmend weiter voranschreitet.“

Achja, dieses Kontaktknüpfen. Es üben das Aufeinanderzugehen der Atheist und der Schariafreund. Es treffen sich in der Mitte der Pazifist und der Gewalttäter. Dunkelhäutiger Einwanderer und notorisch gewalttätiger weißer Rassist beim friedlichen Zusammenleben. Ob Kind oder Kinderschänder, jedermann tastet sich vor, hier und da bereits Dialog, Umarmungen, Küsschen, es ist unbestreitbar, allüberall grünt und blüht Vernetzung, da ist er endlich, der erfüllte Integrationsbegriff. Und auch unter Seinesgleichen darf man bleiben, der sich vernetzende Gaunerkönig organisiert seine Mafia, der Kontakte knüpfende Demagoge seine Miliz, der radikalislamische Hassprediger seine Dschihadbewegung. Genug des Sarkasmus.

Grundgesetz und AEMR sind für den Osnabrücker Mitarbeiter des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien von gestern? Immerhin hat sich der Postmodernist und Kulturrelativist bekannt: Integration bedeutet: Aushandeln – Kontakt aufnehmen – Vernetzung! Da wird man neugierig, was alles würde Herr Oltmer in Bezug auf die Zukunft der Bundesrepublik mit einem optimistischen Drogendealer, authentischen Bankräuber oder bekennenden Päderasten aushandeln wollen?

Wie wir bereits gesehen haben, fordert der MB-Europaführer gerade keine Durchsetzung allgemeiner Menschenrechte, beispielsweise eben keine Gleichberechtigung von Mann und Frau, sondern beschränkt sich, und vielleicht begnügt sich auch der Migrationsforscher aus Osnabrück (Aushandeln; Kontakt aufnehmen; Vernetzung!) mit dem Aufruf von Tariq Ramadan, in Bezug auf den fremden Mitmenschen, den Anderen doch endlich „mit dessen Empfinden und Empfindlichkeiten, seinen Werten, Zweifeln und Fragen in Kontakt zu kommen“ (The Quest for Meaning: Developing a Philosophy of Pluralism).

Als einstiges Zentrum für Islam in Europa – München (ZIE-M) und heutiges, nach wie vor um Benjamin Idriz angeordnetes MFI, Münchner Forum für Islam (Stellung von MFI; Quelle islam-muenchen.de abgerufen heute) sagt man eben nicht, dass ein muslimischer Mensch die Religion wechseln oder dass eine Muslima einen Nichtmuslim heiraten darf, sondern stellt fest: „Mann und Frau sind vor Gott absolut gleichwertig“ oder möchte (MFI 10 Essentials | 10 Gedanken zur Philosophie von MFI. Für ein konstruktives Miteinander in München; heute online) lediglich fleißig beitragen „zur Festigung der demokratischen und pluralistischen Gesellschaftsordnung“.

Nein Herr Oltmer, wir integrieren nicht in die Scharia, sondern ins Grundgesetz; einen anderen Integrationsbegriff kann sich die an ihrer Abschaffung nicht interessierte BRD nicht leisten. Nicht in die islamischen Menschenrechte, sondern in die allgemeinen Menschenrechte integrieren wir. Nicht in Gottesfurcht und Höllenfurcht, sondern in die Wissenschaftlichkeit. Nicht ins Kalifat, sondern in die kulturelle Moderne. In diesem Sinne unser klares Nein zu jedem Integrationskonzept von Aushandeln – Kontakt aufnehmen – Vernetzung.

34:55 bis 36:00. Mod.:

„Wo ist die klare Kante angesagt?“ […]

MSS: […] „Wir müssen kämpfen für die […] Gleichheit der Menschen für dem Gesetz, deswegen ist es kein Kavaliersdelikt, wenn jemand meint, dass bestimmte Gruppierungen in unserer Gesellschaft nicht die gleichen Rechte haben. […] Wir müssen eintreten für die Individualität, gegen diesen Kollektivismus, auch gegen die Herrschaft der Familie über die einzelnen Mädchen […] wir müssen […] klar machen, dass keine Religion über dem Gesetz steht. [Nun weist MSS auf den Islamischen Religionsunterricht hin] und dann entscheidet letztlich DITIB darüber – und damit eben Erdoğan – was in deutschen Schulen gelehrt wird [nicht Erdoğan, „letztlich“ entscheidet Allah und ist das Lehrprogramm für den IRU nicht Made by KRM, sondern die Theologie und der Glaubensgehorsam nach Koran und Sunna] – und das ist nicht in Ordnung, das dürfen wir gar nicht zulassen.“

min 54:50, Mina Ahadi

„Im Endeffekt war eine Revolution, ich habe teilgenommen und dann – Islamisten haben Macht gewonnen. […] eine politische Bewegung [nun, der 1400 Jahre alte Islam] hat sich durchgesetzt – und jetzt haben wir mit diesem Problem weltweit zu tun. Der erste Aufruf von Ayatollah Chomeini, war: Frauen sollen Kopftuch tragen.“

Deutschland und muslimischer Hass auf und muslimische Gewalt gegen Homosexuelle, Nachtcafé wendet sich diesem Thema zu. Schmidt-Salomon unterstellt Ahadi eine hauptsächliche Arbeit gegen eine, man staunt: islamofaschistische Bewegung („ein Kernelement dieser islamofaschistischen Bewegung, um die es ja Mina geht“). Auf Allahs Wunsch und Mohammeds Befehl wurden 400 bis 900 Stammesangehörige der Banu Quraiza getötet, insofern ist sie 1400 Jahre alt, diese Schmidt-Salomonsche islamofaschistische Bewegung. „Wer auch immer wechselt (den Islam als Religion und Lebensweise ablehnt), tötet ihn“ (Buchari, Hadith Nr. 6935 und Muslim, Hadith Nr. 6524), das ist die Religion nach Koran und Sunna und gewiss ist das totalitär. ‚Whoever changed his Islamic religion, then kill him.'“ ( من بدل دينه فاقتلوه ), ein Monotheismus, den wir beim korrekten Namen nennen sollten. Islam.

Erstaunlich schüchtern also wird der vor 23 Jahren als heldenhafter Religionsgegner auftretende Schmidt-Salomon bei der Religion von Sure, Hadith und Fatwa. Hatte MSS im Jahr 1994 (Offenheit statt Offenbarung) noch gepredigt: „Die Inhumanität der Religion ist eben kein zufälliges Resultat“, und: „Die Grundidee der Religion ist bereits das Problem“, so vermeidet der frohgestimmt über katholische Dogmatik oder tibetanischen Buddhismus spottende Schönwetteratheist, in Konsequenz zu sagen: „Die Inhumanität des Islam ist eben kein zufälliges Resultat“, „Die Grundidee des Islam ist bereits das Problem“. Durchaus nachvollziehbar. Piusbruderschaft oder Dalai Lama schreiben keinen Todesfatwa. Das Diffamieren von Religion beim Schweigen zum Islam ist neuerdings schlechter atheistischer Stil geworden.

Exkurs nach Großbritannien. Einen zu den 25 direkten koranischen Tötungsbefehlen schweigenden und ansonsten reichlich vulgären Atheismus leistete sich 2011 eine in London wohnende Exiliranerin (I don’t believe in good or bad religions; in my opinion all religion is bad for you. Religion should come with a health warning like cigarettes: ‘religion kills.’). In Frankfurt, am Weltfrauentag 2013, erneuerte Kommunistin Maryam Namazie ihre Aussage: „Religion tötet!“ müsse man in Anlehnung an Warnungen vor dem Rauchen sagen. Christentum, Zen, Shintoismus oder Taoismus rufen nicht zum Apostatenmord auf, haben es nie getan. Nicht den zum Apostatenmord aufrufenden Islam, sondern pauschal alle Religionen prangert die Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime Großbritanniens an, so, als ob irgendwo auf der Welt gläubige Juden zur Steinigung oder fromme Katholiken zum Scheiterhaufenanzünden schreiten würden. Zurück ins Nachtcafé, nun wird es besonders phantasievoll.

Der echte, eigentliche Islam gehe nicht gewaltsam gegen Schwule vor, meint Vorstandssprecher und Mitbegründer (2004) der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs). Etwas eigentlich Unislamisches also, so dürfen wir den Philosophen interpretieren, sei die heutige muslimische Gewalt gegen Homosexuelle, die .

1:12:38, Michael Schmidt-Salomon:

„Genau. Und dazu haben wir auch harte Fakten. Also: In Großbritannien: 60 % der Muslime möchten, dass Homosexualität kriminalisiert wird – eine Studie vom letzten Jahr. In Deutschland [ist] es auch mittlerweile eigentlich die Mehrheit der Muslime, was ein bisschen damit zusammenhängt, dass es in der Türkei sich sehr stark dramatisiert hat. […] [1:13:06] Und da muss man aber auch sagen: Das ist ein Phänomen der letzten Jahrzehnte! Der erste schwule Mann, der da hingerichtet wurde, war 1979 im Zuge der Iranischen Revolution – und danach kamen die ganzen Todesstrafen erst. Das heißt: Das ist nichts, was jetzt irgendwie den Islam über Jahrhunderte geprägt hätte, sondern, da muss man sagen, war das Christentum sehr viel heftiger im Kampf gegen die Homosexualität. Aber: In den letzten Jahrzehnten hat das extrem zugenommen – wie gesagt, Iran: 4000 Schwule hingerichtet. Der Islamische Staat hat sofort damit angefangen, Schwule umzubringen. Das heißt, Das ist schon ein Kernelement dieser islamofaschistischen Bewegung, um die es ja Mina geht, und dass schlägt sich leider [weltweit, auch in Deutschland] im Alltag durch […] wahrscheinlich in Bayern weniger stark als zum Beispiel in Berlin […] an einer Berliner Schule […] und da hat sich wirklich das Klima sehr stark verändert […] auch, dass das Wort schwul schon wieder als Schimpfwort benutzt wird, ist etwas, was tatsächlich sehr stark über muslimische Communities in die Jugendsprache hineingetragen wurde.“ 1:14:10

Der Philosoph sagt uns nicht, inwieweit sich die „islamofaschistische Bewegung“ vom wortgetreu verstandenen Islam unterscheidet, deutlicher gesagt vom Islam.

Mitnichten titelt Nachtcafé heute: „Die islamofaschistische Bewegung in unserem Alltag – wo liegt das Problem?“. Noch nicht einmal nennt sich die eineinhalbstündige Sendung „Der Islamismus in unserem Alltag – wo liegt das Problem?“ oder wenigstens „Der politische Islam in unserem Alltag – wo liegt das Problem?“, sondern SWR fragt:

Der Islam in unserem Alltag – wo liegt das Problem?

Die aus dem Iran stammende Kommunistin, Atheistin und Streiterin für universelle Menschenrechte ist nicht aus dem Islamofaschismus ausgetreten. Mina Ahadi hat noch nicht einmal dem Islamismus abgeschworen oder dem politischen Islam, sondern dem Islam, weshalb ihr Verein nicht Zentralrat der Ex-Islamofaschisten (ZdE) oder Zentralrat der Ex-Islamisten (ZdE) heißt, sondern, sehr vernünftig: Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE).

Deutschland 2017, nicht nur im SWR Nachtcafé, im gesamten Journalismus werde das Nichtbesprechen des Islam und die verbissene Muslimophilie Wohlverhaltensnorm („Alltag“). Diskriminieren wir sie nicht länger, die durch unsere Medien jahrelang hartherzig ausgeblendeten, schier unsichtbar gewesenen Muslime. Von nun an mache man beim Thema Islam die Muslime sichtbar und den Islam unsichtbar:

„Untersuchungen haben wiederholt gezeigt, dass Medien ein Bild vom Islam zeichnen, das um Terrorismus und gescheiterte Integration kreist. Die vielen Muslime, die teils seit Generationen in Deutschland leben und einem ganz normalen Alltag nachgehen, bleiben hingegen weitestgehend unsichtbar. Hier setzt das ‚Journalisten-Handbuch zum Thema Islam‘ an: Was wissen wir über die Muslime, die hier leben?“[33]

Deutschland 2008. Je genauer du in Sure, Hadith und Fatwa liest, desto mehr verdüstert sich dein Bild vom Islam? Muss nicht sein. Mehr auf die Muslime gucken, sich generell von der Nichtislamwelt hinwenden zur Islamwelt:

„Da die meisten Deutschen wenig direkten Kontakt zu Muslimen oder zur islamischen Welt pflegen, wird ihr Islambild nachhaltig von den Massenmedien geprägt.“[34]

„In der Gesamtschau lässt sich sagen, dass sich die Darstellung des Islam in den Magazin- und Talksendungen sowie Dokumentationen und Reportagen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zu über 80 % an einem Bild orientiert, in dem diese Religion als Gefahr und Problem in Politik und Gesellschaft in Erscheinung tritt.“ [… sich also nicht an einem Wunschbild, sondern an den Fakten orientiert, Anm.]

„[…] ist es umso dringlicher, dass eine Auseinandersetzung über neue Eckwerte der Islamberichterstattung von ARD und ZDF stattfindet. Von einer Revision der Islamberichterstattung bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern dürften erhebliche gesellschaftliche Impulse ausgehen.“ [Richtung AEMR oder Richtung Kalifat? Anm.]

„Die besondere Organisationsstruktur des Islam, der keine Großkirchen kennt, macht eine einfache Kopie der Rundfunkbeauftragten christlicher Kirchen in Verwaltungs- und Rundfunkräten von ARD/ZDF unmöglich und erfordert neue Formen der Konsultation.“[35]

Selten genug, doch die bpb bringt (brachte?) auch mal islambezogene Fakten.

„Eine Schlüsselfunktion bei der Frage nach spezifisch islamischen Deutungsmustern […] kommt zunächst dem islamischen Rechtsverständnis und den Möglichkeiten rechtlich-ethischer Entscheidungsfindung zu. Für einen gläubigen Muslim ist die Scharia der Ort zur Bestimmung von religiös-ethischen Normen des rechten Verhaltens. Der weithin als „islamisches Recht“ übersetzte Begriff bedeutet im eigentlichen Wortsinn „Weg“, im Sinne des Heilsweges zu Gott. Er geht in seiner Bedeutung weit über die juristische Vorstellung von Recht oder Gesetz hinaus“[36]

Nun aber zum Umgang mit schwuler Praxis im elfhundert bis vierzehnhundert Jahre alten Islamischen Recht. Tatsächlich fragt Allahs irdisch aufzurichtende Hakimiyya (Regentschaft) nicht nach einem lesbischen oder schwulen Argumentationsmuster oder Selbstverständnis, sondern bringt den Mann, der homosexuellen Geschlechtsverkehr ausübt, um, nur noch über das anzuwendende Wie dieses Umbringens diskutieren die Ulama, sunnitisch unter Verwendung vieler Hadithe. Beginnen wir aber schiitisch.

Um im Diesseits den Gnadenstand mit der Gottheit von Koran und Sunna nicht zu verspielen und im Jenseits dem dauerhaften Verbleib im ewigen Feuer zu entgehen, macht man sich in San José im sonnigen Kalifornien ausgesprochen islamische Gedanken zum Umgang mit jenem Schlimmen, der es macht wie die Leute des Lot, und befragt um Rat einen in Kentucky geborenen und in Maryland aufgewachsenen schiitischen Rechtsgelehrten. Der im Iran, in Großbritannien und Südafrika verehrte Kenner des schiitischen Islamischen Rechts arbeitet heute von der heiligen Stadt Ghom aus: Scheich Hamza Sodagar, der im Oktober des letzten Jahres (2016) in London in der AhlulBayt Islamic Mission (AIM) predigen durfte, in einer durch den Gottesstaat Iran betriebenen Schule und vor teilweise 6 (sechs!) Jahre alten Kindern.[37]

If there’s homosexual men, the punishment is one of five things. One, the easiest one maybe: chop their head off. That’s the easiest. Second, burn them to death. Third, throw them off a cliff. Fourth, tear down a wall on them so they die under that. Fifth, a combination of the above. (Sheikh Hamza Sodagar)

Wenn es homosexuelle Männer gibt, ist die Strafe eine von fünf Sachen. Zum Ersten, vielleicht ist das ja einfachste: hacke den Kopf ab. Ja sicher, das ist am einfachsten. Zweitens: verbrenne sie zu Tode. Drittens: werfe sie von einer eine Klippe herab. Viertens: stürze eine Mauer auf sie nieder, so dass sie unter ihr sterben. Fünftens: eine Kombination der oben genannten Strafen (Scheich Hamza Sodagar)

Nun zum Islamischen Recht (Islam) der Sunniten.

Narrated Abdullah ibn Abbas: The Prophet (…) said: If you find anyone doing as Lot’s people did, kill the one who does it, and the one to whom it is done.

Sunan of Abu-Dawood – Book 38 Hadith 4447

Narrated Jabir ibn Abdullah: Allah’s Messenger (…) said, “The thing I fear most for my people is what Lot’s people did.”

Tirmidhi and Ibn Majah transmitted it.

Al-Tirmidhi – Hadith 3577

Gerade als deutscher Sonnenscheinatheist beachte man: nicht die von einzelnen Individuen gespürte und erarbeitete eigene sexuelle Orientierung, für so etwas hat der Islam keine Zeit, ist islamrechtlich entscheidend, sondern der praktizierte homosexuelle Analverkehr. Letzten sunnitischen Zweifel darüber, dass Praktizierer von Akten von Homosexualität zu töten sind, beseitigt Scheich al-Munaddschid in seinem Fatwa Nummer 38622 The punishment for homosexuality.

38622: Die Strafe für Homosexualität

[…] Scheich al-Islam [Šayḫ al-Islām‎] ibn Taimiyya [1263–1328] sagte: Im Hinblick auf die Homosexualität sagten einige der Gelehrten, dass die Höllenstrafe für sie die gleiche sei wie die für Zina [zinā, Ehebruch], und [auch] das wurde gesagt: Es ist weniger [schwerwiegend] als das. Aber die richtige Ansicht, bezüglich der die Sahaba [ṣaḥāba, die Gefährten und Begleiter Mohammeds] einhellig zustimmten, ist, dass beide getötet werden sollen, die aktiven und passiven Partner, ob sie verheiratet sind oder nicht. Die Autoren von al-Sunan erzählten von ibn Abbas [619–688], dass der Prophet (…) sagte: „Wer auch immer die Handlung der Leute von Lot begeht [Lūṭ, vgl. bibl. Lot, die islamische Lesart des sündigen Volks von Sodom und Gomorra], tötet ihn, denjenigen der es [das homosexuelle Penetrieren, den Analverkehr] ausübt [sexuell aktiv] ebenso wie den, dem es [sexuell passiv] geschieht. „Und Abu Dawud [817–888)] überlieferte von ibn Abbas über eine unverheiratete Person, die eine homosexuelle Handlung begeht, und sagte: Er soll gesteinigt werden. Und etwas Ähnliches wurde von Ali ibn Abi Talib erzählt (…). Die Sahaba unterscheiden sich [hier] nicht hinsichtlich des Urteils, dass die Homosexuellen hingerichtet werden sollen, aber sie unterschieden sich hinsichtlich der Methoden. Es wurde von Abu Bakr [genannt] al-Siddiq [der erste der vier Rechtgeleiteten Kalifen, (al-ḫulafāʾu r-rāšidūn)] erzählt, dass er verbrannt werden soll, und von anderen, dass er hingerichtet werden soll. Es wurde von einigen von ihnen erzählt, dass eine Mauer auf ihn gekippt werden soll, bis er unter ihr stirbt.

Und es wird gesagt, dass beide in den schmutzigsten Winkeln [der Stadt] eingesperrt werden sollten, bis sie sterben.

Es wurde von einigen von ihnen erzählt, dass er auf den höchsten Platz in der Stadt hinaufgetragen werden und und von dort in die Tiefe geworfen werden sollte, um [dann dort zusätzlich] gesteinigt zu werden, wie Allah es mit den Leuten von Lot tat [Bis auf den gottesfürchtigen und rechtschaffenen Lot, den Allah durch zwei als Menschen verkleidete Engel warnen ließ und aus der Stadt schickte, starben die Einwohner von Sodom und Gomorra allesamt durch vom Himmel fallende Steine]. Dies wurde von ibn Abbas erzählt. Nach dem anderen Bericht soll er gesteinigt werden. Dies war die Ansicht der Mehrheit der Salaf. Sie sagten: Weil Allah das Volk von Lot steinigte und die Steinigung für jeden [ertappten] Zani [Sg. zānī, der Ehebrecher] in Analogie zur Steinigung des Homosexuellen vorgeschrieben ist. Beide sind zu steinigen, ob sie frei sind oder Sklaven, oder ob einer von ihnen der Sklave des anderen ist, sofern sie das Alter der Pubertät erreicht haben. Wenn aber einer von ihnen nicht das Alter der Pubertät erreicht hat, so soll er bestraft, aber nicht gesteinigt werden, denn keiner ist zu steinigen, [wie wir ja wissen] außer dem, der die Pubertät erreicht hat. Ende Zitat von al-Siyasa al-Schar’iyya (Seite 138).

Islam Question and Answer Generalsupervisor: Scheich Muhammad Salih al-Munajjid[38]

Nun ist es an Michael Schmidt-Salomon (MSS: „Der erste schwule Mann, der da hingerichtet wurde, war 1979 im Zuge der Iranischen Revolution“), einen Beweis für die kühne These zu liefern, dass 1369 Jahre lang, zwischen Mohammeds erstem Verkündigen (im Jahr 610) der seit drei Jahren auf dem Berge Hira erhaltenen prophetischer Visionen und dem Jahr der Islamischen Revolution 1979 mit islamischer Begründung und vermittels Sturz in die Tiefe, Feuer, Steinigung, umkippender Mauer oder durch das Stürzen in die Tiefe bei anschließender Steinigung kein, aber auch gar kein Mann islamisch begründet getötet worden ist, der es so schlimm tat wie die Leute des Lot.

Wie wir gesehen haben, geht es der Scharia um die homosexuelle Tat (jener Person, „die eine homosexuelle Handlung begeht“, who commits a homosexual act), nicht um das Selbstverständnis eines heutigen, sich als hetero-, bi- oder homosexuell empfindenden Menschen. Es geht dem Islam um das Ertappen des schlimmen Missetäters, dessen, der „die Handlung der Leute von Lut begeht“ (Whoever you find doing the action of the people of Lut“), nicht um eine sexuelle Orientierung.

Ein Letztes zur Meinung von Schmidt-Salomon. Man spreche nicht von der „Iranischen Revolution“, das könnte die Konstitutionelle Revolution (enqelāb-e mašrūte, 1905 bis 1911) meinen oder die Weiße Revolution (enqelāb-e sefid bzw. enqelāb-e šāh va mardom (von Schah und Volk), ~ va Mellat (Schah und Nation)) des Jahres 1963.

01:18:10

Mina Ahadi: „Wir haben in Deutschland zu tun mit einigen Leuten, die verharmlosen. […] Da wird zum Beispiel Kopftuchzwang von Kindern als Kultur genannt. Ehrenmord […]

Wenn man [mit muslimischen Jugendlichen der Einwanderer] über Probleme redet und erklärt: ‚Hier ist Deutschland – kein Mensch darf Homosexuelle beleidigen – und das ist ein Gesetz: Du darfst das nicht tun!‘ [Dann wäre das hilfreich für die gelingende Integration.]

Aber wenn in der Moschee auf Arabisch oder einer anderen Sprache der Imam gegen Homosexuelle hetzt [dann liegt eben vor allem genau hier das Problem und macht jedes Bemühen um Integration zunichte] […]

[Nun zu den Verharmlosern] Das ist überhaupt nicht in Ordnung, wenn man immer wieder [wie die anwesende Lebdiri] sagt:

‚Diese Jugendlichen haben keine [schulische und berufliche] Perspektive […] [und erst deshalb seien Hassprediger] gegen zum Beispiel Frauen und Homosexuelle [beim politischen Verführen bzw. radikalislamischen Fehlleiten dieser Jugendlichen leider so erfolgreich aktiv] […]

Nein: […] Es gibt [seitens der Hassprediger leider] eine Antwort [an die muslimischen Jugendlichen und ihre Eltern, eine] politische Antwort:

‚Wir sind Moslems, wir sind besser als andere, die Deutschen sind schmutzig, und Homosexuelle sind so‘, das wird schon propagiert und“

Steinbrecher fährt dazwischen! Grob unhöflich schneidet der Moderator der ex-muslimischen Menschenrechtsaktivistin das Wort ab.

„Ich möchte doch noch einmal, bevor wir wieder sehr konkret auf die alltäglichen Fragen kommen, aber noch eins sagen […]

jedes Land hat seinen eigenen Entwicklungsrhythmus […]

Achja, wie Deutschland zwischen 1932 und 1934, alles eine Frage von Entwicklungsrhythmus? Der 13. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten trat am 18. Dezember 1865 in Kraft. Hätte, bei viel Verständnis für „völlig unterschiedliche Entwicklungsstände“, die amerikanische Sklaverei auch länger fortbestehen können, denn jedes das Land hat eine besondere Kultur, einen anderen Entwicklungsrhythmus?

Jetzt leben wir in einer globalisierten Welt, in einer mobilen Welt, es kommen viele zusammen, auch durch die Flüchtlingsthematik […]

Das heißt: Es treffen viele Kulturen, Nationalitäten, Religionen aufeinander, die völlig unterschiedliche Entwicklungsstände zu bestimmten Themen haben. Die Frage ist doch: Wie gehen wir dann damit um?

Das ist ja nicht nur eine deutsche Debatte, sondern eine, die sich in fast allen Ländern stellt.“

Allerdings stellt sich diese Frage weltweit („in […] allen Ländern“), die Frage: Welche Menschenrechte wollen wir: Allgemeine (AEMR, Paris 1948) oder Islamische Menschenrechte (OIC, Kairo 1990). Der Formulierung dieser Frage wurde neunzig Minuten lang ausgewichen.

Das große Verschwindenlassen

›Ob der Islam ist ein Problem ist? Wie auch immer, das darf nicht sein!‹

Die Entwürdigung der Frau im Islam, die Unvereinbarkeit von Scharia und universellen Menschenrechte darf auf SWR Nachtcafé einfach nicht zur Sprache kommen! Islamkritik darf – neunzig Minuten lang – keinesfalls stattfinden, lasst uns daher eineinhalb Stunden lang über muslimische Mitbürger reden, über Erfahrungen aus dem Alltag. Buchstäblich bis zu letzten Sekunde setzt Moderator Steinbrecher dieses, beim SWR so noch ungeschriebene, Dogma durch. Nicht ganz ungeschrieben vielleicht, denn seit dem 01.11.2016 gibt es eine Wohlverhaltensfibel (Journalisten-Handbuch zum Thema Islam) und beim Mediendienst Integration lobt sich der verantwortliche Werner Schiffauer: „Die Absicht ist es, den Dialog von Journalisten und Wissenschaftlern auf eine neue Grundlage zu stellen.“ Prof. Dr. Steinbrecher möchte uns vielleicht sagen, ob er mit der hier betrachteten Sendung – Der Islam in unserem Alltag – wo ist das Problem? – dem islamfreundlichen Knigge (Journalisten-Handbuch zum Thema Islam) bewusst folgt.

Journalisten-Handbuch zum Thema Islam. Die Benimmfibel und auch Frohbotschaft islamisch korrekter Berichterstattung betreffend, dieses Traktätchen für Faktenresistenz und Selbstzensur, braust Aydan Özoğuz am gebotenen Thema (Islam) vorbei, um sogleich zum Heilsziel des netten Geplappers zu kommen, den ihrer Schariatisierung gefälligst zu überlassenden Objekten („den Muslimen in Deutschland“).

Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan, betonte: „In der Berichterstattung über den Islam wirken positive Berichte oft als Ausnahme von der Regel, als Beschönigung einer eigentlich problematischen Wirklichkeit. Um das zu ändern, sollten wir weniger über, als mit den Muslimen in Deutschland reden, wenn es um ihre Themen geht.“[39]

Dem werdenden Dhimmi versperre man den Überblick und das Reden über Koran, Din (dīn, Koran 5:3), Scharia und Fiqh. Der wie Allah und Sein Gesetz (gottgegebene Scharia, anzuwendender Fiqh) von Verunreinigung freie, einheitliche und unteilbare Din (rechter Glaube, rechte Lebensführung, rechte Gesellung), der monolitische Islam entziehe sich ihrem Kritisieren oder auch nur Erkennen, rinne ihnen jederzeit durch die nach verlässlicher Gestalt tastenden Finger wie Sand, zerfalle ihrem einen Halt suchenden Blick in jeder Sekunde in Tausende von Facetten, Abertausende von Fragmente, unverständliche Bildpunkte. In beziehungslose Pixel (nur Allah stellt Kontext her), die unter den Muslimen allenfalls der Alim oder Ayatollah zu einem Gesamtbild zusammenfügen könnte und die aus dem Volk der Ungläubigen niemand zusammenzusetzen vermag. Den Überblick verloren zu haben, wird den entgrenzt Toleranten ihr ohnehin schwaches Gewissen entlasten, wird ihnen angenehm sein, brauchen sie nun doch gar nicht erst zu versuchen, einen der vielen alltäglichen, sich aus der tausendfältigen Kollision von Scharia und AEMR ergebenden Missstand mit einem anderen Fragment des Islam oder gar mit allen Facetten des Islam zu verknüpfen. SWR-Nachtcafe zaubert ein bisschen mit, und … Hokuspokus! Der Islam ist weg.

Sebastian Edathy, SPD-MdB und Vorsitzender des Innenpolitischen Ausschusses des Bundestags:

„Es gibt genauso wenig ‚den Islam‘, wie es ‚das Christentum‘ oder ‚das Judentum gibt. Es gibt stattdessen verschiedene Menschen in verschiedenen Gesellschaften, die unterschiedliche Richtungen, Traditionen und Ausprägungen ihrer Religion leben oder praktizieren. Es mag sein, dass die dominante Ausprägung des Islams in einigen Ländern mit unserem Verständnis von Menschenrechten und Demokratie nicht vereinbar ist. Dies ist ein Problem, dem man sich stellen muss. Daraus jedoch zu schließen, dass dies grundsätzlich so sein müsse, ist nicht nur dumm, sondern gefährlich. Es ist dumm, da sich diese Sichtweise durch eine extreme Geschichtsblindheit auszeichnet. Auch das Christentum hat sich über weite Phasen der Geschichte als eine Religion gezeigt, die mit unserem heutigen Verständnis von Demokratie, Menschenrechten sowie der Gleichstellung von Mann und Frau nicht vereinbar ist. Und noch heute gibt es radikale christliche Gruppen, bei denen diese Tendenz zu beobachten ist. Eine solche Haltung ist zudem gefährlich, da sie selbst dazu beiträgt, dass die postulierte Unvereinbarkeit verschiedener Religionen und Kulturen tatsächlich Realität wird und damit das friedliche Zusammenleben auf der Basis gemeinsamer freiheitlich-demokratischer Werte unmöglich wird.“[40]

Noch ein letztes Mal ins Nachtcafé. Nur noch zweieinhalb Minuten Sendezeit verbleiben, der Moderator kommt zum Schluss seiner islamfreien Sendung zum Islam. Steinbrecher:

1:27:40

„Was können wir von denen […] erwarten, die zu uns kommen?“

Die immerhin den Bruchteil einer Sekunde von dem im Islam ab der Pubertät vorgeschriebenen Hidschab (Plechinger: „Kopftuch“) redende Schulleiterin verleiht einigen wenigen, hier durch Großschrift hervorgehobenen Worten ganz besonderen Nachdruck. Energisch sowie Widerspruch offensichtlich nicht gerade wünschend („Wir sollten endlich mal aufhören“) grenzt die Pädagogin das Thema des Abends aus der Integrationsdebatte aus, nämlich jede Religion und damit auch den Islam, und beschwört stattdessen etwas, das allerdings eher vage bleibt, etwas uns alle irgendwie Beflügelndes, Versöhnendes und Verbindendes („gemeinsame Werte“, „Harmonie“).

1:27:48

„Wir sollten endlich mal aufhören, ständig nur dieses Ganze vor dieser – RELIGIÖSEN, also: über diesen RELIGIÖSEN Hintergrund. Sondern: Können wir uns endlich nicht mal darauf besinnen, dass es GEMEINSAME WERTE gibt, dass wir einfach sagen: Wir sind MENSCHEN, wir wollen LEBEN, wir wollen MITEINANDER leben, wir wollen LIEBE, wir wollen HARMONIE, wir wollen. Hier geht es immer nur um MACHT UND GEWALT bei dieser ganzen Diskussion! Egal ob es ums Kopftuch geht oder um sonstige Dinge – da geht es um MACHT UND GEWALT, und die, finde ich, die muss mal endlich RAUS aus dieser Sache! Und wenn Sie mich fragen, was ich – also an meiner Schule –, vielleicht mache: da […] [geht es zunächst und vor allem einmal um] dieses VORLEBEN: wir leben vor: Wir, bei uns – bei uns gibt es Schwule – bei uns haben Männer und Frauen die gleichen Rechte, und Jungs und Mädchen die gleichen Rechte, – das vorzuleben –, und auch klar zu sagen, wo etwas schief läuft.“

Immerhin legt die Schulleiterin in ihrer Einrichtung Wert darauf, das Mann wie Frau, Junge wie Mädchen gleiche Rechte haben, hält sich also ans Grundgesetz. Dass das Islamische Recht, dass der Islam dem Mädchen und der Frau gleiche Rechte nicht gestattet kann Plechinger wissen, verweigert aber das Gespräch über den islamischen Glauben und den dazugehörigen Glaubensgehorsam („diesen religiösen Hintergrund“, „Egal ob es ums Kopftuch geht oder um sonstige Dinge.“)

„… oder um sonstige Dinge“? Ja, es geht, nämlich je nach schariarechtlicher Bewertung durch den Alim, Scheich oder Inhaber der Prügellizenz sprich den Ehemann (Koran 4:34), um die verpflichtende Bedeckung des Körpers einschließlich von Händen und Gesicht. Plechinger: „Kopftuch“. Und es geht um viel mehr („sonstige Dinge“).

Es geht um die mit Fitra (Geschöpflichkeit), Aura (Schambereich) und Hidschab (Schleier) untrennbar verknüpfte, schier jeden Lebensbereich betreffende Herabwürdigung und rechtliche Herabstufung der Frau – nicht im islamischen Herrschaftsbereich von vor 1000 Jahren, sondern heute und im größten Teil des Gebiets zwischen Somalia und Afghanistan und zwischen Mauretanien und Malaysia. Es geht um den Hidschab und um alle anderen Folgen der Scharia für das Mädchen und die Frau.

Es geht um ihr halbes Erbe (Koran), ihre halbe Aussagekraft vor Gericht (Koran), ihr Unterworfensein bei der Heirat – Stichworte Kinderehen, Wali Mudschbir, Polygynie. Bei der Scheidung, Talaq, verliert sie die Kinder. Es geht um ihre nicht nur schafiitische FGM. Die bayerische Schulleiterin kann alle diese genannten, 1400 Jahre alten Sklavenketten der Frau im Islam kennen und könnte, allerdings global denkend statt sich nur auf den Bereich ihrer Schule zu beschränken, den Mut haben, diese Fesseln unmissverständlich anzuprangern, in den eigenen Worten der Pädagogin: „klar zu sagen, wo etwas schief läuft“. In ihrem eigenen Bundesland, in Bayern läuft allerdings etwas schief mit Imam Idriz vom oben erwähnten MFI:

Frauen genießen im Islam vorzügliche Rechte, deren Einforderung nicht Theorie bleiben darf. Es gilt hier, sie in allen Ausprägungen umzusetzen. Ein wesentliches Kriterium für die Verbesserung der Sozialisation der Frau und für ihre gleichberechtigte Aufnahme auch in die hiesige Gesellschaft ist ihre Einbindung in unterschiedlichste Bereiche des Lebens. Mehr Teilhabe und öffentliche Einbringung muslimischer Frauenperspektiven ist gefordert.

Hier setzt MFI dezidiert einen seiner Schwerpunkte und möchte den auf Frauenfragen zentrierten Tabuthemen mit Lösungsvorschlägen und durchdachten Arbeitsprogrammen entgegentreten. Alleine mit der Integration der muslimischen Frau in die alltägliche Gesellschaftsordnung werden Wege für ein kollektives Verständnis des existenziellen Miteinanders gebahnt.

Stellung von MFI | Münchner Forum für Islam

Volkssouveränität sowie die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist nicht halal

Islam bedeutet Glauben und Gehorchen. Islam bedeutet, im ständigen Wissen um Lohn und Strafe im Diesseits und Jenseits alle irdischen Bewertungen, Belohnungen und Bestrafungen anhand der Fünf Rechtskriterien (al-aḥkām al-ḫamsa) vorzunehmen: 1. wadschib (verpflichtend; Umsetzung wird belohnt, Unterlassung bestraft); 2. mandūb (mustaḥabb, sunna; erwünscht; Umsetzung wird belohnt, Unterlassung nicht bestraft), 3. mubāḥ oder ḥalāl (zulässig; neutral hinsichtlich von Lohn oder Strafe), 4. makrūh (verpönt; Umsetzung wird zwar nicht bestraft, Unterlassung aber belohnt); 5. ḥarām (verboten; Umsetzung wird bestraft, Unterlassung belohnt).

Und so bezieht sich das Kriterium zulässig, halal (ḥalāl) nicht nur auf das Essen. Auch ein Verfassungsartikel oder Paragraph, der noch nicht halal ist, muss früher oder später (Muslimbrüder: bald; Glaubenskämpfer: unverzüglich) ersetzt werden oder wegfallen, vgl. in Koran 5:44: „Wer nicht nach dem richtet, was Allah [als Offenbarung] herabgesandt hat, das sind die Ungläubigen.“ Nicht nur das Mittagessen in der Sendener Schulkantine, Recht und Gerichtspraxis müssen halal sein. Gott ist Souverän, der Mensch darf keine Gesetze erlassen, Shaykh al-Munajjid (107166: Ruling on democracy and elections and participating in that system) nennt die Demokratie Schirk (širk, Beigesellung, Götzendienst).

„Halal bedeutet gesetzlich [islamrechtlich] erlaubt. Halal means lawful.“ „Halal ist jedes Objekt oder jede Handlung [vgl. Plechinger: „sonstige Dinge“], die [im Islamischen Recht] hinsichtlich Ausführung oder Beteiligtsein erlaubt ist. Der Begriff umfasst und etikettiert Speise und Trank ebenso wie [alle] Angelegenheiten des täglichen Lebens [„sonstige Dinge“]. Halāl […] is any object or action which is permissible to use or engage in, according to Islamic law. The term covers and designates food and drink as well as matters of daily life.“[41]

Was sollen Deutschlands Kinder nichtmuslimischer Eltern, was Deutschlands Kinder muslimischer Eltern denken, die hören wie ein Lehrer in einer auf den Islam bezogenen Fernsehsendung energisch gestikulierend erklärt:

„Wir sollten endlich mal aufhören, ständig nur dieses Ganze vor dieser – RELIGIÖSEN, also: über diesen RELIGIÖSEN Hintergrund. […] Hier geht es immer nur um MACHT UND GEWALT bei dieser ganzen Diskussion! Egal ob es ums Kopftuch geht oder um sonstige Dinge – da geht es um MACHT UND GEWALT, und die, finde ich, die muss mal endlich RAUS aus dieser Sache!“

Für Bürgerrechte und gegen Gewalt einzutreten, ist unterstützenswert und kann man von jedem Pädagogen erwarten. Offensichtlich ist die Schulleiterin der Ansicht, dass Macht und Gewalt keinesfalls durch eine Religion verursacht oder sogar rechtfertigt werden können. Dem ist nicht so. Wie wir beispielsweise an der Schleierpflicht (Hidschab) gesehen haben und am Verbot, einen nichtmuslimischen Mann zu heiraten, führt die wörtliche Umsetzung von Koran und Sunna, und nur diese wird in unseren Moscheen gepredigt und im bekennenden Islamunterricht gelehrt, zur Schlechterstellung der Frauen und der Nichtmuslime. Das aber steht im Widerspruch zu allgemeinem Gewaltverbot und staatlichem Gewaltmonopol.

Buchstabengetreue Lebensführung nach Koran und Sunna, die Unterwerfung des Einzelnen unter ein jeden Lebensbereich regelndes Gesetz ist der bislang einzige organisierbare Islam. Nur die geistlichen Autoritäten dürfen definieren, was Islamische Lehre und muslimischer Gehorsam ist, dürfen „Maslaha bestimmen, Idschtihad betreiben oder Fatwas schreiben“. Die Scheiche und Ulama bewahren die 1400 Jahre alte Tyrannei des Wohlverhaltens und denken erst gar nicht an eine Religionskunde der Außenansicht, setzen vielmehr die Sehnsucht nach dem Paradies und die entsetzliche Furcht vor der Hölle voraus. Sie verlangen, einander auf islamisch korrekte Lebensführung zu überwachen, was der Tendenz Schubkraft verleiht, jede bestehende Gesellschaft über kurz oder lang in eine islamische zu transformieren. Sie das verlangen und tradieren eine Gewalt, die in den an seiner Abschaffung nicht interessierten freiheitlichen Rechtsstaat nicht integriert werden kann.

Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM), Geschäftsordnung in der Fassung vom 28.03.2007:

„Koran und Sunna des Propheten Mohammed bilden die Grundlagen des Koordinationsrats. Dieser Grundsatz darf auch durch Änderungen dieser Geschäftsordnung nicht aufgegeben oder verändert werden.“[42]

Ob im öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder an den staatlichen Schulen, die Unvereinbarkeit von islamischen und allgemeinen Menschenrechten muss analysiert und kritisiert werden.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] Sendung am 17. Februar 2017 Der Islam in unserem Alltag – wo liegt das Problem?

http://www.swr.de/nachtcafe/sendung-am-17-der-islam-in-unserem-alltag-wo-liegt-das-problem/-/id=200198/did=18780712/nid=200198/81v2ym/index.html

Sendung am 17. Februar 2017 Der Islam in unserem Alltag – wo ist das Problem?

https://swrmediathek.de/player.htm?show=5f175310-f5a2-11e6-9102-005056a12b4c

[2] Taqarrub : rapprochement, vers Allah

http://leporteurdesavoir.fr/forum/viewtopic.php?f=20&t=51

[3] Muslims should always strive towards Allah (taqarrub).

https://blushinghumaira.wordpress.com/2012/09/30/the-necessary-sacrifice/

[4] Taqarrub (تــقــرب), sich Annähern an Allah ist das Ziel

http://www.salaf.de/sprache/PDF/spr0001_Islamische%20Begriffe%20fuer%20deutschsprachige%20Muslime.pdf

[5] Sahih Muslim Buch 033 Nummer 6426

Chaque nouveau-né vient au monde selon la fitra (nature avec laquelle il fut créé, l’Islam) mais ce sont ses parents qui font de lui un juif, un chrétien ou un mazdéen.

https://bladi.info/threads/nature-letre-humain.418595/

___ps://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=10153253533081515&id=291547786514

___p://www.mosquee-lyon.org/forum3/index.php?topic=27387.0;wap2

The Prophet Muhammad said, „No babe is born but upon Fitra (as a Muslim). It is his parents who make him a Jew or a Christian or a Polytheist.“ (Sahih Muslim, Book 033, Number 6426)

http://islam101.com/dawah/newBorn.htm

„Jeder (Mensch) wird im Zustand der Fitra geboren (d.h. nach der Art und Weise des Erschaffens durch Gott). Alsdann machen seine Eltern aus ihm einen Juden, Christen oder Zoroastrier.“

Fitra (فطرة, fiṭra ‚Natur, Veranlagung; Schöpfung‘), von فطر, faṭara ‚schaffen, erschaffen (von Gott); angeboren sein‘, bezeichnet ein islamisches Konzept von der Natur des Menschen, die so angelegt ist, dass jeder Mensch bei seiner Geburt und gemäß seiner Natur على الفطرة ein muslim, ein – dem koranischen Sprachgebrauch entsprechend – dem einzigen Gott ergebener Mensch sei. Denn Gott hat den Menschen so erschaffen, dass er Kenntnis معرفة maʿrifa von der Existenz seines Herrn hat. Fitra ist „eine Art und Weise des Erschaffens oder des Erschaffenseins“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fitra

[6] Quran 3:138

This [Qur’an] is a clear statement to [all] the people and a guidance and instruction for those conscious of Allah.

http://quran.islamicevents.sg/3/138/139

Koran 3:138

Dies ist eine klare Darlegung für die Menschen und eine Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen.

___p://www.islam.de/13827.php?sura=3

http://www.shia-forum.de/index.php?/topic/6453-ermahnen-oder-nicht/

___p://www.islam.de/13827.php?sura=3

Um dieser Aufforderung gerecht zu werden und als Dienst an unseren deutschsprachigen Brüdern hält es der König-Fahd-Komplex zum Druck vom Qur’an in Madina für gut, dem geehrten Leser diese Übersetzung ins Deutsche anzubieten, die von ‚Abdullah Frank Bubenheim und Dr. Nadeem ‚Ata Elyas unter Aufsicht des Islamischen Zentrums Aachen (Bilal-Moschee) [Deutschlands syrischer Zweig der global aktiven Muslimbruderschaft] angefertigt wurde und seitens des König-Fahd-Komplexes von Dr. ‚Abdar-Radi Muhammad ‚Abd al-Muhsin durchgesehen worden ist.

http://www.wegzumislam.com/Der-heilige-Koran.pdf

„Und (Er hat euch anbefohlen:) Dies ist Mein Weg, ein gerader. So folgt ihm! Und folgt nicht den (anderen) Wegen, damit sie euch nicht von Seinem Weg auseinanderführen! Dies hat Er euch anbefohlen, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget!“ (6:153)

„Soll ich denn einen anderen Schiedsrichter als Allah begehren, wo Er es doch ist, der das Buch ausführlich zu euch herabgesandt hat?“ (6:114)

„Und gehorcht Allah und dem Gesandten, auf dass ihr Erbarmen finden möget.“ (3:132)

„Dies ist eine klare Darlegung für die Menschen und eine Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen.“ (3:138)

„Sprich: „Sind solche, die wissen, denen gleich, die nicht wissen?“ Allein nur diejenigen lassen sich warnen, die verständig sind.“ (39:9)

„Wer sich aber dem Gesandten widersetzt, nachdem ihm der rechte Weg klar geworden ist, und einen anderen Weg befolgt als den der Gläubigen, den werden Wir verfolgen lassen, was er verfolgt, und werden ihn dann in Dschahannam brennen lassen; und schlimm ist sein Ende.“(4:115) [Siehe bei Bubenheim / Elyas: „Wer aber dem Gesandten entgegenwirkt, nachdem ihm die Rechtleitung klargeworden ist, und einem anderen Weg als dem der Gläubigen folgt, werden Wir dem zukehren, dem er sich zugekehrt hat, und ihn der Hölle aussetzen, und (wie) böse ist der Ausgang!“]

https://www.maroczone.de/forums/index.php?/topic/12804-seminarmasjid-alfaruq/

[4:14] Wer sich aber Allah und Seinem Gesandten widersetzt und Seine Grenzen überschreitet, den lässt Er in ein Feuer eingehen, ewig darin zu bleiben; und für ihn gibt es schmachvolle Strafe.

___p://www.islam.de/13827.php?sura=4

[7] L’Islam, c’est obéir à ALLAH Ta3ala et à Son Messager durant toute l’année.

___p://muslima-girls.skyrock.com/2668647624-ToUjOuRs-dIrE-BiSmiLLaH.html

To a Muslim, Islam means obeying Allah by following the path, or way of life that He intended.

Islam and Muslim Civilization: A Supplementary Social Studies Unit for Sixth Grade | Von Susan Douglass

International Institute of Islamic Thought (IIIT), Herndon, Virginia, USA

https://books.google.de/books?id=GglgCgAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Islam bedeutet sicherlich Unterwerfung und die Religion des Islams ist die Religion der Unterwerfung, aber die Realität der Unterwerfung hat eine spezielle Form zu jeder Zeit. Und in dieser Zeit ist es die Form, die uns der letzte Prophet Muhammad (…) gebracht hat. Daraus folgern wir, dass mit dem Wort Islam (Unterwerfung) nur diese endgültige Form gemeint ist und keine andere Form aus der Vergangenheit.

Unterwerfung bedeutet den konkreten Anweisungen Allahs zu gehorchen und es liegt auf der Hand, dass man dabei immer auf die letzten und endgültigen Anordnungen achtet. Die letzten und endgültigen Anordnungen wurden durch das Siegel der Propheten, Muhammad ibn Abdullah (…) überbracht. Daher heißt es im Quran „Wahrlich, die Religion vor Allah ist Islam.“ (3:19)

Die Shia | Informationsportal | Herzlich willkommen auf al-Shia.de, der ersten deutschsprachigen Internetseite über die Shia im Islam.

http://www.al-shia.de/ist-der-islam-die-einzige-religion-die-von-allah-swt-akzeptiert-wird/

[8] Halal means lawful.

„Halāl […] is any object or action which is permissible to use or engage in, according to Islamic law. The term covers and designates food and drink as well as matters of daily life.“

http://www.halalcertifiering.se/newwebsiteimages/ebookhashaki.pdf

Halāl (Arabic: حلال‎‎ ḥalāl, „permissible“) is any object or action which is permissible to use or engage in, according to Islamic law. The term covers and designates food and drink as well as matters of daily life. It is one of five Ahkam—fard (compulsory), mustahabb (recommended), halal (allowed), makruh (disliked), haram (forbidden)—that define the morality of human action in Islam. Mubah is also used to mean „permissible“ or „allowed“ in Islam.

https://en.wikipedia.org/wiki/Halal

Die Fünf Beurteilungskategorien, al-ahkam al-chamsa (الأحكام الخمسة, al-aḥkām al-ḫamsa) sind ein Konzept aus der islamischen Rechtswissenschaft (Fiqh), das zur normativen Einstufung beziehungsweise Wertung menschlicher Handlungen verwendet wird.

Menschliche Handlungen werden innerhalb dieses Kategoriensystems eingestuft in:

religiöse Verpflichtung (wāǧib oder farḍ)

empfohlen (mandūb, auch mustaḥabb oder sunna)

indifferent (mubāḥ oder ḥalāl) erlaubt

verpönt (makrūh)

verboten (ḥarām)

https://de.wikipedia.org/wiki/Al-A%E1%B8%A5k%C4%81m_al-%E1%B8%ABamsa

Die fünf Rechtskategorien menschlicher Handlungen

https://de.wikipedia.org/wiki/Fiqh#Die_f.C3.BCnf_Rechtskategorien_menschlicher_Handlungen

[…] the importance of learning the Islamic laws […]

According to Islamic teachings, it is compulsory for us to know those laws and issues which directly affect our daily lives. Often times, people will say that the West is not at all capable of influencing people and particularly the youth towards a firmer religious conscience. From personal experience and analysis, however, life in the West has allowed for a greater understanding and acknowledgement of the deeper Islamic principles for many people, something often take for granted in Muslim countries. Because while we are surrounded by what seems to be Haram everywhere we look, it is the presence of such things which often allows us to positively reinforce the teachings of Islam in our daily lives.

Living Halal in the West | Islamic Insights

http://www.islamicinsights.com/news/community-affairs/living-halal-in-the-west.html

[9] Der Unsinn echter oder sogenannter Kulturwissenschaftler soll hier nicht beworben werden. Wer mehr zu der die Freiheit aller Bürger gefährdenden, postmodernen und gegenmodernen Ideologie von der Gleichwertigkeit aller Lebensweisen erfahren will, lese: Henryk M. Broder: Kritik der reinen Toleranz (Pantheon Verlag 2009, zuerst bei wjs Wolf Jobst Siedler 2008).

In dieser Leseprobe das Zitat der Islamschönfärberinnen und, allen Ernstes, Kulturwissenschaftlerinnen Christina von Braun und Bettina Mathes (Verschleierte Wirklichkeit. Die Frau, der Islam und der Westen. Aufbau-Verlag, Berlin 2007).

http://www.belle-et-triste.eu/mediapool/51/518498/data/broder_toleranz_leseprobe.pdf

[10] Ein Wort geändert: Titel am Vortag der Ausstrahlung und Tag der Aufzeichnung der Sendung, eigene Hervorhebung:

Der Islam in unserem Alltag – wo ist das Problem?

http://www.swr.de/unternehmen/kommunikation/16-nachtcafe-der-islam-in-unserem-alltag-wo-ist-das-problem/-/id=10563098/did=19026144/nid=10563098/d6mkat/index.html

Am 17. Februar 2017 dann:

Der Islam in unserem Alltag – wo liegt das Problem?

http://www.swr.de/nachtcafe/sendung-am-17-der-islam-in-unserem-alltag-wo-liegt-das-problem/-/id=200198/did=18780712/nid=200198/81v2ym/index.html

ARD Mediathek archiviert die einen Tag ältere Variante

Der Islam in unserem Alltag – wo ist das Problem?

http://www.ardmediathek.de/tv/NACHTCAF%C3%A9/Nachtcaf%C3%A9-Der-Islam-in-unserem-Alltag-/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=247716&documentId=40763434

SWR-Mediathek allerdings auch

Nachtcafé – Der Islam in unserem Alltag – wo ist das Problem

https://swrmediathek.de/player.htm?show=5f175310-f5a2-11e6-9102-005056a12b4c

[11] Die sechs Gäste im Nachtcafé und zwei Gäste im Publikum

http://www.swr.de/unternehmen/kommunikation/16-nachtcafe-der-islam-in-unserem-alltag-wo-ist-das-problem/-/id=10563098/did=19026144/nid=10563098/d6mkat/index.html

[12] Unterwirf dich dem Islam, Weib, auch Schach geht nur mit Kopftuch. Gegen einen Spieler aus Israel spielen ist ebenfalls haram.

Iranian chess player banned from tournaments because she did not wear hijab

A chess player from Iran has been banned from competing in domestic tournaments because she appeared at a competition without a headscarf, violating the country’s strict Islamic dress code.

According to Radio Free Europe, 18-year-old Dorsa Derakhshani opted against covering her hair at the Tradewise Gibraltar Chess Festival earlier this year. She was not an official representative of Iran — the event is open to independent attendees — but the Iranian Chess Federation has nevertheless prohibited her from competing in national tournaments, and from joining the national team.

“Unfortunately, what shouldn’t have happened has happened,” said Mehrdad Pahlevanzadeh, the head of the organization. “Our national interests have priority over everything.”

The same punishment was meted out to Derakhshani’s 15-year-old brother Borna Derakhshani, because he competed against an Israeli player at the same festival. Iran does not recognize the state of Israel, and forbids its competitors from facing off against Israeli rivals at sporting events. […]

This is not the first time that Iran’s chess community has become embroiled in a controversy over women’s head coverings. Last year, American chess champion Nazi Paikidze-Barnes refused to participate in the Women’s World Championship in Iran because doing so would require her to wear a hijab. Complying with Iran’s obligatory dress code, she said, would “support women’s oppression.”

WITW Staff | Women In The World 21.02.2017

http://nytlive.nytimes.com/womenintheworld/2017/02/21/iranian-chess-player-banned-from-tournaments-because-she-did-not-wear-hijab/

[13] (Für Geld alles machen und (immer noch mehr) Handel treiben wollen mit der mörderischen, frauenfeindlichen und israelhassenden Diktatur: Schwedinnen der Delegation unterwerfen sich dem Hidschab.)

Kritiker aber werfen Linde und damit der schwedischen Regierung vor, mit dem Tragen des Kopftuchs ihren selbst erklärten Anspruch, die erste „feministische Regierung“ weltweit zu sein, zu konterkarieren. Die Regierung verrate iranische Frauen, indem sie sich dem Kopftuchzwang beuge, so der Direktor der Nichtregierungsorganisation UN Watch.

Ähnlich argumentiert eine iranische Frauenrechtlerin. Und der Vorsitzende der schwedischen Liberalen Jan Björklund sagt über die Kopftücher der schwedischen Delegationsteilnehmerinnen: „Das ist ruinös für etwas, das sich feministische Außenpolitik nennt.“

Auf Tuchfühlung | Von Anna Reimann | DER SPIEGEL 14.02.2017

http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-reise-kopftuch-streit-um-politikerinnen-aus-schweden-a-1134480.html

[14] Den Islam gibt es nicht | Von Karen Krüger | Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung

https://www.politische-bildung-brandenburg.de/themen/islamische-kultur-und-geschichte-0/den-islam-gibt-es-nicht

Gerade der Islam, der in Syrien gelebt wird, ist aber bekannt dafür, dass er sehr tolerant ist. Das Zusammenleben von Christen und Muslimen in Syrien hat eine Jahrhunderte alte Tradition. Und der Islam in Syrien ist auch bekannt dafür, dass er auf eine positive Art orthodox ist. Also, jetzt nicht orthodox in dem Sinne, dass alle tief verschleiert rumlaufen und sich ganz streng an die religiösen Regeln halten, sondern in dem Sinne orthodox, dass er sich vor politischen Einflüssen immer verschlossen hat, also, dass eine Politisierung der Religion – und das ist ja der Extremismus – nicht zugelassen worden ist.

„Syrische Muslime könnten eine Chance sein“ | Von Karen Krüger | Deutschlandfunk 25.03.2017

http://www.deutschlandfunk.de/islam-in-deutschland-syrische-muslime-koennten-eine-chance.886.de.html?dram:article_id=361756

Women in Syria | Legal rights

While Syria has developed some fairly secular features during independence in the second half of the 20th century, personal status law is still based on Sharia and applied by Sharia Courts. Syria has a dual legal system which includes both secular and religious courts, and the latter discriminate against women.

