Archive for the ‘Ägypten’ Category

482. Die Dinge bei ihrem richtigen Namen nennen

29. November 2017

لحاكمية الله

al-ḥākimiyyatu l-Lāh

Principle of Divine Governance, that Allah is sovereign on earth: ruling by what Allah has revealed

Hakimiyya, Herrschaft Allahs

Kalter Schnee, helles Licht, nasses Wasser, politischer Islam

Von Jacques Auvergne im November 2017.

Die französische, englische oder auch deutsche Islamkritik steht erst ganz am Anfang, jedenfalls was die allgemeine Besprechbarkeit betrifft, nicht zuletzt heißt das: was in Presse und Funk publiziert wird und was in den Parlamenten, universitären Hörsälen und öffentlich-schulischen Klassenzimmern zum Islam zur Sprache kommen darf.

Denn dass es Kenner des Islam gab und gibt, ist leider nach wie vor weniger von – allerdings, von politischer – Bedeutung. Dort nämlich, wo sich Tilman Nagel seit wenigen Jahrzehnten aufhält oder Ignaz Goldziher sich vor vielen Jahrzehnten befunden hat, dort im Bereich der Kenntnis zum Islam steht die – allerdings, die politische – deutsche Öffentlichkeit noch nicht. Schon eher verhält es sich so, dass jeder die universell-menschenrechtswidrigen und überhaupt den Bürgerbegriff (citoyen, citoyenne) aushebelnden Fakten nennende Kritiker Zensur erlebt – nichtabgedruckte Leserbriefe, weggerissene Mikrofone, die hastige Distanzierung des Moderators, eisiges Schweigen –, sobald es nicht um den Taoismus, nicht den Hinduismus, nicht die Bahai, sondern sobald es um die Religion nach Koran und Sunna geht, um den Islam.

Während zum 27. Januar 2015 von Karlsruhe aus das höchste deutsche Gericht ungerührt jedenfalls passiv den Fatwa der türkischen Ulama (Einzahl: Alim, Islamgelehrter) weiterreicht des, völlig islamischen und eben nicht wahhabitischen, salafistischen, islamistischen oder politisch islamischen Inhalts, dass die muslimische Frau ihren Körper ab der Pubertät, islamrechtlich (islamisch) bedeutet das ab dem Alter von neun Jahren, blickdicht und bis auf Hände und Gesicht verhüllen muss, wird, statt endlich Schöpfungsordnung, Menschenbild, Wohlverhalten und Gesetzlichkeit der Scharia zu kritisieren und im Namen der allgemeinen Menschenrechte (AEMR, Paris am 10. Dezember 1948) und der zu verhindernden Rechtsspaltung zurückzuweisen, nicht über das Problem gesprochen, nicht über den Islam.

Um nur ja das Heilsobjekt Islam nicht zu beflecken, redet man um das Thema herum. Man versteckt sich hinter hastig aufgefalteten und bunt angemalten Kulissen wie „Salafismus“, die Anhänger leben islamisch-urgemeindlich (vor 855 d. allgemeinen Zeitrechnung), ausgerichtet am für jeden Muslim vorbildlichen frühen Islam, oder „Wahhabismus“, de facto ist das der Fiqh nach Ibn Hanbal, echter sunnitischer Islam. Oder man tut alarmiert über den geisterhaft bleibenden „Islamismus“, ein Begriff, zu dem Tilman Nagel nüchtern feststellte: „Eine Unterscheidung von Islam und Islamismus ist ohne Erkenntniswert: Sie sind so lange nicht voneinander zu trennen, wie Koran und Sunna als absolut und für alle Zeiten wahr ausgegeben werden.“

2017 sprechen zwei deutsche Lager empört vom „politischen Islam“. Einerseits die oft der SPD oder noch öfter Bündnis 90/Die Grünen zurechenbaren wohlstandsverwöhnten Kirchenkritiker oder Sonnenscheinatheisten, auf der anderen Seite finden sich Nationalisten oder sonstige Gegenmodernisten. Jene, gerne organisiert in hpd und gbs, argumentieren dann und wann schon mal ein bisschen gegen Beschneidung oder Kopftuch und benötigen, um über das eigentliche Problem, über den Islam nur ja nicht reden zu müssen, seit fünf Jahren eine nicht ernst zu nehmende Schreckgestalt, ihren Popanz namens Islamismus oder politischer Islam. Mit der Bemerkung, dass man ja den weltweiten „Humanismus“ unterstütze und grundsätzlich gegen jede Religion sei, versucht der zeitgenössische Schönwettergottlose sich aus der Islamdebatte herauszuwinden: „Wir müssen mehr Säkularität wagen“, fordert etwa Michael Schmidt-Salomon. Per se garantieren kann der Säkularismus die AEMR nicht, die ausgesprochen weltlich orientierten Diaktatoren Stalin und Mao mordeten säkular. Eine vage Forderung lediglich von „Humanismus“ kann einem freiheitlichen Demokraten ebenfalls nicht reichen, die verstaatlichte Lüge hat er noch im Ohr: „die Erziehung der Jugend im Geiste des Friedens, der Freundschaft zwischen den Völkern, wahrer Demokratie und eines echten Humanismus“ (Gesetz über die Teilnahme der Jugend am Aufbau der Deutschen Demokratischen Republik und die Förderung der Jugend in Schule und Beruf, bei Sport und Erholung, DDR 1950). Diese hingegen, die Abendlandverherrlicher, kritisieren einerseits die (angestrengt islambefördernden) deutschen Kirchen selten und sprechen gleichzeitig dem Islam fast immer ab, was er nun einmal wirklich ist: Monotheismus, Offenbarungsreligion, kurz gesagt: Religion.

Menschenopfer zu Ehren von Huitzilopochtli in vergangenen Jahrhunderten, reine Religion. Sorge vor Verhextwerden im Voodo heute, echte Religion. Als Muslim hoffen auf das im Koran zugesagte Paradies, dabei ggf. bewusst für den Abbau der Volkssouveränität und Aufbau der Hakimiyya zu arbeiten, der Herrschaft Allahs (sovereignty of God, s. bei Maududi oder Qutb), auch das ist reine Religion. Unsere Aufgabe muss sein: Durchsetzung der AEMR (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte), die sowenig „westlich“ (okzidental) ist wie das Islamische Recht Frauen, Kinder und alle Nichtmuslime im sogenannten Orient drangsalieren darf. Wir können gleichwohl religionsfreundlich argumentieren, denn der Weltbürger, der Bürgerrechtler, der mündige Mensch ist auch spirituell mündig, hat sozusagen seinen religiösen Führerschein erworben, er kann atheistisch sein, muss es aber nicht, er darf seinen Glauben wechseln ohne seine Menschen- und Bürgerrechte zu verlieren. Alle Religionen gehören zum Erbe der unteilbaren Menschheit, die unveräußerlichen Freiheitsrechten des Individuums darf kein noch so fromm verehrtes Dogma einschränken.

Pleonasmus, Wortreichtum ohne Informationsgewinn, ist entbehrlich, Feuer ist schließlich immer heiß, eine Kugel stets rund. Der Romanschreiber oder Poet darf das Substantiv durch ein Adjektiv verstärken, der Pädagoge oder Politiker indes sollte unverzüglich zur Sache kommen. Licht ist hell, Wasser ist nass und der Islam ist totalitär, womit wir beim Thema sind.

Denn wohl niemand wird daran zweifeln: ein erfolgreicher Feldherr ist politisch. Ein Staatsgründer ist politisch. Die Arbeit des höchsten (irdischen) Richters, diejenige des amtierenden Steuereintreibers und Wirtschaftsministers ist politisch. Der Religionsgründer, der Stifter des Islam war all das und noch mehr in Personalunion und verkündete gleichzeitig den letztgültigen Willen des Schöpfers.

Im Jahre 627 wurden alle Männer des Stammes Banu Quraiza, einer der drei jüdischen Stämme der Stadt Yathrib nachmalig Medina, mit Zustimmung und unter Aufsicht des Propheten getötet, die Frauen und Kinder auf dem Sklavenmarkt verkauft. Mohammeds Gemeindeordnung von Medina oder Verfassung von Medina schuf keine multikulturelle und multireligiöse Heiterkeit, sondern die Herrschaft der Muslime über die Nichtmuslime. Bis heute gilt Mohammed, der zeit seines Lebens mehr als 60 Kriege führte, als das durch jeden Muslim unbedingt nachzuahmende Vorbild. Von einem politischen Mohammed zu reden ist ein Pleonasmus, den sich die kulturelle Moderne, anders gesagt den sich die an ihrer Abschaffung nicht interessierte freiheitliche Demokratie nicht leisten sollte.

Kalter Schnee, helles Licht, nasses Wasser, politischer Islam.

Wie nämlich Diyanet als das Amt für Religiöse Angelegenheiten in der Türkei, wie Dar al-Ifta als das staatliche ägytische Fatwa-Amt auf die schöne und unterstützenswerte Idee einer diskriminierungsfreien, einer humanen Moschee reagiert haben, ist bekannt. Die Ibn Rushd-Goethe Moschee, das Projekt der mutigen Seyran Ateş ist kein islamisch akzeptabler Gebetsort, ein Gebet dort in Berlin ist damit islamrechtlich haram, das bedeutet es ist islamisch illegal: das Frauen und Männer vereinende und die Frauen vom Hidschab befreiende Gebet ist vor Gott (Allah) ungültig. So jedenfalls meinen es der ägyptische Großmufti Schawki Ibrahim Allam und die türkischen Himmelswächter, von denen allesamt man leider nicht sagen kann, dass sie ihre Religion falsch verstanden hätten.

Kein deutscher Islamverband distanziert sich von der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam (Cairo Declaration on Human Rights in Islam (CDHRI), Iʿlān al-Qāhira ḥaula ḥuqūq al-insān fī l-Islām, OIC 1990), keine deutsche Moschee von der Erklärung des ZMD (Islamische Charta: Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft. Nadeem Elyas 2002). „Der Islam ist kein Monolith“, so hingegen hatte es der ZMD-Vorsitzende im Vorjahr dargestellt (Herbsttagung des Bundesakriminalamts, 13. bis 15. November 2001). „Die Vielfalt des Islam abbilden“, schwadronierten Klaus Schubert und Hendrik Meyer (in der Frankfurter Rundschau vom 17.05.2010). Weltweit eine einmütig akzeptierte OIC-Erklärung, deutschlandweit eine unwidersprochen gebliebene ZMD-Charta, und der werdende Dhimmi soll sein Mantra abspulen: „kein Monolith“, „die Vielfalt des Islam“.

Gemäß Allahs Rede (Koran) und Mohammeds Befehl (Hadith) erbt die Schwester nur halb so viel wie ihr Bruder, hat ihre Aussage vor Gericht nur die halbe Bedeutung, benötigt sie für jede wichtige Entscheidung die Zustimmung ihres selbstredend männlichen Vormunds, des Wali (d. i. Vater, Bruder oder Ehemann). Ohne Erlaubnis des Wali darf sie nicht heiraten und noch nicht einmal das Haus verlassen. Das Islamische Recht, gottgegeben als Scharia, menschlich anzuwenden als der Fiqh, fordert jedenfalls integriert Polygamie, Kindbraut, FGM sowie das Verbot, als Muslima einen Nichtmuslim zu heiraten, und all das seit vierzehn Jahrhunderten. Überall auf der Welt muss, Stichwort Schariavorbehalt, das Islamische Recht aus den Verfassungen verschwinden, auch im Familienrecht kann die Scharia von keinem geduldet werden, der an der Gleichberechtigung von Mann und Frau ernsthaftes Interesse hat. Stattdessen spielt man in allen europäischen Parlamenten das Spiel: Wer zuerst Scharia sagt, hat verloren.

Der Anspruch ist nicht erst unter den ersten vier Kalifen oder durch die Lektüre der Texte griechischer Philosophie durch einen erschrockenen Imam al-Ghazali entstanden oder während der Kreuzzüge, durch den Mongolensturm oder in der Zeit der europäischen Kolonialmächte, sondern 1400 Jahre alt: Islam ist zur irdischen Herrschaft zu bringen, alles Nichtislamische per Dschihad zu beseitigen oder jedenfalls per Hisba als durchgesetzte Allahkratie (al-Hakimiyya) unschädlich zu machen. Nach Koran und Sunna ist der Mensch gar nicht zur Herrschaft befugt, vielmehr muss er den Gesetzgeber, Allah, als König einsetzen: politischer geht es nicht. Eine unpolitische Religion in Wortwörtlichkeit zu Sure und Hadith gibt es nicht, die buchstabengetreue Lesart ist dem Mufti, Scheich und dem muslimischen Endanwender Pflicht.

Kalter Schnee, helles Licht, nasses Wasser, politischer Islam. Gemäß Hadith und Idschma, dem Konsensus der islamischen Rechtsgelehrten (wir erinnern uns: Ulama, Sg. Alim), ist der Abfall vom Islam mit der Todesstrafe zu ahnden, das sagt nicht der „politische Islam“ sondern der Islam. Seit 14 Jahrhunderten bedroht einen jeden Murtadd (vgl. ridda, Islamapostasie) nicht der politische Islam oder der Islamismus, sondern der Islam.

Als Islamkritiker oder als Ex-Muslim erspare man der Öffentlichkeit, den mutigen muslimischen Säkularen und nicht zuletzt den weltweit der Scharia keineswegs zu unterwerfenden muslimischen Frauen und Kindern daher das Gerede vom „political Islam“ oder „politischen Islam“ und nenne das zivilisatorische und juristische, nicht zuletzt frauenrechtliche Problem Nummer Eins bei seinem Namen.

Islam.

Jacques Auvergne

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448. Ahmad al-Tahawi

30. Juli 2016

‏ عندما نترك الأنثى من غير ختان، يحدث تلوث في هذه المنطقة، وإثارة جنسية غير مرغوبة تؤدي إلى مشاكل كبيرة‎‎

And when we leave the female without excision, contamination [talawth] in that area takes place, as well as an undesired state of sexual arousal [ithaara jinsiya] that could lead to big problems.

Wenn wir die Mädchen oder Frauen unbeschnitten belassen, wird es in diesem Gebiet ihres Körpers zu einer Verunreinigung bzw. Vergiftung [Talauth] kommen. Zudem wird der unerwünschte Zustand sexueller Erregung [iṯāra ǧinsiyya] eintreten, der zu großen Problemen führen könnte.

Ahmad al-Tahawi, ägyptischer Arzt und Parlamentarier

Kein Islam ohne FGM

Von Jacques Auvergne

Aus seiner Sicht bringt der Islam und nur der Islam potentiell jedem Menschen das im Diesseits mögliche Maximum an Gerechtigkeit und Frieden sowie, bei absolutem Gehorsam und Allahgottes unberechenbarem Wollen, Glückseligkeit im Jenseits. So gesehen ist die globale einheitliche Schariabewegung eine Freiheitsbewegung, vgl. ihr Aktivistenkreis Hizb-ut-Tahrir (حزبالتحرير Ḥizb at-Taḥrīr; Party of Liberation), wörtlich Partei der Befreiung. Die Welt muss vom Satanischen gesäubert werden, islamisch befreit. Der König Seiner Schöpfung, Allah, hat die globale politische Herrschaft anzutreten, Säkularität oder gar Volkssouveränität sind im Islam Teufelszeug.

Der in den freiheitlichen Rechtsstaat ohne Abschaffung desselben nicht integrierbaren Religion nach Koran und Sunna geht es um die Überwindung (Vernichtung) des Nichtislamischen, im eigenen Anwendungsbereich (Herrschaftsbereich) nicht zuletzt um die Herabwürdigung der Frau. Dass diese, nicht anders als der Mann und jedenfalls aus Sicht der Schafiiten und möglicherweise auch Hanbaliten, laut Schöpfungsordnung (Scharia) und einzigem bei Allah akzeptiertem irdischem Gesetz (gottgegeben als die Scharia; menschlich anzuwenden als der Fiqh) am Genital beschnitten sein muss, ist untrennbarer Bestandteil der alle Lebensbereiche umfassenden rechten Seinsweise und vom Islam so wenig zu lösen wie Pflichtgebet, Apostasieverbot, Jungenbeschneidung (Chitan, türk. sünnet) oder Pflicht zur Frauenbedeckung (Hidschab, unzulässig verkürzt benannt und genäht als das Kopftuch).

Über kurz oder lang ist der Nichtmuslim also ohnehin zum Übertritt in den Islam zu überreden bzw. zu überlisten oder aber in den vom Himmel gewollten halbfreien bis sklavenhaften Status eines Dhimmi herabzudrücken. Wenn man beim 1400 Jahre alten politischen Fernziel der globalen Islamdurchsetzung jedoch mit List und Betrug zum selben Ergebnis gelangen kann wie mit kriegerischer Gewalt (Dschihad), muss man nicht, aber darf man der Lüge den Vorzug geben, auch in Bezug auf die realislamische weibliche Beschneidung, die man ins Kulturelle, insbesondere Afrikanische beiseiteschiebt. Sagt selbst, Dhimmis, was ist humaner, Lügen oder Blutvergießen?

Man spiele auf Zeit und rüste mental und militärisch auf. Heute den männlichen oder weiblichen Dhimmi von morgen über die islamische Mädchenbeschneidung zu belügen, ist aus Gründen des berüchtigten friedlichen Zusammenlebens geradezu geboten. Während der Spitzentheologe der den sunnitischen Islam führenden Muslimbruderschaft, Yusuf al-Qaradawi, manchmal beinahe ein bisschen ehrlich ist (if a girl’s parents wished it be done), zeigt uns der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), ihr spiritueller Führer ist der genannte al-Qaradawi, wie die Taqiyya zur FGM funktioniert:

Die Beschneidung von Frauen ist im größten Teil der islamischen Welt völlig unbekannt und wird dort nicht praktiziert, mit Ausnahme von wenigen Ländern in Afrika.[1]

Yusuf al-Qaradawi betreffend, reicht den Deutschen und Österreichern der Wildnis- und Survival-Experte Rüdiger Nehberg die Desinformation weiter, der Islam im allgemeinen und der Scheich im besonderen richte sich gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Nehberg (TARGET) kämpft gegen die FGM vor allem für das im Bereich Dschibuti, östliches Eritrea und nordöstliches Äthiopien lebende Nomadenvolk der Afar (auch Danakil oder Adal), welche die besonders grausame FGM Typ III praktizieren, die Infibulation.

Wir dürfen davon ausgehen, dass der Scheich mit Verstümmelung (mutilation) eine FGM Typ I oder Typ IV gar nicht im Sinne hat, sondern an genannten Typ III denkt, also etwa an Somalia oder die nomadischen Afar.

Yusuf Al-Qaradawi issued fatwa: „Female genital mutilation is a work of the devil“

Sheikh Prof.Dr. Yusuf Al-Qaradawi schreibt Fatwa „Weibliche Genitalverstümmelung ist ein Werk des Teufels“

[…] Female genital mutilation means altering what God has created and is therefore the work of the devil and forbidden by God. It must be stopped.

Weibliche Genitalbeschneidung ist eine Änderung der Schöpfung Gottes und damit ein von Gott verbotenes Werk des Teufels.[2]

„Dieser kleine Schnitt ist keine Verstümmelung“, die Freunde der islamischen weiblichen Beschneidung bewerten den Chitan al-inath (indones. Sunat perempuan) gerade nicht als mutilation. Imam Z antwortet auf Sya Taha, welche den schafiitischen Rechtsgelehrten al-Nawawi (an-Nawawī * 1233 in Nawa, Syrien; † 1277 ebenda) nennt, der die Beschneidung der Jungen und Mädchen fordert:

“The overwhelming majority of Muslims in Southeast Asia follow the Shafii school of law, which declares FGC as wajib [wāǧib; farḍ], or obligatory. In contrast, the other three Sunni schools, together with the Shia schools, consider FGC a sunna or a recommended act. Just like male circumcision, there is no mention of it in the Quran. The form of FGC taking place in Southeast Asia seems to follow this general and gender-neutral rule from al-Nawawi to remove the prepuce at a young age, but also at an older age if it causes no ‘harm’. This ruling is found in his chapter on tahara [ṭahāra] or purity […]”

“Thank you for the clarification that this small cut is NOT mutilation as done in some African countries. I mention this issue in my book, Islam: Silencing the Critics.”[3]

Auch die Dawoodi Bohra, ein vor allem in Indien lebender Zweig der Ismailiten (Siebenerschiiten), beschneiden ihre Mädchen islamisch und bestreiten den Begriff und Tatbestand Verstümmelung.

India is not highlighted in the UNICEF report, but the Dawoodi Bohras, a sect of the Shia community predominantly hailing from the western states of Gujarat and Maharashtra, are known to practice FGM and have been doing so for generations.

It is not mutilation as you call it. It is not FGM like it is done in Africa, where they close holes”[4]

Diese Doppelstrategie von FGM-Abstreitung und FGM-Durchsetzung betreibt auch Indonesien, der bevölkerungsreichste muslimisch dominierte Staat der Erde.

„Und es gibt einen großen Unterschied zwischen weiblicher Beschneidung und Verstümmelung (mutilation)“, sinngemäß vernahm es am Menschenrechtstag 2014 die ein Jahr lang schlampig gegen die indonesische FGM arbeitende deutsche sogenannte Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TdF) aus dem Mund der Berliner Botschaftsvertreterin des Staates, Lefianna H. Ferdinandus. TdF weiß, worum es geht: „Die Überzeugung, dass jede Form von weiblicher Genitalverstümmelung eine Menschenrechtsverletzung darstellt wurde nicht geteilt.“[5]

200.000.000, zweihundert Millionen. Islambeschwichtigend viele Jahre später als es möglich gewesen wäre, nämlich erst um den Jahreswechsel 2015 / 2016 korrigierten die Vereinten Nationen notgedrungen die Zahl der weltweit von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) betroffenen Mädchen und Frauen von 130 Millionen nach oben auf mindestens 200 Millionen, nachdem der Nahe Osten, vor allem aber Südostasien mit Indonesien und Malaysia in die Statistik einbezogen worden ist. Gerade auch auf die Mädchenbeschneidung (FGM) des alten islamischen Kerngebietes der Arabischen Halbinsel und seiner Anrainerstaaten blicken UNO und UNICEF inzwischen, der Irak, Jemen, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate werden 2016 endlich genannt sowie das Problem der an der FGM festhaltenden Auswanderer aus genannten Staaten, der Einwanderer nach Australien, Nordamerika und Europa.[6]

At least 200 million girls and women alive today living in 30 countries have undergone FGM/C.

Auch der Süden von Thailand praktiziert die islamische FGM.[7]

In diesen Wochen plant Ägypten eine Strafverschärfung in Bezug auf diesen Chitan al-inath (ḫitān al-ināṯ, ختان الإناث; auch: ḫitān al-banāt, wörtl. Beschneidung der Töchter; Tochter ist bint), in Bezug auf die weibliche Genitalverstümmelung. Der Staat würde die FGM dann, statt lediglich als Vergehen, als ein Verbrechen bewerten. Soweit so vernünftig. Nebenbei: Beschneidung, v. a. Jungenbeschneidung, ist chitan, ḫitān (ختان)‎‎, oder chatna, ḫatna (ختنة)‎‎, die Intaktheit des männlichen Genitals ist nicht weniger zu schützen als die weibliche. Wir meinen den wissenschaftlichen Begriff von körperlicher Unversehrtheit, aus islamischer Sicht freilich macht erst der Chitan das Geschlechtsorgan intakt. Ohne MGM bzw. FGM kein Kindeswohl, das ist die Maßgabe von Schöpfungsordnung (Scharia) und islamischer Normativität bzw. Gesetzlichkeit (auch Scharia).

Dann im Parlament der kleine Eklat. Der ägyptische Abgeordnete und Arzt Dr. Ahmad al-Tahawi (Aḥmad aṭ-Ṭaḥāwī (أحمد الطحاوى), die internationale Presse schreibt Ahmed el-Tahawi, Ahmed el-Tahawy oder Ahmed al-Tahawy, ist Mitglied im parlamentarischen Gesundheitsausschuss. Sich auf seine ärztliche Qualifikation berufend, nennt al-Tahawi die Mädchenbeschneidung, und sei es für seine eigenen Töchter, islamisch geboten und medizinisch erforderlich („religiös und medizinisch“,دينياً و طبياً). Unfair, unbillig, ungerecht zu handeln sprich zuviel Genitalgewebe wegzuschneiden sei gewiss falsch, das Mädchen unbeschnitten zu lassen sei aber auch falsch. Aber ja doch, wo es gelte, sich zwischen Religion und Wissenschaft zu entscheiden, bevorzuge man den Glauben: „Wir folgen den Männern der Religion.“[8]

Einerseits bejaht die Religion, Gesetzlichkeit und Gemeinschaft nach Koran und Sunna die weibliche Beschneidung, andererseits ist der öffentlich zu übende Lobgesang auf den Islam das einzig verbliebene Dogma der kulturellen Postmoderne. Noch ein Weilchen sei man oder gebe man sich realitätsresistent, eine religiöse Begründung (religious reason) für die FGM darf es unter globalen Schariafreunden einstweilen einfach nicht geben. The Desert Flower Foundation (DFF) empört sich: „Scandal in Egypt“ und titelt zutreffend: Doctor (!) and member of parliament (!) defends FGM.[9] Für ernsthafte Intaktivisten besteht ein Skandal ja tatsächlich, allerdings eher darin, dass DFF-Chefin Waris Dirie nicht nur die Jungenbeschneidung sprich die männliche Genitalverstümmelung bewirbt („Ungeachtet meiner starken Ablehnung der FGM wusste ich, dass es eine richtige Maßnahme war. Mein Sohn hat einen schönen Penis, er sieht so gut und sauber aus“), sondern den tausendjährigen Zusammenhang von Islam und FGM verbissen abstreitet (s. u.).

Viele Fatawa (Sg. Fatwa) sind geschrieben worden, welche die FGM fordern, nicht zuletzt durch die Kairoer al-Azhar: 1951, 1981 und zuletzt, durch Gad al-Haqq (Ǧād al-Ḥaqq ʿAlī Ǧād al-Ḥaqq), 1994.[10] Dass und wie sich Ali Gom’a vor nun zehn Jahren vage von der FGM distanzierte, überzeugt uns wenig, weil er weder die drei älteren ägyptischen islamgelehrigen Pro-FGM-Positionen verwarf und noch vorab die gesamte (und aus unserer Sicht unteilbare) Kategorisierung von FGM (die Typen I, II, III, IV) definierte. Intaktivisten bleibt unklar, was der durch Rüdiger Nehberg (TARGET) motivierte Ali Gom’a 2006 eigentlich islamisch verboten haben will. Das proislamische Wunschdenken, dieses ebenso angestrengte wie faktenresistente Islamschönfärben der Europäer, verblüfft immer wieder.

Blicken wir auf Ereignisse dieses Jahres, die ersten beiden geschahen im fernen Europa, tief im innersten Deutschland.

Berlin am 15. März 2016, im Großen Protokollsaal des Reichstagsgebäudes in Berlin hält Ahmad al-Tayyeb (Aḥmad Muḥammad aṭ-Ṭayyib), als Scheich Al-Azhar für viele sunnitische Muslime die wichtigste religiöse Autorität, eine Rede vor Bundestagsabgeordneten. Kein Wort zur islamischen FGM.[11]

Bonn am 14. Juli 2016, Schauki Allam (Šawqī Ibrāhīm ʿAllām), als der Großmufti von Ägypten einer der einflussreichsten Muslime der Welt, spricht an der Universität anlässlich der Podiumsdiskussion Im Namen des Islam? – Religion als Mittel zum Zweck; Gastgeber war das zum Wintersemester 2014/15 an der Uni Bonn eingerichtete Center for International Security and Governance (CISG). Schweigen zum Thema Islam und FGM.[12]

Kairo am 6. Juli 2016. Die Dar al-Ifta (Dār al-Iftāʾ al-Miṣriyya, Office of the Mufti), Ägyptens Fatwabehörde ist neben al-Azhar die mächtigste islamische Institution des Landes) erlässt zwar kein klassisch-umfangreiches Rechtsgutachten (fatwā; nebenbei im Arabischen männlichen Geschlechts), legt aber doch mit dem die Sensation verkündenden, in Bezug auf den mageren Inhalt allerdings etwas großspurig daherkommenden Titel Die weibliche Beschneidung widerspricht der Scharia (Female circumcision contradicts Islamic law) eine fatwaähnliche schriftliche Verlautbarung vor. Nach dieser, so dürfen wir es interpretieren, wird ein heutiges staatliches, beispielsweise ägyptisches Verbot der FGM (wörtlich sogar: der FGC),

1. da die entsprechenden Hadithe islamrechtlich als schwach (ḍaʿīf, ضعيف) zu bewerten sind,

2. da ein solches Verbot in Einklang mit Schariazielen (maqāṣid) und islamischem Gemeinwohl (maṣlaḥa) befindlich wäre sowie

3. weil Islamverkünder Mohammed seine Töchter schließlich nicht beschnitten hat,

als religiös akzeptabel eingestuft wird, als islamisch erlaubt.[13]

Man beachte: Es erfolgt kein islamrechtliches Verbot der FGM, ab sofort, für jeden Muslim bindend sowie gültig bis zum Tage der Auferstehung, sondern ein Bejahen der Möglichkeit eines FGM-Verbots (sogar: eines FGC-Verbots) durch einen (ggf. nichtislamischen) Staat.

Religiöse Ratschläge in längerer Form wie eben auch in dieser Kürze publiziert das Büro des Großmufti, die Dar al-Ifta, wöchentlich Hunderte oder sogar Tausende. Im engen Sinne sind diese Krümel an Lebenshilfe, auch wenn sie auf Schariatauglichkeit geprüft worden sind, keine Fatawa.

Eine Äußerung zudem, die jeder an der Überwindung der FGM ernsthaft interessierte Ägypter getrost in seiner Wasserpfeife rauchen kann? Oder will der Chef der Dar al-Ifta, als Nachfolger von Ali Gum’a ist das Großmufti Schawki Ibrahim Allam (Šauqī Ibrāhīm ʿAllām, شوقي إبراهيم علام), wirklich wagen, die authentisch islamische FGM aus dem heutigen und künftigen Islam herauszuführen?

Nein, die tausendjährige Rechtfertigung der FGM etwa durch die Schafiiten lässt sich nicht mit einer einzigen, per Homepage zugänglich gemachten sowie per Facebook publizierten Äußerung beiseitewischen, welcher Datum und Signatur fehlen und, was aber zu einem Fatwa gehört, die weder einen Ulama noch einen Hadith oder eine Koransure zitiert. Mögen die europäischen Islamoptimisten und Dhimmis von morgen über diesen angeblichen „Fatwa gegen FGM“ aufjubeln oder aber sich für die entwürdigte Lage der Mädchen und Frauen im Islam schlicht nicht interessieren, wir empfehlen genaues Beobachten sowie Skepsis statt Begeisterung.

Ägyptens Dar al-Ifta bestätigte, dass die FGC eine kulturelle Praxis ist, die keine wie auch immer geartete Verbindung mit dem Islam und seinen Lehren hat.

Egypt’s Dar al-Iftaa confirmed that female circumcision is a cultural practice and has no link whatsoever with Islam and its teachings

Sechs Tage darauf, am 12. Juli 2016 schien al-Tahawi, riskant respektlos, dem Gutachten des Fatwa-Amtes zu widersprechen, indem er auf der privaten Website Parlmany (‚برلمانى‘, wörtl.: ‚Parlamente‘) sowie in einem Telefoninterview mit Dream TV (دريم‎‎) bekundete, dass die FGM, die weibliche Genitalverstümmelung, sowohl religiös (islamisch) als auch gesundheitlich eine Notwendigkeit sei. Lassen wir offen, ob der Arzt und Parlamentarier über die Pflichtschludrigkeit der religiösen Behörde erbost war oder ob Doktor und Großmufti ihren Dissens gemeinsam ersonnen hatten und öffentlichkeitswirksam in Szene setzten.

Zwar brachte al-Tahawi nur fünf Tage später (17.07.2016) auf der Abgeordnetenversammlung eine dürre Entschuldigung über seine Lippen,[14] doch scheint er sich von seiner Haltung nach einer Straffreiheit für FGM nicht abgekehrt zu haben, denn er fordert, dass der Großmufti Ägyptens baldige Klärung bringt, amtierend ist das wie gesagt Scheich Schawki Ibrahim Allam.

Das unterstützenswerte Ansinnen des Kampfes gegen die FGM trifft in Ägypten (wie auch in Deutschland) auf den extrem hohen gesellschaftlichen Druck, nur ja kein schlechtes Wort über die Religion von Koran und Sunna sagen zu dürfen, weshalb im selben Bericht zur seichten Entschuldigung sich gleich zwei Personen zu beteuern beeilen, dass die Mädchenbeschneidung, jedenfalls die weibliche Genitalverstümmelung, mit dem Islam nichts, aber auch gar nichts zu tun habe:

Der Gynäkologe und Geburtshelfer Dr. Amr Hassan, Mitglied des Nationalen Frauenrates, […] legt eindringlich nahe, dass die weibliche Genitalverstümmelung kein Bestandteil des Islam ist.

The doctor urged that FMG is not a part of Islam.

Amr Hassan, Professor an der Universität zu Kairo und Initiator einer Kampagne gegen frauenfeindliche Gewalt und häusliche Gewalt (‚Enti Elahm‘ – You Are More Important), versteckt sich hinter dem für Sunniten gefälligst positiven Beispiel Saudi-Arabien, etwa nach der aufgeweichten und löchrigen Logik: Wenn selbst im Lande von Mekka und Medina keine Mädchenbeschneidung existiert, dann kann die FGM mit dem Islam nichts zu tun haben.

Wenig überzeugend angesichts der Position der hanbalitischen Rechtsschule, die FGM mindestens als islamjuristisch edel, wertvoll, ehrbar einzustufen sowie sachlich unzutreffend, denn mindestens seit 2005 ist bekannt, dass im nördlichen Saudi-Arabien Mädchen beschnitten werden. Doch hat sich zusätzlich herausgestellt, dass unter den Schafiiten Saudi-Arabiens im westlichen Bergland, also im sogenannten Hedschaz (al-Ḥiǧāz, dazu gehören auch die Städte Mekka und Medina und deren Umgebung) die islamische FGM ebenso praktiziert wird wie bis an die Grenze zum Jemen hinunter im Bereich der West- und Südküste, also in der schwülheißen Tihama (Tihāma) sowie in der an Hedschas und Jemen angrenzenden Provinz Asir (ʿAsīr).[15]

Oder sollte Amr Hassan nur vorgeben, gegen die weibliche Genitalverstümmelung (FGM, diese dann allerdings umdefiniert) anzukämpfen, um eine angeblich harmlose weibliche Genitalbeschneidung (FGC) zu legalisieren? Frei nach dem Motto. Wir beschneiden die Mädchen mit Augenmaß und Gottesfurcht und verstümmmeln sie gerade nicht?!

Eine Verteidigerin des Glaubens und ägyptische Parlamentarierin legt sich ins Zeug und schiebt diese schlimme FGM aus der edlen und himmlisch erleuchteten Zone der Dar al-Islam fort in das Land des Unglaubens, hinab ins finsterste Afrika.

Im Anschluss an el-Tahawis Entschuldigung stellte MP Amenah Nossier fest, das die FGM in keiner Weise hinzunehmen ist, schon gar nicht als legitim, aber auch nicht irgendwie psychologisch begründet bzw. als angeblich sozialadäquat. Die Parlamentarierin merkte an, dass die FGM ein gesellschaftliches Phänomen ist, ein Brauchtum, das keinerlei Bezug zum Islam hat, sondern in afrikanischen Ländern praktiziert wird.

MP Amenah Nossier said that FGM is not accepted in any way, whether legitimately, psychologically, or socially, noting that it is a social custom not related to Islam, but practised in African countries.

Bereits im letzten Jahr (2015) begeisterten sich der das obligatorische Gesichtwahren praktizierende Teil und der andere, der gutgläubige Teil der Ägypter daran, dass der Islam die FGM nicht kenne. Auch der besser informierte Gesundheitsminister Adel Adawi [Adel Adawy] steigerte sich in diese FGM-begünstigende Faktenferne hinein:

The practice is in no way related to religion. […]

the Minister of Health Dr. Adel Adawy has just said, “There are no religious justifications for Female Genital Mutilation.”[16]

Werfen wir einen ersten Blick auf die Tage später kaum fühlbar relativierte, die frühe Aussage und Forderung des Arztes. Parlamentarier Dr. el-Tahawi hatte zum weiblichen Genital festgestellt:

Wenn wir das Mädchen unbeschnitten lassen, wird in diesem Areal ihres Körpers eine Verschmutzung oder Vergiftung auftreten und das Mädchen ferner an unerwünschter sexueller Erregtheit leiden, was große Probleme verursachen kann. Deshalb nehmen wir hier den Standpunkt der Scharia ein und nicht denjenigen des Gesundheitsministers und anderer.

El Mundo (Madrid) berichtete:

Cuando dejamos a la mujer sin circuncisión, esa zona de su cuerpo se contamina además de causar un estado no deseado de excitación sexual que podría originar graves problemas.[17]

Später mehr zu Ahmad al-Tahawi (Ahmed el-Tahawy o. ä.).

Jetzt erst einmal zu dem in Ozeanien, Amerika und Europa angestrengt geleugneten Zusammenhang von FGM und Islam sowie, lässt sich die realislamische FGM für ein paar Minuten dann doch nicht abstreiten, zum begierig konsumierten muslimischen Nebelwurf, nur die Klitorisvorhaut (Praeputium clitoridis) sei schariakonform einzuritzen oder abzuschneiden, die Klitoris hingegen nach Koran und Sunna unangetastet zu lassen oder lediglich mit einer Nadel anzustechen (das Letztgenannte ist eine FGM Typ IV, for example: pricking, piercing, incising, scraping and cauterization) bzw. weitgehend ohne Gewebsverlust per Skalpell anzuritzen (ebenfalls noch zu FGM Typ IV).

Allah schütze das weibliche Lustempfinden und gewährleiste demzufolge jeder Muslima die lebenslange Existenz ihrer Klitoris, so belügt sich oder jedenfalls erzählt uns der in den USA aufgewachsene Schariafreund Imad-ad-Dean Ahmad:

Das Islamische Recht von Scharia und Fiqh verbietet die FGM Typ Ib Amputation bzw. Teilamputation der Klitoris […] oder jede andere genitale Verstümmelung, die geeignet ist, die Fähigkeit der Frau zur Wahrnehmung sexueller Lust zu beschädigen […] Dementsprechend sollten FGM Typ Ib Klitoridektomie wie auch FGM Typ III Infibulation durch die Umma als islamrechtlich verboten eingestuft werden, als ḥarām

Islamic law prohibits clitoridectomy […] or any genital mutilation which impairs the woman’s ability to enjoy sexual relations […] For Muslims, cliterodectomy and infibulation should be considered ḥarām (prohibited) practices[18]

Sollen auch aus Sicht von Imad-ad-Dean Ahmad die FGM-Typen Ia und Typ IV in den USA erlaubt werden? Und warum schweigt Ahmad ebenfalls zu FGM Typ II Schamlippen(teil)amputation?

Sicherlich dürfen Optimisten und darf auch der Chef des in unweit von Washington in Bethesda (Maryland) gelegenen Minaret of Freedom Institute (MFI) darauf hoffen, dass die Scheiche und Muftis die Klitoridektomie verbieten, doch führt uns Imad-ad-Dean Ahmad bereits dadurch in die Irre, dass er seine Ansicht zu Islam und FGM dem Bereich „authentische islamische Lehrmeinungen mit Alltagsbezug“ (authentic Islamic positions on important issues of the day) zuordnet. Der studierte Astronom und Astrophysiker sowie passionierte Israelhasser bezeichnet das alle Lebensbereiche rigoros reglementierende (das totalitäre) und insbesondere frauenfeindliche Islamische Recht, Vorbild ist auch ihm der prophetische Staatsvertrag von Medina, als mit der US-amerikanischen Verfassung problemlos vereinbar und möchte das von ihm als Pax Islamica gelobte, jeden Nichtmuslim herabwürdigende System der Dhimma für die USA verfassungsrechtlich absichern.[19]

Man mache sich nichts vor, auch nicht als ein schon bald mit Hörnle-Gutachten und djt-Vorschlag befasster deutscher Parlamentarier: FGM, auch die islamische, zielt nicht auf irgendein relativ wenig beschädigendes Pieksen oder Hauteinritzen, sondern ist der Angriff auf das Zentrum der sexuellen Lust. Wehret den Anfängen sei die Devise, wer als deutscher Politiker die geringfügigste islamische FGM erlaubt, wird zur islamischen Klitorisamputation nicht Nein sagen können.

Der freiheitliche Rechtsstaat hat Mädchen und Jungen sowie Frauen und Männer gleichzubehandeln. Für jeden Politiker ist anatomische Kenntnis sowie Wissen zur Folge der männlichen Beschneidung unabdingbar, nachzulesen in Bezug auf die organische Schädigung bei Sorrells et al. (Fine-touch pressure thresholds in the adult penis)[20] oder in Bezug auf die nachteiligen Folgen für Sexualität und Partnerschaft bei Frisch et al. (Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark).[21]

Das sensorisch-sexuelle Äquivalent der Klitoris (arab. baẓr, Mz. buẓūr) ist das männliche Präputium, die Penisvorhaut mit ihren 10.000 bis 20.000 Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen der Typen Ruffini (detektieren für längere Zeit gleichbleibenden Druck bzw. Hautspannung), Vater-Pacini (Wahrnehmung und Weitergabe von Tiefendruck sowie Vibration), Merkel (detektieren leichtesten Druck sowie Textur) und Meissner (melden leichten Druck sowie höhere Geschwindigkeit). Von Natur aus also ist nicht die Eichel, sondern die Vorhaut das männliche Lustorgan Nummer Eins. Zu Ehren oder auf Anordnung der Geisterwelt haben irgendwelche steinzeitlichen Schamanen oder sonstige Meinungsmacher dem zu initiierenden Kind per Kaputtmachen von Klitoris oder Präputium zielsicher das geraubt, was ihm auf Erden körperlich die größte Freude gemacht hat bzw. später hätte bereiten können. Ob an einem weiblichen oder männlichen Minderjährigen ausgeübt (auch um Kinderheirat oder Kindersex zu verhindern, bedeutet der Begriff vom Schutzalter minderjährig bzw. Kind stets Mensch unter achtzehn Jahre), jede rituelle Genitalbeschneidung muss überwunden werden.

Ebenfalls der seine Kinder zu heiratsfähigen und erbberechtigten Erwachsenen beschneidende Islam zielt auf die Zerstörung der religiös schlimmen sexuellen Lust, was, mindestens schafiitisch, gleichermaßen jeden Jungen wie jedes Mädchen betrifft. Will die Bundesrepublik Deutschland, dass die staatliche Lehrerin für Islamischen Religionsunterricht (IRU) das schariapflichtige Mädchen fragt: „Hallo Fatima, deine kurdische Mitschülerin Aische ist beschnitten und dein Vater kommt doch ebenfalls aus Syrien. Für euch gilt der Fiqh nach Imam al-Schafi’i, doch dein Geschlechtsteil ist noch nicht halal.“ Zu makaber, in einer staatlichen Schule nie? Völlig unrealistisch, nicht in Deutschland? Leider nicht; (mindestens) für die nach schariatisch beschneidungspflichtigen Jungen ist derlei de facto Standard, vgl. Kalifatsfreund Nadeem Elyas am 21.07.2012 zitiert beim ZMD: „Die Verpflichtung zur Beschneidung ist durch die Sunna […] belegt. […] Ausgehend von der Sunna gilt die Beschneidung sowohl bei Sunniten als auch bei Schiiten als islamische Pflicht“.[22]

Dem Gruppenzwang zum Beschnittensein kann sich kein Junge entziehen, wir Erwachsenen haben alle rituellen Genitaloperationen an Menschen unter achtzehn Jahren zu verbieten, auf dem Schulhof oder im Klassenzimmer klärt sich das gerade nicht, jedenfalls nicht im Sinne bewahrter genitaler Intaktheit.

Die FGM kommt. Wo kein Imam einer deutschen Moschee sagt: „Unbeschnittene muslimische Männer sind hier herzlich willkommen“, werden auch Deutsche Islamkonferenz, universitäre Imamausbildung und schulischer IRU mindestens die schafiitischen Mädchen zum Beschnittenwerden drängen. Diese Entwicklung muss gestoppt werden!

Auch wenn die in Java (Indonesien) Mädchenbeschneidungen organisierende Assalaam Foundation die Scheren zum jahrelangen Klitorisvorhautamputieren weggelegt hat und jetzt (angeblich) nur noch mit einer Nadel sticht: es geht beim Chitan al-inath (ḫitān al-ināṯ, FGM) nicht um einen Einstich oder um das Abschneiden von Klitorisvorhaut. Die den Propheten um Auskunft nach der Rechtmäßigkeit ihres Tuns befragende arabische Beschneiderin (ḫiṭāna, muqaṭṭtiʿa) von Mädchen Atiyya (Umm ʿAṭiyya al-Anṣāriyya) benennt man im Islam folgerichtig auch gar nicht Klitorisvorhautbeschneiderin, sondern (zu: schneiden, qataʿa, قطع) als muqaṭṭtiʿatu l-buẓūr, la coupeuse de clitoris, tajadoras de clítoris, tagliatrice di clitoridi, clitoris cutter.

Entsprechend kommt in der weltweiten Praxis und gerade auch in den vom Islam geprägten sprich islamisch beherrschten Gebieten beispielsweise eine FGM Typ Ia Amputation der Klitorisvorhaut (Praeputium clitoridis, qulfa al-baẓr, قلفة البظر) so gut wie nie vor (rarely, if ever performed alone / rarely performed alone,[23] but this form appears to be relatively rare).[24] Vielmehr wird den Mädchen oft und gerade auch islamisch begründet beim Beschneiden (ḫifāḍ; ḫafḍ; wörtl. Einsenken oder Herabtiefen) die Klitoris (بظر, baẓr, Mz. buẓūr) herausgegraben und dabei nicht selten nicht lediglich als die teilweise oder ganze Klitoriseichel (Glans clitoridis, حشفة البظر) abgeschnitten, sondern amputiert mit möglichst vielen hervorgezerrten Millimetern oder auch wenigen Zentimetern Klitorisschaft (Corpus clitoridis, جسم البظر).

Seit Jahrhunderten werden im Land am Nil auch die Mädchen beschnitten, das bedeutet genital verstümmelt. In den vergangenen Dekaden ist in Ägyptens Politik und Medizinbetrieb die Female Genital Mutilation (FGM) in fliegendem Wechsel medikalisiert, also in Arztpraxis bzw. Klinikbetrieb integriert, oder aber mit ernster Miene verboten worden. Ein bisschen verbieten reicht dabei, auch nach der acht Jahre alten, bis heute geltenden Rechtslage. 2008 wurde die Genitalverstümmelung verboten.[25] Ein Verbot macht sich nett, besonders im Ausland. Ansonsten werden Mädchen Tag für Tag beschnitten, niemand verliert sein Gesicht.

Dass sich ägyptische sunnitische Geistliche, beispielsweise die beiden al-Azhar-Kleriker Farahat Sa’id Al-Munji (for the sake of her honor, a woman can be circumcised […] all these things appear in Islamic law)[26] und Muhammad Al-Mussayar (female circumcision is permitted by Islam),[27] aber eben auch Ägyptens Mediziner für die Mädchenbeschneidung aussprechen, ist uns nichts Neues.

Erst vor vier Jahren (2012), wenig zufällig in der Zeit der volkspädagogisch abgewürgten deutschen Debatte um die Jungenbeschneidung, hatte der Ägypter Dr. Mohamed Kandil (Mohamed Kandeel)[28] die weltweite medikalisierte Option einer Sunnabeschneidung auch für Mädchen gefordert. Beinahe ausdrücklich fordert er die mögliche straffreie Anwendung einer der beiden Untertypen von FGM Typ I: Cutting, however, is advised not to go beyond type I. Ziel sei, die fraglos noch risikoreicheren Hinterhofbeschneidungen zu verhindern.

Eltern, die darauf bestehen, sollte die Prozedur angeboten werden.

The procedure should be offered to parents who insist on it

Noch einmal, der von Sunnabeschneidung schreibende Kandil, ein Professor für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universität zu Minufiya (Menoufia University, Université de Menufeya, sie befindet sich im Nildelta in der Großstadt Schibin al-Kaum) hat die optionale straffreie Durchführung beider Untertypen von FGM Typ I im Blick, das heißt sowohl von FGM Typ Ia, (Teil)Amputation der Klitorisvorhaut, als auch FGM Typ Ib, die zusätzliche Klitoris(teil)amputation.

Indem der Arzt (und eben nicht Kleriker) Kandil die männliche, nicht aber auch die weibliche Beschneidung als religiös zwingend benennt, nimmt er eine beispielsweise malikitische oder hanafitische Position ein, hätte aber als Mediziner und als Wissenschaftler die Pflicht, jedes Kindergenital, also auch jeden Jungen intakt zu lassen. Für das ihm doch sicherlich bekannte und dann in Taqiyya-Manier ausgesparte, vor allem schafiitische Anliegen der obligatorischen Mädchenbeschneidung kämpft Dr. Kandil gleichwohl, denn jeder Geistliche etwa des indonesischen MUI kann einstweilen zufrieden sein, wenn er nur straffrei beschneiden lassen kann, über den gegebenen sunnitisch-schafiitischen Beschneidungszwang redet man eben später, wenn man überhaupt redet und nicht nur schariafromm handelt (beschneidet). Kandil:

In Islam and Judaism, male circumcision is a must while female is not. In Islam, if female circumcision is desired by parents, it should not go beyond type I FGC (Ia is removal of the prepuce and Ib is removal of the prepuce and clitoris) according to hadith “Sunna type of circumcision”.

Der Islam will die FGM und dem Islam darf sich nichts in den Weg stellen. Von den USA aus kämpfen Kavita Shah Arora und Allan J. Jacobs (Female genital alteration: a compromise solution)[29] dafür, die WHO-Klassifikation zur weiblichen Genitalverstümmelung zu zerspalten in einen weiterhin verbotenen und einen ihrer Meinung nach zeitnah straffrei zu stellenden Teil. Das ist unbedingt zu verhindern; alle vier Typen der weiblichen Genitalverstümmelung, das ist FGM Typ I, II, III, IV, müssen verboten bleiben.

Arora und Jacobs also wollen die Mädchen genital ein kleines bisschen beschädigen (lassen), aber eben nur mit FGM-Prozeduren von einer Eingriffstiefe sowie Zerstörungsfolge, allen Ernstes, „de minimis“.

Uns in Deutschland erinnert dieses an gewisse „symbolische Bagatellverletzungen“, die der Trierer Strafrechtsprofessor Prof. Dr. Mark A. Zöller offensichtlich straffrei gestellt wissen will (Die Strafbarkeit der Genitalverstümmelung als Gesetzessymbolik? In: Festschrift für Bernd Schünemann zum 70. Geburtstag am 1. November 2014; Mitherhausgeberin ist die Mädchenbeschneidungsfreundin Tatjana Hörnle).[30]

Islam und FGM, M steht für mutilation, Verstümmelung, und das klingt nicht nett. Arora und Jacobs bevorzugen daher das Wort FGA, alteration, Veränderung. Auch durch die islamischen Autoritäten wird eine Begriffsverwirrung gezielt hergestellt und aufrechterhalten, die meisten sagen FGC, circumcision. Europas dann und wann gelangweilt vom friedlichen Islam redende Politiker und leider auch viele Frauenrechtsaktivistinnen können sich dumm stellen und übersehen, dass die Muftis und Mädchenbeschneider einerseits bei Bedarf jederzeit gegen die Verstümmelung (mutilation) wettern können, andererseits jedoch die weibliche Beschneidung (circumcision) gar nicht in den Verstümmelungsbegriff integriert wissen möchten, sondern in ihren Arbeitsalltag. Aus islamischer Sicht verstümmelt Allah seine Schöpfung ja gerade nicht, sondern macht heil und sichert das Heil.

Im Fiqh (Sakraljurisprudenz) der Schafiiten ist die Vorhaut der Klitoris – oder auch die Klitoris selbst – schlicht gar kein Körperteil einer religiös erwachsenen Frau (neun Mondjahre alt). Anders gesagt: Die Körperpolitik oder vielmehr das auf Belohnung im Jenseits zielende Menschenbild und Körperbild von Koran und Sunna soll (hanafitisch, malikitisch, evtl. hanbalitisch) oder sogar muss (schafiitisch, evtl. hanbalitisch) die am lebenden Objekt verbleibende klitorale Vorhaut oder auch den Kitzler als haram (ḥarām) bewerten, als islamisch ungesetzlich, nicht anders als die Vorhaut des muslimischen sprich schariapflichtigen Fünfzehnjährigen.

