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507. Papst Franziskus und der Islam

5. Oktober 2019

Am 4. Februar 2019 trafen sich Papst Franziskus von der Katholischen Kirche und der Vertreter des sunnitischen Islam Scheich Ahmed al-Tayyeb (Großimam Al-Azhar) in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, um das sogenannte Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt (The Document on Human Fraternity for World Peace and Living Together) zu unterzeichnen.

Wenn heutzutage die Kirche im Dialog mit einer 1400 Jahre alten totalitären Bewegung für die Gesetzlichkeit und Gesellschaftsform der Scharia, im Dialog mit dem Islam Verträge gegen den Wissenschaftsbegriff und Bürgerbegriff besiegelt, dann arbeitet sie gegen mühselig errungene individuelle Freiheiten und allgemeine Menschenrechte. Beispielsweise untergräbt der für solche interreligiösen Abkommen eingeforderte „wechselseitige Respekt“ (mutual respect) die Gleichberechtigung von Mann und Frau und von Muslim und Nichtmuslim. Beiderlei Gleichberechtigung ist im Islamischen Recht nämlich nicht vorgesehen.

Kritische Kommentare zu Auszügen aus dem Dokument. Von Ümmühan Karagözlü und Jacques Auvergne.

„Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“

Historisch, historique, historic. „Historische Papst-Reise in die Emirate“, titelte die in Hamburg ansässige Zeit am 4. Februar, am Vortag schrieb rtbf aus Brüssel: „Un pape en terre musulmane: François en visite historique à Abou Dhabi“, und noch einen Tag eher hatte sich in London der Economist vor Begeisterung überschlagen: „The Pope’s historic visit to the Arabian peninsula“. Auf welche Weise würde der totalitäre Islam dieses Mal weißgewaschen oder schöngefärbt werden? Was genau hat der Chef der Katholiken (1,3 Milliarden Mitglieder, 800.000 Ordensleute, 400.000 Priester) unterzeichnet? Wir gehen ins Internet und auf die Seite des Vatikan.

APOSTOLISCHE REISE VON PAPST FRANZISKUS IN DIE VEREINIGTEN ARABISCHEN EMIRATE (3.-5. FEBRUAR 2019)

http://w2.vatican.va/content/francesco/de/travels/2019/outside/documents/papa-francesco-emiratiarabiuniti-2019.html

VORWORT

Der Glaube lässt den Gläubigen im anderen einen Bruder sehen, den man unterstützt und liebt.

Die muslimische Frau ist im Islam moralisch und rechtlich eine halbe Portion, unmündig wie ein Kind und daher durch Männer treuhänderisch zu verwalten. Der männliche Jude oder Christ ist dem männlichen Muslim nicht ebenbürtig, sondern zu unterwerfen, denn Dhimmis sind zu demütigen und zu erniedrigen (ṣāġirūn saghirun, anglis. saghiroon, vgl. Koran 9:29, Übersetzung Yusuf Ali: „and feel themselves subdued“, Pickthall: „being brought low“, Shakir: „and they are in a state of subjection“).

„Der Islam hat den Menschen erklärt, dass der Krieg gegen diejenigen unter den „Leuten des Buches“ geführt werden muss, die offen ihre Feindschaft erklären oder sich weigern, die Dschizya (ǧizya) zu entrichten.“ (Sayyid Qutb, Meilensteine).

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/09/13/200/

Koranwort Sure 9, Vers 29, Übersetzung Rudi Paret:

„Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Gott und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten (oder: für verboten erklären), was Gott und sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion angehören – von denen, die die Schrift erhalten haben – (kämpft gegen sie), bis sie kleinlaut aus der Hand (?) Tribut entrichten! (ḥattā yuʾtū l-ǧizyata ʿan yadin wa-hum ṣāġirūn)“

https://de.wikipedia.org/wiki/Dschizya

Aus dem Glauben an Gott, der das Universum, die Geschöpfe und alle Menschen – aufgrund seines Erbarmens – mit gleicher Würde erschaffen hat, ist der Gläubige gerufen, diese menschliche Brüderlichkeit zum Ausdruck zu bringen, indem er die Schöpfung und das ganze Universum bewahrt und jeden Menschen unterstützt, besonders die am meisten Bedürftigen und die Ärmsten.

Der Ex-Muslim kann islamrechtlich einwandfrei getötet werden, ggf. nach drei Tagen Bedenkzeit. Christen dürfen im islamischen Herrschaftsbereich keine neue Kirche bauen und die verfallenden alten nicht einmal renovieren. Ein Polytheist ist vogelfrei. Und Papst Franziskus redet von gleicher Würde.

Ausgehend von diesem transzendenten Wert haben wir uns in verschiedenen Begegnungen, die von einer Atmosphäre der Brüderlichkeit und Freundschaft geprägt waren, über die Freuden, Leiden und Probleme der heutigen Welt im Hinblick auf den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, die Errungenschaften in der Medizin, das digitale Zeitalter, die Massenmedien und Kommunikationsmittel ausgetauscht; über die Armut, die kriegerischen Auseinandersetzungen und das Leiden so vieler Brüder und Schwestern in verschiedenen Teilen der Welt, die hervorgerufen werden durch Wettrüsten, soziale Ungerechtigkeit, Korruption, Ungleichheit, moralischen Verfall, Terrorismus, Diskriminierung, Extremismus und viele weitere Ursachen.

Aus diesem brüderlichen und aufrichtigen Austausch, den wir hatten, und aus der Begegnung voller Hoffnung auf eine strahlende Zukunft für alle Menschen, entstand die Idee dieses »Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen«.

Die gebotene weltweite Durchsetzung der Standards der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR, Paris am 10.12.1948) hatten die über die „Brüderlichkeit aller Menschen“ sinniernden Herren Franziskus und al-Tayyeb nicht im Sinn.

Das Dokument ist aufrichtig und sorgfältig durchdacht und soll eine gemeinsame Erklärung guten und aufrichtigen Willens sein, so dass es alle, die in ihren Herzen den Glauben an Gott und den Glauben an die Brüderlichkeit aller Menschen tragen, einlädt, sich zusammenzutun und gemeinsam daran zu arbeiten, und dass das Dokument so für die jungen Generationen zu einem Leitfaden einer Kultur des gegenseitigen Respekts wird, im Verständnis der großen göttlichen Gnade, die alle Menschen zu Brüdern macht.

DOKUMENT

Im Namen Gottes, der alle Menschen mit gleichen Rechten, gleichen Pflichten und gleicher Würde geschaffen hat …

Was soll das? Die muslimische Frau erbt die Hälfte und ihre Aussage vor Gericht gilt die Hälfte – eine andere Scharia gibt es nicht. Ohne Zustimmung ihres Wali, ihres Ehevormunds (z. B. Vater oder Bruder) kann sie nicht heiraten, wenn sie sich trennt bzw. wenn sie, auch ohne Angabe von Gründen, durch ihren Mann verstoßen wird (Talaq), verliert sie das Sorgerecht über ihre Kinder, die der Sippe des Mannes gehören. Ihr steht mit der Chula allenfalls ein sehr beschwerlicher Weg der Scheidung offen. So und nicht anders behandelt der islamische Gott die Frau, und der Herr Papst weiß das! Selbstverständlich gehört auch die katholische Doktrin der Ehescheidung abgeschafft.

Eine Muslima darf keinen Nichtmuslim heiraten, erst die AEMR fordert: „Artikel 161. Heiratsfähige Männer und Frauen haben ohne jede Beschränkung auf Grund der Rasse, der Staatsangehörigkeit oder der Religion das Recht, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Sie haben bei der Eheschließung, während der Ehe und bei deren Auflösung gleiche Rechte.“

https://www.un.org/Depts/german/gruendungsres/grunddok/ar217a3.html

… und der sie dazu berufen hat, als Brüder und Schwestern miteinander zusammenzuleben, die Erde zu bevölkern und auf ihr die Werte des Guten, der Liebe und des Friedens zu verbreiten.