Syrian women are legally allowed to participate in everyday life, although they are not guaranteed a spot in being part of political, social, cultural and economic categories. The legal marriage for females in Syria is seventeen years old and eighteen for males. Early marriage is not out of the ordinary in their culture. Even though the legal age is seventeen, the courts can allow for girls as young as thirteen to be married. Women are technically allowed to have a say in what the agreements are between them and the groom. Although, since this contract has to be signed by the groom and the male guardian of the bride, her wishes are rarely met. On the other hand, of marriage, the divorce laws are unique in Syria. Women are in fact allowed to file for divorce except it is a long drawn out process and she must get consent from her husband. There are some circumstances in which the woman can apply for a divorce through the judicial system. In order to do this, she must prove that her husband has abused her or neglected his other duties as a husband. If a man wants to divorce a woman, all he has to do is go to court and orally demand a divorce three times, then the court will order him a divorce.

https://en.wikipedia.org/wiki/Women_in_Syria

Lebanese Shi’ite Muslim women chant slogans as they mourn the death of a Hezbollah

https://s.yimg.com/ny/api/res/1.2/HIc7gjKvpIhFODKBZeci7Q–/YXBwaWQ9aGlnaGxhbmRlcjtzbT0xO3c9ODAwO2lsPXBsYW5l/http://media.zenfs.com/en_us/News/Reuters/2013-09-13T145048Z_1460148206_GM1E99D1RDI01_RTRMADP_3_LEBANON.JPG.cf.jpg

[15] Eine Reise durch das islamische Deutschland | Karen Krüger | rowohlt 2016

https://www.rowohlt.de/hardcover/eine-reise-durch-das-islamische-deutschland.html

[16] „FAZ“-Redakteurin Karen Krüger: „Auch ich trug falsche Stereotype vom Islam mit mir herum“ | kress NEWS 08.09.2016

https://kress.de/news/detail/beitrag/135854-faz-redakteurin-karen-krueger-auch-ich-trug-falsche-stereotype-vom-islam-mit-mir-herum.html

[17] „Der Islam ist dabei, einheimisch zu werden“ | Von Karen Krüger | FAZ, im Feuilleton, 21.11.2016

Nilüfer Göle: „Wir erleben, wie der Islam einen neuen Zuschnitt bekommt. Nicht durch politische Lenkung, sondern auf Alltagsebene, an der Basis.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/niluefer-goele-im-gespraech-ueber-den-islam-in-europa-14533903.html

Mehr Spaltung in den gemeinsamen Raum?

Über das Wegbereiten einer Implementierung der familienrechtlichen und sexualpädagogischen Scharia in Politik und Sozialwissenschaft. Gedanken zur Soziologin Nilüfer Göle. Von Jacques Auvergne

„Anverwandlungen. Der Islam in Europa zwischen Kopftuchverbot und Extremismus“, so lautet ein Buchtitel der Soziologin Dr. Nilüfer Göle. Deutsch bei Wagenbach, Berlin 2008, französischer Originaltitel: Interpénétrations. L`Islam et l`Europe, bei Galaade Éditions, Paris 2005. […]

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/05/14/119/

[18] Generation Allah. Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen | Ahmad Mansour

https://books.google.de/books?id=LCC2CAAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

[19] Die Islamdebatte in Deutschland: Wer ist der Islam – und wenn ja, wie viele?

Am Montag, den 17. Oktober 2016 ist es wieder soweit: Discussing World Politics lädt zu einer weiteren Diskussionsrunde ein. Dieses Mal werden wir uns mit den Experten Ahmad Mansour, Programmdirektor bei der European Foundation for Democracy, Abdul Adhim Kamouss, Diplom-Ingenieur und Berliner Imam, sowie Pinar Çetin, Politologin und engagierte Muslima über den Islam in Deutschland austauschen.

https://www.facebook.com/events/148971195562333/

Was macht am Alltags-Islam also solche Angst? Die Provokation liegt nicht in der Verschleierung oder der Polygamie, die vielen als Symbole der fremden Religion gelten: Als Provokation reicht der Glaube an sich.

Warum uns der Islam Angst macht | Von Jan Fleischhauer | SPIEGEL online 06.01.2015

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-warum-uns-der-islam-solche-angst-macht-a-1011468.html

IGD, ZMD, RIGD, das dort und der da ist der Islam in Deutschland

Podiumsdiskussion „Was, oder wer ist der Islam in Deutschland?“

http://www.ak-kurier.de/akkurier/www/artikel/41842-podiumsdiskussion–was–oder-wer-ist-der-islam-in-deutschland

Who is “Islam”?

Ist Islam eine Person? Dann würde ich ihn oder sie gerne mal besuchen. Wohnt Islam in einem winzig kleinen Haus?

Is “Islam” a person? [Nun, Craig Considine, buchen Sie nacheinander je eine Audienz in Kairo bei Scheich al-Azhar Ahmad al-Tayyeb, in Doha (Katar) bei Yusuf al-Qaradawi sowie in Deoband (Uttar Pradesh, Indien) bei Mufti Abul Qasim Nomani, zuletzt auch noch in Teheran (Iran) bei Revolutionsführer (Rahbar-e enqelāb) Chamenei, dann wissen Sie schon ziemlich genau, wo auf der auf Erden organisierbare Islam aktuell residiert] If so, I would like to know where “Islam” resides so I can go visit he, she, hir, or s/he. […] Is “Islam” tall or short, big or small, light or dark, liberal or conservative? Where does “Islam” live? In a tiny little house or in a big mansion in a far away land? […] How does one measure “Islam’s” values? [Wie man Objekte oder Taten islamisch misst, bewertet, Herr Soziologe? In den fünf Kategorien, von verpflichtend, wadschib (fard) bis verboten, haram.]

Von: Craig Considine, Sociologist at Rice University | Huffington Post 100.-11-03-2016

http://www.huffingtonpost.com/craig-considine/who-is-islam-questions-fo_b_9427126.html

Dr. Craig Considine is a Catholic American of Irish and Italian descent. As a sociologist, he focuses on Islam, Muslims in American Society, interfaith relations [islamisch reichen interreligiöse Beziehungen von Dhimma bis Dschihad], the sociology of religion [islamisch Herrschaft Allahs, Herr Soziologe], race and ethnic relations, and social problems.

https://craigconsidinetcd.com/

„Der Islam ist so vielfältig wie die deutsche Mehrheitsgesellschaft. ‚Den‘ Islam im Singular gibt es nicht“, unterstreichen Schubert und Meyer. „Es gibt verschiedene Arten Muslim zu sein. Aufgabe der Politik in Deutschland ist es, die entsprechenden Bedingungen zu schaffen.“ Die Vielfalt müsse anerkannt werden und lasse sich positiv nutzen. So kann die Debatte um den Islam den Forschern zufolge zur „Übungsstrecke“ für den generellen Umgang mit sozialer, ethnischer und religiöser Vielfalt werden. „Moderne Gesellschaften müssen sich stärker damit befassen, wie zukünftig mit Vielfalt und Verschiedenheit [Hidschab, Polygamie, Kinderehen, FGM] umzugehen ist, so auch in der Frage des demografischen Wandels.“

„Integration der Muslime ist ein Erfolgsmodell“. | Exzellenzcluster „Religion & Politik“ | WWU Münster im März 2011

https://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2011/mar/PM_Integration_der_Muslime_ist_ein_Erfolgsmodell.html

Die wesentlichen Integrationsleistungen selbst müssen aber in den Ländern und insbesondere in den Städten und Gemeinden geleistet werden. Hier müssen die Moscheegemeinden – auch die nicht organisierten – ein wichtiger Ansprechpartner sozialer und politischer Integrationsbemühungen werden.

Die Vielfalt des Islam abbilden | Von Klaus Schubert und Hendrik Meyer | Frankfurter Rundschau 17.05.2010

http://www.fr.de/politik/gastbeitrag-die-vielfalt-des-islam-abbilden-a-1032925

[Einen Herrn Islam gibt es nicht. Für eine Deislamisierung der Debatten]

Monsieur Islam n’existe pas : Pour une désislamisation des débats | von Dounia Bouzar

https://www.amazon.fr/Monsieur-Islam-nexiste-pas-d%C3%A9sislamisation/dp/201235842X

Dounia Bouzar

https://fr.wikipedia.org/wiki/Dounia_Bouzar

Le « Centre de prévention des dérives sectaires liées à l’Islam » (CPDSI) | Dounia Bouzar

https://fr.wikipedia.org/wiki/Centre_de_pr%C3%A9vention_des_d%C3%A9rives_sectaires_li%C3%A9es_%C3%A0_l%27Islam

Dounia Bouzar, qui avait fondé l’Institut Pédagogique sur le Fait Musulman dont l’objectif était de réconcilier l’islam et la République

https://www.franceculture.fr/emissions/voix-nue/dounia-bouzar-envers-et-contre-tous-15-de-l-enfance-l-engagement

“Islam does not exist” [diese Nichtexistenz spürt Daniel Bax]

http://www.willkommen-in-angermünde.de/en/den-islam-gibt-es-nicht/

Daniel Bax […] wird schnell deutlich, dass es „den Islam“ gar nicht gibt.

http://www.einsteingym.de/?p=21253

[20] Die Integration der Muslime in Deutschland kann nach Auffassung von Politikwissenschaftlern als „Erfolgsmodell“ bezeichnet werden. „Wenngleich noch enorme Anstrengungen unternommen werden müssen, so hat ein Großteil der Muslime bereits eine nach-integrative Perspektive eingenommen [verweigert die Integration, die Lebensweise der Nichtmuslime mit Ekel betrachtend, denn: ‚Wer ein Volk nachahmt, der gehört zu ihnen.’ (Abu Dawud)] und sieht sich als [ins Kalifat oder jedenfalls in die Herrschaft Allahs] integriert an“, sagen Prof. Dr. Klaus Schubert und Hendrik Meyer vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster. [März 2013]

https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/religion_und_politik/aktuelles/2011/03_2011/pm_buch_politik_und_islam.pdf

‚Wer ein Volk nachahmt, der gehört zu ihnen.’ (Abu Dawud)

Ibn ‘Umar quoted Allah’s Messenger (…) as saying, “Whoever imitates a people becomes one of them.” Sunan Abu Dawud, vol. 3, p. 1127, no. 4020 and authenticated in Sahih Sunan Abi Dawud, vol. 2, p. 761, no. 3401.

___ps://www.slideshare.net/ShahjahanAbdulMuthal/death-8

‘Whoever imitates a people is one of them.’” (Narrated by Abu Dawud, al-Libas, 3512. Al-Albani said in Sahih Abi Dawud, (it is) hasan sahih. No. 3401). […]

Allah says (interpretation of the meaning):“… And if any amongst you takes them [Jews and Christians] as Awliyaa’ [friends, helpers]), then surely, he is one of them…” [al-Ma’ida 5:51]

21694: Guidelines concerning imitation of the kuffaar | IslamQA Sheikh Muhammed Salih Al-Munajjid

https://islamqa.info/en/21694

[21] Während ein Großteil von uns längst eine postintegrative Perspektive eingenommen hat und wir in unserem [werdenden Kalifat] Deutschland bereits angekommen sind

Das Leben der Anderen (Ob mit oder ohne Kopftuch – wir sind stolz darauf, neue [schariatreue] Deutsche zu sein. Die Fakten zeigen: Es gibt keinen Grund für Islamphobie) | Von Naika Foroutan | Berliner Zeitung 14.12.2009

http://www.berliner-zeitung.de/ob-mit-oder-ohne-kopftuch—wir-sind-stolz-darauf–neue-deutsche-zu-sein–die-fakten-zeigen–es-gibt-keinen-grund-fuer-islamphobie-das-leben-der-anderen-15119440

Muslime, seid östlich, wo auch immer

Auf den Spuren Mohammeds, Sayyid Abul Ala Maududis und Ali Schariatis wandelnd gilt es, den inneren und äußeren „Westen“ zu verweigern, die universellen Menschenrechte und die sie tragende Mentalität und Kultur. Die als organisierte Diskriminierung und Antirationalität umzusetzende islamisierte Sphäre ist seit Mohammeds Tagen, gleichsam physikalisch, ein Identität lenkender und den sozialen Raum spaltender, permanenter Abstoßungseffekt. Dieses heilige Meiden ist nicht europäisiert, sondern, hier liegt der Missionar Pierre Vogel völlig richtig, authentisch islamisch. Das Buch »Kulturdialoge zwischen dem Westen und der islamischen Welt. Eine Strategie zur Regulierung von Zivilisationskonflikten« der Berliner Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan (2009) kommentiert Jacques Auvergne (April 2011).

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/04/16/228/

Naika Foroutan (* 24. Dezember 1971 in Boppard) ist eine deutsche Sozialwissenschaftlerin. Seit 2011 leitet sie die Forschungsgruppe „Junge islambezogene Themen in Deutschland“ (JUNITED) an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit April 2014 ist Foroutan stellvertretende Direktorin des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) und leitet dessen Arbeitsbereich „Integrations­forschung und Gesellschaftspolitik“. Im Juni 2015 wurde sie durch die Humboldt-Universität zur Professorin für „Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik“ berufen.

Von 2008 bis 2013 leitete sie zusammen mit ihrer Kollegin Isabel Schäfer das Forschungsprojekt „Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle (HEYMAT)“. Das HEYMAT-Projekt wurde 2013 von der VolkswagenStiftung bis zum Jahr 2015 verlängert. Weiterhin organisierte Foroutan für die Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit der Stiftung Mercator die „Junge Islam Konferenz – Berlin 2011“.

Im Jahr 2012 fand eine weitere „Junge Islam Konferenz“ unter ihrer Leitung statt. Im Verlauf der Konferenz wurde bekannt gegeben, dass die „Junge Islam Konferenz“ und ein korrespondierendes Forschungsprojekt „Junge islambezogene Themen in Deutschland“ (JUNITED) unter Foroutans Federführung bis zum Jahr 2016 mit zwei Millionen Euro durch die Stiftung Mercator gefördert werden.

Seit 2012 ist sie Co-Leiterin des Forschungsprojekts “Concepts for the Development of Intelligence, Security and Prevention” (CODISP), gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Naika_Foroutan

[22] Hadha d-Din. „Diese Religion“. Buch von Sayyid Qutb.

Die Wolken der Unwissenheit und die Zügel der Macht

Zur sehr islamisch argumentierenden Revolutionsschrift »Hāḏā ʾd-Dīn. Dieser Glaube der Islam« des Sayyid Quṭb. Von Jacques Auvergne (2010).

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/07/30/185/

[23] Bei Glaubensverlust Kopfabhacken: „Wer die Religion wechselt, den tötet!“

The Punishment of the Apostate according to Islamic Law | Maududi [Mawdūdī] (1903 – 1979)

To everyone acquainted with Islamic Law, it is no secret that according to Islam, the punishment for a Muslim who turns to kufr (infidelity, blasphemy) is execution. Doubt about this matter first arose among Muslims during the final portion of the 19th century as a result of speculation. Otherwise, for the full twelve centuries prior to that time, the total Muslim community remained unanimous about it. The whole of our religious literature clearly testifies that ambiguity about the matter of the apostate’s execution never existed among Muslims…. (p . 17)

http://www.answering-islam.org/Hahn/2statements.htm

Allah’s Apostle said, „The blood of a Muslim who confesses that none has the right to be worshipped but Allah and that I am His Apostle, cannot be shed except in three cases: In Qisas for murder, a married person who commits illegal sexual intercourse and the one who reverts from Islam (apostate) and leaves the Muslims.“

— Sahih al-Bukhari, 9:83:17, see also Sahih Muslim, 16:4152, Sahih Muslim, 16:4154, Sahih Muslim, 20:4490

Ali burnt some people and this news reached Ibn ‚Abbas, who said, „Had I been in his place I would not have burnt them, as the Prophet said, ‚Don’t punish (anybody) with Allah’s Punishment.‘ No doubt, I would have killed them, for the Prophet said, ‚If somebody (a Muslim) discards his religion, kill him.‘

— Sahih al-Bukhari, 4:52:260

A man embraced Islam and then reverted back to Judaism. Mu’adh bin Jabal came and saw the man with Abu Musa. Mu’adh asked, „What is wrong with this (man)?“ Abu Musa replied, „He embraced Islam and then reverted back to Judaism.“ Mu’adh said, „I will not sit down unless you kill him (as it is) the verdict of Allah and His Apostle.

— Sahih al-Bukhari, 9:89:271

https://en.wikipedia.org/wiki/Apostasy_in_Islam

Al-Muwatta of Imam Malik 36.18.15—Yahya related to me from Malik from Zayd ibn Aslam that the Messenger of Allah said, “If someone changes his religion—then strike off his head!”

https://thehizbuttahrirwatch.files.wordpress.com/2012/06/sahih-al-bukhari.pdf

Sunan An-Nasa’i 4068—It was narrated that Al-Hasan said: “The Messenger of Allah said: ‘Whoever changes his religion, kill him.’”

Sunan An-Nasa’i 4069—It was narrated from Anas that Ibn Abbas said: “The Messenger of Allah said: ‘Whoever changes his religion, kill him.’”

Sunan Ibn Majah 2535—It was narrated from Ibn Abbas that the Messenger of Allah said: “Whoever changes his religion, execute him.”

https://thehizbuttahrirwatch.files.wordpress.com/2012/06/sahih-al-bukhari.pdf

[24] SWR Fernsehen

Mina Ahadi | Ich habe abgeschworen: Warum ich für die Freiheit und gegen den Islam kämpfe | Heyne 2009

http://www.swr.de/nachtcafe/mina-ahadi-ich-habe-abgeschworen-warum-ich-fuer-die-freiheit-und-gegen-den-islam-kaempfe/-/id=200198/did=19026346/nid=200198/uadvh/index.html

SWR Fernsehen | Literaturtipps zur Sendung

Mina Ahadi | Ich habe abgeschworen: Warum ich für die Freiheit und gegen den Islam kämpfe | Heyne 2009

http://www.swr.de/nachtcafe/sendung-am-17-der-islam-in-unserem-alltag-wo-liegt-das-problem/die-gaeste-in-der-sendung-am-17/-/id=200198/did=18780712/mpdid=19026356/nid=200198/zrkhe3/index.html

„Der Islam hat in Europa überhaupt nichts zu suchen“, davon ist Mina Ahadi überzeugt.

http://www.swr.de/nachtcafe/sendung-am-17-der-islam-in-unserem-alltag-wo-liegt-das-problem/-/id=200198/did=18780712/nid=200198/81v2ym/index.html

[25] Im Namen des Islam? Unsinn, denn ganz und gar nicht das Volk, aber auch nicht der Islam ist zu durch den menschlichen Richter vertreten, sondern Souverän ist der Ewige und der Richter.

In the Name of Allah, Most Gracious, Most Merciful

[Die Basmala (بسم الله الرحمن الرحيم) – bismi Llāhi r-raḥmāni r-raḥīmi]

This is Our Constitution […] [Nun das Demokratieproblem Schariavorbehalt, auch in Artikel Zwei. Ägypter, der muss weg, das gilt für jeden modernen Staat: Teufelsabwehr und Seelenrettung müssen raus aus den Paragraphen.]

We are drafting a Constitution that affirms that the principles of Islamic Sharia are the principal source of legislation […]

Article (2) Islam is the religion of the State and Arabic is its official language. The principles of Islamic Sharia are the main source of legislation

http://www.sis.gov.eg/Newvr/Dustor-en001.pdf

[26] Al-Tayyeb sagte, der Islam respektiere andere Religionen und Andersgläubige. «Gott hat die Menschen, die nicht an den Islam glauben, nicht erschaffen, um sie dann zu töten», sagte al-Tayyeb. Vielmehr stehe Gott für «absolute Glaubensfreiheit».

Auf konkrete Nachfragen fällt die Antwort allerdings weniger klar aus. In einem von Muslimen beherrschten Land sollte eine «kleine Kopfsteuer» von Andersgläubigen erhoben werden, damit man sie schützt, sagte al-Tayyeb. Auch beim Eingangsplädoyer für Gleichberechtigung erzeugt der Geistliche dann auch Stirnrunzeln: Eine schlüssige Antwort auf die Frage, warum zwar Muslime andersgläubige Frauen heiraten dürfen, Musliminnen aber nicht, kann er nicht liefern.

Groß-Imam Al-Tayyeb fordert Respekt für Werte Europas – Geistlicher spricht vor Bundestagsabgeordneten | Qantara 16.03.2016

https://de.qantara.de/content/gross-imam-al-tayyeb-fordert-respekt-fuer-werte-europas-geistlicher-spricht-vor

Al Azhar Scholar: Christian Copts Will Pay Jizya
06.03.2013

During a recent interview, Dr. Mahmoud Shu’ban [محمود شعبان Mahmoud Shaaban], a professor at Al Azhar University, made clear that the Copts, Egypt’s Christian minority, will pay the “jizya” what is often referred to in the West as an Islamic “poll tax”. According to the Al Azhar professor, “If non-Muslims were to learn the meaning of “jizya”, they would ask for it to be “applied” “and we will apply it, just like Islam commands us to.” His logic is that, if Christians pay the jizya, they would buy for themselves “protection,” hence why they themselves should want to pay it.

(Raymond Ibrahim)

http://www.jihadwatch.org/2013/03/al-azhar-scholar-christian-copts-will-pay-jizya

(Following are excerpts from a TV debate between Egyptian cleric Mahmoud Shaaban and Egyptian journalist Islam Al-Buheiri [Islam Al-Buhairi], which aired on Al-Kahera wal-Nas TV [Al-Qahira wa Al-Nas channel] on March 5 and 6, 2013.)

[…]

Moderator: Do you demand to impose the jizya poll tax on Christian Egyptians?

Mahmoud SHABAAN: I demand the implementation of the shari’a.

Moderator: I was asking specifically about the jizya…

Mahmoud SHABAAN: If Christians knew what the jizya means, they would demand it themselves.

Moderator: What is the meaning of the jizya?

Mahmoud SHABAAN: If the shari’a were implemented as a whole, the Christians would be the happiest of all.

[…]

( MEMRI · The Middle East Media Research Institute )

https://www.memri.org/tv/salafi-and-secular-intellectuals-exchange-insults-and-nearly-come-blows-egyptian-tv/transcript

Salafi and Secular Intellectuals Exchange Insults and Nearly Come to Blows on Egyptian TVMarch 04, 2013 to March 05, 2013

http://www.memritv.org/clip_transcript/en/3767.htm

[27] Muslim sisters should certainly be reminded about this command which Allah Has given to them to wear the Hijab, and it must be understood by Muslim sisters that hijab is not only about placing a scarf or a cloth over the head which is commonly referred by some as ‘hijab’. In truth, hijab is much more than that. It is about the entire attire/dress of a woman, her conduct, speech and manners. Hijab requires a woman not to mix freely with the opposite sex, not to move about on the streets, parks and other places without a need to do so, and to strictly follow the guidelines given by Allah and His Messenger.

(Darul Uloom T&T, Cunupia, Trinidad and Tobago, West Indies | Darul Uloom Trinidad & Tobago)

http://www.darululoomtt.net/being-a-volunteer-for-raising-awareness-for-world-hijaab-day/

[28] Thema Hijab Die Kleidung der Kuffar

http://islam-forum.info/Thema-Hijab-Kleidung-der-Kuffar

69789: What are the garments of the kuffar that we are forbidden to wear?

https://islamqa.info/en/69789

[ Libas asch-Schuhra – Kleidung, die die Aufmerksamkeit anderer erregt oder das Ansehen des Trägers erhöhen soll.]

„He who wears libaas ul-shuhra in this world will be dressed in humiliating clothes on the day of judgment.“

https://islamqa.info/en/93

called their clothes thawb shuhra (shuhra literally means disgrace, thus theatrical dress)

https://books.google.de/books?id=sx1bqgibKhQC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

[29] The Hanafi madhhab has, in accordance with the Qur’an and Sunnah, thus obliged a woman to cover her face in front of strangers.

https://www.deoband.org/2009/04/contemporary-voices/the-niqab-and-its-obligation-in-the-hanafi-madhhab/

[30] Die muslimische Frau bedeckt ihren Körper bis auf das Gesicht und die Hände. Das gilt auch für ihre Haare. […] In einem Hadith werden Frauen, im übertragenen Sinne aber auch Männer, ermahnt: Nach einer Überlieferung von Aischa trat die Tochter von Abû Bakr eines Tages mit dünner Bekleidung vor den Propheten. Der Prophet wandte sich von ihr ab und sagte:„O Asmâ, wenn die Frau die Pubertät erreicht, sollte der Körper außer diesen nicht sichtbar sein.“Dabei zeigte er auf das Gesicht und die Hände.

Abû Dâwûd, Libâs, 85; Hadith Nr. 4104 | Hutba, 03.02.2017 Islamische Bekleidung | IGMG · Islamische Gemeinschaft Millî Görüş

___ps://www.igmg.org/wp-content/uploads/2017/01/20170203-Hutba-Islamische-Bekleidung.pdf

The hadith mentioned in the question was narrated by Abu Dawud (4104) from al-Walid from Sa’id ibn Bashir from Qatadah from Khalid ibn Durayk from ‘A’isha, that Asma’ bint Abi Bakr entered upon the Messenger of Allah wearing a thin dress. The Messenger of Allah turned away from her and said, “O Asma’, when a woman reaches the age of puberty, nothing should be seen of her except this and this” – and he pointed to his face and hands

https://islamqa.info/en/23496

[31] Birgit Plechinger

Training Haupt- / Mittelschule – Geschichte, Sozialkunde, Erdkunde 9. Klasse (Theman u. a.: Deutschland und die Welt nach 1945; Auswirkungen der Globalisierung; Terrorismus – ein globales Problem; Was ist Migration?; Wege für ein friedfertiges Zusammenleben), unter den Autoren: Birgit Plechinger

https://www.stark-verlag.de/training-haupt-mittelschule-geschichte-sozialkunde-erdkunde-9-klasse

https://www.stark-verlag.de/media//muster/93481i1.pdf

[Senden, 22.000 Einwohner, am anderen Ufer der Iller beginnt Baden-Württemberg, liegt im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm, 12 km südlich von Ulm (Ulm liegt an der Donau und nördlich vom Fluss, südlich gegenüber Neu-Ulm). Der Landkreis Neu-Ulm liegt im Westen des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben.

Mittelschule: In Bayern wurde als Weiterentwicklung der Hauptschule zu Beginn des Schuljahres 2010/11 die Mittelschule eingeführt. Diese einstigen Hauptschulen sollen, allein oder gemeinsam in einem Schulverbund, ein Bildungsangebot vermitteln, das die drei Zweige der Berufsorientierung Technik, Wirtschaft und Soziales sowie ein Ganztagsangebot umfasst und zum mittleren Schulabschluss führt. Mittelschulen sollen ausdifferenzierte Zusammenarbeit mit einer beruflichen Schule, der regionalen Wirtschaft und der Arbeitsverwaltung pflegen.]

Seit Mitte Februar leitet sie die Sendener Mittelschule und ist ab dem 1. Juni offiziell deren Rektorin. […] Birgit Plechinger, die in den vergangenen 20 Jahren Lehrerin an der Neu-Ulmer Peter-Schöllhorn-Mittelschule war

Neue Akzente an der Mittelschule | Von Angela Häusler | Augsburger Allgemeine 25.05.2016

http://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Neue-Akzente-an-der-Mittelschule-id37898822.html

In die Peter-Schöllhorn-Mittelschule gehen Kinder seit 1910. Sie ist somit eine der ältesten Schulen der Stadt Neu-Ulm.

http://www.hsnumi.schule.neu-ulm.de/

Das Multikulturhaus in Neu-Ulm (MKH)

In der Bibliothek des Multikulturhauses lagen Schriften aus, die Christen und Juden als Feinde präsentieren, „die hingerichtet werden müssen, wenn sie nicht bereuen und zum Islam konvertieren“. In dem Material wird offen für den Dschihad geworben und die Bedeutung des Dschihad erläutert: „Die spezielle Bedeutung von Djihad bedeutet: Die Ungläubigen töten, nachdem sie den Aufruf zum Übertritt zum Islam empfangen haben und mit seiner wahren Bedeutung bekannt gemacht worden sind“. An anderer Stelle heißt es: „… sollten sich die Nicht-Muslime weigern dem Beispiel der Gläubigen zu folgen, bestehe die Pflicht, sie zu töten“.

Das Islamische Informationszentrum Ulm bot Ersatzstrukturen für das verbotene Multikulturhaus.

https://de.wikipedia.org/wiki/Multikulturhaus

Islamisches Informationszentrum Ulm (I.I.Z Ulm; IIZ)

Das IIZ bot Ersatzstrukturen für das am 28. Dezember 2005 verbotene Multikulturhaus (MKH) in Neu-Ulm. Am 2. Oktober 2007 löste sich das IIZ selbst auf.

https://de.wikipedia.org/wiki/Islamisches_Informationszentrum_Ulm

[Werner-Ziegler-Mittelschule Senden, damals RWZ, Rektor-Werner-Ziegler-Mittelschule Senden: Eine Gruppe von zehn- bis elfjährigen Jungen misshandelte zwei Mitschüler mehr als ein Jahr lang. Die Polizei ermittelte.]

„Über einen Zeitraum von gut einem Jahr hat eine bis zu sechsköpfige Bande von zehn- bis elfjährigen Burschen zwei Mitschüler brutal geschlagen, massiv bedroht, erpresst und erniedrigt. Als Opfer haben sich die Täter körperlich unterlegene Buben ausgesucht. „Ein heute Elfjähriger war so eingeschüchtert, dass er um sein Leben fürchten musste“, berichtete Sendens stellvertretender Polizeichef Thomas Merk. […]

Nach Polizeiangaben haben sich die körperlich überlegenen Täter bewusst schwächere Opfer ausgesucht und auf ihnen über Monate hinweg „herumgehackt“. Besonders schlimm: Bei einem der Leidtragenden handelt es sich um ein lernbehindertes Kind, das sich nicht wehren konnte.

Bekannt geworden ist der Fall erst Anfang der Woche, als die besorgte Mutter eines der Opfer Anzeige bei der Polizei erstattet hat, nachdem ihr Sohn im Sendener Stadtpark von anderen Kindern angegangen worden war. Erste Ermittlungen der Polizei in Senden ergaben, dass der Elfjährige seit etwa einem Jahr von der in wechselnder Besetzung auftretenden Gruppe von Mitschülern bedroht und geschlagen wurde.

Der damals zehnjährige Rädelsführer der Bande hat nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei seinem deutlich unterlegenen Opfer mit der geballten Faust derart massiv ins Gesicht geschlagen, dass der eine blutende Wunde davongetragen hatte. In der Folge sei das Opfer derart eingeschüchtert gewesen, dass er sich aus Angst vor weiteren Schlägen offenbar nicht einmal wagte, sich seiner Mutter anzuvertrauen. In der Folge kam es hauptsächlich im Stadtpark immer wieder zu weiteren Übergriffen. In der Regel erpresste der Haupttäter den Jungen und forderte immer wieder Bargeld.“

(Erpresst, geschlagen und erniedrigt: Kinderbande misshandelt Mitschüler | Von Roland Ströbele | Augsburger Allgemeine 21.03.2015)

http://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Erpresst-geschlagen-und-erniedrigt-Kinderbande-misshandelt-Mitschueler-id33447342.html

(Sendener Rektorin im SWR-Fernsehen)

Der Islam in unserem Alltag – wo ist das Problem?“ So lautet das Thema in der nächsten Folge der SWR-Talkshow Nachtcafé am Freitagabend. Mit dabei ist Birgit Plechinger, seit einem Jahr Rektorin der Mittelschule Senden. Mehr als die Hälfte ihrer Schüler seien Muslime, schreibt der SWR in einer Ankündigung der Sendung. Ob im Schwimmunterricht oder beim Kantinenessen – immer stehe Plechinger vor der Frage: Wie viel Entgegenkommen ist berechtigt, welche Sonderregelungen gehen zu weit? Auch die ungleiche Erziehung von Mädchen und Jungs mache sich in der Schule deutlich bemerkbar: „Oft lassen die Eltern ihren Söhnen alles durchgehen, den Töchtern wird wenig erlaubt“, wird die Rektorin zitiert. Wie es zu dem Fernsehauftritt kam, war am Donnerstag nicht in Erfahrung zu bringen: Plechinger war da offenbar schon auf den Weg zur Aufzeichnung. Insgesamt wird Moderator Michael Steinbrecher acht Gäste haben. Die Sendung beginnt um 22 Uhr.

Der Islam in der Schule: Darüber spricht eine Pädagogin aus Senden heute im SWR | nid | Südwest Presse 17.02.2017

http://www.swp.de/ulm/lokales/kreis_neu_ulm/sendener-rektorin-im-fernsehen-14461072.html

Der Islam in unserem Alltag. Darum ging es gestern Abend im SWR Nachtcafé. Mit dabei war Birgit Plechinger, Schulleiterin der Mittelschule in Senden, auf der die Schüler überwiegend Muslime seien [glaubt die Lehrerin, dass kein säkularer Muslim oder sogar Ex-Muslim in dieser Gruppe ist?]. Sie erzählt, dass sie erst Freitag vor einer Woche erfahren habe, dass sie bei der Sendung dabei sein wird. „Ziemlich kurzfristig“, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung, „aber ich hab gesagt, okay, das mach ich.“ Vorher habe es schon Gespräche gegeben, aber wer dann in die Runde passt, entscheide sich erst kurzfristig.

Der Islam in der Schule gehört zum Alltag – wann kommt man den Schülern entgegen und welche Sonderregeln gehen zu weit? Da müsse man immer den einzelnen Fall betrachten, sagt Plechinger. Generell sei sie entsetzt, dass viele Leute alle Muslime über einen Kamm scheren würden [Durchaus haarig, das verdoppelte Gleichnis, auf Schariadurchsetzung zielen beide Varianten, Nummer Eins ist im leider radikalislamisch unterwanderten Integrationsbetrieb seit Jahren zu vernehmen. Doch ermuntert das zielsicher zweckentfremdete Gleichnis von den Muslimen als Zinken eines Kammes (هٌذَا مَثَلُ أَسْنٌانِ الْمُشْطِ) den Nichtmuslim zum schuldzerknirschten Einknicken, während es im islamische Verständnis bedeutet: Die Muslime – und nur sie, und jeder Mensch ist als Muslim geboren – seien, vgl. bei ENFAL, gleich und nur hinsichtlich ihres Glaubens (i. e. Glaubensgehorsams!) verschieden: „Leute sind wie die Zinken eines Kammes“. All people are as equal as the teeth of a comb]. „Man muss da differenzieren“, sagt sie. An ihrer Schule habe es beispielsweise ein oder zwei Kinder gegeben, die plötzlich nur noch „halal“ essen wollten, also grob gesagt reine Lebensmittel aus islamischer Sicht. „Das geht zu weit“, sagt Plechinger ganz entschieden [Wer so redet, hat von halal-Nahrung nichts verstanden bzw. das Thema islamisch erlaubte Kost ist ihm gleichgültig oder macht Kulissenbau, Taqiyya, denn keine Schule kann den zum Mitagessen verpflichteten Kindern muslimischer Eltern völlig bewusst nichts anderes als haram-Nahrung vorsetzen]. Andererseits gebe es in der Schulkantine kein Schweinefleisch [möglicherweise ist in Senden das halal-Zertifikat noch nicht authentisch genug … dann keine Sorge, das kommt].

Schulleiterin aus Senden als Expertin | Augsburger Allgemeine 18.02.2017

http://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Schulleiterin-aus-Senden-als-Expertin-id40578041.html

( هٌذَا مَثَلُ أَسْنٌانِ الْمُشْطِ ) „Alle Menschen sind gleich, gleich wie die Zinken eines Kammes“, der deutsche Kirchentagsbesucher oder sonstige Multikulturelle freut sich über allgemeine islamische Menschenrechte, die antirassistische Scharia, die Gleichheit von Mann und Frau.

„All people are equal, as equal as the teeth of a comb. There is no claim of merit of an Arab over a non-Arab, or of white over a black person, or of a male over a female. Only God-fearing people merit a preference with God.“

[Liebe Männer und vor allem Frauen, zum Islam bitte stets auch das Kleingedruckte lesen.] So Islam confers on women all the political and social rights, which man enjoys. She is entitled to all the privileges bestowed upon man. Beside worldly matters, women are also equal to men in the spiritual sense. As it says that they are from the same origin as are men, and due to this fact they should not be dealt with harshly and roughly, rather men should deal with them in a very mild and soft manner.

RIGHTS OF WOMEN UNDER ISLAM | by Mrs. Dr. Muhammad Amjad Tariq

http://www.angelfire.com/mo/MWSA/rights.html

Aber überlassen wir nun dem Muslimbruder Sayyid Qutb das Wort: „Alle Menschen sind gleich, so wie die Zinken eines Kammes“, sagt der noble Prophet des Islams. […] Die gleiche Neigung zur Gleichberechtigung im Islam kann darin gesehen werden, dass die Abbitte für das unabsichtliche Töten immer die Freilassung eines Sklaven ist. Dies deutet darauf hin, dass die Befreiung eines Sklaven als Gabe des Lebens [Nein, auf den ersten Blick sehen wir wenig Gleichberechtigung und viel religiöse Verankerung der Sklaverei …]

Für eine definitive Befreiung der Sklaven im Namen des Islam | Von Milena Rampoldi | 2014

The same tendency to equality is shown by the fact that Islam fixes the atonement for an accidental killing as the liberation of a slave; this indicates that it regards freeing a slave as a means of giving life to a soul. (Sayyid Qutb – Social Justice in Islam)

https://books.google.de/books?id=cLVXDQAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Im Einsatz für Allahs Menschenrechte: Milena Rampoldi

https://www.pressenza.com/de/author/milena-rampoldi/

http://www.islamiq.de/author/dr-milena-rampoldt/

Evelyn Hecht-Galinski interviews Milena Rampoldi about her book about Ellen Rohlfs

„In this video the most important statements by Milena Rampoldi about her book about Ellen Rohlfs and her poems for the peace in Palestine.“ (Promosaik Redaktion)

https://www.youtube.com/watch?v=NwLyDxupmv8

Tochterdämmerung

(Henryk M. Broder obsiegt vollumfänglich im Rechtsstreit gegen Evelyn Hecht-Galinski)

http://www.achgut.com/artikel/tochterdaemmerung/

Erde und Himmel in einem einzigen System. So wacht endlich auf!

Zur Abhandlung »Al-ʿadāla al-iǧtimāʿīya fi l-islām« (1949) des Sayyid Quṭb wird die auszugsweise Übertragung der englischen Fassung »Social Justice in Islam« (1953) ins Deutsche herangezogen. Deutsche Fassung und Kommentare von Jacques Auvergne.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/08/20/188/

Alles und jedermann ist Kammzinke

Nichtkammzinke pardon ledigliches Kriterium der Unterscheidung verschiedener Menschen sei dessen Thawab (ṯawāb, türk. sevap. The merit or reward) bedingt durch dessen Taqwa (taqwā, türk. taqva. To fear Allah and to guard against evil), seien unterscheidbarer Jenseitsverdienst des Einzelnen durch individuell verschiedenes Quantum an Gottesfurcht. Thawab wie Taqwa allerdings sind im Din (Islam) öffentlich unter Beweis zu stellen, denn: Glauben heißt Gehorchen! Bedarfsweise wird daher die imaginäre Kammzinke sehr islamisch einen Teil kürzer gemacht oder der Mensch einen Kopf. Saudi Arabia carried out 153 executions in 2016, in Saudi-Arabien sind nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP im Jahr 2016 insgesamt 153 Menschen hingerichtet worden.

https://www.quora.com/Is-it-a-requirement-that-the-Supreme-Leader-of-Iran-be-a-Shia-of-Arab-descent

„And if we fall into the trap of painting all Muslims as a broad brush, and imply that we are at war with the entire religion, then we are doing the terrorists‘ work for them. Wenn wir alle Muslime über einen Kamm scheren, gehen wir denen auf den Leim, die einen Krieg zwischen dem Islam und dem Westen oder den USA wollen, dann erledigen wir die Arbeit der Terroristen.“ (Barack Obama im Juni 2016)

http://time.com/4368733/barack-obama-donald-trump-muslim-ban-orlando-shooting/

http://www.epochtimes.de/politik/welt/obama-wird-deutlich-trump-spaltet-das-land-a1336912.html

„Es gibt gemäßigte Muslime, aber keinen gemäßigten Islam.“

(Maximilian Gerber, Wirtschaftsingenieur)

http://www.huffingtonpost.de/maximilian-gerber/islam-nicht-friedlich_b_8344340.html

(Zuerst bei: Feuerbringer-Magazin | Zurück zur Vernunft)

https://feuerbringer.wordpress.com/kooperationen/aufgeklaerte-islamkritik/warum-ist-der-islam-nicht-friedlich/

Bei: ENFAL: „Leute sind wie die Zinken eines Kammes

[Nicht die Menschen an sich, nur die Leute der muslimischen Weltgemeinschaft, der Umma gleichen Kammzinken. Und hinsichtlich ihres Glaubensgehorsams, hinsichtlich der erfüllten oder nicht erfüllten Schariapflichten unterscheiden sich die anfänglich kammzinkengleichen Muslime dann doch, und zwar erheblich, nämlich bis zum ewigen Verbleib in Dschanna, jenseitigem Garten, oder Dschahannam, jenseitigem Feuer.]

http://www.enfal.de/grund54.htm

Yet another meaning the Prophet mentioned, where he particularly talks to Arabs, warning them from the silliness of ever thinking that because the Quran was revealed in Arabic, they as Arabs would have any advantage in the sight of God: “All people are as equal as the teeth of a comb, there is no virtue (nothing better or superior) to an Arab over a non-Arab nor white over colored except by the fear and mindfulness of God”.

http://muslim-mind.com/tag/hadith/

Alle Mitglieder der Umma sind vor Gott gleich, sie gelten als Geschwister […] Mohammed verglich die Mitglieder der Umma mit den „Zinken eines Kammes“, alle seien gleich.

Umma und Kirche | Von Mouhanad Khorchide und Klaus von Stosch

https://kw.uni-paderborn.de/fileadmin/fakultaet/Institute/kath-theologie/Systematische_Theologie/Prof._Dr._Klaus_von_Stosch/Publikationen/3._Artikel_Articles/41_stosch_umma_und_kirche.pdf

330 Kinder besuchen die Mittelschule in Senden. 75 Prozent haben einen Migrationshintergrund, 60 Prozent der Schüler sind Muslime. Ist das etwa ein Problem? Nein, sagt Schulleiterin Birgit Plechinger. „Der Islam bereitet in unserem Schulalltag so wenig Probleme, dass ich mir wünschte, er wäre unser einziges Problem.“ [Wer so redet, weiß vielleicht noch nichts vom Islam. Die andere Möglichkeit: In der endlich durchgesetzten Hakimiyyat Allah ist, wenn Iblis mit Gottes Billigung (vgl. Koran Sure 15:34 bis 15:38 und Sure 26:95) nicht selbst dort noch verführen dürfte, der Islam in der Tat das einzige Problem der Menschen] Man müsse nur richtig damit umgehen. [„Der Islam ist die Lösung“, Hasan al-Banna. Al-islam huwa al-hall.]

„Die muslimischen Schüler sind genauso lieb und genauso frech“

Die Schulleiterin findet es jedoch schlimm, dass gerade weltweit „eine Dämonisierung des Islams“ stattfinde, ohne zu unterscheiden, wofür muslimische Menschen eigentlich stehen. [Nicht so hastig zu den Muslimen übergehen bitte, sondern vorab klären: Wofür steht er denn, der Islam, jedenfalls der Literalismus von Sure und Hadith? Dann erkennen und warnen: Ein anderer Islam ist noch nicht organisierbar und der Wortwörtlichkeit von Koran und Sunna folgende Muslime kämpfen für immer mehr Schariagesetze.] Bei der Beurteilung [der schariakonformen Beurteilung?] werde oft nicht mehr nach dem Einzelfall entschieden. [Vom Streben nach Rechtssicherheit und Nachvollziehbarkeit hin zu Mystik und Allahs Einzelfall?] […]

Die Basis für das Zusammenleben sind die Menschenrechte [Welche Menschenrechte meint die Schulleiterin, Paris 1948 oder Kairo 1990? Oder eine dialogisch vereinbarte Mixtur aus UDHR deutsch AEMR und CDHRI?] und unsere Gesetze“, sagt Plechinger. […]

Vor Kurzem passierte etwas […] in der Mensa der Mittelschule. Drei Schüler stifteten Unruhe, indem sie bei anderen auf den Teller zeigten und sagten: „Das Fleisch ist nicht halal, du kommst in die Hölle, wenn du das isst.“ [Abhängig von Fleischsorte und Schlachtungsweise ist das aus islamischer Sicht genau so.] Manche der Angesprochenen seien verunsichert oder verängstigt gewesen. Schulleiterin Birgit Plechinger hat rigoros auf dieses Verhalten [das Drohen oder das Verängstigtsein?] reagiert. „Das geht einfach zu weit“, sagt sie im Gespräch [Was genau geht zu weit, hätten die Sittenwächter ihre Mitschüler einfach etwas freundlicher ermahnen sollen? Ist der Dschahannam, die Hölle im Islam, den bewussten Verweigerern der rechten Seinsweise denn nicht im Koran angekündigt?]. Es habe sich um junge Schüler [Grünschnäbel, vom Islam noch keine Ahnung, soll das suggeriert werden?] gehandelt, mit denen die Schulleiterin auch gesprochen habe [Und was ist dabei besprochen worden?]. Zudem wurde der Vorfall per Durchsage im Schülerradio aufgegriffen. „Ältere muslimische Schüler [Islamprinzip Großer Bruder, Aufpasser, Wali?] haben im Schulradio klar gesagt, dass es Privatsache ist, was man isst“, sagt Plechinger. Die Vorbildfunktion sei hier wichtig gewesen. [Und übermorgen besinnen sich diese älteren muslimischen Schüler und verkünden, ganz wichtige Vorbildfunktion, per Schulradio: „Das Fleisch ist nicht halal, du kommst in die Hölle, wenn du das isst.“]

Muslime in der Mehrheit: Wie eine Schule damit umgeht | Von Carolin Oefner | Augsburger Allgemeine 23.02.2017

http://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Muslime-in-der-Mehrheit-Wie-eine-Schule-damit-umgeht-id40636776.html

[32] Landesbildungsserver Baden-Württemberg | Ethik-Religionen und Weltanschauungen: Islam

Die Stellung der Frau im Islam [Hier fehlt das Bekenntnis zur bundesrepublikanischen Unverhandelbarkeit allgemeiner Menschenrechte (AEMR) als Basis des Grundgesetzes – der Islam verstößt gegen die AEMR und dabei insbesondere gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau, das ist zu schreiben, und kann und darf deshalb nicht legalisiert werden, auch das ist zu schreiben. Es ist zu befürchten, dass die Lehrer nichts sagen und die Schüler nach Hause gehen mit der Erkenntnis: „Im Islam wird die Verschiedenheit der Geschlechter betont. Die Muslime glauben, Gott habe für Mann und Frau gemäß ihrer Natur jeweils unterschiedliche Rechte und Pflichten vorgesehen, die ihrer jeweiligen Natur gerecht werden.“]

http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/ethik/materialien/ue_islam/Frauen_im_Islam.pdf

https://www.yumpu.com/de/document/view/21317254/10-die-stellung-der-frau-im-islam-landesbildungsserver-baden-

[33] Journalisten-Handbuch zum Thema Islam (Vorwort | MEDIENDIENST INTEGRATION (2017)

https://mediendienst-integration.de/fileadmin/Handbuch_Islam.pdf

[34] Das Islambild von ARD und ZDF. Themenstrukturen einer Negativagenda | Von Kai Hafez, Carola Richter | Fachjournalist Heft 3 / 2008

http://www.fachjournalist.de/PDF-Dateien/2012/05/FJ_3_2008-Das-Islambild-von-ARD-und-ZDF.pdf

[35] Das Islambild von ARD und ZDF | Von Kai Hafez, Carola Richter | bpb Bundeszentrale für politische Bildung 21.06.2007

http://www.bpb.de/apuz/30402/das-islambild-von-ard-und-zdf?p=all

[36] Bioethik und die Scharia | Von Danja Bergmann | bpb Bundeszentrale für politische Bildung 21.06.2007

http://www.bpb.de/apuz/30400/bioethik-und-die-scharia?p=all

[37] What did prophet Muhammed think of gay people?

By: Said Bourrich, Muslim who supports equal rights for the LGBT community.

https://www.quora.com/What-did-prophet-Muhammed-think-of-gay-people

Wie die US-amerikanische schiitische Bewegung Camp 313 informiert, residiert der Scheich in der heiligen Stadt Ghom (Qum) im Iran:

„Shaykh Hamza currently resides in the holy city of Qum, Islamic Republic of Iran where he has spent the past 16 years pursuing Islamic studies, specializing in Islamic law, the principles of Islamic jurisprudence and Islamic philosophy.“

_ttp://camp313.com/teams/sheikh-hamza-sodagar/

Islamic hate preacher who called for gay men to be beheaded is teaching children as young as six at a school in London

[…] Shaykh Hamza Sodagar is in London this week to deliver a series of lectures at the Islamic Republic of Iran School, which is run by the Iranian government.

[…] Human rights campaigner Peter Tatchell has called on the Home Secretary to revoke the preacher’s visa. He said: ‚In a free society, Hamza Sodagar has a right to believe that homosexuality is sinful but not to preach about ways to kill lesbians and gay men. […] ‚The cleric should be ordered out of the country.‘

(By Dave Burke | MAIL online 06.10.2016)

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3825696/Islamic-hate-preacher-called-gay-men-beheaded-teaching-children-young-six-school-London.html

[38] Islam Question and Answer

General Supervisor: Shaykh Muhammad Saalih al-Munajjid

38622: The punishment for homosexuality

[…] Shaykh al-Islam Ibn Taimiyya (…) said: With regard to homosexuality, some of the scholars said that the hadd punishment for it is the same as the hadd punishment for zina, and it was said that it is less than that. But the correct view on which the Sahaba were unanimously agreed is that both are to be killed, the active and the passive partners, whether they are married or not. The authors of al-Sunan narrated from Ibn ‘Abbas (…) that the Prophet (…) said: “Whoever you find doing the action of the people of Lut, execute the one who does it and the one to whom it is done.” And Abu Dawud narrated from Ibn ‘Abbas concerning the unmarried person who commits a homosexual act that he said: He is to be stoned. And something similar was narrated from ‘Ali ibn Abi Talib (…). The Sahabah did not differ concerning the ruling that the homosexual is to be executed, but they differed concerning the methods. It was narrated from Abu Bakr al-Siddiq (…) that he is to be burned, and from others that he is to be executed.

It was narrated from some of them that a wall is to be knocked down on top of him until he dies beneath it.

And it is said that both should be detained in the foulest of places until they die.

It was narrated from some of them that he should be taken up to the highest place in the town and thrown down from it, to be followed with stones, as Allah did to the people of Lot. This was narrated from Ibn ‘Abbas. According to the other report, he is to be stoned. This was the view of the majority of the salaf. They said: because Allah stoned the people of Loot, and stoning is prescribed for the zani by analogy with the stoning of the homosexual. Both are to be stoned, whether they are free or slaves, or one of them is the slave of the other, if they have reached the age of puberty. If one of them has not reached the age of puberty, he is to be punished but not stoned, and none is to be stoned except one who has reached puberty. End quote from al-Siyasa al-Shar’iyya, p. 138. […]

https://islamqa.info/en/38622

al-Tirmidhi, Sunan 1:152 – [Muhammad said] „Whoever is found conducting himself in the manner of the people of Lot, kill the doer and the receiver.“

http://www.thereligionofpeace.com/pages/quran/homosexuality.aspx

Sheikh Shady Alsuleiman (born 1978 in Sydney, Australia)

In 2013, Alsuleiman spoke of the „evil actions“ of homosexuality […] He has also called for women to be ‘hung by their breasts in hell’ and that adulterers should be stoned to death and pre-marital sex by women should be severely punished.

https://en.wikipedia.org/wiki/Shady_Alsuleiman

The Australian-born Sheikh Shady has reportedly previously said AIDS “is a divine punishment” for homosexuals and adulterers should be stoned to death.

[Auf Nachfrage allerdings fühlte sich der Scheich missverstanden.]

http://www.news.com.au/national/federal-election/prime-minister-responds-to-sheik-shady-alsuleimans-controversial-invitation-to-kirribilli-house-dinner/news-story/60fc2a50e41506afd5c0f7bad8d38c76

• Jemen – Nach dem Strafrecht aus dem Jahr 1994 können verheiratete Männer gesteinigt werden wegen Homosexualität. Unverheiratete Männer werden ausgepeitscht oder müssen für ein Jahr ins Gefängnis. Frauen müssen [bis zu] sieben Jahre lang ins Gefängnis. Yemen: According to the 1994 penal code, married men can be sentenced to death by stoning for homosexual intercourse. Unmarried men face whipping or one year in prison. Women face up to seven years in prison.

• Iran – Nach Schariarecht Todesstrafe und Männer können z.B für Küssen ausgepeitscht werden, ebenso wie Frauen. Iran: In accordance with sharia law, homosexual intercourse between men can be punished by death, and men can be flogged for lesser acts such as kissing. Women may be flogged.

• Irak – Strafrecht verbietet Homosexualität nicht ausdrücklich, aber die Menschen werden von Milizen getötet oder von Richtern unter Bezug auf Schariarecht verurteilt. Iraq: The penal code does not expressly prohibit homosexual acts, but people have been killed by militias and sentenced to death by judges citing sharia law.

• Mauretanien – Homosexuelle Männer können gesteinigt werden, nach einem Gesetz von 1984, Frauen kommen ins Gefängnis. Mauritania: Muslim men engaging in homosexual sex can be stoned to death, according to a 1984 law, though none have been executed so far. Women face prison.

• Nigeria – Homosexualität ist ein Haftgrund, aber in einigen Gegenden gibt es Schariarecht, dort wird die Todesstrafe umgesetzt. Homosexuelle dürfen auch keine Treffen abhalten oder Vereine gründen. Nigeria: Federal law classifies homosexual behavior as a felony punishable by imprisonment, but several states have adopted sharia law and imposed a death penalty for men. A law signed in early January makes it illegal for gay people countrywide to hold a meeting or form clubs.

• Katar – Schariarecht, Todesstrafe für außerehelichen Sex, egal welcher sexuellen Orientierung. Qatar: Sharia law in Qatar applies only to Muslims, who can be put to death for extramarital sex, regardless of sexual orientation.

• Saudi Arabien – Homosexuelle werden nach Schariarecht gesteinigt. Jeder Sex außerhalb der Ehe ist illegal. Saudi Arabia: Under the country’s interpretation of sharia law, a married man engaging in sodomy or any non-Muslim who commits sodomy with a Muslim can be stoned to death. All sex outside of marriage is illegal.

• Afghanistan: The Afghan Penal Code does not refer to homosexual acts, but Article 130 of the Constitution allows recourse to be made to sharia law, which prohibits same-sex sexual activity in general. Afghanistan’s sharia law criminalizes same-sex sexual acts with a maximum of the death penalty. No known cases of death sentences have been meted out since the end of Taliban rule in 2001.

• Somalia – Strafrecht fordert Gefängnis, aber in einigen Gegenden gibt es Schariarecht, dort gilt die Todesstrafe. Somalia: The penal code stipulates prison, but in some southern regions, Islamic courts have imposed sharia law and the death penalty.

• Sudan – Nach dreimaligem Verstoß Todesstrafe, beim ersten und zweiten Mal auspeitschen und Gefängnis. Im Süden des Landes wurden etwas gelockerte Gesetze erlassen. Sudan: Three-time offenders under the sodomy law can be put to death; first and second convictions result in flogging and imprisonment. Southern parts of the country have adopted more lenient laws.

• Vereinigte Arabische Emirate – Uneinigkeit ob das Gesetz Todesstrafe vorschreibt für einvernehmlichen homosexuellen Sex oder nur bei Vergewaltigung. Nach AI keine Todesstrafen, aber alle sexuellen Akte außerhalb der Ehe sind verboten. United Arab Emirates: Lawyers in the country and other experts disagree on whether federal law prescribes the death penalty for consensual homosexual sex or only for rape. In a recent Amnesty International report, the organization said it was not aware of any death sentences for homosexual acts. All sexual acts outside of marriage are banned.

Here are the 10 countries where homosexuality may be punishable by death | By Max Bearak and Darla Cameron | The Washington Post 16.06.2016 (Übersetzung ins Deutsche als: In 10 Ländern gibt es die Todesstrafe für Homosexualität | Quelle, gelöscht: Journal-Express (Knoxville, Iowa, USA))

https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2016/06/13/here-are-the-10-countries-where-homosexuality-may-be-punished-by-death-2/?utm_term=.226e0d3ab2c9

http://www.standard.net/National/2016/06/13/Here-are-the-10-countries-where-homosexuality-may-be-punished-by-death

http://www.stuff.co.nz/world/americas/florida-nightclub-shooting/81032291/Here-are-the-10-countries-where-homosexuality-may-be-punished-by-death

Gambia

Die Gesetzesnovellierung Criminal Code (Amendment) Act 2014 […] führte die Straftat der „schweren Homosexualität“ ein, die mit bis zu lebenslanger Haft geahndet werden kann.

https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-226-2014-1/erste-festnahmen-nach-homophobem-gesetz

On 9 October 2014, Gambia’s President Yahya Jammeh signed his assent to the Criminal Code (Amendment) Act, 2014, passed by the Gambian Parliament on 25 August 2014. The Act further criminalises the lesbian, gay, bisexual and transgender (LGBT) community in Gambia.

http://www.humandignitytrust.org/uploaded/Library/Other_Material/Gambia_-_Criminal_Code_Act_2014_briefing_note.pdf

[39] Islamverharmloserin Özoğuz lobt das Handbuch für Journalisten zum Thema Islam

https://mediendienst-integration.de/artikel/handbuch-fuer-journalisten-zum-thema-islam.html

Anleitung zur Unmündigkeit: Das Handbuch zum Islam – DIE ACHSE DES GUTEN

Claudio Casula / 07.11.2016

http://www.achgut.com/artikel/anleitung_zur_unmuendigkeit_das_handbuch_zum_thema_islam

[40] Zitiert nach Henryk M. Broder (Kritik der reinen Toleranz) Seiten 166-167.

