Archive for the ‘Türkei’ Category

461. Bozdağ und Maas Hand in Hand für die Kinderehen

20. November 2016

زواج الأطفال

zawāǧ al-aṭfāl

Kinderehe

Kein Islam ohne Kinderehen – wie in Türkiye so in Almanya

Zum Kindertag (Universal Children’s Day), dem 20. November als dem Tag der Deklaration über die Rechte der Kinder (1959) und der dreißig Jahre jüngeren UN-Kinderrechtskonvention (1989). Von Jacques Auvergne, 20.11.2016.

Seit mehreren Monaten Hand in Hand kämpfen für die Legalisierung (Straffreistellung) der Kinderehen der Justizminister (Adalet Bakanı) der Republik Türkei Bekir Bozdağ sowie in der Bundesrepublik Deutschland Amtskollege Heiko Maas.

Schließlich will man Scharia (Islam) plus Fiqh (auch Islam) integrieren und hat Allahgott in seiner eigenen Rede (Koran) sowie durch Mohammeds unbedingt nachzuahmendes Vorbild (Hadith) das weibliche Heiratsalter festgesetzt auf neun Jahre. Neun Mondjahre wohlgemerkt, das sind solare acht Jahre sieben Monate.

Das Prinzip vom Sex mit der Kindbraut ist auch gar kein Wahhabismus, Salafismus oder Islamismus, jene drei Phantome, über die man sich transatlantisch noch ein bisschen empören darf und die es islamisch allesamt nicht gibt, sondern echte zeitlose Religion nach Koran und Hadith.

… and my mother handed me over to him, and at that time I was a girl of nine years of age.

(Sahih al-Buchari Band 5 Buch 58 Nummer 234)

… and he took up cohabitation with me, when I was nine.

(Abu Dawud Buch 41 Nummer 4917)

Der Gesandte Allahs, (…), nahm seine Eheschließung mit mir vor, als ich sechs Jahre alt war, und mit mir eheliche Beziehungen erst unterhielt, als ich neun Jahre alt war. …

(bei Sahih Muslim Nummer 2547; ebenfalls bei Sahih al-Buchari Band 7 Buch 62 Vers 64.)

Seit dem 20. August 2016, nämlich seit der Petition gegen Kinderehen (Eherecht Pet 4-18-07-4030-036062) kann jeder deutsche Bundestagsabgeordnete wissen, dass die Kinderehen seit Jahrzehnten auch in Europa unter den Teppich gekehrte schlechte Tatsache und dabei sogar in Deutschland aufgetreten sind, namentlich bei der türkischen Minderheit Griechenlands, deren Mufti die Mädchen in Augenschein nimmt und, befindet er sie für reif genug, islamisch verheiratet (Imamehe arab. Nikah).

Das auf Mohammeds Heirat mit Aischa zurückgehende islamische Prinzip Kindbraut ist politisch durchzusetzen, denn nicht nur für das Personenstands- oder Familienrecht gilt, dass Allah Souverän ist und der Mensch keine Gesetze erlassen darf. Wer andere Gesetze anwendet als die von Allahgott herabgekommenen, verspielt im Diesseits schuldhaft den Gnadenstand mit seinem Schöpfer und wird dafür Jenseits hochwahrscheinlich auf Dauer im Höllenfeuer schmoren:

Those who do not judge by the laws of God are disbelievers.

Wer nicht nach dem waltet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Ungläubigen.

Koran 5:44

Übermorgen, am 22. November 2016 wird sich das türkische Parlament ein zweites Mal mit dem Gesetzesvorschlag der schariatreuen AK Parti oder AKP befassen, der Adalet ve Kalkınma Partisi, deutsch Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung oder Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung, die der global aktiven Bewegung der Muslimbruderschaft nahe steht. Worum geht es.

In der Türkei soll jeder Sexualstraftäter künftig durch eine Ehe mit dem missbrauchten Mädchen straffrei ausgehen können. Selbstverständlich müssen wir versuchen, ein solches türkisches Gesetz für eine Strafbefreiung durch Heirat des Opfers zu verhindern, das seine Entsprechung bis 2014 in Marokko hätte und dort zu Selbsttötungen aus Verzweiflung führte, beispielsweise zum Suizid der Amina El Filali, die sich mit Rattengift umbrachte, oder zu jenem Mädchen aus Tétouan, das sich im Hause ihrer Eltern erhängte.

Doch geht es nicht erst um diese besonders schlimme Menschenverachtung, die erneute bzw. islamjuristisch korrekt fortgesetzte Quälerei, die darin besteht, als männlicher Missbraucher das minderjährige weibliche Opfer seines Missbrauchs heiraten zu dürfen, sondern um das – ausgesprochen islamische – Prinzip der Kinderehen an sich.

Im Sommer und Herbst dieses Jahres und angesichts einer Fülle erschreckender Nachrichten während der verstärkten Machtergreifung des islamradikalen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan ist durch Deutschlands Politiker und Journalisten übersehen jedenfalls übergangen worden, dass die Türkei das Heiratsalter der Mädchen auf zwölf Jahre abgesenkt hat. Das ist so beschlossen und tritt am 13. Januar 2017 in Kraft.

Bereits am 14. Juli 2016 hatte Hürriyet Daily News berichtet:

The Constitutional Court has ruled to annul a provision that punishes all sexual acts against children under the age of 15 as “sexual abuse,” […]

The local court said the law does not provide legal consequences for the “consent” of victims in cases where the child victim is from 12 to 15 years of age and able to understand the meaning of the sexual act. […]

With seven votes against six, the Constitutional Court agreed with the local court and decided to annul the provision. The decision will come into effect on Jan. 13, 2017.

(Turkey’s Constitutional Court stirs outrage by annulling child sex abuse clause. ANKARA – Anadolu Agency. HÜRRIYET Daily News 14.07.2016.)

http://www.hurriyetdailynews.com/turkeys-constitutional-court-stirs-outrage-by-annulling-child-sex-abuse-clause.aspx?pageID=238&nid=101607

Seit drei Tagen darf man, mehr lässt die jeden unbotmäßigen Journalisten mit Verhaftung bedrohende türkische Pressezensur offensichtlich nicht zu, ein bisschen über 3000 oder 4000 in der Türkei inhaftierte Sexualstraftäter plappern, die ja vielleicht aus dem Gefängnis entlassen werden könnten, wenn sie das missbrauchte Mädchen heiraten dürften. Der erfreulicherweise vorhandene aufrichtige Protest, dem man Erfolg wünscht, kann sich kaum Gehör verschaffen, wer hingegen viel und laut plappern und zielsicher Nebel werfen darf, ist die schariafromme Frauenrechtsbewegung oder vielmehr Bewegung für Unterlegenheitsfeminismus KADEM (Kadın ve Demokrasi Derneği).

Führerin von KADEM ist Diktator Erdoğans Tochter Sümeyye, die in der Vergangenheit dadurch auffiel, dass sie das noch nicht im türkischen Erbrecht, aber doch für alle Zeit im Koran angeordnete halbe Erbe für die Frau verteidigte.

Sümeyye Erdoğan macht es den türkischen oder deutschen Kinderrechtlern schwer und den europäischen Verharmlosern von Scharia und Fiqh einfach. Jenen Islamschönfärbern macht sie den Weg frei, die genau wissen (man vergleiche die Parteigeschichte der GRÜNEN und deren Berliner Päderastievorkämpfer Fred Karst einerseits und andererseits das kinderfeindliche, seit Sommer 2012 im Rahmen der Diskussion um die Jungenbeschneidung und jetzt auch der islamischen Mädchenbeschneidung vernehmbare Gerede um die berüchtigte Genitale Selbstbestimmung, engl. genital autonomy), dass sie die Deutungshoheit um Begriff und Rechtsfolge der kindlichen bzw. jugendlichen Einvernehmlichkeit bzw. Einwilligungsfähigkeit erringen und behalten müssen, englisch consent, own will.

The pro-government Women’s and Democracy Association (Kadem), whose deputy chairman is Erdoğan’s younger daughter Sümeyye Erdoğan Bayraktar, said one of the biggest problems of the bill would be proving what constituted force or consent.

“How can the ‘own will’ of such a young girl be identified?” it asked. “We would like to draw attention to issues that might arise in case of it coming into force.” […]

(AFP in Istanbul. the guardian 18.11.2016.)

https://www.theguardian.com/world/2016/nov/18/turkish-bill-to-clear-men-of-child-sex-assault-if-the-marry-their-victims

Wie in Türkiye so in Almanya, die Kinderehen sind sehr grundsätzlich gewollt und, man lese die Convention on preventing and combating violence against women and domestic violence (Istanbul Convention), ebenso wie die islamische FGM (arab. chitan al-inath indones. sunat perempuan) und die frauenfeindliche islamische Polygynie in die durch Deutschland am ersten Tag signierte, zum Glück noch nicht ratifizierte Istanbulkonvention integriert.

Über die Zwangsehe grübelt die Istanbulkonvention, man beachte die Worte forced, forcing, deutsch gezwungen, zwingen, eigene Hervorhebungen:

Article 37 – Forced marriage „[…] to ensure that the intentional conduct of forcing an adult or a child to enter into a marriage is criminalised […]“

Wenn alle Beteiligten – sprich wenn beide patriarchalen Clans – zufrieden sind und sich, jedenfalls irgendwie, auch der weibliche Minderjährige nicht gezwungen (forced) fühlt, gebe es, so legt es Artikel 37 der Istanbulkonvention nahe, gar kein Problem die Ehe einzugehen und ehelich geschlechtlich zu verkehren, gegebenenfalls eben auch zwischen „einem Erwachsenen oder einem Kind“ (an adult or a child).

Nur darum ging es der türkischen Regierung mit der europaweit gelangweilt und selbstverliebt gefeierten Istanbulkonvention und nur darum geht es ihr auch im November 2016. Das – ja, skandalöse – Diskutieren in dieses Tagen um eine Straflosigkeit bei Heirat des Missbrauchsopfers dient dazu, für die Türkei die gesamte familienrechtliche Scharia zu erringen, soll gewährleisten, dass jeder islamisch einwandfreie, nämlich islamisch-eheliche Sex mit einem Mädchen ab zwölf Jahren möglich ist (Imam-Nikah), wie wir gesehen haben laut Hadith ab neun Jahren.

(Die Taqiyya der Istanbul Convention zur weiblichen Genitalverstümmelung, zur FGM: Die Jungenbeschneidung zu kriminalisieren wird gerade nicht gefordert, also, das unterstellen wir, soll jede der Zirkumzision im zerstörerischen Ausmaß vergleichbar hohe oder geringer hohe Form von FGM erlaubt sein, etwa FGM Typ I oder FGM Typ IV der WHO-Klassifikation.)

Im Strudel der Ereignisse des Sommers 2016 ging auch dieses beinahe unter. „Türkei erlaubt Sex mit Kindern unter 15 Jahren“, so las es der Reisende auf dem digitalen Nachrichtenband der Ankunftshalle des Wiener Flughafens Schwechat. Die ertappte türkische Regierung hatte ihr Gesicht verloren und kochte vor Wut.

Über die Türkei und ihren Führer nur Gutes. Unverzüglich bestellte das Außenministerium in Ankara den Geschäftsträger der österreichischen Botschaft ein. Und auch Schwedens Außenministerin Margot Wallström wurde gemaßregelt, weil sie noch am 14. August auf Twitter das türkische Kindersex-Urteil faktennah dargestellt und zu kritisieren gewagt hatte:

„Turkish decision to allow sex with children under 15 must be reversed. Children need more protection, not less, against violence, sex abuse.“

„Türkische Entscheidung, Sex mit Kindern unter 15 zu erlauben, muss widerrufen werden. Kinder brauchen mehr Schutz, nicht weniger, vor Gewalt, sexuellem Missbrauch.“

„You are clearly misinformed. There is no such stupid thing in Turkey. Sie sind ganz klar falsch informiert. In der Türkei gibt es keine solche Dummheit“ antwortete am Folgetag AKP-Politiker und Vizeregierungschef Mehmet Şimşek, der Finanzminister der Türkei.

Kommen wir zum Schluss und fassen, vor unserem Fazit, die beiden geschickt choreographierten Tanzschritte auf dem Weg zur Islamisierung des türkischen Familienrechts zusammen, hier betreffend die türkischen – doch indirekt die zeitgleich entstehenden deutschen! – straffrei gestellten Kinderehen.

Erster Schritt

„A child aged from 12 to 15 years of age may be capable of understanding the meaning of the sexual act. Zwölf- bis 15-Jährige sind im Prinzip in der Lage, die Bedeutung einer sexuellen Handlung zu verstehen“, so sieht es die, wenn auch knappe, sieben gegen sechs Stimmen, Mehrheit der türkischen Verfassungsrichter. The decision will come into effect on Jan. 13, 2017. Die Änderung gilt ab 13. Januar 2017.

Zweiter Schritt

Der übermorgen, am 22. November in zweiter Lesung behandelte Gesetzesvorschlag wird jedem männlichen Sexualstraftäter die Möglichkeit geben, dem Gefängnis bzw. der Strafverfolgung zu entgehen, solange er das vergewaltigte oder jedenfalls sexuell missbrauchte weibliche Kind heiratet.

Unser Fazit

Ob am Kızılırmak oder am Rhein: Schluss mit den Kinderehen, keine Ehe unter achtzehn!

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

« L’AKP a fait passer un texte qui pardonne ceux qui épousent l’enfant qu’ils ont violé », a réagi sur Twitter un député de l’opposition sociale-démocrate (CHP), Özgür Özel.

(Turquie : l’AKP veut amnistier certains violeurs de mineurs s’ils épousent leurs victimes. JEUNE AFRIQUE 18.11.2016.)

http://www.jeuneafrique.com/375616/societe/turquie-lakp-veut-annuler-condamnations-violeurs-mineurs-sils-epousent-victimes/

„Sexual abuse is a crime and there is no consent in it. This is what the AKP fails to understand,“ said Özgür Özel, MP for the opposition Republican People’s Party, according to AFP news agency. „Seeking the consent of a child is something that universal law does not provide for.“

(Turkish bill clears men of statutory rape if they marry. BBC 18.11.2016.)

http://www.bbc.com/news/world-europe-38030182

Petition gegen Kinderehen vom 20.08.2016

Eherecht Pet 4-18-07-4030-036062

Keine Heirat unter achtzehn – auch nicht auf Kinderwunsch

https://schariagegner.wordpress.com/2016/08/20/petition-gegen-kinderehen/

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452. Beschwerde über das Einknicken der Bundesregierung bei der Armenier-Resolution

7. September 2016

Gabi Schmidt

An den

Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags

07.09.2016

Beschwerde über das Einknicken der Bundesregierung bei der Armenier-Resolution

Pet 1-18-06-99999-035113

Mit Entsetzen und völligem Unverständnis hat die Petentin der Presse entnommen, dass die Bundesregierung dem hartnäckigen Widerstand der Türkei gegen die mit großer Mehrheit vom Bundestag verabschiedete Armenierresolution nachgegeben hat. Trotz des unmissverständlichen Aufrufs dem Antrag gemäß zu handeln, relativierten Bundeskanzlerin und Minister die darin enthaltenen Handlungsempfehlungen de facto, indem sie auf deren rechtliche Unverbindlichkeit verwiesen.

Zwar sind Entschließungsanträge des Parlaments, die der Bundesregierung ein bestimmtes Verhalten nahelegen, grundsätzlich juristisch nicht bindend, jedoch verpflichtet der bei Amtsantritt von Bundespräsidenten, Bundeskanzlern und Bundesministern abzulegende Amtseid dazu, das Wohl und den Nutzen der in Deutschland lebenden Menschen zu fördern, Schaden von ihnen zu abzuwenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes zu wahren und zu verteidigen, Pflichten gewissenhaft zu erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben.

Nach mehreren Anläufen entschloss sich der Bundestag endlich dazu, die Verbrechen der damaligen jungtürkischen Regierung anzuprangern, sich vor den Opfern zu verneigen und die planmäßige Vertreibung und Vernichtung von über einer Million ethnischer Armenier als Völkermord anzuerkennen. Die Regierung hätte die seltene Chance gehabt, die über Parteigrenzen hinweg erzielten, von einer überwältigenden Mehrheit [eine Enthaltung, eine Gegenstimme] getragenen dringenden Empfehlungen anzunehmen, der historischen Verantwortung unseres Landes gerecht zu werden, nach Wegen der Versöhnung und Verständigung zu suchen und Türken, Armenier, Aramäer und Assyrer dabei zu unterstützen, den seit langem stagnierenden Versöhnungsprozess wieder fortzusetzen [vergl. Drucksache 18/8613]. Stattdessen ließ Dr. Merkel Regierungssprecher Steffen Seibert offiziell und weltweit hörbar verlautbaren, dass die Regierungsmitglieder die appellativen Empfehlungen der Abgeordneten zwar teilen, aber rechtlich nicht daran gebunden seien.

(Armenien-Resolution.) Kuscht Merkel jetzt vor Erdogan? Seiberts zweideutige Erklärung im Wortlaut. FOCUS Online, 02.09.2016.

http://www.focus.de/politik/videos/armenien-resolution-seibert-bundesregierung-will-sich-nicht-distanzieren_id_5890259.html

Die Presseerklärung legt die Vermutung nahe, die Regierungschefin und ihre Ministerinnen und Minister hätten einen Ausweg gesucht und gefunden, aus dem Entschließungsantrag abzuleitende wichtige Ratschläge und Entscheidungen aufschieben und sich aus der Affäre ziehen zu können, ohne zeitnah aktiv zu werden und der Verantwortung für die Nachkommen von Tätern und Opfern gerecht werden zu müssen. Dieses die türkische Regierung zufriedenstellende Ausweichen des deutschen Bundeskabinetts erneuert Ressentiments gegen die deutschstämmige Bevölkerung und wird weder dem Aufklärungsbedarf und der Aufarbeitungsnotwendigkeit von Enkeln und Urenkeln der für die Menschrechtsverletzungen und den Genozid Verantwortlichen noch den Rechtsansprüchen und Erwartungen der Nachfahren der gequälten und ermordeten Armenier, Aramäer und Assyrer gerecht.

Anlässlich des Verhandlungsmarathons zur Abwehr des Grexit [2015] äußerte sich Joschka Fischer zur Rolle Deutschlands bei der Bekämpfung der Griechenlandkrise. Er erinnerte daran, dass der Wiederaufstieg des Landes nach der Barbarei Nazideutschlands auf einige Grundsätze zurückzuführen sei, „die das Vertrauen in Deutschland wieder soweit hergestellt haben, dass alle seine früheren Kriegsgegner und Opfer 1989 seiner Wiedervereinigung zugestimmt haben, ein unerhörter Vertrauensbeweis!“

Fatale Entscheidung für ein deutsches Europa. Von Joschka Fischer. Süddeutsche Zeitung, 26.07.2015.

http://www.sueddeutsche.de/politik/griechenland-krise-es-droht-die-rueckkehr-des-haesslichen-deutschen-1.2582530

Die Bundesregierung ist gerade dabei, dieses Vertrauen leichtfertig aufs Spiel zu setzen und damit den Menschen in Deutschland zu schaden.

Die Petentin und mit ihr viele enttäuschte Bürger stellen sich die Frage, was die Bundeskanzlerin, ihr Stellvertreter und der Außenminister unter gewissenhafter Pflichterfüllung verstehen. Meinen sie damit, dass sie sich ausschließlich den Aufgaben widmen, die sie rechtlich binden? Niemand kann den Bundespräsidenten, einen Bundesminister oder die Kanzlerin wegen Meineids anzeigen. Ist der Amtseid für Dr. Merkel und die übrigen Regierungsmitglieder deshalb lediglich dem Ego schmeichelndes, feierliches aber belangloses Beiwerk, ein Flatus vocis, ein von der Stimme erzeugter Lufthauch?

Indem die Regierung in einer Pressekonferenz erklären lässt, dass der Bundestagsantrag nicht rechtsverbindlich sei, verweigert sie dem Parlament den verdienten Respekt für seinen Einsatz, die ehemals verfeindeten Ethnien dabei zu unterstützen, sich auszusöhnen, damit Armenier, Aramäer, Assyrer und Türken überall auf der Welt künftig als gute Nachbarn friedlich zusammenleben und kein Nährboden für neue Übergriffe entstehen kann.

Die Regierungschefin und ihre Minister unterlaufen durch die schädliche Außenwirkung ihres „Eiertanzes“ [diverse Medien am 03.08.2016] jede eigene und sonstige Initiative, die sich um Aufarbeitung der Verbrechen, Anerkennung der Massenmorde als Genozid und Annäherung der gegnerischen Gruppen bemüht. Eine Steilvorlage für die Blockade- und Verweigerungspolitik der Türkei und alle anderen Verhandlungs- und Vertragspartner, die sich ihrer Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen entziehen wollen, da der Eindruck vermittelt wird Entschließungsanträge des Bundestags nicht ernst nehmen zu müssen.

Es ist sehr begrüßenswert wenn wie es die Abgeordneten auch beschrieben haben, die Aufarbeitung der Vertreibung und Vernichtung der Armenier in die Lehrpläne und ‑materialien aufgenommen und im schulischen Unterricht, bei Vorlesungen im Studium oder bei außerschulischen Veranstaltungen politischer Bildung über die vor hundert Jahren geschehenen Verbrechen und schweren Menschenrechtsverletzungen unter Einbeziehung der Mitschuld des Deutschen Reichs aufgeklärt wird. Die Reaktion der regierenden politischen Elite Deutschlands auf die Armenierresolution des Parlaments erschwert den Bundesländern und sonstigen Bildungsträgern allerdings eine entsprechende Entscheidung. Kultusminister und andere Anbieter haben nämlich nun nicht nur den Widerstand durch türkische Regierungsdoktrin, türkische Verbände und die Eltern der Schüler zu überwinden, die fast ausschließlich keinesfalls damit einverstanden sind, türkeistämmige junge Menschen mit den damaligen Gräueltaten und dem Völkermord zu konfrontieren. Durch das Relativieren der im Entschließungsantrag des Bundestags enthaltenen Aufforderungen fehlt ihnen ein wichtiges Argument und der Rückhalt der Regierung.

Heftige Beleidigungen (Aus Hochschule und Forschung: Türkische Nationalisten drohen einer Professorin der Universität Duisburg-Essen). Von Laura Cwiertnia, Zeit online, 07.05.2015. DIE ZEIT Nr. 17/2015, 23.04.2015.

http://www.zeit.de/2015/17/universum-drohung-professorin-armenier-genozid

In Art. 2 der UN-Völkermordkonvention [Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes, CPPCG] ist die später wortgetreu von Internationalen Gerichtshöfen übernommene Definition des völkerrechtlichen Straftatbestands Genozid erstmals schriftlich verankert worden. Sie ist dort für jeden nachzulesen.

Seiberts Aussage, für die Auslegung des juristischen Fachbegriffs und dessen Feststellung seien Gerichte zuständig, ist selbstverständlich formaljuristisch zutreffend, jedoch in dieser Form unnötig und kontraproduktiv. Sie ist wie zu befürchten war, von einem Großteil unserer türkischen Mitbürger so verstanden worden, dass der Bundestag zwar das souveräne Recht besitze, sich zu selbstgewählten Themen zu äußern, jedoch seien die Abgeordneten weder berechtigt noch fähig, eine Wertung vorzunehmen.

Diese Annahme ist besonders abwegig, da in den letzten Wahlperioden sehr viele Mandatsträger [143; 147] Juristen sind. Selbst wenn sie sich wahrscheinlich für einen anderen fachlichen Schwerpunkt entschieden haben, wissen sie wie die Begriffe Völkermord oder Genozid auszulegen sind. Auch den nicht juristisch vorgebildeten Parlamentariern kann man durchaus zutrauen, anhand der für jedermann einsehbaren Erläuterungen in der Konvention Fakten zu vergleichen, zu bewerten und sich ein Urteil zu bilden. Herr Seibert, vermeiden Sie künftig Äußerungen, die das hohe Haus diskreditieren. Das Parlament ist ein Verfassungsorgan und keine Quatschbude.

Berufe (Top 25) der Bundestagsabgeordneten in der 16. Wahlperiode (2005 bis 2009)

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/36615/umfrage/berufe-der-bundestagsabgeordneten-16-wahlperiode/

(Der 17. Deutsche Bundestag.) Kein Spiegel der Gesellschaft. Von Majid Sattar. FAZ, 27.10.2009.

http://www.faz.net/aktuell/politik/wahljahr-2009/bundestagswahl/der-17-deutsche-bundestag-kein-spiegel-der-gesellschaft-1867269.html

Wenig verwunderlich, dass Botschaftssprecher Refik Soğukoğlu dieses Einfallstor nutzt.

Die türkische Botschaft in Berlin hat die Stellungnahme der Bundesregierung zur Armenien-Resolution des Bundestages begrüßt. „Wir sehen das generell eher positiv“, sagte Botschaftssprecher Refik Sogukoglu den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er lobte die Äußerung des deutschen Regierungssprechers Steffen Seibert, „dass den Gerichten die Entscheidung obliegt, was Völkermord ist – und nicht dem Parlament“. […]

Türkei lobt Seiberts Äußerung zur Armenien-Resolution. Die Welt, 03.09.2016.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article157940530/Tuerkei-lobt-Seiberts-Aeusserung-zur-Armenien-Resolution.html

Wenn Entschließungsanträge wie erwähnt rechtlich nicht verpflichtend sind, so ist doch jedes Regierungsmitglied ohne Rücksicht auf mögliche diplomatische Verwicklungen an die allgemeinen, unteilbaren und unveräußerlichen Grund- und Menschenrechte gebunden.

In Art. 1 Abs. 1 ist die einklagbare Verpflichtung festgelegt, dass jede staatliche Gewalt die unantastbare Würde des Menschen zu achten und zu schützen hat. Aus diesem Menschenrecht leitet sich sogar ein postmortaler Persönlichkeitsschutz ab. Nach herrschender Meinung wird das Pietätsgefühl der Angehörigen ebenso wie die Menschenwürde des Verstorbenen, die als postmortales Persönlichkeitsrecht über seinen Tod hinaus fortwirkt, geschützt. Die Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener ist in der BRD eine Straftat [§ 189 StGB], die mit Freiheitsstrafe geahndet werden kann.

Nach Art. 1 Abs. 2 bekennen sich die in Deutschland lebenden Menschen, wörtlich: das „deutsche Volk“, zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. Sicherlich gehören Kanzlerin und Bundesminister der Gruppe der deutschstämmigen und passdeutschen Menschen an. Insbesondere Regierungschefin Merkel aber auch ihr Kabinett haben daher bei der Gestaltung ihrer Politik zu berücksichtigen, dass sie die Beachtung der Grund- und Menschenrechte auch außerhalb des Geltungsbereichs des GG zu fördern haben.

Durch Art. 1 Abs. 3 ist neben Legislative und Judikative auch die der Exekutive zuzuordnende Bundesregierung an allgemeine, unteilbare und unveräußerliche Grundrechte gebunden.

In der Türkei wird noch heute jede Auseinandersetzung mit den unmenschlich grausamen Verbrechen und jede Erinnerung an die Opfer strikt unterbunden. Jeder hat das Recht zu wissen, von wem er abstammt, doch manche wissen bis heute nichts von ihrer armenischen Abstammung. Niemand redet, das Thema ist absolut tabu. Garo Paylan, ein armenischstämmiger Abgeordneter des türkischen Parlaments, erfuhr mit acht Jahren zufällig von seiner tatsächlichen Abstammung. Man hatte ihm beigebracht, dass Armenier ein Schimpfwort sei.

Mit acht Jahren erfuhr er durch einen Zufall, dass er Armenier ist. Seine Reaktion: „Ich war geschockt. Ich konnte es nicht glauben, denn bis dahin dachte ich Armenier sei ein Schimpfwort. So hatte ich das gelernt.“

(Völkermord an den Armeniern.) „Ich verstehe nicht, warum wir das gemacht haben“. Von Özkan Canel Altintop. T-Online, 02.06.2016.

http://www.t-online.de/nachrichten/wissen/geschichte/id_78005366/voelkermord-armenien-ich-verstehe-nicht-warum-wir-das-gemacht-haben-.html

Wollten sich Menschen ihrer Schuld stellen, ihre Beteiligung an Vertreibung, Ausraubung, Aushungerung und massenhaftem Mord aufarbeiten, unterstützte sie niemand dabei. Ihnen wurde die Möglichkeit genommen, mit ihrem Gewissen ins Reine zu kommen. Selbst mehrere Generationen später, zum Beispiel durch Artikel 301 [Gesetz über die Verunglimpfung des Türkentums], hindert die Türkei die Enkel und Urenkel an der Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte und der politischen Hintergründe. Ein Rechtsstaat kann sich hier nicht diplomatisch aus der Affäre ziehen, insbesondere dann nicht, wenn im Deutschen Reich die eigenen Vorfahren als informierte Verbündete der Jungtürken die Vertreibungen und Massenmorde nicht verhindert und allzu oft vertuscht haben.

Es gab viele Nutznießer der Massaker, das muss man so klar sagen“ […] Nicht in der Absicht sie zu töten. Jeder hätte das damals gemacht in der Hoffnung, so zu Gold und Geld zu kommen.

„Mehr als das konnten die Armenier ja nicht mitnehmen“, sagt sein Vater. Der inzwischen verstorbene Großvater hätte immer Tränen in den Augen gehabt, als er davon erzählte. „Ich verstehe nicht, warum wir das gemacht haben“, sagte er immer wieder.

(Völkermord an den Armeniern.) „Ich verstehe nicht, warum wir das gemacht haben“. Von Özkan Canel Altintop. T-Online, 02.06.2016.

Durch den Verweis auf fehlende juristische Verbindlichkeit und das Ausweichen auf den angeblich nur appellativen Charakter der Resolution lässt die Bundesregierung die Opfer in Deutschland ebenso wie in der Türkei im Stich. Sie verletzt sowohl das Pietätsgefühl der Nachkommen als auch die Menschenwürde der Ermordeten und trägt zur weiteren Marginalisierung der armenischen, aramäischen und assyrischen Menschen hier und in der Türkei bei. Die dortige Regierung versucht Aleviten, Jesiden und andere Kurden, Christen sowie andere religiöse Minderheiten im Land mit aller Gewalt zu assimilieren oder zu marginalisieren. Alles, was nicht dem türkisch islamischen Weltbild entspricht, wird bekämpft und unterdrückt. Auch in unserem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat haben türkische Verbände und die Mehrzahl unserer türkischstämmigen Mitbürger die Regierungsdoktrin zum Völkermord und zur Minderheitenpolitik völlig unkritisch verinnerlicht und setzen sie auch im Alltag um.

Wenn es jemand wagt, seine abweichende Meinung öffentlich kundzutun, „muss er seine persönliche Integrität verteidigen. Man wird gezwungen, glaubhaft zu machen, dass man auf niemandes Gehaltsliste steht, sich nirgends anzubiedern versucht, sondern einfach nur das vertritt, was man nach eigener Recherche und kritischer Abwägung aufrichtig für wahr hält“.

Du Armenier! (Nach dem Gedenktag: Die meisten Türken leugnen weiter den Genozid und verachten die Nachfahren der Überlebenden.) Von Ufuk Özbe. Zeit online, 14.05.2015. Die Zeit Nr. 18/2015, 29.04.2015.

http://www.zeit.de/2015/18/gedenktag-voelkermord-armenier-tuerkei-leugnung

Das Grundprinzip der Menschenwürde besteht für Kant in der Achtung vor dem Anderen, in der Anerkenntnis seines Rechts zu existieren und in der Anerkenntnis einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen.

Die Petenten fordern deshalb die Bundesregierung als Garanten der allgemeinen, unteilbaren und unveräußerlichen Grund- und Menschenrechte auf,

• sich ihrer historischen Verantwortung durch die Verstrickung des Deutschen Reichs konsequent und öffentlich zu stellen

• die Resolution des Bundestags in ihr Regierungsprogramm aufzunehmen und öffentlich erkennbar entsprechend zu handeln

• Menschenrechtsverletzungen und Völkermord verpflichtend als Teil der Auseinandersetzung mit der Geschichte ethnischer Konflikte im 20. Jahrhundert in die Lehr- und Studienpläne, in Bücher und sonstige Medien sowie in die Friedenserziehung aufzunehmen und im schulischen Unterricht, bei Vorlesungen im Studium oder bei außerschulischen Veranstaltungen politischer Bildung faktennah zu thematisieren

• sich mit aller Kraft in Deutschland, in der Türkei und überall auf der Welt für die allgemeinen, unteilbaren und unveräußerlichen Menschenrechte als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen, auch wenn das dem Gegenüber nicht gefällt und versucht wird, mit massivem Druck die Bundesregierung zum Einlenken zu zwingen

• Mit Staaten wie der Türkei, die Frauenrechte, Kinderrechte [Kinderehen ab zwölf Jahre] und Pressefreiheit mit Füßen treten, Minderheiten diskriminieren und türkeistämmige Politiker in Deutschland bedrohen, wenn sie sich der türkischen Regierungsdoktrin widersetzen, nicht über einen möglichen EU-Beitritt, Visafreiheit, Flüchtlingsabkommen zu verhandeln, solange sich die Situation für die Menschen im Land nicht deutlich und dauerhaft bessert. Syrische Kriegsflüchtlinge, die durch die Kampfhandlungen und den IS Terror aus ihrer Heimat vertrieben wurden, brauchen Schutz und Ruhe. Sie einer menschenrechtlich derart unsicheren Lage auszusetzen, ist nicht ratsam

Das türkische Boulevardblatt Hürriyet berichtete bereits am 14. Juli, dass das türkische Verfassungsgericht das Mindestalter für Geschlechtsverkehr auf 12 Jahre (anstatt wie bisher 16 Jahre) abgesenkt hat. […]

Das Verfassungsgericht […] begründete seine Entscheidung damit, dass bereits 12-jährige wissen können, was „Sex“ bedeutet.

Auch wenn das in einigen Fällen korrekt sein mag, so bleibt es doch ein Verbrechen. Denn 12-Jährige wissen auch, was Autos, Alkohol und Schusswaffen sind. Lässt das türkische Verfassungsgericht nun zu, dass Minderjährige Autos fahren dürfen, Alkohol trinken und Schusswaffen tragen? Vermutlich nicht.

Mit diesem Entscheid des Gerichts werden die sog. „Kinderbräute“ nachträglich rechtlich abgesichert. In der Türkei soll es nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen rund 3,5 Millionen Ehen mit Minderjährigen geben. Diese Zahl könnte nach Inkrafttreten des Gesetzes am 13. Januar 2017 signifikant steigen. […]

Wenn Päderasten Gesetze machen. Von Jan Weber. humanistischer pressedienst (hpd) vom 12.08.2016.

http://hpd.de/artikel/wenn-paederasten-gesetze-machen-13418

[…] The local court said the law does not provide legal consequences for the “consent” of victims in cases where the child victim is from 12 to 15 years of age and able to understand the meaning of the sexual act. […]

With seven votes against six, the Constitutional Court agreed with the local court and decided to annul the provision. The decision will come into effect on Jan. 13, 2017. […]

Turkey’s Constitutional Court stirs outrage by annulling child sex abuse clause. Hüurriyet Daily News, 14.07.2016.

http://www.hurriyetdailynews.com/turkeys-constitutional-court-stirs-outrage-by-annulling-child-sex-abuse-clause.aspx?pageID=238&nid=101607

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Mitzeichnend

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

450. Petition gegen Kinderehen

20. August 2016

Edward von Roy

An den

Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages

20.08.2016

Eherecht

Pet 4-18-07-4030-036062 (ist das neue, geänderte Aktenzeichen)

Pet 4-18-07-99999-036062 (das anfangs zugeteilte Aktenzeichen)

Petition

Keine Heirat unter achtzehn – auch nicht auf Kinderwunsch

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen:

1 Es sind ausnahmslos keine Ehen mehr anzuerkennen, bei denen ein Partner jünger als 16 Jahre ist, was auch für religiöse Eheschließungen gilt wie die islamische Imam-Nikah.

2 Im Ausland geschlossene Ehen, auch religiöse, können auf Antrag eines Partners oder des Jugendamtes aufgehoben werden.

3 Gesetzliche Absicherung einer Altersgrenze für Ehemündigkeit von 18 Jahren und Abschaffung der bisher gültigen deutschen Ausnahmegenehmigung einer Heirat bereits ab 16 Jahren.

4 Wiedereinführung der standesamtlichen Voraustrauung und Benennung der religiösen Voraustrauung, auch der Imam-Nikah, als Straftatbestand.

5 Verbot der Bewerbung der Imam-Nikah in der universitären Imamausbildung sowie Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer für den bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU).

6 Verbot der Bewerbung der Imam-Nikah im öffentlichen Schulunterricht, auch im bekennenden Islamischen Religionsunterricht.

7 Resolution des Deutschen Bundestages: Aufforderung an die Hellenische Republik, seit 1981 Mitglied in der Europäischen Union, die seit 1920 (Vertrag von Sèvres) bzw. 1923 (Vertrag von Lausanne) implementierte Scharia aus dem Griechischen Recht zu entfernen, ein Ehe- und Familienrecht ohne religiös oder anderweitig begründete Rechtsspaltung einzuführen und ein Heiratsalter von 18 Jahren durchzusetzen.

Begründung

Islamisches Recht ist Scharia.

the leaders of the Refah Partisi had declared their intention to establish a plurality of legal systems based on differences in religious belief, to institute Islamic law (the Sharia)

(Europarat. INFORMATION NOTE No. 32 on the case-law of the Court July 2001.)

http://echr.coe.int/Documents/CLIN_2001_07_32_ENG_815323.pdf

the introduction of Islamic Law (sharia)

(Europarat. CASE OF REFAH PARTISI (THE WELFARE PARTY) AND OTHERS v. TURKEY (Applications nos. 41340/98, 41342/98, 41343/98 and 41344/98.)

http://www.iilj.org/courses/documents/refahpartisivturkey.pdf

Eine auf der Scharia beruhende Staatlichkeit oder Gesellschaftsordnung richtet sich gegen die freiheitliche Demokratie und die allgemeinen Menschenrechte, „insbesondere angesichts der [negativen, nämlich AEMR-widrigen] Folgen für […] den rechtlichen Status der Frau und der Art, in der sie, in Übereinstimmung mit ihren religiösen Vorgaben [von Koran und Sunna], in alle Dimensionen des privaten und öffentlichen Lebens eingreift“ (nach Europarat).

Europarat, eigene Übersetzung und Quelle:

„Die Scharia [das Islamische Recht] ist inkompatibel mit den grundlegenden Prinzipien der [freiheitlichen] Demokratie.“

15. The Court concurs in the Chamber’s view that sharia is incompatible with the fundamental principles of democracy, as set forth in the Convention:

“72. Like the Constitutional Court, the Court considers that sharia, which faithfully reflects the dogmas and divine rules laid down by religion, is stable and invariable. Principles such as pluralism in the political sphere or the constant evolution of public freedoms have no place in it. The Court notes that, when read together, the offending statements, which contain explicit references to the introduction of sharia, are difficult to reconcile with the fundamental principles of democracy, as conceived in the Convention taken as a whole. It is difficult to declare one’s respect for democracy and human rights while at the same time supporting a regime based on sharia, which clearly diverges from Convention values, particularly with regard to its criminal law and criminal procedure, its rules on the legal status of women and the way it intervenes in all spheres of private and public life in accordance with religious precepts. … In the Court’s view, a political party whose actions seem to be aimed at introducing sharia in a State party to the Convention can hardly be regarded as an association complying with the democratic ideal that underlies the whole of the Convention.”

(Europarat. CASE OF REFAH PARTISI (THE WELFARE PARTY) AND OTHERS v. TURKEY (Applications nos. 41340/98, 41342/98, 41343/98 and 41344/98.)

http://www.iilj.org/courses/documents/refahpartisivturkey.pdf

Die freiheitlich demokratische Grundordnung (fdGO) und das Deutsche Grundgesetz (GG, 23.05.1948) richten sich zuallererst an den Menschen als Individuum und nicht, wie die Scharia, an den Menschen als Angehörigen einer Geschlechtsklasse (Frau, im Islam rechtlich herabgestuft sprich entwürdigt) oder eines ethnoreligiösen Kollektivs (Muslim – Dhimmi – Harbi). Nur auf diese Weise erfüllen GG, BGB (inkl. Personenstands- bzw. Eherecht) und StGB den hohen Anspruch der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR, Paris am 10.12.1948). Nicht ein wie auch immer definiertes „friedliches Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen“ (Angela Merkel 2015), sondern die Durchsetzung universeller Menschenrechte ist und bleibt das Ziel freiheitlich demokratischer Politik.

Deutschland wolle ein friedliches Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen, sagte die Bundeskanzlerin bei einem Treffen mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu im Kanzleramt.

(Merkel: Islam gehört zu Deutschland. Die Welt, 13.01.2015.)

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/article136303754/Merkel-Islam-gehoert-zu-Deutschland.html

Merkel: Der Islam gehört zu Deutschland

Bundeskanzlerin Merkel hat sich für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Religionen in Deutschland ausgesprochen. Der Islam gehöre zu Deutschland, betonte sie. Gleichzeitig forderte Merkel einen stärkeren Dialog zwischen den Religionen.

(Die Bundeskanzlerin, 12.01.2015.)

https://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Artikel/2015/01/2015-01-12-merkel-islam.html

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) kündigt die Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe an, die sich ab dem 5. September 2016 in Berlin mit dem Thema Kindbraut (child bride), Kinderehe (child marriage) und Kinderschwangerschaft (child pregnancy) befassen wird. Kinderheirat ist eine Menschenrechtsverletzung.

Child marriage is increasingly recognized as a violation of the rights of girls for the following reasons:

• Effectively ending their education

• Blocking any opportunity to gain vocational and life skills

• Exposing them to the risks of too-early pregnancy, child bearing, and motherhood before they are physically and psychologically ready

• Increasing their risk of intimate partner sexual violence and HIV infection

[…] Young girls who marry before the age of 18 have a greater risk of becoming victims of intimate partner violence than those who marry at an older age. This is especially true when the age gap between the child bride and spouse is large.

[ UNICEF 2013 ]

http://www.unicef.org/media/media_68114.html

International Conference on Population and Development (ICPD). The CRC [Convention on the Rights of the Child | Übereinkommen über die Rechte des Kindes, kurz UN-Kinderrechtskonvention] and ICPD both makecommitments to eliminate harmful traditional practices such as child marriage and child pregnancy.

[ UNFPA 2013 ]

https://www.unfpa.org/sites/default/files/pub-pdf/ADOLESCENT%20PREGNANCY_UNFPA.pdf

Nach geltendem deutschem Recht sollen Ehen nicht vor der Volljährigkeit geschlossen werden, Ausnahmen jedoch sind bisher ab dem vollendeten 16. Lebensjahr möglich.

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 1303

Ehemündigkeit

(1) Eine Ehe soll nicht vor Eintritt der Volljährigkeit eingegangen werden.

(2) Das Familiengericht kann auf Antrag von dieser Vorschrift Befreiung erteilen, wenn der Antragsteller das 16. Lebensjahr vollendet hat und sein künftiger Ehegatte volljährig ist.

(3) Widerspricht der gesetzliche Vertreter des Antragstellers oder ein sonstiger Inhaber der Personensorge dem Antrag, so darf das Familiengericht die Befreiung nur erteilen, wenn der Widerspruch nicht auf triftigen Gründen beruht.

(4) Erteilt das Familiengericht die Befreiung nach Absatz 2, so bedarf der Antragsteller zur Eingehung der Ehe nicht mehr der Einwilligung des gesetzlichen Vertreters oder eines sonstigen Inhabers der Personensorge.

Allein die mögliche und in den nachwuchszentrierten, patriarchalischen und ehrkulturellen Milieus extrem früher Heiraten regelmäßig erwünschte Schwangerschaft ist für das Mädchen lebensbedrohend und endet in vielen Fällen mit lebenslangen gesundheitlichen Schädigungen wie Geburtsfisteln (obstetric fistula) oder dem Tod der Kindbraut.

“Ending Fistula within a Generation” International Day to End Obstetric Fistula

These women will also advocate for the change of behaviors that are the main causes of fistula, such as; child marriage and early and/or frequent childbearing with no space between births.

(UNFPA Afghanistan, 01.06.2016.)

http://afghanistan.unfpa.org/news/%E2%80%9Cending-fistula-within-generation%E2%80%9D-international-day-end-obstetric-fistula

Kinderehen und frühe Schwangerschaften tragen auch zu Geburtsfisteln bei, einer vermeidbaren Geburtsverletzung, bei der sich aufgrund langer Wehen ein Loch im Geburtskanal bildet. Ein offizieller Bericht aus dem Jahr 2011 kommt zu den Ergebnis, dass 25 Prozent der Frauen und Mädchen, bei denen solche Fisteln diagnostiziert wurden, zum Zeitpunkt der Eheschließung jünger als 16 Jahre alt waren und dass 17 Prozent bei ihrer ersten Entbindung unter 16 waren. Da Fisteln zu Harn- und Stuhlinkontinenz führen, kommt es häufig auch zu sozialer Ausgrenzung, Depressionen sowie zum Verlust der Erwerbsfähigkeit und damit zur Unfähigkeit, eine medizinische Behandlung zu bezahlen. Wenn Fisteln nicht behandelt werden, können sie weitere schwere Gesundheitsprobleme hervorrufen und sogar zum Tod führen.

(Afghanistan: Kinderehen und häusliche Gewalt gefährden Fortschritt. Human Rights Watch, 04.09.2013.)

https://www.hrw.org/de/news/2013/09/04/afghanistan-kinderehen-und-hausliche-gewalt-gefahrden-fortschritt

Fistula, a silent tragedy for child brides

The toxic combination of a young girl having sex, getting pregnant and going through childbirth when her body is not developed enough accounts for at least 25% of known fistula cases.

http://www.girlsnotbrides.org/fistula-a-silent-tragedy-for-child-brides/

Health Consequences of Child Marriage in Africa

Nawal M. Nour

[Abstract] Child marriage is a human rights violation that prevents girls from obtaining an education, enjoying optimal health, bonding with others their own age, maturing, and ultimately choosing their own life partners. Child marriage is driven by poverty and has many effects on girls‘ health: increased risk for sexually transmitted diseases, cervical cancer, malaria, death during childbirth, and obstetric fistulas. Girls‘ offspring are at increased risk for premature birth and death as neonates, infants, or children.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3372345/

Dem Nachwuchs des Mädchens – dem Kind des Kindes – drohen Frühgeburt, Tod des Ungeborenen, Tod während des Geburtsvorgangs, Säuglingstod oder Kindstod.

Girls‘ offspring are at increased risk for premature birth and death as neonates, infants, or children.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3372345/

In diesem Jahr beispielsweise starb im Jemen die dreizehn Jahre alte und mit einem beinahe doppelt so alten Ehemann verheiratete Ilham Mahdi, im Vorjahr (September 2015) eine jemenitische Zwölfjährige während ihres qualvollen, dreitägigen erfolglosen Geburtsvorgangs. Dabei sind Kinderehen durchaus ein religiöses Problem, noch im Februar dieses Jahres (2016) hatte eine Gruppe höchster jemenitischer islamischer Kleriker jeden zum Apostaten (Murtadd, zu: ridda bzw. Irtidād, Abfall vom Islam) erklärt, der ein Verbot von Kinderehen unterstützt. In Ländern, deren staatliche Rechtsordnung sich an der Scharia orientiert, kann der bekundete Abfall vom islamischen Glauben zivilrechtliche (Erbrecht, Eherecht) und strafrechtliche Konsequenzen haben.

A 13-year-old Yemeni girl died of internal injuries four days after a family-arranged marriage to a man almost twice her age, a human rights group said.

Ilham Mahdi al Assi died last Friday in a hospital in Yemen’s Hajja province, the Shaqaeq Arab Forum for Human Rights said, quoting a medical report.

She was married the previous Monday in a traditional arrangement known as a ’swap marriage‘ [Tochtertausch], in which the brother of the bride also married the sister of the groom, it said. […]

Last month, a group of the country’s highest Islamic authorities declared those supporting a ban on child marriages to be apostates.

[…] In September, a 12-year-old Yemeni child-bride died after struggling for three days in labour to give birth, a local human rights organisation said.Yemen once set 15 as the minimum age for marriage, but parliament annulled that law in the 1990s, saying parents should decide when a daughter marries.

(Child bride, 13, dies of internal injuries four days after arranged marriage in Yemen. Mail online, 06.03.2016.)

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1264729/Child-bride-13-dies-internal-injuries-days-arranged-marriage-Yemen.html

Weil wir in Bezug auf Deutschland 2016 nicht nur über die Roma sprechen, sondern vor allem über muslimische Familien, etwa über Flüchtlinge aus Syrien, ist im Diskurs über Kinderehen stets zu betonen, dass mit Volljährigkeit achtzehn Jahre gemeint sind. Das islamische Recht nämlich, gottgegeben als die Scharia, auf Erden durch Menschen anzuwenden als der Fiqh, definiert als „volljährig“ eine andere Schwelle der sogenannten religiösen Reife (bulūġ; bulugh, Adj. bāliġ; baligh). Ein sogenannter Mukallaf ist, das bedeutet die Pflicht zum Taklif (taklīf) als zum Tragen des (allein heilssichernden islamischen) Gesetzes zu erfüllen hat der Jungen mit 15 und das Mädchen mit neun Jahren (das Mondjahr ist mit seinen 354 Tagen elf Tage kürzer als Sonnenjahr). Anders gesagt: Nach Scharia und Fiqh ist die Neunjährige erwachsen, ist Frau, und ist nur eine Siebenjährige minderjährig.

Abdul-Aziz Al asch-Scheich, der Großmufti Saudi-Arabiens, stellvertretende Justizminister des Landes und Präsident der Religionspolizei, verteidigt die Heirat kleiner Mädchen:

„Jene, die da sagen, zehn oder zwölf Jahre alte Mädchen seien zu jung zum Heiraten, sind ihnen gegenüber grob ungerecht.“ „Wir sollten doch wohl wissen, dass das Islamische Gesetz der Frau keine Ungerechtigkeit gebracht hat.“

It’s an injustice to NOT marry girls aged 10, says Saudi cleric

Ten-year-old girls are ready for marriage, according to Saudi Arabia’s most senior cleric.

Sheikh Abdul-Aziz Al Sheikh, the country’s grand mufti, told Al Hayat newspaper that those saying ten or 12-year-old girls are too young to marry are being ‚unfair‘ to them.

[…] Responding to a question about parents who force their underage daughters to marry, the mufti said: ‚We hear a lot about the marriage of underage girls in the media, and we should know that Islamic law has not brought injustice to women.‘

(By Daily Mail Reporter, 15.01.2009.)

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1115624/Its-injustice-NOT-marry-girls-aged-10-says-Saudi-cleric.html

Es geht um das Alter der Einwilligungsfähigkeit (age of consent), Das sicherlich kreativ und entwicklungsfreundliche gemeinte „Kinder an die Macht“ (Herbert Grönemeyer) haben wir in Bezug auf Kinderehen gerade nicht zum Grundsatz zu machen. Völlig altersentsprechend nämlich kann ein Minderjähriger, das ist ein Mensch unter dem Alter von 18 Jahren, beispielsweise eine Dreizehnjährige, in sexuelle Handlungen mit einem Volljährigen nicht einwilligen. Der freiheitliche Rechtsstaat fragt hier gerade nicht nach Einvernehmlichkeit, sondern verurteilt sexuelle Handlungen zwischen Voll- und Minderjährigen als sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige, die Umgangssprache sagt Kindesmissbrauch. In der Ehe finden sexuelle Handlungen statt. Wenn ein neun- oder dreizehnjähriges Mädchen mit einem über 18 Jahre alten Ehemann stammeskulturell einwandfreien oder islamisch einwandfreien Geschlechtsverkehr hat, so wird es, in der Perspektive kultureller Moderne, vergewaltigt. Einen kulturellen oder religiösen Rabatt sieht das deutsche Strafrecht nicht vor und das muss so bleiben.

Dem über die Kinderehe sinnierenden Thomas Oppermann (SPD) hingegen scheint es auszureichen, wenn sich das für ihn irgendwie genitalautonome Mädchen nicht unter Zwang gesetzt fühlt. Ob junge Frau oder Mädchen, die BRD habe ihr Recht auf sexuelle Autonomie („Selbstbestimmungsrecht“) zu gewährleisten:

„Zwangsehen sind in Deutschland strafbar, das ist auch richtig so. Niemand, erst recht nicht ein Kind, darf zur Ehe gezwungen werden.“

(So will die Politik gegen Kinderehen vorgehen. Focus online, 14.08.2016.)

Demnach wurden mehr als 1000 Kinderehen in den Bundesländern gezählt, die Dunkelziffer liegt vermutlich noch höher. Die Kinderbräute kamen mit der Flüchtlingswelle oder wurden hierzulande in Roma-Familien verheiratet. […]

Thomas Oppermann sieht Handlungsbedarf: Mädchen und junge Frauen werden häufig zur Kinderehe gezwungen, deshalb müsse der Staat das Selbstbestimmungsrecht schützen

(Die Kinderehe ist zurück in Deutschland. Stern, 14.08.2016.)

http://www.stern.de/politik/deutschland/kinderehe-deutschland-heiko-maas-7008622.html

Nein, ein Kind darf nicht lediglich nicht zur Ehe gezwungen, sondern auch nicht zur Ehe (inkl. Vollzug der Ehe) ermuntert werden und sexuelle Handlungen mit Erwachsenen sind gerade kein kindliches Selbstbestimmungsrecht. Der Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion (nach dem Referendariat legte er 1986 das Zweite Juristische Staatsexamen ab, das er wie sein erstes mit Prädikat bestand) sollte nicht übersehen, dass es uns auch um die Überwindung sogenannter arrangierter Kinderehen sowie um das effektive Verhindern der Kinderverheiratung auf echten oder angeblichen Kinderwunsch gehen muss. Die Mädchen nämlich werden ggf. behaupten, verliebt zu sein bzw. jedenfalls freiwillig heiraten zu wollen, die BRD hingegen muss der Zwölfjährigen oder Vierzehnjährigen sinngemäß sagen: Heirate, sobald du achtzehn Jahre alt geworden bist.

Zielsicher vergisst das durch Deutschlands Politiker und Europas Frauenrechtsvereinigungen offensichtlich voreilig gelobte Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die am 11. Mai 2011 (Inkrafttreten: 1. August 2014) geschaffene Istanbulkonvention (Artikel 37 – Zwangsheirat), das Prinzip Kindbraut auf Kinderwunsch bzw. eheliche Kinderschwangerschaft bei Einvernehmlichkeit des Kindes zu verbieten.

Ob die einvernehmliche Eheschließung auch für Jugendliche bzw. Kinder erlaubt ist, bleibt mit den Formulierungen der Istanbul Convention kindeswohlgefährdend offen.

196. Das in Absatz 1 als Straftatbestand eingeführte Verhalten besteht darin, eine erwachsene Person oder ein Kind zur Eheschließung zu zwingen. Die Bezeichnung „zwingen“ bedeutet den Einsatz von körperlichem oder seelischem Zwang durch Mittel zum Einflößen von Furcht oder zum Ausüben von Zwang. Die Straftat ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Ehe zwischen zwei Personen geschlossen wird, von denen zumindest eine – unter den oben genannten Umständen – dieser Handlung nicht aus freien Stücken zugestimmt hat. [Sind die Unterzeichner der Istanbul Convention zufrieden, wenn „ein Kind“, sagen wir 12 oder zehn Jahre alt, seinem Verheiratetwerden „aus freien Stücken zugestimmt“ hat?]

197. In Absatz 2 wird die Täuschung einer Person, um sie in das Staatsgebiet eines Drittstaat zu locken – mit dem Ziel, sie dort gegen ihren Willen zu verheiraten – als Straftat umschrieben. [Und die ggf. minderjährige oder sogar kindliche Person mit ihrem Willen im Ausland zu verheiraten ist kein Problem?]

https://rm.coe.int/CoERMPublicCommonSearchServices/DisplayDCTMContent?documentId=0900001680462535

Article 37 – Forced marriage

1 Parties shall take the necessary legislative or other measures to ensure that the intentional conduct of forcing an adult or a child to enter into a marriage is criminalised.

https://rm.coe.int/CoERMPublicCommonSearchServices/DisplayDCTMContent?documentId=090000168046031c

Exkurs. Es meine niemand, die Istanbul Convention schütze vor das Mädchen FGM. Keine Rechtsschule (maḏhab) des sunnitischen Islam verdammt die weibliche Beschneidung (indones. sunat perempuan, arab. Chitan al-inath (ḫitān al-ināṯ, ختان الإناث; auch: ḫitān al-banāt, „Beschneidung der Töchter“, zu: bint, „Tochter“), der schafiitische Madhhab sogar fordert die Beschneidung als zwingende (wadschib) religiöse Pflicht für alle Jungen und Mädchen. Der Trick des Indonesian Ulema Council (Majelis Ulama Indonesia, MUI) ist, die Mädchenbeschneidung einer FGM Typ I oder Typ IV nicht unter Verstümmelung (mutilation) zu fassen. Begeistert oder desinteressiert hat Deutschland die – das unterstellen wir: islamischerseits auf europaweite Straffreiheit der Kindbraut und der FGM zielende! – Istanbulkonvention am ersten Tag (11.05.2011) signiert, zum Glück noch nicht ratifiziert. Man halte sich an das Motto: Erst lesen, dann – nicht unterschreiben.

Noch dazu. Der verfassungswidrige Paragraph zur Jungenbeschneidung auf Elternwunsch § 1631d BGB muss weg. Der leider schlecht gemachte Paragraph zum Verbot der weiblichen Beschneidung (FGM), § 226a StGB, muss erhalten bleiben und eindeutiger formuliert werden, denn auch die sogenannte milde Sunna (Chitan al-inath, sunat perempuan) bzw. eine FGM Typ Ia oder Typ IV darf, trotz der Vorschläge des Jahres 2014 von Humanmediziner Karl-Peter Ringel und Volljuristin Kathrin Meyer (Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung) und von Prof. Dr. Tatjana Hörnle (Verhandlungen des 70. Deutschen Juristentages • Gutachten: Kultur, Religion, Strafrecht. Neue Herausforderungen an eine pluralistische Gesellschaft), nicht legalisiert werden, auch nicht mit dem gegenaufklärerischen und kinderfeindlichen Gerede über „rein symbolische Bagatellverletzungen“ des Trierer Professors Dr. Mark A. Zöller (Die Strafbarkeit der Genitalverstümmelung als Gesetzessymbolik?, in: Streitbare Strafrechtswissenschaft. Festschrift für Bernd Schünemann zum 70. Geburtstag am 1. November 2014; Mitherausgeberin ist Tatjana Hörnle.). Körperliche Unversehrtheit ist Menschenrecht und gilt unabhängig vom Geschlecht. Das als erste Abschweifung.

Weiterer Exkurs: Das Alter einer Fähigkeit zum Einwilligen (age of consent). Dieses ist beim Thema Kindbraut – Kinderehe – Kinderschwangerschaft von höchster Bedeutung (Nein, ich als Zwölfjährige will den Mann nicht heiraten – Ja, ich als Zwölfjährige will den Mann heiraten). Wiederum berührt beim age of consent bzw. informed consent (Informierte Einwilligung) ist das Thema Genitalverstümmelung (HGM, d. i. FGM oder MGM) sowie zusätzlich das Thema Päderastie. Die Maßgabe achtzehn Jahre kennen wir seit 2012 aus der deutschen Beschneidungsdebatte, wo leider voreilig von genitaler Selbstbestimmung (genital autonomy) gesprochen wird (statt von genital intactness), so als könne ein körperlich (wie seelisch) nicht ausgereifter Mensch die schädlichen Folgen der MGM oder FGM auf seine lebenslange Sexualität und auf seine künftigen Partnerschaften ausreichend abschätzen.

Nein, in sein rituelles genitales Verstümmeltwerden kann, so muss es der freiheitliche Rechtsstaat festlegen, weder ein Mädchen noch ein Junge einwilligen. Der sexuell wahrscheinlich (und hoffentlich) eher unerfahrene (vgl. auch das patriarchalische sowie islamische Ideal der Jungfräulichkeit) und körperlich noch nicht einmal ausgewachsene weibliche oder männliche Minderjährige kann völlig altersentsprechend nicht einwilligen, zumal er sich, vgl. die Jungen der traditionell erst in der späten Pubertät beschneidenden südafrikanischen Xhosa, auch als 15- oder 16-Jähriger dem Druck des Kollektivs offensichtlich nicht zu entziehen vermag.

Von seltenen Fällen aus dem Bereich Intersexualität abgesehen können wir einen körperlich noch kindlichen oder jedenfalls pubertären jungen Menschen keine Entscheidungen treffen lassen, die sein voraussichtlich (wenn das Kind bei der Beschneidung nicht verstirbt oder das Geschlechtorgan verliert) erst Jahre später ausgewachsene Genital betrifft – das ergibt sich bereits aus dem Wort Intaktivismus, welches Heil-Bleiben, Unversehrt-Lassen bedeutet und eben nicht „Genital Autonomy – It’s a Personal Choice“ (Name einer Organisation aus Stone, Staffordshire, UK). Die Kinderärztin (!) Anne Lindboe („Let boys decide for themselves whether they want to be circumcised“, Oslo 2013) müsste, weil sie als Norwegens Kinderrechtsbeauftragte Mädchen und Jungen nicht ungleich behandeln kann, eigentlich ergänzen: „Let girls decide for themselves whether they want to be circumcised“; vor solchen Fragen hat der Staat alle Kinder zu schützen (Kind ist Mensch unter 18 Jahren).

Die „UN-Konvention über die Rechte des Kindes“ gilt für alle Personen bis 18 Jahre,die noch nicht volljährig sind.

Unabhängig von der Hautfarbe, der sozialen, kulturellen oder ethnischen Herkunft,dem Geschlecht, der Sprache, der Religion oder einer Behinderung ist sie für alle Kinder gültig.

(Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband)

http://www.wir-kinder-haben-rechte.de/downloads/ROL_DKSB_Brosch_13-18_Web.pdf

Da das Gesetz eines freiheitlich demokratischen und zugleich weder entwicklungsfeindlichen noch kinderfeindlichen Rechtsstaats beispielsweise einer Zwölfjährigen den Sex nicht gleichzeitig ehelich erlauben und außerehelich verbieten kann, begünstigt jedes „genitalautonome“, „tolerante“ oder „kultursensible“ Herabsetzen des Ehealters die Lobby der Päderastie.