Der Schafiismus (šāfiʿiyya), hat seinen Schwerpunkt in Südostasien gefunden, wo ihm etwa in Malaysia und Indonesien der allergrößte Teil der Muslime zuzurechnen ist. Ferner prägt er etwa das islamische Recht der Muslime unter den Kurden, dominiert im Jemen leicht über die Fünferschiiten (Zaiditen), beherrscht Somalia und den Osten Äthiopiens und ist stark vertreten in Syrien und Ägypten. Die unter Sunniten aller Welt hoch angesehene Scharialehrstätte der Kairoer al-Azhar wird sich gegen keine der vier Rechtsschulen stellen und daher auch nie etwas gegen die schafiitisch verpflichtende Mädchenbeschneidung sagen. Die Religion von Koran und Sunna will die FGM und eine Bundesrepublik Deutschland, die bei jeder Gelegenheit, vorzugsweise nach einem durch einen Glaubenskrieger begangenen Terroranschlag, laut bekundet, den Islam integrieren zu wollen, wird Hidschab, Vielweiberei, Kindbraut und FGM integrieren müssen – oder sich endlich von der Scharia distanzieren.

Weil und solange durch noch faktenresistente oder bereits islamunterwürfige Meinungsmacher und Politiker der Islam als unbegrenzt demokratietauglich und pauschal menschenfreundlich fehletikettiert wird, droht die Legalisierung (im Sinne von Straffreistellung) der FGM auch den USA und der Europäischen Union. Weltweit sollte jeder an universellen Menschenrechten und Kinderrechten ernsthaft interessierte Bürger, insbesondere als Pädagoge oder Sozialpädagoge, der WHO zustimmen, die jede weibliche medizinisch unnötige Genitaloperation als Genitalverstümmelung (genital mutilation) definiert.

Die einheitliche Klassifikation (WHO / UNICEF / UNFPA Joint Statement) der Verstümmelungstypen (FGM Typ I, II, III, IV) ist beizubehalten. Noch die geringst invasive Form der FGM ist weder im Namen des friedlichen Zusammenlebens nach beim Integrieren des Islam durchzuwinken, sondern strafbewehrt zu kriminalisieren. Nur so ist eine der Wissenschaftlichkeit und nicht der Seelenrettung verpflichtete Medizin global durchzusetzen bzw. zu bewahren und eben nicht über das Feilschen um die rechte Altersgrenze zum sogenannten informierten Einwilligen (informed consent) in die eigene rituelle Genitalbeschädigung, wie es die Bewegung für genitale Selbstbestimmung (genital autonomy) versucht, welche spätestens seit Helsinki (2012) und Oslo (2013) den globalen Intaktivismus unterwandert hat. Statt jedes Kind – einstweilen gemeint war: jeder Junge – vor dem Gruppendruck von Religion und Stamm zu schützen, flehten die in Oslo versammelten sechs Verräter des intakten Kindergenitals pardon die sechs skandinavischen Kinderrechtsbeauftragten ihre Staaten an, doch endlich als Amtshandlung jeden (einstweilen lediglich männlichen) Minderjährigen über seine Beschneidungsbereitschaft auszufragen; eigene Hervorhebungen:

Let the boys decide on circumcision […] We request our governments to take necessary measures to ensure that boys are given the opportunity to decide for themselves whether or not they want to be circumcised.[31]

Weil auch die genitalautonome Bewegung die Mädchen nicht schlechterstellen kann als die Jungen, kann es nicht lange dauern, bis man die Erklärung von Oslo geschlechtsneutral neuformulieren wird. Wer das FGM-freundliche Potential deutlicher sichtbar machen will, ersetze daher schon heute Junge durch Mädchen:

Let the girls decide on circumcision […] We request our governments to take necessary measures to ensure that girls are given the opportunity to decide for themselves whether or not they want to be circumcised.

Die kinderfeindlichen Hersteller der Oslo Declaration und deren Sympathisanten mögen sich schämen, Norwegens 2012 auf sechs Jahre berufene Kinderrechtsbeauftragte Anne Lindboe ebenso wie der sich über die Resolution hoch erfreute britische Allgemeinmediziner Dr. Antony Lempert.[32]

Völlig altersgerecht können die nachteiligen lebenslangen Folgen einer jeden Beschneidung (FGM oder MGM) auf Körper und Partnerschaft durch ein minderjähriges (unter 18 Jahre alt) Individuum nicht abgeschätzt werden. Der jahrzehntealte und anspruchsvoll gebliebene Begriff vom Intaktivismus – und eben nicht von der kindlichen Genitalautonomie (genital autonomy) – hat seine unverhandelbare Minimalforderung daher unmissverständlich auf den Punkt zu bringen, was auch das für September 2016 angesetzte Treffen an der Keele University, 14th International Symposium on Genital Autonomy and Children’s Rights, unzweideutig bekennen sollte: Ob Mädchen oder Junge, keine Beschneidung unter achtzehn.

Zurück nach Ägypten.

Anders, als die Forderungen des Egyptian Center for Woman’s Rights (ECWR)[33] am Thema vorbeireden, anders auch, als es uns in diesen Tagen das Center for Egyptian Women Legal Assistance (CEWLA) nahelegt, hat Ahmad al-Tahawi den Islam keinesfalls falsch verstanden. Die FGM ist islamisch. Jede sunnitische Madhhab (Rechtsschule) empfiehlt die FGM mindestens, die schafiitische und evtl. auch die hanbalitische bewertet sie sogar als wadschib (wāǧib, anglis. wajib), religiös verpflichtend: Jungen und Mädchen sind zu beschneiden, anders gesagt sind genital zu verstümmeln. Ein Großteil der Bevölkerung Ägyptens folgt dem Fiqh nach Imam al-Schafii. Die Mitarbeiter des CEWLA und weltweit leider viele Aktivisten gegen die FGM stecken den sprichwörtlichen Kopf in den Sand und beteuern angestrengt, dass der echte, der eigentliche Islam die Mädchenbeschneidung nicht kenne. Die religiösen Autoritäten schweigen oder verkünden das Gegenteil.

Deutschlands Politiker wissen, dass sie bei grundgesetzlich geltendem Gleichbehandlungsgebot die Jungenbeschneidung nicht erlauben und gleichzeitig die Mädchenbeschneidung verbieten können.

In Deutschland (ab 2013) hatten sich, auf eine Veränderung des FGM-Verbots im Strafrecht zielend, Professor Karl-Peter Ringel und Rechtsassessorin Kathrin Meyer für die Legalisierung der Mädchenbeschneidung (sogenannte milde Sunna, eine FGM aus dem Bereich Typ Ia oder IV) stark gemacht (§ 226a StGB -Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung, erschienen bei Prof. Dr. Hans Lilie (Hrsg.), Schriftenreihe Medizin-Ethik-Recht, Band 51, 2014).[34]

An der Humboldt-Universität zu Berlin, Juristische Fakultät, bekleidet Prof. Dr. Tatjana Hörnle den Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung. Im Herbst 2014 stellte das dem Deutschen Juristentag vorgelegte strafrechtliche Gutachten der Verharmloserin der Jungenbeschneidung dar, dass über eine geschlechtsneutrale Neuformulierung des § 1631d BGB künftig auch sogenannte geringfügige Formen der Mädchenbeschneidung straffrei zu stellen sind, die Hörnle allerdings, wie die MGM, nicht Verstümmelung genannt wissen möchte.[35]

In der Tat schädigt eine FGM Typ Ia oder Typ IV pauschal (ohne mögliche Infektionen, Blutungen u. dgl., die jeweils durchaus tödlich sein können), nämlich in Bezug auf die irreparable Zerstörung der sensorischen Grundlagen, den Körper und die Sexualität viel weniger als die, wie gerne verkannt, FGM Typ Ib (Klitoridektomie) entsprechende männliche Genitalverstümmelung (MGM) der dreieinigen Varianten AAP, Scharia oder Halacha. Doch im freiheitlichen Rechtsstaat steht es dem Gesetzgeber nicht zu, Eltern selbst eine vergleichsweise wenig schädigende Genitalbeschneidung am Kind zu erlauben. Anders gesagt hat der Staat jedes Kind vor kultischen Operationen zu schützen, seien diese noch so geringfügig.

Der Islam beschneidet die Mädchen. Allah offenbarte es seinem Sprecher Mohammed und dieser ermahnte die muqaṭṭiʿa al-buẓūr (cutter of clitorises) Umm ʿAṭiyya:

أشمِّي ولا تنهَكي

ašimmī wa-lā tanhakī

[Cut] slightly and do not overdo it

[Schneide] leicht und übertreibe nicht

Oder der Prophet verkündete den Willen des Himmels folgendermaßen:

اختفضن ولا تنهكن

iḫtafiḍna wa-lā tanhikna

Cut [slightly] without exaggeration

Schneide [leicht] und ohne Übertreibung

Diese beiden Hadithe sind von nahezu alle schafiitischen Ulama (ʿulamāʾ, Islamgelehrte, Sg. ʿalīm) für zwingend verbindlich erklärt worden, auch wenn der indonesische Rat der Ulama, Majelis Ulama Indonesia (MUI), die Weltöffentlichkeit zwecks globaler Legalisierung der islamischen FGM (arab. chitan al-inath, indones. sunat perempuan) nach Kräften belügt.

Sobald der betreffende junge Mensch schariapflichtig geworden ist, d h. sobald das Mädchen neun und der Junge 15 Jahre (Mondjahre) alt geworden ist, zerreißt seine schuldhaft ausbleibende weibliche bzw. männliche Beschneidung im Diesseits den Gnadenstand mit dem Schöpfer und sekündlichen Erneuerer des Weltalls, womit womöglich der höchste Sinn des menschlichen Daseins verspielt wird, der jenseitige ewige Aufenthalt im Paradies. Kritik an der islamischen Beschneidung kann doch wohl nur vom Satan stammen.

Sich auf die von FGM Typ III (Infibulation) betroffene, aus Somalia stammende Autorin von Desert Flower (Wüstenblume) berufend sowie von Fakten ungerührt, desinformiert am 19.07.2016 ein Informationsportal zum Thema Krankenkassen über den Zusammenhang von Islam und weiblicher Genitalverstümmelung:

Dass Genitalverstümmelung nichts mit Religion zu tun hat, betont auch Vorkämpferin Waris Dirie.[36]

Waris Dirie, welche wie wir wissen die Jungenbeschneidung bewirbt und ihren Sohn hat beschneiden lassen,[37] war von 1997 bis 2003 UN-Sonderbotschafterin für ein Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung (UN ambassador for the abolition of FGM). 2002 gründete sie ihre eigene Organisation, die Desert Flower Foundation.

As I said, it is people´s belief that FGM is part of their culture, tradition or religion. But let me say this loud and clear: FGM has nothing to do with religion, culture or tradition. It is nothing but the most cruel form of suppressing women and the most cynical form of child abuse. But of course people justify the practice by saying that it is part of their culture or that their religion demands that they mutilate their daughters. But this is not true. No religion in the world demands FGM; in fact, FGM is the breach of the most basic rules of many, if not all religions.[38]

Um wirklich etwas gegen jede Form der weiblichen Genitalerstümmelung zu erreichen, sollte die aus dem schafiitischen Rechtskreis stammende Dirie ihre Verdunkelungskampagne zur islamischen FGM beenden. Im Islam sind Jungen und Mädchen zu beschneiden:

Circumcision is obligatory upon men and women according to us (i.e. the Shafi’is). (Majmu’ of Imam An-Nawawi 1:164) The circumcision is wajib upon men and women according to the rājih qawl of Shāfi’ī madhhab.

Answered by: Sidi Abdullah Muḥammad al-Marbūqī al-Shāfi’ī.

Checked by: Al-Ustāż Fauzi ibn Abd Rahman.[39]

Man falle nicht auf den anschließenden Nebelwurf („Clarification“) herein, mit der sich auch IslamQA hinter der islamverliebten Ohren schmeichelnden zielsicheren Falschübersetzung des Amerikaners Nuh Ha Mim Keller versteckt (We would like to point out that this “circumcision” is not what is commonly known as female genital mutilation.).

Nach Sufischeich Keller ziele Allahs Rede (Koran) und Mohammeds Befehl (Sunna) lediglich auf die Klitorisvorhaut und lasse die Klitoris in jedem Fall unangetastet. Die autoritativen Texte indes geben das Wort Klitorisvorhaut nicht her, die Rede ist vom baZr (baẓr), der Klitoris. Bis heute hat uns der amerikanische Sufischeich und Übersetzer des schafiitischen Rechtskompendiums ʿUmdat al-Sālik wa ʿUddat al-Nāsik (Reliance of the Traveller and Tools of the Worshipper) kein Wort für Klitorisvorhaut nennen können.[40]

Andererseits ist Keller bereits grundsätzlicher zu widersprechen, denn Intaktivisten und überhaupt Kinderrechtler kämpfen gegen jede Genitalverstümmelung, also auch gegen die von ihm offensichtlich gebilligte sogenannte milde Sunna (FGM Typ Ia oder IV).

Das Islamische muss das Nichtislamische überwinden und der jedenfalls schafiitische Himmel fordert das beschnittene männliche und weibliche Geschlechtsteil.

Wie angekündigt noch einige Aussagen des ägyptischen Abgeordneten und Arztes Dr. Ahmad al-Tahawi (أحمد الطحاوى Aḥmad aṭ-Ṭaḥāwī), alternative Schreibweisen Ahmed el-Tahawi, Ahmed el-Tahawy, Ahmed al-Tahawy.

Als Arzt [kann ich das beurteilen] – sobald die Beschneidung von Frauen unbillig ist [zu weit geht], würde sie schwere psychische Probleme verursachen, vor allem beim Geschlechtsverkehr. Doch wenn wir die weiblichen Wesen ganz ohne Exzision belassen, wird in diesem Gebiet [ihres Körpers, nämlich am Geschlechtsorgan] Verschmutzung oder sogar Vergiftung [تلوث, talawṯ][41] eintreten sowie ganz allgemein der unerwünschte Zustand sexueller Erregung, was zu großen Problemen führen könnte. Deshalb folge man der Ansicht der Scharia und nicht derjenigen des Gesundheitsministers (We are taking the opinion of the sharia in this matter and not what the health minister and others say).

Jede Meinung kann vertreten und diskutiert werden, nur nicht das, was der Prophet Muhammed (…) festgestellt hat. Any opinion can be debated and replied to except for that of Prophet Muhammed (…)

Den Großimam der altehrwürdigen Scharialehrstätte al-Azhar sowie jeden anderen Vertreter islamischer Gelehrsamkeit fordere ich auf, diesen Fall zeitnah zu entscheiden.

Damit hat der Parlamentarier und Arzt nach einem islamischen Urteil durch den Azhar-Scheich und Rektor der Al-Azhar-„Universität“ gerufen, nach jenem Ahmad Mohammad al-Tayyeb, der am 15. März 2016 vor dem Deutschen Bundestag sprechen durfte. Den Ungläubigen, so erläutert al-Tayyeb den Deutschen, die das noch gar nicht so recht fassen können, darf der umfassend angewendete (Staat gewordene) Islam die Dschizya abpressen, eine “kleine Kopftsteuer”.[42]

Einerseits versucht Deutschland, mit Imamausbildung, bekennendem Islamischen Religionsunterricht sowie der Deutschen Islamkonferenz den Islam (nämlich ins deutsche Recht) zu integrieren, andererseits ist es seit vielen Jahren nicht möglich, die gegebene islamische Pflicht zur Mädchenbeschneidung öffentlich anzusprechen. An diesem Kräfteverhältnis wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern, im Gegenteil gewinnt das Islamsystem an Schwerkraft und Schwungkraft. Nach der 2012 durchs Parlament gepeitschten Pauschalerlaubnis der Jungenbeschneidung wird die BRD daher bald auch die FGM ins elterliche Sorgerecht und in den Kindeswohlbegriff integrieren wollen, zumal alle Probleme im Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle volkspädagogisch kleingeredet werden sollen und die meisten muslimischen Flüchtlinge aus Syrien Schafiiten sind.[43]

Die neue Staatsdoktrin vom friedlichen Islam lässt den einstigen freiheitlichen Demokraten gar keine Wahl. Nicht nur jeder Gegner von Hidschab, Polygynie oder der Verheiratung neunjähriger Mädchen, auch der Kritiker der islamischen Mädchenbeschneidung stört das berüchtigte friedliche Zusammenleben und ist aus dem öffentlichen Diskurs, dem Schulbetrieb, der Sozialen Arbeit sowie aus Ministerium und Parlament zu exkludieren.

In Deutschland in Politik, Recht oder Pädagogik dem Islam pauschal grünes Licht zu geben, wird bedeuten müssen, die Jungen wie Mädchen verstümmelnde Beschneidung nach Koran und Sunna zu integrieren. Nichts anderes folgt bedarfsweise bereits heute aus dem ernst genommenen neuen österreichischen Islamgesetz, das, in einer beim ORF zu lesenden Erläuterung, gezielt ein falsches Pendant wählend, dem (unzulässig verharmlosenden) Begriff männliche Beschneidung nicht den Begriff weibliche Beschneidung, sondern weibliche Genitalverstümmelung gegenüberstellt:

Islamische Religionsgesellschaften und ihre Mitglieder sind berechtigt, Kinder und Jugendliche durch alle traditionellen Bräuche zu führen und entsprechend den religiösen Geboten zu erziehen.[44]

Wie gesagt, eine Aufspaltung der WHO-Klassifikation zur FGM in einen weiterhin verbotenen und einen erlaubten Teil ist unbedingt zu verhindern, alle vier Typen der weiblichen Genitalverstümmelung, das ist FGM Typ I, II, III, IV, müssen verboten bleiben.

Wenn der Souverän, immerhin noch das Volk, jetzt nicht erheblichen Druck auf seine Volksvertreter ausübt, wird Europa und wird insbesondere auch Deutschland die Mädchenbeschneidung bekommen.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] Was sind die islamischen Erfordernisse hinsichtlich der Beschneidung?

(Publiziert beim ZMD, übernommen aus: Rundbrief der Deutschen Muslim-Liga, Hamburg, Nummer 06/1997.)

http://islam.de/1641_print.php

Fatwas have been justified by Islamic scholars for a number of reasons, two major reasons being to fulfill makruma [Schariarechtlich bewertet ist das entsprechende Tun “edel, lobenswert, ehrenvoll, ehrbar”. Bei Allah gerne gesehen und auf Erden zu empfehlen, wird eine Auslassung der entsprechenden Handlung nicht bestraft.] granted by Mohammed, and to avoid falling into a taboo behavior. Some scholars suggest makruma means that female circumcision adds to the man’s pleasure. The majority of fatwas that permit or recommend Muslim female circumcision lean toward it being commendable or meritorious act on the part of the woman. Zakariyya al-Birri argues it is better to carry out female circumcision, while al-Qaradawi leaves the choice to parents according to their beliefs, in spite of the fact that he favours female circumcision, because it protects girls‘ morality „especially nowadays“ claims al-Qaradawi.

https://en.wikipedia.org/wiki/Religious_views_on_female_genital_mutilation

[2] The world’s best known Islamic scholar, Sheikh Prof.Dr. Yusuf Al-Qaradawi, on 2 March 2009 in Doha (Qatar), issued a fatwa on the initiative of the German Rüdiger Nehberg and his organisation TARGET

http://www.target-nehberg.de/HP-08_fatwa/index.php?p=Qaradawi&lang=en&

Sheikh Prof.Dr. Yusuf Al-Qaradawi schreibt Fatwa

„Weibliche Genitalverstümmelung ist ein Werk des Teufels“

Yusuf Al-Qaradawi […] Am 2. März gewährte er dem Menschenrechtler Rüdiger Nehberg, der seit neun Jahren mit seinem Verein TARGET gegen den mehr als 5000 Jahre alten Brauch der Weiblichen Genitalverstümmelung kämpft, in seiner Residenz in Doha eine Audienz. Das Resultat ist ein verbindliches Rechtsgutachten („Fatwa“). Die wichtigste Aussage darin: „Weibliche Genitalbeschneidung ist eine Änderung der Schöpfung Gottes und damit ein von Gott verbotenes Werk des Teufels.“

http://www.target-nehberg.de/HP-08_fatwa/index.php?p=Qaradawi&lang=de&

[3] Imam Z antwortet auf Sya Taha.

http://theislamicmonthly.com/a-tiny-cut-female-circumcision-in-south-east-asia/

[4] Auch die siebenerschiitischen Dawoodi Bohra (Dawudi Bohra, Dawuditen) praktizieren Islamic FGM.

(Culture and Rights: The Struggle From Within to End Female Genital Cutting. 25.04.2016, von: Anubha Bhonsle.)

https://www.newsecuritybeat.org/2016/04/culture-rights-struggle-female-genital-cutting/

[5] Berlin, Gebäude der Botschaft des Staates Indonesien. Der Islam macht die Geschlechtsorgane aller schariapflichtigen Kinder sauber und rein, wir in Indonesien beschneiden die Mädchen und verstümmeln sie nicht, so sinngemäß vernehmen es die notorischen Islamverharmloser von TdF am 10.12.2014 aus dem Mund der Leiterin der politischen Abteilung (Koordinator Fungsi Politik), Lefianna Ferdinandus (Lefianna Hartati Ferdinandus).

https://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/weibliche-genitalverstuemmelung2/unser-engagement/aktivitaeten/6-februar/unterschriftenaktion-fgm

[6] Available data from large-scale representative surveys show that the practice of FGM/C is highly concentrated in a swath of countries from the Atlantic coast to the Horn of Africa, in areas of the Middle East such as Iraq and Yemen and in some countries in Asia like Indonesia. However, FGM/C is a human rights issue that affects girls and women worldwide. Evidence suggests that FGM/C exists in some places in South America such as Colombia and elsewhere in the world including in India, Malaysia, Oman, Saudi Arabia, and the United Arab Emirates, […] The practice is also found in pockets of Europe and in Australia and North America which, for the last several decades, have been destinations for migrants from countries where the practice still occurs. […]

If trends continue, the number of girls and women undergoing FGM/C will rise significantly over the next 15 years.

http://www.unicef.org/media/files/FGMC_2016_brochure_final_UNICEF_SPREAD.pdf

Unicef Report Finds Female Genital Cutting to Be Common in Indonesia

(Mit den denkbar unbrauchbarsten indonesischen Quellen sowie islambezogen kenntnislos von: Pam Belluck and Joe Cochrane, in: The New York Times, 04.02.2016.)

Female genital cutting has always been seen as an ancient ritual practiced in Africa and to a lesser extent in the Middle East, but a new global assessment documents for the first time that it is widespread in one of the most populous countries in Asia: Indonesia, where almost half the women are estimated to have undergone it.

There has long been anecdotal evidence of the practice there, but the United Nations Children’s Fund estimated Thursday that 60 million women and girls there have been cut based on national survey data collected by the Indonesian government. The addition of Indonesia is largely responsible for raising the global tally of women and girls who have undergone the practice to 200 million from 130 million […]

http://www.nytimes.com/2016/02/05/health/indonesia-female-genital-cutting-circumcision-unicef.html?_r=0

[7] Female genital cutting in Thailand’s south

[Nebelwurf im Untertitel: „FGM is a rising cultural [aber nein, religiös] practice in southern Thailand.“]

[Informative Fotos von Lillian Suwanrumpha. Aus den Bildbeschreibungen.] Dr Umasa believes that the procedure, if done by a doctor, should not be considered mutilation. […] Imam Abdulloh at the Islamic Council Centre in Yala advises women to cut their baby girls after birth because it can help control their sexual urges when they grow up.]

(Text, gründlich recherchiert von: Gabrielle Palauch, auf: Al Jazeera, 02.04.2015.)

[…] Malaysia’s highest religious authority issued a fatwa, an Islamic legal edict, in 2009 making the cutting procedure required for all Muslim women, unless „harmful“.

Many religious leaders in Malaysia, like their counterparts in Thailand, believe the procedure as practised there is so minimally invasive that it should not be called mutilation. […]

Imam Abdullah Abu-Bakr of the Committee of Islamic Council of Yala says Muslims in the south are more observant than their co-religionists in Bangkok, because there are more foreign-educated imams and fewer distractions, such as the entertainment hub of Bangkok.

He himself was educated in Syria and Malaysia.

Thailand’s fatwa committee has not issued a fatwa surrounding the practice of sunat, but Imam Abdullah says everybody knows the practice is required for boys, typically in a public ceremony around age seven, and though is not absolutely required of women, it is something all women should do.

He says the way it is currently practised is not harmful, and is key to a Muslim’s cultural identity.

„You must peel a banana before you can eat it,“ Abu-Bakr says, „and for women, it will reduce their wildness, making them clean and strong.“

http://www.aljazeera.com/news/asia-pacific/2015/03/female-genital-cutting-thailand-south-150309083458995.html

[8] Arzt Ahmad al-Tahawy fordert die FGM religiös und medizinisch. Berichtet bei Parlmany.

„Eine ausbleibende Beschneidung bringt den Frauen Verschmutzung oder Vergiftung in dieser Region [d. h. in ihrem Genitalbereich] und zusätzlich unerwünschte sexuelle Erregung, was zu großen Problemen führt.“

“عندمانتركالأنثىمنغيرختان،يحدثتلوثفيهذهالمنطقة،وإثارةجنسيةغيرمرغوبةتؤديإلىمشاكلكبيرة”

http://www.parlmany.com/News/4/103459/%D8%B9%D8%B6%D9%88-%D9%84%D8%AC%D9%86%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%B5%D8%AD%D8%A9-%D8%AA%D8%B1%D9%83-%D8%A7%D9%84%D8%A3%D9%86%D8%AB%D9%89-%D8%A8%D9%84%D8%A7-%D8%AE%D8%AA%D8%A7%D9%86-%D8%AE%D8%B7%D8%A3-%D9%8A%D8%AA%D8%B3%D8%A8%D8%A8-%D9%81%D9%89

Der Skandal, ein Doktor und Parlamentarier bezeichnet die Mädchenbeschneidung als ebenso religiös wie medizinisch geboten. Und im Islam stimmt das ja sogar, nach Allahs Wissenschaftsbegriff beispielsweise oder nach Allahs Medizin und Allahs Familienrecht. Aber damit wäre der Islam ein wissenschaftliches, humanitäres und ethisches Problem. Man errege sich also. Das Parlament kocht. Irgendwie.

http://www.parlmany.com/News/8/103817/-%D9%82%D8%A7%D9%84%D9%88%D8%A7-%D8%A3%D9%87%D9%85-%D8%A7%D9%84%D8%AA%D8%B5%D8%B1%D9%8A%D8%AD%D8%A7%D8%AA-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%B1%D9%84%D9%85%D8%A7%D9%86%D9%8A%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D9%8A%D9%88%D9%85-%D9%87%D8%AC%D9%88%D9%85-%D8%AD%D8%A7%D8%AF-%D8%B9%D9%84%D9%89-%D8%A7%D9%84%D8%B7%D8%AD%D8%A7%D9%88%D9%89-%D8%A8%D8%B3%D8%A8%D8%A8-%D8%AA%D8%B5%D8%B1%D9%8A%D8%AD%D9%87-%D8%B9%D9%86

„We should refer to those who know more about religion, and those who know more about science,“ MP Ahmed El Tahawy told BECAUSE. Referring to some of Prophet Mohammed’s sayings, El Tahawy stated that FGM is „of honor“ and should be done under complete medical supervision.

„If they prove me wrong, I will retract my declaration,“ El Tahawy told BECAUSE. [Der Arzt kennt seine Religion. Kein Islam ohne FGM.]

The MP’s position implies that FGM is encouraged by religion. Asking him whether people should follow scientific or religious thought on the matter, the MP stands by religion. „We follow men of religion, and their opinions are to be adhered to,“ he stated.

The MP had told Parlamany that leaving a girl untouched by the procedure is wrong, while stating that overdoing it is also incorrect. […]

„Laws are not like the Qur’an. They can be amended and changed,“ the doctor argued. [Genau, zum Beispiel können sie sich an den Koran anpassen, die Gesetze: und das Resultat … ist das Kalifat.]

(Von: Aya Nader, auf: BeCause, 15.07.2016)

http://because.bz/gender/egyptian-mp-health-committee-defends-fgm

BeCause. BridgEgypt (BE).

http://because.bz/about-because

Egyptian parliamentarian promotes FGM due to “Sexual Arousal”

(Von: Nesma Abdel Azim, auf: AlBawaba EG im Juli 2016)

Member of health committee of House of Representatives, Ahmed el-Tahawy, described the female genital mutilation (FGM) operation as an Islamic “Sunna” that we should follow, al-Bawaba News reported Tuesday.

“Leaving the female uncircumcised causes sexual arousal to her, in addition to the health problems. That’s a scientific fact nobody can deny,” el-Tahawy said in an interview with Dream TV channel earlier Tuesday, calling on doctors to follow Prophet Muhammad and perform the FGM. […]

http://www.albawabaeg.com/list/32/parliament

„If we leave the girl without circumcision there will be a contamination in this area and unwanted libido that can cause great problems. We are taking the opinion of the sharia in this matter and not what the health minister and others say.

– Dr. Ahmed el-Tahawi, MP and member of the Egyptian Parliamentary Health Committee

(Quelle: Clarion Project)

http://www.clarionproject.org/content/fgm-egypt

(Parlmany)

http://m.parlmany.com/News/4/103459/%D8%B9%D8%B6%D9%88-%D9%84%D8%AC%D9%86%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%B5%D8%AD%D8%A9-%D8%AA%D8%B1%D9%83-%D8%A7%D9%84%D8%A3%D9%86%D8%AB%D9%89-%D8%A8%D9%84%D8%A7-%D8%AE%D8%AA%D8%A7%D9%86-%D8%AE%D8%B7%D8%A3-%D9%8A%D8%AA%D8%B3%D8%A8%D8%A8-%D9%81%D9%89

Egyptian MP and doctor Ahmed El-Tahawy says female genital mutilation (FGM), from a medical and religious stand, is a necessity as long as it is performed in the right way, a statement that raises questions over longstanding efforts to fight the phenomenon in Egypt.

The controversial statements by El-Tahawy, who is a member of the Egyptian parliament’s health committee, came while commenting on a potential draft resolution aimed at intensifying legal punishments against FGM, which has been criminalised in Egypt since 2008.

Speaking to Egyptian private website Parlmany on Monday, he said „as a doctor, [I can say that] when female circumcision is iniquitous it would cause serious psychological problem, especially during sexual intercourse.“

„And when we leave the female without excision, contamination in that area takes place, as well as an undesired state of sexual arousal that could lead to big problems.“ (…)

The 2014 Demographic and Health Survey showed that the FGM rate in the reproductive age from 15 to 49 stands at 92 percent. More than 75 percent of cases are of girls aged from nine to 12 while 14 percent are aged 7 or younger, which indicates that the vast majority of Egyptian families circumcise their daughters.

While medical studies point out that FGM reduces women’s sexual desire and causes other physical and psychological complications, El-Tahawy believes the issue should be dealt with primarily from a religious viewpoint.

„Any opinion can be debated and replied to except for that of Prophet Muhammed, peace be upon him,“ he said on Tuesday, arguing that one of the prophet’s sayings, which is a prime source of Islamic jurisprudence, dictates that female circumcision is essential.

„I call on the Senior Scholars Authority, Al Azhar’s Grand Imam and everyone who is related to religion to decide on that case,“ he added in a phone interview with Dream TV.

Egypt has been seeking to reduce FGM rates in recent years. […]

„We’ve seen great enthusiasm from the health minister, the general prosecution and the justice ministry to fight FGM,“ Germaine Haddad, programme officer and gender focal point at the United Nations Population Fund (UNFPA) office in Egypt, told Ahram Online.

„The MP’s statements do not reflect the official stance against FGM and will not hinder the battle against it.“

The Center for Egyptian Women Legal Assistance (CEWLA), among other critics, slammed El-Tahawy’s comments as untrue, reiterating a common stance that it is neither religiously nor medically dictated.

„It is a habit that has been common in Africa since the Pharaohs, but most Muslim countries do not know it,“ CEWLA said.

„The post-revolution parliaments came as a disappointment, as the well-being of girls and women is still up for meaningless debate from the 2012 Islamist parliament up until the one today.“

„Former MP Aza El-Garf [who belonged to the then-ruling Muslim Brotherhood] released similar statements and here is the 2016 parliament saying the same thing through El-Tahawy,“ reads the non-governmental organisation’s statement, which called on the House of Representatives to increase punishments for FGM. […]

(Egyptian MP’s endorsement of FGM stirs controversy but unlikely to have effect. Von Sherif Tarek. Ahram, 12.06.2016.)

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/233054/Egypt/Politics-/Egyptian-MPs-endorsement-of-FGM-stirs-controversy-.aspx

(Youm7) Ahmad al-Tahawi:

„بصفتى طبيب عندما يكون ختان الإناث جائرا بتحصل مشاكل نفسية كبيرة، خاصة فى العلاقة الحميمة، وعندما نترك الأنثى بلا ختان يحدث تلوث فى هذه المنطقة وإثارة جنسية غير مرغوب فيها.“

http://www.youm7.com/story/2016/7/20/%D8%A7%D9%84%D9%86%D8%A7%D8%A6%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D8%B7%D8%A8%D9%8A%D8%A8-%D9%8A%D8%AD%D9%84%D9%84-%D8%A7%D9%84%D8%AE%D8%AA%D8%A7%D9%86-%D8%B9%D8%B6%D9%88-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%B1%D9%84%D9%85%D8%A7%D9%86-%D8%A3%D8%AD%D9%85%D8%AF-%D8%A7%D9%84%D8%B7%D8%AD%D8%A7%D9%88%D9%89-%D9%84%D9%85-%D9%8A%D8%B0%D9%83%D8%B1-/2808266

(InnLebanon)

ففيتصريحأطلقَهمنذبضعةأيامأعلنَهذاالبرلمانيالمصريبفخرِِأنّه «اختتنبناتهلأنّهمقتنعبالفكرةدينياًوطبّياً». وأشاربثقةإلىأنّه

«عندمايكونختانالإناثجائراًتحصلمشاكلنفسيةكبيرة،خصوصاًفىالعلاقةالحميمية،ولكنعندماتُترَكالأنثىمنغيرختان،يَحدثتلوّثفىهذهالمنطقة،وإثارةٌجنسيةغيرمرغوبةتؤدّيإلىمشاكلكبيرة»،بحسبرأيه.

http://www.innlebanon.com/read/381354/

Nisf Al Dunia ( نصفالدنيا )

„Als Arzt sage ich Ihnen, …“

وبصفتي طبيب، فعندما يكون ختان الإناث جائرًا بتحصل مشاكل نفسية كبيرة، خاصة في العلاقة الحميمية.. وعندما نترك الأنثى من غير ختان، يحدث تلوث في هذه المنطقة، وإثارة جنسية غير مرغوبة تؤدي إلى مشاكل كبيرة“.

http://nisfeldunia.ahram.org.eg/NewsP/39/113620/%D9%85%D8%B1%D8%A3%D8%A9/%D9%85%D8%B7%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%A9-%D8%AD%D9%82%D9%88%D9%82-%D8%A7%D9%84%D9%85%D8%B1%D8%A3%D8%A9-%D8%A8%D8%A7%D9%84%D8%AA%D8%AD%D9%82%D9%8A%D9%82-%D9%85%D8%B9-%D9%86%D8%A7%D8%A6%D8%A8-%D8%A8%D8%B4%D8%A3%D9%86-%D8%AA%D8%B5%D8%B1%D9%8A%D8%AD%D8%A7%D8%AA%D9%87-.aspx

[„Dr. Ahmed Eltahawy über die Frage der Beschneidung“. Schreibfehler, nicht „chitan al-inas“, sondern FGM, (ختانالإناث) chitan al-inath.]

„صاحبالمعالى“هاتفياعضومجلسالنوابد.احمدالطحاوىيحدثعنقضيةختانالإناس

Ahmad al-Tahawi im Fernsehinterview

https://www.youtube.com/watch?v=YrFnfAe2rbQ

Ahmad al-Tahawi (أحمدالطحاوي) zurm Thema „Beschneidung“ (الختان)

https://www.youtube.com/watch?v=n94oqGLMz4A

[9] FGM islamisch? Desert Flower Foundation (DFF) schimpft los.

Despite the decision within the Ministry of Health and Population, there is still a strong endorsement for FGM coming from Ahmed el-Tahawy, a member of the Egyptian parliament’s health committee and a doctor! El-Tahawy is defending FGM for religious and medical reasons. […]

FGM is a crime and it’s a human right’s violation, there is no medical or religious reason to justify this cruel procedure! It is sad to see a doctor justify an assault.

http://desertflowerfoundation.org/en/news-detail/scandal-in-egypt.html

Auch auf dem Blog der DFF-Gründerin, Islamverharmloserin und Jungenbeschneidungsfreundin Waris Dirie.

https://warisdirie.wordpress.com/2016/07/18/scandal-in-egypt/

Auch Faduma Korn (Fadumo Korn; NALA) legt sich mächtig für den Glauben ins Zeug und flunkert uns das Blaue vom Himmel herunter. Der Islam, anders gesagt also das Islamische Recht (Scharia, Fiqh), kenne im Grunde („eigentlich“) keine Mädchenbeschneidung:

„Die Religion, die immer wieder als Erklärung angeführt wird, ist es eigentlich nicht.“ [Nein, die Religion des Islam ist die Erklärung, und zwar durch und durch, also genau „eigentlich“.]

http://www.nala-fgm.de/fgm_gruende.html

„Die Religion, die immer wieder als Erklärung angeführt wird, ist es eigentlich nicht.“ (Faduma Korn)

http://www.faduma-korn.de/info_fgm.html

Allah fordert die beschnittene Vulva mindestens für alle Schiiten ausgesprochen ernsthaft (“grundsätzlich”), doch schiebt das Sozialreferat der Hauptstadt Bayerns islambezogene Fakten ungerührt beiseite und bedankt sich bei der NALA-Gründerin. So wird das nichts mit der „Verhinderung von Genitalverstümmelung (FGM) bei Mädchen und jungen Frauen in München“.

„Grundsätzlich schreibt keine Religion FGM vor.“

“Insbesondere gilt der Dank den Fachkräften, die sich in ihren unterschiedlichen Arbeitsfeldern mit dem Thema FGM auseinandersetzen, dem Münchner Netzwerk gegen weibliche Beschneidung und insbesondere den Expertinnen Fadumo Korn und Mathilda Legitimus-Schleicher für ihr außerordentliches Engagement.”

(Landeshauptstadt München Sozialreferat / Stadtjugendamt Fachstelle für Querschnittsaufgaben GIBS Prielmayerstraße 1 80335 München Juli 2014.)

http://docplayer.org/6672138-Verhinderung-von-genitalverstuemmelung-fgm-bei-maedchen-und-jungen-frauen-in-muenchen.html

[10] Sunni fatwas

Fatwas have been justified by Islamic scholars for a number of reasons, two major reasons being to fulfill makruma granted by Mohammed, and to avoid falling into a taboo behavior. Some scholars suggest makruma means that female circumcision adds to the man’s pleasure. The majority of fatwas that permit or recommend Muslim female circumcision lean toward it being commendable or meritorious act on the part of the woman. Zakariyya Al-Birri argues it is better to carry out female circumcision, while Yusuf al-Qaradawi leaves the choice to parents according to their beliefs, in spite of the fact that he favours female circumcision, because it protects girls‘ morality „especially nowadays“ claims Al-Qaradawi.

Similarly, Al-Azhar – one of the most respected universities of the Islamic World in Cairo – has issued a number of fatwas on female circumcision over its history. On June 23, 1951, a fatwa from Al-Azhar declared that it does not recognise the abandonment of female circumcision as an option, and that female circumcision is advisable because it curbs „nature“. Moreover, this fatwa declared doctors‘ opinions on the disadvantages of female circumcision as irrelevant. On January 29, 1981, another fatwa from Al-Azhar was authored and proclaimed by the Grand Sheikh of Al-Azhar. The fatwa insisted that it is impossible to abandon the lessons of Mohammed in favor of the teaching of others, such as doctors, because the science of medicine evolves. The fatwa then recommended to the Islamic community that female circumcision is a duty, and the responsibility of female circumcision lies with the guardian of the girl. In October 1994, the mufti of Egypt publicly declared that hadiths on female circumcision attributed to the Prophet were unreliable; however, within days of this announcement, Shaykh Gad al-Haqq Ali of al-Azhar issued a fatwa that female circumcision is a part of the legal body of Islam and is a laudable practice that honors women. Egyptian government, in 1996, banned female circumcision in hospitals and prohibited licensed professionals from performing FGM. However, in 1997, Shaykh Nasr Farid Wasil, Grand Mufti of Egypt, issued a fatwa that female circumcision should be permitted even though it is not obligatory under Islam. Soon after, Egypt’s court overturned the government ban on female circumcision in hospitals and by licensed professionals.

https://en.wikipedia.org/wiki/Religious_views_on_female_genital_mutilation#Sunni_fatwas

[11] Protest gegen den Auftritt von Großscheich al-Tayyeb vor dem Deutschen Bundestag und der Universität Münster

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2016/03/14/443/

Auch bei Ümmühan Karagözlü (Schariagegner). Die technisch bedingt ggf. lange Ladezeit abzuwarten lohnt sich angesichts einer Fülle von kenntnisreichen Kommentaren zur Lage in Ägypten, vor allem die christliche Minderheit der Kopten betreffend.

https://schariagegner.wordpress.com/2016/03/14/todesfatwen-sind-keine-friedensbotschaft/

[12] Großmufti Dr. Schawki Allam an der Universität Bonn

„Im Namen des Islam? – Religion als Mittel zum Zweck“ Ägyptischer Großmufti bei Diskussionsveranstaltung im Universitätsforum

https://www.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/140-2016

Center for International Security and Governance (CISG)

Datum: 14. Juli 2016, 18:00 Uhr Ort: Bonner Universitätsforum, Heussallee

http://cisg-bonn.com/2016/04/ankuendigung-diskussionsveranstaltung-im-namen-des-islam-religion-als-mittel-zum-zweck/

Shawki Allam

Shawki Ibrahim Abdel-Karim Allam is the 19th and current Grand Mufti of Egypt through Dar al-Ifta al-Misriyya succeeding Ali Gomaa.

His office, the Dar al Ifta (literally, the house of fatwas), a government agency charged with issuing religious legal opinions on any question to Muslims who ask for them, issues some 5,000 fatwas a week, including both the official ones that he himself crafts on important issues and the more routine ones handled via phone and Internet by a dozen or so subordinate muftis.

https://en.wikipedia.org/wiki/Shawki_Allam

[13] Female circumcision contradicts Islamic law

Egypt’s Dar al-Iftaa confirmed that female circumcision is a cultural practice and has no link whatsoever with Islam and its teachings.

This statement came in response to some fatwas issued by non-specialists who claim that it is a religious injunction.

The statement added that the prohibition of female circumcision is in accord with the objectives of Islamic law and interests of the people.

http://www.dar-alifta.org/Foreign/ViewArticle.aspx?ID=1881&CategoryID=1

Überschrift: „Von Dar al-Ifta. Noch zu dem Vorfall mit dem Mädchen in Suez [Mayar Mohamed Mousa, 17, starb am 29.05.2016 bei ihrer FGM und unter Vollnarkose im El Canal National Hospital]. Chitan al-inath (ختان الإناث), weibliche Beschneidung, verstößt sowohl gegen die Scharia als auch gegen das [weltliche] Gesetz (aš-šarīʿawa l-qānūn).“

Im ersten Satz wird die faktenwidrig pauschal aus dem Bereich des Islamischen in denjenigen des Volksbrauchtums verschobene FGM, Chitan al inath, nicht definiert; von einer solchen Formulierung aber sind sogenannte milde Formen der FGM ggf. ausgelassen.

Weiter unten ist von einer Distanzierung von der FGM im Jahre 2006 die Rede.

2006 redete Ali Gom’a ein bisschen gegen FGM, ohne allerdings beispielsweise FGM Typ Ia, Typ Ib oder Typ IV explizit zu verwerfen. Zuerst hätte er sich zur viele Jahrhunderte alten schafiitischen FGM-Pflicht positionieren müssen.

http://dar-alifta.org.eg/AR/Viewstatement.aspx?ID=5818

http://www.elfagr.org/2159547

http://www.alhyatalmasrya.com/beauty/59938.html

2006

Die Internationale Konferenz der Gelehrten bezüglich des Verbots von Missbrauch [der Islam missbraucht nicht, sondern macht sauber und rein] des weiblichen Körpers wurde am […] 22. und 23. 11.2006 in den Konferenzräumlichkeiten der Al-Azhar Universität abgehalten. […]

Weibliche Genitalbeschneidung [welche? Nur FGM Typ III?] ist eine ererbte Unsitte, die in einigen Gesellschaften praktiziert wird und von einigen Muslimen in mehreren Ländern in Nachahmung übernommen wurde. Dies ohne textliche Grundlage im Koran, respektive einer authentischen Überlieferung des Propheten.

Die heutzutage praktizierte weibliche Genitalbeschneidung [Motto: Wir sollten die Mädchen morgen anders beschneiden als heute?] fügt der Frau physische und psychische Schäden zu. […] diese Unsitte […]

Ebenso fordern die Teilnehmer der Konferenz die internationalen und regionalen Institutionen und Einrichtungen auf, ihre Anstrengungen auf die Aufklärung und Unterrichtung der Bevölkerung zu konzentrieren. Dies betrifft insbesondere die hygienischen und medizinischen Grundregeln, die gegenüber der Frau eingehalten werden müssen, sodass diese Unsitte nicht weiter praktiziert wird. [nanu, FGM lediglich ein Problem bei fehlender Keimfreiheit im Operationsraum oder anderweitigem Mangel an zeitgemäßer Medikalisierung?] […] diese Unsitte […]

Die Konferenz fordert die Legislativorgane auf, ein Gesetz zu verabschieden, welches den Praktizierenden diese schädigende Unsitte der weiblichen Genitalbeschneidung untersagt und sie als Verbrechen deklariert, unabhängig davon, ob es sich bei den Praktizierenden um Täter oder Initiator handelt. […]

Des Weiteren fordert die Konferenz die internationalen Institutionen und Organisationen auf, in allen Regionen Hilfe zu leisten, in denen diese Unsitte praktiziert wird, um somit zu ihrer Beseitigung beizutragen. [ist lediglich Typ III zu verbieten beabsichtigt sowie zusätzlich Typ I bzw. Typ II bei einem besonders wenig sterilen Operieren?]

Unterschrift:

Prof. Dr. Ali Gom’a

Großmufti Ägyptens

24.11.2006

(Quelle, deutsch: TARGET / Rüdiger Nehberg.)

http://www.target-human-rights.de/HP-08_fatwa/index.php?p=fatwaAzhar

Arabisches Original

http://www.target-human-rights.de/HP-08_fatwa/index.php?p=arabisch

Allenfalls Wunschdenken seitens der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

„Im November 2006 fand die jüngste Gelehrtenkonferenz an der Al-Azhar Universität statt. Initiiert von der deutschen Menschenrechtsorganisation TARGET und unter Schirmherrschaft des Großmufti von Ägypten, Prof. Dr. Ali Gom‘a, diskutierten muslimische Gelehrte aus aller Welt mit Wissenschaftlern über die Praktik. Sie fällten den Beschluss, FGM mit dem Gewicht einer Fatwa als strafbare Aggression und Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzustufen.“

https://www.giz.de/expertise/downloads/giz2011-de-fgm-islam.pdf

(دار الإفتاء: ختان الإناث مخالف للشريعة والقانون)

https://www.youtube.com/watch?v=C_vRT9i5jBk

[14] MP apologises for controversial comments on FMG issue

Al-Tahawy demanded that media outlets correct his previous comments to confirm his full respect for women [Arzt al-Tahawi bekennt seinen großen Respekt vor den ägyptischen Frauen. Genau. Vor den islamisch beschnittenen Frauen.]

(Daily News Egypt, 19.07.2016)

Member of parliament Ahmed Al-Tahawy apologised at the Sunday [17.07.2016] evening session of the House of Representatives for his controversial comments last week defending female genital mutilation (FMG), which prompted criticism and condemnation from women rights originations and activists.

During the evening session, Al-Tahawy said that he apologised to all Egyptian girls if his statements offended them, and confirmed to women’s organisations that he is interested in the dignity and prestige of women.

He further demanded that media outlets correct what they circulated about his previous comments, confirming his full respect for women.

The MP said that after reviewing the fatwa issued on 2 June 2016 by Dar Al-Ifta, which after several studies confirmed the illegality of FGM, he found that ”FGM is a very controversial issue as there are several disagreements over it”. [Sogar schlimm umstritten ist sie, die islamische Mädchenbeschneidung. Es gibt sogar Gegner der Islamic FGM; diese Angelegenheit (issue) ist wirklich schlimm umstritten, very controversial.]

He also stressed that the Grand Mufti is the only responsible party to legislate and legalise such an issue. [Entschuldigung geht anders. Nach wie vor ist sein Aufruf:

Ägypter, lassen wir Scheich Schawki Ibrahim Allam (شوقي إبراهيم علام) reden, der Großmufti soll jetzt zur FGM entscheiden.]

Member of the National Council for Women, Amr Hassan, who is an obstetrician and gynaecologist, said that a meeting will be held in the parliament on Tuesday to discuss harsher punishment for FMG and to stress the necessity of avoiding comments on such sensitive issues without being fully familiar with its consequences.

Hassan commented on Al-Tahawy’s statements saying that MPs’ statements are very significant and impact people and that such statements could really distort people’s thoughts. The doctor urged that FMG is not a part of Islam [nun, “FGM” nicht, maßvolle FGC schon], pointing to Saudi Arabia where it is not practised despite the restrictions imposed on women there. [Merke: Was auf Erden schlimm ist, hat nichts mit dem Islam zu tun.]

Following Al-Tahawy’s apology, MP Amenah Nossier said that FGM is not accepted in any way, whether legitimately, psychologically, or socially, noting that it is a social custom not related to Islam, but practised in African countries. [Nix mit Islam zu tun.]

Al-Tahawy, who is a member of the Health Committee, previously stated that “leaving a female without FGM is something wrong” during a parliamentary discussion on 12 June about implementing harsher punishments for FGM practice. […]

http://www.dailynewsegypt.com/2016/07/19/mp-apologises-controversial-comments-fmg-issue/

Arabisch, bei Parlmany. Der Arzt und MP Ahmad al-Tahawi (Ahmed el-Tahawi usw.) entschuldigt sich ein bisschen für seine Forderung nach der FGM.

http://www.parlmany.com/News/7/105930/-%D9%86%D8%A7%D8%A6%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D8%AE%D8%AA%D8%A7%D9%86-%D9%8A%D8%B9%D8%AA%D8%B0%D8%B1-%D9%84%D9%86%D8%B3%D8%A7%D8%A1-%D9%85%D8%B5%D8%B1

Hier noch ein bisschen mehr Entschuldigung, gar der Gang nach Canossa? Ahmad al-Tahawi (Ahmed el-Tahawi) will die Autorität der Dar al-Ifta respektieren und die Würde der Frauen sowieso. Was, wenn Office of the Mufti schon bald eine soundso kleine FGC islamrechtlich statthaft nennt? Nach dem Recht der Schafiiyya ist der Unbeschnittene wie die Unbeschnittene islamisch ohne Würde.

http://www.parlmany.com/News/4/105805/%D8%A3%D8%AD%D9%85%D8%AF-%D8%A7%D9%84%D8%B7%D8%AD%D8%A7%D9%88%D9%89-%D8%B9%D8%B6%D9%88-%D9%84%D8%AC%D9%86%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%B5%D8%AD%D8%A9-%D9%8A%D8%B9%D8%AA%D8%B0%D8%B1-%D8%A8%D8%A7%D9%84%D8%AC%D9%84%D8%B3%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%A7%D9%85%D8%A9-%D8%B9%D9%86-%D8%AA%D8%B5%D8%B1%D9%8A%D8%AD%D8%A7%D8%AA%D9%87

[15] Thomas von der Osten-Sacken, director of a German nongovernmental organization called WADI […] The practice is known to exist throughout the Middle East, particularly in northern Saudi Arabia, southern Jordan, and Iraq.