WELT ONLINE veröffentlicht einen Auszug aus seinem Buch „Kritik der reinen Toleranz“.

https://www.welt.de/politik/article2400052/Henryk-M-Broders-Kritik-der-Toleranz.html

Verlag Randomhouse | Buch von Henryk M. Broder | Kritik der reinen Toleranz

https://www.randomhouse.de/Paperback/Kritik-der-reinen-Toleranz/Henryk-M.-Broder/Pantheon/e289396.rhd

YouTube | Henryk M. Broder – Die Kritik der reinen Toleranz

https://www.youtube.com/watch?v=m2Sf1-_Nej0

[41] What is Halal? Why Muslims eat Halal?

(Makkah-NewsHalal, Rabi`I 20, 1437, January 1, 2015)

Halal is an Arabic word meaning permissible. Halal is any object or action which is permissible to use or engage in according to Islamic law, (the Sharia). The term covers and designates not only food and drink as permissible according to Islamic law but also matter of daily life. [Dinge des täglichen Leben, vgl. Titel der Sendung: Islam im Alltag.]

According to Islamic law, all allowable things, objects, foods & drug or acts called Halal. In contrast, every not allowable things, objects, foods & drug or acts called Haram which means not permissible.

http://www.newshalal.com/article/208/culture

[42] Koordinationsrat der Muslime in Deutschland. KRM. Geschäftsordnung in der Fassung vom 28. März 2007.

http://islam.de/files/misc/krm_go.pdf

466. Lehrfilm zur Phimose desinformiert

25. Februar 2017

La posteridad no podrá creer que, después de que ya se hubiera hecho la luz, hayamos tenido que vivir de nuevo en medio de tan densa oscuridad.

Posterity will not be able to understand that we had to fall back into the same darkness after having known the light.

Het nageslacht zal het niet kunnen begrijpen, dat wij nog eens in zulke dichte duisternissen moesten leven, nadat het reeds een keer licht geworden was.

Die Nachwelt wird es nicht fassen können, dass wir abermals in solchen dichten Finsternissen leben mussten, nachdem es schon einmal Licht geworden war.

Sebastian Castellio (De arte dubitandi) 1562

Verlässt Deutschlands Wissenschaftsbetrieb und insbesondere Medizinbetrieb seinen ureigenen Bereich von Nachvollziehbarkeit und Redlichkeit? Innerhalb von 360 Jahren von den Magdeburger Halbkugeln 1656 zur Magdeburger Halbbildung 2016? Zu zwei online gestellten Kurzfilmen von Claudia Görner (Magdeburg) zur Jungenbeschneidung oder Zirkumzision. Ein Kommentar mit Querverweisen zur FGM und den deutschen Kampagnen zur Straffreistellung der islamischen Mädchenbeschneidung von Edward von Roy.

Vorab als Exkurs jeweils ein gutes (Liste der Ehre) und schlechtes (Liste der Schande) Beispiel zum Thema Aufklärung über Vorhautenge und Vorhautverklebung.

Hall of Fame

Hanau: Praxis Dr. med. Ronald Yazdi

Phimose

Eine nicht zurückstreifbare Vorhaut im Kindes- und Jugendalter ist bis weit nach der Pubertät normal (physiologische Phimose) und bedarf keiner Behandlung.

[…] Physiologische Phimose:

Eine nicht zurückstreifbare Vorhaut ist bis weit nach der Pubertät ein vollkommen normaler Zustand und ist keine pathologische daher therapiebedürftige Phimose. Eine spontane Weiterung erfolgt üblicherweise mit wachsender Reife. Eine nicht oder nur teilweise zurückstreifbare Vorhaut ist bis zum Alter von 10 Jahren die Regel und ist bis nach der Pubertät normal.

Entgegen landläufigem Glauben, gibt es kein bestimmtes Alter, ab dem sich die Vorhaut von der Eichel gelöst haben und die Vorhaut zurückstreifbar sein muss. […] Manchmal dauert es bis nach der Pubertät, bis die Vorhaut sich von der Eichel gelöst hat. Die Vorhaut kann bis nach der Pubertät eng sein. Nur 44% der zehnjährigen, 60% der zwölfjährigen, 85% der vierzehnjährigen und 95% der siebzehnjährigen Jungen haben eine vollständige zurückziehbare Vorhaut.

Eine Behandlung bei Vorhautverengung ist, sofern symptomfrei, nie notwendig. Eine Phimose durch Verklebung des inneren Vorhautanteils im Kindesalter ist meist problemlos und löst sich bis nach der Pubertät von selbst. […]

Die Zirkumzision ist indiziert nur als ultima ratio bei besonders schweren Fällen von pathologischer Phimose. […]

Es ist zu beachten, dass die invasive operative Behandlung der Phimose, die Beschneidung, ein Risiko für Komplikationen (1,4%-3%) und Operationstraumata birgt. So wird erklärt, dass Behandlungen im Genitalbereich bei Angehörigen beider Geschlechter zu einer posttraumatischen Belastungsstörung (kurz: PTBS oder PTSD) führen können. […]

h t tp://www.chirurgie-praxis-hanau.de/index.php/leistungen/zehn-haeufigsten-erkrankungen/phimose

Nun zum Bereich des Nichtinformiertseins oder Fehlinformierens.

Hall of Shame

Phimose Behandlung Dortmund Dr. med. Joachim Münzberg

Bei der Phimose handelt es sich um eine Verengung und häufig gleichzeitig damit verbundene Verklebung der männlichen Vorhaut mit der Eichel des Penis.

Beim Neugeborenen stellt dieser Zustand noch keinen krankhaften Befund dar. Sollte sich die Phimose nicht bis zum 3. – 4. Lebensjahr komplett aufgelöst haben, erfordert dies einen operativen Eingriff unter Vollnarkose, entweder ambulant oder im Krankenhaus. Dabei wird die Vorhaut von der Eichel meist mit einer Sonde gelöst. Im Rahmen dieser Operation wird häufig ein Teil oder auf Wunsch der Eltern auch die komplette Vorhaut entfernt (Zirkumzision = Umschneidung).

h t tp://www.dr-muenzberg.de/Sonstiges/Phimose-Behandlung-Dortmund/index.html

„§ 630e Aufklärungspflichten (1) Der Behandelnde ist verpflichtet, den Patienten über sämtliche für die Einwilligung wesentlichen Umstände aufzuklären. Dazu gehören in der Regel insbesondere Art, Umfang, Durchführung, zu erwartende Folgen und Risiken der Maßnahme sowie ihre Notwendigkeit, Dringlichkeit, Eignung und Erfolgsaussichten im Hinblick auf die Diagnose oder die Therapie. Bei der Aufklärung ist auch auf Alternativen zur Maßnahme hinzuweisen, wenn mehrere medizinisch gleichermaßen indizierte und übliche Methoden zu wesentlich unterschiedlichen Belastungen, Risiken oder Heilungschancen führen können.“

Das liest man erfreut beim Deutschen Bundesrat in Drucksache 312/12 vom 25.05.2012 Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/brd/2012/0312-12.pdf

http://dipbt.bundestag.de/extrakt/ba/WP17/452/45245.html

Zu den eigenen Hervorhebungen.

Im ärztlichen Aufklärungsgespräch anzusprechen ist zum Bereich zwangsläufige Auswirkungen („zu erwartende Folgen“) einer Zirkumzision der lebenslange Verlust von sexuellem Empfindungsvermögen, auf die Studien Fine-touch pressure thresholds in the adult penis (Morris L. Sorrells, James L. Snyder, Mark D. Reiss, Christopher Eden, Marilyn F. Milos, Norma Wilcox and Robert S. Van Howe) sowie von Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark (Morten Frisch, Morten Lindholm, Morten Grønbæk) ist hinzuweisen.

Optimalste der weiteren Möglichkeiten („Alternativen zur Maßnahme“) in Sachen Zirkumzision ist für zu vermutende mindestens 98 % der Jungen unter sechzehn Jahren das Nichtbeschneiden, das intakte, weil schließlich völlig gesunde Genital.

Elterliche, verwandtschaftliche und nachbarschaftliche Präputophobie (Vorhautfurcht) ist die mitnichten angeborene, sondern kulturell oder religiös andressierte Empfindung von Ekel oder Abscheu bei der Betrachtung oder der bloßen Vorstellung eines unbeschnittenen Penis. Diese elterliche und gesellschaftliche Präputophobie ist gleichsam zu amputieren, nicht das empfindlichste Teil des männlichen Geschlechtsorgans. Nicht die penile Vorhaut, sondern die tradierte Panik vor ihr gehöre der Vergangenheit an. Um dem hippokratischen Eid gerecht zu werden, beschreibe man baldmöglich das Symptom in den medizinischen Lehrbüchern: „He or she is a preputophobic, he or she suffers from preputophobia“, „er oder sie ist präputophob“ – und schicke als Arzt die betroffenen Eltern höflich aus der Praxis, erfülle ihren Beschneidungswunsch nicht.

In Bezug auf Mädchen verhält es sich im Grundsatz nicht anders, um hier das sexuell-sensorische Äquivalent der Jungenbeschneidung anzusprechen. Denn eines von beiden wird beseitigt werden müssen: entweder das Entsetzen oder der zusätzliche Ekel beim Erblicken bzw. Imaginieren eines Kitzlers, nicht selten zusätzlich der mancherorts in Afrika tradierte Aberglaube bzw. Glaube, die Klitoris wachse unmäßig, etwa zu einem Penis, steche den Mann, mache die Frau heiratsunfähig, oder, islamisch und v. a. schafiitisch, die Unbeschnittene gefährde andere und sich selbst aufgrund sexueller Übererregtheit und ihr sorgeberechtigte Beschneidungsverweigerer brenne auf ewig im Höllenfeuer, oder aber beseitigt wird das weibliche Lustorgan Nummer Eins. Anders gesagt: eines von beiden wird herausgetrennt werden müssen aus Kinderkörper und Familiengeschichte, die Klitorisphobie oder die Klitoris.

Kommen wir zum Thema des Tages Claudia Görner.

Statt vor einer Reinlichkeitsbalanitis zu warnen und vor allem vor jedem gewaltsamen vorzeitigen Zurückziehen der Vorhaut (siehe unten: PFFR — Premature, Forcible Foreskin Retraction), verbreitet Claudia Görner (Klinik für Urologie und Kinderurologie – Otto von Guericke Universität Magdeburg) gefährliche Märchen zu Vorhautverengung und Vorhautverklebung.

Der Mythos Phimose ist wieder da und wird, wie zufällig, die Eltern nervös und die kleinen Jungen ängstlich machen. Nun, keine massenhaften unnötigen Operationen ohne vorausgegangene Bedarfsweckung. Verbreitet wird das organisierte Halbwissen per YouTube, Kurzfilmchen Nummer Eins.

14.12.2016 – Reihe: Informations- und Lehrvideos der Klinik für Urologie (Universitätsklinikum Magdeburg), Görner legt los:

Frau Claudia Görner zum Thema: Phimose (Vorhautverengung)

„Nach der Geburt eines Jungen besteht bei 90 % dieser Jungen eine Verengung der Vorhaut, eine sogenannte Phimose. Die ist physiologisch und sollte bis zum zweiten Lebensjahr bestehen und auch nicht behandelt werden.

Im Anschluss beginnt die Öffnung der Vorhaut, dass heißt die Vorhaut kann langsam zurückgezogen werden und wird immer besser reponibel.

Eine andere Form ist die sogenannte Präputialverklebung. Hier besteht eine Verklebung zwischen dem inneren Vorhautblatt und der Eichel. Auch diese Verklebung ist natürlich und kann auch bis zum zweiten Lebensjahr, durchaus, bestehen.

Im Anschluss kann die Vorhaut beübt werden wie wir so schön sagen, das heißt man kann langsam beginnen, die Vorhaut zu öffnen und zu weiten und die Verklebung zu lösen.“

h t t ps://www.youtube.com/watch?v=JV4krHG3nJk

Soweit die unzureichend informierte Magdeburgerin.

Das durchschnittliche Alter der freien Retrahierbarkeit der Vorhaut liegt bei 10,4 Jahren. Durchschnitt bedeutet, dass jeder zweite Junge in die Gruppe über diesem Alterswert gehört und er seine Vorhaut erst mit zwölf, 14 oder 16 Jahren ganz zurückziehen kann (oder noch später oder gar nicht). Und vorher wird von Erwachsenen am Kindergenital nicht herumgezerrt, solches würde man bei Mädchen ja auch nicht tun.

PFFR — Premature, Forcible Foreskin Retraction

http://www.doctorsopposingcircumcision.org/wp-content/uploads/2016/08/premature-forcible-foreskin-retraction-a-memorandum-of-evidence-based-medicine.pdf

Man nimmt erstaunt zur Kenntnis, dass die Klinik für Urologie und Kinderurologie der Otto von Guericke Universität Magdeburg Personensorgeberechtigte dazu aufruft, dem Kind den Penis, allen Ernstes, zu beüben („Im Anschluss kann die Vorhaut beübt werden wie wir so schön sagen“) – Finger weg vom Kindergenital, der einzige der den Penis anfasst ist der Junge selbst. Wenn Frau Görner eine zweieinhalbjährige Tochter hätte, würde sie schließlich auch nicht sagen: Kind, dein Genital muss jetzt von mir ein bisschen beübt werden.

Leider ist die zur penilen Entwicklung Unkundige noch nicht fertig mit ihrer Desinformation und nähert sich, es war zu befürchten, in Kurzfilmchen Nummer Zwei dem Erzählgegenstand Genitalbeschneidung (Genitalverstümmelung).

Frau Claudia Görner zum Thema: Therapie – Phimose

„Ab dem zweiten – beziehungsweise dritten – Lebensjahr können Sie bei Ihrem Sohn beginnen, selbstständig die Vorhaut ein Stück weit zurückzuziehen. Dieses vollzieht man am besten im Rahmen der Badezeiten, da aufgrund des warmen Wassers die Vorhaut schön warm und weich wird, gut durchblutet ist und somit besser und schmerzlos reponierbar, d. h. zurückziehbar ist.

Dieses kann eine Weile durchgeführt werden; im Rahmen dieses Zurückziehens beginnen sich dann auch eventuelle Verklebungen zwischen innerem Vorhautblatt und der Eichel zu lösen.

Sollte ab dem dritten, vierten Lebensjahr weiterhin eine Verklebung bestehen, kann man diese in Lokalanästhesie – sprich mit einer lokal betäubenden Salbe – mit einer Sonde stumpf lösen.

Sollte die Vorhaut nicht reponibel sein, das heißt nicht zurückgehen, sollte ein Schnürring bestehen bleiben und die Vorhaut ab dem fünften Lebensjahr immer noch eng sein, kann man die Vorhaut beschneiden, man kann jedoch auch noch einen konservativen Therapieversuch starten.

Hierfür werden kortisonhaltige Salben verwendet, die einmal morgens und einmal abends nach dem letzten Wasserlassen auf den Schnürring d. h. auf die enge Vorhaut aufgetragen werden, die Vorhaut weicher machen sollen, Verklebungen lösen sollen und somit ein Zurückziehen ermöglichen sollen.

Das gelingt in einer hohen Prozentzahl aller Fälle, über 60 bis 70 % der Phimosen lassen sich so konservativ behandeln.

Sollte eine konservative Behandlung keinen Erfolg bringen, kann man die Vorhaut beschneiden, hierfür stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung.

In unserer Klinik wenden wir eine Narkose an und einen lokalen Peniswurzelblock, das heißt wir machen noch eine Nervenblockade im Penis, sodass hinterher weniger Schmerzen bestehen.

Man kann eine radikale Zirkumzision, also eine radikale Beschneidung der Vorhaut machen, hierbei wird die Vorhaut vollständig entfernt.

Weitere Verfahren sind sogenannte plastische Zirkumzisionen, – nur eine Teilentfernung der Vorhaut –, bzw. die sogenannte Plastibell-Methode.

Wir empfehlen jedoch – eher –, die radikale Zirkumzision vorzuziehen, da die plastische Zirkumzision häufig zur Narbenbildung führt bzw. das Reponieren aufgrund von Schmerzen postoperativ nicht so gut möglich ist und es somit zu Rezidiven kommen kann, also zum Wiederauftreten der Verengung der Vorhaut.“

h t t ps://www.youtube.com/watch?v=LSPlPGLS1u4

Görners Kurzfilme zur Phimose: Die Fülle der Fehler ist überwältigend

Sollten die Beratungsgespräche so ähnlich ablaufen, würde die „Option“ – die Beschneidung, diese ist eine Genitalverstümmelung – wohl, scheinbar ausweglos, immer näher rücken. Denn entweder der durch die vielen, explizit empfohlenen vorzeitigen Zurückziehversuche „beübte“ sprich malträtierte Kinderpenis oder das elterliche Nervenkostüm wird nachgeben (wird ein bisschen kaputtgehen) – und dann ist sie da, wie gewünscht, die behandlungsbedürftige Phimose und die erlösende medikalisierte MGM (male genital mutilation).

Die Bedeutung der Vorhaut wird nicht annähernd erkannt oder sie ist den Verantwortlichen an der Klinik für Urologie (Universitätsklinikum Magdeburg) und insbesondere Frau Görner offensichtlich schlicht gleichgültig. Bei einer radikalen Zirkumzision werden die für das sexuelle Erleben zentralen Körperteile des Penis amputiert, das Gefurchte Band, die innere Vorhaut, das Frenulum (Bändchen) und das Frenulare Delta, das entspricht der Amputation nicht der Klitorisvorhaut, sondern der Klitoris.

Kein männliches Kindergartenkind und auch kein Grundschüler braucht eine retrahierbare (zurückziehbare) Vorhaut, deshalb Finger weg vom Kindergenital! Einzige Ausnahme: der Junge selbst, der nach Belieben an seinem Penis herumhantieren darf, der weiß nämlich als einziger, was schmerzlos ist und damit ungefährlich (und zusätzlich lustvoll). Bei einem Mädchen wird schließlich auch nicht durch besorgte Eltern an Schamlippen oder Kitzler herumgefingert, auch nicht „im Rahmen der Badezeiten, da aufgrund des warmen Wassers die Vorhaut schön warm und weich wird, gut durchblutet ist und somit besser“, geht`s noch? Genau.

Wie schon (so oft) gesagt, Thema Alter des Zurückziehenkönnens: Von menschlicher Natur aus und bei bester Gesundheit erst mit 10,4 (zehn Komma vier!) Jahren und auch dann kann das erst jeder zweite Junge (Jakob Øster (1968); Hiroyuki Kayaba et al. (1996), Thorvaldsen and Meyhoff (2005)).

Schlimm. Grobe Desinformation bietet man von Magdeburg aus der Öffentlichkeit an, ausgerechnet unter dem Titel: Informations- und Lehrvideos – ohne rot zu werden.

Das steht da wirklich: Fachärztin für Urologie – nun, es ist nie zu spät, etwas dazuzulernen, Frau Görner! Wir warten auf Ihren – noch nicht vorhandenen – faktenbasierten und kinderfreundlichen Kurzfilm zum Thema Phimose.

http://www.sanego.de/Arzt/Sachsen-Anhalt/6288-Magdeburg/Urologie/500765-Claudia-Goerner/

Lebensweisheit:

„Das einzige, was man zur Penispflege eines nicht beschnittenen Jungen braucht, ist ein großes langes Lineal. Warum? Na, um es all jenen neugierigen Leuten auf die Finger zu klatschen, die versuchen, die Vorhaut zurückzuziehen. The only tool you need to care for an intact boy is a ruler to smack the hands of those curious people who attempt to retract his foreskin.“

http://www.mothering.com/forum/44-case-against-circumcision/1011333-having-boy-circ-not-circ.html

Fazit

1. Eltern eines Sohnes, die über den Mythos Phimose grübeln (müssen) und die, wie im Fall von Claudia Görner, an Medizinern derartige anatomie- und entwicklungsbezogene Unkenntnis erleben und gleichzeitig derartig Beschneidungsfreundliches sprich Kinderfeindliches hören, sollten umgehend Arzt oder Krankenhaus wechseln.

2. Wer an Fakten und an der Kindergesundheit interessiert ist:

Doctors Opposing Circumcision (DOC)

Home / For Parents / Frequently Asked Questions

http://www.doctorsopposingcircumcision.org/for-parents/frequently-asked-questions/

What is a “foreskin-friendly” doctor? And why do you need one?

http://www.doctorsopposingcircumcision.org/for-parents/find-a-foreskin-friendly-doctor/

Doctors Opposing Circumcision

George Denniston, M.D., M.P.H., president of Doctors Opposing Circumcision, discusses the issue of circumcision and why ethical doctors oppose genital cutting of children.

https://www.youtube.com/watch?v=SWfHO8yQaRY

Doctor on Circumcision Bias

Mark D. Reiss, M.D., Executive Vice-President of Doctors Opposing Circumcision (DOC) discusses the bias for cut genitals in a circumcising society, and the sexual benefits of having a complete set.

https://www.youtube.com/watch?v=ruJ62wHpHuw

Nachtrag 1

Jungenbeschneidungsversteherinnen Yasmine Heß-Busch und Iris Rübben

Urologie Scan 2015; 02(03): 213-224

DOI: 10.1055/s-0034-1392544

Fortbildung [dazu schlicht ungeeignet]

Kinderurologie

Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die Phimose

Yasmine Heß-Busch, Iris Rübben

Zusammenfassung

Bei einer Phimose kann die Vorhaut nicht vollständig hinter den Sulcus coronarius retrahiert werden. Eine Verklebung von Vorhaut und Glans ist bis zum Ende des 3. Lebensjahres noch als physiologisch zu betrachten. [Falsch! Es gibt kein Alter – gar keins! Zwölf, 14, 16 Jahre, das alles ist völlig ok, älter auch, niemals ebenfalls.] Danach erfolgt die Behandlung zunächst durch eine steroidhaltige Salbe und bei erfolgloser konservativer Therapie durch eine Zirkumzision. Der Zirkumzisionsstatus hat einen Einfluss auf die Inzidenz von Balanoposthitiden, Harnwegsinfektionen im frühen Kindesalter [UTI – nur im ersten Lebensjahr – beschnitten (genitalverstümmelt) wird später – ein Kind hat (hoffentlich) keinen Sex] und auf die Infektionsraten mit HIV, Trichomonaden, Herpes simplex und humane Papillomviren. Seit 2012 wird die Zirkumzision des Kindes ohne medizinische Indikation durch [den grundgesetzwidrigen] § 1631d BGB geregelt.

Kernaussagen

Die physiologische Phimose bildet sich meist bis zum 3. Lebensjahr zurück. [Falsch! Bei jedem zweiten zehn bis elf Jahre alten Jungen ist sie natürlicher- und gesunderweise vorhanden] Ansonsten erfolgt zunächst die lokale Therapie mit Betamethason-Salbe. Bei Versagen der konservativen Maßnahmen ist die Operation indiziert.

Die pathologische Phimose ist Folge entzündlicher oder traumatischer Ereignisse. [Deshalb erwachsenerweits: Hände weg vom kindlichen Penis]

Bei einem Lichen sclerosus (BXO) kommt es zu einer Sklerose und Atrophie der Haut. Betroffen sein können Vorhaut, Glans penis und Harnröhre.

Nach Zirkumzision wurden geringere Infektionsraten mit HIV, HPV, Trichomonaden und Herpes simplex beschrieben.

Die aktuelle Rechtslage erlaubt auch eine Zirkumzision des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes ohne medizinische Indikation [schlimm genug. Ritualbeschneider und ihre medizinbetrieblichen Helfershelfer frohlocken], wenn dieser Eingriff nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt und das Kindeswohl nicht gefährdet wird. [Nicht medizinisch indizierte Zirkumzision geht mit Kindeswohl nie zusammen, entsprechend verhält es sich mit Klitoris(teil)amputation sprich FGM Typ Ib]

Häufigste Frühkomplikationen der Zirkumzision sind Ödem und Nachblutungen. [Genau, wie bei der Klitoris(teil)amputation sprich FGM Typ Ib, nur dass Iris Rübben, die sich am 03.06.2015 auf dem Essener Symposium zur Zirkumzision laut klagend gegen den Begriff Genitalverstümmelung verwahrte, die lebenslange Zerstörung nämlich Amputation der sexuellen Lustquelle Nummer Eins unterschlägt.]

Mögliche Spätkomplikationen der Zirkumzision sind unter anderem ein kosmetisch nicht zufriedenstellendes Ergebnis, Vorhautverklebungen, Hautbrücken und Meatusstenose. [Den Verlust von Eichel oder Penis sowie den Tod des Kindes haben die beiden Jungenbeschneidungsfreundinnen vergessen – bereits bei den Frühkomplikationen.]

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-0034-1392544?lang=de

Nachtrag 2

Vor eineinhalb Jahren, im August 2015 kommentierte ich:

[ ERSTER KOMMENTAR ]

the average age of first foreskin retraction is 10.4 years.

(Thorvaldsen and Meyhoff, 2005)

10,4 Jahre alt ist der Junge im Durchschnitt geworden (zehn Komma vier!), bis sein Präputium erstmals vollständig retraktierbar ist – die Hälfte aller Jungen erreicht demzufolge erst mit elf, zwölf, 13, 14, 15 oder gar 16 Jahren diesen reiferen genitalen Zustand.

Sommer 2015, Prof. Dr. Raimund Stein und die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz desinformieren zum Thema Phimose so:

Bei der Geburt liegt bei ca. 90 % der Jungen eine Vorhautverengung (Phimose) vor, d. h. die Vorhaut lässt sich nicht hinter die Eichel zurückziehen. In der Regel erweitert sich die Vorhaut von allein und im Alter von 2 Jahren lässt sie sich bei 90% der Jungen zurückziehen. Eine Behandlung mit schwach kortisonhaltiger Salbe hilft in weit mehr als der Hälfte der Fälle, manchmal ist aber dennoch eine Operation erforderlich – insbesondere bei häufig auftretenden Infekten oder einem stark verengten Harnröhrenausgang.

Leitung Kinderurologie

Univ.-Prof. Dr. med. Raimund Stein

https://www.unimedizin-mainz.de/kinderurologie/krankheitsbilder/phimose.html

Mainz 2011. Raimund Stein, Rolf Beetz, Joachim-Wilhelm Thüroff: Kinderurologie in Klinik und Praxis. Unter Mitarbeit von Annette Schröder. 3. Auflage.

Phimose. Annette Schröder:

Bei 90% der 3-Jährigen ist die Vorhaut retrahierbar, wobei häufig noch geringe „Adhäsionen“ im Koronarbereich bestehen (Gairdner 1949), zum Zeitpunkt der Einschulung besteht noch bei 8% eine Phimose (Oster 1968).

[korekt zu Jakob Øster (1968) bei CIRP, s. u.]

(Seite 47)

https://books.google.de/books?id=CBX6K0Kz-_cC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Seit fünf Jahren ist Dr. Raimund Stein, ausgerechnet, innerhalb der DGU (Deutsche Gesellschaft für Urologie) der Vorsitzende des Arbeitskreises Kinder- und Jugendurologie.

DGU-Arbeitskreis Kinderurologie: Neuer Vorsitzender Prof. Dr. Stein setzt auf Zusammenarbeit

„Wenn wir über urologische Erkrankungen, öfter jedoch Fehlbildungen, bei Kindern reden, dann am häufigsten über Hodenhochstand, Vorhautverengung, vesikorenalen Reflux, aber auch das nächtliche Einnässen und Krampfadern am Hodensack, sog. Varikozelen“, sagt Professor Dr. Raimund Stein. […] Einige Weichenstellungen seines Vorgängers im Vorsitz des Arbeitskreises will Prof. Dr. Stein intensivieren. Dies gilt besonders für die Zusammenarbeit aller Fachgesellschaften, die mit Kindern zu tun haben – Kinderchirurgen, -onkologen, -radiologen und Kindernephrologen. Früher ging es hier auch schon einmal gegeneinander, bis sein Vorgänger, Prof. Dr. Joachim W. Thüroff, begann, hier gegenzusteuern, erinnert sich Stein. Prof. Dr. Thüroff ist seit November 2009 neuer Präsident des Urologen-Weltverbandes (Société Internationale d’Urologie/SIU). Die beiden kennen sich gut, denn Thüroff ist Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik der Mainzer Uni. […] Als Ausblick für die Zukunft sieht Prof. Dr. Stein jedoch einige zertifizierte Schwerpunkt-Kliniken oder Kompetenzzentren, die insbesondere auch die gesamte speziellere Kinderurologie abdeckten. Dort könne dann auch entsprechend ausgebildet werden. Über die konkrete Gestaltung werde bereits intensiv diskutiert. Prof. Dr. Stein zuversichtlich: „In drei oder vier Jahren wird es soweit sein.“ (ing)

http://www.urologenportal.de/1274.html

Herbst 2015

Congress Center Hamburg:

Motto:

Urologie umfasst mehr.

67. DGU-Kongress

23.-26.09.2015

67. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie

Das Motto Urologie umfasst mehr steht für die Vielfalt unseres Faches über geschlechts- und altersspezifische Grenzen hinaus. […] wir werden im Rahmen des Patientenforums wie auch des Schülertages zeigen, dass die Urologie mehr ist als die oft angenommene reine Männermedizin. Wir werden die eingeleitete Strategie der Nachhaltigkeit fortsetzen. Der DGU-Kongress ist die drittgrößte urologische Tagung der Welt.

http://www.dgu-kongress.de/

Hauptprogramm

Donnerstag, 24.09.2015

KINDER- UND JUGENDUROLOGIE ALS HERAUSFORDERUNG

Seite 125:

14:12 Alltagsrelevante Neuerungen in der Kinderurologie

Iris Rübben, Essen

Samstag, 26.09.2015

Jungensprechstunde

Jeder Vortrag beinhaltet 5 Min. Diskussion

Moderation:

Wolfgang Bühmann, Sylt; Anne-Karoline Ebert, Ulm; Sabine Kliesch, Münster

10:45 Die HPV Impfung beim Jungen – Pflicht oder Kür?

Peter Schneede, Memmingen

11:05 Die Zirkumzision im kulturellen Spannungsfeld:

von der Therapie der Phimose bis zur religiösen Beschneidung

Annette Schröder, Regensburg

11:25 „wie geht‘s, wie steht‘s“: Ärztliche Begleitung für Jungen auf dem Weg zum Mann

Andrea Mais, Hamburg

11:45 Sexuelle Übergriffe auf Jungen: vorbeugen und erkennen

Klaus M. Beier, Berlin

http://www.dgu-kongress.de/fileadmin/user_upload/DGU2015Hauptprogramm.pdf

Zum guten Schluss endlich etwas Faktennähe, aus: CIRP

Ballooning is a transient condition that goes away as the prepuce continues its natural growth and development and the opening at the tip further enlarges. […] Ballooning is not injurious, and it is not a cause for concern. Ballooning is not an indication for circumcision. […]

Jakob Øster (1968)

The normal development of the prepuce beyond age 5 was first documented by Jakob Øster, a Danish pediatrician, who published his work in 1968. […]

Øster’s figures refute Gairdner’s claims that 90 percent are retractable at age five, Øster found that the 90 percent retractable stage is not reached until about age 16. […]

Hiroyuki Kayaba (1996)

[…] Kayaba’s work refutes the findings of Gairdner and confirms the work of Øster. Kayaba reported that about 40 percent of boys in the 8-10 age group are fully retractable, this leaving about 60 percent with some degree of non-retractability, He also reported that 62.9 percent of the boys in the 11 to 15 year old age group had completely retractable prepuces, thus leaving 37.1 percent with some degree of non-retractability. The prepuce is still developing in the 11-15-year-old group. Kayaba’s findings are similar to those of Øster.

Kayaba made no reports beyond age 15.

Kayaba’s report thus confirms the work of Øster; we see that full retractability is not reached by about 1/2 of boys until the teen-age years. This is normal, and treatment is usually not required.

Imamura (1997)

Imamura’s study, carried out in Japan, shows that the non-retractile prepuce is the normal condition in preschool age boys.14 Imamura found that only 38.4 percent of children three years old have a fully retractable prepuce. Imamura’s data are similar to that of Kayaba. […]

Thorvaldsen and Meyhoff (2005)

Thorvaldsen conducted a survey of young men in Denmark. They found that the average age of first foreskin retraction is 10.4 years.

http://www.cirp.org/library/normal/

[ ZWEITER KOMMENTAR ]

Basiswissen Anatomie, Geschlechtsorgan des Jungen. Eine fehlende vollständige Retraktion ist bis zum Alter von zehn oder 11 Jahren physiologisch (Thorvaldsen & Meyhoff, 2005). Der Versuch, die Vorhaut doch zu bewegen, kann zu schweren Verletzungen führen, etwa zu Einrissen, die vernarben können. Kein anderer als der Junge selbst darf an dessen kindlicher oder jugendlicher Vorhaut manipulieren.

Premature, forcible, foreskin retraction (PFFR) is a much more painful, serious, and potentially permanent injury than most parents imagine.

http://www.doctorsopposingcircumcision.org/info/info-forcedretraction.html

Was muss zur Penispflege getan werden, als gelegentlich etwas lauwarmes Wasser? Wirklich nichts? – Ja, gar nichts. Doch, ein Lineal sollten Sie zur Hand haben …, um damit jedem Erwachsenen, der die Kindervorhaut berühren will, dezidiert auf die Hand zu klatschen:

the only thing she needs to take care of her son’s foreskin is a ruler … to smack anyone’s hand who tries to touch it!

Much nonsense has been written about the special care required for an intact penis. Care advice can be summarised briefly:

1. Leave it alone.

(2. Leave it alone.)

(3. Leave it alone.)

(Very similar to the special care required by the ears and the eyes, really.)

(The Intactivism Pages)

http://www.circumstitions.com/Care.html

The Intactivism Pages

http://www.circumstitions.com/

Ein Elternratgeber von Circumcision Information Australia:

Circumcision: Guide for parents

http://www.circinfo.org/parents.html

Beschneidungsverharmloserin Dr. Iris Rübben hingegen entwirft Vorhautprobleme, verwendet 2015 in Essen als Weiterbildnerin unkommentiert das Material der esoterischen US-amerikanischen AAP ebenso wie die Daten des australischen Zirkumfetischisten Brian J. Morris, ermuntert wie versehentlich Urologen zum Bauen von beschneidungsbegünstigenden Drohkulissen, will die Zirkumzision auf gar keinen Fall Genitalverstümmelung genannt wissen und gibt dem deutschen Medizinbetrieb den Freibrief, mit allerlei Listen Eltern richtig viel Druck zu machen:

Eine fehlende Retraktion ist bis zum 3. Lebensjahr physiologisch.

https://www.springermedizin.de/phimose/8079926

Nach dem dritten Lebensjahr müsse, lässt sich das kindliche Präputium nicht körperwärts über den Penis retrahieren, unbedingt etwas geschehen, so wird es durch die beiden Rübben der zielsicher beunruhigten Bevölkerung vorgegaukelt. Den Jungen vor der Einschulung noch schnell beschneiden (genitalverstümmeln), um nichts anderes scheint es vielen deutschen Urologen zu gehen.

Man beachte, dass es sich bei den Daten von Thorvaldsen & Meyhoff (2005) um den Durchschnittswert (Normalverteilung) von 10,4 Jahren (zehn Komma vier Frau Rübben!) handelt, das bedeutet: die Hälfte aller Jungen hat eine ganz zurückziehbare Vorhaut erst jenseits der zehneinhalb Jahre sprich mit zwölf, 13, 14, 15 oder 16 Jahren (oder später oder nie). Das ist seit Jahrtausenden der Fall und auch in Nordrhein-Westfalen, im Ruhrgebiet und in der Stadt Essen nicht anders.

Desinformation Made in Germany by Rübben & Rübben:

Phimose

Rübben, I; Rübben, H. Der Urologe. Ausg. A51.7 (Jul 2012): 1005-1016. [Dr. Iris Rübben und Professor Dr. Herbert Rübben]

CME ZERTIFIZIERTE FORTBILDUNG

Eine fehlende Retraktion ist bis zum 3. Lebensjahr physiologisch. Entzündungen im Vorhaut und Glansbereich (sog. Balanoposthitiden) treten in 4–11% aller nichtzirkumzidierten Knaben auf. Eine nichtbeschnittene Vorhaut birgt ein erhöhtes Risiko, dass es zu rezidivierenden Harnwegsinfektionen im Kindesalter und einer höheren Infektionsrate sexuell übertragener Erkrankungen und Penismalignome im Erwachsenenalter kommt. Im Kindesalter sollte zur Behandlung der Vorhautenge zunächst eine topische Steroidtherapie erfolgen, die in etwa 80% erfolgreich ist.“

http://search.proquest.com/openview/d1e676443458fafda20290aeb301bf5e/1.pdf?pq-origsite=gscholar

ZERTIFIZIERUNG

Diese Fortbildungseinheit ist mit 3 CME-Punkten zertifiziert von der Landesärztekammer Hessen und der Nordrheinischen Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung und damit auch für andere Ärztekammern anerkennungsfähig.

http://crawl.prod.proquest.com.s3.amazonaws.com/fpcache/d1e676443458fafda20290aeb301bf5e.pdf?AWSAccessKeyId=AKIAJF7V7KNV2KKY2NUQ&Expires=1434922765&Signature=m5HbEFJzkdLYNViCQaFlnI3M5Vs%3D

PHIMOSE

Vorhautverengung im Kindesalter

Die Phimose kommt häufig vor und bedeutet, dass die Vorhaut nicht vollständig über den Glansbereich des Penis zurückgestreift werden kann. Die fehlende Retraktion ist bis zum 3. Lebensjahr physiologisch, aber was ist danach?

publiziert am: 10.07.2012

Zeitschrift: Der Urologe 2012/7: 1005-1016

Autor: Dr. I. Rübben, H. Rübben [Dr. Iris Rübben und Prof. Dr. Herbert Rübben]

http://www.springermedizin.de/phimose/3073512.html

The Development of Retractile Foreskin in the Child and Adolescent

A guidance for healthcare providers from Doctors Opposing Circumcision

Kayaba et al. reported that about only 42 percent of boys aged 8-10 have fully … Non-retractile foreskin is the more common condition until about 10-11 years of age. …

Thorvaldsen & Meyhoff (2005) conducted a survey of 4000 young men in Denmark.10 They report that the mean age of first foreskin retraction is 10.4 years in Denmark. Non-retractile foreskin is the more common condition until about 10-11 years of age.

http://www.doctorsopposingcircumcision.org/info/retraction.html

BASIC MALE ANATOMY

At birth the penis is anatomically immature and still developing. The foreskin adheres to the glans, (the little firefighter’s hat at the end) because of a natural connective membrane, the balano-preputial lamina. This membrane or synechia is apparently nature’s method of protecting the highly nerve-supplied portion of the maturing penis from feces, the ammonia in urine, and other irritants and pathogens. This membrane can take as long as 18 years or more to disappear allowing retraction. The mean age for natural foreskin retraction without pain or trauma is 10.4 years.

Premature, forcible, foreskin retraction (PFFR) – gewaltsames Zurückziehen der Vorhaut führt zu schlimmen Verletzungen. Die PFFR entspricht durchaus einer FGM Typ IV und Phimose-Ursache ist ein unfähiger Arzt: die iatrogene oder ärztlich verursachte Phimose, pathologic [i.e., in this case, iatrogenic, or physician-induced] phimosis.

http://www.doctorsopposingcircumcision.org/info/info-forcedretraction.html

Gefurchtes Band (ridged band), Frenulum (Bändchen) und Frenulares Delta vor allem sind es, welche die Penisvorhaut (Präputium) zum männlichen Lustorgan Nummer Eins machen. Dass mit den (in der Glans in dieser Höhe nicht vorhandenen) präputialen 10000 bis 20000 Tastkörperchen bzw. Nervenendigungen der Typen Meissner, Merkel, Ruffini und Vater-Pacini dem Jungen das sensorische Äquivalent nicht zur Klitorisvorhaut sondern zur Klitoris (!) amputiert wird, wissen Rübben & Rübben nicht oder verschweigen es.

BASIC HUMAN GENITAL ANATOMY

Neurologically, the most specialized pressure-sensitive cells in the human body are Meissner’s corpuscles for localized light touch and fast touch, Merkel’s disc cells for light pressure and tactile form and texture, Ruffini’s corpuscles for slow sustained pressure, deep skin tension, stretch, flutter and slip, and Pacinian corpuscles for deep touch and detection of rapid external vibrations. They are found only in the tongue, lips, palms, fingertips, nipples, and the clitoris and the crests of the ridged band at the tip of the male foreskin. These remarkable cells process tens of thousands of information impulses per second and can sense texture, stretch, and vibration/movement at the micrometre level. These are the cells that allow blind people to „see“ Braille with their fingertips. Cut them off and, male or female, it’s like trying to read Braille with your elbow.

Physiologically, the clitoris is richly endowed with thousands of these specialized pressure-sensitive nerves and the clitoral foreskin is virtually bereft of them. The ridged band at the tip of the the penile foreskin is richly endowed with thousands of these same specialized pressure-sensitive nerves and the glans is virtually bereft of them. …

(Gary Harryman)

https://ms-my.facebook.com/shareyoursexknowledge/posts/652188514794501

Fine-touch pressure thresholds in the adult penis

Morris L. Sorrells, James L. Snyder, Mark D. Reiss, Christopher Eden, Marilyn F. Milos, Norma Wilcox, Robert S. Van Howe

BJU International 99 (4), 864-869 (British Journal of Urology International,

Volume 99 Issue 4 Page 864 – April 2007)

Circumcision removes the most sensitive part of a man’s penis. Sorrells and others enlisted 159 men from the San Francisco Bay area, 91 of them circumcised, and conducted touch-sensitivity tests, using instruments that press with calibrated hairs, on 11 or 17 different places on their penises. The men could not see where they were being touched.

http://www.circumstitions.com/Sexuality.html#sorrells

http://www.cirp.org/library/anatomy/sorrells_2007/

Nachtrag 3

Das Islamgesetz. Wie Österreich die Mädchenbeschneidung mindestens einer milden Sunna (FGM Typ Ia oder Typ IV) nicht verhindern will oder kann

Islamgesetz Artikel 11. (4)

Bundesgesetz über die äußeren Rechtsverhältnisse islamischer Religionsgesellschaften

StF: BGBl. I Nr. 39/2015 (NR: GP XXV RV 446 AB 469 S. 61. BR: 9324 AB 9326 S. 839.)

ISLAMGESETZ

İslâm Din Topluluklarının Harici Hukuk İlişkileri hakkında Federal Yasa

– İslâm Yasası 2015

Art. 11. (4)

Din topluluğu ve üyeleri, çocuklara ve gençlere bütün mezhepsel görenekleri öğretmeye ve onları dinî vecibelere göre yetiştirme hakkına sahiptir.

La société religieuse et ses membres sont autorisés à initier les enfants et les adolescents à toutes les coutumes traditionnelles et à les éduquer conformément aux préceptes religieux.

The Religious Society and its members are entitled to guide children and youths through all traditional rites and to educate them according to the religious commandments.

Die Religionsgesellschaft und ihre Mitglieder sind berechtigt, Kinder und Jugendliche durch alle traditionellen Bräuche zu führen und entsprechend den religiösen Geboten zu erziehen.

https://www.bmeia.gv.at/integration/islamgesetz/

Österreich, Islamgesetz, Erläuterungen.

Le paragr. 4 […] englobe aussi la circoncision masculine.

Une mutilation génitale féminine, qualifiée faussement par certains de circoncision, est en contradiction avec les droits de l’être humain, en particulier avec la « Convention du Conseil de l’Europe sur la prévention et la lutte contre la violence à l’égard des femmes et la violence domestique » (Convention d’Istanbul), Journal officiel fédéral III n° 164/2014, entrée en vigueur le 1er août 2014.

Abs. 4 kann seine Wirkung nur insofern entfalten als er nicht mit staatlichen Regelungen in Widerspruch steht. Der Begriff „traditionell“ stellt dabei klar, dass es sich um einen Bestandteil einer religiösen Tradition im Sinne dieses Gesetzes, auch als Richtung, Strömung oder Schule bezeichnet, handeln und somit in der religiösen Lehre begründet sein muss. Eine bloße langjährige Übung wäre nicht ausreichend. Er umfasst auch die männliche Beschneidung.

Eine weibliche Genitalverstümmelung, die von einigen fälschlich als Beschneidung bezeichnet wird, steht im Widerspruch zu den Menschenrechten, insbesondere zum am 1. August 2014 in Kraft getretenen „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt“ (Istanbul Konvention), BGBl. III Nr. 164/2014.

https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/RegV/REGV_COO_2026_100_2_1045216/COO_2026_100_2_1059635.html

Kein freiheitlicher Rechtsstaat wird auf Dauer die Jungenbeschneidung erlauben und gleichzeitig eine vergleichsweise geringer schädigende oder gleich zerstörerische Form der Mädchenbeschneidung verbieten können.

In der BRD sieht es kinderrechtlich und menschenrechtlich ähnlich schlecht aus wie in der östlichen Alpenrepublik. Das lauthals gefeierte deutsche Gesetz gegen die Mädchenbeschneidung (FGM) § 226a StGB benutzt das Wort Verstümmelung, doch bekennt sich, wiewohl geboten, nicht zum Verstümmelungsbegriff der FGM, nämlich explizit gegen FGM Typ I (Ia und Ib), II, III, IV, weshalb Karl-Peter Ringel mit Kathrin Meyer und vor allem, bis in den Deutschen Juristentag Hannover 2014, Tatjana Hörnle für die Straffreistellung von sogenannten milden oder leichten Formen der Mädchenbeschneidung kämpfen können.

Bundesrepublik Deutschland, Strafgesetzbuch

§ 226a StGB Verstümmelung weiblicher Genitalien

(1) Wer die äußeren Genitalien einer weiblichen Person verstümmelt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

(2) In minder schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen.

Der Begriff Female Genital Mutilation (FGM) wurde 1990 vom Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children (IAC) verwendet und von allen afrikanischen und internationalen Partnerkomitees übernommen. Die hohe Bedeutung der Verwendung des nicht beschönigenden Begriffs Verstümmelung, weibliche Genitalverstümmelung (mutilation, female genital mutilation) und eben nicht weibliche Beschneidung usw. (female circumcision, female genital alteration etc.), betont die fünfzehn Jahre jüngere Erklärung von Bamako / Mali (2005).

DECLARATION: on the Terminology FGM; 6th IAC General Assembly, 4 – 7 April, Bamako

http://www.fgmnetwork.org/gonews.php?subaction=showfull&id=1267315695&ucat=1&template=Headlines&

http://www.taskforcefgm.de/wp-content/uploads/2011/05/Bamako-Declaration.pdf

Noch die geringste Form der Mädchenbeschneidung, gerade die islamische sogenannte milde Sunna, muss verboten bleiben. Das österreichische Islamgesetz ist diesbezüglich ebenso wenig eindeutig wie der deutsche § 226a StGB, was eine FGM Typ Ia oder Typ IV nicht wie geboten eindeutig ausschließt. Beide Gesetze sind nachzubessern.

WHO

Female genital mutilation (FGM) comprises all procedures that involve partial or total removal of the external female genitalia, or other injury to the female genital organs for non-medical reasons.

http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs241/en/

Les mutilations sexuelles féminines recouvrent toutes les interventions incluant l’ablation partielle ou totale des organes génitaux externes de la femme ou toute autre lésion des organes génitaux féminins qui sont pratiquées pour des raisons non médicales.

http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs241/fr/

§ 226a StGB – Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung

Professor Karl-Peter Ringel, M.D. / Ph.D., FRSM

Ass. jur. Kathrin Meyer

[ Seite 70 ]

iii. Zwischenergebnis

Eine Kindeswohlgefährdung kann nach den vorgenannten Ausführungen nur für die sehr extremen Formen der weiblichen Genitalbeschneidung angenommen werden. […]

Anderes gilt jedoch für die weniger eingriffsintensiven Formen der Beschneidung weiblicher Genitalien. Insbesondere die „milde Sunna“ ist als religiös motivierte Beschneidung mit dem positiven Aspekt der Schaffung religiöser Identität verbunden. […]

[ Seiten 88-89 ]

IX. Ergebnis

Die Eltern einer Tochter haben wegen Art. 6 Abs. 2 S. 1 GG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 und Abs. 2 GG das Recht, eine Einwilligung in eine religiös motivierte Vorhautbeschneidung zu erteilen. Die Personensorge umfasst auch das Recht in die medizinisch nicht indizierte Vorhautbeschneidung einer einwilligungsunfähigen Tochter einzuwilligen.

[ Seite 110 ]

Der elterlichen Einwilligung in die Klitorisvorhautbeschneidung kommt von Verfassungswegen – wegen des (religiösen) elterlichen Erziehungsrechts – eine rechtfertigende Wirkung zu. Eine Strafbarkeit der „milden Sunna“ muss bei Vorliegen einer Einwilligung der Eltern und der Einhaltung der entsprechenden Voraussetzungen, wie dem Arztvorbehalt und der Durchführung „nach den Regeln der ärztlichen Kunst“ etc., ausscheiden. Eine Strafbarkeit der „milden Sunna“ als „Verstümmelung weiblicher Genitalien“ i.S.v. § 226a StGB mit dem dort vorgesehenen Strafrahmen ist absolut unverhältnismäßig. Die Einordnung der „milden Sunna“ unter § 226a StGB ist auch mit Blick auf den Täterkreis nicht rechtfertigungsfähig.

http://wcms.uzi.uni-halle.de/download.php?down=33910&elem=2767812

70. Deutscher Juristentag Hannover 2014. Strafrecht

Kultur, Religion, Strafrecht – Neue Herausforderungen in einer pluralistischen Gesell­schaft

Thesen zum Gutachten von Prof. Dr. Tatjana Hörnle, Berlin

Genitalverstümmelung: a) Bei der Auslegung von 226a StGB ist zu beachten, dass nicht alle Veränderungen an weiblichen Genitalien unter verstümmeln zu fassen sind. Dies ist nicht der Fall, wenn der Eingriff mit der Beschneidung von Jungen vergleichbar ist […]. b) Zu empfehlen sind folgende Änderungen: Erstens sollte der Strafrahmen des 226a StGB dem in 226 StGB angeglichen werden. Zweitens ist der Tatbestand geschlechtsneutral zu fassen, indem die Worte einer weiblichen Person durch eines Menschen ersetzt werden.

http://docplayer.org/2600764-Thesen-zum-gutachten-von-prof-dr-tatjana-hoernle-berlin.html

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

465. Kinderrechte sind unantastbar

5. Februar 2017

ختان

ḫitān 

khitan anak laki-laki dan khitan anak perempuan

kadın ve erkek sünneti

FGM oder MGM nach Koran und Sunna

Offener Brief von Edward von Roy an den Deutschen Bundestag

5. Februar 2017

Der Deutsche Bundestag im Januar 2017 und die rituelle Zirkumzision

Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident Lammert, sehr geehrte Damen und Herren Bundestagsabgeordnete,

was wir stets im Gedächtnis behalten sollten. Erstens. In den Sagen oder Schriften der beschneidenden Völker unserer einen, unteilbaren Menschheit wird es angedeutet: Es gab eine Zeit vor der Beschneidung, vor der weiblichen (FGM) bzw. männlichen (MGM) Genitalverstümmelung. Zweitens: Die Kritik an der Beschneidung ist so alt wie die Beschneidung selbst, auch wenn sie, der Gruppendruck gibt es vor, üblicherweise nicht verbalisiert werden darf – die älteren Jungen spüren Angst und Schmerz, das Baby schreit, auch das ist Kritik.

Die Beschneidungskritik der vergangenen Jahrzehnte ist einem hohen Anspruch treu geblieben, um nur einen Namen und ein Ereignis zu nennen: Ashley Montagu geboren als Israel Ehrenberg (1905 – 1999) und das Symposium on Circumcision, 3. März 1989 in Anaheim, Kalifornien, USA.

We recognize the inherent right of all human beings to an intact body. Without religious or racial prejudice, we affirm this basic human right.

We recognize the foreskin, clitoris and labia are normal, functional body parts.

Parents and/or guardians do not have the right to consent to the surgical removal or modification of their children’s normal genitalia.

Physicians and other health-care providers have a responsibility to refuse to remove or mutilate normal body parts.

The only persons who may consent to medically unnecessary procedures upon themselves are the individuals who have reached the age of consent (adulthood), and then only after being fully informed about the risks and benefits of the procedure.

We categorically state that circumcision has unrecognized victims.

In view of the serious physical and psychological consequences that we have witnessed in victims of circumcision, we hereby oppose the performance of a single additional unnecessary foreskin, clitoral, or labial amputation procedure.

We oppose any further studies which involve the performance of circumcision procedures upon unconsenting minors. We support any further studies which involve identification of the effects of circumcision.

Physicians and other health-care providers do have a responsibility to teach hygiene and the care of normal body parts and explain their normal anatomical and physiological development and function throughout life.

We place the medical community on notice that it is being held accountable for misconstruing the scientific database available on human circumcision in the world today.

Physicians who practice routine circumcisions are violating the first maxim of medical practice, Primum non nocere, „First, Do No Harm“, and anyone practicing genital mutilation is violating Article V of the United Nations Universal Declaration of Human Rights: „No one shall be subjected to torture or to cruel, inhuman or degrading treatment.“

(Declaration of the First International Symposium on Circumcision. Adopted by the First International Symposium on Circumcision, Anaheim, California, March 3, 1989.)

Berlin vor zehn Tagen. In Ihrer 128. Sitzung am Donnerstag, dem 26. Januar 2017 behandelten Sie Pet 4-18-07-403 als eine Petition gegen § 1631d BGB Beschneidung des männlichen Kindes, Text der Eingabe: „Mit der Petition wird gefordert, das Beschneidungsgesetz (§ 1631d BGB) abzuschaffen oder zu ändern.“ Der Deutsche Bundestag stellte sie online und ließ sie diskutieren als Petition 65714 Familienrecht – Abschaffung oder Änderung des § 1631d BGB vom 14.05.2016 (Mitzeichnungsfrist: 13.07.2016, Anzahl Mitzeichner: 126, Anzahl Beiträge: 38).

Diese anatomiebezogen vielleicht eher kenntnislose, sich zudem leider auf allzu dürftige Forderungen beschränkende Petition und die vor zehn Tagen im Parlament durchgeführte Abstimmung ohne Aussprache hatten zur Folge, dass die körperbezogenen Fakten, dass die schädlichen Folgen der Jungenbeschneidung, nämlich mit FGM Typ Ib (Klitoridektomie) vergleichbar zu sein (Sorrells et al., Fine-touch pressure thresholds in the adult penis) sowie, belegt in einer Studie aus Dänemark, Ehe und Partnerschaft zu schaden (Morten Frisch et al., Male circumcision and sexual function in men and women) auch im Januar 2017 im Bundestag nicht zu vernehmen waren.

Hingegen hat Sie der Verfasser von § 1631d Verbot der rituellen Genitalmutilation (Pet 4-17-07-451-040847) bereits am 20. Juli 2012 mit einer Petition zusätzlich auf die erheblichen Risiken jeder Jungenbeschneidung, als da sein können Sepsis, Hautbrückenbildung, Verlust des Geschlechtsorgans, Tod, hingewiesen, doch bis zum schwarzen Tag der Kinderrechte, Mittwoch 12. Dezember 2012, kamen im Deutschen Bundestag weder die medizinischen Komplikationen der Zirkumzision angemessen zur Sprache noch wagte man die (mindestens) den Schafiiten als Religionspflicht geltende Chitan al-Inath (ḫitān al-ināṯ, indonesisch sunat perempuan) zu kritisieren oder auch nur anzusprechen, die im Islamischen Recht (Scharia; Fiqh) von der Jungenbeschneidung nicht trennbare weibliche Genitalverstümmelung (FGM).

20. Juli 2012

Pet 4-17-07-451-040847

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, Personensorgeberechtigten jede rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung eines Jungen (Zirkumzision) oder eines Mädchens (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) im Hinblick auf die Verwirklichung der körperlichen Unversehrtheit des Kindes oder Jugendlichen bis zu dessen Volljährigkeit zu untersagen. Um dem Individuum die Option auf ein Leben mit unversehrten Genitalien und mit der Option auf eine selbstgeschriebene Biographie zu ermöglichen, insbesondere im Hinblick auf die Entscheidung, ob eine lebenslange Sexualität mit oder ohne Präputium (Junge) oder Klitorisvorhaut (Mädchen) verwirklicht wird, möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen:

§ 1631d

Verbot der rituellen Genitalmutilation

Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.

Begründung

[…] Rituelle Beschneidung (mindestens) der Klitorisvorhaut gilt der schafiitischen Rechtsschule des sunnitischen Islam als religiös verpflichtend (wadschib) […]

Wir wissen, was im Dezember 2012 geschah. Die kindliche körperliche Unversehrtheit unterlag, die Religion obsiegte. Chronologie Dezember 2012: Am 12. Dezember 2012 nahm der Bundestag in dritter Lesung den Gesetzentwurf der Bundesregierung an (434:100 Stimmen bei 46 Enthaltungen). Der Bundesrat stimmte am 14. Dezember 2012 zu. Verkündung im Bundesgesetzblatt vom 27. Dezember 2012, somit das Gesetz seit dem 28. Dezember 2012 als § 1631d BGB in Kraft.

Den Weg gewiesen hatte Zirkumzisionsversteher Volker Beck:

„Sie dürfen nicht übersehen, dass der Beschneidungsbefehl in der jüdischen Religion und im islamischen Glauben fundamental ist. Die Begründung des Bundes Gottes mit dem Volk Israel und Abraham in Genesis 17 beginnt mit dem Befehl an Abraham, die Kinder des Volkes Israel zu beschneiden, sobald sie acht Tage alt sind. – Da brauchen Sie nicht den Kopf zu schütteln, Frau Kollegin Rupprecht.