Und die Werte des würdigen Kinderprügelns, weiß Franziskus. Seine Kinder zu schlagen ist aus Sicht des Pontifex in Ordnung, solange dabei die Würde der Kinder gewahrt bleibe (Papst findet „würdevolles“ Schlagen von Kindern okay. Welt am 06.02.2015.)

https://www.welt.de/politik/ausland/article137175452/Papst-findet-wuerdevolles-Schlagen-von-Kindern-okay.html

Pope Francis says it is OK to smack children if their ‘dignity is maintained’, The Guardian, 06.02.2015.

https://www.theguardian.com/world/2015/feb/06/pope-francis-parents-ok-smack-children-dignity

Im Namen der unschuldigen menschlichen Seele, die zu töten Gott verboten hat, wenn er sagt, dass jeder, der einen Menschen ermordet, so ist, als hätte er die ganze Menschheit getötet, und dass jeder, der einen Menschen rettet, so ist, als hätte er die ganze Menschheit gerettet.

So begnügte sich der Prophet in jenen Jahren nicht nur mit dem Verkünden des Strafrechtes, sondern führte es zugleich aus: Er schlug Hände ab, ließ Auspeitschen und ordnete Steinigungen [ar-raǧm] an. Ayatollah Chomeini, Velāyat-e Faghīh

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/06/26/175/

Islamischer Massenmord an den Banu Quraiza [Banū Quraiẓa] im Jahre 627. Allahs Liebling Mohammed beaufsichtigte die Tötung von 700 männlichen Juden, nachdem er sie beschuldigt hatte, sie hätten mit den Quraisch militärisch kooperiert und ihn verraten. Alle Frauen und Kinder wurden versklavt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ban%C5%AB_Quraiza

Ermordung des Ka’b bin Ashraf auf Befehl des Islamverkünders. „Der Gesandte Gottes […] sagte: ‚Wer ist gewillt, Kaʿb ibn al-Aschraf zu töten? Denn er hat Gott und seinen Propheten verletzt.‘ Daraufhin erhob sich Muhammad ibn Maslama und sprach: ‚O Gesandter Gottes! Möchtest du, dass ich ihn töte?‘ Da sagte [der Prophet]: ‚Ja.‘ (al-Buḫārī: Al-Gāmiʿ aṣ-Ṣaḥīḥ.) „Da sagte der Gesandte Gottes: ›Wenn er sich ruhig verhalten hätte (qarra) wie andere, die die gleiche Einstellung haben wie er, wäre er nicht gemeuchelt worden […]. Aber er hat schlecht von uns gesprochen […] und uns mit Liedern geschmäht. Jeder von euch, der das tut, verfällt dem Schwert.‹“ (al-Wāqidī; Übersetzung nach Rudi Paret.)

https://de.wikipedia.org/wiki/Kaʿb_ibn_al-Aschraf#Tathergang

Todesstrafe für Blasphemie in Pakistan | § 295C Use of derogatory remarks, spoken, written, directly or indirectly, etc. defiles the name of Muhammad or other Prophet(s) (1986) Mandatory Death and fine (Feb. 1990) Trial must take place in a Court of Session with a Muslim judge presiding.

https://en.wikipedia.org/wiki/Blasphemy_in_Pakistan

Todesstrafe für Blasphemie in Saudi-Arabien | On 3 September 1992, Sadiq ‚Abdul-Karim Malallah was publicly beheaded by sabre in al-Qatif in Saudi Arabia’s Eastern Province after being convicted of apostasy and blasphemy.

https://en.wikipedia.org/wiki/Blasphemy_law_in_Saudi_Arabia

Im Namen der Armen, Notleidenden, Bedürftigen und Ausgegrenzten, denen beizustehen nach Gottes Gebot alle verpflichtet sind, insbesondere alle vermögenden und wohlhabenden Menschen.

Nach Jesus von Nazareth sicherlich. Nach Koran und Sunna bekommt der Polytheist oder Ex-Muslim keinen Krümel Brot.

Im Namen der Waisen, Witwen, Flüchtlinge und aller, die aus ihren Häusern und Heimatländern vertrieben wurden, aller Opfer von Krieg, Verfolgung und Ungerechtigkeit; im Namen aller Schwachen, aller in Angst lebenden Menschen, der Kriegsgefangenen und der Gefolterten überall auf der Welt, ohne irgendeinen Unterschied.

Iran: Prisoner of conscience flogged 100 times for ‘drinking alcohol and insulting Islam’

https://www.amnesty.org/en/latest/news/2019/08/iran-prisoner-of-conscience-flogged-100-times-for-drinking-alcohol-and-insulting-islam/

Amnesty International launches a campaign today to mark the three year anniversary of the public flogging of Saudi Arabian blogger Raif Badawi. He received the first 50 out of 1000 lashes on 9 January 2015 for setting up a website focused on social and political debate.

https://www.amnestyusa.org/press-releases/saudi-arabia-three-years-on-flogged-blogger-raif-badawi-must-be-released/

Im Namen der Völker, die der Sicherheit, des Friedens und des gemeinsamen Zusammenlebens entbehren und Opfer von Zerstörung, Niedergang und Krieg wurden.

Im Namen der »Brüderlichkeit aller Menschen«, die alle umfasst, vereint und gleich macht an Würde.

Al-Gharqad bezeichnet in der islamischen Überlieferung einen Baum oder Strauch, der in der endzeitlichen Schlacht zwischen Juden und Muslimen eine Rolle spielen soll. Eine Überlieferung aus dem „Kitāb al-fitan“ (Nr. 82), das Buch, in dem Muslim die eschatologischen Hadithe über die Versuchungen am Tage des letzten Gerichts gesammelt hat, besagt, dass Abū Huraira berichtete, dass Mohammed Folgendes gesagt habe:

Die Stunde wird nicht schlagen, bis die Muslime die Juden bekämpfen und töten, sodass die Juden sich hinter Steinen und Bäume verstecken. Die Steine oder Bäume sagen jedoch: O, Muslim! O, Diener Gottes, ein Jude versteckt sich hinter mir. Komm und töte ihn! Nur al-Gharqad nicht; denn er ist ein Baum der Juden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Gharqad

Im Namen dieser Brüderlichkeit, welche durch die politischen Bestrebungen von Integralismus und Spaltung sowie durch maßlos gewinnorientierte Systeme und abscheuliche ideologische Tendenzen, die die Handlungen und Schicksale der Menschen manipulieren, entzweit wird.

Im Namen der Freiheit, die Gott allen Menschen geschenkt hat, als er sie frei geschaffen und mit dieser besonderen Würde ausgezeichnet hat.

Im Namen der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit, den Grundlagen des Wohlstands und den Eckpfeilern des Glaubens.

Im Namen aller Menschen guten Willens an allen Orten der Welt.

Im Namen Gottes […] erklären Al-Azhar al-Sharif [Die Ehrbare Azhar] – mit den Muslimen von Ost und West – und die Katholische Kirche – mit den Katholiken von Ost und West – gemeinsam, dass sie die Kultur des Dialogs als Weg, die allgemeine Zusammenarbeit als Verhaltensregel und das gegenseitige Verständnis als Methode und Maßstab annehmen wollen.

Wer Dialog und Kooperation zwischen Al-Azhar und Vatikan kritisiert, kann kein guter Christ sein, hat Franziskus das gemeint? Falls ein Katholik Doktrin und Praxis von Al-Azhar nicht akzeptiert, darf er das noch öffentlich äußern oder darf sein katholischer Arbeitgeber davon nichts erfahren? Betonharte Harmonie. Islamkritik wie Kritik an der Katholischen Kirche beschädigt das am 4. Februar 2019 verordnete Wohlverhalten. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau darf keine Methode sein, kein Maßstab? Mit dieser Gleichberechtigung hat zwar auch die Katholische Kirche nach wie vor wenig am Hut, dennoch gilt in Deutschland Artikel 3 GG.

Die trübe Suppe hingegen, die man dieses Jahr in Abu Dhabi aus Dialog, Zusammenarbeit und Verständnis zusammenrühren möchte, wird die Menschen nicht gleich an Rechten machen.