Als Fred Karst Mitglied der Berliner Grünen wird, ist er bereits mehrmals wegen sexuellen Missbrauchs von Buben angeklagt und verurteilt. In der Partei, die damals noch Alternative Liste (AL) heißt, verfolgt er ein Ziel. Der Mann, der Jungen im Alter von sieben bis zwölf Jahren missbraucht hat, will, dass seine Neigung nicht mehr bestraft werden kann. Die Politik soll die Gesetze ändern. Auch einer seiner Weggefährten ist mehrmals wegen sexuellen Missbrauchs von Jungen rechtskräftig verurteilt. Beide gehören einem Pädophilen-Netzwerk an. Beide versuchen in dieser Zeit, es sind die 1980er-Jahre, die Programmatik der jungen Partei zu prägen.

Bei den Grünen weiß man um ihren Hintergrund, duldet sie aber. Wer den Männern widerspricht, wird kaum wahrgenommen, sogar als intolerant beschimpft.

(Dunkle grüne Gründerzeit. Von Jens Schneider, Berlin. Süddeutsche, 15.05.2015.)

Nach diesen beiden Exkursen zurück zum Thema. Nach islamischer Doktrin ist jedem Gläubigen Mohammeds Handeln absolutes, nachzuahmendes Vorbild (Sunna). Der Prophet heiratete eine Sechsjährige und vollzog mit ihr die Ehe, als Aischa neun Jahre alt war.

Hadith nach al-Buchari, Band 7, Buch 62, Nummer 64.

Sahih Bukhari. Volume 7, Book 62, Number 64:

Narrated ‚Aisha:

that the Prophet married her when she was six years old and he consummated his marriage when she was nine years old, and then she remained with him for nine years (i.e., till his death).

http://www.usc.edu/org/cmje/religious-texts/hadith/bukhari/062-sbt.php

IBN QAYYIM […] The Prophet… married Aisha… during the lunar month of Shawwal, when she was six, and consummated the marriage in the first year after the Hijra, in the month of Shawwal, when she was nine.

(An Examination of Muhammad’s Marriage to a Prepubescent Girl And Its Moral Implications. By Sam Shamoun.)

http://www.answering-islam.org/Shamoun/prepubescent.htm

Europa im Sommer 2016. Vor allem auch angesichts der Machtergreifung des Gegendemokraten Recep Tayyip Erdoğan ist durch Politik, Journalismus und Öffentlichkeit nicht beachtet worden, dass die Türkei das Heiratsalter der Mädchen auf zwölf Jahre abgesenkt hat. Dabei strebt das System Erdoğan keineswegs nach pauschaler Straffreistellung der Pädophilie, sondern folgt der Maßgabe der Religion. Der Politiker der Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) war in seiner Jugend Mitglied der Akıncılar Derneği als der de-facto-Jugendorganisation der Millî Selamet Partisi (MSP), einem Teil der islamrevolutionären Bewegung Millî Görüş. Spätestens seit dem Militärputsch in Ägypten 2013 ergreift die AKP offen Partei für die Muslimbruderschaft (MB, Muslim Brotherhood). (Auch) die 1928 gegründete Muslimbruderschaft will den (jeden) bestehenden Staat in ein Islamsystem (Nabhani: niẓām islāmī, Nizam İslâmi) umbauen bzw. in die (Qutb) ḥakimiyyatu l-Llah, die auf Erden zu errichtende Hakimiyya, Herrschaft Allahs.

Turkey’s Constitutional Court stirs outrage by annulling child sex abuse clause

Hürriyet Daily News, 14.07.2016

The Constitutional Court has ruled to annul a provision that punishes all sexual acts against children under the age of 15 as “sexual abuse” […]

The Constitutional Court discussed the issue upon an application from a district court, which complained that the current law does not discriminate between age groups in cases of child sexual abuse and treats a 14-year-old as equal to a four-year-old.

The local court said the law does not provide legal consequences for the “consent” of victims in cases where the child victim is from 12 to 15 years of age and able to understand the meaning of the sexual act. […]

With seven votes against six, the Constitutional Court agreed with the local court and decided to annul the provision. The decision will come into effect on Jan. 13, 2017.

The local court’s argument and the Constitutional Court’s endorsement have drawn a backlash from academic and human rights circles, which underlined that all individuals under the age of 18 are considered children according to international conventions to which Turkey is a party.

First of all, every individual under the age of 18 is a ‘child’ according to international conventions. Seeking a child’s consent in cases of sexual abuse is out of the question,” the chair of the Association to Prevent Child Abuse and Neglect, Professor Bahar Gökler, told Turkey’s state-run Anadolu Agency.

Gökler said this “calamitous” decision was in violation of child rights. […]

Activists are likely to seek a reversal of the Constitutional Court’s ruling. The head of the Turkey Federation of Women’s Association (TKDF), Canan Güllü said they are now considering bringing the case to the attention of the European Court of Human Rights.

“This decision will lead to unwanted marriages. People will be able to kidnap and rape children, marry them at an early age, and prevent them from going to school,” Güllü said.

“We are looking to see whether we can make an appeal to annul the decision. We could go to the European Court of Human Rights,” she added. […]

The Court has recently also annulled a provision that foresees at least 16 years of imprisonment in cases of child rape for the same reasons. That annulment is set to come into effect on Dec. 23, 2016.

http://www.hurriyetdailynews.com/turkeys-constitutional-court-stirs-outrage-by-annulling-child-sex-abuse-clause.aspx?PageID=238&NID=101607&NewsCatID=509

Turkey’s Constitutional Court Removes Minimun Legal Age Clause: More Child Brides Coming

Christof Lehmann

nsnbc 10.08.2016

http://nsnbc.me/2016/08/10/turkeys-constitutional-court-removes-minimun-legal-age-clause-more-child-brides-coming/

In der kulturellen Vormoderne war – im Islam ist – das Kind Besitz des Stammes, im Patriarchat unterlag bzw. unterliegt es dabei der väterlichen Verfügungsgewalt. Der Stamm also arrangierte (d. h. zwang auf) die Verheiratung, nicht selten nach dem Grundsatz des Tochtertauschs (Sheghar, or swap marriage). Ein selbstbestimmtes Leben, insbesondere eine selbstbestimmte Sexualität wie beispielsweise das Recht auf ein Leben als Unverheiratete oder auf ein Leben in einer homosexuellen Partnerschaft ist damit grundsätzlich nicht möglich. Im kohärenten sowie bleibend grundgesetzwidrigen islamischen Recht kommt, die Frau benachteiligend, dazu, dass die Muslima keinen Nichtmuslim heiraten darf, was der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) so darstellt:

Warum darf eine muslimische Frau keinen Nicht-Muslim heiraten?

Der Islam unterstützt nicht die Ehe einer muslimischen Frau mit einem Nicht-Muslim. Die Frau stünde in diesem Falle nicht mehr unter dem Schutz des Islam und ihre freie Religionsausübung sowie ihre Rechte in der Ehe (wie zum Beispiel die Versorgung und die gerechte Behandlung seitens des Ehepartners) sind nicht gewährleistet. […].

http://islam.de/1641.php

Grundsatz des Tochtertauschs (Sheghar, or swap marriage)

Al-Shighâr (marriage in exchange for another marriage) | IslamToday

http://en.islamtoday.net/node/1605

Islam ist, weltweit, leider (noch) nicht lediglich persönliche Spiritualität, sondern öffentlich kontrolliertes Wohlverhalten, Gesellschaftsmodell (Ideal bleibt Mohammeds Islamischer Staat, Medina 622 bis 855 d. Z.) sowie Recht und Justiz.

Jeder nichtislamische Paragraph ist durch einen schariakonformen zu ersetzen, denn nach nichtislamischen Gesetzen zu urteilen ist schlimmste Sünde. Islam ist Gerichtspraxis.

Sure 5:44.

If any do fail to judge by (the light of) what Allah hath revealed, they are (no better than) Unbelievers. [Übersetzung Yusuf Ali.]

https://quran.com/5/44-49

[…] Wer nicht nach dem waltet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Ungläubigen. [Übersetzung bei ZMD.]

http://islam.de/13827.php?sura=5

Wer nicht nach dem richtet, was Allah hinabgesandt hat – das sind die Ungläubigen.

http://www.e-quran.com/language/germany/images/germany_quran_part_6.htm

Die jeden Lebensbereich streng reglementierende (die totalitäre) Scharia und damit gerade auch das seinem eigenen Verständnis nach vom Schöpfergott ins Diesseits herabgesendete islamische Familienrecht (Scharia) stammt aus der Zeit vor der Postulierung von Naturrecht oder universellen Menschenrechten (10.12.1948) und muss, einst wie heute sowie beim islamischen Ziel der ewigen Nähe zu Allah im Jenseits, seine frauenfeindlichen und insbesondere auch kinderfeindlichen Normen tradieren bzw. restaurieren. Die geborene Muslima ist, als Tochter eines männlichen Muslims, faktisch das Eigentum ihres Vaters und nach der Heirat Besitz (amana, treuhänderisches Gut) des Ehemannes.

Die in der Religion nach Koran und Sunna, die im Islam grundsätzlich unmündige sowie entwürdigt zu haltende Frau braucht einen Vormund, den Wali (walī). Ohne Wali kann die Frau nicht einmal heiraten. Dem Vater (oder Großvater väterlicherseits) als dem dann sogenannten nötigenden Heiratsvormund oder Heiratsvormund mit Berechtigung zum Zwang, Wali mudschbir (walī muǧbir), steht das Recht zu, die jungfräuliche Tochter in ihre (also erste) Ehe zu zwingen; gesetzlich abgesichert in Malaysias Staaten Kelantan, Kedah und Malakka.

Ijbar [Zwangsehe] is recognized

Malaysia (Kelantan and Kedah States): Despite provisions requiring the bride’s consent, if the woman is an unmarried virgin (anak dara), the father or paternal grandfather (wali mujbir) can marryher to anyone of his choice without her consent. Three conditions have to be satisfied: (a) the wali mujbir and the groom are not in enmity with each other; (b) the groom is of the same social status as the bride; (c) the groom is in the position to pay a reasonable maskahwin (mahr).

(WLUML Women Living Under Muslim Law: Knowing Our Rights. Seite 128.)

http://www.wluml.org/sites/wluml.org/files/import/english/pubs/pdf/knowing%20our%20rights/kor_2006_en.pdf

Wali mujbir allows the woman’s father or paternal grandfather, the wali, to marry off his virgin daughter without her consent under certain conditions. These conditions are that the wali mujbir and prospective husband are not hostile to her, the prospective husband is of the same status as she is (kufu) and the prospective husband is able to pay a reasonable maskahwin (mahr mithl). Although a majority of the state enactments provide that a woman cannot be compelled into marriage, the enactments in the states of Kelantan, Kedah and Malacca contain provisions on wali mujbir. […]

Women are generally encouraged to marry early to shield them from what is believed to be temptation and danger from the time they reach puberty.

(NGO Shadow Report on the Initial and Second Periodic Report of the Government of Malaysia. Reviewing the Government’s Implementation of the Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women (CEDAW). 2005.)

http://wccpenang.org/wp-content/uploads/2013/06/Malaysian_NGO_CEDAW_Shadow_Report_2005.pdf

The Ministry of Women, Family and Community Development abbreviated KPWKM

FAQ – Ministry of Women, Family and Community Development

Title : Consent To Marriage

1. Is consent from the bride required before a marriage can be carried out?

Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian).

2. Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir?

A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu [standesgemäß] and the marriage will not bring dharar [Beschädigung, hier: Beeinträchtigung] syarie [der Scharia] to the bride. […]

6. Who is a Wali Mujbir?

Wali Mujbir is the natural father (father by birth) or grandfather on the father’s side.

http://1akses.malaysia.gov.my/OneGovSearchApps/widgetLoc/resultList.jsp?eyJiYXNlVXJsIjoiaHR0cDovLzFha3Nlc2luZGV4Lm1hbGF5c2lhLmdvdi5teS9zb2xyLyIsImNvbGxlY3Rpb24iOnsiYWdlbmN5SWQiOiIxNDMwMDAwMDAiLCJhZ2VuY3lOYW1lIjoiS0VNRU5URVJJQU4gUEVNQkFOR1VOQU4gV0FOSVRBLCBLRUxVQVJHQSBEQU4gTUFTWUFSQUtBVCJ9LCJsb2NhbFNlYXJjaCI6dHJ1ZSwiYmFzZVBhcmFtIjoiL2x1Y2lkP2hsLmZyYWdzaXplPTI1MCZyb2xlPURFRkFVTFQmcmVxX3R5cGU9bWFpbiZobC5zaW1wbGUucHJlPTxzdHJvbmc+JmhsLnNpbXBsZS5wb3N0PTwvc3Ryb25nPiZ3dD1qc29uJnJvd3M9MjAmYWNzX3R5cGU9d2lkZ2V0JmR2Y190eXBlPVdpbmRvd3MgU2VydmVyIDIwMDggUjIgLyA3JndpZGdldF9pZD13Zy1lNDI1ZjY4OS03ZGY2LTQyM2EtYjc2NC04YjllM2RkMjk3YTYiLCJmYWNldExpc3QiOltdLCJmYWNldFBhZ2UiOltdLCJzb3J0Ijoic2NvcmUiLCJyZXN1bHRDb25mIjp7ImxhbmdNYWxheSI6ZmFsc2UsImJnQ29sb3IiOiJ0cmFuc3BhcmVudCIsImZvbnRTaXplIjoyMH0sImF1dG9Db21wUXVlIjp7InEiOiJ3YWxpICJ9fQ==

Question: Adakah persetujuan pihak perempuan perlu sebelum sesuatu perkahwinan itu boleh dilangsungkan ?

Answer: Ya, persetujuan pihak perempuan adalah perlu sebelum perkahwinan boleh dilangsungkan. Bagi anak dara persetujuannya adalah diberikan oleh walinya iaitu Wali Mujbir.

Question: Adakah seorang anak dara boleh dinikahkan tanpa persetujuannya oleh Wali Mujbir ?

Answer: Seorang anak dara boleh dinikahkan tanpa persetujuannya oleh Wali Mujbir dengan syarat perkahwinan yang akan dijalankan itu adalah sekufu dan perkahwinan tersebut tidak mendatangkan dharar syarie terhadap pengantin perempuan. […]

Siapakah yang dimaksudkan dengan Wali Mujbir?

Wali Mujbir ialah bapa atau datuk sebelah bapa dan ke atas.

http://prpm.dbp.gov.my/Search.aspx?k=hakim&d=19

Im EU-Mitgliedsland Griechenland verheiratet Cemali Meço (Μέτσο Τζεμαλή) nachweislich auch 12 oder sogar 10 Jahre alte Mädchen. Als Mufti von Komotiní (Κομοτηνή, türk. Gümülcine) nimmt er jene weiblichen Kinder, die angeblich unbedingt heiraten wollen, in Augenschein und befindet sie ggf. für „reif genug“ zur Ehe. Griechenlands Kinderheiraten, Kinderbräute und Kinderschwangerschaften wurden durch die Verträge von Lausanne (1923) und Sèvres (1920) abgesichert, was die bis zum Tag der Auferstehung gültige Scharia (Σαρία) ins griechische Familienrecht implementierte (ob das muslimische Minderheitenrecht nur in Ostmakedonien und Thrakien oder in ganz Griechenland gilt, ist umstritten). Eine derartige Rechtsspaltung kann ein Staat, der allen seinen Bürgerinnen und Bürgern gleiche Chancen auf Selbstbestimmung, Gesundheit und Bildung garantieren will, nicht dulden, die Scharia darf nicht integriert werden, weder in Hellas noch in Deutschland, auch nicht im Familienrecht. Die Europäische Union hat keine internen Schariazonen bzw. Zonen mit kinderfeindlichen, hier speziell mädchenfeindlichen Gesetzen zu inkludieren.

In May 2006, the appointed Mufti of Komotini expressed his view that „nowhere in the history of Islam has there been an elected mufti.“

The Government recognizes Shari’a (the Muslim religious law) as the law regulating family and civic issues of the Muslim minority in Thrace. The First Instance Courts in Thrace routinely ratify decisions of the muftis who have judicial powers on civic and domestic matters. The National Human Rights Committee, an autonomous human rights body that is the Government’s advisory organ on protection of human rights, has stated that the Government should limit the powers of the muftis to religious duties and should stop recognizing Shari’a, because it can restrict the civic rights of citizens it is applied to. There are arranged marriages among underage Roma and Muslims, although Greek civil law forbids marriages of children under age eighteen. A parent or legal guardian, however, may apply for a judicial permit for the marriage of an underage person from a First Instance Court in cases of „extraordinary circumstances,“ such as pregnancy.

(International Religious Freedom Report 2006. Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor. U.S. Department of State.)

http://www.state.gov/j/drl/rls/irf/2006/71383.htm

Mufti Cemali Meço

https://el.wikipedia.org/wiki/%CE%9C%CE%AD%CF%84%CF%83%CE%BF_%CE%A4%CE%B6%CE%B5%CE%BC%CE%B1%CE%BB%CE%AE

https://www.youtube.com/watch?v=3QfwNqG-voI

https://www.youtube.com/watch?v=ZlyjMFGhk6w

Im Jahre 2006 erschien eine aus Griechenland stammende, ethnisch türkische schwangere Elfjährige mit ihrem islamrechtlich angeheirateten 20-jährigen Ehegatten Hassan N. in Düsseldorf. Eilig schickte man die Kindbraut zurück nach Hellas, der Leiter des Düsseldorfer Jugendamts reiste mit.

Vor zwei Jahren tauchte der erste Fall auf: Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. Am Mittwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte. […]

An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet. Die Zwangsehen sind zwar selten. Da sie aber Griechenland als EU-Mitglied absegnet, sind sie auch in Deutschland gültig.

(Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby. Von Barbara Kirchner. Express, 11.06.2008.)

http://www.express.de/unglaublicher-fall-zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby-22167452

Das verheiratete Kind

(Von Uta Keseling. Die Welt, 25.02.2005.)

Es war Liebe“, sagt Nurays [Name geändert] Mutter, und auch Nuray, die zwölfjährige Braut in Kopftuch und Blümchenrock, sagt: „Ja, es war Liebe“ und versucht, dabei nicht allzu stolz auszusehen. […]

Es soll Liebe gewesen sein, sagen alle, die dazu geführt habe, daß im vergangenen Sommer der 22jährige Levent Metin [Name geändert] die damals elfjährige Nuray aus der armen nordgriechischen Provinz Thrakien heiratete und mit nach Düsseldorf brachte, wo er heute lebt. Alle, das sind Nuray, ihre Familie, der Mufti, der als religiöses Oberhaupt die Trauung besiegelte – und auch das Jugendamt in Düsseldorf, dessen Leiter sagt: „Sie hat ihn wohl freiwillig geheiratet“, und das Mädchen dennoch zurück nach Griechenland brachte. Persönlich.

[…] in Thrakien, wo etwa ein Drittel der 338 000 Menschen Muslime sind. Der Mufti der Universitätsstadt Komotini, Meco Cemali, hat Nurays Hochzeit amtlich besiegelt. Er ist vom griechischen Staat bestellt, sein Amtsgebäude im Zentrum der Stadt ist zugleich Standesamt und Friedensgericht, zuständig für etwa 60 000 Muslime, die Hälfte der Bevölkerung des Bezirks Rodopi. In den 123 dazugehörigen Dörfern verrichten staatlich bestellte Imame Gottesdienste und religiöse Zeremonien.

„Es gibt kein Land, das einem Mufti so weitreichende Kompetenzen einräumt“, sagt der Mufti stolz. In einem kalten, großen, leeren Raum gewährt er unter den obligatorischen Mekka-und-Medina-Postern Audienz. Draußen warten Menschen mit Formularen in der Hand. Er selbst habe seine Imame aufgefordert, Mädchen unter 17 Jahren nicht zu verheiraten, sagt der Mufti. Wenn jedoch ein Mädchen selbst die Heirat unbedingt wolle, nehme er es persönlich psychologisch und physisch in Augenschein und entscheide, ob es reif genug sei. Wenn ja, spräche das islamische Recht nicht gegen die Ehe. Der Mufti sagt: „Daß Zwölfjährige verheiratet werden, kommt nur alle drei oder vier Jahre vor.

http://www.welt.de/print-welt/article495796/Das-verheiratete-Kind.html

Die „im Kern friedliche Religion“ (Hans-Gert Pöttering am 23.05.2008; der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler am 12.05.2010) und dann so etwas, das religiös einwandfreie, das glaubensgeleitete Verheiraten kleiner Mädchen?! 2015 und 2016 gibt man sich in Deutschland erstaunt. Der echte zeitlose Islam ist da und mit ihm das Prinzip von der Heirat des neunjährigen Mädchens. Lunare neun Jahre, nach dem international üblichen solaren Jahresbegriff sind das acht Jahre acht Monate. Wer in Deutschland den Islam integrieren will, muss den für den Ehemann straffreien Geschlechtsverkehr des neunjährigen Mädchens ins deutsche Recht integrieren. Ist es das, was Angela Merkel („Wir schaffen das“) will?

Wer die Kindbraut nicht will, muss zur Scharia Nein sagen. Einen Islam ohne Scharia gibt es (noch) nicht, und dass es auch dem organisierten europäischen Islam um Imamehe, Polygamie, Verstoßung des Talaq (ṭalāq) und Kinderheiraten gehen muss, hat am 24.02.2006 der muslimbrudernahe bosnische Gelehrte Mustafa Cerić klargestellt, damals Großmufti von Bosnien und Herzegowina. 2012 durfte Reisu-l-Ulema (Führer der Gelehrten) Dr. Mustafa Cerić das Tübinger universitäre Zentrum für Islamische Theologie mit eröffnen.

A Declaration Of European Muslims

(f) opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law.

http://www.rferl.org/content/article/1066751.html

DEKLARATION EUROPÄISCHER MUSLIME

f. Wege zu finden, wie muslimisches Recht für Personenstandsangelegenheiten, wie z.B. Familienrecht, anerkannt werden kann.

http://www.islamskazajednica.ba/index.php?option=com_content&view=article&id=45&Itemid=732

[Publiziert auch in Penzberg bei Bajrambejamin Idriz Eigenbezeichnung Benjamin Idriz (Grüß Gott, Herr Imam!).]

http://www.islam-penzberg.de/?p=474

Zu Gast waren auch Bundesbildungsministerin Professor Dr. Annette Schavan, die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und ihre Kabinettskollegin Integrationsministerin Bilkay Öney; der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland, Bekir Alboğa, sowie Professor Dr. Mehmet Paçaci vom Amt für religiöse Angelegenheiten der Türkei [DIYANET, deutscher Zweig: DITIB]. Aus Bosnien war Reisu-l-Ulema Dr. Mustafa Cerić, der Großmufti von Sarajevo, angereist.

http://www.uni-tuebingen.de/aktuelles/newsletter-uni-tuebingen-aktuell/2012/1/forschung/1.html

Kein junger Mensch unter achtzehn Jahren, also auch kein entsprechend altes Mädchen, kann die Tragweite der Eheschließung ermessen und in dieser Ehe ein selbstbestimmtes Leben führen. Hierzulande gilt nicht der Schutz einer nach islamischem Recht (Scharia) geschlossenen Ehe, sondern das deutsche Gesetz zum Schutz Minderjähriger.

Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes, die UN-Kinderrechtskonvention (Convention on the Rights of the Child, CRC) erklärt die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). „Die Konvention definiert Kinder als alle Personen unter 18 Jahren.“

Keine Heirat unter achtzehn – auch nicht auf Kinderwunsch.

Why should 18 be the minimum age of marriage?

Girls Not Brides members believe that 18 should be the minimum age for marriage in line with international human rights standards.

Setting the minimum age of marriage at 18 provides an objective rather than subjective standard of maturity, which safeguards a child from being married when they are not physically, mentally or emotionally ready. Why allow children to marry at an age when, for example, they do not have the right to vote or enter into other contracts recognised in law? The most widely accepted definition for a child is 18, in line with the Convention on the Rights of the Child.

A minimum age of marriage of 18 will also help to ensure that children are able to give their free and full consent to marry and have the minimum level of maturity needed before marrying.

(Girls Not Brides)

http://www.girlsnotbrides.org/child-marriage-law/

Die Konvention definiert Kinder als alle Personen unter 18 Jahren.

(bpb 2014)

http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/195229/25-jahre-un-kinderrechtskonvention-18-11-2014

Convention on the Rights of the Child [ CRC ]

Article 24

3. States Parties shall take all effective and appropriate measures with a view to abolishing traditional practices prejudicial to the health of children.

http://www.ohchr.org/en/professionalinterest/pages/crc.aspx

Artikel 24: Gesundheitsvorsorge

(3) Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.

https://www.unicef.ch/sites/default/files/attachements/un_konvention_ueber_die_rechte_des_kindes.pdf

Iran made the following reservation: „If the text of the Convention is or becomes incompatible with the domestic laws and Islamic standards at any time or in any case, the Government of the Islamic Republic shall not abide by it.“

Saudi Arabia ratified the Convention in 1996, with a reservation „with respect to all such articles as are in conflict with the provisions of Islamic law“

https://en.wikipedia.org/wiki/Convention_on_the_Rights_of_the_Child

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Mitzeichnend:

Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE)

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Edward von Roy

An den
Deutschen Bundestag
Petitionsausschuss
Referat Pet 4
Oberamtsrätin Tanja Liebich

In Kopie an den
Deutschen Bundestag
Petitionsausschuss
20.10.2016

Eherecht
Pet 4-18-07-4030-036062
Ihr Schreiben vom 12. Oktober 2016

Sehr geehrte Frau Liebich,

wir danken Ihnen für die Zusendung des geänderten Aktenzeichens.

In der Petition vom 20.08.2016 (Keine Heirat unter achtzehn – auch nicht auf Kinderwunsch) ist auch die zeitnah drohende und aus Sicht der Petenten zu verhindernde deutsche Straffreistellung der sunnitisch-islamischen, vor allem schafiitischen Chitan al-inath (indones. sunat perempuan), also der Beschneidung von Mädchen (weibliche Genitalverstümmelung (FGM) Typ I und Typ IV) angesprochen worden, die sogenannte milde Sunna bzw. Sunnabeschneidung der Mädchen. Sicherlich ließe sich sagen, dass der schafiitische Fiqh zwischen männlicher und weiblicher Beschneidung nicht differenziert, sondern die religiös absolut verpflichtende Beschneidung aller Jungen und Mädchen fordert.

Leider berücksichtigt Ihr Schreiben vom 12.10.2016 lediglich die Jungen und nicht die Mädchen und Sie schreiben über „Beschneidung von Jungen“, statt von der islamischen Beschneidung der Jungen und Mädchen zu reden, vor allem von der in unserer Petition angesprochenen FGM Typ I oder Typ IV und den auf Mädchenbeschneidung zielenden deutschen Vorstößen von Humanmediziner Prof. Dr. Karl-Peter Ringel und Ass. Jur. Kathrin Meyer (Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung), von Prof. Dr. Tatjana Hörnle (Verhandlungen des 70. Deutschen Juristentages • Gutachten: Kultur, Religion, Strafrecht. Neue Herausforderungen an eine pluralistische Gesellschaft) sowie von Prof. Dr. iur. Mark A. Zöller („rein symbolische Bagatellverletzungen“).

Sie schreiben:

„Zu der von Ihnen angesprochenen Thematik Beschneidung von Jungen erhalten Sie aus arbeitsorganisatorischen Gründen unter einem anderen Aktenzeichen Nachricht.“

Wir bitten um Beachtung, dass unsere Petition vor der drohenden deutschen Legalisierung der Mädchenbeschneidung warnt (und die Beschneidung aller Kinder unter achtzehn Jahren ablehnt, also auch der Jungen).

Aus der Petition, Zitat:

Exkurs. Es meine niemand, die Istanbul Convention schütze vor das Mädchen FGM. Keine Rechtsschule (maḏhab) des sunnitischen Islam verdammt die weibliche Beschneidung (indones. sunat perempuan, arab. Chitan al-inath (ḫitān al-ināṯ, ختان الإناث; auch: ḫitān al-banāt, „Beschneidung der Töchter“, zu: bint, „Tochter“), der schafiitische Madhhab sogar fordert die Beschneidung als zwingende (wadschib) religiöse Pflicht für alle Jungen und Mädchen. Der Trick des Indonesian Ulema Council (Majelis Ulama Indonesia, MUI) ist, die Mädchenbeschneidung einer FGM Typ I oder Typ IV nicht unter Verstümmelung (mutilation) zu fassen. Begeistert oder desinteressiert hat Deutschland die – das unterstellen wir: islamischerseits auf europaweite Straffreiheit der Kindbraut und der FGM zielende! – Istanbulkonvention am ersten Tag (11.05.2011) signiert, zum Glück noch nicht ratifiziert. Man halte sich an das Motto: Erst lesen, dann – nicht unterschreiben.

Noch dazu. Der verfassungswidrige Paragraph zur Jungenbeschneidung auf Elternwunsch § 1631d BGB muss weg. Der leider schlecht gemachte Paragraph zum Verbot der weiblichen Beschneidung (FGM), § 226a StGB, muss erhalten bleiben und eindeutiger formuliert werden, denn auch die sogenannte milde Sunna (Chitan al-inath, sunat perempuan) bzw. eine FGM Typ Ia oder Typ IV darf, trotz der Vorschläge des Jahres 2014 von Humanmediziner Karl-Peter Ringel und Volljuristin Kathrin Meyer (Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung) und von Prof. Dr. Tatjana Hörnle (Verhandlungen des 70. Deutschen Juristentages • Gutachten: Kultur, Religion, Strafrecht. Neue Herausforderungen an eine pluralistische Gesellschaft), nicht legalisiert werden, auch nicht mit dem gegenaufklärerischen und kinderfeindlichen Gerede über „rein symbolische Bagatellverletzungen“ des Trierer Professors Dr. Mark A. Zöller (Die Strafbarkeit der Genitalverstümmelung als Gesetzessymbolik?, in: Streitbare Strafrechtswissenschaft. Festschrift für Bernd Schünemann zum 70. Geburtstag am 1. November 2014; Mitherausgeberin ist Tatjana Hörnle.). Körperliche Unversehrtheit ist Menschenrecht und gilt unabhängig vom Geschlecht. Das als erste Abschweifung.

Weiterer Exkurs: Das Alter einer Fähigkeit zum Einwilligen (age of consent). Dieses ist beim Thema Kindbraut – Kinderehe – Kinderschwangerschaft von höchster Bedeutung (Nein, ich als Zwölfjährige will den Mann nicht heiraten – Ja, ich als Zwölfjährige will den Mann heiraten). Wiederum berührt beim age of consent bzw. informed consent (Informierte Einwilligung) ist das Thema Genitalverstümmelung (HGM, d. i. FGM oder MGM) sowie zusätzlich das Thema Päderastie. Die Maßgabe achtzehn Jahre kennen wir seit 2012 aus der deutschen Beschneidungsdebatte, wo leider voreilig von genitaler Selbstbestimmung (genital autonomy) gesprochen wird (statt von genital intactness), so als könne ein körperlich (wie seelisch) nicht ausgereifter Mensch die schädlichen Folgen der MGM oder FGM auf seine lebenslange Sexualität und auf seine künftigen Partnerschaften ausreichend abschätzen.

Nein, in sein rituelles genitales Verstümmeltwerden kann, so muss es der freiheitliche Rechtsstaat festlegen, weder ein Mädchen noch ein Junge einwilligen. Der sexuell wahrscheinlich (und hoffentlich) eher unerfahrene (vgl. auch das patriarchalische sowie islamische Ideal der Jungfräulichkeit) und körperlich noch nicht einmal ausgewachsene weibliche oder männliche Minderjährige kann völlig altersentsprechend nicht einwilligen, zumal er sich, vgl. die Jungen der traditionell erst in der späten Pubertät beschneidenden südafrikanischen Xhosa, auch als 15- oder 16-Jähriger dem Druck des Kollektivs offensichtlich nicht zu entziehen vermag.

Von seltenen Fällen aus dem Bereich Intersexualität abgesehen können wir einen körperlich noch kindlichen oder jedenfalls pubertären jungen Menschen keine Entscheidungen treffen lassen, die sein voraussichtlich (wenn das Kind bei der Beschneidung nicht verstirbt oder das Geschlechtsorgan verliert) erst Jahre später ausgewachsene Genital betrifft – das ergibt sich bereits aus dem Wort Intaktivismus, welches Heil-Bleiben, Unversehrt-Lassen bedeutet und eben nicht „Genital Autonomy – It’s a Personal Choice“ (Name einer Organisation aus Stone, Staffordshire, UK). Die Kinderärztin (!) Anne Lindboe („Let boys decide for themselves whether they want to be circumcised“, Oslo 2013) müsste, weil sie als Norwegens Kinderrechtsbeauftragte Mädchen und Jungen nicht ungleich behandeln kann, eigentlich ergänzen: „Let girls decide for themselves whether they want to be circumcised“; vor solchen Fragen hat der Staat alle Kinder zu schützen (Kind ist Mensch unter 18 Jahren).

Zitatende zum Thema Beschneidung von Mädchen (und Jungen).

Dass es beim Thema Kinderehen nicht lediglich um Zwangsehen geht, sondern die Mädchen ggf. heiraten wollen bzw. der Heirat zustimmen, dass die Verheiratung von kleinen Mädchen Scharia (Islam) ist und dass im EU-Mitgliedsstaat Griechenland kleine Mädchen vom Mufti verheiratet werden und schwanger in Düsseldorf aufgetaucht sind, enthält Ihr Schreiben leider nicht und auch deshalb wiederholen wir abschließend hier unsere sieben Forderungen:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen:

1 Es sind ausnahmslos keine Ehen mehr anzuerkennen, bei denen ein Partner jünger als 16 Jahre ist, was auch für religiöse Eheschließungen gilt wie die islamische Imam-Nikah.

2 Im Ausland geschlossene Ehen, auch religiöse, können auf Antrag eines Partners oder des Jugendamtes aufgehoben werden.

3 Gesetzliche Absicherung einer Altersgrenze für Ehemündigkeit von 18 Jahren und Abschaffung der bisher gültigen deutschen Ausnahmegenehmigung einer Heirat bereits ab 16 Jahren.

4 Wiedereinführung der standesamtlichen Voraustrauung und Benennung der religiösen Voraustrauung, auch der Imam-Nikah, als Straftatbestand.

5 Verbot der Bewerbung der Imam-Nikah in der universitären Imamausbildung sowie Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer für den bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU).

6 Verbot der Bewerbung der Imam-Nikah im öffentlichen Schulunterricht, auch im bekennenden Islamischen Religionsunterricht.

7 Resolution des Deutschen Bundestages: Aufforderung an die Hellenische Republik, seit 1981 Mitglied in der Europäischen Union, die seit 1920 (Vertrag von Sèvres) bzw. 1923 (Vertrag von Lausanne) implementierte Scharia aus dem Griechischen Recht zu entfernen, ein Ehe- und Familienrecht ohne religiös oder anderweitig begründete Rechtsspaltung einzuführen und ein Heiratsalter von 18 Jahren durchzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

407. Istanbul-Konvention, Kindbraut, FGM

26. November 2014

اتفاقية اسطنبول

Ittifāqiyya Isṭanbūl

İstanbul Sözleşmesi

Istanbul Convention

Der Istanbul-Effekt

Die Frauenrechte der Istanbul-Konvention. Mit mehr Kindbräuten und mehr FGM gegen Gewalt an Frauen und häusliche Gewalt

Der echte alte Islam hat an die Türe des Europarats geklopft und die dreieinhalb Jahre alte und zum August 2014 in Kraft getretene Istanbul Convention ruft leise nach der europäischen Legalisierung von Burka und Kinderverheiratung sowie nach der weiblichen Genitalverstümmelung mindestens der FGM Typen Ia und IV. Ein Zwischenruf zum 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Von Jacques Auvergne (2014).

Convention on preventing and combating violence against women and domestic violence (Istanbul Convention) nennt sich auf Englisch die nicht zuletzt unter Aktivistinnen gegen häusliche Gewalt, Zwangsheirat und weibliche Genitalverstümmelung (FGM) in höchsten Tönen gelobte Aufforderung an die europäischen Staaten zur Schaffung entsprechender Gesetze und Verordnungen, auf Deutsch das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.[1] Wer allerdings, wie Amnesty International am heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, die Istanbul-Konvention lobt, hat sie entweder nicht gelesen oder nicht verstanden oder will die europaweite Legalisierung von Bräuten im Kindesalter und der beispielsweise islamisch begründeten FGM.[2]

2013 berichtete Terre des Femmes Schweiz über eine Paneldiskussion zwischen dem Europarat und Frankreich, welche die Istanbul Convention zum Thema hatte. Wem es mit der Schariatisierung Europas sprich mit der Islamischen Revolution nicht schnell genug gehen kann, dem erscheint die Konvention als „fortschrittlich“:

Die Paneldiskussionsteilnehmer rufen die Staaten auf, diese fortschrittliche Konvention rasch möglichst zu ratifizieren. Die Schweiz hat bislang die Istanbul Convention weder unterzeichnet noch ratifiziert.[3]

TERRE DES FEMMES Schweiz hat sich bereits während des Verhandlungsprozesses 2010 für die Istanbul Konvention eingesetzt. … TERRE DES FEMMES Schweiz hofft, dass die Konvention rasch die nötigen Ratifizierungen erhält und damit endlich in Kraft gesetzt und damit bindend werden würde. So können endlich konkrete Maßnahmen im Bereich Prävention und Schutz von Betroffenen von geschlechtsspezifischer Gewalt eingefordert werden. … TERRE DES FEMMES Schweiz erwartet, dass der Bund sich jetzt auch außenpolitisch für die fehlenden Ratifizierungen einsetzt, damit der Implementierung der Konvention nichts mehr im Wege steht.[4]

Allenfalls schlampig und desinteressiert hat man den Text auch bei der größeren, 1981 gegründeten bundesdeutschen Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes gelesen und stimmt ebenfalls ein in den allgemeinen Lobgesang auf die Istanbul-Konvention:

Am 1. August trat die sogenannte Istanbul-Konvention in Kraft. 13 Staaten (Österreich, Frankreich, Italien, Portugal, Türkei und mehrere nordeuropäischen Staaten) haben sie bislang ratifiziert. Deutschland gehört zwar zu den 24 Staaten, die 2011 in Istanbul die Selbstverpflichtung unterzeichnet haben, hat diese aber noch nicht in deutsches Recht umgesetzt. Damit hinkt Deutschland im Schutz von Frauen vor Gewalt hinterher. …

Die Istanbul-Konvention, also das „Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“, wird von vielen PolitikerInnen und FrauenrechtlerInnen als Meilenstein gefeiert: Mit 12 Kapiteln und 80 Artikeln ist es das umfassendste Werk, das Frauen und Kinder vor Gewalt schützen soll. Es bestimmt erstmals rechtlich verbindliche gemeinsame Standards auf europäischer Ebene. Erstmalig ist auch die Verpflichtung der Vertragsstaaten, konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung aller Formen von Gewalt an Frauen zu ergreifen. …

Um die längst fällige Reform des Sexualstrafrechtes erneut anzumahnen hat TERRE DES FEMMES bereits im Mai 2014 dem Justizministerium knapp 30.000 Unterschriften übergeben. Deutschland muss endlich die Bestimmungen der Istanbul-Konvention umsetzen und als moderner Rechtsstaat internationale Standards erfüllen.

Zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) [und] dem bundesweiten Koordinierungskreis gegen Menschenhandel (KOK) lädt TERRE DES FEMMES am 8. Oktober zur Fachtagung um die Konsequenzen, die sich aus der Europaratskonvention von Istanbul für Deutschland ergeben, zu diskutieren.[5]

Anlässlich der JustizministerInnenkonferenz am 06. November: Appell an die Ministerinnen und Minister: Sexuelle Selbstbestimmung stärken – Strafverfolgung bei Vergewaltigung verbessern! (04.11.2014)

Berlin. Die Justizministerinnen und -minister der Länder debattieren auf ihrer Herbsttagung am 06. November über eine Reform des Strafrechts bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung, konkret den § 177 StGB. TERRE DES FEMMES erwartet von den Ministerinnen und Ministern eine klare Aufforderung an Bundesjustizminister Heiko Maas, den § 177 StGB zu reformieren und damit die sexuelle Selbstbestimmung zu stärken. Dies fordert auch die sogenannte Istanbul-Konvention des Europarats, die noch in deutsches Recht umgesetzt werden muss.

„Es muss jetzt ein klares Signal an gewaltbetroffene Frauen gesendet werden, dass Deutschland sie schützt und Vergewaltiger für ihre Taten bestraft werden!“, mahnt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES.[6]

Betrachten wir also die Istanbul-Konvention. Keine Silbe gegen das Islamische Recht:

Artikel 37 – Zwangsheirat

1 Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen gesetzgeberischen oder sonstigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass vorsätzliches Verhalten, durch das eine erwachsene Person oder ein Kind zur Eheschließung gezwungen wird, unter Strafe gestellt wird (Parties shall take the necessary legislative or other measures to ensure that the intentional conduct of forcing an adult or a child to enter into a marriage is criminalised).

2 Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen gesetzgeberischen oder sonstigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass vorsätzliches Verhalten unter Strafe gestellt wird, durch das eine erwachsene Person oder ein Kind in das Hoheitsgebiet einer Vertragspartei oder eines Staates gelockt wird, das nicht das Hoheitsgebiet ihres beziehungsweise seines Aufenthalts ist, um diese erwachsene Person oder dieses Kind zur Eheschließung zu zwingen (Parties shall take the necessary legislative or other measures to ensure that the intentional conduct of luring an adult or a child to the territory of a Party or State other than the one she or he resides in with the purpose of forcing this adult or child to enter into a marriage is criminalised).

Aha, „dieses Kind zur Eheschließung zu zwingen“ sei europaweit illegal, „dieses Kind zur Eheschließung“ zu begleiten oder auch zu überreden indes kein legales Problem, jedenfalls der Rede nicht wert?

Dass Kinder nicht „zur Eheschließung gezwungen“ werden sollen wirkt auf den ersten Blick kinderfreundlich und scheint den Wali mudschbir, den islamischen Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang auszuschließen, den man allerdings mutig hätte nennen müssen. Doch wird in Art. 38 dreimal seelenruhig über Kind und Eheschließung geschrieben, die kulturelle Moderne jedoch kann die Eheschließung eines Kindes nicht einmal in Erwägung ziehen.

Im nördlichen Griechenland verheiratet Cemali Meço (Τζεμαλί Μέτσο), der Mufti von Komotiní (Κομοτηνή, türk. Gümülcine) elf- oder zwölfjährige Mädchen, die als muslimische „Ehefrau“ bald schwanger im rheinischen Düsseldorf auftauchen.[7] Weder Islamfreundin Alice Schwarzer und ihre Frauenzeitschrift EMMA noch die einflussreichste deutsche Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TdF) haben es bislang für nötig gehalten, gegen das islamische Kinderverheiraten im EU-Mitgliedsstaat Griechenland zu protestieren.

In Griechenland gilt die zeitlose und dem menschlichen Verstehen enthobene Scharia seit vielen Jahrzehnten, mit den Verträgen von Sèvres und Lausanne hat Hellas diese Rechtsspaltung für seine ethnisch türkische Minderheit im Familienrecht verankert.[8] Artikel 37 der Istanbul Convention integriert die in Griechenland legale Kinderheirat wenig verhohlen, denn das griechische Mädchen hat sich ja vielleicht nicht (laut genug) gegen die Heirat gewehrt, doch nur, wenn „ein Kind zur Eheschließung gezwungen wird“, möchte man den mahnenden Zeigefinger erheben.

Was sich, wie wir gleich sehen werden, in Art. 38 als Schweigen mindestens zu den FGM-Typen Ia und IV zeigt, kündigt in Art. 12 an:

Artikel 12 – Allgemeine Verpflichtungen

… Die Vertragsparteien stellen sicher, dass Kultur, Bräuche, Religion, Tradition oder die sogenannte „Ehre“ nicht als Rechtfertigung für in den Geltungsbereich dieses Übereinkommens fallende Gewalttaten angesehen werden.

Jetzt muss man als Europarat nur noch gewisse religiöse Gewalttaten aus dem Gewaltbegriff herausdefinieren. Auf zur Betrachtung der weiblichen Beschneidung nach Koran und Istanbul-Konvention:

Artikel 38 – Verstümmelung weiblicher Genitalien

Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen gesetzgeberischen oder sonstigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass folgendes vorsätzliches Verhalten unter Strafe gestellt wird:

a) Entfernung, Infibulation oder Durchführung jeder sonstigen Verstümmelung der gesamten großen oder kleinen Schamlippen oder Klitoris einer Frau oder eines Teiles davon (excising, infibulating or performing any other mutilation to the whole or any part of a woman’s labia majora, labia minora or clitoris);

b) ein Verhalten, durch das eine Frau dazu genötigt oder gebracht wird, sich einer der unter Buchstabe a aufgeführten Handlungen zu unterziehen;

c) ein Verhalten, durch das ein Mädchen dazu verleitet, genötigt oder dazu gebracht wird, sich einer der unter Buchstabe a aufgeführten Handlungen zu unterziehen.

Es glaube bitte niemand, dass mit der Istanbul-Konvention Schamlippe oder Kitzler vor den rituellen Amputationen geschützt seien, denn jetzt müssten Kulturrelativisten wie die drei Wegbereiter der deutschen Mädchenbeschneidung Karl-Peter Ringel und Kathrin Meyer[9] sowie Juristentags-Gutachterin Tatjana Hörnle[10] das Wegschneiden einer ganz kleinen Portion Klitoris nur noch als Bagatelle oder subkulturelle bzw. kulturvariante genitale Umgestaltung definieren, jedenfalls als Nichtverstümmelung, und Artikel 38 Verstümmelung weiblicher Genitalien ist, anders als das Genital, gar nicht mehr berührt.

Zwischen Mädchen und Jungen darf das deutsche Grundgesetz ohnehin nicht unterscheiden. Der Humanmediziner, Philosoph und Islamwissenschaftler Dr. İlhan Ilkılıç hat den Kurs der deutschen Abkehr von universellen Menschenrechten und Kinderrechten ausgerufen:

„Die Implikationen des Kindeswohls können nicht universell und kulturinvariant bestimmt werden.(…) …das Kind würde innerhalb seiner eigenen Kultur- und Religionsgemeinschaft Diskriminierungen und Ausgrenzungen erleben.“[11]

Genitalgewebe aus dem Kinderkörper per Skalpell ausgrenzen um das Kind nicht sozial auszugrenzen. Seit 2012 sitzt der kulturell gegenmoderne Forscher zu Gesundheitsethik, Gesundheitsmündigkeit sowie islamischer und interkultureller Bioethik ausgerechnet im Deutschen Ethikrat.

Selbst wenn der Klitorisschaft (Corpus clitoridis) nicht herausgeschnitten und nur die Klitoriseichel (Glans clitoridis) amputiert wird, ist der blutige Initiationsakt bzw. das islamisch legitimierte Tun mit Ilkılıç, Ringel / Meyer und Hörnle ja vielleicht gar nicht als Verstümmeln anzusehen, sondern als kulturadäquates bzw. kulturvariantes Veredeln, als Glaubensvergewisserung. Artikel 38 der Istanbul-Konvention jedenfalls beschwert sich nur über „Verstümmelung“ und sagt nichts gegen eine „Veränderung“ oder wie wir die Genitalperestroika auch immer nennen werden.

Der Europarat hätte die WHO-Klassifikation der vier Typen von weiblicher Genitalverstümmelung als FGM Typ I, II, III, IV ausdrücklich nennen und gleichzeitig die Nulltoleranzpolitik in Bezug auf jede medizinisch nicht indizierte Genitaloperation festschreiben müssen. Das ist in Istanbul am 11.05.2011 aber gerade nicht geschehen und genau so FGM-freundlich ist die Convention am 01.08.2014 in Kraft getreten. Das Ding gilt.

Und das kann zeitnah schlimme Folgen haben: ganz Europa erhält die bislang nur in Griechenland legale Kindbraut und bekommt die durch den 70. Deutschen Juristentag trotz unseres Protests mit Schweigen bedeckten FGM-Typen Ia und IV. Die aus dem postmodernen Verstümmlungsbegriff jederzeit herausdefinierbare aufgeteilte oder gesamte Klitoris ist auch nicht sicher, denn, siehe Artikel 38 a), wenn keine „Verstümmelung“ vorliegt, bedarf es in Bezug auf die labiale oder klitorale „Entfernung“, ebenfalls Artikel 38 a), keiner „gesetzgeberischen oder sonstigen Maßnahmen“.

Allah macht schließlich heil, die Scharia verstümmelt nicht.

Definition des Begriffs ‚geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen‘

44. Der Begriff ‚geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen‘ wird im gesamten Übereinkommen immer wieder verwendet und bezeichnet eine Form von Gewalt, die gegen eine Frau gerichtet ist, weil sie eine Frau ist, oder die Frauen unverhältnismäßig stark betrifft.

Sobald beide Geschlechter gleichberechtigt verstümmelt werden dürfen, liegt keine „geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen“ mehr vor, aber mindestens die FGM-Typen Ia und IV dürfen laut Istanbul Convention ja gar nicht mehr als Verstümmelung (mutilation) bezeichnet werden, wie gesagt, das ist so seit August in Kraft.

Ich bitte Sie, wir sind schariatreu weil wir in den Himmel kommen möchten, unser „Hauptmotiv“ ist nicht Gewalt sondern Gottesfurcht:

Sie unterscheidet sich dadurch von anderen Formen von Gewalt, dass das Geschlecht des Opfers das Hauptmotiv für die unter Unterabsatz a beschriebenen Gewalttaten ist. Mit anderen Worten bezieht sich der Begriff geschlechtsspezifische Gewalt auf jeden einer Frau widerfahrenen Schaden und stellt sowohl die Ursache als auch die Folge ungleicher Machtverhältnisse dar, die auf zwischen Männern und Frauen wahrgenommenen Unterschieden beruhen und zur Unterordnung der Frau in öffentlichen und privaten Bereichen führen. Diese Form von Gewalt ist tief in den Strukturen, Normen und sozialen sowie kulturellen Werten …

Sozial wie kulturell, das spirituell hat man hastig versteckt. Auffällig inkonsequent vermeidet es die Istanbul Convention, anders als in Art. 12 auch an dieser Stelle auch von den religiösen Werten wie etwa den, jenseitszentrierten, Schariapflichten zu sprechen. Die buchstabengetreu umgesetzten Befehle von Sure und Hadith jedoch sind aus allgemein menschenrechtlicher Perspektive immer geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen. Der echte alte Islam entwürdigt die Frau und der Europarat schweigt zum Islam.

Den Gewaltbegriff selbst hat die Convention ja an mehreren Stellen verwässert oder sogar ironisiert.

… verwurzelt, welche die Gesellschaft prägen, und wird häufig von einer Kultur des Leugnens und des Schweigens aufrecht gehalten.

(Seite 47)

Nicht immer nur des Schweigens, auch des Fürwahrhaltens und Rechtfertigens. Ehrenmörder sind schließlich keine Heimlichtuer, sondern warten nach begangener Tat regelmäßig auf die Polizei. Wer den Ruf des Stammes nicht mit Frauenblut sauber wäscht, bewahrt und hat keine Ehre. Wenn die Frau gegen den Namus verstoßen hat, verdient im ehrkulturellen Milieu nicht der Mörder, sondern der Nichtmörder Ächtung und Verachtung. Die nichtmuslimischen postmodernen Kulturrelativisten sind es, die leugnen und schweigen.

Definition des Begriffs ‚Frau‘

46. In dem Bewusstsein, dass viele unter das Übereinkommen fallende Formen von Gewalt sowohl Frauen als auch Mädchen angetan werden, wollten die Verfasser den Anwendungsbereich des Übereinkommens nicht nur auf erwachsene Opfer beschränken. In Unterabsatz f wird eindeutig festgestellt, dass der Begriff ‚Frauen‘ auch Mädchen unter 18 Jahren bezeichnet

(Seite 48)

Man kann Mädchen nicht erfolgreich vor Gewalt schützen, indem man sie politisch und juristisch in die Kategorie der Frauen einordnet und noch nicht einmal diese Erwachsenen ernsthaft zu schützen bereit ist. Das kann eine zusätzliche Absicherung für die in der Scharia vorgesehene Kindbraut und die islamische Beschneidung von Mädchen darstellen.

Im Islam liegt das weibliche Heirats- und Mündigkeitsalter bei neun Jahren – neun Mondjahren, also ungefähr acht Jahren und acht Monaten –, und wenn wir das zu Jungen bekanntlich leider auch durch sogenannte Intaktivisten hoch gelobte Gequatsche von der genitalen Selbstbestimmung (genital autonomy; Helsinki 2012, Oslo 2013, Boulder / Colorado 2014) schariakonform auf Mädchen übertragen, wird die achtdreiviertel- oder neunjährige Muslim-Europabürgerin in ihr Verheiratetwerden oder Beschnittenwerden ganz konform mit der Istanbul Convention einwilligen dürfen. Das ist zu verhindern, wie überhaupt jedes rechtlich folgenreiche Aufspalten der Bevölkerung in Nichtmuslime und Muslime.

Als Istanbul-Konvention jedoch Volljährige und Minderjährige in einem Atemzug zu nennen und zugleich die Erwachsenen beinahe explizit mindestens den FGM Typ Ia und Typ IV auszuliefern – denn nur Labien und Klitoris bleiben nach dem 01.08.2014 geschützt und auch nur vor einem Verstümmeltwerden (mutilation), nicht vor Beschnittenwerden (cutting) oder Verändertwerden (modification, alteration) –, arbeitet den indonesischen Ulama der MUI zu, die ihre Religion sehr gut kennen und für die Jungen- und Mädchenbeschneidung islamische Plicht ist.

Leider handeln Europarat und Istanbul Convention hemmungslos religionsfreundlich und insbesondere schariafreundlich, wie wir in Abschnitt 44 (Definition des Begriffs „geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen“) gesehen haben, wo man Gewalt bekämpfen will, aber lediglich von „Strukturen, Normen und sozialen sowie kulturellen Werten“ redet und zu den religiösen Werten der frauenfeindlichen und frauenentwürdigenden Scharia schweigt.

Was islamisch ist, darf einfach keine heute und künftig noch abzulehnende Form von Gewalt sein, das ist die politische Vorgabe des Europarates und nicht anders ist es ja längst Staatsdoktrin unter den globalen Proislamisten von Obama bis Merkel.

Artikel 32 – Zivilrechtliche Folgen der Zwangsheirat

177. Dieser Artikel bezieht sich auf die rechtlichen Konsequenzen von Zwangsheirat …

Möchte man in Europa und insbesondere in Deutschland die Verheiratung älterer weiblicher Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren, Terre-des-Femmes-Geschäftsführerin Christa Stolle schreibt 2014 ungerührt von „Frühehen“, überhaupt noch unter Zwangsheirat fassen und wenn ja, warum schreibt man das nicht in der Istanbul-Konvention fest?

… und sorgt dafür, dass diese Ehen „anfechtbar sind, für nichtig erklärt …

Kein europäisches Gericht hat bislang gewagt, die Ehen der 12- oder 11-jährigen Mädchen der türkischen Minderheit Nordgriechenlands für nichtig zu erklären. Lediglich den Vollzug der Ehe sprich den Geschlechtsverkehr untersagte man den islamisch korrekt Verheirateten in Düsseldorf und schickte die schwangere Ehefrau im Kindesalter nach Hellas zurück.

… oder aufgelöst“ werden können. Im Sinne dieser Bestimmung wird eine „anfechtbare“ Ehe als rechtsgültig erachtet, …

Mehr als hoch riskant. Wird hier denn nicht ohne Not die durch den Mufti nach der Scharia verheiratete griechisch-muslimische Kindbraut als rechtsgültig verheiratet erachtet? Der Europarat hätte diese religiösen Ehen gar nicht anerkennen und sich für die Wiedereinführung und Durchsetzung der standesamtlichen Voraustrauung stark machen sollen.

… ihr kann aber die rechtliche Wirksamkeit entzogen werden, wenn ihre Rechtsgültigkeit von einer der Parteien in Frage gestellt wird; …

Man muss es bedauern, aber an einer Harmonisierung des europäischen Personenstandrechts wird kein Weg vorbeiführen. Kaum einer der nach dem himmlischen Gesetz vor dem Imam Vermählten wird es wagen, vor den weltlichen Richter zu ziehen. Will der Europarat jede muslimische Polygamie und jeden Talaq pauschal anerkennen?

Warum stellt nicht beispielsweise der deutsche Staatsanwalt einige dieser religiösen Ehen in Frage, etwa wenn ein Kind verheiratet worden ist und auch wenn sich die beiden Brautleute hoch zufrieden geben?

… einer „für nichtig erklärten“ Ehe wird die rechtliche Wirksamkeit unabhängig davon entzogen, ob ihre Rechtsgültigkeit von einer Partei in Frage gestellt wird oder nicht. Einer „aufgelöst[en]“ Ehe, wie dies der Fall bei einer Scheidung ist, wird ab dem Tag der Auflösung die rechtliche Wirksamkeit entzogen. Den Verfasserinnen und Verfassern war im Hinblick auf die verwendeten Bezeichnungen (anfechtbar, für nichtig erklärt oder aufgelöst) bewusst, dass die konkrete Umsetzung dieses Artikels je nach den von den Vertragsparteien in ihrem Privatrecht entwickelten Konzepten variieren kann.

Wird hier der gesamte Begriff der Zwangsheirat einmal mehr ins Schwimmen gebracht und beispielsweise einer kulturspezifischen Weise der Verwerflichkeit oder eben sittlichen Angemessenheit ausgesetzt? Die heiratsrechtliche Scharia (an-nikāḥ, Imam-Ehe) wird zu einem von mehreren EU-weit akzeptablen „Konzepten“, genau so ist es am 11. Mai 2011 unterschrieben worden und nun seit knapp vier Monaten in Kraft.

Der Europarat redet von Eheschließung und Privatrecht, die Nikah soll ins Familienrecht integriert werden, übergangsweise je nach Staat mehr oder weniger weit und schnell, irgendwann kommt das gesamteuropäische islamische Heiratsrecht, Personenstandsrecht und überhaupt Recht. Mustafa Cerić (opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law. Wege zu finden, wie muslimisches Recht für Personenstandsangelegenheiten, wie z.B. Familienrecht, anerkannt werden kann) hatte das vor acht Jahren in seiner Deklaration Europäischer Muslime so gefordert.

178. Es ist wichtig, dass die erforderliche rechtliche Maßnahme im Sinne dieser Bestimmung leicht verfügbar ist und keine übermäßige finanzielle oder administrative Belastung für das Opfer darstellt. Dies bedeutet, dass jedes Verfahren zur Aufhebung oder Auflösung einer Zwangsehe für das Opfer kein unüberwindbares Hindernis darstellen oder indirekt finanzielle Schwierigkeiten verursachen darf. Darüber hinaus sollte die Art der Beendigung der Ehe die Rechte des Opfers einer Zwangsheirat nicht beeinflussen.

Welche „Rechte“ sind es, die nicht beeinflusst werden „sollten“, die islamischen Rechte oder die AEMR-kompatiblen Rechte?

Thema häusliche Gewalt. Soll „körperliche Gewalt“ jetzt nicht immer rechtswidrig sein? Ist beispielsweise ein nach Koran und Sunna vorgenommenes leichtes Prügeln der Ehefrau nicht mehr stets „rechtswidrig“?

188. Der Begriff „körperliche Gewalt“ bezeichnet Verletzungen des Körpers, die durch die unmittelbare und rechtswidrige Anwendung von körperlicher Kraft hervorgerufen wurden.

Noch einmal zur weiblichen Genitalverstümmelung (FGM). Am 14.10.2014 besuchte Christa Stolle die deutsche Bundeskanzlerin. Die TdF-Geschäftsführerin benutzte gegenüber Angela Merkel möglicherweise keinen anderen Begriff von Genitalverstümmelung als die indonesischen Ulama des MUI, für welche ihre schafiitische Mädchenbeschneidung (milde Sunna) allerdings gar keine Verstümmelung (mutilation) ist und die allenfalls von Khitan engl. cutting sprechen, weiblicher Beschneidung (sunat perempuan, khatan wanita).

Stolle ist über den Vorstoß der deutschen FGM-Wegbereiter Ringel / Meyer und vor allem Tatjana Hörnle informiert worden und unterlässt gleichwohl die frauen- und menschenrechtlich gebotene Forderung nach einem weltweiten Verbot aller WHO-seitig definierten Formen von FGM, also auch nach dem Verbot von Klitorisvorhautamputation (FGM Typ Ib) sowie Ritzen bzw. Stechen (zu FGM Typ IV). Auf mindestens diese beiden Verstümmelungsformen zu verzichten, sind Indonesiens maßgebliche islamische Autoritäten bekanntlich nicht bereit:

Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Vorfeld des G20 Gipfels und der G7 Präsidentschaft

Konkret [wo steht das?] forderte sie [Christa Stolle] mehr finanzielle Ressourcen für Frauenprojekte, die „Abschaffung von Früh- und Zwangsehen“ als eigenständiges Ziel in der Post-2015-Development-Agenda sowie eine klare Positionierung der Bundesregierung gegen Genitalverstümmelung in ihren bilateralen Verhandlungen, und zwar nicht nur mit afrikanischen Ländern, sondern auch asiatischen, wie insbesondere Indonesien.

Der Auftritt von Christa Stolle sensibilisierte Angela Merkel für Frauenthemen

Die Bundeskanzlerin versprach in ihren abschließenden Worten, sie werde Frauenthemen auf die Agenda der G7 Präsidentschaft setzen. Am 7./8. Juni 2015 wird sie die Gastgeberin des Treffens der Staats- und Regierungschefs in den bayrischen Alpen sein. Zudem findet am 15./16. November [2014] der G20-Gipfel in Brisbane/Australien statt. Indonesien gehört zu den G20-Staaten und wir hoffen, dass die Kanzlerin die Gelegenheit nutzen wird, das Thema weibliche Genitalverstümmelung (FGM) anzusprechen.

Der australische Gipfel (2014 G-20 Brisbane summit) ist seit zehn Tagen vorbei, der Kalifatsfreund und türkische Premierminister Ahmet Davutoğlu fehlte ebensowenig wie Salman ibn Abd al-Aziz (Al Saud) als der saudi-arabische Vize-Premierminister. Der Letztgenannte ist Besitzer der Zeitung Asharq al-Awsat, eine der größten arabischsprachigen Tageszeitungen weltweit. Angela Merkel hat vermutlich gar nichts gegen die schafiitische Mädchenbeschneidung getan (wenn doch, darf sie es jederzeit hier kundtun).