Es ist im Rahmen des Grundrechtsausgleichs mit zu erörtern, welchen Stellenwert der Beschneidungsbefehl für diese Religion hat. Und da kommen wir zu dem Ergebnis: Es handelt sich um den ersten Befehl Gottes, der für diese Religion gilt, und er ist das Fundament des Glaubens aller abrahamitischen Religionen. Damit hat er einen sehr hohen Stellenwert. Ein Verbot der Beschneidung jüdischer und muslimischer Kinder würde faktisch bedeuten: Jüdisches Leben und islamisches Leben sind in Deutschland auf Dauer legal so nicht möglich.“

(Plenarprotokoll 17/189)

Drei Tage eher hatte Angela Merkel vor einem Beschneidungsverbot gewarnt: „Wir machen uns ja sonst zur Komiker-Nation“. Für die FGM warb oder wirbt die Bundeskanzlerin nicht, auch nicht für die Sunnabeschneidung, die, sofern praktiziert in Form einer sogenannten milden Sunna, einer FGM aus dem Bereich Typ Ia oder Typ IV, das menschliche Geschlechtsorgan vergleichsweise weniger beschädigt als eine Zirkumzision – selbstverständlich hat in Deutschland auch die geringst invasive Form der Mädchenbeschneidung verboten zu bleiben und grundsätzlich zielt die Sunnabeschneidung der Mädchen, man gehe Scheich Nuh Ha Mim Keller nicht auf den Leim, auf die (Teil)Amputation nicht der Klitorisvorhaut, sondern der Klitoris (baẓr).

Dass Mann und Frau, dass auch Junge und Mädchen nicht ungleich zu behandeln sind, weiß auch jeder Politiker. Allein die Schutzlosstellung einer Geschlechtsklasse jedoch macht den § 1631d BGB verfassungswidrig. Zusätzlich ist die Verletzung des Körpers und erst Recht die Amputation von Körpergewebe nicht in den Begriff des Kindeswohls oder des elterlichen Erziehungsrechts integrierbar, Kind ist Mädchen oder Junge. Der § 1631d BGB ist ein Skandal und muss weg. Er ist übrigens auch elternfeindlich, denn viele jüdische oder muslimische Eltern wären glücklich über ein deutsches Beschneidungsverbot, trauen sich jedoch nicht, ihre Religion öffentlich zu kritisieren oder ihre Verwandten zu enttäuschen.

Januar 2017. Vier Jahre nach Schaffung des kinderfeindlichen Paragraphen 1631d BGB verwundert und empört es, dass Sie, sehr geehrter Herr Bundestagspräsident Lammert, sehr geehrte Damen und Herren Bundestagsabgeordnete, die weltweit nicht nur jedes Jahr, sondern jeden Monat und sogar jede Woche auftretenden, religionsgemeinschaftlich wie elterlich fraglos unerwünschten Zirkumzisionsfolgen (wie Infektion, Nekrose, Hautbrückenbildung, Verlust des Geschlechtsorgans, Tod) erneut ausblenden – Sie alle wurden in den letzten Jahren z. B. durch mich informiert – und hinnehmen: „[D]er Ausschuss hält die geltende Rechtslage für sachgerecht.“

Anl. 2 z. Prot. 18/75

Pet 4-18-07-403

Beschlussempfehlung

Begründung

Mit der Petition wird gefordert, das Beschneidungsgesetz (§ 1631d BGB) abzuschaffen oder zu ändern. […]

Zu diesem Thema liegen dem Petitionsausschuss mehrere Eingaben mit verwandter Zielsetzung vor, die wegen des Sachzusammenhangs einer gemeinsamen parlamentarischen Prüfung unterzogen werden. Es wird um Verständnis gebeten, dass nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im Einzelnen eingegangen werden kann. […]

Der Deutsche Bundestag hatte mit Beschluss vom 19. Juli 2012 (Bundestags-Drucksache 17/10331) die Bundesregierung aufgefordert, […]

[…] Dezember 2012 wurden die Grundrechte der Betroffenen sorgfältig gegeneinander abgewogen […]

[…] sind Eltern in Ausübung des ihnen zustehenden Sorgerechts berechtigt, in eine Beschneidung ihres nicht selbst einsichts- und urteilsfähigen Sohnes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll. Die Regeln der ärztlichen Kunst schließen eine angemessene Schmerzbehandlung ein und erfordern eine umfassende vorherige Aufklärung. Wenn ausnahmsweise das Kindeswohl gefährdet ist, scheidet eine Einwilligung aus.

§ 1631d BGB stellt somit eine ausgewogene Regelung dar, die die Interessen aller Beteiligten in einen angemessenen Ausgleich bringt.

Der Ausschuss hält die geltende Rechtslage für sachgerecht und vermag sich nicht für eine Gesetzesänderung im Sinne der Petition auszusprechen.

Der Petitionsausschuss empfiehlt daher, das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden konnte.

Wo in Sachen Amputation des männlichen Präputiums zu konstatieren wäre: Kindliche genitale Intaktheit 0 %, Elternwunsch bzw. Himmelsbefehl 100 %, da verstecken Sie sich hinter der vor viereinhalb Jahren durchs Parlament gepeitschten Ermächtigungsnorm („mit Beschluss vom 19. Juli 2012“) und spüren zu Beginn des Jahres 2017, sehr anders als manch ein Kind, keine scharfe Klinge, sondern Harmonie: „§ 1631d BGB stellt somit eine ausgewogene Regelung dar, die die Interessen aller Beteiligten in einen angemessenen Ausgleich bringt.“

Wer noch keinen ausgewachsenen Körper geschweige denn Selbstbild und Verstand eines Erwachsenen (Mensch ab 18 Jahre) hat, ein Minderjähriger also, kann, völlig entwicklungs- und altersentsprechend, die umfangreichen und nachteiligen Folgen, die sich aus einer jeden Zirkumzision für Sexualität und Partnerschaft ergeben, noch nicht abschätzen, ist mithin in eine Zirkumzision nicht einwilligungsfähig. Der Petent der Online-Petition 65714 vom 14.05.2016 hingegen gesteht 14 bis 17 Jahre alten männlichen Jugendlichen diese Urteilsfähigkeit pauschal zu und fordert in der Petitionsbegründung lediglich: „dass medizinisch unnötige Beschneidungen erst in einem Alter vorgenommen werden dürfen, in dem die Tragweite dieses Eingriffs von einem Jugendlichen beurteilt werden kann“. Dass sich auch 15 oder 16 Jahre alte Jungen dem erheblichen Gruppenzwang zum Beschnittensein nicht entziehen können, siehe Ritual Ulwaluko der amaXhosa (vgl. Website ulwaluko.co.za – online seit Januar 2014), ist ihm nicht bekannt oder nicht bewusst.

Drucksache 18/10855

Beschlussempfehlung

des Petitionsausschusses (2. Ausschuss)

– Sammelübersicht 400 zu Petitionen –

[ Seite 12 ]

noch Beschlussempfehlung 9

Inhalt der Eingabe: Familienrecht

Zuständige oberste Bundesbehörde: BMJV

Lfd. Nr. 138

Pet 4-18-07-403-032415

Berlin

Lfd. Nr. 139

Pet 4-18-07-403-027327

Geretsried

Lfd. Nr. 140

Pet 4-18-07-403-032760 [ Edward von Roy am 30.10.2016 ]

Mönchengladbach

Als Deutscher Bundestag folgten Sie der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses, das Petitionsverfahren abzuschließen. Sammelübersicht 400 zu Petitionen: „Wer stimmt dafür? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Alle dafür. Angenommen.“

Anl. 2 z. Prot. 18/75: „Wenn ausnahmsweise das Kindeswohl gefährdet ist, scheidet eine Einwilligung aus“. Nein, das Kindeswohl ist nicht nur im seltenen Fall („ausnahmsweise“) gefährdet, sondern stets, weil einerseits, auch bei der Verlagerung in Klinik oder Arztpraxis, sog. Medikalisierung, immer Komplikationen drohen und andererseits Zirkumzision der Verlust von 10.000 bzw. 20.000 Nervenendigungen ist: der sensibelste Teil des männlichen Geschlechtsorgans wird weggeschnitten. Die Penisvorhaut ist mitnichten das sexuell-sensorische Äquivalent zur Klitorisvorhaut. Jede Jungenbeschneidung, richtiger gesagt Genitalverstümmelung, amputiert Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen der Typen Ruffini, Vater-Pacini, Merkel und Meissner und entspricht nicht dem Wegschneiden der Klitorisvorhaut, nicht einer FGM Typ Ia, sondern der wesentlich schwereren Verstümmelung FGM Typ Ib als der Amputation der Klitoris.

Die penilen Strukturen Gefurchtes Band, Frenulum und Frenulares Delta, in einem Wort: die Vorhaut, nicht die Eichel, ist der für leichte Berührung sensibelste Teil des Penis und die Dichte an Rezeptoren ähnelt, im Vergleich mit anderen Körperorganen menschlicher Anatomie, nur Zunge, Lippen, Augenlidern, Handflächen, Fingerspitzen, Brustwarzen und Klitoris. Und im Januar 2017 hält das Parlament und somit das gesetzgebende Organ der Bundesrepublik Deutschland § 1631d BGB für eine „ausgewogene Regelung“ und nennt die geltende Rechtslage „sachgerecht“? Um welche aus sachgerecht zu erschließende Sache bitte geht es? Soviel ist für den Bürger gewiss: Das Kindeswohl ist mit dieser Sache, diesem „sachgerecht“ nicht identisch und der Bundestag täte gut daran, sich auf Artikel 24 der UN-Kinderrechtskonvention zu besinnen, insbesondere auf 24 (3) Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.

Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident Lammert, sehr geehrte Damen und Herren Bundestagsabgeordnete, Sie sind aufgefordert, Ihre viereinhalb Jahre währende Verharmlosung der Zirkumzision zu beenden und die lebenslange Schädigung, die dem Jungen und späteren Mann bei jeder Beschneidung entsteht, nicht länger durch Schweigen zuzudecken. Zu einem faktenbasierten politischen Reden und Handeln gehört ebenso das Nennen der negativen Folgen, die eine Zirkumzision für den Partner hat, nachzulesen in der o. g. dänischen Studie (Male Circumcision and Sexual Function in Men and Women: A Survey-based, Cross-sectional Study in Denmark (Morten Frisch; Morten Lindholm; Morten Grønbæk).

Fazit und Ausblick

Nicht anders als jedes Mädchen hat auch jeder Junge den Anspruch, bis zum Alter von 18 Jahren (Volljährigkeit) ein intaktes Geschlechtsorgan zu besitzen: Keine Beschneidung unter achtzehn! Der Staat muss seiner Schutzpflicht nachkommen, die sich aus GG Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 (Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.) in Verbindung mit GG Artikel 1 Absatz 1 Satz 2 (Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.) ergibt, vgl. BVerfGE 53,30 (57). Die Grundrechte als Abwehrrechte gegen den Staat verpflichten den Staat zunächst v. a. zum Unterlassen rechtswidriger Eingriffe in den Schutzbereich der Grundrechte, darüber hinaus verlangen sie nach der Rspr. des BVerfG auch die vorbeugende Verhinderung drohender Grundrechtsverletzungen durch Dritte oder durch den Staat: Aus dem objektiv-rechtlichen Gehalt des Grundrechts folgt „die Pflicht der staatlichen Organe, sich schützend und fördernd vor die genannten Rechtsgüter zu stellen und sie insbesondere vor rechtswidrigen Eingriffen von Seiten anderer zu bewahren“.

Kinderrechte sind unantastbar.

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

464. 40 Jahre Emma – 40 Jahre Islamschönfärben

29. Januar 2017

آليس شفارتسر

Alice Schwarzer

Böser Islamismus, guter Islam: Die Weltanschauung der Alice Schwarzer

Deutlich anders als der den freiheitlichen Rechtsstaat gefährdende islamverträgliche Feminismus, ein veritabler Unterlegenheitsfeminismus, hat der Gleichheitsfeminismus die weltweite Durchsetzung allgemeiner Menschenrechte einzufordern und das Islamische Recht zurückzuweisen. Das müsste auch für die seit vierzig Jahren bestehende Zeitschrift EMMA und ihre Gründerin gelten – sollte man eigentlich erwarten. Von Jacques Auvergne und Ümmühan Karagözlü.

Mausert sich Deutschlands Oberfeministin zu Deutschlands berühmtester Islamverharmloserin? Am 26. Januar dieses Jahres erfuhr der Leser der Neuen Osnabrücker Zeitung über die EMMA-Gründerin:

„Der Islamismus aber ist eine Ideologie und ein politischer Missbrauch des Islam.“[1]

Das stimmt nicht. Mohammed war aus Sicht seiner Gefolgschaft ebenso wie aus seiner eigenen Sicht beides: der endgültige Prophet einerseits und andererseits Staatsgründer und Feldherr. Mehr Politik geht nicht, das Gerede über einen politischen Islam ist gegenstandslos.

Entsetzt zeigt das Alphaweibchen der deutschen Frauenbewegung auf Niqab und Burka:

„Selbstverständlich bin ich für ein Verbot der Vollverschleierung in Deutschland!“

Die Kölner Burkabekämpferin sagt nichts gegen den religiös verpflichtenden Schleier (Hidschab) – kein Wunder, sie müsste dazu das Islamische Recht kritisieren, die Scharia, den im Jahre 1111 d. g. Z. verstorbenen Imam al-Ghazali und die anderen sunnitischen Ulama (Sg. Alim), alle heutigen Scheiche und Muftis und deren Fatawa (Sg. Fatwa), die schiitischen Mullahs.

Nun sei etwas ausführlicher zitiert, wie Alice Schwarzer jedem Islamkritiker in den Rücken fällt. Die vielfach Preisgekrönte (u. a.; 2004: Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen; 2005: Bundesverdienstkreuz Erster Klasse; 2010: Mercator-Professur der Universität Duisburg-Essen) schießt aus allen Rohren, eher unverdient kriegt sogar die Bundeskanzlerin ihr Fett weg:

„[Merkel] hat die politische Dimension des politisierten Islam nicht begriffen. Sie verwechselt ihn mit dem Islam als Religion. Der Islamismus aber ist eine Ideologie und ein politischer Missbrauch des Islam. Und dabei geht es nicht nur um Terror, das fängt viel früher an.“

Eher schon das Gegenteil ist richtig, denn leider ist auch für Angela Merkel (Der Spiegel 26.09.2012) der Islam pauschal Teil von Deutschland: „Wir sollten da ganz offen sein und sagen: Ja, das ist ein Teil von uns.“

Zurück zur Inhaberin des Monopols auf feministische Berichterstattung:

„Der Islamismus aber ist eine Ideologie und ein politischer Missbrauch des Islam. Und dabei geht es nicht nur um Terror, das fängt viel früher an.“

Soso, es gehe nicht lediglich um islamisch-glaubensbewegten Terrorismus, das Problem fange „viel früher an“?

Genau das tut es, bei Koransure und Hadithvers fängt es an, das universelle Problem, beim Islam fängt es an! Doch über den, siehe weiter unten und im Quellenteil, verliert unsere karrierebewusste Oberemanze kein Wort: „Der Islam ist nicht mein Thema“, „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie etwas über den Islam gesagt“.

Durchaus im Sinne von Deutscher Islamkonferenz und deutschen Islamverbänden bestimmt Frau Schwarzer mit, was hierzulande zu Scharia (Allahs Schöpfungsordnung, der Menschheit vom Himmel angeordnet als Gesetzlichkeit; Islam) und Fiqh (islamische Jurisprudenz; auch Islam) öffentlich gesagt und geschrieben werden darf und was nicht.

„Der Islamismus aber ist eine Ideologie und ein politischer Missbrauch des Islam“, über diese engagierte Verteidigung des Glaubens durch eine europäische Feministin können Darul-Uloom Deoband, Millî-Görüş und die Muslimbruderschaft zufrieden sein.

In den Rücken fällt die Galionsfigur der deutschen Frauenbewegung damit jedem Islamkritiker, allen muslimischen Säkularen und insbesondere den weiblichen Säkularen sowie überhaupt allen der Herrschaft des islamischen Rechts, allen der Herrschaft des Islam unterworfenen Frauen.

Die aus islamischer Sicht überall und jederzeit (ggf. nur bis zum Tag der Auferstehung) gültige Scharia ist menschengemachten Verfassungen und Gesetzesbüchern voranzustellen, der sogenannte Schariavorbehalt; letztlich übersteigt sie das menschliche Verstehen. Den Fiqh hingegen kann man studieren als Allahs gesetzliche Maßgabe; im Laufe der Jahrhunderte ist er durch islamische Eliten kodifiziert worden und als Rechtsschöpfung und Gerichtspraxis anzuwenden. Ob Scharia oder Fiqh: Gruppen von Menschen (Nichtmuslime; Schariaverweigerer; alle Frauen) sind rechtlich herabzustufen, zu diskriminieren. Kompatibel mit den allgemeinen Menschenrechten (AEMR) sind Scharia und Fiqh nicht.

Eine deutsche Frauenrechtsbewegung, die sich nicht an die Scharia und den Fiqh herantraut, sondern vor dem reichlich geisterhaften Islamismus warnt und den mit ihm letztlich (nämlich religiös, theologisch) identischen Islam schönredet, kann nicht viel erreichen und wird allen Frauen, muslimisch oder nichtmuslimisch, schaden.

Beim allgemeinen Islamschönreden ist die EMMA-Gründerin des Jahres 1977 nun wirklich nicht alleine.

Doch hat die Inkarnation des deutschen Feminismus, das fleischgewordene frauenrechtliche Gewissen der Republik, eine hervorgehobene Stellung beim hoch ersehnten Erteilen von Absolution an die über islamische Schleierpflicht (Hidschab), islamische weibliche Beschneidung (FGM), islamische Polygamie sprich Polygynie (mit Talaq und Chul, die Kinder gehören dann stets dem Mann) und islamische Kinderehen (Mädchen heiratsfähig ab neun Jahre) dann doch ein wenig zerknirschten Akteure in Parteien, Presse, Gewerkschaft und Wohlfahrtsverband. Denn leider ist die 74-Jährige die Deutungsinhaberin jeder Frauenfrage, die Monopolistin beim Definieren dessen, was in Deutschland an frauenpolitischen Forderungen erhoben werden muss einerseits und andererseits gefälligst auszureichen hat.[2]

Schleierzwang, Chitan al-Inath (indonesisch sunat perempuan; FGM), Talaq und Chul, Zweitfrau bis Viertfrau zu sein, per Imamehe verheiratetes zwölf oder elf Jahre altes Mädchen und schwangere Kindbraut zu sein, um nur die Spitze des islamischen Eisbergs zu nennen, anders gesagt: die theologisch begründete Biologisierung, Sexualisierung und Erniedrigung der Frau in der Religion von Koran und Sunna, kurz: die religiöse Unterdrückung der Frau – das ist Islam und das ist Gewalt – und keine Form der Gewalt ist privat, eben auch nicht die glaubensgeleitete Gewalt gegen Frauen. Für Alice Schwarzer hingegen, wie wir gleich hören werden, ist diese Glaubenslehre und Religionspraxis so etwas wie individuelle Selbstverwirklichung und in jedem Fall nicht zu diskutieren, kein Politikum: „das ist ein Glaube und das ist Privatsache“. Wir wiederholen: Gewalt ist nie privat.[3]

„Der Islam ist nicht mein Thema“, wie leicht wird man hier sarkastisch. Endlich, wie konnten wir nur über die Scharia etwas Schlechtes denken. Erst der islamrevolutionäre Ruhollah Chomeini war es, der den genuin menschenfreundlichen und insbesondere frauenfreundlichen Islam aus der Form gebracht hat, ihn schier zur Unkenntlichkeit entstellte, eine politisierte Pseudoreligion und Nichtreligion fabrizierend, die jetzt weltweit ein Zerrbild des wahren Islam predigt. Genug des Sarkasmus.

Das angekündigte Zitat findet sich auf Schwarzers persönlichem Internetauftritt.

Alice Schwarzer: „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie etwas über den Islam gesagt. Ich publiziere über das Problem seit 30 Jahren und bei jeder Gelegenheit weise ich darauf hin, dass es mir nicht um den Islam geht – das ist ein Glaube und das ist Privatsache –, sondern ausschließlich um den politisierten Islam, der seinen Anfang genommen hat mit Chomeini im Iran 1979 und der seither einen Siegeszug durch die Welt antritt. Ich kritisiere die Islamisten, diese Sorte Muslime, für die die Scharia über dem Gesetz steht und die Frau unter dem Mann. Wir sollten fein unterscheiden zwischen Islam und Islamisten und endlich in Deutschland etwas tun gegen die Islamisten.“[4]

40 Jahre nach Gründung ihrer Zeitschrift sieht Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer „ganz neue Probleme“ für den Feminismus, etwa den „politisierten Islam, in dem die Frauen völlig entrechtet sind“. Entstanden sei dieses Problem nicht erst durch die Flüchtlingsbewegung der letzten Monate. „Wir haben eigentlich seit 30 Jahren in den muslimischen Communities eine offensive Agitation der Islamisten“, so Schwarzer.[5]

„Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie etwas über den Islam gesagt“ – aber das ist ja das Schlimme.

Denn: Nein Frau Schwarzer, nicht der politische Islam oder das Politikern und Mainstream-Medien zur Verharmlosung des hanbalitischen Fiqh (sunnitischer Islam; Islam) so willkommene Schreckgespenst Wahhabismus oder der sogenannte Salafismus (auch Islam), nicht der Islamismus den es gar nicht gibt, sondern das islamische Recht – himmlisch gegeben als die Scharia, irdisch anzuwenden als der Fiqh – wird immer die Frau, den Nichtmuslim und den schuldhaft Pflichtvergessenen, den bewussten Schariaverweigerer benachteiligen, demütigen und körperlich wie seelisch quälen. Ihn schmerzhaft bestrafen in Dunya und Achira, im Diesseits und im Jenseits.

Die jeden Lebensbereich regelnde sowie nach Überwindung aller nichtislamischen Gesetze und Verhaltensweisen strebende Scharia ist es, die in eine freiheitliche Demokratie nicht integriert werden kann, die ihrem Wesen gemäß nach Kohärenz, nach Totalität strebende Scharia.

Das eher noch etwas ungeregelte, dem Kalifat oder Imamat zeitlich vorausgehende islamische Erschrecken (Koran 8:12 I will cast terror into the hearts of those who disbelieved. In die Herzen der Ungläubigen werde Ich Schrecken werfen), das Faustrecht nämlich von Taharrusch dschamai bis Terrorismus, bereite der rechten Seinsweise (Din) den Weg und weiche auf längere Sicht der korantreu geregelten Souveränität, der Herrschaft Allahs, seiner Hakimiyya.

Die Islamisierung eines Landes ist die Islamisierung des Rechts: Paragraph für Paragraph werde islamtauglich, schariakompatibel. Dieser Prozess, sofern nicht abgestoppt, muss die unverhandelbaren Menschenrechte (AEMR) und auch das AEMR-basierte deutsche Grundgesetz heute ironisieren und morgen kaputtmachen.

Die Vorgehensweise der großen Islamschönfärberin aus Köln trägt dazu bei, das Leid anderer zuzulassen, vor allem das Leid anderer Frauen. Wer hingegen für die Frauenrechte als Teil der allgemeinen Menschenrechte wirklich etwas erreichen will, erkennt und fordert: Die Scharia, der Islam muss weg aus dem Recht.

Und zwar weltweit, auch im sogenannten Orient, denn Menschenrechte – und dazu gehören die Frauenrechte – sind eben gerade nicht westlich, nicht okzidental, sondern entweder universell … oder sie sind gar nicht.

Jacques Auvergne und Ümmühan Karagözlü

Q u e l l e n

[1] „Merkel hat die politische Dimension des Islamismus nicht begriffen“. Ein Artikel von Marion Trimborn. Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) 26.01.2017

http://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/840359/merkel-hat-die-politische-dimension-des-islamismus-nicht-begriffen

[2] Nun, man habe die Frage nicht nötig: „Und wo lassen sie denken?“

Cicero „Frauen-Ranking 2008“ Platz Zwei: Alice Schwarzer

https://web.archive.org/web/20080526070740/http://www.rankaholics.de/w/die+einflussreichsten+intellektuellen+frauen+2008_1784

Cicero-Rangliste 2012: Wer dringt durch? Wer wird gehört?

Feministin Alice Schwarzer steht auf Platz vier und ist damit die Frau mit der höchsten öffentlichen Deutungsmacht.

http://cicero.de/berliner-republik/liste-der-500-guenter-grass-und-alice-schwarzer-spitze/52978

[3] Gewalt ist nie privat

https://www.frankfurt.de/sixcms/media.php/738/Flyer%20Rosenstrasse%20Sossenheim%202016.pdf

http://www.strohhalm-ev.de/kunde/pdf/1/25_6_07.pdf

http://frauenportal.koeln/cms/news/article.php?storyid=37

http://www.gew.de/fileadmin/media/publikationen/hv/Zeitschriften/Erziehung_und_Wissenschaft/2016/EW_03_2016_web.pdf

https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument?Id=MMD16%2F1084%7C1%7C0

[4] „Der Islam ist nicht mein Thema“ | ALICE SCHWARZER 17.05.2016

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/der-islam-ist-nicht-mein-thema-332543

[5] Bayerischer Rundfunk 26.01.2017

Alice Schwarzer: „Dem politisierten Islam etwas entgegensetzen“ Zum 40. Geburtstag der Zeitschrift Emma betont Herausgeberin Alice Schwarzer, welche neuen Probleme ihrer Meinung nach den Feminismus umtreiben. Dazu gehöre auch der „politisierte Islam“, so Schwarzer in der radioWelt auf Bayern 2.

http://www.br.de/radio/bayern2/politik/radiowelt/alice-schwarzer-40-jahre-emma-100~amp.html

456. Mina Ahadi an Lamya Kaddor

13. Oktober 2016

Frau Kaddor, Chomeini war nicht mein Onkel

Warum die freiheitliche Demokratie Islamkritik benötigt und Kritiker dieser Religion nicht pauschal als Rassisten bzw. als deren Vordenker zu etikettieren sind. Eine Entgegnung zu Gastautorin Lamya Kaddor (Wir müssen endlich über unser Rassismusproblem sprechen; Huffington Post Blog am 04.10.2016).

Von Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime.

Auch Ali Chamenei und Ali Laridschani haben meines Wissens nach keine familiären Beziehungen zu mir. Auch nicht der Richter, der meinen Mann zum Tode verurteilt und derjenige, der ihn dann hingerichtet hat. Auch hatten die zehntausenden politischen Häftlinge, die in den 1980ern ermordet wurden, wohl kaum schlechte familiäre Erfahrungen mit ihren Mördern. Ebenso wenig hatten Shahla Jahed, Reyhane Jabbari und die zahllosen anderen Hingerichteten schlechte familiäre Erfahrungen. Es ist vielmehr so, dass die Familien oftmals die beste und einzige Unterstützung dieser Menschen waren. Und wissen Sie, was Chomeini, Laridschani, Chamenei und all die anderen der mörderischen Machthaber und deren Handlanger gemein haben? Ja, sie alle handeln im Namen des Islam und befolgen die Gebote der Scharia. Und sie haben die Staatsmacht. Die Frauen, die nach 1979 gezwungen wurden, entweder das Kopftuch zu tragen oder ihren Kopf eingeschlagen zu bekommen (ein Slogan des islamischen Regimes) hatten keine schlechten Familienerfahrung, die sie dann zu Rassisten oder sonst was gemacht haben. Sie alle haben schlechte Erfahrung mit dem politischen Islam gehabt. Sehr schlechte, tödliche Erfahrungen. Und wie man sehr gut sehen kann, geht das auch heute noch weiter und natürlich nicht nur im Iran.

Überhaupt, mich in einem Artikel mit einem ‚Wegweiser‘ für rassistische Tendenzen in Verbindung zu bringen, ist schon allerhand und zeugt von Ihrer totalen Intoleranz gegenüber der Islamkritik. Sie glauben, man könne schön backe backe Kuchen mit Ihrer Religion spielen, wenngleich Sie mit ihrem ‚Liberal-Islam‘ jemand wären, der in einem islamischen Land in große Schwierigkeiten geraten würde. Oder glauben Sie, dass Sie etwa im Kalifat des IS so wie jetzt weitermachen und frei reden dürften und Preise bekommen würden? Sie genießen die Freiheit hier z. B. kein Kopftuch tragen zu müssen, wollen aber wohl nicht sehen, dass es nicht ihre Religion ist, die Ihnen das erlaubt, sondern die Freiheit und der Säkularismus, die sie hier genießen und die sich die Menschen sehr hart erkämpft haben. Vielleicht leben Sie auch immer noch in einer Traumwelt und haben nicht mitgekriegt, wie etwa ausländische Gelder hierzulande gezielt in religiöse Organisationen fließen. Oder vielleicht passt Ihnen das ja ganz gut ins Konzept. Es scheint, dass für Sie die deutschen Probleme mit der Integration sich auf die Rassisten beschränken, deren menschenfeindliche Äußerungen Sie, Frau Kaddor, dann mit Religionskritik gleichsetzen. Derartige Ignoranz braut schlimme Sachen zusammen, nicht die Religionskritik.

Zu meinen angeblichen ‚schlechten Erfahrungen‘ mit meiner Familie: Als ich mich von der Religion abkehrte und meinen Tschador ablegte, hat meine Mutter, eine gläubige Muslimin, nur mit den Achseln gezuckt und gesagt: „So sind die jungen Menschen heutzutage nun mal“, und das war in den 1970ern. Ich konnte den Tschador ja gerade deshalb ablegen, weil sich meine Familie nicht dagegen stellte und es NOCH keine islamische Diktatur im Iran gab. Mich heute mit deutschen Rassisten in einen Topf zu werfen, weil ich islamkritisch geblieben bin, ist wirklich absurd.

Aber leider ist es in Deutschland ja nun mal so, dass gesellschaftliche Probleme nicht mehr ausschließlich mit Vernunft und Nachvollziehbarkeit, sondern auch mit organisierter Religion, Moscheebau und elitären Preisverleihungen gelöst werden sollen und vor allem die Integration des Islam eine Art Staatsdoktrin geworden ist. So geben sich Politiker und Meinungsmacher alle Mühe, in der Bevölkerung immer noch mehr Sehnsucht nach menschenfreundlichen Religionsgemeinschaften und insbesondere nach einem mit dem Grundgesetz verträglichen Islam zu wecken.

Zum erfolgreichen Bewältigen aller deutschen Integrationsprobleme bietet sich seit zehn Jahren dann Ihre Person an, sozusagen als die Retterin in der Not, und Sie werden als „liberale Muslima“ (Deutschlandfunk am 29.09.2016) gefeiert, als „eine der wichtigsten Vertreterinnen des liberalen Islam in Deutschland (The European, 21.02.2015) bzw. als „Deutschlands bekannteste Vertreterin eines sanften Islam“ (Spiegel online, 01.10.2016) gelobt oder werden allen Ernstes zur islamwissenschaftlichen Spitzenfachkraft erklärt: „Lamya Kaddor ist eine der führenden modernen Islamwissenschaftlerinnen Deutschlands“ (SWR, 18.09.2013). Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, schwärmt über Ihren Religionsunterricht: „Die Stadt und die Landesregierung müssten stolz darauf sein, dass es in Dinslaken solch einen Unterricht gibt und für dieses vorbildhafte Modell werben […] In Dinslaken ist man mit dieser Form des Islamunterrichts weiter als in großen Teilen der Bundesrepublik“ (RP, 16.06.2016).

Hastig überreicht man Ihnen in diesen Jahren einen Integrationspreis nach dem anderen. Sie werden gerne als „Religionspädagogin“ vorgestellt (Deutschlandfunk, 29.09.2016), besitzen Sie doch eine Lehrbefugnis des streng an der Scharia orientierten Beirats für den islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen (Kaddor auf ihrer Homepage).

Wie auch immer, als deutscher Politiker sucht man den guten Islam oder wenigstens das Gute im Islam und da scheint „Allahs kluge Lehrerin“ (3sat, 2008), die weder Hidschab noch Kopftuch trägt, als bestens geeignetes Vorbild für die Jugend. Ihre radikalislamischen Andeutungen und Nebensätze überhört man wohl gerne dabei.

Auch 2016 redeten Sie am Thema Islam vorbei. Statt die Entwürdigung der Frau im islamischen Recht anzuprangern und die weltweite Durchsetzung der AEMR zu fordern, also auch in Syrien, Saudi-Arabien, Pakistan, Afghanistan oder im Iran, zeigen Sie empört auf Deutschland, auf deutsche Fremdenfeinde und deutsche Vertreter von rassistischem Gruppenchauvinismus. Grundsätzlich ist Rassismus Menschenfeindlichkeit und daher zu überwinden.

Sie sind eine für angebliche Integrationserfolge preisgekrönte Islamlehrerin, reden aber ungerührt von Menschengruppen. Menschenrechtsuniversalismus (AEMR) ebenso wie kulturelle Moderne jedoch untersucht die eine unteilbare Menschheit und gerade keine voneinander abzusondernden Gruppen von Menschen. Solange es um die (sogenannten) Muslime geht, die aus Ihrer Sicht offensichtlich unter besonderen Schutz zu stellen sind, haben Sie gegen Gruppen nichts einzuwenden. Für die weltweit vorkommenden Ex-Muslime machen Sie allerdings gar nichts.

Dass alle islamisch geprägten Staatsverfassungen, dass die Schariagesetze selbst gruppenchauvinistisch sind, nämlich die Nichtmuslime sowie jede Frau religiös begründet herabsetzen, erfährt der Leser der Huffington Post am 04. Oktober 2016 nicht.

Sie beklagen Deutschlands Rassismus. Nein Frau Kaddor, ein Islamkritiker ist nicht pauschal ein Rassist oder dessen Motivgeber (Kaddor: „Wegweiser“). In einer freiheitlichen Demokratie verhält es sich anders als in islamisch geprägten Rechtssystemen, hierzulande verliert niemand seine Bürgerrechte, der die Religion kritisiert. Auch ist der Mensch, das bedeutet jede Frau und jeder Mann, durchaus kein so sehr komplexes Wesen, dass wir ihm nur die Wertedebatte von Multikulturalismus oder Kulturrelativismus und eben nicht die Standards der AEMR und die Rechte des GG zumuten könnten.

Niemand auf der Welt ist ein derart unverständliches (Kaddor: „komplexes“) Wesen, als dass er kein Recht habe auf seine Abkehr von jenen menschenfeindlichen Verfassungen und von ihnen abgeleiteten Gesetzen, welche der Frau den Hidschab aufzwingen (Stellungnahme der DITIB zum Lehrerinnenkopftuch: „religiöses Gebot definitiver Qualität“, BverfG, Beschluss vom 27. Januar 2015 – 1 BvR 471/10), jeden Islamapostaten mit dem Tod bedrohen und die auch jeden Islamkritiker anklagen und ihn damit, etwa im Iran, regelmäßig zum Tod verurteilen aufgrund von Straftaten der Scharia wie Verderbenstiften auf Erden (Mofsed-e-filarz) oder Krieg gegen Gott und seinen Gesandten (Moharebeh).

Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam (CDHRI, Kairo 1990) ist der totalitäre Gegenentwurf zu den universellen Menschenrechten (AEMR, Paris 10.12.1948). Unser Grundgesetz (23.05.1949) beruht auf der AEMR. Ob Sie als fromme Gegenaufklärerin („Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“) und Religionslehrerin aus Dinslaken in Ihrem neuesten Buch (Die Zerreißprobe: Wie die Angst vor dem Fremden unsere Demokratie bedroht) sich unzweideutig von der menschenfeindlichen und insbesondere frauenfeindlichen CDHRI distanzieren, erfährt der Leser der Huffington Post nicht.

Sie erklären sowohl Ayaan Hirsi Ali als auch mich als Ideenlieferant und Motivationsgeber („Wegweiser“) für deutsche rassistische Einstellungen:

„Personen wie etwa Ayaan Hirsi Ali, Mina Ahadi oder andere haben in ihrem Leben schreckliche Erfahrungen mit der eigenen Familie oder dem eigenen familiären Umfeld gemacht. Hirsi Ali und Ahadi machen dafür ‚die‘ Religion verantwortlich – und mithin diejenigen, die dieser Religion anhängen. Solche Vorlagen sind wiederum Wegweiser für andere Menschen. Menschen, die selbst gar keine schlechten Erfahrungen mit ‚Fremden‘ gemacht haben, aber trotzdem zu Rassisten oder Fremdenfeinden geworden sind.“

Als ob allgemein religionskritische oder speziell islamkritische Menschen keine überzeugenden Argumente hätten, sondern lediglich schlimme Erlebnisse („schreckliche Erfahrungen mit der eigenen Familie“). Als ob der Islamrevolutionär von 1979 Ayatollah Chomeini seine Religion völlig falsch verstanden hätte. Nein, für die Todesurteile des iranischen Regimes zwischen 1979 und heute sind die iranischen Mullahs verantwortlich und als der Blogger Raif Badawi am 7. Mai 2014 durch das Strafgericht in Dschidda zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt wurde, geschah das ganz in Übereinstimmung mit der islamischen Staatsverfassung und dem der Scharia gehorchenden Strafrecht Saudi-Arabiens.

Dass 1980 der iranische Geheimdienst VEVAK meine Wohnung durchsuchte, meinen damaligen Mann und fünf Gäste festnahm, die alle kurz darauf hingerichtet wurden, hat sehr wohl auch mit Religion und Islam zu tun. Dass ich anschließend gesucht und später zum Tod verurteilt wurde, hat ebenfalls sehr viel mit Religion zu tun, mit dem Islam und den religiösen Gesetzen des Iran nach 1979.

Sie führen den Leser in die Irre durch die Gleichsetzung („mithin“) von Glaubensdoktrin („Religion“) und Glaubensgemeinschaft („diejenigen, die […] anhängen“), ein gezieltes Verwirbeln der Begriffe Islam und Muslime („Hirsi Ali und Ahadi machen dafür ‚die‘ Religion verantwortlich – und mithin diejenigen, die dieser Religion anhängen“). Für unmenschliche islamische Gesetze und Gerichtsurteile sind nur die der jeweiligen Regierungsmacht nahestehenden Eliten und keineswegs die muslimischen Säkularen oder auch die muslimischen Machtlosen bzw. vom islamischen Gruppenzwang Eingeschüchterten verantwortlich. Ihr kalkuliertes Vermischen von Islam und Muslime entspricht der Strategie der Islamschönredner mit dem Ziel, jeden gründlichen Islamkritiker in die Schmuddelecke der Rassisten und ihrer Ideengeber (Kaddor: „Wegweiser“) zu rücken.

Immer wieder gibt die deutsche Presse und leider auch dieses Blatt den Verharmlosern von Islam und Scharia die Gelegenheit zur Desinformation in Bezug auf das totalitäre und insbesondere frauenfeindliche islamische Recht. Am 04.04.2016 („Scharia ist mit dem Grundgesetz vereinbar“) durfte Gastautor Mubarez Mumtaz in der Huffington Post schreiben:

„Die Scharia beschreibt […] die einfachen Prinzipien der Ethik und Moral, um ein friedliches gesellschaftliches Zusammenleben zu ermöglichen. […] In jeder Hinsicht ist die Scharia mit dem Grundgesetz vereinbar. […] Der Islam ist eine Religion des Friedens, der Toleranz, der Nächstenliebe. Er lehrt nicht nur Toleranz gegenüber anderen Religionen, sondern zeigt auch Wege auf, wie zwischen allen Völkern, unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit, ein friedliches Miteinander geschaffen werden kann.“

Es fällt schwer, hier nicht sarkastisch zu werden, denn nur wenn man die rechtliche Herabsetzung jedes Ex-Muslims oder eines Nichtmuslims (darf von einem Muslim nichts erben, darf ohne Konversion zum Islam als Mann keine Muslima heiraten) als „friedliches Miteinander“ verkaufen und die Entwürdigung jeder muslimischen Frau als „friedliches gesellschaftliches Zusammenleben“ verbuchen will, stimmt der Satz des Gastautors. Der muslimische Ehemann kann seine Frau ohne Angabe von Gründen verstoßen, wenn sie sich jedoch von ihm trennt, verliert sie das Sorgerecht über ihre Kinder. Nein liebe Huffington Post, die Scharia ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.

Statt sich vom islamischen Recht zu distanzieren, fordern Sie, Frau Kaddor, nun die Einschränkung oder zumindest Neudefinition von Artikel 5 des Grundgesetzes, denn es gebe für alle Menschen in Deutschland Anlass, „dass wir uns über die Grenzen der Meinungsfreiheit Gedanken machen“ (WAZ vom 06.10.2016).

Im Jahre 2011 erhielten Sie als Mitbegründerin und damalige erste Vorsitzende des Liberal-Islamischen-Bundes die Integrationsmedaille, aber leider warben Sie nicht für die AEMR, sondern malten den Kulturrelativismus und Multikulturalismus schön:

„Integration bedeutet für mich eine Bewegung unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen zu einander hin. Sowohl die Mehrheitsgesellschaft als auch die Minderheitengruppen müssen sich um ein friedliches und konstruktives Miteinander bemühen. Dabei müssen beide Seiten offen für Veränderungen sein.“

Nein, wir haben die Gleichberechtigung von Mann und Frau durchzusetzen (Staatsziel) und auch daher die Menschen in Deutschland in keiner Weise in Gruppen aufzuteilen, also auch nicht in „Mehrheitsgesellschaft“ und „Minderheitengruppen“. Deutschland hat vielmehr zu gewährleisten, dass Menschen jederzeit ihre Religion wechseln und auch ohne Religion leben können. Auch Sie Frau Kaddor, die Preis um Preis erhalten haben, sollten öffentlich fordern, dass alle Menschen beispielsweise auch den Islam verlassen können. Und wie flexibel („offen“) sollen die von Ihnen beschworenen antagonistischen Kollektive („beide Seiten“) eigentlich sein? Pauschal ist Offenheit ganz und gar nicht zu empfehlen, wie es der österreichische Schriftsteller und Kabarettist Christian Wallner auf den Punkt brachte: „Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein“.

Bei der Bundesregierung (Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, seit Dezember 2013 ist Aydan Özoğuz Nachfolgerin von Maria Böhmer) erfährt man, was Sie vor fünf Jahren unter Integration verstanden:

„Man muss sich bewusst werden, wer man wirklich ist. Einerseits gibt es eine Herkunftskultur, die es zu pflegen lohnt, und andererseits gibt es eine Gegenwartskultur, die ebenso zu pflegen ist. Beides muss in Einklang gebracht werden. Wichtig dabei ist nur, dass man sich dem – oft von außen aufgedrängten – Druck entzieht, sich für das eine oder andere entscheiden zu müssen. Es ist ein Fehler, Menschen, denen zwei Herzen in der Brust schlagen, zu zwingen, eines davon herauszureißen.“

Nicht ganz, denn die Scharia ist keine Folklore und der islamische Unterlegenheitsfeminismus keine Gleichberechtigung von Mann und Frau, nur das Letztgenannte aber ist richtigerweise deutsches Staatsziel. Abgesehen davon, dass es einzelne Menschen gibt und geben darf, die ihre Herkunftskultur ablehnen und das auch öffentlich sagen und begründen. Wen hingegen als Einwanderer nach Deutschland oder auch als deutscher Konvertit zum Islam die persönliche – keineswegs angeborene – gespaltene oder auch verdoppelte Identität (Kaddor: „zwei Herzen in der Brust“) derart plagt, dass er hierzulande nach einem rein literalistischen Verständnis von Koran und Hadith leben will, also etwa der Tochter nur das halbe Erbe zugesteht und von ihr ab der Pubertät das Tragen des Schleiers verlangt, von dem kann der an seiner Abschaffung nicht interessierte freiheitliche Rechtsstaat sehr wohl erwarten, einen Teil seines Selbstverständnisses abzulegen (Kaddor: „herauszureißen“), sobald die Grundrechte anderer berührt sind.

Seit 1994 heißt es in Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes:

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Für Frauen bedeutet das in Art. 3 (2) GG Garantierte, nämlich die „Beseitigung bestehender Nachteile“, auch die Verhinderung des islamischen Tugendterrors, der islamischen Gesellschaftsordnung und des islamischen Rechts und meint, kurz gesagt, auch die Verhinderung einer Geltung der Vorschriften der Scharia in Deutschland. Das zu sagen ist kein Rassismus.

Die deutsche Politik will nicht wahrhaben, dass spätestens seit Hasan al-Banna in Ägypten (Gründer der Muslimbruderschaft (MB)), Maududi in Indien bzw. Pakistan, Sayyid Qutb (Ägypten, MB) sowie zuletzt seit 1979 durch Chomeini im Iran eine global vernetzte islamische Bewegung an der Verächtlichmachung der säkularen Idee und an der Abschaffung der säkularen Staaten arbeitet.

Irgendwo zwischen Islamverharmlosern und Islamradikalen kämpfen auch Sie, Frau Kaddor, bewusst oder unbewusst, für mehr Religion und mehr Islam und Scharia in Deutschland.

Mina Ahadi

Q u e l l e n

Offener Brief an Lamya Kaddor, auf der Homepage des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE)

http://exmuslime.com/frau-kaddor-khomeini-war-nicht-mein-onkel/

http://exmuslime.com/

Ebenfalls zu lesen auf dem Facebook-Account des ZdE

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1113373262045568&id=486839381365629&substory_index=0

https://www.facebook.com/Zentralrat-der-Ex-Muslime-Deutschland-486839381365629/

455. Freiburger Deklaration

28. September 2016

Kein liberaler Islam in Sicht

Statt auf dem weltweiten Durchsetzen universeller Menschenrechte zu beharren und, damit, Schariagehorsam und Schariagesetze zurückzuweisen, entwirft man die soundsovielte angebliche Islamreform. 2016 wird der Islam reformiert vom Abteilungsleiter für Islamische Theologie / Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg als dem Initiator der Freiburger Deklaration Abdel-Hakim Ourghi (Deutschland) sowie von Dr. Amer Albayati (Österreich), Saïda Keller-Messahli (Schweiz), Dr. Elham Manea (Schweiz) und Ali Ertan Toprak (Deutschland).

Zu den muslimischen Erstunterzeichnern gehört Lale Akgün (Aufstand der Kopftuchmädchen; vgl. Sägefisch 343. Lale Akgün und der Liberale Islam), einst Politikerin (SPD) und nun Leiterin einer in der NRW-Staatskanzlei angesiedelten Kompetenzstelle. Schon im Mai 2013 hatte sich Akgün im Rahmen der Kritischen Islamkonferenz 2013 für die Gründung eines Verbandes liberaler Muslime eingesetzt. Warum das auch 2016 nichts wird mit der Islamreform und die am Thema Islam vorbeiredende Freiburger Deklaration keine Unterstützung verdient, erzählt Jacques Auvergne.

Vor 60 Jahren wurde die Islamische Republik ausgerufen, das 1956 von allem Nichtislamischen befreite „Land der Reinen“, Pakistan. Wie in allen vom Islam geprägten sprich vom Islam beherrschten Staaten haben sich auch alle pakistanischen Gesetze im Einklang mit der Scharia zu befinden, darf kein Paragraph Koran und Sunna (anglis. sunnah) zuwiderlaufen:

The Constitution of Pakistan, Part IX: 227 (1) All existing laws shall be brought in conformity with the Injunctions of Islam as laid down in the Holy Quran and Sunnah, in this Part referred to as the Injunctions of Islam, and no law shall be enacted which is repugnant to such Injunctions.[1]

Pakistanwerdung als Schariatisierung (Islamisierung) des Territoriums, von Pakistan nach Deutschland. Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) gründet sich auf Koran und Sunna unverhandelbar plus eine situationsbezogen (vgl. Freiburger Deklaration, s. u.: „immer wieder neu zu überdenken, weiterzuentwickeln und sie in Einklang mit der Lebensrealität zu bringen“) abzuschmeckende Prise Grundgesetz. Geschäftsordnung in der Fassung vom 28.03.2007:

„Koran und Sunna des Propheten Mohammed bilden die Grundlagen des Koordinationsrats. Dieser Grundsatz darf auch durch Änderungen dieser Geschäftsordnung nicht aufgegeben oder verändert werden.“[2]

Menschenrechtsuniversalisten denken über und träumen von der global verwirklichten AEMR, geboten sorgsam arbeitende Journalisten, Aufklärungshumanisten und Pädagogen denken und träumen von Presse, Universität und Schule ohne religiöse namentlich islamische Zensur. Die deutsche Pressezensur indessen ist derart weit gediehen, dass die Grundrechtswidrigkeit von Scharia (Islam) und Fiqh (auch Islam), dass überhaupt islambezogene Fakten wie Zwang zum Hidschab, neunjährige Kindbraut und schafiitische (islamische) verpflichtende FGM allenfalls verharmlost und aufgehübscht zur Sprache kommen dürfen. Bereits das Wort Scharia fällt in den Parlamenten, wenn überhaupt, kalkuliert verzerrt sowie auf dem einer freiheitlichen Demokratie unangemessenen Niveau von angestrengter Geistlosigkeit. Und darum geht es der globalen Schariabewegung und ihren Komplizen, statt zu denken darf der werdende Untertan träumen.

Wir träumen von einer Islamreform.

Anders als im Kalifat sind im freiheitlichen Rechtsstaat auch Muslime gerade keine Sorte Mensch. Nicht als Weltbürger soll sich der Angehörige der Spezies Muslim empfinden und verstehen, geht es nach der Freiburger Deklaration, die ohne rot zu werden von der „europäischen Kultur“ schwärmt und die irgendeiner ebenso wenig definierten „Moderne“ huldigt:

Von einer Aufklärung, aus der eine muslimische Gemeinschaft erwächst, die sich als integralen Bestandteil der europäischen Gesellschaft sehen will, die offen und neugierig gegenüber ihren Mitmenschen, der europäischen Kultur und den Herausforderungen der Moderne ist.

Weltbürgertum und Wissenschaftlichkeit waren gestern? Und sind Pierre Vogel oder Tariq Ramadan denn etwa nicht „offen und neugierig“? Im Übrigen ist die AEMR, um die es hätte gehen müssen, nicht nur in der „europäischen Gesellschaft“ gültig oder für diese entworfen, sondern global.

Wir träumen von einer muslimischen Gemeinschaft, die Frieden, Toleranz und Nächstenliebe predigt und lebt, die Gleichberechtigung predigt und lebt, die Respekt vor anderen Religionen und anders denkenden Menschen predigt und lebt.

Das hätte Fethullah Gülen nicht schöner sagen können. Unser Nein zu einer Hochachtung („Respekt“) vor dem Chitan al-inath (indones. sunat perempuan) als der islamischen FGM wie auch vor der Jungenbeschneidung, ganz und gar keine Duldung („Toleranz“) der Verheiratung neunjähriger Mädchen.

Wir träumen von einer muslimischen Gemeinschaft, die alle Formen der individuellen Persönlichkeitsentfaltung respektiert und schützt, die alle Formen der individuellen Lebensgestaltung respektiert und schützt, die alle Formen des Miteinanders und alle Lebensformen respektiert und schützt.

Antrag abgelehnt, denn dann – „alle Formen“, steht da! – müssten wir ja auch den authentischen Muslim Lifestyle („Lebensgestaltung“) mit Zwang zum Hidschab oder Zweit- bis Viertfrau toll finden. „Alle Lebensformen“ „respektieren“ und integrieren alles, eben auch das Islamische Recht.

Der Islam sieht den Glauben durchaus auch als eine sehr persönliche Sache zwischen dem Einzelnen und Allahgott, schlimmstenfalls brennt der Missetäter auf Dauer im Feuer.

Wir träumen von einer muslimischen Gemeinschaft, die den Glauben als eine persönliche Angelegenheit zwischen Gott und dem Einzelnen sieht, die sich nicht davor scheut, ihre Religion kritisch zu hinterfragen und ihre Positionen immer wieder neu zu überdenken, weiterzuentwickeln und sie in Einklang mit der Lebensrealität zu bringen.

Jeder Muslimbruder fordert sinngemäß dazu auf, islamstrategische „Positionen immer wieder neu zu überdenken, weiterzuentwickeln und sie in Einklang mit der Lebensrealität zu bringen“.

Wir Bürger benötigen und fordern Rechtssicherheit, keine „Werte“.

Unsere Werte

Man beachte das Wort Kontext auch in der Freiburger Deklaration. ECFR-Scheich Mustafa Cerić (The challenge of a single Muslim authority in Europe) schreibt context (in the context of its time and space).

Wir stehen für ein humanistisches, modernes und aufgeklärtes Islamverständnis im zeitgemäßen Kontext und verstehen uns selbst als säkulare Musliminnen und Muslime.

Über die Scharia hatte der dem Muslimbruder-Cheftheologen Yusuf al-Qaradawi unterstehende Scheich aus Bosnien gesagt: „[The sharı’a] is the perpetual principle on the basis of which each and every generation of Muslims has the right and the duty to make judgments about good and evil, right and wrong, in the context of its time and space in accordance with its own experience.“[3]

2016 als Reformmuslim ohne nähere Bestimmung humanistisch oder modern zu sagen reicht nicht, auch die DDR beispielsweise, Heinrich Deiters, sprach vom realen Humanismus. Und auch die Muslimbruderschaft hält sich selbst für ausgesprochen modern. Die laut Allahs Rede (Koran) bis zum Tage der Auferstehung gültige Scharia selber ist zeitlos, die Forderung nach aktualisiertem Schariaverständnis („modernes […] Islamverständnis“) geht entweder ins Leere oder entspricht gerade dem auf Erden in Zeit und Raum (time and space, Cerić) mehr und mehr totalitär aufzuspannenden Fiqh (schariakonformes Gesetzschaffen und Gerichtswesen) der durchzusetzenden Herrschaft Allahs.

Unserem Koranverständnis nach beruht der Glaube auf der ganz persönlichen und individuellen Beziehung des Einzelnen zu Gott. Der Glaube stellt eine Quelle dar für Spiritualität, Resilienz und innere Stärke.

Das gibt Geduld (ṣabr) auf dem Weg zum Sieg. Auch der Glaubenskampf (Dschihad) schließlich ist sehr spirituell.

Sayyid Qutb (Sayyid Quṭb) weist auch nur die Möglichkeit einer Separierung von Ibadat und Mu’amalat (fiqh al-ʿibādāt – fiqh al-muʿāmalāt), gottesdienstlichem und zwischenmenschlichem Aspekt muslimisch zu leistender Pflichterfüllung, scharf zurück:

„In the Quranic terminology both these are linked and both are meant do declare Allah’s divinity and man’s subjection. […] This division made by the jurists became the cause of many misunderstandings with the passage of time. This is a misunderstanding. Islam does not admit of such kinds of division and limits. Islam is a unity and such a kind of concept is against its very basis“ – „The division of human actions into “worship“ or ibadat and „human affairs“ or mu’amalat […] was a grave distortion of the Islamic concept.“[4]

Qutb fügt nicht nur die Pflichten Allah gegenüber und die Pflichten den Menschen gegenüber zusammen, sondern subsumiert alle Mu’amalat pauschal unter Ibadat. Jedenfalls diesem Wort der Freiburger Deklaration also hätte sich der islamische Denker und 1966 hingerichtete Theoretiker der ägyptischen Muslimbruderschaft ohne weiteres anschließen können: „der Glaube auf der ganz persönlichen und individuellen Beziehung des Einzelnen zu Gott“.

Weiter im Text der Freiburger Deklaration. Ist außerislamische, aus dem Bereich des Nichtislamischen stammende Kritik der Religion von Koran und Sunna nicht zuzumuten oder jedenfalls verzichtbar? Und wie sehr darf das künftige Programm das einst logische Gesamtbild zerreißen (differenzieren), solange etwa, bis Zwang zu Hidschab und Genitalbeschneidung (FGM und MGM) „im demokratischen Sinne“ allerseits integriert worden sind?

Gleichzeitig sehen wir innerislamische Kritik als unerlässlich an. Dabei darf Islamkritik nicht mit Islamophobie verwechselt werden, denn sie ist im demokratischen Sinne geboten, um ein differenziertes Aufklärungsprogramm innerhalb der muslimischen Gesellschaft auf den Weg zu bringen.

Universelle Menschenrechte weichen dem „interkulturellen Dialog mit allen Religionen und Weltanschauungen“. Kalifatsbewegung oder Nationalsozialismus sind ja vielleicht auch Weltanschauungen, in jedem Fall will man „mit allen“ ins Gespräch kommen:

Wir betonen den interkulturellen Dialog mit allen Religionen und Weltanschauungen, und wir setzen uns aktiv dafür ein. Sowohl die Religion als auch der Glaube dürfen und sollen ständig hinterfragt, beurteilt und ergründet werden. Dies sehen wir als den wichtigsten Weg auf der ständigen Suche nach Wahrheit an.

Wissenschaftlichkeit, AEMR und GG allerdings wollen verwirklicht und verteidigt werden und gerade nicht in erster Linie „ständig hinterfragt, beurteilt und ergründet“. Auch die von Allah gegebene unveränderliche Scharia indes übersteigt das menschliche Verstehen und das Finden des optimalen Fiqh ist für die Macher der Freiburger Deklaration gewiss ein veritabler „Weg auf der ständigen Suche nach Wahrheit“.

„Für die Ulama im Westen gehört die Errichtung eines die muslimischen Minderheiten betreffenden rechtmäßigen Fiqh (Islamjurisprudenz) zu den bedeutendsten Herausforderungen“, Tariq Ramadan.[5]

Aufgrund dessen unterstützen und fordern wir einen konstruktiven, offenen und kritischen Diskurs innerhalb der muslimischen Gemeinschaft. Meinungsvielfalt und Meinungsverschiedenheit als essenzielle Basis für die Freiheit sind nicht nur erwünscht, sondern unerlässlich, um zu einem modernen und humanistisch geprägten Islamverständnis zu kommen.

Im Zentrum der Religion steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen, Stärken und Schwächen, seiner Fähigkeit zu Vernunft und zu Empathie.

Islamisch reif, erwachsen (schariapflichtig) sind die Neunjährige und der Fünfzehnjährige und beide zeigen, öffentlich überprüfbar, durch vollumfängliche Erfüllung der Schariapflichten ihre Kompetenz von Verantwortungsbereitschaft und Rücksichtnahme („Fähigkeit zu Vernunft und Empathie“).

„Ab der Pubertät steht jeder eigenverantwortlich vor Gott. Die Mädchen entscheiden dann selbst, wie sie sich kleiden.“, Muhammet Balaban von der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen (LAGA).[6]

Der reformierte Islam geht vom mündigen, selbstbestimmten, empathischen und von der Vernunft geleiteten Menschen aus, der selbstverantwortlich handelt und mit den Freiheiten, die ihm dieser Staat und diese Gesellschaft bieten, verantwortungsvoll umgehen kann.