AEMR: „Artikel 1 Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen. Artikel 2 Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand. (…)“

https://www.un.org/Depts/german/gruendungsres/grunddok/ar217a3.html

Wir – die wir an Gott und an die endgültige Begegnung mit ihm und an sein Gericht glauben – verlangen ausgehend von unserer religiösen und moralischen Verantwortung mit diesem Dokument von uns selbst und den leitenden Persönlichkeiten in der Welt, von den Architekten der internationalen Politik und der globalen Wirtschaft, ein ernsthaftes Engagement zur Verbreitung einer Kultur der Toleranz, des Zusammenlebens und des Friedens; ein schnellstmögliches Eingreifen, um das Vergießen von unschuldigem Blut zu stoppen und Kriegen, Konflikten, Umweltzerstörung und dem kulturellen und moralischen Niedergang, den die Welt derzeit erlebt, ein Ende zu setzen.

Gegen Weltfrieden und eine heile Natur hat niemand was, aber Franziskus legt sich hier für die jeden Lebensbereich reglementierende Scharia ins Zeug, indem er sich selbst verpflichtet und den Politikern vorschreibt, die islamischen Autoritäten anzuerkennen und deren heutigen und künftigen Forderungen unbegrenzt nachzugeben. Frieden ist Pax Islamica, Atheisten, Christen, muslimischen Frauen und kritischen Journalisten geht es dabei nicht gut.

Wir rufen die Intellektuellen, die Philosophen, die Vertreter der Religionen, die Künstler, die Medienleute und die Kulturschaffenden in der ganzen Welt auf, die Werte des Friedens, der Gerechtigkeit, des Guten, der Schönheit, der menschlichen Brüderlichkeit und des gemeinsamen Zusammenlebens wiederzuentdecken, um die Bedeutung dieser Werte als Rettungsanker für alle deutlich zu machen und sie möglichst überall zu verbreiten.

Meinungs- und Lehrfreiheit in Schule und Uni, Kunstfreiheit sowie Religionsfreiheit nur noch, wenn die Schönheiten des Islam gepriesen werden: der Zwang zum Hidschab ab der Pubertät, das genitale Beschnittensein (HGM d. i. MGM oder FGM) aller Jungen und mindestens der schafiitischen Mädchen, die Möglichkeit, die neun Jahre alte Tochter zu verheiraten, die Todesstrafe bei Apostasie oder praktizierter Homosexualität, Steinigung bei Ehebruch … die neuen päpstlichen „Werte als Rettungsanker für alle“. Aus Saudi-Arabien, Pakistan, Ägypten oder aus dem Iran fliehen Menschen vor den dort durch und durch islamisch verstandenen Werten „des Friedens, der Gerechtigkeit, des Guten, der Schönheit, der menschlichen Brüderlichkeit und des gemeinsamen Zusammenlebens“.

Ausgehend von einer tiefen Reflexion über unsere gegenwärtige Realität, in Achtung vor ihren Erfolgen und im Miterleben ihrer Leiden, ihrer Unglücke und Katastrophen, kommt diese Erklärung zu der Überzeugung, dass Hauptursachen für die Krise der modernen Welt ein betäubtes menschliches Gewissen und eine Entfremdung von religiösen Werten sowie die Dominanz von Individualismus und materialistischen Philosophien ist, die den Menschen vergöttlichen und weltliche wie auch materielle Werte an die Stelle der höchsten und transzendenten Prinzipien setzen.

Zwei Himmelswächter unter sich. Tatsächlich, Humanisten oder Individualisten sollten weglaufen.

In Anerkennung der positiven Entwicklung, die unsere moderne Zivilisation in den Bereichen der Wissenschaft, der Technologie, der Medizin, der Industrie und des Wohlstands insbesondere in den entwickelten Ländern genommen hat, betonen wir, dass mit diesen großen und geschätzten historischen Fortschritten auch ein Verfall der Ethik, die internationales Handeln prägt, sowie eine Schwächung der geistlichen Werte und des Verantwortungsbewusstseins einhergeht. All dies trägt dazu bei, dass sich ein allgemeines Gefühl von Frustration, Einsamkeit und Verzweiflung ausbreitet, das viele dazu bringt, entweder in den Strudel des atheistischen und agnostischen Extremismus oder in einen religiösen Integralismus, Extremismus und blinden Fundamentalismus zu verfallen und so andere Menschen dazu führt, sich Formen der Abhängigkeit und der individuellen und kollektiven Selbstzerstörung zu ergeben.

Die Geschichte macht deutlich, dass religiöser wie nationaler Extremismus und Intoleranz in der Welt, sowohl im Westen als auch im Osten, etwas hervorgerufen haben, was man als Anzeichen eines »stückweisen Dritten Weltkriegs« bezeichnen könnte, Anzeichen, die in verschiedenen Teilen der Welt und unter verschiedenen tragischen Bedingungen bereits ihr grausames Gesicht gezeigt haben; Situationen, von denen nicht genau bekannt ist, wie viele Opfer, Witwen und Waisen sie hervorgebracht haben. Darüber hinaus gibt es andere Bereiche, die dabei sind, sich zum Schauplatz neuer Konflikte zu entwickeln, in denen es Spannungsherde und Anhäufungen von Waffen und Munition gibt, und zwar in einer global von Unsicherheit, Enttäuschung, Zukunftsangst und von kurzsichtigen wirtschaftlichen Interessen geprägten Situation.

Weltfrieden durch Dialog zwischen Katholiken und Muslimen? Zu schön, um wahr zu sein. Auch Religionskriege haben der Menschheit: „ihr grausames Gesicht gezeigt“ und Verzweiflung, Not und Elend über die Erde gebracht. Nichts gegen eine persönliche Spiritualität, doch keine Religion kann einen Staat vor einer politischen Krise bewahren. Erst durch die Entmachtung der Kirche, beginnend in der Epoche der Renaissance konnten sich Wissenschaft und Forschung entwickeln, deren Nutznießer jetzt auch Franziskus und al-Tayyeb heißen.

In diesem Zusammenhang wird deutlich, wie wichtig die Familie als grundlegender Kern der Gesellschaft und der Menschheit ist, um Kinder zur Welt zu bringen, aufzuziehen, heranzubilden und ihnen eine solide Moral und familiären Schutz zu bieten. Die Institution der Familie anzugreifen, sie zu verachten oder an der Bedeutung ihrer Rolle zu zweifeln, ist eines der gefährlichsten Übel unserer Zeit.

Tatsächlich sind Familien die Keimzellen des Staates wie auch der Menschheit. Die Institution Familie ist daher zu schützen – allerdings auch vor den Dogmen der Religionen, um nur das katholische Abtreibungsverbot zu nennen oder das katholische Verbot der Ehescheidung, beide, Katholizismus wie Islam, machen Homosexualität verächtlich, was eine Familie belasten oder zerstören kann.

Wir bestätigen auch die Wichtigkeit des Wiedererwachens des Sinns für das Religiöse und der Notwendigkeit, ihn in den Herzen der neuen Generationen durch die gesunde Erziehung und die Annahme der moralischen Werte und der rechten religiösen Lehren wiederzubeleben, um den individualistischen, egoistischen, konfliktbeladenen Tendenzen, dem Radikalismus und dem blinden Extremismus in all seinen Formen und Erscheinungen entgegenzutreten.

Abgesehen von einer gestörten, Neurosen und Gewalt erzeugenden Sexualmoral, die Sex ohne Fortpflanzungswunsch verpönt und Selbstbefriedigung verbietet, verbindet Islam und katholisches Christentum so gut wie nichts. Nicht einmal al-Tayyeb kann behaupten, die Taliban, al-Qaida, Boko Haram, Shabaab oder der IS hätten den Islam falsch verstanden. Was verstehen die beiden Spitzenkleriker unter „gesunde Erziehung“, welche „moralischen Werte“ sollen durch Eltern und Miterzieher vermittelt werden, was genau sind die „rechten religiösen Lehren“, die wiederbelebt werden sollen? Katholisches Kinderprügeln ist ebenso ungesund und schädlich wie die Beschneidung an Jungen und Mädchen.