(Female circumcision surfaces in Iraq. By Nicholas Birch, Contributor to The Christian Science Monitor. 10.08.2005)

http://www.csmonitor.com/2005/0810/p06s01-woiq.html?s=t5

FGM in Saudi-Arabien

Female genital mutilation is present in Saudi Arabia. FGM is most prevalent in Saudi regions following Shafi’i school within the Sunni sect of Islam, such as Hejaz, Tihamah and Asir. In a clinical study, Alsibiani and Rouzi provide evidence of the practice in Saudi Arabia. Another 2010 report claims post-FGM medical complications are an indicator of widespread prevalence of the practice in Saudi women. A 2012 study finds, that of the Saudi women who had FGM, Type III was more common than Type I or II.

https://en.wikipedia.org/wiki/Prevalence_of_female_genital_mutilation_by_country#Saudi_Arabia

[16] 7 False Myths About FGM

As Egypt launches its massive anti-female genital mutilation campaign today, we take a look at some of the most common misconceptions about the barbaric and dangerous practice that still affects millions of women yearly.

[…] The practice is in no way related to religion. […] the Minister of Health Dr. Adel Adawy [Adel Adawi] has just said, “There are no religious justifications for Female Genital Mutilation.”

(CairoScene, 14.06.2015)

http://www.cairoscene.com/LifeStyle/7-False-Myths-About-FGM

Health Minister Adel Adawi [Adel Adawy] discussed with his visiting Gambian counterpart Omar Sey boosting cooperation in the health sector.

http://allafrica.com/stories/201501121942.html

[17] Sin embargo, aún existen muchas voces que siguen justificando la práctica. Precisamente a principios de esta semana el diputado y médico Ahmed el Tahawi, miembro del comité de Sanidad del Parlamento egipcio, defendió la necesidad de la ablación. En una entrevista a un medio digital, a propósito de una propuesta de reforma legislativa para endurecer la prohibición, Al Tahawi aseveró: „cuando dejamos a la mujer sin circuncisión, esa zona de su cuerpo se contamina además de causar un estado no deseado de excitación sexual que podría originar graves problemas“.

El Mundo (EM), (Madrid), 18.07.2016.

http://www.elmundo.es/sociedad/2016/07/15/5788c352268e3ee46b8b4611.html

[18] FEMALE GENITAL MUTILATION: AN ISLAMIC PERSPECTIVE

Imad-ad-Dean Ahmad

[…] Islamic law protects a woman’s right to sexual enjoyment […] Islamic law prohibits clitoridectomy (partial or complete removal of the clitoris) or infibulation (excision of part or all of the external genitalia and stitching/narrowing of the vaginal opening), or any genital mutilation which impairs the woman’s ability to enjoy sexual relations. Such prohibitions are consistent with the hadithic warning against severity in female circumcision. […] Islamic law does not mandate female genital mutilation and tolerates only the most mild form of circumcision […] For Muslims, cliterodectomy and infibulation should be considered ḥarām (prohibited) practices and opposition to it should be part of our ongoing mandate to fight against superstition and oppression. As to the mildest form of female circumcision, the risks to the girl’s future ability to enjoy sexual relations with her husband must place it at best in the category of makrūh (disliked) practices. Since it has neither hygienic nor religious value, there is no justification for Muslims to engage in this painful and potentially harmful practice and it would be best to avoid it completely.

http://www.minaret.org/fgm-pamphlet.htm

MFI

Minaret of Freedom Institute

Imad-ad-Dean Ahmad, Ph.D. (President, director)

http://www.minaret.org/Staff.htm

MFI

Minaret of Freedom Institute

Its early board of advisers included former Richard Nixon advisor Robert D. Crane, a convert to Islam, and Charles Butterworth, a University of Maryland Islamic scholar.

Religious views

Sharia law

The Institute holds that adherence to Sharia law and even Islamist politics can be compatible with libertarian ideas. In a paper delivered at a 2005 Center for the Study of Islam and Democracy conference Imad-ad-Dean Ahmad noted the similarities of American secularism and Islamic law, argued that the free exercise of religion is inherently part of Islamic law and outlined a vision of „Islamic pluralism“ where the traditional dhimmi system of protection of non-Muslims must be explicitly protected constitutionally.

https://en.wikipedia.org/wiki/Minaret_of_Freedom_Institute

Imad-ad-Dean Ahmad

He was raised in Pennsylvania and graduated cum laude with a bachelor’s degree from Harvard University (1970) and a doctoral degree in astronomy and astrophysics from the University of Arizona (1975).

https://en.wikipedia.org/wiki/Imad-ad-Dean_Ahmad

Bethesda is a census-designated place in southern Montgomery County, Maryland, just northwest of the United States capital of Washington, D.C.

https://en.wikipedia.org/wiki/Bethesda,_Maryland

[19] The Medina Covenant was described as a Pax Islamica by Imad-ad-Dean Ahmad […] Ahmad finds that the Medina Covenant parallels the US Constitution

https://books.google.de/books?id=9sLFAAAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

The Institute holds that adherence to Sharia law and even Islamist politics can be compatible with libertarian ideas. In a paper delivered at a 2005 Center for the Study of Islam and Democracy conference Imad-ad-Dean Ahmad noted the similarities of American secularism and Islamic law, argued that the free exercise of religion is inherently part of Islamic law and outlined a vision of „Islamic pluralism“ where the traditional dhimmi system of protection of non-Muslims must be explicitly protected constitutionally.

https://en.wikipedia.org/wiki/Minaret_of_Freedom_Institute

[20] Fine-touch pressure thresholds in the adult penis.

Sorrells ML, Snyder JL, Reiss MD, Eden C, Milos MF, Wilcox N, Van Howe RS.

CONCLUSIONS

The glans of the circumcised penis is less sensitive to fine touch than the glans of the uncircumcised penis. The transitional region from the external to the internal prepuce is the most sensitive region of the uncircumcised penis and more sensitive than the most sensitive region of the circumcised penis. Circumcision ablates the most sensitive parts of the penis.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17378847

[21] Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark.

Morten Frisch, Morten Lindholm and Morten Grønbæk.

CONCLUSIONS

Circumcision was associated with frequent orgasm difficulties in Danish men and with a range of frequent sexual difficulties in women, notably orgasm difficulties, dyspareunia and a sense of incomplete sexual needs fulfilment. Thorough examination of these matters in areas where male circumcision is more common is warranted.

http://ije.oxfordjournals.org/content/early/2011/06/13/ije.dyr104.abstract

[22] Ist die Knaben-Beschneidung überhaupt Pflicht im Islam?

[„Eine Aufklärung des Theologen und Arztes Nadeem Elyas“, jenem „Frauenarzt aus dem rheinischen Eschweiler“ (s. u.), der allerdings seine Doktorarbeit nicht finden kann. Publiziert beim ZMD am 21.07.2012, mithin im Jahr der staatlich abgewürgten Beschneidungsdebatte 2012.]

[…] Die Verpflichtung zur Beschneidung ist durch die Sunna (Aussagen und Handlungen des Gesandten Allahs) belegt. Denn der Koran und die Sunna gelten gemeinsam als die Quelle der Rechtslehre im Islam; sie ergänzen und erklären sich gegenseitig. In der Regel enthält der Koran zusammengefasste Aussagen, die die Sunna ausführlich durch Aussagen und Lebensweise des Propheten darlegt.

Ausgehend von der Sunna gilt die Beschneidung sowohl bei Sunniten als auch bei Schiiten als islamische Pflicht und gehört zu den Glaubensüberzeugungen der Muslime. Bei zwei der sunnitischen Rechtsschulen (der schafiitischen und der hanbalitischen) sowie bei den schiitischen Rechtsschulen gilt die Beschneidung als wajib (Pflicht). Bei den restlichen sunnitischen Rechtsschulen (der hanafitischen und der malikitischen) gilt sie als Sunna Muakkada (Mit Nachdruck empfohlene Prophetentradition). […]

http://islam.de/20776

Frauenarzt aus dem rheinischen Eschweiler […] Elyas hat sich mehrfach zu der Pflicht der Moslems bekannt, einen islamischen Staat zu errichten. In der von ihm inspirierten „Islamischen Charta“ wird diese Verpflichtung geschickt umgangen. Das Dokument gibt auch keine Antwort auf die Frage, wie es wirklich mit der Gleichheit von Mann und Frau steht. Erwähnt wird nur das aktive und passive Wahlrecht der Frau. […] Kardinal Karl Lehmann hat dem Islam ein „ungebrochenes Verhältnis zur Gewalt“ bescheinigt. Diesen Vorwurf konnte auch der diplomatische Nadeem Elyas nicht widerlegen.

(Das doppelte Gesicht des Islam in Deutschland: Nadeem Elyas. Von Gernot Facius. DIE WELT, 18.06.2002.)

http://www.welt.de/print-welt/article395030/Das-doppelte-Gesicht-des-Islam-in-Deutschland-Nadeem-Elyas.html

Islamische Charta

Die am 03.02.2002 verabschiedete Islamische Charta: Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft stammt aus der Feder von Nadeem Elyas, der zeitweilig als Generalsekretär der Union Muslimischer Studenten-Organisationen in Europa (UMSO) sowie als Sprecher des Islamischen Zentrums Aachen (IZA) tätig war und der vor allem, bis 2006, als Amtsvorgänger von Ayyub Axel Köhler bedeutsam ist, jenes Vorsitzenden des ZMD, dessen Nachfolge 2010 der dort bis heute tätige Aiman Mazyek antrat.

Von Jacques Auvergne (2011)

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/09/27/262/

Auf dem Weg zur Rechtspaltung

Zum Text des Nadeem Elyas »Das weiche Wasser wird besiegen den harten Stein«, den der Islamische Informationsdienst (IID) 1997 in Aachen anlässlich der zwei Jahre eher erfolgten Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an die islamverliebte Orientalistin Annemarie Schimmel herausgab. Des Buches komplette zweite Hälfte »Teil 2 Nadeem Elyas« (75-130) gliedert sich in die drei Kapitel »Menschenrechte im Islam« (75-100), »Friedensauftrag des Islam« (101-116, hier unberücksichtigt) und »Friedliches Zusammenleben in Europa« (117-130).

Von Jacques Auvergne (2010)

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/07/11/180/

[23] rarely, if ever performed alone / rarely performed alone

Type I is subdivided into Ia, removal of the clitoral hood (rarely performed alone), and the more common Ib (clitoridectomy), the complete or partial removal of the clitoral glans and clitoral hood. (When discussing FGM, the WHO uses clitoris to refer to the clitoral glans, the visible tip of the clitoris.) Susan Izett and Nahid Toubia write: „[T]he clitoris is held between the thumb and index finger, pulled out and amputated with one stroke of a sharp object.“

https://en.wikipedia.org/wiki/Female_genital_mutilation#WHO_Types_I_and_II

Type I is subdivided into Ia, the removal of the clitoral hood (rarely, if ever performed alone), and the more common Ib (clitoridectomy), the complete or partial removal of the clitoris and clitoral hood.

https://www.reddit.com/user/Hey_Thats_Not_Irony?sort=hot

[24] but this form appears to be relatively rare

The reference to the clitoral prepuce is moved to the end of the sentence. The reason for this change is the common tendency to describe Type I as removal of the prepuce, whereas this has not been documented as a traditional form of female genital mutilation. However, in some countries, medicalized female genital mutilation can include removal of the prepuce only (Type Ia) (Thabet and Thabet, 2003), but this form appears to be relatively rare (Satti et al., 2006). Almost all known forms of female genital mutilation that remove tissue from the clitoris also cut all or part of the clitoral glans itself.

https://www.reddit.com/r/SubredditDrama/comments/4jcfk6/radviceanimals_uncut/d36km7s.compact

[25] In 2008, the Egyptian Parliament criminalised FGM/C by amending the country‟s Penal Code through Article 242b is) to ensure that existing articles that address deliberate bodily injury (Articles 241 and 242) be applied to FGM/C. That same year the Egyptian Parliament amended the Child Law. While the amendment to the Child Law did not specifically address FGM/C, it supported the revised Penal Code by establishing decentralised Child Protection Committees at governorate and district levels. These committees are responsible for developing child protection policy at governorate level, identifying and referring child abuse cases, and monitoring the enforcement of the anti-FGM/C law and Ministry of Health decree on FGM/C at governorate, district and community levels.

(Source: Communication with NCCM, UNICEF, Save the Children UK, and Egyptian Centre for the Rights of the Child)

http://www.unicef.org/policyanalysis/files/UNICEF_-_LRI_Legislative_Reform_to_support_the_Abandonment_of_FGMC_August_2010.pdf

Die Al-Azhar und das weibliche Genital

[Auszüge aus einer Fernsehdebatte zum Thema der weiblichen Beschneidung in Ägypten. Ausgestrahlt wurde das Interview über den kuwaitischen Fernsehsender Al-Rai TV am 28. März 2006. Es unterhalten sich Dr. Muhammad Wahdan, Dozent an der Kairoer Al-Azhar-„Universität“ und die Dozentin für Islamisches Religiöses Recht Dr. Malika Zarrar. Quelle MEMRI-TV.]

[…] Fassen wir zusammen: Erstens bleibt Frauenbeschneidung etwas Unbesprechbares. Zweitens findet sie statt. Und drittens wird sie immer wieder offiziell verboten. Die Akteure der arbeitsteiligen islamischen Gesellschaften kultivieren eine vernetzte und flexible Rhetorik.

Vielleicht sollten wir Imperialisten und Eurozentriker die ägyptischen FGM-Verbote gar nicht wörtlich nehmen sondern als einen gequält geäußerten Wunsch erkennen.

Als den Wunsch nach dem Wechsel des Gesprächsthemas.

Jacques Auvergne, 09.06.2008.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/06/09/072/

[26] Al-Azhar Cleric Farahat Sa’id Al-Munji Justifies Female Circumcision: It Replaces the Chastity Belts of Ancient Times.

[…] for the sake of her honor, a woman can be circumcised […] all these things appear in Islamic law […] Don’t think we are making these things up. It all exists [in religious law] and is determined… We say that if the clitoris is so on and so forth […]

Ins Englische übersetzt bei: MEMRI – The Middle East Media Research Institute

http://www.memritv.org/clip_transcript/en/1466.htm

Al-Azhar Cleric Farahat Sa’id Al-Munji Justifies Female Circumcision: It Replaces the Chastity Belts of Ancient Times

Mehwar TV (Egypt) – May 10, 2007

Die Filmsequenz mit englischen Untertiteln, dokumentiert bei: MEMRI – The Middle East Media Research Institute

http://www.memritv.org/clip/en/1466.htm

[27] Dr. Muhammad al-Mussayar von der Kairoer al-Azhar-„Universität“

„All the jurisprudents, since the advent of Islam and for 14 centuries or more, are in consensus that female circumcision is permitted by Islam. But they were divided with regard to its status in shari’a. Some said that female circumcision is required by shari’a, just like male circumcision. Some said this is the mainstream practice, while others said it is a noble act. But throughout the history of Islam, nobody has ever said that performing female circumcision is a crime. There has been a religious ruling on this for 14 centuries.“

Dokumentiert bei: MEMRI – The Middle East Media Research Institute

http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/2068.htm

Al-Azhar University Scholars Argue over the Legitimacy of Female Circumcision Practiced in Egypt

Al-Arabiya TV (Dubai/Saudi Arabia) – February 12, 2007

Die Filmsequenz mit englischen Untertiteln, dokumentiert bei: MEMRI – The Middle East Media Research Institute

http://www.memritv.org/clip/en/1392.htm

[28] Mohamed Kandil / Mohamed Kandeel

Female circumcision: Limiting the harm

CONCLUSIONS

To conclude, law makers all around the globe are invited to review the legal situation of female circumcision. Parents, especially immigrants to the western world from the practicing societies, should be properly counselled for the possible complications, but should also be informed that these data were not derived from randomized controlled trials. Those who insist on circumcising their daughters should be allowed to do so, but advised not to exceed type I cutting; otherwise, they will go for it secretly and illegally by inexperienced personnel in a poorly hygienic environment with the possibility of complications.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3917656/

[29] Female genital alteration: a compromise solution

Kavita Shah Arora, Allan J. Jacobs

ABSTRACT

Despite 30 years of advocacy, the prevalence of non-therapeutic female genital alteration (FGA) in minors is stable in many countries. Educational efforts have minimally changed the prevalence of this procedure in regions where it has been widely practiced. In order to better protect female children from the serious and long-term harms of some types of non-therapeutic FGA, we must adopt a more nuanced position that acknowledges a wide spectrum of procedures that alter female genitalia. We offer a revised categorisation for non-therapeutic FGA that groups procedures by effect and not by process. Acceptance of de minimis procedures that generally do not carry long-term medical risks is culturally sensitive, does not discriminate on the basis of gender, and does not violate human rights. More morbid procedures should not be performed. However, accepting de minimis non-therapeutic FGA procedures enhances the effort of compassionate practitioners searching for a compromise position that respects cultural differences but protects the health of their patients.

http://jme.bmj.com/content/42/3/148.abstract?ijkey=4ce15217e79cdbd199e08ffcace3f2ebeb33d64a&keytype2=tf_ipsecsha

[30] „Zudem ist mit Blick auf die Wortwahl des Gesetzgebers erkennbar, dass es sich um negative Veränderungen von einigem Gewicht handeln muss. Damit scheiden rein symbolische Bagatellverletzungen, kosmetisch motivierte Eingriffe wie „Schönheitsoperationen“ im Genitalbereich oder dem Modebewusstsein entspringende Intimpiercings aus dem objektiven Tatbestand des § 226a StGB aus.″

Seite 733

https://books.google.de/books?id=TSPoBQAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Professor Dr. Mark A. Zöller

Professur für Deutsches, Europäisches und Internationales Strafrecht und Strafprozessrecht sowie Wirtschaftsstrafrecht

https://www.uni-trier.de/index.php?id=23759

[31] Kollaboration mit den Ritualbeschneidern, Prinzip Beschneidung auf Kinderwunsch: Anne Lindboe und die fünf anderen Nordischen Kinderrechtsbeauftragten. Zitat; eigene Hervorhebungen.

Circumcision without a medical indication on a person unable to provide informed consent [man verteidigt nicht, wie kinderrechtlich geboten, das intakte Geschlechtsorgan, sondern beeilt sich, die Genitalverstümmelung zu tolerieren, sobald der junge Mensch sie für sich wünscht] conflicts with basic principles of medical ethics, particularly because the operation is irreversible, painful and may cause serious complications. There are no health-related reasons to circumcise young boys in the Nordic countries. Arguments that may argue in favour of circumcision in adult men are of little relevance to children in the Nordic area. Boys [Jungen sollen sich entscheiden dürfen, wann kommen die Mädchen?] can make up their own minds about the operation when they get old enough to provide informed consent [es geht der Bewegung der Genitalautonomen nur noch um das Aushandeln des Alters der informierten Einwilligung].

We ask the Nordic governments to take the necessary steps towards ensuring that boys get the right to decide for themselves whether or not they want to be circumcised.

Oslo, 30th of September 2013 — Signed by

• Anne Lindboe, Norwegian ombudswoman for children

• Fredrik Malmberg, Swedish ombudsman for children

• Maria Kaisa Aula, Finnish ombudswoman for children

• Per Larsen, Chairman of the Danish Children’s Council

• Margrét Maria Sigurdardóttir, Icelandic ombudswoman for children

• Anja Chemnitz Larsen, Greenlandic Children’s spokesperson

as well as by representatives of Nordic associations of pediatricians and pediatric surgeons.

https://www.crin.org/en/library/news-archive/male-circumcision-nordic-ombudspersons-seek-ban-non-therapeutic-male

We request our governments to take necessary measures to ensure that boys are given the opportunity to decide for themselves whether or not they want to be circumcised.

https://www.crin.org/en/docs/English-statement-.pdf

[32] Nordic children’s ombudsmen take historic step to protect children’s rights

[…] Dr Antony Lempert, a GP and spokesperson for the UK Secular Medical Forum (SMF), applauded this historic resolution and urged the UK and devolved Governments to work towards protecting all UK children at risk of forced genital cutting. [Nur aufgezwungen (forced) darf sie dem Kind aus Sicht der gegenmodernen Bewegung der Genitalautonomen nicht sein. Nun, ein bisschen religiöses Genitalverstümmeln auf Kinderwunsch ist auch für Dr. Lempert völlig ok?]

He said: „This important statement by the Nordic child protection experts is grounded in common sense. Children’s basic rights to bodily integrity [der die Ombudsleute begeistert lobende Allgemeinmediziner Lempert schützt den Körper des unter achtzehn Jahre alten Menschen nicht bedingungslos, denn zu dem von ihm genannten Recht auf körperliche Unversehrtheit (bodily integrity) gehört, siehe Resolution, kindlicher genitaler Umgestaltungswunsch, kindliches Streben nach rituell bekundeter Zugehörigkeit, nach der (FGM oder) MGM. Geboten hingegen ist unverhandelbare bodily intactness] and to form their own beliefs should not be overridden because of their parents‘ religious or cultural practices.“ […]

http://www.secularism.org.uk/news/2013/10/nordic-childrens-ombudsmen-take-historic-step-to-protect-childrens-rights

[33] ECWR Condemns MP’s statement on FGM

(Cairo 14th July, 2016) ECWR condemns the statement of a Member of health committee of Egypt’s House of Representatives, Ahmed el-Tahawy, on female genital mutilation (FGM), as he said, as a doctor, he believes that “Leaving the female without excision is wrong, beside there is no harm to the female from the circumcision operation.”

The MP’s statement is an incitement to commit a crime and violence against women. Instead of MPs performing their legislative and monitoring duties, some MPs are inciting a crime. This statement also violates the law as the practice of FGM is criminalized in Egypt.

[…]

ECWR calls for:

• Conducting an investigation by The Values Committee in the House of Representatives with this Member of Parliament for inciting crimes and violence against women

• Issuing a law quickly with the stricter penalties for FGM

• Taking serious action by the Ministry of Health with some doctors who perform FGM operations

http://ecwronline.org/?p=7259

[34] 226a StGB – Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung

Professor Karl-Peter Ringel, M.D. / Ph.D., FRSM

Ass. jur. Kathrin Meyer

http://wcms.uzi.uni-halle.de/download.php?down=33910&elem=2767812

Zwei Wegbereiter deutscher Mädchenbescheidung

Von Edward von Roy am 14.09.2014.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2014/09/14/399/

[35] Die Choreographin

Von Edward von Roy am 10.09.2014.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2014/09/10/395/

Entgegnung auf die Richtigstellung der Tatjana Hörnle

Punktgenau zur Eröffnung des 70. Deutscher Juristentages streitet Gutachterin Tatjana Hörnle, die sich von der Zeitung Berliner Kurier missverstanden fühlt, ihren Versuch einer deutschen Legalisierung der sogenannten milden Sunna ab („Richtigstellung“). Ebenso wie Humanmediziner Karl-Peter Ringel und Volljuristin Kathrin Meyer arbeitet jedoch auch die Berliner Juraprofessorin an einer Straffreiheit der in Deutschland über § 226a StGB verbotenen, der schafiitischen Rechtsschule des Islam jedoch verpflichtenden (farḍ, wāǧib), für Hanbaliten und Malikiten religionsrechtlich als ehrenwert eingestuften und den Hanafiten immerhin als Sunna geltenden FGM Typ Ia und Typ IV. Von Edward von Roy und Gabi Schmidt am 16.09.2014.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2014/09/17/400/

[36] Waries Dirie, zitiert bei der Seite Krankenkassen

https://www.krankenkassen.de/dpa/266817.html

[37] Waris Dirie findet die männliche Genitalverstümmelung prima, sie erst mache den Jungen sauber, gesund und schön (typische stammeskulturelle Pro-HGM- und damit auch Pro-FGM-Argumente), womit sie jeden intakten („unbeschnittenen“) Jungen oder Mann doch wohl eher dem Bereich des Schmutzigen, Kranken und Hässlichen zuordnet. Ihr Kind, so wähnt sie, ist ihr Besitz: Penisbesitzerin Mutter Waris weiß, dass der Islam die Beschneidung der Jungen, den Chitan al-walad (vgl.: khitan al-awlad wa l-banat, Die Beschneidung der Jungen und Mädchen; Buchtitel) ohnehin verlangt.

„Wir hatten Aleeke am Tag nach seiner Geburt beschneiden lassen. Weibliche Genitalverstümmelung ist etwas völlig anderes, sie sollte überhaupt nicht Beschneidung genannt werden. Bei männlichen Personen macht man das aus medizinischen Gründen – um die Hygiene zu sichern. Ich hörte meinen Sohn dabei weinen, aber er hörte sofort auf, als ich ihn hielt. Ungeachtet meiner starken Ablehnung der FGM wusste ich, dass es eine richtige Maßnahme war. Mein Sohn hat einen schönen Penis, er sieht so gut und sauber aus …“ (“We had Aleeke circumcised in the hospital a day after he was born. This is very different from female genital mutilation; that should never even be called circumcision – it’s not. In males it’s done for medical reasons – to ensure cleanliness. I could hear Aleeke crying when they did it but he stopped as soon as I held him. Despite my strong feelings about FGM, I knew it was the right thing to do. My son has a beautiful penis. It looks so good and so clean.”)

https://de.wikipedia.org/wiki/Waris_Dirie

[38] FGM ist irgendwie nicht gut – und über den Islam rede man nur Gutes. Der Fall ist klar: “FGM hat nichts mit Religion zu tun”.

http://venturesafrica.com/interview-with-former-super-model-waris-dirie/

[39] FGM authentisch schafiitisch. Bei Shafi’i Fiqh (Shafiifiqh.com) mittlerweile hastig vom Netz genommen worden, hingegen ruhig bei Allah und IslamQA verwahrt.

What is the Ruling on Circumcision for Women?

http://islamqa.org/shafii/shafiifiqh/30239

Bei Shafi’i Fiqh (Shafiifiqh.com) selbst hingegen fordert man die Mädchenbeschneidung nach wie vor. Allerdings wird, ganz in der Manier von Scheich Keller, baZr (baẓr) gezielt falsch wiedergegeben.

In these passages, the word „bazr“ [baẓr] is mentioned. Sahib al-Misbah al-Munir [vgl. hingegen: “For women, it involves cutting the outer portion of the clitoris”, s. u.] mentions that the „bazr“ in circumcision is the prepuce. Thus, what is intended is a part of the prepuce surrounding the clitoris and not the clitoris itself. […]

[Falsch, baẓr (بظر) ist und die islamische FGM meint die Klitoris.]

Some have declared Tabarani’s chain to be authentic. While others criticized the authenticity of this narration. Here, it is not being cited to establish a basis for a practice in the Sacred Law, the afore mentioned ijma‘ (iǧmāʾ Konsensus der Ulama, ist nach Koran und Sunna die dritte Quelle des Fiqh, der islamischen Jurisprudenz. Vierte ist der Qiyas (qiyās), den nur einige Hanbaliten ablehnen] establishes that. The narration describes the manner in which the practice is to be performed. It clarifies that the procedure is minor and the reduction is slight; in fact, the verbs used are commands, which indicate obligation. Meaning, to go beyond this contravenes what the Prophet (…) commanded.

What we have mentioned above is not FGM. In Arabic, the practice we are talking about is called „khafd,“ [ḫ-f-ḍ, ḫifāḍ bzw. ḫafḍ] meaning, a reduction i.e. of the clitoral hood [das ist Irreführung, baẓr ist der Kitzler. Das Wort Klitorisvorhaut kennen die autoritativen islamischen Texte nicht]. This is actually, according to many health experts, an accepted medical procedure; something that when done properly, women are satisfied with.

Some individuals or organizations in Europe and other places argue that circumcision/unhooding is genital mutilation. The corollary of this line of argument is generally that it should be banned. This is obviously something that Muslims disagree with.

Allah commanded the Prophet Abraham (…) to circumcise, and Allah says in the Qur’an, „Follow the way of Abraham, as a pure monotheist. “ (Surah al-Nahl 123) [Sure Die Biene, Koran 16:123. Hanifiyya bedeutet Der Religion Abrahams folgen; Koranbegriff Hanif, ḥanīf, Mz. ḥunafāʾ] And circumcision is part of his way; it is a ritual of obedience to God first performed by the father of the monotheistic faiths.

Also, it was practiced and advised in the time of the Prophet Muhammad (…), for both men and women.

The official position of the Shafi’i School is that it is obligatory for a woman.

[Nun aber wird der Wegbereiter der Standardisierung der Schafi’iyya, al-Nawawi (das Rechtskompendium Reliance of the Traveller gründete Autor Schihabuddin Abu al-ʿAbbas Ahmad ibn Naqib al-Misri (1302–1367) auf dessen Werk), falsch angewendet und statt al-Nawawi (bzw. statt al-Misri) ausgerechnet der Koran, nämlich der koranische Ibrahim, das war einst der jüdische Abraham, für das wadschib der schafiitischen FGM herangezogen. Niemals haben Juden FGM praktiziert. Nebelwurf, zur eigentlichen schafiitischen Forderung hat man sich bekannt: Die Sunnabeschneidung auch der Mädchen ist Pflicht, nur FGM nennen dürfen die Gottlosen sie nicht mehr.]

http://shafiifiqh.com/question-details.aspx?qstID=173

Je mehr Islam, desto weniger baZr. Und baẓr (بظر) ist nicht die Klitorisvorhaut, sondern …

https://ar.wikipedia.org/wiki/%D8%A8%D8%B8%D8%B1

… die Klitoris.

https://de.wikipedia.org/wiki/Klitoris

Circumcision

Fiqh 1.21a

This prevents dirt from getting on one’s penis, and also makes it easy to keep it clean. For women, it involves cutting the outer portion of the clitoris. Abu Huraira reported that the Messenger of Allah said, „Ibrahim circumcised himself after he was eighty years old.“ (Related by al-Bukhari.) Many scholars say that it is obligatory.‘ The Shaf’iyya maintain that it should be done on the seventh day.

Circumcising a female is not a recommended act, but it is considered permissible so long as very little cutting is done. Be careful to find a reputable person to perform circumcision on a female, as many errors are made by the untrained; check with those who have received the circumcision to ensure safety and proper cutting technique

https://www.facebook.com/notes/muslim-guide-to-pregnancy-labour-and-birth/what-to-do-upon-birth-adhantahnikaqeeqahcircumcisionbreastfeeding-in-islam/254899497877998/

[40] Nuh Ha Mim Keller’s Translation

„4.3 Circumcision is obligatory (O: for both men and women. For men it consists of removing the prepuce from the penis, and for women, removing the prepuce (Ar. Bazr) [baẓr] of the clitoris (n: not the clitoris itself, as some mistakenly assert). (A: Hanbalis hold that circumcision of women is not obligatory but sunna, while Hanafis consider it a mere courtesy to the husband.)“ […]

The Arabic word baẓr does not mean „prepuce of the clitoris“, it means the clitoris itself […]. The deceptive translation by Nuh Ha Mim Keller, made for Western consumption, obscures the Shafi’i law, given by ‚Umdat al-Salik, that circumcision of girls by excision of the clitoris is mandatory. This particular form of female circumcision is widely practiced in Egypt, where the Shafi’i school of Sunni law is followed.

(Answering Islam: Islamic Law on Female Circumcision.)

http://answering-islam.org/Sharia/fem_circumcision.html

[41] Talauth [تلوث, talawṯ], anglis. talawth, talouth

Ohne FGM kein Schutz vor dem Schmutz, sei dieser rein diesseitig toxisch bzw. bakteriell oder dräue er heilsgefährdend aus dem Bereich des Verborgenen. Ein unbeschnittenes weibliches Geschlechtsteil, so glaubt und spürt es der Allahgott und die Wissenschaftlichkeit fürchtende Arzt Ahmad al-Tahawi, zieht Verunreinigung, Verschmutzung oder sogar Vergiftung heran, grausigsten, weil das Seelenheil gefährdenden Talauth.

http://www.almaany.com/ar/dict/ar-en/%D8%AA%D9%84%D9%88%D8%AB/

http://www.almaany.com/ar/dict/ar-en/pollution/

Umweltschutz? Ihn rein diesseitig zu betreiben, macht islamisch nicht ausreichend rein. Die Verunreinigung des Körpers und die Verunreinigung der Seele.

Al Talouth al Jasadi wa al Talouth al Nafsi

التلوث الجسدي والتلوث النفسي

Author : Muhmmed Ali Ezzedine

http://www.almaktabah.com/detail.php?product_code=123818

Umweltschutz.

Kassem, Mona, 1997: Al-Talawth Al-Bee’i wa Al-Tanmiya al-Iktisadiya [Environmental Pollution and Economic Development]

http://download.springer.com/static/pdf/352/bbm%253A978-3-540-68488-6%252F1.pdf?originUrl=http%3A%2F%2Flink.springer.com%2Fbook%2Fbbm%3A978-3-540-68488-6%2F1&token2=exp=1469501370~acl=%2Fstatic%2Fpdf%2F352%2Fbbm%25253A978-3-540-68488-6%25252F1.pdf%3ForiginUrl%3Dhttp%253A%252F%252Flink.springer.com%252Fbook%252Fbbm%253A978-3-540-68488-6%252F1*~hmac=24bd26cd29e97d4f358cb55c8bc59c3c59a1b9ca23735c480fd50e8527a949b2

Den schlimmen Talauth entfernen oder besser noch verhindern. Der Umweltschutz im Islamischen Recht, in der Scharia.

Environmental Protection in Islamic Shari’ah

https://de.scribd.com/document/39725028/ENVIROMENTAL-PROTECTION-IN-ISLAMIC-SHAR-IA

A Proteção Ambiental na Sharia Islâmica

Talawth Mishkilat al-Asr by Dr. Ahmad Madhat Salam

http://www.mesquitadobras.org.br/not_vis.php?op=111&cod=371&pagina=0

[42] Sein Vortrag mit Fragerunde im Parlament sollte ein Beitrag zum Dialog des Westens mit dem Islam sein. Die Freiheit der Religionsausübung und die Gleichberechtigung der Frau sind dabei Reizthemen – bei denen auch der Groß-Imam der Kairoer Al-Azhar-Universität Fragen offen lassen musste. […]

Der Groß-Imam verteidigt seine Religion als friedlich und barmherzig. Islamistischer Terror verrate den Islam, sagte er und forderte einen gemeinsamen Kampf gegen Terrorgruppen wie den «Islamischen Staat» (IS). Al-Tayyeb sagte, der Islam respektiere andere Religionen und Andersgläubige. «Gott hat die Menschen, die nicht an den Islam glauben, nicht erschaffen, um sie dann zu töten», sagte al-Tayyeb. Vielmehr stehe Gott für «absolute Glaubensfreiheit».

Auf konkrete Nachfragen fällt die Antwort allerdings weniger klar aus. In einem von Muslimen beherrschten Land sollte eine «kleine Kopfsteuer» von Andersgläubigen erhoben werden, damit man sie schützt, sagte al-Tayyeb. Auch beim Eingangsplädoyer für Gleichberechtigung erzeugt der Geistliche dann auch Stirnrunzeln: Eine schlüssige Antwort auf die Frage, warum zwar Muslime andersgläubige Frauen heiraten dürfen, Musliminnen aber nicht, kann er nicht liefern.

(qantara, 16.03.2016.)

https://de.qantara.de/content/gross-imam-al-tayyeb-fordert-respekt-fuer-werte-europas-geistlicher-spricht-vor

[43] In the Levant (Syria, Jordan, Palestine & Lebanon), since the 900s, the Shafi’i school has been the prominent school. However, they have always shared this region with the Hanafi school.

In Iraq, the Shafi’i school hasn’t been that accepted by people. Since it is the capital of the Hanafi school.

In Kurdistan (Northern Iraq, Southern Turkey, Northern Syria & Western Iran), it has mainly always been Shafi’i and has produced many great scholars.

http://shafiifiqh.com/question-details.aspx?qstID=134

[44] Männliche Beschneidung zulässig

In einem weiteren Absatz [Bundesgesetz über die äußeren Rechtsverhältnisse islamischer Religionsgesellschaften – Islamgesetz 2015] heißt es, wieder ähnlich wie im Israelitengesetz: „Islamische Religionsgesellschaften und ihre Mitglieder sind berechtigt [§ 18. (4) Die Religionsgesellschaft und ihre Mitglieder sind berechtigt (…)], Kinder und Jugendliche durch alle traditionellen Bräuche zu führen und entsprechend den religiösen Geboten zu erziehen.“ In den Erläuterungen wird dazu betont, dass das „auch die männliche Beschneidung“ umfasst. „Eine weibliche Genitalverstümmelung, die von einigen fälschlich als Beschneidung bezeichnet wird, steht im Widerspruch zu den Menschenrechten“, steht dort ebenfalls. [Zu den „Menschenrechten“, die islamischen sind muslimischerseits gemeint. Selbstredend verstümmelt Allahs Bodenpersonal die Schöpfung nicht, sondern macht beim Beschneiden der Jungen und Mädchen heil, sauber und rein. Nicht Jungen oder männliche Jugendliche steht da, sondern „Kinder und Jugendliche“; Österreichs weibliche muslimische „Kinder und Jugendliche“ sind gemäß Islamgesetz 2015 also integriert.]

(religion.ORF.at/APA/KAP 26.02.2015.)

http://religion.orf.at/stories/2696523/

443. Großscheich al-Tayyeb und die Friedensbotschaft des Islam

14. März 2016

‏ أحمد الطيب‎‎

Aḥmad aṭ-Ṭayyib

Ahmad al-Tayyeb

Protest gegen den Auftritt von Großscheich al-Tayyeb vor dem Deutschen Bundestag und der Universität Münster

Die Azhar zu Kairo ist eine mehr als tausend Jahre alte islamische Lehrstätte von höchster Bedeutung für alle Sunniten, ein wenig dem Vatikan und dessen Rolle für Katholiken vergleichbar, und wird von einem islamischen Gelehrten, dem Scheich al-Azhar oder Großimam der Azhar geleitet. Ihren Lehrbetrieb nahm die Institution im Jahre 988 d. Z. auf. Der Scheich von Azhar gilt vielen sunnitischen Muslimen als höchste islamische Autorität, derzeitiger Amtsinhaber ist Prof. Dr. Ahmad Mohammad al-Tayyeb. Seit vier Jahren kooperiert die Azhar mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wo Prof. Dr. Mouhanad Khorchide Leiter des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT), Professor für Islamische Religionspädagogik und Stellvertretender Direktor des Centrums für religionsbezogene Studien ist. Am ZIT werden ebenso Imame ausgebildet wie Lehrer für den bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU).

Oberbürgermeister Markus Lewe und die Rektorin der Universität Münster Prof. Dr. Ursula Nelles haben den Islamgelehrten nach Deutschland eingeladen, um am 17. März 2016 auf einer Konferenz der Weltreligionen („Friede sei mit Euch“) in der Aula des Schlosses zu sprechen (World Religions Conference: „Peace be upon you – Assalamu Alaikum“). Einen Tag eher darf der Großscheich der Azhar im Großen Protokollsaal des Berliner Reichstagsgebäudes vor Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Vertretern der Religionsgemeinschaften und Wissenschaftlern sprechen, Thema seines Vortrags: „Friedenspotenzial des Islams“.

Betrachten wir also den Islam und suchen das Friedenspotenzial. Nach dem Koran erbt die Schwester nur halb so viel wie der Bruder, die Aussage einer Frau vor Gericht gilt nur halb so viel wie die Meinung eines Mannes; die nichtmuslimischen Gemeinschaften haben sich der Macht der muslimischen Gemeinde (Umma) zu unterwerfen. Auch im alle Lebensbereiche umfassenden (totalitären) Islamischen Recht (Scharia; Fiqh) ist die Frau weniger wert als der Mann und sind alle Nichtmuslime herabzuwürdigen. Wer Kind eines muslimischen Vaters ist oder einmal als Muslim gelebt hat, darf aus der Religion nicht austreten. Eine muslimische Tochter darf keinen Nichtmuslim heiraten; ab dem Alter von neun Jahren hat sie, bis auf Hände und Gesicht, ihren gesamten Körper mit einem Schleier zu bedecken, jenem Hidschab, den auch die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) als verpflichtend betrachtet, wie sie dem Bundesverfassungsgericht gegenüber in einer Stellungnahme zum Lehrerinnenkopftuch erläutert:

Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität.

Apostasieverbot, Hidschab, Polygamie (selbstredend nur Polygynie) und Frühehe, Kinder zur Furcht vor der Höllenstrafe erziehen, all das ist kein sogenannter Islamismus, sondern authentische islamische Religion, genau so, wie sie nicht zuletzt von der Kairoer Lehrstätte der Azhar und auch von Großimam al-Tayyeb vertreten wird. Al-Azhar ist ein auf Schariagehorsam und vermeintliches Jenseits ausgerichtetes Institut, das wir Säkularen eigentlich nicht Universität nennen sollten, sondern Madrasa. Denn jede wissenschaftliche Hochschule kennzeichnen Meinungsvielfalt und Freiheit der Lehre. An der Azhar darf aber in allen Fakultäten nur innerhalb der Grenzen der Scharia geredet und geschrieben werden.

Überall, wo der Islam erst einmal an die Herrschaft gekommen ist, diskriminieren die geltenden Gesetze die Frau und den Nichtmuslim. Öffentlich wird auf religiös korrektes Verhalten kontrolliert: die Bedeckung der Frau mit dem Hidschab und ihre Überwachung auf Keuschheit, die Reinheits- und Nahrungsvorschriften, fünfmaliges tägliches Gebet, Anwesenheitspflicht beim Freitagsgebet für jeden männlichen Muslim und immer noch mehr. Jeder erwachsene männliche Muslim hat beschnitten zu sein, erwachsen ist nach islamischem Recht für Männer 15 Jahre alt. Mindestens im schafiitischen Recht, viele Ägypter sind Schafiiten, ist auch jedes Mädchen zu beschneiden, wobei die Muslima mit neun Jahren religiös erwachsen ist sprich die Schariapflichten zu erfüllen hat und verheiratet werden kann.

Die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist sehr islamisch. Auch angeblich gering invasive Formen wie die sogenannte milde Sunna, eine FGM Typ Ia oder IV, müssen in Deutschland verboten bleiben; auch in medikalisierter Form. Zahlreiche Kampagnen der letzten Jahre nicht nur in Indonesien (Indonesian Ulema Council: MUI – Majelis Ulama Indonesia) und Malaysia (Fatwa Committee of Malaysia’s National Council of Islamic Religious Affairs), sondern ebenso in den USA (Arora und Jacobs) sowie nicht zuletzt in Deutschland (Ringel und Meyer; Hörnle und der 70. djt) versuchen, diese angeblich geringfügige Form der Mädchenbeschneidung straffrei zu stellen, was im Namen der allgemeinen Menschenrechte und der körperlichen Unversehrtheit zu verhindern ist. Jungen haben den gleich hohen Anspruch auf Schutz wie Mädchen (Gleichbehandlungsgebot des Grundgesetzes). Rituelle Beschneidung (FGM, MGM) dient nicht dem Kindeswohl, sondern gehört in den Bereich „überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind“ (UN-Kinderrechtskonvention Artikel 24 (3)). Die lebenslangen nachteiligen Beschneidungsfolgen für sich und seine Sexualpartner kann ein Jugendlicher völlig altersgemäß noch nicht abschätzen, weshalb ein Minderjähriger, ein Mensch unter achtzehn Jahren, in Bezug auf eine an ihm vorgenommene Genitalbeschneidung noch gar nicht einwilligungsfähig ist.

Scharia

Dass im von der Scharia beherrschten Teil der Welt der Islam nicht kritisiert werden darf, die Meinungs- und Pressefreiheit also eingeschränkt ist, oder dass die muslimische Ehefrau bei Trennung ihre Kinder verliert, ist kein Zufall. In diesen Staaten ist der Verfassung ein Schariavorbehalt vorangestellt, der gewährleistet, dass alle anderen Artikel sowie die abgeleiteten Gesetze und Verordnungen Allahs Befehl (Koran) und Mohammeds Handeln (Sunna) nicht widersprechen dürfen. Ägyptens Verfassung auch von 2014 stellt klar, dass die Scharia „Hauptquelle der Gesetzgebung“ ist, Großscheich al-Tayyeb protestiert selbstverständlich nicht.

Article (2) Islam is the religion of the State and Arabic is its official language. The principles of Islamic Sharia are the main source of legislation.

Nur ein weiteres Beispiel, die 1956 ausgerufene Islamische Republik Pakistan. Alle Gesetze müssen der Scharia entsprechen, kein Gesetz darf Koran und Sunna (anglis. sunnah) zuwiderlaufen:

The Constitution of Pakistan, Part IX: 227 (1) All existing laws shall be brought in conformity with the Injunctions of Islam as laid down in the Holy Quran and Sunnah, in this Part referred to as the Injunctions of Islam, and no law shall be enacted which is repugnant to such Injunctions.

Die islamische Normativität („Koran und Sunna“) ist ebenfalls Standard der deutschen Islamverbände und bleibt eine Gefährdung für freiheitliche Demokratie, Säkularität und Bürgerrechte.

Koran und Sunna des Propheten Mohammed bilden die Grundlagen des Koordinationsrats. Dieser Grundsatz darf auch durch Änderungen dieser Geschäftsordnung nicht aufgegeben oder verändert werden.

(Koordinationsrat der Muslime in Deutschland. KRM. Geschäftsordnung in der Fassung vom 28. März 2007)

Morgen wird der 70jährige Großimam aus Kairo vor dem Deutschen Bundestag sprechen dürfen – nicht über das frauenfeindliche und antidemokratische Potenzial der Scharia, sondern das islamische „Friedenspotenzial“.

Vom 13. bis 15. März 2016 tagt in Berlin die Internationale Konferenz zur Bekämpfung des Antisemitismus. Bundestag und Auswärtiges Amt sind Gastgeber der Interparlamentarischen Koalition zur Bekämpfung von Antisemitismus (ICCA). Mehr als 100 Abgeordnete aus fast 40 Ländern nehmen teil. Anlässlich dieser Konferenz hat Bundeskanzlerin Merkel betont, „dass Antisemitismus und Vorurteile gegenüber anderen Menschen bei uns keinen Platz haben“ und konstatiert, dass Antisemitismus „leider auch im heutigen Alltag präsent ist“. Er äußere sich in Vorurteilen, entlade sich in verbalen Attacken und münde oft in Gewalt. „Damit dürfen wir uns niemals abfinden“, machte die Bundeskanzlerin klar. Dieser gute Vorsatz sollte jedoch nicht lange eingehalten werden. Keine 24 Stunden später durfte im Bundestag ein Gast sprechen, der in der Vergangenheit mehrfach durch antisemitische Positionen aufgefallen ist.

Großscheich al-Tayyeb hatte darum gebeten, auch vor und mit Bundestagsabgeordneten sprechen zu können. „Ermutigt gerade auch durch muslimische Kolleginnen und Kollegen“ sei er diesem Wunsch gerne nachgekommen, heißt es im Schreiben von Prof. Dr. Norbert Lammert, mit dem der Bundestagspräsident zur Veranstaltung einlädt. Im Anschluss an den Vortrag des Großscheichs bestehe „Gelegenheit zur Gegenrede und Diskussion“. Wen also hat Lammert eingeladen.

Ahmad al-Tayyeb

Der hochverehrte Gast des Deutschen Bundestages und der Uni Münster diskriminiert Juden aus Überzeugung. In einem Interview, das am 25. Oktober 2013 auf Ägyptens Kanal 1 ausgestrahlt wurde (übersetzt von MEMRI – The Middle East Media Research Institute) erklärte al-Tayyeb: „Schon seit Gründung des Islam vor 1400 Jahren leiden wir an der jüdischen und zionistischen Einmischung in die muslimischen Angelegenheiten. Dies hat für die Muslime stets große Not verursacht. […] Der Koran sagte es und die Geschichte hat es bewiesen: ‚Die erbittertsten Gegner der Gläubigen wirst du unter den Juden und den Polytheisten finden‘.“ Der Großimam ist zudem der Ansicht, dass Juden Nichtjuden für „extrem minderwertig“ halten und dass die Juden „eine grausam hierarchische Weltanschauung pflegen und noch nicht einmal davor zurückschrecken, das auch zuzugeben, weil es ja so in der Tora geschrieben steht – im Hinblick auf Tötung, Versklavung und so weiter.“

Ahmed el-Tayeb

Ahmed Muhammad Ahmed el-Tayeb

Jews

In an interview which aired on Egypt’s Channel 1 on October 25, 2013 (as translated by MEMRI), Al-Tayeb stated that “Since the inception of Islam 1,400 years ago, we have been suffering from Jewish and Zionist interference in Muslim affairs. This is a cause of great distress for the Muslims.” He also argued that “the Quran said it and history has proven it: ‘You shall find the strongest among men in enmity to the believers to be the Jews and the polytheists.’” He also claimed that Jews consider non-Jews to be “extremely inferior” and that Jews “practice a terrible hierarchy, and they are not ashamed to admit it, because it is written in the Torah – with regard to killing, enslavement, and so on.”

Der Großscheich der Azhar, morgen zu Gast im Deutschen Bundestag und in drei Tagen an der Uni Münster, kennt seine Religion – und entsprechend kundig beurteilt der wohl ranghöchste sunnitische Schariagelehrte das menschliche Handeln in Bezug auf Krieg gegen Allah und seinen Gesandten bzw. Verderbenstiften auf Erden, auf Ehebruch (zinā), die Bedeckung des weiblichen Körpers mit einem farblich unattraktiven, blickdichten sowie alle Volumina und Konturen verhüllenden Tuch (ḥiǧāb), die mörderischen Angriffe durch Hamas & Co. auf Juden, die Frage nach Gültigkeit oder Nichtgültigkeit eines Gebetes unter einem weiblichen Imam sowie in Bezug auf die im Islam nicht erlaubte Gleichberechtigung von Mann und Frau, wie uns Nushin Atmaca (2007, auf Arab-West Report) informiert; im Einzelnen:

Controversial issues

Die islamischen Hadd-Strafen (Pl. Hudud), wörtlich Grenzvergehen, gemeint ist die Verletzung der Rechte Allahs, ziehen häufig die Todesstrafe nach sich. Al-Tayyeb bleibt hier sozusagen klassisch islamisch, er nennt die Hudud “Allahs [Rechte und] Gesetze” und definiert sie demzufolge als unabänderlich.

However on other issues Al-Tayyib sticks to classical viewpoints: he denies the possibility of revising the hudūd and their punishment as they are “God’s laws” and therefore unchangeable.

Eine Frau darf im Islam kein Freitagsgebet leiten, das Gebet würde sonst islamisch ungültig; wer dennoch bei der Professorin für Islamwissenschaften und Buchautorin Amina Wadud gebetet hat, muss sein Gebet nachholen.

Commenting on the Friday prayer led by the Islamic feminist Amīnah Wadūd he states that this prayer was not valid as women do not have the right to lead men in Friday prayer, saying: “All Muslims who prayed with her need to repeat their prayers”.

Der für jede Muslima verpflichtende Schleier, der Hidschab, steht für den Scheich al-Azhar nicht zur Diskussion. Ihn nicht zu tragen gehört zwar nicht der Kategorie schwerste Sünde an, sei aber dennoch ein eindeutiger Bruch der Scharia.

Furthermore he has argued that the hijāb is an “undisputable duty” for women. However, he seems to have slightly changed his opinion on this matter, as in a more recent statement he explained that not wearing the hijāb is not one of the biggest sins, but is considered by the Sharīʿa as a mere breach. Commenting on the statements of Egypt’s Minister of Culture Fārūq Husnī who described the hijāb as a symbol of backwardness, he stated that most Islamic scholars agree that wearing the veil is obligatory for Muslim women.

Zur Chitan al-inath (sunat perempuan), der islamischen weiblichen Genitalverstümmelung oder FGM, 90 % der verheirateten Ägypterinnen sind beschnitten, hat sich der Geistliche bislang nicht geäußert.

On several other important current issues, for example female genital circumcision, his opinion is not known as he has avoided delving into this subject area.

Ahmad al-Tayyeb über den Ehebruch. Die Muslima, die ihren Ehemann mit einer Geliebten beim Ehebruch überrascht und beide tötet, ist lebenslang einzusperren oder hinzurichten. Ein Muslim hingegen, der seine Ehefrau in einer entsprechenden Situation erwischt und beide ermordet, darf nicht bestraft werden. Schließlich gelte es, stets das Gesetz (Fiqh) als eine mit der Scharia kompatible Gesamtheit zu betrachten, wohingegen Gender-Fragen lediglich nachrangige Angelegenheiten seien.