Zunächst wäre zu klären ob mit Vernunft, vgl. auch Koran in 38:29 (damit diejenigen, die Verstand haben, sich mahnen lassen), Aql (ʿaql) gemeint ist.

Von einklagbaren Rechten auch für Islamkritiker oder Islamapostaten steht da nichts, nur von irgendwelchen, sicherlich erfreulich hohen, angebotenen Möglichkeiten („Freiheiten“). Jeder Islamisierer nutzt diese „Freiheiten, die ihm dieser Staat und diese Gesellschaft bieten“ in seinem Sinne bereits heute „verantwortungsvoll“, nämlich zur Errichtung der Herrschaft Allahs.

Da der Initiator, das ist Abdel-Hakim Ourghi, der Leiter der islamischen Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, sowie die muslimischen Erstunterzeichner, unter ihnen die einstige SPD-Bundestagsabgeordnete (2002 bis 2009) und seit 2013 Leiterin des Projektbüros für nachhaltige Beschaffung und faire Beschaffung in Nordrhein-Westfalen (Staatskanzlei) Lale Akgün, ebenso wie die nichtmuslimischen Mitzeichner der Freiburger Deklaration zusagen, mit dem organisierten deutschen Islam auf lange Sicht zusammenarbeiten zu wollen („Zur Vertretung der Muslime gegenüber dem Staat streben wir die Bildung eines Rates an, der sich aus Mitgliedern konservativer Verbände sowie Mitgliedern eines reformierten liberalen Islams zusammensetzt“), also offensichtlich auch mit den vier KRM-Verbänden Islamrat IR – Zentralrat der Muslime ZMD – DITIB – VIKZ, kann doch wohl auch für deren Verantwortliche wie Burhan Kesici und Hintermänner wie Ibrahim el-Zayat gelten, dass sie mit genannten Freiheiten „verantwortungsvoll umgehen“ können. Oder zählen Kesici und el-Zayat etwa nicht zu den „mündigen, selbstbestimmten, empathischen und von der Vernunft geleiteten Menschen“?

Burhan Kesici ist Generalsekretär des Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland und stellvertretender Vorsitzender der zur islamischen Millî Görüş gehörenden Islamischen Föderation Berlin. Ibrahim el-Zayat sitzt im Vorstand der Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE) und im Vorstand der von ihm 1995 mitgegründeten Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler/Innen (GMSG) in Köln, wurde 2008 sowohl als Europaberater der Islamischen Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (ISESCO) als auch als „Trustee“ des durch die Muslimbruderschaft geführten Institut Européen des Sciences Humaines (IESH) vorgestellt, war 2002 bis 2010 Präsident des deutschen Zweiges der Muslimbruderschaft als der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD, 1958 in München gegründet) und ist heute der Verwalter der etwa 300 deutschen Milli-Görüş-Moscheen. Ob mit Kesici oder el-Zayat im Dialog – „Im Zentrum der Religion steht der Mensch“ (Freiburger Deklaration).

Welche Menschenrechte sind unveräußerlich, Paris 1948 oder Kairo 1990 oder ein postmodern lässiger Mix aus beidem?

All men are equal in terms of basic human dignity and basic obligations and responsibilities.[7] Alle Menschen sind gleich in Sinne der grundlegenden Menschenwürde sowie der Grundrechte und Grundpflichten.[8]

Das Fundament für diese Freiheiten bilden die unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechte. Demnach hat jeder Mensch das Recht, in völliger Freiheit und selbstbestimmt über sein Leben und seinen Glauben zu bestimmen. Alle Menschen sind gleichberechtigt und gleichwertig.

Hier hätte man sich dazu bekennen müssen, dass der muslimische Vater oder Großvater einer jungfräulichen Tochter als sogenannter Wali mudschbir (walī muǧbir, von walī schariarechtlicher Vormund und aǧbara zwingen) das Mädchen im Islam zwangsverheiratenden darf, in Deutschland aber nicht, und dass der islamfromme Freund der Verheiratung neunjähriger Mädchen, nennen wir ihn Cemali Meço (Τζεμαλή Μέτσο) als den Mufti der nordgriechischen Stadt Komotiní, ganz und gar nicht das Recht hat, „in völliger Freiheit und selbstbestimmt über sein Leben und seinen Glauben zu bestimmen“.

Auch das in sein Beschnittenwerden oder Verheiratetwerden ggf. einwilligende kleine Mädchen ist nicht handlungsautonom („gleichberechtigt und gleichwertig“), sondern zu schützen bis zum Alter, so unsere Forderung, von eben nicht zwölf oder 14 oder 16 Jahren, sondern von 18 Jahren. Auf diese nicht durch Feilschen oder Geplapper von genitaler Selbstbestimmung (genital autonomy) zu unterlaufende Altersgrenze werden wir gleich, beim Thema Kinderehen, noch einmal zu sprechen kommen müssen.

1. Darauf fußend lehnen wir Diskriminierungen jedweder Art ab. Dazu gehören insbesondere auch Antisemitismus und Homophobie.

Immerhin bekennt man sich im Folgenden gegen die islamische Polygamie, Vielehe, gemeint ist Polygynie. Doch bereits die islamische Einehe diskriminiert die Frau, die per Talaq (ṭalāq) einfach so verstoßen werden kann und damit ihre Kinder verliert. Lediglich von Moschee zu reden reicht ebenfalls nicht, denn schariakonform heiraten ließe sich auch vor einem Gericht (civil marriage that is done in a court), ggf. nach Aushandlung des Ehevertrages in einem Scharia-Amt bzw. Islamischen Zentrum (Islamic centre), wie der entsprechende Fatwa von Scheich al-Munajjid feststellt.[9]

2. Wir stehen uneingeschränkt für die Gleichberechtigung von Mann und Frau ein. Diskriminierungen, insbesondere religiös begründete Diskriminierungen von Frauen lehnen wir strikt ab. Wir lehnen die Vielehe als frauenfeindliche Form der Partnerschaft ab. Ebenso lehnen wir sogenannte Imam-Ehen ab, also Eheschließungen, die in einer Moschee stattfinden und vor dem Gesetz keine Gültigkeit haben.

Vor dem islamischen Gesetz haben sie Gültigkeit und das deutsche Gesetz könnte man ja ein wenig mehr an das islamische anpassen.

In der Realität sind Frauen oftmals Leidtragende bei diesen Eheschließungen, denn aus diesen Ehen leiten sich weder Rechtsansprüche bei Unterhalt oder Rente noch Steuervorteile ab. Den Männern hingegen bietet die Imam-Ehe die Möglichkeit, am Gesetz vorbei eine Vielehe zu führen.

Das Mädchen ist islamisch mit neun Jahren, neun Mondjahren, also acht Jahre acht Monate, religiös reif und religionsrechtlich erwachsen – nicht nachvollziehbar daher, dass die Freiburger Deklaration Volljährigkeit bzw. Minderjährigkeit nicht als 18 Jahre alt definiert:

3. Ebenso lehnen wir sexuellen Missbrauch von Minderjährigen in Form von sogenannten Kinderehen ab. Die körperliche und seelische Unversehrtheit ist ein hohes und absolut schützenswertes Gut.

Im Islam ist der Sex mit der neunjährigen Ehefrau kein sexueller Missbrauch, sondern sexueller Gebrauch. Körperliche Unversehrtheit wiederum ist die islamische Hurma (ḥurma). In Theorie und Praxis der körperlichen Unversehrtheit, in die Hurma integriert Allahgott am natürlichen Ort befindliche ebenso wie abgehackte Hände und Köpfe.

Keine Heirat unter 18 Jahren hätte man fordern müssen. Vorbildlich macht das die Petition vom 20.08.2016, Pet 4-18-07-99999-036062 Keine Heirat unter achtzehn – auch nicht auf Kinderwunsch. Denn Islamverkünder Mohammed heiratete eine Sechsjährige, um dann mit der neun Jahre alten Aischa Geschlechtsverkehr zu haben und das Handeln (Sunna; Sira) des Propheten ist vorbildlich und von jedem Muslim nachzuahmen. Die über Islam und Kinderehen redende Freiburger Deklaration hätte (mindestens) diesen Teil von Mohammeds Leben, nämlich Ehe und Sex mit dem Kind Aischa, zurückweisen müssen – das wagen die die sogenannten Reformmuslime erst gar nicht.

Die kinderfeindliche Forderung sowohl der Islamisierer als auch der Multikulturellen bzw. Postmodernen (bzw. Päderasten) nach dem Aushandeln der rechten Altersgrenze, Stichwort: age of consent, wird kommen, beim Thema Kinderehen wie bereits seit 2012 in der Beschneidungsdebatte (demnächst islamische FGM).

Beschneidung der Jungen und Mädchen ist offensichtlich keine Gewalt:

Deshalb distanzieren wir uns von jeglicher Art von körperlicher und seelischer Gewalt, sei es in Form von gesetzlichen Strafen, als Mittel der Konfliktlösung oder als erzieherische Maßnahmen. Daraus ergibt sich ganz klar, dass wir die Todesstrafe und Körperstrafen als unmenschlich und überwunden ansehen und sie ablehnen.

Warum keine Forderung nach unverzüglicher Abschaffung der Todesstrafe in Saudi-Arabien und im Iran nebst Aufruf zum Wirtschaftboykott, solange dort islamrechtlich umgebracht wird?

Bekleidungszwänge murmeln und Beschneidungszwänge verschweigen, wer als Mann durch das Genitalverstümmelungsritual der Zirkumzision um den sensibelsten Teil seines Penis betrogen worden ist oder als beschnittene (genitalverstümmelte) schafiitische oder hanbalitische Muslima um die Klitoris, kann zu Körperwahrnehmung, Lusterleben und Partnerschaft vieles bereits nicht mehr selbst entscheiden – und Minderjährige (Mensch unter achtzehn Jahren) haben wir Erwachsenen gerade vor der Entscheidungsfrage (Willst du rituell unrein und sozial verachtenswert bleiben oder dich beschneiden lassen wie es der Himmel befiehlt) zu beschützen. Will hingegen die Freiburger Deklaration dafür kämpfen, dass man zwölf oder 14 Jahre alt gewordene Jungen oder Mädchen befragen darf („Let boys decide for themselves whether they want to be circumcised“, Anne Lindboe), ob sie beschnitten werden wollen?

4. Jeder Mensch hat das uneingeschränkte Recht, selbst über seinen Körper, seine Bekleidung und über seine Sexualität zu entscheiden. Bekleidungszwänge, Zwangsheiraten und religiöse Eheverbote sowie eine Verdammung von selbstbestimmter freier Sexualität lehnen wir ab.

Nanu, man befindet sich doch nicht etwa im Einklang mit Fred Karst, der als pädosexueller Theoretiker und Praktiker ebenfalls hätte sagen können, dass ein Kind das Recht habe, „über seine Sexualität zu entscheiden“? Auch Dieter Fritz Ullmann, der wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern wenigstens sechs Mal verurteilt wurde und ab 1980 immer wieder im Gefängnis saß, hätte sagen können: „eine Verdammung von selbstbestimmter freier Sexualität lehnen wir ab.“ Karst wie Ullmann konnten der grünen Partei beitreten, die damals noch Alternative Liste (AL) hieß, beide verbüßten zu diesem Zeitpunkt Haftstrafen wegen Kindesmissbrauchs. Kinder (Kind ist Mensch unter 18, vgl. „a human being below the age of 18 years“, Convention on the Rights of the Child, Document A/RES/44/25 (12 December 1989)) sollen gar nicht frei entscheiden dürfen, ob und mit wem sie Sex haben.

Wir unterstützen liberale Musliminnen und Muslime, die geschlechtergemischte Gebete in Moscheen anbieten, in denen auch Frauen Imaminnen sein können, die für die Teilnahme am Gebet keine Bekleidungsvorschriften aufstellen, die ihre Predigten auf Deutsch halten und somit den Integrationsprozess mit unterstützen.

5. Jedes Kind hat das Recht auf eine gewalt- und angstfreie Erziehung. Jedes Kind hat das Recht, sich frei zu entwickeln. Die Familie kann diesen Prozess unterstützen, indem sie dem Kind das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit gibt. Eine Pädagogik, die darauf basiert, dem Kind Angst vor Gott, Angst vor einer Bestrafung, Angst vor der Hölle zu machen, lehnen wir ab.

Des Weiteren halten wir die Teilnahme am schulischen Pflichtunterricht, einschließlich Schwimm-, Sport- und Sexualkundeunterricht sowie die Teilnahme an schulischen Veranstaltungen wie Klassenfahrten für unerlässlich für die Entwicklung des Kindes. Wir lehnen Freistellungen aus islamischen Gründen ab.

Leider bleibt auch das zuletzt Gesagte unverbindlich, die Standards von Klassenfahrt, Sexualerziehung und Pflichtunterricht sichert bzw. definiert man nicht.

Was durch kulturell moderne Pädagogik weltweit zu verhindern wäre, nämlich geschlechtergetrennter Sport, Schwimmunterricht mit Burkini, Klassenfahrt im Beisein elterlicher oder sonstiger Tugendwächter, schariakonforme Sexualkunde („unerlässlich für die Entwicklung des Kindes“?), bleiben mit den soeben betrachteten Hohlformeln – oder zielsicher gelegten falschen Fährten? – der Erklärung aus Freiburg keineswegs ausgeschlossen. Faktisch ist die Deklaration daher ebenso Placebo wie Trojanisches Pferd. Das doppelzüngige jedenfalls mehrdeutige „Wir lehnen Freistellungen aus islamischen Gründen ab“ ruft die Schariabewegten zum nicht verweigerbaren weiteren Ausdiskutieren heran auf berüchtigter Augenhöhe („aus islamischen Gründen“), die entsprechenden Vorschläge zu Halal-Schwimmunterricht, Halal-Klassenfahrt oder islamkonformer Sexualerziehung werden nicht lange auf sich warten lassen und die Verantwortlichen der Freiburger Deklaration nebst ihrem schon bald zahlreich heranströmenden Anhang aus den Völkern der Dialogaktivisten und Sonnenscheinatheisten dürfen dazu mit Deutschlands Muslimbrüdern und Millî-Görüş-Bewegten noch ein bisschen diskutieren.

Noch nicht einmal die wenn auch vielfach schlecht gemachten, so doch freiheitlich demokratisch wie pädagogisch wichtigen, mühselig erkämpften deutschen Verbote des Lehrerinnenkopftuchs werden verteidigt, der „mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen“ (DITIB; als kommentarloser Briefträger am 27.01.2015 das BVerfG) den gesamten Körper der Pädagogin bedeckende Hidschab wird vielmehr in den Bereich einer im Islam gar nicht vorhandenen Zone persönlicher Wahlfreiheit verschoben:

6. Wir stehen hinter dem staatlichen Gebot zur religiös-weltanschaulichen Neutralität. Wir befürworten es, wenn Staatsdiener, insbesondere Lehrerinnen und Richterinnen, auf das Tragen von religiös begründeter Bekleidung, namentlich dem Kopftuch, verzichten.

Moment, alle Lehrerinnen und Richterinnen sollen es also – auch – tragen dürfen, das Kopftuch? Mit einer Gleichbehandlung der Geschlechter ist der Hidschab, dem das Schariakonzept von Fitra (fiṭra, angeborenes Ausgerichtetsein der Schöpfung und damit auch jedes Menschen auf Allah hin) und Aura (ʿawra, islamischer Schambereich, zu bedecken. Bei der Frau der gesamte Körper bis auf Hände und Gesicht, beim Mann hingegen nur die Zone zwischen Bauchnabel bis Knie) zugrunde liegt, jedoch nicht vereinbar.

In Sachen weibliche Bedeckung („mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen“), das ist der Hidschab, verkürzt genannt und genäht als das Kopftuch, gibt es nichts zu verzichten. Die Idschaza (islamische Lehrbefugnis) verlangt das berufliche und private korrekte Verhalten der IRU-Lehrerin und die Karlsruher Verfassungsrichter reichten uns ungerührt die Forderung der Diyanet / DITIB weiter:

„Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) hat folgende theologische Bewertung ihres Obersten Religionsrates mitgeteilt: Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität. In welcher Weise die vorgeschriebene Bedeckung erfolge, sei allein die Entscheidung der muslimischen Frau. Das Tragen des Kopftuchs diene demnach ausschließlich der Erfüllung eines religiösen Gebots und habe darüber hinaus für die Trägerin weder einen symbolischen Charakter noch diene es der Bekundung nach außen.“[10]

Wir verstehen uns nicht als Konkurrenten zu anderen muslimischen Gruppen. Reformmuslime möchten Alternativen zu den herkömmlichen Sichtweisen aufzeigen und anbieten und Menschen erreichen, die einen zeitgemäßen am Humanismus orientierten Glauben leben möchten.

Bei so einem weder die AEMR noch das Lehrerinnenkopftuchverbot fordernden Menschenbild („Humanismus“) kann einem angst und bange werden.

Wir sind davon überzeugt, dass eine funktionierende Gesellschaft nur auf der Grundlage des friedlichen Miteinanders möglich ist. Dazu gehören der gegenseitige Respekt, der konstruktive und offene Dialog und die bewusste gesellschaftliche Partizipation.

Unsere Ziele

1. Die Ausarbeitung moderner Lesarten des Korans, beruhend auf einer historisch-kritischen Textanalyse.

2. Die Ausarbeitung einer neuen modernen, aufgeklärten und humanistisch angelegten Theologie, die den Glauben als persönliche Angelegenheit versteht und uneingeschränkt mit Demokratie und den Menschenrechten konform ist.

Demokratie sagen reicht nicht, die DDR nannte sich auch Demokratie. Menschenrechte sagen reicht nicht, siehe Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam, OIC 1990.

3. Die Bekanntmachung und Verbreitung liberal-islamischer Ideen und Konzepte über Publikationen, Projekte, Kampagnen und öffentliche Debatten.

Mit den noch so Radikalen möchte man in aller Herzlichkeit in einem „Rat“ kooperieren:

5. Zur Vertretung der Muslime gegenüber dem Staat streben wir die Bildung eines Rates an, der sich aus Mitgliedern konservativer Verbände sowie Mitgliedern eines reformierten liberalen Islams zusammensetzt.

Ihr wollt euch auf Dauer zu den Kollaborateuren der Muslimbrüder und Teheraner Ayatollahs machen – schämt euch.

Der deutsche Teil der Bewegung für Schariagesetze und Herrschaft Allahs also soll weiterhin bekennenden Islamischen Religionsunterricht anbieten dürfen, aber ein bisschen mitmischen will man als Reformmuslim dann schon.

Zwei Sätze, ein bemerkenswertes Doppelpaket bietet Ziel Nummer sechs:

6. Wir befürworten und unterstützen die Einführung von humanistisch orientiertem islamischem Religionsunterricht an allen Schulen. Der islamische Religionsunterricht soll die reflektierende Identitätsbildung, die Integration und die gegenseitige Toleranz fördern.

Dem im zweiten Satz Gesagten kann doch gewiss auch die IGD oder die IGMG zustimmen („Der islamische Religionsunterricht soll die reflektierende Identitätsbildung, die Integration und die gegenseitige Toleranz fördern“), Toleranz wie im Kalifat versteht sich. Vorab hat man unverbindlich das (unausgeführt, vgl. der reale Humanismus in der Deutschen Demokratischen Republik DDR, kaum erträgliche) Wort humanistisch gehaucht, als sei der existierende IRU bereits „humanistisch“ oder jedenfalls mit ein wenig Zureden problemlos „humanistisch“ auszugestalten.

7. Wir unterstützen liberal-islamische Organisationen und Gruppen, die Projekte zur Stärkung von Mädchen und Frauen anbieten, die Projekte zur Gewaltprävention anbieten, die Projekte zum interreligiösen Dialog anbieten, die Projekte zu sozialer Integration anbieten, die Projekte im Bereich religiöse Aufklärung / Kampf gegen religiösen Extremismus anbieten.

Auch die Religion und Praxis der Mittigkeit oder Mitte (wasaṭiyya, „middle way“) lehnt Extremismus entrüstet ab und preist die schönen Menschenrechte, nämlich die schönen islamischen Menschenrechte und nur mit einer Lebensführung nach Koran und Sunna kommen wir ins Kalifat pardon ins „friedliche Miteinander“:

8. Wir lehnen Extremismus, Diskriminierung, Gewaltverherrlichung und Segregation entschieden ab. Demokratie und Menschenrechte stellen für uns die Grundlage für das friedliche Miteinander aller Menschen in unserer Gesellschaft dar.

Sind Artikel 1 bis 29 der AEMR nicht der ausführlichen Besprechung wert?

9. Der Artikel 30 der Menschenrechte (Auslegungsregel), die für uns bindend sind, steht über jedem Anspruch, der möglicherweise aus einer islamischen Rechtsprechung erwachsen könnte.

Dass sich die irgendwie liberalislamischen Schreiber, Erstsignierer und Sympathisanten der Deklaration zu den universellen Menschenrechten („die für uns bindend sind“) bekennen ist schön, doch die, nennen wir sie so, Freiburger machen die AEMR leider gerade nicht verbindlich, weder für Deutschland und schon gar nicht für den weltweiten echten großen Islam. Dem von Freiburg aus deklarierten, praktisch allerdings erst noch zu verwirklichenden bonbonbunten Mini-Islam mag man Erfolg wünschen oder auch nicht, die Verantwortlichen bahnen der globalen Schariafront den Weg zur auch deutschen Machtergreifung, sitzen aber gerne noch ein Weilchen am Katzentisch oder auch an der Tafelrunde der globalen Muftis und Ulama.

Ein Alibi, eine Ausrede ist die Freiburger Deklaration und für die von einem restlichen Gewissen noch etwas Geplagten die Erteilung der Absolution: Parlamentarier, Presse, Wohlfahrtsverbände, Hochschulen und Schulen werden sich noch weniger als schon heute bemüßigt fühlen, auch nur ein Wort der Kritik am Islam zu äußern, denn dazu schließlich gönnt man sich, nennen wir sie so, die Freiburger. Die Minderung der Chance zu gründlicher Islamkritik könnte die Folge einer derart seichten Deklaration sein sowie ein verstärktes Abdrängen der Vertreter ernsthafter Islamkritik etwa durch eine pauschale Etikettierung als rechtsradikal. Den Alleinvertretungsanspruch, das Monopol auf Islamkritik haben jetzt die Freiburger.

Schuld lädt die Freiburger Deklaration auf sich, indem sie den Islam von Koran und Sunna, den Islam der Muslimbrüder und der Teheraner Mullahs, den echten Islam also, salonfähig macht und dessen Einfluss in Deutschlands Parlamenten und Ministerien auch insofern zusätzlich stärkt, als sie ihn noch nicht einmal definiert, weder wie geboten kritisiert noch auch nur gründlich beschreibt.

Die Vertreter der globalen Schariafront haben erklärliches Interesse daran, islambezogene Fakten nicht zur Sprache zu bringen, sie und ihre Politik der Islambeschönigung werden durch die Freiburger Deklarierer zusätzlich aufgewertet, den nun, so wird es bei den Wegduckern und Wegguckern heißen, könne man den Islam ja allüberall problemlos kritisieren, nun gäbe es ja einen für jedermann wählbaren Islam ohne Schariapflichten, ohne angedrohte Höllenstrafe, irgendwo jedenfalls im virtuellen Raum einer Deklaration aus Freiburg.

Unterdessen wird der radikale sprich der echte Islam in den Ministerien und Universitäten weiter verankert und wird er an den staatlichen Schulen – bekennend sprich demokratieabbauend – gelehrt werden dürfen und kann und darf sich keine Schülerin und kein Schüler mit dem deklarierten Freiburgislam identifizieren, der noch nicht einmal das Verbot des Lehrerinnenkopftuchs verteidigen möchte („Wir befürworten es, wenn Staatsdiener, insbesondere Lehrerinnen und Richterinnen, auf das Tragen von religiös begründeter Bekleidung, namentlich dem Kopftuch, verzichten“).

Der faktenferne Eindruck wird erweckt, das Islamische Recht, der Islam sei reformierbar und mindestens im berüchtigten Kern bereits seit jeher menschenfreundlich und damit auch frauenfreundlich.

Das ist falsch, der Islam ist im Kern unfriedlich.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] The Constitution of Pakistan. Part IX: Islamic Provisions

http://www.pakistani.org/pakistan/constitution/part9.html

[2] Koordinationsrat der Muslime in Deutschland. KRM. Geschäftsordnung in der Fassung vom 28. März 2007.

http://islam.de/files/misc/krm_go.pdf

[3] The challenge of a single Muslim authority in Europe. By Mustafa Ceric. European View (2007) 6:41–48.

https://de.scribd.com/document/209145838/The-Challenge-of-a-Single-Muslim-Authority-in-Europe-ceric

[4] Sayyid Qutb:

Ḫaṣāʾiṣ at-Taṣawwur al-Islāmī

The Characteristics of the Islamic Concept

Die Eigenschaften des Islamischen Konzepts

The division of human actions into “worship“ or ibadat and „human affairs“ or mu’amalat, which we find in the books of Islamic jurisprudence, was introduced in the beginning merely for technical reasons … Undoubtedly this was a grave distortion of the Islamic concept, which eventually resulted in producing deviations in the Muslim society. In the Islamic concept there is not a single human act to which the term ‚worship“ is not applicable or in which this property is not desired. Indeed, the Islamic way of life is nothing but the realization of the meaning of worship from beginning to end.

The ultimate aim of the Islamic way of life is not a system of justice, or a system of economics, or a system of legislation concerning criminal, civil, or family affairs, or any other of the rules and regulations that are part of this way of life. The only aim of Islam is the establishment of the meaning of‘ ‚worship“ in human life as according to the Qur’an, it is for the worship of Allah that man was created. No human action can be called worship of Allah unless it is done for the sake of Allah alone, and with a recognition that He alone deserves to be worshipped. Either this is the case or the act is not worship, and hence not in the service of Allah, and in fact, is therefore a rebellion against the din of Allah.

(Lebenslang Göttlichkeit bekunden, heute Hingabe üben: Ein Konzept für eine koranbasierte politische Praxis. Von Jacques Auvergne.)

https://jacquesauvergne.wordpress.com/tag/sayyid-qutb-das-islamische-konzept/

[5] „One of the main challenges for Islamic scholars in the West is to establish a legitimate fiqh (jurisprudence) for Muslim minorities“, Tariq Ramadan.

http://tariqramadan.com/english/the-prophet-of-moderation-tariq-ramadans-quest-to-reclaim-islam/

[6] „Dieser Mann weiß nicht, was er tut“, empört sich Muhammet Balaban von der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen (LAGA). „Das ist Diskriminierung. Ein Rektor sollte Schulpolitik machen, nicht missionieren!“

Balaban glaubt nicht, dass muslimische Eltern ihre Kinder zum Kopftuchtragen zwingen. „Ab der Pubertät steht jeder eigenverantwortlich vor Gott. Die Mädchen entscheiden dann selbst, wie sie sich kleiden.“ [Der eigen-, aber unverantwortlichen Neunjährigen oder Älteren ewige Qual in der Hölle.]

(Hier sind Kopftücher unerwünscht. Zum Thema Anne-Frank-Realschule von Markus Böhm. Express, 01.10.2008.)

http://www.express.de/anne-frank-realschule-hier-sind-kopftuecher-unerwuenscht-22086168

[7] Cairo Declaration on Human Rights in Islam, Aug. 5, 1990

http://hrlibrary.umn.edu/instree/cairodeclaration.html

[8] Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam

http://www.islamdebatte.de/islamische-schluesseltexte/kairoer-erklaerung-der-menschenrechte-im-islam/

[9] But if the conditions of marriage are not met or it involves anything that is contrary to sharee’ah with regard to divorce and so on, then it is not permissible to do it, unless documentation of the marriage cannot be done otherwise, or if the person has no choice but to do it. In that case he can do the correct marriage contract according to sharee’ah in an Islamic centre, then do the civil marriage in the court […] The Muslims who live in western countries should strive to have their marriages recorded officially in Islamic centres, with no need to go to the civil marriage office.

(113867: Ruling on civil marriage. Is civil marriage permissible in Islam?)

https://islamqa.info/en/113867

[10] Bundesverfassungsgericht. 1 BvR 471/10 Beschluss des Ersten Senats vom 27. Januar 2015.

https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2015/01/rs20150127_1bvr047110.html

448. Ahmad al-Tahawi

30. Juli 2016

‏ عندما نترك الأنثى من غير ختان، يحدث تلوث في هذه المنطقة، وإثارة جنسية غير مرغوبة تؤدي إلى مشاكل كبيرة‎‎

And when we leave the female without excision, contamination [talawth] in that area takes place, as well as an undesired state of sexual arousal [ithaara jinsiya] that could lead to big problems.

Wenn wir die Mädchen oder Frauen unbeschnitten belassen, wird es in diesem Gebiet ihres Körpers zu einer Verunreinigung bzw. Vergiftung [Talauth] kommen. Zudem wird der unerwünschte Zustand sexueller Erregung [iṯāra ǧinsiyya] eintreten, der zu großen Problemen führen könnte.

Ahmad al-Tahawi, ägyptischer Arzt und Parlamentarier

Kein Islam ohne FGM

Von Jacques Auvergne

Aus seiner Sicht bringt der Islam und nur der Islam potentiell jedem Menschen das im Diesseits mögliche Maximum an Gerechtigkeit und Frieden sowie, bei absolutem Gehorsam und Allahgottes unberechenbarem Wollen, Glückseligkeit im Jenseits. So gesehen ist die globale einheitliche Schariabewegung eine Freiheitsbewegung, vgl. ihr Aktivistenkreis Hizb-ut-Tahrir (حزبالتحرير Ḥizb at-Taḥrīr; Party of Liberation), wörtlich Partei der Befreiung. Die Welt muss vom Satanischen gesäubert werden, islamisch befreit. Der König Seiner Schöpfung, Allah, hat die globale politische Herrschaft anzutreten, Säkularität oder gar Volkssouveränität sind im Islam Teufelszeug.

Der in den freiheitlichen Rechtsstaat ohne Abschaffung desselben nicht integrierbaren Religion nach Koran und Sunna geht es um die Überwindung (Vernichtung) des Nichtislamischen, im eigenen Anwendungsbereich (Herrschaftsbereich) nicht zuletzt um die Herabwürdigung der Frau. Dass diese, nicht anders als der Mann und jedenfalls aus Sicht der Schafiiten und möglicherweise auch Hanbaliten, laut Schöpfungsordnung (Scharia) und einzigem bei Allah akzeptiertem irdischem Gesetz (gottgegeben als die Scharia; menschlich anzuwenden als der Fiqh) am Genital beschnitten sein muss, ist untrennbarer Bestandteil der alle Lebensbereiche umfassenden rechten Seinsweise und vom Islam so wenig zu lösen wie Pflichtgebet, Apostasieverbot, Jungenbeschneidung (Chitan, türk. sünnet) oder Pflicht zur Frauenbedeckung (Hidschab, unzulässig verkürzt benannt und genäht als das Kopftuch).

Über kurz oder lang ist der Nichtmuslim also ohnehin zum Übertritt in den Islam zu überreden bzw. zu überlisten oder aber in den vom Himmel gewollten halbfreien bis sklavenhaften Status eines Dhimmi herabzudrücken. Wenn man beim 1400 Jahre alten politischen Fernziel der globalen Islamdurchsetzung jedoch mit List und Betrug zum selben Ergebnis gelangen kann wie mit kriegerischer Gewalt (Dschihad), muss man nicht, aber darf man der Lüge den Vorzug geben, auch in Bezug auf die realislamische weibliche Beschneidung, die man ins Kulturelle, insbesondere Afrikanische beiseiteschiebt. Sagt selbst, Dhimmis, was ist humaner, Lügen oder Blutvergießen?

Man spiele auf Zeit und rüste mental und militärisch auf. Heute den männlichen oder weiblichen Dhimmi von morgen über die islamische Mädchenbeschneidung zu belügen, ist aus Gründen des berüchtigten friedlichen Zusammenlebens geradezu geboten. Während der Spitzentheologe der den sunnitischen Islam führenden Muslimbruderschaft, Yusuf al-Qaradawi, manchmal beinahe ein bisschen ehrlich ist (if a girl’s parents wished it be done), zeigt uns der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), ihr spiritueller Führer ist der genannte al-Qaradawi, wie die Taqiyya zur FGM funktioniert:

Die Beschneidung von Frauen ist im größten Teil der islamischen Welt völlig unbekannt und wird dort nicht praktiziert, mit Ausnahme von wenigen Ländern in Afrika.[1]

Yusuf al-Qaradawi betreffend, reicht den Deutschen und Österreichern der Wildnis- und Survival-Experte Rüdiger Nehberg die Desinformation weiter, der Islam im allgemeinen und der Scheich im besonderen richte sich gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Nehberg (TARGET) kämpft gegen die FGM vor allem für das im Bereich Dschibuti, östliches Eritrea und nordöstliches Äthiopien lebende Nomadenvolk der Afar (auch Danakil oder Adal), welche die besonders grausame FGM Typ III praktizieren, die Infibulation.

Wir dürfen davon ausgehen, dass der Scheich mit Verstümmelung (mutilation) eine FGM Typ I oder Typ IV gar nicht im Sinne hat, sondern an genannten Typ III denkt, also etwa an Somalia oder die nomadischen Afar.

Yusuf Al-Qaradawi issued fatwa: „Female genital mutilation is a work of the devil“

Sheikh Prof.Dr. Yusuf Al-Qaradawi schreibt Fatwa „Weibliche Genitalverstümmelung ist ein Werk des Teufels“

[…] Female genital mutilation means altering what God has created and is therefore the work of the devil and forbidden by God. It must be stopped.

Weibliche Genitalbeschneidung ist eine Änderung der Schöpfung Gottes und damit ein von Gott verbotenes Werk des Teufels.[2]

„Dieser kleine Schnitt ist keine Verstümmelung“, die Freunde der islamischen weiblichen Beschneidung bewerten den Chitan al-inath (indones. Sunat perempuan) gerade nicht als mutilation. Imam Z antwortet auf Sya Taha, welche den schafiitischen Rechtsgelehrten al-Nawawi (an-Nawawī * 1233 in Nawa, Syrien; † 1277 ebenda) nennt, der die Beschneidung der Jungen und Mädchen fordert:

“The overwhelming majority of Muslims in Southeast Asia follow the Shafii school of law, which declares FGC as wajib [wāǧib; farḍ], or obligatory. In contrast, the other three Sunni schools, together with the Shia schools, consider FGC a sunna or a recommended act. Just like male circumcision, there is no mention of it in the Quran. The form of FGC taking place in Southeast Asia seems to follow this general and gender-neutral rule from al-Nawawi to remove the prepuce at a young age, but also at an older age if it causes no ‘harm’. This ruling is found in his chapter on tahara [ṭahāra] or purity […]”

“Thank you for the clarification that this small cut is NOT mutilation as done in some African countries. I mention this issue in my book, Islam: Silencing the Critics.”[3]

Auch die Dawoodi Bohra, ein vor allem in Indien lebender Zweig der Ismailiten (Siebenerschiiten), beschneiden ihre Mädchen islamisch und bestreiten den Begriff und Tatbestand Verstümmelung.

India is not highlighted in the UNICEF report, but the Dawoodi Bohras, a sect of the Shia community predominantly hailing from the western states of Gujarat and Maharashtra, are known to practice FGM and have been doing so for generations.

It is not mutilation as you call it. It is not FGM like it is done in Africa, where they close holes”[4]

Diese Doppelstrategie von FGM-Abstreitung und FGM-Durchsetzung betreibt auch Indonesien, der bevölkerungsreichste muslimisch dominierte Staat der Erde.

„Und es gibt einen großen Unterschied zwischen weiblicher Beschneidung und Verstümmelung (mutilation)“, sinngemäß vernahm es am Menschenrechtstag 2014 die ein Jahr lang schlampig gegen die indonesische FGM arbeitende deutsche sogenannte Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TdF) aus dem Mund der Berliner Botschaftsvertreterin des Staates, Lefianna H. Ferdinandus. TdF weiß, worum es geht: „Die Überzeugung, dass jede Form von weiblicher Genitalverstümmelung eine Menschenrechtsverletzung darstellt wurde nicht geteilt.“[5]

200.000.000, zweihundert Millionen. Islambeschwichtigend viele Jahre später als es möglich gewesen wäre, nämlich erst um den Jahreswechsel 2015 / 2016 korrigierten die Vereinten Nationen notgedrungen die Zahl der weltweit von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) betroffenen Mädchen und Frauen von 130 Millionen nach oben auf mindestens 200 Millionen, nachdem der Nahe Osten, vor allem aber Südostasien mit Indonesien und Malaysia in die Statistik einbezogen worden ist. Gerade auch auf die Mädchenbeschneidung (FGM) des alten islamischen Kerngebietes der Arabischen Halbinsel und seiner Anrainerstaaten blicken UNO und UNICEF inzwischen, der Irak, Jemen, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate werden 2016 endlich genannt sowie das Problem der an der FGM festhaltenden Auswanderer aus genannten Staaten, der Einwanderer nach Australien, Nordamerika und Europa.[6]

At least 200 million girls and women alive today living in 30 countries have undergone FGM/C.

Auch der Süden von Thailand praktiziert die islamische FGM.[7]

In diesen Wochen plant Ägypten eine Strafverschärfung in Bezug auf diesen Chitan al-inath (ḫitān al-ināṯ, ختان الإناث; auch: ḫitān al-banāt, wörtl. Beschneidung der Töchter; Tochter ist bint), in Bezug auf die weibliche Genitalverstümmelung. Der Staat würde die FGM dann, statt lediglich als Vergehen, als ein Verbrechen bewerten. Soweit so vernünftig. Nebenbei: Beschneidung, v. a. Jungenbeschneidung, ist chitan, ḫitān (ختان)‎‎, oder chatna, ḫatna (ختنة)‎‎, die Intaktheit des männlichen Genitals ist nicht weniger zu schützen als die weibliche. Wir meinen den wissenschaftlichen Begriff von körperlicher Unversehrtheit, aus islamischer Sicht freilich macht erst der Chitan das Geschlechtsorgan intakt. Ohne MGM bzw. FGM kein Kindeswohl, das ist die Maßgabe von Schöpfungsordnung (Scharia) und islamischer Normativität bzw. Gesetzlichkeit (auch Scharia).

Dann im Parlament der kleine Eklat. Der ägyptische Abgeordnete und Arzt Dr. Ahmad al-Tahawi (Aḥmad aṭ-Ṭaḥāwī (أحمد الطحاوى), die internationale Presse schreibt Ahmed el-Tahawi, Ahmed el-Tahawy oder Ahmed al-Tahawy, ist Mitglied im parlamentarischen Gesundheitsausschuss. Sich auf seine ärztliche Qualifikation berufend, nennt al-Tahawi die Mädchenbeschneidung, und sei es für seine eigenen Töchter, islamisch geboten und medizinisch erforderlich („religiös und medizinisch“,دينياً و طبياً). Unfair, unbillig, ungerecht zu handeln sprich zuviel Genitalgewebe wegzuschneiden sei gewiss falsch, das Mädchen unbeschnitten zu lassen sei aber auch falsch. Aber ja doch, wo es gelte, sich zwischen Religion und Wissenschaft zu entscheiden, bevorzuge man den Glauben: „Wir folgen den Männern der Religion.“[8]

Einerseits bejaht die Religion, Gesetzlichkeit und Gemeinschaft nach Koran und Sunna die weibliche Beschneidung, andererseits ist der öffentlich zu übende Lobgesang auf den Islam das einzig verbliebene Dogma der kulturellen Postmoderne. Noch ein Weilchen sei man oder gebe man sich realitätsresistent, eine religiöse Begründung (religious reason) für die FGM darf es unter globalen Schariafreunden einstweilen einfach nicht geben. The Desert Flower Foundation (DFF) empört sich: „Scandal in Egypt“ und titelt zutreffend: Doctor (!) and member of parliament (!) defends FGM.[9] Für ernsthafte Intaktivisten besteht ein Skandal ja tatsächlich, allerdings eher darin, dass DFF-Chefin Waris Dirie nicht nur die Jungenbeschneidung sprich die männliche Genitalverstümmelung bewirbt („Ungeachtet meiner starken Ablehnung der FGM wusste ich, dass es eine richtige Maßnahme war. Mein Sohn hat einen schönen Penis, er sieht so gut und sauber aus“), sondern den tausendjährigen Zusammenhang von Islam und FGM verbissen abstreitet (s. u.).

Viele Fatawa (Sg. Fatwa) sind geschrieben worden, welche die FGM fordern, nicht zuletzt durch die Kairoer al-Azhar: 1951, 1981 und zuletzt, durch Gad al-Haqq (Ǧād al-Ḥaqq ʿAlī Ǧād al-Ḥaqq), 1994.[10] Dass und wie sich Ali Gom’a vor nun zehn Jahren vage von der FGM distanzierte, überzeugt uns wenig, weil er weder die drei älteren ägyptischen islamgelehrigen Pro-FGM-Positionen verwarf und noch vorab die gesamte (und aus unserer Sicht unteilbare) Kategorisierung von FGM (die Typen I, II, III, IV) definierte. Intaktivisten bleibt unklar, was der durch Rüdiger Nehberg (TARGET) motivierte Ali Gom’a 2006 eigentlich islamisch verboten haben will. Das proislamische Wunschdenken, dieses ebenso angestrengte wie faktenresistente Islamschönfärben der Europäer, verblüfft immer wieder.

Blicken wir auf Ereignisse dieses Jahres, die ersten beiden geschahen im fernen Europa, tief im innersten Deutschland.

Berlin am 15. März 2016, im Großen Protokollsaal des Reichstagsgebäudes in Berlin hält Ahmad al-Tayyeb (Aḥmad Muḥammad aṭ-Ṭayyib), als Scheich Al-Azhar für viele sunnitische Muslime die wichtigste religiöse Autorität, eine Rede vor Bundestagsabgeordneten. Kein Wort zur islamischen FGM.[11]

Bonn am 14. Juli 2016, Schauki Allam (Šawqī Ibrāhīm ʿAllām), als der Großmufti von Ägypten einer der einflussreichsten Muslime der Welt, spricht an der Universität anlässlich der Podiumsdiskussion Im Namen des Islam? – Religion als Mittel zum Zweck; Gastgeber war das zum Wintersemester 2014/15 an der Uni Bonn eingerichtete Center for International Security and Governance (CISG). Schweigen zum Thema Islam und FGM.[12]

Kairo am 6. Juli 2016. Die Dar al-Ifta (Dār al-Iftāʾ al-Miṣriyya, Office of the Mufti), Ägyptens Fatwabehörde ist neben al-Azhar die mächtigste islamische Institution des Landes) erlässt zwar kein klassisch-umfangreiches Rechtsgutachten (fatwā; nebenbei im Arabischen männlichen Geschlechts), legt aber doch mit dem die Sensation verkündenden, in Bezug auf den mageren Inhalt allerdings etwas großspurig daherkommenden Titel Die weibliche Beschneidung widerspricht der Scharia (Female circumcision contradicts Islamic law) eine fatwaähnliche schriftliche Verlautbarung vor. Nach dieser, so dürfen wir es interpretieren, wird ein heutiges staatliches, beispielsweise ägyptisches Verbot der FGM (wörtlich sogar: der FGC),

1. da die entsprechenden Hadithe islamrechtlich als schwach (ḍaʿīf, ضعيف) zu bewerten sind,

2. da ein solches Verbot in Einklang mit Schariazielen (maqāṣid) und islamischem Gemeinwohl (maṣlaḥa) befindlich wäre sowie

3. weil Islamverkünder Mohammed seine Töchter schließlich nicht beschnitten hat,

als religiös akzeptabel eingestuft wird, als islamisch erlaubt.[13]

Man beachte: Es erfolgt kein islamrechtliches Verbot der FGM, ab sofort, für jeden Muslim bindend sowie gültig bis zum Tage der Auferstehung, sondern ein Bejahen der Möglichkeit eines FGM-Verbots (sogar: eines FGC-Verbots) durch einen (ggf. nichtislamischen) Staat.

Religiöse Ratschläge in längerer Form wie eben auch in dieser Kürze publiziert das Büro des Großmufti, die Dar al-Ifta, wöchentlich Hunderte oder sogar Tausende. Im engen Sinne sind diese Krümel an Lebenshilfe, auch wenn sie auf Schariatauglichkeit geprüft worden sind, keine Fatawa.

Eine Äußerung zudem, die jeder an der Überwindung der FGM ernsthaft interessierte Ägypter getrost in seiner Wasserpfeife rauchen kann? Oder will der Chef der Dar al-Ifta, als Nachfolger von Ali Gum’a ist das Großmufti Schawki Ibrahim Allam (Šauqī Ibrāhīm ʿAllām, شوقي إبراهيم علام), wirklich wagen, die authentisch islamische FGM aus dem heutigen und künftigen Islam herauszuführen?

Nein, die tausendjährige Rechtfertigung der FGM etwa durch die Schafiiten lässt sich nicht mit einer einzigen, per Homepage zugänglich gemachten sowie per Facebook publizierten Äußerung beiseitewischen, welcher Datum und Signatur fehlen und, was aber zu einem Fatwa gehört, die weder einen Ulama noch einen Hadith oder eine Koransure zitiert. Mögen die europäischen Islamoptimisten und Dhimmis von morgen über diesen angeblichen „Fatwa gegen FGM“ aufjubeln oder aber sich für die entwürdigte Lage der Mädchen und Frauen im Islam schlicht nicht interessieren, wir empfehlen genaues Beobachten sowie Skepsis statt Begeisterung.

Ägyptens Dar al-Ifta bestätigte, dass die FGC eine kulturelle Praxis ist, die keine wie auch immer geartete Verbindung mit dem Islam und seinen Lehren hat.

Egypt’s Dar al-Iftaa confirmed that female circumcision is a cultural practice and has no link whatsoever with Islam and its teachings

Sechs Tage darauf, am 12. Juli 2016 schien al-Tahawi, riskant respektlos, dem Gutachten des Fatwa-Amtes zu widersprechen, indem er auf der privaten Website Parlmany (‚برلمانى‘, wörtl.: ‚Parlamente‘) sowie in einem Telefoninterview mit Dream TV (دريم‎‎) bekundete, dass die FGM, die weibliche Genitalverstümmelung, sowohl religiös (islamisch) als auch gesundheitlich eine Notwendigkeit sei. Lassen wir offen, ob der Arzt und Parlamentarier über die Pflichtschludrigkeit der religiösen Behörde erbost war oder ob Doktor und Großmufti ihren Dissens gemeinsam ersonnen hatten und öffentlichkeitswirksam in Szene setzten.

Zwar brachte al-Tahawi nur fünf Tage später (17.07.2016) auf der Abgeordnetenversammlung eine dürre Entschuldigung über seine Lippen,[14] doch scheint er sich von seiner Haltung nach einer Straffreiheit für FGM nicht abgekehrt zu haben, denn er fordert, dass der Großmufti Ägyptens baldige Klärung bringt, amtierend ist das wie gesagt Scheich Schawki Ibrahim Allam.

Das unterstützenswerte Ansinnen des Kampfes gegen die FGM trifft in Ägypten (wie auch in Deutschland) auf den extrem hohen gesellschaftlichen Druck, nur ja kein schlechtes Wort über die Religion von Koran und Sunna sagen zu dürfen, weshalb im selben Bericht zur seichten Entschuldigung sich gleich zwei Personen zu beteuern beeilen, dass die Mädchenbeschneidung, jedenfalls die weibliche Genitalverstümmelung, mit dem Islam nichts, aber auch gar nichts zu tun habe:

Der Gynäkologe und Geburtshelfer Dr. Amr Hassan, Mitglied des Nationalen Frauenrates, […] legt eindringlich nahe, dass die weibliche Genitalverstümmelung kein Bestandteil des Islam ist.

The doctor urged that FMG is not a part of Islam.

Amr Hassan, Professor an der Universität zu Kairo und Initiator einer Kampagne gegen frauenfeindliche Gewalt und häusliche Gewalt (‚Enti Elahm‘ – You Are More Important), versteckt sich hinter dem für Sunniten gefälligst positiven Beispiel Saudi-Arabien, etwa nach der aufgeweichten und löchrigen Logik: Wenn selbst im Lande von Mekka und Medina keine Mädchenbeschneidung existiert, dann kann die FGM mit dem Islam nichts zu tun haben.

Wenig überzeugend angesichts der Position der hanbalitischen Rechtsschule, die FGM mindestens als islamjuristisch edel, wertvoll, ehrbar einzustufen sowie sachlich unzutreffend, denn mindestens seit 2005 ist bekannt, dass im nördlichen Saudi-Arabien Mädchen beschnitten werden. Doch hat sich zusätzlich herausgestellt, dass unter den Schafiiten Saudi-Arabiens im westlichen Bergland, also im sogenannten Hedschaz (al-Ḥiǧāz, dazu gehören auch die Städte Mekka und Medina und deren Umgebung) die islamische FGM ebenso praktiziert wird wie bis an die Grenze zum Jemen hinunter im Bereich der West- und Südküste, also in der schwülheißen Tihama (Tihāma) sowie in der an Hedschas und Jemen angrenzenden Provinz Asir (ʿAsīr).[15]

Oder sollte Amr Hassan nur vorgeben, gegen die weibliche Genitalverstümmelung (FGM, diese dann allerdings umdefiniert) anzukämpfen, um eine angeblich harmlose weibliche Genitalbeschneidung (FGC) zu legalisieren? Frei nach dem Motto. Wir beschneiden die Mädchen mit Augenmaß und Gottesfurcht und verstümmmeln sie gerade nicht?!

Eine Verteidigerin des Glaubens und ägyptische Parlamentarierin legt sich ins Zeug und schiebt diese schlimme FGM aus der edlen und himmlisch erleuchteten Zone der Dar al-Islam fort in das Land des Unglaubens, hinab ins finsterste Afrika.

Im Anschluss an el-Tahawis Entschuldigung stellte MP Amenah Nossier fest, das die FGM in keiner Weise hinzunehmen ist, schon gar nicht als legitim, aber auch nicht irgendwie psychologisch begründet bzw. als angeblich sozialadäquat. Die Parlamentarierin merkte an, dass die FGM ein gesellschaftliches Phänomen ist, ein Brauchtum, das keinerlei Bezug zum Islam hat, sondern in afrikanischen Ländern praktiziert wird.

MP Amenah Nossier said that FGM is not accepted in any way, whether legitimately, psychologically, or socially, noting that it is a social custom not related to Islam, but practised in African countries.

Bereits im letzten Jahr (2015) begeisterten sich der das obligatorische Gesichtwahren praktizierende Teil und der andere, der gutgläubige Teil der Ägypter daran, dass der Islam die FGM nicht kenne. Auch der besser informierte Gesundheitsminister Adel Adawi [Adel Adawy] steigerte sich in diese FGM-begünstigende Faktenferne hinein:

The practice is in no way related to religion. […]

the Minister of Health Dr. Adel Adawy has just said, “There are no religious justifications for Female Genital Mutilation.”[16]

Werfen wir einen ersten Blick auf die Tage später kaum fühlbar relativierte, die frühe Aussage und Forderung des Arztes. Parlamentarier Dr. el-Tahawi hatte zum weiblichen Genital festgestellt:

Wenn wir das Mädchen unbeschnitten lassen, wird in diesem Areal ihres Körpers eine Verschmutzung oder Vergiftung auftreten und das Mädchen ferner an unerwünschter sexueller Erregtheit leiden, was große Probleme verursachen kann. Deshalb nehmen wir hier den Standpunkt der Scharia ein und nicht denjenigen des Gesundheitsministers und anderer.

El Mundo (Madrid) berichtete:

Cuando dejamos a la mujer sin circuncisión, esa zona de su cuerpo se contamina además de causar un estado no deseado de excitación sexual que podría originar graves problemas.[17]

Später mehr zu Ahmad al-Tahawi (Ahmed el-Tahawy o. ä.).

Jetzt erst einmal zu dem in Ozeanien, Amerika und Europa angestrengt geleugneten Zusammenhang von FGM und Islam sowie, lässt sich die realislamische FGM für ein paar Minuten dann doch nicht abstreiten, zum begierig konsumierten muslimischen Nebelwurf, nur die Klitorisvorhaut (Praeputium clitoridis) sei schariakonform einzuritzen oder abzuschneiden, die Klitoris hingegen nach Koran und Sunna unangetastet zu lassen oder lediglich mit einer Nadel anzustechen (das Letztgenannte ist eine FGM Typ IV, for example: pricking, piercing, incising, scraping and cauterization) bzw. weitgehend ohne Gewebsverlust per Skalpell anzuritzen (ebenfalls noch zu FGM Typ IV).

Allah schütze das weibliche Lustempfinden und gewährleiste demzufolge jeder Muslima die lebenslange Existenz ihrer Klitoris, so belügt sich oder jedenfalls erzählt uns der in den USA aufgewachsene Schariafreund Imad-ad-Dean Ahmad:

Das Islamische Recht von Scharia und Fiqh verbietet die FGM Typ Ib Amputation bzw. Teilamputation der Klitoris […] oder jede andere genitale Verstümmelung, die geeignet ist, die Fähigkeit der Frau zur Wahrnehmung sexueller Lust zu beschädigen […] Dementsprechend sollten FGM Typ Ib Klitoridektomie wie auch FGM Typ III Infibulation durch die Umma als islamrechtlich verboten eingestuft werden, als ḥarām

Islamic law prohibits clitoridectomy […] or any genital mutilation which impairs the woman’s ability to enjoy sexual relations […] For Muslims, cliterodectomy and infibulation should be considered ḥarām (prohibited) practices[18]

Sollen auch aus Sicht von Imad-ad-Dean Ahmad die FGM-Typen Ia und Typ IV in den USA erlaubt werden? Und warum schweigt Ahmad ebenfalls zu FGM Typ II Schamlippen(teil)amputation?

Sicherlich dürfen Optimisten und darf auch der Chef des in unweit von Washington in Bethesda (Maryland) gelegenen Minaret of Freedom Institute (MFI) darauf hoffen, dass die Scheiche und Muftis die Klitoridektomie verbieten, doch führt uns Imad-ad-Dean Ahmad bereits dadurch in die Irre, dass er seine Ansicht zu Islam und FGM dem Bereich „authentische islamische Lehrmeinungen mit Alltagsbezug“ (authentic Islamic positions on important issues of the day) zuordnet. Der studierte Astronom und Astrophysiker sowie passionierte Israelhasser bezeichnet das alle Lebensbereiche rigoros reglementierende (das totalitäre) und insbesondere frauenfeindliche Islamische Recht, Vorbild ist auch ihm der prophetische Staatsvertrag von Medina, als mit der US-amerikanischen Verfassung problemlos vereinbar und möchte das von ihm als Pax Islamica gelobte, jeden Nichtmuslim herabwürdigende System der Dhimma für die USA verfassungsrechtlich absichern.[19]

Man mache sich nichts vor, auch nicht als ein schon bald mit Hörnle-Gutachten und djt-Vorschlag befasster deutscher Parlamentarier: FGM, auch die islamische, zielt nicht auf irgendein relativ wenig beschädigendes Pieksen oder Hauteinritzen, sondern ist der Angriff auf das Zentrum der sexuellen Lust. Wehret den Anfängen sei die Devise, wer als deutscher Politiker die geringfügigste islamische FGM erlaubt, wird zur islamischen Klitorisamputation nicht Nein sagen können.

Der freiheitliche Rechtsstaat hat Mädchen und Jungen sowie Frauen und Männer gleichzubehandeln. Für jeden Politiker ist anatomische Kenntnis sowie Wissen zur Folge der männlichen Beschneidung unabdingbar, nachzulesen in Bezug auf die organische Schädigung bei Sorrells et al. (Fine-touch pressure thresholds in the adult penis)[20] oder in Bezug auf die nachteiligen Folgen für Sexualität und Partnerschaft bei Frisch et al. (Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark).[21]

Das sensorisch-sexuelle Äquivalent der Klitoris (arab. baẓr, Mz. buẓūr) ist das männliche Präputium, die Penisvorhaut mit ihren 10.000 bis 20.000 Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen der Typen Ruffini (detektieren für längere Zeit gleichbleibenden Druck bzw. Hautspannung), Vater-Pacini (Wahrnehmung und Weitergabe von Tiefendruck sowie Vibration), Merkel (detektieren leichtesten Druck sowie Textur) und Meissner (melden leichten Druck sowie höhere Geschwindigkeit). Von Natur aus also ist nicht die Eichel, sondern die Vorhaut das männliche Lustorgan Nummer Eins. Zu Ehren oder auf Anordnung der Geisterwelt haben irgendwelche steinzeitlichen Schamanen oder sonstige Meinungsmacher dem zu initiierenden Kind per Kaputtmachen von Klitoris oder Präputium zielsicher das geraubt, was ihm auf Erden körperlich die größte Freude gemacht hat bzw. später hätte bereiten können. Ob an einem weiblichen oder männlichen Minderjährigen ausgeübt (auch um Kinderheirat oder Kindersex zu verhindern, bedeutet der Begriff vom Schutzalter minderjährig bzw. Kind stets Mensch unter achtzehn Jahre), jede rituelle Genitalbeschneidung muss überwunden werden.