Das erste und wichtigste Ziel der Religionen ist es, an Gott zu glauben, ihn zu ehren und alle Menschen dazu aufzurufen zu glauben, dass dieses Universum von einem Gott abhängig ist, der es führt, der der Schöpfer ist, der uns mit seiner göttlichen Weisheit geformt hat und uns die Gabe des Lebens geschenkt hat, um sie zu behüten. Niemand hat das Recht, diese Gabe wegzunehmen, zu bedrohen oder nach seinem Gutdünken zu manipulieren. Im Gegenteil müssen alle diese Gabe des Lebens von ihrem Anfang bis zu ihrem natürlichen Tod bewahren. Deshalb verurteilen wir alle Praktiken, die das Leben bedrohen, wie die Genozide, die terroristischen Akte, die Zwangsumsiedlungen, den Handel mit menschlichen Organen, die Abtreibung und die Euthanasie sowie die politischen Handlungsweisen, die all dies unterstützen.

„Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam (OIC 1990), Artikel 2 a) Das Leben ist ein Geschenk Gottes, und das Recht auf Leben wird jedem Menschen garantiert. Es ist die Pflicht des einzelnen, der Gesellschaft und der Staaten, dieses Recht vor Verletzung zu schützen, und es ist verboten, einem anderen das Leben zu nehmen, außer wenn die Scharia es verlangt. b) Es ist verboten, Mittel einzusetzen, die zur Vernichtung der Menschheit führen. c) Solange Gott dem Menschen das Leben gewährt, muss es nach der Scharia geschützt werden. d) Das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird garantiert. Jeder Staat ist verpflichtet, dieses Recht zu schützen, und es ist verboten, dieses Recht zu verletzen, außer wenn ein von der Scharia vorgeschriebener Grund vorliegt.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte_im_Islam

https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_f%C3%BCr_Islamische_Zusammenarbeit

Der Chef von Al-Azhar hat sich von der CDHRI (Cairo Declaration on Human Rights in Islam) nicht distanziert, die 29 Jahre später in Abu Dhabi beschworene „Gabe des Lebens“ und das „Recht auf körperliche Unversehrtheit“ stehen für den muslimischen Spitzenkleriker unter Schariavorbehalt – und Jorge Mario Bergoglio alias Franziskus (Papst) weiß das. Auch die CDHRI ist kein „Wahhabismus“, „Salafismus“ oder „Islamismus“, sondern folgt dem authentischen, 1400 Jahre alten Islam.

Ebenso erklären wir mit Festigkeit, dass die Religionen niemals zum Krieg aufwiegeln und keine Gefühle des Hasses, der Feindseligkeit, des Extremismus wecken und auch nicht zur Gewalt oder zum Blutvergießen auffordern. Diese Verhängnisse sind Frucht der Abweichung von den religiösen Lehren, der politischen Nutzung der Religionen und auch der Interpretationen von Gruppen von religiösen Verantwortungsträgern, die in gewissen Geschichtsepochen den Einfluss des religiösen Empfindens auf die Herzen der Menschen missbraucht haben: Die Gläubigen sollten dazu geführt werden, Dinge zu tun, die nichts mit der Wahrheit der Religion zu tun haben; sie sollten weltliche und kurzsichtige politische und wirtschaftliche Ziele verwirklichen.

Brechen Religionskriege aus, so legen es al-Tayyeb und Franziskus dem Leser nah, seien diese auf eine Fehlinterpretation der Lehre zurückzuführen. So einfach kann man es sich auch machen.

In Allahs eigener Rede (Koran) wird an zahlreichen Stellen die Notwendigkeit „auf dem Pfad Gottes“ bzw. „für die Sache Gottes“, Fī sabīli Llāh zu kämpfen, betont. Allah garantiert, dass diejenigen, die „auf dem Wege / für die Sache“ Gottes getötet werden, direkt ins Paradies gelangen, vgl. Sure 3:169: „Und du darfst ja nicht meinen, dass diejenigen, die um Gottes willen (fī sabīli Llāh) getötet worden sind, (wirklich) tot sind. Nein, (sie sind) lebendig (im Jenseits), und ihnen wird bei ihrem Herrn (himmlische Speise) beschert.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Fī_sabīli_Llāh

Dieses Dokument bekräftigt im Einklang mit den vorausgehenden Internationalen Dokumenten, die die Wichtigkeit der Rolle der Religionen im Aufbau des weltweiten Friedens hervorgehoben haben, das Folgende:

Zu den „vorausgehenden Internationalen Dokumenten“ ist sicherlich auch die Kairoer Menschenrechtserklärung von 1990 zu rechnen.

– Die Freiheit ist ein Recht jedes Menschen: ein jeder genießt Bekenntnis-, Gedanken-, Meinungs- und Handlungsfreiheit.

Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam

Artikel 22

a) Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung in einer Weise, die nicht gegen die Prinzipien der Scharia verstößt.

b) Jeder hat das Recht, für das Richtige einzutreten, das Gute zu propagieren und vor dem Falschen und der Sünde zu warnen, wie es den Normen der Scharia entspricht.

c) Information ist lebensnotwendig für die Gesellschaft. Sie darf nicht ausgebeutet oder in einer Weise missbraucht werden, die die Heiligkeit und die Würde der Propheten verletzt, moralische und ethische Werte untergräbt oder die Gesellschaft spaltet, korrumpiert oder ihr schadet oder ihren Glauben schwächt.

http://blog.andalusian.de/die-menschenrechte-und-die-scharia/#_Toc468060061

Der Pluralismus und die Verschiedenheit in Bezug auf Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Ethnie und Sprache entsprechen einem weisen göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat. Diese göttliche Weisheit ist der Ursprung, aus dem sich das Recht auf Bekenntnisfreiheit und auf die Freiheit, anders zu sein, ableitet. Deshalb wird der Umstand verurteilt, Menschen zu zwingen, eine bestimmte Religion oder eine gewisse Kultur anzunehmen wie auch einen kulturellen Lebensstil aufzuerlegen, den die anderen nicht akzeptieren.

Ein Freibrief auf Dauerbeleidigtsein und Durchsetzung aller Normen der Herrschaft Allahs. Auf die Möglichkeit eines Verbotes des Hidschab im Schuldienst oder Staatsdienst oder eines staatlichen Verbotes der Polygamie hat Franziskus eigentlich verzichtet, denn die Muslime werden diesen „kulturellen Lebensstil“ als Zwang verstehen und ihn „nicht akzeptieren“. Ohne Verschleierung oder ohne Zweit- bis Viertfrau kein „Recht auf Bekenntnisfreiheit und auf die Freiheit, anders zu sein“.

– Der Schutz der Gottesdienststätten – Tempel, Kirchen und Moscheen – ist eine von den Religionen, den menschlichen Werten, den Gesetzen und den internationalen Konventionen gewährleistete Verpflichtung. Jeder Versuch, die Gottesdienststätten anzugreifen oder sie durch Attentate oder Explosionen oder Zerstörungen zu bedrohen, ist eine Abweichung von den Lehren der Religionen sowie eine klare Verletzung des Völkerrechts.

Ja Herr al-Tayyeb, das gilt auch für Ägyptens Kopten, für die der Vatikan allerdings ebenfalls keine Friedensdemo veranstaltet.

– Der verdammenswerte Terrorismus, der die Sicherheit der Personen im Osten als auch im Westen, im Norden als auch im Süden bedroht und Panik, Angst und Schrecken sowie Pessimismus verbreitet, ist nicht der Religion geschuldet – auch wenn die Terroristen sie instrumentalisieren –, sondern den angehäuften falschen Interpretationen der religiösen Texte, den politischen Handlungsweisen des Hungers, der Armut, der Ungerechtigkeit, der Unterdrückung, der Anmaßung; deswegen ist es notwendig, die Unterstützung für die terroristischen Bewegungen durch Bereitstellung von Geldern, Waffen, Plänen oder Rechtfertigungen und auch durch die medizinische Versorgung einzustellen und all dies als internationale Verbrechen anzusehen, die die weltweite Sicherheit und Frieden bedrohen. Man muss einen derartigen Terrorismus in all seinen Formen und Erscheinungen verurteilen.

Genau: Free Gaza – From Hamas!