Kein Wunder angesichts der vorangegangenen schwammigen Forderung von Christa Stolle an die Regierungschefin im Kampf gegen FGM. Stolle weiß sehr genau, dass die weibliche Beschneidung nach Koran und Sunna (sunat perempuan) im regierungsnahen indonesischen Gesprächsgegenstand Genitalverstümmelung (Betonung auf Verstümmelung, M wie mutilation) gar nicht enthalten ist. FGM ist (ebenso wie MGM) auch in Indonesien schlicht kein politisches Thema. Trauriges Fazit nach dem Hannoveraner Juristentag dieses Herbstes: Deutschlands größte Frauenrechtsorganisation will gegen die milde Sunna offensichtlich nichts unternehmen, und zwar weder in Indonesien noch in Deutschland.

Zurück nach Istanbul. Nanu, da fehlt doch was:

Artikel 36 – Sexuelle Gewalt, einschließlich Vergewaltigung

1 Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen gesetzgeberischen oder sonstigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass folgendes vorsätzliches Verhalten unter Strafe gestellt wird:

a) nicht einverständliches, sexuell bestimmtes vaginales, anales oder orales Eindringen in den Körper einer anderen Person mit einem Körperteil oder Gegenstand (engaging in non-consensual vaginal, anal or oral penetration of a sexual nature of the body of another person with any bodily part or object);

b) sonstige nicht einverständliche sexuell bestimmte Handlungen mit einer anderen Person (engaging in other non-consensual acts of a sexual nature with a person);

c) Veranlassung einer Person zur Durchführung nicht einverständlicher sexuell bestimmter Handlungen mit einer dritten Person (causing another person to engage in non-consensual acts of a sexual nature with a third person).

2 Das Einverständnis muss freiwillig als Ergebnis des freien Willens der Person, der im Zusammenhang der jeweiligen Begleitumstände beurteilt wird, erteilt werden (Consent must be given voluntarily as the result of the person’s free will assessed in the context of the surrounding circumstances).

Auf Altersabgrenzungen wie das Kriterium Volljährigkeit oder den besonders stark zu schützenden Entwicklungsraum der Minderjährigkeit bzw. des Kindesalters glaubt der Europarat verzichten zu können. Will die Istanbul Konvention das europaweite Pädosexuellenparadies gleich vollendet errichten oder reichen ihm minderjährige Prostituierte und die islamrechtlich korrekte neun Jahre alte Ehefrau aus, solange der Sex nur irgendwie einvernehmlich („einverständlich“) erfolgt? Hier hätte stehen müssen: „Altersgemäß sind Kinder, nach der UN-Kinderrechtskonvention ist Kind regelmäßig der Mensch unter 18 Jahren, in Bezug auf sexuelle Handlungen nicht urteils- und einwilligungsfähig. Es gibt keine einvernehmlichen sexuellen Handlungen zwischen einem Kind und einem Erwachsenen“.[12] Warum fehlt das?

Fazit

Ihrem eigenen Anspruch (Artikel 1) nach soll die Istanbul-Konvention den Zweck erfüllen, „Frauen vor allen Formen von Gewalt zu schützen und Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu verhüten, zu verfolgen und zu beseitigen“ sowie „einen Beitrag zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau zu leisten und eine echte Gleichstellung von Frauen und Männern, auch durch die Stärkung der Rechte der Frauen, zu fördern“. Das kann nicht gelingen, solange man zum frauendiskriminierenden und frauenentwürdigenden Islamischen Recht schweigt. Nach der Scharia können neunjährige Mädchen verheiratet werden, wie es im EU-Mitgliedsstaat Griechenland legal ist und sind sie mindestens im etwa für Indonesien maßgeblichen schafiitischen Fiqh genital zu verstümmeln. Wer zur griechischen Kindbraut und islamischen Frauenbeschneidung schweigt, will die Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht ernsthaft erreichen oder Jungen beschneiden lassen und den Sex mit Minderjährigen legalisieren.

Dass Europas Wortführerinnen aus Feminismus und Frauenrechtsorganisationen 2014 nicht ernsthaft gegen Kindbraut und FGM kämpfen und zusätzlich zur betrachteten, latent frauenfeindlichen Istanbul-Konvention schweigen, ist ein moralischer Tiefpunkt der Frauenbewegung und steigert die Macht der globalen Muftis und Mullahs.

Wo, wie in Deutschland, über Griechenlands schariagehorsame Kinderverheiratung und die weltweite islamische Frauenbeschneidung (milde Sunna) noch nicht einmal offen gesprochen werden darf, faktenbasierte islambezogene Themen werden Opfer der Pressezensur, ist die Forderung nach Dokumentation und Wissenschaftlichkeit („Artikel 11 – Datensammlung und Forschung“) eine Farce und eine Verhöhnung jeder Frau und jedes Anhängers der allgemeinen Menschenrechte.

Muslimbruderschaft, Kairoer al-Azhar, Darul Uloom Deoband und Teheraner Klerus wollen die sogenannten Muslime mehr und mehr von der übrigen europäischen Bevölkerung segregieren und erhöhen den Druck zu Handlungsgehorsam und Rechtsgehorsam nach Scharia und Fiqh. Über die Istanbul Convention macht sich der Europarat zum Komplizen.

Ein weiterer kleiner Vertrag von Medina.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt

und erläuternder Bericht

Istanbul, 11.5.2011

http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/convention-violence/convention/Convention%20210%20German%20&%20explanatory%20report.pdf

Council of Europe Convention on preventing and combating violence against women and domestic violence Istanbul, 11.V.2011

http://conventions.coe.int/Treaty/EN/Treaties/Html/210.htm

Der Europarat ergeht sich in selbstverliebtem Geplapper zur irgendwie ganz großartigen Istanbul Convention. Rechtlich steht die Frau schlechter da als zuvor, aber egal, Hauptsache der Ruf der Religion will heißen das Ansehen des Islam bleibt makellos.

http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/convention-violence/thematic_factsheets/factsheets_en.asp

http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/convention-violence/thematic_factsheets/Children_EN.pdf

http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/convention-violence/thematic_factsheets/FGM_EN.pdf

http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/convention-violence/thematic_factsheets/IC%20Global%20Tool_EN.pdf

13 Countries sign new Convention in Istanbul

The Council of Europe’s new Convention on preventing and combating violence against women and domestic violence was opened for signature 11 May on the occasion of the 121st Session of the of Committee of Ministers taking place in Istanbul, gathering Ministers of Foreign Affairs from 47 Member States.

Thirteen countries signed the new Convention in Istanbul.

This new landmark Council of Europe treaty is the first legally binding instrument in the world creating a comprehensive legal framework to protect women against all forms of violence, and prevent, prosecute and eliminate violence against women and domestic violence.

It defines and criminalizes various forms of violence against women (including forced marriage, female genital mutilation, stalking, physical and psychological violence and sexual violence). …

“The Convention is the next step in a body of work by the Council of Europe that has driven moves to equality since the 1970s,” according to Council of Europe Secretary-General Thorbjörn Jagland. … The Convention is also open to accession by non-European countries and by the European Union.

(The United Nations Regional Information Centre, UNRIC)

http://www.unric.org/en/violence-against-women/27000-13-countries-sign-new-convention-in-istanbul

Zuerst ratifiziert, wundert uns das jetzt? Von der Türkei am 14.03.2012. Dann folgten bald Staaten wie Montenegro, Bosnien, Albanien, Portugal, Österreich, später etwa Dänemark. Das laizistisch gedachte Frankreich ratifizierte das gefährliche Ding am 04.07.2014 wird es am 01.11.2014 in Kraft setzen. Deutschland hat das kindbraut- und FGM-freundliche Abkommen noch nicht ratifiziert, aber Terre des Femmes drängelt ja schon.

http://www.conventions.coe.int/Treaty/Commun/ChercheSig.asp?NT=210&CM=&DF=&CL=ENG

[2] AEMR und Nachvollziehbarkeit waren gestern, heute zählt dem arabischsprachigen Auftritt von AI die Farbe Lila und auch auf Englisch bewirbt Amnesty International ausgerechnet zum 25.11. (International Day for the Elimination of Violence against Women) die kinderfeindliche und frauenfeindliche Istanbul-Konvention.

http://www.amnesty.org/ar/news/europe-must-ratify-istanbul-convention-fight-violence-against-women-2014-08-01

Council of Europe

Letters to governments across Europe urging them to swiftly sign, ratify and implement the Istanbul Convention – the first European treaty specifically targeting violence against women and girls and domestic violence. Those countries that have already ratified the Convention should pledge the resources to ensure it is fully implemented.

http://www.amnesty.org/en/for-media/press-releases/campaign-targets-violence-and-discrimination-against-women-and-girls-2014-1

Demnächst können sie für irgendwelche „Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt“ (gender based violence and domestic violence) ganz viel „Bewusstsein schaffen“ (raise awareness) im seine zu muslimisierenden neunjährigen Mädchen verschleiernden, beschneidenden und verheiratenden Europakalifat. Babbeln reichte leider auch den irischen Feministinnen, heute vor einem Jahr traf sich DVAS („provides services in Sligo, Leitrim, and West Cavan“) zu einem Seminar über die Istanbul-Konvention: To mark UN Day Against Violence Against Women 2013, Domestic Violence Advocacy Service (DVAS) are holding a seminar on the Council of Europe Convention on Violence Against Women and Domestic Violence (The Istanbul Convention) and what opportunities are presented to Ireland in tackling the prevalence of gender based violence in our society. The aim of the seminar is to provide information on and raise awareness about the opportunities for Ireland presented by the Council of Europe Convention on gender based violence and domestic violence.

Wir fordern die Regierung auf, die Istanbul-Konvention zu ratifizieren und ihre Hauptforderungen unverzüglich in geltendes Recht umzusetzen. Call for the Irish Government to ratify the Convention and to implement its key provisions without delay

http://www.womensaid.ie/16daysblog/2013/10/29/seminar-on-the-council-of-europe-convention-on-vio/

Der seit 1922 zu Dublin im einstigen Herzogspalast Leinster House oder Tigh Laighean tagende Oireachtas, das nationale Parlament der Republik Irland, diskutiert die Istanbul-Konvention. Deputy Clare Daly Information on Clare Daly Zoom on Clare Daly asked the Minister for Justice and Equality Information on Frances Fitzgerald Zoom on Frances Fitzgerald when Ireland will sign up to the Istanbul Convention in relation to preventing and combating violence against women. … Minister for Justice and Equality (Deputy Frances Fitzgerald) : The Council of Europe Convention on preventing and combating violence against women and domestic violence, known as the Istanbul Convention, is a detailed document with a broad scope across a number of policy areas with administrative, policy and legislative implications. The provisions of the Convention and the legislative and administrative arrangements that would be necessary to allow signature and ratification of the Convention by Ireland are being examined in consultation with a number of government departments and agencies. In general Ireland only signs and ratifies a convention when all of the necessary preparations have been made to implement the provisions of the convention in question.

Office of the Houses of the Oireachtas, Leinster House, Dublin (2014)

http://oireachtasdebates.oireachtas.ie/debates%20authoring/debateswebpack.nsf/%28indexlookupdail%29/20140604~WRR?opendocument

[3] TERRE DES FEMMES Schweiz lobpreist die frauenrechtsgefährdende Istanbul Convention

http://www.terre-des-femmes.ch/politische-arbeit/2013-01-02-08-49-07/liste-stellungnahmen/kommentare-csw/575-4-3-council-of-europe-1-15-2-30

[4] TERRE DES FEMMES Schweiz drängt zum Ratifizieren

http://www.terre-des-femmes.ch/component/content/article/260-medien/647-mm-stellungnahme-istanbulerk

[5] Terre des Femmes freut sich über die nicht nur schwammig gehaltene, sondern die Frauenrechte untergrabende Istanbul Convention. TdF: „erstmals rechtlich verbindliche gemeinsame Standards auf europäischer Ebene“.

http://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/aktuelles-zu-frauenrechten-allgemein/1580-europaratskonvention-setzt-neue-standards-zum-schutz-vor-gewalt-gegen-frauen

[6] TdF spielt so etwas wie den Inhaber des Monopols auf Kampf für Frauenrechte, nennt die Istanbul-Konvention und schweigt zu deren Nachteilen oder sieht sie erst gar nicht

http://www.frauenrechte.de/online/index.php/presse/aktuelle-pressemitteilungen/1638-anlaesslich-der-justizministerinnenkonferenz-am-06-november-appell-an-die-ministerinnen-und-minister-sexuelle-selbstbestimmung-staerken-strafverfolgung-bei-vergewaltigung-verbessern-04-11-2014

FGM

Europarat

Warschau am 02.10.2014

Side Event by the Council of Europe and Amnesty International – Warsaw

[02/10/2014] The Istanbul Convention of the Council of Europe is the first treaty to recognise that FGM exists in Europe and that it needs to be systematically addressed. It requires states parties to step up preventive measures by addressing affected communities as well as the general public and relevant professionals. It entails obligations to offer protection and support when women and girls at risk need it most – and makes sure that their needs and their safety always come first.

In partnership with the Amnesty International End FGM European Campaign, the Council of Europe organised, on 2 October, a Side Event during this year’s OSCE Human Dimension Implementation Meeting in Warsaw. During this Side Event, a new provisional version of a guide on using the Istanbul Convention as a tool to end FGM was presented. This new publication, jointly prepared by the Council of Europe and Amnesty International, offers policy makers and advocates important guidance on how the provisions of the Istanbul Convention can and should be applied to put an end to this harmful practice – in Europe and beyond. The final version of this guide will be soon made available.

The Side Event took place on 2 October 2014 in the Plenary Room of the OSCE Human Dimension Implementation Meeting, in the Sofitel Victoria Hotel in Warsaw (more).

http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/convention-violence/

Schlussfolgerungen, Fazit,

Conclusions

Johanna Nelles, Head of Violence against Women Unit, Directorate General of Democracy, Council of Europe

Anmerkung: Ich lese bei Johanna Nelles leider kein explizites Bekenntnis zu einer Null-Toleranz-Politik unter Beibehaltung der WHO-Klassifikation der vier Typen I, II, III, IV, sollen folglich die FGM-Typen Ia und IV, eventuell sogar Ib, denn aus Sicht des Europarats wirklich verboten werden bzw. verboten bleiben?

http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/convention-violence/Seminars/Warsaw%20Side%20event%20OSCE%202014/Johanna%20Nelles%20Conclusion%20FGM%20Side%20Event%202014.pdf

Veranstaltungsprogramm,

Programme

The Istanbul Convention as a tool to end female genital mutilation

A Side Event at the OSCE Human Dimension Implementation Meeting 2014 organised by the Council of Europe in partnership with Amnesty International

http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/convention-violence/Seminars/Warsaw%20Side%20event%20OSCE%202014/Draft%20programme%20Side%20Event%20FGM.pdf

Reden,

Speeches

http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/convention-violence/Seminars/Warsaw%20Side%20event%20OSCE%202014/default_en.asp

Aissatou Diallo, Anti-FGM activist, Belgium

Da wo ich herkomme, ist die Beschneidung ein Initiationsritual, das jedes Mädchen bestehen muss. Là d’où je viens, l’excision est un passage obligé pour les jeunes filles.

Exzision meint im Französischen meistens jede FGM, im Englischen v. a. oder nur Typ Ib Klitorisherausschneiden oder Klitoristeilamputation und im Deutschen vor allem den Bereich von Typ II Schamlippenamputationen (stets mit Ib verbunden). Und nun? Es spricht eine aus Westafrika stammende Belgierin (travail de sensibilisation auprès des communautés africaines vivant en Belgique), die in der afrikanischen Community folglich gegen Typ II kämpfen wird, allenfalls noch gegen III oder Ib. Was aber sagt uns das über die sunat perempuan, die milde Sunna? Nichts, gar nichts!

http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/convention-violence/Seminars/Warsaw%20Side%20event%20OSCE%202014/Discours%20Aissatou.pdf

Elise Petitpas, End FGM European Campaign, Amnesty International

Hohlparolen unter bunten Bildchen! Keine Aussage gegen FGM Typ Ia oder Typ IV, nichts! Will Amnesty International die milde Sunna nach Europa hereinwinken?

http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/convention-violence/Seminars/Warsaw%20Side%20event%20OSCE%202014/Elise%20Petitpas%20presentation.pdf

Anna Carin Ost, Representative, UNHCR Representation in Poland

Immerhin liest man “alle Formen von FGM sind schädlich. all types of FGM are harmful and violate a vast range of human rights of girls and women”, allerdings fehlt ein eindeutiges Credo gegen die sunat perempuan / weibliche Sunna-Beschneidung etwa auch der FGM-Typen Ia (Klitorisvorhautamputation) und IV (etwa der ritual nick / pinprick, Nadelstich). Der Irak (Iraq) wird genannt, da gibt es die schafiitische (islamische) FGM vom Typ Ib Klitoridektomie. Dann bringt Anna Carin Ost nur noch ein paar Absätze Schöngeschwätz zu den irgendwie umzusetzenden Artikeln 60 und 61 der Istanbul Convention. Die indonesischen Ulama der MUI und Tatjana Hörnle können zufrieden sein.

http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/convention-violence/Seminars/Warsaw%20Side%20event%20OSCE%202014/Istanbul%20Convention_speech%20Ost_final.pdf

Und liebe Belgierinnen, Labien und Klitoris finden in der Konvention gerade noch Erwähnung, doch dürfen sie vielleicht, wenn schon nicht verstümmelt, dann doch ein wenig umgestaltet werden? Und soll die FGM (frz. MGF) vom Typ Ia oder Typ IV ab sofort straffrei gestellt sein? La Convention d’Istanbul reconnaît les MGF comme une forme de violence à l’égard des femmes et les définit comme « l’excision, l’infibulation ou toute autre mutilation de la totalité ou partie des labia majora, labia minora ou clitoris d’une femme » (article 38 a). Quelle: Stratégies concertées de lutte contre les mutilations génitales féminines, Molenbeek (Molenbeek-Saint-Jean / Sint-Jans-Molenbeek), Brüssel, Belgien

http://www.strategiesconcertees-mgf.be/membres-47/

Terre des Femmes verwies insbesondere auf den Fall Indonesiens. Die zuständige Referatsleiterin Katharina Kunze sagte, in dem mehrheitlich muslimischen Land werde vom Rat der Islamgelehrten seit 2008 die Beschneidung von Mädchen als religiös verpflichtend vorgeschrieben [Nein, nicht seit sechs Jahren und wohl auch nicht erst seit Schihabuddin ibn an-Naqib al-Misri (1302–1367, Autor des die weibliche Beschneidung fordernden und dem schafiitischen Fiqh bis heute maßgeblichen Rechtskompendiums ‚Umdat as-Salik wa ‚Uddat an-Nasik, Reliance of the Traveller and Tools of the Worshipper, Kurztitel Reliance of the Traveller) oder Imam an-Nawawi (1233–1277), sondern vermutlich seit weit über 1000 Jahren ist den Schafiiten die weibliche Beschneidung religiöse Pflicht].

(Frauenrechtler fordern bessere Dokumentation zu Genitalverstümmelung, aerzteblatt 04.04.2014)

http://mobile.aerzteblatt.de/news/58237.htm

Katharina Kunze: „Historische Entwicklung … 2008 erlässt der Rat der Ulemas (MUI) eine Fatwa, laut der alle MuslimInnen zur ‚Mädchenbeschneidung‘ verpflichtet werden“, Nein, die islamische weibliche Beschneidungspflicht ist ein paar Jahrhunderte älter. …

„TERRE DES FEMMES klärt auf, wo Mythen und Traditionen Frauen das Leben schwer machen“, Sarkasmus ein, aber nicht doch Frau Kunze, unsere FGM ist Scharia, Allahgott bürdet niemandem eine Last auf die er nicht tragen kann und macht insbesondere der Frau das Leben leicht, etwa mit der sunat perempuan.

„2010 folgt das Gesundheitsministerium dem MUI und ergänzt, dass der Eingriff von medizinischem Personal durchgeführt werden solle. Fortan wird auch der euphemistische Begriff ‚Mädchenbeschneidung‘ statt des politisch korrekten und dem Sachverhalt gerechten Worts ‚weibliche Genitalverstümmelung‘ verwendet.“ Allah verstümmelt nicht sondern macht heil, am Mädchengenital ist etwas haram und muss weggeschnitten werden, die wahre Religion redet seit tausend Jahren von Mädchenbeschneidung und nicht wie die gottlosen Europäer von Verstümmelung. Sarkasmus aus.

Nun erzählt uns die TdF-Fachreferentin für weibliche Genitalverstümmelung Katharina Kunze ein Märchen vom erfolgreichen Kampf gegen FGM:

„2014 starten TERRE DES FEMMES, Kalyanamitra und Watch Indonesia die Petition ‚Genitalverstümmelung in Indonesien – Schutz statt Verharmlosung‘. Das Gesundheitsministerium reagiert [bitte irgendwann belegen], indem es die Empfehlung zurückzieht und erklärt, dass ‚FGM keinen gesundheitlichen Vorteil‘ biete [dafür einen religiösen, seelenrettenden Vorteil …]. Die Vereinten Nationen nehmen das Thema am 05.07.2014 in der Befragung Indonesiens zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention auf. Der Menschenrechtsrat der UN drängt Indonesien daraufhin zum Verbot von FGM.“

Das ist falsch, Indonesiens Regierung unternimmt auch in diesem Jahr nichts gegen die sunat perempuan, der Einfluss der Schariabewegung hingegen steigt und im Volk wird 2014 vermutlich leider sogar mehr und invasiver beschnitten als je zuvor. Eine erfolgreiche Jahreskampagne will man einfach behaupten, belügt TdF auch sich oder nur uns?

(zukunftscharta 02.09.2014)

https://www.zukunftscharta.de/ecm-politik/zukunftscharta/de/mapconsultation/43941/single/proposal/235/back/grid;jsessionid=B6FD92212CBC42FE374AC5DDEEAF27F5.liveWorker2

„Begründungsmuster: Obwohl FGM keine religiösen Ursprünge hat [Forschung zur menschlichen Vorgeschichte braucht keine Mutmaßerei durch deutsche Frauenrechtlerinnen. Eher nein, selbst die nichtislamisierten afrikanischen Ethnien beschnitten bzw. beschneiden ihre Jungen und Mädchen oft stammesreligiös-glaubensbewegt], so wird sie in Indonesien dennoch religiös begründet [Zielsicher betreibt Terre des Femmes eine den Islam verharmlosende Irreführung. Frauenbeschneidung ist islamische Religion und zwar als schafiitische Wohlverhaltenspflicht, wer seine Tochter nicht beschneidet verspielt inschallah sein Seelenheil]. Viele muslimische [jedenfalls schafiitische] Führer sind der Meinung [Nein, FGM ist keine Frage des raʾi (personal opinion), sie sind der islamischen Rechtsauffassung nach der ihnen eindeutigen Sunna und dem vermutlich unüberwindbaren zusätzlichen Idschma‘ (iǧmāʿ – islamgelehriger Konsensus], dass der Koran [sprich dass sein Autor Allah] Mädchen [wie Jungen] zur Beschneidung verpflichtet. Aber das Gesetz ändert sich von einem mazhab (Lehrrichtung [bitte genauer: Madhhab (maḏhab), sakraljurisprudentielle Schule, religiöse Rechtsschule] in der islamischen Normenlehre [der Scharia]) zum anderen. So kann es wajib (für alle MuslimInnen verpflichtend) sein oder sunna (empfohlen aber optional).“ [Indonesier sind nahezu ausschließlich Schafiiten und wadschib für die FGM ist schafiitischer Standard, den Madhhab wiederum legten dir dein Vater und Vatersvater usw. bzw. dein Ehemann fest und kann das Individuum ansonsten grundsätzlich nicht wechseln, allenfalls in die Richtung von Mohammeds Medina sprich Mohammeds Urislam (Salaf) d. i. de facto ziemlich genau zur Hanbaliyya. Hanbalitisch wiederum entscheiden für dich der Scheich oder notfalls das Familienoberhaupt zwischen Löblichkeit und Pflicht der Mädchenbeschneidung] …

Signaturen und Spendengelder müssen heran, da wäre die sichtbar werdende Wirkungslosigkeit der deutsch-indonesischen Jahreskampagne gar nicht nett:

„Unser Engagement: TERRE DES FEMMES [TdF] hat am 6. Februar 2014 gemeinsam mit der indonesischen [schariatreuen, Anm.] Frauenrechtsorganisation Kalyanamitra und der Menschenrechtsorganisation Watch Indonesia! die Kampagne ‚Genitalverstümmelung in Indonesien – Schutz statt Verharmlosung‘ gestartet. Als Reaktion auf den Kampagnenstart hat das indonesische Gesundheitsministerium die Empfehlung zur ‚richtigen‘ Genitalverstümmelung zurückgezogen [meint TdF über TdF, jeder Nachweis fehlt]. Bei der Anhörung Indonesiens zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention durch die Vereinten Nationen wurden die Delegierten mehrfach nach weiblicher Genitalverstümmelung gefragt und dies mit Informationen [mit welchen Infos genau?] untermauert, die von Watch Indonesia! und TERRE DES FEMMES eingebracht worden waren. Der Regierungswechsel im Sommer 2014 kann dazu beitragen [das ist allenfalls Wunschdenken, nichts ist bislang geschehen], dass Indonesien in der aktuellen Legislaturperiode endlich die internationalen Verträge erfüllt und zwei Millionen Mädchen pro Jahr vor Genitalverstümmelung schützt.“

http://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/weibliche-genitalverstuemmelung2/unser-engagement/aktivitaeten/genitalverstuemmelung-in-asien/1352-indonesien

Ohne Worte: „Die Unterschriften dieser Petition werden voraussichtlich am 10.12.2014 dem Botschafter Indonesiens in Berlin übergeben.“

https://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/weibliche-genitalverstuemmelung2/unser-engagement/aktivitaeten/6-februar/unterschriftenaktion-fgm

Deutscher Petitionstext

https://www.frauenrechte.de/online/images/downloads/fgm/buechertischaktion/2014/Petition-FGM-Indonesien.pdf

Indonesischer Petitionstext

https://www.frauenrechte.de/online/images/downloads/fgm/buechertischaktion/2014/BahasaPetitionstext-FGM_Indonesia.pdf

Englisch

https://www.frauenrechte.de/online/images/downloads/fgm/Submission-TERRE-DES-FEMMES-and-Watch-Indonesia.pdf

Zum Glück informiert Mireille Vallette (auf Sisyphe) zuverlässig:

Everywhere, the motive invoked by mothers to go on with this tradition is Islam. The reasons are mainly the reduction of unbridled libido and purification, as the girls’ genitals are “dirty”.

In January this year, Ma’ruf Amin, Chairman of Indonesian Ulema Council, the highest Islamic authority and the most representative, declared that FGM is a “morally recommended practice with a moral foundation” which is part of “human rights”. They practice “by cutting the part that covers the clitoris”. The perspective of a ban by the authorities is fiercely fought by the religious leaders.9)

Given this situation, how can Unicef not quote Indonesia as a disturbing scope of spread of scourge ? “There are currently no nationally representative data”, answers Cody Donahue. And anyway, “the investigations are the result of negotiations between the government and the agencies that implement them”.

We can therefore read the following lines in the communicate released by Unicef last February : „Cases have been documented in the Middle East, India, Colombia and Indonesia.“

Cases ?

Malaysia (30 million inhabitants, 18 Muslims) is not mentioned in this release. However, the situation is very similar to that in Indonesia, and the battle between conservative religious and anti-FGM rages. The practice is widespread and the prevalence is increasing.

Radical Islam is growing in the Muslim sphere. The regression of manners that follows not only targets women primarily, but also promotes the extension of these intolerable practices.

Out of thirteen countries that circumcise more than 70% of their girls, seven are overwhelmingly Muslim. This is the case of Egypt, Mali, Somalia, Mauritania, northen Sudan, Djibouti and Gambia. That is over 140 million people.

The other six great excisors are multireligious : Ethiopia (100 million) includes an Orthodox and Protestant majority but the Muslim areas excise more than the others. The other high-prevalence countries are Eritrea, Guinea (half Muslim, half Animist), Sierra Leone (60% Islam, 30% Animist) Burkina Faso (60% Muslim) and Guinea Bissau.

All excisor countries include Muslim communities. We can add to the above 140 million, populations gathering 45-50 million in multi-religious countries and, being very careful, 110 million Indonesian and Malaysian citizens (half the population). We take no risk estimating that worldwide, there is about 300 million followers of Mohammed where girls are mutilated. All are convinced that it is required by their religion. An accurate estimation based on this religious criteria is still a taboo.

This predominance is confirmed by the composition of the Organization of the Islamic Conference (OIC) : among the 35 countries that excise, 32 are part of this unique and powerful religious lobby in the UN (Iraq, Indonesia and Malaysia included).

von: Mireille Vallette

aus: FGM slowing down ? The UN asserts it, the Indonesian case contradicts it

in: Sisyphe 15.06.2013

http://sisyphe.org/imprimer.php3?id_article=4449

L’ONU minimise les mutilations sexuelles féminines et maintient le tabou du rôle des religions

par Mireille Vallette, journaliste indépendante

http://sisyphe.org/spip.php?article4448

[7] Vor zwei Jahren tauchte der erste Fall auf: Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. Am Mittwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte.

Doch Hassan N. drückte sich. Auch seine „Gattin“ (heute 14) erschien nicht zum Termin. Sie lebt inzwischen mit ihrer Tochter (1) in Griechenland bei ihrem Großvater.

An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet. Die Zwangsehen sind zwar selten. Da sie aber Griechenland als EU-Mitglied absegnet, sind sie auch in Deutschland gültig.

Von Barbara Kirchner (Unglaublicher Fall Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby), BILD am 12.06.2008

http://www.express.de/duesseldorf/unglaublicher-fall-zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby,2858,705568.html

[8] In Griechenland gilt die Scharia (mindestens) für die Westthrakientürken (Batı Trakya Türkleri), zu denen die drei Gruppen ethnische Türken, slawischstämmige Pomaken und ehedem christliche Roma zusammengefasst werden und die, wie die Istanbuler Griechen, nicht unter das türkisch-griechische Abkommen über den Bevölkerungsaustausch vom 30. Januar 1923 fielen. Möglicherweise, so eine Minderheitsmeinung, unterliegen allerdings alle Muslime Griechenlands der Schariagesetzgebung und Allahgott selbst legt bekanntlich großen Wert auf unbegrenzte nämlich weltweite Gültigkeit seines Gesetzes.

Greece: Status of Minorities

II. Status of Minorities in Greece Based on Treaties Under the League of Nations System

A. Historical and Legal Framework

1. Treaty of Sèvres

… The Treaty of Sèvres on Minorities of August 10, 1920, was agreed to by the victorious allied powers (Greece, the British Empire, Italy, Japan, and France), and the Ottoman Empire. The Sèvres Peace Treaty of the same date ended the Ottoman Empire and established modern Turkey. The Peace Treaty was later renounced by Turkey and was superseded by the Treaty of Lausanne.
The Treaty of Sèvres on Minorities was ratified by Greece on September 29, 1923, and published in the Official Gazette of Greece. It established a legal framework for the protection of minorities in Greece under the League of Nations. …

In accordance with Law 1920/1991 Muftis exercise religious duties pursuant to Sharia law and judicial duties related to marriages, divorces, alimony, guardianship, wills and intestate succession, and the endorsement of religious marriages among Muslims, and also issue legal opinions pertaining to questions involving Sharia law. The decisions of Muftis are not enforceable, nor do they have res judicata effect unless the appropriate district court declares them enforceable. Districts courts must examine whether a Mufti acted within the limits of his authority and whether the decision is compatible with constitutional norms. Decisions of the district court, which are written in Greek, are subject to appeal. One scholar has noted that Greek judges are in no position to exercise substantial judicial review in the absence of knowledge of Sharia law.

6. Sharia Law: Scope of Application

Muslim Greek citizens are subject to Sharia law. Currently, there are three Sharia courts in Thrace recognized by Law No. 1920/1990. Sharia courts must decide issues in accordance with constitutional guarantees and the rights and freedoms enshrined in the European Convention on Human Rights. Ninety-nine percent of the decisions issued by Muftis are endorsed by the Greek courts, even when such decisions are manifestly incompatible with human rights. In addition, the Commissioner of Human Rights of the Council of Europe, Thomas Hammarberg, urged Greece to ensure full review of the decisions of Muftis by domestic courts and to reexamine the issue of application of Sharia law upon consultation with the minority.

The application of Sharia law in Greece, where it was introduced in 1914, has generated a great deal of controversy and debate in legal theory and practice concerning its territorial application and whether Muslim Greek citizens have the right to choose between Sharia law and the Greek Civil Code. Under Sharia law, women’s status is inferior to men and Muslim women are subject to discrimination with regard to inheritance or divorce. Consequently, the application of Sharia raises serious constitutional law questions because of its conflict with the principle of equality of the sexes and other human rights provisions enshrined in international conventions ratified by Greece.

Two schools of thought have emerged on the application of Sharia to Muslim citizens in Greece. The first, which is prevalent, espouses the opinion that Sharia law applies only to the Muslim minority in Western Thrace while Muslims living in other parts of Greece, including those in the Dodecanese, are subject to the provisions of the Civil Code in force since 1946. The second asserts that Sharia applies to all Muslims in the entire territory of Greece.

(…)

C. Application of the Treaty of Lausanne

The Treaty of Lausanne became part of domestic law pursuant to the Legislative Decree of August 25, 1923 …

(Von Theresa Papademetriou, Oktober 2012)

http://www.loc.gov/law/help/greece-minorities/greece.php

V o l l t e x t

Greece: Status of Minorities

Von: Theresa Papademetriou im Oktober 2012. Veröffentlich durch: The Law Library of Congress, Global Legal Research Center, Washington, USA)

http://www.loc.gov/law/help/greece-minorities/greece-status-of-minorities.pdf

[9] Die Choreographin

Von Edward von Roy

„Heute habe ich euch eure Religion vervollständigt [so dass nichts mehr daran fehlt] und meine Gnade an euch vollendet, und ich bin damit zufrieden, dass ihr den Islam als Religion habt“ (Koran 5:3). An jenem Tag also („heute“) trat die offenbarte Normativität und Gesetzgebung in Kraft und Gesetzgeber Allah möchte über die Sorgfalt der menschlich eingehaltenen Befehle sagen können: „ich bin damit zufrieden“.

Die seither und bis zum Tage der Auferstehung gültige Scharia fordert die Genitalbeschneidung mindestens jeder dem schafiitischen Recht unterliegenden Frau und an der Humboldt-Universität zu Berlin bekleidet Prof. Dr. Tatjana Hörnle den Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung. Weil das deutsche Justizministerium eine Fatwa zur religiösen Frauenbeschneidung noch nicht anerkennt, muss eilig ein Gutachten her und Hörnle schreibt für den 70. Deutschen Juristentag ihr Kultur, Religion, Strafrecht – neue Herausforderungen in einer pluralistischen Gesellschaft.

Erst seit 2013 ist die (jede) FGM verboten, doch das unversehrte weibliche Genital stimmt Allah möglicherweise ausgesprochen unzufrieden. Mädchen, ist dein Geschlechtsteil noch nicht halal? Der § 226a StGB Verstümmelung weiblicher Genitalien gefährdet das Heil der Seele, denn das islamisch vorgegebene Wohlverhalten ist „vervollständigt“ (Koran 5:3) und ein vollständiges, das heißt ein unbeschnittenes männliches oder weibliches Genital bedeutet, dass die Pflicht zur Scharia noch nicht vervollständigt ist. Bekommt Deutschland die FGM nach Koran und Sunna?

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2014/09/10/395/

[10] Zwei Wegbereiter deutscher Mädchenbescheidung

Von Edward von Roy

„Heute habe ich euch eure Religion vervollständigt [so dass nichts mehr daran fehlt] und meine Gnade an euch vollendet, und ich bin damit zufrieden, dass ihr den Islam als Religion habt“ (Koran 5:3). An jenem Tag also („heute“) trat die offenbarte Normativität und Gesetzgebung in Kraft und Gesetzgeber Allah möchte über die Sorgfalt der menschlich eingehaltenen Befehle sagen können: „ich bin damit zufrieden“.

Die seither und bis zum Tage der Auferstehung gültige Scharia fordert die Genitalbeschneidung mindestens jeder dem schafiitischen Recht unterliegenden Frau und in Europa ist der studierte Humanmediziner Prof. Dr. Karl-Peter Ringel anerkannter Fachmann für die Fehlfunktionen des Immunsystems. Warum allerdings ein Immunpathologe die religiöse Mädchenbeschneidung verteidigt, statt sich an den gebotenen ärztlichen Grundsatz primum non nocere zu halten, bleibt uns aufklärungshumanistisch und allgemein menschenrechtlich orientierten Gegnern von Scharia und Fiqh wenig nachvollziehbar. Weil das deutsche Justizministerium eine Fatwa zur religiösen Frauenbeschneidung noch nicht anerkennt, muss Frauenbeschneidungsversteherin Ass. jur. Kathrin Meyer aktiv werden und für das Interdisziplinäre Zentrum Medizin-Ethik-Recht (MER) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg verfassen Ringel und Meyer ihr § 226a StGB – Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung: „Hier ist eine Änderung des § 1631d Abs. 1 BGB erforderlich, der auch die Beschneidung der weiblichen Vorhaut aufnimmt, indem geschlechtsneutral von einer medizinisch nicht erforderlichen Vorhautbeschneidung des einwilligungsunfähigen Kindes gesprochen wird“.

Erst im Dezember 2012 hielt es der zum Totalitarismus von Scharia und Fiqh schweigende Deutsche Bundestag für angemessen, auf Elternwunsch jedem Jungen am Penis das sensitive Äquivalent zur Klitoris (!) rituell amputieren zu lassen und die irgendwie altehrwürdige oder gottesfürchtige Zirkumzision (Vorhautamputation) zu erlauben, doch auch das unversehrte weibliche Genital stimmt Allah möglicherweise ausgesprochen unzufrieden. Mädchen, ist dein Geschlechtsteil noch nicht halal? Der § 1631d BGB Beschneidung des männlichen Kindes gefährdet das Heil der Seele, denn das islamisch vorgegebene Wohlverhalten ist „vervollständigt“ (Koran 5:3) und ein vollständiges, das heißt ein unbeschnittenes männliches oder weibliches Genital bedeutet, dass die Pflicht zur Scharia noch nicht vervollständigt ist.

Wird § 1631d BGB jetzt geschlechtsneutral umformuliert, bekommt Deutschland die in Familienrecht und Personensorge integrierte FGM nach Koran und Sunna?

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2014/09/14/399/

[11] Schariafreund İlhan Ilkılıç will das relative Kindeswohl und steuert Deutschlands Politik in Richtung einer Abkehr von AEMR und Wissenschaftlichkeit.

http://beschneidung.die-betroffenen.de/blog/traurige-allianzen/

[12] Einig sind sich Fachleute darüber, dass es keine einvernehmliche sexuelle Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen geben kann.

Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) Baden-Württemberg

http://www.bawue.pfadfinden.de/253.0.html

293. Fethullah Gülen

19. Juni 2012

فتح الله كولن

Фетхуллах Гюлен

Fethullah Gülen

Mehr Dialog und Scharia mit Fethullah Hodschaefendi

Das Buch Toward A Global Civilization Of Love And Tolerance (New Jersey 2004) des seit 1999 notgedrungen in den USA lebenden, unter sunnitischen Türken höchst einflussreichen islamischen Führers Fethullah Gülen zielt, er nennt es anders, auf revolutionär antisäkulare Indoktrinierung einer neuen Generation und, er verschweigt es, auf Legalisierung von immer noch mehr Himmelsgesetz (Scharia). Zitate aus Hin zu einer globalen Kultur der Liebe und Toleranz, deutsch von Wilhelm Willeke, islamkritisch kommentiert von Jacques Auvergne.

Scharia baut das Glück der islamisch Tugendhaften auf dem Schmerz der Gehorsamsverweigerer. Scharia baut das irdische und himmlische Glück des Mannes auf der zumindest irdischen Entwürdigung und Misshandlung der Frau. Das ist Scharia, eine andere Scharia kann es nicht geben, und das ist leider auch Islam, auch in Europa, solange nämlich, wie der organisierte Islam auf Scharia und Fiqh nicht verzichten möchte. Der interreligiöse Dialog könnte damit gescheitert sein und der Islam als nicht integrierbar gelten. Doch da, als Aussöhnung der postmodern (nachdemokratisch) gefälligst im Plural anzunehmenden Zivilisationen oder Kulturen, eine Mehrzahl, die nichts anderes bestrebt, als den Standard universeller Menschenrechte zu sprengen und die Rechtsspaltung durchzusetzen, dort, als unsere Rettung in der Not steigt uns das Imperium des Predigers auf, die Cemaat (Gemeinde) oder Hizmet (etwa: Dienst) des Fethullah Gülen.

Im tiefen türkischen Bodengrund der Treue zum Kalifat wurzelnd und inspiriert durch Said Nursi (1876-1960) konnte Ende der Sechziger Jahre unter Führung von Fethullah Gülen der raschwüchsige Baum einer neuen revivalistischen Bewegung gedeihen, die sich oft schlicht Cemaat oder Hizmet nennt. Hizmet kann Dienst für das Gemeinwohl bedeuten, wäre mit Bürgersinn, Karitas oder Service aber völlig unzureichend wiedergegeben, da es sich, solange Fethullah Gülen nicht die Schariapflichten verwirft, um jenes Islamische Wohl handelt, das im tätigen Herabstufen der Nichtmuslime und ihrer Verhaltensweisen besteht. Es geht also um die Schariatisierung des Territoriums und damit um die immer deutlichere Segregation der angeblich zu Muslimisierenden und es geht um die von Allah in Koran und Hadith eindeutig vorgegebene Ungleichbehandlung der Frau.

Beschränkte sich die angeblich mystische und pädagogische, in Wirklichkeit strengstens schariatreue und kalkuliert gegenmoderne Bewegung, ab 1966, zunächst auf İzmir und Umland, konnte sie sich in nur zwei Jahrzehnten über die gesamte Türkei ausdehnen, um heute in etwa fünfzig Staaten der Erde im Sinne der kulturellen Abschottung und durchzusetzenden Rechtsspaltung für den, völlig richtig verstandenen, echten alten Islam aktiv zu sein. Als Anhänger Gülens gibt man sich – und ist es gefälligst, zu Ehren Mohammeds und zur Rettung der eigenen Seele – karriereorientiert und wirtschaftlich erfolgreich. Gleichsam mit Nursi und Gülen müssen wir vorab ein wenig durch die Türkei des zwanzigsten Jahrhunderts reisen, um uns gleich Toward A Global Civilization Of Love And Tolerance zuzuwenden, Hin zu einer globalen Kultur der Liebe und Toleranz.

1922, also noch im islamisch einzig vollkommenen Staatssystem (Kalifat) wurde der kurdische, aus der Osttürkei stammende und als spiritueller Lehrmeister hoch angesehene Said Nursi nach Ankara eingeladen, um am Aufbau der neuen, unreligiösen Türkei mitzuarbeiten. Bald kam es zum unvermeidlichen Bruch mit dem Laizisten Mustafa Kemal ab 1934 genannt Atatürk. 1935 wurde Nursi wegen Förderung der Religion vor Gericht gestellt und für elf Monate inhaftiert. Seine Verbannung endete erst 1951, nachdem der Sufimeister sich fünf Jahre lang äußerlich prodemokratisch gezeigt hatte.

Das Mehrparteiensystem billigte Kurde Nursi allerdings wohl nur, um unter seiner Gefolgschaft für den (kurdenfeindlichen) Politiker Adnan Menderes zu werben, der den Islamstaat anstrebte. Menderes war für das Pogrom von Istanbul (1955) hoch verantwortlich, bei dem auch Juden und Armenier angegriffen wurden und das griechisch-christliche Leben Istanbuls vernichtet wurde. Ein angeblich spontan handelnder, selbstredend staatlich organisierter Mob zerstörte 72 Kirchen und mehr als 30 christliche Schulen Istanbuls, viele nichtmuslimische Grabstätten wurden vernichtet. Der wirtschaftsliberale Menderes, der nicht aus menschenrechtlich-universalistischen, sondern aus monetären Beweggründen die Nähe zu den USA suchte und im Kalten Krieg besonders leicht fand, erreichte 1952 den NATO-Beitritt und öffnete 1959 den Weg für die Assoziation der Türkei mit der Europäischen Wirtschaftgemeinschaft. Ein Jahr nach dem Militärputsch von 1960, dem Todesjahr Said Nursis, wurde Menderes auf der Gefängnisinsel İmralı hingerichtet. Imrali war bis 1913 von zwölfhundert Griechen bewohnt – und hieß überhaupt noch Kalólimnos. Der heutige einzige Häftling des Inselkerkers ist PKK-Führer Abdullah Öcalan.

Fethullah Gülen wurde 1941 in der Nähe von Erzurum geboren, im 600-Seelen-Dorf Korucuk. Er war das zweitälteste Kind, letztlich aber wuchs er mit fünf Brüdern und zwei Schwestern auf. Als Sohn des Dorfimams Ramiz Gülen schlicht genannt Ramiz Hoca soll Fethullah schon als Zehnjähriger fließend Arabisch gesprochen und mit 14 seine erste Predigt gehalten haben; wir haben daran gar keinen Zweifel. Noch als nicht einmal Zwanzigjähriger, 1959, erhielt er vom Staat eine Predigerlizenz als Imam im ostthrakischen Edirne, also im europäischen Teil des Landes, dicht an der bulgarischen Grenze. 1966 wurde der Missionar in die alte ägäische Hafenstadt Smírni, seit fünf Jahrzehnten nur noch İzmir genannt, versetzt und begann, begeisterte Zuhörer und Anhänger unter Ober- und Hochschülern zu finden. Eine islamistische und nationalistische Bewegung entstand, mit Gülen als unkritisierbarer Führerfigur.

Erst seit 1923, seit dem Vertrag von Lausanne, war İzmir türkisch. Bis zu den Massakern von 1919 und 1922 war Smírni griechisch-christlich geprägt und von Griechen, Juden, diversen Ausländern und von Armeniern bewohnt. Dann erfolgte die Türkisierung und Islamisierung, 200.000 Einwohner der Stadt wurden vertrieben, 25.000 umgebracht. Der Weltöffentlichkeit den Völkermord an den Armeniern zu leugnen, wagt die AKP-Regierung bis heute unverfroren – Fakten sollen das werdende neue Kalifat schließlich nicht aufhalten.

Am dritten März 1924 ging das alte Kalifat unter und die sich in diesen unseren Jahren allmählich aus der von ihm kaum betretenen kulturellen Moderne verabschiedende Republik Türkei trat an seine Stelle. Die weltweit tätige Befreiungspartei (Hizb ut-Tahrir) sieht das so: „Eine Schlüsselfigur bei der Zerstörung des Kalifats war Mustafa Kemal Pascha, der als Atatürk, der Vater der Türken bekannt wurde. Mustafa Kemal war weit davon entfernt, der Retter der Türken zu sein, wie es gern von seinen Gefolgsleuten behauptet wurde. Vielmehr war er ein enger Vertrauter der Engländer und ihr Handlanger bei der Zerstörung des Kalifats.“ Die selbe Internetseite http://www.kalifat.com ergänzt: „Heutzutage müssen wir aus der islamischen Geschichte und der Scharia erkennen, dass die Wiedererrichtung des Islamischen Staates unter der Führung des Kalifen die Schicksalsfrage der Muslime bedeutet und dass es aus Qurʾān und Sunna verpflichtend für die Muslime ist, dieses System zu etablieren. Wir wissen, dass der Islam die absolute Wahrheit und das einzig richtige Lebenssystem ist.“

Zwar rief Fethullah Gülen 2005 nicht nach dem Kalifat, sondern hielt anderes erst einmal für wichtiger („What matters is the meticulous practice of Islam. It would not be correct to emphasize historical subjects that are of secondary importance … Was zählt, ist die Praxis des Islam, die genau befolgt werden sollte. Es wäre falsch, historische Themen von zweitrangiger Bedeutung in den Vordergrund zu stellen … “), wirbt aber andererseits wohl doch dafür, eine durch und durch schariatisierte und damit – wie zufällig – kalifatstaugliche Jugend zu erziehen, die sich die angemessene politische Ordnung irgendwann und wie nebenbei auch geben wird.

Bis dahin wachse den Schariapflichtigen schleichend äußerer politischer Einfluss und innere Gottesfurcht (taqva) zu und rede man laut vom interreligiösen Dialog und noch lauter vom Weltfrieden. Der Weg ins globale Kalifat oder in religiös und rechtlich zersplitterte Kontinente wird über Dialogveranstaltungen und Friedenskonferenzen erfolgen, wenn Naturrecht und menschenrechtliche Universalität nicht bald wiederentdeckt und durchgesetzt werden.

1971 kam es zum hauptsächlich antikommunistisch und antisozialistisch, aber auch antikurdisch motivierten zweiten Putsch des türkischen Militärs, bei dem 10.000 Menschen, darunter 3.600 Lehrer verhaftet wurden. Knapp vierzig Zeitungen und Zeitschriften und mehr als 200 Bücher wurden verboten. Ein dreißigjähriger gewisser Fethullah Gülen hatte islamistische Sommerfreizeiten durchgeführt und wurde deshalb zu sieben Monaten Haft verurteilt, seltsamerweise ohne seine staatliche Lizenz als Imam zu verlieren.

1980 erfolgte der dritte und wohl letzte Militärputsch, in dessen Verlauf wohl mehr als 500.000 Menschen aus politischen Gründen verhaftet wurden, von denen über 500 zum Tode verurteilt und 50 hingerichtet worden sind. Viele wurden gefoltert. Inzwischen (2012), wo den Islamisten der Marsch durch alle Ministerien und durch den Polizeiapparat gelungen ist, kann es einen Militärputsch wohl nicht mehr geben und steht Kleinasien vor der Entscheidung zwischen der bislang leider stets verfehlten freiheitlichen Demokratie und dem himmlischen System des Nizam Islami, der Allahkratie nach menschenverachtendem iranischem Beispiel (1979-2012) oder erschreckender heutiger Dynamik Ägyptens.

1981, also im Jahr nach dem dritten Militärputsch, beendete Gülen seine Arbeit als Imam, um sich dem Aufbau seiner Bewegung zu widmen. Heute, nach einem Vierteljahrhundert kann der Islamaktivist Versicherungen, eine Bank, TV-Sender wie Samanyolu TV und dessen außertürkischen Ableger Ebru TV (von Offenbach aus, World Media Group), Radiostationen und Zeitungen (ZAMAN, deren Europaausgabe ebenfalls von Offenbach aus und über die World Media Group vertrieben wird) seinem Netzwerk ebenso zurechnen wie private Bildungseinrichtungen oder Lichthäuser genannte studentische Wohngemeinschaften.

An vielen Hochschulstandorten weltweit existieren inzwischen diese gülenschen Lichthäuser, das können größere Studienzentren sein oder auch nur ganz kleine Wohngemeinschaften von Gülen-Anhängern oder Studenten – Englisch, Französisch, Niederländisch … ışık homes oder houses of ışık [light, Licht], Maisons de la lumière, licht huizen, Türkisch ışık evleri. Allein in Berlin soll es mehr als zwanzig Lichthäuser geben.

Weit über hundert gülenbewegte Privatschul- und Nachhilfevereine werden vom Frankfurter Verein Academy verwaltet. Diese Nachhilfezentren gibt es etwa in Wetzlar (Optimum), Wiesbaden (Delphin), Darmstadt (LBC bzw. LBV, Luisen-Bildungs-Verein) oder Offenbach (OBA). Wie im Vorjahr organisiert Academy auch 2012 eine Deutsch-Türkische Kulturolympiade, Schirmherr ist Hessens Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP), ebenso wie den bundesweiten Pangea-Mathematik-Wettbewerb. Das Pangea-Bildungszentrum selbst teilt sich seine Adresse mit Avicenna (Avicenna-Institut für Bildungs- und Gesundheitswesen), Avicenna nennt als Satzungszweck „Förderung der Erziehung und Bildung“ sowie „Unterstützung von Schülern und Studenten im schulischen Bereich, insbesondere durch Kurse, sowie die Vermittlung und Vergabe von Stipendien“ und organisiert Sportturniere und Sommercamps. Was für ein beeindruckender Fleiß.

1999 jedoch musste Gülen nach allzu unvorsichtigen oder einfach nur ehrlichen Äußerungen die Türkei verlassen und wirkt nun in vom idyllischen Saylorsburg aus, das in den reich bewaldeten Pocono Mountains liegt, Pennsylvania. Folgendes hätte der Hocaefendi, der „geehrte Lehrmeister“ vor dreizehn Jahren wohl besser noch nicht ausgesprochen:

Fethullah Gülen:

„Das gegenwärtige [minderwertig unislamische] System hat noch alle Kraft … Unsere Freunde sollten seine Strukturen studieren, jederzeit wachsam sein … und es transformieren im Sinne des Islam, damit die Wiederauferstehung der Nation erreicht werden kann. Aber sie müssen warten, bis die Bedingungen angenehmer sind, anders gesagt: sie sollten sich nicht zu früh aus der Deckung wagen.“

(the existing system is still in power. Our friends who have positions in legislative and administrative bodies should learn its details and be vigilant all the time so that they can transform it and be more fruitful on behalf of Islam in order to carry out a nationwide restoration. However, they should wait until the conditions become more favorable. In other words, they should not come out too early).

Fethullah Gülen:

„Ihr müsst ganz in die Adern des Staatsapparats hinein, ohne dass jemand eure Anwesenheit bemerkt. Infiltriert alle Schaltstellen! Wartet so lange, bis ihr vollständig seid und die Zeit gekommen ist und wir stark genug sind, um die ganze Welt zu schultern und zu tragen … wir eröffnen irgendwo ein Haus, und mit der Geduld einer [auf menschliche Beute lauernden] Spinne liegen wir im Netz.“

(You must move in the arteries of the system without anyone noticing your existence until you reach all the power centers…You must wait for the time when you are complete and conditions are ripe, until we can shoulder the entire world and carry it…The philosophy of our service is that we open a house somewhere and, with the patience of a spider, we lay our web to wait for people to get caught in the web …).

Die Islamisierung der Türkei ist im vergangenen Jahrzehnt mit zugelassenen Kopftüchern an den Universitäten und einem glücklicherweise noch nicht ganz gelungenen Versuch der AKP-Regierung, Abtreibungen und Kaiserschnitt de facto zu verbieten, weiter vorangeschritten. Ob in diesen Jahren ein Staatspräsident Abdullah Gül oder ein Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan einem womöglich zurückkehrenden Hocaefendi für die eben genannte islamfromme Rhetorik das Leben schwer machen würde, darf daher bezweifelt werden.

Im August 2000 begannen Anklage und Prozess gegen den außer Landes weilenden Fethullah Gülen. Generalstaatsanwalt am Staatssicherheitsgericht Nuh Mete Yüksel warf dem Prediger vor, seit 1989 mit einer illegalen Organisation die Zerstörung der säkularen Staatsstruktur zu betreiben, um einen Islamstaat zu erschaffen: Yüksel claimed that Gülen had since 1989 been involved in activities to establish an illegal organization to create a state based on religion by changing the secular state structure. Quelle hierfür ist Today’s Zaman 05.02.2012, also aus Gülens Imperium, wo man den texanischen Juraprofessor James C. Harrington rollenbewusst proislamistisch klagen lässt: Diese schrecklich widerwärtige Medienkampagne gegen ihn, also Gülen: „this awful, awful media campaign against him.“ Die Ermittlungen zogen sich über ein gutes halbes Jahrzehnt. Im Mai 2006 wurde die Anklage vom Staatssicherheitshof zurückgenommen, Gülen wurde in allen Punkten freigesprochen.

In Westeuropa betreiben die Anhänger des Geehrten Lehrmeisters (Hocaefendi) Privatschulen, in der Schweiz ist es die Sera in Zürich, in der BRD sind es mindestens zwölf, darunter Sema in Mannheim, Tüdesb in Berlin und Dialog in Köln. Auch auf dem Balkan oder in Russland gibt es solche Lehreinrichtungen, und selbst in sieben Städten Pakistans konnten nach dem Doppelkonzept von Berufserfolg und Islamisierung Gülenschulen aufgebaut werden.[1]

Neben dem offen erklärten Bildungsdschihad darf der mehr oder weniger straff von Saylorsburg aus gesteuerten, global aktiven Hizmet die bekanntermaßen Dialog genannte Islambeschwichtigung nicht zu kurz kommen, wie sie für Deutschland und von Berlin aus das gülentreue Forum für Interkulturellen Dialog (FID) betreibt.[2] Im Beirat des FID sitzen Bundestagspräsidentin a. D. Dr. Rita Süssmuth, Rabbiner Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Homolka vom Abraham-Geiger-Kolleg an der Universität Potsdam sowie Prof. Dr. Christina von Braun vom Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin.[3]

Um den dialogischen Glanz nicht blass werden zu lassen, verleiht man sich von Zeit zu Zeit gegenseitig Preise: Gülenverteidiger und Schariafreund Hans Küng etwa ist Abraham-Geiger-Preisträger von 2009, während Walter Homolka Preisträger des Muhammad-Nafi-Tschelebi-Friedenspreises 2011 ist, die Laudatio auf den Rabbiner hielt der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek.

Der türkische Journalist Ahmet Şık (Die Armee des Imam) rechnet damit, dass mittlerweile wesentliche Teile der türkischen Polizei von Fethullahci, Gülenanhängern unterwandert sind.[4]

Zum Text. Fethullah Gülen beginnt:

Love ist he most essential essence of every being … Die Liebe ist die treibende Kraft eines jeden Lebewesens. … Die Liebe wertet jede Seele, die sich ihr öffnet, auf und bereitet sie auf die Reise in die Ewigkeit vor.

Wer sich diesem lieblichen Angebot verschließt, bekommt ewigen Ärger.

Ob man, sozusagen als Stellvertreter der absoluten Liebesquelle Allahgott, den seelisch Verschlossenen auf Erden vorab nicht ein wenig abwerten darf?

Ein Mensch, dem es gelungen ist, mit Hilfe der Liebe Kontakt zur Ewigkeit aufzunehmen, wird sich bemühen, auch allen anderen Menschen das weiterzuvermitteln, was er von der Ewigkeit empfangen hat.

Weiß jeder Schamane. Es gibt also Menschen, die mehr Tuchfühlung („Kontakt“) mit dem Außerirdischen haben als andere, und die Kontaktschwachen mögen den Erstgenannten gefälligst lauschen.

Nicht ganz unbescheiden bietet sich Fethullah Hocaefendi der Menschheit als Weitervermittler sprich spiritueller Führer an. Sprudelt die Flut der Liebe nicht geradezu aus dem Körper und dem Text des Predigers zu uns hinüber?

It is impossible for souls without love to be elevated to the horizon of human perfection.

Ein liebloser Mensch kann sich nicht zum Horizont menschlicher Vollkommenheit emporschwingen.

Der Nichtmuslim ist letztlich Krüppel, also ein Mensch, dem Wesentliches fehlt.

Maududi, Qutb und Chomeini dürfen wir Leser ja vielleicht zu jenen lieblich durchtränkten Menschen zählen, denen es gelang, die äußerste Grenze (Gülen: „Horizont“) des Menschenmöglichen zu ergreifen – das sagt der Prediger natürlich nicht, das Gegenteil aber auch nicht.

Love is an elixir; a human lives with love, is made happy by love and makes those around him or her happy with love.

Die Liebe ist ein Elixier. Durch die Liebe lebt der Mensch. Sie macht ihn glücklich und mit ihrer Hilfe macht er auch seine Mitmenschen glücklich. … Gott, der Allmächtige, hat keine zweite Verbindung geschaffen, die so stark ist wie die Liebe. Sie ist eine Kette, die die Menschen aneinander schmiedet.

Noch im Teheraner Evin-Gefängnis werden die Menschen an genau diese liebliche islamische Kette geschmiedet. Das Liebesgebot, der Liebesbefehl des Hocaefendi bedeutet Selbstaufgabe, Abkehr von den allgemeinen Menschenrechten, Verweigerung der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Das ist die Fessel und Kette der Schariapflicht, womit Gülen den echten alten Islam völlig richtig verstanden hat.

Love is the sultan that reigns on the throne of our hearts, with no power struggle being involved.

Die Liebe ist ein Sultan, der auf dem Thron unseres Herzens regiert.

Nur Allahgott ist Souverän. Und was die gottgeleiteten Menschen kettengleich verbindet, sind die muʿamalāt als der Teil der Islamischen Pflichtenlehre, der das soziale Miteinander regelt – die andere Hälfte sind die ʿibadāt, die Pflichten Allah gegenüber.

Familienmitgliedern und Nachbarn schariakonform zu begegnen heißt in gülenscher Sprechweise, sie wahrhaftig zu lieben. Meine Frau, du trägst keinen Schleier, liebst du mich nicht mehr?

Die Zunge und die Lippen, die Augen und Ohren – sie alle haben nur so lange einen Wert, wie sie das Banner der Liebe tragen.

Mein Kind, aus deinem Mund erklinge nur Gotteslob und Dankbarkeit deinen Eltern gegenüber.

Der Anblick von Unislamischem wie beispielsweise der herrlich befreienden Karikatur von Bahadır Baruter[5] ist dem Gottesfürchtigen nicht zuzumuten, da das erblickte Schreckliche seine in jedem Augenblick himmlisch genährte Liebe zeitweise mindert. Und könnte dir dein noch so beiläufiges und noch so kurzes Hören des frechen Liedes Ay Naghi von Rapper Shahin Najafi[6] dereinst nicht jenen fatalen Ausschlag geben, der zwischen ewigem Verbleib in Himmelsgarten oder Höllengrube unterscheidet?

Jetzt wird ein wenig Weltekel spürbar, jedenfalls Angst vor Besudelung mit Dämonischem. Was Fethullah Gülen Liebe nennt, wird als Chiffre für den Amr, Allahs lenkende Befehlsgewalt und das Weltall erhaltende Wirkkraft, ebenso erkennbar wie für den Dīn, die mit Mohammed vervollkommnete Religion:

In this over-polluted world, where evil is everywhere, if there is something that has been left untouched and clean, that is love;

In dieser unreinen Welt, in der das Schlechte überall lauert, ist nur eines unberührt und rein geblieben – die Liebe.

Wenn Gülen Liebe sagt, ist heilssicherndes Wohlverhalten gemeint, Schariagehorsam im Sinne von Abu Hamid al-Ghazali († 1111) oder auch Abul Ala Maududi († 1979). Die Warnung des hanafitischen Predigers vor dem heilsgefährdenden Sündigen (polluted, unreine Welt; the evil, das Schlechte), sein Aufruf zum Streben nach dem Sauberen (clean, rein) wird von seiner türkischen Gefolgschaft richtig, nämlich schariatreu gelesen werden, als Aufruf zur ḥisba, zum Saubermachen des persönlichen Verantwortungsbereichs von allem Schariawidrigen – von allem Nichtislamischen.