Ebenfalls der seine Kinder zu heiratsfähigen und erbberechtigten Erwachsenen beschneidende Islam zielt auf die Zerstörung der religiös schlimmen sexuellen Lust, was, mindestens schafiitisch, gleichermaßen jeden Jungen wie jedes Mädchen betrifft. Will die Bundesrepublik Deutschland, dass die staatliche Lehrerin für Islamischen Religionsunterricht (IRU) das schariapflichtige Mädchen fragt: „Hallo Fatima, deine kurdische Mitschülerin Aische ist beschnitten und dein Vater kommt doch ebenfalls aus Syrien. Für euch gilt der Fiqh nach Imam al-Schafi’i, doch dein Geschlechtsteil ist noch nicht halal.“ Zu makaber, in einer staatlichen Schule nie? Völlig unrealistisch, nicht in Deutschland? Leider nicht; (mindestens) für die nach schariatisch beschneidungspflichtigen Jungen ist derlei de facto Standard, vgl. Kalifatsfreund Nadeem Elyas am 21.07.2012 zitiert beim ZMD: „Die Verpflichtung zur Beschneidung ist durch die Sunna […] belegt. […] Ausgehend von der Sunna gilt die Beschneidung sowohl bei Sunniten als auch bei Schiiten als islamische Pflicht“.[22]

Dem Gruppenzwang zum Beschnittensein kann sich kein Junge entziehen, wir Erwachsenen haben alle rituellen Genitaloperationen an Menschen unter achtzehn Jahren zu verbieten, auf dem Schulhof oder im Klassenzimmer klärt sich das gerade nicht, jedenfalls nicht im Sinne bewahrter genitaler Intaktheit.

Die FGM kommt. Wo kein Imam einer deutschen Moschee sagt: „Unbeschnittene muslimische Männer sind hier herzlich willkommen“, werden auch Deutsche Islamkonferenz, universitäre Imamausbildung und schulischer IRU mindestens die schafiitischen Mädchen zum Beschnittenwerden drängen. Diese Entwicklung muss gestoppt werden!

Auch wenn die in Java (Indonesien) Mädchenbeschneidungen organisierende Assalaam Foundation die Scheren zum jahrelangen Klitorisvorhautamputieren weggelegt hat und jetzt (angeblich) nur noch mit einer Nadel sticht: es geht beim Chitan al-inath (ḫitān al-ināṯ, FGM) nicht um einen Einstich oder um das Abschneiden von Klitorisvorhaut. Die den Propheten um Auskunft nach der Rechtmäßigkeit ihres Tuns befragende arabische Beschneiderin (ḫiṭāna, muqaṭṭtiʿa) von Mädchen Atiyya (Umm ʿAṭiyya al-Anṣāriyya) benennt man im Islam folgerichtig auch gar nicht Klitorisvorhautbeschneiderin, sondern (zu: schneiden, qataʿa, قطع) als muqaṭṭtiʿatu l-buẓūr, la coupeuse de clitoris, tajadoras de clítoris, tagliatrice di clitoridi, clitoris cutter.

Entsprechend kommt in der weltweiten Praxis und gerade auch in den vom Islam geprägten sprich islamisch beherrschten Gebieten beispielsweise eine FGM Typ Ia Amputation der Klitorisvorhaut (Praeputium clitoridis, qulfa al-baẓr, قلفة البظر) so gut wie nie vor (rarely, if ever performed alone / rarely performed alone,[23] but this form appears to be relatively rare).[24] Vielmehr wird den Mädchen oft und gerade auch islamisch begründet beim Beschneiden (ḫifāḍ; ḫafḍ; wörtl. Einsenken oder Herabtiefen) die Klitoris (بظر, baẓr, Mz. buẓūr) herausgegraben und dabei nicht selten nicht lediglich als die teilweise oder ganze Klitoriseichel (Glans clitoridis, حشفة البظر) abgeschnitten, sondern amputiert mit möglichst vielen hervorgezerrten Millimetern oder auch wenigen Zentimetern Klitorisschaft (Corpus clitoridis, جسم البظر).

Seit Jahrhunderten werden im Land am Nil auch die Mädchen beschnitten, das bedeutet genital verstümmelt. In den vergangenen Dekaden ist in Ägyptens Politik und Medizinbetrieb die Female Genital Mutilation (FGM) in fliegendem Wechsel medikalisiert, also in Arztpraxis bzw. Klinikbetrieb integriert, oder aber mit ernster Miene verboten worden. Ein bisschen verbieten reicht dabei, auch nach der acht Jahre alten, bis heute geltenden Rechtslage. 2008 wurde die Genitalverstümmelung verboten.[25] Ein Verbot macht sich nett, besonders im Ausland. Ansonsten werden Mädchen Tag für Tag beschnitten, niemand verliert sein Gesicht.

Dass sich ägyptische sunnitische Geistliche, beispielsweise die beiden al-Azhar-Kleriker Farahat Sa’id Al-Munji (for the sake of her honor, a woman can be circumcised […] all these things appear in Islamic law)[26] und Muhammad Al-Mussayar (female circumcision is permitted by Islam),[27] aber eben auch Ägyptens Mediziner für die Mädchenbeschneidung aussprechen, ist uns nichts Neues.

Erst vor vier Jahren (2012), wenig zufällig in der Zeit der volkspädagogisch abgewürgten deutschen Debatte um die Jungenbeschneidung, hatte der Ägypter Dr. Mohamed Kandil (Mohamed Kandeel)[28] die weltweite medikalisierte Option einer Sunnabeschneidung auch für Mädchen gefordert. Beinahe ausdrücklich fordert er die mögliche straffreie Anwendung einer der beiden Untertypen von FGM Typ I: Cutting, however, is advised not to go beyond type I. Ziel sei, die fraglos noch risikoreicheren Hinterhofbeschneidungen zu verhindern.

Eltern, die darauf bestehen, sollte die Prozedur angeboten werden.

The procedure should be offered to parents who insist on it

Noch einmal, der von Sunnabeschneidung schreibende Kandil, ein Professor für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universität zu Minufiya (Menoufia University, Université de Menufeya, sie befindet sich im Nildelta in der Großstadt Schibin al-Kaum) hat die optionale straffreie Durchführung beider Untertypen von FGM Typ I im Blick, das heißt sowohl von FGM Typ Ia, (Teil)Amputation der Klitorisvorhaut, als auch FGM Typ Ib, die zusätzliche Klitoris(teil)amputation.

Indem der Arzt (und eben nicht Kleriker) Kandil die männliche, nicht aber auch die weibliche Beschneidung als religiös zwingend benennt, nimmt er eine beispielsweise malikitische oder hanafitische Position ein, hätte aber als Mediziner und als Wissenschaftler die Pflicht, jedes Kindergenital, also auch jeden Jungen intakt zu lassen. Für das ihm doch sicherlich bekannte und dann in Taqiyya-Manier ausgesparte, vor allem schafiitische Anliegen der obligatorischen Mädchenbeschneidung kämpft Dr. Kandil gleichwohl, denn jeder Geistliche etwa des indonesischen MUI kann einstweilen zufrieden sein, wenn er nur straffrei beschneiden lassen kann, über den gegebenen sunnitisch-schafiitischen Beschneidungszwang redet man eben später, wenn man überhaupt redet und nicht nur schariafromm handelt (beschneidet). Kandil:

In Islam and Judaism, male circumcision is a must while female is not. In Islam, if female circumcision is desired by parents, it should not go beyond type I FGC (Ia is removal of the prepuce and Ib is removal of the prepuce and clitoris) according to hadith “Sunna type of circumcision”.

Der Islam will die FGM und dem Islam darf sich nichts in den Weg stellen. Von den USA aus kämpfen Kavita Shah Arora und Allan J. Jacobs (Female genital alteration: a compromise solution)[29] dafür, die WHO-Klassifikation zur weiblichen Genitalverstümmelung zu zerspalten in einen weiterhin verbotenen und einen ihrer Meinung nach zeitnah straffrei zu stellenden Teil. Das ist unbedingt zu verhindern; alle vier Typen der weiblichen Genitalverstümmelung, das ist FGM Typ I, II, III, IV, müssen verboten bleiben.

Arora und Jacobs also wollen die Mädchen genital ein kleines bisschen beschädigen (lassen), aber eben nur mit FGM-Prozeduren von einer Eingriffstiefe sowie Zerstörungsfolge, allen Ernstes, „de minimis“.

Uns in Deutschland erinnert dieses an gewisse „symbolische Bagatellverletzungen“, die der Trierer Strafrechtsprofessor Prof. Dr. Mark A. Zöller offensichtlich straffrei gestellt wissen will (Die Strafbarkeit der Genitalverstümmelung als Gesetzessymbolik? In: Festschrift für Bernd Schünemann zum 70. Geburtstag am 1. November 2014; Mitherhausgeberin ist die Mädchenbeschneidungsfreundin Tatjana Hörnle).[30]

Islam und FGM, M steht für mutilation, Verstümmelung, und das klingt nicht nett. Arora und Jacobs bevorzugen daher das Wort FGA, alteration, Veränderung. Auch durch die islamischen Autoritäten wird eine Begriffsverwirrung gezielt hergestellt und aufrechterhalten, die meisten sagen FGC, circumcision. Europas dann und wann gelangweilt vom friedlichen Islam redende Politiker und leider auch viele Frauenrechtsaktivistinnen können sich dumm stellen und übersehen, dass die Muftis und Mädchenbeschneider einerseits bei Bedarf jederzeit gegen die Verstümmelung (mutilation) wettern können, andererseits jedoch die weibliche Beschneidung (circumcision) gar nicht in den Verstümmelungsbegriff integriert wissen möchten, sondern in ihren Arbeitsalltag. Aus islamischer Sicht verstümmelt Allah seine Schöpfung ja gerade nicht, sondern macht heil und sichert das Heil.

Im Fiqh (Sakraljurisprudenz) der Schafiiten ist die Vorhaut der Klitoris – oder auch die Klitoris selbst – schlicht gar kein Körperteil einer religiös erwachsenen Frau (neun Mondjahre alt). Anders gesagt: Die Körperpolitik oder vielmehr das auf Belohnung im Jenseits zielende Menschenbild und Körperbild von Koran und Sunna soll (hanafitisch, malikitisch, evtl. hanbalitisch) oder sogar muss (schafiitisch, evtl. hanbalitisch) die am lebenden Objekt verbleibende klitorale Vorhaut oder auch den Kitzler als haram (ḥarām) bewerten, als islamisch ungesetzlich, nicht anders als die Vorhaut des muslimischen sprich schariapflichtigen Fünfzehnjährigen.

Der Schafiismus (šāfiʿiyya), hat seinen Schwerpunkt in Südostasien gefunden, wo ihm etwa in Malaysia und Indonesien der allergrößte Teil der Muslime zuzurechnen ist. Ferner prägt er etwa das islamische Recht der Muslime unter den Kurden, dominiert im Jemen leicht über die Fünferschiiten (Zaiditen), beherrscht Somalia und den Osten Äthiopiens und ist stark vertreten in Syrien und Ägypten. Die unter Sunniten aller Welt hoch angesehene Scharialehrstätte der Kairoer al-Azhar wird sich gegen keine der vier Rechtsschulen stellen und daher auch nie etwas gegen die schafiitisch verpflichtende Mädchenbeschneidung sagen. Die Religion von Koran und Sunna will die FGM und eine Bundesrepublik Deutschland, die bei jeder Gelegenheit, vorzugsweise nach einem durch einen Glaubenskrieger begangenen Terroranschlag, laut bekundet, den Islam integrieren zu wollen, wird Hidschab, Vielweiberei, Kindbraut und FGM integrieren müssen – oder sich endlich von der Scharia distanzieren.

Weil und solange durch noch faktenresistente oder bereits islamunterwürfige Meinungsmacher und Politiker der Islam als unbegrenzt demokratietauglich und pauschal menschenfreundlich fehletikettiert wird, droht die Legalisierung (im Sinne von Straffreistellung) der FGM auch den USA und der Europäischen Union. Weltweit sollte jeder an universellen Menschenrechten und Kinderrechten ernsthaft interessierte Bürger, insbesondere als Pädagoge oder Sozialpädagoge, der WHO zustimmen, die jede weibliche medizinisch unnötige Genitaloperation als Genitalverstümmelung (genital mutilation) definiert.

Die einheitliche Klassifikation (WHO / UNICEF / UNFPA Joint Statement) der Verstümmelungstypen (FGM Typ I, II, III, IV) ist beizubehalten. Noch die geringst invasive Form der FGM ist weder im Namen des friedlichen Zusammenlebens nach beim Integrieren des Islam durchzuwinken, sondern strafbewehrt zu kriminalisieren. Nur so ist eine der Wissenschaftlichkeit und nicht der Seelenrettung verpflichtete Medizin global durchzusetzen bzw. zu bewahren und eben nicht über das Feilschen um die rechte Altersgrenze zum sogenannten informierten Einwilligen (informed consent) in die eigene rituelle Genitalbeschädigung, wie es die Bewegung für genitale Selbstbestimmung (genital autonomy) versucht, welche spätestens seit Helsinki (2012) und Oslo (2013) den globalen Intaktivismus unterwandert hat. Statt jedes Kind – einstweilen gemeint war: jeder Junge – vor dem Gruppendruck von Religion und Stamm zu schützen, flehten die in Oslo versammelten sechs Verräter des intakten Kindergenitals pardon die sechs skandinavischen Kinderrechtsbeauftragten ihre Staaten an, doch endlich als Amtshandlung jeden (einstweilen lediglich männlichen) Minderjährigen über seine Beschneidungsbereitschaft auszufragen; eigene Hervorhebungen:

Let the boys decide on circumcision […] We request our governments to take necessary measures to ensure that boys are given the opportunity to decide for themselves whether or not they want to be circumcised.[31]

Weil auch die genitalautonome Bewegung die Mädchen nicht schlechterstellen kann als die Jungen, kann es nicht lange dauern, bis man die Erklärung von Oslo geschlechtsneutral neuformulieren wird. Wer das FGM-freundliche Potential deutlicher sichtbar machen will, ersetze daher schon heute Junge durch Mädchen:

Let the girls decide on circumcision […] We request our governments to take necessary measures to ensure that girls are given the opportunity to decide for themselves whether or not they want to be circumcised.

Die kinderfeindlichen Hersteller der Oslo Declaration und deren Sympathisanten mögen sich schämen, Norwegens 2012 auf sechs Jahre berufene Kinderrechtsbeauftragte Anne Lindboe ebenso wie der sich über die Resolution hoch erfreute britische Allgemeinmediziner Dr. Antony Lempert.[32]

Völlig altersgerecht können die nachteiligen lebenslangen Folgen einer jeden Beschneidung (FGM oder MGM) auf Körper und Partnerschaft durch ein minderjähriges (unter 18 Jahre alt) Individuum nicht abgeschätzt werden. Der jahrzehntealte und anspruchsvoll gebliebene Begriff vom Intaktivismus – und eben nicht von der kindlichen Genitalautonomie (genital autonomy) – hat seine unverhandelbare Minimalforderung daher unmissverständlich auf den Punkt zu bringen, was auch das für September 2016 angesetzte Treffen an der Keele University, 14th International Symposium on Genital Autonomy and Children’s Rights, unzweideutig bekennen sollte: Ob Mädchen oder Junge, keine Beschneidung unter achtzehn.

Zurück nach Ägypten.

Anders, als die Forderungen des Egyptian Center for Woman’s Rights (ECWR)[33] am Thema vorbeireden, anders auch, als es uns in diesen Tagen das Center for Egyptian Women Legal Assistance (CEWLA) nahelegt, hat Ahmad al-Tahawi den Islam keinesfalls falsch verstanden. Die FGM ist islamisch. Jede sunnitische Madhhab (Rechtsschule) empfiehlt die FGM mindestens, die schafiitische und evtl. auch die hanbalitische bewertet sie sogar als wadschib (wāǧib, anglis. wajib), religiös verpflichtend: Jungen und Mädchen sind zu beschneiden, anders gesagt sind genital zu verstümmeln. Ein Großteil der Bevölkerung Ägyptens folgt dem Fiqh nach Imam al-Schafii. Die Mitarbeiter des CEWLA und weltweit leider viele Aktivisten gegen die FGM stecken den sprichwörtlichen Kopf in den Sand und beteuern angestrengt, dass der echte, der eigentliche Islam die Mädchenbeschneidung nicht kenne. Die religiösen Autoritäten schweigen oder verkünden das Gegenteil.

Deutschlands Politiker wissen, dass sie bei grundgesetzlich geltendem Gleichbehandlungsgebot die Jungenbeschneidung nicht erlauben und gleichzeitig die Mädchenbeschneidung verbieten können.

In Deutschland (ab 2013) hatten sich, auf eine Veränderung des FGM-Verbots im Strafrecht zielend, Professor Karl-Peter Ringel und Rechtsassessorin Kathrin Meyer für die Legalisierung der Mädchenbeschneidung (sogenannte milde Sunna, eine FGM aus dem Bereich Typ Ia oder IV) stark gemacht (§ 226a StGB -Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung, erschienen bei Prof. Dr. Hans Lilie (Hrsg.), Schriftenreihe Medizin-Ethik-Recht, Band 51, 2014).[34]

An der Humboldt-Universität zu Berlin, Juristische Fakultät, bekleidet Prof. Dr. Tatjana Hörnle den Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung. Im Herbst 2014 stellte das dem Deutschen Juristentag vorgelegte strafrechtliche Gutachten der Verharmloserin der Jungenbeschneidung dar, dass über eine geschlechtsneutrale Neuformulierung des § 1631d BGB künftig auch sogenannte geringfügige Formen der Mädchenbeschneidung straffrei zu stellen sind, die Hörnle allerdings, wie die MGM, nicht Verstümmelung genannt wissen möchte.[35]

In der Tat schädigt eine FGM Typ Ia oder Typ IV pauschal (ohne mögliche Infektionen, Blutungen u. dgl., die jeweils durchaus tödlich sein können), nämlich in Bezug auf die irreparable Zerstörung der sensorischen Grundlagen, den Körper und die Sexualität viel weniger als die, wie gerne verkannt, FGM Typ Ib (Klitoridektomie) entsprechende männliche Genitalverstümmelung (MGM) der dreieinigen Varianten AAP, Scharia oder Halacha. Doch im freiheitlichen Rechtsstaat steht es dem Gesetzgeber nicht zu, Eltern selbst eine vergleichsweise wenig schädigende Genitalbeschneidung am Kind zu erlauben. Anders gesagt hat der Staat jedes Kind vor kultischen Operationen zu schützen, seien diese noch so geringfügig.

Der Islam beschneidet die Mädchen. Allah offenbarte es seinem Sprecher Mohammed und dieser ermahnte die muqaṭṭiʿa al-buẓūr (cutter of clitorises) Umm ʿAṭiyya:

أشمِّي ولا تنهَكي

ašimmī wa-lā tanhakī

[Cut] slightly and do not overdo it

[Schneide] leicht und übertreibe nicht

Oder der Prophet verkündete den Willen des Himmels folgendermaßen:

اختفضن ولا تنهكن

iḫtafiḍna wa-lā tanhikna

Cut [slightly] without exaggeration

Schneide [leicht] und ohne Übertreibung

Diese beiden Hadithe sind von nahezu alle schafiitischen Ulama (ʿulamāʾ, Islamgelehrte, Sg. ʿalīm) für zwingend verbindlich erklärt worden, auch wenn der indonesische Rat der Ulama, Majelis Ulama Indonesia (MUI), die Weltöffentlichkeit zwecks globaler Legalisierung der islamischen FGM (arab. chitan al-inath, indones. sunat perempuan) nach Kräften belügt.

Sobald der betreffende junge Mensch schariapflichtig geworden ist, d h. sobald das Mädchen neun und der Junge 15 Jahre (Mondjahre) alt geworden ist, zerreißt seine schuldhaft ausbleibende weibliche bzw. männliche Beschneidung im Diesseits den Gnadenstand mit dem Schöpfer und sekündlichen Erneuerer des Weltalls, womit womöglich der höchste Sinn des menschlichen Daseins verspielt wird, der jenseitige ewige Aufenthalt im Paradies. Kritik an der islamischen Beschneidung kann doch wohl nur vom Satan stammen.

Sich auf die von FGM Typ III (Infibulation) betroffene, aus Somalia stammende Autorin von Desert Flower (Wüstenblume) berufend sowie von Fakten ungerührt, desinformiert am 19.07.2016 ein Informationsportal zum Thema Krankenkassen über den Zusammenhang von Islam und weiblicher Genitalverstümmelung:

Dass Genitalverstümmelung nichts mit Religion zu tun hat, betont auch Vorkämpferin Waris Dirie.[36]

Waris Dirie, welche wie wir wissen die Jungenbeschneidung bewirbt und ihren Sohn hat beschneiden lassen,[37] war von 1997 bis 2003 UN-Sonderbotschafterin für ein Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung (UN ambassador for the abolition of FGM). 2002 gründete sie ihre eigene Organisation, die Desert Flower Foundation.

As I said, it is people´s belief that FGM is part of their culture, tradition or religion. But let me say this loud and clear: FGM has nothing to do with religion, culture or tradition. It is nothing but the most cruel form of suppressing women and the most cynical form of child abuse. But of course people justify the practice by saying that it is part of their culture or that their religion demands that they mutilate their daughters. But this is not true. No religion in the world demands FGM; in fact, FGM is the breach of the most basic rules of many, if not all religions.[38]

Um wirklich etwas gegen jede Form der weiblichen Genitalerstümmelung zu erreichen, sollte die aus dem schafiitischen Rechtskreis stammende Dirie ihre Verdunkelungskampagne zur islamischen FGM beenden. Im Islam sind Jungen und Mädchen zu beschneiden:

Circumcision is obligatory upon men and women according to us (i.e. the Shafi’is). (Majmu’ of Imam An-Nawawi 1:164) The circumcision is wajib upon men and women according to the rājih qawl of Shāfi’ī madhhab.

Answered by: Sidi Abdullah Muḥammad al-Marbūqī al-Shāfi’ī.

Checked by: Al-Ustāż Fauzi ibn Abd Rahman.[39]

Man falle nicht auf den anschließenden Nebelwurf („Clarification“) herein, mit der sich auch IslamQA hinter der islamverliebten Ohren schmeichelnden zielsicheren Falschübersetzung des Amerikaners Nuh Ha Mim Keller versteckt (We would like to point out that this “circumcision” is not what is commonly known as female genital mutilation.).

Nach Sufischeich Keller ziele Allahs Rede (Koran) und Mohammeds Befehl (Sunna) lediglich auf die Klitorisvorhaut und lasse die Klitoris in jedem Fall unangetastet. Die autoritativen Texte indes geben das Wort Klitorisvorhaut nicht her, die Rede ist vom baZr (baẓr), der Klitoris. Bis heute hat uns der amerikanische Sufischeich und Übersetzer des schafiitischen Rechtskompendiums ʿUmdat al-Sālik wa ʿUddat al-Nāsik (Reliance of the Traveller and Tools of the Worshipper) kein Wort für Klitorisvorhaut nennen können.[40]

Andererseits ist Keller bereits grundsätzlicher zu widersprechen, denn Intaktivisten und überhaupt Kinderrechtler kämpfen gegen jede Genitalverstümmelung, also auch gegen die von ihm offensichtlich gebilligte sogenannte milde Sunna (FGM Typ Ia oder IV).

Das Islamische muss das Nichtislamische überwinden und der jedenfalls schafiitische Himmel fordert das beschnittene männliche und weibliche Geschlechtsteil.

Wie angekündigt noch einige Aussagen des ägyptischen Abgeordneten und Arztes Dr. Ahmad al-Tahawi (أحمد الطحاوى Aḥmad aṭ-Ṭaḥāwī), alternative Schreibweisen Ahmed el-Tahawi, Ahmed el-Tahawy, Ahmed al-Tahawy.

Als Arzt [kann ich das beurteilen] – sobald die Beschneidung von Frauen unbillig ist [zu weit geht], würde sie schwere psychische Probleme verursachen, vor allem beim Geschlechtsverkehr. Doch wenn wir die weiblichen Wesen ganz ohne Exzision belassen, wird in diesem Gebiet [ihres Körpers, nämlich am Geschlechtsorgan] Verschmutzung oder sogar Vergiftung [تلوث, talawṯ][41] eintreten sowie ganz allgemein der unerwünschte Zustand sexueller Erregung, was zu großen Problemen führen könnte. Deshalb folge man der Ansicht der Scharia und nicht derjenigen des Gesundheitsministers (We are taking the opinion of the sharia in this matter and not what the health minister and others say).

Jede Meinung kann vertreten und diskutiert werden, nur nicht das, was der Prophet Muhammed (…) festgestellt hat. Any opinion can be debated and replied to except for that of Prophet Muhammed (…)

Den Großimam der altehrwürdigen Scharialehrstätte al-Azhar sowie jeden anderen Vertreter islamischer Gelehrsamkeit fordere ich auf, diesen Fall zeitnah zu entscheiden.

Damit hat der Parlamentarier und Arzt nach einem islamischen Urteil durch den Azhar-Scheich und Rektor der Al-Azhar-„Universität“ gerufen, nach jenem Ahmad Mohammad al-Tayyeb, der am 15. März 2016 vor dem Deutschen Bundestag sprechen durfte. Den Ungläubigen, so erläutert al-Tayyeb den Deutschen, die das noch gar nicht so recht fassen können, darf der umfassend angewendete (Staat gewordene) Islam die Dschizya abpressen, eine “kleine Kopftsteuer”.[42]

Einerseits versucht Deutschland, mit Imamausbildung, bekennendem Islamischen Religionsunterricht sowie der Deutschen Islamkonferenz den Islam (nämlich ins deutsche Recht) zu integrieren, andererseits ist es seit vielen Jahren nicht möglich, die gegebene islamische Pflicht zur Mädchenbeschneidung öffentlich anzusprechen. An diesem Kräfteverhältnis wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern, im Gegenteil gewinnt das Islamsystem an Schwerkraft und Schwungkraft. Nach der 2012 durchs Parlament gepeitschten Pauschalerlaubnis der Jungenbeschneidung wird die BRD daher bald auch die FGM ins elterliche Sorgerecht und in den Kindeswohlbegriff integrieren wollen, zumal alle Probleme im Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle volkspädagogisch kleingeredet werden sollen und die meisten muslimischen Flüchtlinge aus Syrien Schafiiten sind.[43]

Die neue Staatsdoktrin vom friedlichen Islam lässt den einstigen freiheitlichen Demokraten gar keine Wahl. Nicht nur jeder Gegner von Hidschab, Polygynie oder der Verheiratung neunjähriger Mädchen, auch der Kritiker der islamischen Mädchenbeschneidung stört das berüchtigte friedliche Zusammenleben und ist aus dem öffentlichen Diskurs, dem Schulbetrieb, der Sozialen Arbeit sowie aus Ministerium und Parlament zu exkludieren.

In Deutschland in Politik, Recht oder Pädagogik dem Islam pauschal grünes Licht zu geben, wird bedeuten müssen, die Jungen wie Mädchen verstümmelnde Beschneidung nach Koran und Sunna zu integrieren. Nichts anderes folgt bedarfsweise bereits heute aus dem ernst genommenen neuen österreichischen Islamgesetz, das, in einer beim ORF zu lesenden Erläuterung, gezielt ein falsches Pendant wählend, dem (unzulässig verharmlosenden) Begriff männliche Beschneidung nicht den Begriff weibliche Beschneidung, sondern weibliche Genitalverstümmelung gegenüberstellt:

Islamische Religionsgesellschaften und ihre Mitglieder sind berechtigt, Kinder und Jugendliche durch alle traditionellen Bräuche zu führen und entsprechend den religiösen Geboten zu erziehen.[44]

Wie gesagt, eine Aufspaltung der WHO-Klassifikation zur FGM in einen weiterhin verbotenen und einen erlaubten Teil ist unbedingt zu verhindern, alle vier Typen der weiblichen Genitalverstümmelung, das ist FGM Typ I, II, III, IV, müssen verboten bleiben.

Wenn der Souverän, immerhin noch das Volk, jetzt nicht erheblichen Druck auf seine Volksvertreter ausübt, wird Europa und wird insbesondere auch Deutschland die Mädchenbeschneidung bekommen.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] Was sind die islamischen Erfordernisse hinsichtlich der Beschneidung?

(Publiziert beim ZMD, übernommen aus: Rundbrief der Deutschen Muslim-Liga, Hamburg, Nummer 06/1997.)

http://islam.de/1641_print.php

Fatwas have been justified by Islamic scholars for a number of reasons, two major reasons being to fulfill makruma [Schariarechtlich bewertet ist das entsprechende Tun “edel, lobenswert, ehrenvoll, ehrbar”. Bei Allah gerne gesehen und auf Erden zu empfehlen, wird eine Auslassung der entsprechenden Handlung nicht bestraft.] granted by Mohammed, and to avoid falling into a taboo behavior. Some scholars suggest makruma means that female circumcision adds to the man’s pleasure. The majority of fatwas that permit or recommend Muslim female circumcision lean toward it being commendable or meritorious act on the part of the woman. Zakariyya al-Birri argues it is better to carry out female circumcision, while al-Qaradawi leaves the choice to parents according to their beliefs, in spite of the fact that he favours female circumcision, because it protects girls‘ morality „especially nowadays“ claims al-Qaradawi.

https://en.wikipedia.org/wiki/Religious_views_on_female_genital_mutilation

[2] The world’s best known Islamic scholar, Sheikh Prof.Dr. Yusuf Al-Qaradawi, on 2 March 2009 in Doha (Qatar), issued a fatwa on the initiative of the German Rüdiger Nehberg and his organisation TARGET

http://www.target-nehberg.de/HP-08_fatwa/index.php?p=Qaradawi&lang=en&

Sheikh Prof.Dr. Yusuf Al-Qaradawi schreibt Fatwa

„Weibliche Genitalverstümmelung ist ein Werk des Teufels“

Yusuf Al-Qaradawi […] Am 2. März gewährte er dem Menschenrechtler Rüdiger Nehberg, der seit neun Jahren mit seinem Verein TARGET gegen den mehr als 5000 Jahre alten Brauch der Weiblichen Genitalverstümmelung kämpft, in seiner Residenz in Doha eine Audienz. Das Resultat ist ein verbindliches Rechtsgutachten („Fatwa“). Die wichtigste Aussage darin: „Weibliche Genitalbeschneidung ist eine Änderung der Schöpfung Gottes und damit ein von Gott verbotenes Werk des Teufels.“

http://www.target-nehberg.de/HP-08_fatwa/index.php?p=Qaradawi&lang=de&

[3] Imam Z antwortet auf Sya Taha.

http://theislamicmonthly.com/a-tiny-cut-female-circumcision-in-south-east-asia/

[4] Auch die siebenerschiitischen Dawoodi Bohra (Dawudi Bohra, Dawuditen) praktizieren Islamic FGM.

(Culture and Rights: The Struggle From Within to End Female Genital Cutting. 25.04.2016, von: Anubha Bhonsle.)

https://www.newsecuritybeat.org/2016/04/culture-rights-struggle-female-genital-cutting/

[5] Berlin, Gebäude der Botschaft des Staates Indonesien. Der Islam macht die Geschlechtsorgane aller schariapflichtigen Kinder sauber und rein, wir in Indonesien beschneiden die Mädchen und verstümmeln sie nicht, so sinngemäß vernehmen es die notorischen Islamverharmloser von TdF am 10.12.2014 aus dem Mund der Leiterin der politischen Abteilung (Koordinator Fungsi Politik), Lefianna Ferdinandus (Lefianna Hartati Ferdinandus).

https://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/weibliche-genitalverstuemmelung2/unser-engagement/aktivitaeten/6-februar/unterschriftenaktion-fgm

[6] Available data from large-scale representative surveys show that the practice of FGM/C is highly concentrated in a swath of countries from the Atlantic coast to the Horn of Africa, in areas of the Middle East such as Iraq and Yemen and in some countries in Asia like Indonesia. However, FGM/C is a human rights issue that affects girls and women worldwide. Evidence suggests that FGM/C exists in some places in South America such as Colombia and elsewhere in the world including in India, Malaysia, Oman, Saudi Arabia, and the United Arab Emirates, […] The practice is also found in pockets of Europe and in Australia and North America which, for the last several decades, have been destinations for migrants from countries where the practice still occurs. […]

If trends continue, the number of girls and women undergoing FGM/C will rise significantly over the next 15 years.

http://www.unicef.org/media/files/FGMC_2016_brochure_final_UNICEF_SPREAD.pdf

Unicef Report Finds Female Genital Cutting to Be Common in Indonesia

(Mit den denkbar unbrauchbarsten indonesischen Quellen sowie islambezogen kenntnislos von: Pam Belluck and Joe Cochrane, in: The New York Times, 04.02.2016.)

Female genital cutting has always been seen as an ancient ritual practiced in Africa and to a lesser extent in the Middle East, but a new global assessment documents for the first time that it is widespread in one of the most populous countries in Asia: Indonesia, where almost half the women are estimated to have undergone it.

There has long been anecdotal evidence of the practice there, but the United Nations Children’s Fund estimated Thursday that 60 million women and girls there have been cut based on national survey data collected by the Indonesian government. The addition of Indonesia is largely responsible for raising the global tally of women and girls who have undergone the practice to 200 million from 130 million […]

http://www.nytimes.com/2016/02/05/health/indonesia-female-genital-cutting-circumcision-unicef.html?_r=0

[7] Female genital cutting in Thailand’s south

[Nebelwurf im Untertitel: „FGM is a rising cultural [aber nein, religiös] practice in southern Thailand.“]

[Informative Fotos von Lillian Suwanrumpha. Aus den Bildbeschreibungen.] Dr Umasa believes that the procedure, if done by a doctor, should not be considered mutilation. […] Imam Abdulloh at the Islamic Council Centre in Yala advises women to cut their baby girls after birth because it can help control their sexual urges when they grow up.]

(Text, gründlich recherchiert von: Gabrielle Palauch, auf: Al Jazeera, 02.04.2015.)

[…] Malaysia’s highest religious authority issued a fatwa, an Islamic legal edict, in 2009 making the cutting procedure required for all Muslim women, unless „harmful“.

Many religious leaders in Malaysia, like their counterparts in Thailand, believe the procedure as practised there is so minimally invasive that it should not be called mutilation. […]

Imam Abdullah Abu-Bakr of the Committee of Islamic Council of Yala says Muslims in the south are more observant than their co-religionists in Bangkok, because there are more foreign-educated imams and fewer distractions, such as the entertainment hub of Bangkok.

He himself was educated in Syria and Malaysia.

Thailand’s fatwa committee has not issued a fatwa surrounding the practice of sunat, but Imam Abdullah says everybody knows the practice is required for boys, typically in a public ceremony around age seven, and though is not absolutely required of women, it is something all women should do.

He says the way it is currently practised is not harmful, and is key to a Muslim’s cultural identity.

„You must peel a banana before you can eat it,“ Abu-Bakr says, „and for women, it will reduce their wildness, making them clean and strong.“

http://www.aljazeera.com/news/asia-pacific/2015/03/female-genital-cutting-thailand-south-150309083458995.html

[8] Arzt Ahmad al-Tahawy fordert die FGM religiös und medizinisch. Berichtet bei Parlmany.

„Eine ausbleibende Beschneidung bringt den Frauen Verschmutzung oder Vergiftung in dieser Region [d. h. in ihrem Genitalbereich] und zusätzlich unerwünschte sexuelle Erregung, was zu großen Problemen führt.“

“عندمانتركالأنثىمنغيرختان،يحدثتلوثفيهذهالمنطقة،وإثارةجنسيةغيرمرغوبةتؤديإلىمشاكلكبيرة”

http://www.parlmany.com/News/4/103459/%D8%B9%D8%B6%D9%88-%D9%84%D8%AC%D9%86%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%B5%D8%AD%D8%A9-%D8%AA%D8%B1%D9%83-%D8%A7%D9%84%D8%A3%D9%86%D8%AB%D9%89-%D8%A8%D9%84%D8%A7-%D8%AE%D8%AA%D8%A7%D9%86-%D8%AE%D8%B7%D8%A3-%D9%8A%D8%AA%D8%B3%D8%A8%D8%A8-%D9%81%D9%89

Der Skandal, ein Doktor und Parlamentarier bezeichnet die Mädchenbeschneidung als ebenso religiös wie medizinisch geboten. Und im Islam stimmt das ja sogar, nach Allahs Wissenschaftsbegriff beispielsweise oder nach Allahs Medizin und Allahs Familienrecht. Aber damit wäre der Islam ein wissenschaftliches, humanitäres und ethisches Problem. Man errege sich also. Das Parlament kocht. Irgendwie.

http://www.parlmany.com/News/8/103817/-%D9%82%D8%A7%D9%84%D9%88%D8%A7-%D8%A3%D9%87%D9%85-%D8%A7%D9%84%D8%AA%D8%B5%D8%B1%D9%8A%D8%AD%D8%A7%D8%AA-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%B1%D9%84%D9%85%D8%A7%D9%86%D9%8A%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D9%8A%D9%88%D9%85-%D9%87%D8%AC%D9%88%D9%85-%D8%AD%D8%A7%D8%AF-%D8%B9%D9%84%D9%89-%D8%A7%D9%84%D8%B7%D8%AD%D8%A7%D9%88%D9%89-%D8%A8%D8%B3%D8%A8%D8%A8-%D8%AA%D8%B5%D8%B1%D9%8A%D8%AD%D9%87-%D8%B9%D9%86

„We should refer to those who know more about religion, and those who know more about science,“ MP Ahmed El Tahawy told BECAUSE. Referring to some of Prophet Mohammed’s sayings, El Tahawy stated that FGM is „of honor“ and should be done under complete medical supervision.

„If they prove me wrong, I will retract my declaration,“ El Tahawy told BECAUSE. [Der Arzt kennt seine Religion. Kein Islam ohne FGM.]

The MP’s position implies that FGM is encouraged by religion. Asking him whether people should follow scientific or religious thought on the matter, the MP stands by religion. „We follow men of religion, and their opinions are to be adhered to,“ he stated.

The MP had told Parlamany that leaving a girl untouched by the procedure is wrong, while stating that overdoing it is also incorrect. […]

„Laws are not like the Qur’an. They can be amended and changed,“ the doctor argued. [Genau, zum Beispiel können sie sich an den Koran anpassen, die Gesetze: und das Resultat … ist das Kalifat.]

(Von: Aya Nader, auf: BeCause, 15.07.2016)

http://because.bz/gender/egyptian-mp-health-committee-defends-fgm

BeCause. BridgEgypt (BE).

http://because.bz/about-because

Egyptian parliamentarian promotes FGM due to “Sexual Arousal”

(Von: Nesma Abdel Azim, auf: AlBawaba EG im Juli 2016)

Member of health committee of House of Representatives, Ahmed el-Tahawy, described the female genital mutilation (FGM) operation as an Islamic “Sunna” that we should follow, al-Bawaba News reported Tuesday.

“Leaving the female uncircumcised causes sexual arousal to her, in addition to the health problems. That’s a scientific fact nobody can deny,” el-Tahawy said in an interview with Dream TV channel earlier Tuesday, calling on doctors to follow Prophet Muhammad and perform the FGM. […]

http://www.albawabaeg.com/list/32/parliament

„If we leave the girl without circumcision there will be a contamination in this area and unwanted libido that can cause great problems. We are taking the opinion of the sharia in this matter and not what the health minister and others say.

– Dr. Ahmed el-Tahawi, MP and member of the Egyptian Parliamentary Health Committee

(Quelle: Clarion Project)

http://www.clarionproject.org/content/fgm-egypt

(Parlmany)

http://m.parlmany.com/News/4/103459/%D8%B9%D8%B6%D9%88-%D9%84%D8%AC%D9%86%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%B5%D8%AD%D8%A9-%D8%AA%D8%B1%D9%83-%D8%A7%D9%84%D8%A3%D9%86%D8%AB%D9%89-%D8%A8%D9%84%D8%A7-%D8%AE%D8%AA%D8%A7%D9%86-%D8%AE%D8%B7%D8%A3-%D9%8A%D8%AA%D8%B3%D8%A8%D8%A8-%D9%81%D9%89

Egyptian MP and doctor Ahmed El-Tahawy says female genital mutilation (FGM), from a medical and religious stand, is a necessity as long as it is performed in the right way, a statement that raises questions over longstanding efforts to fight the phenomenon in Egypt.

The controversial statements by El-Tahawy, who is a member of the Egyptian parliament’s health committee, came while commenting on a potential draft resolution aimed at intensifying legal punishments against FGM, which has been criminalised in Egypt since 2008.

Speaking to Egyptian private website Parlmany on Monday, he said „as a doctor, [I can say that] when female circumcision is iniquitous it would cause serious psychological problem, especially during sexual intercourse.“

„And when we leave the female without excision, contamination in that area takes place, as well as an undesired state of sexual arousal that could lead to big problems.“ (…)

The 2014 Demographic and Health Survey showed that the FGM rate in the reproductive age from 15 to 49 stands at 92 percent. More than 75 percent of cases are of girls aged from nine to 12 while 14 percent are aged 7 or younger, which indicates that the vast majority of Egyptian families circumcise their daughters.

While medical studies point out that FGM reduces women’s sexual desire and causes other physical and psychological complications, El-Tahawy believes the issue should be dealt with primarily from a religious viewpoint.

„Any opinion can be debated and replied to except for that of Prophet Muhammed, peace be upon him,“ he said on Tuesday, arguing that one of the prophet’s sayings, which is a prime source of Islamic jurisprudence, dictates that female circumcision is essential.

„I call on the Senior Scholars Authority, Al Azhar’s Grand Imam and everyone who is related to religion to decide on that case,“ he added in a phone interview with Dream TV.

Egypt has been seeking to reduce FGM rates in recent years. […]

„We’ve seen great enthusiasm from the health minister, the general prosecution and the justice ministry to fight FGM,“ Germaine Haddad, programme officer and gender focal point at the United Nations Population Fund (UNFPA) office in Egypt, told Ahram Online.

„The MP’s statements do not reflect the official stance against FGM and will not hinder the battle against it.“

The Center for Egyptian Women Legal Assistance (CEWLA), among other critics, slammed El-Tahawy’s comments as untrue, reiterating a common stance that it is neither religiously nor medically dictated.

„It is a habit that has been common in Africa since the Pharaohs, but most Muslim countries do not know it,“ CEWLA said.

„The post-revolution parliaments came as a disappointment, as the well-being of girls and women is still up for meaningless debate from the 2012 Islamist parliament up until the one today.“

„Former MP Aza El-Garf [who belonged to the then-ruling Muslim Brotherhood] released similar statements and here is the 2016 parliament saying the same thing through El-Tahawy,“ reads the non-governmental organisation’s statement, which called on the House of Representatives to increase punishments for FGM. […]

(Egyptian MP’s endorsement of FGM stirs controversy but unlikely to have effect. Von Sherif Tarek. Ahram, 12.06.2016.)

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/233054/Egypt/Politics-/Egyptian-MPs-endorsement-of-FGM-stirs-controversy-.aspx

(Youm7) Ahmad al-Tahawi:

„بصفتى طبيب عندما يكون ختان الإناث جائرا بتحصل مشاكل نفسية كبيرة، خاصة فى العلاقة الحميمة، وعندما نترك الأنثى بلا ختان يحدث تلوث فى هذه المنطقة وإثارة جنسية غير مرغوب فيها.“

http://www.youm7.com/story/2016/7/20/%D8%A7%D9%84%D9%86%D8%A7%D8%A6%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D8%B7%D8%A8%D9%8A%D8%A8-%D9%8A%D8%AD%D9%84%D9%84-%D8%A7%D9%84%D8%AE%D8%AA%D8%A7%D9%86-%D8%B9%D8%B6%D9%88-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%B1%D9%84%D9%85%D8%A7%D9%86-%D8%A3%D8%AD%D9%85%D8%AF-%D8%A7%D9%84%D8%B7%D8%AD%D8%A7%D9%88%D9%89-%D9%84%D9%85-%D9%8A%D8%B0%D9%83%D8%B1-/2808266

(InnLebanon)

ففيتصريحأطلقَهمنذبضعةأيامأعلنَهذاالبرلمانيالمصريبفخرِِأنّه «اختتنبناتهلأنّهمقتنعبالفكرةدينياًوطبّياً». وأشاربثقةإلىأنّه

«عندمايكونختانالإناثجائراًتحصلمشاكلنفسيةكبيرة،خصوصاًفىالعلاقةالحميمية،ولكنعندماتُترَكالأنثىمنغيرختان،يَحدثتلوّثفىهذهالمنطقة،وإثارةٌجنسيةغيرمرغوبةتؤدّيإلىمشاكلكبيرة»،بحسبرأيه.

http://www.innlebanon.com/read/381354/

Nisf Al Dunia ( نصفالدنيا )

„Als Arzt sage ich Ihnen, …“

وبصفتي طبيب، فعندما يكون ختان الإناث جائرًا بتحصل مشاكل نفسية كبيرة، خاصة في العلاقة الحميمية.. وعندما نترك الأنثى من غير ختان، يحدث تلوث في هذه المنطقة، وإثارة جنسية غير مرغوبة تؤدي إلى مشاكل كبيرة“.

http://nisfeldunia.ahram.org.eg/NewsP/39/113620/%D9%85%D8%B1%D8%A3%D8%A9/%D9%85%D8%B7%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%A9-%D8%AD%D9%82%D9%88%D9%82-%D8%A7%D9%84%D9%85%D8%B1%D8%A3%D8%A9-%D8%A8%D8%A7%D9%84%D8%AA%D8%AD%D9%82%D9%8A%D9%82-%D9%85%D8%B9-%D9%86%D8%A7%D8%A6%D8%A8-%D8%A8%D8%B4%D8%A3%D9%86-%D8%AA%D8%B5%D8%B1%D9%8A%D8%AD%D8%A7%D8%AA%D9%87-.aspx

[„Dr. Ahmed Eltahawy über die Frage der Beschneidung“. Schreibfehler, nicht „chitan al-inas“, sondern FGM, (ختانالإناث) chitan al-inath.]

„صاحبالمعالى“هاتفياعضومجلسالنوابد.احمدالطحاوىيحدثعنقضيةختانالإناس

Ahmad al-Tahawi im Fernsehinterview

https://www.youtube.com/watch?v=YrFnfAe2rbQ

Ahmad al-Tahawi (أحمدالطحاوي) zurm Thema „Beschneidung“ (الختان)

https://www.youtube.com/watch?v=n94oqGLMz4A

[9] FGM islamisch? Desert Flower Foundation (DFF) schimpft los.

Despite the decision within the Ministry of Health and Population, there is still a strong endorsement for FGM coming from Ahmed el-Tahawy, a member of the Egyptian parliament’s health committee and a doctor! El-Tahawy is defending FGM for religious and medical reasons. […]

FGM is a crime and it’s a human right’s violation, there is no medical or religious reason to justify this cruel procedure! It is sad to see a doctor justify an assault.

http://desertflowerfoundation.org/en/news-detail/scandal-in-egypt.html

Auch auf dem Blog der DFF-Gründerin, Islamverharmloserin und Jungenbeschneidungsfreundin Waris Dirie.

https://warisdirie.wordpress.com/2016/07/18/scandal-in-egypt/

Auch Faduma Korn (Fadumo Korn; NALA) legt sich mächtig für den Glauben ins Zeug und flunkert uns das Blaue vom Himmel herunter. Der Islam, anders gesagt also das Islamische Recht (Scharia, Fiqh), kenne im Grunde („eigentlich“) keine Mädchenbeschneidung:

„Die Religion, die immer wieder als Erklärung angeführt wird, ist es eigentlich nicht.“ [Nein, die Religion des Islam ist die Erklärung, und zwar durch und durch, also genau „eigentlich“.]

http://www.nala-fgm.de/fgm_gruende.html

„Die Religion, die immer wieder als Erklärung angeführt wird, ist es eigentlich nicht.“ (Faduma Korn)

http://www.faduma-korn.de/info_fgm.html

Allah fordert die beschnittene Vulva mindestens für alle Schiiten ausgesprochen ernsthaft (“grundsätzlich”), doch schiebt das Sozialreferat der Hauptstadt Bayerns islambezogene Fakten ungerührt beiseite und bedankt sich bei der NALA-Gründerin. So wird das nichts mit der „Verhinderung von Genitalverstümmelung (FGM) bei Mädchen und jungen Frauen in München“.

„Grundsätzlich schreibt keine Religion FGM vor.“

“Insbesondere gilt der Dank den Fachkräften, die sich in ihren unterschiedlichen Arbeitsfeldern mit dem Thema FGM auseinandersetzen, dem Münchner Netzwerk gegen weibliche Beschneidung und insbesondere den Expertinnen Fadumo Korn und Mathilda Legitimus-Schleicher für ihr außerordentliches Engagement.”

(Landeshauptstadt München Sozialreferat / Stadtjugendamt Fachstelle für Querschnittsaufgaben GIBS Prielmayerstraße 1 80335 München Juli 2014.)

http://docplayer.org/6672138-Verhinderung-von-genitalverstuemmelung-fgm-bei-maedchen-und-jungen-frauen-in-muenchen.html

[10] Sunni fatwas

Fatwas have been justified by Islamic scholars for a number of reasons, two major reasons being to fulfill makruma granted by Mohammed, and to avoid falling into a taboo behavior. Some scholars suggest makruma means that female circumcision adds to the man’s pleasure. The majority of fatwas that permit or recommend Muslim female circumcision lean toward it being commendable or meritorious act on the part of the woman. Zakariyya Al-Birri argues it is better to carry out female circumcision, while Yusuf al-Qaradawi leaves the choice to parents according to their beliefs, in spite of the fact that he favours female circumcision, because it protects girls‘ morality „especially nowadays“ claims Al-Qaradawi.

Similarly, Al-Azhar – one of the most respected universities of the Islamic World in Cairo – has issued a number of fatwas on female circumcision over its history. On June 23, 1951, a fatwa from Al-Azhar declared that it does not recognise the abandonment of female circumcision as an option, and that female circumcision is advisable because it curbs „nature“. Moreover, this fatwa declared doctors‘ opinions on the disadvantages of female circumcision as irrelevant. On January 29, 1981, another fatwa from Al-Azhar was authored and proclaimed by the Grand Sheikh of Al-Azhar. The fatwa insisted that it is impossible to abandon the lessons of Mohammed in favor of the teaching of others, such as doctors, because the science of medicine evolves. The fatwa then recommended to the Islamic community that female circumcision is a duty, and the responsibility of female circumcision lies with the guardian of the girl. In October 1994, the mufti of Egypt publicly declared that hadiths on female circumcision attributed to the Prophet were unreliable; however, within days of this announcement, Shaykh Gad al-Haqq Ali of al-Azhar issued a fatwa that female circumcision is a part of the legal body of Islam and is a laudable practice that honors women. Egyptian government, in 1996, banned female circumcision in hospitals and prohibited licensed professionals from performing FGM. However, in 1997, Shaykh Nasr Farid Wasil, Grand Mufti of Egypt, issued a fatwa that female circumcision should be permitted even though it is not obligatory under Islam. Soon after, Egypt’s court overturned the government ban on female circumcision in hospitals and by licensed professionals.

https://en.wikipedia.org/wiki/Religious_views_on_female_genital_mutilation#Sunni_fatwas

[11] Protest gegen den Auftritt von Großscheich al-Tayyeb vor dem Deutschen Bundestag und der Universität Münster

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2016/03/14/443/

Auch bei Ümmühan Karagözlü (Schariagegner). Die technisch bedingt ggf. lange Ladezeit abzuwarten lohnt sich angesichts einer Fülle von kenntnisreichen Kommentaren zur Lage in Ägypten, vor allem die christliche Minderheit der Kopten betreffend.

https://schariagegner.wordpress.com/2016/03/14/todesfatwen-sind-keine-friedensbotschaft/

[12] Großmufti Dr. Schawki Allam an der Universität Bonn

„Im Namen des Islam? – Religion als Mittel zum Zweck“ Ägyptischer Großmufti bei Diskussionsveranstaltung im Universitätsforum

https://www.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/140-2016

Center for International Security and Governance (CISG)

Datum: 14. Juli 2016, 18:00 Uhr Ort: Bonner Universitätsforum, Heussallee

http://cisg-bonn.com/2016/04/ankuendigung-diskussionsveranstaltung-im-namen-des-islam-religion-als-mittel-zum-zweck/

Shawki Allam

Shawki Ibrahim Abdel-Karim Allam is the 19th and current Grand Mufti of Egypt through Dar al-Ifta al-Misriyya succeeding Ali Gomaa.

His office, the Dar al Ifta (literally, the house of fatwas), a government agency charged with issuing religious legal opinions on any question to Muslims who ask for them, issues some 5,000 fatwas a week, including both the official ones that he himself crafts on important issues and the more routine ones handled via phone and Internet by a dozen or so subordinate muftis.

https://en.wikipedia.org/wiki/Shawki_Allam

[13] Female circumcision contradicts Islamic law

Egypt’s Dar al-Iftaa confirmed that female circumcision is a cultural practice and has no link whatsoever with Islam and its teachings.

This statement came in response to some fatwas issued by non-specialists who claim that it is a religious injunction.

The statement added that the prohibition of female circumcision is in accord with the objectives of Islamic law and interests of the people.

http://www.dar-alifta.org/Foreign/ViewArticle.aspx?ID=1881&CategoryID=1

Überschrift: „Von Dar al-Ifta. Noch zu dem Vorfall mit dem Mädchen in Suez [Mayar Mohamed Mousa, 17, starb am 29.05.2016 bei ihrer FGM und unter Vollnarkose im El Canal National Hospital]. Chitan al-inath (ختان الإناث), weibliche Beschneidung, verstößt sowohl gegen die Scharia als auch gegen das [weltliche] Gesetz (aš-šarīʿawa l-qānūn).“

Im ersten Satz wird die faktenwidrig pauschal aus dem Bereich des Islamischen in denjenigen des Volksbrauchtums verschobene FGM, Chitan al inath, nicht definiert; von einer solchen Formulierung aber sind sogenannte milde Formen der FGM ggf. ausgelassen.

Weiter unten ist von einer Distanzierung von der FGM im Jahre 2006 die Rede.

2006 redete Ali Gom’a ein bisschen gegen FGM, ohne allerdings beispielsweise FGM Typ Ia, Typ Ib oder Typ IV explizit zu verwerfen. Zuerst hätte er sich zur viele Jahrhunderte alten schafiitischen FGM-Pflicht positionieren müssen.

http://dar-alifta.org.eg/AR/Viewstatement.aspx?ID=5818

http://www.elfagr.org/2159547

http://www.alhyatalmasrya.com/beauty/59938.html

2006

Die Internationale Konferenz der Gelehrten bezüglich des Verbots von Missbrauch [der Islam missbraucht nicht, sondern macht sauber und rein] des weiblichen Körpers wurde am […] 22. und 23. 11.2006 in den Konferenzräumlichkeiten der Al-Azhar Universität abgehalten. […]

Weibliche Genitalbeschneidung [welche? Nur FGM Typ III?] ist eine ererbte Unsitte, die in einigen Gesellschaften praktiziert wird und von einigen Muslimen in mehreren Ländern in Nachahmung übernommen wurde. Dies ohne textliche Grundlage im Koran, respektive einer authentischen Überlieferung des Propheten.

Die heutzutage praktizierte weibliche Genitalbeschneidung [Motto: Wir sollten die Mädchen morgen anders beschneiden als heute?] fügt der Frau physische und psychische Schäden zu. […] diese Unsitte […]

Ebenso fordern die Teilnehmer der Konferenz die internationalen und regionalen Institutionen und Einrichtungen auf, ihre Anstrengungen auf die Aufklärung und Unterrichtung der Bevölkerung zu konzentrieren. Dies betrifft insbesondere die hygienischen und medizinischen Grundregeln, die gegenüber der Frau eingehalten werden müssen, sodass diese Unsitte nicht weiter praktiziert wird. [nanu, FGM lediglich ein Problem bei fehlender Keimfreiheit im Operationsraum oder anderweitigem Mangel an zeitgemäßer Medikalisierung?] […] diese Unsitte […]

Die Konferenz fordert die Legislativorgane auf, ein Gesetz zu verabschieden, welches den Praktizierenden diese schädigende Unsitte der weiblichen Genitalbeschneidung untersagt und sie als Verbrechen deklariert, unabhängig davon, ob es sich bei den Praktizierenden um Täter oder Initiator handelt. […]

Des Weiteren fordert die Konferenz die internationalen Institutionen und Organisationen auf, in allen Regionen Hilfe zu leisten, in denen diese Unsitte praktiziert wird, um somit zu ihrer Beseitigung beizutragen. [ist lediglich Typ III zu verbieten beabsichtigt sowie zusätzlich Typ I bzw. Typ II bei einem besonders wenig sterilen Operieren?]

Unterschrift:

Prof. Dr. Ali Gom’a

Großmufti Ägyptens

24.11.2006

(Quelle, deutsch: TARGET / Rüdiger Nehberg.)

http://www.target-human-rights.de/HP-08_fatwa/index.php?p=fatwaAzhar

Arabisches Original

http://www.target-human-rights.de/HP-08_fatwa/index.php?p=arabisch

Allenfalls Wunschdenken seitens der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

„Im November 2006 fand die jüngste Gelehrtenkonferenz an der Al-Azhar Universität statt. Initiiert von der deutschen Menschenrechtsorganisation TARGET und unter Schirmherrschaft des Großmufti von Ägypten, Prof. Dr. Ali Gom‘a, diskutierten muslimische Gelehrte aus aller Welt mit Wissenschaftlern über die Praktik. Sie fällten den Beschluss, FGM mit dem Gewicht einer Fatwa als strafbare Aggression und Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzustufen.“

https://www.giz.de/expertise/downloads/giz2011-de-fgm-islam.pdf

(دار الإفتاء: ختان الإناث مخالف للشريعة والقانون)

https://www.youtube.com/watch?v=C_vRT9i5jBk

[14] MP apologises for controversial comments on FMG issue

Al-Tahawy demanded that media outlets correct his previous comments to confirm his full respect for women [Arzt al-Tahawi bekennt seinen großen Respekt vor den ägyptischen Frauen. Genau. Vor den islamisch beschnittenen Frauen.]

(Daily News Egypt, 19.07.2016)

Member of parliament Ahmed Al-Tahawy apologised at the Sunday [17.07.2016] evening session of the House of Representatives for his controversial comments last week defending female genital mutilation (FMG), which prompted criticism and condemnation from women rights originations and activists.

During the evening session, Al-Tahawy said that he apologised to all Egyptian girls if his statements offended them, and confirmed to women’s organisations that he is interested in the dignity and prestige of women.

He further demanded that media outlets correct what they circulated about his previous comments, confirming his full respect for women.