As a muftī, Dr. Ahmad al-Tayyib did not approve of a suggestion to reform the penalty law in the field of adultery. While a betrayed wife, finding her husband and his mistress in bed and killing them, is sentenced to either life imprisonment or death, a husband who acts in the same way is not punished at all. The reform argued for the same treatment of betrayed husband and wife, whereas al-Tayyib stated that the law as a whole should first of all be in accordance with Sharīʿa before considering gender issues, which he classed as “sub-issues”.

Die palästinensischen Glaubenskämpfer, so al-Tayyeb, würden „die höchste Form von Märtyrertum“ ausüben, was ja nun einmal nicht als islamrechtlich unzulässig (haram) eingestuft werden könne.

Al-Tayyib has described the actions of Palestinian suicide bombers as “the highest form of martyrdom” which cannot be declared harām.

Soweit aus Ahmad al-Tayyib, von Nushin Atmaca, Arab-West Report, Juli 2007.

2015 forderte Ägyptens Präsident al-Sisi von der Azhar eine Reform des religiösen Diskurses. Die Scharialehrstätte reagierte mit der Gründung von zwei Kommissionen, eine zur Bekämpfung der Gottlosigkeit im Lande und eine zum Schönfärben und Aufpolieren des Bildes des Islam im Ausland, was die Deutschlandreise des Klerikers erklärt.

Die Universität Münster und nicht zuletzt ihr Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) sollten faktennah zur vielfältigen Rechtskollision von Scharia und allgemeinen Menschenrechten informieren, statt wie bisher den Hidschab, die Beschneidung der Jungen und Mädchen, das Apostasieverbot, die Schariavorbehalte der meisten islamisch geprägten Staaten und überhaupt das Islamische Recht zu verharmlosen und schönzureden.

Die Scharia ist nicht mit den allgemeinen Menschenrechten und dem Grundgesetz kompatibel und darf deshalb kein benoteter und versetzungsrelevanter Unterrichtsstoff im bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU) sein. Auch am ZIT, wo die Lehrer für den staatlichen islamischen Religionsunterricht ausgebildet werden, müssen universelle Menschenrechte, FdGO, Außenansicht und Überwältigungsverbot pädagogischer Standard sein, nicht die Normen von Koran und Sunna. Todesfatwen sind keine Friedensbotschaft.

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Q u e l l e n

Deutscher Bundestag, Pressemitteilung vom 22.02.2016 Großscheich der Kairoer al-Azhar-Universität trifft Abgeordnete, Religionsvertreter und Wissenschaftler

https://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2016/neuer-inhalt/409626

Großscheich spricht über Islam-Friedenspotenzial

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw11-grossscheich/413142

Kairoer Großimam nimmt an Religionskonferenz in Münster teil

Prof. Dr. Ahmed al-Tayyeb hatte bei einem Besuch des Leiters des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) der WWU, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, in Kairo seine Bereitschaft bekundet, vor dem Hintergrund der zahlreichen Gewalttaten im Namen des Islams eine globale Friedensbotschaft zu verkünden.

https://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=8176

Das ZIT Münster arbeitet mit der Al-Azhar Universität zusammen

Im Rahmen seines Aufenthalts an der Al-Azhar-Universität, der bedeutendsten islamisch-theologischen Einrichtung der islamischen Welt, wurde Mouhanad Khorchide auch von deren früherem Rektor, Groß-Scheich Ahmad Mohammad Al-Tayyeb, empfangen.

https://www.wwu.de/ZIT/Aktuelles/2012/aktuelles_2012_al_azhar.html

Lob vom Groß-Scheich

Ahmad Mohammad Al-Tayyeb lobte ausdrücklich das große Engagement der Universität Münster für eine Vernetzung mit der Al-Azhar-Universität, wie Mouhanad Khorchide berichtete. Der Groß-Scheich unterstützt den Ausbau einer engeren Kooperation zwischen Münster und Kairo.

http://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=4319

[Thema al-Azhar und Todesfatwen]

Nachdem Abdel-Samad am 4. Juni 2013 bei einem Vortrag in Kairo der Muslimbruderschaft „islamischen Faschismus“ vorgeworfen und gesagt hatte, „dass dieser Faschismus in der Entstehungsgeschichte des Islams zu begründen“ sei, wurden am nächsten Tag im Internet Mordaufrufe gegen ihn veröffentlicht. Am 7. Juni rief Assem Abdel-Maged, ein Führer der Gamaa Islamija und Verbündeter von Staatspräsident Mohammed Mursi, im ägyptischen Fernsehen zum Mord an Abdel-Samad auf, weil dessen Äußerungen eine Beleidigung des Propheten gewesen seien. […] Mahmoud Shaaban, Professor an der al-Azhar-Universität in Kairo, wiederholte den Mordaufruf

https://de.wikipedia.org/wiki/Hamed_Abdel-Samad

Mahmoud Shaaban, the Al-Azhar professor who issued a fatwa sanctioning the killing of opposition politicians

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/64712/Egypt/Politics-/Egyptian-death-threats-sheikh-released-on-bail.aspx

Constitution of The Arab Republic of Egypt 2014

http://www.sis.gov.eg/Newvr/Dustor-en001.pdf

Article 2: Islam, Principles of Islamic Sharia

Islam is the religion of the state and Arabic is its official language. The principles of Islamic Sharia are the principle source of legislation.

https://www.constituteproject.org/constitution/Egypt_2014.pdf

The Constitution of Pakistan. Part IX: Islamic Provisions

http://www.pakistani.org/pakistan/constitution/part9.html

Deutscher Bundestag

„Antisemiten können nicht integriert werden“

„Die Bekämpfung des Antisemitismus ist ein ganz wichtiges Thema – in Deutschland, in Europa aber auch in den anderen Teilen der Welt.“ Mit diesen Worten begann am Montag, 14. März 2016, das Grußwort von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel an die Teilnehmer der „Internationalen Konferenz zur Bekämpfung von Antisemitismus“. Die Kanzlerin konstatierte, dass Antisemitismus „leider auch im heutigen Alltag präsent ist“. Er äußere sich in Vorurteilen, entlade sich in verbalen Attacken und münde oft in Gewalt. „Damit dürfen wir uns niemals abfinden“, machte Merkel deutlich.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw11-icca/410802

Rede von Bundeskanzlerin Merkel bei der 3. Interparlamentarischen Konferenz zur Bekämpfung von Antisemitismus am 14. März 2016

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2016/03/2016-03-14-rede-merkel-antisemitismuskonferenz.html

Die Kanzlerin konstatierte, dass Antisemitismus „leider auch im heutigen Alltag präsent ist“. Er äußere sich in Vorurteilen, entlade sich in verbalen Attacken und münde oft in Gewalt. „Damit dürfen wir uns niemals abfinden“, machte Merkel deutlich.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw11-icca/410802

Ahmad al-Tayyib. By: Nushin Atmaca. Arab-West Report, July 2007.

http://www.arabwestreport.info/en/ahmad-al-tayyib

Sheik of Al-Azhar Ahmad Al-Tayeb Justifies Antisemitism on the Basis of the Koran

Following are excerpts from an interview with Sheik of Al-Azhar Ahmad Al-Tayeb, which aired on Channel 1, Egyptian TV on October 25, 2013:

Ahmad Al-Tayeb: A verse in the Koran explains the Muslims‘ relations with the Jews and the polytheists. The second part of the verse describes the Muslims‘ relations with the Christians, and the third part of the verse explains why the Christians are the closest and most friendly to the Muslims.

This is an historical perspective, which has not changed to this day. See how we suffer today from global Zionism and Judaism, whereas our peaceful coexistence with the Christians has withstood the test of history. Since the inception of Islam 1,400 years ago, we have been suffering from Jewish and Zionist interference in Muslim affairs. This is a cause of great distress for the Muslims.This is an historical perspective, which has not changed to this day. See how we suffer today from global Zionism and Judaism, whereas our peaceful coexistence with the Christians has withstood the test of history. Since the inception of Islam 1,400 years ago, we have been suffering from Jewish and Zionist interference in Muslim affairs. This is a cause of great distress for the Muslims.

The Koran said it and history has proven it: „You shall find the strongest among men in enmity to the believers to be the Jews and the polytheists.“ This is the first part. The second part is: „You shall find the closest in love to the believers to be those who say: ‚We are Christians‘.“ The third part explains why the Christians are „the closest in love to the believers,“ while the Jews and the polytheists are the exact opposite.

[…]

[The Christians] are humble and are not arrogant.

[…]

Interviewer: They consider everybody else to be inferior to them…

Ahmad Al-Tayeb: Extremely inferior. They even have very peculiar laws. For instance, they are allowed to practice usury with non-Jews. Some things are not allowed among Jews, but are allowed between Jews and non-Jews. They practice a terrible hierarchy, and they are not ashamed to admit it, because it is written in the Torah – with regard to killing, enslavement, and so on.

Therefore, they have generated a problem not only in their relations with the Muslims, but in their relations with all other people as well, and history has been clear on this.

Interviewer: There is even great enmity between them and the Christians.

Ahmad Al-Tayeb: Of course. These practices and beliefs have made people, even non-Muslims, hate them.

http://www.memri.org/clip_transcript/en/4048.htm

Der deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad am 14.03.2015 in DIE WELT

Fragen an den Großscheich im Deutschen Bundestag

Lieber Herr Großscheich,

[…] Sie werden am Dienstag eine Rede im Deutschen Bundestag halten und darin vermutlich von der Friedfertigkeit des Islam schwärmen. Sie werden betonen, dass al-Azhar eine Hochburg des moderaten Islam sei, […]

Aber hat sich al-Azhar nicht dafür stark gemacht, dass jede Kritik am Islam juristisch verfolgt wird? […]

Al-Azhar-Gelehrte mit ihren Apostasie Fatwas […]

Führten nicht ähnliche Fatwas aus al-Azhar zur Ermordung des ägyptischen Denkers Faradsch Fauda 1992 in Kairo?

[…] Allein in den letzten drei Monaten mussten zahlreiche Ägypter wegen Kritik an islamischen Gelehrten ins Gefängnis, darunter die Dichterin Fatma Naout […]

Als Präsident al-Sisi letztes Jahr von al-Azhar eine Reform des religiösen Diskurses forderte, reagierte Ihre Institution mit der Errichtung von zwei Kommissionen: Eine zur Bekämpfung des Atheismus in Ägypten und eine zur Verbesserung des Images des Islam im Westen. Deshalb sind Sie nun nach Europa gekommen. Nicht um den aufrichtigen und ehrlichen Dialog zu suchen, sondern um das Bild Ihrer Religion aufzupolieren.

[…] Der Islam hat in erster Linie ein Problem mit sich selbst, mit der Unantastbarkeit seiner Texte und seinen politischen Ansprüchen […] Sie, Herr Imam, und Ihre Institution sind ein Teil des Problems

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article153293988/Fragen-an-den-Grossscheich-im-Deutschen-Bundestag.html

319. Westerwelle entdeckt Ägypten

2. Dezember 2012

Was soll das?

Ein Zwischenruf von Ümmühan Karagözlü und Jacques Auvergne

Sehr geehrter Herr Dr. Westerwelle, an die deutsche Bevölkerung und, als deutscher Außenminister, die internationale Gemeinschaft gerichtet erklären Sie: „Wir verfolgen die Entwicklung in Ägypten mit wachsender Sorge, weil der Verfassungsprozess derzeit Gefahr läuft, die Gesellschaft zu spalten statt zu einen“.

Vom nach islamischer Auffassung von Allah geschaffenen Recht der Scharia, die in der ägyptischen Verfassung seit Jahrzehnten die Grundlage für eine diskriminierende Rechtspraxis und Gesellschaftsordnung bildet, haben Sie sich noch nie grundsätzlich distanziert.

Präsident Mursi will mehr Scharia in der Verfassung und mehr schariabasierte Paragraphen im künftigen ägyptischen Gesetz, so arbeiten die Muslimbrüder auf der ganzen Welt und über muslimbrudernahe Scheiche wie Mustafa Cerić (Sarajevo) oder die Organisationen FIOE, ECFR, FEMYSO, IGD oder Islamisches Zentrum München auch in Europa und Deutschland. Das ist der Islam, der jetzt in der Bundesrepublik Deutschland den bekennenden Religionsunterricht mitgestalten darf, das ist der Islam, der jetzt an den Theologischen Fakultäten deutscher Hochschulen installiert wird.

Die Revivalisten der Islamischen Bewegung greifen die universellen Menschenrechte im Namen der Religion an. Dabei haben sie den Islam keineswegs falsch verstanden. Das Ziel dieser Reaktionäre und Fundamentalisten ist es, die freie Presse und freie Wissenschaft zu zerstören. Was wir heute in Ägypten erleben ist nicht „Islamismus“, sondern Islam.

Warum empören Sie sich jetzt über Mursi? In der BRD sind es nur vier Personen gewesen, die der weltweit agierenden Islamischen Bewegung den Weg frei gemacht haben: Annette Schavan in der Hochschulpolitik, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Justizwesen, Volker Beck in der Presse und Guido Westerwelle in der deutschen Außenpolitik. Als Außenminister, Jurist und Liberaldemokrat hätten Sie sich der Islamisierung Ägyptens vernehmbar in den Weg stellen müssen, die sich schließlich nicht erst seit dem so genannten arabischen Frühling abzeichnet.

Dass Sie jetzt von Ägyptens Machthabern eine „pluralistisch angelegte Verfassung“ fordern, vernebelt die Bedeutung der Scharia für die freie Welt, die AEMR und das deutsche Grundgesetz, denn die Geschlechterapartheid und die Segmentierung der Gesellschaft im Sinne des Islamischen Systems (Nizam Islami, Kalifat) könnte Tariq al-Bishri (radikalislamischer Verfassungsrechtler) oder Ahmed al-Tayyeb (Al-Azhar Document for Basic Freedoms) ja auch als „pluralistisch angelegte Verfassung“ bezeichnen.

Im Islam ist es, um Ihre Formulierung aufzugreifen, Aufgabe Allahs, die Gesellschaft „zu einen.“ Die höchst irdische Herabwürdigung aller Frauen, Atheisten und Homosexuellen wird die Folge jeder Islamisierung sein, ob in Kairo oder Berlin.

Ümmühan Karagözlü und Jacques Auvergne

311. Ahmad al-Tayyeb

7. November 2012

أحمد محمد الطيب

Aḥmad Muḥammad aṭ-Ṭaiyib

Ahmad Mohammad al-Tayyeb

Al-Azhar-Dokument der Grundfreiheiten

Der stets auf Lebenszeit ernannte Großimam oder Großscheich der Azhar gilt vielen Sunniten als oberste geistliche und islamrechtliche Autorität. Neun Tage nach dem Tod von Muhammad Sayyid Tantawi (10.03.2010) erlangte Ahmed al-Tayyeb[1] das Amt, der zwischen 2002 und 2003 Ägyptens Großmufti war. Am 8. Januar 2012 verkündete Großscheich al-Tayyeb das Al-Azhar-Dokument für Grundfreiheiten.[2] Übersetzung aus dem Englischen und menschenrechtsuniversalistische Kritik am Al-Azhar Document for Basic Freedoms von Jacques Auvergne.

Nicht, dass Ägyptens rebellische Frauenrechtlerinnen, sture Kopten oder aufmüpfige Blogger 2012 die Situation falsch verstehen, so ließe sich mit dem Imām al-Kabīr beginnen, dem Großimam oder Großscheich von al-Azhar. Nicht etwa der Eintritt in die Rechtsnormen von Gleichheit für Frauen und Nichtmuslime habe jetzt dem am 25. Januar 2011 ausgebrochenen Volkszorn gegen den am 11. Februar zurückgetretenen Präsidenten Ḥusnī Mubārak und dessen System zu entspringen. Das wäre unkultiviert gegenüber dem nationalen Erbe und undankbar gegenüber Allah.

Ohne frühlingshaftes Blühen kein Fruchtbringen und ohne Dankbarkeit keine Moral, die von Ägyptens Elite aus Islamischem Klerus und muslimbrudernahen Politikern demnächst als staatstauglich festgestellte Definition der Grundfreiheiten sei die wahre Frucht, die aus den Blüten des Rabīʿ al-ʿArabī, des Arabischen Frühlings gereift ist, so jedenfalls meint es Spitzentheologe Ahmad Mohammad al-Tayyeb, der offensichtlich nur den Islamkundigen (al-Tayyeb: „Gelehrte“) zubilligt, den ägyptischen Takt vorzugeben:

Nach den Revolutionen, durch die Freiheiten und Gleichheit hervorsprießen konnten und die den Weg bahnten für die Vorstellung einer umfassenden Reform und Entwicklung, muss es für Ägypter, Araber und die ganze muslimische Welt nur als folgerichtig erscheinen, sich nach einer Initiative zu sehnen, mit welcher Gelehrte und Intellektuelle die Beziehung zwischen den grundsätzlichen Prinzipien der Scharia und jener Zusammenstellung von Grundfreiheiten definieren, die von allen internationalen Vereinbarungen angenommen worden sind und die nun von der Kultur und der Erfahrung des ägyptischen Volkes geschaffen werden.

Mit den erwähnten zwischenstaatlichen Verträgen und Abkommen meint der Chef von al-Azhar also auch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948) und die Kairoer Menschenrechtserklärung (1990).

Schariagelehrte und politische Eliten sollen sich, dem Volke enthoben, zur Beratung treffen. Der simple Untertan im Land am Nil, ob Edelmuslim oder herabgestufter Christ oder im Rang noch tiefer angesiedelt, soll gefälligst etwas bejubeln („sich sehnen“), was zeitnah in Hinterzimmern beschlossen werden wird.

Bei der Definition dieser Beziehung sollen die Gelehrten die Grundlagen und Grundsätze jener Grundfreiheiten aufstellen und Rahmenbedingungen festlegen, die ihre künftige Weiterentwicklung schützen.

Weiterentwickeln in Richtung der islamisch verstandenenen Begrifflichkeit des Allgemeinwohls selbstverständlich, des immer noch genauer eingehaltenen Schariagesetzes, denn allen säkular oder anderweitig unislamisch verursachten Rückschlägen zum Trotz muss weitere „Entwicklung“ (development) möglich sein – in Richtung des zu erneuernden Kalifats.

Ob Entwicklung oder Aufbau, mit development vergleiche man den zu Gebäude, al-bināya, und Erbauer oder Maurer, al-bannāʾ, gehörenden Partikel bināʾ im Namen der Partei der libyschen Muslimbrüder, Partei für Gerechtigkeit und Aufbau, Ḥizb al-ʿAdāla wal-Bināʾ, der wenig zufällig dem türkischen Adalet ve Kalkınma Partisi entspricht, Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP, Justice and Development Party).

Auch die baustellentaugliche Verwendung des deutschen konstruktiv im weltweit aggressiv betriebenen Islamverharmlosen gehört zum proislamistischen Gebäude (bināya) oder Aufbau (bināʾ). Udo Steinbach attestierte schon 2001 den angeblich mehrheitlich islamfreundlichen Deutschen und nur ihnen: „eine konstruktive Tendenz“ und das Streben, „einen konstruktiven Zugang zur islamischen Welt insgesamt zu finden“.[3] Aiman Mazyek forderte 2007 sportiv und ritterlich: „Sie als Jude, als Christ, Sie als Muslim, ja auch der Humanist sollen Ihren Hut in den Ring werfen und konstruktiv am Dialog der Kulturen mitwirken.“[4] Der global denkende Ayyub Axel Köhler schließlich orakelte im Folgejahr ein nachsäkulares: „wenn wir in Deutschland ein gutes Beispiel für die Welt geben könnten, wie die Religionen friedlich und konstruktiv für das Gemeinwesen zusammenleben.“[5]

Die muslimbrudernahe Partei „baut auf“.

Und Allah ist der größte Baumeister:

Dazu zählen Glaubensfreiheit, Freiheit der Meinungsäußerung, Freiheit der wissenschaftlichen Forschung und die Freiheit des literarischen und künstlerischen Schaffens. Alle diese Freiheiten sollten ihren Ansatz darin haben, den Zielen der Scharia zu dienen (All these freedoms should have their roots in serving the objectives of the Shari`ah) und dem Geist moderner Staatsverfassung ebenso zu entsprechen wie den Anforderungen nach einem sich entwickelnden menschlichen Wissen.

Der ägyptische Wissenschaftler oder der deutsche Freund von universitärer Imamausbildung und schulischer bekennender Islamlehre freue sich nicht zu früh: Was auch immer der forschende Mediziner, Psychologe, Kriminologe oder Jurist morgen oder übermorgen feststellen wird, Allahs Wirken und Befehl ist, uranfänglich und ewig bleibend, immer schon dort, und wenn hier etwas gekürzt oder sonstwie beschädigt werden muss, das himmlische Gesetz bleibe gefälligst ohne jeden Kratzer. Von einem Kompromiss war auch gar nicht die Rede.

Die Machtergreifung. Dass freche Religionslosigkeit oder strebsamer Religionsunterricht, auch der christliche, oder dass Presse, Funk und Kulturbetrieb der Durchsetzung des Islamischen Rechts zu dienen haben ist gar nicht mehr in Frage zu stellen. Ab sofort haben Ägyptens Politiker diesen Ausgleich ihres Handelns mit den Vorgaben von Koran und Sunna permanent herzustellen und das wird weltweit zu spüren sein.

Modernisierungsdiktator Gamal Abdel Nasser, der die Muslimbruderschaft (Hinrichtung ihres radikalislamischen Theoretikers Sayyid Qutb 1966) eigentlich nur deshalb bekämpfte, um selbst an der Macht zu bleiben und der, vernunftfeindlich, an eine Echtheit der antisemitischen Protokolle der Weisen von Zion glaubte, legte 1961 fest, dass der ägyptische Präsident den Azhar-Großscheich aus den Reihen der Ulama ernennt. Bis dahin hatten die schariapflichtigen Ulama ihr Oberhaupt selbst gewählt. Ganz auf der in Deutschland postmodern beschworenen, berüchtigten Augenhöhe schiebt sich die deutlich entmachtete Azhar heute, ein halbes Jahrhundert später, als theokratische Zweitregierung neben die nichtklerikale Staatsführung und bietet der ägyptischen Öffentlichkeit implizit sogar die spätere ausschließliche Führungsübernahme an, die dem Vorbild der Gelehrtenherrschaft von Ayatollah Chomeini folgen könnte und dem letztlich einzigen von Allah gebilligten politischen Führungsstil folgen muss, der prophetischen Herrschaft Mohammeds oder wenigstens derjenigen der Ḫulafāʾ ar-Rāšidūn, der bis zum Tod von ʿAlī bin Abī Ṭālib im Jahr 661 göttlich „rechtgeleiteten“ Kalifen.

Diese Beziehung soll die spirituellen Energien der Nation in Treibstoff (fuel) und Motivation für Entwicklung und Fortschritt (development and progress) verwandeln und ein Werkzeug sein zum Erzielen von sowohl spirituellen als auch materiellen Vorteilen. Zu diesem Zweck sollen dauernde Anstrengungen unternommen werden, damit verständnisvolle kulturpolitische mit aufgeklärten religiösen Argumenten harmonieren (where wise cultural rhetoric goes in harmony with enlightened religious rhetoric) und beide auf jenem fruchtbringenden Pfad in die Zukunft voranschreiten, dessen Ziel klar sein sollte.

Im Wort aufgeklärt (enlightened) verbirgt sich die Bedeutung klar oder licht, doch wer im Islam für Klärung sorgt, ist Allah, und Licht bringen nur Koran und Hadith in die Finsternis der Politik. Al-Tayyebs „Ziel“, das schließlich jedem Ägypter „klar sein sollte“, ist die Erlangung des Wohlgefallens Allahs im Diesseits und im Jenseits, was ohne totalitäre islamische Durchgestaltung des Gesellschaftssystems (Niẓām Islāmī) nicht funktioniert; Sayyid Qutb redet von der irdischen Errichtung der Ḥakimīya li-Llah (Herrschaft Allahs, Allahkratie).

Der Gott von Koran und Sunna muss Souverän werden. Auch für den Großscheich von al-Azhar ist das Erfolgskriterium für „Entwicklung und Fortschritt“ (development and progress) das möglichst genaue Einhalten der Schariagesetze durch möglichst viele Ägypter. Der stur an seiner Religion festhaltende Jude oder Kopte, der rebellische Atheist oder der kaum geringeres Verderben auf Erden (fasād fil-arḍ, pers. fasad-fel-arz) stiftende muslimische Säkulare steht „development and progress“ und damit al-Tayyebs Zweck und Ziel vermutlich im Weg. Eigentlich müsste man diesen fahrlässig oder berechnend handelnden Verhinderer des allgemeinen Wohls (maṣlaḥa, public interest, öffentliches Interesse; istiṣlāḥ, to deem proper, es für geboten halten) öffentlich als Volksschädling brandmarken; das ägyptische Bildungs- und Erziehungswesen darf er, der die Revolution des Arabischen Frühlings so falsch verstanden hat, sicherlich nicht beeinflussen.

Über den eingehaltenen Dhimmistatus dürfen Ägyptens Christen noch für einige Zeit zum gesamtägyptischen sprich schariakonformen „fuel“ oder Kraftstoff beitragen, auf Dauer aber und bei fortgesetzter europäischer volkspädagogischer Islamverharmlosung könnte sich auch in Ägypten das nichtmuslimische Problem so auflösen wie in den ländlichen Regionen der Arabischen Halbinsel geschehen und seit Kurzem auch in den allermeisten Dörfern des Iran, in Afghanistan oder in Pakistan, wo es, durchaus islamkonsequent, gar keine Juden oder Christen bzw. (in Afghanistan und Pakistan) keine Bahai, Buddhisten oder Hindus mehr gibt. Dort nämlich waren die Dhimmis oder Harbis von Koranlehrern zu „fuel“, Brennstoff für die im Koran beschriebenen Flammen des Höllenfeuers erklärt worden, und anlässlich irgendwelcher Gerüchte verbrannten muslimische Eempörte die Häuser der Nichtmuslime und vertrieben oder ermordeten die Bewohner, das ist die reinigende Kraft von Hisba[6] und Dschihad.

Luxor ist der Geburtsort von Großimam al-Tayyeb, dessen menschenrechtsbezogenen Text aus dem Januar 2012 wir hier betrachten. Ausgerechnet in al-Tayyebs Heimatprovinz Luxor in der Ortschaft Qurna geschieht es neun Monate später, im Oktober 2012, dass Lehrerin Iman Kilani (Īmān Kīlānī; Eman Abu Bakar) zur Schere greift und jenen zwei Mädchen, Ola El-Kassem (Ola El-Qassem) und Mona El-Rawi, die als einzige in der Klasse immer noch kein Kopftuch tragen und zur Strafe zuerst zwei Stunden lang mit den Händen auf dem Kopf in der Ecke stehen mussten, vor der ganzen Klasse die Haare um zwei Zentimeter abschneidet. Wie wir auf zwei Fotos sehen, trägt die das himmlische Strafgericht fürchtende Pädagogin einen schwarzen Niqab,[7] den ultraorthodoxen islamischen Gesichtsschleier, sowie Überwurf und Handschuhe gleicher Farbe und fordert nach wie vor alle Mädchen ab dem Alter von zehn Jahren auf, ihr Haar zu bedecken: „Our religious traditions make it obligatory. Unsere religiösen Traditionen schreiben das so vor.“ Der amtierende Großscheich von al-Azhar hat sicherlich besonderes Interesse an seiner oberägyptischen Heimatstadt und könnte Frau Kilani nun doch eigentlich sagen, dass sie die kopftuchlosen zehnjährigen Mädchen nicht unter Druck setzen soll. Er wird es nicht tun.

Ezbet al-Nakhl ist ein Kairoer Slum, dessen Bevölkerung stark anwächst und inzwischen 650.000 oder 730.000 Einwohner hat, von denen 8.000 als Zabbālīn arbeiten, das bedeutet Müllsammler. Dem zurzeit inhaftierten Christen Alber Saber (Albert Saber), der schon gegen Ḥusnī Mubārak gewaltfrei aktiv war, wurde vorgeworfen, den von dem in den USA lebenden Kopten, Drogenhersteller und Scheckbetrüger Nakoula Basseley hergestellten islamkritischen Kurzfilm Innocence of Muslims ins Internet gestellt zu haben, wofür es zwar keinerlei Beweise gibt, aber wofür dem 27-jährigen ägyptischen Blogger bis zu fünf Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe drohen. Unlängst umlagerte ein radikalislamisch erregter Mob sein im berüchtigten Kairoer Vorort Ezbet al-Nakhl gelegenes Haus und drohte es abzubrennen und seine Familie zu vertreiben. Saber selbst rief die Polizei zu Hilfe und wurde anschließend in Polizeigewahrsam gefoltert. Die Familie musste inzwischen an einem anderen Ort unterkommen.[8]

Nach Meinung des ägyptischen Menschenrechtsaktivisten Gamal Eid ist die Anklage gegen Alber Saber in eine ganze Reihe von gerichtlichen Anschuldigungen gegen Ägypter einzuordnen, mit denen seit dem Wahlsieg der Muslimbrüder und Salafisten echten oder vermeintlichen Islamkritikern und dabei besonders leicht den in traditioneller kulturrassistischer Dhimma wirtschaftlich und juristisch diskriminierten Christen Verächtlichmachung der Religion (contempt for religion) vorgeworfen wird: „Wir spüren deutlich, wie sehr sich viele extreme Islamisten durch das Erstarken der Muslimbruderschaft darin ermutigt fühlen, ihre repressiven Ansichten der Gesellschaft aufzuerlegen.[9]

Im Juli 2012 wurde ein Student der Ingenieurswissenschaften, der mit seiner Freundin in einem Park in Suez einen romantischen Spaziergang unternehmen wollte, von Islamaktivisten umgebracht. Die sich offensichtlich als Islamische Moralhüter oder selbst ernannte Religionspolizei verstehenden Bärtigen forderten den jungen Mann auf, sich sofort von seiner Freundin zu trennen und den Park zu verlassen, da beide schließlich nicht verheiratet sind. Vielleicht gab der Student Widerworte oder folgte dem Befehl nicht, jedenfalls wurde er niedergestochen und verstarb im Krankenhaus an den Wunden. Auf Facebook übernimmt eine religiöse Gruppe Verantwortung für die Tat, die sich, ganz im Stil der afghanischen Taliban oder saudi-arabischen Muṭawwiʿūn, „Behörde zur Beförderung der Tugend und Verringerung des Lasters“ nennt.[10]

Zurück zu Großscheich al-Tayyeb, der Allahs diskriminierendes Himmelsgesetz in Hinterzimmern charismatischen weltlichen Herren erklären und zu einem schariakonformen Ausgleich bringen lässt:

Und so fassten die Mitglieder der Gruppe von Azhar-Gelehrten und ägyptischen Intellektuellen – die das erste Dokument unter Schirmherrschaft von al-Azhar publizierten und dann eine Erklärung zur Unterstützung der arabischen Aufstände abgaben – die Ergebnisse ihrer Treffen zusammen und diskutierten den grundlegenden gemeinsamen Nenner des Rahmens der Freiheiten und Menschenrechte.

Gemeinsam verabschiedeten sie eine Sammlung von Prinzipien und Regeln, die den Geist der Freiheit und Gleichheit regeln (to approve a collection of principles and regulations that govern the idea of freedom of equality) und dabei die Erfordernisse der gegenwärtigen historischen Situation, die Notwendigkeit der Bewahrung sozialer Harmonie und das Allgemeinwohl in dieser Phase demokratischen Wandels berücksichtigen. In diesem Prozess soll sich das Land seine verfassungsgebenden Institutionen in einer sicheren und säuberlichen Weise aufbauen mit Hilfe von Allah Dem Allmächtigen (the country shall build its constitutional institutions in a secure and proper manner and with help from Almighty Allah).

Um den koranverträglichen Staat, um die Ägyptische Islamdemokratie zu verwirklichen, muss die Verfassung die Scharia aufsaugen wie ein Schwamm das Wasser. Wo Koran und Sunna eindeutige Vorschriften oder Verbote ausgesprochen haben, hat der Ägypter, auch der Experte, diese Grenzen nicht anzutasten; die letzten juristischen Feinheiten von halal und haram regeln sowieso und permanent die Allahs Wollen und Wirken erdenden Ulama. Im schicksalsschweren demokratiebezogenen Übergang, nur Gottlose halten dabei einen vollzogenen Übergang zur säkularen Demokratie für wertvoll, berücksichtigen wir die schädliche Prägung der Menschen durch Säkularismus, Feminismus und andere Erscheinungsformen der Dschahiliyya.

Da seit der Arabellion Seelenheil und Volkswohl so sehr bedroht sind, wird nicht mehr ausreichen, was seit 32 Jahren (Verabschiedung per Referendum, 9. September 1971) oder 41 Jahren (Verkündung und Inkrafttreten) Artikel Zwei der ägyptischen Verfassung feststellt: „Der Islam ist Staatsreligion, Arabisch ist Amtssprache und die Scharia ist die Grundlage der Gesetzgebung“, neue Schariaparagraphen werden jetzt beschlossen und durchgesetzt werden müssen.

Ein Sinn für Zahlensymbolik mag einen gewissen Hamburger Studenten für Städtebau und Stadtplanung (1992 bis 1999) und seine achtzehn koranbegeisterten Mitstreiter beflügelt haben, Mohammed Atta, der seine 2.970 Menschen ermordenden Kerosinbomben auf den Tag genau drei Jahrzehnte nach Verabschiedung der Worte „Islam is the religion of the State and Arabic its official language. Islamic jurisprudence is the principal source of legislation“ (1971) in das US-amerikanische Militärstrategiezentrum Pentagon und in die Zwillingstürme des Welthandelszentrums (WTC) stürzen ließ.[11]

Während kein deutscher bzw. europäischer Politiker Sunnagehorsam und Fatwa-Konsum zu kritisieren wagt, irgendwann werden sie die angebliche Flexibilität der Scharia volkspädagogisch beschwören, bemühen sich die Mainstream-Medien bemerkenswert angestrengt, die spirituelle, nämlich islamische Motivation der neunzehn Flugzeugentführer auszublenden. Damit tut man den Mördern unrecht, echte Dschihadisten wollen schließlich in den Himmel kommen und ihren muslimischen Mitgeschwistern eine heilssichernde sprich schariagesetzliche Lebensweise herbeibomben. Auch Nizam Islami oder Kalifat finden keine parlamentarische Thematisierung. Grundsätzlich gehören Millî-Görüş-Bewegte, Jamaat-e-Islami, Muslimbrüder und Dschihad-Salafis in die Reihe der Erneuerer des am 3. März 1924 untergegangenen Kalifats, die letztlich, wie die indische Khilafat movement (1919–1924), alle Schariapflichtigen in ein erneuertes Medina einsperren und von der kulturellen Moderne fernhalten möchten und den Islam dabei keineswegs falsch verstehen. Imam al-Ghazali, Hassan al-Banna und Osama bin Laden hatten denselben Koran, dieselbe Scharia.

Der kalifatsbewegte Ahmad Mohammad al-Tayyeb spielt den Menschenfreund und Staatsmann und gibt vor, sich von den radikalsten ägyptischen Urgemeindlern (bundesdeutsch-volkspädagogisch irreführend „Salafisten“ genannt, vom Großscheich gemeint sind die Politiker der Partei des Lichts, Ḥizb an-Nūr) und ihrer Theologie grundsätzlich zu distanzieren.

Bereits abgehaltene und weitere elitäre Konferenzen zwischen Schariagelehrten und Muslimbrüdern seien ohne Weiteres in der Lage, die ungestümen islamfrommen Salafis zu bändigen für alle 80 Millionen Ägypter Humanität und Modernität zu stiften:

Es wird angenommen, dass dieses ebenfalls die Ausbreitung einiger vorurteilsbehafteter Rufe abstoppen wird, die, unter dem Vorwand, das Rechte zu befehlen und das Falsche zu verbieten, sich in öffentliche und private Freiheiten einmischen.

Da fallen einem die Worte des Islam(aktiv)isten des IZ München ein, Ahmad von Denffer, der in al-Islam (2002, Nr. 2) an Taqiyyakünstler Nadeem Elyas gewandt sagte: „Hier hat der Wolf aber gehörig Kreide gefressen!“ Großimam al-Tayyeb weiß selbstverständlich, dass der noch so verwässserte oder noch so zaghafte Islam sich immer beschädigend „in öffentliche und private Freiheiten einmischen“ muss, um erste Stufen von Pressezensur und sexualpolitischer Gängelei durchzusetzen, die bald mehr und mehr umfassend (total, totalitär) werden müssen, weil es einen wässrigen oder schüchternen Islam nach Allahs Wollen nun mal nicht geben kann.

Wahrhaftig, dies ist, in einer Zeit, in der das Land Einheit (unity) und maßvolle Annäherung an die Religion benötigt (moderate approach to religion) inkompatibel sowohl mit der Kultur als auch mit der gesellschaftlichen Entwicklung eines modernen Ägyptens; …

Der klerikale Lügenbaron spielt auf Zeit. Eine andere „Einheit (unity)“ als den tauḥīd haben al-Azhar oder Muslimbrüder gar nicht im Programm – und der Tauhid ist das vierfache Heilsein und Einssein von Schöpfer, Schöpfung, Gesetz und Weltgemeinde, anders gesagt: die Hundertprozentigkeit und Unantastbarkeit von Allah, Weltall, Scharia und Umma.

… das ist die religiöse Botschaft und Verantwortlichkeit von al-Azhar gegenüber Gesellschaft und Nation.

An uns kommt keiner vorbei! Ob wir Islamgelehrte von der im Jahre 859 gegründeten Madrasa al-Azhar nicht auf Dauer, etwa nach Chomeinis Beispiel, Ägyptens Richter, die im Iran allesamt hohe Theologen sind, ernennen sollten? Oder genügt zur erfolgreichen Führung über Kairo und das Land am Nil eine von den Azhargelehrten an den Präsidenten gerichtete andauernde Beratungspraxis, ungefähr so, wie sie zwischen den saudi-arabischen höchsten Schariagelehrten (ʿUlamāʾ, sg. ʿĀlim) und der königlichen Dynastie Al Saud (Āl Saʿūd) in Übereinstimmung mit dem Willen Allahs Konsens (noch) herstellt? Die fragile saudi-arabische Balance kann nur gelingen, solange das Königshaus mit der hofeigenen Theologendynastie der Al asch-Scheich (Āl aš-Šayḫ) ausgesöhnt ist das heißt mit den Nachkommen von Muhammad ibn Abd al-Wahhab.

Erstens: Freiheit des Glaubens

Wer eine andere Religion als den Islam will, sie soll von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er verloren sein. (Sure 3:84-85 – Al-‚Imran)[12]

Die Freiheit des Glaubens und das mit ihr einhergehende Recht auf volle staatsbürgerliche Rechte für alle – basierend auf völliger Gleichheit der Rechte und Pflichten – wird als Grundpfeiler moderner Gesellschaftsstruktur betrachtet. Diese Freiheit wird durch die authentischen, schlüssigen und bindenden religiösen Texte ebenso garantiert (This freedom is guaranteed by the authentic conclusive religious texts) wie durch die eindeutigen verfassungsmäßigen und rechtlichen Standards. Allah Der Allmächtige Selbst sagt:

„Es soll kein Zwang sein in der Religion. Das Rechte ist klar unterschieden vom Unrechten.“ (Sure die Kuh, Koran 2:256)

Islam ist heilssicherndes Tun, Orthopraxie. Lā ikrāha fī d-dīn (2:256) bedeutet, dass niemand den zum koranischen rechten Handeln berufenen Menschen, was spätestens seit Imam al-Ghazali bedeutet: den als Muslim geborenen Menschen, dazu zwingen darf, falsch zu handeln, sprich der Partei Satans anzugehören, dem Heidentum.

Religious texts and the clear constitutional and legal principles, im ersten „und“ (and) liegt der antidemokratische Angriff, denn wie ein Hütchenspieler die sinnestäuschenden Becher über dem Objekt des Begehrens mehrfach schnell austauscht, so verwirbelt Lügengroßmeister al-Tayyeb die diskriminierenden, vor dem islamischen Höllenfeuer inschallah rettenden Koransuren mit den menschengemachten ägyptischen Artikeln und Paragraphen von Verfassung, Familienrecht und Strafrecht. Mit seiner kalkuliert vernunftfeindlichen Mehrfachbotschaft hat der Großscheich dem Ägypter eines zu glauben ganz bestimmt befohlen: Alles, was künftig noch Freiheit (freedom) ist, werde (auch, mag sein, aber hundertprozentig) „durch die authentischen, schlüssigen und bindenden religiösen Texte … garantiert“, also durch Koran und Sunna. Wer „This freedom“ von Schariabefehl und Ulama-Auslegung in Frage stellen möchte, ist ab sofort kein ernstzunehmender Diskussionspartner mehr.

Welche „Freiheit“ ein Mädchen im authentischen blühenden Islam hat, zeigt uns ein Blick in Ägyptens südliches Nachbarland. Am 17. Oktober 2012 verteidigte der Vorsitzende des Islamischen Gelehrtenrats, Mohamed Osman Salih die Heirat mit vorpubertären islamischen Ehefrauen als köstliche Gewährung der Religion, die viele Vorteile habe wie die Erzeugung vieler Nachkommen. Das Heiratsalter für Mädchen liegt im Sudan seit 1991 bei zehn Jahren und Frauenrechtsgruppen, die verlangen, es auf achtzehn anzuheben, werden leider wohl noch für längere Zeit erfolglos sein, da Allahgott den gläubigen Muslimen die vollzogene Ehe mit der Neunjährigen (Mondjahre, also achteinhalb) billigt, wie es der grundsätzlich nachzuahmende Prophet mit Aischa beispielhaft vorgab.[13]

Der Großscheich von al-Azhar lässt den Allahgott ungesicherter Historizität noch einmal zu Wort kommen, das soll vermutlich versöhnlich klingen und interreligiös-tolerant und leugnet die Pflicht zum Dschihad:

Und Er sagt ebenso:

„Wer auch immer es wünscht, lasst ihn glauben, und wer auch immer es wünscht, lasst ihn ungläubig sein.“ (Sure das Grab, Koran 18:29)

Ehrlich müsste es klingen: „Kämpft gegen jene, die nicht an Allah oder den Tag der Auferstehung glauben – Fight those who believe not in Allah nor the Last Day“ (Sure die Reue, Koran 9:29). Verschwiegen wird auch die irdische Islamkonsequenz des anderen Glaubens oder des Frauseins, nämlich die Herabstufung des Dhimmi und der Frau auf einen Sklavenstatus: halbes Erbe für die Muslima, gar nichts für den Juden, Christen oder Islamapostaten, letzterer nach dem Hadith (Buchari 6922, Buchari 6484, Muslim 1676) von jedem Gläubigen in Ausübung der Religionsfreiheit getötet werden kann nach Ermahnung und eingeräumter dreitägiger Bedenkzeit: „Whoever changes his religion, kill him.“ Das Ermordetwerden ist, da zeitgebunden-irdisch, für Strafgerichts- und Paradiesgläubige noch nicht einmal das Schlimmste, denn die ewige Verdammnis (al-ǧahannam) erwartet den, der die Einladung (ad-daʿwa) zum rechten Handeln (al-islām) verschmäht – („wer immer es wünscht“). Wo in einem Landstrich und Zeitalter die Ex-Muslime oder die muslimischen Nichtpraktizierenden nicht umgebracht werden, müssen sie, da nach himmlischem Befehl (ebenfalls Sure die Reue, Koran 9:29) schon jeder die Kopfsteuer entrichtende Dhimmi schmerzlich zu spüren hat, zu den Erniedrigten (aṣ-ṣaġirūn, al-saghiroon) zu gehören (until they pay the Jizya with willing submission, and feel themselves subdued), alltäglich als satanisch Infizierte und folgerichtig Unberührbare besonders schmerzlich verächtlich gemacht werden.

Die islamische Pflicht zum Quälen hat ja eigentlich bereits jede muslimische weibliche Rebellin (an-nāšiza, Rebellion ist an-nušūz) zu treffen, die beispielsweise das Kopftuch verweigert oder den Sex auf Befehl des Ehegemahls. Scheich Ṣāliḥ al-Munaǧǧid kennt die Religion der ehelichen femininen Sexpflicht („und wenn das Brot im Ofen verbrennt“) und verweist, Fatwa Nr. 12509, auf al-Tirmidhi, Nr. 1080: „When a man calls his wife to him, then let her respond, even if she is at the oven (baking bread)“, Buchari (2998) geht ins Detail und betont, dass die Frau, die den Geschlechtsverkehr verweigert, bis Sonnenaufgang von den Engeln verflucht wird.[14]

Solange man ihn wörtlich nimmt (und Mohammed und seine Gottheit verstehen da bekanntlich keinen Spaß) ist Islam die heilssichernde Ungleichbehandlung der Frau, ihre vor der Hölle rettende Erniedrigung und Entwürdigung. Scheich Salih al-Munadschdschid hält Gleichberechtigung für grausam ungerecht: „Es gibt im islamischen Recht einen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Diejenigen, welche völlige Gleichheit zwischen den Geschlechtern wollen, sind Verbrecher, Verräter und übertreten die Gesetze des Korans und der Sunna.“[15]

Zurück zum zwanglosen Zwangsislamisierer, al-Tayyeb hält den Koran hoch:

Demzufolge ist jeglicher Aspekt von Zwang, Unterdrückung oder Diskriminierung aufgrund von Religion verboten.

Jawoll, und den Islam beim Unterdrücken zu stören ist ganz besonders verboten, schon aus religiösen Gründen.

Vorsicht, wolliger Pelz wölfischen Inhalts:

Jeder in der Gesellschaft hat das Recht, allen Ideen zu folgen, denen er möchte, …

Ausgenommen sind die Ideen Islamkritik, Atheismus, Buddhismus, Bahai-Glaube, Homosexualität, Gleichheitsfeminismus, Pressefreiheit und noch ein paar andere …

… ohne dabei in das Recht der Gesellschaft auf gewährleisteten Fortbestand der göttlichen Religionen einzugreifen, wie sie uns in der Heiligkeit aller drei abrahamischen Religionen zuteil wird; …

… für die Ideen von Buddha, LaoTse, Karl Marx, Ludwig Feuerbach oder Sigmund Freud zu werben gehört verboten.

Ägyptens Bahai sollen endlich in eine der drei himmlischen, im Koran genannten Religionen eintreten, damit sie, wie es sich für jeden anständigen Ägypter seit vielen Jahren gehört, bei Schuleintritt, beruflicher Bewerbung oder städtischer Anmeldung des Wohnorts auf dem Formular eines der drei Kästchen ankreuzen können, die nun einmal muslimisch – christlich – jüdisch heißen:

auf diese Weise ist jeder in der Ausübung von Ritualen frei (everyone is free to perform his rituals), und niemand sollte die Empfindlichkeiten des anderen stören oder die Heiligkeit seiner eigenen Riten verletzen (violate the sanctity of his rites), weder mit Worten noch mit Taten noch durch die Verletzung der öffentlichen Ordnung.

Säkulares Judentum etwa nach den Vorstellungen der Jews Against Circimcision (JAC) ist verboten, denn den Sohn nicht zu beschneiden, würde „die Heiligkeit seiner eigenen Riten verletzen.“ Das betrifft nicht nur Ägypten, denn mit dem Ziel, die von uns Menschenrechtsuniversalisten nur säkular zu denkende Nation in mehrere Glaubensnationen zu spalten, fordern islamische Missionare wie Pierre Vogel in aller Welt die Spezies der Christen oder Juden zum Einhalten ihrer Gebote auf, ihrer Gottesgesetze, die selbstverständlich von der „Gesamtgesellschaft“ (ZMD, Selbstdarstellung)[16] auf die immer weiter durchgesetzte Scharia abzugleichen sind.

Sind im Moscheeinnenhof einvernehmlich vorgenommene Auspeitschungen oder Steinigungen nicht eigentlich auch so ein religionsfreies Ritual und damit ab sofort legal, everyone is free to perform his rituals? Mindestens die Mädchenbeschneidung ist doch jetzt im trauten ägyptischen Familienkreise legal durchzuführen, everyone is free to perform his rituals, die Jungenbeschneidung sowieso (Angela Merkel warnt vor der: „Komikernation“, Volker Beck, Befehl ist Befehl, donnert am 19. Juli 2012 im Parlament: „Beschneidungsbefehl“).

Jetzt müssen die Koranleser mit angeblich spontanen Demonstrationen die Empörungsmaschine nur noch so stark anschmeißen, dass jede weitere angebliche Provokation wie ein Kirchenneubau oder ein im öffentlichen Raum sichtbar werdendes Zeichen von Kreuz, Bibel, Kippa, Menora oder Davidsstern zu Schlägereien oder zerstörten Schaufenstern führt, und schon ist al-Tayyebs letztes Alarmkriterium für friedliches Zusammenleben ausreichend erfüllt und gibt es eben keine neue Kirche im Stadtviertel und keinen sichtbaren Davidsstern auf dem Tahrir Square. Selbstverständlich stört auch im Christenviertel ein den Autoverkehr kalkuliert blockierendes islamisches Gebet keine noch so zarten religiösen Gefühle, während eine koptische Begräbnisprozession mit geschleuderten Ziegelsteinen begrüßt werden kann (Near Ghamra bridge, bricks were hurled at the cortege, but the procession carried on to the Cathedral)[17] und ein Blumenkreuz auf einer Krankenhausfassade schon beinahe einem Angriffskrieg gegen den Islam gleichkommt. Und ist das Anzünden einer koptischen Kirche nicht eigentlich auch ein Ritual und daher geschützt, jedenfalls wenn die Kopten angefangen haben, irgendwie?

Wie die gesamte Arabische Region ist auch unser Land gesegnet von den himmlischen Offenbarungen (the land blessed with the heavenly divine revelations) und hat demzufolge eine bedeutende Verpflichtung, die Heiligkeit all dieser geoffenbarten Religionen ebenso zu schützen wie ihre Rituale; die Rechte aller ihrer Gläubigen auf Freiheit, Würde und Brüderlichkeit sind ebenso zu gewährleisten.

Die nichtarabischen Weltregionen sind nach himmlischem Ratschluss wesentlich geringer mit wichtigem (islamischem) Wissen versehen worden und von Allahgott zum Lauschen, Lernen und Eingeladenwerden (Erobertwerden) bestimmt. Wer nicht tugendhaft (islamisch) lebt, ist ein Mensch sittlich geringeren Werts, weshalb Inuit wie Frau Maatalii Okalik-Syed oder Indianer wie Linda Soliman sozusagen von Natur aus zur wahren Religion zurückkehren können; unter Australiens Ureinwohnern gibt es bereits 1.000 potentiell Gerettete (Muslime), in Mittelamerika treten die ersten Maya über.[18]

Die Rechte eines Buddhisten oder Freidenkers sind für al-Tayyeb nicht einmal der Rede wert.

Artikel 2 nennt seit 1971 den Islam als Staatsreligion, Islam is the religion of the State, 1980 wurde er durch die Verpflichtung von Parlament und Justiz auf die Scharia ergänzt, Islamic jurisprudence is the principal source of legislation.