– Es ist eine unabdingbare Notwendigkeit, das Recht der Frau auf Bildung, auf Arbeit und auf Ausübung der eigenen politischen Rechte anzuerkennen. Ferner muss darauf hingearbeitet werden, die Frau von allen historischen und sozialen Zwängen zu befreien, die gegen die Grundsätze des eigenen Glaubens und der eigenen Würde stehen. Es ist ebenso notwendig, sie vor der sexuellen Ausbeutung zu beschützen wie auch davor, als Ware oder Mittel zum Vergnügen oder zum finanziellen Gewinn zu behandelt zu werden. Daher muss man alle unmenschlichen Praktiken und volkstümlichen Bräuche, welche die Würde der Frau erniedrigen, einstellen und dafür arbeiten, dass die Gesetze geändert werden, welche die Frauen daran hindern, ihre Rechte voll zu genießen.

Recht und Würde hat beispielsweise die Muslima nur, wenn diese Rechtsansprüche nicht gegen die „Grundsätze des eigenen Glaubens und der eigenen Würde“ verstoßen, wenn sie nicht mit der Scharia kollidieren.

Lediglich FGM Typ III der WHO-Kategorisierung weiblicher Genitalverstümmelung („alle unmenschlichen Praktiken und volkstümlichen Bräuche“) ist zu bekämpfen, während der Chitan al-inath (Chitan al-banat, in Südostasien: khitan wanita, sunat perempuan) beispielsweise allen Schafiiten möglich sein soll, nach der WHO-Klassifikation meist eine FGM Typ I oder Typ IV.

– Der Schutz der Grundrechte der Kinder, in einer familiären Umgebung aufzuwachsen sowie Ernährung, Bildung und Beistand zu erhalten, ist eine Pflicht der Familie und der Gesellschaft. Diese Rechte müssen garantiert und geschützt werden, damit sie keinem Kind in keinem Teil der Welt fehlen oder verwehrt werden. Es muss jede Praxis verurteilt werden, welche die Würde der Kinder oder ihre Rechte verletzt. Desgleichen ist es wichtig, über die Gefahren zu wachen, denen sie – besonders im digitalen Bereich – ausgesetzt sind, und das Geschäft mit ihrer Unschuld und jede Verletzung ihrer Kindheit als Verbrechen anzusehen.

Strichmännchen im Aufklärungsunterricht. Radikale Internetzensur.

Zu diesem Zweck verkünden und versprechen die Katholische Kirche und Al-Azhar in gemeinsamer Zusammenarbeit, dieses Dokument den Verantwortungsträgern, den einflussreichen Führungskräften, den Religionsvertretern in aller Welt, den zuständigen Organisationen auf regionaler und internationaler Ebene, den Organisationen der Zivilgesellschaft, den religiösen Institutionen und den Meinungsführern zu bringen; sie verkünden und versprechen, sich dafür einzusetzen, die in dieser Erklärung enthaltenen Grundsätze auf allen regionalen und internationalen Ebenen zu verbreiten, indem sie dazu auffordern, diese Grundsätze in Politik, Entscheidungen, Gesetzestexten, Studienprogrammen und Kommunikationsmaterialen umzusetzen.

Al-Azhar und die Katholische Kirche bitten, dass dieses Dokument Forschungs- und Reflexionsgegenstand in allen Schulen, in den Universitäten und in den Erziehungs- und Bildungseinrichtungen werde, um dazu beizutragen, neue Generationen zu bilden, die das Gute und den Frieden bringen und überall das Recht der Unterdrückten und der Geringsten verteidigen.

Man gelobt, sich in Politik und Gesetzgebung sowie in das Erziehungs- und Bildungswesen einzumischen. Für die beiden Kleriker ist es dabei unerheblich, ob der jeweilige Staat eine Trennung von Religion und Politik bzw. Religion und Recht vorsieht.

Das hoffen und suchen wir zu verwirklichen, um einen universalen Frieden zu erreichen, den alle Menschen in diesem Leben genießen können.

Abu Dhabi, am 4. Februar 2019

Seine Heiligkeit Papst Franziskus — Großimam von Al-Azhar Ahmad al-Tayyeb

Islam und Verträgemachen. Dem Muslim obliegt die Pflicht, dem Beispiel Mohammeds zu folgen, ein Vertrag mit Nichtmuslimen ist immer Vertrag von Medina, Verfassung von Medina (Ṣaḥīfat al-Madīna; Mīṯāq al-Madīna; Dustūr al-Madīna; anglis.: Charter of Medina; Constitution of Medina), Trittstein auf dem Weg der global zu vollendenden Islamexpansion. Selbstverständlich haben im erneuerten Medina Juden und Christen nicht die gleichen Rechte wie Muslime, ebenfalls sind muslimische Frauen ihren Männern nicht gleichberechtigt. Mohammed war Staatsgründer, seinem Vorbild ist zu folgen einerseits, der das zeitlose Medina erneuernde Islam arbeitet an seiner Staatwerdung andererseits, insofern unterschreibt der auf die Arabische Halbinsel gereiste Papst Franziskus bereits heute als ḏimmī, als Dhimmi von morgen.

Unsere Parlamente sind keinesfalls Quatschbuden, Aufklärung und Kulturkampf brachten Europa die wichtige Trennung von Staat und Kirche und ermöglichten den modernen Rechtsstaat. Sollen wir auf diese Errungenschaften verzichten? Seinen Essay Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? schrieb Kant 1784. Wollen wir uns mehr als 200 Jahre später von religiösen Autoritäten die Leitlinien der Politik vorschreiben lassen? Sapere audete! Wagt es, euren eigenen Verstand zu gebrauchen!

Ümmühan Karagözlü und Jacques Auvergne

443. Großscheich al-Tayyeb und die Friedensbotschaft des Islam

14. März 2016

‏ أحمد الطيب‎‎

Aḥmad aṭ-Ṭayyib

Ahmad al-Tayyeb

Protest gegen den Auftritt von Großscheich al-Tayyeb vor dem Deutschen Bundestag und der Universität Münster

Die Azhar zu Kairo ist eine mehr als tausend Jahre alte islamische Lehrstätte von höchster Bedeutung für alle Sunniten, ein wenig dem Vatikan und dessen Rolle für Katholiken vergleichbar, und wird von einem islamischen Gelehrten, dem Scheich al-Azhar oder Großimam der Azhar geleitet. Ihren Lehrbetrieb nahm die Institution im Jahre 988 d. Z. auf. Der Scheich von Azhar gilt vielen sunnitischen Muslimen als höchste islamische Autorität, derzeitiger Amtsinhaber ist Prof. Dr. Ahmad Mohammad al-Tayyeb. Seit vier Jahren kooperiert die Azhar mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wo Prof. Dr. Mouhanad Khorchide Leiter des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT), Professor für Islamische Religionspädagogik und Stellvertretender Direktor des Centrums für religionsbezogene Studien ist. Am ZIT werden ebenso Imame ausgebildet wie Lehrer für den bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU).

Oberbürgermeister Markus Lewe und die Rektorin der Universität Münster Prof. Dr. Ursula Nelles haben den Islamgelehrten nach Deutschland eingeladen, um am 17. März 2016 auf einer Konferenz der Weltreligionen („Friede sei mit Euch“) in der Aula des Schlosses zu sprechen (World Religions Conference: „Peace be upon you – Assalamu Alaikum“). Einen Tag eher darf der Großscheich der Azhar im Großen Protokollsaal des Berliner Reichstagsgebäudes vor Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Vertretern der Religionsgemeinschaften und Wissenschaftlern sprechen, Thema seines Vortrags: „Friedenspotenzial des Islams“.