In 4:59 befiehlt der Koran: Gehorcht Gott, dem Gesandten und den Verantwortlichen unter euch! (obey Allah and obey the Messenger and those in authority among you; nach Sahih International, http://quran.com ). Den spirituellen Führern schuldet jeder Muslim Gehorsam. Ganz selbstverständlich bekräftigt Gülen uns, selbst so ein Träger von Amr zu sein, Befehlsgewalt oder Verantwortung (authority). Als Türke dem Hochgeehrten Lehrer aus Pennsylvania zu widersprechen, könnte den Weg in die ewige Nähe zu Allahgott verspielen.

Sich gottergeben der Herrschaftsfolge Allah-Mohammed-Gülen nachordnend, kann (und muss) der korantreue Leser auf das urislamische Befehlsprinzip des amr, zurückgreifen, wie es etwa Sure 3:110 in jeder Hinsicht vorgeschrieben hat: Ihr gebietet, was recht ist, und verbietet, was verwerflich ist, al-amr bil-maʿrūf wan-nahy ʿani l-munkar. Als zusätzliches Gotteslob ist Hisba zu betreiben und zugleich als ein echter Exorzismus:

The only magic, the only spell that can destroy the tricks of Satan, is love.

Die Liebe ist der einzige Zauber, der den Tricks des Satans gewachsen ist. Die Gesandten und Propheten löschten die von den Pharaonen, den Nimrods und anderen Tyrannen entfachten Feuer mit nichts als Liebe.

Naja, ein paar Schwerthiebe gesellten sich beim islamischen Feuerlöschen wohl dazu. Liebe und Kopfabhacken sozusagen.

Untersagt alle Abweichlerei, so nehmt euch doch ein Vorbild, ist der Koran etwa eine Loseblattsammlung? Bändigt die rebellischen Seelen (rebellious souls)!

Dass mir keiner aus der Reihe tanzt:

The saints have tried to gather together the undisciplined and rebellious souls, spread all over like loose pages

Rechtschaffene Menschen bemühten sich stets, die undisziplinierten und aufsässigen Menschen, die sich wie lose Blätter in alle Himmelsrichtungen verteilt hatten, zu sammeln; sie bedienten sich der Liebe, um ihren Mitmenschen Menschlichkeit zu zeigen.

Der Individualist verdient kein Mitgefühl und ist ja eigentlich ein Menschenfeind, der die Jugend zu weiterer Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit (Pressefreiheit, Gleichberechtigung der Frau, AEMR) verführt. Darum zwingt ihn doch zur schariagemäßen Lebensweise, fesselt ihn mit ganz viel heißer türkischer Gülen-Liebe.

Schließlich versuchen uns die Satane allezeit zu verführen und gilt es für die Rechtschaffenen, den allzu leicht zerreißenden Gnadenbund mit Allah zu bewahren in der Doppelwelt, in beiderlei Welt, im Diesseits und im Jenseits:

Every believer should follow God’s Messenger, peace and blessings be upon him, in communicating the truth. They should never give up conveying to people the principles of happiness in both worlds.

Jeder Mensch sollte dem Gesandten Gottes folgen und die Wahrheit verkünden. Jeder sollte seinen Mitmenschen folgen und die Wahrheit verkünden. Jeder sollte seinen Mitmenschen die Prinzipien der Glückseligkeit in beiden Welten nahe bringen.

Sagt selbst, wer gegen das Islamische Gesetz anredet oder auch nur andenkt, kann doch wohl kein glücklicher Mensch sein und schon gar kein glücklicher Türke. „Glückseligkeit in beiden Welten“, so lockt und droht Gülen völlig islamisch, regelt schließlich nur die Scharia. Abu Ismael von der Hizb ut-Tahrir-nahen Seite Islamic Revival weiß:

„Die Islamische Scharia enthält Regeln für alle vergangenen Ereignisse, gegenwärtigen Problemlagen und alle Vorfälle, die sich in Zukunft ereignen mögen. … Die Islamische Scharia ist Maßstab für jedes menschliche Tun, vollumfänglich und vollkommen und unabhängig von Zeit und Raum.“[7]

Aber ach, bis zur Glückseligkeit ist es noch ein langer Weg, und nur die vom Schreiber getreulich kopierten oder vom Rezitator achtsam intonierten Schriftzüge und Sprachklänge von Koran und Hadith können uns Orientierung geben, und die kristallklaren Liebespredigten des Fethullah Gülen natürlich:

In these bleak and inauspicious days, when our hearts are overwhelmed with enmity, when our spirits are sickened, when hatred and antagonism are out of control, it is crystal clear that we need love and mercy as we need water or air.

In diesen trüben und düsteren Tagen, an denen unser Herz mit immer neuen Feindseligkeiten konfrontiert wird, an denen unser Geist müde ist, an denen Hass und Gegensätzlichkeit außer Kontrolle geraten, sind wir auf Liebe und Barmherzigkeit ebenso dringend angewiesen wie auf Wasser und Luft.

Wir Versager! Wir zeigen den Menschen kein Erbarmen und leben ihnen den wortwörtlich verstandenen Koran nicht vor! Wir beweisen ihnen unsere Liebe nicht und haben juristisch keine neuen Scharianormen durchgesetzt:

We have no mercy for each other, nor love for people.

Wir haben kein Erbarmen mehr mit unseren Mitmenschen und lieben sie auch nicht.

Und endlich wagt der Meister, uns den Urquell aller Liebe zu nennen. Die nichtmuslimischen Gutmenschen aus dem Dialogbetrieb haben an dieser Stelle allerdings entweder bereits mental abgeschaltet oder ohnehin seit Längerem Jahwe, Jesus und Allah verschmolzen:

However, we are distant from the source of love. The roads we are on do not lead to Him, not at all. On the contrary, they are leading us away from Him.

Noch trennen uns Welten von der Quelle der Liebe. Die Straßen, auf denen wir wandern, führen mit Sicherheit nicht zu Gott, sondern im Gegenteil geradewegs von ihm weg.

The love of God is the essence of everything and is the purest and cleanest source of all love. Compassion and love flow to our hearts from Him.

Die Liebe zu Gott ist die Essenz aller Dinge, die reinste und ungetrübteste Quelle aller anderen Formen der Liebe.

Den Ungeist neunjähriger Ehefrauen und abgehackter Hände Gott zu nennen, sollten eigentlich noch nicht einmal die so genannten Muslime.

Der Meister lässt die Katze aus dem Sack, jedenfalls beinahe, seine Liebe ist das diskriminierende Schariagesetz:

Love of God is our faith, our belief

Die Liebe zu Gott ist unser Glaube und unsere Religion

Sicherlich, auch die Steinigung ist im Islam vorgekommen. Aber steinigen darf man nicht so einfach, Gülen:

In fact, if the reason for stoning a person is our malice and hatred, if this is the reason why we have passed judgment on them, then it is not possible to pass this sentence on them.

Wenn sich hinter unserem Wunsch, jemand anderen steinigen zu wollen, offenbar nur unsere eigene Böswilligkeit und unser eigener Hass verbirgt, dann heißt das doch, dass wir diese Strafe niemals anwenden dürfen.

Den Steinigungsvers hat bekanntlich die Ziege gefressen, sodass er nicht im Koran steht. Sahih Muslim Buch 17 enthält mehrere Hadithen, die sich mit der Steinigung (raǧm, anglis. rajm) befassen, vor allem 17:4191-4209, 17:4194, 17:4914-4916.

Betrachten wir ṣaḥīḥ Muslim, Kapitel: 17, Nummer: 4194

Die Steinigung ist eine Pflicht, niedergelegt in Allahs Buch, für verheiratete Männer und Frauen, die Ehebruch begangen haben und über die der Beweis erbracht ist, oder wenn eine Schwangerschaft vorliegt, oder ein Geständnis.

Oder lesen wir sahih Muslim Kapitel: 17, Nummer: 4192

[Wenn] ein verheirateter Mann mit einer verheirateten Frau [Ehebruch begeht], oder ein unverheirateter Mann mit einer unverheirateten Frau, dann lautet [die Bestrafung] um Falle von verheirateten [Personen] hundert Peitschenhiebe und Steinigung [zum Tode]. Und im Falle von unverheirateten Personen besteht [die Bestrafung] aus hundert Peitschenhieben und Verbannung für ein Jahr.[8]

Vorsicht, der türkische Prediger beginnt zu drohen und es knistern höllische Flammen:

Malice and hatred are the seeds of Hell that have been scattered among humans by evil spirits. Unlike those who encourage malice and hatred and turn the Earth into a pit of Hell, we should take this forgiveness, and run to the rescue of our people who are confronted by countless troubles and who are being continually pushed toward the abyss.

Böswilligkeit und Hass hingegen sind die Saatkörner der Hölle, die von übel wollenden Leuten unter den Menschen ausgesät werden. Im Gegensatz zu den Menschen, die Böswilligkeit und Hass verbreiten und die Erde in einen Höllenschlund verwandeln, sollten wir Vergebung suchen und jenen zu Hilfe eilen, die von unzähligen Problemen geplagt und immer weiter in Richtung Abgrund gedrängt werden.

Saatkörner der Hölle (seeds of Hell, Fethullah Gülen) hat 2012 ja vielleicht auch jener 32-jährige Indonesier Alexander Aan aus Dharmasraya, westliches Sumatra, verbreitet, der ohne Religion leben möchte und in seinen Facebook-Einträgen über Mohammed nachdachte sowie „Gott existiert nicht“ schrieb. Der damit, so sah es das indonesische Gericht, die Religion beleidigt habe. Jeder Indonesier muss einer der sechs anerkannten Religionen angehören, die in seinem Pass vermerkt ist. Alex Aan, elterlich bedingt ein verstaatlichter Zwangsmuslim, ist mittlerweile zu einer zweieinhalbjährigen Gefängnisstrafe und zu einer Geldstrafe von $ 10.000 verurteilt worden. Wie Step Vaessen berichtet, war der zuständige Richter unter Druck gesetzt und weichgekocht worden, denn die lokalen Gruppen der islamischen Bewegung hatten damit gedroht, Herrn Aan eigenhändig den Kopf abzuhacken und weitere Gewalttaten zu begehen, wenn die Strafe nicht streng genug ausfalle – Radical groups had threatened to behead Aan and become violent if the verdict was not strong enough. Mithäftlinge, die seine Anklage kannten, haben ihn verprügelt.[9]

Rache ist im Islam gerecht. Rachegott Allah würde deinen unmenschlichen und scheußlichen Zeitgenossen sicherlich nicht vergeben, ist aber allmächtig und könnte eine vor der Hölle bewahrende, unser Verstehen übersteigende Ausnahme gestatten, der bescheidene Kalif Gülen geht diesbezüglich auf Nummer sicher und bleibt prinzipiell:

However, thinking of forgiving monstrous, evil people who enjoy making others suffer would be disrespectful to the idea of forgiveness. We have no right to forgive them; forgiving them would be disrespectful to humanity.

Aber: Auch nur daran zu denken, Unmenschen und Scheusalen zu vergeben, die ihre Mitmenschen leiden lassen, widerspräche der Idee der Vergebung in jeder Hinsicht. Wir haben nicht das Recht, ihnen zu vergeben, da wir damit ihren Opfern den Respekt verweigern würden. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jemand einen Akt, der gegen diese Lesart von Vergebung und Verzeihung verstößt, für akzeptabel halten könnte.

Eine Frage der Volkspädagogik und Liebe zur Jugend sowie, auf den Sünder bezogen, der Resozialisation ist es, dass der Genuss eines Glases Wein nach dem einzigen bei Allah akzeptierten Gesetz vierzig oder achtzig Peitschenhiebe zeitigt. Und noch dem todeswürdigen Verderbenstifter auf Erden oder Krieger gegen Gott gilt unsere islamische Liebe vor, während und nach der schariarechtlich einwandfreien Aburteilung:

Be as vast as the oceans and take every soul to your bosom … cherish a never-ending affection for humanity

Sei so weit wie ein Ozean, und schließe jede Seele in dein Herz! … Bewahre dir eine unendlich große Liebe zur Menschheit

Wer viel Islamisches Wissen hat, darf andere maßregeln. Nur ständige Überwachung in Großfamilie, Straßenzug und Klassenzimmer gewährleistet, der Nation der Tugendhaften im Diesseits und im Jenseits nicht verloren zu gehen. Entsage dem Teufel, lege dein aufsässiges Ego ab, unterwirf dich, gehöre der Dienstbereitschaft (Hizmet) und Gemeinschaft (Camaat) an:

Akzeptiere, was Gott mit dir vorhat! Behandle andere so, wie Er dich behandelt, damit du inmitten der Menschen die Wahrheit repräsentierst und dich nicht vor Einsamkeit in einer der beiden Welten fürchten musst!

Keine Angst Schatz, es ist nicht so, wie es aussieht, ich liebe dich persönlich gar nicht, sondern liebe dich nur für mein und vielleicht auch dein Seelenheil. Bei Bedarf ekelt es mich sogar vor dir aus Liebe zu Allah:

To preserve your credit, honor, and love, love for the sake of the Truth, hate for the sake of the Truth, and be open-hearted toward the Truth.

Wenn du Vertrauen, Ehre und Liebe gewinnen möchtest, liebe um der Wahrheit willen, verabscheue um der Wahrheit willen, und sei offen für die Wahrheit!

Der berüchtigte Haqq. Bekanntlich reißt die islamische Wahrheit (erlaubte Rechtlichkeit; Recht) des ḥaqq (Pl. ḥuqūq)[10] die Banden der furchtlosen Vernunft oder säkularen Rechtsstaatlichkeit, der Wissenschaftlichkeit oder menschenrechtlichen Universalität ebenso ungerührt wie selbstbewusst an einer Mehrzahl von Stellen ein. Was aus der ruinierten alten übersichtlichen Begrenzung und aufgebauten neuen blickversperrenden Mauer folgen wird, in Deutschland demnächst leider wohl auch per bekennendem Islamischem Religionsunterricht (IRU) und per hochschulischer Imamausbildung, sind Islamvernunft, Islamische Wissenschaft und schariakonforme Paragraphen.

Ob Historisch-kritische Methode oder Gleichheitsfeminismus, alle potentiell islamkritischen Texte werden, kocht dein Uni-Hörsaal erst vor zornigen Bärtigen und Burkaträgerinnen, irgendwann nicht mehr lehrbar und verkäuflich sein, nicht mehr finanzierbar sein. Die frommen jungen Freunde der Muftis und Scheiche wollen Schulbibliothek, Fakultät, Studentenvertretung und Lehrerzimmer dominieren, überall, ob in Großbritannien, Indonesien oder in der Türkei.

Es wird nicht einfach werden, das Ruder noch herumzureißen. Die Regierungen der USA oder Deutschlands rechnen offensichtlich mit einem globalen Scheitern der Weltbürger und Bildungsbürger, spielen noch ein wenig auf Zeit und werben für Toleranz (Rechtsspaltung) und friedliches Zusammenleben (Koexistenz, bridge-building).[11]

Dialogveranstaltungen und Islamkonferenzen haben der deutschen „Gesamtgesellschaft“ daher schleunigst die Integration sprich Legalisierung des gülenschen bzw. Islamischen Wahrheitsbegriffs, Wissenschaftsbegriffs und Friedensbegriffs zu begleiten, alles andere wäre schließlich „wenig hilfreich“ (Janbernd Oebbecke), „nicht hilfreich“ (Angela Merkel über Thilo Sarrazins Buch) oder „gar nicht hilfreich“ (Berlins Regierungssprecher Steffen Seibert über Sarrazin).[12]

Das Exil im fernen Amerika bedrückt das Herz, doch Großes steht dem Türkentum bevor. Der Imam wird patriotisch und spricht das osmanische Volk unmittelbar an, vom pennsylvanischen Saylorsburg aus:

As a nation we are experiencing an intense fervor of recovery and revival. If a wind of opposition does not hinder us, the coming years will be our “years of becoming.” However, there are differences in methods of recovery and revival.

Als türkisches Volk verbindet uns eine starke Sehnsucht nach einer Erneuerung und einem Wiederaufblühen. Wenn uns kein stürmischer Wind entgegen bläst, könnten die kommenden Jahre tatsächlich die Jahre unseres Wiederaufblühens werden.

Gegenwind sind für den Prediger bekanntlich Unmoral, Unglaube und Vielgötterei (Gülen: we should dislike such things as immorality, unbelief, and polytheism), wobei wir dem großen türkischen Islamisierer vielleicht kein Unrecht tun, wenn wir Schande mit Laizismus, Gottlosigkeit mit freier Presse und Götzendienst mit wissenschaftlicher Vorurteilslosigkeit gleichsetzen. Auch Unkenntnis (ignorance) und Chaos (anarchy) bedrohen die Menschlichkeit, folgt man dem Ehrwürdigen Lehrer, und lassen uns Erkenntnis und Weltfrieden verfehlen. Ohne Wegweiser ist der Türke an sich dabei völlig hilflos, weiß Fethullah Gülen Hocaefendi: „Wir brauchen die Führer so dringend … we are in need of ideal guides who will save humanity from … atheism, ignorance, error, and anarchy and who will lead them to faith, insight, the correct destination, and peace.“

Den Begriff vom Revival kennen wir bestens – aus den Kreisen der Muslimbruderschaft zwischen Nahda („Renaissance“) und Said-Ramadan-Sohn Tariq. Nation aber verdient hier einen genaueren Blick. Die Hizb ut-Tahrir würde Nation als Islamische Nation verstehen müssen und bevorzugt, da sie Nationalstaaten für Teufelszeug hält, ohnehin das Wort Umma (muslimische Weltgemeinde). Der sonst so wortgetreu arbeitende deutsche Übersetzer schreibt bemerkenswerterweise türkisches Volk, während der englische Text nicht turkish nation sagt, sondern nation, was immerhin auch Nation of Islam heißen könnte, Umma.

Ob Gülen den Islam an sich reinigen und kräftigen möchte oder sich auf die rassisch einwandfrei nachgezüchteten Urenkel von Gök-Türken und Seldschuken beschränkt? Hier lässt es der Meister wohl bewusst zweideutig schlillern, muss er schließlich auch noch antikurdische und alevitenfeindliche Ressentiments und Strömungen in seine neo-osmanische Bewegung integrieren. Eine Lösung wäre natürlich, das Türkentum als gottgewollten Herrschaftsträger der gesamten Weltgemeinde anzunehmen und, dann sowieso, das globale Kalifat (wieder) in Istanbul anzusiedeln. Schließlich wurde das Katholische Imperium auch nicht vom Jerusalem des wandernden Galiläers aus verwaltet, sondern von Italien und von Rom aus. Eine zweite Lösung oder besser noch Ergänzung der ersten ist ein pantürkischer Superstaat, eine Großtürkei, die Bulgarien kassiert und selbst Jakuten und Uiguren heim ins Reich Turan holen könnte und Turkmenen und Aseri sowieso.

Für Kurdistan und Kurdentum wäre da leider kein Platz mehr, diese Menschenverachtung und potentielle Völkermordplanung erkennen, teilweise offensichtlich leider PKK-nahe, Protestierer im März 2012 in der deutschen Hauptstadt und argumentieren gegen Gülens türkischen politischen Einfluss im Allgemeinen und im Besonderen gegen den Auftritt der US-Amerikanerin Helen Rose Ebaugh. Die texanische Religionssoziologin und notorische Gülenverherrlicherin durfte in der Berliner Universitätsbibliothek auftreten, eingeladen hatte das Gülen-treue FID, im Beirat Rita Süssmuth; Gäste hatten sich namentlich anzumelden.[13]

Gülen ruft also in erster Linie den stolzen Türken zu. Der Rest der Muslime soll die Ohren spitzen und möge sich, die Ägypter und Tunesier etwa, die schariatisch heiß und heißer fiebernde Türkei zum Vorbild nehmen:

Thus, while walking toward the future as a whole nation, tolerance is our safest refuge and our fortress

Wenn wir als ganzes Volk der Zukunft entgegengehen, ist die Toleranz unsere sicherste Zuflucht und unser Bollwerk

Billigste Taqiyya. Den Toleranzbereich hat Allahs Gesetz schließlich genau und scharf begrenzt, mit Peitschenhieben (selbst für die Zuschauer der religiösen Disziplinierung) erlebbar oder buchstäblich säbelklingenscharf. Politische Meinungsverschiedenheiten zur Führung des Staats haben nach dem Modell der Schura geregelt zu sein, der islamischen Konsultation. Lediglich innerhalb der Scharia ist Gülens Toleranz überhaupt möglich, und nur ein paar letzte naive Dialogisten oder deren multikulturalistisch begeisterte Zuhörer können noch ein Weilchen in die Irre geführt werden.

Großzügigkeit und Duldsamkeit als Fluchtburg und Festung zu beschreiben, ist allerdings Augenzwinkern genug und vielleicht ein Hinweis auf die gülensche Doppelstrategie, einerseits die Schaufensterveranstaltung namens Dialog zu pflegen und andererseits zur Vernichtung des Nichtislamischen (im Namen der Liebe versteht sich) aufzurüsten.

Politisches Wehgeschrei über Islamkritiker wird laut. Herr Gülen jammert kalkuliert herum, ohne zu sagen, ob er für oder gegen die saudischen Muftis und Teheraner Mullahs arbeitet:

Despite this, attempts continue to be made to label innocent people as “backward fanatics who support theocratic regimes.” … Moreover, Islam has been accused of not keeping up with the times.

Andererseits wird nach wie vor versucht, unschuldige Menschen als rückständige Fanatiker zu bezeichnen, die theokratische Regime unterstützen. … Dem Islam wirft man vor, er gehöre nicht mehr in unsere Zeit.

An ein paar Engel zu glauben oder nicht zu glauben oder an einen glücklichen Zustand nach dem Tod ist doch gar nicht Thema. Fethullah Gülen arbeitet geschickt an der Erweckung von Schuldgefühlen. Um das alle gleich behandelnde Gesetz geht es, also auch um ein Heirats- und Familiengesetz, in dem die Frau, die sich hat scheiden lassen, nicht ihre Kinder an den Ex verliert, wie das im Islamischen Recht (Scharia) vorgesehen ist. Jeder kann im Koran lesen oder auch nicht, wer aber den Ex-Muslim vom Erbe ausschließen will, ist von der freiheitlichen Demokratie als Gegner zu betrachten.

Im Gegensatz zu den global vernetzten Schariafreunden, die behaupten, der erfüllte Gehorsam gegenüber den Normen von Koran und Hadith sei Teil der fiṭra, also gleichsam angeboren, wissen wir, dass Kinder und Jugendliche energieaufwändig sprich mit Gewalt in den Schariagehorsam erst einmal hineindressiert werden müssen, bevor sie das repressive System der angeblichen Seelenrettung mit Zähnen und Klauen gegen die anderen verteidigen, gegen uns Säkulare, also auch gegen die Ex-Muslime oder säkularen Muslime unter uns. Wir kennen Muslime, die von ihrer Wallfahrt nach Mekka zurückkommen, ohne zu predigen, Volkssouveränität sei Gotteslästerung. Und wir kennen Fethullah Gülen, der eine Türkei wünscht, deren Einwohner nicht in der kulturellen Moderne, sondern in ständiger Angst vor dem Höllenfeuer leben und Zuflucht bei den heilssichernden Verhaltenspflichten der Scharia suchen.

Immerhin erfahren wir nun den Urheber der Toleranz, es ist die wohl vor allem aus dem außerirdischen Bereich heraus eingreifende, von Mohammed verbürgte Superkraft:

First of all, I would like to indicate that tolerance is not something that was invented by us. Tolerance was first introduced on this Earth by the prophets whose teacher was God. Even if it would not be correct to attribute tolerance to God, He has attributes that are rooted in tolerance, like forgiveness, the forgiveness of sins, compassion and mercy for all creatures, and the veiling of the shame and faults of others. The All-Forgiving, the All-Merciful, and the All-Veiling of Faults are among the most frequently mentioned names of God in the Qur’an.

Die Toleranz wurde nicht von uns Menschen erfunden. Sie wurde von den Propheten, deren Lehrer Gott war, zur Erde gesandt.

Das ist ins Deutsche ausnahmsweise nicht ganz glücklich übersetzt oder aus einer anderen Textfassung, denn die Propheten, Wunderwesen Mohammed wohl noch nicht einmal ausgenommen, überbrachten keine himmlische Fracht eines Wohlverhaltens namens Duldsamkeit, sondern erhielten Einblick in das Verborgene und in Allahs Plan. Sie sandten keine Weltanschauung ins Diesseits hinein oder herunter, sondern erklärten ihren Zeitgenossen das bis dahin vielleicht unerhörte Lernprogramm und predigten es ([they] introduced, sie führten [den Lehrstoff und Lernstoff] ein).

Eher wenig überzeugend bündelt Gülen einige Namen Allahs (das Der Schandebedecker oder Der Fehlerverhüller ist im Hinblick auf das Islambewerben oder islamische Impression Management wichtig, gleich mehr dazu als kleiner Exkurs, let him hide under Allah’s cover) und etikettiert sie mit dem Überbegriff der im Dialogbetrieb unvermeidlichen Toleranz neu. Koranisch ist das nicht, und etwas kleinlaut muss der Prediger einräumen, dass Der Tolerante kein Name Allahs ist und ihm Toleranz daher nicht attribuiert werden darf. Wir erkennen, dass der (eben gerade nicht tolerante!) Islam selbst ein erhebliches Problem mit der theologischen Rechtfertigung der legendären Toleranz hat. Den Gesichtern vieler Dialogimame sieht man durchaus an, dass sie uns gerade über einen sanften, frauenfreundlichen oder demokratietauglichen Islam das Blaue vom Himmel herablügen, nur Theologen wie Ruhollah Chomeinis sprachen so nicht, der Ayatollah blickte ehrlich islamisch und redete auch so, nämlich offen brutal.

Kleiner Exkurs. Den schandebedeckenden und fehlerverhüllenden Taqiyyagott kann es geben, man beruft sich auf Koranvers 4:148 „Gott liebt es nicht, daß man laut und öffentlich Böses über andere sagt, es sei denn, einem wurde Unrecht getan. Gott hört und weiß alles.“ Der Mann, der verbotenen Geschlechtsverkehr hatte etwa: „Lasst ihn sich unter Allahs Bedeckung verstecken“ – vorher allerdings wurde er auf die grundsätzlich nachahmenswerte prophetische Anordnung hundertfach ausgepeitscht: „und der Botschafter [Allahs, also Mohammed] befahl dass er [der Unzüchtige] ausgepeitscht werde (hundert mal)“, Rechtssicherheit ist anders. Ein anderer Triebtäter erfuhr die Möglichkeit des himmlischen Vertuschens aus dem Mund des zweiten rechtgeleiteten Kalifen, ʿUmar bin al-Ḫaṭṭāb sprach: „Allah hat dein Geheimnis bewahrt, warum hast du dein Geheimnis nicht bewahrt?“ Nichtmuslime sind selbstredend bloßzustellen, denn die verlogene Ehrenrettung gilt nur für die Schariatreuen: „Er, der einen Muslim bedeckt [mit Schweigen über dessen Fehler oder Schwächen).[14]

Lüge und List sind zur Ausbreitung des Islam ausgesprochen erlaubt (ḥalāl). Warum Dschihad, wenn`s auch mit Flunkern geht? Irgendwie human schließlich, wir Schariafreunde könnten ganz anders …

Nebenbei bemerkt sind die im Dialogbetrieb von kirchlicher (soweit proschariatischer also ex-christlicher) Seite verwendeten Namen für den biblischen Gott schlichte Übersetzungen aus den 99 Namen Allahs. Das Der Eine Gott (sicherlich, auch biblisch genannt in Daniel 6,27) ist allzu oft wohl nichts anderes als Allahname Al-Wāḥid – The One, The Unique und entstammt dem Koransuren 2:163, 5:73, 9:31, 18:110. Und das Der Lebendige Gott (jaja, auch in Matthäus 16,16) ist ganz genau Allahname Al-Ḥayy – The Living, Koran 2:255, 3:2, 25:58, 40:65.[15]

Der niederländische katholische Theologe Dr. Wilhelmus Valkenberg, Autor von Fethullah Gülen & de Vrijwilligersbeweging sowie Co-Autor von Gülen’s Approach to Dialogue and Peace, bringt die chimärische Dialogkonzeption vom chrislamisch garantierten Einen Gott (the One God), den Pim Valkenberg kühn mit Allah gleichsetzt, in den „abrahamischen“ Dialog ein.[16]

Abraham kann dafür nichts. Weiter im Text, jetzt trifft Rosenduft auf medinensische Urgemeinde:

The golden era when tolerance was represented at its apex was the Age of Happiness … [true examples from] that historical time, events that extend in a line from that “period of roses” until today.

Das Zeitalter der Glückseligkeit war das goldene Zeitalter, in dem die Toleranz ihren Gipfel erreichte

Welche Gipfelhöhe erreichten die erzieherisch wertvoll aufgetürmten Schädel der erschlagenen Nichtmuslime? Gülen:

[Begebenheiten] aus jener historischen Epoche … die eine Verbindungslinie von der ‚Epoche der Rosen‘ zur Gegenwart spannen.

Als besonders frommer Schariamuslim (Verhaltenskopist) sehnt sich Fethullah Gülen weniger nach dem vierten der rechtgeleiteten Kalifena asl nach dem Zeitalter (aṣr) der Glückseligkeit (saʿāda) der echten Augenzeugen (Ṣaḥāba) des Wirkens Mohammeds. Das – von der Türkei aus zu erneuernde – Kalifat ist nahe, Fethullah Hocaefendi schnuppert bereits den unsterblichen Rosenduft aus der Aṣr as-Saʿāda (Asr-ı Saâdet), der Epoche reinster Gefolgschaftstreue und ungetrübtester Rechtschaffenheit, die von Mohammeds Ableben bis zum Tode des letzten prophetischen Gefährten (Ṣaḥīb), Abū Ṭufaīl ʿĀmir bin Wāṯila al-Asqaʿ dauerte, also von 632 – 728 n. Chr.

Denn ob das pure irdische Heil 728 n. Chr. endete, Stichwort Glückseligkeit (türk. Saadet; Fethullah Gülens Camaat oder Hizmet), oder 855, rechtschaffene Ahnen (der Kult um die Salaf, „Salafisten“), der zur Nachahmung verpflichtende Stadtstaat von Medina verdient hier und heute Reinszenierung und globale Expansion sowieso:

Der Hadith sagt: Wahrlich, rechter Glaube kehrt um und kehrt heim nach Medina wie die Schlange [bei Gefahr] in ihr Loch im Erdboden! (Buchari Band 3 Buch 30 Nummer 100).[17]

Das himmlische Modell der medinensischen Dhimma sei, wie Fethullah Gülen dem Leser nahelegt, viel demokratischer und menschenfreundlicher und als die Verträge auf Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte:

Compared to the principles that our Prophet put forth, humanity today has not attained his level, neither with the declarations of human rights put forth in The Hague or Strasbourg nor that in Helsinki.

der Vertrag, den der Gesandte Gottes einst den Juden und Christen präsentierte. Verglichen mit den Grundsätzen, die der Prophet Muhammad damals vorlegte, ist die Menschheit von heute zurückgeblieben – sowohl mit den Menschenrechtsverträgen von Den Haag oder Strassburg als auch mit den Verträgen von Helsinki.

Mit Den Haag könnten die Abkommen der Haager Friedenskonferenzen (1899 und 1907) wie beispielsweise die Haager Landkriegsordnung gemeint sein. Oder sollte der Prediger den heutzutage dort in Holland ansässigen Internationalen Strafgerichtshof im Sinne haben? Und Straßburg? Da Gülens Text aus dem Jahr 2004 stammt, kann der Vertrag über Militäreinsätze des Eurokorps (gegr. 1992 in La Rochelle, vorgestellt in Straßburg 1993) über die NATO hinaus, der so genannte Straßburger Vertrag (Treaty of Strasbourg) nicht gemeint sein, aber die Stadt ist schließlich Sitz des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Da alle 47 Mitglieder des Europarats der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) beigetreten sind, welche Grundlage des Gerichtshofs ist, unterliegt auch die Türkei der Jurisdiktion des EGMR und ist wegen häufiger Menschenrechtsverletzungen, richtigerweise, vielfach verurteilt worden.[18]

Helsinki meint die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE, Schlussakte 1975), die sich über Folgekonferenzen zur heutigen Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) entwickelt hat. Die Türkei gehört zu den 56 Teilnehmerstaaten der OSZE.

Korangemäße Staatsverträge mit Dschihad und Dhimmitüde sind Gülen offensichtlich lieber als die auf Abwehr des Teufels und Rettung der Seele völlig verzichtenden und daher angeblich sittlich minderwertigen (Gülen: zurückgebliebenen) Vertragswerke von EMRK und OSZE. Den grundlegendsten aller Verträge, den am 10. Dezember 1948 Vertragsgestalt annehmenden Teufelsspuk hat Gülen noch nicht einmal erwähnt, sondern schlau umschlichen, die AEMR.

Für uns Säkulare vielleicht überraschend unvermittelt, für Schariafreunde nicht, denn Allah vermittelt immer, schwenkt der Hocaefendi um und wird radikal interreligiös:

From this time on platforms for tolerance should be developed in our society.

Wir sollten uns jetzt und in Zukunft zur Aufgabe machen, Dialogplattformen in unseren Gesellschaften aufzubauen.

Die US-amerikanische, niederländische, türkische und deutsche Bevölkerung ist in religiöse Superstämme aufzuteilen und wird allmählich mental und sozial auseinander treiben – getrennt wie die heutigen Kontinente aus dem Urkontinent Pangäa (auch eine Chiffre der Gülenbewegung) hervorgetreten sind. Die erregten Eliten der Glaubensnationen, Bürgermeister, Lehrer, Kleriker, haben freiwillig in den Interfaith Dialogue einzutreten oder werden als Unberührbare gebrandmarkt und sind, sobald sie sich Gehör verschaffen wollen, als angebliche Fremdenfeinde oder als „islamophob“[19] zu beschimpfen und gewaltsam auszugrenzen. Das erneuerte osmanische Milletsystem ist, so dürfen wir den inzwischen in Ankara lebenden Katholischen Theologen, Ex-Priester und Islamischen Theologiedozenten Thomas Michel auf dem Rumi Forum verstehen, endlich „abrahamic“ zu erneuern, ganz und gar abrahamisch.[20]

Muslims have from time to time been misunderstood and as a result they have been subjected to pressure and insults. We have even witnessed Muslims being deprived of their most natural and basic rights, for example their right to work.

dass Muslime oft missverstanden wurden und sich als Resultat dessen großem Druck und Beleidigungen ausgesetzt sahen. Viele Muslime wurden ihrer fundamentalen Rechte beraubt, z. B. mit Berufsverboten belegt.

Gülen spielt auf die türkischen (und sonstigen) Kopftuchverbote für Lehrerinnen an und würde in der Arbeitswelt wahrscheinlich auch Niqab und Burka verteidigt wissen wollen.

Gelegentlich sagt der Prediger bekanntlich, er verlange den Schleier von der Frau nicht, doch weiß er dabei, dass der Hidschab im sunnitischen Islam Pflicht ist und gibt an, echt muslimisch im Leben kein anders Ziel zu haben, als „Gott zu gefallen“, „Sein [Allahs] Wohlgefallen an[zu]streben“; Fethullah Gülen: We have no other target than attaining the consent and pleasure of God.“[21]

Ende 2010 wird bekannt, dass die Katholische Universität im belgischen Leuven einen an Fethullah Gülen orientierten Lehrstuhl aufbauen wird. Der Dominikanerpater sowie Sozial- und Kulturanthropologe Johan Leman wird die Professur (The Fethullah Gulen Chair for Intercultural Studies, GCIS) innehaben, jahrelange Vorarbeit hatte die Intercultural Dialogue Platform (IDP) mit Sitz in Brüssel geleistet. Ehrenvorsitzender der IDP ist, wir ahnen es richtig, Fethullah Gülen.[22]

Indeed, when we look at the Qur’an we see that it is molded in love.

Wenn wir in den Koran schauen, werden wir feststellen, dass er quasi in Liebe gegossen ist.

Wenn wir den aus Gülens Sicht so lieblichen Realkoran aufschlagen, entdecken wir in Sure 4:74 „Und so soll kämpfen in Allahs Weg, wer das irdische Leben verkauft für das Jenseits. Und wer da kämpft in Allahs Weg, falle er oder siege er, wahrlich dem geben Wir gewaltigen Lohn.“, in 9:111 „Siehe Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft. Sie sollen kämpfen in Allahs Weg und töten und getötet werden. Eine Verheißung hierfür ist gewährleistet in der Tora, im Evangelium und im Koran; und wer hält Seine Verheißung getreuer als Allah? Freut euch daher des Geschäfts, das ihr abgeschlossen habt; und das ist eine große Glückseligkeit.“ und im Schwertvers schließlich, in Sure 9:5 lesen wir: „Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf!“

Allahs unwiderstehliches, die Gegner tötendes Liebesangebot haben wir ja sicherlich völlig falsch aufgefasst. Schließlich, jedenfalls wenn wir der SS-Ahnenerbe-Stipendiatin Sigrid Hunke und ab 1986 ständigen Mitarbeiterin im rechtsextremistischen Thule-Seminar Glauben schenken, gilt: „Allah ist ganz anders“. Fethullah Gülen:

For this reason, a Muslim’s enmity toward unbelievers is a form of pity.

Die angebliche Feindseligkeit von Muslimen gegenüber Ungläubigen ist in Wirklichkeit eine Form von Mitgefühl.

Zugegeben, im von Hisba-Milizen durchtobten Schariastaat widersprecht diesem niemand mehr öffentlich.

Und uns Zweiflern steht schließlich das ‚Tor der Reue‘ (Gülen) bis zum Tag der Auferstehung offen (Gülen: God … has left the door of repentance open).

Wie die Elite des verstaatlichten Islamsystems beschaffen sein muss, weiß Gülen genau:

Such people have absolute confidence and trust in God … their perception that gives them unbelievable perspectives, and their knowledge and thoughts raise them … Ideal people try to remain removed from sin, for they have designed their lives according to the Divine Law in which they believe so sincerely.

Diese Menschen vertrauen ganz auf Gott, da sie an Seine allgegenwärtige und gewaltige Macht glauben und sich auf sie verlassen. Der reine Glaube, der in den Tiefen ihres Herzens ruht, ihre Wahrnehmung, die ihnen unglaubliche Perspektiven eröffnet, und ihr Wissen und Denkvermögen erheben sie … Diese vorbildlichen Menschen halten sich von Sünden fern, denn sie gestalten ihr Leben entsprechend dem Gesetz Gottes, an das sie unbeirrbar glauben.

Divine Law, Gesetz Gottes! Gülen will also die ungeschmälerte Scharia, wie sie vom mittelalterlichen Theologen Abu Hamid al-Ghazali endgültig durchdacht worden ist und wie sie von den Revivalisten wie Maududi, Qutb oder Erbakan gefordert worden ist. Der Hodscha aus den schönen grünen Pocono-Bergen kleidet die Islamische Revolution in die Begrifflichkeiten der Sufis:

Sufism is based on observing even the most “trivial” rules of the shari’a in order to penetrate their inner meaning. An initiate or traveler on the path (salik) never separates the outer observance of the Shari’a from its inner dimension, and therefore observes all of the requirements of both the outer and the inner dimensions of Islam.

Der Tasawwuf gründet auf der Befolgung der Regeln der Scharia und auf der Durchdringung ihrer (inneren) Bedeutungen. … Ein Eingeweihter oder Reisender auf dem Sufipfad (arab.: Salik), der erfolgreich ist, kann niemals die äußere Befolgung der Scharia von ihrer inneren Dimension trennen; er erfüllt beide, die inneren wie auch die äußeren Erfordernisse der Religion.

Richtig. Sufismus ist nicht Islam minus Scharia, sondern Scharia plus Ekstase.

Der besondere sufische Weg ist die imaginierte Abstreifung des zur Sünde verführenden Egoismus und Egos, dazu vielleicht, zusätzlich zu den Pflichtgebeten versteht sich, ein paar andächtige Rumi-Textlesungen, rituell tanzende Derwische oder Trance erzeugende Dhikr-Übungen pro Woche; das Ziel aber bleibt, wie für jeden Muslim, das Wohlgefallen Allahs zu erlangen und damit die berechtigte Hoffnung auf einen Platz in der ewigen Gottesnähe:

Through such observance, this person travels toward the goal in utmost humility and submission.

Dadurch reist er in äußerster Demut und Ergebenheit seinem Ziel entgegen.

This life is very important, for it shapes our afterlife.

Das Leben auf Erden ist von größter Wichtigkeit, denn es beeinflusst unser Leben nach dem Tod ganz entscheidend.

Absolute Glückseligkeit in dieser Welt und der anderen.

Während Islamapologeten gern behaupten, Koran und Hadith würden das Diesseits nicht abwerten und der Islam sei gerade nicht manichäisch-körperfeindlich, hat uns Gülen gerade verdeutlicht, dass das Erdendasein ohne Jenseitszentrierung letztlich gar keine Bedeutung hat oder sogar den zur ewigen Verdammnis führenden, absolut falschen Sinn.

Islam is an inclusive religion. It is based on the belief in one God as the Creator, Lord, Sustainer, and Administrator of the universe. Islam is the religion of the whole universe. That is, the entire universe obeys the laws laid down by God; everything in the universe is “Muslim” and obeys God by submitting to His laws.

Der Islam ist die Religion des Universums; denn Islam bedeutet nichts anderes als Gehorsam und Unterwerfung gegenüber Gott, dem Herrn des Universums.

Führer, befiehl, wir folgen dir. Allahs Marionette sein oder vielmehr Gülens Zombie.

Das kennen wir doch? Interessanterweise wiederholt Gülen hier eigentlich nur die Gehorsamserklärung des Abul Ala Maududi, der in Towards understanding Islam (Sägefisch 288) gesagt hatte: „Islam ist ein arabisches Wort und heißt Unterwerfung, Hingabe und Gehorsam. Als Religion steht Islam für völlige Unterwerfung unter den Willen Gottes und absoluten Gehorsam Ihm gegenüber.“

Schluss mit schlampig, donnert der Charles Darwin hassende Kreationist und Sufi:

Im ganzen Universum lässt sich keine Unordnung feststellen. Alles im Universum ist ‚Muslim‘, weil alles Gott gehorcht, indem es sich Seinen Gesetzen unterwirft.

Our entire life, from the embryonic stage to the body’s dissolution into dust after death, every tissue of the muscles, and every limb of the body follows the course prescribed for each by God’s laws.

Denn das ganze Leben eines Menschen, vom Embryozustand bis zum Zerfall zu Staub nach dem Tode, all sein Zellgewebe und alle seine Gliedmaßen folgt dem Lauf, der von den Gesetzen Gottes diktiert wird.

Allah, der himmlische Diktierer oder vielmehr Diktator habe dabei bittesehr ein paar irdische Statthalter, die dich im Alltag überwachen. Sie geben sich als bescheidene Dienstleister und nennen sich die Mitarbeiter an der Hizmet, am Dienst.

Die Islamische Universalreligion findet sich nahezu wörtlich bei Maududi! In der eben genannten Quelle Weltanschauung und Leben im Islam lesen wir: „Dieses mächtige, allumfassende Gesetz, das alles lenkt, was das Universum einschließt, von den winzigsten Staubkörnchen bis zu den Milchstraßen im Weltraum, ist das Gesetz Gottes, des Schöpfers und Erhalters des Universums. Da also die gesamte Schöpfung dem Gesetz Gottes gehorcht, folgt das ganze Universum im wahrsten Sinne des Wortes der Religion des Islams, denn Islam bedeutet nichts anderes als Unterwerfung und Gehorsam Gott gegenüber. Die Sonne, der Mond, die Erde und alle anderen Himmelskörper sind daher ‘Muslime’. Ebenso Luft, Wasser, Wärme, Steine, Bäume und Tiere: alles im Universum ist ‘Muslim’, denn es gehorcht Gott durch Unterwerfung unter Seine Gesetze.“[23]

Statt pakistanischem Maududi-Revolutionsprogramm geht es eben auch mit dem türkischen Gülen-Sufismus. Mit einer nach Fethullah Gülen erzogenen Hizmet-Elite kann sich die „tolerante“ Islamdemokratie aufbauen, der deine korangemäße Rechtschaffenheit gewährleistende Überwachungsstaat. Das Islamsystem beginne zu wachsen, Familie für Familie und Haus für Haus. Um sich weiter auszubreiten.

Straßenzug für Straßenzug.

Jacques Auvergne

[1] The Turkish schools, which have expanded to seven cities in Pakistan since the first one opened a decade ago, cannot transform the country on their own. But they offer an alternative approach that could help reduce the influence of Islamic extremists.

They prescribe a strong Western curriculum, with courses, taught in English, from math and science to English literature and Shakespeare. They do not teach religion beyond the one class in Islamic studies that is required by the state. Unlike British-style private schools, however, they encourage Islam in their dormitories, where teachers set examples in lifestyle and prayer.

“Whatever the West has of science, let our kids have it,” said Erkam Aytav, a Turk who works in the new schools. “But let our kids have their religion as well.” …

The model is the brainchild of a Turkish Islamic scholar, Fethullah Gulen. A preacher with millions of followers in Turkey, Mr. Gulen, 69, comes from a tradition of Sufism, an introspective, mystical strain of Islam. He has lived in exile in the United States since 2000, after getting in trouble with secular Turkish officials.

Mr. Gulen’s idea, Mr. Aytav said, is that “without science, religion turns to radicalism, and without religion, science is blind and brings the world to danger.”

The schools are putting into practice a Turkish Sufi philosophy that took its most modern form during the last century, after Mustafa Kemal Ataturk, Turkey’s founder, crushed the Islamic caliphate in the 1920s. Islamic thinkers responded by trying to bring Western science into the faith they were trying to defend. In the 1950s, while Arab Islamic intellectuals like Sayyid Qutub were firmly rejecting the West, Turkish ones like Said Nursi were seeking ways to coexist with it.

aus: Sabrina Tavernise: Turkish Schools Offer Pakistan a Gentler Vision of Islam

in: The New York Times 04.05.2008

Gülen-Bewegung Kanada

http://gulenmovement.ca/

IID – The Institute of Interfaith Dialog , die US-amerikanische Gülenbewegung: Houston / Texas (HQ für Headquarter), Dallas / Texas, Oklahoma City, Jackson / Mississippi, El Paso / Texas

http://interfaithdialog.org/contact-us

Andernorts meiden Politiker repräsentative Einladungen des Gülen-Netzwerks. In einer Empfehlung des Interkulturellen Büros der Stadt Darmstadt heißt es: „Den Dezernentinnen und Dezernenten und den Führungskräften der Verwaltung wird empfohlen, eine distanzierte Haltung zu allen Vereinen, die diesem Netzwerk angehören, einzunehmen.“ Zur Begründung hebt das Papier auf die ordensähnlichen Strukturen des religiösen Netzwerks ab. „Durch Erziehung islamischer Eliten sollen gesellschaftliche und staatliche Institutionen unterwandert werden.

Es handle sich um eine Strömung im Islam, „in der das hierarchisch-zentralistische und konspirative Organisationsprinzip aus dem Verhältnis ‚Großer Bruder‘-Schüler abgeleitet wird“, lautet die Einschätzung. …

In speziellen Ethik-Kursen (Ahlak Dersi) am Wochenende werden Kindern und Jugendlichen auf der Suche nach Orientierung Antworten auf Fragen der Lebensführung gegeben.

aus: Volker Siefert: Feiern im Schatten des Predigers

in: HR-online 28.04.2012

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36082&key=standard_document_44612055

»In welches Land ich auch reise, ich finde immer jemanden, der mir hilft«, sagt Dastan Jalilov, der vor zehn Jahren aus Kirgistan zum Studium nach Deutschland kam. Ein paar Habseligkeiten und eine Telefonnummer in Berlin brachte er mit. Er hatte sie von einem Bekannten aus Kirgistan erhalten. Dass auch er zum Gülen-Netzwerk gehört, verstand er erst später. Jalilov rief die Nummer an, lernte neue Freunde kennen und zog in eine Kreuzberger WG. Hier blieb der Politikstudent die nächsten Jahre. Und das nicht nur, weil die Miete nur hundert Euro betrug. Auch das gemeinschaftliche Leben mit den Mitbewohnern, alle wie er Muslime, gefiel dem jungen Mann.

Die Studenten-WGs gehören zum inneren Kern der Gülen-Bewegung. Hier rekrutiert sie ihre Führungsleute, hier findet die religiöse Unterweisung statt. Lichthäuser heißen sie, circa zwei Dutzend gibt es in Berlin, für Männer und Frauen getrennt. Bisher waren diese Wohngruppen eine verschlossene Welt. Jetzt hat Kristina Dohrn, eine Studentin an der Berliner Humboldt-Universität, für ihre Abschlussarbeit erstmals Zugang gefunden.

Für Verschwörungstheorien, die sich um diese WGs bisher rankten, bieten ihre Recherchen wenig Stoff. Stattdessen traf Dohrn auf eine gottesfürchtige, konservative Welt, in der man gemeinsam lebt, lernt und fünfmal am Tag betet. Alkohol ist tabu, Damen- beziehungsweise Herrenbesuch ebenso. Und um zwanzig Uhr sollte jeder zu Hause sein. Dann liest man den Koran, die Werke Gülens und diskutiert, was die Worte des Meisters für das eigene Tun bedeuten.

»Gülen hat mir gezeigt, wie ich als frommer Muslim in einer westlichen Gesellschaft leben kann«, sagt Jalilov. Mittlerweile hat der 29-Jährige seine WG verlassen, eine glaubensfeste Muslimin geheiratet und einen guten Job gefunden. Im Bezirk Wedding leitet er ein Bildungszentrum. Jeden Tag, auch sonnabends, kommen 130 Jugendliche für zwei bis vier Stunden in die hellen, mit Teppich oder Parkett ausgelegten Räume. Sie machen Hausaufgaben, lernen für Klausuren, bereiten sich auf das Abitur vor. »Wer sich durch besonderen Fleiß auszeichnet, erhält Einzelstunden als Belohnung«, sagt Dastan Jalilov. Der Name des Arbeitgebers hängt in großen Lettern im Flur: Tüdesb.

aus: Martin Spiewak: Die Streber Allahs

in: DIE ZEIT 18.02.2010

http://www.zeit.de/2010/08/Deutsch-Tuerkische-Privatschulen

http://www.guelen-bewegung.de/?p=54

1999 wurde in der Türkei eine Rede Gülens bekannt, in der er seinen Anhängern Anleitungen für den Marsch durch die Institutionen gab und sie aufforderte, sich konspirativ zu verhalten, bis die Zeit für die Machtübernahme gekommen sei. Die Rede wurde bekannt, Gülen setzte sich in die Vereinigten Staaten ab, um einer Verhaftung durch das Militär zuvorzukommen.

Der Ansatz der Bewegung scheint auf den ersten Blick durchaus modern. Es geht darum, dass die Muslime alle Errungenschaften der Wissenschaft in sich aufnehmen, damit sie mit dem Westen konkurrieren können. Daran ist nichts Falsches, und die Bewegung könnte als Vorzeigeobjekt eines Reformislams gelten, der sich ja sonst der Moderne verweigert. Betrachtet man aber die Schriften von Fethullah Gülen, zeigt sich eine zutiefst dogmatische und reaktionäre Denkweise. Er schreibt: „Koran und Hadith sind wahr und absolut. Wissenschaft und wissenschaftliche Fakten sind wahr, solange sie mit Koran und Hadith übereinstimmen. Sobald sie aber eine andere Position einnehmen und von der Wahrheit von Koran und Hadith wegführen, sind sie fehlerhaft. Selbst zweifelsfrei etablierte wissenschaftliche Fakten können nicht die Säulen sein, auf denen die Wahrheiten des imam (Glauben) ruhen. Nicht die Wissenschaft lässt die Wahrheit erkennen, sondern der Glaube an Allah, aus der Rechtleitung Gottes . . .“

Diese Art des Denkens führt zu der Erkenntnis, dass im Koran bereits alles steht, dass alles vorherbestimmt ist. So gebe der Koran zum Beispiel Hinweise auf das unsichtbare Wirken dessen, was heute Physik genannt wird: auf Anziehung und Abstoßung oder auch Rotationen und Umbrüche im Universum. …

Dass er mit derselben Verve die Existenz von Engeln und Dschinn beweist, ist dann nur folgerichtig. Es sind dieselben Argumente, die vom Scharia-Islam her kennen. Gülen macht nur eines anders als die fatalistisch an die Vorsehung Glaubenden: Er fordert seine Anhänger auf, sich die Welt der Ungläubigen aktiv anzueignen, um sie im Namen des Islams beherrschen zu können. Es geht ihm darum, die gottgewollte und natürliche Herrschaft des Islams über die Welt zu erlangen, weil „sich alles dem Menschen fügen wird, solange dieser sich Allah fügt“.

aus: Necla Kelek: Die Anhänger des Fethullah Gülen

in: Frankfurter Allgemeine 21.07.2008

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/tuerkischer-islamismus-die-anhaenger-des-fethullah-guelen-1664740.html

Der zentrale Gülen-terminologische Begriff Hizmet bedeutet ungefähr: Der Dienst deiner Arbeit für das Allgemeinwohl [nach Koran und Sunna] als deine Pflicht [als Muslim sowieso und dann noch mal als pflichtbewusster Türke]. Gülen-Bewegung und HIZMET sind dasselbe.

Seite der Gülen-Bewegung, deutsch, französisch, englisch …

http://de.fgulen.com/

http://fr.fgulen.com/

http://en.fgulen.com/

HIZMET (Gülenbewegung) Schweiz

http://www.dialog-institut.ch/fethullahguelen.html

http://www.dialog-institut.ch/themen/hizmet-bewegung.html

Turning back to the original question, even though the Renewer (Mujaddid) had been awaited as a single individual, at a time when the world has become more global and we are experiencing a “shrinking” of distances both in time and space (taqarrub al-zaman and taqarrub al-makan), and masses apparently living far apart have become members of the same household, service to humanity (hidma) should be undertaken, not by an individual par excellence (fard al-farid), but rather by the collective [spiritual] body (shakhs al-manawi).

aus: Hikmet ISIK: What should be the understanding of Mujaddin our time?

in: The Fountain (by: The Light Inc., New Jersey, USA)

http://fountainmagazine.net/article.php?ARTICLEID=751

Gülen bei The Fountain, 158 Artikel

http://fountainmagazine.net/author.php?SHOWAUTHOR&AUTHORID=2

Gülen does not advocate a new theology but refers to classical authorities of theology and takes up their line of argument. … His teachings differ in emphasis from those of other mainstream, moderate Islamic scholars in two respects, both based on his interpretations of particular verses of the Quran: (1) he teaches that the Muslim community has a duty of service (Turkish: hizmet) to the “common good” of the community and the nation and to Muslims and non-Muslims all over the world; and (2), the Muslim community is obliged to conduct interfaith dialogue with the „People of the Book“ (Jews and Christians).

http://en.wikipedia.org/wiki/Fethullah_G%C3%BClen#cite_note-17

Das gegenwärtige [minderwertig unislamische] System hat noch alle Kraft … Unsere Freunde sollten seine Strukturen studieren, jederzeit wachsam sein … und es transformieren im Sinne des Islam, damit die Wiederauferstehung der Nation erreicht werden kann. Aber sie müssen warten, bis die Bedingungen angenehmer sind, anders gesagt: sie sollten sich nicht zu früh aus der Deckung wagen.

In June 1999, after Gulen had left Turkey, video tapes were sent to some Turkish TV stations with recordings of Gulen saying, „the existing system is still in power. Our friends who have positions in legislative and administrative bodies should learn its details and be vigilant all the time so that they can transform it and be more fruitful on behalf of Islam in order to carry out a nationwide restoration. However, they should wait until the conditions become more favorable. In other words, they should not come out too early.“

Thomas Volk: A Radical Consequence of Modernity: The Fethullah Gülen Movement as a Political Power. Beyond the Turkish Nation State (p 3)

http://books.google.de/books?id=TZz-s0EpKYkC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Ihr müsst ganz in die Adern des Staatsapparats hinein, ohne dass jemand eure Anwesenheit bemerkt. Infiltriert alle Schaltstellen! Wartet so lange, bis ihr vollständig seid und die Zeit gekommen ist … mit der Geduld einer [auf menschliche Beute lauernden] Spinne liegen wir im Netz.

Furthermore he said, „You must move in the arteries of the system without anyone noticing your existence until you reach all the power centers…You must wait for the time when you are complete and conditions are ripe, until we can shoulder the entire world and carry it…The philosophy of our service is that we open a house somewhere and, with the patience of a spider, we lay our web to wait for people to get caught in the web…“

You must move within the arteries of the system, without anyone noticing your existence, until you reach all the power centres. You must wait until such time as you have got all the state power, until you have brought to your side all the power of the constitutional institution in Turkey.“ (Gülen 1999)

aus: Edward Stourton: What Is Islam’s Gulen movement?

in: BBC 25.05.2011

http://www.bbc.co.uk/news/world-13503361

Weltweit wird die Zahl der Gülen-Sympathisanten auf über zehn Millionen geschätzt. Zwischen zehn und 15 Prozent der türkischen Bevölkerung sollen der Bewegung inzwischen angehören, die sich selbst Hizmet (Dienst) nennt. Sie betreibt Medienhäuser, Bildungseinrichtungen, Versicherungen, und sogar eine Bank. Bis zu 30 Universitäten will Hizmet in den kommenden Jahren weltweit gründen.

http://www.welt.de/politik/ausland/article13384879/Islam-Bewegung-breitet-sich-in-Deutschland-aus.html

Wer zum Dialog-Gymnasium will, braucht erstens die Empfehlung der Grundschule und muss dann in der Aufnahmeprüfung unter die 52 Besten kommen.

Als die Schule 2007 loslegte, war sie die erste Ganztagsschule in Köln mit einem fundierten Förderangebot am Nachmittag. „Bei uns läuft das so: Wer schlecht ist, geht nachmittags zur Nachhilfe, wer gut ist, beteiligt sich an Projekten“, sagt Saraç. Nach diesem Prinzip arbeiten alle zwölf Gülen-Schulen in Deutschland. …

Spenden spielen in der Gülen-Bewegung eine wichtige Rolle. Nur weil dies so ist, kann das Dialog-Gymnasium seine anspruchsvollen Erweiterungspläne umsetzen. 17,5 Millionen Euro kostet der Neubau. Allein drei Millionen Euro davon bringt der Förderverein auf, der in Köln auf 600 feste Spender zurückgreifen kann. …

Geld erhält die Bewegung aber auch aus profitablen Geschäftsmodellen. Mit der „Zaman“ („Zeit“) gibt die Gülen-Bewegung etwa die auflagenstärkste türkische Tageszeitung heraus, die in Deutschland in über 30.000 der türkischen und türkischstämmigen Haushalte gelesen wird. Mehr Abonnenten zählt kein anderes türkischsprachiges Blatt in der Bundesrepublik. Daneben betreiben sie mit großem Erfolg eigene Fernsehsender. Vor etwa einem Jahr ging mit „Ebru TV“ das erste deutsch-englischsprachige Programm auf Sendung.

Es gehört zur World Media Group AG mit Sitz in Offenbach. Seit 2004 residiert das Unternehmen in einem ehemaligen „Polaroid“-Gebäude und bündelt dort die europäischen Medien-Aktivitäten der Bewegung. Unter dem Dach der AG arbeiten neben Ebru TV weitere drei Unternehmen, unter anderem der türkischsprachige Erfolgssender „Samanyolu“.

unverantwortlich die frauenfeindliche und totalitäre Scharia verharmlosend, von: Günther Lachmann: Islam-Bewegung breitet sich in Deutschland aus

in: WELT 21.05.2011

http://www.welt.de/politik/ausland/article13384879/Islam-Bewegung-breitet-sich-in-Deutschland-aus.html

GÜLEN INSPIRED SCHOOLS (USA)

http://gulenschools.org/

THE GÜLEN INSTITUTE (Houston, Texas, USA)

http://www.guleninstitute.org/

[2] Das Forum für Interkulturellen Dialog e.V. ist deutschlandweit der einzige Verein, dem Fethullah Gülen als Ehrenvorsitzender vorsteht. Daher sieht es der FID e.V. auch als seine besondere Aufgabe an, das Islam-Verständnis des Fethullah Gülen in die Öffentlichkeit zu tragen.

Fethullah Gülen hat sich mit seinen Äußerungen über die Gleichstellung von Mann und Frau auch hierzulande große Sympathie und Wertschätzung erworben. Seine Auffassung von der Vereinbarkeit von Islam und Demokratie, sein Postulat der Toleranz gegenüber allen Weltreligionen, seine strikte Ablehnung von Gewaltanwendung gegenüber Menschen haben ihm Beliebtheit und Vertrauen verschafft.

http://www.dialog-berlin.de/Fethullah-G%C3%BClen/

Forum für interkulturellen Dialog (FIDEV), Ehrenvorsitzender: Fethullah Gülen

http://www.fidev.org/front_content.php?idcat=124

Interkultureller Dialog e.V. [IKULT] sieht eine besondere Aufgabe an, das Islam-Verständnis des Fethullah Gülen in die Öffentlichkeit zu tragen.

http://www.ikult.com/index.php/de/fethullah-guelen/

Das Kalifat herbeiplappern! Mehr Apartheid, aber ganz dialogisch bitte:

„Einer seiner bedeutendsten Seelenverwandten in der Moderne ist zweifelsohne der türkische Gelehrte Fethullah Gülen. Gülen ist ein perfekter Zeitgenosse für Rumis Ideen, der für ihn eine große Stimme des Friedens ist, eine Figur der Toleranz und des Dialoges. Mit sozialem Engagement und moralischen Werten ist die Bewegung um Fethullah Gülen in Hinsicht auf Huntingtons Theorie und dem Kampf der Kulturen eine der wenigen wertvollen sozialen und intellektuellen Initiativen der muslimischen Welt, die Berührungen zwischen dem Orient und Okzident suchen. Das sollte als Chance für eine friedliche Zukunft verstanden werden.

Fethullah Gülen war der erste Vertreter der muslimische Welt, der sich nach dem 11. September 2001 vehement gegen den Terror aussprach, die Anschläge scharf verurteilte und sie als schweren Schlag gegen den Weltfrieden bezeichnete. Seit jeher bemüht er sich um ein Klima für Einigung und Toleranz, um die Menschheit auf ein Jahrhundert vorzubereiten, in dem die Kulturen miteinander kooperieren. Er motiviert zum Dialog und befürwortet eine Kultur der universellen menschlichen Werte, denn die Menschen haben viel mehr Gemeinsamkeiten als sie denken.