Die 1960 mit dem berüchtigten Dekret 263 („alle Vereine und Zentren der Bahai sind hiermit aufgelöst und ihre Geschäftstätigkeiten sind beendet, all Baha’i assemblies and centres [are] hereby dissolved, and their activities suspended“) entrechteten und enteigneten Bahai, denen Nassers Verfassung ab 1971 ein wenig Hoffnung gab (Artikel 46: „der Staat soll die Religionsfreiheit und die Freiheit des Praktizierens der religiösen Riten garantieren, the state shall guarantee the freedom of belief and the freedom of practice of religious rites“), sehen sich mit Großscheich al-Tayyeb wie seit Jahrzehnten ins menschenunwürdige Abseits des Harbi-Systems gedrängt, da sie, wie der Oberste Gerichtshof 1975 in Anerkennung von Decree 263 bestätigte, nun einmal nicht zu den „himmlischen“ (heavenly) Religionen Judentum, Christentum und Islam zählen. Doch auch der Dhimmi freue sich nicht zu früh, denn die beiden älteren „himmlischen“ Religionen sind nach Koran und Sunna zu lesen also islamisch korrekt zu diskriminieren – und die muslimische Tochter beschützt (belauert; zwingt in die Ehe) der so genannte nötigende Heiratsvormund, der Wali Mudschbir.[19]

Ägyptens Verfassungen hatten seit 1923 – das Kalifat ging am 03.03.1924 unter – den Islam als Religion des Staates bestimmt, lediglich die Vereinte Arabische Republik von 1958 verzichtete darauf. Das Jahr 1956, ganze 23 Jahre eher als die Islamische Revolution im Iran, erlebte die Ausrufung der ersten Islamischen Republik der Welt, dem von Heidentum (Hinduismus, Sozialismus, Säkularismus) gereinigten Land Pakistan (Islamic Republic of Pakistan: Präsident muss Muslim sein, die Präambel kennt statt der Volkssouveränität den Souverän Allahgott: Whereas sovereignty over the entire Universe belongs to Allah Almighty alone).[20]

1956 war die 33 Jahre alte ägyptische Staatsreligion (Islam is the religion of the state) noch im Artikel 3 zu finden. Vorsicht Nebelwurf:

Einhellige Zustimmung finden sollten demzufolge die Rechtmäßigkeit der Vielfalt (the legitimacy of plurality), die Aufrechterhaltung des Rechts auf Andersartigkeit (maintenance of the right to difference) und die Verpflichtung darauf, dass jeder Bürger die Gefühle anderer berücksichtigt, auf dass sich für alle Bürger Gleichheit durchsetze (equality should prevail) auf der festen Basis von Bürgersinn (citizenship), Partnerschaftlichkeit (partnership) und Chancengleichheit in Bezug auf alle Rechte und Pflichten.

Das Einlullen und Geschwätz des Großscheichs in nur einem einzigen Satz, das ekstatische Finale liegt dabei der angeblichen Chancengleichheit auf alle Rechte und Pflichten, wird nichtägyptische Kleriker und Politiker das Denken aus- und das Applaudieren anstellen lassen. Hier verbirgt sich nichts anderes als ein weiterer Großangriff auf die allgemeinen Menschenrechte. Dass der rücksichtsvolle Bürgersinn (citizenship) und die hier vertragstechnische Betonung bürgerlichen Handelns (partnership) das international unterstützenswerte Ziel von al-Tayyeb sei, werden die Islambeschöniger von Weltreportern, Qantara, Goethe-Institut, Großkirchen und Islamkonferenz den auf Schariatoleranz auszurichtenden Deutschen in den nächsten Wochen wieder und wieder zu erklären versuchen. Der zunehmend betonharten deutschen proislamischen Staatsräson zum Trotz hat der große ägyptische Islamisierer soeben genau das Gegenteil gesagt: „Vielfalt“ (plurality) ist die weiter entwickelte Rechtsspaltung sprich anwachsende Diskriminierung aller Nichtmuslime und Frauen, „Recht auf Andersartigkeit“ (the right to difference) meint das „Recht“ des männlichen muslimischen Familienoberhaupts oder Ehemannes, von einem jeden gleich behandelnden Gesetz um Himmels Willen verschont zu werden oder das „Recht“ des Bahai, des Atheisten oder der Ägypterin auf Diskriminiertwerden. Der – ganz wie Tariq Ramadan von Bürgerrecht bzw. Bürgersinn (citizenship) schwätzende – Theologe ruft nach mehr Ungleichheit, mehr Apartheid. Sarkastisch gesprochen hat im legal gewordenen Islam noch nicht einmal der muslimische Mann das Recht, so sehr diskriminiert zu werden wie ein Christ oder eine Frau.

Wer sich der Verrechtlichung der Scharia in den Weg stellt ist ein Terrorist. Wer die finstere (muẓlim) ungerechte Tat (maẓlima, unjust or oppressive action) der organisierten Islamverweigerung begeht, gehört der menschlichen Spezies der Ẓālimūn an, den Verworfenen (disbelievers, polytheist, wrongdoers) und brennt dereinst auf Dauer im tiefsten Ort der Höllengrube. Vorab auf Erden ist der Ausbreiter von Finsternis (ẓalām) ein Tyrann oder Unterdrücker (ẓallām). Ẓulm, Ungerechtigkeit, hat ein Gegenteil, ʿAdāla oder ʿAdl, die Göttliche Gerechtigkeit (Divine Justice).[21]

Andere aus der Ungleichbehandlung oder Apartheid auszuschließen, wäre eine große Ungerechtigkeit (Ẓulm) und geht daher gar nicht:

Ebenfalls auf der Achtung der Freiheit des Glaubens gründet sich die Absage an Tendenzen, die andere ausschließen, ihren Glauben verurteilen oder sie nach [notwendig oberflächlichen] Anläufen, die inneren Gedanken jener, die jenem Glauben angehören, zu verstehen, [sie sogleich] als Ungläubige zu etikettieren.

Diese [unsere] Absage basiert auf den wohletablierten verfassungsrechtlichen Systemen und ebenso und vor allem auf den klaren und grundsätzlichen Regeln der Islamischen Scharia.

Ein Beispiel ist der prophetische Hadith: „Würdest du sein Herz prüfen?“ Diese Regel wurde ebenfalls durch Imam Malik gut ausgedrückt: „Wenn eine Person etwas sagt, was höchstwahrscheinlich einen Unglauben kennzeichnet, es aber noch eine ferne Möglichkeit gibt, dass dem nicht so ist, sollte es nicht als Anzeichen des Unglaubens gewertet werden.“

Das klingt für manchen Leser sehr tolerant. In der historischen Praxis ist der Islamkritiker stets umgebracht worden, möglicherweise ja von einem Menschen, der eine ganz persönliche Art hatte, seinen Glauben zu leben. Der Realislam (der Gewaltislam) der vergangenen Jahrhunderte klärte die Sache sozusagen nachhaltig, und gleichsam am Grab des Islamkritikers zitiert al-Tayyeb den Maliki. Der eigentümliche Humor der Schariafreunde zwingt jeden zum verspannten Mitlachen.

Die Gelehrten von Idschtihad und Fiqh haben dem Verstand große Bedeutung beigemessen und uns eine goldene Regel hinterlassen: „Wenn Verstand und Text zueinander in Konflikt zu stehen scheinen, sollte dem Verstand der Vorrang gegeben und der Text neu interpretiert werden.“ Das hält die betroffenen rechtlichen Belange aufrecht und dient den Zielvorgaben der Scharia.

Al-maqāṣid aš-šarīʿa, die berüchtigte Intentionalität oder Finalität des bleibend menschenfeindlichen Islamischen Rechts (zu Sg. maqṣid, Verb qaṣada, beabsichtigen, bezwecken). Ein listiger Werbetrick, auf den die kulturelle Moderne nicht hereinfallen darf, denn jede Scharia wächst, schnell oder langsam, heran zur islamischen Vollständigkeit von Dhimma und Kalifat. Scheich Taha Jabir al-Alwani von der US-amerikanischen Cordoba University (GSISS, Ashburn, Virginia) gibt den schariatischen maqāṣid drei Dimensionen: Eingottglaube (tauḥīd), Reinigung von allem Nichtislamischen (tazkīya) und gesellschaftliche Transformation (ʿumrān, vgl. Ibn Chaldun: ‚Ilmu l-‚Umrani al-Bashari, new social science), denn man braucht gar kein Kalifat, wenn jeder so handelt, als herrschte ein Kalif.[22]

Zweitens: Freiheit der Meinung und der Rede

In Artikel 24 erklärt die Verfassung der Islamischen Republik Iran „Die Presse kann ihre Meinung frei äußern, solange die Grundlagen des Islam oder die Rechte der Menschen nicht betroffen sind, weitere Einzelheiten regelt das Gesetz.“[23] Noch innerhalb der ersten drei Monate nach Chomeinis Rückkehr wies der über Schriftsteller und Journalisten („wenn er das alles sagt, um Verwirrung im Volk zu stiften?“) nachdenkende Ayatollah Morteza Motahhari jeden künftigen iranischen Politiker auf die von Allah gesetzten Grenzen der Meinungsfreiheit hin: „Und machen wir uns, wenn wir Lüge und Irreführung verbieten, der Zensur schuldig? Ich sage, Lüge und Verrat muss man unterbinden. Man darf nicht im Namen der Meinungsfreiheit den Missbrauch der Freiheit zur Verbreitung von Lügen unter dem Volk erlauben.“[24]

Nur elf Jahre später und von Ägypten aus befand Artikel 22 der Kairoer Erklärung der Menschenrechte „Jeder soll das Recht haben seine Meinung frei auszudrücken, in einer Weise, die nicht den Grundsätzen der Scharia zuwiderläuft. Everyone shall have the right to express his opinion freely in such manner as would not be contrary to the principles of the Shari’ah. Jeder ist berechtigt, das Richtige zu vertreten, das Gute zu verkünden und vor dem Schlechten und Bösen zu warnen, wie es den Normen der Islamischen Scharia entspricht.“[25]

22 Jahre später, al-Azhar 2012:

Die Meinungsfreiheit ist die Mutter aller Freiheiten, die uns im freien Äußern der eigenen Meinung entgegentritt und die durch die Mittel von Schrift, Rede, Kunstwerk oder digitalem Datentransfer erfolgt. Tatsächlich ist sie die Verwirklichung von sozialen Freiheiten, die weit über das Individuum hinausgehen und die unter anderem die Bildung von Parteien und zivilgesellschaftlichen Institutionen, die Freiheit von Presse und auditiven wie visuellen Medien und, um sich eine Meinung zu bilden, den freien Zugang zu Informationen umfasst. Diese Freiheit sollte durch verfassungsmäßige Vorgaben garantiert sein, um über die gewöhnlichen Gesetze hinauszuweisen, die dem Wandel unterworfen sind.

Das Wandelbare findet Ergänzung im Ewigen, und das gehört Allah und bestimmt die Verfassung mit selbstverständlichem Schariavorbehalt. Sie dürfen, so legt das Oberhaupt der Azhar uns nahe, mächtig auseinanderklaffen, schariakonforme Zensurgesetze hier und heute („dem Wandel unterworfen“) und hehre Hohlformeln freiheitlicher Werte im Verfassungsartikel. Nicht täuschen lassen sollten sich Ägypter oder Deutsche von al-Tayyebs rücksichtsvoll anmutendem Transzendieren des Begriffs der Meinungsfreiheit vom Individuellen ins Gemeinschaftliche hinein („Tatsächlich ist sie die Verwirklichung von sozialen Freiheiten“), das von einem Islamgelehrten sprich Schariapolitiker nicht etwa sozialdemokratisch oder sozialpädagogisch gemeint ist, sondern das zu unterdrückende Individuum an die Ketten von Koran und Sunna legen will und legen wird.

Maxime Rodinson (1979) blickte zu Chomeini und Muslimbruderschaft durch: But the dominant trend is a certain type of archaic fascism (type de fascisme archaïque). Das ist noch nicht einmal der „Neo-Islam“, wie es der in Deutschland geborene Manfred Halpern nannte („Die Neo-Islamischen totalitären Bewegungen sind in ihrem Wesen faschistische Bewegungen“) und der ansonsten ausgezeichnet beobachte,[26] sondern der reflexhaft und völlig korankonform reagierende echte alte Islam: nach außen (Dhimmis, Harbis) wie nach innen (Gehorsamsverweigerer, Schariaverweigerer) besorgen oder bewirken Da’wa und Hisba Einschüchtern, Erpressen und gezielte Morde mit dem Zweck, die Überlebenden noch mehr einzuschüchtern und zu erpressen und dann, weil den imaginierten Allahgott das neugefundene Gleichgewicht an Bedrohung und Bedrohtwerden nach kurzer Zeit zu langweilen beginnt, erneut den Erpressungsdruck zu erhöhen und wieder einige Morde zu begehen und so weiter – seit 1.400 Jahren, nach außen wie nach innen, und das wird so lange weitergehen, wie Schariatheorie und Fiqhpraxis ohne verpflichtende Außenansicht gelehrt werden, anders gesagt, solange Koransure bzw. Hadithbericht wortwörtlich verstanden wird.

Wieder und wieder staunend fragt da der Nichtmuslim, ob der auf die Außenwelt reagierende Islam in seiner „Geschichte“ – er hat gar keine, Allahs Auge starrt zeitlos – denn nicht wenigstens theoretisch eine andere Wendung hätte nehmen können: trotz wiederentdecktem Aristoteles und Platon bei Imam al-Ghazali, hat er aber nicht, trotz Glühbirne und Dampfmaschine bei Abduh oder al-Banna, hat er aber nicht, trotz Psychoanalyse und Auschwitz und Hiroshima bei Ali Schariati, hat er aber nicht, trotz Achtundsechzigerbewegung bei Fethullah Gülen oder Großimam al-Tayyeb? Hat er aber nicht, hat er aber nicht, haterabernicht.

Großscheich al-Tayyeb kennt die 22 Jahre alte Forderung der OIC-Menschenrechte (Kairo 1990) bestens und verschweigt sie in bewusst täuschender Auslassung (kitman), weshalb wir sie noch einmal laut werden lassen müssen: „Everyone shall have the right to express his opinion freely in such manner as would not be contrary to the principles of the Shari’ah.“ Und so läuft es einstweilen leider darauf hinaus, dass wir jeden Mufti oder Scheich, der sich einerseits nicht von Scharia und Fiqh distanziert und andererseits vorgibt, viel toleranter und humaner als Maududi, Qutb, Chomeini oder bin Laden zu sein, einen Lügner nennen dürfen, dem wir Artikel 24 der Cairo Declaration on Human Rights in Islam entgegenhalten, egal welches Freiheitsrecht vom Islamischen Theologen gerade islamkonform aufgehübscht (verbogen) wird: „Alle in dieser Erklärung vereinbarten Rechte und Freiheiten unterliegen der Scharia. All the rights and freedoms stipulated in this Declaration are subject to the Islamic Shari’ah.“ Welt Subjekt, Allah Objekt, alles eine Frage von aktiv und passiv.

Nach dem Terroranschlag am 1. Januar 2011 in Alexandria bekundete Hilmar Lorenz, ein aus Deutschland stammender und in Kanada lebender lutheranischer Pastor im Ruhestand seine Dankbarkeit und Zuneigung zu al-Tayyeb, den der Deutsche einst persönlich in dessen Heimatstadt Luxor getroffen hatte und der gerade ein irgendwie friedenssicherndes ägyptisches Gremium von muslimischen und christlichen Klerikern installieren wollte.[27] Wie es bei proislamistisch aktiven elitären christlichen Schariafreunden zu befürchten ist, findet sich eine weitere Treuebekundung von Hilmar Lorenz zum totalitär denkenden Großscheich der Azhar tatsächlich auch unter dem heute betrachteten Dokument zu den Grundfreiheiten: „Als christlich-lutherischer Pastor bin ich voller Freude über dieses al-Azhar-Dokument. Es bestätigt mir, dass al-Azhar und Lutheranismus völlig gleich gestimmt den allmächtigen Allah lobpreisen. It confirms to me that Al Azhar and my Lutheranism are on the very same wave length in worshiping the almighty Allah.“ Anschließend bittet der aus Westfalen stammende Evangelische den allmächtigen „Allah“ (the almighty Allah. I pray to Him) um den Erfolg für die „großartige Arbeit“ (great work) des Großimams al-Tayyeb.[28]

Kairo am 5. August 1990, „In völligem Bewusstsein um den Platz, den die Menschheit im Islam hat als Vizeregent Allahs auf Erden. Keenly aware of the place of mankind in Islam as vicegerent of Allah on Earth.“[29]

Kairo am 8. Januar 2012:

Das Oberste Verfassungsgericht Ägyptens hat entschieden, das Konzept der Redefreiheit so auszuweiten, dass sie konstruktive Kritik (constructive criticism) umfassen kann, sogar wenn diese hart ausgedrückt geschieht (even if toughly worded). Das Gericht hat festgelegt, dass es „nicht statthaft ist, die Meinungsfreiheit in Bezug auf öffentliche Angelegenheiten mit unüberwindlichen Grenzen zu beschränken, vielmehr ist sie zu tolerieren.“

Allahgott The One and Only (Sure die Treue, Koran 112:1) gab die Richtung vor, gestattet ist konstruktive Kritik (constructive criticism). Islamkritik ist destruktive Kritik, also ausgeschlossen. Innerhalb der vom Himmel gesetzten Grenzen darf heiß um den wahren Weg gestritten werden, Allah billigt derartige menschliche Empörung, schätzt fromme Schweißperlen und erregte schariakonforme Diskussion, die auch mal „hart ausgedrückt“ sein darf. Ob nicht der Prophet Mohammed selbst scharf argumentierte, toughly worded?

Im September 2012 rief Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono abgekürzt SBY auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen dazu auf, weltweite scharfe Blasphemiegesetze aufzubauen, schließlich gelte Meinungsfreiheit nicht absolut (Freedom of expression is therefore not absolute) und es sei sogar von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vorgesehen, dass sich jedermann in Ausübung seiner Meinungsfreiheit den guten Sitten unterordnen muss und die öffentliche Ordnung zu achten hat, all people must observe morality and public order in exercising their freedom of expression.[30]

Jedoch ist es notwendig zu beachten, dass die Glaubengrundsätze der drei göttlichen Religionen und ihre Rituale respektiert werden müssen, weil das für den nationalen Zusammenhalt sehr bedeutsam ist. Niemand hat das Recht, im Namen der freien Rede konfessionelle Konflikte und ideologische Feindseligkeiten zu schüren. Das Recht, eine unabhängige Lehrmeinung vorzutragen, vom entsprechenden Nachweis gestützt, innerhalb spezialisierter Kreise (within the specialized circles) und fern von Aufwiegelung, soll gewährleistet sein.

Gottesfurcht bringe rechtmäßige Herrschaft, Heilssicherung und Jurisprudenz auf Dauer zum Erzittern, gewaltig umkreisen Himmel und Hölle Königsthron, Kirchenkonzil und Richterklausur. Dem Volke verborgen (within the specialized circles) beraten Gelehrte über den Sinn des Lebens, ein falsches Wort bewirkt Fluch, Bann, Exkommunikation oder Hinrichtung. Wie in den Tagen von Michel Servet (verbrannt 1553) oder Giordano Bruno (verbrannt 1600) kann die Frage nach der Freien Rede sehr spannend sein, ist das denn kein Angebot, Ägypter?

Die Teilnehmer betonen, dass die Freiheit von Meinung und Ausdruck die wahre Verwirklichung von Demokratie ist und rufen dazu auf, den jüngeren Generationen die Kultur der Freiheit, das Recht auf Differenz und den Respekt anderen gegenüber anzuerziehen.

Was respektable Kultur ist oder welche religiöse Herabwürdigung und rechtliche Herabstufung der Frau als Besonderheit („Differenz“) akzeptiert werden muss, bestimmen die muslimbrudernahen Ulama.

Der islamrevolutionäre Dunstkreis („die Teilnehmer“) um Großscheich al-Tayyeb, eine noch etwas informelle Schura aus Klerus und Politikern, fordert die Durchsetzung einer Neusprech:[31]

Ebenfalls appellieren sie an alle, die für den religiösen, kulturellen oder politischen Bereich über die Medien das Wort ergreifen, auf diese bedeutende Dimension ihres Handelns zu achten und sich um eine wohldurchdachte Herangehensweise zu bemühen (to seek a wise approach), die dazu beiträgt, eine öffentliche Meinung entstehen zu lassen, die von Toleranz, Aufgeschlossenheit, Zurückgreifen auf den Dialog und Zurückweisung von Extremismus gekennzeichnet ist.

Um das zu erreichen, müssen wir auf die klassischen Zivilisationen und Traditionen des Islamischen Denkens zurückgreifen (have to recall the classical civilizations and traditions of the Islamic thought), dessen große Imame zu sagen pflegten: „Ich behaupte, dass meine Meinung richtig ist, obwohl sie falsch sein kann und dass die Meinung der anderen falsch ist, obwohl sie richtig sein kann.“ Demzufolge gibt es für Aufbau und Sicherung der Redefreiheit keinen anderen Weg, als jedem einzelnen Argument ein anderes gegenüber zu stellen, wie es die Kultur des Dialogs und die zivilisierten Umgangsformen nun einmal gebieten, die in modernen Gesellschaften tief verwurzelt sind.

An dieser Stelle das klassische islamische Denken zu nennen, fordert auf, an Imam al-Ghazali und natürlich am Medinastaat anzuknüpfen und ist ein unverhohlener Aufruf zur zeitnahen ägyptischen Verstaatlichung der ganzen Scharia. Auf den Erfolgen des Strategen einer universitären islamischen Unterwanderung, Syed Naquib al-Attas vom International Institute of Islamic Thought and Civilization (ISTAC), der den Begriff des Islamischen Denkens (Islamic thought) von Kuala Lumpur aus verbreitet, kann der Chef der Azhar aufbauen.[32]

Ab 1991 lehrte ein gewisser Mustafa Cerić zwei Jahre lang in Malaysia am ISTAC. Cerić wurde 1996 unter Yusuf al-Qaradawi Gründungsmitglied des European Council for Fatwa and Research (ECFR). Im Januar 2012 eröffnete, eine Schere in der Hand, Bundesforschungsministerin Annette Schavan das Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Tübingen, ihr zur Seite, mit dunklem Mantel und weißem Turban, durchschnitt auch der bosnische Großmufti aus dem al-Qaradawi treu ergebenen ECFR zwar keine Seite aus dem Deutschen Grundgesetz, aber das bei Eröffnungen beliebte fotogene rote Band. Ein Jahr eher hatte er zur spirituellen Revolution aufgerufen: „Wir müssen Weisheit erlernen als eine Fähigkeit, nützliches von schädlichem Wissen zu unterscheiden, nützliche von schädlicher Information, we need to learn wisdom as an ability to distinguish useful from harmful knowledge, useful from harmful information … Das 21. Jahrhundert wird ein spirituelles sein oder es wird gar nicht sein.“[33]

Auch die sich seit zwei Jahren zwischen Tunesien, Ägypten und Syrien offensichtlich entwickelnde und islamisch gebotene Aufbauarbeit am Gottesstaat scheint Bosniens Führer der Gelehrten (Raisu-l-ulama) damit zu bestätigen, was für Journalisten, Lehrer oder Frauenrechtlerinnen nichts Gutes bedeuten kann.

Weil sich Ratio und Humanität, autonome Wissenschaft und säkulares Bürgertum mit dem Werkzeug einer Sprache aufbauen und steuern, die darauf angewiesen ist, die – proportionale – räumliche Anordnung von Dingen möglichst genau zu besprechen, ohne „Verborgenes erspürende“ Gier und Furcht, sowie die (kausale) Weise von Veränderung und Auswirkung, ohne „bewirkende“ Geister und Hexen, haben die Islamisierer zuallererst für einen allgemein sinkenden Wortschatz in Zeitung und Schule zu sorgen und dann für ausfransende Begriffsgrenzen. Ein nachfolgend das Weltverständnis und damit auch Selbstverständnis zunehmend eingrenzendes Dunkelfeld (Zone von Geisterwelt, Panik, Asozialität, Kriminalität) des nicht mehr Erkennbaren und Besprechbaren treibt die Dhimmis in die Abhängigkeit zu den (so höchsten politischen Einfluss gewinnenden) Welterklärern von Bischof, Rabbiner oder Dalai Lama (interreligiöser Dialog, Friedenskonferenzen) und hält, auf der Seite von Dar al-Islam, die verhinderten Individuen der zur Herrschaft berufenen islamischen Klasse in Abhängigkeit zu Scheich und Mufti. Mit dem Zerbrechen von Proportion und Kausalität kann er losbrechen, der Dschihad des Dialogs, und auf den widerlichen Klotz jeder einzelnen Forderung nach Gleichberechtigung von Mann und Frau oder Gleichbehandlung von Muslim und Atheist haben die Parteigänger Mohammeds den scharfen Keil eines Arguments der Scharia zu setzen, bis der nichtmuslimische Dialogpartner (Widersacher Allahs) rhetorisch besiegt jedenfalls zum Schweigen gebracht worden ist. Lang und steinig ist der Weg aus der kulturellen Moderne in die Gegenmoderne bzw. originale Archaik der Schariagesellschaft, vonnöten sind ausdauernde Zähigkeit (endurance, ṣabr) und allahzentrische Geduld (patience, auch ṣabr).

Von allen drei Klassen der dem himmlischen Erschaffen und Befehl unterworfenen Wesen, Dschinnen, Engel und Menschen, können nur die Letztgenannten den ṣabr haben, die Geduld. Allahgott verspricht den Ṣabirīn, den Geduldigen, sie immer zu begleiten (Koran 2:153). Auch die Hizb ut-Tahrir bittet um Geduld und Kalifat: „Tatsächlich bedeutet Ṣabr, dass man die Wahrheit spricht, dementsprechend handelt und dann die Folgen geduldig erträgt, ohne von der Wahrheit abzuweichen, schwach zu werden oder nachzugeben. … Das standhafte Ertragen, also Ṣabr, ist eine Hilfe, um nicht gleich nach Androhung von Sanktionen einen Rückzug anzutreten und sich nicht den gegebenen Umständen zu unterwerfen.“[34]

Drittens: Freiheit der wissenschaftlichen Forschung

Ernsthafte wissenschaftliche Forschung in Geisteswissenschaften, Physik, Mathematik usw. ist die Triebkraft menschlichen Fortschritts und das Werkzeug zur Erkundung der Gesetze des Universums im Sinne ihrer Nutzung zum Wohlergehen der Menschheit (the means to discovering the laws of the universe so as to use them for the goodness of humankind).

Der Spitzentheologe nimmt hier eine entscheidende Einschränkung vor, über die Multikulturalisten und sonstige Islambeschöniger vermutlich hinweggelesen haben: Ägyptens künftige Forschungspolitik, Bildungspolitik und Wirtschaftsethik soll ausschließlich im Sinne des – schariatisch zu verstehenden – gewährleisteten „Wohlergehens“ der Menschheit eingesetzt werden dürfen, to use them for the goodness of humankind. Allahgott setzt in Bewegung:

Ohne die Tatkraft der Nation und die Aufbietung aller ihrer Fähigkeiten (the energies of the nation and the mobilization of its capabilities) kann eine derartige Forschung nicht ausgeführt werden und keine theoretischen und praktischen Früchte hervorbringen.

Die nationale Mobilmachung. Auf in den Bildungsdschihad, und das Buch der Bücher emporgehalten:

Zahlreiche Koranverse fordern von uns nachzudenken, Prinzipien abzuleiten, Analogieschlüsse vorzunehmen und alle menschlichen und kosmischen Phänomene mit dem Ziel der Aufdeckung ihrer Gesetze zu studieren. Wahrhaftig haben diese Verse den Weg gebahnt für den größten wissenschaftlichen Fortschritt, den der Osten jemals gekannt hat. Dieser Fortschritt wurde Wirklichkeit und breitete überall Wohlergehen aus. Schließlich wurde er von Muslimischen Gelehrten in den Westen getragen, wo er das Zeitalter der Renaissance entzündete, wie allgemein bekannt und gesichert ist.

So ein Unsinn, seine 238 antiken Codizes, darunter von von Cassius Dio (ca. 160 – 230) die Römische Weltgeschichte (Romaikí Istoría), von Arrian (ca. 90 – 160) den Alexanderzug (Anabásis Aléxandrou) sowie die Politeia des Platon (424/423 – 348/347 v. Chr.) konnte Humanist Giovanni Aurispa (1376 – 1459) im Jahre 1423 ganz ohne muslimischen Beistand nach Italien bringen. Im Gegenteil ließe sich vermuten, dass die Texte die sich nur dreißig Jahre später ereignende osmanische Eroberung (1453) und die islamisch geprägte Folgezeit nicht überstanden hätten.

Damit sich ein schlechtes Gewissen gar nicht erst meldet, sind der göttlichen Fügung alle von pharaonischer oder spätrömischer Dekadenz oder vom Dschihad begleiteten feindlichen Niederlagen ebenso zuzuschreiben wie dessen ärgerliche einstweilige Überlegenheit. Diese Auffassung hat den Vorteil, dass man den Erfolg der Nichtmuslime enthemmt zunichte machen darf und dessen Besitz beschlagnahmen für La convivencia (islamisches friedliches Zusammenleben der Religionen in Spanien zwischen 711 und 1492, Kalifat). Darío Fernández-Morera räumt mit dem Mythos vom paradiesischen Al-Andalus auf.[35]

Seit Jahrhunderten aber ist der doch eigentlich zum Terrorisieren der Nichtmuslime berufene Teil der Welt machtlos. Allah musste also einen Plan gehabt haben und diesen immer noch verfolgen, denn dass Europa seit der Renaissance technologisch und kulturell den Orient überholte, kann sich, wie sonst, nur mit der himmlischen Offenbarung deuten lassen, mit dem als Orakelbuch verstandenen Koran. Genug des Sarkasmus und der berauschenden Glaubensstärke, wer meint: ohne Medina keine europäische Renaissance, sagt auch: ohne Allah keine Glühbirne.

Aḥmad Muḥammad aṭ-Ṭaiyib verpflichtet jeden, jedenfalls jeden Muslim, auf die angeblich naturgemäße (fiṭra) wortwörtliche Lesart von Koran und Hadith, womit ein sorgloser Weitblick auf Körperlichkeit und Natur tausendfältig abgeblockt ist. Was also der forschende nationalbewusste Ägypter der anbrechenden Epoche des islamisch übernommenen Arabischen Frühlings bei seiner ausgebremsten Naturkunde entdecken darf ist das „schöne“ Himmelsgesetz, denn Allah befiehlt jedem Stern, Stein oder Staubkorn räumliche Lage und zeitlichen Wandel.

Allah befiehlt dir sogar das Denken:

Wenn grundsätzlich, alle Bereiche von Wissenschaft und Künsten betreffend, Denken als Islamische Pflicht verstanden wird (thinking in general is an Islamic duty), wie es die Gelehrten des Idschtihad meinen, dann wird wissenschaftliche Forschung in Theoriebildung und experimenteller Praxis das Werkzeug zur Erfüllung dieser Pflicht (scientific research is the instrument for the discharge of this duty).

Man sperre die Wissenschaft in den Käfig des Islam, Professor und Student haben Thesenentwicklung, Labortechnik und Berichterstattung mit Allahs Gesetz abzugleichen. Hörsaal und Laborgebäude, auch Irans Atomprogramm von Buschehr und Natanz, werden zu einer Stätte des heißen Bemühens um Abwehr des Bösen und Erlangung des Wohlgefallens Allahs. Vielleicht wird hinter verschlossenen Türen noch ein bisschen frei gedacht werden können? Aber selbst dort drinnen im wissenschaftlichen Bunker ist der Professor zur islamstaatlichen Labormaus geworden, denn draußen herrschen Mufti und Muslimbruder.

Uns Sand in die Augen zu streuen beherrscht der Imām al-Kabīr von al-Azhar gut und behauptet, dass der Koran die Wissenschaft nicht nur ermögliche, sondern sogar befördere. In Wirklichkeit würde sich bereits heute, ganz so wie jeder andere ägyptische Islamgelehrte, auch al-Tayyeb niemals dafür einsetzen, dass eine psychologische, soziologische oder medizinische Untersuchung der Thesen: Ist der Hidschab frauenfeindlich, Befördern Mohammedkarikaturen die Lebensqualität oder Schadet die rituelle Jungenbeschneidung dem Kindeswohl und ist zeitnah abzulegen finanziell gefördert oder auch nur zugelassen wird.

Wenn gerade einmal kein anrückender Schlägertrupp der Hisba seinen Schreibtisch oder Computer zerschlägt, hat der Denker im islamisch unterworfenen Teil der Welt untertänigst selber dafür zu sorgen, dass seine Reden oder Texte nicht die Religion stören. Den Maulkorb muss sich der islamisch geduldete ägyptische Forscher also selber umlegen, wie der Großscheich implizit empfiehlt und was eine beibehaltene Gesundheit auch nahelegt. Und weil Ägypten nicht weit weg ist und ein erneuertes Hambacher Fest (1832) nicht in Sicht, erinnere sich auch der islamkritische Deutsche aus gegebenem Anlass an die fast 200 Jahre alte Karikatur Club der Denker (1825), die den Mangel an Presse- und Meinungsfreiheit in der Zeit des Vormärz (Biedermeier) aufs Korn nahm, im Deutschen Bund nach den Karlsbader Beschlüssen.[36]

Dem eben erst eingeforderten Schariavorbehalt (goodness of humankind; Islamic duty) schamlos widersprechend behauptet al-Tayyeb noch einmal, dass auch im Islamischen Gesellschaftssystem Forschung und Lehre nur der Wissenschaftlichkeit verpflichtet seien, deine Heilssicherung per Islamischer Wissenschaft geschehe gefälligst ganz unverkrampft:

Und das wichtigste unter diesen Erfordernissen ist, dass Forschungsinstitute und spezialisierte Gelehrte beim Durchführen von Experimenten und Aufstellen von Hypothesen volle akademische Freiheit genießen und ihre Arbeit, nach genauen wissenschaftlichen Kriterien, überprüfen.

Die Skala der ultimativen Prüfwaage („genaue wissenschaftliche Kriterien“) ist uns allahseidank gegeben und Buchtitel seit dem Jahr 1095, als Imam al-Ghazali in seinem Kriterium des Handelns (Mīzān al-ʿAmal, Criterion of Action) zum erlaubten Forschen und erlaubten Forschungsergebnis feststellt: „Guter Verstand ermöglicht, den Pfad der Glückseligkeit vom Pfad der Verdammtheit zu unterscheiden. … Die Seele empfängt das absolut Wahre und die unverzichtbare, ewige Wissenschaftlichkeit von den hochrangigen Engeln. Das ist die sichere Erkenntnis, die weder durch die Zeitalter noch durch die Völker angetastet werden kann. … Die Liebe zum Diesseits ist die Ursache aller Sünden und das Diesseits ein Ackerfeld für das Leben danach.“[37]

Man darf diesen Einrichtungen sowohl eine eigene kreative Vorstellungskraft zubilligen als auch die entsprechende Fachkompetenz, die ja benötigt wird, um neue Forschungsergebnisse zu erzielen, die zum Wissen der Menschheit beitragen. In dieser Hinsicht sollten sie nicht anders geführt werden als nach Ethik, Methodik und unveränderlichen Grundsätzen der Wissenschaft.

Ziemlich übergriffig, wenn sich ein Theologe überhaupt um Zielsetzung und Personalführung der Forschungszentren kümmert. Ägyptens Wissenschaft hat dem Lobpreis des Allmächtigen zu dienen und der Stärkung des Glaubens, „neue Forschungsergebnisse“ könnten ja durchaus Allahs weises Wirken zum Wohle der Menschheit belegen – anderen Projekten werden die Fördergelder einfach gestrichen.

Viele Jahrhunderte lang waren große Gelehrte wie ar-Razi, Ibn al-Haitham oder Ibn an-Nafis Führer und Wegbereiter des Wissens. Es ist an der Zeit, dass die arabische und muslimische Welt im Rennen um die Vormacht wieder mitspielt und in die Epoche des Wissens zurückkehrt. Die Wissenschaft ist zur Quelle militärischer und wirtschaftlicher Macht geworden und erzeugt Fortschritt, Entwicklung und Wohlstand.

Drei Namen sind gefallen, Zakariya ar-Razi, Ibn al-Haitham (Alhazen), Ibn an-Nafis, betrachten wir die Genannten.

Zuerst ar-Razi:

Der persische Arzt, Leiter eines Krankenhauses, Alchimist, Musiktheoretiker und Naturphilosoph Abū Bakr Muḥammad-e Zakariyā-ye Rāzī (ca. 864 – 925) lebte, für Schariafreunde entsetzlich genug, den Islam nun gar nicht ernsthaft und bekam, weil er eine Weltanschauung der Seelenwanderung und Wiedergeburt entwickelte, erbitterte Gegner unter den Theologen. Als schlimmer Ketzer galt er einigen von ihnen, nachdem er dem begrenzten menschlichen Erkennen die Möglichkeit der Prophezeiung ausgeschlossen und folgerichtig Propheten als Publikumsbetrüger dargestellt hatte. Das gewaltige medizinische Werk des griechischen Arztes und Erforschers der Anatomie Galenós von Pérgamon (Aelius Galenus, Galēn, ca. 130 bis 210) übertrug der produktive Autor ins Persische und ordnete es für den Medizinunterricht neu, womit er für die folgenden Generationen Maßstäbe setzte.

Ibn al-Haitham gen. Alhazen:

Aus einer persischen oder arabischen Familie stammte der für seine Studien in Mathematik, Astronomie und Optik berühmte Abū ʿAlī al-Ḥasan ibn al-Haiṯam (Alhazen, ca. 965 -1040). Ibn al-Haitham wirkte in Kairo am Hof des für seine (schariarechtlich einwandfreien) judenfeindlichen und christenfeindlichen Gesetze berüchtigten al-Hakim genannten sechsten Kalifen der Fatimiden, in dessen brutale, nämlich an einer für Ägypten neuartigen strengen Dhimma ausgerichtete Regentschaft die Zerstörung und Beschlagnahmung von Ägyptens Kirchen (ab 1008) und das Verbot öffentlicher christlicher Prozessionen ebenso fiel wie die Zerstörung der Jerusalemer Grabeskirche (1009). Die bis dahin meist christlichen Kairoer Verwaltungsbeamten versuchte der Spross aus ismailitischer (siebenerschiitischer) Dynastie und göttliche Stellvertreter auf Erden, „al-Hakim“ (al-Ḥākim bi-ʾamri l-Llāh, „der auf Geheiß Allahs herrscht“, eigentlich Abū ʿAlī al-Manṣūr), dahingehend zu erpressen, zum Islam zu konvertieren.

Schariafreund und Schiit Kalif al-Hakim, die Drusen verehrten ihn als Inkarnation Allahs und wurden deswegen Pogromen ausgesetzt, förderte die Wissenschaft und stiftete im Jahr 1005 das Kairoer Haus der Weisheit (Dār al-Ḥikma). Das Haus der Weisheit, wohl auch als eine Kopie der im Jahr 825 vom Abbasidenkalifen al-Maʿmūn in Bagdad gegründeten und eigentlich gleichnamigen Bayt al-Ḥikma und auch damit konzeptionell eine Nachwirkung der iranisch-sassanidischen Lehrstätte für Medizin und Wissenschaft von Gundischapur (gegr. 271), die unter der Regentschaft des Großkönigs Chosrau († 579) zu höchster kultureller Blüte gelangte, also noch in der vorislamischen Heidenzeit oder Dschahiliyya. An der Akademie von Gundischapur wurden die griechischen, aramäischen, indischen und chinesischen Texte ins Mittelpersische übersetzt, der Islam war noch nicht vom Himmel herabgeflüstert worden. In Kairo durfte Ibn al-Haitham am Haus der Weisheit lehren, und seine optischen Erkenntnisse zu Lichtstrahlen und Reflexion sowie zur der Lupe und zu der ihr entsprechenden Bedeutung der Linse des menschlichen Auges verdienen Anerkennung, doch außerhalb der Lehrstätte ließ der Kalif die Nichtmuslime dem Staatsterror der ungeschmälerten Scharia aussetzen sprich Ägyptens jüdisches und christliches städtisches Leben kaputtmachen. Ibn al-Haithams siebenbändiger Kitāb al-Manāẓir (Opticae thesaurus, Book of Optics), im Deutschen bekannt als Schatz der Optik, wurde, um auf die angeblich islamisch inspirierte europäische Renaissance zu sprechen zu kommen, 1572 in lateinischer Übersetzung vom hessischen Mathematiker Friedrich Risner unter Verwendung der Ergebnisse von Witelo (Vitellio, ca. 1237 – 1285) veröffentlicht. Seinerseits hatte Witelo, schlesischer Mönch und Naturphilosoph thüringischer und polnischer Abstammung, durchaus auch Ibn al-Haitham studiert und weiterentwickelt. Wirklich tiefgreifende Erkenntnisse zur Brechung des Lichts und der optischen Abbildung fand erst (der durchaus ein wenig mystisch empfindende und astrologiegläubige) Johannes Kepler, der die noch in mittelalterlicher Theozentrik verhafteten Ansätze Witelos revolutionierte.

Heute, vierhundert Jahre nach Kepler, denkt das effektbewusst Name-Dropping betreibende Oberhaupt von al-Azhar theozentrisch wie Witelo und hat, Gefangener von Höllendrohung und Heilssicherung, das Weltgefühl und Welterkunden der Renaissance, die er ausgerechnet islamisch erzeugt wissen möchte, gar nicht erreicht. Nicht absprechen kann man Ahmad Mohammad al-Tayyeb, ganz im Sinne des Erkennen und Verstehen verweigernden echten Islam zu argumentieren. Anscheinend kann jeder ausschließlich und in „selbst verschuldeter Unmündigkeit“ (Kant) in den Bahnen der Scharia denkende Mensch zu Renaissance oder Wissenschaftlichkeit nicht viel mehr Erkenntnis gewinnen als die Ameise zum Vogelflug oder der Maulwurf zum Sternenhimmel, womit ein schariatreues Leben kein gelingendes menschliches Leben sein kann. Das eigentlich Schlimme an al-Tayyeb ist, dass er Ägyptens Jugend in diese Beschränktheit und diesen Missbrauch der allgemein menschlichen Vernunft eingesperrt wissen möchte.

Nun zum letzten Gewährsmann angeblich weltbeglückender islamischer Hochkultur, Ibn an-Nafis:

Der dritte 2012 von al-Tayyeb zum Zweck des Kalifatsaufbaus nutzbar gemachte Gelehrte ist der Syrer Ibn an-Nafis (ʿAlāʾu d-Dīn bin Abī Ḥazm al-Qurašī ad-Dimašqī, 1210 oder 1213 in Damaskus; 1288 in Kairo). Den kleinen Blutkreislauf beschrieb er zwar als erster, doch ohne empirische Forschung, sondern, immerhin, auf echt steinzeitlicher Basis von engagierter Vermutung. In seinem religiösen Roman Theologus Autodidactus meint Ibn al-Nafis, dass die Invasion der Mongolen eine die Muslime verdientermaßen treffende, von Allah gewirkte und „unvermeidbare“ Strafe für „jene Sünden“ von Alkoholgenuss und Homosexualität sei, it was inevitable that those sins should be punished. Die dem schariapflichtigen Leser religiöse Erbauung gebende Novelle Theologus Autodidactus sagt Nein zu Drogen und weiß, dass muslimische Männer leicht vor Eifersucht rasen: „Wo dieser unser Prophet doch das Trinken von Wein ebenso verboten hat wie das Erscheinen von Frauen im öffentlichen Raum in der Anwesenheit von Fremden, denn Eifersucht ist eine edle und lobenswerte Eigenschaft.“ Damit auch in Ehe und Familie alles ordentlich zugeht, hat Allah, wie Ibn an-Nafis weiß, Mann und Frau eindeutige Rollen zugewiesen: „Weil die Männer besser zum Geldverdienen befähigt sind und die Frauen besser den Haushalt machen können, soll der Mann die Ehefrau versorgen und die Ehefrau in seinem Haus bleiben. As men are better able to earn money, and women to manage the household, the man should have to provide for the wife, and the wife to stay in the house of the husband.“ Nebenbei: Welchem Zweck dient 2012 eigentlich das Betreuungsgeld ketzerisch Herdprämie genannt? Schon im nächsten Satz verteidigt Ibn an-Nafis die islamische Institution der Sklaverei.[38]

Soviel für heute zu Zakariya ar-Razi, Ibn al-Haitham (Alhazen) und Ibn an-Nafis.

Bezeichnend für das ebenso auf die Verweigerung allgemeiner Menschenrechte wie auf eine europäische Rechtsspaltung zielende (Großmufti Cerić forderte am 24. Februar 2006 in DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS: f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law; g) and the protection of European Muslims from islamophobia) übertriebene Selbstvertrauen der Islamverherrlicher unserer Tage ist es auch, dass es in New York oder Berlin keinen einzigen prominenten radikalen Konfuzianer oder Taoisten gibt, der behauptet, der barbarische Rest der Welt sei durch die traditionelle chinesische Medizin erleuchtet worden und von der uralten chinesischen Mathematik und Technologie. Kein Buddhist tritt vor das Mikrophon und behauptet ernsthaft, jeder auf Toleranz beruhende soziale Wohlfahrtsstaat und jedes staatliche Bildungs- und Krankenhaussystem sei nichts als ein leiser Nachhall und unschöner Abklatsch des Staates von Ashoka dem Großen (304 – 232 v. Chr.).

Doch überall richten die global vernetzten Wegbereiter des Schariarechts Museen für Islamische Zivilisation ein. „Museum zur Korrektur der unrichtigen historischen Betrachtung“ nennt es Fuat Sezgin; der den internationalen König-Faisal-Preis von 1979 zeitgleich mit dem pakistanischen radikalen Islamtheoretiker Abul A’la Maududi gewann, der Türke für „Studien über den Einfluss muslimischer Gelehrter auf die Europäische Zivilisation“.[39] In diesen schariapolitischen Propaganda-„Museen“ wird den Besuchern faktenfern nahegelegt, dass Europas und Nordamerikas Kultur und Wohlstand ausschließlich dem Kalifat von Medina der vier „rechtgeleiteten“ Kalifen und später demjenigen von Córdoba (das umayyadische Kalifat und dann noch, bis zur Schlacht bei Las Navas de Tolosa 1212 das almohadische Kalifat) zu verdanken haben. Mindestens ein kleines Dankeschön der Museumsdirektoren für den alten griechischen Beitrag, den Aristoteles und Platon für die Menschheit geleistet haben wäre doch angemessen, und das gelegentliche Würdigen der Kulturen des vorislamischen Iran, des alten Ägyptens und des Judentums, deren erstgenannter die Kalifen so ziemlich alles und letztgenanntem Muslim Mohammed ja immerhin die Reihe der Propheten verdankte (entwendete). Doch da herrscht islamsolidarisches Schweigen. Am islamischen Wesen soll die Welt genesen, frei nach Emanuel Geibel (1861).

Alles was gut ist, muss von Allah stammen, schließlich ist alles Nichtislamische entweder unbedeutend und damit der Rede nicht wert oder vom Satan verursacht und nach Möglichkeit auszulöschen. Die geschichtsverfälschende, korantreu religiöse und schlicht kulturrassistische Unerschütterlichkeit der Schariafreunde beim Verneinen außerislamischer Beiträge zur Menschheitszivilisation ist ebenso beeindruckend wie nervtötend. Solange die Pflicht zu Schariaeinhaltung und Fiqhanwendung nicht aufgehoben ist, müssen wir betonen: Islam ist Tatsachenresistenz.

Der nicht etwa „islamistische“, sondern authentisch islamische Angriff auf die nur in einer freiheitlichen sprich säkularen Demokratie erreichbare kulturelle Moderne ist allerdings ernst zu nehmen, denn nicht nur die kulturellen Errungenschaften, sondern sogar die von der Justiz anzuwendenden Gesetze fallen im Islam vom Himmel herab. So befand am 12. Januar 2008 Bosniens ECFR-Scheich in THE CHALLENGE OF A SINGLE MUSLIM AUTHORITY IN EUROPE: „In the sharī’ah as their Weltanschauung, Muslims have their covenant with God (…) The sharī’ah is the perpetual principle on the basis of which each and every generation of Muslims has the right and the duty to make judgments about good and evil, right and wrong, in the context of its time and space in accordance with its own experience. Hence, the sharī’ah is the Muslim’s authority in morals.“

Weltweit will die eine Einheitlichkeit (tauḥīd) spürende und herstellende Islamische Bewegung der Wahhabiten, Muslimbrüder, Deobandi und Millî Görüş das nichtislamische Recht beseitigen oder jedenfalls das Islamische Sonderrecht durchsetzen, denn wer andere Gesetze anwendet als die von Allahgott herabgekommenen, wird in der Hölle brennen: „Jene, die nicht nach den Gesetzen Allahs Recht sprechen, das sind die Ungläubigen. Those who do not judge by the laws of God are disbelievers“ (Koran 5:44).[40]

Angesichts des ungebrochenen technologischen Vorsprungs desjenigen Teils der Welt, der dem Islam nicht unterworfen ist, verspürt die Umma offensichtlich eine Art Sputnik-Schock. Das kann Allah so nicht gewollt haben!

Abgrenzung ist das Gebot der Stunde. So begreift es doch, Muslime, im „Westen“ wohnt der Feind, und den Ungläubigen dürft ihr bekanntlich noch nicht einmal ähnlich sein: „Wer die anderen Völker nachahmt gehört zu ihnen [und nicht mehr zur islamischen Glaubensnation]. Whoever imitates other people becomes one of them“ (Musnad ibn Ḥanbal, Sunan Abī Dāwūd).[41]

Westen ist Niedergang, nicht nur der Sonne.

Steht auf. Entwickelt Ostkraft:

Eine unabhängige wissenschaftliche Forschung ist Grundlage für die Entwicklung des Bildungsbereichs und für eine blühende Industrie, weshalb ihr großzügig Finanzmittel zugeteilt sowie Arbeitsgruppen und wegweisende Projekte gestiftet werden sollten. Der Westen hat fast allen wissenschaftlichen Fortschritt in seiner Hand und sich das Monopol über die Steuerung und Weiterentwicklung der Wissenschaften gesichert. Doch der Aufstieg Japans, Chinas, Indiens und Südostasiens gaben ein lebendiges Beispiel für die Kraft des Ostens, diese Vorherrschaft zu brechen und die Ära des Wissens durch ein weit geöffnetes Tor zu betreten. Die Zeit ist gekommen für die Ägypter und Araber und Muslime, die Arena des kulturellen und wissenschaftlichen Wettberwerbs zu betreten. Wahrlich, sie haben die entsprechenden Potentiale – spirituell, materiell, menschlich usw. –, die sie zu diesem Vorankommen qualifizieren in einer Welt, die dem Schwachen und Nachzügler keine Gnade zugesteht.

Es gehe um den Kampf ums Überleben, wie al-Tayyeb die Dinge darstellt, der gemeine Gegner lauere überall.[42]

Viertens: Freiheit des literarischen und bildnerischen kreativen Schaffens

Es gibt zwei Arten von Kreativität. Die eine ist die wissenschaftliche Kreativität, die wir gerade behandelt haben. Die andere ist die literarische und bildnerische Kreativität, die alle Arten der Schriftstellerei umfasst wie Lyrik und Drama, Erzählung bzw. Roman, und daneben auch Theater und Biographie, Formgebung bzw. Design, Kino und Fernsehen sowie die Musik und alle anderen Neuentwicklungen in diesem Bereich.

Grundsätzlich können wir sagen, dass Literatur und Kunst die Aufmerksamkeit für die Wirklichkeit erhöhen, ihre Vorstellungskraft aktivieren, das ästhetische Empfindungsvermögen fördern, die Menschen, erziehen, ihre Geisteskräfte ausweiten und ihre Wahrnehmungserfahrung mit Leben und Gemeinschaft verbinden.

„Die Engel betreten kein Haus, in dem sich ein Hund oder ein Bild befindet“ (Sahih Buchari und ebenso Sahih Muslim). „Jene, die am Tag des Gerichts am schwersten bestraft werden, sind jene, die versucht haben, die Geschöpfe Gottes nachzuahmen“ (Aḥmad bin Ḥanbal).[43]

Auch soziokritische Künstler können ungehemmt tätig werden, jedenfalls solange sie die von Koran und Sunnna gesetzten Grenzen beachten und befolgen:

Mehr noch, gelegentlich betrachten sie die Gesellschaft mit dem Auge der Kritik und im Hinblick auf ihre Verbesserung. Alle diese vornehmen Funktionen bereichern tatsächlich Sprache und Kultur mit Leben, spornen die Vorstellungskraft an und stärken die intellektuellen Fähigkeiten, solange sie die erhabenen religiösen Werte und sittlichen Tugenden wahren.

Allah mag keine Fremdsprachen:

Die arabische Sprache hatte sich durch literarischen Reichtum und Redegewandtheit ausgezeichnet. Dann kam der edle Koran als der Höhepunkt des Eloquenten und Wunderbaren. Er vervollkommnete ihre sprachliche Schönheit und bekundete ihre ureigene hohe Anlage und nährte die Künste von Dichtung, Erzählung und Weisheit. Des Weiteren befanden sich unter den Scheichen und Imamen immer auch gebildete Pfleger der Sprache und Kultur, die Gedichte oder Erzählungen aller Art verfassten.