Betrachten wir also den Islam und suchen das Friedenspotenzial. Nach dem Koran erbt die Schwester nur halb so viel wie der Bruder, die Aussage einer Frau vor Gericht gilt nur halb so viel wie die Meinung eines Mannes; die nichtmuslimischen Gemeinschaften haben sich der Macht der muslimischen Gemeinde (Umma) zu unterwerfen. Auch im alle Lebensbereiche umfassenden (totalitären) Islamischen Recht (Scharia; Fiqh) ist die Frau weniger wert als der Mann und sind alle Nichtmuslime herabzuwürdigen. Wer Kind eines muslimischen Vaters ist oder einmal als Muslim gelebt hat, darf aus der Religion nicht austreten. Eine muslimische Tochter darf keinen Nichtmuslim heiraten; ab dem Alter von neun Jahren hat sie, bis auf Hände und Gesicht, ihren gesamten Körper mit einem Schleier zu bedecken, jenem Hidschab, den auch die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) als verpflichtend betrachtet, wie sie dem Bundesverfassungsgericht gegenüber in einer Stellungnahme zum Lehrerinnenkopftuch erläutert:

Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität.

Apostasieverbot, Hidschab, Polygamie (selbstredend nur Polygynie) und Frühehe, Kinder zur Furcht vor der Höllenstrafe erziehen, all das ist kein sogenannter Islamismus, sondern authentische islamische Religion, genau so, wie sie nicht zuletzt von der Kairoer Lehrstätte der Azhar und auch von Großimam al-Tayyeb vertreten wird. Al-Azhar ist ein auf Schariagehorsam und vermeintliches Jenseits ausgerichtetes Institut, das wir Säkularen eigentlich nicht Universität nennen sollten, sondern Madrasa. Denn jede wissenschaftliche Hochschule kennzeichnen Meinungsvielfalt und Freiheit der Lehre. An der Azhar darf aber in allen Fakultäten nur innerhalb der Grenzen der Scharia geredet und geschrieben werden.

Überall, wo der Islam erst einmal an die Herrschaft gekommen ist, diskriminieren die geltenden Gesetze die Frau und den Nichtmuslim. Öffentlich wird auf religiös korrektes Verhalten kontrolliert: die Bedeckung der Frau mit dem Hidschab und ihre Überwachung auf Keuschheit, die Reinheits- und Nahrungsvorschriften, fünfmaliges tägliches Gebet, Anwesenheitspflicht beim Freitagsgebet für jeden männlichen Muslim und immer noch mehr. Jeder erwachsene männliche Muslim hat beschnitten zu sein, erwachsen ist nach islamischem Recht für Männer 15 Jahre alt. Mindestens im schafiitischen Recht, viele Ägypter sind Schafiiten, ist auch jedes Mädchen zu beschneiden, wobei die Muslima mit neun Jahren religiös erwachsen ist sprich die Schariapflichten zu erfüllen hat und verheiratet werden kann.

Die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist sehr islamisch. Auch angeblich gering invasive Formen wie die sogenannte milde Sunna, eine FGM Typ Ia oder IV, müssen in Deutschland verboten bleiben; auch in medikalisierter Form. Zahlreiche Kampagnen der letzten Jahre nicht nur in Indonesien (Indonesian Ulema Council: MUI – Majelis Ulama Indonesia) und Malaysia (Fatwa Committee of Malaysia’s National Council of Islamic Religious Affairs), sondern ebenso in den USA (Arora und Jacobs) sowie nicht zuletzt in Deutschland (Ringel und Meyer; Hörnle und der 70. djt) versuchen, diese angeblich geringfügige Form der Mädchenbeschneidung straffrei zu stellen, was im Namen der allgemeinen Menschenrechte und der körperlichen Unversehrtheit zu verhindern ist. Jungen haben den gleich hohen Anspruch auf Schutz wie Mädchen (Gleichbehandlungsgebot des Grundgesetzes). Rituelle Beschneidung (FGM, MGM) dient nicht dem Kindeswohl, sondern gehört in den Bereich „überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind“ (UN-Kinderrechtskonvention Artikel 24 (3)). Die lebenslangen nachteiligen Beschneidungsfolgen für sich und seine Sexualpartner kann ein Jugendlicher völlig altersgemäß noch nicht abschätzen, weshalb ein Minderjähriger, ein Mensch unter achtzehn Jahren, in Bezug auf eine an ihm vorgenommene Genitalbeschneidung noch gar nicht einwilligungsfähig ist.

Scharia

Dass im von der Scharia beherrschten Teil der Welt der Islam nicht kritisiert werden darf, die Meinungs- und Pressefreiheit also eingeschränkt ist, oder dass die muslimische Ehefrau bei Trennung ihre Kinder verliert, ist kein Zufall. In diesen Staaten ist der Verfassung ein Schariavorbehalt vorangestellt, der gewährleistet, dass alle anderen Artikel sowie die abgeleiteten Gesetze und Verordnungen Allahs Befehl (Koran) und Mohammeds Handeln (Sunna) nicht widersprechen dürfen. Ägyptens Verfassung auch von 2014 stellt klar, dass die Scharia „Hauptquelle der Gesetzgebung“ ist, Großscheich al-Tayyeb protestiert selbstverständlich nicht.

Article (2) Islam is the religion of the State and Arabic is its official language. The principles of Islamic Sharia are the main source of legislation.

Nur ein weiteres Beispiel, die 1956 ausgerufene Islamische Republik Pakistan. Alle Gesetze müssen der Scharia entsprechen, kein Gesetz darf Koran und Sunna (anglis. sunnah) zuwiderlaufen:

The Constitution of Pakistan, Part IX: 227 (1) All existing laws shall be brought in conformity with the Injunctions of Islam as laid down in the Holy Quran and Sunnah, in this Part referred to as the Injunctions of Islam, and no law shall be enacted which is repugnant to such Injunctions.

Die islamische Normativität („Koran und Sunna“) ist ebenfalls Standard der deutschen Islamverbände und bleibt eine Gefährdung für freiheitliche Demokratie, Säkularität und Bürgerrechte.

Koran und Sunna des Propheten Mohammed bilden die Grundlagen des Koordinationsrats. Dieser Grundsatz darf auch durch Änderungen dieser Geschäftsordnung nicht aufgegeben oder verändert werden.

(Koordinationsrat der Muslime in Deutschland. KRM. Geschäftsordnung in der Fassung vom 28. März 2007)

Morgen wird der 70jährige Großimam aus Kairo vor dem Deutschen Bundestag sprechen dürfen – nicht über das frauenfeindliche und antidemokratische Potenzial der Scharia, sondern das islamische „Friedenspotenzial“.

Vom 13. bis 15. März 2016 tagt in Berlin die Internationale Konferenz zur Bekämpfung des Antisemitismus. Bundestag und Auswärtiges Amt sind Gastgeber der Interparlamentarischen Koalition zur Bekämpfung von Antisemitismus (ICCA). Mehr als 100 Abgeordnete aus fast 40 Ländern nehmen teil. Anlässlich dieser Konferenz hat Bundeskanzlerin Merkel betont, „dass Antisemitismus und Vorurteile gegenüber anderen Menschen bei uns keinen Platz haben“ und konstatiert, dass Antisemitismus „leider auch im heutigen Alltag präsent ist“. Er äußere sich in Vorurteilen, entlade sich in verbalen Attacken und münde oft in Gewalt. „Damit dürfen wir uns niemals abfinden“, machte die Bundeskanzlerin klar. Dieser gute Vorsatz sollte jedoch nicht lange eingehalten werden. Keine 24 Stunden später durfte im Bundestag ein Gast sprechen, der in der Vergangenheit mehrfach durch antisemitische Positionen aufgefallen ist.

Großscheich al-Tayyeb hatte darum gebeten, auch vor und mit Bundestagsabgeordneten sprechen zu können. „Ermutigt gerade auch durch muslimische Kolleginnen und Kollegen“ sei er diesem Wunsch gerne nachgekommen, heißt es im Schreiben von Prof. Dr. Norbert Lammert, mit dem der Bundestagspräsident zur Veranstaltung einlädt. Im Anschluss an den Vortrag des Großscheichs bestehe „Gelegenheit zur Gegenrede und Diskussion“. Wen also hat Lammert eingeladen.