The MP said that after reviewing the fatwa issued on 2 June 2016 by Dar Al-Ifta, which after several studies confirmed the illegality of FGM, he found that ”FGM is a very controversial issue as there are several disagreements over it”. [Sogar schlimm umstritten ist sie, die islamische Mädchenbeschneidung. Es gibt sogar Gegner der Islamic FGM; diese Angelegenheit (issue) ist wirklich schlimm umstritten, very controversial.]

He also stressed that the Grand Mufti is the only responsible party to legislate and legalise such an issue. [Entschuldigung geht anders. Nach wie vor ist sein Aufruf:

Ägypter, lassen wir Scheich Schawki Ibrahim Allam (شوقي إبراهيم علام) reden, der Großmufti soll jetzt zur FGM entscheiden.]

Member of the National Council for Women, Amr Hassan, who is an obstetrician and gynaecologist, said that a meeting will be held in the parliament on Tuesday to discuss harsher punishment for FMG and to stress the necessity of avoiding comments on such sensitive issues without being fully familiar with its consequences.

Hassan commented on Al-Tahawy’s statements saying that MPs’ statements are very significant and impact people and that such statements could really distort people’s thoughts. The doctor urged that FMG is not a part of Islam [nun, “FGM” nicht, maßvolle FGC schon], pointing to Saudi Arabia where it is not practised despite the restrictions imposed on women there. [Merke: Was auf Erden schlimm ist, hat nichts mit dem Islam zu tun.]

Following Al-Tahawy’s apology, MP Amenah Nossier said that FGM is not accepted in any way, whether legitimately, psychologically, or socially, noting that it is a social custom not related to Islam, but practised in African countries. [Nix mit Islam zu tun.]

Al-Tahawy, who is a member of the Health Committee, previously stated that “leaving a female without FGM is something wrong” during a parliamentary discussion on 12 June about implementing harsher punishments for FGM practice. […]

http://www.dailynewsegypt.com/2016/07/19/mp-apologises-controversial-comments-fmg-issue/

Arabisch, bei Parlmany. Der Arzt und MP Ahmad al-Tahawi (Ahmed el-Tahawi usw.) entschuldigt sich ein bisschen für seine Forderung nach der FGM.

http://www.parlmany.com/News/7/105930/-%D9%86%D8%A7%D8%A6%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D8%AE%D8%AA%D8%A7%D9%86-%D9%8A%D8%B9%D8%AA%D8%B0%D8%B1-%D9%84%D9%86%D8%B3%D8%A7%D8%A1-%D9%85%D8%B5%D8%B1

Hier noch ein bisschen mehr Entschuldigung, gar der Gang nach Canossa? Ahmad al-Tahawi (Ahmed el-Tahawi) will die Autorität der Dar al-Ifta respektieren und die Würde der Frauen sowieso. Was, wenn Office of the Mufti schon bald eine soundso kleine FGC islamrechtlich statthaft nennt? Nach dem Recht der Schafiiyya ist der Unbeschnittene wie die Unbeschnittene islamisch ohne Würde.

http://www.parlmany.com/News/4/105805/%D8%A3%D8%AD%D9%85%D8%AF-%D8%A7%D9%84%D8%B7%D8%AD%D8%A7%D9%88%D9%89-%D8%B9%D8%B6%D9%88-%D9%84%D8%AC%D9%86%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%B5%D8%AD%D8%A9-%D9%8A%D8%B9%D8%AA%D8%B0%D8%B1-%D8%A8%D8%A7%D9%84%D8%AC%D9%84%D8%B3%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%A7%D9%85%D8%A9-%D8%B9%D9%86-%D8%AA%D8%B5%D8%B1%D9%8A%D8%AD%D8%A7%D8%AA%D9%87

[15] Thomas von der Osten-Sacken, director of a German nongovernmental organization called WADI […] The practice is known to exist throughout the Middle East, particularly in northern Saudi Arabia, southern Jordan, and Iraq.

(Female circumcision surfaces in Iraq. By Nicholas Birch, Contributor to The Christian Science Monitor. 10.08.2005)

http://www.csmonitor.com/2005/0810/p06s01-woiq.html?s=t5

FGM in Saudi-Arabien

Female genital mutilation is present in Saudi Arabia. FGM is most prevalent in Saudi regions following Shafi’i school within the Sunni sect of Islam, such as Hejaz, Tihamah and Asir. In a clinical study, Alsibiani and Rouzi provide evidence of the practice in Saudi Arabia. Another 2010 report claims post-FGM medical complications are an indicator of widespread prevalence of the practice in Saudi women. A 2012 study finds, that of the Saudi women who had FGM, Type III was more common than Type I or II.

https://en.wikipedia.org/wiki/Prevalence_of_female_genital_mutilation_by_country#Saudi_Arabia

[16] 7 False Myths About FGM

As Egypt launches its massive anti-female genital mutilation campaign today, we take a look at some of the most common misconceptions about the barbaric and dangerous practice that still affects millions of women yearly.

[…] The practice is in no way related to religion. […] the Minister of Health Dr. Adel Adawy [Adel Adawi] has just said, “There are no religious justifications for Female Genital Mutilation.”

(CairoScene, 14.06.2015)

http://www.cairoscene.com/LifeStyle/7-False-Myths-About-FGM

Health Minister Adel Adawi [Adel Adawy] discussed with his visiting Gambian counterpart Omar Sey boosting cooperation in the health sector.

http://allafrica.com/stories/201501121942.html

[17] Sin embargo, aún existen muchas voces que siguen justificando la práctica. Precisamente a principios de esta semana el diputado y médico Ahmed el Tahawi, miembro del comité de Sanidad del Parlamento egipcio, defendió la necesidad de la ablación. En una entrevista a un medio digital, a propósito de una propuesta de reforma legislativa para endurecer la prohibición, Al Tahawi aseveró: „cuando dejamos a la mujer sin circuncisión, esa zona de su cuerpo se contamina además de causar un estado no deseado de excitación sexual que podría originar graves problemas“.

El Mundo (EM), (Madrid), 18.07.2016.

http://www.elmundo.es/sociedad/2016/07/15/5788c352268e3ee46b8b4611.html

[18] FEMALE GENITAL MUTILATION: AN ISLAMIC PERSPECTIVE

Imad-ad-Dean Ahmad

[…] Islamic law protects a woman’s right to sexual enjoyment […] Islamic law prohibits clitoridectomy (partial or complete removal of the clitoris) or infibulation (excision of part or all of the external genitalia and stitching/narrowing of the vaginal opening), or any genital mutilation which impairs the woman’s ability to enjoy sexual relations. Such prohibitions are consistent with the hadithic warning against severity in female circumcision. […] Islamic law does not mandate female genital mutilation and tolerates only the most mild form of circumcision […] For Muslims, cliterodectomy and infibulation should be considered ḥarām (prohibited) practices and opposition to it should be part of our ongoing mandate to fight against superstition and oppression. As to the mildest form of female circumcision, the risks to the girl’s future ability to enjoy sexual relations with her husband must place it at best in the category of makrūh (disliked) practices. Since it has neither hygienic nor religious value, there is no justification for Muslims to engage in this painful and potentially harmful practice and it would be best to avoid it completely.

http://www.minaret.org/fgm-pamphlet.htm

MFI

Minaret of Freedom Institute

Imad-ad-Dean Ahmad, Ph.D. (President, director)

http://www.minaret.org/Staff.htm

MFI

Minaret of Freedom Institute

Its early board of advisers included former Richard Nixon advisor Robert D. Crane, a convert to Islam, and Charles Butterworth, a University of Maryland Islamic scholar.

Religious views

Sharia law

The Institute holds that adherence to Sharia law and even Islamist politics can be compatible with libertarian ideas. In a paper delivered at a 2005 Center for the Study of Islam and Democracy conference Imad-ad-Dean Ahmad noted the similarities of American secularism and Islamic law, argued that the free exercise of religion is inherently part of Islamic law and outlined a vision of „Islamic pluralism“ where the traditional dhimmi system of protection of non-Muslims must be explicitly protected constitutionally.

https://en.wikipedia.org/wiki/Minaret_of_Freedom_Institute

Imad-ad-Dean Ahmad

He was raised in Pennsylvania and graduated cum laude with a bachelor’s degree from Harvard University (1970) and a doctoral degree in astronomy and astrophysics from the University of Arizona (1975).

https://en.wikipedia.org/wiki/Imad-ad-Dean_Ahmad

Bethesda is a census-designated place in southern Montgomery County, Maryland, just northwest of the United States capital of Washington, D.C.

https://en.wikipedia.org/wiki/Bethesda,_Maryland

[19] The Medina Covenant was described as a Pax Islamica by Imad-ad-Dean Ahmad […] Ahmad finds that the Medina Covenant parallels the US Constitution

https://books.google.de/books?id=9sLFAAAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

The Institute holds that adherence to Sharia law and even Islamist politics can be compatible with libertarian ideas. In a paper delivered at a 2005 Center for the Study of Islam and Democracy conference Imad-ad-Dean Ahmad noted the similarities of American secularism and Islamic law, argued that the free exercise of religion is inherently part of Islamic law and outlined a vision of „Islamic pluralism“ where the traditional dhimmi system of protection of non-Muslims must be explicitly protected constitutionally.

https://en.wikipedia.org/wiki/Minaret_of_Freedom_Institute

[20] Fine-touch pressure thresholds in the adult penis.

Sorrells ML, Snyder JL, Reiss MD, Eden C, Milos MF, Wilcox N, Van Howe RS.

CONCLUSIONS

The glans of the circumcised penis is less sensitive to fine touch than the glans of the uncircumcised penis. The transitional region from the external to the internal prepuce is the most sensitive region of the uncircumcised penis and more sensitive than the most sensitive region of the circumcised penis. Circumcision ablates the most sensitive parts of the penis.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17378847

[21] Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark.

Morten Frisch, Morten Lindholm and Morten Grønbæk.

CONCLUSIONS

Circumcision was associated with frequent orgasm difficulties in Danish men and with a range of frequent sexual difficulties in women, notably orgasm difficulties, dyspareunia and a sense of incomplete sexual needs fulfilment. Thorough examination of these matters in areas where male circumcision is more common is warranted.

http://ije.oxfordjournals.org/content/early/2011/06/13/ije.dyr104.abstract

[22] Ist die Knaben-Beschneidung überhaupt Pflicht im Islam?

[„Eine Aufklärung des Theologen und Arztes Nadeem Elyas“, jenem „Frauenarzt aus dem rheinischen Eschweiler“ (s. u.), der allerdings seine Doktorarbeit nicht finden kann. Publiziert beim ZMD am 21.07.2012, mithin im Jahr der staatlich abgewürgten Beschneidungsdebatte 2012.]

[…] Die Verpflichtung zur Beschneidung ist durch die Sunna (Aussagen und Handlungen des Gesandten Allahs) belegt. Denn der Koran und die Sunna gelten gemeinsam als die Quelle der Rechtslehre im Islam; sie ergänzen und erklären sich gegenseitig. In der Regel enthält der Koran zusammengefasste Aussagen, die die Sunna ausführlich durch Aussagen und Lebensweise des Propheten darlegt.

Ausgehend von der Sunna gilt die Beschneidung sowohl bei Sunniten als auch bei Schiiten als islamische Pflicht und gehört zu den Glaubensüberzeugungen der Muslime. Bei zwei der sunnitischen Rechtsschulen (der schafiitischen und der hanbalitischen) sowie bei den schiitischen Rechtsschulen gilt die Beschneidung als wajib (Pflicht). Bei den restlichen sunnitischen Rechtsschulen (der hanafitischen und der malikitischen) gilt sie als Sunna Muakkada (Mit Nachdruck empfohlene Prophetentradition). […]

http://islam.de/20776

Frauenarzt aus dem rheinischen Eschweiler […] Elyas hat sich mehrfach zu der Pflicht der Moslems bekannt, einen islamischen Staat zu errichten. In der von ihm inspirierten „Islamischen Charta“ wird diese Verpflichtung geschickt umgangen. Das Dokument gibt auch keine Antwort auf die Frage, wie es wirklich mit der Gleichheit von Mann und Frau steht. Erwähnt wird nur das aktive und passive Wahlrecht der Frau. […] Kardinal Karl Lehmann hat dem Islam ein „ungebrochenes Verhältnis zur Gewalt“ bescheinigt. Diesen Vorwurf konnte auch der diplomatische Nadeem Elyas nicht widerlegen.

(Das doppelte Gesicht des Islam in Deutschland: Nadeem Elyas. Von Gernot Facius. DIE WELT, 18.06.2002.)

http://www.welt.de/print-welt/article395030/Das-doppelte-Gesicht-des-Islam-in-Deutschland-Nadeem-Elyas.html

Islamische Charta

Die am 03.02.2002 verabschiedete Islamische Charta: Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft stammt aus der Feder von Nadeem Elyas, der zeitweilig als Generalsekretär der Union Muslimischer Studenten-Organisationen in Europa (UMSO) sowie als Sprecher des Islamischen Zentrums Aachen (IZA) tätig war und der vor allem, bis 2006, als Amtsvorgänger von Ayyub Axel Köhler bedeutsam ist, jenes Vorsitzenden des ZMD, dessen Nachfolge 2010 der dort bis heute tätige Aiman Mazyek antrat.

Von Jacques Auvergne (2011)

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/09/27/262/

Auf dem Weg zur Rechtspaltung

Zum Text des Nadeem Elyas »Das weiche Wasser wird besiegen den harten Stein«, den der Islamische Informationsdienst (IID) 1997 in Aachen anlässlich der zwei Jahre eher erfolgten Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an die islamverliebte Orientalistin Annemarie Schimmel herausgab. Des Buches komplette zweite Hälfte »Teil 2 Nadeem Elyas« (75-130) gliedert sich in die drei Kapitel »Menschenrechte im Islam« (75-100), »Friedensauftrag des Islam« (101-116, hier unberücksichtigt) und »Friedliches Zusammenleben in Europa« (117-130).

Von Jacques Auvergne (2010)

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/07/11/180/

[23] rarely, if ever performed alone / rarely performed alone

Type I is subdivided into Ia, removal of the clitoral hood (rarely performed alone), and the more common Ib (clitoridectomy), the complete or partial removal of the clitoral glans and clitoral hood. (When discussing FGM, the WHO uses clitoris to refer to the clitoral glans, the visible tip of the clitoris.) Susan Izett and Nahid Toubia write: „[T]he clitoris is held between the thumb and index finger, pulled out and amputated with one stroke of a sharp object.“

https://en.wikipedia.org/wiki/Female_genital_mutilation#WHO_Types_I_and_II

Type I is subdivided into Ia, the removal of the clitoral hood (rarely, if ever performed alone), and the more common Ib (clitoridectomy), the complete or partial removal of the clitoris and clitoral hood.

https://www.reddit.com/user/Hey_Thats_Not_Irony?sort=hot

[24] but this form appears to be relatively rare

The reference to the clitoral prepuce is moved to the end of the sentence. The reason for this change is the common tendency to describe Type I as removal of the prepuce, whereas this has not been documented as a traditional form of female genital mutilation. However, in some countries, medicalized female genital mutilation can include removal of the prepuce only (Type Ia) (Thabet and Thabet, 2003), but this form appears to be relatively rare (Satti et al., 2006). Almost all known forms of female genital mutilation that remove tissue from the clitoris also cut all or part of the clitoral glans itself.

https://www.reddit.com/r/SubredditDrama/comments/4jcfk6/radviceanimals_uncut/d36km7s.compact

[25] In 2008, the Egyptian Parliament criminalised FGM/C by amending the country‟s Penal Code through Article 242b is) to ensure that existing articles that address deliberate bodily injury (Articles 241 and 242) be applied to FGM/C. That same year the Egyptian Parliament amended the Child Law. While the amendment to the Child Law did not specifically address FGM/C, it supported the revised Penal Code by establishing decentralised Child Protection Committees at governorate and district levels. These committees are responsible for developing child protection policy at governorate level, identifying and referring child abuse cases, and monitoring the enforcement of the anti-FGM/C law and Ministry of Health decree on FGM/C at governorate, district and community levels.

(Source: Communication with NCCM, UNICEF, Save the Children UK, and Egyptian Centre for the Rights of the Child)

http://www.unicef.org/policyanalysis/files/UNICEF_-_LRI_Legislative_Reform_to_support_the_Abandonment_of_FGMC_August_2010.pdf

Die Al-Azhar und das weibliche Genital

[Auszüge aus einer Fernsehdebatte zum Thema der weiblichen Beschneidung in Ägypten. Ausgestrahlt wurde das Interview über den kuwaitischen Fernsehsender Al-Rai TV am 28. März 2006. Es unterhalten sich Dr. Muhammad Wahdan, Dozent an der Kairoer Al-Azhar-„Universität“ und die Dozentin für Islamisches Religiöses Recht Dr. Malika Zarrar. Quelle MEMRI-TV.]

[…] Fassen wir zusammen: Erstens bleibt Frauenbeschneidung etwas Unbesprechbares. Zweitens findet sie statt. Und drittens wird sie immer wieder offiziell verboten. Die Akteure der arbeitsteiligen islamischen Gesellschaften kultivieren eine vernetzte und flexible Rhetorik.

Vielleicht sollten wir Imperialisten und Eurozentriker die ägyptischen FGM-Verbote gar nicht wörtlich nehmen sondern als einen gequält geäußerten Wunsch erkennen.

Als den Wunsch nach dem Wechsel des Gesprächsthemas.

Jacques Auvergne, 09.06.2008.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/06/09/072/

[26] Al-Azhar Cleric Farahat Sa’id Al-Munji Justifies Female Circumcision: It Replaces the Chastity Belts of Ancient Times.

[…] for the sake of her honor, a woman can be circumcised […] all these things appear in Islamic law […] Don’t think we are making these things up. It all exists [in religious law] and is determined… We say that if the clitoris is so on and so forth […]

Ins Englische übersetzt bei: MEMRI – The Middle East Media Research Institute

http://www.memritv.org/clip_transcript/en/1466.htm

Al-Azhar Cleric Farahat Sa’id Al-Munji Justifies Female Circumcision: It Replaces the Chastity Belts of Ancient Times

Mehwar TV (Egypt) – May 10, 2007

Die Filmsequenz mit englischen Untertiteln, dokumentiert bei: MEMRI – The Middle East Media Research Institute

http://www.memritv.org/clip/en/1466.htm

[27] Dr. Muhammad al-Mussayar von der Kairoer al-Azhar-„Universität“

„All the jurisprudents, since the advent of Islam and for 14 centuries or more, are in consensus that female circumcision is permitted by Islam. But they were divided with regard to its status in shari’a. Some said that female circumcision is required by shari’a, just like male circumcision. Some said this is the mainstream practice, while others said it is a noble act. But throughout the history of Islam, nobody has ever said that performing female circumcision is a crime. There has been a religious ruling on this for 14 centuries.“

Dokumentiert bei: MEMRI – The Middle East Media Research Institute

http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/2068.htm

Al-Azhar University Scholars Argue over the Legitimacy of Female Circumcision Practiced in Egypt

Al-Arabiya TV (Dubai/Saudi Arabia) – February 12, 2007

Die Filmsequenz mit englischen Untertiteln, dokumentiert bei: MEMRI – The Middle East Media Research Institute

http://www.memritv.org/clip/en/1392.htm

[28] Mohamed Kandil / Mohamed Kandeel

Female circumcision: Limiting the harm

CONCLUSIONS

To conclude, law makers all around the globe are invited to review the legal situation of female circumcision. Parents, especially immigrants to the western world from the practicing societies, should be properly counselled for the possible complications, but should also be informed that these data were not derived from randomized controlled trials. Those who insist on circumcising their daughters should be allowed to do so, but advised not to exceed type I cutting; otherwise, they will go for it secretly and illegally by inexperienced personnel in a poorly hygienic environment with the possibility of complications.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3917656/

[29] Female genital alteration: a compromise solution

Kavita Shah Arora, Allan J. Jacobs

ABSTRACT

Despite 30 years of advocacy, the prevalence of non-therapeutic female genital alteration (FGA) in minors is stable in many countries. Educational efforts have minimally changed the prevalence of this procedure in regions where it has been widely practiced. In order to better protect female children from the serious and long-term harms of some types of non-therapeutic FGA, we must adopt a more nuanced position that acknowledges a wide spectrum of procedures that alter female genitalia. We offer a revised categorisation for non-therapeutic FGA that groups procedures by effect and not by process. Acceptance of de minimis procedures that generally do not carry long-term medical risks is culturally sensitive, does not discriminate on the basis of gender, and does not violate human rights. More morbid procedures should not be performed. However, accepting de minimis non-therapeutic FGA procedures enhances the effort of compassionate practitioners searching for a compromise position that respects cultural differences but protects the health of their patients.

http://jme.bmj.com/content/42/3/148.abstract?ijkey=4ce15217e79cdbd199e08ffcace3f2ebeb33d64a&keytype2=tf_ipsecsha

[30] „Zudem ist mit Blick auf die Wortwahl des Gesetzgebers erkennbar, dass es sich um negative Veränderungen von einigem Gewicht handeln muss. Damit scheiden rein symbolische Bagatellverletzungen, kosmetisch motivierte Eingriffe wie „Schönheitsoperationen“ im Genitalbereich oder dem Modebewusstsein entspringende Intimpiercings aus dem objektiven Tatbestand des § 226a StGB aus.″

Seite 733

https://books.google.de/books?id=TSPoBQAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Professor Dr. Mark A. Zöller

Professur für Deutsches, Europäisches und Internationales Strafrecht und Strafprozessrecht sowie Wirtschaftsstrafrecht

https://www.uni-trier.de/index.php?id=23759

[31] Kollaboration mit den Ritualbeschneidern, Prinzip Beschneidung auf Kinderwunsch: Anne Lindboe und die fünf anderen Nordischen Kinderrechtsbeauftragten. Zitat; eigene Hervorhebungen.

Circumcision without a medical indication on a person unable to provide informed consent [man verteidigt nicht, wie kinderrechtlich geboten, das intakte Geschlechtsorgan, sondern beeilt sich, die Genitalverstümmelung zu tolerieren, sobald der junge Mensch sie für sich wünscht] conflicts with basic principles of medical ethics, particularly because the operation is irreversible, painful and may cause serious complications. There are no health-related reasons to circumcise young boys in the Nordic countries. Arguments that may argue in favour of circumcision in adult men are of little relevance to children in the Nordic area. Boys [Jungen sollen sich entscheiden dürfen, wann kommen die Mädchen?] can make up their own minds about the operation when they get old enough to provide informed consent [es geht der Bewegung der Genitalautonomen nur noch um das Aushandeln des Alters der informierten Einwilligung].

We ask the Nordic governments to take the necessary steps towards ensuring that boys get the right to decide for themselves whether or not they want to be circumcised.

Oslo, 30th of September 2013 — Signed by

• Anne Lindboe, Norwegian ombudswoman for children

• Fredrik Malmberg, Swedish ombudsman for children

• Maria Kaisa Aula, Finnish ombudswoman for children

• Per Larsen, Chairman of the Danish Children’s Council

• Margrét Maria Sigurdardóttir, Icelandic ombudswoman for children

• Anja Chemnitz Larsen, Greenlandic Children’s spokesperson

as well as by representatives of Nordic associations of pediatricians and pediatric surgeons.

https://www.crin.org/en/library/news-archive/male-circumcision-nordic-ombudspersons-seek-ban-non-therapeutic-male

We request our governments to take necessary measures to ensure that boys are given the opportunity to decide for themselves whether or not they want to be circumcised.

https://www.crin.org/en/docs/English-statement-.pdf

[32] Nordic children’s ombudsmen take historic step to protect children’s rights

[…] Dr Antony Lempert, a GP and spokesperson for the UK Secular Medical Forum (SMF), applauded this historic resolution and urged the UK and devolved Governments to work towards protecting all UK children at risk of forced genital cutting. [Nur aufgezwungen (forced) darf sie dem Kind aus Sicht der gegenmodernen Bewegung der Genitalautonomen nicht sein. Nun, ein bisschen religiöses Genitalverstümmeln auf Kinderwunsch ist auch für Dr. Lempert völlig ok?]

He said: „This important statement by the Nordic child protection experts is grounded in common sense. Children’s basic rights to bodily integrity [der die Ombudsleute begeistert lobende Allgemeinmediziner Lempert schützt den Körper des unter achtzehn Jahre alten Menschen nicht bedingungslos, denn zu dem von ihm genannten Recht auf körperliche Unversehrtheit (bodily integrity) gehört, siehe Resolution, kindlicher genitaler Umgestaltungswunsch, kindliches Streben nach rituell bekundeter Zugehörigkeit, nach der (FGM oder) MGM. Geboten hingegen ist unverhandelbare bodily intactness] and to form their own beliefs should not be overridden because of their parents‘ religious or cultural practices.“ […]

http://www.secularism.org.uk/news/2013/10/nordic-childrens-ombudsmen-take-historic-step-to-protect-childrens-rights

[33] ECWR Condemns MP’s statement on FGM

(Cairo 14th July, 2016) ECWR condemns the statement of a Member of health committee of Egypt’s House of Representatives, Ahmed el-Tahawy, on female genital mutilation (FGM), as he said, as a doctor, he believes that “Leaving the female without excision is wrong, beside there is no harm to the female from the circumcision operation.”

The MP’s statement is an incitement to commit a crime and violence against women. Instead of MPs performing their legislative and monitoring duties, some MPs are inciting a crime. This statement also violates the law as the practice of FGM is criminalized in Egypt.

[…]

ECWR calls for:

• Conducting an investigation by The Values Committee in the House of Representatives with this Member of Parliament for inciting crimes and violence against women

• Issuing a law quickly with the stricter penalties for FGM

• Taking serious action by the Ministry of Health with some doctors who perform FGM operations

http://ecwronline.org/?p=7259

[34] 226a StGB – Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung

Professor Karl-Peter Ringel, M.D. / Ph.D., FRSM

Ass. jur. Kathrin Meyer

http://wcms.uzi.uni-halle.de/download.php?down=33910&elem=2767812

Zwei Wegbereiter deutscher Mädchenbescheidung

Von Edward von Roy am 14.09.2014.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2014/09/14/399/

[35] Die Choreographin

Von Edward von Roy am 10.09.2014.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2014/09/10/395/

Entgegnung auf die Richtigstellung der Tatjana Hörnle

Punktgenau zur Eröffnung des 70. Deutscher Juristentages streitet Gutachterin Tatjana Hörnle, die sich von der Zeitung Berliner Kurier missverstanden fühlt, ihren Versuch einer deutschen Legalisierung der sogenannten milden Sunna ab („Richtigstellung“). Ebenso wie Humanmediziner Karl-Peter Ringel und Volljuristin Kathrin Meyer arbeitet jedoch auch die Berliner Juraprofessorin an einer Straffreiheit der in Deutschland über § 226a StGB verbotenen, der schafiitischen Rechtsschule des Islam jedoch verpflichtenden (farḍ, wāǧib), für Hanbaliten und Malikiten religionsrechtlich als ehrenwert eingestuften und den Hanafiten immerhin als Sunna geltenden FGM Typ Ia und Typ IV. Von Edward von Roy und Gabi Schmidt am 16.09.2014.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2014/09/17/400/

[36] Waries Dirie, zitiert bei der Seite Krankenkassen

https://www.krankenkassen.de/dpa/266817.html

[37] Waris Dirie findet die männliche Genitalverstümmelung prima, sie erst mache den Jungen sauber, gesund und schön (typische stammeskulturelle Pro-HGM- und damit auch Pro-FGM-Argumente), womit sie jeden intakten („unbeschnittenen“) Jungen oder Mann doch wohl eher dem Bereich des Schmutzigen, Kranken und Hässlichen zuordnet. Ihr Kind, so wähnt sie, ist ihr Besitz: Penisbesitzerin Mutter Waris weiß, dass der Islam die Beschneidung der Jungen, den Chitan al-walad (vgl.: khitan al-awlad wa l-banat, Die Beschneidung der Jungen und Mädchen; Buchtitel) ohnehin verlangt.

„Wir hatten Aleeke am Tag nach seiner Geburt beschneiden lassen. Weibliche Genitalverstümmelung ist etwas völlig anderes, sie sollte überhaupt nicht Beschneidung genannt werden. Bei männlichen Personen macht man das aus medizinischen Gründen – um die Hygiene zu sichern. Ich hörte meinen Sohn dabei weinen, aber er hörte sofort auf, als ich ihn hielt. Ungeachtet meiner starken Ablehnung der FGM wusste ich, dass es eine richtige Maßnahme war. Mein Sohn hat einen schönen Penis, er sieht so gut und sauber aus …“ (“We had Aleeke circumcised in the hospital a day after he was born. This is very different from female genital mutilation; that should never even be called circumcision – it’s not. In males it’s done for medical reasons – to ensure cleanliness. I could hear Aleeke crying when they did it but he stopped as soon as I held him. Despite my strong feelings about FGM, I knew it was the right thing to do. My son has a beautiful penis. It looks so good and so clean.”)

https://de.wikipedia.org/wiki/Waris_Dirie

[38] FGM ist irgendwie nicht gut – und über den Islam rede man nur Gutes. Der Fall ist klar: “FGM hat nichts mit Religion zu tun”.

http://venturesafrica.com/interview-with-former-super-model-waris-dirie/

[39] FGM authentisch schafiitisch. Bei Shafi’i Fiqh (Shafiifiqh.com) mittlerweile hastig vom Netz genommen worden, hingegen ruhig bei Allah und IslamQA verwahrt.

What is the Ruling on Circumcision for Women?

http://islamqa.org/shafii/shafiifiqh/30239

Bei Shafi’i Fiqh (Shafiifiqh.com) selbst hingegen fordert man die Mädchenbeschneidung nach wie vor. Allerdings wird, ganz in der Manier von Scheich Keller, baZr (baẓr) gezielt falsch wiedergegeben.

In these passages, the word „bazr“ [baẓr] is mentioned. Sahib al-Misbah al-Munir [vgl. hingegen: “For women, it involves cutting the outer portion of the clitoris”, s. u.] mentions that the „bazr“ in circumcision is the prepuce. Thus, what is intended is a part of the prepuce surrounding the clitoris and not the clitoris itself. […]

[Falsch, baẓr (بظر) ist und die islamische FGM meint die Klitoris.]

Some have declared Tabarani’s chain to be authentic. While others criticized the authenticity of this narration. Here, it is not being cited to establish a basis for a practice in the Sacred Law, the afore mentioned ijma‘ (iǧmāʾ Konsensus der Ulama, ist nach Koran und Sunna die dritte Quelle des Fiqh, der islamischen Jurisprudenz. Vierte ist der Qiyas (qiyās), den nur einige Hanbaliten ablehnen] establishes that. The narration describes the manner in which the practice is to be performed. It clarifies that the procedure is minor and the reduction is slight; in fact, the verbs used are commands, which indicate obligation. Meaning, to go beyond this contravenes what the Prophet (…) commanded.

What we have mentioned above is not FGM. In Arabic, the practice we are talking about is called „khafd,“ [ḫ-f-ḍ, ḫifāḍ bzw. ḫafḍ] meaning, a reduction i.e. of the clitoral hood [das ist Irreführung, baẓr ist der Kitzler. Das Wort Klitorisvorhaut kennen die autoritativen islamischen Texte nicht]. This is actually, according to many health experts, an accepted medical procedure; something that when done properly, women are satisfied with.

Some individuals or organizations in Europe and other places argue that circumcision/unhooding is genital mutilation. The corollary of this line of argument is generally that it should be banned. This is obviously something that Muslims disagree with.

Allah commanded the Prophet Abraham (…) to circumcise, and Allah says in the Qur’an, „Follow the way of Abraham, as a pure monotheist. “ (Surah al-Nahl 123) [Sure Die Biene, Koran 16:123. Hanifiyya bedeutet Der Religion Abrahams folgen; Koranbegriff Hanif, ḥanīf, Mz. ḥunafāʾ] And circumcision is part of his way; it is a ritual of obedience to God first performed by the father of the monotheistic faiths.

Also, it was practiced and advised in the time of the Prophet Muhammad (…), for both men and women.

The official position of the Shafi’i School is that it is obligatory for a woman.

[Nun aber wird der Wegbereiter der Standardisierung der Schafi’iyya, al-Nawawi (das Rechtskompendium Reliance of the Traveller gründete Autor Schihabuddin Abu al-ʿAbbas Ahmad ibn Naqib al-Misri (1302–1367) auf dessen Werk), falsch angewendet und statt al-Nawawi (bzw. statt al-Misri) ausgerechnet der Koran, nämlich der koranische Ibrahim, das war einst der jüdische Abraham, für das wadschib der schafiitischen FGM herangezogen. Niemals haben Juden FGM praktiziert. Nebelwurf, zur eigentlichen schafiitischen Forderung hat man sich bekannt: Die Sunnabeschneidung auch der Mädchen ist Pflicht, nur FGM nennen dürfen die Gottlosen sie nicht mehr.]

http://shafiifiqh.com/question-details.aspx?qstID=173

Je mehr Islam, desto weniger baZr. Und baẓr (بظر) ist nicht die Klitorisvorhaut, sondern …

https://ar.wikipedia.org/wiki/%D8%A8%D8%B8%D8%B1

… die Klitoris.

https://de.wikipedia.org/wiki/Klitoris

Circumcision

Fiqh 1.21a

This prevents dirt from getting on one’s penis, and also makes it easy to keep it clean. For women, it involves cutting the outer portion of the clitoris. Abu Huraira reported that the Messenger of Allah said, „Ibrahim circumcised himself after he was eighty years old.“ (Related by al-Bukhari.) Many scholars say that it is obligatory.‘ The Shaf’iyya maintain that it should be done on the seventh day.

Circumcising a female is not a recommended act, but it is considered permissible so long as very little cutting is done. Be careful to find a reputable person to perform circumcision on a female, as many errors are made by the untrained; check with those who have received the circumcision to ensure safety and proper cutting technique

https://www.facebook.com/notes/muslim-guide-to-pregnancy-labour-and-birth/what-to-do-upon-birth-adhantahnikaqeeqahcircumcisionbreastfeeding-in-islam/254899497877998/

[40] Nuh Ha Mim Keller’s Translation

„4.3 Circumcision is obligatory (O: for both men and women. For men it consists of removing the prepuce from the penis, and for women, removing the prepuce (Ar. Bazr) [baẓr] of the clitoris (n: not the clitoris itself, as some mistakenly assert). (A: Hanbalis hold that circumcision of women is not obligatory but sunna, while Hanafis consider it a mere courtesy to the husband.)“ […]

The Arabic word baẓr does not mean „prepuce of the clitoris“, it means the clitoris itself […]. The deceptive translation by Nuh Ha Mim Keller, made for Western consumption, obscures the Shafi’i law, given by ‚Umdat al-Salik, that circumcision of girls by excision of the clitoris is mandatory. This particular form of female circumcision is widely practiced in Egypt, where the Shafi’i school of Sunni law is followed.

(Answering Islam: Islamic Law on Female Circumcision.)

http://answering-islam.org/Sharia/fem_circumcision.html

[41] Talauth [تلوث, talawṯ], anglis. talawth, talouth

Ohne FGM kein Schutz vor dem Schmutz, sei dieser rein diesseitig toxisch bzw. bakteriell oder dräue er heilsgefährdend aus dem Bereich des Verborgenen. Ein unbeschnittenes weibliches Geschlechtsteil, so glaubt und spürt es der Allahgott und die Wissenschaftlichkeit fürchtende Arzt Ahmad al-Tahawi, zieht Verunreinigung, Verschmutzung oder sogar Vergiftung heran, grausigsten, weil das Seelenheil gefährdenden Talauth.

http://www.almaany.com/ar/dict/ar-en/%D8%AA%D9%84%D9%88%D8%AB/

http://www.almaany.com/ar/dict/ar-en/pollution/

Umweltschutz? Ihn rein diesseitig zu betreiben, macht islamisch nicht ausreichend rein. Die Verunreinigung des Körpers und die Verunreinigung der Seele.

Al Talouth al Jasadi wa al Talouth al Nafsi

التلوث الجسدي والتلوث النفسي

Author : Muhmmed Ali Ezzedine

http://www.almaktabah.com/detail.php?product_code=123818

Umweltschutz.

Kassem, Mona, 1997: Al-Talawth Al-Bee’i wa Al-Tanmiya al-Iktisadiya [Environmental Pollution and Economic Development]

http://download.springer.com/static/pdf/352/bbm%253A978-3-540-68488-6%252F1.pdf?originUrl=http%3A%2F%2Flink.springer.com%2Fbook%2Fbbm%3A978-3-540-68488-6%2F1&token2=exp=1469501370~acl=%2Fstatic%2Fpdf%2F352%2Fbbm%25253A978-3-540-68488-6%25252F1.pdf%3ForiginUrl%3Dhttp%253A%252F%252Flink.springer.com%252Fbook%252Fbbm%253A978-3-540-68488-6%252F1*~hmac=24bd26cd29e97d4f358cb55c8bc59c3c59a1b9ca23735c480fd50e8527a949b2

Den schlimmen Talauth entfernen oder besser noch verhindern. Der Umweltschutz im Islamischen Recht, in der Scharia.

Environmental Protection in Islamic Shari’ah

https://de.scribd.com/document/39725028/ENVIROMENTAL-PROTECTION-IN-ISLAMIC-SHAR-IA

A Proteção Ambiental na Sharia Islâmica

Talawth Mishkilat al-Asr by Dr. Ahmad Madhat Salam

http://www.mesquitadobras.org.br/not_vis.php?op=111&cod=371&pagina=0

[42] Sein Vortrag mit Fragerunde im Parlament sollte ein Beitrag zum Dialog des Westens mit dem Islam sein. Die Freiheit der Religionsausübung und die Gleichberechtigung der Frau sind dabei Reizthemen – bei denen auch der Groß-Imam der Kairoer Al-Azhar-Universität Fragen offen lassen musste. […]

Der Groß-Imam verteidigt seine Religion als friedlich und barmherzig. Islamistischer Terror verrate den Islam, sagte er und forderte einen gemeinsamen Kampf gegen Terrorgruppen wie den «Islamischen Staat» (IS). Al-Tayyeb sagte, der Islam respektiere andere Religionen und Andersgläubige. «Gott hat die Menschen, die nicht an den Islam glauben, nicht erschaffen, um sie dann zu töten», sagte al-Tayyeb. Vielmehr stehe Gott für «absolute Glaubensfreiheit».

Auf konkrete Nachfragen fällt die Antwort allerdings weniger klar aus. In einem von Muslimen beherrschten Land sollte eine «kleine Kopfsteuer» von Andersgläubigen erhoben werden, damit man sie schützt, sagte al-Tayyeb. Auch beim Eingangsplädoyer für Gleichberechtigung erzeugt der Geistliche dann auch Stirnrunzeln: Eine schlüssige Antwort auf die Frage, warum zwar Muslime andersgläubige Frauen heiraten dürfen, Musliminnen aber nicht, kann er nicht liefern.

(qantara, 16.03.2016.)

https://de.qantara.de/content/gross-imam-al-tayyeb-fordert-respekt-fuer-werte-europas-geistlicher-spricht-vor

[43] In the Levant (Syria, Jordan, Palestine & Lebanon), since the 900s, the Shafi’i school has been the prominent school. However, they have always shared this region with the Hanafi school.

In Iraq, the Shafi’i school hasn’t been that accepted by people. Since it is the capital of the Hanafi school.

In Kurdistan (Northern Iraq, Southern Turkey, Northern Syria & Western Iran), it has mainly always been Shafi’i and has produced many great scholars.

http://shafiifiqh.com/question-details.aspx?qstID=134

[44] Männliche Beschneidung zulässig

In einem weiteren Absatz [Bundesgesetz über die äußeren Rechtsverhältnisse islamischer Religionsgesellschaften – Islamgesetz 2015] heißt es, wieder ähnlich wie im Israelitengesetz: „Islamische Religionsgesellschaften und ihre Mitglieder sind berechtigt [§ 18. (4) Die Religionsgesellschaft und ihre Mitglieder sind berechtigt (…)], Kinder und Jugendliche durch alle traditionellen Bräuche zu führen und entsprechend den religiösen Geboten zu erziehen.“ In den Erläuterungen wird dazu betont, dass das „auch die männliche Beschneidung“ umfasst. „Eine weibliche Genitalverstümmelung, die von einigen fälschlich als Beschneidung bezeichnet wird, steht im Widerspruch zu den Menschenrechten“, steht dort ebenfalls. [Zu den „Menschenrechten“, die islamischen sind muslimischerseits gemeint. Selbstredend verstümmelt Allahs Bodenpersonal die Schöpfung nicht, sondern macht beim Beschneiden der Jungen und Mädchen heil, sauber und rein. Nicht Jungen oder männliche Jugendliche steht da, sondern „Kinder und Jugendliche“; Österreichs weibliche muslimische „Kinder und Jugendliche“ sind gemäß Islamgesetz 2015 also integriert.]

(religion.ORF.at/APA/KAP 26.02.2015.)

http://religion.orf.at/stories/2696523/

441. Kindermagazin des Spiegel-Verlags verharmlost den mädchen- und frauenfeindlichen Islam

10. Januar 2016

Offener Brief von Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE)

Dein SPIEGEL ist eine seit 2009 herausgegebene Zeitschrift für Kinder aus jenem Verlag, der seit 1947 das Hauptblatt DER SPIEGEL produziert. Die aktuelle Ausgabe des Kindermagazins (Nr. 1 / 2016) titelt mit: Für Kinder erklärt: DER ISLAM und bildet ein glückliches Mädchen im Hidschab ab, im nach Koran und Sunna ab Pubertät vorgeschriebenen Schleier. Keine Haarsträhne des Mädchens ist zu sehen. Eigentlich lieben Kinder aller Welt an ihrer Kleidung kraftvolle bunte Farben, doch das Körperumriss und Körperlichkeit verbergende Oberteil des Titelmädchens ist von einem unsinnlich blassen Flechtengrün, das Ohren, Nacken und Kehle verbergende Kopftuch von einem beinahe weißen, fahlen Blau. In der Tat sieht man in den letzten Jahren in Deutschland derart bleiche, Lebensfreude verneinende Farben immer häufiger bei der Kleidung muslimischer Mädchen. Das sympathische Kind lächelt, womit suggeriert wird, alles im Islam und insbesondere die religiöse Kleidung sei auch für Frauen und Mädchen grundsätzlich völlig unproblematisch.

Auf drei Seiten erklärt der deutsche Journalist Christoph Reuter den Kindern den Islam. Reuter hatte sein Studium der Islamwissenschaft, Politikwissenschaft und Germanistik mit dem Magister abgeschlossen und arbeitet seitdem beispielsweise im Irak und in Afghanistan als Kriegsberichterstatter.

Im Abschnitt FRAUEN IM ISLAM erklärt Reuter, dass der Koran verlangt, „dass muslimische Frauen sich mit Anstand kleiden müssen“, und ergänzt: „Damit ist klar: sie sollen nicht angebaggert werden.“ Dass damit jede unverschleierte Frau eine Schlampe ist und dass selbst die keusche Verschleierung ihren Körper sexualisiert, beklagt Reuter nicht. Der sogenannte Islamexperte unterschlägt die in Koran und Hadith angedrohte Höllenstrafe für jede Frau, die schuldhaft gegen Allahs bzw. Mohammeds Befehl zum Schleiertragen verstößt. Die Seiten 22 und 23 zeigen den Kindern fünf Frauen, eine ohne Kopftuch und vier in der religiösen Bedeckung verschiedener Gestaltung: Hidschab, Tschador, Niqab und Burka.

Obwohl der Islam den Schleier zur religiösen Pflicht erklärt, nennt der Journalist den entsprechenden Textabschnitt DAS TRÄGT FRAU. Gerade so, als ob es um emanzipiertes weibliches Selbstbewusstsein und modischen Schick ginge. Tatsachenwidrig erklärt Reuter: „Der Hidschab ist ein Kopftuch, das vor allem die Haare bedecken soll. Es gibt ihn in verschiedenen Farben“. Nein, der gesamte Körper ist als sogenannte islamische Aura (Schambereich) blickdicht und jeden Umriss verbergend mit weiter Kleidung abzudecken bis auf Hände und Gesicht. Auch für die muslimischen Frauen wird die Farbauswahl von Jahr zu Jahr eintöniger.

Die DITIB kennt Koran und Sunna und verpflichtet jedes die Pubertät erreichende Mädchen sich mit dem Schleier zu bedecken, was Dein Spiegel dem Leser vorenthält. Vor einem Jahr ließ das Bundesverfassungsgericht die Position des angeblich moderaten türkischen Verbandes in das Urteil zum Lehrerinnenkopftuch einfließen:

Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität. In welcher Weise die vorgeschriebene Bedeckung erfolge, sei allein die Entscheidung der muslimischen Frau. Das Tragen des Kopftuchs diene demnach ausschließlich der Erfüllung eines religiösen Gebots […]

Dass einige Musliminnen ihren kompletten Körper, also auch Hände und Gesicht bedecken, ist manchen Kindern bekannt. Christoph Reuter erwähnt den Gesichtsschleier und die Burka, aber verschweigt, dass die afghanischen Taliban die Burka mit Prügel und Mord durchgesetzt haben und erklärt den 8- bis 12-jährigen Lesern äquidistant:

Die Burka gibt es in Afghanistan. Sie bedeckt den ganzen Körper – sogar die Augen. Wer sie trägt, guckt durch ein Gitternetz.

Das ist alles, was der Nahostfachmann sagen will? Sinngemäß schreibt der Islamerklärer: Liebe Kinder, auch ein Vollschleier ist völlig in Ordnung, die wasserblaue Burka ist unproblematisch und wer als Frau in dieses typisch afghanische Gewand schlüpft, kann die Welt natürlich nur noch durch das dazugehörige Stoffgitter betrachten. Auch dass der zumeist schwarze Niqab (Gesichtsschleier) mit seinem Sehschlitz von wenigen Millimetern nur ein extrem schmales Blickfeld ermöglicht, ist für Reuter kein Problem. Nun fröhlich weiter im Text, lernen wir mehr über die aufregende Religion Islam.

Der ZdE verurteilt diese Verharmlosung einer Religion, die, solange sie auf die Wörtlichkeit von Koran und Sunna besteht, immer auch eine totalitäre politische Bewegung ist, die unsere Lebensqualität und Freiheit in den sogenannten islamischen Ländern ebenso wie in Europa oder jedem anderen Land mit Einschüchtung, Angriffen, Hinrichtungen, Schleierzwang oder sogar mit der Burka stark einschränkt und belastet.

Unabhängig davon, ob ein Journalist sich an Kinder oder Erwachsene wendet, können wir erwarten anzuerkennen, dass jedes Kinderkopftuch eine Kinderrechtsverletzung ist. Die Schariagelehrten verlangen den Schleier von jedem Mädchen, das die Pubertät erreicht hat bzw. neun Jahre alt geworden ist. Jungen oder Männer unterliegen weder dieser strengen Verschleierung noch sind sie rund um die Uhr auf anständiges Verhalten zu überwachen. Der Hidschab und die gesamte entwürdigte Rolle der Frau im islamischen Recht verstoßen gegen die allgemeinen Menschenrechte und das deutsche Staatsziel der Gleichberechtigung. Herr Reuter hätte das erwähnen müssen und zusätzlich nicht verschweigen dürfen, dass jede rituelle Beschneidung der Genitalien Minderjähriger, also von Mädchen und Jungen unter 18 Jahren, die körperliche Unversehrtheit antastet und daher grundrechtswidrig ist. Der Islam verlangt die Jungenbeschneidung, in Reuters nordirakischem Arbeitsgebiet sogar die Beschneidung (Genitalverstümmelung) der Mädchen. Noch ist die geringst invasive Form der Mädchenbeschneidung in Deutschland verboten und das soll so bleiben.

In der Scharia ist die Frau ein Wesen, das bereits durch ihr körperliches Existieren die Männer zur Sünde verführen kann und deshalb bis auf Hände und Gesicht mit einem Schamtuch zu bedecken ist. Besser noch sie geht gar nicht erst auf die Straße. Ohne Erlaubnis des Ehemannes darf sie das Haus grundsätzlich nicht verlassen, Fundamentalisten praktizieren den Islam so. Würde Herr Reuter akzeptieren, dass seine Tochter mit neun oder zehn Jahren den Schleier anlegen und bis ans Ende ihres Lebens jeden Tag tragen muss? Würde er billigen, dass ihre Haare nicht frei im Wind wehen dürfen? Weiß Reuter nicht, dass mit der islamischen Kleidung für die Muslima eigentlich auch, wie es der Koran verlangt, ein im Vergleich zu ihrem Bruder halbiertes Erbteil verbunden ist sowie der halbe Wert ihrer Aussage vor Gericht?

Will Herr Reuter uns Frauen aus sogenannten islamischen Ländern erklären, dass es gar nicht so schlimm ist mit einem Tschador oder einer Burka auf die Straße zu gehen? Kann er die Erniedrigung nicht verstehen? Wie kann er für Frauen, wo auch immer auf der Welt, das Kopftuch kritiklos zulassen und zugleich wissen, dass an vielen Orten die Kopftuchverweigerin eingesperrt oder ausgepeitscht und die beispielsweise somalische, afghanische oder iranische Muslima, die mit einem Mann islamisch unerlaubten Sex hat, durch Erhängen oder Steinigung hingerichtet werden kann? Der Kriegsberichterstatter weiß, dass an der globalen Kampagne zur Verschleierung der Frau besonders gewalttätige Organisationen beteiligt sind, von Boko Haram bis zu den Taliban, von Al-Shabaab bis zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Das sogenannte Kopftuch ist kein unschuldiges Stück Stoff und der Terror hat sehr wohl mit dem Islam zu tun. Christoph Reuter:

Der Islam war anders als das Christentum und das Judentum – aber nicht völlig unterschiedlich. […] Bis heute streiten viele Menschen darüber, wie friedlich Mohammed war, wie friedlich der Islam überhaupt in die Welt gekommen ist […]

Mehrere Hadithe befehlen die Tötung desjenigen, der seine Religion wechselt, weshalb das Abfallen vom Glauben nach islamischer Rechtsauffassung mit dem Tode bestraft wird. Selbst in Europa müssen Islamapostaten mit Morddrohungen rechnen. Menschen, die sich in sogenannten islamischen Ländern tatsächlich oder angeblich vom Islam abwenden, erleiden soziale Ächtung, den Verlust des Arbeitsplatzes, Angriffe oder haben mit Mordanschlägen zu rechnen. In mehreren Staaten werden Apostaten islamjuristisch begründet hingerichtet. Offensichtlich ist Reuter der Ansicht, dass man Kindern das wahre Gesicht des Islam nicht zumuten kann und präsentiert ihnen einen rosaroten Kitschislam oder Bambi-Islam.

Der ZdE protestiert gegen diese Verharmlosung der menschenfeindlichen und insbesondere frauenfeindlichen Bewegung und fordert vom Kindermagazin Dein Spiegel eine Erklärung. Kinder brauchen sachliche Information und unseren besonderen Schutz. Alle Mitbürger in Deutschland, denen die universellen Menschenrechte und insbesondere die Gleichberechtigung von Mann und Frau wertvoll sind, rufen wir auf, gegen eine derartige märchenhafte Schönfärberei aktiv zu werden.

Über Mohammad schreibt Herr Reuter völlig unkritisch und verschweigt, dass seine Kriege und Landnahmen denjenigen des heutigen IS sehr ähnlich sind. Nein, nein, dass dürfen wir Kindern nicht erzählen, so scheint Reuter zu denken, die jungen Schüler sollen ausschließlich hören, dass Mohammad ein netter Mensch war und dass alle späteren oder heutigen Probleme mit Dschihadisten mit dem eigentlichen Islam und seinem Propheten nichts zu tun haben. Wir brauchen uns keine Gedanken zu machen, alles ist im grünen Bereich und jede Frau kann schließlich auch mit Kopftuch und Burka glücklich werden und weiter leben …

Sollen die Kinder, sollen wir alle die Folgen der globalen islamischen Bewegung bagatellisieren, vielleicht in der Hoffnung, dass dann die Terroristen nicht böse werden und sowieso alles von selbst besser wird? Hat al-Qaida, haben die Taliban den Islam falsch verstanden, sind Staaten wie Pakistan, Saudi-Arabien oder der Iran ja vielleicht noch nicht islamisch genug?

Nein, liebe Verantwortliche der Kinderzeitschrift des Spiegel-Verlages: Die Musliminnen unter dem Schleier, die Frauen oder Kinder mit dem Kopftuch sind Opfer dieser Bewegung und auch Religion und man kann diesen Mitmenschen nur helfen, indem man Klartext redet und nicht schönfärbt oder vertuscht.

Die Unvereinbarkeit von islamischem Recht und allgemeinen Menschenrechten bzw. von Scharia und Grundgesetz müssen wir ansprechen – auch und gerade gegenüber allen Kindern und Jugendlichen.

Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime

09.01.2016

Tel: 0049 (0) 1775692413

minaahadi26@gmail.com

http://exmuslime.com/kindermagazin-des-spiegel-verlags-verharmlost-den-maedchen-und-frauenfeindlichen-islam/

436. Null Toleranz zur Geschlechterapartheid

6. November 2015

Presseerklärung

ZdE

Zentralrat der Ex-Muslime

Am 29. Januar 2015 forderte das Duisburger Wählerbündnis Ummah gesonderte Schwimmzeiten für Muslime. Unter Berufung auf die islamische Religion wollte und will „Ummah. Unabhängige multikulturelle Menschen aller Herkunft“ in den städtischen Bädern alle Muslime von den Nichtmuslimen ebenso trennen wie alle Männer von den Frauen. Durch Enthaltung der SPD kam die Mehrheit für den Prüfauftrag tatsächlich zustande. Sitzungstermin war der 9. Februar, die Verwaltung sagte schriftliche Beantwortung zu und lehnte den Antrag schließlich ab. Extra-Schwimmzeiten für Muslime gibt es in Duisburg bislang also nicht. Doch kann damit keine Entwarnung für die Zukunft gegeben werden. Die Aktivisten für die Lebensweise nach Koran und Sunna werden wiederkommen, die Säkularen sollten vorbereitet sein.

Ummah hatte also vorausgesetzt, dass die Stadtbevölkerung, das sind 485.000 Einwohner, aus zwei Kollektiven besteht, den Muslimen und den Nichtmuslimen. Die Stadt Duisburg hatte damit letztlich zu prüfen, ob es für die muslimischen Gottesfürchtigen Schwimmzeiten ohne Gottlose geben soll, ohne die rituell Unreinen. Wenn körperliche Merkmale Kriterium gewesen wären, hätten wir von Rassismus sprechen müssen. Hier hingegen hätte vor dem Pool ein Wächter oder ein Schild klarzustellen: Heute für Nichtmuslime verboten.

Jahre eher hatte es bereits einen ähnlichen Prüfauftrag an die Duisburger Stadtverwaltung gegeben. Damals war in Frage gestellt worden, dass muslimische Frauen die öffentlichen Hallenbäder nutzen können, sobald sich dort auch Männer aufhalten. Die örtliche Scharialobby hatte gefordert, dass in den Bädern die Fenster blickdicht abgehängt werden und das Badpersonal nur aus Frauen bestehen darf. Im Februar 2015 ging Ummah wie gehört allerdings weiter und forderte nicht nur gesonderte Schwimmzeiten für muslimische Frauen, sondern generell für Muslime.

„Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob Schwimmzeiten und Schwimmkurse für muslimische Einwohner eingerichtet werden können. Bereits in den Grundschulen gibt es oft Probleme bzw. Diskussionen zwischen Eltern und Lehrern, warum Migrantenkinder nicht schwimmen können. Seitens der muslimischen Bevölkerung besteht großes Interesse an der Einrichtung regelmäßiger Schwimmzeiten und Kurse. Diese sollten möglichst wöchentlich und flächendeckend in allen Duisburger Bädern angeboten werden.“ (Drucksache 15-0122)

Diesen reaktionären Umgang mit Menschen versucht Ummah uns als Integration zu verkaufen.

Eine Duisburger Hauptaktivistin für Geschlechterapartheid und Bäder ohne Ungläubige ist die streng verschleierte Fadime Tekiner, die für die „Unabhängigen multikulturellen Menschen aller Herkunft“ (Ummah) einen Sitz im Integrationsrat sowie für Ummah und das Wählerbündnis SGU („sozial! gerecht! unabhängig!) als sachkundige Bürgerin Beratendes Mitglied ist im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit innehat.

Schwimmen fördert die Gesundheit und die gesunde körperliche Entwicklung aller Menschen. Insbesondere Kindern und Jugendlichen gibt der Schwimmsport dabei, ob in Schule oder Verein, Körpergefühl und Selbstvertrauen. Nicht zuletzt kann die Fähigkeit, sich aus eigener Kraft über Wasser zu halten, das Leben retten. Allein im Vorjahr verstarben 392 Kinder und Erwachsene in deutschen Gewässern. „Bereits jedes zweite zehnjährige Kind kann laut neuesten Studien nicht mehr schwimmen“, warnte der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Sommer dieses Jahres: „Deutschland entwickelt sich zu einem Nicht-Schwimmer-Land.“

Ob Förderung der Gesundheit oder Lebensrettung vor dem Ertrinken, der Kompetenzerwerb aktiver Schwimmfähigkeit muss allen Menschen zugänglich sein. Oft fällt an Schulen der Sportunterricht aus, weil zunehmend Bäder geschlossen werden. Nur noch jede vierte Grundschule hat Zugang zu einem Schwimmbad. Auch angesichts knapper kommunaler Haushalte und drohender Schließung weiterer Badeanstalten ist hierbei Sachlichkeit und Funktionalität geboten und gerade kein sexualmagisches Tabu aus Bronzezeit oder Mittelalter.

In modernen Gesellschaften sollten alle Kinder am Schwimmunterricht teilnehmen. Politiker sollten klarstellen, dass an den Schulen säkulare Grundsätze gelten und die Integration das Ziel bleibt. Ebenso wenig wie hierzulande eine rassistische Organisation Kinder aufgrund der Hautfarbe trennen dürfte, kann es chauvinistischen islamischen Bewegungen gestattet sein, Mädchen unter Druck zu setzen, sich zu verschleiern oder sich vom Schwimmunterricht oder gemischten Sportunterricht abzumelden.