Koran 5:38, Allah denkt schön, edel und erhaben und Mohammed spricht es aus, erhaben, edel und schön: „Was den Dieb betrifft, männlich oder weiblich, schneidet seine oder ihre Hände ab, eine Bestrafung als ein ermahnendes Beispiel, um ihrer Missetaten Willen, und Allah ist der in Seiner Macht Erhöhte.“[44]

Bid’a bedeutet Abänderung des von Koran und Sunna Vorgegebenen, islamisch verbotene Neuerung, es heißt: „Jede Bid’a in der Religion ist ein Irregehen.“ Wenn das Volk die alten Tugenden noch nicht ausreichend absorbiert hat, ist der Künstler sicherheitshalber abzustoppen, und islamfromme Emotionen (religious feelings) dürfen durch ein Buch oder Bild auf gar keinen Fall beschädigt werden, vorletztes Zitat des Chefs von al-Azhar:

Doch die grundsätzliche Regel, welche die Grenzen der Freiheit der Kreativität begrenzt, ist zum einen die Bereitschaft (preparedness) der Gesellschaft und zum anderen die gesellschaftliche Fähigkeit, die den Bereich der literarischen und gestaltenden Künste betreffenden Elemente des Ererbten und Erneuerten aufzunehmen (its ability to absorb the elements of heritage and renewal in literary and artistic creativity). Daher sollte die Freiheit der Kunst solange respektiert werden, wie sie religiöse Gefühle nicht verletzt (as it does not hurt religious feelings) oder den bestehenden Werten der Sittlichkeit zuwiderläuft. Es bleibt Tatsache, dass Literatur und künstlerische Schöpferkraft zu den wichtigsten Anzeichen für den Wohlstand und die grundlegenden Freiheiten gehören, und sogar deren wirksamste ist wenn es darum geht, eine Wiederbelebung der gesellschaftlichen Achtsamkeit und Bewusstheit zu erreichen (reviving the awareness of society) und die allgemeine Gewissenhaftigkeit zu bestärken (enriching its conscience).

Mit dem ersten Begriff im Ererbten und Erneuerten (heritage and renewal) spielt der Großscheich vermutlich auf den beim ägyptischen Juristen Ṭāriq al-Bišrī so zentralen Begriff des Mawruth an. Für den hoch angesehenen und gefährlich einflussreichen Schariakenner Tariq al-Bishri findet jedes Arbeiten für ägyptische Identität und sittliche (schariatreue) ägyptische Zukunft vor dem Hintergrund des Kampfes zwischen Außen und Innen statt, dem Eingedrungenen und dem Ererbten: al-wāfid wal-mawrūṯ.[45]

Dann aber würde al-Tayyeb das künstlerisch Neue, so muss es jeder Kenner der Gegensatzes zwischen Wafid und Mawruth verstehen, pauschal verächtlich oder jedenfalls verdächtig machen, was dem faktisch bereits geforderten Blasphemieverbot (as it does not hurt religious feelings) ja ebenfalls völlig entspräche. Darüberhinaus ist alles menschliche Tun und Unterlassen schariatisch (heilssichernd) einzuordnen und kennt jeder Muslim die Kategorie der bidʿa, was Neuerung heißt aber islamwidrige Neuerung meint, Sahih Ibn Chusaima, Hadit Nr. 1785: „Die besten Worte sind die Worte Allahs und die beste Rechtleitung ist die Rechtleitung Muhammads. Das schlechteste aller Dinge ist eine Neuerung und jede Neuerung ist ein Irregehen und jedes Irregehen führt ins Höllenfeuer.“[46]

Nicht nur behauptet der Koran von sich, eine klare, eine eindeutige Schrift zu sein, der Islam ist also niemals bruchstückhaft oder veraltet. Vielmehr hat der Islam keine menschlichen Fragen offengelassen, wie Scheich al-Albani einen Hadith zitiert, den man wohl nur verstehen kann, wenn man sich in die absolute Panik hineindenkt, die für den sich vor der ewigen Verdammnis fürchtenden Muslim darin besteht, etwas noch so Klitzekleines Verbotenes zu tun oder eine Winzigkeit am himmlischen Befehl übersehen zu haben:

„Ich habe nichts ausgelassen von dem, was euch Allah näher bringen kann und euch entfernt von dem Höllenfeuer, ausgenommen das, was ich euch aufgetragen habe. Und ich habe nichts ausgelassen, dass euch dem Höllenfeuer nähert und euch entfernt von Allah, außer dem, was ich verbot.“[47]

Diesen Hadith kann man lesen, als hätte Mohammed Folgendes gesagt: Keine Angst, es ist alles angeordnet, was dich in die ewige Gottesnähe bringen kann, du brauchst nur die Befehle von Sure, Hadith und Kalif absolut und wortwörtlich zu befolgen. Und nichts Bedrohliches gefährdet dein Seelenheil, denn ich habe dir alles Gefährliche eindeutig verboten.

Der Islam lässt keine Fragen offen und der Theologe kommt zum Ende seiner Verlautbarung. Nicht alles, was ein Schriftsteller oder Künstler anstellen kann, darf in der islamischen Gesellschaft als rational und akzeptabel gelten:

Je mehr die vernünftige und vertretbare Freiheit in der Gesellschaft Wurzeln schlagen kann, desto klarer beweist sich ihre Zivilisiertheit. Literatur und Kunst sind der Spiegel der Bewusstheit der jeweiligen Gesellschaft und ihr wahrhaftiger Ausdruck des Veränderlichen und des Unveränderlichen. Sie malen ein leuchtendes Bild ihrer Sehnsüchte nach einer besseren Zukunft. Wir flehen Allah den Allmächtigen an, uns zu dem zu führen was gut und richtig ist.

Al-Azhar Scheichtum am 8. Januar 2012

Großscheich von al-Azhar Dr. Ahmed al-Tayyeb

Was „gut und richtig“ ist, ist das eingangs erwähnte, islamisch zu denkende allgemeine Wohl (maṣlaḥa, öffentliches Interesse; istiṣlāḥ, es für geboten halten), welches in Koran und Hadith sowie, die Schiiten ausgenommen und für alle Sunniten gegen jede künftige Veränderung abgesichert, noch einmal bei Imam al-Ghazali († 1111) niedergeschrieben worden ist.

Der von al-Tayyeb um eine genaue Rechtleitung in Bezug auf die künftig noch legalen ägyptischen Grundfreiheiten Angeflehte, nämlich Allah, hat den Schariagelehrten und Schariarichtern die politische und juristische Führung der Umma auferlegt, die, gleichsam als das Tüpfelchen auf dem i, eigentlich nur noch den Kalifen benötigt, um die Seele inschallah vor dem Bösen zu retten („Und so haben Wir ihn [den Qur’an] als deutliches Zeichen herabgesandt, und gewiss, Allah weist dem den Weg, dem Er will“, 22:16).

Der fromme oder patriotische ägyptische Kulturschaffende, sei er Journalist, Schauspieler oder Filmemacher, darf nicht auswandern, das wäre Verrat am Vaterland und, da islamisch verboten, auch keinen Selbstmord begehen, das wäre große Sünde (suicide is a major sin), wenn man vom islamisch erlaubten selbstmörderischen Terrorattentat absieht.[48] Die religiösen Gefühle beleidigen darf er auch nicht, sagt al-Tayyeb. Der Chef der Azhar lässt dem Professionellen in Medien oder Kunst nur eine letzte Möglichkeit.

Sprachschön, klangvoll oder malerisch Propaganda zu betreiben für die Legalisierung von immer noch mehr schariakonformen Paragraphen.

Mitzuwirken an der Islamischen Revolution.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] Am 06.01.1946 erblickte Ahmad Mohammad al-Tayyeb (Ahmed Muhammad Ahmed el-Tayeb) in Luxor (al-Uqṣur, 490.000 Einwohner) im mittleren Oberägypten das Licht der Welt.

Der Großscheich von al-Azhar im Bild

http://www.france24.com/ar/files/imagecache/france24_169_large/article/image/Tayyeb-azhar-egypt-m_0.jpg

http://www.dici.org/en/wp-content/uploads/2011/03/Ahmed_El_tayyeb.jpg

http://www.almanar.com.lb/english/upimg/sheikhazhar.jpg

http://www.dailystar.com.lb/dailystar/Pictures/2011/09/25/Image-web-size_634525633672042225_mainimg.jpg

https://jacquesauvergne.files.wordpress.com/2012/11/ahmedel-tayeb.gif

Eric Trager, Katie Kiraly, Cooper Klose, and Eliot Calhoun: Who’s Who in Egypt’s Muslim Brotherhood

in: The Washington Institute, September 2012

http://www.washingtoninstitute.org/policy-analysis/view/whos-who-in-the-muslim-brotherhood

[2] Al-Azhar Document for Basic Freedoms

Großscheich al-Tayyeb am 08.01.2012

ins Englische von Ahmed El-Gharbawy

http://www.onislam.net/english/shariah/contemporary-issues/islamic-themes/455396-al-azhar-basic-freedoms-document.html

als Kopie, bei: Faith in Allah

http://www.faithinallah.org/al-azhar-university-statement-on-basic-freedoms-religion-opinion-scientific-research-and-artistic-creativity/

notfalls auch hier bei der Amerikanischen Universität in Kairo (AUC), ganz unten:

http://www.aucegypt.edu/gapp/cairoreview/pages/articleDetails.aspx?aid=231

OnIslam.net is an independent website that emerged out of an initiative by the team that created and run IslamOnline.net for the past 10 years

http://www.onislam.net/english/about-us.html

How to Get the Khilafah (Caliphate) Back. Erbitte Fatwa: Wie bekommen wir das Kalifat zurück?

Assalamu `Alaykum! I would like to know that: is it an obligation to work to re-establish the Khilafah? How can this be achieved and how can we get the Khilafah? Please, can you help?

(…) the eminent Muslim scholar, Sheikh Abdul-Rahman Muhammad Yaki states: The concept of khilafah is a very huge concept. Each one of us as Muslims should learn to understand what khilafah means. First of all, khilafah is the concept of the vicegerent, of people coming generations after generations to take the leadership of the religion of Islam. …

What I would advise each member of this community is to act according to the laws of Allah, but force, coercion and violence can never solve our problems. If Muslims throughout the world understand Islam in a perfect manner definitely the Ummah will again become one and then the khilafah will automatically come out.

Dr. Ahmad al-Qudah, Professor of Shari`ah at Az-Zarqa‘ University, Syria, adds: It is the responsibility of all Muslims, individuals and groups, to return to the Qur’an not only to recite it but to contemplate its teachings and work according to its guidance. We should follow it as our way of life, translate its teachings in our reality; activate it in our houses, among our children and wives and all those around us so that they may receive its guidance for implementation not for mere knowledge.

Fatwa, von: Group of Muftis, zur Frage: How to Get the Khilafah (Caliphate) Back, beantwortet am 27.03.2012

http://www.onislam.net/english/ask-the-scholar/shariah-based-systems/imamate-and-political-systems/174620-how-to-get-the-khilafah-caliphate-back.html?Political_Systems=

Islam Online, gegründet von Yusuf al-Qaradawi, wird von Doha (Katar) aus durch die Al-Balagh Cultural Society betrieben

http://islamonline.net/en/

IslamOnline Founders Launch OnIslam

Kairo 09.10.2010

http://www.onislam.net/english/news/global/449313-islamonline-founders-launch-onislam.html

[3] Udo Steinbach attestiert dem am Islam interessierten Deutschen „eine konstruktive Tendenz“, die er indirekt als eine islamfreundliche sprich schariafreundliche Tendenz definiert. Islamkritik wird so natürlich eher dem Bereich des Destruktiven und Gemeinschaftsschädlichen zugeordnet. Offensichtlich hat der Fremdenfreund (Schariafreund) der Zukunft gegebenenfalls auf Pressefreiheit und universelle Menschenrechte zu verzichten, um: „einen konstruktiven Zugang zur islamischen Welt insgesamt zu finden“, wie der Leiter des Orient-Instituts dem deutschen Nichtmuslim (Dhimmi) den Weg weist.

aus dem bei nahost.de veröffentlichten Interview (2001) mit Udo Steinbach: Konstruktive Auseinandersetzung mit dem Islam gefordert

http://www.maghreb.de/content/aufsaetze/aufsatz_015.shtml

[4] Ralph Giordano weiß richtig: Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem. Aiman Mazyek erneuert das Millet-System und bittet Hebräer, Urgermanen und Gottlose zum erregten Präsentieren. Kein Kalifatsaufbau ohne Spaltung in Religionsvölker und charismatische Konkurrenz:

Sie als Jude, als Christ, Sie als Muslim, ja auch der Humanist sollen ihren Hut in den Ring werfen und konstruktiv am Dialog der Kulturen mitwirken und mit uns gemeinsam in Frieden „streiten“.

Quelle: Konstruktiv –selbstkritisch – proaktiv – Zur Feier des Kreativwettbewerbs und 10 Jahre islam.de – Von Aiman A. Mazyek

http://islam.de/8976.php

[5] Schön wäre es, wenn wir [Menschen] in Deutschland ein gutes Beispiel für die Welt geben könnten, wie die Religionen friedlich und konstruktiv für das Gemeinwesen zusammenleben. … Wir [Muslime] müssen unsere Opferrolle ablegen und handeln. Für unseren konstruktiven Beitrag in der Gesellschaft gibt es genug Anknüpfungspunkte.

Quelle: 26.11.08 Einigkeit und Recht und Freiheit – diese Worte haben besonders für uns Muslime eine existenzielle Bedeutung – Rede des Zentralratsvorsitzenden Dr. Ayyub Axel Köhler

http://zentralrat.de/11208.php

[6] Auch Kano (nördliches Nigeria, vollständig schariatisiert seit dem Jahr 2000) erlebt als Dschihadsubstitut oder vielmehr Dschihadvorstufe das kleinräumlicher denkende Prinzip der Islamdurchsetzung, die Hisba: erst das Warnen, dann das Drohen und zuletzt das Prügeln für das Schariakonzept drängt Gottlosigkeiten wie das Trinken von Bier oder das zwanglose Zusammensein von unverheirateten Männern und Frauen in die Vergangenheit der Dschahiliyya ab. Hisba ist kein „Islamismus“, sondern echter alter Islam:

The reintroduction of Sharia in the twelve states of northern Nigeria between 1999 and 2000 … Hisbah was established to enforce a distinctive Islamic government. … dedicated to the abolition of the business and consumption of beer, the restriction of sex work, the segregation of the sexes in public spaces, and the policing of a moral order based on Sharia.

vgl.: Rasheed Oyewole Olaniyi: Hisbah and Sharia Law Enforcement in Metropolitan Kano, from: Africa Today, Volume 57, Number 4, Summer 2011, pp. 70-96

http://muse.jhu.edu/journals/africa_today/summary/v057/57.4.olaniyi.html

Sheikh Ibrahim Daurawa, Director-General of Kano State Hisbah Board, aus: Blueprint (Abuja, Nigeria) 24.08.2012

http://www.flickr.com/photos/talatu-carmen/7858967402/sizes/o/in/photostream/

Schon am Folgetag äquidistant kommentiert von der an Nigeria interessierten Carmen McCain (lernt an der University of Wisconsin), auf ihrem Blog: A Tunanina

http://carmenmccain.wordpress.com/2012/08/25/kano-hisbah-to-prosecute-gossips/

Carmen McCain spielt Friedenstäubchen und äußert keine Silbe gegen das ungleichbehandelnde Islamische Recht:

Carmen McCain fordert Bemühungen nicht nur um die Wiederherstellung von Recht und Ordnung, sondern um Frieden, um «Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit und Entwicklung». Nüchtern gesehen verlieren in einem Gewaltkonflikt beide Seiten. … «Christliche und muslimische Jugendliche müssen bei den Kampagnen zusammenarbeiten.» Um den Konfliktbaum vollends in einen Friedensbaum zu verwandeln, fordert McCain das «Pflanzen und Hegen von gegenseitigem Vertrauen und Verständnis». Alle sollen lesen lernen.

aus: Auf den Friedensbaum steigen

bei den vernunftfeindlichen und zum Islam desinformierenden Jesusverwendern von: Livenet (Christliches Webportal) o. D.; [wohl auch bei auch] Daily Trust [wohl: Kaduna, Nigeria]

http://www.livenet.de/themen/gesellschaft/international/afrika/197191-auf_den_friedensbaum_steigen.html

A new video posted on YouTube purportedly by Boko Haram yesterday showed a smiling suicide bomber drive into the offices of Thisday and blow himself up, an attack that killed at least three people and made journalists a new target of the sect.

The 18-minute video posted on YouTube under the name ‚Alh Mani‘ includes new threats against journalists and major Nigerian newspapers, as well as the Hausa language services of Voice of America and Radio France International. …

The video shows the suicide bomber drive a sport utility vehicle on April 26 into the Abuja offices of Thisday, sending a massive fireball into the air.

In the video, a narrator blames Thisday for publishing inaccurate and biased information about the sect known as Boko Haram. In particular, the man mentions a 2002 article published by Thisday ahead of the Miss World pageant contestant.

The new video shows a new sophistication of the sect. Past videos have simply shown the sect’s leader Abubakar Shekau talking. Tuesday’s video included images from an attack for the first time, as well as using another speaker besides Shekau to spread the sect’s message.

aus: Nuruddeen M. Abdallah: Nigeria: Boko Haram Threatens Daily Trust, 10 Other Newspapers

in: AllAfrica 02.05.2012

http://allafrica.com/stories/201205020622.html

This Day bombing in Abuja, Kaduna

http://www.youtube.com/watch?v=4bzGR9qEvf8

Boko Haram Attack on This Day Newspaper

http://www.youtube.com/watch?v=Es–TR4TOJE&feature=related

Der Generaldirektor der Staatlichen Hisba-Behörde von Kano ist nutzt die neuen Medien. Scheich Ibrahim Daurawa, Facebookgemeinschaft: „al-amr bil-maʿrūf wan-nahī ʿani l-munkar, Für das Gebieten des Rechten und Verbieten des Verwerflichen.“

http://www.facebook.com/amdaurawa

Sheich Ibrahim Daurawa interpretiert das Buch (es gibt nur ein Buch, um Himmels Willen)

http://www.youtube.com/watch?v=Ru-5o52S_Yc

Schöne afrikanische Tischdecke, hässliche islamische Hisbabefehle:

http://www.youtube.com/watch?v=qvdoWgYJSMA&feature=relmfu

Die Afrikanerin unter der Herrschaft des Islam trägt Schleier

http://www.youtube.com/watch?v=3Fc_-KRyYmE

Es werde harmonisch, es erneuere sich al-Andalus! „Das goldene Islamische Zeitalter unter dem Kalifat“ (ḫilāfa; Kalif ist ḫalīfa). The Golden Age of Islam under Khilafah.

http://www.youtube.com/watch?v=OGhr0eZGdio&feature=fvwrel

ebenfalls heraufgeladen von TheMercifulServant: „Die katastrophale Lage der heutigen Umma ohne Kalifat“, Catastrophic Muslim Ummah without Khilafah

http://www.youtube.com/watch?v=YO_nVlg7Y8g&feature=relmfu

How The Khilafah was destroyed and how it shall return insh ALLAH

http://www.youtube.com/watch?v=kTHNr_8uNrw&feature=related

The Khilafah is coming….I can see it coming!!!!!

http://www.youtube.com/watch?v=jtiKorMw9zg&feature=related

Beim Hizb ut-Tahrir (HuT, Ḥizb at-taḥrīr), in Indonesien und Malaysia war die „Partei der Befreiung“ niemals verboten, sammeln sich die Kalifatsarchitekten:

The Method To re-Establish the Islamic state (caliphate)

http://www.youtube.com/watch?v=UjgCze_y4eo&feature=related

Ridha Belhaj (Reda Bel Hajj) ist der Sprecher des tunesischen Hizb ut-Tahrir

http://www.youtube.com/watch?v=vUTutvLGpvI&feature=related

Scheich Ata Abu Rashta ist der globale Führer des Hizb ut-Tahrir

1. Sheikh Ata Abu Rashta (Worlwide leader, Hizb ut-Tahrir)

2. Naveed Butt – translation of excerpt included (Media representative, Hizb ut-Tahrir Pakistan)

Khilafah Conference Palestine (Ramallah) 2007

http://www.youtube.com/watch?v=9BsNWcvlr_g

Khilafah Conference 2007 Jakarta

This conference held by Hizbut Tahrir Indonesia. Attended by more than 100.000 participants.

http://www.youtube.com/watch?v=eUHZX7XmxmY&feature=related

Naveed Butt, hier im Bild (Kurzfilm von 2009), hat derzeit (2012) keinen bekannten Aufenthaltsort. Möglicherweise wurde er entführt, in HuT-Krisen verdächtigt man den pakistanischen Geheimdienst. Interview with Naveed Butt – Spokesman of Hizb ut-Tahrir Pakistan

http://www.youtube.com/watch?v=5EpNdXPxinw

London Hizb ut Tahrir Demonstration against abduction [Entführung] of Naveed Butt

http://www.youtube.com/watch?v=Exs5_1EtcOU

[7] Luxor 2012, die Pädagogin und strafende Haarabschneiderin trägt schwarzen Hidschab und schwarzen Niqab – und schwarze Handschuhe, wie man bei IṢLAḤnews im Bild sieht:

muʿallima Īmān Aḥmad Kīlānī

http://islahnews.net/?p=125597

Noch ein Foto der Lehrerin, Schleier und Gesichtsschleier und Handschuhe, alles rabenschwarz:

Kilani – who wears the full Islamic face veil (niqab) – punished Ola El-Qassem and Mona El-Rawi for coming to class without wearing a head scarf, as per her instructions, by cutting both girls‘ hair. She also threatened other girls in the class with the same punishment if they failed to wear the veil.

aus: Marco Tosatti: No veil? I’ll cut your hair off!

in: Vatican Insider (La Stampa) 18.10.2012

http://vaticaninsider.lastampa.it/en/blog-san-pietro-e-dintorni-en/detail/articolo/19024/

Rappel des faits. Iman Kilani, qui porte par ailleurs le voile intégral islamique (niqab) punit Ola El-Kassem et Mona El-Rawi et leur coupe les cheveux. Cette punition devait servir d’exemple pour toutes les jeunes filles qui oseraient transgresser ses instructions.

aus: Egypte – La prof qui coupe les cheveux des élèves sans voile

in: SlateAfrique 18.10.2012

http://www.slateafrique.com/96607/egypte-une-enseignante-coupe-cheveux-eleves-refusaient-de-porter-le-voile

[8] The governor of Luxor province where the incident occurred called the teacher’s actions “shameful” and said she had been transferred to another school. But rights groups say that some Islamic conservatives have been emboldened by the success of groups like Muslim Brotherhood and the ultraconservative Salafi trend in parliamentary and presidential elections and have been increasingly brazen about forcing their standards on other Egyptians.

The incident follows a surge in legal cases against Egyptians, mostly Christians, who allegedly showed contempt [Missachtung; Geringschätzung; Verstoß] for religion.

It also comes amid a fierce debate over how the role of religion will be defined in the country’s new constitution. The preponderance of Islamists on the panel drafting the document has alarmed liberals and religious minorities.

Most Muslim women in Egypt wear the headscarf, but increasing numbers now wear the more conservative niqab.

Ziad Abdel Tawab of the Cairo Institute for Human Rights said the incident was alarming but not surprising.

“Whether in schools or outside schools, the general sentiment is that any abusive action, if it is justified as protection of Islam, is tolerable,” he said.

aus: Egypt teacher cuts hair of schoolgirls for not wearing Muslim headscarf

in: Al Arabiya News 17.10.2012

http://english.alarabiya.net/articles/2012/10/17/244366.html

The bad situation Alber Saber is suffering and the arbitration by the prison administration

For 24 hours, Alber Saber is put inside a small stinky dark cell, full of bugs, mosquitoes and lizards, it also has snakes and has no electricity without lighting. …

Alber is being violently treated, which lead to him be bruised in his hands, near the handcuffs area, and with wounds on his legs.

Alber is injured in one of his hand fingers and he can’t move it. He asked for medical examination, but the prison administration refused to respond.

Alber can’t sleep and attempted to ask from a doctor in the prison to write prescribe a medicine for him, but he did not care. So, Alber asked from his family in the visit to get him a sedative or a soporific medicine, but they must know his condition first to give him the appropriate medicine.

The prison administration banned Alber from receiving the list of laws which regulate prisons. This list is important so that prisoners know their rights and duties, but he was prevented from taking a look on it, so that they would abuse him without being held accountable.

http://www.facebook.com/notes/free-alber-saber-%D8%A7%D9%84%D8%AD%D8%B1%D9%8A%D8%A9-%D9%84%D8%A3%D9%84%D8%A8%D9%8A%D8%B1-%D8%B5%D8%A7%D8%A8%D8%B1/the-bad-situation-alber-saber-is-suffering-and-the-arbitration-by-the-prison-adm/216715421792715

Free Alber Saber

http://www.facebook.com/FreeAlberSaber/notes

Im Bild: Albert Saber

http://www.demotix.com/sites/default/files/imagecache/a_scale_large/1400-9/photos/1479629.jpg

http://www.interet-general.info/IMG/jpg/Albert-Saber-1.jpg

http://www.rpp.com.pe/pict.php?g=-1&p=/picnewsa/975735.jpg

Von den 600.000 Einwohnern des Viertels Ezbet al-Nakhl sind knapp 8.000 Müllsammler. Die meisten von ihnen sind Kopten. So nahm denn über Jahre niemand Anstoß daran, dass diese Müllsammler auch Schweine hielten, die den organischen Abfall, der tagtäglich eingesammelt wurde, schlicht auffraßen.

Das änderte sich schlagartig mit dem Auftreten der Schweinegrippe. Auf dem Höhepunkt der Hysterie vor einem Dreivierteljahr ordnete die Regierung in Kairo an, dass zum Schutz der Bevölkerung vor einer Epidemie alle Schweine im Lande gekeult werden müssten.

Dass die Schweine mit dieser Krankheit kaum mehr zu tun hatten, als dass sie ihr den Namen liehen, störte die Regierung dabei wenig. Schweinebesitzer, die der Tötung nicht zustimmten, erhielten keinerlei Entschädigung. …

In den dutzenden eingezäunten Müllsortierstellen, die sich mitten in Ezbet al-Nakhl befinden, eingerahmt von sechs- bis zehnstöckigen Wohnhäusern, sind die Pferche, die früher den Schweinen ein Zuhause boten, verwaist.

Nur in zweien dieser Pferche suchen jetzt ein paar Ziegen und Schafe nach verwertbarem Abfall. Doch Schafe und Ziegen fressen nicht dasselbe wie Schweine. Der organische Müll bleibt deshalb lange in den Straßen liegen und verrottet, bestialisch stinkend, in der Sonne.

Noch immer meiden die Müllsammler organischen Abfall wie Gemüse, Obst oder Essensreste. Als „freie Unternehmer“ wären sie nach ägyptischem Recht gezwungen, für den Abtransport nicht verwertbaren Mülls zu sorgen.

Den Transport des Restmülls zu einer entsprechenden Müllhalde können sie sich aber schlicht nicht leisten. Etwa 80 Prozent des Mülls, den sie einsammeln, bringen sie zur Wiederverwertung in den Wirtschaftskreislauf. Das macht ihren kargen Lohn aus.

Für das Müllsammeln selbst, das die Stadtverwaltung gegen eine Gebühr jeweils für bestimmte Straßenzüge genehmigt, erhalten sie keinen Piaster.

aus: Georg Baltissen: Im Land der Müllsammler

in: taz 10.02.2011

http://www.taz.de/4/reise/afrika/aegypten/artikelseite/1/im-land-der-muellsammler/

Coptic demonstrations in Ezbet al Nakhl Cairo after Muslims bombing of Alexandria

http://www.youtube.com/watch?v=TsfDXXsNhPU

Zabbālīn. Zabbaleen means „Garbage people“

http://en.wikipedia.org/wiki/Zabbaleen

[9] „Without exaggeration, we feel that many of the hardline Islamists feel empowered by the rise of the Muslim Brotherhood to power to impose their strict views on society,“ said human rights activist Gamal Eid.

aus: Egypt school teacher fired for cutting girls‘ uncovered hair

in: Al Akhbar (Beirut, Libanon) 18.10.2012

http://english.al-akhbar.com/node/13007

Entscheide dich zwischen Höllenfeuer oder Paradiesgarten, System Dschahiliyya oder Islamsystem; an-Niẓām al-Islāmī beim radikalen Islamtheoretiker Saiyid Quṭb:

an-Niẓām al-Ǧāhilī, the rule of ignorance, System Heidentum:

Der Führer der Muslimbrüder, Dr. Muhammad Badī‘, predigt sozialen Wandel: Muslim Herrscher, Dhimmi Sklave:

„According to the Islamic shari’a that Allah [has bequeathed] to mankind, the status of the Muslims, compared to that of the infidel nations that arrogantly [disdain] his shari’a, is measured in a kind of scale, in which, when one side is in a state of superiority, the other is in a state of inferiority“

(Muslim Brotherhood Supreme Guide Muhammad Badi‘)

Quelle: MEMRI 06.10.2010

http://www.memri.org/report/en/print4650.htm

Dr. Muhammad Badi, supreme leader of the Muslim Brotherhood, said: “The Brotherhood is getting closer to achieving its greatest goal as envisioned by its founder, Imam Hassan al-Banna. This will be accomplished by establishing a righteous and fair ruling system, with all its institutions and associations, including a government evolving into a rightly guided caliphate and mastership of the world.” … The leader of the Brotherhood continued: “The Imam [Banna] delineated transitional goals and detailed methods to achieve this greatest objective, starting by reforming the individual, followed by building the family, the society, the government, and then a rightly guided caliphate and finally mastership of the world.” … He said: “With the blessings of Shura we are on the path of achieving the goals of the nation and the revolution through a candid and genuine representation of the people in the parliament to start building the institutions of good governance and a rightly guided state.

aus: Banna’s Greatest Goal of Establishing the Caliphate
übersetzt aus alMasry-alYoum.com in: Coptic Solidarity 10.01.2012

http://www.copticsolidarity.org/en/news/384-muslim-brotherhood-leader-we-are-getting-closer-to-realizing-bannas-greatest-goal-of-establishing-the-caliphate-

http://today.almasryalyoum.com/article2.aspx?ArticleID=322837

Oberster Führer (Murschid al-‚Amm) der Muslimbruderschaft

http://de.wikipedia.org/wiki/Muslimbr%C3%BCder#Oberste_F.C3.BChrer_der_Muslimbr.C3.BCder

[10] An Egyptian university student was fatally stabbed as his girlfriend looked on in horror after three suspected Islamic militants confronted the couple in a park and told them they should not be together if they are not married, security officials said Wednesday.

The murder is fueling fears that vigilante groups may be seeking to strictly enforce Islamic mores, emboldened by the election of Islamist President Mohammed Morsi. Moderate Muslims, Coptic Christians, and women’s groups particularly worry that Morsi’s presidency will slowly eradicate Egypt’s entrenched secular traditions and change the social fabric of the mainly Muslim nation of 82 million people.

The student, 20-year-old Ahmed Hussein Eid, was attacked on June 25 in the Red Sea city of Suez while with his girlfriend in a park known for hosting romantic rendezvous, according to the officials. It was not immediately clear what the two were doing when challenged by the three bearded men who arrived on a motorbike, but it was clear the men did not approve.

Citing initial testimony of the girlfriend, officials said the men told the couple they must leave immediately and go their separate ways because they were not married. An argument followed, and one of the three men stabbed Eid in the upper left thigh near his genitals. He was hospitalized and died of his wounds on Monday, according to the security officials who asked to remain anonymous.

The Suez killing followed the murders last week of two musicians, also by suspected militants, in a Nile Delta province. Radical Muslims take a dim view of view music, considering it haram or prohibited, as a distraction from religious duties.

Such killings were very rare under the old regime, which repressed the Muslim Brotherhood. …

Egypt Independent reports that a group calling itself the “Promotion of Virtue and Prevention of Vice Authority,” likely modeled after Saudi Arabia’s “religious police,” claimed responsibility for the vicious attack.

aus: Egyptian Student Allegedly Stabbed by Islamists for Being Too Close to His Girlfriend

in: The Blaze 04.07.2012

http://www.theblaze.com/stories/egyptian-student-allegedly-stabbed-by-islamists-for-being-too-close-to-his-girlfriend/

A university student was stabbed to death after argument with religious vigilantes who attacked him for walking with his fiancee.

Three bearded men approached Ahmed Hussein Eid and his partner when they were walking in a park in Suez, Egypt and demanded they go their separate ways because they were not married, security officials said.

An argument broke out which ended with one of the men fatally stabbing the engineering student in his left thigh. He was taken to Ismailia University Hospital but later died of his injuries. …

A group calling themselves ‚Promotion of Virtue and Prevention of Vice Authority‘ posted on Facebook that they were responsible for the murder.

The entry read that the young man had been standing with a woman and had been adviced not to do so, Egypt Independent reported.

The post on the page of the organisation, which is a vigilante religious police seeking out those whom they deem to be violating Sharia, said the student insulted them which is why they attacked him with a knife.

aus: Sara Malm: ‚Moral vigilantes‘ stab Egyptian university student to death for ‚walking next to his fiancee‘

in: Daily Mail 05.07.2012

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2169027/Moral-vigilantes-stab-Egyptian-university-student-death-walking-fiancee.html

Wikipedia Islamische Religionspolizei:

Die Aufgaben der islamischen Religionspolizei bestehen darin, die Gesetze der Scharia durchzusetzen und Regelverstöße zu verhindern. Sie ist dazu befugt, Männer, die sich mit Frauen unterhalten, mit denen sie nicht verheiratet oder verwandt (nur auf Geschwister und Eltern bezogen) sind, zu verhaften. Sie ist auch berechtigt, Produkte, die als unislamisch gelten, zu verbannen und zu konfiszieren wie z. B. Barbiepuppen, CDs/DVDs von westlichen Musikgruppen, Fernsehsendungen und Filmen.

Die islamische Religionspolizei achtet auch auf die Einhaltung islamischer Essensgebote, die unter anderem die Verhinderung des Verkaufs von Alkohol sowie die Unterbindung des Verkaufs von Schweinefleisch umfassen.

Eine weitere Aufgabe ist es, die Konversion vom Islam zu einem anderen Glauben (irtidad) zu verhindern, was nach der Scharia mit dem Tode bestraft wird, sowohl für die Konvertiten als auch für die Missionare, in leichteren Fällen durch Verbannung und Deportation der Missionare. Weitere Aufgaben sind: Verfolgung von Homosexualität und Prostitution und Kontrolle der Ladenschließungen während der Gebetszeit.

http://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Religionspolizei

[11] Warum der elfte September als Tag des dschihadistischen Massenmords? Vierzig Jahre eher, von 2001 nach 1971, verankerte Ägypten Allahs Gesetz konstitutionell. Ob nine eleven vierzigster Jahrestag ist oder im Rahmen des nach koranischem Befehl kraftvoll aufzubauenden Kalifats Zufall, das Thema „Islam als Hauptquelle der Gesetzgebung“ ist auch einem islamfrommen Terrorpiloten zentral:

Constitutional Status of Islam(ic Law): The Constitution was adopted on 11 September 1971 and amended by referendum in May 1980. The amendment made Islamic law „the principal source of legislation“ in Egypt. Article 2 of the Constitution reads in full: „Islam is the religion of the State and Arabic its official language. Islamic jurisprudence is the principal source of legislation.

http://www.law.emory.edu/ifl/legal/egypt.htm

Was 1971 islampolitisch noch los war: Die globale Schariafront etablierte sich 1971 in den USA, um die Führer Maududi verehrende pakistanische Partei und Bewegung JI oder Jamaat-e-Islami:

The Islamic Circle of North America (ICNA) was founded in 1971 by leaders of Jamaat-e-Islami, an anti-American, fundamentalist, Taliban-supporting organization also known as the Pakistani branch of the Muslim Brotherhood. The Jamaat’s primary goal is the establishment of Islamic states worldwide, governed by the tyrannical, oppressive system of Shariah law.

ICNA reveres Ayatollah Khomeini: After 9/11, ICNA’s PR campaign for the “Great Leaders of the last 100 Years” featured Ayatollah Khomeini, leader of the anti-American, violent Shi’ite revolution and totalitarian regime in Iran.

Sharia Action Awareness Network 03.04.2012

http://shariafreeusa.com/icnas-campaign-for-shariah-law-in-america-hides-extremist-beliefs-and-associations/

Suchbegriff ICNA bei Investigative Project

http://www.investigativeproject.org/topics/54/the-islamic-circle-of-north-america-icna

[12] Die ganze Geschichte hindurch hat Allah vielen Völkern Seine Boten geschickt. Diese riefen die Menschheit zum richtigen Weg auf und teilten ihnen Seine Wege mit. Jedoch ist es heute ein weitverbreiteter Glaube, was durch verschiedene Boten der Menschheit überbracht worden ist, seien unterschiedliche Religionen gewesen. Das ist ein Missverständnis. …

Was wir vom Quran verstehen, ist, dass alle Propheten ihre Völker zum gleichen Weg aufriefen.

aus: Harun Yahya: DIE RELIGION WURDE VON ALLAH OFFENBART

bei: Jesus kommt zurück (Harun Yahya)

http://www.jesuskommtzuruck.com/s1_2.html

1400 n. H. war das Jahr 1980 und der Mahdi hat den Dadschdschaal noch nicht mit Waffengewalt besiegt? Einerlei, Jesus und der Mahdi kommen schon bald – und dann wird der Gegner vernichtet um des lieben Friedens Willen:

Les développements qui ont pris place et qui ont lieu actuellement dans le monde montrent que nous vivons dans “La Fin des Temps” et que “le Prophète Jésus et Hazrat Mahdi apparaîtront durant cette ère, et cette ère où ils contribueront à ce que la vie soit plus saine et meilleure, est en approche”.

Harun Yahya (eigtl. Adnan Oktar), Islamischer Kreationist und Mahdi-Theoretiker

http://harunyahya.fr/fr/works/43233/Le-Prophete-Jesus-%28psl%29-et-Hazrat-Mahdi-%28psl%29-viendront-au-cours-de-ce-siecle

Der Mahdi kann Homepage, jedenfalls beinahe und den Rest erledigt Harun Yahya.

http://www.hazratmahdi.fr/index.php

Allahseibeiuns, der Daǧǧāl ist nahe!

Notre Prophète qui a dit que l’antéchrist est le plus grand événement de l’histoire de l’humanité a également fourni des informations détaillées concernant des dévastations et des souffrances que l’Antéchrist provoquera, la façon dont il mettra les gens sous son influence et dont il les conduira. Bediuzzaman Said Nursi a également expliqué les activités de l’antéchrist en se basant exclusivement sur ces hadiths et a expliqué que l’antéchrist influencera les gens par l’intermédiaire de l’hypnose. Harun Yahya

http://harunyahya.fr/fr/Makaleler/38526/Lant%C3%A9christ_contr%C3%B4le_les_gens_au_moyen_de_lhypnose_et_les_met_dans_une_telle_situation_quils_ne_peuvent_plus_voir_la_v%C3%A9rit%C3%A9

Hadhrat Imraan bin Husain (R.A.) relates that, „I heard Rasulullah (Salallahu Alayhi Wasallam) saying: „Since the birth of Adam (A.S.) till the advent of Qiyamah there is no fitnah (evil, test) much greater that of Dajjal.“

Hadhrat Huzaifah (R.A.) says, Dajjal will be blind in his left eye. He will have very thick hair on his body and he will also have his own type of Jannat (Heaven) and Jahannam (Hell) with him: Although his Jannat will appear as Jannat, in reality it will be Jahannam and likewise though his Jahannam will appear to be Jahannam, in reality it will be Jannat. (Hadith: Muslim)

Imraan bin Husain (R.A.) says Rasulullah (Salallahu Alayhi Wasallam) said: „Those who hear about Dajjal should stay far from him. By Allah! A person will approach him thinking him to be a Believer, but on seeing his amazing feats he will become his follower.“

aus: Mohammed Ali Ibn Zubair Ali: Signs of Qiyamah

Buchkapitel: Dajjal

http://www.islam.tc/prophecies/masdaj.html

Mohammed Ali Ibn Zubair Ali: Signs of Qiyamah

http://www.muslimaccess.com/articles/books/signs_of_qiyamah.asp

Wer aber ist Mohammed Ali Ibn Zubair Ali? Vielleicht hat der Autor von Signs of Qiyamah einen Schüler in Südafrika, ml jedenfalls meint Moulana, „Meister“:

Tariq Sooliman – Potchefstroom – Started hifz under ml Mohammed Ali ibn Zubair Ali and completed in 1997 under Qari Yunus Yusuf Bax

http://www.quranunion.co.za/reciters.php

Autor von Signs of Qiyamah ein islamgelehriger Deoband? Wieder südafrikanische Hinweise:

The book (which has bios of 50 deobandi ulama) also contains Mawlana Sayyid Zubayr Ali (who moved to south africa)

Moulana Syed Zuhayr Ali moved to Kholvad, dist. Surat in India, from another village (the name I cant recall) to be an Ustaadh at the maktab. His son Moulana Syed Zubair Ali moved to South Africa and lived in Heidelburg for many years. He has four sons who are all active in their communities.

http://www.sunniforum.com/forum/archive/index.php/t-47140.html

The Smiles and The Tears of Sayyidina Muhammad

Compiled by Muhammad ‚Ali bin Zubair ‚Ali

http://peopleofsunnah.com/downloads/summary/52-muhammad-pbuh/1449-the-smiles-and-the-tears-of-sayyidina-muhammad-.html

[13] The head of Sudan’s main clerical authority, the Religious Scholars Committee (RSC), has publicly advocated girl child marriage … According to the Strategic Initiative for Women in the Horn of Africa (SIHA ), a local NGO, RSC’s chairman Mohamed Osman Salih, made his endorsement of girl child marriage in the Sudanese capital Khartoum on 17 October during a debate organized by the United Nation Fund for Population (UNFPA) in collaboration with the Sudanese Ministry of Religious Guidance on Girl’s Child Marriage.

SIHA reported that Salih argued that girl child marriage is an appreciative matter in Islam and has many advantages including the prospect of being able to produce many offspring.

The NGO recalled that in 2009 the RSC issued a Fatwa endorsing female circumcision despite much lobbying by activists to ban the harmful practice.

SIHA further criticized the fact that the Sudanese government has failed to amend the laws that allow girl child marriage, referring to the Sudan Personal Status Act of 1991 which contains an article allowing for the marriage of girls as young as 10. …

SIHA called on the Sudanese government to conform the country’s personal laws with international obligations and to immediately ban and criminalize the granting of marriage licenses for girls under the age of 18.

aus: NGO decries endorsement of girl child marriage by Sudan’s state-controlled clerics

in: Sudan Tribune 22.10.2012

http://www.sudantribune.com/spip.php?article44301

[14] Your wife should know that it is not permissible for her to forsake her husband’s bed when he calls her to do something that is permitted in Islam and to fulfil one of his rights, which is to enjoy her in the manner that Allaah has permitted. It is not permissible for a wife to refuse to share her husband’s bed without a legitimate shar’i excuse, such as when she is menstruating or bleeding following childbirth. …

It was narrated that Abu Hurayrah (may Allaah be pleased with him) said: “The Messenger of Allaah (peace and blessings of Allaah be upon him) said: ‘When a man calls his wife to his bed and she refuses, and he spends the night angry with her, the angels will curse her until morning comes.’” (Narrated by al-Bukhaari, Bid’ al-Khalq, 2998) …

If a woman consistently refuses to spend the night with her husband in his bed, then she forfeits her rights to maintenance and also her share of her husband’s time [in the case of a plural marriage], because maintenance is a right given in return for intimacy. Such a woman is considered to be naashiz (defiant, rebellious, disobedient). Al-Bahooti said: Nushooz (defiance, rebellion) means when a wife does not let her husband be intimate with her or she responds to him unwillingly as if she finds it too much when he calls her, and she only responds reluctantly.

Islam Q&A, Sheikh Muhammed Salih Al-Munajjid fatwa No 12509

http://islamqa.info/en/ref/12509

[15] Einige im Westen haben die Dreistigkeit zu behaupten, dass die Frauen den Männern überlegen seien. Vielleicht basiert diese Schlussfolgerung auf dem weiblichen Elefanten, da das weibliche Tier in diesem Fall die Herdenführerin ist. Vielleicht haben sie beobachtet, dass das weibliche Krokodil beispielsweise so stark wie das männliche Krokodil ist. Sie haben Dinge bei Tieren beobachtet und diese Schlussfolgerungen auf Menschen übertragen.

aus: 11/2004 – Schaikh al-Munajid: „Wer rechtliche Gleichheit von Mann und Frau fordert, ist ein Verbrecher“

bei: Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg 2004

http://www.verfassungsschutz-bw.de/index.php?option=com_content&view=article&id=799:112004-schaikh-al-munajid-wer-rechtliche-gleichheit-von-mann-und-frau-fordert-ist-ein-verbrecherq&catid=139:die-ideologie&Itemid=44

Sheik Al-Munajid on Equality Between Men and Women

The following are excerpts from Sheik Salah Al-Munajid’s religious program on Saudi Iqra TV:

Sheik Muhammad Al-Munajid: There is a difference between men and women in Islamic Law. Those who want total equality between the sexes are criminals, betrayers and violators of the Koran and the Sunna. They are apostates and enemies of this religion. At best, they are ignorants, who do not know what of Allah brought down upon His Prophet [the Koran].

The West or Western researchers have proven these differences, even though some of their results were quite late in comparison with what is known to us Muslims. But those of them with brains have scientifically proven what is written in the Koran and the Sunna. They have shown that the difference between men and women exists in the cell itself. The woman’s body cell differs from the man’s. They are distinctive to that degree. It isn’t only a cosmetic difference such as her having breasts and him not having any. No, the issue is much deeper and there are differences even at the level of the cells.

Some of the Westerners have the audacity to claim that, sexwise, women are superior to men. Perhaps they based this conclusion on the female elephant, for instance, because the female is the elephant herd leader. Perhaps they noticed that the female crocodile, for instance, is as strong as the male crocodile. They made observations on animals and implemented [the conclusions] on humans.

http://www.faithfreedom.org/forum/viewtopic.php?t=5022&postdays=0&postorder=asc&start=615&sid=8491ca70578ec2e4cdafa1d00

[16] Bei der Umwandlung Deutschlands zum Kalifat zerfällt das zunehmend schariakonforme System zur „Gesamtgesellschaft“:

Als Teil des deutschen Volkes bzw. der Wohnbevölkerung in Deutschland fühlen wir uns allen Problemen der Gesamtgesellschaft gegenüber verpflichtet.

aus der Selbstdarstellung des Zentralrats der Muslime in Deutschland

http://zentralrat.de/2594_print.php

Orte des gelebten Glaubens sind Orte des Erlebnisses und der Stärkung von Gemeinschaft. Dafür ist es notwendig, dass einzelne Religionsgemeinschaften und Konfessionen nicht gegeneinander arbeiten und dass sie sich als fester Bestandteil in der Gesamtgesellschaft begreifen.

Thomas de Maizière: Was hält die demokratische Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland zusammen?

Eröffnungsveranstaltung des Sonderforschungsbereichs „Transzendenz und Gemeinsinn“ der TU Dresden, 14.04.2010

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Reden/DE/2010/04/zusammenhalt_dresden.html

Die ansteigende Apartheid der bald jeweils rechtsverschiedenen Milla (Religionsvolk, Glaubensnation) gibt es auch adjektivisch, „gesamtgesellschaftlich“:

Wolfgang Schäuble: Gewalt ist ein Problem, das uns gesamtgesellschaftlich betrifft

Kuratoriumssitzung der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention, 18.05.2006

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Reden/DE/2006/05/bm_kuratorium_dfk.html

Wie hätten Sie`s denn gerne, darf`s auch etwas mehr (Kalifat) sein?

Folgerichtig werden die Muslime gefragt, wie sie sich die Integration in gesamtgesellschaftliche Strukturen und (Sub-)Systeme und Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen vorstellen.

aus: Ringvorlesungen zur Islamforschung im europäischen Kontext VII: Wie viel Europa verträgt der Islam? Das Heimischwerden des Islam in Deutschland: Möglichkeiten, Spannungsfelder, Perspektiven

bei: GEFIS – Gesellschaft zur Förderung der Islamstuidien (Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam, Goethe-Universität, Frankfurt)

http://www.gefis-online.de/

[17] (AINA) — The Coptic Orthodox Church in Egypt issued a statement on October 10, expressing horror at the events of yesterday in Maspero, where 24 Copts were killed and over 200 and wounded. …

In Cairo, thousands of Copts marched to attend the funeral of the victims of what they termed the „October 9 Military Massacre.“ They congregated in front of the Coptic hospital where most of the dead and injured were transported, and which was attacked the night before by Muslims, who hurled bricks and Molotov Cocktails at the victims‘ families. …

Dr. Maged Lewis, a director at the Forensic Medicine Institute, commented that he had never seen corpses in this deplorable state before. „Bodies were mashed and bones were crushed; many had fractures and laceration of the intestines; while in others, death was caused by gun shots.“

Eyewitnesses reported the army disposed of nine bodies by throwing them in the Nile. Two bodies remain unidentified, making the number of killed uncertain.

After midnight today, friends and relatives of the dead carried the 17 caskets from the Coptic hospital to St. Mark’s Cathedral for the second funeral service. Near Ghamra bridge, bricks [Bausteine, Ziegel] were hurled [geschleudert, geworfen] at the cortege [Trauerzug], but the procession carried on to the Cathedral.

The caskets were taken to St. Mary’s Church in „October 6“ district, where they laid beside the 12 Copts who died in Embaba, defending their Church against Salafist attacks on May 7, 2011 (AINA 5-8-2011).

On their way back after the burial the mourners were attacked by armed thugs who blocked the way and hurled Molotov cocktails at them; gun shots were heard. They sought shelter and called the army emergency phone line for help, they waited until the morning but no one came.

aus: Mary Abdelmassih: Coptic Church Condemns Attack, Muslims Pelt Funeral Procession With Bricks

in: Assyrian International News Agency 12.10.2011

http://www.aina.org/news/20111011191856.htm

Mina Sabet, a member of the Maspero Youth Union, told Ahram Online the assailants were holding a Saudi Arabian flag and calling for an Islamic state. Police tried to peacefully separate the two sides but resorted to tear gas when this failed.

Magda Naguib, who is standing for the Shubra single seat in upcoming parliamentary elections, was told that groups of Salafists had attacked the march.

The march had been organised by the Free Copts Movement and the Blood of Martyrs Movement.

The march, which began in Shubra Square and was on its way to Maspero for a prayer service, was attacked with stones and Molotov cocktails.

A fight ensued and gunshots were heard, but it is unclear who fired the shots. Several cars were also reportedly damaged during the fighting.

Security forces were unable to contain the violence and side roads were blocked by local residents to stop protesters from entering.

According to Father Filopater Gameel, a leader of the Maspero Youth Union, Copts had received permits from the authorities to hold the march. The union did not participate in the march but fully supported it, added Gameel.

The protesters were commemorating the deaths of Copts killed during last month’s Maspero clashes with the army that left at least 26 dead and more than 300 injured.

It is common in Egyptian culture to commemorate the 40th day after a death.

The Maspero Youth Union has cancelled a service to commemorate the Maspero martyrs on a Nile cruise boat today as a result of the violence in Shubra. The boat’s owner refused them permission to rent the boat due security concerns, stating it would be vulnerable when travelling beneath bridges.

aus: Yasmine Fathi: Coptic march to commemorate Maspero victims attacked, 29 injured

in: Ahram Online 17.11.2011

http://english.ahram.org.eg/NewsContentPrint/1/0/26822/Egypt/0/Coptic-march-to-commemorate-Maspero-victims-attack.aspx

Ägypten. Am Sonntag, 09.10.2011, zogen tausende Kopten vom Kairoer Stadtteil Shubra vor das staatliche Fernsehgebäude, „Maspero-Hochhaus“ genannt. Sie protestierten friedlich gegen die Zerstörung einer Kirche in Aswan. Die Berichterstattung der ägyptischen Presse führte in eine Konfrontation zwischen Muslimen, Kopten und der Armee. Mahmoud Ezzat kommentiert die Ereignisse.

Logisch betrachtet kann so etwas zwischen bewaffneten Streitkräften und einem Protestmarsch, den alle Teilnehmer als friedlich erlebt haben, gar nicht passieren. Und dennoch haben viele den Köder geschluckt und sich die Ereignisse folgendermaßen vorgestellt: Kopten schießen mit Gewehren auf die ägyptische Armee; Kopten töten drei Soldaten; Also müssen alle auf die Straße, um die Streitkräfte vor „den Landesfeinden“ (den Kopten) zu schützen.