Durch die Inspiration aus Gülens Werken und seinen Leitgedanken für Toleranz und Dialog leisten viele Menschen einen ehrenamtlichen Beitrag für eine friedlichere und humanere Welt. Menschen sollten sich zur friedlichen Koexistenz bemühen. Das kann nur gelingen, wenn die Unterschiede zwischen den Menschen als wertvoller Teil unserer Existenz akzeptiert werden und ein aufrichtiger Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft stattfindet.“

IDIZ e. V., Interkulturelles Dialogzentrum

„In seinen Vorträgen und Schriften spornt Gülen sein Publikum an, ein Gleichgewicht zwischen materiellen und spirituellen Werten herzustellen und auf diese Weise nach der Wahrheit zu suchen. Nur so können sich die Menschen Gelassenheit bewahren und wahre Glückseligkeit erlangen. Gülen war und ist stets darum bemüht, die positiven Wissenschaften mit der Religion zu versöhnen, die Differenzen zwischen diesen beiden Polen zu beseitigen und die Philosophien des Ostens und des Westens einander näher zu bringen.“

http://www.idizev.com/index.php?option=com_k2&view=item&id=77:wer-ist-fethullah-g%C3%BClen&Itemid=89

IDIZEM, Interkulturelles Dialogzentrum e. V.

http://www.idizem.de/index.php/philosophie

Die Nymphenburger Gespräche sind ein von IDIZEM initiiertes Gemeinschaftsprojekt mit Pax Christi München und Freising, der Stelle für interkulturelle Arbeit der LHSt. München, der Evangelischen Stadtakademie München, dem Lehrstuhl für Religionspädagogik der LMU und der Gesellschaft Freunde Abrahams e.V.

Ziel der Nymphenburger Gespräche ist es, als Impulsgeber für die Multiplikatoren des interkulturellen und interreligiösen Dialogs zu dienen. Dazu tragen Symposien, Seminare, Podiumsdiskussionen, Veröffentlichungen und Stellungnahmen bei. Die Schirmherrschaft über die Nymphenburger Gespräche hat dankenswerterweise S.K.H. Herzog Franz von Bayern übernommen. Herzog Franz steht über den politischen und religiösen Gruppen und fördert seit vielen Jahren Projekte, die dem Austausch und dem Dialog dienen.“

http://www.idizem.de/index.php/nymphenburg

Süddialog

http://www.sueddialog.com/

Ganz viel sowohl als auch! Sowohl weise als auch westlich, du unerleuchteter Westler! Schlussendlich Kalifat weltweit, aber bis dahin immer sanft dialogisch. Wer aufmuckt, provoziert Terorangriffe und wünscht nichts anderes als „Kämpfe gegeneinander“:

„Die Vereinsarbeit des Süddialog e.V. fußt sowohl auf den Ideen des in den USA ansässigen muslimischen Gelehrten und Intellektuellen Fethullah Gülen als auch auf den für westliche Gesellschaften verbindlichen Werten und Idealen. … Fethullah Gülen zählt mit seinem Einsatz für den interreligiösen und für den interkulturellen Dialog, für die Wissenschaften, für die Demokratie, gegen Gewalt und gegen den Missbrauch der Religionen für politische Ideologien zu den einflussreichsten zeitgenössischen türkisch-muslimischen Gelehrten. Er ist Prediger, Philosoph, Gelehrter, Autor, Dichter und Pädagoge in einer Person. Mit seinem Wirken fördert er die Zusammenarbeit der Völker für eine friedliche Welt und nicht deren Kämpfe gegeneinander.“

http://www.sueddialog.com/projekte/noah-fest.html

[3] FID-Beirat: Rita Süssmuth. Stadtplaner und FID-Vorstandsvorsitzender Ercan Karakoyun (* 1980 in Schwerte) schreibt für die auflagenstärkste türkische, dabei absolut Gülen-treue Zeitung Zaman.

http://www.dialog-berlin.de/Beirat/

2003 initiierte Rita Süssmuth mit Barbara John und Marieluise Beck den Aufruf wider eine Lex Kopftuch („Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation!“). Ihn unterschrieben Sylvia Löhrmann, Ursula Boos-Nünning und Birgit Rommelspacher.

http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/konfliktstoff-kopftuch/63284/offener-brief-position

[4] İmamın Ordusu, The Army of the Imam, Die Armee des Imam.

In dem noch unveröffentlichten Buchmanuskript mit dem Titel „Die Armee des Imams“ geht es um den Einfluss der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen auf die türkischen Sicherheitskräfte. … Am 31. März 2011 wurde eine Kopie des Entwurfs „Die Armee des Imam“ unter dem Titel ″Wer berührt, verbrennt″ (tr: dokunan yanar) ins Internet gestellt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ahmet_%C5%9E%C4%B1k

Ahmet Şık und Nedim Şener, Journalisten der Internetzeitung Oda TV, sowie weitere ihrer Kollegen wurden am 3. März vergangenen Jahres festgenommen. Im Rahmen der Ermittlungen wurde das Manuskript „Imamin Ordusu“ (dt. Die Armee des Imam) von Ahmet Sik beschlagnahmt. In diesem Buch wird behauptet, die türkische Polizei sei von der Gemeinde des islamischen Gelehrten Fethullah Gülen unterwandert worden. Viele Oppositionelle sind der Ansicht, die Journalisten seien allein aufgrund dieses Buches verhaftet worden.

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/03/442675/endlich-frei-tuerkische-journalisten-ahmet-sik-und-nedim-sener-aus-der-haft-entlassen/

Sik wurde am 3. März festgenommen, zeitgleich mit seinem Kollegen Nedim Sener. Beide arbeiten bei einer Zeitung aus dem Dogan Konzern, Sik bei der linksliberalen „Radikal“, Sener bei dem intellektuellen Traditionsblatt „Milliyet“. Berühmt geworden sind beide aber eher durch ihre Bücher.

Durch ihre Enthüllungen wurden sie zu Ikonen des investigativen Journalismus der Türkei, vielfach ausgezeichnet im In- und Ausland. Entsprechend groß war der Schock, als beide im Morgengrauen des 3. März in ihren Privatwohnungen verhaftet wurden. Die Polizei stellte die Räume auf den Kopf, beschlagnahmte Computer, CDs und die gesamten Archive. …

Ahmet Sik hatte bei seiner Verhaftung die Arbeit an einem neuen Buch, das im Mai publiziert werden sollte, fast abgeschlossen. Das Manuskript birgt Sprengkraft. Das Buch heißt „Imamin Ordusu“, zu Deutsch „Die Armee des Imam“. Es beschreibt sehr detailliert, wie Anhänger des islamischen Geistlichen Fethullah Gülen, die derzeit mit Abstand einflussreichste islamische Bruderschaft der Türkei, seit Mitte der achtziger Jahre systematisch die Polizei unterwandert haben. Die Gülen-Bewegung ist im Ausland, auch in Deutschland, vor allem durch ihre Schulen bekannt. Fethullah Gülen selbst lebt seit einem Prozess in den neunziger Jahren in den USA im Exil. In Interviews präsentiert er sich als altersweiser, toleranter Islamgelehrter.

„Ahmet Sik hat dagegen herausgefunden“, sagt Fikret Ilkiz, „dass bereits 80 Prozent des türkischen Polizeiapparates zur Gülen-Bewegung gehören.“ Ob der Wert wirklich so hoch ist, mag dahingestellt sein. Fakt ist, dass Kritiker der Bruderschaft derzeit gefährlich leben. Der letzte Enthüllungsautor, der ein Buch über die Gülen-Bewegung, schrieb, heißt Hanefi Avci. Er war früher ein hochrangiger Polizeioffizier und ist selbst einstiger Sympathisant von Gülen. Avci hatte im vergangenen Herbst ein spektakuläres Aussteigerbuch veröffentlicht, das sich bis heute fast eine Million Mal verkaufte. Doch Avci kann den Erfolg nicht genießen. Er sitzt bereits seit November im Gefängnis, angeblich als Unterstützer einer linksradikalen Terrororganisation.

Auch Nedim Sener scheint der Bruderschaft lästig geworden zu sein. Zumal seine Arbeiten Ähnlichkeit mit denen von Ahmet Sik haben. Seners letztes Buch beschäftigt sich mit den Lügen des Sicherheitsapparats zum Hintergrund des Mordes an dem prominenten armenischen Journalisten Hrant Dink vor vier Jahren. Neben Armeeleuten sind offenbar auch viele hohe Polizeioffiziere, die mit Gülen sympathisieren, darin verwickelt. …

Der Besitz des unveröffentlichten Manuskripts wurde unter Strafe gestellt. Hunderte Polizisten suchen seitdem nach Kopien.

Die Kanzlei von Fikret Ilkiz wurde durchwühlt, der Verlag von Ahmet Sik auf den Kopf gestellt, und die Redaktion von „Radikal“, Siks Zeitung, gefilzt. Trotzdem konnte die Staatsmacht nicht verhindern, dass die „Armee des Imam“ am vergangenen Donnerstag komplett im Netz auftauchte. Bereits am ersten Tag wurde das Manuskript über hunderttausend Mal heruntergeladen. Am folgenden Tag fand auf dem zentralen Istanbuler Taksim-Platz eine öffentliche Lesung des Buchs statt, Hunderte Freunde und Unterstützer der Journalisten waren gekommen.

aus: Jürgen Gottschlich: Die unheimliche Macht des Imam

in: Der Spiegel 05.04.2011

http://www.spiegel.de/politik/ausland/guelen-bewegung-in-der-tuerkei-die-unheimliche-macht-des-imam-a-754909.html

Der Polizeistaat Türkei hat freilich allen Grund, Publizität über die Gülen-Bewegung zu begrenzen. Es handelt sich hier um eine weltweit agierende Sekte islamistischer Chauvinisten, die im Geheimen Welteroberungspläne verbreiten. Diese Bewegung, schreibt Necla Kelek, betont die Überlegenheit des Islam gegenüber jeder anderen Religion, sie ist in Japan, in Russland, in ganz Westeuropa und in der Türkei aktiv; sie verfügt über Universitäten, Fernsehsender, eine Bank, Versicherungen, Zeitungen, einen Unternehmerverband und Gewerkschaften.

Fethullahci, wie sich Gülens Anhänger nennen, haben inzwischen Positionen bis in höchste türkische Regierungskreise… Die Sekte hat die Struktur eines Konzerns und ist absolut despotisch… Gülens Gefolgsleute sind die intellektuellen Vordenker der AKP.

aus: Detlef Kleinert: Türkei: Der Vormarsch der islamistischen Chauvinisten

in: Die Presse 30.04.2011

http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/654304/Tuerkei_Der-Vormarsch-der-islamistischen-Chauvinisten

[5] In der Türkei ist Atheismus eine Volksbeleidigung und mit Gefängnis zu bestrafen – so sieht es offenbar die Istanbuler Staatsanwaltschaft. Sie reagierte auf Anzeigen einer Imam-Vereinigung und diverser Privatpersonen gegen den Karikaturisten Bahadır Baruter und erhob Anklage gegen ihn wegen einer Zeichnung, die – nach Auffassung der Staatsanwaltschaft – „die religiösen Gefühle eines Teiles des Volkes verletzt“. …

Baruter hatte in der Satire-Zeitschrift „Penguen“ eine Karikatur veröffentlicht, auf der ein Vorbeter in einer Moschee mit einigen Gläubigen zu sehen ist.

Einer der Männer telefoniert gerade mit dem lieben Gott, den er mit der überkonfessionellen Bezeichnung „Tanrı“ anredet, nicht „Allah“: „Kann ich den letzten Teil des Gebets weglassen, ich habe auch noch andere Dinge zu erledigen… Vielen Dank mein Gott! Schönen guten Tag noch…“

In den Arabesken, die die Wand der Moschee zieren, hat der Zeichner folgende Botschaft versteckt: „Allah yok, Din yalan“ – Es gibt keinen Gott, Religion ist Lüge.“ …

Das hatte wütende, aber offenbar nicht ganz unorganisierte Reaktionen „aus der Bevölkerung“ zur Folge, sowie heftige Diskussionen im Internet und in den Medien.

aus: Boris Kalnoky: Karikaturist nach blasphemischer Zeichnung angeklagt

in: WELT 30.09.2011

http://www.welt.de/politik/ausland/article13635126/Karikaturist-nach-blasphemischer-Zeichnung-angeklagt.html

Bahadır Baruter, Homepage des Karikaturisten

http://www.baruter.com/

[6] Link zu Shahin Najafis Lied. Shahin Najafi & Majid Kazemi – “Ay Naghi!” with English text

http://www.youtube.com/watch?v=4rDXhjIN030

Hier nach der englischen Übersetzung von Azadeh Azad:

„Naqi, ich schwöre dir … bei den Schariagesetzen im Operationssaal für Nasenkorrekturen … bei der Ehre der zwielichtigen Hintermänner … Wie war noch mal der Name der Führer der Grünen Revolution? … Hey Naqi, jetzt, wo der Verborgene Imam schläft, rufen wir dich an, hey Naqi … erstehe auf!“ Naqi, I swear to you … On Sharia law course in the nose operation room … On the honour of dubious shady men … So what was the name of the Green Movement’s leader? … Hey Naqi, now that Hidden Mahdi is asleep, we call for you, hey Naqi … Resurrect!

http://www.iranian.com/main/blog/azadeh-azad/shahin-najafis-naqi-translation-its-lyrics

Eine weitere Übersetzung bringt uns Lover of Iran (10.05.2012) mit nützlichen Erklärungen

Naghi, I swear on your sense of humor … On the teaching of jurisprudence in the room where nose jobs are given … Naghi, I swear on love and Viagra / On raised legs and chakras / On sangak bread and chicken and meat and fish / On silicon chests and striped virginity … O Naghi, now that the Hidden Imam is asleep, we call upon you, O Naghi / Appear!“

http://www.iranian.com/main/blog/lover-iran/shahin-najafis-naghi-translation-and-discussion

“Ai Naqī!”, Text auf Persisch

http://imamnaghi.wordpress.com/2012/05/09/%D8%B4%D8%A7%D9%87%DB%8C%D9%86-%D9%86%D8%AC%D9%81%DB%8C-%D8%A2%DB%8C-%D8%A7%D9%85%D8%A7%D9%85-%D9%86%D9%82%DB%8C/

ʿAlī al-Hādī, auch bekannt als ʿAlī an-Naqī (* 828 in Medina; † 868 in Samarra im heutigen Irak) war der zehnte der Zwölf Imame und somit Nachkomme des Propheten Mohammed.

http://en.wikipedia.org/wiki/Ali_al-Hadi

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE), Presseerklärung vom 10.05.2012 zur Fatwa gegen Musiker Shahin Najafi

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2012/05/12/292/

[7] The Islamic Shari’ah contains rules of all past events, current problems and all possible incidents that may happen. Nothing has happened in the past or is happening at present or will happen in the future except that each and every one of those things has a ruling from the Islamic Shari’ah. The Islamic Shari’ah encompasses all actions of man, completely and comprehensively, at every time and place.

aus: Abu Ismael: Who is al-Hakim (The Legislator)?

in: Islamic Revival 05.12.2005

http://islamicsystem.blogspot.de/2005/12/who-is-al-hakim-legislator.html

Shaker Assem von der österreichischen Vertretung der in Deutschland verbotenen, transnationalen Kalifatsbewegung Hizb ut-Tahrir (Ḥizb at-taḥrīr, wörtl. Partei der Befreiung)

Die heutigen Staaten sind säkulare Systeme, in denen man auf die Verfassungen schwören muss, um für das Parlament kandidieren zu können. Damit können wir uns nicht identifizieren, weil diese Verfassungen dem Islam widersprechen. Deshalb können wir an solchen Wahlen, bei denen nur Parteien antreten dürfen, die das säkulare Spiel mitspielen, nicht teilnehmen. Wir lehnen das ab.

Wir sagen offen, dass die westlichen Verfassungen nicht die unsrigen sind. Wobei wir aber in westlichen Ländern – so auch in Österreich – keine Veränderung anstreben: Österreich ist nicht Teil der islamischen Welt. Hier, in Europa, wollen wir den Muslimen ihre islamische Identität bewahren und sie davon überzeugen, sich für einen islamischen Staat in den islamischen Ländern – etwa in der Türkei – einzusetzen.

Antworten an Corinna Milborn von: Shaker Assem; in: news.at 24.01.2011

http://www.news.at/articles/1103/11/287001/gegen-demokratie-scharia-das-news-interview-islamisten

[8] Sahih Muslim, Kapitel: 17, Nummer: 4194

Stoning is a duty laid down in Allah’s Book for married men and women who commit adultery when proof is established, or it there is pregnancy, or a confession.

Kapitel: 17, Nummer: 4192

(When) a married man (commits adultery) with a married woman, and an unmarried male with an unmarried woman, then in case of married (persons) there is (a punishment) of one hundred lashes and then stoning (to death). And in case of unmarried persons, (the punishment) is one hundred lashes and exile for one year.

http://www.alhamdulillah.net/modules.php?op=modload&name=Hadith-Muslim&file=index&action=viewcat&cat=17&page=2

[9] On Thursday, the 32-year-old civil servant from Dharmasraya in West Sumatra was been sent to prison for two and half years and ordered to pay a fine of around $10,000. Judges found him guilty of inciting hatred towards religion with his postings on Facebook, which were mostly about Prophet Mohammad. …

In the 1960s an estimated one million members of a growing communist party were killed by the military and Muslim youth groups. One of the main reasons the youngsters turned into killers was because of a strong propaganda campaign that portrayed communists as non-believers, even as devils.

Until this day, atheism and communism are practically synonymous in Indonesia. …

Since the fall of the authoritarian regime of former president Suharto in 1998, thousands have been killed during religious conflicts. In recent years, attacks on churches and religious minorities have multiplied.

“Indonesians are still a very tolerant people,” Endy Bayuni, the chief editor of the Jakarta Post, told Aljazeera in response to Aan’s verdict.

“But we are also tolerating the intolerant.”

That is exactly what is happening. I am writing this blog from a town in West Java where the local government has decided to implement Sharia laws that contradict national laws.

When I asked the mayor why the laws where needed he said: “I was fed up with the protests of radical groups every week at my office.”

The judges in West Sumatra have felt similar pressures. Radical groups had threatened to behead Aan and become violent if the verdict was not strong enough.

aus: Step Vaessen: In Indonesia, jailed for non-believing

in: alJazeera

http://blogs.aljazeera.com/blog/asia/indonesia-jailed-non-believing

Celstraf voor ongelovige Indonesiër

JAKARTA (ANP) – In Indonesië is een 32-jarige man veroordeeld tot 2,5 jaar gevangenisstraf omdat hij op Facebook had gezegd dat hij atheïst is. Een rechtbank op het eiland Sumatra vond dat hij zich daarmee schuldig had gemaakt aan godslastering. Hij beledigde de profeet Mohammed, vond de rechter. Dat meldde de Indonesische krant Jakarta Post vrijdag.

De man heeft zich bij het vonnis van de rechter neergelegd en zijn excuses aangeboden. ,,Geloof is een persoonlijke zaak en ik heb excuses aangeboden aan alle betrokkenen, inclusief mijn familie“, zo wordt hij in de krant geciteerd.

Hij is volgens de krant vermoedelijk de eerste persoon in het Zuid-Aziatische land die de gevangenis in moet omdat hij geen religie heeft.

in: Elsevier (Niederlande) 15.06.2012

http://www.elsevier.nl/web/Artikel/341430/Celstraf-voor-ongelovige-Indonesieumlr.htm

Alex Aan … after posting „God doesn’t exist“ on Facebook, the soft-spoken civil servant, 30, faces up to 11 years in jail for what is considered blasphemy in Indonesia.

His case has stoked a debate in the world’s most populous Muslim nation, whose 240 million citizens are technically guaranteed freedom of religion but protected by law only if they believe in one of six credos: Islam, Catholicism, Protestantism, Buddhism, Confucianism and Hinduism. Those who question any of those face five years in prison for „insulting a major religion“, plus an additional six years if they use the internet to spread such „blasphemy“ to others.

Activists say Aan’s is the first case in which an atheist is being tried in relation to the first pillar of Indonesia’s state philosophy – pancasila, which requires belief in one god. Aan … has been beaten by angry mobs, rejected by his community and endured public calls for his beheading. …

Authorities moved Aan from his local prison in west Sumatra’s capital, Padang, after he was badly beaten by a group of inmates who knew his case. …

According to Andreas Harsono, a local human rights activist, Aan’s case is just one of a growing number of examples of religious intolerance across Indonesia, ranging from harassment to mob and arson attacks against groups such as the Baha’i, Shia and Ahmadiyah Muslims – sometimes ending in death.

Last year, the local Setara Institute for Democracy and Peace recorded 244 acts of violence against religious minorities – nearly double the 2007 figure.

Activists argue that the country is increasingly influenced politically and financially by conservative Wahhabi clerics from the Middle East, particularly Saudi Arabia, who help to incite intolerance in Indonesia. But the country’s discriminatory laws – ranging from vaguely worded decrees against proselytising to requirements to state one’s religion on one’s national identity card – as well as the increasing number of Muslim hardliners who have taken the law into their own hands, are also to blame, Harsono says.

„Victims keep getting longer prison terms and perpetrators less, while the human rights we set in place 10 years ago are becoming unravelled,“ he says. „We’re seeing a motion to ban mini-skirts in government buildings whereas [before] it was OK. Beauty queen contests were OK’d in the 1970s but have been banned in some provinces, while Valentine’s Day celebrations were given the green light 30 years ago but this year were banned in Aceh.

„The situation is getting crazy,“ Harsono continues. „We used to discuss these issues. Now there is no discussion. The discourse today is ‚This is un-Islamic and immoral‘.“

Indonesia’s Christians have suffered most, perhaps. The Indonesian Communion of Churches says about 80 churches have been closed each year since President Susilo Bambang Yudhoyono took power in 2004, and an additional 1,000 congregations have faced harassment.

For many of those who consider themselves defenders of Islamic culture, such as the Padang clan chief, Zainuddin Datuk Rajo Lenggang, religious minorities like Aan pose a serious threat to Indonesia’s national identity – and atheists are particularly risky.

„If you are not a religious person, you might be dangerous to others, behaving without control and doing anything you like,“ Lenggang says. „Religion brings order. You cannot be an individualist.“ …

„My son is not an atheist,“ says his mother, Nuraina, through tears. „Since his childhood, he has always been diligent, always praying in the mosque, five times a day.“

Aan, who has the support of the US-based Atheist Alliance International and Council of ex-Muslims of Britain, says he knew from an early age that he was an atheist … : „My family would ask me my thoughts but I knew my answers would cause problems, so I kept quiet.“

aus: Kate Hodal: Indonesia’s atheists face battle for religious freedom

in: guardian.co.uk 03.05.2012

http://www.guardian.co.uk/world/2012/may/03/indonesia-atheists-religious-freedom-aan

[10] Recht (haqq) ist im Islam praktischerweise identisch mit Wahrheit (auch haqq), andere Menschenrechte würden Allahs Recht schmälern und sind daher islamisch unwahr! Scharia-Finanzfachmann Saiful Azhar Rosly arbeitet am International Center for Education in Islamic Finance (INCEIF), Kuala Lumpur, Malaysia:

The concept of right in Islam lies in the definition of huquq, pl. of haqq. The word haqq meaning “something right, true, just, real”; haqq in its primary meaning is one of the names of Allah (s.w.t), and it occurs often in the Qur’an in this sense, as the opposite of batil (vain, false, unreal). A further meaning of haqq is “claim” or “right,” as a legal obligation. Islamic law distinguishes the haqq into two kinds: one is the rights relating to God, and the second is right relating to individuals. The rights relating to God are the rights that relate to public interest. They are linked to God due to the seriousness of the rights and the comprehensiveness of their benefit. The rights relating to individuals are those which are related to individual interest. Therefore, pardon and compromise is not permissible in the rights relating to Allah while in the rights relating to individual it is permissible (Sanusi and Rosly, 2008).

Under Islamic jurisprudence, haqq is defined as “the exclusive power over something, or a demand addressed to another party which the Shariah has validated in order to realise a certain benefit.”

aus: Saiful Azhar Rosly: Shariah parameters reconsidered

http://arafiki.edublogs.org/files/2011/12/Shariah-parameters-zoys0q.pdf

Haqq is the Arabic word for truth. In Islamic context, it is also interpreted as right and reality. Al-Haqq, the truth, is one of the names of God in the Qur’an. It is often used to refer to God as the Ultimate Reality in Sufism.

http://en.wikipedia.org/wiki/Haqq

Allahs Wahrheit und die seiner Diener, Gottesrecht und Knechtrecht. Huquq Allah and Huquq Al-Ibadah

http://www.islamicity.com/forum/printer_friendly_posts.asp?TID=12916

Haqiqa is a difficult concept to translate. The book Islamic Philosophical Theology defines it as „what is real, genuine, authentic, what is true in and of itself by dint of metaphysical or cosmic status“, which is a valid definition but one that does not explain haqiqa’s role in Sufism. Haqiqa may be best defined as the knowledge that comes from communion with God, knowledge gained only after the tariqa is undertaken. For instance, a shaykh that has advanced through tariqa has haqiqa and can see into the lives of his disciples in a spiritual sense.

http://en.wikipedia.org/wiki/Haqiqa

Roughly translated, el haqq means “the truth” or “the certain reality”. The El-Haqq Islamic Resource Center is an information service oriented organization dedicated to spreading a clear, accurate picture of Islam and Muslims. It is our sincere intention to dispel any all misrepresentations of Islam and to assist those who seek to become a part of the global community of Muslims. This site is also a means whereby Muslims and non-Muslims can, inshaAllah (Allah willing), gain more insight into different aspects of Islam through various articles, multimedia, and forums. … El-Haqq is dedicated to being a voice for the voiceless and oppressed. Most of all we seek Allah’s pleasure in this endeavor.

http://www.salaam.co.uk/links/show_links.php?sub_cat_id_link=287&main_cat_id_link=156

[11] Auf in die proislamistische, interreligiöse Räte-Republik USA:

a new period of bridge-building … Councils of churches and synagogues gradually include mosques and temples, becoming interfaith councils. … Pluralism is a process of creating a society by acknowledging, rather than hiding, our deepest differences. … pluralism in America is clearly based on the common ground rules of the First Amendment to the Constitution: “no establishment” of religion and the “free exercise” of religion.

aus: Diana Eck: From Diversity to Pluralism

http://pluralism.org/pages/pluralism/essays/from_diversity_to_pluralism

http://pluralism.org/publications/new_religious_america/

Diana Eck im Bild

http://pluralism.org/img/about/Diana_Eck.jpg

Kunde ist König

http://pluralism.org/directory/index/?sort=state%252Ccity%252Ctitle&tradition=Islam

Vom Staatsbürger oder Mitbürger zum Religionsangehörigen bzw. Schariapflichtigen:

„Eine differenzierte Sichtweise auf die Vielfalt muslimischen Lebens ist die grundlegende Voraussetzung, um die Distanz zwischen den Kulturen zu verringern sowie das gegenseitige Verständnis, die Begegnung auf Augenhöhe und ein aktives Miteinander weiter zu entwickeln.

Die Ausstellung will eine Plattform bieten, um Brücken zwischen den Kulturen und Religionen zu bauen.“

aus: Islam und muslimisches Leben. Eine Ausstellung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg im Rahmen des Projekts „Neue Brücken bauen … zwischen Generationen, Kulturen, Institutionen“ der Baden-Württemberg-Stiftung

http://www.lpb-bw.de/islam_muslimisches_leben.html

Mennoniten Schweiz. Gar keine Aufklärung über das repressive und frauenfeindliche Gefängnis der Scharia, dafür ganz viel Brückenbau:

20. Mai 2012 – Heute sind wir vielerorts mit Menschen islamischen Glaubens konfrontiert. Im Workshop «Menschen anderer Religionen Hände reichen» wurde die Frage diskutiert, wie wir als Christen einen besseren Zugang schaffen und Brücken bauen können.

http://www.merk2012.ch/index.php?id=70&L=3

Irans Propagandamaschine IRIB rattert interkulturell (segregierend und rechtsspaltend), auch auf Französisch:

Conférence de l’OCI: construire des Ponts, dialogue interculturel, identités et migrations

http://french.irib.ir/radioislam/art-a-culture/item/76364-conf%C3%A9rence-de-l%E2%80%99oci-construire-des-ponts-dialogue-interculturel-identit%C3%A9s-et-migrations

Ganz viel symbolischen und entsprechend ekstatischen Brückenbau betreibt man auch in Frankreich. SaphirNews im Februar 2012:

« Depuis deux ou trois ans, l’islamophobie est en augmentation chez les chrétiens », constate le Père Roucou. Un réflexe d’intolérance, favorisé par le climat délétère face à la deuxième religion de France. Si le dialogue interreligieux à vocation à créer des ponts pour enrayer ce genre de comportement, il pourrait être bénéfique des deux côtés. « Il y a aussi un travail à faire du côté des musulmans qui ont souvent une représentation erronée et négative des chrétiens. Une situation qui n’est pas favorisée par l’existence d’une littérature islamique, fondée sur des traductions, souvent très négatives vis-à-vis des chrétiens. Des responsables musulmans se sont d’ailleurs alarmés de cette situation. »

http://www.saphirnews.com/Le-dialogue-islamo-chretien-pour-dejouer-la-montee-du-radicalisme-religieux_a13845.html

Mohammed Colin, cofondateur du site Saphirnews et directeur de Salam News

http://www.salamnews.fr/Mohammed-Colin-cofondateur-du-site-Saphirnews-et-directeur-de-Salam-News_a35.html

http://www.salamnews.fr/A-propos_r9.html

SaphirNews-Mitgründer Mohammed Colin führte 2011 die französische Delegation ins Jamboree (Weltpfadfindertreffen der WOSM) nach Südschweden.

Jamboree en Suède, jusqu’au 4 août 2011 (Scouts et guides du monde). … Le chef de la délégation française rappelle le caractère écologique de ce grand rassemblement mondial du scoutisme.

http://www.rfi.fr/emission/20110731-1-mohammed-colin-cofondateur-site-sphirnews-directeur-salam-news

Mohammed Colin has made himself a bridge between the French and Muslim worlds. Colin’s father is a Roman Catholic Frenchman. His mother is the French-born daughter of Algerian parents who were harkis, Muslims who fought for France during Algeria’s war of independence …

The Muslim Scouts of France, a movement accredited by both the European and French Scout organizations, was founded by a Sufi master [Anm. Jacques Auvergne: d. i. Alâwiyya-Sufischeich Khaled Bentounes mit seiner proschariatischen Pfadikarawane Flamme der Hoffnung, La Flamme de l’Espoir] in 1991, when tensions were running high between Muslims and French and Arabic immigrants due to the first Gulf War. … The Muslim Scouts do everything prescribed by Robert Baden-Powell, the British founder of the Scout movement. [Anm. Auvergne: Nach Hidschab und Schariapflicht hat Scouting-Gründer BP gar nicht verlangt.]

To the sound of La Marseillaise beneath the Arc de Triomphe in Paris, the Muslim Scouts of France ended a Tour of France carrying a Flame of Hope. The Scouts and another youth group of secular Muslims, Mosaic, then launched a white paper to promote political awareness among young people.

aus: Chuck Sudetic: „The Future Is Open“

veröffentlich bei den: Open Society Foundations (i. e. George Soros)

http://www.soros.org/sites/default/files/future-is-open-20120501.pdf

Bei Soros findet sich zum Stichwort Islam schlimmste Desinformation. Keine Leseempfehlung.

http://www.soros.org/search?key=Islam

[12] Prof. Oebbecke hält die Einführung „theologisch kompetenter Beiräte“ aus Islam-Vertretern, wie sie der Wissenschaftsrat vorgeschlagen hat, für eine Möglichkeit. Die rechtliche und politische Diskussion dieses Modells stehe am Anfang, sagte der Experte. Nach seiner Einschätzung seien die Beiräte aber mit dem Religionsrecht vereinbar. Prof. Oebbecke hatte in Kooperation mit anderen einen Entwurf zur Gründung solcher Gremien an Hochschulen erarbeitet. Dabei geht es darum, welche Personen und Organisationen einem Beirat angehören könnten und nach welchen Regularien das Gremium über Hochschullehrer und Studieninhalte entscheiden sollte. …

Das Religionsrecht folgt dem System der „positiven Neutralität“, wie der Jurist erläuterte. Danach besteht keine Staatskirche, der Staat kooperiert aber mit religiösen Gemeinschaften auf den unterschiedlichsten Feldern. Eine Schwäche des Systems besteht laut Prof. Oebbecke darin, dass es eine möglichst überörtliche Organisation der Religionsgemeinschaften voraussetzt, damit der Staat einen einheitlichen Ansprechpartner hat. Im Falle der christlichen Kirchen sei das gegeben, im Islam nicht. Eine Lösung sieht der Experte daher im Modell des Beirats, der die Vielfalt des Islam abbilde und als Ansprechpartner dienen könne.

Der Juraprofessor beklagte, seit Jahren betonten alle politischen Kräfte, wie wichtig die Einführung eines Religionsunterrichts für muslimische Schüler sei. „Dennoch gibt es ihn bis heute nirgendwo in Deutschland.“ Neben rechtlichen bestünden auch politische Hindernisse. Die Anerkennung der muslimischen Verbände als Ansprechpartner sei bisher ebenso gescheitert wie der Versuch, den Religionsunterricht an einzelnen Moscheegemeinden auszurichten und lokal zu differenzieren. Wenig hilfreich sei auch das westliche „Unbehagen am Islam“ seit den Terroranschlägen vom September 2001, das alte wie neue Religionsgegner auf den Plan gerufen habe, sagte der Staatsrechtler.

aus: Unbehagen wenig hilfreich; in: Islamische Zeitung 26.01.2011

http://www.islamische-zeitung.de/?id=14244

Angela Merkel: Sarrazins Buch sei „diffamierend“ und „nicht hilfreich“, gelesen hatte die Bundeskanzelrin das Buch nicht.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/integrationsdebatte-merkel-hat-sarrazins-buch-nicht-gelesen-a-718236.html

Seibert: „Die Worte Sarrazins sind gar nicht hilfreich, um bei der Integration voranzukommen“. (in: Sabah Avrupa, ohne Datum)

http://www.sabah.de/de/scharfe-kritik-von-ozdemir-an-sarrazin.html

http://almanca.hukuki.net/scharfe-kritik-von-ozdemir-an-sarrazin.htm

[13] Berlin, März 2012 — Mehrere Dutzend Mitglieder des Verbandes der Studierenden aus Kurdistan YXK [Anm.: gilt als der verbotenen Untergrundorganisation PKK nahe stehend] und des Kurdistan-Solidaritätskomitees Berlin haben am Montag Abend in Berlin gegen eine Veranstaltung der in der Türkei einflussreichen Fethullah-Gülen-Gemeinde in der Berliner Humboldt-Universität demonstriert. Das Berliner Forum für interkulturellen Dialog, dessen Ehrenvorsitzender Fethullah Gülen ist, hatte zu einer Buchpräsentation einer Veröffentlichung über die Gülen-Bewegung mit der texanischen Soziologin Helen Rose Ebaugh eingeladen. Erwünscht zu der „öffentlichen“ Veranstaltung in der Bibliothek waren nur Gäste, die sich zuvor schriftlich mit Namen angemeldet hatten.

Im Aufruf zur Protestkundgebung mit dem Titel „Fethullah Gülen – ein (grauer) Wolf im Schafspelz“ erklärten die veranstaltenden Gruppen, dass die Gülen-Bewegung keineswegs für Dialog und Toleranz steht: Reißen wir Fethullah Gülen und seiner Bewegung die Maske vom Gesicht – Sie stehen für Kriegstreiberei, Repression, Ausgrenzung und Aufruf zum Massenmord in den kurdischen Provinzen der Türkei.“ Die Veranstalter der Protestaktion machten gleich zu Beginn der Kundgebung deutlich, dass sich ihr Protest nicht gegen die religiöse Überzeugung der Gülen-Anhänger richte, sondern allein gegen die politischen Machenschaften der Bewegung, die führende Positionen im türkischen Staatsapparat besetzt und ein enges Bündnis mit der Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Erdogan eingegangen ist. …

Ein Sprecher des Kurdistan-Solidaritätskomitees kündigte an, nach dieser wohl ersten öffentlichen Protestveranstaltung gegen die Gülen-Bewegung in Deutschland zukünftig verstärkt über die totalitären Ambitionen der Gülen-Gemeinde aufklären zu wollen. Im Anschluss an die Protestkundgebung begab sich ein Großteil der Teilnehmenden in das Deutsch-Mesopotamische Bildungszentrum. Dort findet zur Zeit ein zweitätiger Solidaritätshungerstreik mit mehreren Hundert kurdischen politischen Gefangenen in der Türkei statt, die sich seit Mitte Februar in einem unbefristeten Hungerstreik für ihre Rechte befinden. Zu den zentralen Forderung der Hungerstreikenden zählt die Freilassung des PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan und die Einleitung eines Dialoges für eine politische Lösung der kurdischen Frage. Allein innerhalb der letzten drei Jahre wurden über 10.000 kurdische Politikerinnen und Politiker und zivilgesellschaftliche Aktivisten fest- und 6300 von ihnen in Untersuchungshaft genommen, darunter allein sechs Abgeordnete und 17 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Für die Verhaftungen zuständig sind Sonderstaatsanwaltschaften und Polizeieinheiten, die von den Kadern der Gülen-Bewegung kontrolliert werden. In ihren auflagenstarken Medien wie der Tageszeitung Zaman rechtfertigt die Gülen-Bewegung die Verhaftungen und begleitet diese mit regelrechten Rufmordkampagnen.

aus: Kurdistan (Kurdisches Solidaritätskomitee)

http://kurdistan.blogsport.de/2012/03/20/protest-gegen-guelen-bewegung-in-berlin/

Im Internet wurde zum Protest gegen eine Buchvorstellung der US-Soziologin Ebaugh aufgerufen. Die Gruppe, die nicht mehr als 20 Teilnehmer umfasste, sieht Gülen als „Wolf im Schafspelz“.

Helen Rose Ebaugh hat die Bewegung des türkischen Islam-Gelehrten Fethullah Gülen untersucht und stellte ihre Forschungsarbeit am 19. März in der Bibliothek der Humboldt-Universtität in Berlin bei einer Veranstaltung des Forums für Interkulturellen Dialog e.V. vor. Gülen ist Ehrenvorsitzender des Vereins.

Quelle: Deutsch-Türkische Nachrichten 19.03.2012

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/03/449181/berlin-kurdische-gruppen-protestieren-gegen-guelen/

Zahlreiche Anhänger der PKK sind darüber hinaus in sogenannten Massenorganisationen organisiert, die jeweils bestimmte Berufs- und Interessensgruppen repräsentieren. Hervorzuheben sind die Jugendorganisation „Komalen Ciwan“ (sinngemäß „Gemeinschaft der Jugendlichen“), die „Kurdische Frauenbewegung in Europa“ (AKKH) und die Studentenorganisation „Verband der Studierenden“ (YXK), die besonders aktiv sind. Ebenfalls zu nennen sind die „Union der Journalisten Kurdistans“ (YRK), „Union der kurdischen Lehrer“ (YMK), „Union der Juristen Kurdistans“ (YHK), „Union der Schriftsteller Kurdistans“ (YNK), „Union kurdischer Familien“(YEK-MAL) sowie die Religionsgemeinschaften „Islamische Gemeinde Kurdistans“ (CIK), „Föderation der demokratischen Aleviten“ (FEDA), „Union der Aleviten aus Kurdistan“ (KAB), „Föderation der Yeziden Kurdistans“ (FKE) und „Union der Yeziden aus Kurdistan“ (YEK).

aus: Verfassungsschutzbericht 2010

http://www.verfassungsschutz.de/download/SHOW/vsbericht_2010.pdf

[14] Täuschen und Tarnen für die gute Sache der weiteren Islamisierung, aber nur mit dem Mogelgott und nur für Gottesfürchtige. Der alles hörende und allwissende Allah liebt nicht, dass du Boshaftes öffenlich erwähnst, es sei denn, dir wäre Übles widerfahren:

Quran 4:148 Allah does not like the public mention of evil except by one who has been wronged. And ever is Allah Hearing and Knowing.

http://quran.com/4/148

Der Unzüchtige etwa: „let him hide under Allah’s cover“ – vorher allerdings wurde er auf die grundsätzlich nachahmenswerte prophetische Anordnung hundertfach ausgepeitscht (and the Messenger ordered that he be whipped with it (a hundred times), Rechtssicherheit ist anders. Ein anderer Triebtäter erfuhr die Möglichkeit des himmlischen Vertuschens aus dem Mund des zweiten rechtgeleiteten Kalifen, ʿUmar bin al-Ḫaṭṭāb sprach: Allah had kept your secret, why did not you keep your secret? Nichtmuslime sind selbstredend bloßzustellen, die verlogene Ehrenrettung gilt nur für die Schariatreuen: he who covers a Muslim (meaning his mistakes and shortcomings).

aus: Shawana A. Aziz: Keeping Sins a Secret

in: As-Sunnah Islamic Newsletter Issue no 16, hier bei: AHYA.ORG – Authentic Islamic Resources and Information

http://www.ahya.org/amm/modules.php?name=Sections&op=viewarticle&artid=141

Whosoever covers (the sins of) a Muslim, Allah covers (his sins) on the Day of Judgment. (Reported by Bukhari)

http://sachiidosti.com/forum/islam-hadith-quran/9612-allah-cover-sin.html

he who covers up (the faults and sins) of a Muslim, Allah will cover up (his faults and sins) in this world and in the Hereafter

nach Sahih Muslim Book on Remembrence of Allah no. 4867, al-Tirmidhi Book on righteousness and upholding ties of kinship no. 1853

hier zitiert von ‚Abdul-‚Aziz ibn ‚Abdullah bin Baz, Großmufti des Königreichs Saudi-Arabien

http://www.alifta.com/Fatawa/FatawaChapters.aspx?View=Page&PageID=1200&PageNo=1&BookID=14

Das fromme Vertuschen ist begrenzt, Gegner des Propheten oder des Islam sind ja bereits dschizyabedingt kleinzumachen (feel themselves subdued, ṣaġirūn, saghiroon) und, sobald ertappt, oder bereits sozusagen prophylaktisch, unbedingt bloßzustellen. Allahgott trägt schließlich selbst den Beinamen Der Schandegeber oder Der Entehrer, al-Muḏill The Giver of Dishonour.

http://en.wikipedia.org/wiki/Names_of_God_in_Islam#List_of_99_Names_of_God_as_found_in_the_Qur.27an

Dschizya an die Herrenmenschen zahlen. Koran 9:29 and feel themselves utterly subdued; [fight] until they give the jizyah willingly while they are humbled. ṣaġirūn

ṣaġura / yaṣġuru

ṣaġira / yaṣġaru: klein sein, gering sein/werden, sich vermindern, abnehmen, jung sein, niedrig, unterwürfig, demütig sein

ṣaġara / yaṣġuru: jünger sein (bi als)

II: klein(er), gering(er) machen, verkleinern, verringern, als klein u. unansehnlich hinstellen, verächtlich machen, erniedrigen, die Diminuativform bilden

IV: verächtlich machen, als gering o. verächtlich betrachten, geringschätzen,

VI: klein, demütig werden, sich gering fühlen, sich verächtlich zeigen, kriecherisch sein

X: klein, gering finden, geringachten, wenig halten

ṣiġar: Kleinheit, Geringheit, Geringfügigkeit, Jugendlichkeit

ṣaġār: Geringheit, Unterwürfigkeit, Gefühl der Niedrigkeit

ṣaġīr pl. ṣiġār, ṣuġarāʾ: klein, gering, unbedeutend, unerheblich, winzig, niedrig, früh (Lebensalter), jung, jugendlich, minderjährig, Minderjähriger.

ʾaṣġar, f. ṣuġrā, pl.m. ʾaṣāġir, pl.f. ṣuġrayāt El.: kleiner, jünger, geringer,

ṣāġir: niedrig, verachtet, gedemütigt, kleinlaut, unterwürfig, untertan (li jm.). pl. ṣāġirūn

http://arabischdeutsch.wordpress.com/%E1%B9%A3ad/

Das Wort ṣāġirūn / saghirun im Koran (9:29)

until they pay the Jizya with willing submission, and feel themselves subdued. (Abdullah Yusuf Ali, 1872 – 1953)

until they pay the tribute readily, being brought low. ((Mohammed) Marmaduke Pickthall, 1875 – 1936)

until they pay the tax in acknowledgment of superiority and they are in a state of subjection. (Muhammad Habib Shakir, 1866 – 1939)

http://nlp.cs.nyu.edu/meyers/controversial-wikipedia-corpus/english-html/main/main_0195.html#The_Arabic_word_saghiroon

Frauenschwimmen. Swimming for women

Fatwa von Seiner Eminenz Scheich `Abdul-`Aziz ibn `Abdullah Al Al-Shaykh

Q: Some Summer centers offer swimming courses for women, but the officials in these centers do not pay any attention to women’s swimwear, which reveals their `Awrah (parts of the body that must be covered in public) in front of each another. Is swimming lawful for women? Is it permissible for them to learn swimming while wearing immodest clothing?

A: Women violating the limits of the Shari`ah (Islamic law) bring about affliction and corruption for them and others. If a woman is to learn swimming at her home, no one can prevent her, but if she is to go out of her home to the centers that teach swimming in clothes that do not cover the `Awrah, this is considered a violation of the Shari`ah. The guardians should fear Allah with regard to their daughters and should take care of this trust which Allah will ask them about. The spread of these swimming pools indicates that there is too much spare time; many girls do not get married because when suitors ask for them in marriage, they face many obstacles in most cases. So girls suffer from too much leisure and try to kill time by any means, such as going to the swimming pools. It is obligatory for every Muslim to fear Allah, protect the `Awrah of female Muslims, and take speedy action to close these swimming pools to ward off the evils that may result from them. This is because women going out, intermixing with others, uncovering their `Awrah in front of other women, and looking at their `Awrah is Haram (prohibited). It was related by Imam Muslim that Abu Sa`id Al-Khudry reported on the authority of his father (may Allah be pleased with them both) that the Messenger of Allah (peace be upon him) said: A man should not look at another man’s `Awrah and a woman should not look at another woman’s `Awrah. [*] It was also reported that the Prophet (peace be upon him) said to `Aly (may Allah be pleased with him): Do not uncover your thigh, and do not look at the thigh of a living or dead person. [**]

[*] Related by Muslim, no. 512, Book on menstruation, Chapter on forbiddance to see the private parts of someone else; Ahmad, no. 11173, rest of the section on the Hadiths narrated by the Companions who narrated a large number of Hadiths; and Al-Tirmidhy, no. 2717, Book on manners, Chapter on the dislike of a man seeing the private parts of another man, and a woman seeing the private parts of another woman.‘)

[**] Related by Abu Dawud, no. 2732, Book on funerals, Chapter on covering the deceased while washing them; and Ibn Majah, no. 1449, Book on funerals, Chapter on washing the dead. ‚Do not uncover your thigh, and do not look at the thigh of a living or dead person.‘

Abu Dawud no. 2732; Ibn Majah no. 1449

Königreich Saudi-Arabien

http://www.alifta.com/Fatawa/FatawaChapters.aspx?View=Page&PageID=49&PageNo=1&BookID=15

[15] Dialogisch fürs Neo-Christentum dem Koran entnommen: Der Eine Gott, Der Lebendige Gott sind Allahnamen, Dan. 6,27 (Er ist der lebendige Gott; er lebt in Ewigkeit) oder Matth. 16,16 (Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes) sollte uns Schariagegner über die demokratiegefährdende Jahwe-Jesus-Allah-Fusion nicht täuschen.

Allahname Nummer 66, Al-Wāḥid The One, The Unique kirchlich-proislamistisch inzwischen gerne Der Eine Gott; Allahname Nummer 62 Al-Ḥayy The Living chrislamisch, eher selten, Der Lebendige Gott.

http://en.wikipedia.org/wiki/Names_of_God_in_Islam#List_of_99_Names_of_God_as_found_in_the_Qur.27an

Der Glaube an den einen Gott als interreligiöse und politische Herausforderung … Komplementarität der Religionen (Reinhard Kirste)

http://www.rpi-virtuell.net/workspace/24686AD5-936C-476D-9EA0-65E2968590C8/eigene_publikationen/dialog%20-%20der%20eine%20gott.pdf

In a sermon on Sabbath Dec. 11, 2010, Dr. (Pastor) Dwight Nelson of Pioneer Memorial SDA Church told the world on air, 3ABN and via the Internet that: „Allah is the name of the LIVING GOD; ALLAH IS THE GOD OF THE UNIVERSE.“

http://omega77.tripod.com/allahisgod.htm

(…) der allmächtige Allah. Er ist es, der alles erschaffen hat. Er ist der Hüter aller Dinge. Ihm als Einzigem gehören die Himmel und die Erde und alles, was zwischen ihnen liegt. Es gibt keinen anderen Gott außer Ihm. Die Verse offenbaren, dass Allah, unser Herr, groß und erhaben ist:

… So ist Allah, euer Herr. Segensreich ist Allah, der Herr der Welten! Er ist der Lebendige. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Darum ruft Ihn an in aufrichtigem Glauben. Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten! (Sure 40:64-65 – Ghafir)

Es ist eine lebenslange Pflicht der Gläubigen, die Botschaft zu verbreiten, das heißt, allen Menschen von der Existenz und der Einheit Allahs zu berichten, sie zur wahren Religion zu rufen, ihnen darzulegen, was rechtens ist und das Falsche zu verbieten. … Muslime müssen die Existenz Allahs und Seine Eigenschaften in der Art und Weise beschreiben, wie Er selbst es im Quran offenbart hat:

Allah! Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Beständigen! Ihn überkommt weder Schlummer noch Schlaf. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Wer ist es, der da Fürsprache bei Ihm einlegte ohne Seine Erlaubnis? Er weiß, was zwischen ihren Händen ist und was hinter ihnen liegt.“ Doch sie begreifen nichts von Seinem Wissen, außer was Er will. Weit reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, beide zu bewahren. Und Er ist der Hohe, der Erhabene. (Sure 2:255 – al-Baqara)

Eine weitere Anforderung an den Muslim, wenn er von der Existenz und Einheit Allahs spricht, ist eine freudevolle, leidenschaftliche, aufrichtige und tiefe Liebe zu Ihm.

Harun Yahya

http://harunyahya.de/de/Makaleler/4445/DER_NAME_UNSERES_HERRN_IST_ALLAH

This is another irrefutable proof for the existence of the One God.

Fethullah Gülen

http://en.fgulen.com/questions-and-answers/1114-does-god-exist

[16] Gülen-Verherrlicher Pim Valkenberg trägt den auch koranischen Einen Gott (the One God) von christlicher Seite an die gülensche Hizmet heran:

Among contemporary Muslims, Fethullah Gülen may be one of the most interesting partners for Christians engaged in dialogue with Islam. … This is a text of enormous importance for Christian-Muslim dialogue since it clearly states that the faithful of both religions adore the same One God and Creator who will judge us all. …

Islam’s Universal Call for Dialogue

In the third section, Gülen refers to the Qur’ān and its call to the People of the Book to come to common terms concerning the One God (Q. 3: 64). …

For Christians in the West, this could mean that they stress common points in dialogue with Muslims and stress differences in dialogue with Jews. In this sense, Fethullah Gülen’s insistence on love, altruism, compassion, forgiveness and tolerance as the pillars of dialogue may be an excellent starting point for dialogue among Muslims and Christians in the broader context of Abrahamic religions.

aus: Pim Valkenberg: Fethullah Gülen’s Contribution to Muslim-Christian Dialogue in the Context of Abrahamic Cooperation

http://www.fethullahgulen.org/privacy-policy/2138.html#95

http://bennettlawfirm.typepad.com/abraham_dialogue_society/

Pim Valkenberg (Wilhelmus Valkenberg) lässt sich biographisch so darstellen:

His research concentrates on Christian-Muslim dialogue in the context of Abrahamic partnership, both in the present and in the past. His publications include a dissertation on St. Thomas Aquinas (Words of the Living God, Leuven 2000), on Abrahamic dialogue in the Middle Ages (The Three Rings, Leuven 2005) and on interreligious dialogue (The Polemical Dialogue, Saarbrücken 1997) and its future (in Studies in Interreligious Dialogue 2004).

http://www.fethullahgulenconference.org/houston/proceedings/PValkenberg.pdf

Gülen’s Approach to Dialogue and Peace: Its Theoretical Background and Some Practical Perspectives. By Gurkan Celik and Pim Valkenberg.

Published by The International Journal of Diversity in Organizations, Communities and Nations (IJD)

http://ijd.cgpublisher.com/product/pub.29/prod.443

Gurkan Celik (Gürkan Çelik)

Mr. Celik has also contributed numerous articles to journals, and is (co-)author of several publications, including `Fethullah Gülen en de dialoog´ [Fethullah Gülen and the Dialogue], 2006; Voorlopers in de Vrede [Forerunners for Peace], 2005; Hizmetkar Liderlik [Servant Leadership], 2003; Stapsgewijs naar een Nieuwe Cultuur en Leiderschapsstijl [Step by Step Towards a New Culture and Leadership Style], 2002.

http://ijd.cgpublisher.com/product/pub.29/prod.443

Valkenberg

(ed., with Gürkan Çelik), Fethullah Gülen & de Vrijwilligersbeweging

(member of the editorial board of) Peaceful Coexistence: Fethullah Gülen’s Initiatives in the Contemporary World

Sharing Lights on the Way to God: Muslim-Christian Dialogue and Theology in the Context of Abrahamic Partnership

http://trs.cua.edu/faculty2/valkenberg/publications.cfm

This article aims to examining servant leadership using an empirical example with a coherent theoretical basis. It centres on Fethullah Gülen, the initiator of a worldwide Islamic social movement. Gülen is of Turkish origin but has lived in the United States since 1999 because of the repressive political atmosphere of Turkey and due to some personal health problems. Ali Bulac defines him as a harmonizing leader and an intellectual-scholar (ulama) focussing on social reforms and mentality change.

aus: Gurkan Celik & Yusuf Alan: Fethullah Gülen as a servant leader

http://www.fethullahgulenconference.org/dallas/proceedings/GCelik%26YAlan.pdf

Gurkan Çelik is the director of the Dialog Academy, a Rotterdam-based organization that coordinates, mobilizes, and employs national and international research contacts and networks and investigates the ongoing realignment of public, private, and civil society groups.

zu: Gurkan Çelik: The Gülen Movement: Building Social Cohesion Through Dialogue and Education

http://books.google.de/books/about/The_G%C3%BClen_Movement.html?id=74NNy-ypzO0C&redir_esc=y

Anna Lindh Foundation, Rotterdam, Kontaktperson: Gurkan Celik

http://www.euromedalex.org/fr/node/3817

07.10.2010 — Internationale Konferenz:

Mapping the Gülen Movement – A Multidimensional Approach

Book Signings

* Prof Dr Helen Rose Ebaugh (The Gülen Movement. A Sociological Analysis of a Civic Movement Rooted in Moderate Islam)

* Dr Pim Valkenberg (Fethullah Gülen & de Vrijwilligersbeweging)

* Dr Gürkan Çelik (The Gülen Movement: Building Social Cohesion through Dialogue and Education)

http://www.gulenconference.nl/gc2010/

Konferenzprogramm, neben den drei uns inzwischen bekannten Namen Ebaugh, Valkenberg, Çelik darf auch der proislamistische Multifunktionsträger John Esposito nicht fehlen:

Islam and Peacebuilding. Gülen Movement Initiatives. Prof Dr John L. Esposito & Dr Ihsan Yilmaz, 2010, Blue Dome

The Gülen Movement. A Sociological Analysis of a Civic Movement Rooted in Moderate Islam. Prof Dr Helen Rose Ebaugh, 2010, Springer

Fethullah Gülen & de Vrijwilligersbeweging (Dutch). Dr Pim Valkenberg & Dr Gürkan Çelik, 2010, Damon

Fethullah Gülen and the Volunteers Movement. Dr Gürkan Çelik, 2010, Eburon

The Gülen Movement, also called the Volunteers Movement, is rooted in the teachings of Muslim scholar M. Fethullah Gülen. Aus den Redebeiträgen:

Introductory Speech: The Gülen Movement’s origin, position and potential; Prof Dr Doğu Ergil, Ankara University, Turkey

Afternoon Speech: Organization and discipline: putting hizmet to work. Prof Dr Martin van Bruinessen, Utrecht University, The Netherlands

4. Financial Dimension: What keeps the wheels turning, and what is the source of all the money behind the Gülen-inspired projects? Prof Dr Helen Rose Ebaugh, University of Houston, Texas

5. Structural Dimension: How is the movement organized, and how does the movement mobilize its participants? Dr Muhammed Çetin, Rumi Forum, Washington, D.C.

7. Gender Dimension: Where in the movement are the women, and how does the movement view females and their role in the society? Prof Dr Maria Curtis, University of Houston-Clear Lake, Texas

6. Political Dimension — What is the movement’s position on politics, and the
nature of its political activism? Dr Ihsan Yilmaz, Fatih University [Istanbul], Turkey

Closing Speech: Reflection on the Presentations Prof Dr Paul Weller, University of Derby, United Kingdom

http://www.gulenconference.nl/gc2010/files/Invitation.pdf

İHSAN YILMAZ

Forschungsinteresse:

Islamic Politico-Legal Philosophy

Islam-State-Society-Law Relations (Turkey, Britain, Pakistan)

Islam-Turkish Politics

Islamism in International and Global Perspective

Islamic Movements (HT, MB, GM)

Islam & Media & Politics (Turkey)

Forschungsprojekte, Auswahl:

• Muslims and Peaceful Co-Existence, Diaalog Academie, Rotterdam, The Netherlands, Dec 2006-Nov 2007, Ana Yönetici Amount: 150.000 USD

• Muslim World in Transition Project, LMEI, SOAS, University of London and Dialogue Society, Nov 2006-Oct 2007, Ana Yönetici Amount: 200.000 USD

Veröffentlichungen, Auswahl:

„Proactive Collective Ijtihad: Pakistan Federal Shariat Court on Justice Equality and Human Rights“, Work in Progress, Apr. 2013, pp. 1-32

„Good Governance in Action: Pakistani Muslim Law on Human Rights and Gender-Equality „, European Journal of Economic and Political Studies (EJEPS), Vol. 4, No. 2, Dec. 2011, pp. 157-170

„Socio-Economic, Political and Theological Deprivations’ Role in the Radicalization of the British Muslim Youth: The Case of Hizb ut-Tahrir“, European Journal of Economic and Political Sciences (EJEPS), Vol. 2, No. 1, Apr. 2009, pp. 89-101

„Dynamic Legal Pluralism in England: The Challenge of Postmodern Muslim Legality to Legal Modernity“, Journal of Ethnic and Migration Studies, Vol. 28, No. 2, May. 2002

„Instrumentalist Use of Secular Law in Turkey and the Emergence of Unofficial Turkish Muslim Law“, The Middle East Journal, Vol. 56, No. 1, Mar. 2002

„Law as Chameleon: The Question of Incorporation of Muslim Personal Law into the English Law“, Journal of Muslim Minority Affairs, Vol. 21, No. 2, May. 2001

„Legal Pluralism in Turkey: Persistence of Muslim Laws“, International Journal of Turkish Studies, Vol. 7, No. 1&2, Apr. 2001, pp. 110-124

„Muslim Law in Britain, Reflections in the Socio-Legal Sphere and Differential Legal Treatment“, Journal of Muslim Minority Affairs, Vol. 20, No. 2, May. 2000

http://public.fatih.edu.tr/?cv,9309&language=EN

Die Fatih University (Istanbul) publiziert das European Journal of Economic and Political Studies (EJEPS). Dort wird eine angebliche doppelte Diffamierungskampagne gegen Fethullah Gülen analysiert. Resurrection of New Ottoman Empire, and Universal Caliphate

The theme of a resurrection of the Ottoman Empire or establishing a new Ottoman Empire and universal caliphate is also covered by many defamatory English articles. However, Aland Mitzell and Paul Williams are the leading figures in this theme.

Dogan Koc: Strategic Defamation of Fethullah Gulen: English vs. Turkish

http://ejeps.fatih.edu.tr/docs/articles/122.pdf

FM Davutoğlu praises Gülen’s contribution to education

Turkey’s Foreign Minister Ahmet Davutoğlu has praised Turkish Islamic scholar Fethullah Gülen’s support for educational activities in foreign countries, along with his efforts to inspire intercultural and interreligious dialogue. …

He described the participants as people taking to the road to disseminate love, peace and equality around the globe. “God bless the people who organize, assist and contribute to these activities, in particular Gülen, for his inspiration,” Davutoğlu said.

The 10th International Turkish Olympiads, which brings together hundreds of foreign students each year from Turkish schools established throughout the world, is preparing to offer glorious performances from 1,500 foreign students representing 135 countries this year.

Another event held as part of the Olympiads was a three-day-long exhibition of stalls showcasing the dress and cultural symbols of different cultures.

auch bei: Today’s Zaman Tuesday, 05.06.2012

http://en.fgulen.com/press-room/news/4185-todays-zaman-fm-davutoglu-praises-gulens-contribution-to-education

Die katholische Akademie in Stuttgart hat sich in den letzten Jahren einen Ruf erworben als Ort des konstruktiven und offenen Gesprächs mit Muslimen. Mit den beiden Vereinen „Süddialog“ und „Begegnungen“ fand jetzt zum ersten Mal eine gemeinsame Veranstaltung mit Vertretern der Gülen-Bewegung statt. Die Bewegung des türkischen, in den USA lebenden Intellektuellen Fethullah Gülen, ist nicht unumstritten, hat sich aber vor allem die Themen Bildung und Dialog auf die Fahnen geschrieben. …

In der ersten Drei-Religionen-Schule Deutschlands sollen die muslimischen Lehrerinnen Kopftuch tragen dürfen und der jüdische Theologe, der Religion unterrichtet, die Kippa. „Die Schule strahlt auf das Miteinander der Religionen in Osnabrück aus“, ist sich Winfried Verburg vom Bistum Osnabrück jetzt schon sicher. Sie wird ein Beitrag für die interreligiöse Öffnung der Gesellschaft sein.

aus: Claudia Mende: Für eine interkulturelle Öffnung

in: qantara 10.05.2012

http://de.qantara.de/Fuer-eine-interkulturelle-Oeffnung/19056c20045i0p20/index.html

Claudia Mende interviewt Said-Ramadan-Sohn Tariq Ramadan: „Es gibt kein islamisches System, nur islamische Prinzipien“, bei qantara 27.05.2009

http://de.qantara.de/Es-gibt-kein-islamisches-System-nur-islamische-Prinzipien/3963c4057i1p411/

Drei-Religionen-Schule (Osnabrück)

„Einen religiösen Mischmasch wird es nicht geben“, sagt die designierte Schulleiterin Birgit Jöring. Die Kinder sollten sich zunächst ihrer eigenen Wurzeln vergewissern, um dann zu erfahren, wo die Berührungspunkte mit den anderen Religionen liegen. Johannes, der Namenspatron der Schule, spiele zum Beispiel in jeder der drei Religionen eine Rolle. …

Während die Drei-Religionen-Schule sich von Jahrgang zu Jahrgang aufbaut, wird die alte Johannisschule auslaufen. Doch keiner der alten Lehrer möchte bei der neuen Schule mitmachen. „Wir unterstützen das öffentliche Schulsystem und sind grundsätzlich gegen private Träger“, sagt die kommissarische Schulleiterin Bielefeld.

aus: Gernot Knödler: Streit um Drei-Religionen-Schule

in: taz 14.06.2012

http://www.taz.de/GLAUBEN-/!95383/

Osnabrück. Im Schuljahr 2012/2013 startet das Bistum Osnabrück die bundesweit erste Drei-Religionen-Schule: Christliche, muslimische und jüdische Grundschüler werden dort gemeinsam lernen. Dafür soll die Johannisschule als katholische Bekenntnisschule in städtischer Trägerschaft in den nächsten drei Jahren auslaufen. Alle 13 Lehrer der Johannisschule lehnen die Drei-Religionen-Schule ab.