Ahmad al-Tayyeb

Der hochverehrte Gast des Deutschen Bundestages und der Uni Münster diskriminiert Juden aus Überzeugung. In einem Interview, das am 25. Oktober 2013 auf Ägyptens Kanal 1 ausgestrahlt wurde (übersetzt von MEMRI – The Middle East Media Research Institute) erklärte al-Tayyeb: „Schon seit Gründung des Islam vor 1400 Jahren leiden wir an der jüdischen und zionistischen Einmischung in die muslimischen Angelegenheiten. Dies hat für die Muslime stets große Not verursacht. […] Der Koran sagte es und die Geschichte hat es bewiesen: ‚Die erbittertsten Gegner der Gläubigen wirst du unter den Juden und den Polytheisten finden‘.“ Der Großimam ist zudem der Ansicht, dass Juden Nichtjuden für „extrem minderwertig“ halten und dass die Juden „eine grausam hierarchische Weltanschauung pflegen und noch nicht einmal davor zurückschrecken, das auch zuzugeben, weil es ja so in der Tora geschrieben steht – im Hinblick auf Tötung, Versklavung und so weiter.“

Ahmed el-Tayeb

Ahmed Muhammad Ahmed el-Tayeb

Jews

In an interview which aired on Egypt’s Channel 1 on October 25, 2013 (as translated by MEMRI), Al-Tayeb stated that “Since the inception of Islam 1,400 years ago, we have been suffering from Jewish and Zionist interference in Muslim affairs. This is a cause of great distress for the Muslims.” He also argued that “the Quran said it and history has proven it: ‘You shall find the strongest among men in enmity to the believers to be the Jews and the polytheists.’” He also claimed that Jews consider non-Jews to be “extremely inferior” and that Jews “practice a terrible hierarchy, and they are not ashamed to admit it, because it is written in the Torah – with regard to killing, enslavement, and so on.”

Der Großscheich der Azhar, morgen zu Gast im Deutschen Bundestag und in drei Tagen an der Uni Münster, kennt seine Religion – und entsprechend kundig beurteilt der wohl ranghöchste sunnitische Schariagelehrte das menschliche Handeln in Bezug auf Krieg gegen Allah und seinen Gesandten bzw. Verderbenstiften auf Erden, auf Ehebruch (zinā), die Bedeckung des weiblichen Körpers mit einem farblich unattraktiven, blickdichten sowie alle Volumina und Konturen verhüllenden Tuch (ḥiǧāb), die mörderischen Angriffe durch Hamas & Co. auf Juden, die Frage nach Gültigkeit oder Nichtgültigkeit eines Gebetes unter einem weiblichen Imam sowie in Bezug auf die im Islam nicht erlaubte Gleichberechtigung von Mann und Frau, wie uns Nushin Atmaca (2007, auf Arab-West Report) informiert; im Einzelnen:

Controversial issues

Die islamischen Hadd-Strafen (Pl. Hudud), wörtlich Grenzvergehen, gemeint ist die Verletzung der Rechte Allahs, ziehen häufig die Todesstrafe nach sich. Al-Tayyeb bleibt hier sozusagen klassisch islamisch, er nennt die Hudud “Allahs [Rechte und] Gesetze” und definiert sie demzufolge als unabänderlich.

However on other issues Al-Tayyib sticks to classical viewpoints: he denies the possibility of revising the hudūd and their punishment as they are “God’s laws” and therefore unchangeable.

Eine Frau darf im Islam kein Freitagsgebet leiten, das Gebet würde sonst islamisch ungültig; wer dennoch bei der Professorin für Islamwissenschaften und Buchautorin Amina Wadud gebetet hat, muss sein Gebet nachholen.

Commenting on the Friday prayer led by the Islamic feminist Amīnah Wadūd he states that this prayer was not valid as women do not have the right to lead men in Friday prayer, saying: “All Muslims who prayed with her need to repeat their prayers”.

Der für jede Muslima verpflichtende Schleier, der Hidschab, steht für den Scheich al-Azhar nicht zur Diskussion. Ihn nicht zu tragen gehört zwar nicht der Kategorie schwerste Sünde an, sei aber dennoch ein eindeutiger Bruch der Scharia.

Furthermore he has argued that the hijāb is an “undisputable duty” for women. However, he seems to have slightly changed his opinion on this matter, as in a more recent statement he explained that not wearing the hijāb is not one of the biggest sins, but is considered by the Sharīʿa as a mere breach. Commenting on the statements of Egypt’s Minister of Culture Fārūq Husnī who described the hijāb as a symbol of backwardness, he stated that most Islamic scholars agree that wearing the veil is obligatory for Muslim women.

Zur Chitan al-inath (sunat perempuan), der islamischen weiblichen Genitalverstümmelung oder FGM, 90 % der verheirateten Ägypterinnen sind beschnitten, hat sich der Geistliche bislang nicht geäußert.

On several other important current issues, for example female genital circumcision, his opinion is not known as he has avoided delving into this subject area.

Ahmad al-Tayyeb über den Ehebruch. Die Muslima, die ihren Ehemann mit einer Geliebten beim Ehebruch überrascht und beide tötet, ist lebenslang einzusperren oder hinzurichten. Ein Muslim hingegen, der seine Ehefrau in einer entsprechenden Situation erwischt und beide ermordet, darf nicht bestraft werden. Schließlich gelte es, stets das Gesetz (Fiqh) als eine mit der Scharia kompatible Gesamtheit zu betrachten, wohingegen Gender-Fragen lediglich nachrangige Angelegenheiten seien.

As a muftī, Dr. Ahmad al-Tayyib did not approve of a suggestion to reform the penalty law in the field of adultery. While a betrayed wife, finding her husband and his mistress in bed and killing them, is sentenced to either life imprisonment or death, a husband who acts in the same way is not punished at all. The reform argued for the same treatment of betrayed husband and wife, whereas al-Tayyib stated that the law as a whole should first of all be in accordance with Sharīʿa before considering gender issues, which he classed as “sub-issues”.

Die palästinensischen Glaubenskämpfer, so al-Tayyeb, würden „die höchste Form von Märtyrertum“ ausüben, was ja nun einmal nicht als islamrechtlich unzulässig (haram) eingestuft werden könne.

Al-Tayyib has described the actions of Palestinian suicide bombers as “the highest form of martyrdom” which cannot be declared harām.

Soweit aus Ahmad al-Tayyib, von Nushin Atmaca, Arab-West Report, Juli 2007.

2015 forderte Ägyptens Präsident al-Sisi von der Azhar eine Reform des religiösen Diskurses. Die Scharialehrstätte reagierte mit der Gründung von zwei Kommissionen, eine zur Bekämpfung der Gottlosigkeit im Lande und eine zum Schönfärben und Aufpolieren des Bildes des Islam im Ausland, was die Deutschlandreise des Klerikers erklärt.

Die Universität Münster und nicht zuletzt ihr Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) sollten faktennah zur vielfältigen Rechtskollision von Scharia und allgemeinen Menschenrechten informieren, statt wie bisher den Hidschab, die Beschneidung der Jungen und Mädchen, das Apostasieverbot, die Schariavorbehalte der meisten islamisch geprägten Staaten und überhaupt das Islamische Recht zu verharmlosen und schönzureden.

Die Scharia ist nicht mit den allgemeinen Menschenrechten und dem Grundgesetz kompatibel und darf deshalb kein benoteter und versetzungsrelevanter Unterrichtsstoff im bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU) sein. Auch am ZIT, wo die Lehrer für den staatlichen islamischen Religionsunterricht ausgebildet werden, müssen universelle Menschenrechte, FdGO, Außenansicht und Überwältigungsverbot pädagogischer Standard sein, nicht die Normen von Koran und Sunna. Todesfatwen sind keine Friedensbotschaft.