Schon jetzt sind an vielen Orten in Europa insbesondere Frauen und Mädchen aus den Kreisen der Einwandererfamilien dem Gruppenzwang zu einem religiös korrekten Verhalten ausgesetzt. Wer als Politiker, Journalist oder Lehrer zu diesem informellen System der Sittenwächter schweigt, spielt letztlich den Radikalsten der Islamisten in die Hände.

Der Zentralrat der Ex-Muslime verurteilt jede Zusammenarbeit mit derartig chauvinistischen Parteien und Organisationen und erwartet eine klare Positionierung der Politiker gegenüber jedem Versuch, unsere Städte und insbesondere die Schulen in Muslime und Nichtmuslime aufzuspalten.

Heute erhielt der ZdE mehrere Anrufe von muslimischen Frauen, denen klar ist, dass jetzt etwas getan werden muss, um zu verhindern, dass es schon bald noch mehr Gruppenzwang zum Kopftuch und Unterdrückung der Frauen durch die Männer gibt, noch mehr Spaltung zwischen Alteingesessenen und Einwanderern und noch mehr Scheinargumente gegen ein gemeinsames Zusammenleben, Parolen, die bekanntlich bei rechtsextremen und rassistischen Gruppen Verwendung finden, die ja ebenfalls die Bevölkerung spalten wollen.

Von der deutschen Politik fordert der ZdE eine klare Ausrichtung an den universellen Menschenrechte und der Säkularität. Keine Toleranz gegenüber islamischen Fanatikern und frauenfeindlichen Organisationen. Kein Kopftuch an den Schulen und keinen getrennten Schwimmunterricht.

Wir rufen alle Menschen in Deutschland dazu auf, jeden Versuch der Erneuerung der Theokratie und des Mittelalters zu bekämpfen.

Zentralrat der Ex-Muslime Deutschland

06.11.2015

Q u e l l e n

Hitzige Debatte um gesonderte Bäderzeiten für Muslime

WAZ, 13.02.2015

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/hitzige-debatte-um-gesonderte-baederzeiten-fuer-muslime-id10339583.html

Integrationsrat hatte zugestimmt: Islam-Bündnis forderte getrennte Schwimmzeiten für Muslime – Stadt Duisburg lehnt ab

Focus, 03.11.2015

http://www.focus.de/politik/deutschland/integrationsrat-stimmt-ab-islamisches-waehlerbuendnis-fordert-gesonderte-schwimmzeiten-fuer-muslime-in-duisburg_id_5058653.html

Null Toleranz zur Geschlechterapartheid

Presseerklärung des ZdE vom 06.11.2015

http://exmuslime.com/null-toleranz-zur-geschlechterapartheid/

Auch auf dem Facebook-Account des ZdE

https://www.facebook.com/486839381365629/photos/a.486847511364816.1073741826.486839381365629/918108494905380/?type=3&theater

428. Nein zum Lehrerinnenkopftuch! Nein zum Hidschab im öffentlichen Dienst

19. Juni 2015

Ausnahmsloses Verbot religiöser Kleidung für Beamte und sonstige im Staatsdienst Beschäftigte

Petition

17.06.2015

In den nächsten Tagen wird der Landtag NRW über den Gesetzesentwurf zum 12. Schulrechtsänderungsgesetz abstimmen und das Ergebnis in geltendes Recht umwandeln. Die Damen und Herren Abgeordneten werden dann auch darüber zu entscheiden haben, wie der Beschluss des BVerfG vom 27.01.2015, der an öffentlichen Schulen das bisherige pauschale Kopftuchverbot für Lehrerinnen aufhebt, verfassungskonform umzusetzen ist.

Kernaussagen des oben erwähnten Karlsruher Urteils sind grundgesetzwidrig und missachten die Grundsätze der Einheit und des Vorrangs der Verfassung, die das Bundesverfassungsgericht eigentlich sicherzustellen hätte. Der Zentralrat der Ex-Muslime und die mitzeichnenden Petenten protestieren gegen den Gesetzesentwurf und fordern die Landesregierung und den Landtag auf:

• die verfassungsmäßige Ordnung zu respektieren

• der Bindung an die Grundrechte als unmittelbar geltendes Recht in verfassungskonformer Weise nachzukommen

• für alle Beamten und sonstige im Staatsdienst Beschäftigte ein grundsätzliches Verbot religiöser Kleidung unabhängig von Bekenntnis und Geschlecht einzuführen, um von vornherein Ungleichbehandlung zu vermeiden

• die staatliche Pflicht zur Neutralität in öffentlichen Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, bei der Polizei, an allen Gerichten und sowie im Landtag und im Bundestag zu verteidigen und zu fördern

• sich unabhängig vom religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnis der Menschen als „Heimstatt aller Bürger“ (Bundesverfassungsgericht in mehreren Urteilen) zu verstehen, sich daher nicht mit einem bestimmten religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnis zu identifizieren, sondern allen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften neutral und tolerant gegenüberzustehen

• bei der Zusammenarbeit mit Religionsgemeinschaften trotz aller Willkommenskultur, Toleranz und begrüßenswerter Vielfalt unserer Gesellschaft die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen der fdGO durchzusetzen, zu stärken und sicherzustellen

• auch für den Bereich Schule und Erziehung Rechtsklarheit und Rechtssicherheit herzustellen

Wie alle Richter haben auch die des höchsten deutschen Gerichts bei der Prüfung einer Rechtsnorm den dem Gesetzgeber eingeräumten weiten politischen Gestaltungsfreiraum zu respektieren und, sollten dennoch verfassungsrechtlich gebotene Eingriffe notwendig sein, Zurückhaltung zu üben. Die Aufhebung des pauschalen Verbots der islamischen Bedeckung (arab. Hidschab) für Pädagoginnen schränkt dass Ermessen der Legislative jedoch unverhältnismäßig stark ein. Dieser Ansicht sind auch die Verfassungsrichter[1] Wilhelm Schluckebier und Monika Hermanns in ihrem Sondervotum, Professor Dr. jur. Jörg Ennuschat (Stellungnahme zum Gesetzentwurf) und seine wissenschaftliche Mitarbeiterin Anne-Kathrin Kenkmann (Anhörung), beide Ruhr-Universität Bochum, schließen sich dieser Feststellung an.

[1] Da sich offensichtlich an der Gleichberechtigung von Mann und Frau nichts ändert, indem man Binnen-I oder /innen benutzt, verwendet der Text die generisch maskuline Form.

Auszug aus dem Sondervotum

„Diese den Ländern bisher zugestandene weitgehende Gestaltungsfreiheit für das Schulwesen schließt nach dem Urteil des Zweiten Senats vom 24. September 2003 (BVerfGE 108, 282) bei der Ausgestaltung des Erziehungsauftrags die Möglichkeit ein, der staatlichen Neutralität im schulischen Bereich eine striktere und mehr als bisher distanzierende Bedeutung beizumessen und demgemäß auch durch das äußere Erscheinungsbild einer Lehrkraft vermittelte religiöse Bezüge von den Schülern grundsätzlich fernzuhalten, um Konflikte mit Schülern, Eltern oder anderen Lehrkräften von vornherein zu vermeiden (vgl. BVerfGE 108, 282 )“

„Eine einschränkende Auslegung der Bestimmung, wonach die Untersagung in der hier gegebenen Konstellation eine hinreichend konkrete Gefahr für die Schutzgüter erfordert, ist von Verfassungs wegen nicht geboten. Im Gegenteil: Sie misst dem elterlichen Erziehungsrecht und der negativen Glaubensfreiheit der Schüler sowie dem staatlichen Erziehungsauftrag, der unter Wahrung der Pflicht zu weltanschaulich-religiöser Neutralität zu erfüllen ist, im Verhältnis zu der Glaubensfreiheit der Pädagogen in dem zu einem schonenden Ausgleich zu bringenden multipolaren Grundrechtsverhältnis in der Schule zu geringes Gewicht bei und verkürzt den Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers. Es steht dem Gesetzgeber im Rahmen dieses Gestaltungsspielraums offen, solche Bekundungen schon bei nur abstrakter Gefahr für die Schutzgüter zu untersagen.“

http://www.juraexamen.info/bverfg-unzulaessigkeit-eines-pauschalen-kopftuchverbots-fuer-lehrkraefte-der-streit-ueber-das-kopftuch-in-klassenzimmern-geht-in-die-zweite-runde-in-karlsruhe/

Die diesjährige Entscheidung zum Schleier für Lehrerinnen verletzt mehrere Grundrechte in ihrer positiven bzw. negativen Dimension. Daraus folgt die Missachtung der Ausstrahlungswirkung dieser Rechte, die der grundrechtskonformen Auslegung einfacher Gesetze dient und nun ebenso wenig gelingen kann wie die über Art. 1 Abs. 3 GG hinausgehende Berücksichtigung der Grundrechte im Verhältnis von Privaten zueinander (mittelbare Drittwirkung). Betroffen sind hier vor allem Art. 1 Abs 1 und 2 GG; Art. 2 Abs.1 GG; Art.3 Abs. 1, 2 und 3 GG; Art. 4 Abs. 1 und 2 GG in seiner negativen Ausprägung, der Freiheit von Religion und Religionsausübung; Art. 5 Abs. 1 und 2 GG; Art. 6 Abs. 2 GG; Art. 7 Abs. 1 und 3 GG sowie Art. 12 GG.

Der Richterspruch übersieht, dass die aus den Grundrechten abgeleitete objektive Grund- und Werteordnung als verfassungsrechtlicher Standard Gültigkeit in jedem Rechtsbereich entfaltet, eine Grundsatzentscheidung, die das oberste deutsche Gericht im Lüth-Urteil selbst entwickelt und dargelegt hat [BVerfGE 7, 198 (208)], die inzwischen allgemein anerkannt ist und häufig zitiert wird. Einige Aspekte der diesjährigen Karlsruher Entscheidung zur schamhaften Bedeckung des Körpers von Lehrerinnen muslimischen Glaubens sind auch mit den Rechtsstaatsprinzipien der Einheit der Rechtsordnung bzw. der Einheit der Verfassung, dem Übermaßverbot und der Rechtssicherheit (alle abgeleitet aus Art. 1 i. V. m. Art. 20 Abs. 3 GG) nicht vereinbar.

So schweigen sich die Richter z. B. darüber aus, was als konkrete Gefährdung des Schulfriedens zu bewerten ist. Fraglich ist ebenfalls, ob bei jeder neuen Bewerbung erst einmal eine mögliche Gefährdung des Schulfriedens ausgeschlossen werden soll, oder wird nur bei Verdacht nachgeforscht? Wenn Konflikte nicht von einer verschleierten Lehrerin ausgehen, wie geht man damit konstruktiv um? Wer ist berechtigt zu prüfen, wer entscheidet über die berufliche Zukunft der Kollegin? Sollen Lehrerinnen künftig bespitzelt werden, um eine Störung des Schulfriedens sicher ausschließen zu können? Welche Folgen ergeben sich aus einer derart unscharf formulierten Gerichtsentscheidung für das Arbeits- und Lernklima? Können Schulen ihrer eigentlichen Aufgabe, junge Menschen zu befähigen, Entwicklungs- und Teilhabechancen optimal zu nutzen, überhaupt noch nachkommen? Welche Rechte und welche Pflichten soll der Bürger aus einem solch unklaren Urteil ableiten? Fehlende Rechtsklarheit schadet der Orientierungsgewissheit und dem Vertrauen in die Verlässlichkeit der Rechtsordnung.

http://www.focus.de/tagesthema/urteile-report-kopftuch-urteil-laesst-schulleiter-ratlos-zurueck_id_4544033.html

http://www.focus.de/politik/deutschland/kisslers-konter/kisslers-konter-das-kopftuchurteil-ist-falsch-und-wird-den-schulfrieden-brechen_id_4551004.html

http://www.welt.de/politik/deutschland/article138652286/Was-kommt-als-Naechstes-Richterinnen-mit-Kopftuch.html

Dürfen Pädagoginnen künftig ihren Hidschab auch im Unterricht und bei sonstigen Veranstaltungen tragen, vernachlässigt der Staat wichtige Gewährleistungspflichten wie die Gleichberechtigung von Frau und Mann, die Förderung ihrer Durchsetzung sowie die Beseitigung entgegenstehender Hindernisse. Die islamische Bedeckung ist die textile Verwirklichung des Fitra- und Aurakonzepts der Scharia, das mit Art. 3 Abs 1, 2 und 3 nicht vereinbar ist.

Der staatliche Bildungs- und Erziehungsauftrag, eine weitere zu garantierende Leistung, dient dem Ziel, jungen Menschen gemäß ihren Fähigkeiten Zugang zu den vielfältigen Möglichkeiten der Teilhabe und Selbstverwirklichung zu eröffnen. In seinen Zuständigkeits- und Verantwortungsbereich fallen Planung und Organisation, inhaltliche Festlegung der Ausbildungsgänge und der Unterrichtsziele sowie die Schulaufsicht. Art. 7 GG steht in einem Sinnzusammenhang mit den übrigen Vorschriften der Verfassung, die eine innere Einheit darstellt und von allen Beteiligten respektiert und eingehalten werden muss. Auch in Bezug auf den Religionsunterricht, der in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt wird, hat der Staat durch seine Aufsichtspflicht Schüler vor Entfremdung gegenüber elementaren Verfassungsprinzipien zu bewahren.

http://www.bverwg.de/entscheidungen/entscheidung.php?ent=230205U6C2.04.0

Das Kindeswohl kann durch das Körperschamtuch ebenfalls gefährdet werden, wenn Eltern durch das Beispiel der gottergebenen Lehrerin sich in ihrer religiösen Sichtweise bestätigt fühlen und es ihrer Tochter möglicherweise sogar gewaltsam aufzwingen oder wenn eine Schülerin psychosomatische Beschwerden entwickelt, weil sie den Druck, der in der Schule auf Mädchen lastet, die sich nicht schariakonform bedecken, nicht aushalten.

Landeselternschaft der Gymnasien in Nordrhein-Westfalen

Stellungnahme 16/2751 11.05.2015

Auch die Landeselternschaft sieht – wie andere Verbände und Institutionen – vor allem in den Änderungen zu den Paragraphen 57 und 132 ein nicht unerhebliches Konfliktpotential. …

Die geplanten Änderungen in § 57 haben zur Folge, dass durch die Aufhebung des generellen Kopftuchverbots an unseren Schulen Schülerinnen aus dem islamischen Kulturkreis innerhalb ihrer Familien extrem unter Druck geraten werden. Sobald eine Lehrerin im Unterricht mit einer Kopfbedeckung auftaucht, fangen für viele von ihnen zuhause erneut die Rechtfertigungen an und nicht wenige werden dann von ihren Eltern gezwungen werden, ebenfalls ein Kopftuch zu tragen. Dadurch werden die Religionsfreiheit sowie die Individualität junger Menschen eingegrenzt und stellen sich konträr zu bisher erfolgreich verlaufenen Integrationsprozessen.

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMST16-2751.pdf?von=1&bis=0

http://d-nb.info/976091380/04

In seinem Beschluss vom 27.01.2015 kommt der Erste Senat des BVerfG offensichtlich zu einer diametral anderen Bewertung der suggestiven Wirkung des religiösen Kopftuchs als 2003 der zweite Spruchkörper. Obwohl das Hohe Gericht 2015 nicht nur vom Kopftuch spricht, sondern sogar das wirklichkeitsnähere und theologisch korrektere „Bedeckung“ verwendet, haben die Richter in der Verschleierung, die mehr als 90 % der Haut einer Pädagogin zu bedecken hat, weder eine konkrete Gefahr für den Schulfrieden noch einen Verstoß gegen die staatliche Neutralitätspflicht gesehen. Auch wurde übersehen, dass es sich beim Hidschab um ein Selbstbestimmung, allgemeine Handlungsfreiheit und freie Persönlichkeitsentfaltung einschränkendes, daher totalitäres Gebot handelt, das zwingend zu beachten ist (DITIB-Gutachten). Die negative Religionsfreiheit der Lehrenden, Lernenden und Eltern würden nur marginal beeinträchtigt. Die beiden Sondervoten der Richter Schluckebier und Hermanns kommen allerdings zu einer gegensätzlichen Einschätzung.

Entscheidung des 2. Spruchkörpers des Bundesverfassungsgerichts vom 24.09.2003

L e i t s ä t z e

zum Urteil des Zweiten Senats vom 24. September 2003

– 2 BvR 1436/02 –

1. Ein Verbot für Lehrkräfte, in Schule und Unterricht ein Kopftuch zu tragen, findet im geltenden Recht des Landes Baden-Württemberg keine hinreichend bestimmte gesetzliche Grundlage.

2. Der mit zunehmender religiöser Pluralität verbundene gesellschaftliche Wandel kann für den Gesetzgeber Anlass zu einer Neubestimmung des zulässigen Ausmaßes religiöser Bezüge in der Schule sein.

Entscheidung des 1. Spruchkörpers des Bundesverfassungsgerichts vom 27.01.2015

L e i t s ä t z e

zum Beschluss des Ersten Senats vom 27. Januar 2015

– 1 BvR 471/10 –

– 1 BvR 1181/10 –

1. Der Schutz des Grundrechts auf Glaubens- und Bekenntnisfreiheit (Art. 4 Abs. 1 und 2 GG) gewährleistet auch Lehrkräften in der öffentlichen bekenntnisoffenen Gemeinschaftsschule die Freiheit, einem aus religiösen Gründen als verpflichtend verstandenen Bedeckungsgebot zu genügen, wie dies etwa durch das Tragen eines islamischen Kopftuchs der Fall sein kann.

2. Ein landesweites gesetzliches Verbot religiöser Bekundungen (hier: nach § 57 Abs. 4 SchulG NW) durch das äußere Erscheinungsbild schon wegen der bloß abstrakten Eignung zur Begründung einer Gefahr für den Schulfrieden oder die staatliche Neutralität in einer öffentlichen bekenntnisoffenen Gemeinschaftsschule ist unverhältnismäßig, wenn dieses Verhalten nachvollziehbar auf ein als verpflichtend verstandenes religiöses Gebot zurückzuführen ist. Ein angemessener Ausgleich der verfassungsrechtlich verankerten Positionen – der Glaubensfreiheit der Lehrkräfte, der negativen Glaubens- und Bekenntnisfreiheit der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern, des Elterngrundrechts und des staatlichen Erziehungsauftrags – erfordert eine einschränkende Auslegung der Verbotsnorm, nach der zumindest eine hinreichend konkrete Gefahr für die Schutzgüter vorliegen muss.

3. Wird in bestimmten Schulen oder Schulbezirken aufgrund substantieller Konfliktlagen über das richtige religiöse Verhalten bereichsspezifisch die Schwelle zu einer hinreichend konkreten Gefährdung oder Störung des Schulfriedens oder der staatlichen Neutralität in einer beachtlichen Zahl von Fällen erreicht, kann ein verfassungsrechtlich anzuerkennendes Bedürfnis bestehen, religiöse Bekundungen durch das äußere Erscheinungsbild nicht erst im konkreten Einzelfall, sondern etwa für bestimmte Schulen oder Schulbezirke über eine gewisse Zeit auch allgemeiner zu unterbinden.

4. Werden äußere religiöse Bekundungen durch Pädagoginnen und Pädagogen in der öffentlichen bekenntnisoffenen Gemeinschaftsschule zum Zweck der Wahrung des Schulfriedens und der staatlichen Neutralität gesetzlich untersagt, so muss dies für alle Glaubens- und Weltanschauungsrichtungen grundsätzlich unterschiedslos geschehen.

BUNDESVERFASSUNGSGERICHT

– 1 BvR 471/10 –

– 1 BvR 1181/10 –

Auszug aus dem Sondervotum der Richter Schluckebier und Hermanns

Die Entscheidung vermögen wir in weiten Teilen des Ergebnisses und der Begründung nicht mitzutragen.

Die vom Senat geforderte einschränkende Auslegung des § 57 Abs. 4 Satz 1 SchulG NW dahin, dass nur eine hinreichend konkrete Gefahr für den Schulfrieden und die staatliche Neutralität ein Verbot religiöser Bekundungen durch das äußere Erscheinungsbild von Pädagogen zu rechtfertigen vermag, wenn es um die Befolgung eines imperativ verstandenen religiösen Gebots geht, misst den zu dem individuellen Grundrecht der Pädagogen gegenläufigen Rechtsgütern von Verfassungsrang bei der Verhältnismäßigkeitsprüfung zu geringes Gewicht bei. Sie vernachlässigt die Bedeutung des staatlichen Erziehungsauftrags, der unter Wahrung der Pflicht zu weltanschaulich-religiöser Neutralität zu erfüllen ist, sowie den Schutz des elterlichen Erziehungsrechts und der negativen Glaubensfreiheit der Schüler. Damit beschneidet der Senat zugleich in nicht akzeptabler Weise den Spielraum des Landesschulgesetzgebers bei der Ausgestaltung des multipolaren Grundrechtsverhältnisses, das gerade die bekenntnisoffene öffentliche Schule besonders kennzeichnet. Der Senat entfernt sich so auch von den Maßgaben und Hinweisen der sogenannten Kopftuch-Entscheidung des Zweiten Senats vom 24. September 2003 (BVerfGE 108, 282), die dem Landesschulgesetzgeber gerade für den Bereich der öffentlichen Schule die Aufgabe zuschreibt, gesetzlich zu regeln, inwieweit er religiöse Bezüge in der Schule zulässt oder wegen eines strikteren Neutralitätsverständnisses aus der Schule heraushält. Nach unserer Auffassung ist die vom nordrhein-westfälischen Landesschulgesetzgeber gewollte Untersagung schon abstrakt zur Gefährdung des Schulfriedens und der staatlichen Neutralität geeigneter Bekundungen durch das äußere Erscheinungsbild von Pädagogen verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Allerdings muss es sich bei Bekundungen durch das Tragen religiös konnotierter Bekleidung, die geeignet zur Gefährdung der Schutzgüter sind, um solche von starker religiöser Ausdruckskraft handeln (dazu I.).

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Anders als der Senat meint, ist Satz 3 des § 57 Abs. 4 SchulG NW, wonach die Wahrnehmung des Erziehungsauftrags der Schulen nach der nordrhein-westfälischen Landesverfassung und die entsprechende Darstellung christlicher und abendländischer Bildungs- und Kulturwerte oder Traditionen dem Verhaltensgebot nach Satz 1 nicht widerspricht, in der Auslegung durch das Bundesarbeitsgericht verfassungsrechtlich unbedenklich. Diese Interpretation, die an die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts anknüpft, hält sich in den Grenzen richterlicher Gesetzesbindung (Art. 20 Abs. 3 GG). Liegt damit für christliche und jüdische Religionen keine Freistellung vom Bekundungsverbot des Satzes 1 in § 57 Abs. 4 SchulG NW und damit keine Privilegierung vor – eine solche wäre auch unserer Ansicht nach gleichheitswidrig -, so besteht auch kein Grund, die Teilregelung des Satzes 3 für verfassungswidrig und nichtig zu erklären (dazu II.).

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In der Folge bestehen gegen die angegriffene Vorschrift des § 57 Abs. 4 SchulG NW auch keine durchgreifenden Bedenken, die sich aus anderen Grundrechten der Beschwerdeführerinnen, aus den Vorschriften der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten sowie den bundesrechtlichen Bestimmungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes ergeben könnten (dazu III.). Im Ergebnis wäre deshalb allenfalls die Verfassungsbeschwerde der Beschwerdeführerin zu I.) als begründet zu erachten gewesen, weil die von ihr getragene Kopfbedeckung (Wollmütze und gleichfarbiger Rollkragenpullover) im gegebenen Umfeld der Schule nicht ohne Weiteres als religiöse Bekundung deutbar ist. Die Verfassungsbeschwerde der Beschwerdeführerin zu II.) erscheint dagegen nach den vorgenannten Maßstäben unbegründet (dazu IV.).

Zwei weitere kritische Stellungnahmen

Neuköllns Bildungsstadträtin Dr. Franziska Giffey zur Aufhebung des pauschalen Kopftuchverbotes für Lehrkräfte in öffentlichen Schulen durch das Bundesverfassungsgericht:

“Als Neuköllner Schul- und Bildungsstadträtin sehe ich den heute veröffentlichten Beschluss des Bundesverfassungsgerichts mit Sorge.

In Neuköllner Schulen haben weit über die Hälfte der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund, in Nord-Neukölln teilweise über 90 %. Hier treffen Schülerinnen und Schüler unterschiedlichster Herkunft aufeinander, die auch unterschiedliche Religionszugehörigkeiten haben.

Schon jetzt gibt es Ethnienhierarchien zwischen einzelnen Schülergruppen und Konflikte im täglichen Schulleben, bei der Frage, wie sich Mädchen und junge Frauen religiös korrekt zu verhalten haben und wie sie sich kleiden sollen. Natürlich gefährdet das den Schulfrieden.

Gerade in einer solchen Situation ist es von großer Bedeutung, dass Lehrerinnen und Lehrer sich der Wahrung der weltanschaulichen Neutralität verpflichtet fühlen. Auch im Hinblick auf Schülerinnen und Schüler, die keiner Religion angehören und mit dem Ziel, Konflikte mit Schüler/innen und Eltern von vornherein zu vermeiden, ist das wichtig.

Die bekenntnisoffene öffentliche Schule ist gerade in Stadtlagen wie Neukölln ein hohes Gut. Ich stimme mit der abweichenden Meinung des Richters Schluckebier und der Richterin Hermanns beim Bundesverfassungsgericht überein, dass es “nicht realitätsgerecht” ist, zu behaupten, dass das Tragen religiös konnotierter Bekleidung durch Pädagoginnen und Pädagogen keinen Einfluss auf die Glaubensfreiheit von Schüler/innen und Eltern habe.

Wir brauchen Lehrerinnen und Lehrer, die sich in ihrer Vorbildfunktion als Amtsträger und Vertreter des Staates neutral verhalten und ihre individuelle Glaubensfreiheit außerhalb der Schule ausleben. Das Neutralitätsgebot sollte dabei für alle gelten, unabhängig welcher Religion sie angehören. Auch in anderen Berufen gibt es Bekleidungsvorschriften, an die sich Menschen zu halten haben, wenn sie diesen Beruf ausüben möchten. Es ist nicht ersichtlich, warum das für den Lehrerberuf nicht gelten sollte.”

http://www.franziska-giffey.de/stellungnahme-zum-urteil-des-bundesverfassungsgericht-zur-aufhebung-des-pauschalen-kopftuchverbots/

Heinz Buschkowsky, der scheidende Bürgermeister des Berliner Problembezirks Neukölln, hat das Urteil zum Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen als groben Fehler kritisiert. “Ich empfinde das Urteil als Katastrophe”, sagte der SPD-Politiker im RBB-Inforadio.

Das Bundesverfassungsgericht stelle die Religionsfreiheit Einzelner über das staatliche Gebot wertneutralen Handelns. “Ich halte das für ein Zurückweichen, für die Preisgabe eines elementaren Bausteins unserer Gesellschaft”, sagte Buschkowsky. Das Urteil erschwere den Kampf gegen religiösen Fundamentalismus.

In gewohnter Buschkowsky-Manier fuhr der 66-Jährige fort: “Die, die dieses Urteil gefällt haben, haben keine Ahnung – null – wie es in Gebieten, in Stadtlagen wie Neukölln zugeht.” Das oberste deutsche Gericht habe ohne Not eine Säule der Gesellschaft geschleift, wonach staatliches Handeln wertneutral zu sein habe. “Das Gericht hat gesagt: Die Wertneutralität staatlichen Handelns übt keine normative Funktion aus, sondern ist eher eine offene Haltung”, sagte Buschkowsky. Das sei für ihn unverständlich.

Das Bundesverfassungsgericht hatte in einem am 13. März veröffentlichten Beschluss entschieden, dass ein Kopftuch-Verbot für muslimische Lehrerinnen an Schulen nicht pauschal gelten darf. Experten der Senatsinnenverwaltung überprüfen nun, ob das seit 2004 in Berlin geltende Neutralitätsgesetz angepasst werden muss. Es fordert von Landesbeschäftigten bisher ein, dass sie sich “in ihrem religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnis zurückhalten.”

Quelle: rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg (Buschkowsky zum Kopftuch-Urteil: Richter haben “keine Ahnung”), 29.03.2015

http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2015/03/buschkowsky-zum-kopftuch-urteil–richter-haben–keine-ahnung-.html

Nach der Scharia, dem islamischem Recht, hat ein Mädchen mit Beginn der Pubertät, die kann bei Südländerinnen und übergewichtigen Schülerinnen bereits mit 8-9 Jahren einsetzen, den kompletten Körper mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen so zu bedecken, dass weder Körperkonturen betont werden noch nackte Haut zu sehen ist oder Körperumrisse erahnt werden können. Einem völlig altersgemäß körperlich und kognitiv derart kindlichen Menschen mutet die türkische Stellungnahme die Bürde der Pflichten einer erwachsenen Frau auf. Gemäß diesem Gutachten des Obersten Religionsrates der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB), das die Richter des BVerfG zur Bearbeitung der Beschwerde herangezogen haben, handelt es sich bei dieser Kleidungsdoktrin um ein religiöses Gebot definitiver Qualität. Grundrechtsträgerinnen muslimischen Glaubens haben sich diesen göttlichen Regeln unbedingt kritiklos zu unterwerfen, Gestaltungsfreiraum bleibt ihnen nur innerhalb der Rahmenbedingungen der rigiden Vorschrift. Die im KRM vertretenen drei weiteren Islamverbände VIKZ, ZMD und IR (die IGMG ist Mitgliedsverein im IR, die IGD im ZMD) schließen sich dieser Auffassung offensichtlich an.

Gleichwohl gebietet der Islam, nach allen islamischen Rechtsschulen, das Einhalten bestimmter Bekleidungsvorschriften, und zwar für Mann und Frau. Der Frau ist geboten, sich bis auf Hände, Füße und Gesicht zu bekleiden, dazu gehören einstimmig die Kopfhaare. Sinn dieses Gebotes ist es nicht, die Frau in irgendeiner Form zu unterdrücken. Für die unterzeichnenden islamischen Organisationen in Deutschland ist das Kopftuch nur ein religiöses Gebot, …

(IGD, IGMG, VIKZ, ZMD usw. am 22.04.2004)

http://www.islam.de/1164_print.php?

Daraus folgt, dass auch bei sommerlicher Mittagshitze beispielsweise das Tragen eines ärmellosen T-Shirts verboten ist. Stattdessen zieht man etwa eine Abaya oder eine Tunika mit knöchellanger Hose an oder kombiniert das langärmelige Oberteil mit einem Rock, dessen Saum ebenfalls bis auf den Fußrücken reicht.

Kinderabaya

http://www.imanstyle.de/epages/0b661438-0f07-4ec1-998a-9ee600c17618.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/0b661438-0f07-4ec1-998a-9ee600c17618/Categories/Kinder/Kinderabaya

Tunika und Hose

https://www.etsy.com/de/listing/167020846/stickerei-langen-weissen-tunika-top?ref=shop_home_active_7

https://www.egyptbazar.de/damenmode/tunika/damen-tunika-ks0013.php

Polizistinnen in London

https://nationalpostcom.files.wordpress.com/2013/11/police-hijab.jpg?w=620

Untrennbar mit der religiös motivierten Zwangsverschleierung verbunden ist die Doktrin des geschlechtsspezifischen Fitrakonzepts, die Doktrin des gottesfürchtigen Verhaltenskodex und die Doktrin der allein heilssichernden Werteordnung und Lebensweise der Scharia, des islamischen Rechts. Daraus leitet sich die Pflicht zur Hisba ab, dem göttlichen Befehl zu gebieten, was recht ist und zu verbieten, was verwerflich ist. Die Ibada (wörtl.: absolute Unterwerfung zum Wohlgefallen Allahs) fordert jeden verbindlich dazu auf, Verantwortung für seine Glaubensgeschwister zu übernehmen und zu verhindern, dass sie vom rechten Weg abweichen und sich am Tag des Gerichts beide wegen Pflichtschludrigkeit verantworten müssen.

Der Islam kennt keine Unterscheidung von himmlischer und weltlicher Herrschaft, der koranische Dīn ist eben gerade keine Privatreligion bzw. persönliche Spiritualität, sondern prophetische Diktatur auf Erden, öffentlich kontrollierbare Orthopraxie und im Sinne von Medina (622-855 d. Z.) wiederzuerrichtendes Gesellschaftsmodell.] Das politische System islamisch geprägter Länder ist mehr oder weniger theokratisch ausgerichtet. Eine Trennung von Staat / Religion sowie Recht / Religion kennt der Islam nicht.

Dazu vgl. bei: Jochen Gaugele (Ex-Verfassungsrichter geißelt Kopftuchurteil), in: Die Welt 29.03.2015

http://www.welt.de/politik/deutschland/article138883772/Ex-Verfassungsrichter-geisselt-Kopftuchurteil.html

Dīn

Dīn (also anglicized as Deen) … is loosely associated with “religion”, but as used in the Qur’an, it means the Way Of Life in which righteous Muslims are obligated to adopt in order to comply with divine law (Quran and sunna), or Shari’a, and to the divine judgment or recompense to which all humanity must inevitably face without intercessors before God. Thus, although secular Muslims would say that their practical interpretation of Dīn conforms to “religion” in the restricted sense of something that can be carried out in separation from other areas of life, both mainstream and reformist Muslim writers take the word to mean an all-encompassing way of life carried out under the auspices of God’s divine purpose as expressed in the Qur’an and hadith. As one notably progressive Muslim writer puts it, far from being a discrete aspect of life carried out in the mosque, “Islam is Dīn, a complete way of life”.

https://en.wikipedia.org/wiki/D%C4%ABn

Die Hisba, die Pflicht eines jeden Muslims, das Rechte zu gebieten und das Verwerfliche zu verbieten

Al-aḥkām al-sulṭānīya, al-Mawardi (972–1058 d. Z.)

al-Ghazālī

Ibn Taimiyya

Koran: 3,110; 7,157; 9,71; 9,112; 22,41

Necla Kelek: „Ich bin seit Jahren ehrenamtlich in Mädchenprojekten in Berlin-Neukölln tätig. Die Vereine organisieren Nachhilfe und Nachbarschaftstreffen. Der Druck auf die jungen Frauen durch ihre Familien und die muslimische Community, sich entsprechend den islamischen Sitten zu verhalten und zu kleiden, hat stark zugenommen. Die Mädchen möchten eine Ausbildung, sie wollen selbständig werden und über ihr Leben bestimmen, aber es wird ihnen verwehrt. Sie werden keine Lehrerinnen, weil sie meist gar nicht die Schule beenden können, sondern vorher verheiratet werden. Sie werden Putzfrauen, weil sie nichts lernen durften und ihre Männer Wohnung, Auto und Familienhochzeiten nicht allein finanzieren können. Wer behauptet, das Kopftuchurteil ebnete Frauen den Weg in den Schuldienst, ist zynisch.“ (aus: Gefährlicher Stoff, Necla Kelek in der FAZ am 01.04.2015)

Der Hidschab, die islamische Bedeckung, ist ein starkes religiöses Symbol, das nach innen wie außen ausstrahlt und persönliche wie soziale Wirkung entfaltet. Das Schamtuch diktiert seiner Trägerin den mit Allah geschlossenen Bund nicht zu brechen und sich ausnahmslos seinen Befehlen demütig und ergeben zu unterwerfen. Gehorcht sie dem mahnenden Zeichen, erleichtert ihr das den für Mädchen und Frauen ohnehin besonders steilen und steinigen Weg ins Paradies, folgt sie der Rechtleitung nicht, drohen Allahs Zorn und seine ewigen fürchterlichen Höllenstrafen (Folgen der persönlichen, internen Wirkung).

Der Schleier ist mit einer Art textilem Ausweis der Reinheit und frommen Gottesfurcht zu vergleichen (extern). Bereits von Weitem erkennt jeder die bedeckte Frau als gläubige Muslima. Im selben Moment, indem der Hidschab wahrgenommen wird, baut er für unsere Mitbürger muslimischen Glaubens einen gewaltigen Wohlverhaltensdruck auf, dem sich durch Koranschule, Sippe und soziales Umfeld schariakonform sozialisierte Menschen kaum entziehen können. Die Zahl der ihr Kopftuch ‚freiwillig’ tragenden Mädchen und Frauen darf uns nicht verwundern, denn der zur korrekten islamischen Lebensweise erziehende Hidschab ist nicht nur ein guter Schutz vor dem Höllenfeuer, er ist auch die Eintrittskarte in den Club der hoch angesehenen Alphamädchen. Zu deren zwingend notwendigem Verhaltensrepertoire gehört allerdings die Verachtung und der heilige Ekel gegenüber allen nichtislamischen Verhaltens- und Lebensweisen (Al-walā wa-l-barāa).

With regard to non-Muslims, the Muslim should disavow himself of them, and he should not feel any love in his heart towards them. Allaah says (interpretation of the meaning):…[quotes Qur’an 60:1 below]

http://friendshipsfisabilillah.blogspot.de/2006/06/best-of-neighbours.html

Something else that will help you to stop mixing with non-Muslims is to remember that these kaafirs – even though they may have good manners and some good qualities – also do a number of seriously wrong things, any one of which is sufficient to nullify any good deeds that they may do. Among these evil things is the belief of the Christians – for example – that God is one of three (trinity), as Allaah says (interpretation of the meaning):…[quotes Qur’an 5:73 below]

Even if they give you some of your rights by treating you nicely, they do not give Allaah His rights and they do not give the Qur’aan its rights and they do not give our Prophet (peace and blessings of Allaah be upon him) his rights. The rights of Allaah and His Book and His Prophet are more important than our personal rights. Remember this, for this is one of the things that will help you to hate them and regard them as enemies until they believe in Allaah alone, as mentioned in the aayah quoted above (interpretation of the meaning):…[quotes Qur’an 60:4 below]

(aus: Islam: Questions and Answers: Alliance and Amity, Disavowal and Enmity, von: Muhammad Saed Abdul-Rahman; Seite 50-51)

https://books.google.de/books?id=FO5jmme1P3gC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Being friends with non-Muslims

Shaykh Saleh Munajjid, Islam Q&A, Fatwa No. 11793

The belief in al-wala’ wa’l-bara’ (loyalty and friendship vs. disavowal and enmity) is one of the most important basic principles of Islam. Just as faith increases and decreases, so too people vary in the extent to which they adhere to this important principle, and their adherence to it increases and decreases. But if this principle is destroyed completely in a person’s heart and he does not do what it implies, this means that faith has been destroyed entirely as well, and faith is the basis on which he loves the close friends of Allaah and hates His enemies. This principle is indicated by a number of verses in the Book of Allaah and ahaadeeth from the Sunnah of the Prophet (peace and blessings of Allaah be upon him). These include the following:…[quotes Qur’an 58:22, Qur’an 4:144, Qur’an 5:51, Qur’an 3:118, Muslim 1817, Bukhari 415, Muslim 33, below]

There are many such reports, which indicates that it is haraam to take the kaafirs as close friends and to love them. This friendship may take many forms, such as approving of their kufr, mixing with them and being friendly towards them, living with them, taking them as close friends, loving them, preferring them to the believers, referring to their laws for judgement and so on. See question no. 2179.

From the above, you will see that loving a kaafir is a serious matter, because it goes against one of the most important principles of Tawheed, which is loving and being loyal towards the believers, and disavowing and rejecting the disbelievers.

Can he pray for his Christian friend to be healed?

Islam Q&A, Fatwa No. 47322

http://islamqa.info/en/47322

Die männlichen muslimisch sozialisierten Klassenkameraden übernehmen die von klein auf anerzogene Rolle des Sittenwächters und üben gemeinsam mit den verschleierten Mitstreiterinnen permanente Kontrolle über die ‚rechtgläubigen’ Schülerinnen aus, die ihre Haare noch offen tragen, und die unverschleierten andersgläubigen Mädchen aus. Kuffar-Mädchen sind in den Augen orthodoxer muslimischer Jungen und Männer Schlampen, die kein guter Muslim jemals heiraten würde. Kein verschleiertes Mädchen wird sich freiwillig neben einen Klassenkameraden setzen, ganz unabhängig davon, ob er muslimisch ist oder nicht. Der ‚ungläubigen, sündigen Lehrerin’ brauchen nach dem Verhaltensdogma von Sunna und Scharia auch muslimische Eltern keinen Respekt entgegen zu bringen.

Dem hohen Konformitätsdruck und dem Mobbing halten Grundschüler und Teenager auf Dauer nicht Stand. Einige erkranken psychosomatisch, sind reizbar, haben ständig Kopfschmerzen, keinen Appetit, wollen nur noch ungern zur Schule gehen, ziehen sich zurück. Hatice, die sich züchtig verhüllt, will dann plötzlich nicht mehr neben ihrer ehemals besten Freundin Lena sitzen, weil diese unrein und der Kontakt mit Andersgläubigen oder Atheisten haram ist. Andere geben nach und entscheiden ‚ganz aus sich heraus’, ‚freiwillig’ künftig Hidschab zu tragen bzw. als Nichtmuslima nur noch hochgeschlossene Oberteile zu anzuziehen und die Beine mit blickdichten Strumpfhosen oder Leggins zu bedecken, um sich keine Anzüglichkeiten und Gemeinheiten mehr anhören zu müssen. Freiheit ist jedoch das Recht, ohne Zwang, Angst vor Bestrafung oder Ausgrenzung und ohne Bevormundung zwischen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten wählen zu können.

Mobbing gegen Mädchen mit offenen Haaren

http://www.emma.de/artikel/verkehrte-welt-mobbing-gegen-kopftuchfreie-maedchen-264094

Auch in vielen Clans wird mit enormer Energie dieses äußerlich überdeutlich sichtbare Kennzeichen der religiösen Selbstaufwertung initiiert und zementiert, um im Gegenzug Menschen in Gruppen verschiedener Minderwertigkeit einzuteilen und dabei pauschal zu stigmatisieren. Dabei stehen die Mütter, die ihren Töchtern das ‚Schamtuch’ erfolgreich anzutrainieren haben, unter besonders starkem Kontroll- und Erfolgsdruck der Großfamilie, da es zum Selbstverständnis und ausdrücklichen Auftrag muslimischer Frauen gehört, Normen und Werte zu tradieren. Gelingt ihnen das, wertet dies den geringen Status der Frauen in Sippe und Community etwas auf.

Kleidung hat nicht nur die Funktion, uns vor Kälte und Nässe zu schützen, sie ist auch Symbol für berufliche Funktion, sozialen Status sowie soziales Umfeld und gibt Einblick in Einstellungen, Werte und Weltanschauung unseres Gegenübers. Die Uniform eines Polizisten signalisiert Rechtsstaatlichkeit und Schutz. Bei jeder Form der islamischen Bedeckung assoziieren Kritiker, darunter Aufklärungshumanisten, Menschenrechtler, Nichtgläubige und Säkulare, ein frauen- wie männerfeindliches Menschenbild, das kleinen Mädchen und Teenagern eine unbeschwerte Kindheit und Jugend verwehrt. Ob Kopftuch, Tschador, Niqab oder Burka, die islamische Bedeckung würdigt jede Frau und alle Nichtmuslime herab, fördert und fordert kulturell vormoderne Geschlechterrollen, Genderapartheid und Segregation.

Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, mutig ihren eigenen Verstand zu nutzen, um ein eigenes, differenziertes Verständnis von der Kultur der Menschheit und der biologischen und physikalischen Natur der Welt zu entwickeln. Mädchen wie Jungen sollen zu demokratischen Persönlichkeiten heranwachsen, die ihre Grundrechte kennen und jedem Fundamentalismus gegenüber immun sind. Sie sollen wagen, Fragen zu stellen, sich selbstbewusst einmischen und kritisch Stellung nehmen. Wir wollen dazu beitragen, dass sie das Rüstzeug haben, sich in einem ihren Neigungen, Fähigkeiten und Wünschen entsprechenden Berufs- und Privatleben verwirklichen zu können.

Ist eine Pädagogin nicht bereit während der Arbeitszeit auf den Schleier zu verzichten, liegt der Verdacht nahe, dass sie auch nicht willens ist für unseren säkularen, freiheitlich demokratischen Rechtsstaat und seine Werte einzutreten, weil ein regelgeleitetes Leben nach Koran und Sunna kohärentes Wohlverhalten und totalen Gehorsam voraussetzt (siehe Dīn). Wer für sich die Freiheit in Anspruch nimmt in der Öffentlichkeit Kopftuch zu tragen, muss auch bereit sein, wegen des staatlichen Neutralitätsgebots und aufgrund der Grundrechte Dritter den Hidschab auszuziehen, um ihn, je nach Belieben, in der Freizeit einfach wieder anzulegen.

Mit ihrem Körperschamtuch, dem das islamische Aurakonzept (islamisches Konzept der menschlichen Schambereiche) zugrunde liegt, läuft die Hidschabträgerin im Staatsdienst Reklame für einen Unterlegenheitsfeminismus, der mit den Erziehungs- und Bildungszielen eines Schulwesens, das Aufklärungshumanismus, Wissenschaftlichkeit und der fdGO verpflichtet ist, nicht in Einklang zu bringen ist. Das Verschleierungsverbot stellt keine Diskriminierung im Namen der staatlichen Neutralität dar, schließlich wird die Religionsausübungsfreiheit der Pädagogin nicht grundsätzlich aberkannt, sie kann Körper und Haar vor Dienstbeginn und nach Dienstende weiterhin bedecken.

Karlsruhe habe [2015] nicht hinreichend berücksichtigt, dass “die Lehrkraft sich hier auf die Religionsfreiheit bei der Ausübung einer öffentlichen Amtstätigkeit beruft”. Sie nehme den Erziehungsauftrag des Staates wahr, der verfassungsrechtlich zur Neutralität, aber auch zur Gleichstellung von Männern und Frauen verpflichtet sei.

(Ex-Verfassungsrichter geißelt Kopftuchurteil. Jochen Gaugele über Hans-Jürgen Papier, in: Die Welt, 29.03.2015)

http://www.welt.de/politik/deutschland/article138883772/Ex-Verfassungsrichter-geisselt-Kopftuchurteil.html?subid=skim725X104088X665da8209b9298dede87d3c7e49ab166&affmt=2&affmn=1

Der Schleier steht Pate für eine Gesellschaftsordnung, die keine Volkssouveränität kennt, von Menschenhand geschaffene Gesetze als subsidiär und minderwertig ansieht und daher Schritt für Schritt den Scharianormen angleichen will (Islamische Charta, ZMD 2002). Lehrer für den bekennenden islamischen Religionsunterricht sind an die Idschaza gebunden und laufen Gefahr ihre Anstellung zu verlieren, wenn sie den Din nicht leben und lehren. Doch auch alle anderen Pädagogen mit muslimischem Bekenntnis werden sich durch die Zusammenarbeit der Schulen mit den Moscheegemeinden (s. Schulgesetz) der Überwachung, Kontrolle und dringlichen Aufforderung zur Umkehr durch Geistliche oder Hassanat (himmlische Pluspunkte) sammelnde, schariatreue Kollegen nicht entziehen können und hohem Wohlverhaltensdruck ausgesetzt sein. Schließlich gebietet die Pflicht der Hisba das Verwerfliche zu verbieten.

Für Ralph Ghadban ist das Schamtuch ein zentrales Element der islamischen Welt- und Lebensordnung und symbolisiert: „die Position der Frau. Es ist nicht, wie im Diskurs ständig wiederholt wird, allein ein Zeichen ihrer Unterdrückung, denn man kann die Frau ohne Kopftuch unterdrücken, es ist vor allem ein Zeichen ihrer Entwürdigung [also ein Verstoß gegen Art. 1 (1) GG], weil es die Frau auf ihre Sexualität reduziert.“ Auszüge aus seiner Abhandlung Das Kopftuch in Koran und Sunna

Die Frau ist eine ‚aurah bedeutet, dass ihre Erscheinung und Entblößung vor den Männern verwerflich ist. Und die ‚aurah ist das Geschlechtsteil des Menschen und alles, wofür man sich schämt.“

Aus diesem Grund wurde die Frau verteufelt, weil ihre Erscheinung allein die Männer verführt. Die Verbindung zwischen der Verteufelung und der Verführung bringt folgender hadîth zum Ausdruck: „Der Prophet sah eine Frau, da ging er zu seiner Ehefrau Zeinab und schlief mit ihr. Er sagte: Wenn eine Frau euch entgegenkommt, dann kommt sie mit dem Antlitz eines Teufels. Wenn einer von euch eine Frau sieht und sie gefällt ihm, er soll zu seiner Frau gehen, weil sie auch hat, was diese Frau hat.“

Die Frau ist ein sexuelles Objekt. Sie ist verführerisch und teuflisch. Sie stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Männer dar. Außerdem ist sie schlecht. Ali soll gesagt haben: „Die Frau als Ganzes ist böse. Und das Böseste an ihr ist, dass man auf sie nicht verzichten kann.“ Ein hadîth bei Buchârî besagt, dass die Mehrheit der Menschen in der Hölle aus Frauen besteht. Aus diesen Gründen muss sie eingesperrt werden, das ist auch gut für sie. In einem hadîth steht: „Die Frau ist eine ‚aurah, wenn sie ausgeht, dann kommt ihr der Teufel entgegen. Sie ist am nähsten zu Gott, wenn sie in ihrem Haus tief steckt.“

Das wirft einen Blick auf das Männerbild: Der Mann ist offensichtlich ein triebhaftes Wesen, das im Angesicht der Frau nicht mehr zu kontrollieren ist. Und wenn sie noch dazu hübsch ist, dann fängt er an zu randalieren. Der Mann ist so schwach, dass er in der Frau nicht eine, sondern zehn ‚aurah sieht.

Der Prophet soll gesagt haben: „Die Frau hat zehn ‚aurah. Wenn sie heiratet, schützt ihr Mann eine von ihnen und wenn sie stirbt, schützt das Grab alle zehn ‚aurah.“ Dasselbe soll auch Ali gesagt haben.

Die freien Christinnen und Jüdinnen durften genau wie die Sklavinnen ihren Kopf und ihr Gesicht nicht verhüllen. Der Muslim darf ihren Anblick genießen. Das gehört zum Bereich der sexuellen Herrschaft. Die Muslimin ist beschützt, daher der Begriff muhassanât: Husn heißt Festung. Die anderen Frauen sind mehr oder weniger Freiwild.

Wenn Mann und Frau in Kontakt kommen, dann ist das Sündigen unvermeidlich. In einem hadîth heißt es, wenn eine Frau und ein Mann sich treffen, dann ist der Teufel der Dritte. Mustafa as-Sibâ’i, der Gründer der Muslimbrüder in Syrien, schreibt 1962, dass die Zivilisation des Islam auf der Basis der Geschlechtertrennung entstanden ist, und das mache ihre Größe aus. Dagegen habe die Geschlechtervermischung in der griechischen, der römischen und der westlichen Zivilisation zu ihrem Niedergang geführt.

Diese andere Beschaffenheit der Frau stellt einen Mangel in ihrer Natur dar, der von einem hadîth erläutert wird. Nach Buchârî soll der Prophet gesagt haben, den Frauen fehle es an Vernunft und an Religion. Die Frauen fragten nach dem Grund. Er antwortete: „Ist die Zeugenaussage der Frau nicht halb so viel Wert wie die des Mannes? Das kommt von ihrem Mangel an Vernunft. Muss sie nicht während der Menstruation aufhören zu fasten und zu beten? Das kommt von ihrem Mangel an Religion.“

Die letzte Aussage führt zur Biologisierung der Frau. Die Frau mag eine Seele haben wie der Mann, ihre Biologie bringt ihr aber Nachteile. Sie kann beispielsweise keine gesellschaftliche Verantwortung tragen. In einem hadîth heißt es: „Ein Volk kann keinen Erfolg erzielen, wenn es von einer Frau angeführt wird. Es ist so, weil die Frau mangelhaft und unfähig ist, sich eine richtige Meinung zu bilden. Und weil der Herrscher verpflichtet ist, in der Öffentlichkeit aufzutreten, um die Angelegenheiten seiner Untertanen zu verwalten. Die Frau ist aber eine ‚aurah und ist dafür nicht geeignet. Deshalb darf sie weder Imam noch Qadi werden.“

In der Frage der Menschenrechte für Mann und Frau unterscheiden die Muslime zwischen Gleichheit und Ähnlichkeit. Im Islam sind Mann und Frau als Menschen vor Gott gleich und genießen dieselben Rechte. In der Gesellschaft sind sie aber nicht ähnlich. Ihre Unähnlichkeit beruht auf ihren biologischen Unterschieden, was zu Konsequenzen führt. Ayatollah Murtada al-Mutahirî [Morteza Motahhari] z.B. schreibt: „Die Welt der Frau ist anders als die Welt des Mannes, die Beschaffenheit und die Natur der Frau sind anders als die Beschaffenheit und Natur des Mannes. Das führt natürlich dazu, dass viele Rechte, Pflichten und Strafen nicht einheitlich sind.“ Dann kritisiert er den Westen, der krampfhaft versucht, für beide Geschlechter dieselben Gesetze und Institutionen durchzusetzen, trotz der, wie er schreibt, „instinktiven und biologischen Unterschiede“ der beiden.

Das Kopftuch ist ein zentrales Element dieser Ordnung und symbolisiert die Position der Frau. Es ist nicht, wie im Diskurs ständig wiederholt wird, allein ein Zeichen ihrer Unterdrückung, denn man kann die Frau ohne Kopftuch unterdrücken. Es ist vor allem ein Zeichen ihrer Entwürdigung, weil es die Frau auf ihre Sexualität reduziert. Sie ist eine ‚aurah, und da man nicht mit entblößten Geschlechtsteilen auf die Straße geht, muss sie sich verhüllen. Deshalb sprechen die Muslime davon, dass die Frau durch das Kopftuch ihre Würde gewinnt. Sie sagen auch, dass das Kopftuch sie beschützt. Wer sich als sexuelles Objekt betrachtet, braucht natürlich einen Schutz, vor allem, wenn man die Männer als unkontrollierte triebhafte Wesen sieht.

http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/konfliktstoff-kopftuch/63294/ralf-ghadban

Aus der freiheitlich demokratischen, rechts- und sozialstaatlichen Verpflichtung des Staates ergibt sich das Triple-Mandat der Sozialen Arbeit. Sozialpädagogen und Sozialarbeiter sind also den Bedürfnissen des Individuums genauso verpflichtet wie der fdGO und dem Kodex der sozialen Arbeit, der aus internationalen Abkommen (in vorliegendem Zusammenhang vor allem die AEMR und UN-Kinderrechtskonvention) abgeleitet wird.

Aufgabe Sozialer Arbeit ist es:

a) Handlungsmethoden zu entwickeln und daraus flexible, auf den jeweiligen Bedarf passgenau zugeschnittene Beratungs-, Bildungs- und Freizeitangebote zusammenzustellen, die sich an wissenschaftlichen Theorien menschlichen Verhaltens orientieren,

b) genau reglementierte Kriseninterventionen (bspw. bei Kindeswohlgefährdung) bereitzustellen und

c) sozialen Problemlagen und Benachteiligungen präventiv entgegenzuwirken und gleichberechtigte Partizipation zu ermöglichen.

Tätigkeitsfelder für Sozialpädagogen und Sozialarbeiter beschränken sich nicht nur auf das Beheben oder Minimieren sozialer Benachteiligung und Krisenintervention (z. B. Inobhutnahme). Zu den Aufgabengebieten sozialer Arbeit zählen auch schulische und außerschulische individuelle Persönlichkeitsförderung, sprachliche, gesundheitliche und politische Bildung und Freizeitgestaltung mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Beratung in Erziehungsfragen und belastenden Lebenslagen, aber auch das Aufdecken, Beschreiben, Analysieren und öffentliche Kritisieren belastender gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und politisches Engagement für die Erhaltung und den Ausbau freiheitlich demokratischer und rechtsstaatlicher Qualitätsstandards.

Sozialpädagogen und Sozialarbeiter müssen in der Lage sein, unabhängig von politischen und gesellschaftlichen Mehrheitsmeinungen und frei von Konformitätsdruck auf der Basis des GG und ihres Triplemandats ihrer Arbeit nachzukommen. Wenn beispielsweise die Ausformulierung dessen, was unter Schulfrieden zu verstehen ist nicht mehr möglich ist, weil sie diskriminieren könnte, schränkt ein solcher vorauseilender Gehorsam in unerlaubter Weise Meinungsfreiheit und Berufsausübungsfreiheit ein. Als Nichtmuslim aus Höflichkeit, falscher Rücksichtnahme oder mangelnder Zivilcourage pikante Inhalte nicht einmal mehr ansprechen geschweige denn besprechen zu können, weil alle nicht schariakonformen Themen haram sind und die verschleierte Kollegin in Verlegenheit bringen oder sogar brüskieren würden, schadet dem Lern- und Arbeitsklima. Säkulare Schüler und Pädagogen müssen fürchten, bei den Geistlichen oder sonstigen Gottesfürchtigen denunziert zu werden, sobald sie konflikthafte Themen wie Freiheit der Kunst, Gleichberechtigung von Frau und Mann, Homosexualität, vorehelicher Sex, Verhütung, genitale Intaktheit (keine FGM oder MGM unter 18 Jahren) oder Islamapostasie besprechen oder auch nur ansprechen.

Anne Kathrin Kenkmann (wissenschaftliche Mitarbeiterin) in Vertretung von Prof. Dr. jur. Jörg Ennuschat, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbesondere Verwaltungsrecht, bei der Expertenanhörung:

Würden wir das wirklich formulieren, hätten wir ein Problem damit. Es könnte eine Diskriminierung geben, wenn man die Störung des Schulfriedens ausformuliert.

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMA16-907.pdf

Mina Ahadi, Vorsitzende Zentralrats der Ex-Muslime

Mitzeichnend:

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

„Demokratie ist nur dort mehr als ein Produkt einer bloßen Zweckmäßigkeitsentscheidung, wo man den Mut hat, an sie als etwas für die Würde des Menschen Notwendiges zu glauben. Wenn man aber diesen Mut hat, dann muß man auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen.“

Carlo Schmid