(…) Ich versuche jedes Mal, die Leute, die darauf hereinfallen, dazu zu bringen, den Fernseher kurz auszustellen und nachzudenken: Diese Demonstration ist völlig friedlich. Dass die Kopten bewaffnet auf die Straße gehen, ist unlogisch und würde öffentlichen Selbstmord bedeuten. Was also meinst du mit Schüssen auf die Armee?

Die logische Erklärung der breiten Zustimmung für die Lügen der offiziellen Presse ist, dass dieser hetzerische Diskurs einen anderen Diskurs bedient, der noch viel gefährlicher und verbreiteter ist. Ein rassistischer und konfessioneller Diskurs, welcher durch weitverbreitete und schädliche Ideen und Vorurteile verstärkt wird: „Den Kopten missfällt die Lage nach dem Weggang Mubaraks, der sich ihnen unterworfen hatte, um Amerika zufriedenzustellen! Die Kopten lassen ihre Muskeln spielen.“

Die ganze Sache nahm innerhalb von Stunden Züge einer Massenhysterie an. Eine Vielzahl von Muslimen aus den Gegenden, die den Ort des Massakers umgeben, strömten nach der Ausstrahlung der staatlichen Fernsehsendung, die einem Hilferuf zum Schutz „der Streitkräfte“ vor „den Kopten“ gleichkam, zusammen. Ja, so wurde das wörtlich in den Nachrichten durch die Moderatoren des Staatsfernsehens verlautbart.

Ein grundsätzlich nicht konfessioneller Vorfall – eine ungleiche Konfrontation zwischen Demonstranten und der Staatsmacht – wurde zu einem konfessionellen Krieg zwischen Muslimen und Kopten inklusive religiöser Parolen und Jagd auf Kopten in den Straßen der Stadt.

Eine muslimische Freundin wurde auf ihrem Nachhauseweg körperlich angegriffen und wüst beschimpft, weil ein paar Typen sie für eine Christin, eine Feindin der Armee und „Spalterin“ hielten – im Einklang mit dem, was die offizielle Presse gesendet hatte. Dieser rassistische Diskurs macht auch nicht davor halt, die Opfer zu kritisieren. Viele argumentieren ganz offen: Warum mussten die Kopten überhaupt demonstrieren? …

aus: Mahmoud Ezzat: Maspero tötet; ins Deutsche von Fabian Ledwon

beim Blog: Transit (Goethe-Institut Ägypten)

Die Nennung Goethe-Institut erfordert folgende Anmerkung: Den Großkirchen und vier großen deutschen Parteien zugeneigt, agieren Goethe-Institut, Qantara und die bpb freundlich im Sinne der globalen Rechtsspaltung und Schariatisierung und betreiben finanzstarke behutsame Desinformation zum Islam: das Kopftuch wird verharmlost und verkitscht, die kulturrassistische Scharia ausgeblendet oder mystisch aufgeladen.

http://blog.goethe.de/transit/archives/287-Maspero-toetet.html

2011 Imbaba church attacks

The attack began when a mob estimated at 500 „hard-line“ Salafi Muslims attacked the Coptic Orthodox church of Saint Mina in Imababa, claiming that a Christian convert to Islam was held hostage there. Christians denied that anybody was being held hostage, and police search of the church did not reveal anything. Yet, Salafi Muslims insisted on attacking the church. When the Christians protected their church and refused that the Muslims raid it, the Salafis opened gunfire at them, and threw firebombs and molotov cocktails. There were no guns with the Christians, and no gunshots were shot from within the church. During the attacks, the two sides also exchanged the throwing of stones. Apartments and shops belonging to the Christians were also torched and destroyed.

After torching the Coptic Orthodox church of Saint Mina, Salafis went ahead and burned another church, the Coptic Orthodox church of the Virgin Mary, also in Imbaba. …

Many blamed the police and army forces for remaining as bystanders without intervening while the two groups were clashing together. In addition, many injured victims could not be transported to hospitals because the ambulance cars were prevented from entering the area of clashes. …

The year 2011 was marked by an increased violence against Egypt’s Coptic Christian minority by Muslim radicals. The year began with the bombing of a Coptic church in Alexandria, which left 23 dead.

aus der enzyklopädischen Dauerbaustelle Wikipedia, die oft sehr ordentlich gemacht ist und wichtige Quellen (Einzelnachweise, References) versammelt

http://en.wikipedia.org/wiki/2011_Imbaba_church_attacks

2011 Alexandria bombing

http://en.wikipedia.org/wiki/2011_Alexandria_bombing

Terroranschlag am 1. Januar 2011 in Alexandria

Gegen 00:20 Uhr Ortszeit kam es vor der Al-Qiddissine-Kirche in Alexandria zu einer Explosion einer Autobombe, als etwa 1000 Anhänger der christlichen Minderheit der Kopten den Neujahrsgottesdienst verließen. Der Sprengsatz enthielt ca. 100 Kilogramm Sprengstoff. Unmittelbar nach der Explosion wurden 21 Personen getötet und weitere 97 Personen verletzt, darunter mindestens acht Muslime. Zudem wurde eine benachbarte Moschee teilweise beschädigt. Am 4. Januar starben weitere zwei Personen durch Verletzungen, die sie beim Anschlag erlitten hatten. Damit beläuft sich die Anzahl der Toten auf 23 Personen. …

Unmittelbar nach dem Terroranschlag kam es zu Übergriffen zwischen anwesenden Kopten und Muslimen. Anschließend trieb die Polizei mit Tränengas die Menge auseinander. Zudem wurde eine benachbarte Moschee von anwesenden Kopten angegriffen. Am Nachmittag des 1. Januar versammelten sich erneut zahlreiche Kopten, die Sicherheitskräfte mit Flaschen und Steinen bewarfen. Auch in den folgenden Tagen versammelten sich immer wieder Tausende Kopten und Muslime zu gemeinsamen Demonstrationen gegen den Terrorismus. …

An Demonstrationszügen beteiligten sich auch viele Muslime. So auch an der islamischen Al-Azhar-Universität in Kairo, wo Muslime riefen: „Ich bin Muslim, und ich lehne dies ab“ sowie „Wir sagen nein, zu denjenigen, die Ägypten in Brand setzen wollen“.

Ali Gomaa, der Großmufti von Ägypten, wandte sich in einem Gastbeitrag im Berliner Tagesspiegel an die deutsche Öffentlichkeit und erklärte, dass „der Islam absolut gegen Extremismus und Terrorismus“ sei

aus der Wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Terroranschlag_am_1._Januar_2011_in_Alexandria

[18] As a young Inuk woman, Maatalii Okalik-Syed is exceptional in many ways.

From a very early age, the 21-year-old native of Pangnirtung, Nunavut committed herself to helping others. She’s worked with several grassroots Aboriginal and Inuit organizations, all the way up to the Government of Nunavut. And now she’s set to graduate from Carleton University with a Human Rights and Political Science degree, minoring in Aboriginal Studies. …

It’s not known exactly how many have converted, but some Indigenous Muslims report seeing more and more people like them praying at Ottawa-Gatineau mosques. People like Linda Soliman. A Cree woman originally from Fort Albany in northern Ontario, she credits Islam with strengthening her parenting skills and improving the relationship with her parents. …

In Australia, one estimate pegs the number of Aboriginal Muslims at 1,000, enough to support more formal organizations like the Indigenous Muslim Support Network. And in Central America, Islam is gaining a foothold among some Mayans.

aus: Martha Troian: Young, Inuit and Muslim: Maatalii Okalik-Syed’s faith journey

in: Media Indigena 30.09.2010

http://www.mediaindigena.com/martha-troian/issues-and-politics/young-inuit-and-muslim-maatalii-okalik-syeds-faith-journey

[19] By 1924, a Baha’i National Spiritual Assembly, the elected governing body of the Baha’i faith in Egypt, was established. It was the fourth in the world. Egypt became a hub for Baha’i pilgrims travelling to Acre. In 1925 in Beba, Upper Egypt, a Shari’a appellate court annulled the marriages of three Baha’i men who had married Muslim women. However, in so doing the judge legitimated the Baha’i faith, declaring it “a new religion, entirely independent with principles and laws of its own.” The Baha’i faith was officially recognised in 1934. By the late 1950s, there were approximately 5,000 Egyptian Baha’is, local Baha’i assemblies in 13 cities and towns and the community had purchased 17,000 square meters of land on the banks of the Nile for a Baha’i house of worship. …

This acceptance was not to last. Forty years after Saad Zaghloul led a revolution under the slogan, “religion belongs to God and the homeland to all,” Egyptian President Gamal Abdul Nasser became concerned about the rise of Baha’is and their links to a nascent expansionist Israel on his borders. In 1960, he issued Decree 263, paragraph six of which proclaimed “all Baha’i assemblies and centres [are] hereby dissolved, and their activities suspended.” Baha’is were allowed to practice in their homes, but all official Baha’i properties, funds and assets were confiscated. They have still not been returned.

Nasser’s actions were driven by a desire to reinforce secularism, but subsequent administrations would target Baha’is for their perceived heresy. The 1971 constitution promised, “the state shall guarantee the freedom of belief and the freedom of practice of religious rites.” Four years later, however, the Supreme Court upheld the legality of Decree 263 and ruled constitutional protections only extended to the three “heavenly” religions of Judaism, Christianity and Islam.

From 1965 to 2001 there were 236 arrests of Baha’is, charged under Article 98(f) of the Penal Code which proscribes “disparaging contempt of any divinely-revealed religion or its adherents, or prejudicing national unity or social harmony.” It was rare for these cases to be followed by prosecution; most were simply released after being detained. Albert-Ludwig University of Freiberg’s Professor of Islamic Studies, Johanna Pink, has suggested the government was not so much concerned with the Baha’i being a real threat, but was attempting to “legitimise” its authority in the eyes of the people, presenting themselves as “defenders” of Egypt as an Islamic state. …

Baha’is were also often seen as a security threat, and the United States Commission on International Religious Freedom, cites claims made most frequently by conservative clerics such as Abdel Moneim Al-Shahat, a prominent Salafi leader, that “Baha’is deserve no rights in a new constitution and…should be tried for treason [Landesverrat, Hochverrat].” From 1910 to 2010, 15 fatwas (Islamic religious rulings) labelled Baha’is heretics [Ketzer, Harbis], based on the fact that Baha’is believed in a prophet after Muhammad. …

aus: Lucy Provan: Baha’is in Egypt

in: Baha’i Faith in Egypt 14.10.2012

http://www.bahai-egypt.org/

Oktober 2012, die Verfassung soll noch mehr auf die Scharia hin modelliert werden, den Bahai könnte Artikel 8 zum Nachteil gereichen:

With the drafting of Egypt’s new constitution by a „Constituent Assembly,“ mostly led by Islamists, religious freedom is becoming an exclusive right rather than an inclusive one.

A case in point is the debate over Article-8 of the draft of the constitution, which is restricting absolute religious liberties only to the three recognized religions in Egypt, i.e. Islam, Christianity and Judaism. All the rest, will have the freedom to „belief“ but not the freedom to practice or to construct houses of worship. This clearly poses a contradiction in logic, interpretation and in application: how could one believe, but not practice?

According to this draft, and as an example, Buddhists, Hindus, Baha’is and others cannot freely practice their belief in Egypt (…)

Article 8 of the current draft starts by stating: „Freedom of belief is absolute, and religious rights are practiced if not in contradiction with public order.“

El-Agati says that the article withdraws from the state the duty of protecting religious freedoms, which was required of it as stipulated in Article 46 of the 1971 constitution, which read that “the state shall guarantee the freedom of belief and the freedom of practice of religious rites.”

The new draft article adds the condition “if not in contradiction with the public order” to the practice of religious rites, said El-Agati, putting further limits compared to the last constitution.

In the Turkish constitution, the state restricts putting limits on worshiping and in Indonesia the constitution gives the state the duty to guarantee the freedom of practicing religion, said El-Agati. This won’t be the case if the current draft article is enshrined in Egypt’s constitution.

The problem didn’t exist in an earlier version of Article 8, written earlier in the drafting process and amended to its present form.

Human rights lawyer Ahmed Seif El-Islam, founder of the Cairo-based Hisham Mubarak Law Centre, points to the form of the previous version, which had stated that the freedom of belief and the freedom of practicing religion is granted.

“The freedom of belief and practicing religious rights is safeguarded,” the article had said before being amended.

Seif El-Islam criticised the amended phrasing, saying that it deals with freedom of belief only in a private, personal way, rendering it useless. „The freedom of belief must be followed by the freedom of practice, otherwise it loses its essence,“ Seif El-Islam said.

Anmerkung Blog Sägefisch: Freitagsgebet, Kindbraut, Vielweiberei, Talaq, Burka, Steinigung und Dschihad, sind auch „freedom of practice“, Glaubenspraxis. Jede einzelne Bürgerin und jeder einzelne Bürger (citoyen, citoyenne) muss unveräußerlichen staatlichen Schutz erlangen, nicht das ethnoreligiöse Kollektiv! Hierarchisch zwischen individuellem Ägypter bzw. Ausländer und Ägyptens Staatsgewalt haben ein Kleriker oder Stammeshäuptling nichts zu suchen, den Islam betreffend ist es der Wali (walī, guardian), der illegal werden und bleiben muss, beispielsweise der die Tochter bei Bedarf zwangsverheiratende Wali Mudschbir (walī muǧbir, guardian by force). Dschabara heißt beugen, brechen, zwingen (vgl. unser Fremdwort Algebra), die vom walī muǧbir ausgeübte Islamische Zwangsverheiratung ist die Wilaya Idschbar (wilayat ijbar, islamic forced marriage)

Nevertheless, Seif El-Islam sees a positive – albeit limited – development in the article’s current form, which stipulates that the state guarantees the freedom to construct places of worship for Abrahamic religions (Islam, Christianity and Judaism).

“This is a step forward for Christians and Shiites, yet not so much for members of other religions,” said Seif El-Islam. “A community of expatriate Chinese Buddhists for example wouldn’t be able to establish a temple,” said Seif El-Islam, adding that since Egypt doesn’t have large expat communities from other religions the problem remains only theoretical.

“In reality, it is members of the Bahai faith who would suffer under this article,” Seif El-Islam asserted.

aus: Bilo: Draft Egyptian Constitution Takes Away Religious Liberties Stipulated in Former Constitutions

in: Baha’i Faith in Egypt 03.10.2012

http://www.bahai-egypt.org/2012/10/draft-egyptian-constitution-takes-away.html

Wali Mudschbir, Heiratsvormund mit Berechtigung zum Zwang. Ministerium für Frauen, Familie und gesellschaftliche Entwicklung, Malaysia:

1. Muss die Braut zustimmen, bevor die Heirat durchgeführt werden kann?

Is consent from the bride required before a marriage can be carried out?

Ja, die Zustimmung der Braut ist erforderlich. Von einer Frau, die erstmalig verheiratet wird (einer Jungfrau) kommt die Zustimmung von ihrem Wali Mudschbir (Heiratsvormund).

Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian)

2. Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir?

Kann die Jungfrau [islamrechtlich / nach der Scharia] in eine Ehe gezwungen werden?

A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu and the marriage will not bring dharar syarie to the bride.

Ja … sofern die Ehe standesgemäß (sekufu = von gleichem sozialem Rang) und die Heirat der Braut keine Verletzung (dharar = Beschädigung / Verlust) ihrer (polit)religiösen Pflichten [syariat / šarīʿa. = Scharia] bringt.

http://www.kpwkm.gov.my/faq

Beim malaysischen Ministerium kpwkm als englische Fassung aus der alten uns bekannten Adresse herausgenommen (obschon malaysisch wie englisch vorhanden, s.u.), doch im gewohnter Optik im Oktober 2012 über http://202.187.17.12/~kpwkm/new_index noch komplett erhalten (siehe unten), vgl. aber auch die deutsche Darstellung hier

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/25/151/

oder hier:

Wali Mudschbir (walī muǧbir, MÜCBİR VELÎ). Kuala Lumpur. Das im malaysischen Ministerium für Frauen, Familie und Entwicklung (Ministry of Women, Family and Community Development, KPWKM) titelt zu »Consent To Marriage«

»Ist das Einverständnis der Braut in ihre Verheiratung erforderlich?

Ja, für jede Heirat ist das Einverständnis der Braut erforderlich. Bei einer noch nie verheirateten Frau (Jungfrau) kommt das Einverständnis von ihrem wali mudschbir [Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang].

Kann das jungfräuliche Mädchen durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden?

Ein jungfräuliches Mädchen kann durch den wali mudschbir auch ohne ihre Zustimmung in eine Ehe gezwungen werden, soweit die eheliche Verbindung sekufu [standesgemäß] ist und sie für die Braut keine dharar [Beschädigung] ihrer syarie [schariarechtlichen Verpflichtungen] darstellt.

Wer ist wali mudschbir?

Wali mudschbir ist der biologische Vater des Mädchens oder der Großvater väterlicherseits.«

Is consent from the bride required before a marriage can be carried out? Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian).

Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir? A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu and the marriage will not bring dharar syarie to the bride.

Who is a Wali Mujbir? Wali Mujbir is the natural father (father by birth) or grandfather on the father’s side.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/12/21/159/

Hier nach wie vor in ganzer islamisch gebotener Länge:

Title : Consent To Marriage

1. Is consent from the bride required before a marriage can be carried out?

Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian)

2. Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir?

A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu and the marriage will not bring dharar syarie to the bride.

3. How about the consent for a divorcee to marry?

A divorcee does not require consent from her wali to enter into a marriage.

4. What is the meaning of sekufu?
Sekufu is the situation whereby the husband and the wife are at par (same standard) with each other and are of equal status in term of family, financial, education level, descent and profession.

5. Who is qualified to be a wali?

The List of wali, in the order of priority, is as follows:

i) Father by birth;

ii) Grandfather on the father’s side;

iii)Brother from the same parents;

iv) Brother from the same father;

v) Nephew from the same parents;

vi) Nephew from the same father;

vii) Uncle from father’s side of the same parents;

viii) Uncle from father’s side of the same father;

ix) Male cousin from the father’s side of the same parents;

x) Male cousin from the father’s side of the same father;

xi) Father’s uncle of the same parents;

xii) Father’s uncle of the same father;

xiii) The son of the father’s uncle of the same parents;

xiv) The son of the father’s uncle of the same father;

xv) Uncle of grandfather of the same parents;

xvi) Uncle of grandfather of the same father;

xvii)The son of the uncle of grandfather of the same parents;

xviii) The son of the uncle of grandfather of the same father;

xix) Wali Hakim.

6. Who is a Wali Mujbir?

Wali Mujbir is the natural father (father by birth) or grandfather on the father’s side.

7. Who is a Wali Raja?

Wali Raja is a wali that has been conferred the authority by the DYMM SBP Yang Di-Pertuan Agong or Sultan or state’s ruler to marry a woman who has no wali from the nasab (family lineage from the male side).

8. When is a Wali Mujbir used?

Wali Mujbir is used when the birth father or grandfather from the father’s side is still alive

9. When is a Wali Raja used?

Wali Raja is used when there is none of the above Wali Mujbir or when all the Wali Mujbir are residing more than 60 miles away or if none of them are known to be alive. A Wali Raja is also used in cases involving adopted children.

10. If the birth father cannot be located, who should be the wali?

If the birth father cannot be located, the grandfather from the father’s side shall act as the wali, and if none of the Wali Mujbir is available, the role falls under the responsibility of a Wali Raja.

11. If the father of the bride is not qualified to be the wali due to fasiq, who takes over his role?

If a father is not qualified to be a wali due to fasiq(religious ignorance), his role shall be taken over by the grandfather from the father’s side, and if he is not available, to be followed by others, according to the prescribed order of the Wali Mujbir list

12. What is wali fasiq?

Wali fasiq is a wali who does not hold on to and who does not practise the prescribed Islamic teachings, who commits major sins such as adultery, drinking etc.

http://202.187.17.12/~kpwkm/new_index.php?page=faq_content&code=4&faqtitleID=5&lang=

http://www.kpwkm.gov.my/faq

Ministeriell und vollständig, malaysisch:

Question: Adakah persetujuan pihak perempuan perlu sebelum sesuatu perkahwinan itu boleh dilangsungkan ?

Answer: Ya, persetujuan pihak perempuan adalah perlu sebelum perkahwinan boleh dilangsungkan. Bagi anak dara persetujuannya adalah diberikan oleh walinya iaitu Wali Mujbir.

Question: Adakah seorang anak dara boleh dinikahkan tanpa persetujuannya oleh Wali Mujbir ?

Answer: Seorang anak dara boleh dinikahkan tanpa persetujuannya oleh Wali Mujbir dengan syarat perkahwinan yang akan dijalankan itu adalah sekufu dan perkahwinan tersebut tidak mendatangkan dharar syarie terhadap pengantin perempuan.

(…)

Siapakah yang dimaksudkan dengan Wali Mujbir?

Wali Mujbir ialah bapa atau datuk sebelah bapa dan ke atas.

(…)

Apakah yang dimaksudkan dengan wali fasiq?

Wali fasiq ialah wali yang tidak berpegang kepada ajaran Islam, tidak menunaikan kewajipan agama, dan melakukan dosa-dosa besar seperti berzina, minum arak dan sebagainya.

http://www.kpwkm.gov.my/faq

Wali mudschbir ist orthodox-islamisches Religionsrecht und, wie von Wikipedia völlig richtig dargestellt, heute geltendes Recht in Malaysia, dort geschrieben wali mujbir. Auf der Seite des Familienministeriums (Frequently Asked Questions, Title: Consent To Marriage) erfährt der Staatsbürger:

„Is consent from the bride required before a marriage can be carried out? Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian)“ Wali hier in der Bedeutung Heiratsvormund, die Zustimmung (consent) der Braut ist zwar grundsätzlich erforderlich (required), wird jedoch bei einer jungfräulichen Tochter (virgin) von ihrem Vater beziehungsweise Großvater väterlicherseits gegeben.

Punkt 2 stellt klar: „Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir? A virgin girl can be entered into a marriage without her consent“, Kann ein jungfräuliches Mädchen ohne ihre Zustimmung und durch ihren Wali Mudschbir in eine Ehe gezwungen werden? Ein jungfräuliches Mädchen kann ohne ihre Einwilligung verheiratet werden.

http://www.iursaar.de/index.php5?id=wiki&id2=Diskussion:Wali_mudschbir

Wali Mudschbir (arabisch ‏Walī muǧbir)

Die 1983 verabschiedeten Gesetze der Provinz Kelantan, Section 13(2) Islamic Familiy Law Enactment, stellen fest, ‘dass die Heirat eines Mädchens ohne ihr Einverständnis durch ihren Wali Mudschbir abgeschlossen werden kann, das ist der Vater oder Großvater väterlicherseits’, („that the marriage of a girl may be solemnised whithout her consent by the wali mujbir. That is the father or paternal grandfather …“), der natürlich nie auf die Idee käme, ‘feindselig’ („hostile“) gegenüber dem Mädchen zu sein. Nach: »Muslim Feminism and Feminist Movement (South-east Asia)«, von: Abida Samiuddin & R. Khanam (Hg.), 1. Auflage, Global Vision Publishing House, Delhi (Indien) 2002

http://books.google.de/books?id=L20T1f-_LlwC&vq=wali+mujbir&source=gbs_navlinks_s

Wali Mudschbir. Sisters in Islam, Malaysia: ‘Idschbar (Zwangsheirat): In Kelantan und Kedah kann der Wali Mudschbir (Vater oder Großvater väterlicherseits) die Frau, soweit sie eine unverheiratete Jungfrau ist, gegen ihren Willen an einen Mann gleichen Standes verheiraten’, („Ijbar (forced marriage): In Kelantan and Kedah, if a woman is an unmarried virgin, her wali mujbir (father or paternal grandfather) can marry her to a man of equal status against her will.“)

http://www.sistersinislam.org.my/index.php?Itemid=288&id=748&option=com_content&task=view

Idschbar in Nigeria

The research focused on six often contentious issues in Islamic family law practice in Northern Nigeria.

The first of this is Ijbar (arranged marriages) also known as auren dole

aus: Hajiya Bilkisu: Nigeria: Repositioning Islamic Family Law (ii)

in: AllAfrica 18.09.2009

http://allafrica.com/stories/200909210380.html

Zwangsverheiratung der Tochter, Auren Dole, davon kann der nigerianische Künstler Dan Maraya Jos („Der kleine Waise aus Jos, The Little Orphan of Jos“) ein Lied singen

„Auren Dole“ [„Forced Marriage“] decries the practice of families arranging marriages for their daughters rather than letting them decide on their own mates.

http://www.linguistics.ucla.edu/people/schuh/Metrics/dan_maraya.html

ijbar (wilayyat ijbar, wilayat ijbar). Bei: Amira El Azhary Sonbol (Hg.): »Women, The Family and Divorce Laws in Islamic History«, 1. Auflage, bei: Syracuse University Press, Syracuse (N. Y.) 1996

http://books.google.de/books?id=FLUgscG6zFYC&printsec=frontcover&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q=&f=false

Abdul-Qadir Zubair: Wilayat Al-Ijbar (i.e. Coercive Guardianship) in Islamic Marriage

Verlag I.I.C. Publications / Islamic International Contact (Lagos, Nigeria) 1992, Länge 62 Seiten

http://books.google.de/books/about/Wilayat_Al_Ijbar_i_e_Coercive_Guardiansh.html?id=7pH7GwAACAAJ&redir_esc=y

Abdul-Qadir Zubair: Sharī’ah Views on the Bases and Means of Family Planning

I.I.C. / Islamic International Contact (Lagos, Nigeria) 1990, Länge 196 Seiten

http://books.google.de/books/about/Shar%C4%AB%CA%BBah_Views_on_the_Bases_and_Means.html?id=whmTtgAACAAJ&redir_esc=y

Abdul Qadir Zubair ist der erste Professor für Islamisches Recht ins Westafrika und bedauert, dass der Staat Nigeria die Scharia nur im Familienrecht duldet:

I don’t think the situation has improved. Like I said, Sharia is constrained to play a small role in our society. Even the Sharia Court of Appeal, they can only deal with issues of personal status. If you consider what we call Sharia, you’ll see Sharia covers every aspect of Muslim life.

aus: Professor Zubair : “Sharia and Islamic Law lecturers are persecuted in Nigeria”

bei: IslamOnline 04.03.2012

http://islamonline.net/en/55

Abdul Qadir Zubair im Bild

http://cdn2.islamonlinenet.netdna-cdn.com/wp-content/uploads/2012/03/Prof-Zubair.jpg

[20] Im Jahr 1956 wird Pakistan Islamrepublik, alle künftigen Gesetze sind auf Kompatibilität mit Koran und Sunna abzustimmen:

Islamic Law – No Law would be passed against the teachings of the Quran and Sunnah, and existing laws would be made Islamic in character [Anm.: Artikel 198 No law shall be enacted which is repugnant to the Injunctions of Islam as laid down in the Holy Quran and Sunnah, … and existing law shall be brought into conformity with such Injunctions, s. u.].

Muslim President – a requirement.

Religious Freedom – Freedom to profess, practice and propagate any religion and the right to establish, maintain and manage religious institutions.

Life According to the Holy Quran and Sunnah- According to the directive principles, steps were to be taken to enable the Muslims of Pakistan individually and collectively to order their lives in accordance with the Holy Quran and Sunnah.

Teachings of the Holy Quran – Were to be made compulsory for all Muslims.

http://en.wikipedia.org/wiki/Pakistani_Constitution_of_1956

Constitution of Pakistan (1956)

Preamble

2nd March, 1956

In the name of Allah, the Beneficent, the Merciful

Whereas sovereignty over the entire Universe belongs to Allah Almighty alone, and the authority to be exercised by the people of Pakistan within the limits prescribed by Him is a sacred trust;

Whereas the Founder of Pakistan, Quaid-i-Azam Mohammad Ali Jinnah, declared that Pakistan would be a democratic State based on Islamic principles of social justice; …

Wherein the principles of democracy, freedom, equality, tolerance and social justice as enunciated by Islam, should be fully observed;

Wherein the Muslims of Pakistan should be enabled individually and collectively to order their lives in accordance with the teachings and requirements of Islam, as set out in the Holy Quran and Sunnah;

http://pakistanspace.tripod.com/archives/56_00.htm

Article 25

(1) Steps shall be taken to enable the Muslims of Pakistan individually and collectively to order their lives in accordance with the Holy Quran and Sunnah.

(2) The State shall endeavour, as respects the Muslims of Pakistan,-

(a) to provide facilities whereby they may be enabled to understand the meaning of life according to the Holy Quran and Sunnah;

(b) to make the teaching of the Holy Quran compulsory;

(c) to promote unity and the observance of Islamic moral standards; and

(d) to secure the proper organization of zakat, wakfs and mosques.

http://pakistanspace.tripod.com/archives/56_03.htm

Part 12: General Provisions

Chapter 1: Islamic Provisions

Article 197

(1) The President shall set up an organization for Islamic research and instruction in advanced studies to assist in the reconstruction of Muslim society on a truly Islamic basis.

(2) Parliament may by Act provide for a special tax to be imposed upon Muslims for defraying expenses of the organization set up under clause (1), and the proceeds of such tax shall not, notwithstanding anything in the Constitution, from part of the Federal Consolidated Fund.

Article 198

(1) No law shall be enacted which is repugnant to the Injunctions of Islam as laid down in the Holy Quran and Sunnah, hereinafter referred to as Injunctions of Islam, and existing law shall be brought into conformity with such Injunctions.

http://pakistanspace.tripod.com/archives/56_12.htm

[21] Der Frevelbegriff Ẓulm hier einmal finanztechnisch, aus einer schriftlichen Arbeit zur Erlangung des Akademischen Grades „Magister Artium“ an der Philosophischen Fakultät im Fachbereich Orient- und Islamwissenschaften, Uni Tübingen 2010:

Das Nehmen von ribā bzw. Zins sei unter allen Menschen deshalb verboten worden, weil dies Unrecht (ẓulm) verursache. Gott habe sich selbst aber die Eigenschaft, Unrecht zuzufügen, verboten und sie für alle Menschen als unzulässig erklärt.

aus: Abdelaali El Maghraoui: Islamic Banking. Ribā-Verbot und die Etablierung eines zinsfreien Bankwesens in arabischen Ländern

http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/volltexte/2011/5603/pdf/Magisterarbeit_Endversion.pdf

Abdelaali El Maghraoui, Universität Tübingen, Betreuer: Prof. Dr. Omar Hamdan. Zur Person: Abdelaali El Maghraoui hat nach seinem Abitur in Marokko in Tübingen Islamwissenschaften und Wirtschaft studiert und war dort wissenschaftliche Hilfskraft am Forschungskolleg „Medienumbrüche“.

Quelle: Graduiertenkolleg Islamische Theologie

http://www.graduiertenkolleg-islamische-theologie.de/kolleg/kollegiaten.html

Islamisches Recht

Das Fachgebiet Islamisches Recht umfasst die islamische Normenlehre „fiqh“, sowie die Lehre von den Grundlagen und Methoden der Ableitung dieser Normen „usul al-fiqh“.

Die Rechtslehre kennt mehrere Quellen des Rechts: den Koran, die prophetische Tradition, den Konsens der Rechtsgelehrten sowie den Analogieschluss. Darüber hinaus werden weitere Quellen beschrieben und herangezogen: vor allem das Argumentieren mit Billigkeit, das Abstellen auf das Allgemeinwohl sowie der Rückgriff auf Gewohnheitsrecht. Allerdings sind nicht all diese Quellen von allen islamischen Rechtsschulen anerkannt. Der schiitische Islam erkennt die Vernunft als weitere Rechtsquelle an. …

Das traditionelle islamische Recht beansprucht, das gesamte Leben der Muslime normativ zu regeln, und zwar sowohl den Bereich der Rechtsbeziehungen zwischen den Menschen als auch den Bereich der gottesdienstlichen Handlungen.

In der Frage nach dem Verhältnis zwischen Islam und Moderne spielt das islamische Recht eine zentrale Rolle, dabei können folgende Positionen gegenüber gestellt werden: die eine sieht in den partikularen Normen in den islamischen Quellen, die die gesellschaftliche Ordnung betreffen, ahistorische, kontextunabhängige Normen, die unhinterfragt ins Hier und Jetzt übertragen werden müssen. Die zweite Position sieht in diesen Einzelanweisungen kontextgebundene gesellschaftliche Regelungen und fragt nach den universalen Prinzipien hinter den partikularen Normen. Diese Prinzipien werden mittlerweile sogar neu definiert (wie z.B. Gerechtigkeit, Unantastbarkeit der menschlichen Würde, Freiheit, Gleichheit) und im Gegensatz zu den Einzelanweisungen als verbindlich eingestuft. Heute erfährt die Lehre von den Maximen und Zielen des islamischen Rechts eine starke Wiederbelebung. Sie thematisiert die Wandelbarkeit religiöser Normen, indem sie die Lebenswirklichkeit der Menschen bei den Ableitungsprozessen religiöser Normen in den Vordergrund rückt. Eine dritte vermittelnde Position schließlich fragt nach der Wechselbeziehung zwischen den allgemeinen Zielen und konkreten Normen und bemüht sich um Lösungsansätze in diesem Spannungsverhältnis.

gefunden bei: Graduiertenkolleg Islamische Theologie (Uni Tübingen)

http://www.graduiertenkolleg-islamische-theologie.de/studienprogramm/islamisches-recht.html

Zu Allahs Gerechtigkeit ʿAdl vgl. Abul Kalam Azad: Divine Justice: ‚Adālah

veröffentlicht bei: Islamic Writings 26.10.2012

http://www.islamicwritings.org/miscellany/divine-justice-%CA%BBadalah/

[22] La communauté musulmane est fondée sur trois valeurs fondamentales : Tawhid (Unicité de Dieu), Tazkiya (purification de l’être humain), et ‘Umrân (construction d’une civilisation avec des valeurs). Ces trois valeurs sont considérées comme les objectifs fondamentaux de l’islam (al-maqasid al-sharia).

Scheich Taha Jabir Al-Alwani

http://www.lescahiersdelislam.fr/Quelques-defis-de-l-Islam-contemporain-selon-le-Sheikh-Taha-Jabir-Al-Alwani_a123.html

Cordoba University, Ashburn, Virginia, US:

The Graduate School of Islamic and Social Sciences (GSISS)

http://www.cordobauniversity.org/gsiss/index.asp

Mohamed Ibrahim: Maqasid al Scharia: Islamischen Scharia versus Menschenrechte?

http://www.uni-marburg.de/fb01/lehrstuehle/zivilrecht/kling/islamicfinance/materialien/maqasidalsharia.pdf

Serdar Kurnaz: Maqāṣid aš-šarīʿa: Eine kurze historische Skizze der islamischen Rechtsphilosophie

http://www.islamische-studien.de/resources/ZIS_Islamische+Studien_2.Ausgabe.pdf

PURPOSES OF THE LAW, (MAQASID AL SHARIAT)

Lecture for 3rd year students at the Kulliyah of Medicine, International Islamic University, Kuantan on Saturday 4th December 1999

http://omarkasule-02.tripod.com/id468.html

Maqasid of al-Shari`ah: some reflections by Sheikh Akram Nadwi

bei: Islamic Revival (Netzadresse: Islamisches System)

http://islamicsystem.blogspot.de/2012/05/maqasid-of-al-shariah-some-reflections.html

Den Text von Kamali nur für Abonnenten der IZ, dafür in der anschließenden Quelle auf Englisch:

Unter den Gelehrtentum war es für die Juristen auch wichtig zu wissen, was die Absicht hinter einem bestimmten Hukm ist, den uns Allah oder Sein Gesandter gegeben haben. Die Maqasid Asch-Schari’a, oder auch die Ziele der Schari’a, sind eine wichtige und doch vernachlässigte Wissenschaft.

aus: Die Wissenschaft von den Maqasid ist ein wichtiges Werkzeug für ein angemessenes Verständnis des Islam. Von Mohammed Hashim Kamali.

in: Islamische Zeitung 25.09.2008

http://www.islamische-zeitung.de/iz3.cgi?id=10826

Mohammed Hashim Kamali: AL-MAQASID AL-SHARI’AH: THE OBJECTIVES OF ISLAMIC LAW

http://www.aml.org.uk/cms/assets/Uploads/journals/3.1/Kamali-Maqasid.pdf

bei den britischen Muslimischen Rechtsanwälten von der AML – The Association of Muslim Lawyers, High Wycombe, UK

http://www.aml.org.uk/cms/

High Wycombe, 93.000 Einwohner:

The Wycombe Islamic Society, WISE

(High Wycombe)

http://www.wise-web.org/

MUSLIM EDUCATION CENTRE & WELFARE TRUST

(High Wycombe)

http://www.mecawt.org.uk/

High Wycombe

Auch für andere, die mit den Satanischen Versen zu tun hatten oder mit dem Buch in Verbindung gebracht wurden, war die nach-Fatwa-Zeit teilweise sehr hart und manchmal sogar lebensgefährlich. Viele von ihnen waren der Bedrohung schutzlos ausgeliefert. Im April 1989 wurden auf den linken Buchladen Collets und Dillons Anschläge mit Brandbomben verübt, weil beide Die Satanischen Verse im Regal stehen hatten. Einen Monat später gab es Explosionen in High Wycombe und auf der Londoner King’s Road. In zwei Penguin-Buchläden in London und York – Die Satanischen Verse erschienen bei Penguin – explodierten Bomben.

aus: Andrew Anthony: Das Buch zum Fluch

zuerst bei The Guardian, hier auf Deutsch in: derFreitag 12.02.2009

http://www.freitag.de/autoren/the-guardian/das-buch-zum-fluch

ABOUT 2,000 Muslims marched through High Wycombe today to celebrate the birth of the Prophet Mohammed and spread a message of peace.

A colourful procession, led by an open top bus, marking the Eid-Milad-Un-Nabi weaved its way through the town centre.

Roads were closed as the march took place. … Sahibzada Jeelani, one of the Imams at the mosque, explained what the event is all about. …

„Islam is a religion of peace and mercy and the prophet Mohammed is the messenger of mercy so we try to explain the real nature and picture of Islam. It’s not what unfortunately gets put across sometimes in the media.“

aus: James Nadal: Procession through High Wycombe celebrates Prophet Mohammed

in: Bucks Free Press 12.02.2012

http://www.bucksfreepress.co.uk/news/9526708.Procession_through_High_Wycombe_celebrates_Prophet_Mohammed/

Sarah Joseph is CEO and Editor of Muslim lifestyle magazine emel and commentator on British Muslims. She is a writer and a broadcaster and lectures on Islam both within the UK and internationally (USA, Europe, Middle and Far East). Sarah converted to Islam at the age of 16 in 1988 after being brought up as a Catholic. … She is married to Mahmud al-Rashid, who is a human rights barrister and one of the founders of the Association of Muslim Lawyers (AML). He is of Muslim Bangladeshi heritage, who is also involved in editing the emel magazine. She resides in London with her husband and their three children.

http://en.wikipedia.org/wiki/Sarah_Joseph

[23] Article 24 Publications and the press have freedom of expression except when it is detrimental to the fundamental principles of Islam or the rights of the public. The details of this exception will be specified by law.

http://www.iranonline.com/iran/iran-info/Government/constitution-3.html

Islamic Republic of Iran Constitution

http://www.iranonline.com/iran/iran-info/Government/constitution.html

[24] Ayatollah Morteza Motahhari: Wesen und Faktoren der Islamischen Revolution in Iran

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2012/05/02/290/

[25] Cairo Declaration on Human Rights in Islam, Aug. 5, 1990, ARTICLE 22: Everyone shall have the right to express his opinion freely in such manner as would not be contrary to the principles of the Shari’ah. 1. Everyone shall have the right to advocate what is right, and propagate what is good, and warn against what is wrong and evil according to the norms of Islamic Shari’ah. (…)

http://www1.umn.edu/humanrts/instree/cairodeclaration.html

[26] Manfred Halpern: „Die Neo-Islamischen totalitären Bewegungen sind in ihrem Wesen faschistische Bewegungen:“

The neo-Islamic totalitarian movements are essentially fascist movements. They concentrate on mobilizing passion and violence to enlarge the power of their charismatic leader and the solidarity of the movement. They view material progress primarily as a means for accumulating strength for political expansion, and entirely deny individual and social freedom. They champion the values and emotions of a heroic past, but repress all free critical analysis of either past roots or present problems. …

Like fascism, neo-Islamic totalitarianism represents the institutionalization of struggle, tension, and violence. Unable to solve the basic public issues of modern life—intellectual and technological progress, the reconciliation of freedom and security, and peaceful relations among rival sovereignties—the movement is forced by its own logic and dynamics to pursue its vision through nihilistic terror, cunning, and passion. An efficient state administration is seen only as an additional powerful tool for controlling the community. The locus of power and the focus of devotion rest in the movement itself. Like fascist movements elsewhere, the movement is so organized as to make neo-Islamic totalitarianism the whole life of its members.

aus: Manfred Halpern: Politics of Social Change in the Middle East and North Africa (Princeton 1963)

zitiert bei: Sandstorm (Martin Kramer) 20.09.2006

http://www.geocities.com/martinkramerorg/2006_09_20.htm

[27] As a retired German Lutheran pastor living in Canada who knows Prof. Al-Tayyeb in person, I am thankful for that he does what he always said, namely, to do the necessary steps for bringing the Muslims and Christians of his country closer. For, as a Christian, I believe that basically our common God has given to us the same mission on Earth, namely, to do what is possible for us humans who have true trust in God and a future life in the sense of surrendering to him (islam), in order to contribute to that all humans find this trust.

In so far, we also have the same religion that is indicated by that we pray to and worship the very same God. What seems to separate us are matters of interpreting our trust and of proceedings of prayers and worship. I, however, believe that what seems to separate us does not need to separate us, so that we are brothers and sisters to each other belonging to the very same family of God.

What, indeed, separates us, hence, is cultural rather than religious. In the age of globalisation, however, in which the Earth has become one and the same village, our credibility as monotheists in the eyes of unbelievers depends on that we learn to carry out God’s mission on Earth together. I hope that our Coptic brothers and sisters can see things in the same way.

God may bless you, Hilmar Lorenz

http://www.abna.ir/data.asp?lang=3&id=219708

[28] Hilmar Lorenz betet zu Allah für den Erfolg für die „großartige Arbeit“ (great work) des Großimams al-Tayyeb:

As a Christian Lutheran pastor, I am full of joy about this Al Azhar document. It confirms to me that Al Azhar and my Lutheranism are on the very same wave length in worshiping the almighty Allah. I pray to Him for the success of the great work of the Grand Sheikh to whom, as a religious person, I feel befriended, since I came to know him in his hometown of Luxor some years ago.

God bless you.

Yours, Hilmar Lorenz

http://www.onislam.net/english/shariah/contemporary-issues/islamic-themes/455396-al-azhar-basic-freedoms-document.html

Hilmar Lorenz: Kants lutherische Fundamentaltheologie. Systematischer Kommentar zu Kants „Kanon der reinen Vernunft“

Das methodologische Hauptstück vom „Kanon der reinen Vernunft“ in Kants KrV wird als lutherische Fundamentaltheologie gedeutet, die sich mit ihrer Moraltheologie zum Glauben an das Dasein Gottes und ein künftiges Leben bekennt. … das im Sinne des lutherischen Dritten Brauchs des Gesetzes durch den moralischen Glauben an Gott und ein künftiges Leben als letzten Zwecken bestimmt ist.

Der Autor ist lutherischer Pfarrer und Schüler von C. F. von Weizsäcker.

http://www.litwebshop.de/index.php?main_page=product_info&cPath=18&products_id=9943

Church in Mission with others

Submitted and Written by Rev. Hilmar Lorenz – Gatineau, Québec (Editorial for The Eastern Synod Paper)

http://easternsynod.org/faith-in-action/local/church-mission-others

Pastor i. R. und Dhimmi Hilmar Lorenz kommentiert am 20.04.2012 bei der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD). Schau auf die Schöpfung! Iman-Wochenende vom 09.-11. März in Wolfsburg

Ich bin evangelischer Pfarrer aus Westfalen im Ruhestand und lebe in Kanada … Alle Glaubenslehre, ob christlich islamisch oder jüdisch, ist daran zu messen, ob sie mit unserem Gottvertrauen vereinbar ist, dass in der Ergebung an bzw. Unterwerfung unter Gott („islam“) besteht. Denn „islam“ kann mit unseren Herzen, deren Hingabe Gott von uns möchte, nur dann geschehen, wenn wir Gott unser Herz anvertrauen. … Dass Christentum, Islam und Judentum verschiedene Religionen genannt werden, liegt m. E. an den unterschiedlichen kulturellen Traditionen, die sie und ihre Glaubenslehren in ihrer Geschichte geprägt haben. Aber Glaubenslehren und ihre kulturellen Traditionen sind von Menschen gemacht und nicht von Gott, dem allein wir uns wirklich anvertrauen können. ich wünsche mir, dass die junge Generation diejenige Religion kennenlernt, welche uns Juden, Christen und Muslime als Brüder und Schwestern eint und nicht länger entzweit.

Gott segne Sie,

Ihr Hilmar Lorenz

http://www.mjd-net.de/schau-auf-die-sch%C3%B6pfung

Fotogalerie zur von Hilmar Lorenz gelobten und gesegneten Veranstaltung: schariatisch nur mit Geschlechtertrennung und Hidschab.

http://www.mjd-net.de/fotos-und-erinnerungen

Muslimische Jugend in Deutschland (MJD)

Die Jugendgruppen sind nach Geschlecht getrennt. Die MJD ist 1994 im Haus des Islam in Lützelbach von einer kleinen Gruppe von Jugendlichen um Muhammad Siddiq Borgfeldt gegründet worden. Sie ist aus einer der Jugendaktivitäten hervorgegangen und hat in den folgenden Jahren die dortigen Räumlichkeiten genutzt. … Die MJD ist Mitglied des Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO), das sie 1996 mitgegründet hat. Die MJD Schura beschloss 2003, dass bei allen Fiqh-Fragen (z. B. inwiefern soll/darf man die MJD versichern?) der Europäische Fiqh-Rat (European Council for Fatwa and Research, ECFR) befragt werden soll und die MJD sich dann nach seiner Empfehlung richtet. MJD Gründer Muhammad Siddiq ist Mitglied des ECFR, dessen Vorsitzender Yusuf al-Qaradawi ist. … Im Fall der Vereinsauflösung soll das Vermögen der MJD komplett an die internationale Hilfsorganisation Islamic Relief fließen. … Laut Aussagen des Berliner Verfassungsschutzes von 2004 soll die MJD „eng mit islamistischen Gruppen verknüpft“ sein. Er verzichtete jedoch auf eine Aufnahme der MJD im jährlich erscheinenden Verfassungsschutzbericht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Muslimische_Jugend_in_Deutschland

[29] Keenly aware of the place of mankind in Islam as vicegerent of Allah on Earth.

Cairo Declaration on Human Rights in Islam,Aug. 5, 1990

http://www1.umn.edu/humanrts/instree/cairodeclaration.html

[30] Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono abgekürzt SBY und genannt der denkende General fordert vor der UNO globale Blasphemiegesetze als ein „Bollwerk für den Frieden“, denn „Freiheit der Meinung ist nicht absolut.“

Indonesia is calling on the UN’s member states to adopt a legally binding instrument to ban blasphemy against religious symbols and to promote dialogue between different faiths, civilizations and cultures.

Speaking before hundreds of world leaders at the UN General Assembly, President Susilo Bambang Yudhoyono said such an instrument was needed to prevent incitements to violence based on religion.

[ Verbot der Islamkritk als absoluter Bezugspunkt: ]

“This instrument, a product of international consensus, shall serve as a point of reference that the world community must comply with,” Yudhoyono said. …

The President said that the UN’s Universal Declaration of Human Rights underlined that all people must observe morality and public order in exercising their freedom of expression.

“Freedom of expression is therefore not absolute,” Yudhoyono said in an address that principally focused on global security. …

According to the activists, Indonesia has little moral authority to campaign on the issue and Yudho-yono should first deal with discrimination against religious-minority groups in Indonesia that has been made possible in part due to the provisions of the 1965 Blasphemy Law.

The Blasphemy Law, according to their arguments, has been used by the government to punish minority groups and has been abused by mainstream Muslims to persecute those deemed deviant, such as the Ahmadiyah.

[ Exportartikel Rechtsspaltung: ]

The Indonesian government has also been considering introducing a proposal to develop a legislative model kit that could be adopted by nations with different political and legal systems.

“We hope this kind of option could help accelerate the adoption of the international protocol on anti-blasphemy acts,” Marty said.

aus: Bagus BT Saragih: Yudhoyono touts blasphemy ban at UN

in: The Jakarta Post 26.09.2012

http://www.thejakartapost.com/news/2012/09/26/yudhoyono-touts-blasphemy-ban-un.html

SBY im Bild

http://images.tinhhinh.net/picture/article/2009/0709/Tong_thong_Yudtg997indo1.jpg

http://asiancorrespondent.com/wp-content/uploads/2011/03/SusiloBambangYudhoyono1.jpg

[31] Auch Deutschland wird schleichend von Neusprech unterwandert, findet der gleichnamige Blog …

Hans Hütt: Stabilitätsanker

http://neusprech.org/stabilitaetsanker/

Kai Biermann: überwiegend

http://neusprech.org/ueberwiegend/

… der das Thema Nummer eins allerdings feige ausblendet: Die Suche nach „Islam“ ergab keine Treffer

http://neusprech.org/?s=Islam

Bewährte Fachstelle für die Rhetorik der Islambeschönigung:

Nebeldeutsch

(von Blogger FreeSpeech, erarbeitet zwischen 11.04.2006 und 14.11.2008)

http://nebeldeutsch.blogspot.de/2006/04/inhalt.html

[32] Eine Kritik an Syed Muhammad Naquib al-Attas von Jacques Auvergne:

So spürt es doch, Muslime, der Westen ist euch fremd! Die Islamisierung deines Denkens ist die Entwestlichung deines Wissens

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2012/09/13/299/

[33] Tübingen am 16. Januar 2012, v.l.n.r.: Theresia Bauer (Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg), Prof. Dr. Mehmet Pacaci (Amt für religiöse Angelegenheiten der Türkei Diyanet), Prof. Dr. Bernd Engler (Rektor der Universität Tübingen), Boris Palmer (Oberbürgermeister der Stadt Tübingen), Dr. Mustafa Cerić (Reisu-l-Ulema, Großmufti von Sarajevo), Prof. Dr. Annette Schavan (Bundesministerin für Bildung und Forschung). Fotos: Friedhelm Albrecht / Universität Tübingen

http://www.uni-tuebingen.de/aktuelles/newsticker-zentrum-fuer-islamische-theologie.html

„The 21st Century will be spiritual or will not be.“ … the first revolution in the 21st century should be spiritual through moral insight so that humanity may be spared from an immanent chaos of the 20th century …

aus: Mustafa Cerić: Spiritual Revolution: The Challenge of 21st Century

bei: RIJASET.ba, Dienstsitz des bosnischen Führers der Gelehrten (Reisu-l-Ulema)

http://www.rijaset.ba/english/index.php/mina-news/180-spiritual-revolution-the-challenge-of-21st-century

hier sogar publiziert von Kuala Lumpur (Malaysia) aus, wo es neben dem ISTAC ein weiteres muslimbrudernahes Institut gibt, das International Institute of Advanced Islamic Studies (IAIS) unter Professor Hashim Kamali:

Mustafa Cerić: Spiritual Revolution: The Challenge of 21st Century.