Die Johannisschule soll in den nächsten drei Jahren auslaufen. In dieser Zeit wird es beide Schulen parallel geben. Einen Wechsel lehnen die Pädagogen jedoch ab. Lieber lassen sie sich vom Land versetzen.

„Das ist für uns nicht Integration, sondern Exklusion“, sagt die kommissarische Schulleiterin Silvia Bielefeld zum Konzept des Bistums.

aus: Streit um Osnabrücker Drei-Religionen-Schule

in: noz 14.06.2012

http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/niedersachsen/64727645/streit-um-osnabruecker-drei-religionen-schule

[17] Narrated Abu Huraira (May Allah be pleased with him): Allah’s Apostle (peace be upon him) said, „Verily, Faith returns and goes back to Medina as a snake returns and goes back to its hole (when in danger).“ (Bukhari Volume 3, Book 30, Number 100)

http://www.irfi.org/articles/articles_1001_1050/makkah_and_madinah.htm

From Ibn Umar (ra) that the Prophet (sas) said: „Verily Islam started out strange and will return to being strange just as it started and it will shrink back to between the two Mosques like a snake retreating into its hole.“

http://www.islamtomorrow.com/khutubs/Salim_Morgan/No_Shame_Do_Whatever.htm

Faith will crawl back to the Madina like a snake crawls back to its hole.

http://answering-islam.org/Mna/frag1.1.html

I then tended towards the Salafi view a little later, assuming that Mecca and Medina (especially Medina) would always remain under the dominion of the correct sect (as per the Hadith about „faith returns to al-Medina like a snake returns to it’s hole“

http://www.interfaith.org/forum/sunni-vs-shia-5375-2.html

Wer ist ein Sahabi?

[Kriterium d] Die Äußerung einer muslimischen Vertrauensperson, dass er selbst ein Sahabi ist. Damit jedoch solch eine Äußerung gilt, muss diese Person spätestens im Jahre 110 der Hidschra (728 n. Chr.) verstorben sein. Denn der im Jahre 11 der Hidschra (632 n. Chr.) verstorbene Prophet berichtete kurz vor seinem Tod: „In hundert Jahren wird keiner der heute Lebenden mehr am Leben sein.” (Muslim, „Fadail al-sahaba”, 53) und dies bedeutet, dass die Generation der Sahaba im Jahre 110 der Hidschra (728 n. Chr.) zu Ende ging. Aufgrund dessen wurden diejenigen, die sich nach dieser Zeit als Sahabi ausgaben, nicht als solche anerkannt und der Lüge bezichtigt.

Dr. Mehmet Efendioğlu

http://islamischerverein.wordpress.com/2011/12/page/9/

Die Gefährten waren die glücklichen Menschen, welche den Propheten Muhammad (sav), das größte Geschenk und der größte Segen für die Menschheit, bewusst erlebten. … Die Gefährten versuchten, sein Licht im Spiegel ihres Gedächtnisses zu reflektieren, ein Licht, welches aus der Liebe und der Barmherzigkeit des Propheten entspringt.

http://www.derletzteprophet.info/die-gefahrten

http://islam-auf-deutsch.de/islamische-geschichte/81-die-prophetengefaehrten-al-sahaba/898-die-gefaehrten

[18] Türkei beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Unmenschliche / erniedrigende Behandlung: 243 Verurteilungen

Freiheit und Sichrheit: 554 Verurteilungen

Faires Verfahren: 729 Verurteilungen

Meinungsfreiheit: 207 Verurteilungen

Schutz des Eigentums: 611 Verurteilungen

Verurteilungen gesamt: 2.747

http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Gerichtshof_f%C3%BCr_Menschenrechte#Verurteilungsstatistik

[19] Islamophobie ist auch bei der Gülenbewegung ein beliebter Vorwurf gegen unbestechlich säkulare Menschenrechtsuniversalisten oder sonstige Gegner der Schariagesetze. Islamkritischer Widerspruch ist unerwünscht:

Gulen movement challenges Islamophobia, contributes to peace

http://www.fethullah-gulen.net/news/gulenmovement-islamophobia-peace/

The attacks of September 11, 2001 embody not only a physical hijacking of planes with the intention to kill thousands of innocent people, a concept forbidden in the Qur’an, but also represent a hijacking of Islam itself. As Fethullah Gulen, a prominent Muslim scholar and activist, stated “ A real Muslim, who understood Islam in every aspect, cannot be a terrorist. It is hard for a man to stay as a Muslim if he becomes involved in terror.” Now is not the time to draw lines in the sand and to qualify and quantify people by how they look or what religion they practice. To quote Jalal ad-Din Muhammad Rumi, famous poet and 13th-century Islamic Sufi philosopher, “Don’t hate me because I am you.” Xenophobia, Islamophobia and hate based on an ignorant “us versus them” mentality are of the past, of death and destruction. Now is the time to unify and to celebrate our common humanity in the face of those extremists who would destroy it and us.

INTERCULTURAL DIALOGUE INSTITUTE (IDI), Toronto, Canada

http://www.interculturaldialog.com/recent-news/

ebendort, Suchbegriff Gülen

http://www.interculturaldialog.com/?s=G%C3%BClen&task=search

[20] To further its pursuits of interreligious dialogue, the Gulen movement has created the Intercultural Dialogue Platform as a project of the movement’s Istanbul-based Writers and Journalists Foundation. The IDP has been particularly active in sponsoring and organizing “Abrahamic” dialogues with high-ranking representatives of Judaism, Christianity, and Islam. The Gülen movement also organizes associations for the promotion of interreligious activities at the local and regional level, such as the Cosmicus Foundation in the Netherlands, the Australian Intercultural Society in Melbourne, the Friede-Institut für Dialogue in Vienna, the Interfaith Dialog Center of Patterson, New Jersey, Houston’s Institute of Interfaith Dialog, and the Niagara Foundation of Chicago, and, here in southern California, the Pacifica Institute, all of which take independent initiatives toward promoting interreligious understanding and cooperation.

http://www.rumiforum.org/academic-papers/the-contribution-of-interfaith-dialogue-to-peace-building.html

http://www.thomasmichel.us/interfaith-dialogue.html

Fr. Thomas Michel was born in St. Louis, U.S.A., in 1941. He was ordained a Catholic priest of the Archdiocese of St. Louis in 1967. In 1969, he entered the Society of Jesus (Jesuits) in Yogyakarta, Indonesia. After studying Arabic and Islamic studies in Egypt and Lebanon, he completed his studies and received a doctorate in Islamic theology at the University of Chicago in the U.S.A. His doctoral thesis was directed by Professor Fazlur Rahman and entitled “Ibn Taymiyya’s Al-Jawab al-Sahih: A Muslim Theologian’s Critique of Christianity.” In 1978, after a year teaching at Columbia University in New York, he returned to Indonesia where he taught Islamic studies at the Catholic Faculty of Theology in Sanata Dharma University and Christian theology at Islamic theological institutes.

In 1981, Fr. Michel began work in the Vatican’s Pontifical Council for Interreligious Dialogue, where he became Head of the Office for relations with Muslims. …

He continues to teach in Indonesia, Malaysia and the Philippines. He is now living in Ankara, Turkey and has published extensively on modern Muslim thnkers such as Said Nursi and Fethullah Gülen. In 2008, he received the International Tschelebi Peace Prize from the Zentralinstitut-Islam-Archiv-Deutschland in Soest, Germany … In 2010, he was awarded the degree of Doctor of Theology by the Catholic Theological Union of Chicago, Illinois.

http://www.thomasmichel.us/biography.html

Fazlur Rahman

http://en.wikipedia.org/wiki/Fazlur_Rahman_Malik

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/31/Fazl_ur_Rahman_Dr..jpg

M Yahya Birt: The Message of Fazlur Rahman (1996)

http://www.freerepublic.com/focus/fr/531762/posts

The most important and comprehensive concept for describing Islam as a function is the concept of the Shari’a or ‚Shar‘ … The correlate of Shari’a is Din, which literally means ’submission‘, ‚following‘. Whereas Shari’a is the ordaining of the Way and its proper subject is God, Din is the following of that Way and its subject is man. … From the very beginning, a definite practical intent was part of the concept of the Shari’a: it is The Way, ordained by God, wherein man is to conduct his life in order to realize the Divine Will. It is a practical concept having to do with conduct as such. But it includes all behaviour-spiritual, mental and physical. Thus it comprehends both faith and practice: assent to or belief in one God is part of the Shari’a just as are the religious duties of prayer and fasting, etc. Further, all legal and social transactions as well as all personal behaviour, is subsumed under the Shari’a as the comprehensive principle of the total way of life. But the problem is: how is the Shari’a to be known? …

the main reason seems to be that this law was looked upon as flowing necessarily from the principles of the Qur’an and the Sunna and was further consecrated by Ijma‘. The Ijma‘, as we have said in Chapter IV, was considered final, the ‚gate of ijtihad‘ ( original thinking) was closed and, therefore, no thinker, however bold, dared to touch it. …

the fact that law was regarded as immutable. But this argument can be pushed too far and would not hold good for the early, creative phase of Islamic law.

aus: Fazlur Rahman: Islam (Preliminary-Development of the Concept of Shari“a – The Traditionalist Reform: Ibn Taymi’ya – The Shari“a and the Law; i. e. Chapter VI from the book Islam [Anchor Book, 1968], pp. 117-137)

http://www.findthatdoc.com/search-4629650-hDOC/download-documents-f_rahman_shariah.doc.htm

[21] mit dem Zweck, Gott zu gefallen

http://de.fgulen.com/content/view/127/4/

Da jedoch Ikhlas, also die Reinheit der Absicht, eines der wichtigsten Konzepte in der Gülen-Bewegung ist, geht es ihren Ehrenamtlichen nur um die Anerkennung Gottes. „Ein Diener Gottes darf ausschließlich Seine Anerkennung und Sein Wohlgefallen anstreben. Das Herz dieses Dieners darf sich ausschließlich mit Ihm beschäftigen“.

http://de.fgulen.com/content/view/354/24/

Allen Schwierigkeiten zum Trotz, betrachten sie ihren ganzen Besitz als einen Gunstbeweis Gottes und geben ihn dahin auf dem Wege Gottes – allein um Seines Wohlgefallens willen und mit einer solchen Selbstverständlichkeit, dass sie anschließend schnell wieder vergessen, was sie Gutes getan haben. Diese Eigenschaft bleibt all jenen vorbehalten, die Gott sehr nahe stehen. Ihnen bereitet es eine weitaus größere Freude zu geben als zu nehmen.

http://de.fgulen.com/content/view/310/30/

wenn jemand fastet, ohne dass er dabei versucht, Gottes Wohlgefallen zu finden, wird er für sein Fasten nicht belohnt.

We have no other target than attaining the consent and pleasure of God.

aus: Fethullah Gülen: ‚I have no other goal than to please God‘

http://en.fgulen.com/press-room/news/3733-michele-brignone-oasis-fethullah-gulen-i-have-no-other-goal-than-to-please-god

[22] Islamisierung Belgiens. Dezember 2010, eine Gülen-Professur an der Katholischen Uni zu Leuven wird aufgebaut:

Belgium’s Catholic University of Leuven established a Fethullah Gulen chair in consistence with Mr. Gulen’s work. The university officials refer to the new chair as a “source of pleasure.” The chair also shows the importance of Fethullah Gulen’s contributions to intercultural coexistence efforts around the world.

The Fethullah Gulen Chair for Intercultural Studies was established with the efforts of the Brussels-based Intercultural Dialogue Platform (IDP), whose honorary chairman is M. Fethullah Gulen. An inauguration ceremony was held on Monday at the university. As part of an agreement signed between the IDP and the university, the chair will carry out academic research and organize conferences for five years.

Social and Cultural Anthropology Professor Johan Leman, who will be the chair holder, and university Rector Mark Waer expressed pleasure to host the chair. In a statement he released on the occasion of the establishment of the chair, Leman said that as an intellectual and spiritual leader, Fethullah Gulen has encouraged his Muslim fellows to take initiatives to build bridges, particularly between Islam and modernity, science and spirituality, and reason and faith. … IDP Chairman Şerafettin Pektaş told Today’s Zaman that they see the establishment of the chair as the extension of their 10 years of work in Brussels.

http://www.fethullah-gulen.org/news/catholicuniversity-leuven-gulenchair.html

das wird natürlich sogleich abgedruckt … im Gülen-eigenen Istanbuler Hausblatt. TODAY’S ZAMAN 09.12.2010: Catholic University of Leuven establishes Fethullah Gülen Chair

http://www.todayszaman.com/news-229163-catholic-university-of-leuven-establishes-fethullah-gulen-chair.html

Fethullah Gülen Chair for Intercultural Studies (GCIS)

07.12.2010

http://www.kuleuven.be/mecenaat/leerstoelen/sw/FetullahGulenChair_071210/index.html

Johan Leman (Aalbeke, 18 november 1946) is een pater dominicaan, professor in de sociale en culturele antropologie en in België vooral bekend als voormalig directeur van het Centrum voor Gelijkheid van Kansen en voor Racismebestrijding het CGKR. … Sinds 2011 is hij ook chair holder leerstoel GCIS (Fethullah Gülen Chair for Intercultural Studies) aan de KU Leuven. Hij is heden voorzitter van het Regionaal Integratiecentrum vzw Foyer in Sint-Jans-Molenbeek, waarvan hij directeur was van 1981 tot 1989.

http://nl.wikipedia.org/wiki/Johan_Leman

Johan Leman, KU Leuven

http://www.kuleuven.be/wieiswie/en/person/00003612

[23] Islam ist ein arabisches Wort und heißt Unterwerfung, Hingabe und Gehorsam. Als Religion steht Islam für völlige Unterwerfung unter den Willen Gottes und absoluten Gehorsam Ihm gegenüber. Eine weitere wahrheitsgetreue Bedeutung des Wortes Islam ist Frieden. Das heißt, dass man wirklichen körperlichen und geistigen Frieden nur durch Unterwerfung und Gehorsam Gott gegenüber erlangen kann. Ein solches Leben des Gehorsams gibt dem Einzelnen innere Ruhe und legt damit den Grundstein für den wirklichen Frieden in der Gesellschaft im Großen.

Da also die gesamte Schöpfung dem Gesetz Gottes gehorcht, folgt das ganze Universum im wahrsten Sinne des Wortes der Religion des Islams, denn Islam bedeutet nichts anderes als Unterwerfung und Gehorsam Gott gegenüber. Die Sonne, der Mond, die Erde und alle anderen Himmelskörper sind daher ‘Muslime’. Ebenso Luft, Wasser, Wärme, Steine, Bäume und Tiere: alles im Universum ist ‘Muslim’, denn es gehorcht Gott durch Unterwerfung unter Seine Gesetze.

Maududi

aus: Towards Understanding Islam. Betrachtungen zu Abul Aʿlā Maudūdī: Weltanschauung und Leben im Islam. Von Jacques Auvergne (2012).

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2012/03/23/288/

218. Ahmet Davutoğlu

10. Februar 2011

انفصالي

infiṣālī

separatistic

sezessionistisch

Religionspolitik als Sezession aus dem Universellen

Zum »Alternative Paradigms. The Impact of Islamic and Western Weltanschauungs on Political Theory« des Ahmet Davutoğlu. Jacques Auvergne übersetzt und kommentiert den an Koran und Scharia orientierten langjährigen außenpolitischen Berater von Recep Tayyip Erdoğan.

Ob der bärtige Schweizer Missionar Nicolas Blancho (1) von der Steinigung redet oder der am französischen IESH ausgebildete bayerische Schariagelehrte Bajrambejamin Idriz vom Islam, sei es auf der Deutschen Islamkonferenz oder im lokalen interreligiösen Dialog, muslimische Religionsführer provozieren den in Ausdünnung befindlichen säkularen Staat kraftvoll im Namen der vor dem ewigen Verderben zu rettenden muslimischen Seele und vor allem im Namen des angeblich so andersartigen Orients.

Mit Orient oder orientalisch ist seit Ali Schariati („Gharbzadeghi“ für „Westitis, Okzidentose“) freilich „anti-westlich“ gemeint oder vielmehr gegenmodern, denn sinngemäß bekennt jeder Schariafreund: Mein Nein zum Okzident ist mein Nein zur AEMR. Koranbasiert glaubensbewegte (islamisch revolutionäre) Szenen vermarkten ihre Kontrastkultur des Hasses auf die Meinungsfreiheit und die Gleichberechtigung der Frau gekonnt als charmanten Jugendprotest oder als einfältig fromme Suche nach den sozialen und seelischen außereuropäischen, sprich medinensischen, Ursprüngen, das Ziel dieser Islampolitiker bleibt, solange es eine freiheitliche Demokratie gibt, das religiös begründete Sonderrecht, die Rechtsspaltung.

Der so genannte Westen dient dabei lediglich als willkommenes Mittel der Erweckung von Schuldgefühlen (die Kreuzzüge, die Kolonialzeit), und dass sich nichtmuslimische Nationalisten und sonstige, oft rechts- oder linksradikale Kritiker der offenen Gesellschaft zunehmend auf dem Gleis des Abendländischen oder des Europäischen zu bewegen beginnen, erleichtert dem Islamischen Revolutionär bekanntlich die Arbeit (2). Wer das famose Abendland verteidigt und nicht die AEMR, wer seine Werte „europäisch“ nennt und nicht universell, baut fleißig mit am Kalifat.

Wissenschaftlichkeit beispielsweise ist nicht westlich oder christlich, schließlich fällt ein angehobener und dann losgelassener Stein in Pjöngjang oder Teheran nicht anders nach unten als in Paris oder Köln. Wir haben die Gleichberechtigung der Atheisten oder Frauen auch unter kurdischen Jesiden oder orthodoxen Hindus durchzusetzen und würden den global denkenden Islamisten durchaus dienen, wenn wir Koranlästerung oder Apostatenmord lediglich als unabendländisch oder unchristlich erklären, zumal Jesus in der Tat noch keine Lizenz zum Töten hatte, weil der Dīn noch nicht vollständig herab gesendet worden war.

Gelebter koranbasierter Glaube (ad-Dīn) ist die Herabsetzung der Frauen, die emotional wie juristisch durchzusetzen ist. Scharialobbyisten wissen: Die am 10.12.1948 mit weltweitem Anspruch aufgestellte Norm der Gleichbehandlung ist religiös begründet zu überwinden, sie werden sagen: Meine Damen und Herren, anders als Hitler und Honecker haben Sie doch nichts gegen Religion?

Zu Beginn der Neunziger Jahre und damit zum Auftakt einer Tätigkeit als Assistenzprofessor an der Islamischen Universität von Malaysia begann der Ahmet Davutoğlu (3) damit, Gedanken zur angeblichen Wesensverschiedenheit von Islam und Okzident zusammenzufassen. Sie wurden 1994 als »Alternative Paradigms. The Impact of Islamic and Western Weltanschauungs on Political Theory« publiziert, wobei der größere Teil seiner philosophischen Gottesbeweise bereits in der 1990 beendeten Doktorarbeit erschienen ist.

Davutoğlu:

1. Lange Zeit waren viele Gelehrte und Politiker davon überzeugt, dass der übliche westliche Lebensstil, Denkstil und Politikbetrieb leicht und rasch von den Muslimen adaptiert werden würde, ohne dass diese ihr Islamisches Glaubens- und Regelsystem abschwächen oder gar aussetzen würden oder müssten. Doch zum allgemeinen Erstaunen begannen gerade diejenigen muslimischen Intellektuellen, die die westlichen Lebensweisen und Theorien besonders gründlich studiert hatten, sich dezidiert zu ihrer persönlichen Einbindung in ihre spirituellen und soziokulturellen Normen des Islam zu bekennen.

Qutb, Maududi, Schariati, Erbakan.

Davutoğlu verschweigt diese vier Namen bewusst, und deutet an, das Verschmähen der AEMR sei eine Art von Naturgesetz. Unhinterfragbar wird die Menschheitsbevölkerung in Nichtmuslime („der Westen“) und Muslime gespalten, in zwei globale Kollektive mithin, die einander auf ewig religiös und kulturell wesensfremd zu bleiben hätten, um nur ja ihre „Wurzeln“ nicht zu verlieren, ihre „Identität“.

In den 1980er Jahren erschienen dann auch die ersten Bücher zum Thema dieses „Islamischen Revivalismus“ (Esposito 1980 und 1983, Mortimer 1982, Pipes 1983).

Der professionelle Schariaverharmloser John Esposito (4) sitzt heute in der rechtsspaltend aktiven United Nations Alliance of Civilizations (AoC), gemeinsam mit Hodschatoleslam Chatami, den der deutsche Wissenschaftsrat (WR) für Sommer 2010 skandalöserweise nach Köln eingeladen hatte (5).

Begriffe wie fundamentalistisch oder radikal, wie sie die Orientalisten so gerne verwenden, um aus der Masse der simplen Muslime diejenigen Gruppen abzuheben, die dezidiert darauf hinarbeiten, eine Islamische Seinsweise, einen Islamischen Way of Life in einem ganzheitlichen, umfassenden gesellschaftlich-politischen Rahmen zu verwirklichen, offenbaren lediglich die Unschärfe und damit Unbrauchbarkeit dieser beiden Begriffe.

Salafismus als Lifestyle klingt für manch einen nichtmuslimischen enthemmten Fremdenfreund alternativ und protestkulturell, exotisch und aufmüpfig. Das Kalifat als Way of Life.

Ahmet Davutoğlu leitet damit über zum wortreich und raffiniert, aber letztlich wenig überzeugenden Darstellen einer „semantischen Kluft“, die den „Westen“ schlicht dazu unfähig belasse, den Islam als Zivilisation auch nur exakt zu beschreiben. Europäern, Nichtmuslimen jedenfalls, fehle das Vokabular und damit das Werkzeug, die Scharia angemessen zu würdigen. Aus dieser sprachlichen Unzulänglichkeit resultiere die Unfähigkeit des wissenschaftlich verhafteten Denkens über die Schönheit und Harmonie der Islamischen Gesellschaftsordnung.

Nichtislam sei ein Herausreißen aus der Harmonie kosmischer Zusammenhänge. Ratio und rational begründete Justiz ist für Davutoğlu damit eine Art von Grausamkeit, allemal eine seelische Kälte.

2. In Wesen und Angelegtheit ist der Islam als eine Weltanschauung zu bezeichnen, die als eine ganz grundsätzliche Alternative zur philosophisch-politischen Tradition des Westens anzusehen ist.

Murad Wilfried Hofmann, zwischen 1987 und 1994 war der Jurist, konvertierte Muslim (1980) und Bundesverdienstkreuzträger (1984) deutscher Botschafter in Algerien und Marokko, wählte das Propagieren des unterdrückerischen und frauenfeindlichen Islam als Alternativkonzept und Kontrastkultur gleich zum Buchtitel: Der Islam als Alternative (6).

Auch Allahs Diplomat zauberte mit dem Trick, dabei Wittgenstein missbrauchend, dass die reale menschliche Erkenntnisfähigkeit, bedingt durch ungenaue oder unzutreffende Wortwahl oder jedenfalls Sprache, allzu oft nicht in der Lage sei, die überlegenen Werte des Islam anzuerkennen.

Dass ein in den USA oder in Europa bereits halbwegs vollumfänglich (Familienrecht, Erbrecht) gelebter originärer Islam den Ausstieg des Muslims aus einem jeden AEMR-basierten Recht bedeutet, sollen die Nichtmuslime, so locken Davutoğlu und Hofmann, also bitteschön sehend „tolerieren“ oder gerne auch übersehen.

Du brauchst nicht so genau hinzuschauen, Demokrat, der Schariafreund sieht für dich. Erkenntnistheoretisch kannst du dich seines empfindsamen Bewertens von Frauenrechten sowieso nicht annähern. Mach es dir nicht so schwer und betrachte Mohammed einfach als den eigentlichen Feministen.

Oder denke anders und behalte deine Gesetze und lass uns Muslime ein „alternatives“ (gesondertes) Recht sprechen. Ohne Zweitfrau und neunjährige Ehefrau laufen wir schließlich in Gefahr, unsere andersartig angelegte kulturelle (islamische) bzw. religiöse (islamische) „Identität“ zu verlieren.

Einerseits begegnen uns simplifizierende Erklärungen der Islamischen Wiederbelebung (Islamic Revival). So meinte Pipes (1983) ernsthaft, dass nur der aktuelle Ölboom für die scheinbar weltweite politische Machtzunahme des Islam ursächlich sei, das Islamic Revival sei damit nichts als ein flimmerndes Phantom, eine optische Täuschung und Fata Morgana. In jedem Fall, so argumentiert Pipes weiter, könne der [aktiv demokratieverweigernde] politische Islam nur von kürzester welthistorischer Dauer sein.

Davutoğlu liegt richtig. Der geschmeidige Schönredner und Leiter des Middle East Forums Daniel Pipes, zu Harvard-Studienzeiten war sein eigener Vater dort Professor, hat vom Islam, den er krampfhaft vom Islamismus abgrenzt, nach Jahrzehnte währender Beobachtung immer noch keine Ahnung oder arbeitet, kapitalismusnah und königlich saudifreundlich, auf ein globalisierungstaugliches Zwei-Nationen-Modell hin, das die AEMR der Scharia im Zweifelsfall höflich nachordnet. Wer die neokonservative Freundschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien ebenso verteidigen muss wie diejenige zwischen den USA und Israel, muss wohl genau dort landen, wo Daniel Pipes thront und uns, etwas verbissen, das Märchen vom demokratiefähigen Islam verbreiten.

Herumgereichte Placebo-Islamkritiker gibt es damit nicht nur von politreligiöser („islamistischer“) Seite, man denke an die schariatreue Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi oder die kopftuchlose Kämpferin für den Schleier Emel Zeynelabidin, sondern auch von Kfz- (Abdullahi an-Na’im, sponsored by FORD) bzw. Erdöllobby, reaktionärer Kirchenpolitik (Rowan Williams) sowie von wertkonservativ daherkommenden Türkeiverstehern (Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)). Das islamwissenschaftlich ausgebildete derzeitige KAS-Mietmaul ist Mathias-Rohe-Schüler Michael Kiefer, einer der mittlerweile zahlreichen einflussreichen Befürworter eines Islamischen Religionsunterrichts an staatlichen Schulen.

2. Ziel dieses Buches ist die Entwicklung einer vergleichenden Analyse zwischen der Westlichen und der Islamischen Politiktheorie und Gesellschaftsbetrachtung. … Die Frage, wie und durch welche Prozesse diese beiden alternativen Gesellschaftskonzepte, jeweils vermittelt durch ein Gefüge von unlösbar tief verankerten Werten, auf die politischen Vorgehensweisen wirken, ist der besondere Schwerpunkt dieses Buches.

Ahmet Davutoğlu ist der Ansicht, dass eine Wertedebatte unter Nichtmuslimen für alle Zeit zu anderen Ergebnissen führen muss als eine innermuslimische. Eine gemeinsame Werteordnung brauche und könne es nicht geben (es sei denn, die islamische).

In Fortsetzung der Kulturpolitik des Wegbereiters der Islamischen Revolution Ali Schariati sind auch für den türkischen Kulturkreistheoretiker und jetzigen Außenminister Schariavolk und westlich Geprägte abhäsiv wie Öl und Wasser, verfeindet wie Hund und Katz.

Es gibt zwei Sorten Mensch. Koranbasierter Kulturrassismus, geeignet, die USA und Europa so zu zerlegen wie den indischen Subkontinent.

Ohne Schariaverweigerer (Nichtmuslime) gibt es keine Muslime, das Höllenfeuer dort braucht schließlich Brennmaterial und der Sittenwächter der Ḥisba auf Erden einen berechtigten Anlass, zuzuschlagen. Islam ist Feindbildbedürftigkeit.

3. Das Problem der Nomenklatur (nomenclature) und des konzeptionellen Rahmens (conceptual framework)

Ihr Nichtmuslime missversteht uns und unseren Islam, eure Übertragung des Begriffes vom Dīn, von der Religion, ist falsch:

Im Zentrum jeder vergleichenden Untersuchung zwischen der Islamischen und der Westlichen Zivilisation begegnet uns das Problem der Nomenklatur, der unterschiedlichen Benennung.

Angesichts der unaussprechlich erhabenen islamischen Pracht ist und bleibt der nichtmuslimische Passant verwirrt. Allahgott als Hütchenspieler bzw. sein türkischer Kalif Davutoğlu bringt, bei Nutzbarmachung der Herren Schleiermacher, Tillich und Husserl, den Abendländern das korrekte Denken bei.

Zum Zwecke der Überwindung der Wissenschaft und der wissenschaftlich fundierten AEMR muss ein zweifaches kontrolliertes Vokabular her, den Dhimmis und den Schariafreunden ihr jeweils eigenes Glossar. Im Glücksfall reicht eine Chiffre gleich für beide Anwendergruppen: „Sichtbarwerdung des Islam“ (Nilüfer Göle), „Verkörperte Alterität im öffentlichen Raum“ (Simonetta Tabboni), „Komplementarität der Religionen“ (Pfr. Dr. Reinhard Kirste), „kulturelle Differenz“ (Barbara John), „Flexibilität der Scharia“ (Ömer Özsoy), „Islam heißt Frieden“ (Zaqzouq, IGD, ZMD, ENFAL, „Familialismus, Virginität“ (Ursula Boos-Nünning), „im Kern friedliche Religion“ (Hans-Gert Pöttering, Horst Köhler) oder „religionsbezogene Wissenschaften“ (Wissenschaftsrat (WR)). Solches lässt man die Dhimmis plappern, während unsere Koranfreunde von Hidschab, Scharia und Kalifat wissen.

In seinem Roman 1984 (verfasst 1946/47, erschienen 1949) nannte George Orwell eine kalkulierte Sprachveränderung durch die politisch Mächtigen Newspeak, Neusprech.

Klares Reden würde Davutoğlus Gejammer über die Begrifflichkeit allerdings rasch als faulen Zauber entlarven. Der Dschihad der Nomenklatur bedarf daher zunächst der Zerstörung der Deutschen (und Französischen und Englischen) Sprache. Wer dann noch klar denkt, wird öffentlichkeitswirksam als Brunnenvergifter etikettiert, der Lächerlichkeit preisgegeben oder solange niedergeschrieen, bis er sich („funktional, tolerant“) anpasst. Als Islamstratege macht man das, bevorzugt, noch nicht einmal selber, sondern lässt nichtmuslimische Liebhaber des Amorphen und Antietatistischen (Sabine Schiffer) bzw. des organisierten Christentums (Rowan Williams, Jean-Louis Tauran) diese Rolle übernehmen oder greift zurück auf bewährt schariatreue echte oder angebliche Nichtmuslime wie Jörg Lau (verheiratet mit Mariam Lau, der Tochter von Bahman Nirumand), Mathias Rohe (Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR)) oder Thorsten Gerald Schneiders (Ehemann von Lamya Kaddor).

7. Auf der anderen Seite waren die muslimischen Gelehrten nicht untätig und versuchten, in Epistemologie und Methodologie, das von Verwestlichung geprägte Selbstverständnis der jeweiligen [orientalischen] Eliten zu überwinden. Die hohe Anzahl an Zeitschriften und Büchern, welche die [zeitlos-korangemäßen] religiösen Wahrheiten gerade angesichts der neuesten technisch-wissenschaftlichen Erfindungen und Erkenntnisse verteidigen, lässt sich sicherlich durch diesen Zugzwang erklären.

Davutoğlu nennt leider keine Namen. Wir dürfen ihm unterstellen, Hamidullah, Maududi, Qutb und Schariati im Sinne zu haben, wenn er von muslimischen Gelehrten (Muslim scholars) spricht.

Das Buch der Bücher muss eine Erklärung für jede neue Entdeckung bieten. Allahs türkischer Außenminister fordert von jedem treuen Muslim die Islamisierung der Wissenschaften. Wer sich ihr in den Weg stellt, ist „verwestlicht“ und damit ein Verräter an Islam und Türkentum.

Wie nebenbei ist die Wissenschaft damit halbiert oder auch verdoppelt worden, ab sofort gibt es eine wahre (islamische) und eine trügerische (nichtislamische) Wissenschaft. In seiner Weisheit schenkt Allahgott den Ungläubigen das falsche Wissen, den Geist des Unglaubens.

11. Grundlegend für den westlichen intellektuellen Diskurs der Nachrenaissance ist die Konstruktion einer Metaphysik, welche die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit, die letztlich der Sinneswahrnehmung zugänglich sind, nicht verlässt.

Das ist korrekt, seit Voltaire und Sigmund Freud, nach Herder und Hegel allerdings bereits seit Protagóras (keine Gottheit, sondern der Mensch trifft die Entscheidung zwischen den wirklichen und den unwirklichen Dingen) und dem platonischen Sokrátes (das die Mitmenschen überzeugende philosophische Leben couragierter Geistesfreiheit als höchster Sinn, ohne vor religiös argumentierenden irdischen Richtern Angst zu haben), hat sich der forschende menschliche Geist von den das Forschen doch eher behindernden Geistern emanzipiert. Ja, seit Renaissance und Aufklärung, mit den erwähnten griechischen Denkern letztlich seit 24 Jahrhunderten, ist der Teufel arbeitslos und haben die vielleicht noch viel älteren Kobolde und Elfen ihren Anspruch auf gesellschaftliche Rücksichtnahme verloren. Den Koran allerdings umschwirren Engel und Dämonen, jedenfalls meinte Mohammed das allen Ernstes, der in Sachen Jenseitsverwaltung keinen Spaß verstand.

Gegenaufklärer Davutoğlu hat jetzt das Problem, den Nordamerikanern und Europäern zu vermitteln, dass nur eine in Justiz und Wissenschaft integrierte Scharia den Anspruch auf liberale Meinungsvielfalt, Pluralität der Lebensformen und legal garantierte Religionsfreiheit umsetze. Gleichsam mit der Brechstange will Davutoğlu in die für ihn offensichtlich schier unerträglich glatten und sterilen Wände von götterfreier (säkularer) Pädagogik und wissenschaftlich begründetem Recht eine Nische für die Anderswelt stemmen, eine Bresche schlagen für Weltgericht und Schöpfergott.

Was in der kulturellen Moderne allenfalls, und meinetwegen gerne, das Individuum beflügeln und der relativ kleinen jeweiligen Religionsgemeinschaft zum nicht totalen Ritus werden darf, soll dem muslimischen Kollektiv die Verweigerung des nüchternen Denkens sichern und den so genannten Muslim in den „Schutzraum“ von medinensischem Wohlverhalten (Sunna) und angewandter islamischer Rechtslehre (Fiqh) einsperren.

Der koranbasierten und damit prinzipiell gewaltbereiten zweiten Staatlichkeit leistete Kurienkardinal Jean-Louis Tauran mit seinem nachchristlichen „Der Islam bringt Gott zurück nach Europa“ unnötigerweise Hilfestellung. Auch der anglikanische Spitzen-Religionsstratege und Erzbischof Rowan Williams sehnt sich nach der Integration der seelenrettenden Diskriminierung. Die AEMR allerdings muss zum Intermezzo werden, wenn mit kirchlicher Hilfe das islamische Jenseits verstaatlicht werden soll.

13. Agnostische, polytheistische und pantheistische Lehren oder Bruchstücke formten das Amalgam der Seinslehre Platons.

Die mutigeren Griechen jonglierten couragiert mit den allseits bekannten Sprachebenen, eben weil sie die Rache der erzürnten Göttinnen und Götter gar nicht mehr befürchteten. Anaxagóras allerdings erlebte eine, uns Heutigen aus dem Iran bemerkenswert vertraute Reaktion der lokalen Himmelswächter, und wurde angeklagt, der Tatvorwurf lautete Gottlosigkeit. Zwar konnte Periklēs ihn vor der Hinrichtung retten, doch musste der Athener Denker, der die blasphemische Vermutung ausgesprochen hatte, dass der heilige Mond nicht selbst leuchte, sondern das Sonnenlicht reflektiere und dass die als Gottheit verehrte Sonne ein profaner glühender Stein sei und dabei etwas größer als der Peloponnes, den Rest seines Lebens in Verbannung in Lámpsakos (heute türk. Lapseki) verbringen, am Ostufer der Dardanellen. Um 500 v. Chr. hatte Anaxagóras in Klazomenaí (heute Kilizman) an der liberalen ionischen Küste unweit von Smyrna (İzmir) das Licht der Welt erblickt. Luciano De Crescenzo verglich einmal die am Westufer Kleinasiens gelegenen griechischen Kolonistenstädte Ioniens (Ionía) mit dem dynamischen New York bzw. mit der „Neuen Welt“ und Athen mit dem konservativen London.

Bürgerlichkeit (Säkularität) ist erst erreicht worden, als der Einzelne ungeschmälerten Lebenssinn in Liedern wie Der Mai ist gekommen oder Im Frühtau zu Berge finden konnte und nicht ausschließlich in Maria, breit den Mantel aus (katholisch, Innsbruck 1640) oder Ein feste Burg ist unser Gott (evangelisch, Martin Luther wohl vor 1529). Und das heißt ja gar nicht, dass der Bürger diese Lieder nicht jederzeit singen kann, sondern dass er keine Angst davor hat, langfristig bzw. dauerhaft im Höllenfeuer zu brennen, wenn er nächsten Sonntagvormittag in den Gemeindegesang eben nicht mit einstimmt, sondern genüsslich im Wald spazieren geht, wo er zwar nicht die Engel, aber die kleinen Vögel jubilieren hört.

Bereits im Jahr 1910 mag der polnischstämmige deutsche Steinkohlearbeiter mehr Lebensfreude aus Brieftaubenzucht und Schrebergarten bezogen haben als aus dem Rosenkranzgebet, während seinem norddeutschen Zeitgenossen die Lektüre der Heimat- und Naturbeschreibung eines Hermann Löns nicht mehr zwanghaft das sofortige Absingen von Psalmen aufnötigte, um den lauernden Gehörnten fern zu halten. Und trotzdem konnten sich beide als Christen verstehen, eine Weise der säkularen (demokratietauglichen) Religiosität, die unter Muslimen leider noch viel zu selten ist.

Der Wissenschaftsrat (WR) nimmt es anscheinend tolerant in Kauf, dass die minderjährigen „Nichtmuslime“ beim Schulgartenprojekt oder Wandertag (Lernen am Modell; global denken – lokal handeln) an Rüdiger Nehbergs Einsatz für die einstweilen nichtislamisierten Yanomami am oberen Orinoco denken, während ihre auf den Koran zu verpflichtenden Klassenkameraden das Tun der ostafrikanischen Umweltaktivistin Wangari Maathai nur als sinnvoll verstehen können, weil aufgeforstetes Land intensivieren Dienst an Allahgott und Kalifat ermöglicht. Das den Biologieunterricht besuchende Duisburger oder Kölner Dhimmikind darf künftig also bei der Wasserbestimmung am Teich, neugierig wie Maria Sibylla Merian oder Alexander von Humboldt, nach Wasserlinse und Libellenlarve fahnden, während seine sittlich einwandfreie Mitschülerin verschleiert am Tümpel steht und „naturkundlich“ über die Größe Allahs sinniert.

Eine schariatische Arbeitsteilung im Klassenzimmer wäre das durchaus, denn ohne in ausreichender Anzahl in der Ǧahannam (downstairs) verbrennende Menschen ist es in der Ǧanna (upper class) ewiger Nähe zu Allāh nicht angenehm temperiert.

Ewige Fußbodenheizung, sozusagen.

17. Die Umwandlung des Christentums von einer messianischen Religion semitischen Ursprungs zu einem allumfassenden Gemisch von Glaubenssystemen geschah innerhalb des synkretistischen Weltgefühls der Pax Romana.

Was geschichtsbewusste Christen ja gar nicht abstreiten, Priester, Bischof und Papst sind sicherlich ebenso wenig jesuanisch wie Trinitasdogma, Kirchenarchitektonik und Weihnachtsbaum. In der Manier islamischer Revolutionäre wie Āyatollāh Ḫomeinī oder Saiyid Quṭb schmäht Erdoğan-Berater Ahmet Davutoğlu das Christentum als Mischmasch, als verunreinigt. Er versäumt dabei leider, den Islam als Mischwesen aus manichäischem Weltekel, ostafrikanischem Geisterglauben, jüngerer mediterraner Frauenverachtung, orientalischer Tyrannis und antiker Sklavenökonomie zu bezeichnen, die Sunna das reinste Flickwerk zu nennen und Allahgott als den Wolpertinger unter den Schöpfergöttern.

Man kann den nach seinem Verständnis makellos „reinen“ Islam freilich auch anders würdigen, als konsequentestes Theoriegebäude des Hasses auf das Fremde und das Gemischte, als hemmungslosesten religiösen Freibrief auf Sadismus für die kultgläubigen (muslimischen) Männer, als globales Gefängnis für alle Nichtmuslime und Frauen.

47. Wichtigster Grundsatz der theozentrischen Kosmologie des Islam ist der Glaube an den Tauḥīd.

Größtmögliches (Allāh wohlgefälliges, denn er alleine ist akbar) Glück im Diesseits und Jenseits vermag den Menschen, inschallah, alleine der tauḥīd zu garantieren, der Dreierlei ist: Die Unteilbarkeit Allahs, seiner Umma und seines Gesetzes. Wer nach dem tauḥīd ruft, hat damit ebenso sein und dein persönlich bejahtes und gelebtes Schariagesetz (ʿaqīda) gemeint wie das durch eine Elite gesellschaftlich angewandte Schariarecht (fiqh). Ohne energisch erstrebten und durchgesetzten Schariastaat (Kalifat) schließlich ist dein Gerede vom tauḥīd kalter Kaffee, und ob du in Sachen Eingottglaube (at-tauḥīd) zu den Strebsamen (way to Allah) oder den Nachlässigen (way to hell) zu rechnen bist, kannst du gar nicht wissen, sondern beantwortet dir dein Scheich oder Großmufti.

Der negative Aspekt des Tauḥīd meint die Zurückweisung jeder anderen Quelle von Transzendenz oder Herrschaft, während der positive Aspekt den Gehorsam aller Wesen gegenüber dem Fokus des Absoluten bedeutet, gegenüber Allāh. In der allumfassenden Islamischen Weltanschauung (in the holistic Islamic Weltanschauung) ist Tauḥīd der Hauptstrom von der Theorie zur Praxis, vom Glauben zum Leben und vom Ideal zur Realität.

Das [Tauḥīd] zugrunde liegende Verb ist waḥḥada, als ein Einziges erklären, hier also Gott als den Einen und das Eine zu bekennen. Die Wurzel von Islām ist salima, das bedeutet aufgeben, sich ausliefern, sich unterwerfen, gemeint ist, sich bedingungslos der Herrschaft Allahs zu unterwerfen. Derjenige, der sich völlig aufgibt und ganz unter Allahs Willen unterwirft, wird Muslim genannt.

Wörtlich heißt waḥḥada vereinen, vereinheitlichen. Nur der koranische Gott ist Souverän, nichts darf die Größe Allahs schmälern. Konsequent (salafistisch) verstanden kommt die Anwendung menschengemachter Gesetze einem Götzendienst gleich.

60. Die zivilisatorische Aufbauleistung mit [den Werkzeugen von] ʿaqāʾid und uṣūl ad-dīn als den beiden Kodifizierungen des Islamischen Glaubens sowie die Entwicklung des kalām als die theologische Systematisierung standen am [erfolgreichen] Ende der Bestrebungen, den Herausforderungen des sozialen Wandels trotzend, eine korantreu bleibende Ontologie zu reproduzieren.

Als das perfekte Geschöpf gestorben war und, nach 855 n. Chr., als sogar die dritte der rechtschaffenen Generationen die Sozial- und Staatspolitik der umma nicht mehr heilssichernd steuern konnte, begann die Ära der Hadithjongleure (Kodifizierer der prophetischen Legenden) und Sunnavirtuosen (Orthopraktiker, „Salafisten“). Diese Kräfte, einander durchaus antagonistisch, sowie die weiteren Gegenspieler der Mystiker (taṣauwuf, Sufismus) und „islamischen Rationalisten“ (muʿtazila, allahzentrische Ratio; was islamische Vernunft ist, kann der vernünftigsten Handlungsanleitung nicht widersprechen, dem Koran), bestimmen die innerislamische (schariatreue) Debatte bis heute.

Der im Jahre 1111 verstorbene al-Ġazālī verbrachte dann die Meisterleistung, diese vier Zerrkräfte zu bändigen und die letzten Sphären des menschlichen Daseins „zu schariatisieren“, dem Islamischen Gesetz einzuschreiben, Mutaziliten und Sufis allerdings waren als Kulturpädagogen des Kalifats in den gemeinschaftlichen („sunnitischen“) Dienst zu stellen oder zu töten. Ohne Herrschaft gewährende Hadithverwaltung sollte Islam auch unter Schiiten nicht mehr funktionieren.

Kalām ist lediglich schöngeistiger Disput innerhalb der ehernen Banden der Scharia, eine ihren Namen verdienende Theologie kann es im (nicht reformierbaren) Islam nicht geben. Bemerkenswert ehrlich nennt Ahmet Davutoğlu die von dir in deinem Leben zu erwerbende innere (ʿaqīda, pl. ʿaqāʾid) und die auch von dir der Politikwerdung zuzuführende äußere (uṣūlu d-dīn) Sphäre der Scharia die zwei „Kodifizierungen des Islamischen Glaubens“. Und den Nichtmuslimen erzählt man immer noch, die Scharia sei nicht erlernbar und auch nicht nachzulesen. An der Islamic University In Madinah (IU, http://www.iu.edu.sa), der Darul Uloom Deoband (www.darululoom-deoband.com, http://www.darululoom.org.uk) oder am burgundischen IESH (www.iesh.org) wird Scharia, wird Islam, so sorgsam gelehrt und so eifrig gelernt, dass al-Ghazali und sicherlich sogar Mohammed zufrieden sein könnten.

Offenbarung als Bedeutungsvermittlung ist im Islam etwas Fortwährendes, genauer: etwas, von Ādam bis Muḥammad, wiederholt Auftretendes.

Um der verstandesmäßig doch sehr unterbelichteten Menschheit das zur Seelenrettung unabdingliche Lernpensum zu vermitteln, benötigte der fürsorgliche Gott namens Allāh ein Curriculum, das sich über viele Jahrhunderte und viele Propheten erstreckte.

Wer Muḥammad nicht akzeptiert, tut Ādam Unrecht und vergeht sich nicht zuletzt an ʿĪsā bin Mariam, den die Fehlgeleiteten Christus nennen.

Der Medinastaat bleibt der Menschheit das unübertrefflich intensive Laboratorium sittlicher Menschwerdung. Gegen Ausbildungsende gab der höchste Lehrmeister, der unverständliche Gott der Ungleichbehandlung und Willkür, mit Sure 5:3 bekannt:

Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meinen Dienst an euch vervollständigt und euch den Islam als Religion auferlegt (7).

82. Wertetheoretische Normativität: Einheit von Leben und Gesetz (axiological normativeness: Unity of life and law)

Sittliches Zusammenleben ist angewandtes Gottesgesetz, Staatlichkeit ist realisierte Scharia. Aus Sicht des Absoluten (aus Sicht Allahs) bist du ein Islamisches Paragraphenzeichen.

Grundlegendes Merkmal Islamischer Wertenorm (Islamic axiological normativeness) ist ihre Deutung der Verantwortlichkeit des Menschen auf Erden im Sinne der Einheit von Leben und Gesetz. …

Damit erweist sich das Islamische Verständnis der moralischen Verantwortlichkeit des Menschen als unmittelbar mit seinem seinstheorethischen Standort im Weltganzen verknüpft.

Selbst die Naturgesetze verlassen die schariatischen Bahnen nicht. Dein Denken, dein Handeln, dein Herzschlag ist Scharia. Einerlei, ob du Gehorsam oder Frevel übst, bei Bedarf ist eben dein Gesteinigtwerden oder deine Höllenqual Scharia.

85. Damit kennzeichnen das Islamische Göttliche Gesetz, verglichen mit anderen [von Menschen ersonnenen] Gesetzeswerken, einzigartige Wesensmerkmale.

Genau: Praktische Frauenentwürdigung, Versklavung der Nichtmuslime, göttliche Willkür, Lizenz auf Sadismus. Erregende Lebensangst, hochnäsiger Weltekel und herrschaftliches Sendungsbewusstsein.

Die [gelehrigen] Darstellungen der Ziele der Scharia widerspiegeln die [äußerst] umfassende wertetheoretische Basis des Islamischen Gesetzes.

Menschliches Dasein ist Göttliches Recht. Es gibt kein Entrinnen.

123 Was die politische Legitimation im Islam betrifft, so ist sie, im Gegensatz zur Vorgehensweise des Westens, in ihrer gesellschaftswissenschaftlichen und erkenntnistheoretischen Basis unmittelbar den ureigenen Vorgängern verpflichtet.

Und das sind die Salaf aṣ-Ṣāliḥ, die rechtschaffenen Ahnen. Muslim und Nichtmuslim entstammen zwei unterschiedlichen Bautypen oder Versuchsreihen des Schöpfergottes, der eben nur ein einziges Mal die ungeschmälerte sittliche Seinsweise offenbarte. Jesus etwa durfte noch nicht töten, denn die wahre Religion war noch nicht herangereift.

123 Der Glaube an die Einheit der menschlichen Verantwortung und die Einheit des Lebens entspringt unmittelbar dem Glauben an die transzendentale Einheit Allahs.

Der säkulare Muslim kämpft gegen diese Einheit des Lebens, er tanzt aus der Reihe und ist dementsprechend als unsozial auszurufen und zum koranisch korrekten Handeln zu zwingen. Eine halbierte Scharia würde Allahgott halbieren, angreifen.

123 Der prägnanteste Charakterzug der Islamischen Weise von Legitimation ist sein normativer Charakter.

Glauben heißt gehorchen.

Allahs Faschismus wird vom Schweizer Professor Reinhard Schulze als »iN« etikettiert, verpackt und vertrieben, als »islamische Normativität« (Scharia). Dr. Schulze: „Auch soll erörtert werden, wie die islamische Normativität – der Begriff wurde von Baber Johansen (8) in den 1980er Jahren zunächst eingeführt, um eine passende Übersetzung des arabischen Begriffs sharî’a zu finden – zum „gesatzten Recht“ (sharî’a) wurde und wie das Verhältnis von moralischen Normen und Rechtsnormen gestaltet war. … In diesem Masterseminar geht es um Geltungsansprüche, die mit der islamischen Tradition begründet werden und die den Islam als „normative Ordnung“ definieren. … Schließlich wird es darum gehen, den aktuellen Status der islamischen Normativität in öffentlichen Geltungsansprüchen zu analysieren. Hier wird zu fragen sein, wie das religiöse Selbstverständnis muslimischer Gemeinschaften auf moderne Prinzipien der Normativität wie liberale und demokratische Prinzipien der Rechtstaatlichkeit sowie rationale Standards und theorieüberprüfende Kriterien der empirischen Wissenschaften reagiert.“

Davutoğlus gleich erfolgender Ruf nach dem Kalifat, sein Aufruf zur muslimischen Sezession aus der Universalität von Wissenschaftlichkeit und Menschenrechten, steht in der Tradition von Ḥasan Aḥmad ʿAbd ar-Raḥmān al-Bannā (1906-1949). Seelenrettung statt Vernunft, Scharia statt Gleichberechtigung der Frau. Der Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen (2005, Seite 30) zitiert den Gründer der Muslimbruderschaft:

„Die Ausrüstung des Orients ist Sitte und Glauben; wenn er diese beiden verliert, so verliert er alles, wenn er zu ihnen zurückkehrt, so kehrt alles zu ihm zurück. … Daher werden sich die Führer des Ostens um die Festigung des Geistes und um die Wiedergewinnung seiner verlorenen Moral bemühen, denn dies ist der einzige Weg zu einer echten Renaissance. Diesen Weg aber werden sie nur finden, wenn sie zum Islam zurückkehren und an seiner Lehre festhalten.“

Multikulturelle Europäer werden nervös und möchten so gerne glauben, dass der ihnen irgendwie unangenehme „politische Islam“, gemeint ist der organisierte Islam, eine Art von Überreaktion auf den Kolonialismus oder gar auf den Nationalsozialismus sei. Wer al-Ghazali, al-Dschauzi (Abū al-Faraǧ ibn al-Ǧawzī, 1116-1201) oder Ibn Taimiya (1263-1328) liest, weiß jedoch, dass Ḥasan al-Bannā den Islam völlig richtig verstanden hat.

124 So ist das Kalifat als die ultimative religiös-politische Institution ein in seinem Ursprung ganz und gar Islamisches sozio-politisches Gebilde. … Sir Thomas W. Arnold (The Caliphate (9)) ist zuzustimmen, dass das Kalifat keine Nachahmung irgendeiner bereits bestehenden Zivilisation bzw. politischen Organisation war, sondern der Ausfluss von [selbst] für die Araber völlig unvertrauten Umständen, der jenen Charakter anzunehmen begann, der diesen [zeitlichen und örtlichen] Umständen vollkommen angepasst war. Damit wurde das Kalifat als politische Organisation [durchaus] zum Kind seiner Zeit und verstand sich nicht als ein Wiederaufleben (revival) irgendeiner politischen Institution früherer Epochen. So konnte es im Rahmen der Islamischen Expansion in das ganze Gebiet zwischen Nil und Oxus [zwar] eine [jeweils charakteristische] Institutionalisierung geben, die [gleichwohl] der spezifischen erkenntnistheoretischen und wertebezogenen Dimension [des Islam] verpflichtet blieb.

Allah ist schließlich kein Nachäffer, sondern absolut originell. Folgerichtig hat eine Wiederbesinnung auf Islamische Werte, etwa in der Türkei oder in der Diaspora in Europa, ein „Revival“ des authentischen Kalifats (632-855 n. Chr.) darzustellen. Das Kalifat, einst unabgestanden und unverstaubt, sei erneuert und verjüngt und „an Zeit und Ort“ angepasst.

Islam ist kein Traditionsverein, sondern Salafismus, korantreue Jugendbewegung. Scharia in alter Frische sozusagen, oder, frei nach Karl Marx bzw. Leo Trotzki: Der Islam als permanente Revolution. Ob die Familie des Mordopfers das ewige Blutgeld (diyya) akzeptiert, bleibt im irdischen Kollektiv der Paradiesanwärter damit weiterhin spannend.

Die koranisch verbürgte, religiös getrieben Hände und Köpfe abhackende Säbelklinge bleibt ewig scharf, muss aber nicht unbedingt zum Einsatz kommen inschallah. Alles eine Frage des Einzelfalls.

Kadi und Mufti sind damit auch in Sarajevo (Mustafa Cerić) oder Braunschweig (Muhamed Seyfudin Ciftci) so wenig von Arbeitslosigkeit bedroht, wie es tausend Jahre vor Mohammed die delphische Orakelbeantworterin war, Pythía (10).

125 Heutzutage besteht das grundlegende Problem für die Muslimischen Gesellschaften, vor allem für ihre durch den Westen geprägten Eliten, darin, dass moderne, westliche soziopolitische und sozioökonomische Standards deren [nichtislamische, eben westliche] Werte reproduzieren. Muslime stehen damit vor der entscheidenden Frage, entweder ihre ewigen Werte zu verraten oder der Verfremdung zu widerstehen. Die erste Runde im Kampf mit dieser zivilisatorischen Herausforderung schien ein Sieg der westlich orientierten Eliten dazustellen, aber auf längere Sicht begann sich die geheime Kraft der ewigen Werte als Quelle für jenen Widerstand zu erweisen, den die traditionelle soziopolitische Kultur [des Kalifats] einst aufbaute.

Tunesiens Säkulare oder die türkischen Kemalisten werden als Feinde des „muslimischen“ Volkes dargestellt. Der gottesfürchtige Türke hat Ankaras Elite zu boykottieren.

Der iranische Schriftsteller Jalal Al-e Ahmad (Ǧalāl Āl-e Aḥmad, 1923-1969), Sohn eines schiitischen Klerikers und dem Vernehmen nach in 30. Generation vom Fünften Imam der Zwölfer Schiiten Muḥammad ibn ʿAlī al-Bāqir (681-733 (11)) und damit vom einzigen vollkommenen irdischen Wesen abstammend, warf den Verrätern am Iranisch-Eigenen und Islamisch-Eigenen in einem 1962 illegal erschienenen Buch sinngemäß an den Kopf, westlich infiziert zu sein und an Vergiftung durch den Imperialismus zu leiden sowie an Euromanie (12).

Nach dem Zweiten Weltkrieg noch Kapitalistenhasser und global denkender Kommunist, später Schahgegner in der Nationalen Front (Jebhe Melli) um Mossadegh und zuletzt Mitstreiter an Chomeinis Islamischer Revolution, konnte der Theoretiker der Verweigerung universeller Menschenrechte die angeblich ewige Wesensverschiedenheit von Orient und Okzident immer klarer herausarbeiten und die genannten Vorwürfe im auch von Ali Schariati aufgegriffenen Makel ultimativer Gesinnungslumperei verdichten, der sich als Westitis oder Okzidentose wiedergeben lässt: Gharbzadegi!

Mit dem sadistischen Seitenhieb auf die gescheiterte prowestliche Elite verhöhnt Ahmet Davutoğlu natürlich den ab 1934 als Atatürk bekannten Mustafa Kemal (1881-1938) und seine im heutigen Beamtenbetrieb von Ankara noch tonangebende Anhängerschaft. Politologe Davutoğlu, Absolvent des rein staatlichen Istanbuler Gymnasiums (İstanbul Lisesi (13)), einer durch die deutsche Kultusministerkonferenz anerkannten Deutschen Auslandschule, an dem bereits im Jahr 1914 22 deutsche Lehrer eingestellt worden waren, wirbt für ein weiteres Zurückdrängen der Säkularen in der Türkei, für eine Schariatisierung oder sogar Salafisierung des Landes.

Am 1884 gegründeten İstanbul Lisesi gingen die einstigen türkischen Ministerpräsidenten Mesut Yilmaz und Necmettin Erbakan zur Schule.

151. Seinstheoretisch legitimierte Politik (Ontologically justified political power)

In einem [absoluten] Kontrast zur Westlichen [gesellschaftlichen] Erfahrung beinhaltet die Islamische Tradition eine allumfassende theozentrische Auffassung und Rechtfertigung politischer Macht (a complete theocentric interpretation and justification of political power). …

Diese starke und unmittelbare Verbindung zwischen ontologischer Transzendenz und politischer Macht wurzelt in Koran und Hadith als den beiden Quellen von ʿaqāʾid [(muslimischem Glauben und Schariagehorsam, sg. ʿaqīda)] und fiqh [(geheiligter und heilssichernder Rechtssprechung)].

Eine auf Teufelsabwehr und Seelenrettung verzichtende Politik ist für Ahmet Davutoğlu der „islamischen“ Türkei keinesfalls zuzumuten, der Staat des Modernisierungsdiktators Kemal Atatürk ist demzufolge islamisch umzugestalten, zu „entwestlichen“. Wer als Türke den koranbasierten Staat nicht will, begeht Verrat an der nationalen und religiösen Sache.

152. Die Vorstellung, dass die Gesamtheit von Macht und Autorität allein Allāh zusteht, impliziert zugleich die Zeitbezogenheit und Relativität des jeweiligen irdischen wirtschaftlichen und staatlichen Systems.

Vieles ist islamisch möglich, flunkert Herr Davutoğlu, Kalifat könne alles Mögliche sein. Korrekt ist, dass auch Maududi oder Ayatollah Chomeini, gespielt bescheiden, nur ihr Bestes geben können, da nur Allahgott allmächtig ist. Der Kalif kann also religiös begründet ein wenig Parlamentarismus spielen oder massenhaft morden, das ist letztlich gar nicht so wichtig, da nur das Jenseits zählt und dein Gehorsam dem Islam gegenüber. Um den so genannten Westen zu irritieren und das eigene zu muslimisierende Fußvolk gleich mit, lässt sich die „Zeitbezogenheit und Relativität“ (Davutoğlu) von Ökonomie und Administration auch als Demokratiefreundlichkeit darstellen.

Wie man es halt gerade braucht: Den Radikalen sendet man die Botschaft von der zeitlosen Verpflichtung auf das Kalifat, den Säkularen erzählt man das („auf Zeit und Raum bezogene“) Märchen von der islamischen Toleranz. Allāh ist ausgesprochen anpassungsfähig.

Soweit zu Ahmet Davutoğlu. Der 1959 in Konya geborene zeitweilige Gastdozent an der türkischen Militärakademie spricht fließend Deutsch.

Wenn in Jahrhunderten von einer Höhlendecke ein spitzer Tropfstein gewachsen ist, ein Stalaktit, und sich von Zeit zu Zeit ein einzelner Wassertropfen löst, wird auf einem darunter befindlichen unterirdischen Weiher eine konzentrische Welle entstehen, die uns gleichnishaft für die ideellen, musischen, intellektuellen und politischen, kurz: Für die zivilisatorischen Äußerungen einer Menschengemeinschaft stehe. Uns Universalisten reicht dabei eine Menschheit und entsprechend eine Zivilisation, uns reicht ein gleichnishafter Tropfstein und ein einheitliches und gleich behandelndes Recht. Den Rassisten bzw. Kulturrassisten jedoch und ihrer linksradikalen bzw. wertevergessen-linken Spielart der Multikulturellen ist das nicht genug, sie brauchen einen zweiten Tropfstein, damit die Staatlichkeit und Kultur werdende Welle der exotisierten Anderen auf Dauer einen anderen Mittelpunkt hat und die Bereiche der Wellenkollision durch allgemeines Nichthandeln oder durch islamisches Handeln zu lösen sind.