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Q u e l l e n

Deutscher Bundestag, Pressemitteilung vom 22.02.2016 Großscheich der Kairoer al-Azhar-Universität trifft Abgeordnete, Religionsvertreter und Wissenschaftler

https://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2016/neuer-inhalt/409626

Großscheich spricht über Islam-Friedenspotenzial

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw11-grossscheich/413142

Kairoer Großimam nimmt an Religionskonferenz in Münster teil

Prof. Dr. Ahmed al-Tayyeb hatte bei einem Besuch des Leiters des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) der WWU, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, in Kairo seine Bereitschaft bekundet, vor dem Hintergrund der zahlreichen Gewalttaten im Namen des Islams eine globale Friedensbotschaft zu verkünden.

https://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=8176

Das ZIT Münster arbeitet mit der Al-Azhar Universität zusammen

Im Rahmen seines Aufenthalts an der Al-Azhar-Universität, der bedeutendsten islamisch-theologischen Einrichtung der islamischen Welt, wurde Mouhanad Khorchide auch von deren früherem Rektor, Groß-Scheich Ahmad Mohammad Al-Tayyeb, empfangen.

https://www.wwu.de/ZIT/Aktuelles/2012/aktuelles_2012_al_azhar.html

Lob vom Groß-Scheich

Ahmad Mohammad Al-Tayyeb lobte ausdrücklich das große Engagement der Universität Münster für eine Vernetzung mit der Al-Azhar-Universität, wie Mouhanad Khorchide berichtete. Der Groß-Scheich unterstützt den Ausbau einer engeren Kooperation zwischen Münster und Kairo.

http://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=4319

[Thema al-Azhar und Todesfatwen]

Nachdem Abdel-Samad am 4. Juni 2013 bei einem Vortrag in Kairo der Muslimbruderschaft „islamischen Faschismus“ vorgeworfen und gesagt hatte, „dass dieser Faschismus in der Entstehungsgeschichte des Islams zu begründen“ sei, wurden am nächsten Tag im Internet Mordaufrufe gegen ihn veröffentlicht. Am 7. Juni rief Assem Abdel-Maged, ein Führer der Gamaa Islamija und Verbündeter von Staatspräsident Mohammed Mursi, im ägyptischen Fernsehen zum Mord an Abdel-Samad auf, weil dessen Äußerungen eine Beleidigung des Propheten gewesen seien. […] Mahmoud Shaaban, Professor an der al-Azhar-Universität in Kairo, wiederholte den Mordaufruf

https://de.wikipedia.org/wiki/Hamed_Abdel-Samad

Mahmoud Shaaban, the Al-Azhar professor who issued a fatwa sanctioning the killing of opposition politicians

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/64712/Egypt/Politics-/Egyptian-death-threats-sheikh-released-on-bail.aspx

Constitution of The Arab Republic of Egypt 2014

http://www.sis.gov.eg/Newvr/Dustor-en001.pdf

Article 2: Islam, Principles of Islamic Sharia

Islam is the religion of the state and Arabic is its official language. The principles of Islamic Sharia are the principle source of legislation.

https://www.constituteproject.org/constitution/Egypt_2014.pdf

The Constitution of Pakistan. Part IX: Islamic Provisions

http://www.pakistani.org/pakistan/constitution/part9.html

Deutscher Bundestag

„Antisemiten können nicht integriert werden“

„Die Bekämpfung des Antisemitismus ist ein ganz wichtiges Thema – in Deutschland, in Europa aber auch in den anderen Teilen der Welt.“ Mit diesen Worten begann am Montag, 14. März 2016, das Grußwort von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel an die Teilnehmer der „Internationalen Konferenz zur Bekämpfung von Antisemitismus“. Die Kanzlerin konstatierte, dass Antisemitismus „leider auch im heutigen Alltag präsent ist“. Er äußere sich in Vorurteilen, entlade sich in verbalen Attacken und münde oft in Gewalt. „Damit dürfen wir uns niemals abfinden“, machte Merkel deutlich.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw11-icca/410802

Rede von Bundeskanzlerin Merkel bei der 3. Interparlamentarischen Konferenz zur Bekämpfung von Antisemitismus am 14. März 2016

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2016/03/2016-03-14-rede-merkel-antisemitismuskonferenz.html

Die Kanzlerin konstatierte, dass Antisemitismus „leider auch im heutigen Alltag präsent ist“. Er äußere sich in Vorurteilen, entlade sich in verbalen Attacken und münde oft in Gewalt. „Damit dürfen wir uns niemals abfinden“, machte Merkel deutlich.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw11-icca/410802

Ahmad al-Tayyib. By: Nushin Atmaca. Arab-West Report, July 2007.

http://www.arabwestreport.info/en/ahmad-al-tayyib

Sheik of Al-Azhar Ahmad Al-Tayeb Justifies Antisemitism on the Basis of the Koran

Following are excerpts from an interview with Sheik of Al-Azhar Ahmad Al-Tayeb, which aired on Channel 1, Egyptian TV on October 25, 2013:

Ahmad Al-Tayeb: A verse in the Koran explains the Muslims‘ relations with the Jews and the polytheists. The second part of the verse describes the Muslims‘ relations with the Christians, and the third part of the verse explains why the Christians are the closest and most friendly to the Muslims.

This is an historical perspective, which has not changed to this day. See how we suffer today from global Zionism and Judaism, whereas our peaceful coexistence with the Christians has withstood the test of history. Since the inception of Islam 1,400 years ago, we have been suffering from Jewish and Zionist interference in Muslim affairs. This is a cause of great distress for the Muslims.This is an historical perspective, which has not changed to this day. See how we suffer today from global Zionism and Judaism, whereas our peaceful coexistence with the Christians has withstood the test of history. Since the inception of Islam 1,400 years ago, we have been suffering from Jewish and Zionist interference in Muslim affairs. This is a cause of great distress for the Muslims.

The Koran said it and history has proven it: „You shall find the strongest among men in enmity to the believers to be the Jews and the polytheists.“ This is the first part. The second part is: „You shall find the closest in love to the believers to be those who say: ‚We are Christians‘.“ The third part explains why the Christians are „the closest in love to the believers,“ while the Jews and the polytheists are the exact opposite.

[…]

[The Christians] are humble and are not arrogant.

[…]

Interviewer: They consider everybody else to be inferior to them…

Ahmad Al-Tayeb: Extremely inferior. They even have very peculiar laws. For instance, they are allowed to practice usury with non-Jews. Some things are not allowed among Jews, but are allowed between Jews and non-Jews. They practice a terrible hierarchy, and they are not ashamed to admit it, because it is written in the Torah – with regard to killing, enslavement, and so on.

Therefore, they have generated a problem not only in their relations with the Muslims, but in their relations with all other people as well, and history has been clear on this.

Interviewer: There is even great enmity between them and the Christians.

Ahmad Al-Tayeb: Of course. These practices and beliefs have made people, even non-Muslims, hate them.

http://www.memri.org/clip_transcript/en/4048.htm

Der deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad am 14.03.2015 in DIE WELT

Fragen an den Großscheich im Deutschen Bundestag

Lieber Herr Großscheich,

[…] Sie werden am Dienstag eine Rede im Deutschen Bundestag halten und darin vermutlich von der Friedfertigkeit des Islam schwärmen. Sie werden betonen, dass al-Azhar eine Hochburg des moderaten Islam sei, […]

Aber hat sich al-Azhar nicht dafür stark gemacht, dass jede Kritik am Islam juristisch verfolgt wird? […]

Al-Azhar-Gelehrte mit ihren Apostasie Fatwas […]

Führten nicht ähnliche Fatwas aus al-Azhar zur Ermordung des ägyptischen Denkers Faradsch Fauda 1992 in Kairo?

[…] Allein in den letzten drei Monaten mussten zahlreiche Ägypter wegen Kritik an islamischen Gelehrten ins Gefängnis, darunter die Dichterin Fatma Naout […]

Als Präsident al-Sisi letztes Jahr von al-Azhar eine Reform des religiösen Diskurses forderte, reagierte Ihre Institution mit der Errichtung von zwei Kommissionen: Eine zur Bekämpfung des Atheismus in Ägypten und eine zur Verbesserung des Images des Islam im Westen. Deshalb sind Sie nun nach Europa gekommen. Nicht um den aufrichtigen und ehrlichen Dialog zu suchen, sondern um das Bild Ihrer Religion aufzupolieren.

[…] Der Islam hat in erster Linie ein Problem mit sich selbst, mit der Unantastbarkeit seiner Texte und seinen politischen Ansprüchen […] Sie, Herr Imam, und Ihre Institution sind ein Teil des Problems

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article153293988/Fragen-an-den-Grossscheich-im-Deutschen-Bundestag.html