Der kulturelle und zivilisatorische Impuls der so genannten Muslime stamme schließlich aus einer anderen Sphäre oder Quelle als derjenige der Nichtmuslime, ein gemeinsamer Rechtsrahmen für die deutschen oder europäischen Christen und Muslime sei daher widernatürlich, jedenfalls unmenschlich. Die Rechtsspaltung sei attraktiv und unvermeidlich, sie sei ebenso alternativ wie alternativlos. Das von Ahmet Davutoğlu im Titel verwendete Wort alternativ ist, im Sinne einer Entweder-oder-Entscheidung (lat. alter als der zweite von zweien), eng geführt zu lesen (un choix entre deux possibilités distinctes), wenn wir im Wort alterNATiv nicht gar das lateinische nāscentia, Geburt bzw. nātus est, Geborensein (naître, être né) entdecken wollen. Der Muslim wäre dann der zivilisatorisch Andere, der Andersgeborene, die NPD oder Tariq Ramadan hätten sicherlich nichts dagegen einzuwenden, und die Multikultis lässt man beim Reden von der alternativen Scharia noch ein wenig an Daseinsfreude und Lotterleben der Hippiezeit denken.

Scharialobby, Neonazis und linke Multikultiszene sind sich bemerkenswert einig darin, dass der famose Orient das Recht wenn nicht die Pflicht hat, anders zu sein die angeblich abendländisch verwurzelten Europäer. Imame ermuntern die Christen zur Einhaltung der biblischen Gebote.

Nur in einem säkularen Staat hat oder hätte die Religion frei von ökonomischen und machtpolitischen Interessen sein können, der inzwischen beschworene „eine Gott“ des Dialogs mit dem Islam jedoch ist die ungleich behandelnde Gottheit der Dhimmitude. Jean-Louis Taurans politischer Kultgott ist die Gottheit der Zweitfrau und der Steinigung, der Gott von Hidschab und Dschihad. Der Kurienkardinal und Vorsitzende des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog erleichtert Europas Kopftuchlobby die Arbeit und erschwert Europas muslimischen Säkularen das Leben.

Am 01.05.2009 löste Ahmet Davutoğlu seinen Amtsvorgänger Ali Babacan ab und wurde Außenminister der Türkei. Im Folgejahr traf er zwei Mal, im Januar und im Juli 2010, mit seinem deutschen Amtskollegen Guido Westerwelle zusammen (14).

Solange nichts zur Vermutung Anlass gibt, dass der heutige Davutoğlu von seinem 25 Jahre alten Streben nach Scharia und Kalifat abgerückt ist, dürfen wir sein Konzept der Stratejik Derinlik (Strategic Depth, „Strategische Tiefe“) als Fahrplan ins Kalifat verstehen.

Man sollte Davutoğlu den Said Ramadan Kleinasiens nennen, den türkischen Schariati.

Jacques Auvergne

(1) „Der Neo-Muslim, damals erst 22-jährig, sorgte mit verfassungsfeindlichen Äusserungen für Aufsehen. Die Scharia, liess er verlauten, stehe «im Zweifelsfall» über dem Schweizer Recht. Und was den Dschihad betreffe, den heiligen Krieg für den Islam, so sei er «noch nicht auf dem Niveau», um ihn glaubhaft führen zu können. … Frauen gehörten «von Natur aus» ins Haus, sagte Blancho in der Sendung «Schweiz aktuell». … Zu den Stargästen des Seminars gehörten der deutsche Prediger Pierre Vogel, auch er ein Konvertit, dem zuvor mehrmals die Einreise in die Schweiz verweigert worden war, und Abu Anas alias Mohammed Ciftci. «Allah sagt: ‹Ihr sollt eure Frauen schlagen, wenn sie nicht gehorchen›», mit dieser und ähnlichen Aussagen ist Anas in Internetvideos zu sehen.“, von: Philip Gut, aus: Bin Laden in Biel, in: DIE WELTWOCHE, 07.04.2010.

http://www.weltwoche.ch/index.php?id=538019

Schweizer Hanbalismus (Salafismus) firmiert als Islamischer Zentralrat der Schweiz (IZRS). Abu Ammar Abdullah = Nicolas Blancho. Abu Nusaybah = Abdel Azziz Qaasim = Patric Illi. Oscar Bergamin = Oscar Assadullah Mukhtar Bergamin.

Reto Wissmann: Islamisches Zeltlager am Bielersee, in: DER BUND, 09.06.2010.

http://www.derbund.ch/schweiz/standard/Islamisches-Zeltlager-am-Bielersee/story/23350288/print.html

(2) Nach Auffassung das pakistanischstämmigen Ṣiddīq Ġurūb ist jede Politik werdende Berücksichtigung von Islamgott inklusive Islamteufel, auch der parteibildende Kampf gegen derlei Magie und Barbarei, selber ein Steigbügelhalter des Kalifats, sei es als den Islam großzügig verwendender Nationalismus oder Faschismus oder aber als Kartell panischer Fehlgeleiteter und als, muslimbruderseits hoch erwünschte, verschreckte Schafherde von Dhimmis:

Eine rechte Allianz gegen den Islam? Warum eine jede konservative Partei antiislamischen Selbstverständnisses das Werk der Muslimbruderschaft fördert. Ein Gleichnis von Edward von Roy

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/02/06/161/

(3) Ahmet Davutoğlu

http://turkeymacedonia.files.wordpress.com/2010/04/ahmet_davutoglu.jpg

Bei: Turkey Macedonia – Turkish and Macedonian friedship. „This blog is dedicated to the ongoing struggle for human rights in Greece in regards to the recognition of the Turkish and Macedonians minorities that live in the country, who have been for many years denied the right to self identification.“, wo man zu Batı Trakya Birliği Bonn (West-Thrakien, Griechenlands Scharia im Familienrecht mit legaler Kindbraut) in die alte deutsche Bundeshauptstadt verlinkt.

http://www.westtrakien.com/batitrakya/index.html

(4) The Alliance of Civilization (AoC) was established in 2005, at the initiative of the Governments of Spain and Turkey, under the auspices of the United Nations. Prof. John Esposito (United States). H.E. Hojjatoleslam Seyyed Mohammad Khatami (Iran).

http://www.unaoc.org/content/view/160/197/lang,english/

Siegfried Kohlhammer: „Wesentlichen Anteil an Ramadans Erfolg bei den nicht-muslimischen Europäern hat – neben den üblichen Unverdächtigen und Apologeten des Islamismus wie Reinhold Schulze oder John Esposito – die Linke.“, aus: Kohlhammer: Pyromanischer Feuerwehrmann, in: DIE WELT, 20.05.2006.

http://www.welt.de/print-welt/article218074/Pyromanischer_Feuerwehrmann.html

(5) Hodschatoleslam Chatami, darf mit begeisterter Billigung des Wissenschaftsrats (WR) die künftigen deutschen universitären Islamischen Studien weiterhin ebenso kraftvoll beeinflussen wie Ägyptens Schariaminister Zaqzouq: „So hat Professor Mahmoud Zakzouk, Minister für Religiöse Angelegenheiten in Ägypten, angekündigt, bei der „Verwirklichung dieser Pläne (gemeint ist die Einrichtung von Islamischen Studien) mit Rat und Tat mitzuhelfen“. Auch der ehemalige Staatsminister des Iran, Seyed Mohammad Khatami, bewertet unser Vorhaben und unsere Tagung als „sehr wichtig im Sinne einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der islamischen Welt und dem Westen.“

http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/Strohschneider_Begruessung.pdf

(6) »Der Islam als Alternative« (Murad Wilfried Hofmann 1992), analysiert von Jacques Auvergne.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/05/144/

(7) Sure der Tisch, Sūratu l-Māʾida, Sure 5:3. Sahih International übersetzt: This day I have perfected for you your religion and completed My favor upon you and have approved for you Islam as religion.

Muhsin Khan übersetzt: This day, I have perfected your religion for you, completed My Favour upon you, and have chosen for you Islam as your religion.

http://quran.com/5/3

Muhammad Muhsin Khan. Anerkannter Koranübersetzer und renommierter Mediziner (Herzkrankheiten). Lebensweg: Pakistan (Provinz Panjab; Lahore), Großbritannien (Wales), Saudi-Arabien (Taif (aṭ-Ṭāʾif); Medina (al-Madīna al-munawwara, „die erleuchtete Stadt“)).

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Muhsin_Khan

(8) Baber Johansen, Karlsruhe 26.-28.04.2002. Auf dem Rechtspolitischen Kongress der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hält der gebürtige Berliner Baber Johansen einen so genannten Festvortrag, der dem auf Seelenrettung ausgerichteten Kulturrassismus namens Scharia huldigt („Diesen Prozess der Normenfindung nenne ich die islamische Normativität. … Mit den anderen [ägyptischen] Verfassungsprinzipien müssen die der islamischen Normativität , wie das Gericht ausführt, „eine organische Einheit“ bilden.“). Der offensichtlich sozialdemokratisch verträgliche Karlsruher Vortrag lautete: »Das juristische Erbe des Islams in der Moderne. Offenbarte Normen, staatliche Gesetze und globales Recht«. Zur engagiert realisierten Scharia (iN) wusste der damals in der französischen Hauptstadt lehrende Studienleiter der Hochschule für Sozialwissenschaften im Jahre 2002, der drei Jahre später als Professor für Islamische Religionsstudien an der Divinity School (Harvard, US-MA) zu arbeiten begann:

„Die Juristen des Heiligen Rechts unterscheiden zwischen den Offenbarungsgrundlagen des Rechts, der shari’a, und den juristischen Qualifikationen von Handlungen und Institutionen, die aus diesen Offenbarungsgrundlagen durch menschliche – und daher fehlbare – Anstrengungen abgeleitet sind.

Sie trennen auch zwischen dem Recht als religiöser Norm einerseits und den Regulierungsmassnahmen der politischen Herrscher, die diese als Teil ihrer Leitungs- und Steuerungskompetenz wahrnehmen.

Der Begriff der shari’a verweist also zum einen auf die unfehlbaren Offenbarungsgrundlagen der von den Juristen erarbeiteten islamrechtlichen Normen, zum anderen auf den offenen Prozess mit stets ungewissem Ausgang, in dem aus diesen Offenbarungsreferenzen durch die Vernunftanstrengungen von Juristen Normen zu finden und zu formulieren sind, die dann kontrovers zwischen den Juristen diskutiert werden.

Diesen Prozess der Normenfindung nenne ich die islamische Normativität.

Ich grenze ihn ab gegen die Summe der so gewonnenen Normen und der sie stützenden Argumentationen, die in der Rechtswissenschaft, dem fiqh, von den einzelnen Rechtsschulen rezipiert, dokumentiert und zur Schuldoktrin erhoben wird.

Diese Normen nenne ich die islamrechtlichen Bestimmungen.

Beide sind deutlich abgegrenzt gegen die politischen Regulierungsmassnahmen.

Die Juristen produzieren einen Überschuss an konfligierenden Lehrmeinungen zu jeder Frage und aus diesem Reichtum einander widersprechender Lehrmeinungen wählen die juristischen Autoren und Lehrer die aus, die ihnen am einsichtigsten sind.

Es gibt keine Institution, die in letzter Instanz für alle Juristen entscheiden kann, welche Norm rechtens ist.

Die Autorität der Rechtsnormen bleibt, im Prinzip, an die personale Autorität der Juristen gebunden.

Hier setzt die spezifische Funktion der Rechtsschulen ein: sie wählen Lehrmeinungen aus, deren Autorität im Rahmen der Schule anerkannt wird.

Sie lehren solche Doktrinen und stabilisieren sie durch ihre Weitergabe, so dass die Kontinuität des juristischen Denkens gewährleistet ist.

Sie begrenzen zugleich die Kompetenz des einzelnen Juristen zur freien Rechtsfindung“

http://www.fes.de/rechtspolitischer-kongress/koo/fest-3.htm

Baber Johansen was appointed Professor of Islamic Religious Studies at Harvard Divinity School in 2005. His research and teaching focus on the relationship between religion and law in the classical and the modern Muslim world. He served as Directeur d’Atudes at the Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (Centre d’Atude des normes juridiques), Paris (1995-2005), and Professor for Islamic Studies at the Freie Universitat Berlin (1972-1995). In 2006 he was appointed Affiliated Professor at Harvard Law School and Acting Director of its Islamic Legal Studies Program for 2006 to 2010. In 2007 he was affiliated with the Department of Near Eastern Languages and Civilizations.

http://fora.tv/speaker/9597/Baber_Johansen

Schariaverharmloser Reinhard Schulze und die totalitäre iN (islamische Normativität), Kurs W6224, 17.9.2009 – 17.12.2009, 8:00 – 10:00, Falkenplatz 11, Bern, Schweiz

http://evub.unibe.ch/pievub/?KursID=3475026&KursNr=W6224&UeberschriftID=504035&page=detail

(9) Thomas W. Arnold, The Caliphate (London 1924)

http://www.scribd.com/doc/27709844/The-Caliphate-Sir-Thomas-Arnold

(10) Rechtleitung, noch schariafrei, verschafft uns Pythía (Πυθία), die seherische Priesterin zu Delphi. Priestess of Delphi (1891), Öl auf Leinwand 160 x 80 cm, Gemälde von John Collier (1850–1934)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/25/Collier-priestess_of_Delphi.jpg

Fatwa-Vorläufer, noch dem Rätselhaften verhaftet. Was kommt morgen, Karrieresprung oder Karriereknick? Göttin Themis, zeitweise Chefin am delphischen Orakel, klärt den Aigeus auf. Attische Kýlix (κύλιξ, vgl. lat. Calix; Kelch), rotfigurig, um 435 vor Christus.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/79/Themis_Aigeus_Antikensammlung_Berlin_F2538.jpg

The Pythia (1917), Jacek Malczewski (1854-1929), Öl / Lwd.

http://www.mlahanas.de/Greeks/images/PythiaMalczewski.jpg

(11) Muhammad al-Baqir, der Fünfte Imam

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_al-Baqir

(12) JALAL AL-I AHMAD: OCCIDENTOSIS: A Plague From the West. Translated by R. Campbell, Annotations and Introduction by Hamid Algar. Zu Gharbzadaghi (Westitis, Occidentosis) 26 Treffer.

http://multiworldindia.org/wp-content/uploads/2010/05/occidentosis.pdf

Hamid Algar, der schariafreundliche Professor aus dem kalifornischen Berkeley. Mit Begeisterung übersetzte der Islamkonvertit die Schriften Ayatollah Chomeinis ins Englische: „One person who had heard of the concept of velayat-e faqih was Hamid Algar, the man who had translated Khomeini’s lectures on the subject into English. When Algar, a British-born convert-to-Islam and Khomeini supporter”, aus: Elmer Swenson: »What Happens When Islamists Take Power? The Case of Iran«

http://gemsofislamism.tripod.com/khomeini_promises_kept.html

(13) İstanbul Lisesi – Türkocağı Caddesi No: 4 Cağaloğlu / İstanbul

http://www.istanbullisesi.k12.tr/

Noch fühlt man sich Atatürk verpflichtet

http://www.istanbullisesi.k12.tr/#PageID259

Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht die Deutsche Abteilung des Istanbul Lisesi allen Leserinnen und Lesern unserer Website.

http://www.istanbullisesi.net/

(14) Rheinische Post, 07.01.2010. „Am Abend wurde er in Istanbul erwartet, wo am Freitagmorgen Gespräche mit dem Staatsminister für Europa, Egemen Bagis, sowie mit dem griechisch-orthodoxen ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. geplant sind. Am Nachmittag reist er weiter in die Golfstaaten. Begleitet wird der Außenminister von deutschen Wirtschaftsvertretern.“

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Westerwelle-schuert-EU-Hoffnung_aid_803849.html

NZZ, 28.07.2010. Westerwelle trifft mit seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu zusammen

http://www.nzz.ch/westerwelle_trifft_mit_seinem_tuerkischen_amtskollegen_ahmet_davutoglu_zusammen_1.6956146.html

DER WESTEN, 28.07.2010. Daniel Freudenreich: Westerwelle demonstriert Schulterschluss mit der Türkei

http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Westerwelle-demonstriert-Schulterschluss-mit-der-Tuerkei-id3297291.html

167. Muhammad Hamidullah

9. Mai 2010

السير

as-siyar

The Islamic Law Of Nations

Allahs Internationales Recht

Erbakans Lehrer

Prof. Dr. Hamidullah und die umma al-islāmīya als originäres Völkerrechtssubjekt

Jahrzehntelang lebte der Schariagelehrte Muhammad Hamidullah in der Hauptstadt Frankreichs. Sein »Initiation à l’Islam« (Paris 1963), ins Deutsche übertragen als »Der Islam. Geschichte, Religion, Kultur« (Genf 1973), wird in dritter Auflage durch die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş vertrieben (bei: IGMG Kitab Külübü, Köln 1996). Der aus Indien eingewanderte Hanafit prägte Selbstverständnis und Politik der Millî-Görüş-Bewegung entscheidend und darf uns insofern als geistiger Lehrer Erbakans gelten. Selbst in muslimischen Kreisen Indiens (1) wird Hamidullah neben al-Maududi, Said Ramadan, Ali Schariati, Ayatollah Chomeini und Necmettin Erbakan zu den bedeutendsten muslimischen Persönlichkeiten des Zwanzigsten Jahrhunderts gerechnet (2). Jacques Auvergne liest Hamidullahs 47 Jahre alten Text.

Der aus Indien stammende französische Völkerrechtler und Schariagelehrte Professor Dr. Muḥammad Ḥamīdullāh (türkisch Muhammed Hamîdullah) wurde im Jahre 1908 im Hyderabad (Andhra Pradesh) in eine gebildete muslimische Familie geboren und wuchs als jüngstes Kind mit zwei Brüdern und fünf Schwestern auf. Alle acht Kinder hatten gute Sprachkenntnisse des Persischen und Arabischen. Der muttersprachlich das Urdu beherrschende und den weitaus größten Teil seines Lebens in Paris lebende Schariagelehrte genießt unter Sunniten hohe und bei Hanafiten höchste Autorität im Bereich des Hadith sowie des Islamischen Internationalen Rechts und Islamischen Verfassungsrechts. Hamidullah lernte zunächst an der Darul Uloom Secondary High School, deren Name uns auf die 1866 gestiftete Islamische Universität der Dāru l-ʿUlūm in Deoband (Uttar Pradesh) verweist, die in ihrer Bedeutung für den sunnitischen Islam berechtigt mit der Kairoer al-Azhar verglichen wird.

Nach dem Studium des Fiqh (Islamische Sakraljurisprudenz) und Hadith an der Jamia Nizamia (3) und der Osmania University (OU) (4) sowie einem Aufbaustudium an der Osmania im Fach Siyar (Islamisches Internationales Recht) sandte ihn die OU nach Deutschland, wo Hamidullah im August des Jahres 1933 im Fach Philosophie an der 1818 gegründeten Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität zu Bonn promovierte (26 Jahre eher als Said Ramadan 1959 im benachbarten Köln), wurde jedoch bald darauf aus Deutschland ausgebürgert. Die Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft publizierte (Berlin 1935) den letzten Teil seiner Bonner Dissertation als »Die Neutralität im Islamischen Völkerrecht«, als Autor signierte „Muh. Hamidullah-Hyderabad“ (5). An der Universität zu Bonn arbeitete er am Orientalischen Institut mit den al-Bīrūnī-Forschern Fritz Krenkow (Salim Fritz Krenkow, 1872 – 1952) (6) und Paul Kahle (Paul Ernst Kahle) (7) zusammen. Der international anerkannte Arabist Krenkow war deutschstämmig und wuchs im englischen Leicester auf, gehörte zum Freundeskreis und durch Heirat zum Familienkreis des Schriftstellers D. H. Lawrence (1885 – 1930). In den Jahren 1929 und 1939 lehrte Krenkow an der Arabischen Fakultät an der indischen Aligarh Muslim University (AMU) (8).

Während des Dritten Reichs und in den ersten Nachkriegsjahren lebte Hamidullah zeitweilig in Paris, wo er 1935 und 1936 an der Sorbonne arbeitete und einen Doktortitel für Literatur, den doctorat ès lettres, erwarb. Forschungsreisen führten ihn nach Mekka und Medina, Kairo, Beirut, Sanaa (Ṣanʿāʾ) sowie nach İstanbul. In der Türkei begegnete er Şerefettin Yaltkaya, İs¬mail Sâib Sencer, dem bekannten deutschen Orientalisten Hellmut Ritter (1892 – 1971) sowie dem Arabisten und Turkologen Oskar Rescher (Osman Reşer). Um 1947 im autonomen Hyderabad lebend, wanderte Hamidullah nach der Besetzung des Staates im September 1948 durch indische Truppen endgültig nach Frankreich aus, nur unterbrochen von Zeiten der Lehrtätigkeit in der türkischen Bosporus-Metropole (ab 1952), an der Universität von Ankara sowie im nordostanatolischen Erzurum.

In den frühen Fünfziger Jahren leistete er seinen bedeutenden Beitrag zur Entstehung der Verfassung Pakistans, 1961 unterstützte er Said Ramadan bei der Gründung des der terrornahen Muslimbruderschaft entsprießenden Islamischen Zentrums Genf. Zu Beginn der Sechziger initiierte der Islamgelehrte die Association des étudiants islamiques de France (AEIF), in der Hamidullah den nachmaligen Führer des Sudan, den Muslimbruder Ḥasan at-Turābī beeinflusste. Auch der Iraner Abū ʾl-Ḥasan Banīṣadr war der AEIF zuzurechnen, Banīṣadr begleitete von Paris aus Ayatollah Chomeini und wirkte als erster islamisch-revolutionärer Staatspräsident eineinhalb Jahre lang am Aufbau der staatsterroristischen Allahkratie mit, flüchtete allerdings am 29.06.1981 zurück nach Frankreich. Bis 1996 in Paris ansässig und inzwischen mit dem Englischen fünfsprachig, war Hamidullah Mitglied der größten Forschungsinstitution Frankreichs, des Centre national de la recherche scientifique (CNRS, vergleichbar dem deutschen Max-Planck-Institut, aber wesentlich größer) (9). Als Forscher zur Geschichte des frühen Islam und zum Hadith machte sich der indische Experte für das islamische geheiligte Recht und Bonner Doktor der Philosophie einen Namen.

Südasien. Wie im imaginierten islamischen Paradies blieben die „Unreinen“ draußen und das werdende „Land der Reinen“, Pākistān, beteiligte den Schariagelehrten, der neben Urdu auch Arabisch, Englisch und Französisch fließend beherrschte, am Entwurf seiner koranzentrierten sprich kulturrassistischen Staatsverfassung. Die Titel seiner berühmtesten Werke verweisen auf die Seelenrettung der Muslimischen Staatsführung (Muslim conduct of state: Being a treatise on Siyar, 1953) oder auf das Nichtmuslime und Frauen deklassierende Islamische Verfassungsrecht (The First Written Constitution in the World, 1975, 1986). Hamidullah übersetzte „Das große Buch des Islamischen Völkerrechts“, den »Kitāb as-Siyar al-Kabīr« des um das Jahr 1106 verstorbenen iranischen Gelehrten Sarakhsi aus dem Arabischen ins Französische, eine Übersetzung (Le Grand Livre De La Conduite De l’État), die 1989 bei Türkiye Diyanet Vakfı (türkischer Staatsislam) neu herausgegeben worden ist. Um eine notwendig gewordene medizinische Behandlung erhalten zu können, ging der kinderlos gebliebene Übersetzer des Korans ins Französische (Le Saint-Koran, bei: Amana Publications, 1959) im Jahre 1996 in die USA, zunächst nach Wilkes Barre, Pennsylvania. Am 17.12.2002 starb Hamidullah im Alter von 95 Jahren in Jacksonville, Florida, wo seine Großnichte Sadida Ahmed um 2003 für das Islamic Center of Northeast Florida (ICNEF) publizistisch in Erscheinung tritt (10).

Ein halbes Jahrhundert lang also dachte ein in Indien geborener Schariagelehrter die auf Nuʿmān ibn Ṯābit ibn Zuṭā ibn Marzubān, genannt und bekannt als Abū Ḥanīfa (699 – 765 n. Chr.) zurückgehende hanafitische Rechtsschule gewissermaßen von Paris aus neu. Von den orthodoxen Standards etwa eines al-Ġazālī († 1111) hat er sich dabei allerdings nicht entfernt, denn die Scharia ist nicht erneuerbar.

Die meisten Muslime in China, Bangladesch, Indien, Pakistan, in der Türkei und auf dem Balkan sind Hanafiten, anders als etwa in Frankreich, wo nordafrikanischstämmige Malikiten den Islam prägen, weshalb wir für Deutschlands mehrheitlich türkeistämmige Muslime Dr. Hamidullah als eine nicht lediglich einflussreiche, sondern ganz besonders verbindliche Lehrautorität anzunehmen haben.

Das europäische Hanafitentum betreffend gilt es, die Einwirkung des radikalen Theoretikers al-Maudūdī, der ab 1928 in Hamidullahs Heimatstadt Hyderabad lebte, auf den türkischen bzw. deutschen Islam in den nächsten Jahren ebenso zu beobachten wie eine eventuelle Wechselwirkung zwischen Deobandi-Bewegung und Millî-Görüş-Bewegung (einschließlich der 1926 in Indien durch Muhammad Ilyas ins Leben gerufenen daʿwa-Bewegung Tablighi Jamaat (TJ), eines Deobandi-Abkömmlings). Das nach der Azhar weltweit zweitgrößte islamische Hochschulzentrum, die erwähnte Dār ul-ʿUlūm von Deoband, strahlt mittlerweile bis in nach Indonesien und Malaysia aus, in die Kernlande der schafiitische Rechtsschule. Zwischen 1991 und 1993 hat ein gewisser Herr Mustafa Cerić aus Sarajevo im malaysischen Kuala Lumpur am just eröffneten International Institute of Islamic Thought and Civilization (ISTAC, Prof. Zein) (11) gelehrt, in den Achtzigern allerdings bereits in Northbrook, Illinois, USA. Zein ist mitverantwortlich für das Projekt National Dialogue on Islam and Democracy (NDID) (12).

Zum walī muǧbir, dem seine jungfräuliche Tochter zwangsverheiratenden muslimischen Vater, möchten Zein und Cerić allerdings ebenso wenig auf Distanz gehen wie zur schafiitischen FGM (vgl. Stephanie Sinclair, zu: Assalaam Foundation, Bandung, Indonesia), die Globalisierung der orthodoxen islamischen Heilssicherung zeitigt nun einmal den Ausstieg aus der bidʿa (unzulässige Neuerung) der universellen Menschenrechte.

Die vom deutschen Verfassungsschutz beobachtete IGMG, die im April des Jahres 2010 in Duisburg im Beisein von Necmettin Erbakan ihr vierzigjähriges Bestehen feiern konnte (13), widmet dem indischstämmigen Hanafiten Hamidullah eine eigene Buchreihe (14).

Von Muhammad Hamidullah existieren nur wenige Fotografien (15).

Ethische Basis wie konkreter Texteinstieg Hamidullahs ist die einzig irdisch akzeptable Lebensweise, die einzige, die am Tage der Auferstehung „von Allāh angenommen wird“ und dich, vielleicht, vor der Hölle bewahren kann. Nur das gemeinschaftlich kultivierte Verhalten der Urgemeinde und das persönliche Nachahmen der prophetischen Lebensweise und Befolgen der koranischen Befehle kann die Teufel, aš-šayaṭīn (Sg. aš-šaiṭān), an die jeder Familienvater oder Imam zu glauben bedarfsweise per Prügelstrafe anordnet, vorläufig erfolgreich abdrängen. Die Deutsche Islamkonferenz (DIK) diente also der zur Teufelsaustreibung unabdingbaren und die Islamische Revolution (16) Europas wie beiläufig begleitenden Rechtsspaltung, worüber die Bundesregierung den Souverän, das Volk, im Unklaren lässt.

Säkular aufgewachsene Menschen seien erinnert, dass hier bei Hamidullah keine Poesie betrieben wird, sondern Verfassungsrecht, denn Himmel und Hölle werden legalisiert:

16. Im Verein mit anderen Sippenhäuptern wurde eine Versammlung von Freiwilligen zusammengerufen, um einen ritterlichen Orden zu gründen (er wurde hilf al-fudûl genannt), der jedem Unterdrückten in der Stadt – sei er Mitbürger oder Fremder – helfen sollte.

Hamidullah stellt den Tugendbund, dem der Prophet angehört haben soll, als nach transparenten Standards handelnd und als universalistisch-humanitär dar. Falls das vor dreizehneinhalb Jahrhunderten tatsächlich so gewesen sein sollte, ist die Ethik des ḥilfu l-fuḍūl leider ohne Wirkung auf die Verfassung von Medina geblieben, die an einem kulturellen Rassismus ausgerichtet blieb mit einem – charakteristisch islamischen – Deklassieren der Frau.

Islam ist Frauenentrechtung, das Ehepaar gleichsam Modul oder Molekül, ein Dipol wie eine Batterie oder ein Magnet, der Mann staatlich zertifiziert sauberer und daher mündiger, die Frau juristisch einwandfrei wie angeblich bereits naturgemäß besudelter und folglich zu entmündigen. Die anderen Moleküle (Ehepaare) oder Module (Familien) mögen andocken und das Gewebe der sich wie ein Geheimdienst auf sexuelle Korrektheit überwachenden umma damit in Nordamerika und Europa ausbreiten. Jener umma, welche das Territorium nach Maßgabe der islamic supremacy (geheiligte Gewalt gegen Nichtmuslime) als Doppelmembran zu überziehen beginnt, die männliche Seite oben, herrschend und kommunizierend, die weibliche unten, der maskulinen Gewalt (durch Vater, Bruder, Ehemann und Sohn) ausgesetzt, die Frauen in die Einzelzellen der Mauerkammern und Burkas getrieben und damit entsolidarisiert. Dafür und für nichts anderes (allenfalls den imaginierten Platz im Paradies, Way to Allah) propagieren wir Kopftücher und bauen wir Moscheen, ob in der Türkei oder in der neuen Westtürkei (Deutschland) bzw. dem neuen Maghreb (Spanien, Frankreich, Italien, auch Deutschland). Wer den Gehorsam verweigert, muss als unrein, pervers und heilsgefährdend verachtet werden und darf bespuckt werden, denn er entfernt sich eigenmächtig von Allah (und ist damit auf dem Way to Hell).

Obschon im polytheistischen Mekka aufgewachsen hat Muḥammad, ganz in der Tradition der wenig beweisbaren ḥunafāʾ oder Hanifen (Eingottgläubige, Quasi-Muslime in der Zeit vor Muḥammad, Sg. ḥanīf), niemals Götzenbilder angebetet, wie der indischstämmige Professor in seiner ungeliebten französischen Wahlheimat genau weiß:

17. [Muhammad] … dass er, wie seine Biographen versichern, niemals Götzenbilder angebetet haben soll. Es sei daran erinnert, dass es Mekkaner gab, die ebenso handelten und die sich gegen das im Irrwahn lebende Heidentum auflehnten, obgleich sie vollkommen der Ka’bah treu blieben, dem Hause, das Abraham dem Einen Gott geweiht hatte.

Juden gelten im Islam als Schriftverfälscher, Christen als Tradierer der verfälschten Schrift. Der Christenheit die Bedeutung des Jesus zu klauen und gewaltkonform sprich faktenwidrig umzudeuten und zunächst vor allem den Juden die Tradition der Propheten gleichsam zu entwenden und mit einem letzten Gottesgesandten krönend abzuschließen, reicht offensichtlich nicht aus. Man muss doch bitte gleich im Besitz des anfänglich-urältesten monotheistischen Heiligtums sein, das von Adam (Ādam) gebaute, in der Sintflut zerstörte und durch Abraham (Ibrāhīm) wiedererrichtete Haus Allah (bayt Allāh) in christen- und judenfreier Atmosphäre berühren dürfen, um die Mythen und Heilsgeschichten des Nahen Ostens ungedemütigt erklären sprich beherrschen zu können, und, Allahgott denkt tagespolitisch, das heutige Jerusalem und Israel gleich mit.

Grund genug, sich heutzutage gedemütigt zu erachten, sei die Existenz des Staates Israels allemal. Das gefährlichste antisemitische Pamphlet (Die Protokolle der Weisen von Zion. Sechzig Auflagen im Nahen Osten, beispielsweise verlegt durch Mustafa Tlas, der gute drei Jahrzehnte lang Verteidigungsminister Syriens war) gibt der muslimischen Psyche ebenso Orientierung wie der iranische Atombombenbau und die palästinensisch betriebene Verhetzung von Kindern durch antisemitisch, antiwestlich und islamofaschistisch inspirierte Filme bei al-Aqsa TV (»Ruwād al-Ġad – Pioniere von Morgen« (17)).

Das alte Arabien war weniger monokulturell. Gott Hubal wurde in Menschengestalt in der Kaʿba verehrt, er war der Gott des Orakels und ließ sich die sieben Lospfeile werfen. Zum Kaʿba-Kult gehörten neben Hubal die drei mächtigen unsichtbaren Göttinnen al-Lāt („die Göttin“), al-Manāt („das Schicksal“, ihre Attribute waren Mond und Abendstern) und al-ʿUzzā („die Stärkste“). Der deutsche Orientalist und protestantische Theologe Julius Wellhausen (* 1844 in Hameln, † 1918 in Göttingen) forschte in den Schriften des al-Kalbī (Hišām bin Muḥammad bin as-Sāʾib al-Kalbī, (* um 737, † 819 oder 821 in Kūfa) zur altarabischen Religion, und erfuhr, dass Allahs Liebling und nachmaliger Religionsgründer Muḥammad der Nachwelt eingestand, persönlich der ʿUzzā ein rot-weißes Schaf geopfert zu haben. Im Laufe der islamischen ersten Jahrhunderte wurde die Figur des Muḥammad offensichtlich immer makelloser und von allem Nichtislamischen gereinigt. An der Grausamkeit des Feldherrn und der Frauenherabsetzung aller islamisch beherrschten Orte und Jahrhunderte sollte unsererseits allerdings kein Zweifel bestehen.

Orthodoxe Muslime leugnen unangenehme Tatsachen. Auch Hamidullah möchte mit dem Wahrheitsgehalt der Menschheitsgeschichte großzügig umgehen, wenn es nur der irdischen Installation der Allahkratie dient. Die Bonner Universität hätte im Jahre 1933 jemandem, der wie Hamidullah offensichtlich weder in der Lage noch bereit ist, seine Ideologie dem Wissenschaftsvorbehalt nachzuordnen, den Doktortitel im Fach Philosophie möglicherweise nicht überreichen dürfen.

Wir dürfen gespannt sein, ob die 1978 im münsterländischen Ahlen als Tochter syrischer Einwanderer geborene Schariafreundin Lamya Kaddor, deren Wissenschaftsbegriff sich in der Bandbreite zwischen vormoderner Magie und politisch radikalisierter Gegenaufklärung zu bewegen scheint („Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“), durch einen Hochschulstandort in der Bundesrepublik Deutschland mit wissenschaftlichen Weihen bekränzt werden wird; ihren Wikipedia-Eintrag, der monatelang suggerierte, sie habe den Doktorgrad bereits errungen, mussten deutsche Gegner des politischen Islam im April 2010 in Ordnung bringen. Kaddor hatte ihre spendenskandalösen 20.000 € überwiegend von der durch Muʿammar al-Qaḏḏāfī, das ist Staatsoberhaupt, Revolutionsführer und Terrorist Muammar al-Gaddhafi, gegründeten World Islamic Peoples Leadership (WIPL) entgegengenommen. Die muslimische Religionspädagogin schreibt also nach wie vor an ihrer Dissertation »Blut und seine Bedeutung im Islam«, was lange währt wird endlich gut, in der hoffentlich keine Flunkereien erscheinen werden wie Kaddors: „die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist auch im Islam verankert“ oder ihre abenteuerliche Kulturtheorie, nach der ein Wissenschaftsvorbehalt auf die schariakonforme Erziehung anzuwenden verzichtbar sei, denn eine ältere, islamische Aufklärungsleistung habe „den Weg für die europäische Aufklärung bereitet“.

Wie für Lamya Kaddor heute schien ein Vierteljahrhundert eher auch für einen Muhammad Hamidullah eine Islamreform nicht notwendig zu sein, da kein geringerer als das Siegel der Propheten (al-ḫātam an-nabiyyīna) selbst diese Reform, die letzte menschheitsgeschichtlich mögliche Reform, bereits durchgeführt habe:

24. zur Ausführung seiner reformatorischen Sendung

Wenig wissenschaftlich differenziert Hamidullah nicht zwischen plausibel und unbegründet, sondern stellt fest:

35. Zwischen Falschem und Wahrem gibt es nichts Gemeinsames, und nichts auf der Welt ist weiter voneinander entfernt, als diese beiden Dinge!

Wie uns der Lebenslauf des 1966 geborenen und im Alter von nur fünfzehn Jahren vom Protestantismus zum Islam konvertierten und mittlerweile ex-muslimischen Wissenschaftlers Sven Kalisch nahe legt, sind die heutigen muslimischen Intellektuellen oder Befehlsgeber beziehungsweise ist das skrupelloseste Erpresserkartell des organisierten (revolutionären) Islam zur Historisierung der Korangenese unfähig.

In offensichtlicher Ferne zu einer für jede religionswissenschaftliche Herangehensweise grundlegenden Außenansicht geht es weiter:

39. Verschiedene geschichtliche Tatsachen geben uns Rechenschaft über das, was geschah … die Quellen versichern, dass „jedes Jahr im Monat Ramadân der Prophet dem Erzengel Gabriel den bisher geoffenbarten Teil des Korans vortrug“ …

Ǧibrīl als wissenschaftliche Hilfskraft. In manichäischer Kosmoszerspaltung bei unzufälliger einzig möglicher Erlösung durch ideologiekorrektes Verhalten fährt der posthum bei Millî Görüş verlegte und vertriebene Experte für die allüberall umherflatternden Engel und Teufel fort:

86. Der Islam betont sehr stark die Tatsache, dass der Mensch gleichzeitig aus zwei Elementen besteht: seinem Körper und seinem Geist, und dass er keines dieser beiden zum Nachteil des anderen vernachlässigen darf. Wollte man sich einzig den geistigen Bedürfnissen widmen, so hieße das, danach zu trachten, ein Engel zu werden (während Gott schon andere Engel erschaffen hat); wer sich ausschließlich mit materiellen Dingen beschäftigt, kann sich zum Standpunkt eines Tieres, einer Pflanze wenn nicht sogar eines Teufels erniedrigen (während Gott zu solchen Zwecken Wesen anderer Art erschaffen hat als uns).

In der Zone zwischen Tier und Pflanze wäre im Übrigen und nach al-Ġazālī der größere Teil der Frauen anzusiedeln, denen, wenn überhaupt, nur die Ganzkörperverschleierung (al-ḥiǧāb) und die durch Allahs Männer erfolgreich kontrollierte weibliche Sexualität den prekären Platz in der Gemeinschaft der sittlich anständig zu nennenden Menschen sichert.

Im April 2010 beeilten sich einige deutsche Kirchenvertreter, der Einlassung der neuen ranghöchsten bezahlten Verantwortlichen für Soziales und Integration, der türkeistämmigen und bemerkenswert hektisch und laut so genannten „muslimischen Ministerin“ Aygül Özkan beizupflichten, dass die Gottheit des orthodoxen Islam mit derjenigen der Juden und Christen identisch sei, was wir als selbstbewusst religiöse, säkulare islamkritische Kirchenmitglieder selbstverständlich zurückweisen. Sehr geehrter Leser, falls Sie an Ihrem Wohnort einen katholischen Pastoren oder evangelischen Pfarrer beherbergen, der die Scharia nicht kenntnisreich und vernehmbar kritisiert, sondern Allāh mit dem Gott des Talmud oder Neuen Testaments verwechselt, treten Sie ihm doch bitte so lange couragiert entgegen, bis er entweder schweigt oder, wenn Sie ihm in der Stadt begegnen, die Straßenseite wechselt.

Der lebensbedrohliche Peitschenhiebe für den Weintrinker oder die mit nicht verwandten Männern redende Frau anordnende Allāh ist nicht der Gott des Jesus von Nazareth. Der die Todesstrafe für den Islamapostaten billigende Gott hat mit dem jüdischen Schöpfer der Welt nichts zu tun. Allahgott will den walī mudschbir, den Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang. Allahgott will den Geschlechtsverkehr mit der neunjährigen Braut und das lebenslange Aufenthaltsbestimmungsrecht des Ehemannes über alle Kinder. Eine Gottheit, der die Söhnchenfabrik (zoontjesfabriek, Ayaan Hirsi Ali) der biologischen Mutter ohne Begründung verstoßen kann und das Recht auf eine Zweit- bis Viertfrau bei unbegrenzter Zahl der Konkubinen hat, mag ja in der ökumenischen Münchner Kirchentagsszene des Jahres 2010 im Beisein von Rabeya Müller verehrt werden, doch mein Gott ist das nicht.

86 – 87. Der Zweck der Erschaffung des Menschen mit seiner doppelten Begabung, der körperlichen und der geistigen, würde unerfüllt bleiben, wenn dieser nicht imstande wäre, das harmonische Gleichgewicht zwischen den Erfordernissen seines Körpers und seines Geistes herzustellen.

Ein wenig an das esoterische Geschwafel vom Yin und vom Yang erinnernd, bietet der sanft die gesellschaftliche Transformation hin ins Kalifat begleitende Hamidullah uns das kulturrassistische Gesellschaftsbild und misogyne Menschenbild der Scharia als wohlausgewogen an. Im englischen Sprachraum wird derlei Erziehung zu einem amerikanischen oder europäischen Muslim, der als gewaltbereiter islamischer Revolutionär verwendbar sein wird, mit dem geheimniskrämerischen oder kokett-aufmüpfigen „The Radical Middle Way“ versehen.

Der Nichtmuslim, suggeriert Hamidullah, lebe im seelischen und somatischen Ungleichgewicht, der Schariagegner gar müsse von einer geradezu extremistischen Widernatürlichkeit angekränkelt sein. Der neo-orthodoxe (politische) Muslim kann sich, Muhammad Hamidullah zitierend, als personifizierte Unschuld darstellen.

87. Die Muslime haben nichts mit den Atheisten gemein, nichts mit den Polytheisten noch mit jenen, die Gott andere Götter zugesellen.

Muslime und Nichtmuslime seien einander wesensfremd – das entspricht beinahe Sir Iqbals berühmter Rede vom 29.12.1930, in der er als Präsident der All India Muslim League ein fruchtbares oder auch nur wünschenswertes, dichtes Zusammenleben von Muslimen und Hindus aus geradezu anthropologisch zu nennenden Gründen für alle Zeit ausschloss und den von Dhimmis und Harbis befreiten Staat forderte, dessen Gründung im Jahre 1947 als Staat Pākistān Iqbāl nicht mehr erleben sollte. Iqbāl wird folgerichtig als geistiger Vater Pakistans verehrt. Am Ort der am 24.03.1940 verfassten Lahore-Resolution steht das „Leuchtturm von Pakistan“ oder „Minarett von Pakistan“ genannte Wahrzeichen Pakistans und Symbol der Aufrichtung heilssichernder, sprich schariakonformer Herrschaft: Mīnār-ĕ Pākistān (18).

Muslime und Nichtmuslime seien vom Schicksal dafür vorgesehen, sich voneinander abzugrenzen – Schariapolitiker wie Muhammad Hamidullah und Said Ramadan verpflanzten diese Denkweise nach Europa und Abschottungsbewegungen wie die Millî Görüş predigen die koranisch verankerte Meidung der Nichtmuslime und ihrer Lebensweise heutzutage.

Den Christen wird implizit das Angebot gemacht, einen islamverträglichen Ansatz zu entwickeln, der ja, was Hamidullan allenfalls erhoffen konnte, seit Jahren tatsächlich in Form des so genannten Dialogs die zunehmend enthemmten kirchlichen Machtstrukturen begeistert.

Abrahamitische Ökumene ist ein Begriff nach Hans Küng und Karl-Josef Kuschel. Abrahams Runder Tisch, in Hildesheim. Tag der Religionen, die scheindemokratisch-esoterische Machtdemonstration als Hauptveranstaltung vom Runden Tisches der Religionen in Deutschland, c/o Weltkonferenz der Religionen für den Frieden (WCRP) in verschiedenen Städten organisiert, Hauptinitiator ist WCRP-Geschäftsführer Pfarrer Dr. Franz Brendle. Trialog, beispielsweise 2010 als Schulwettbewerb der Herbert-Quandt-Stiftung (19) oder 2005 in Düsseldorf um Micha Brumlik, den Kalifatslobbyisten und Frauendeklassierer Nadeem Elyas und den Jesuiten Hans Kessler (20)

Wie versehentlich beginnt der eine oder andere Wächter (Επίσκοπος) wie Rowan Williams (21) oder Hans-Jochen Jaschke (22) einem mittelalterlich-andalusischen oder neuzeitlich-koptischen Bischof zu gleichen und damit einem Führer der „gnädig“ und „tolerant“ dem Sonderrecht unterliegenden Kaste der Dhimmis. Im irdischen Staat der Stellvertreter Mohammeds und Allahs werden für Bischöfe ein paar Krümel vom Tische des Kalifen herunterfallen.

90. Muslimische Gelehrte haben ihr ganzes System auf einer juristischen Grundlage mit wechselseitigen Rechten und Pflichten aufgebaut.

Islam ist Staat. Einen anderen Islam als die deine Seele vor der ewigen Verdammnis, vielleicht, bewahrende Tugenddiktatur haben Allah, Mohammed und Hamidullah nicht im Angebot. Die in Europa oft noch unsichtbare parallele Schariarepublik versucht die Ganzkörperverschleierung politisch durchzusetzen, beim zu bewahrenden französischen und durchzusetzenden rheinland-pfälzischen Lehrerinnenkopftuchverbot geht es nicht um sichtbares Haar, sondern um die doktrinäre Geschlechterapartheid und die gleichnamige Textilie des ḥiǧāb. Hamidullahs „geistliches“ (totalitäres) Pflichten- und Rechtssystem schariatischer Praxis (fiqh: geheiligte wenn nicht heiligende Staatspflege als Rechtssprechung an den Gerichtshöfen ranghoher Nachfolger Mohammeds) kollidiert mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

90 Verpflichtung. Gott anbeten, Ihm Dankbarkeit erweisen, Ihm gehorchen, alles vermeiden, was Seiner universalen Göttlichkeit entspricht – das alles gehört zu den Pflichten eines jeden, und ein jeder wird einzeln und persönlich dafür verantwortlich sein.

Und das alles fraglos ohne Zwang, den nur dein in Freiwilligkeit begangenes schariagemäßes Handeln spendet dir die ausreichende Hasanāt, paradiesische Pluspunkte.

90. Da Gott unsichtbar und außerhalb jeder körperlichen Wahrnehmbarkeit ist

Wie selbstverständlich lügt Hamidullah. Der „pakistanische“ (Wikipedia) Wahlfranzose hat uns den schreckensreichen Schariagott, den seinen politischen Statthaltern Gewaltlizenzen verleihenden Allahgott in den Diskurs der kulturellen Moderne schmuggeln wollen, doch trickreich belanglos von einem „Gott“ geschrieben.

In Frankreich oder Deutschland kann jeder seinen Glauben öffentlich bekennen (anders als in Pakistan, im Iran und leider auch anders als in der deswegen nicht EU-beitrittsfähigen Türkei). Auch jeder Muslim. Ein Kalifat aber kann hier nicht gelebt werden, denn es besteht bereits ein Staat.

Im Übrigen haben körperlich wahrnehmbare bzw. nicht wahrnehmbare Göttinnen und Götter unser Verfassungsrecht und Internationales Völkerrecht nicht zu befehligen, auch nicht von Hyderabad oder Paris aus.

90. Der Menschengeist ist sowohl für gute wie für böse Eingebungen empfänglich. Gute Menschen können auch gelegentlich böse Eingebungen haben (Versuchungen) – so wie umgekehrt schlechte Menschen gute Eingebungen erhalten können.

Der theologisch lügende Jude oder der theologisch die Lüge transportierende Christ mag sich ja zur wahren Religion bekehren. Auch muslimintern soll offensichtlich in zwei Klassen aufgeteilt werden, die Schlechten und die Guten. Eine vom Satan verwaltete Hölle ohne menschliches Brennmaterial wäre eine Außerkraftsetzung einer zentralen koranischen Verheißung, und die richtende Gottheit ist nicht gerne arbeitslos.

Indirekt bejaht Hamidullah eine, wenn auch dramatisch ungewisse, Prädestination, die besonders Tugendhaften aller Jahrhunderte werden gewiss zu den „guten Menschen“ zu zählen sein, die tugendpolitischen Herrscher (al-Maududi, Erbakan, al-Qaradawi, Erdoğan) verdienen damit deinen Gehorsam.

Den afrikanischstämmigen amerikanischen Kulten Voodoo, Santería und Candomblé überraschend ähnlich, beschwört Hamidullah eine hoch wirksame, unsichtbare Sphäre, aus der heraus gute und böse Geister den Muslimen einflüstern oder aus der ein zur Lüge befähigter Allahgott den Muslimen gute wie böse Eingebungen zuteilt.

Im Sinne des Jugendschutzes dürfen wir unsere Kinder und Jugendlichen einer solchen, zeitgleich sowie in unkontrollierbarer Relation und Dosis Ängste und Allmachtsphantasien verbreitenden Lehre nicht aussetzen.

Die uns durch den geisterkundigen Hamidullah als real verbürgten Einflüsterungen unterliegen einem mehrklassigen Qualitätsstandard:

92. Der höchste Grad des Kontakts, das sicherste und das unfehlbarste Mittel zur Verbindung des Menschen mit seinem Schöpfer wird von Muhammad wahy genannt. … eine wirkliche Offenbarung, die dem Menschen von Seiten Gottes zuteil wird; … eine himmlische Kommunikation.

Widerworte sind allerdings nicht gerne gesehen, insofern ist die „himmlische Kommunikation“ meistens wohl eher ein Monolog.

Auch hier wieder die Aufspaltung der Menschheit, dieses mal in Nichtpropheten und Propheten beziehungsweise Normalsterbliche und Offenbarungsempfänger. Die Nichtpropheten haben selbstverständlich auf die Verkünder des göttlichen Willens zu hören. Im berüchtigten Dialog mit dem Islam sind es leider die im Iran und in Ägypten grausamster Verfolgung unterliegenden Baháʾí, deren Europavertreter wie Nicola Towfiqh (Nationaler Geistiger Rat der Bahá’í) die harmlos-verspielt erscheinende Lehre von den realen Propheten in Rathaussälen verbreiten. Dass jede Relativierung des frauenentrechtenden Islamischen Rechts die Demokratie gefährdet, droht durch frömmelnde oder auch wirklich fromme Prophetenverteidiger vernebelt zu werden. Baháʾí werden doktringemäß zur Koranlektüre ermuntern wollen. Sie werden Muḥammad Verehrung entgegenzubringen haben und den frühen Islam als makellos bezeichnen müssen, was der politische Islam gerne ausnutzt.

101. Der Mensch ist auf der Reise zu Gott, zur Unendlichkeit, auf einer Reise, bei der selbst Paradies und Hölle nur Zwischenstationen sind (manzil min manâzil as-sâ’irîn).

Der Eindruck wird erweckt, die Hölle sei ein provisorisches Refugium der Charakterschulung, jedenfalls für niemanden ewig, was gegen die klassische Auffassung verstößt, dass zumindest die munāfiqūn, die Heuchler, ganz gewiss nie mehr aus der Hölle heraus gelangen. Es dürfte noch einige weitere Straftatbestände geben, die mit zeitlich unbegrenzter Gottesferne geahndet werden. Wie wäre es mit der heutigen iranischen Täterschaft eines Verderbenstifters auf Erden (Mofsed fe l-Arz; mufsid fi l-arḍ, spreading corruption on earth) oder der Klassifikation als Kämpfer (Mohareb [ba Khoda]; muḥārib, Enemy of Allah, vgl. ḥarb, Krieg) gegen Allahgott und dessen irdisches Sozialwesen, beide Begriffe stammen aus dem barbarischen (islamrechtlichen) Körperstrafrecht (Ta’zir, at-taʿzīr) der Teheraner Mullahs und dem mit ihm schariatisch verschränkten Talions- oder Vergeltungsrecht (Qesas; al-qiṣāṣ)? Sollte die Apostasie, sollte die auf Allāh bezogene Gotteslästerung keine unbegrenzte Verweildauer im Höllenfeuer nach sich ziehen? Dem qiṣāṣ ist im Einzelfall (die deutsche Scharialobby will die Einzelfallregelung, also den Ausstieg aus der Rechtssicherheit, die islamkonforme Willkür, etwa beim Lehrerinnenkopftuch) die Möglichkeit des im Koran und in der Verfasssung von Medina beschriebenen Blutgeldes (dīya, diyya) entgegenzusetzen, das allerdings von Opfer ausgeschlagen werden kann, wenn es auf dem von Allāh (eben nicht: von Gott) eingeräumten Prinzip Auge um Auge besteht (23).

102. Es stellt sich nun die Frage, ob die Hölle für die Ungläubigen ewig sei? Die Meinungen der muslimischen Theologen gehen in diesem Punkte auseinander, …

Das wichtigste ist schließlich, dass der muslimische Endverbraucher nicht selber denkt, sondern seine Meinung gehorsam derjenigen von al-Ġazālī (Jahrgang 1058) oder al-Qaraḍāwī, 868 Jahre später geboren (1926) nachzuordnen hat, als Frau allerdings zunächst dem Schlafzimmerkalifen (Ehemann), als Kind dem Besitzer (Vater) und als Mann dem Freitagsprediger.

Kein Muslim wagt es, zu sagen, der stammesseits akzeptierte Imam oder moscheegemeindlich zuständige Scheich würde Unsinn reden. Islam ist ein als Religion getarntes rigides Verhaltensprogramm, bei der sich nagender Zweifel ebenso erübrigt wie wissenschaftlich fundiertes Nachfragen, Spielfreude oder Neugier.

146. Der Muslim verehrt die Tora, den Psalter, das Evangelium als Wort Gottes, aber er richtet sich nach den letzten und allerjüngsten Worten des Herrn, d. h. nach dem Koran. Wer immer den veralteten Gesetzen verhaftet bleibt, kann vom Gesetzgeber nicht als wahrhaft gehorsam angesehen werden.

Abrogation (Aufhebung älterer Lehrsätze durch jüngere), üblicherweise auf den Koran bezogen (medinensische Verse heben einige mekkanische auf), ließe sich hier auf die Schriften der drei großen nahöstlichen Offenbarungsreligionen beziehen, der Koran also hat Tora und christliche Bibel gewissermaßen abrogiert.

Spirituell gesehen sind Juden und Christen also von gestern, ihr Verweigern, die Texte zu aktualisieren, ist Bildungsresistenz oder Ketzerei.

Das angemessene Wort für die Gottheit des Islam: Gesetzgeber.

134. Nur der Eingottglaube, rein und unvermischt kann die Vernunft befriedigen.

Wer dem Islam widerspricht, sei also unvernünftig. An die Dschinnen zu glauben und sich über nacktes Frauenhaar zu empören, sei vernünftig.

Dank des Wirkens der konsequentesten (enthemmtesten, gewalttätigsten) Parteigänger Allahs geht Europa womöglich einer den Epochen von Pestzeit, Hexenverbrennung, Faschismus und Stalinismus überraschend ähnlichen Zeit entgegen, und mit den Erkenntnissen einer Taslima Nasreen oder mit den Worten des an der fanatischen Gewissenlosigkeit leidenden Servet-Verteidigers, des gleichwohl hoffnungsvoll gebliebenen Sebastian Castellio (Sébastien Châtillon, 1515 – 1563) werden die Nordamerikaner und Europäer in drei oder zwei Jahrzehnten feststellen:

„Die Nachwelt wird es nicht fassen können, dass wir abermals in solchen dichten Finsternissen leben mussten, nachdem es schon einmal Licht geworden war.“

Wir dürfen bei Finsternis an zwangsverheiratete, nicht einwilligungsfähige, von (noch, die Gesetze lassen sich ändern) pflichtwidrig handelnden Jugendämtern „begleitete“ geschwängerte oder bereits schwangere Minderjährige auf Seite der islamisch Eingesperrten denken. Zwei entsprechende Berliner Fälle gingen im April 2010 durch die deutsche Presse. Auf der Seite der den Gehorsam dem modischen Gott der Globalisierung (Allāh) gegenüber verweigernden Nichtmuslime fallen uns bedrohte Journalisten, Menschenrechtler, Schriftsteller oder Karikaturisten ein.

149 – 150. Die Menschen können in drei Hauptgruppen unterteilt werden: … die erste Gruppe (Engel-Menschen) braucht keine Anleitung, keine Aufsicht; bei der zweiten Gruppe (Teufel-Menschen) muss mit allen möglichen Mitteln versucht werden, sie im Zaum zu halten, um sie an der Ausübung des Bösen zu hindern; mit der dritten Gruppe aber (den menschlichen Menschen) muss man sich allenthalben beschäftigen und sich um sie kümmern. Die Angehörigen dieser dritten Gruppe ähneln in mancher Hinsicht fast den Tieren: sie sind ruhig und zufrieden mit dem, was ihnen gehört, solange sie nicht merken, dass es anderen besser geht, oder solange ihnen nichts Schlechtes von anderen widerfährt.

Sarkastisch gesprochen: Das erleichtert Deutschlands Erziehern und Lehrern die Arbeit im Kindergarten und auf dem Schulhof und erspart uns allen Gewissensbisse, einen Erwachsenen aus Gruppe Zwei (Hamidullah: „schlecht und unverbesserlich“) lebenslänglich einzusperren, vor allem, wenn ich als stadtbekannter Frömmler doch ohne Zweifel und dank Allahs Gnade der Gruppe Eins (Hamidullah: „braucht keine Anleitung, keine Aufsicht“) zuzurechnen bin. Den Koranpolitikern obliegt, Anpfiffe erteilend und leichte Schläge austeilend, das Lenken der Mensch gewordenen Geißen und Ziegenböcke, beinahe, „fast“.

151. Der Islam ist eine vollständige Richtschnur für das Leben

Ein kulturrassistisches, antijüdisches, Frauen deklassierendes und selbst Kinder sexualisierendes Menschenbild mit einem vollständigen Rechtssystem von Familienrecht bis Strafrecht. Tatsächlich, vollständig.

Der Islam darf keinesfalls legalisiert (Herr Schäuble!) und kann nicht „integriert“ (Herr Laschet!) werden, schariatreuer Bekenntnisunterricht darf an öffentlichen Schulen nicht unterrichtet werden (Stichwort „Islamischer Religionsunterricht“).

162. Das Unrecht gegenüber der Person erfordert Vergeltung: Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn – wenigstens grundsätzlich.

Der barbarische Jurist bekennt sich zum qiṣāṣ, dem islamischen Vergeltungsrecht. Mit dem Islam mag Europa wieder in die Epoche von Richtschwert und Galgenberg eintreten, oder, wie es Kurienkardinal Jean-Louis Tauran im November 2008 als europäische Re-Spiritualisierung fehldeutete: „Wie hat Gott es schaffen können, zurück in unsere Gesellschaften zu gelangen? Dank der Muslime!“ Der Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog freute sich, dass der nach Europa eingewanderte Islam für den Kultgeist der abgehackten Diebeshände und elfjährigen schwangeren Ehefrauen gesellschaftlichen Platz beansprucht: „Es sind unsere Muslime gewesen, die ja mittlerweile eine stattliche europäische Minderheit darstellen, die für Gott öffentlichen Raum verlangt haben (24).“

Schariafreund Tauran nahm im Juli desselben Jahres am Kongress zur Förderung des interreligiösen Dialogs in Madrid teil, einer vom (im Namen der islamischen Religion Köpfe abhackenden) saudi-arabischen König initiierten Veranstaltung. 156 Menschen wurden 2007 per Gerichtsbeschluss in Saudi-Arabien umgebracht, Frauen müssen ihren gesamten Leib bis auf Hände und Gesicht verschleiern, und der „versachlichende“ Herr Tauran sucht den Dialog mit dem Herrscher über Mekka und Medina.

Zwei Monate eher weilte der Kurienkardinal in Katar zur Doha Conference of Interfaith Dialogue. Der dortige Landesherr, Scheich Al Thani (Ḥamad bin Ḫalīfa Āl Ṯānī), achtzehn Kinder mit drei Frauen, Gründer des im arabischen Raum höchst einflussreichen Fernsehsenders al-Ǧazīra (besonders beliebt: „Aš-šarīʿa wa l-Ḥayat – Die Scharia und das Leben“, ein Format des radikalislamischen Predigers Yūsuf al-Qaraḍāwī), erlaubt den christlichen Gastarbeitern ein wenig den Kirchenbau, doch bleibt der wahhabitische Islam Staatsreligion. Scheich Āl Ṯānī ist Absolvent der traditionsreichen Königlichen Militärakademie Sandhurst und unterstützte 1991 die US-Amerikaner und Briten bei der Befreiung Kuweits (so genannter Zweiter Golfkrieg).

162. [Islamische Sittlichkeit. Vergeltung] Ferner kann das Opfer (oder seine Erben) statt der Vergeltung eine finanzielle Wiedergutmachung verlangen oder dem Täter schlicht und einfach verzeihen.

Ad-dīya (Diyya), dem germanischen Wergeld oder Weregild (Wer bedeutete Mann; latein. Vir) vergleichbar, ein Sühnegeld bei Totschlag oder vorsätzlicher schwerer Verletzung. Die dīya kann ausgeschlagen werden, im Tausch gegen die Tötung oder „gerechte“ islamische Verstümmelung.

162 – 163. Unzucht und Ehebruch … Zur Verringerung der Versuchungen hat der Islam … Vorsichtsmassregeln vorgeschlagen: er verbietet das Beisammensein, das leichte und nicht überwachte Zusammensein der jungen Leute beider Geschlechter, wenn sie nicht nahe verwandt sind, und er empfiehlt sogar, das Antlitz der Frau durch einen Schleier zu bedecken, wenn sie ausgeht oder mit Fremden zusammenkommt. … ist es die Pflicht der Muslimin, ihre Schönheit und ihre Reize für ihren Gatten zu bewahren.

Schleier, Frauenleib, Teufel. Sein Leben vor der dramatischen Weltenbühne aus Licht und Finsternis zu meistern heißt, die Frau zu bändigen. Islam als misogyner Tugendkult, vom Volksislam bis zum Dschihadismus. Die Forderung nach der Gleichberechtigung der Frau ist in dieser Logik Krieg gegen Allāh, Koedukation ist Götzendienst.

Die das Heil der Seele bedrohende, durch die auf Erden schlechterdings unvermeidlichen Frauenleiber nahezu überall lauernde Unsitte und womöglich Unzucht zonal zu verhindern wird geradezu „parteipolitische“ Leitlinie der, nach Cemaleddin Kaplan, weltweiten Ḥizb Allāh, der treuen Gefolgsleute der himmlischen Harmonie, sich mischende Jungen und Mädchen oder Männer und Frauen repräsentieren demgegenüber die Partei des Teufels, Ḥizb aš-Šayṭān.

Der „Kalif von Köln“ Kaplan benennt, hierin Ayatollah Chomeini ebenso gleichend wie dem Mörder an Theo van Gogh († 02.11.2004), Mohammed Bouyeri, jeden Respekt genießenden Gegenstand außerhalb der Achse „Allahgott – höchster Imam – Emir – muslimischer Kämpfer“ als ṭāġūt (im Koran für einen nichtfigürlichen Götzen; Bouyeri: „thaghoet“, „de Thaghoet partij VVD“). Eine politische Strömung oder auch das parlamentarische System schlechthin kann gemäß besonders radikaler Muslime zu den ṭawāġīt (Götzen, Pl. von ṭāġūt) zu rechnen sein oder auch eine sich der Allahkratie nicht willig einordnende Behörde (laut Chomeini). Gehorsamsverweigerung oder bereits nachlässige Glaubenspraxis ist Parteinahme für Iblīs, den Satan, was umso mehr für Kopftuchkritik gelten muss. Jede streng orthodox lebende Muslima wird behaupten, das Kopftuch freiwillig zu tragen und auf den Kontakt zu „fremden“ Männern gerne zu verzichten.

Die erhabene Tugend hat allerdings etwas Lauerndes. Es wird den Regelverstoß geben, der erregt geahndet werden muss. Auspeitschung statt Sinneslust, Steinigung statt Orgasmus. Oder, genauer: beides in exorzistischer Kombination, Frauenzüchtigung und Frauenmord als die sexuelle Alternative des Islam, der dem Muslim und der Muslima permanent bewusste Kontrapunkt zum ehelichen Verkehr. Derlei obszöne Option erotisiert womöglich oder schafft eine besondere, sexuell aufgeladene und Gewalt billigende Moral, wie die Aussage einer zum Islam konvertierten Grundschullehrerin aus Aachen-Richterich belegen könnte, die sinngemäß feststellt: „Wenn einmal in hundert Jahren eine Ehebrecherin gesteinigt wird, vielleicht werden dann ganz viele Ehen gerettet (25)?“

163. [Hidschab] Abgesehen davon hat der Schleier noch andere Vorteile für die Frau … [denn der] Sonnenbrand [lässt die Haut bald altern, der Hidschab aber] … bewahrt … den Reiz und die Frische der Haut.

Warum sollen Männer Sonnenbrand bekommen und mit ihm alternde Haut? Sind, wenn es um die UV-Strahlung in der Wüste geht, Tschador und Burka nicht für beide Geschlechter sinnvoll?

Die Frau als Beute des Jägerauges und Objekt der männlichen Begierde. Eine Frau darf einen Mann eben keineswegs mit den Augen einer aus Erfolg und Erfahrung selbstbewussten Jägerin zu erbeuten wünschen. Hamidullah erweist sich als ein höchst einseitig arbeitender Dermatologe oder schlicht als Macho.

Der Mann darf ohne weiteres ein wenig hässlich sein. Die Frau als verstoßbares Lustobjekt, als behütete Schlafzimmernutte.

169. Da die islamische Lebensauffassung auf der Grundlage der Koordination von Körper und Geist beruht

Nichtmuslime sind unkoordiniert.

In seiner sozialen Auffassung neigt der Islam zum Gemeinwesen

Gemeinschaftsgeist wie im Maoismus oder Nationalsozialismus. Nur dass eben nicht jeder dazugehört, zum Islam, Frauen etwa nur halbwertig, beispielsweise erbrechtlich oder als Zeuge vor Gericht, als ganz und gar halbierte Portion.

Das gleiche Gesetz bestimmt das Leben eines jeden

Ja, das gleiche, abgestuft entrechtende (differenziert diskriminierende) Gesetz.

Die Scharia gibt`s gratis, auch für die, die es gar nicht wollen.

demselben Oberhaupt, dem Kalifen, steht … die Huldigung der Gläubigen auf der Erde zu.

Wer dem höchsten Politiker der Herrschaft Allahs nicht huldigt, ist Apostat.

172. Der Koran erkennt einzig den persönlichen Vorrang an, der auf Frömmigkeit beruht.

Der politische Führer hat gegenüber dem Normalmuslim ein Mehr an Religion, der Oppositionelle leidet an Glaubensmangel.

Eine gemeinsame Ideologie ist die Grundlage der “Nationalität” innerhalb der muslimischen Gemeinde (und der Islam selbst ist diese Ideologie).

Nichtmuslime sind also die Ausländer des Islam. Für die Muslime gibt es das heilssichernde Internationale Recht der as-siyar (Plural von sīra, Verhaltensvorschrift).

”Nationen”,. … Einbürgerung. Im Islam aber ist sie [die Einbürgerung in die umma, Glaubensnation] etwas allein vom Willen und der Wahl des Individuum Abhängiges.

Weshalb sich pakistanische, iranische, saudi-arabische oder somalische Ex-Muslime in Europa verstecken, um nicht ermordet zu werden. Hamidullah liegt andererseits nicht ganz falsch, die Ex-Muslime wollen das Islamische Recht für sich zurückweisen.

Der Gelehrte aus Paris betrachtet das Bekenntnis zu Allah als ein Staatsbürgerlichkeit stiftendes Merkmal, den Zerfall Südasiens in säkular-hinduistische und schariakonforme Territorien hat er erst eineinhalb Jahrzehnte eher beobachtet. Der Separatismus soll also andauern dürfen, das der globalen umma verpflichtete Sondervolk im jeweiligen nichtmuslimischen Staat soll sich als de-facto-Nation begreifen, die ihre Außenpolitik nach den Maßgaben der siyar zu gestalten hat.

Derlei Hörbarwerden einer Definition der umma, korrekter wäre umma al-islāmīya, der Weltgemeinde der Muslime, als Nation und die praktizierte Treue zu Allah als spirituelle Staatsgründung ist von einiger Brisanz, Muslimführer Tariq Ramadan oder die deutsche Millî-Görüş-Bewegung betreffend.

169. Das politische System des Islam … [als] eine sehr enge Verbindung zwischen Religion und Politik, Moschee und Zitadelle.

Eine immigrierende, ebenso archaische wie totalitäre Politreligion ist von den Denkern des Grundgesetzes nicht einkalkuliert worden. Artikel 4 GG Religionsfreiheit deckt den Religionsbegriff des Islam nicht ab.

169. [Das politische System des Islam] Das gleiche Gesetz bestimmt das Leben eines jeden; … und einem und demselben Oberhaupt, dem Kalifen, steht … die Huldigung aller Gläubigen auf der Erde zu.

Deobandi und Ḥizb at-Taḥrīr (Hizb ut-Tahrir, HuT) wollen das weltweite Kalifat und Herr Hamidullah will nichts anderes. Es ist weder sinnvoll noch möglich, zwischen orthodoxem und revolutionärem Islam zu unterscheiden, im Sexual- und Gesellschaftsverständnis eines al-Maudūdī oder Necmattin Erbakan findet sich dieselbe Moral und Politik wie im Planstaat eines al-Ġazālī … oder Mohammed. Die kulturelle Moderne hat ein Problem, das Kopftuch ist mehr als ein Stück Stoff.

Quṭb oder Großmufti Cerić haben den Islam ebenso wenig falsch verstanden wie die beiden Autoren (eines Buches mit dem gleich lautenden Titel: »Das islamische Recht«, Said Ramadan (1961) und Mathias Rohe (2009).

Europas „Moschee“ untersteht Mustafa Cerić, Europas „Zitadelle“ Tariq Ramadan.

Türkei: Moschee Bardakoğlu, Zitadelle Erdoğan.

173. Ausser den schon genannten Mitteln – Einheit des Glaubens und des Gesetzes für alle, gleiche Richtung im Gottesdienst, gemeinsamer Treffpunkt bei der allgemeinen Pilgerfahrt usw. – verfügt der Islam über eine ganz besondere Einrichtung zur Erreichung des Universalismus: das ist das umfassende Kalifat.

Gegen unseren freiheitlich-demokratischen Universalismus, gegen eine solidargemeinschaftliche Menschheit und eine Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR), konkurriert der islamische Universalismus, das Kalifat.

Muhammad hat immer die Notwendigkeit des Lebens in der Gemeinschaft betont, und er ging so weit, dass er sagte: „Wer stirbt, ohne seinen Kalifen (Imâm) anzuerkennen, der stirbt als Heide“. Ebenso bestand er auf der Einheit und Solidarität innerhalb der muslimischen Gemeinde und sagte: „Wer sich davon trennt, geht in die Hölle.“

Hamidullah beruft sich, wohl nicht zu unrecht, jedenfalls widersprechen Millî Görüş oder Diyanet mit keinem Wort, auf Mohammed, und definiert die umma als wesensgemäß antisozial. Damit bleibt der einzelne europäische oder nordamerikanische Muslim aufgerufen, die Nichtmuslime und ihre Lebensweise nicht lediglich als verunreinigend und teuflisch inspiriert zu verachten, sondern, um die umma himmelwärts zu erheben, aktiv zu meiden.

Der organisierte Muslim wird so leider zum spirituellen „Radfahrer“, nach oben (zum Kalifen und zu Allahgott) buckeln, nach unten (Nichtmuslime, Ex-Muslime) treten. Christen sind als Islambewerber einzusetzen, was, betrachtet man Kardinal Tauran oder die zur kenntnisreichen und deutlichen Schariakritik nahezu unfähige Evangelische Kirche in Deutschland, inzwischen mit Erfolg geschieht. Die islamverbandliche Nutzbarmachung der christlichen Kleriker und theologisch ausgebildeten Laienführer (Kurienkardinal Tauran; Erzbischof Williams; Kirste; Sträter; Elsas; Miehl; Micksch) vollzieht sich unter zunehmender Preisgabe der AEMR und des Menschenbildes eines Jesus von Nazareth.

174. Das Bekenntnis zum Propheten erfolgte durch Ablegung eines Eides (bai’a, d. h. den Abschluss eines Gehorsamsvertrages; später wurde der Eid den Kalifen bei ihrer Erwählung geleistet. Die Grundlage eines Staatsgefüges ist der Vertrag zwischen Herrschern und Beherrschten.

Hamidullah hat einen an Grausamkeit wohl unüberbietbaren „Gehorsamsvertrag“ zwischen „Herrschern und Beherrschten“ am deutschen Dritten Reich genau beobachten können.

Auch Tariq Ramadan schwärmt gerne von der baiʿa, dem Treuueeid der Muslime auf ihren politreligiösen Führer.

174. Muhammad führte seine Gemeinde in seiner Eigenschaft als Gesandter Gottes; das Gesetz, das er verkündigt und der Nachwelt hinterlassen hat, stammt ebenfalls aus göttlicher Eingebung. Für seine Nachfolger bleibt die Oberherrschaft Gottes in den Gebieten ihrer Gerichtsbarkeit als Wirklichkeit weiter bestehen; sie sind die Nachfolger des Gesandten Gottes.

Hamidullah verschweigt, dass der einzelne Muslim aufgerufen ist, innerhalb einer solchen „Oberherrschaft Gottes“ zu leben, dieses Gebiet allenfalls befristet zu verlassen, oder aber auszuwandern, um eben diese islamische Herrschaft (Freitagsmoschee, höchster Imam / Kalif) und Gerichtsbarkeit (Mufti möglichst als Kadi; zunächst familienrechtlich praktizierende Scharia-Richter) dort aufzubauen.

Muslime in der Diaspora – die Türken und Kurden im oberflächlich säkularisierten Staat Atatürks, die Nachkommen der Gastarbeiter in Europa, deren erstes Aufkommen Hamidullah erleben und beobachten konnte – haben sich als Auswanderer aus Mekka (nach Abessinien bzw. Medina) zu verstehen, und dafür zu sorgen, dass sich ihr Siedlungsraum unter Barbaren (Nichtmuslimen) an die ideale und allein seligmachende Lebensweise angleicht (schariatisiert).

Muhammad Hamidullah weiß als indischer Hanafit besonders genau, dass Millionen von Muslimen das 1924 eingerissene Kalifat vermissen und denkt weiter:

179. Bevor jedoch ein neues Kalifat wiederhergestellt wird, könnte man sich … solcher Formen bedienen, die schon zur Zeit des Propheten gebräuchlich waren, z. B. eines Kalifatsrates, dem nur die Beherrscher aller muslimischen Staaten angehören, die sunnitischen ebenso wie die schi’itischen …

Mit der am 25.09.1969 im marokkanischen Rabat entstandenen Organisation der Islamischen Konferenz (OIC, Organization of the Islamic Conference) und mit dem inzwischen radikalislamisch unterwanderten UN-Menschenrechtsrat kommt man einem solchen Kalifatsrat mittlerweile doch recht nahe.

180. Der Koran hat eine … bedeutendere Verfügung getroffen: die nicht-muslimischen Untertanen eines islamischen Staates haben rechtliche Selbständigkeit: jede Gemeinschaft hat ihren eigenen Gerichtshof, ihre eigenen Richter, die ihre eigenen Gesetze auf bürgerlichem wie auf strafrechtlichem Gebiet wahrnehmen. Der Koran verlangt von Juden die Anwendung ihrer biblischen Gebote und von den Christen die ihrer vom Evangelium gegebenen Gesetze.

Nichtmuslimische Kreationisten mögen frohlocken: Hurra, wir werden alle wieder fromm, die nichtmuslimischen Anhänger des Antisemitismus beziehungsweise Rassismus kommen ja womöglich und wie beiläufig voll auf ihre Kosten, der ebenso widersinnige wie widerwärtige Antijudaismus der realen europäischen Kirchengeschichte mag neu erblühen. Jede milla (türkisch millet), Glaubensnation, lebt separiert: al-Andalus, wir kommen.

Der Schweizer Anthropologe Christian Giordano nennt diesen Abschied von der AEMR „Rechtspluralismus“ und hält den Nationalstaat mit den Idealen der Französischen Revolution plus nachgeholter Frauenrechte beziehungsweise mit seinem nach US-amerikanischer Sklavenbefreiung und US-Bürgerrechtsbewegung realisierten „One Law For All“ ohnehin für ein Auslaufmodell.

Jetzt erst kann auch Fachmann Hamidullah zum Zuge kommen, die Fähigkeiten des Hadith-Gelehrten und Islamischen Staatsrechtlers mit dem Schwerpunkt Islamisches Völkerrecht liegen bislang doch sehr brach. Muslimische Theologen lernen für ein Staatswesen, das es gar nicht gibt. Noch nicht.

Die Fachkenntnis zum siyar ist endlich gefragt:

184. Die Beziehungen zu anderen Ländern gründen sich auf das sogenannte „Internationale Recht“.

Islam ist endlich „Land“ geworden, der Islamstaat hält diplomatische Verbindung. Nichtmuslime werden zu Ausländern:

185. In der Geschichte des internationalen Rechts waren die Muslime [!] die ersten und bis jetzt die einzigen, die das Recht aller Ausländer [!] ohne Unterscheidung oder Vorbehalte anerkannten.

187. Ausländer [!], die sich in muslimischen Ländern aufhalten, unterliegen der muslimischen Gerichtsbarkeit, aber nicht dem muslimischen Recht, … der Ausländer unterliegt … dem Recht seines eigenen Gerichtshofs.

Islamisten sprechen um die Jahrtausendwende bereits vom muslimischen Minderheitenrecht im Westen, allen voran Murad Wilfried Hofmann. Allahs Diplomat schlug 2005 durchaus listenreich vor, einen vorläufigen und staatsvertraglich zu regelnden umgekehrten Dhimmi-Status der „schutzbedürftigen“ Muslime zu schaffen („Muslim intellectuals will develop guidance for Muslim dhimmi“ (26), „a Fiqh for Muslim Dhimmi (!)“ (27), der natürlich möglichst rasch in die angedachte Mehrheit kippen soll, damit sich die echte Dhimmitude ergibt und, möglichst bald und in jedem Fall, das Sonderrecht realisiert wird, die islamsensible Rechtsspaltung.

Soweit die Zitate von Muhammad Hamidullah, dem doppelt qualifizierten Völkerrechtler, kundig im islamischen wie im säkularen Recht. Hamidullah war nicht bereit, den aus orthodoxer islamischer Sicht widernatürlichen universellen Menschenrechten Priorität einzuräumen. Seine Werbung für die siyar-Standards ist der Versuch, die heilssichernde Deklassierung der Frau und des Nichtmuslims für den Geltungsbereich der umma ins dämonisch inspirierte Zwanzigste Jahrhundert zu retten. Wenn das marktwirtschaftlich denkende Internationale Komitee vom Roten Kreuz, der seelsorgerliche oder auch skandalöse Heilige Stuhl und der verstaubt elitäre Souveräne Malteserorden offizielle Völkerrechtssubjekte sind, dann hat das schließlich auch für die vitale und optimistische Überzeugungs- und Kultusgemeinde der muslimischen Seinsweise zu gelten, der immerhin eineinhalb Milliarden Menschen angehören.

Scharia und universelle Menschenrechte stehen in unversöhnlicher Normenkollision zueinander. Im ungünstigsten Fall können Gesellschaft und Politik rasch in Richtung der Scharia nachgeben. Sicherlich auch mit Hamidullah, der völlig im Sinne des Islamischen Rechts Nichtmuslime als Ausländer betrachtet, ist der weltweite organisierte Islam als ein Völkerrechtssubjekt zu definieren, das sich auf politischer Augenhöhe neben der Charta der Vereinten Nationen (San Franzisko, 26.06.1945) etabliert. Über das Völkergewohnheitsrecht lässt sich die umma als das erste globale Staatsvolk akzeptieren, der europäische Islam als zusätzliche Europabehörde und der Muslim der BRD als doppelter Staatsangehöriger (Islam, Deutsch).

Der Buchtitel einer Lamya Kaddor aus dem Jahre 2010 »Muslimisch, weiblich, deutsch« könnte die ersehnten Merkmale im künftigen Personalausweis der BRD vorwegnehmen. Männliche Muslimstaatsbürger dürfen im Einklang mit ihrer „islamischen Spiritualität“ dann endlich legal polygam leben, zwölf- oder zehnjährige Ehefrauen heiraten wie in Nordgriechenland und der Tochter halb soviel vererben wie dem Sohn.

In Deutschland, im Berlin des April 2010, scheint man den Ausstieg aus der Rechtseinheitlichkeit mit romantischem Geplapper im Stil der brasilianischen Fernseh-Seifenopern kaschieren zu wollen, wie ein angestrengt vermiedener Kriminalfall einer aus Syrien stammenden vierzehnjährigen Braut belegt, Mittlerweile ist das Mädchen (ach nein, geschlagen worden, ach ja, verliebt), schwanger und fünfzehn, für welche die mutmaßlich integrationsresistente kurdische türkeistämmige Familie des Bräutigams 15.500 € bezahlte (28).

Warum soll die nationale Zentrale eines Islamverbandes gegenüber den Ministerien der Säkularen nicht wie ein Generalkonsulat funktionieren, der Großmufti der deutschen Muslim-Glaubensnation im Berliner Regierungsviertel nicht als Abgesandter empfangen werden, als Diplomat oder Außenminister auf der innenministeriellen Deutschen Islamkonferenz?

Eine politische Immunität hat Ankara für die Äußerungen beamteter Imame seines Territoriums im Jahre 2010 bereits durchzusetzen versucht, sogar die auch islamrechtlich einwandfreie Indemnität (Freistellung von Strafverfolgung), soweit mit der Predigt Allahs Recht nicht verletzt worden ist. Nach der parlamentarischen Eingabe von Lütfi Şenocak („Imame sind daran gehindert, die Wahrheit zu verkünden“) von der Lobby der 110.000 staatsislamischen Imame, dem »Özerk Diyanet Vakıf Çalışanları Birliği Sendikası (DİN-BİR-SEN)« (29), soll künftige Strafverfolgung eines gegendemokratischen Predigers nur mit Einwilligung seines Vorgesetzten erfolgen können (30).

Die Erlaubnis dazu würde das Oberhaupt der Diyanet İşleri Başkanlığı genannt Diyanet, der reiselustige Ali Bardakoğlu (31), womöglich verweigern. Über dem türkischen Volk mit seinen Richtern und Polizisten stünde die unantastbare Schicht der Stellvertreter Allahs. Die wackelige türkische Demokratie hätte man erfolgreich ins Kalifat hinüber geschoben, der Staatsstreich vom Frühjahr 2010 wäre gelungen.

Aus orthodoxer islamischer Sicht gelten Standards wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau, einstimmig verabschiedet im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (16.12.1966), oder der geduldete Religionswechsel als bidʿa, unzulässige Neuerung, und damit als heilsverhindernd. Erfüllung kann der organisierte Islam daher erst in der Einbettung seiner weltweiten Angehörigen in einen supranationalen Rechtsrahmen finden, in dem die Standards der UN-Charta und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Paris, Palais de Chaillot, 10.12.1948) im Namen der Religionsfreiheit überwunden sind. Wird der Islam, konkret vielleicht als die OIC, nicht in gewissen Weltgegenden bereits als Alternative zur UNO gesehen (sofern die UN-Behörden nicht bereits durch die Parteigänger der Scharia unterwandert sind)?

Ein Völkergewohnheitsrecht zwischen wenigen oder auch nur zwei nichtstaatlichen Völkerrechtssubjekten (Rotes Kreuz, Heiliger Stuhl, Malteserorden, … Muslimische Weltgemeinde) oder Staaten wird von einigen Autoren angenommen, Völkergewohnheitsrecht muss nämlich nicht universell, sondern kann auch partikular sein. Auch ein regionales Völkergewohnheitsrecht ist anzunehmen, und der OIC dürfte es nicht schwer fallen, Regionen zu definieren, die dem Baytu ʾl-Māl al-Muslimīn, dem Islamischen Staatschatz als der einzig gerechten Finanzverwaltung unterliegen. Nach dem das Seelenheil der Muslime sichernden iǧmāʿ, dem schariakonformen gelehrigen Konsensus, haben verbliebene nichtmuslimische Grundstücksbesitzer in Andalusien, der Levante und auf Kreta künftig wieder ihre ḫarāǧ, Grundsteuern zu entrichten (dt. Charadsch, engl. kharaj).

Ob die Deutsche Islam Konferenz (DIK) die für ein Völkergewohnheitsrecht konstitutive Form der so genannten allgemeinen Übung nicht bereits erfüllt?

Zumal jedem „irgendwie“ klar war, dass es bei der DIK um kulturpädagogische Praxistipps, Methoden spiritueller Selbstfindung oder die ansprechende Gestaltung von Gottesdiensten nie gegangen ist, sondern um das Aushandeln der Rechtsverschiedenheit bzw. einer künftigen spezifischen Straffreiheit für Muslimstaatsbürger. Im Namen der „Religion“ nämlich sind Polygynie (Australien; krankenkassentechnisch in Deutschland), zwölfjährige schwangere Braut (Komotiní, Düsseldorf), flächendeckend tolerierte Ganzkörperverschleierung (wird man dieser Monate den Burka-Dschihad in Belgien und Frankreich abwehren können?) und die Installation schariakonformer Gerichtshöfe (Islamic Sharia Council, Francis Road, London) europaweit durchzusetzen. Die DIK ist sofort aufzulösen.

Aus klassisch islamischer Sicht hat als das Referenzmodell für jedes Völkervertragsrecht ohnehin nichts anderes als die Ṣaḥīfat al-Madīna oder Constitution of Medina (etymologisch zu muṣḥaf, Textblattsammlung) aus dem Jahre 622 zu gelten (32). Unsere kirchlichen Dialogfreunde um Rowan Williams oder Reinhard Kirste mögen das Medina-Modell, al-Andalus tut es manchmal auch, als „Multireligiöse Gesellschaft“ (33) beschönigen, gemeint ist der kulturrassistische Apartheidsstaat islamischer Oberhoheit (Islamic Supremacy).

DIK-Initiator Wolfgang Schäuble führte die Abordnung der Nichtmuslime zur Berliner Neuauflage der Ṣaḥīfat al-Madīna und rang ja vielleicht um Worte, als er den schariatreuen Verbandsvertretern erklären musste, wie Deutschlands Muslime das Diskriminierungsverbot der AEMR mit dem Diskriminierungsgebot der Scharia unter einen Turban pardon Hut bringen sollen. Nach der Charta von Medina, so mag Jurist Schäuble gedacht haben, müsste künftig eine milieuweise eventuell noch erwünschte Gleichberechtigung der Frau in den Bereich der islamisch geschützten Religionsautonomie für die Nichtmuslime abgeschoben werden. Für Rowan Williams oder Christian Giordano ist derlei denkbar und für Allāh unproblematisch, denn das Grundgesetz gilt – im Christenviertel.

Erfolge sie bereitwillig oder zähneknirschend, Hamidullahs Bewerbung der Maßgaben der siyar zielt auf die internationale Anerkennung von kalifatsartigen Gebilden. Dass wir den indisch-französischen Denker ernst zu nehmen haben, sollte uns die revolutionäre Selbstverständlichkeit der indischen Deobandi-Muslime um ihr Studienzentrum Dāru l-ʿulūm, könnte uns die Radikalität von Hamidullahs geistigen Zwillingsbrüdern in der Umgebung der Millî Görüş und müsste uns der Schariavorbehalt und der menschen- und bürgerrechtliche (katastrophale) Zustand Bangladeschs und vor allem Pakistans beweisen.

Körper und Seele der politischen Gottheit zuwendend, lügt sich das gefälligst in „Altruismus“ sprich in lebenslanger Selbstauslöschung (at-taǧarrud) befindliche muslimische Individuum die Praxis der verweigerten Wissenschaftlichkeit als aš-šukr, „Dankbarkeit“ (34) und die durch die Gottlosen (Demokraten, Atheisten usw.) angeblich erlittenen Widrigkeiten beim stammesseits oder islamverbandlich betriebenen Integrationsboykott als aṣ-ṣabr, „Geduld“ (35) zurecht. Auch der langjährige höchste MB-Führer verwendet das taǧarrud (Mohammed Mahdi Akef: tajarrud) der Ich-Abstreifung, ein vor allem bei den Sufis verwendeter Begriff, dessen weltliche Bedeutung das Ablegen der profanen Kleidung beim Ḥaǧǧ meint, der Pilgerfahrt (36).

Staatsbürger jeder Nichtreligion, Religion oder Ex-Religion dürfen jene Rechtsspaltung selbstbewusst zurückweisen, die als konsequente Anwendung der ḥisba, der Schariatisierung, auch durch die heutigen Bewunderer des Muhammad Hamidullah vorangetrieben wird.

Jacques Auvergne

(1) Institute of Objective Studies (IOS), New Delhi, India. Das dem Gesellschafts- und Menschenbild der Scharia verpflichtete „indische Forschungsinstitut“ bzw. gegenstaatliche Propagandaministerium vertreibt neben erbaulichen (kalifatstreuen) indischen Schriften ein Buch von Yusuf al-Qaradawi

http://www.iosworld.org/publicat4.htm

Führungsebene des IOS

http://www.iosworld.org/str.htm#Governing%20Structure

Der IOS-Chef, „Dr Mohammad Manzoor Alam“

http://www.iosworld.org/nutshell.htm

Im März 2010 wirbt man für die Gesellschaftsform von al-Andalus und die des mittelalterlichen Indiens. Professor Momin fordert die ethnische, kulturelle und religiöse Apartheid, (“ethnic, religious and cultural diversity”). Herr Badsha frohlockt über die Multikulturalität des Kalifats (“pluralism is inbuilt in Islam”). Derartiges radikalislamisches und separatistisches Denken findet sich auf der Seite TWO CIRCLES, deren Name kulturrassistisches Programm ist und auf Maulânâ Muhammad Ali Jauhar (“I belong to TWO CIRCLES of equal size, but which are not concentric. One is India, and the other is the Muslim world.”) zurückgeführt wird, der Nichtmuslime und Muslime (in dialogischer Toleranz) voneinander abschotten will. Das IOS um seinen Führer Mohammad Manzoor Alam will also jeden jungen Inder vom Aufbau einer staatsbürgerlichen Identität abhalten und insbesondere den so genannten indischen Muslimen den Weg in die kulturelle Moderne universeller Menschenrechte verbauen.

»The Challenges of Pluralism and the Middle Way of Islam«

http://www.twocircles.net/2010mar02/seminar_challenges_pluralism_and_islam_held_chennai.html

(2) The 100 Who Made A Difference. Mit der etwas gehässigen Spiritualität einer „differenzierenden Hoffnung“, sich selbst im Paradies wieder zu finden und den politischen Feind (Schariaverweigerer) in die Hölle. Irdisch mit dem deklassierenden Frauenbild („work on all fronts“) die Widersacher Allahs erkennbar machen, was ohne Kopftuchpolitik (Hidschab) nicht funktioniert. Fürwahr ein beschwerliches Tun, fromme Vorbilder sind unerlässlich:

100 GREAT MUSLIM LEADERS OF THE 20TH CENTURY (by: IOS, Delhi India)

http://www.iosworld.org/100_great_muslim.htm

(3) Jamia Nizamia

http://www.jamianizamia.org/

Gründer war Scheich Farūqi, das ist: Muhammad Anwarullah Khan Farooqi (Scheich Muḥammad Anwārullāh Ḫān Farūqi), sein Titel: Shaykh al-Kabir Hazrat Sheikh-ul-Islam Moulana Hafiz, so viel Zeit muss sein, Maulānā türkisch Mevlana heißt schließlich “unser Meister” und ein Ḥāfiẓ kennt den gesamten Koran auswendig. Der Name mag bald als Muhammad Anwarullah Farooqi Fazeelath Jung erscheinen, gelegentlich als Khan Bahadur Maulvi Anwarullah Sahib, die Univeritätsgemeinschaft nennt ihn gerne kurz Fadilat Jung. Scheich Farūqi.

http://www.jamianizamia.net/founder.html

(4) Osmania University

http://www.osmania.ac.in/

(5) ZDMG 89 (1935), Seite 68-88. »Die Neutralität im islamischen Völkerrecht«. Verfasser: Muh. Hamidullah-Hyderabad“, in: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, Band 89, Berlin 1935

http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/dmg/periodical/titleinfo/93274

Muhammad Hamidullah: „I selected only the last part of the work, dealing with neutrality, to print and get the degree“. Fritz Krenkow nennt er dort als “Sâlim fritz Krenkow of the Oriental Seminar, Bonn”. Aus: »Islamic World: Inter-state Relations«, bei: Anmol Publications, New Delhi 2001.

http://books.google.de/books?id=agwLeMr7dAQC&pg=PP1&dq=#v=onepage&q&f=false

(6) Bonn am Vorabend des Nationalsozialismus. Paul Kahle, assistiert von Muhammad Hamidullah, übersetzte das gesamte persischsprachige Werk »Khataynameh« (wörtlich Chinabuch, „Book of China“) des ‚Ali Akbar (Syyed Ali Akbar Khytay) aus dem Jahre 1516 erfolgreich, eine Arbeit, die jedoch nur als Manuskript vorliegt und unveröffentlicht blieb. Kahle lud den Chinesen Zhang Xinglang nach Bonn, der durch veränderte politische Bedingungen nicht kommen konnte (sein Sohn jedoch, Zhang Zhishan, übersetzte die Arbeit von Kahle und Hamidullah ins Chinesische. Hamidullah hat also auch Sinnvolles getan.

http://www.silk-road.com/newsletter/vol3num1/8_khataynameh.php

(7) „Fritz (Salim) Krenkow“. Bei: Aligarh Muslim University (AMU)

http://www.amu.ac.in/ShowDepart.jsp?did=12

(8) AMU – Aligarh (Aligarh Muslim University), zum Beispiel: Maulana Mohammad Ali (1878 – 1931, auch Muhammad Ali Jauhar, Maulana Mohammad Ali Jouhar) war ein führender Theoretiker der Khilafat Movement (1919 – 1924). Er hatte ebenso an der von Sayyid Ahmad Khan (Syed Ahmed Khan) gegründeten Aligarh Muslim University (Aligarh, Uttar Pradesh, Indien) studiert wie ab 1898 im britischen Oxford.

Die indische Kalifatsbewegung der Jahre des untergehenden Osmanischen Reiches machte sich die Ablehnung der Regierungspolitik seitens der indischen Muslime nutzbar, welche der Regierung besonders um 1919 und 1920 eine Mitschuld an der Gefährdung oder gar Zerstörung der „religiösen Lebensweise“ namens Kalifat (zwischen Peking und Sarajevo ist die hanafitische Rechtsschule vorherrschend, also auch in Indien und Kleinasien) in İstanbul gaben.

Verhängnisvollerweise unterstützte Gandhi die Kalifat-Kampagne zeitweilig, was selbst ein Ali Jinnah kritisierte, der so, was aus heutiger Perspektive überrascht, als ein indischer Säkularer erschien. Hamidullah betrieb und Erbakan betreibt so etwas wie die Fortsetzung der hanafitischen Khilafat Movement, denn nach der Abschaffung der Allah wohlgefälligen Herrschaft (Absetzung des Sultans Abdülmecit II) am 03.03.1924 sind die heilsgefährdenden Gesetzesreformen des Mustafa Kemal Atatürk (verpflichtende Ziviltrauung bei Außerkraftsetzung des Eherechts der Scharia, Kopftuchverbot in allen öffentlichen Schulen) aus orthodox islamischer Sicht zu überwinden.

http://en.wikipedia.org/wiki/Maulana_Mohammad_Ali

(9) CNRS

http://www.cnrs.fr/

(10) Sadida Ahmed, grandniece / la petite nièce, ICNEF

Pflegte ihren Großonkel in seinen letzten Jahren und reist nach İstanbul zum Sempozyum : „Sadida Ahmed, la petite-nièce de Hamidullah et représentante de ses légataires, était du symposium. Elle a tenu à lever tout doute sur la préservation de l’oeuvre de Hamidullah. C’est elle qui, aux Etats-unis, avait accueilli le Professeur durant les dernières années de sa vie.“

http://www.saphirnews.com/Hamidullah-a-Istanbul-comme-a-Paris_a5770.html

Sadida Ahmed, hier geschrieben Sadida Ahmad. İstanbul 2006. Internationales Muhammad Hamidullah Symposion = Uluslararası Muhammed Hamidullah Sempozyumu, mit: Salih Tuğ, Halil Çiçek, Inayatullah Baloch, Yusuf Ziya Kavakçı, Amara Bamba

http://www.cemaat.com/uluslararasi-muhammed-hamidullah-sempozyumu

Hamidullah-Schüler Imam Dr. Yusuf Ziya Kavakçı reiste aus den USA (Richardson, Texas) an. The Islamic Association of North Texas (IANT). Nordamerikas Seelen können gerettet werden, denn das IANT-Angebot umfasst „Family and marriage counseling services“, alles talaq oder was, sowie „Islamic Inheritance Law (.txt)”, das Mädchen erbt die Hälfte guckstu.

http://www.iant.com/imam.php

ASMAsociety.org kennt Amara Bamba, den in der westafrikanischen République de Côte d’Ivoire / Elfenbeinküste geborenen initiierten oder selbsternannten spirituellen Hamidullah-Erben und profanen Chefredakteur der frankophonen islambezogenen Nachrichtenagentur Saphir-Médiation

„chief editor of Saphir-Médiation, a non-profit association aiming to create a suitable Islamic media in France. Saphir-Médiation is particularly interested in the image of French Muslims and their interaction with French society. Previously, he has leaded the French Islamic Students Association (FISA) which is the first Muslim association created in 1962 by Professor Muhammad Hamidullah (1908 – 2002) … Amara Bamba is Vice-President of Collectif Hamidullah“

http://www.asmasociety.org/mlt2006/france.html

Saphir News = Amara Bamba usw., 111, Rue Danielle-Casanova 93200 Saint Denis, Frankreich

http://www.saphirnews.com/

Bamba mit dem Extrem-Kreationisten Adnan Oktar genannt Harun Yahya

http://www.youtube.com/watch?v=tN8DAXtHx54

(11) Kuala Lumpur. Ein wenig Exorzismus gefällig? Möchten Sie sich beruflich weiterbilden zum staatlich anerkannten Diplom-Heilssicherer? Allahs Magie wird akademisch: Das International Institute of Islamic Thought and Civilization (ISTAC), eine Forschungseinrichtung der International Islamic University Malaysia (IIUM). Der Boss: Zein, Prof. Dr. Ibrahim Mohamed Zein

http://www.iiu.edu.my/istac/

(12) Professor Zein aus Malaysia, NDID (National Dialogue on Islam and Democracy).

„Dank seiner einzigartigen Geschichte der friedlichen Vielfalt und raschen Entwicklung unter einem Leitbild der islamischen Staatsreligion hat Malaysia die Chance, als positives Beispiel für die in einen rechtlich-kulturellen islamischen Rahmen in Bezug gesetzten Werte wie Stabilität, Pluralität, Toleranz und Demokratie zu dienen. Given its unique history of peaceful diversity and rapid development under a policy with Islam as the state religion, Malaysia has the potential to serve as a positive example where stability, pluralism, tolerance, and democratic governance are well received within an Islamic framework.“

http://www.ndid.org.my/

(13) Duisburg 2010, die IGMG wird 40. Necmettin Erbakan (“Barmherzigkeit und Geschwisterlichkeit liegen dem Islam zugrunde. Die Menschheit muss wieder zu dieser Einstellung zurückfinden”, die UNO und Deutschland sind also unbarmherzig), Yavuz Celik Karahan sowie Oğuz Üçüncü (“Wir sind davon überzeugt, dass wir die Welt verändern können”) geben Allahgott, Mohammed und sich selbst die Ehre, aber der einstige Innenminister Oğuzhan Asiltürk und der ehemalige Justizminister Şevket Kazan dürfen auch etwas sagen.

http://www.igmg.de/nachrichten/artikel/2010/04/25/feierlichkeiten-zum-40-jahr-der-islamischen-gemeinschaft-milli-goerues-in-duisburg.html

(14) Die extremistische IGMG editiert gleich sieben Schriften des Muhammad Hamidullah

http://www.igmg.de/service/publikationen/hamidullah-serie.html

(15) Muhammad Hamidullah. Fotos

Bild vom 10.05.1969, bei:

http://www.sonpeygamber.info/tr/images/stories/guncel/hamidullah_5.jpg

http://islamifikir.com/index.php/ok-yonlu-islam-alimi-prof-dr-muhammed-hamidullah/

Foto, bei: Today`s Zaman (İstanbul)

http://medya.todayszaman.com/todayszaman/2009/12/21/oped.jpg

Foto, bei: Yeni Şafak

http://yenisafak.com.tr/resim/site/gmuh_byk34413eb533fb0e83.jpg

Muhammed Hamidullah anılıyor

http://yenisafak.com.tr/gundem/?t=15.12.2006&i=19640

(16) Islamische Revolution – Islamic Revolution – Enqelāb-e Eslāmi. Anders als auf der von Nebelweitwurf und höfischem Zeremoniell bestimmten Deutschen Islam Konferenz (DIK) blickt man auf der iranisch-schiitisch geprägten und allahfaschistisch erleuchteten Seite http://www.eslam.de durch:

“Als Islamische Revolution wird eine Transformation des politischen Systems und der gesellschaftlichen Ordnung hin zu einem Islamischen Staat bezeichnet. Die bekannteste und in der Literatur auch meist als „die“ Islamische Revolution bezeichnete war diejenige zur Gründung der Islamischen Republik Iran. Ziel einer Islamischen Revolution ist die Gründung und der Aufbau einer Gesellschaft, in der jedes Individuum in seiner Annäherung zu seinem Schöpfer gefördert, und Aspekte, welche den Menschen von seiner eigenen Natur entfremden, vermieden werden. Dieses ist nach Ansicht des Islam u.a. durch die Etablierung des islamischen Rechts [scharia] in seiner zeitgemäßen Auslegung und Interpretation durch den Statthalter der Rechtsgelehrten [wilayat-ul-faqih] möglich. In solch einem System werden die universellen Werte aller Menschen, wie z.B. Gerechtigkeit, gefördert, so dass die Islamische Revolution auch Nichtmuslimen zugute kommt.”

http://www.eslam.de/begriffe/i/islamische_revolution.htm

(17) Tomorrow’s Pioneers (Ruwād al-Ġad)

http://en.wikipedia.org/wiki/Tomorrow%27s_Pioneers

Die F.A.Z. vom 11.05.2007 titelt: »Wir wollen die Juden auslöschen«

F.A.Z. weiß dort: Nur Tage nachdem ein israelischer Informationsdienst darüber berichtet hatte, wie die Kindersendung „Ruwad al-Ghad“ (Pioniere der Zukunft) mit „Farfour“ zum Kampf für Israels Ende aufruft, teilte der palästinensische Informationsminister Barguti mit, man müsse „vorsichtig mit der Jugend“ sein. Man dürfe sie „nicht missbrauchen und nicht zu Hetze sowie Völkerverachtung erziehen“. Zugleich aber leugnete Barguti, die Sendung verboten zu haben.

http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E0794C3AA7C6D4B3C87FEAE36B0FC9900~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Tomorrow’s Pioneers. Kinder sollen lernen, sich im Kampf gegen die Juden als Märtyrer für den Islam zu opfern. Im Mai 2007 titelten Itamar Marcus and Barbara Crook: »Hamas steals Mickey Mouse image to teach hate and Islamic supremacy«, »Hamas Mickey Mouse creator: Islamic rule will benefit Christians and Jews« und »Palestinian promotion of child martyrdom«. Marcus und Crook verwenden den Begriff der Islamic supremacy, den wir als die laut Koran den Muslimen von Allahgott gestattete islamische Herrschaftsbefugnis wiedergeben dürfen.

http://www.pmw.org.il/bulletins_may2007.htm

(18) Ort der Lahore-Resolution vom 24.03.1940 steht das Minarett (aus al-manāra, Leuchtturm, vgl. an-nūr, Licht, hier der Feuerschein einer Fackel). Mīnār-ĕ Pākistān

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7c/Minar-e-Pakistans_west_side_July_1_2005.jpg

(19) Trialog. Die Herbert Quandt-Stiftung schweigt zur Grundrechtswidrigkeit der kulturrassistischen Scharia und lädt Deutschlands Kinder und Jugendliche zum Schulwettbewerb: »Trialogisch lernen. Bausteine für interkulturelle und interreligiöse Projektarbeit«

http://www.herbert-quandt-stiftung.de/root/index.php?page_id=1277&PHPSESSID=ssrl8qlhkbj3a80gd1bu6f5j1sricl5g&PHPSESSID=ssrl8qlhkbj3a80gd1bu6f5j1sricl5g&PHPSESSID=ssrl8qlhkbj3a80gd1bu6f5j1sricl5g#sprung_trialogisch_lernen

Der Trialog der Quandt-Stiftung

http://www.herbert-quandt-stiftung.de/root/index.php?page_id=6&preview=true

(20) Trialog. Nach Düsseldorf lädt man trialogisch ein … den Demokratiefeind Nadeem Elyas. Bei: con-spiration (Ernst Förster, geboren im Jg. 1940 in Schlesien, Maurergesellenbrief und Priesterweihe als Ex-DDR-Bewohner)

http://www.con-spiration.de/texte/trialog.html

Gernot Facius: »Das doppelte Gesicht des Islam in Deutschland: Nadeem Elyas«, in: WELT, am: 18.02.2002

„Elyas hat sich mehrfach zu der Pflicht der Moslems bekannt, einen islamischen Staat zu errichten. In der von ihm inspirierten „Islamischen Charta“ wird diese Verpflichtung geschickt umgangen. Das Dokument gibt auch keine Antwort auf die Frage, wie es wirklich mit der Gleichheit von Mann und Frau steht. Erwähnt wird nur das aktive und passive Wahlrecht der Frau.“

http://www.welt.de/print-welt/article395030/Das_doppelte_Gesicht_des_Islam_in_Deutschland_Nadeem_Elyas.html

con-spiration, sprich Jesuit Ernst Förster, lässt Taqiyya-Künstler Ömer Özsoy zu Worte kommen. Über allgemeine Menschenrechte, etwa Frauenrechte, braucht der Dialog mit dem Islam nicht mehr zu sprechen.

http://www.con-spiration.de/texte/2008/oezsoy.html

(21) Rowan Williams hält das Schariagesetz für unvermeidbar, Sharia law in UK is ‚unavoidable‘

http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/7232661.stm

(22) Weihbischof Hans-Jochen Jaschke hält es für sehr wichtig, dass Europas Muslime „ihren Glauben nicht verlieren“. Im selben Text bei den österreichischen Moj Bec News vom 05.06.2009 (»Ceric: Sharia und Verfassung sind vereinbar«) lese ich, dass Mustafa Cerić und Mathias Rohe die Scharia legalisieren wollen:

„Ceric betonte dabei zugleich, dass die islamische Rechtsordnung (Sharia) mit dem modernen westlichen Rechtsstaat vereinbar sei. … Eine Sicht der Sharia als Bund Gottes mit den Menschen sei … mit dem europäischen Verfassungsrecht vereinbar und habe einen Anspruch auf Anerkennung, so das religiöse Oberhaupt.“

„Der Erlanger Rechtswissenschaftler Mathias Rohe warb ebenfalls für eine Interpretation der Sharia in Übereinstimmung mit den Menschenrechten. Dies sei eine wichtige Aufgabe der europäischen Muslime, unterstrich der Islam-Experte.“

http://www.vienna.at/mojbec/om:vienna:mojbec:news/artikel/ceric-sharia-und-verfassung-sind-vereinbar/cn/news-20090605-05021527

Führer der Gelehrten (Rais ul-Ulema) Cerić, Staatsbürger Jaschke und Islamjurist Rohe sprachen am 03.06.2009 in der Katholischen Akademie in Berlin zum Thema »Sharia and Muslim Social Contract in Europe«, Jörg Lau (DIE ZEIT) moderierte Europas unausgerufenen Kalifen und seine beiden Steigbügelhalter

http://www.katholische-akademie-berlin.de/1:3434/Veranstaltungen/2009/06/28640_Sharia-and-Muslim-Social-Contract-in.html

(23) Scharia ist auch Qesas (qiṣāṣ), ius talionis, Wiedervergeltung. Die Iranerin Ameneh Bahrami, die seit September 2004 nach einem Säureattentat blind ist, darf den gefesselten Täter in naher Zukunft unter ärztlicher Aufsicht islamrechtlich einwandfrei blenden. Wenn Bischöfe oder Priester bzw. Pfarrer, nicht zuletzt angesichts der Tausenden von schariarechtlich Ermordeten im Iran und in Saudi-Arabien, immer noch von „Der Eine Gott“ zu reden wagen, sollten Christen verbal und mit Elan dazwischen fahren.

Leo Wieland: »Auge um Auge«, am: 05.03.2009, in: FAZ.

http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~EF6A1DFE91E234BACA352994AD65713F7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Auge für Auge. Aus dem Bundesbuch (Sefer ha-Berit) der Tora. Bemerkenswerter Verweis zum Koran 17:33, „Tötet nicht den Menschen, den Gott für unantastbar erklärt hat, es sei denn bei vorliegender Berechtigung. Wird jemand ungerechterweise getötet, so geben wir seinem nächsten Verwandten Vollmacht (ihn zu rächen). Nur soll er nicht maßlos im Töten sein; er wird Beistand finden.“ Ein berechtigtes Anliegen wird sich doch wohl finden lassen, und nur ein bisschen morden, nicht maßlos morden. Dazu fällt einem zivilisierten Menschen nichts mehr ein, doch, ein Koranvers aus 2:143, And thus have We willed you to be a community of the middle way …

http://de.wikipedia.org/wiki/Auge_f%C3%BCr_Auge

(24) Jean-Louis Tauran hält Muslime irrigerweise für die Transporteure des jüdischen beziehungsweise christlichen Gottes. Wobei sich der Kurienkardinal doch wohl auch zum Wesen des jüdischen beziehungsweise christlichen Gottes sehr im Irrtum befindet, der zur eigenen interkontinentalen Mobilität auf auswandernde Volksmassen gar nicht angewiesen sein dürfte.

Ohne Datum und Quellenangabe weiß ein gewisser Abderrahim bei »L`Islam en France« irgendwoher und am 28.11.2008 zitiert man bei »Oumma Media« (6 rue Quentin Bauchard, 75008 Paris) aus Le Figaro und dieser aus dem Osservatore Romano:

Dieu a fait son retour dans les sociétés européennes „grâce aux musulmans“, selon le cardinal français Jean-Louis Tauran, président du Conseil pontifical pour le dialogue interreligieux, cité aujourd’hui par le journal du Vatican. Le cardinal Tauran, qui s’exprimait à la faculté de théologie de Naples (sud de l’Italie), s’est demandé „comment a fait Dieu pour revenir dans nos sociétés“.“C’est le grand paradoxe : grâce aux musulmans“, a-t-il répondu. „Ce sont les musulmans qui, devenus en Europe une minorité importante, ont demandé de l’espace pour Dieu dans la société“, a-t-il ajouté …

http://oumma.com/Dieu-de-retour-grace-aux-musulmans

http://www.islamenfrance.fr/regions/a-3-362-Auvergne-Dieu_de_retour_en_Europe_%22merci_aux_musulmans%22____

Robert Albarèdes, am: 08.12.2008, auf: »Riposte Laïque« (Marseille)

http://www.ripostelaique.com/Dieu-de-retour-grace-aux-musulmans.html

(25) Florian Klenk: »Im Schutz des Tuches. Ein Besuch in der mitunter merkwürdigen Welt deutscher Kopftuchlehrerinnen«, in: DIE ZEIT Nr. 51, vom: 11.12.2003

Eva-Maria el-Shabassy, Ehefrau des Ägypters Omar el-Shabassy und kopftuchtragende Grundschullehrerin aus Aachen-Richterich, kümmert sich um glückliche Ehepaare und um das sexualpolitische Strafrecht: „Wenn einmal in hundert Jahren eine Ehebrecherin gesteinigt wird, vielleicht werden dann ganz viele Ehen gerettet?“

Pädagogin el-Shabassy gehört zum näheren Umfeld des Islamischen Zentrums Aachen (Bilal-Moschee) und des Hauses des Islam (Lützelbach, Odenwald, Borgfeldt genannt Siddiq) und damit zum Dunstkreis der Muslimbruderschaft

http://www.zeit.de/2003/51/Kopftuchlehrerinnen_2f_Klenk

Zu Eva-Maria el-Shabassy titelt die EMMA (März/April 2004) »In NRW unterrichten Schriftgläubige«. EMMA sei Dank wurde im NRW-Schulministerin bei Ute Schäfer (SPD) nach dienstrechtlichen Konsequenzen für die steinigungsfreudige Lehrerin el-Shabassy gefragt. Auch die Dortmunder Sonderschullehrerin Renate Karaoglan betreffend, sie trägt den Ganzkörperschleier („Ich muss meine Scham bedecken“), die elfjährige Tochter trägt auch den Ganzkörperschleier, machte EMMA bei der Bezirksregierung Arnsberg und beim Schulministerium in Düsseldorf ordentlich Dampf.

http://www.emma.de/hefte/emma-ausgaben-2004/maerzapril-2004/in-nrw-unterrichten-schriftglaeubige/

(26) Murad Wilfried Hofmann will den „Muslim dhimmi“, aus: »Islamic Intellectualism«, veröffentlicht am: 01.12.2005, in: The American Muslim (TAM), der Seite von Sheila Musaji

http://www.theamericanmuslim.org/tam.php/features/articles/islamic_intellectualism/

(27) Allahs Diplomat (Murad Wilfried Hofmann) fordert: „a Fiqh for Muslim Dhimmi (!)“, aus: »Muslims as Co-Citizens in The West«, veröffentlicht auf der vom Ägyptischen Ministerium für Stiftungen betriebenen Seite: Supreme Council for Islamic Affairs

http://elazhar.com/conferences_eu/9/3.asp

(28) Beim Tagesspiegel (23.04.2010) gibt man die Berliner Scharia wie folgt wieder und vermeidet, von einer nicht einwilligungsfähigen Minderjährigen zu reden, die eingekauft worden war, juristisch ist das Menschenhandel, und die nachfolgend Sex mit einem Volljährigen hatte, strafverfolgungswürdig als sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung. Der Fall erfährt feuilletonistische Nutzbarmachung im telenovela-Stil, wobei nach dem traditionellen Kindbraut-Modell von Komotiní (EU-Mitgliedsstaat Griechenland) der global denkenden Scharia- und Kalifatsbewegung ein willkommener Präzedenzfall bereitgestellt wird, das islamsensible Familienrecht zu fordern (Mustafa Cerić: Opening the way).

„14-jährige Braut für 15.500 Euro verkauft. Im Fall einer 14-jährigen kurdischen Schülerin, die im vergangenen Jahr einen 19-Jährigen geheiratet hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft. Das Mädchen ist hochschwanger … Nach Angaben der Familien sei die Hochzeit damals auf Wunsch des Mädchens nach kurdisch-islamischem Recht ausgehandelt worden. Über einen Notar sei das Sorgerecht an die Familie des Bräutigams übertragen worden.“

http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/14-jaehrige-braut-fuer-15-500-euro-verkauft-/1806726.html

(29) Diyanet nutzt die schariawissenschaftliche Staatsführung von as-Saraḫsi (Übersetzer Hamidullah), »Le Grand Livre De La Conduite De l’État«

http://www.ilahiyat.selcuk.edu.tr/index.php?lid=17668

DER SPIEGEL (23.04.2010) befragt Myria Böhmecke, Leiterin des Referats ‚Gewalt im Namen der Ehre‘ der unterstützenswerten Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (tdf). Böhmecke vermeidet es leider, das Wort Scharia auszusprechen, indirekt huldigt sie über das erwähnte mahr-Konzept gar ein wenig dem Islamischen Recht, andererseits scheint sie die in der Türkei derzeit noch illegalen Imam-Ehen an Minderjährigen sehr zu verurteilen. Gekonnt und problembewusst führt die integrationskritisch bewährte Anna Reimann das Interview:

»Es handelt sich eindeutig um Menschenhandel«

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,690766,00.html

RTL Spiegel TV. 14-jährige kurdische Braut verkauft für 15.500 Euro

http://www.youtube.com/watch?v=ZEDx71OV0DM

(30) Lütfi Şenocak und das »Özerk Diyanet Vakıf Çalışanları Birliği Sendikası (DİN-BİR-SEN)«

http://www.dinbirsen.org.tr/portal/

Das türkische World Bulletin berichtet am 01.03.2010 aus İstanbul:

Turkish imams call for „chair immunity“

http://www.worldbulletin.net/news_detail.php?id=54807

18.03.2010. Aus Belgiens Hauptstadt Brüssel schreibt DE MORGEN, wie Cees van der Duin vom Blog Eifelginster übersetzt:

Den bei der Religionsbehörde beschäftigten Imamen möchte die türkische Regierung eine begrenzte Immunität bei Strafverfolgung garantieren. Eine eingebrachte Grundrechtsänderung sieht vor, dass gegen Prediger nur nach Zustimmung der höchsten [Diyanet-] Stellen Anklage erhoben werden kann, wie die türkische SABAH berichtet. Mit dem geänderten Verfassungsartikel sollen die Möglichkeiten eingeschränkt werden, islamische Gelehrte für ihre politischen Äußerungen gerichtlich zu belangen.

(belga/svl) „De Turkse regering wil de door de religieuze autoriteiten aangestelde imams voortaan een beperkte immuniteit voor strafvervolging garanderen. Een in het parlement ingediend wetsontwerp voorziet dat predikers slechts met toestemming van de hoogste instanties aangeklaagd kunnen worden. Dat meldt de Turkse krant Sabah. Met de nieuwe wet zou ook de mogelijkheid beperkt worden om schriftgeleerden voor hun politieke uitlatingen juridisch te vervolgen.“

http://www.demorgen.be/dm/nl/990/Buitenland/article/detail/1081529/2010/03/18/Turkije-wil-immuniteit-voor-imams.dhtml

18.03.2010, dpa. FOCUS titelt: Ankara will Immunität für Imame

http://www.focus.de/politik/ausland/religion-ankara-will-immunitaet-fuer-imame_aid_490789.html

Borys Kálnoky schreibt am 08.04.2010 auf WELT-Online unter »Türkischer Islam will Fesseln des Staates sprengen«. Kálnoky fühlt Lütfi Şenocak vom so genannten DİN-BİR-SEN meisterlich auf den sprichwörtlichen Zahn, worauf der Schariafreund die Lust am Dialog verliert und ein wenig Nebel wirft:

»Senocak windet und windet sich, zehnmal frage ich ihn nach einem Beispiel, er gibt keines. „Wir brauchen die Immunität in unserer Arbeit mit Kindern“, gibt er zu verstehen, „um ihnen die Bestimmungen und Verhaltensregeln des Islam beizubringen“. Aber als ich nicht lockerlasse und unbeirrt ein konkretes Beispiel fordere für derzeit strafbares Predigen, meint er plötzlich, entgegen seiner eigenen Eingabe an die Behörde: „Wir brauchen gar keine Immunität. Es genügt die freie Freitagspredigt.“ Thema abgeschlossen.«

http://www.welt.de/politik/ausland/article7092820/Tuerkischer-Islam-will-Fesseln-des-Staates-sprengen.html

(31) Der künftige Kalif? Ali Bardakoğlu auf Reisen. Rabat, Kuala Lumpur, Tiflis, Baku, Washington, New York, Utah, Kairo, Berlin

http://www.diyanet.gov.tr/english/faaliyet_ac.asp?altbaslikid=54

am 10.11.2009 plaudert MIGAZIN aus dem Nähkästchen. Um den Deutschen den humanen und friedlichen Islam genauer zu erklären, lässt die Frankfurter Uni sich Professorenstellen durch die Diyanet spendieren. Der unernannte Kalif Kleinasiens reist nach Frankfurt. MIGAZIN:

„Der Präsident der Goethe-Universität in Frankfurt a. M. Prof. Werner Müller-Esterl und der türkische Diyanet-Leiter Prof. Ali Bardakoğlu unterzeichnen Vereinbarung zur Erweiterung der Lehre und Forschung in islamischer Religion – Die Professur wird vom Türkischen Präsidium für Religionsangelegenheiten gestiftet. … Bislang gab es an der Goethe-Universität je eine W3-Stiftungs- (Prof. Ömer Özsoy) und Stiftungsgastprofessur (Prof. Abdullah Takim) für Islamische Religion, die auf einen 2005 unterzeichneten Stiftungsvertrag zwischen Diyanet und Goethe-Universität zurückgehen.“

http://www.migazin.de/2009/11/10/lehre-und-forschung-in-islamischer-religion-werden-erweitert/

Drei Tage vorher verlieh FOCUS-Redakteur Hartmut Kistenfeger seiner Skepsis Ausdruck, als er die islamische Theologenausbildung in Frankfurt als ein die dortige Wissenschaftlichkeit potentiell gefährdendes, „riskantes Experiment“ bezeichnete; Titelzeile: »Türkische Entwicklungshilfe für Frankfurt«

Kistenfeger: „ungewöhnlich, dass ein ausländischer Staat ein für die Freiheit der Wissenschaft so kritisches Fach wie die Theologie sponsert. 220.000 Euro überweist die türkische Religionsbehörde bisher, künftig fließen weitere 130.000 Euro im Jahr.“

http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-16121/islam-tuerkische-entwicklungshilfe-fuer-frankfurt_aid_452011.html

(32) Verfassung von Medina bei Eslam

http://www.eslam.de/manuskripte/vertraege/verfassung_von_medina.htm

(33) Im Kalifat sind Wissenschaftlichkeit und Wahrheitssuche glücklich überwunden.

Karlsruhe, Schneidemühlstraße 27 a, Europäisches Institut für Friedensforschung und den Dialog der Kulturen (EIFDiK, Sami Mourad †) gibt sich die Ehre und für uns als ein Buch heraus:

Rami Mourad: »Multireligiöse Gesellschaft und Integration im Osmanischen Reich«

http://www.basari.de/islamische-buecher/fikh-ibadah/multireligioese-gesellschaft-und-integration-im.html

Samir Mourad ist der Bruder des verstorbenen Rami Mourad.

Islamwoche Karlsruhe. 2001. Neben Murad Hofmann, Ayyub Mühlbauer, Ahmad von Denffer und Amir Zaidan, Cem Özdemir war angefragt, sprach „Samir Mourad, Dipl.-Ing. Dipl. Inform., Karlsruhe“.

Thema:

»Muslime im Westen – Die islâmisch-rechtlichen Grundsätze«

http://www.muslime-rhein-neckar.de/html/archiv.html

Man beachte den Titel, da lockt die Apartheid. Samir Mourad: »Einführung in das Verhältnis zwischen Muslimen und Nichtmuslimen«, Verlag: Muslimischer Studentenverein Karlsruhe e. V., 1999, ISBN 3-00-004867-7

pdf bei Way to Allah. Samir Mourad verwendet ungehemmt Yusuf al-Qaradawi, Amir (…) Zaidan, Murad (Wilfried) Hofmann.

Samir Mourad: »Muslime im Westen – die rechtlichen Grundsätze des Islam«

http://www.way-to-allah.com/dokument/Muslime_im_Westen.pdf

Bei attac in Karlsruhe: Samir Mourad

http://www.attac-karlsruhe.de/cgi-bin/twiki/bin/view.pl/Attac/EiFDiKForumFrieden06

Bei ‚Wir sind Kirche‘ (WsK) in Karlsruhe: Samir Mourad

http://www.wir-sind-kirche.de/karlsruhe/Termine2004.php

(34) Kind, sei nicht undankbar! Dankbarkeit, aš-šukr

http://en.wikipedia.org/wiki/Shukr

(35) Geduld, aṣ-ṣabr, das Verbalnomen zu ṣ-b-r, bändigen, zurückhalten.

http://en.wikipedia.org/wiki/Sabr_%28Islamic_term%29

(36) Muhammad Mahdi Akif (Mohammed Mahdi Akef), seinerzeit der höchste Führer der Muslimbruderschaft, erklärt Südostasien, was selbstloser Dienst ist: tajarrud (Ich-Abstreifung).

http://www.al-ikhwan.net/suara-dari-dalam-hati-7-tajarrud-totalitas-dalam-kehidupan-akh-muslim-2900/