The 21st Century will be spiritual or will not be.

http://www.iais.org.my/e/dirasat/faith-a-science/item/129-spiritual-revolution-the-challenge-for-the-21st-century.html

Based in Kuala Lumpur, the International Institute of Advanced Islamic Studies (IAIS) Malaysia (Company No: 819689X) was established in 2008

http://www.iais.org.my/e/about/the-institute.html

Gründungsdirektor und heutiger Geschäftsführer des IAIS Malaysia ist der islamgelehrige Professor Mohammad Hashim Kamali:

The principle of Tawhid (divine Oneness), fundamental in Islam, reflects a unitarian vision of humanity without discrimination of any kind – moral excellence being the only criterion of distinction in the eyes of God. … Civilisational Islam invites the ummah to make a fresh effort to revitalise the most cherished aspects of our ethical and spiritual tradition and heritage. Islam calls for the renewal and reform of society and civilization through such of its principles as tajdid, islah, fatwa, shura, ijtihad, and ijma’. Professor Mohammad Hashim Kamali, PhD

http://www.iais.org.my/e/about/chairmans-message.html

[34] Standhaftigkeit bei SunniPath

http://spl.qibla.com/Hadith/H0004P0003.aspx

Geduld (ṣabr), Brüder, das Kalifat kommt, früher oder später:

Hizb ut-Tahrir: Die Bedeutung von Ṣabr im Islam

http://www.die-einheit.org/index.php?option=com_k2&view=item&id=171:die-bedeutung-von-sabr-im-islam&Itemid=194

Aus diesem Grund warnen wir den Leser zum wiederholten Mal, beim Studium dieser Ideen andere Ideen als Maßstab zu gebrauchen – erst Recht nicht die Demokratie oder ihre Ideen. … Diese Ideen unterscheiden sich sowohl generell als auch im Detail von den Regierungsideen des Islam. Der Gegensatz zwischen beiden Systemen ist gewaltig. Denn das Regierungssystem im Islam besteht aus dem Kalifatssystem, das komplett anderer Art ist als alle übrigen Herrschaftssysteme. Die Gesetzgebung, die bei der Regierungsbildung, der Wahrnehmung der Bürgerangelegenheiten und den Außenbeziehungen zur Anwendung kommt, stammt von Allah. Sie kommt weder vom Volk noch von einigen wenigen noch von irgendeinem Individuum. Jeder Person, die an den Islam glaubt, steht es zu, das islamische Recht auf eine Weise zu verstehen, zu der sie durch ihre Kenntnisse der arabischen Sprache und der Offenbarungstexte gelangt ist. Sie hat im Rahmen der arabischen Sprache und der Offenbarungstexte das absolute Recht, die Auffassung anzunehmen, zu der sie ihr Verstand hinführt. Die Rechtsmeinung dieser Person ist dann sowohl für sie selbst als auch für jeden anderen, der diese Auffassung teilt und für sich annimmt, das in ihrem Sinne gültige Recht. Die Person hat dann in ihrer Funktion als Regent oder Richter das Recht, die Menschen demgemäß zu regieren und zu richten. Hat jedoch der Kalif, d. h. das Oberhaupt des Islamischen Staates, sich eine Rechtsmeinung angeeignet, gilt die von ihm übernommene Meinung als das einzig zu vollziehende Gesetz. Von da an sind alle Staatsbürger dazu angehalten, das Handeln gemäß ihren eigenen Rechtsmeinungen zu unterlassen …

Auf dieser Grundlage fordern wir den Leser dazu auf, diese politische Abhandlung als eine Abhandlung über ein Regierungssystem zu lesen, dass sich von allen anderen Systemen vollständig unterscheidet. Als Maßstab für die Richtigkeit der Ideen sollte der Leser nichts anderes heranziehen als ihre Übereinstimmung mit der Realität des erhabensten aller Systeme, mit dem Menschen regiert werden können, bzw. ihre Übereinstimmung mit der Grundlage, aus der sie hervorgegangen sind, nämlich das Buch Allahs und die Sunna Seines Gesandten.

aus: Ḥizbu t-taḥrīr: DAS KALIFAT (die Erlösung für alle Muslime)

„Das Buch präsentiert in geraffter Form die wichtigsten islamrechtlichen Beweise für die Pflicht zur Gründung des Kalifats. Es lässt beim Leser keinen Zweifel mehr übrig, dass das Kalifat eine definitive Pflicht im Islam darstellt und eine Schicksalsfrage für die islamische Umma.“

http://www.die-einheit.org/index.php?option=com_rokdownloads&view=file&Itemid=256&id=193:das-kalifat

Panic and impatience cannot prevent Allah’s Decree. Shakwah (complaining) is contradictory to Sabr (patience). Allah alone can protect you from harm and ease your difficulties. Sabr is obligatory! … The First Level: Being angry, and this is in various ways: and anger is of two types. The first type of anger is that which is directed toward his Lord. So he becomes angry at what Allah has decreed for him, and this is Haraam (forbidden). And it is possible that this could lead to kufr. … The Fourth Level: Thankfulness and being grateful and this is the highest level. …

von: Asqfish (Betreiber von Siraat-e-Mustaqeem d. i. Ṣirāṭu l-Mustaqīm, der rechte oder gerade Pfad)

Siraat-e-Mustaqeem 29.12.2007

http://asqfish.wordpress.com/2007/12/29/the-concept-of-sabr-patience-in-islam/

Schönschrift fürs Kalifat: ṣabr

http://24.media.tumblr.com/tumblr_lxr2x5PAT81r9ltqmo1_500.jpg

http://24.media.tumblr.com/tumblr_m8aiz2lNBS1qdspn9o1_1280.jpg

[35] Therefore they maintained the Catholics in a state of dhimmitude —as a “protected” class curtailed from any possibility of sharing political power or compromising the hegemonic position of Islam. In times of war or political turmoil, the Catholics’ freedom was further restricted. Catholics fleeing Muslim rule lost all “protection,” and their property was confiscated by the conquerors. “Tolerance at this extreme,” notices historian Robert I. Burns, “is not easily distinguished from intolerance.” …

when political correctness did not yet exist, the great historian of Islam Evariste Lévi-Provençal observed: “The Muslim Andalusian state appears from its earliest origins as the defender and champion of a jealous orthodoxy, more and more ossified in a blind respect for a rigid doctrine, suspecting and condemning in advance the least effort of rational speculation.”

aus: Darío Fernández-Morera: The Myth of the Andalusian Paradise

in: THE INTERCOLLEGIATE REVIEW—Fall 2006 (ISI)

http://www.mmisi.org/ir/41_02/fernandez-morera.pdf

Darío Fernández-Morera

http://dariofernandez-morera.blogspot.de/

ISI Intercollegiate Studies Institute

http://en.wikipedia.org/wiki/Intercollegiate_Studies_Institute#Fifty_Worst_.28and_Best.29_Books_of_the_Century

[36] Wichtige Frage welche in heutiger Sitzung bedacht wird. „Wie lange möchte uns das Denken wohl noch erlaubt bleiben?“

Denker-Club. Karikatur aus dem Jahr 1825.

http://192.68.214.70/blz/eup/01_10_themenheft/images/811001_06_01_large.jpg

Denker-Club. „I. Der Präsident eröffnet präcise 8 Uhr die Sitzung./ II. Schweigen ist das erste Gesetz dieser gelehrten Gesellschaft./ III. Auf das kein Mitglied in Versuchung geraten möge, seiner Zunge freyen Lauf zulassen . . . so werden beim Eintritt Maulkörbe ausgeteilt./ IV. Der Gegenstand, welcher in jedesmaliger Sitzung durch ein reifes Nachdenken gründlich erörtert werden soll, befindet sich auf einer Tafel mit großen Buchstaben deutlich geschrieben. [ . . . ]“

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e2/Der-Denkerclub_1819.jpg

Die Ermordung des Dramatikers August von Kotzebue durch den Burschenschafter Karl Ludwig Sand war für Metternich eine willkommene Gelegenheit, um gegen die nationale und liberale Bewegung vorzugehen. An seinen Vertrauten Gentz schrieb Metternich am 23. April 1819 zu den Maßnahmen gegen die Burschenschafter: „Ich habe mich wahrhaft liberaler Worte bedienen können, um dem Ultraliberalismus Schranken zu setzen und es gehört zu meinem Glücke – (…) –, dass ich das Gebäude auf weimarschem Grund [gemeint ist ein Antrag des Herzogs von Weimar] und auf einem Beispiele, wie der vortreffliche Sand mir auf Unkosten des armen Kotzebue lieferte, ausschmücken kann.“ Insbesondere auf sein Betreiben hin wurden 1819 die Karlsbader Beschlüsse erlassen und die Demagogenverfolgung eingeleitet. Die Tätigkeit der Burschenschaften wurde verboten, die Freiheit von Presse und Universitäten massiv eingeschränkt und die Verfassungsdiskussion zunächst beendet. …

Die revolutionären Bewegungen wirkten sich auch im deutschen Bund und in Italien förderlich auf die nationale und liberale Bewegung aus. In Italien schlugen österreichische Truppen 1830 alle Revolten nieder. Offene Verfassungskonflikte gab es im Deutschen Bund etwa im Königreich Hannover und in Kurhessen. Innerhalb des deutschen Bundes führte dies nach dem Hambacher Fest insbesondere auf Drängen Metternichs zu einer erneuten Verschärfung der politischen Repression. Im Deutschen Bund geschah dies durch die Frankfurter Beschlüsse von 1832 und die Wiener Konferenzen von 1834. In Frankfurt wurde eine Zentraluntersuchungsbehörde und in Mainz ein Zentralinformationsbüro mit einem Netz aus Spitzeln errichtet. Metternich selbst ließ sich die Berichte regelmäßig vorlegen.

Für Metternich war der deutsche Bund fast ausschließlich ein Instrument zur politischen Repression. Andere Aufgaben, wie die in Artikel 19 der Bundesakte festgeschriebene Schaffung eines einheitlichen Wirtschaftsraums, wurden dagegen vernachlässigt. Die Forderung etwa von Friedrich List nach einem Zollverein hat Metternich bekämpft, da sie von ihm als Teil der nationalen Bewegung angesehen wurde. Konsequenterweise beteiligte sich Österreich weder an den regionalen Zusammenschlüssen noch am deutschen Zollverein.

aus der Wikipedia: Klemens Wenzel Lothar von Metternich

http://de.wikipedia.org/wiki/Klemens_Wenzel_Lothar_von_Metternich

August von Kotzebue

August Friedrich Ferdinand von Kotzebue (1761 – 1819) war ein deutscher Dramatiker und Schriftsteller, der auch als russischer Generalkonsul tätig war. Seine Ermordung diente als Rechtfertigung der Karlsbader Beschlüsse.

http://de.wikipedia.org/wiki/August_von_Kotzebue

Weniger als drei Jahre vor der nationalsozialistischen Machtergreifung:

Vor dem Nationalsozialismus warnende Karikatur: Die Jagd nach dem Glück, von: Thomas Theodor Heine (1867 – 1948), in: Simplicissimus Jg. 35, Nr. 26, S. 301., 22. September 1930

http://www.payer.de/religionskritik/simplkk28.jpg

Thomas Theodor Heine, ein deutscher Maler, Zeichner und Schriftsteller.

http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Theodor_Heine

[37] Das Kriterium des Handelns

Einen schriftgewordenen Angriff auf die menschliche Weltwahrnehmung, Vernunft und Würde ersann Abū Ḥāmid Muḥammad bin Muḥammad al-Ġazālī († 1111 n. Chr.), das Buch »Mīzān al-ʿAmal«, aus welchem Jacques Auvergne die wichtigsten Teile neu überträgt und mit Blick auf die Gegenwart kommentiert

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/03/17/162/

[38] Al-Risalah al-Kamiliyyah fil Siera al-Nabawiyyah (The Treatise of Kamil on the Prophet’s Biography), also known as Risālat Fād il ibn Nātiq (The Book of Fādil ibn Nātiq), was the first theological novel, written by Ibn al-Nafis and later translated in the West as Theologus Autodidactus (Autodidact Theologian/Self-taught Theologian). This work is one of the first Arabic novels, may be considered an early example of a science fiction novel, and an early example of a coming of age tale and a desert island story. This novel was written sometime between 1268 and 1277 CE. (…)

Theologus Autodidactus also criticizes the idea of wine being used as self-medication, an idea believed by Ancient Greek physicians as well as some unorthodox Muslim physicians in his time, despite the Islamic prohibition of alcohol. The novel further argues that the consumption of alcohol, along with the prevalence of homosexuality among a small minority of Muslims at the time, were the cause of the Mongol invasions into Islamic lands as a divine punishment.

Fancy, Nahyan A. G. (2006). „Pulmonary Transit and Bodily Resurrection: The Interaction of Medicine, Philosophy and Religion in the Works of Ibn al-Nafīs (d. 1288)“. Electronic Theses and Dissertations (University of Notre Dame).

http://en.wikipedia.org/wiki/Theologus_Autodidactus

sexual intercourse is necessary … but in a way which guarantees numerous progeny; therefore he ought to prohibit male and female homosexualityNormal intercourse should happen in a way that leaves no doubt about paternity, therefore the prophet should prohibit adultery [Ehebruch] and fornication [Unzucht] … because it has a consequence making heirs of those who ought not to inherit, and precluding from inheritance those who have a right to it (p 33) v

it was inevitable that those sins should be punished (p 35)

and women will be in the majority … and there will be much female homosexuality (p 39)

As men are better able to earn money, and women to manage the household, the man should have to provide for the wife, and the wife to stay in the house of the husband. As slaves are under the guardianship of their masters who provide for them, the masters should have the right to demand service of them to the degree of their ability. (p 34)

Wo dieser unser Prophet doch das Trinken von Wein ebenso verboten hat wie das Erscheinen von Frauen im öffentlichen Raum in der Anwesenheit von Fremden, denn Eifersucht ist eine edle und lobenswerte Eigenschaft … As this prophet has prohibited the drinking of wine and the appearance of women in public in the presence of strangers, because jealousy is a noble and priseworthy quality (…)

http://de.scribd.com/doc/85272904/Theologus-Autodidact-Us-of-Ibn-Al-Nafis

[39] Sharjah Museum of Islamic Civilization (UAE, Vereinigte Arabische Emirate)

http://www.islamicmuseum.ae/

KING FAISAL INTERNATIONAL PRIZE (KFIP) WINNERS 1979: Abul A’la Maududi; Fuat Sezgin („Studies Dealing with the Influence of Muslim Scholars on European Civilization“)

http://www.kff.com/EN01/KFIP/KFIPImages/KFIP%20Winners%20Archive-Yearly.pdf

The King Faisal Foundation (KFF)

http://www.kff.com/

http://www.kff.com/EN01/KFF/KFFIndex.html

Preisgewinner 1910 in der Kategorie Dienst am Islam: Recep Tayyip Erdoğan

http://www.kff.com/EN01/KFIP/KFIPWinners1431H2010G.html

Ich hoffe, dass dieses an einem wunderschönen Platz von Istanbul gegründete Museum zur Korrektur der unrichtigen historischen Betrachtung seinen Beitrag leisten wird. Prof. Dr. Fuat Sezgin

http://www.ibttm.org/museum/museum.html

Istanbuler Museum für die Geschichte der Wissenschaft und Technik im Islam (Islam Bilim ve Teknoloji Tarihi Müzesi, IBTTM)

„die wir durch Ausbildung, Beruf, Interesse und Sympathie mit dem islamischen Kulturkreis verbunden sind“

http://www.ibttm.org/

Istanbuler Museum für Geschichte der Wissenschaft und Technik im Islam

http://www.eslam.de/begriffe/i/istanbuler_museum_fuer_geschichte_und_wissenschaft_im_islam.htm

http://www.eslam.de/bildergalerien/i/istanbuler_museum_fuer_geschichte_und_wissenschaft_im_islam/istanbuler_museum_fuer_geschichte_und_wissenschaft_im_islam_bildergalerie.htm

http://www.youtube.com/watch?v=q01c2KF2BrQ

Vom britischen Manchester aus aktiv: Foundation for Science, Technology and Civilisation (FSTC)

Fostering an accurate understanding of the thousand years of exceptional advances in science, technology, medicine and the arts made by men and women within the Muslim World from the 7th century onwards.

Generating social cohesion, cultural awareness and respect through the exploration of Muslim and World heritage and how it is woven into our global society and civilisation – so that we all share and benefit from this heritage.

Promoting science and learning as an alternative to negative or extremist behaviour.

Professor Salim T S Al-Hassani, Executive Chairman

http://www.fstc.org.uk/message-from-chairman

zur FSTC, Manchester, gehört das Projekt Muslimisches Erbe:

MuslimHeritage

http://www.muslimheritage.com/

1001 Inventions: The Enduring Legacy of Muslim Civilisation

http://www.1001inventions.com/

Education Programme: Discovering the Past, Inspiring a Better Future … Contact us today and introduce the fascinating world of Muslim Heritage to your corporate clients, employees, local communities or school children and teachers.

http://www.1001inventions.com/future

„1001 Erfindung ist eine weltweite Bildungsinitiative, die das Bewusstsein für die wissenschaftlichen und kulturellen Errungenschaften des „Goldenen Zeitalters“ der muslimischen Zivilisation stärken will und für die hilfreiche Rolle, die dieser Beitrag für den Aufbau der Grundlagen der modernen Weltgesellschaft hatte. 1001 Inventions is a global educational initiative that promotes awareness of scientific and cultural achievements from the ‘Golden Age’ of Muslim civilisation and how those contributions helped build the foundations of our modern world.“

http://www.1001inventions.com/best_touring_exhibition

einer wenigstens bemerkt die islamverherrlichende Besuchermanipulation bei geflissentlich übersehenem Sklavenhandel, Komponist Edward Rothstein:

Instead, it is as manipulative as it is illuminating. “1001 Inventions,” we are told in the literature, “is a nonreligious and non-political project.” But it actually is a little bit religious and considerably political.

It is less a typical science exhibition than a typical “identity” exhibition. It was created by the Foundation for Science, Technology and Civilization in London, whose goal is “to popularize, spread and promote an accurate account of Muslim Heritage and its contribution.” The show also tries to “instill confidence” and provide positive “role models” for young Muslims, as Mr. Hassani puts it in the book. And it is part of a “global educational initiative” that includes extensive classroom materials. …

Some assertions go well beyond the evidence. Hovering above the show is a glider grasped by a ninth-century inventor from Cordoba, Abbas ibn Firnas, “the first person to have actually tried” to fly. But that notion is based on a source that relied on ibn Firnas’s mention in a ninth-century poem. It also ignores the historian Joseph Needham’s description of Chinese attempts as early as the first century. The model of the flying machine is pure speculation.

And some claims are simply incorrect: catgut was used in surgical sutures by Galen in the second century, long before al-Zahrawi (named here as its pioneer).

The exhibition also dutifully praises the multicultural aspect of this Golden Age while actually undercutting it.

And finally we never learn much about the role of Islam itself. Universities, we read, were affiliated with mosques. Did that affect scientific inquiry or the status of non-Muslim scientists? … And given the high cost of any golden age, isn’t it necessary to give some account of this civilization’s extensive slave trade?

aus: Edward Rothstein: „A Golden Age in Science, Full of Light and Shadow“

hier in: The New York Times 13.09.2012

http://www.nytimes.com/2010/12/10/arts/design/10museum.html?pagewanted=all&_r=0

Kalifatische Kulturpropaganda, drei Kurzfilme

Islamic Civilization & Muslim Thinkers

http://www.youtube.com/watch?v=w09IhM2BiD0&feature=related

Top 10 Muslim Inventions

http://www.youtube.com/watch?v=mXuSNdlJOCw&feature=related

Muslim Scientists are the founders of Current Science and Technology

http://www.youtube.com/watch?v=y7MDxV1mmkU&feature=related

[40] Allahgott sendet das Gesetz:

„Jene, die nicht nach den Gesetzen Allahs Recht sprechen, das sind die Ungläubigen. Those who do not judge by the laws of God are disbelievers“ (Koran 5:44). Englische Übersetzung von Muhammad Sarwar; Arberry sinngleich: „Whoso judges not according to what God has sent down – they are the unbelievers.“

http://corpus.quran.com/translation.jsp?chapter=5&verse=44

Welcome to the Quranic Arabic Corpus

http://corpus.quran.com/

[41] The imitation―individually and socially―of the Western mode of life by Muslims is undoubtedly the greatest danger for the existence―or rather, the revival―of Islamic civilization.

Whoever imitates other people becomes one of them (Musnad ibn Ḥanbal, Sunan Abī Dāwūd).

The tendency to imitate a foreign civilization is invariably the outcome of a feeling of inferiority. This, and nothing else, is the matter with Muslims who imitate Western civilization. … An imitation of Western civilization cannot be the right means of reviving the Islamic world from the mental and social torpor caused by the degeneration of practical religion into a mere custom devoid of all life and moral urge.

aus: Muhammad Asad: Imitation of Western Civilization

in: Islamic Writings 24.06.2012

http://www.islamicwritings.org/miscellany/imitation-of-western-civilization/

30.12.2007, Sylvester dräut und beim vom südindischen Tirunelvēli (475.000 Einwohner, Bundesstaat Tamil Nadu) aus betriebenen Blog tmmknellai bereitet man sich auf die schwere Prüfung des nahenden heidnischen Jahreswechsels vor. Frohes neues Jahr zu wünschen ist islamisch illegal (ḥarām), denn wer sich verhält wie ein Heide ist kein Muslim mehr:

„WHOEVER IMITATES OTHER PEOPLE IS ONE OF THEM“, recorded in Aboo Dawood, and authentified by Sheikh al-Albaani.

http://tmmknellai.blogspot.de/2007/12/new-year-greeting.html

Im Herbst 2012 versuchten wütende Schariafreunde aus Tirunelvēli die Bahngleise zu blockieren, ihr Alibi war der mohammedfeindliche Kurzfilm Unschuld der Muslime. 257 Demonstranten, darunter 17 Frauen, wurden verhaftet.

http://www.youtube.com/watch?v=8Kqnei4eyGI

http://www.youtube.com/watch?v=Ghr4FrgmE-M

[42] Manichäer sind Unschuldsengel, das Böse kommt immer von außen, wie schon Wilhelm II. spürte. Drohender Strukturverlust („Nichtsein unseres Reiches“) erregt ihnen Panik vor Veränderung:

„Alle offenkundige und heimliche Feindschaft von Ost und West, von jenseits der See haben wir bisher ertragen im Bewußtsein unserer Verantwortung und Kraft. Nun aber will man uns demütigen. … So muß denn das Schwert entscheiden. Mitten im Frieden überfällt uns der Feind. Darum auf! zu den Waffen! Jedes Schwanken, jedes Zögern wäre Verrat am Vaterlande. Um Sein oder Nichtsein unseres Reiches handelt es sich, das unsere Väter neu sich gründeten. Um Sein oder Nichtsein deutscher Macht und deutschen Wesens. Wir werden uns wehren bis zum letzten Hauch von Mann und Roß. Und wir werden diesen Kampf bestehen auch gegen eine Welt von Feinden.“

Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen am 06.08.1914

http://www.jstor.org/stable/30167505

Kriegsziele im Ersten Weltkrieg

http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsziele_im_Ersten_Weltkrieg

http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/wilhelm143/index.html

Mit wem wäre denn sonst, doch nicht mit den anderen: Gott mit uns. Vögel werden mit Körnern herbeigelockt, Götter mit Beschwörung. Erfolgreicher Morden mit der Kaiserstandarte.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/80/Kaiserstandarte.svg

Soldatische Gürtelschließe, Erster Weltkrieg, sich ermorden lassen aus Rekrutierungszwang oder Abenteuerlust und letztlich für Wilhelms Selbstverliebtheit. Aufschrift:Gott mit uns.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3c/WW_I_Prussian_enlisted_man%27s_belt_buckle_front.JPG

Verdun. Das Beinhaus von Douaumont (Ossuaire de Douaumont) bewahrt die Gebeine von mehr als 130.000 nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten, die in der Schlacht um Verdun getötet wurden. Bild: Durch Granatfeuer verwüstete Strasse bei Fort Souville im Süden des Fort de Douaumont 26.07.1916

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1d/Die_durch_Granatfeuer_verw%C3%BCstete_Strasse_beim_Fort_Souville.jpg

„Rote Zone“, komplett zerstört, gelb schwere und grün geringe Zerstörungen, blau keine Zerstörung.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/81/Red_Zone_Map-fr.svg

Schlacht von Cambrai, Verluste etwa 50.000 Soldaten auf deutscher und 45.000 auf britischer Seite.

Bild: Cambrai 1919

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fc/Cambrai_1919.jpg

Verdun, die Gräber der Soldaten

http://www.de.verdun-tourisme.com/images/prestations/croix-us-676.jpg

Verdun betritt man mit gesenktem Blick und verlässt es weinend. Verdun, on y vient en reculant, on la quitte en pleurant

http://verdun.over-blog.net/

[43] Les anges n’entreront pas dans une maison où il y a un chien, ni dans celle où il y a des images. » — Bukhârî, LXXVII, 87

« Ceux que Dieu punira le plus sévèrement au jour du Jugement sont ceux qui imitent les créations de Dieu. » — ‚Ahmad ibn Hanbal, VI, 36

http://fr.wikipedia.org/wiki/Repr%C3%A9sentation_figur%C3%A9e_dans_les_arts_de_l%27Islam#Les_hadiths

“Angels do not enter a house in which there is a dog or a picture.” (Sahih Muslim)

http://www.ilmgate.org/the-legal-status-of-pictures-and-photography-commentary-of-hadith-from-sahih-muslim/

[44] Islam ist Handabhacken Koran 5:38

Bei Pickthall:

As for the thief, both male and female, cut off their hands. It is the reward of their own deeds, an exemplary punishment from Allah. Allah is Mighty, Wise.

Bei Yusuf Ali:

As to the thief, Male or female, cut off his or her hands: a punishment by way of example, from Allah, for their crime: and Allah is Exalted in power.

Ins Deutsche:

Dem Dieb und der Diebin hackt die Hände ab als Vergeltung für ihre Tat und als abschreckende Strafe Gottes! Gott ist mächtig und weise.

http://quran.com/5/38

Allah will Handabhacken Koran 5:33

Pickthall

The only reward of those who make war upon Allah and His messenger and strive after corruption in the land will be that they will be killed or crucified, or have their hands and feet on alternate sides cut off, or will be expelled out of the land. Such will be their degradation in the world, and in the Hereafter theirs will be an awful doom;

Yusuf Ali

The punishment of those who wage war against Allah and His Messenger, and strive with might and main for mischief through the land is: execution, or crucifixion, or the cutting off of hands and feet from opposite sides, or exile from the land: that is their disgrace in this world, and a heavy punishment is theirs in the Hereafter;

German

Diejenigen, die gegen Gott und Seinen Gesandten kämpfen und auf Erden Unheil stiften, sollen wegen Mordes getötet, wegen Raubmordes gekreuzigt werden. Wegen Wegelagerei und Raub ohne Mord soll man ihnen Arm und Bein wechselseitig abschneiden, und wegen Verbreitung von Panik soll man sie des Landes verweisen. Das ist für sie eine schmachvolle Erniedrigung auf Erden, und im Jenseits erwartet sie eine überaus qualvolle Strafe.

http://quran.com/5/33

Das vom Korangott geforderte Handabhacken präzisiert der Hadith bei Abī Dāwūd:

Sunan ABI DAWOOD, Book 38, Number 4396: Narrated Jabir ibn Abdullah:

Narrated Jabir ibn Abdullah: A thief was brought to the Prophet. He said: Kill him. The people said: He has committed theft, Apostle of Allah! Then he said: Cut off his hand. So his (right) hand was cut off. He was brought a second time and he said: Kill him. The people said: He has committed theft, Apostle of Allah! Then he said: Cut off his foot. So his (left) foot was cut off. He was brought a third time and he said: Kill him. The people said: He has committed theft, Apostle of Allah! So he said: Cut off his hand. (So his (left) hand was cut off.) He was brought a fourth time and he said: Kill him. The people said: He has committed theft, Apostle of Allah! So he said: Cut off his foot. So his (right) foot was cut off. He was brought a fifth time and he said: Kill him. So we took him away and killed him. We then dragged him and cast him into a well and threw stones over him.

Sunan ABI DAWOOD, Book 38, 4397 Narrated Fadalah ibn Ubayd: A thief was brought to the Apostle of Allah and his hand was cut off. Thereafter he commanded for it, and it was hung on his neck.

http://www.searchtruth.com/book_display.php?book=38&translator=3&start=28&number=4389

Der Dieb, dem gerade die Hand religiös abtrennt worden ist, bittet Allahgott um Verzeihung, ein Wunsch, den Allahs Liebling vernimmt und unterstützt:

Sunan Abī Dāwūd, Book 38, Number 4367: Narrated Abu Umayyah al-Makhzumi:

A thief who had accepted (having committed theft) was brought to the Prophet, but no good were found with him. The Apostle of Allah, said to him: I do not think you have stolen. He said: Yes, I have. He repeated it twice or thrice. So he gave orders. His hand was cut off and he was then brought to him. He said: Ask Allah’s pardon and turn to Him in repentance. He said: I ask Allah’s pardon and turn to Him in repentance. He (the Prophet) then said: O Allah, accept his repentance.

Aus dem Frauenbereich etwas gestohln, dessen Wert nur drei Dirham beträgt:

Book 38, Number 4373: Narrated Abdullah ibn Umar:

The Prophet had a man’s hand cut off who had stolen from the place reserved for women a shield whose price was three dirhams.

Hier von Indien aus gut zusammengestellt von einem erklärten Hindu-Nationalisten, die leider meistens, da sie nicht den Begriff des Bürgers und den Anspruch universeller Menschenrechte finden und verteidigen, der Two-Nation Theory und damit der Apartheid des Kalifats zuarbeiten.

http://dharmaveer.blogspot.de/2009/03/why-is-islam-so-cruel-and-barbaric.html

Abū Dāwūd

Abū Dāwūd Sulaimān bin al-Ašʿaṯ b. Isḥāq al-Azdī as-Siǧistānī (* 817 in Sigistan; † 888 in Basra)

http://de.wikipedia.org/wiki/Ab%C5%AB_D%C4%81w%C5%ABd_as-Sidschist%C4%81n%C4%AB

Im Krieg werden zwar auch Hände und Füße religionsgesetzlich abgeschnitten, aber mit dem Zweck, die vorab geblendeten Opfer verbluten zu lassen, Sahih Buchari:

Sahih BUKHARI, Volume 8, Book 82, Number 794: Narrated Anas:

Some people from the tribe of ‚Ukl came to the Prophet and embraced Islam. The climate of Medina did not suit them, so the Prophet ordered them to go to the (herd of milch) camels of charity and to drink, their milk and urine (as a medicine). They did so, and after they had recovered from their ailment (became healthy) they turned renegades (reverted from Islam) and killed the shepherd of the camels and took the camels away. The Prophet sent (some people) in their pursuit and so they were (caught and) brought, and the Prophets ordered that their hands and legs should be cut off and that their eyes should be branded with heated pieces of iron, and that their cut hands and legs should not be cauterized, till they die.

Volume 8, Book 82, Number 795: Narrated Anas:

The Prophet cut off the hands and feet of the men belonging to the tribe of ‚Uraina and did not cauterise (their bleeding limbs) till they died.

http://www.islamicity.com/mosque/sunnah/bukhari/082.sbt.html

Taliban amputated the right hand of a man for theft in Kabul. Picking up one of the hands by the little finger, a militiaman raised it in the air and told the crowd: „This is the cut hand of a thief, the Shariat [Muslim law] punishment for any of you caught stealing.“ (…)

Talat Khan, a young Afghan convicted for theft, whose right hand and left foot were amputated on the orders of the Islamic court established by the Taliban in Lashkargah (Helmand province).

Quelle: RAWA

http://www.rawa.org/handcut2.htm

Die Lebenswirklichkeit im so genannten befreiten Afghanistan. Reality of life in so-called „liberated“ Afghanistan

http://www.rawa.org/temp/runews/

Revolutionary Association of the Women of Afghanistan (RAWA)

http://www.rawa.org/index.php

[45] Zum ägyptischen Juristen Tariq al-Bishri:

Der Islamdemokrat

Ṭāriq al-Bišrī gilt als berufener Verfassungsrechtler. Zum Religionsbegriff eines ägyptischen Juristen, zur Glaubenserhöhung in Kairo und Berlin und zum geologischen Begriff der Plattentektonik. Von Jacques Auvergne.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/03/12/221/

[46] Jede Neuerung [Bid’a] in der Religion ist ein Irregehen

von: Scheich Abdur-Rahman asch-Schiha

http://issuu.com/muslimasad/docs/jede-bida-in-der-religion-ist-ein-irregehen

Jede Bid’a in der Religion ist ein Irregehen

von: Shaykh Abdur-Rahman al-Sheha

http://www.islamland.com/de/Contents.aspx?AID=121

[47] Scheich al-Albani zitiert einen Hadith; deutsch; englisch siehe unten:

„Ich habe nichts ausgelassen von dem, was euch Allah näher bringen kann und euch entfernt von dem Höllenfeuer, ausgenommen das was ich euch aufgetragen habe. Und ich habe nichts ausgelassen, dass euch dem Höllenfeuer nähert und euch entfernt von Allah, außer dem was ich verbot.“

http://www.islamfatwa.de/manhaj/113-religioese-erneuerungen-bida/412-jede-neuerung-bida-ist-irrefuehrung

http://diewahrheitimherzen.net/forum/archive/index.php?thread-7045.html

auf Englisch:

This is why it is authentically reported on the Prophet (saws) from numerous paths of narration that he said: “I have not left anything that will bring you closer to Allaah and distance you from the Hellfire, except that I have commanded you with it. And I have not left anything that will bring you closer to the Hellfire and distance you from Allaah except that I have forbade you from it.” So there has not been left any room for amending anything from it, whether it be a simple or a trivial thing being amended.

aus: Every Innovation is a Misguidance

Imaam Muhammad Naasir-ud-Deen Al-Albaanee

http://aahurairah.wordpress.com/2011/11/05/every-innovation-is-a-misguidance-by-shaikh-al-albaani/

gefunden beim Blog

Knowledge of the Deen

http://aahurairah.wordpress.com/2011/11/05/every-innovation-is-a-misguidance-by-shaikh-al-albaani/

Weltweit genießt unter sunnitischen Sachverständigen für Islamisches Recht (Fiqh) der Syrer Dr. Wahbah al-Zuhaili (Islamic Fiqh and Its Evidence) hohes Ansehen, ein Mitglied in der International Islamic Fiqh Academy. In der von al-Jazeera wöchentlich ausgestrahlten Fernsehsendung „Scharia und Leben“ (Sharia and Life) durfte Dr. Wahbah al-Zuhaili im Sommer 2009 auftreten und über das Unveränderbare und das Veränderbare in der Scharia sprechen.

Wenn geboten ist, den selbstredend muslimischen Opfern von „Ungerechtigkeit“ beizustehen, Angriffe gegen Muslime oder ihr Land abzuwehren bzw. die Feinde aus einem Muslimen zustehenden Gebiet zu vertreiben oder auch wenn es darum geht, Versuche der Ungläubigen abzuwehren, Menschen zum Abfall vom Islam zu bewegen, rechtfertigt Dr. Wahbah al-Zuhaili den Dschihad, wie er 2005 erläuterte – in der Zeitschrift des internationalen Roten Kreuzes.

Jihad is lawful in Islam as a necessity to suppress aggression. It was prescribed in the second year of the Hegira,34 after Muslims had patiently borne for fourteen years the harm done to them by the pagans. …

There are three kinds of circumstances that legitimize warfare in Islam, namely:

a) aggression against Muslims, either individually or collectively, as preachers for Islam, or attempts to make Muslims apostates or the launching of war against Muslims. God the Almighty says: “To those against whom war is made, permission is given (to fight), because they were wronged …”

and “And slay them wherever ye catch them, and turn them out from where they have turned you out, for tumult and oppression are worse than slaughter, …”

b) assistance for the victims of injustice, whether individuals or groups. God the Almighty says: “And why should ye not fight in the cause of God and those who, being weak, are ill-treated (and oppressed)? Men, women and children, whose cry is: ‘Our Lord! Rescue us from this town, whose people are oppressors …’ ”

c) self-defence and to ward off attacks on one’s homeland. God the Almighty says: “Fight in the cause of God those who fight you, but do not transgress limits, for God loveth not transgressors.”

(…) Islam recommends that prisoners of war (captives) be treated kindly, as God the Almighty says: “And they feed, for the love of God, the indigent, the orphan and the captive.” The Prophet (peace be upon him) says: “I command you to treat captives well.” They are often either released through “grace bestowed on them without any return”, or are exchanged for money or in return for other captives. The sick and the wounded should be given medical treatment, and the dead should be buried to preserve their dignity.

aus: Sheikh Wahbeh al-Zuhili: Islam and international law

in: International Review of the Red Cross, Volume 87 Number 858 June 2005

http://www3.citadel.edu/smll/Seminar/Additional%20Resources/Zuhili,%20Islam%20and%20International%20Law.pdf

The subject of a recent edition of Al-Jazeera’s weekly program “Sharia and Life” was what elements of Sharia can or cannot be changed. As is often the case in such programs, what was left unsaid was more interesting than what was said.

The guest scholar was Syrian Dr. Wahbah al-Zuhaili, a member of the International Islamic Fiqh (Islamic Jurisprudence) Academy. He introduced the subject by defining the three distinguishing characteristics of Sharia: it is sacred, it is intended as a guide for human behavior, and it is Allah’s final message. Sura 5 of the Quran specifies, “This day I have perfected your religion for you, completed my favor upon you, and have chosen for you Islam as your religion.”

Dr. Wahbah emphasized that the “essential elements” of Sharia can never be changed. Quran 6:115 says that no-one can change the words of Allah, and Quran 33:62 adds that no-one can change the way of Allah.

There are, however, “partial elements” of Sharia that are open to interpretation and change. These are seen as “amendments”, items that are “attached” to the essential elements, and can be changed for numerous reasons. …

Frankly speaking, the interview did not seem to give much leeway to any substantial change or reform in Islamic thought.

aus: The Changeable and the Unchangeable in Islamic Sharia

in: Staring at the View

http://staringattheview.blogspot.de/2009/08/changeable-and-unchangeable-in-islamic.html

Some of the world’s most recognized and renowned authorites in Islamic Law and Islamic Legal Theory are meeting in Muscat Oman to attend a four-day symposium exploring the future direction of legal theory in the Muslim world.

The four-day Symposium for Developing Jurisprudential Sciences, which starts today at the Grand Hayat Muscat Hotel, has attracted many illustrious participants.

These include Dr. Wahbah al-Zuhaili of Syria, Egypt’s Mufti Dr. Ali Jum’a, and Syria’s Dr. Abdul Satar Abu Ghudda.

Other high-profile participants are Dr Mahmoud Habash, Palestinian Endowments Minister; Dr Mohammed Rokara, Adviser of Kenyan President; Noor Aldeen al Khadami, Religious Affairs Minister in Tunis; and Fughiran Dato Siristya from Brunei Darussalam.

Scholars also hail from Yemen, Saudi Arabia, Qatar, Iran, Lebanon, Morocco, Tunisia, Turkey, Algeria, Libya and Sweden, in addition to Oman.

During the conference, Sheikh Ahmed bin Hamad al-Khalili, Oman’s Grand Mufti delivered a speech where he said that the symposium is a great opportunity to gather and study the jurisprudence.

Dr. Ali Jum’a, Mufti of Egypt, said in a speech that the understanding jurisprudence changes according to time, therefore we should understand the aims of Sharia and the realities of our lives so that we ensure meeting the needs of the people and their countries.

aus: World’s leading specialists in Islamic legal theory in Oman for Symposium

in: SHAFAQNA (Shia International News Association) 10.04.2012

http://www.shafaqna.com/english/islam-world/item/1699-worlds-leading-specialists-in-islamic-legal-theory-in-oman-for-symposium.html

[48] Suicide is a major sin. The Prophet (peace and blessings of Allaah be upon him) stated that the one who commits suicide will be punished with something like that with which he killed himself.

Abu Hurayrah (may Allaah be pleased with him) narrated that the Prophet (peace and blessings of Allaah be upon him) said: “Whoever throws himself down from a mountain and kills himself will be in the Fire of Hell, throwing himself down therein for ever and ever. Whoever takes poison and kills himself, his poison will be in his hand and he will be sipping it in the Fire of Hell for ever and ever. Whoever kills himself with a piece of iron, that piece of iron will be in his hand and he will be stabbing himself in the stomach with it in the Fire of Hell, for ever and ever.” Narrated by al-Bukhaari, 5442; Muslim, 109.

It was narrated from Thaabit ibn al-Dahhaak (may Allaah be pleased with him) that the Messenger of Allaah (peace and blessings of Allaah be upon him) said: “Whoever kills himself with something in this world will be punished with it on the Day of Resurrection.” Narrated by al-Bukhaari, 5700; Muslim, 110.

aus: Islam Q&A fatwa No. 70363

http://islamqa.info/en/ref/70363

It is true that suicide is strictly forbidden, because it is an affront to God. It is like a person saying to God: “You have given me life and I am taking it away.” This is what is meant by the sacred Hadith in which God is quoted as saying of the one who commits suicide: “My servant has precipitated My will with regard to himself! Therefore, I am forbidding him entry into heaven.” But this Hadith applies to a person in full control of his faculties, suffering no overpowering adversity and having a reasonable life. If such a person commits suicide, then may be God will not allow him in heaven.

A person who commits suicide as a result of a mental disorder like depression or some other severe form of anxiety is not in full control of his senses. We cannot say how God will judge such a person, but we trust to God’s justice, because He does not deal unfairly with anyone. We pray for the person concerned, and request God to forgive him. When a man committed suicide during the Prophet’s lifetime, the Prophet was distressed. He did not perform the janazah prayer for the deceased, but he ordered his companions to do it. When they did, they prayed for the man and requested God’s forgiveness for him. This shows that the Prophet did not exclude the possibility of his being forgiven by God.

aus: Adil Salahi: Committing Suicide Is Strictly Forbidden in Islam

zuerst in: Arab News 22.06.2004

http://www.aljazeerah.info/Islam/Islamic%20subjects/2004%20subjects/June/Committing%20Suicide%20Is%20Strictly%20Forbidden%20in%20Islam,%20Adil%20Salahi.htm

Adil Salahi, hier bei islamonline.com (nicht islamonline. net, das wäre Yusuf al-Qaradawi), zum Ramadan und wie man den Kindern das Fasten antrainiert. The blessed month: Training children to fast. Leichte körperliche Bestrafung der Kinder, die nicht fasten wollen aber schon zehn Jahre alt sind, ist im Islam völlig in Ordnung:

It is well known that we are recommended to train our children to pray when they become seven years old. A hadith of the Prophet directs us to tell our children to pray when they are seven and to use light corporal punishment for not praying when they are 10.

http://www.islamonline.com/news/articles/118/The-blessed-month-Training-children-to-fast.html

Laut der Tageszeitung al-Watan, Qatar, zitiert auf Qaradawis Webseite am 25.10.2004, „Märtyrerattentate sind die höchste Form des Dschihad, Martyrdom Operations Are the Greatest Form of Jihad“, englische Übersetzung: Memri Special Report – No. 35

http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/1257.htm

Qaradawi billigt Selbstmordattentate im Kampf der Palästinenser gegen Israel als erlaubten Märtyrertod und sieht in ihnen in einem solchen Fall nicht den im Islam streng verbotenen Suizid. Er hat in zahlreichen Interviews und Fernsehsendungen seine Ansicht verbreitet, dass Selbstmordattentate in Israel islamisch gerechtfertigt seien. Qaradawi erklärt dabei sowohl Frauen und Kinder für nicht schützenswert, da die ganze israelische Gesellschaft militarisiert sei, genau so wenig wie deren Eigentum: „Es ist durch islamisches Recht festgelegt, dass Blut und Gut der Menschen des Dar al-Harb nicht geschützt sind. Denn sie kämpfen gegen die Muslime und sind ihnen feindlich gesinnt, sie haben den Schutz ihres Blutes und Gutes verwirkt“.

http://de.wikipedia.org/wiki/Yusuf_al-Qaradawi#cite_note-17

Sheikh Dr. Yousuf Al-Qaradhawi: There are clerics who oppose martyrdom (ie. suicide) operations in Palestine. By these operations Allah has compensated the Palestinians for their lack of strength. They do not, as the Zionists do, have Apache helicopters, warplanes, tanks, missiles. Allah has compensated them for this with these human bombs. This is divine justice.

(God) gives the weak a weapon for self-defense that the strong, despite his military and nuclear arsenals, can do nothing against. There are clerics who condemn this and even say that these are suicide operations that are not allowed in Islam. We need a religious law to clarify this issue. On the other hand, you find among those who claim that they waged Jihad, people who have left the Americans, the Jews, and the Zionists. They left the enemies and aimed their arrows at their own people.

Quelle: MEMRI 25.04.2004

http://www.memritv.org/clip_transcript/en/45.htm

„The martyrdom operations carried out by the Palestinian factions to resist the Zionist occupation are not in any way included in the framework of prohibited terrorism, even if the victims include some civilians.“

Quelle: MEMRI 08.04.2004

http://www.memri.org/report/en/print1168.htm

Mehrfach äußerte sich Scheich Yusuf al-Qaradawi öffentlich in Ägypten während nach der Revolution 2011 zu ägyptischen Rechts- und Verfassungsfragen. Beim Fernsehsender Al-Nahhar TV sagte der ECFR-Gründer im Januar 2012, dass Scharia nur „schrittweise in Ägypten eingeführt“ und dass „ein Abhacken der Hand als Strafe nicht in den ersten fünf Jahren (nach der Revolution) eingeführt werden“ soll.

Sunni Scholar Yousuf Al-Qaradhawi: Islamic Law Should Be Implemented Gradually in Egypt; There Should Be No Chopping Off of Hands in the First Five Years Al-Nahar TV (Egypt) – January 26, 2012

Quelle: MEMRI TV 26.01.2012

http://www.memritv.org/clip/en/3287.htm

279. Weltreporter

10. Januar 2012

لربيع العربي

ar-Rabīʿ al-ʿArabī

Le Printemps Arabe

The Arab Spring

Arabischer Frühling

Weltreporter und Arabischer Frühling

Zum 6. Januar 2012 lädt der Westdeutsche Rundfunk die interessierte Bevölkerung nach Köln, wo die freischaffenden Journalisten der Gruppierung Weltreporter über den Arabischen Frühling berichten wollen. Rekonstruktion der Podiumsdiskussion nach handschriftlichen Notizen aus dem Kleinen Sendesaal von Jacques Auvergne.

Es ist der sechste Januar, Dreikönigstag. Ungastlich durchpustet feuchter Wind die frühe Dunkelheit über der alten Domstadt. Wer kann, bleibt bei so einem Wetter zu Hause oder erledigt die letzten paar Besorgungen zügig. Eine orientalisch verkleidete Kindergruppe von etwas verloren wirkenden Sternsängern ist unterwegs, ein Mädchen malt mit Kreide die Zeichen 20*C+M+B+12 für Christus Mansionem Benedicat, das bedeutet Christus segne diese Wohnung, an einen Steinpfosten. In Köln ist die auf Abwehr des Teufels und Rettung der Seele zielende (politreligiöse) oder kulturell modern (säkular) gelesene Legende von den Heiligen Drei Königen seit dem Mittelalter dem Volk vertraut.

Am diesem ersten Freitagabend des neuen Jahres 2012 betritt ein interessiertes Publikum das hinter seinen großen Glasfronten hell erleuchtete Funkhaus Wallrafplatz. Dem Internet war zu entnehmen, dass bei WDR 5 und per Radio-Direktübertragung eine frohgestimmte Gruppierung von so genannten Weltreportern darüber aufklären will, wie der Arabische Frühling richtig zu verstehen ist.

Islampessimisten witterten eine Erneuerung des, im Jahr 2010 beispielsweise von Aygül Özkan unternommenen Versuchs (Pressecharta Niedersachsen), die Bevölkerung über die globalen Muslimbrüder zu desinformieren und die deutsche Presse islamsensibel gleichzuschalten. Wer zu diesen Skeptikern gehörte, sollte, wie wir gleich sehen werden, heute Abend nicht enttäuscht werden. Damals wollte die Ministerin von der CDU (!) die niedersächsischen Journalisten darauf verpflichten lassen, künftig nur noch „eine kultursensible Sprache anzuwenden“ und, wie ein Nachhilfeschüler, „die interkulturelle Kompetenz zu verstärken“.[1] Welcher Hohe Rat von Integrationskundigen die Unbotmäßigen maßregeln darf, hätte die Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration uns sicherlich nachträglich empfohlen (befohlen); ob Frau Özkan in die Scharia oder ins Grundgesetz „integrieren“ wollte oder in einen Kompromiss aus Rechtsstaat und Islamstaat, ist bis heute unklar geblieben. Niedersachsens Journalisten ließen sich diesen Versuch, Inhalte und Sprachstil vorzugeben, zum freiheitlich demokratischen Glück nicht gefallen.[2]

Rasch und wider Erwarten ist der angenehm beheizte Kleine Sendesaal fast vollständig gefüllt, die aktuelle Radioübertragung klingt auf, gleich wird man auf Sendung gehen. Holger Beckmann (WDR) erscheint, der bekannte Moderator von Formaten wie Funkhausgespräche oder Echo des Tages. Die Reporter des ideologisch dem übertrieben islamfreundlichen Internetportal Qantara nahe stehenden Netzwerks Weltreporter nehmen Platz. Von links nach rechts sitzen auf der Bühne Karim El-Gawhary (Kairo), Jürgen Stryjak (Kairo), Birgit Kaspar (Beirut/Toulouse) und Markus Bickel als Nahost-Redakteur der FAZ. Beckmann begrüßt Publikum und Weltreporter und lässt in die Augenzeugenberichte zum Arabischen Frühling einsteigen:

El-Gawhary: Kairo war ja nur die Fortsetzung. Zuerst ging der Umbruch in der arabischen Welt, den wir jetzt erleben, in Tunesien los. Dort wurde Ben Ali gestürzt.

Zuerst blieb in Kairo alles ruhig, wir hätten nicht gedacht, dass es so gewaltige politische Veränderungen auch am Nil geben könnte. Ägypten, das 30 Jahre lang sozusagen in der Garage der Welt abgestellt war, folgte etwas später dann doch der heftigen Welle der Veränderung. Und dann ging es also auch in Ägypten los. Ich war da, jeder konnte es spüren, spätestens als die Demonstranten sich nicht mehr von den Polizisten haben vertreiben lassen wurde es klar, jetzt passiert etwas ganz großes. Alle spürten, dass der arabischen Welt ein Tsunami bevorsteht.

Wir in Europa dürfen nicht vergessen, die Leute leben in großer Armut, die halbe Bevölkerung muss mit weniger als 1,50 € pro Tag auskommen, lebt also unterhalb der von der UNO definierten Armutsgrenze.

Das mehrfach wiederholte „dann ging es los“ wirkt infantil, aufregend nichtssagend und nervt mich, denn hätte man in Deutschland 1933 schließlich auch sagen können „jetzt geht es los“, und damals folgte eine menschenverachtende Diktatur. Warum wünscht sich Karim El-Gawhary nicht ausdrücklich, dass in Ägypten jetzt die allgemeinen Menschenrechte endlich umgesetzt werden? Ist heutige materielle Armut ein Alibi für eine dauerhafte Außerkraftsetzung der AEMR?

Noch im Sommer 2006 urteilte der Oberste Verwaltungsgerichtshof, dass den Bahāʿī auch weiterhin alle offiziellen Dokumente zu verweigern sind: „Die Verfassung sieht Religionsfreiheit nur für die drei himmlischen Religionen vor, und das sind Islam, Christentum und Judentum.“ Die Bahai nannte der Richter „Abtrünnige des Islam, Islamapostaten“.[3]

Was El-Gawhary großzügig ebenso übergeht: Um eine Auslandsreise zu unternehmen, braucht jede unter 21 Jahre alte Frau die Erlaubnis ihres Vaters, um nämlich den Reisepass zu beantragen. Ehefrauen jeden Alters können ohne Einwilligung ihres Ehemannes nicht ins Ausland reisen.[4]

Es ist keine vier Jahre her, da wusste die Neue Zürcher über das traurige Los einer dritten Gruppe oder Kaste von ägyptischen Unpersonen zu berichten und nannte als Gegner einer Modernisierung des Familienrechts die Islamisten:

„Bis jetzt waren uneheliche Kinder namenlos, bekamen keine Geburtsurkunden, konnten nicht zur Schule gehen, keine Identitätskarte erwerben und blieben ihr Leben lang Außenseiter. Laut Menschenrechtlern gibt es zurzeit in Ägypten mindestens 20.000 uneheliche, von ihren Vätern nicht anerkannte Kinder.“[5]

Was sind Frömmigkeit oder Armut da für Argumente, will El-Gawhary die vergleichsweise fraglos eher reichen und gottvergessenen Deutschen beschämen und beide, Ägypter und Deutsche, daran hindern, den Wegfall der ägyptischen staatlichen Diskriminierung der Bahai oder der unverheirateten Mütter zu fordern? Sicherlich ist Armut schlimm, aber Armut und Pressezensur oder Armut und Scharia ist noch schlimmer. Soll Armut etwa eine Entschuldigung dafür sein, den Frauen zusätzlich weiterhin das männerverherrlichende islamische Eherecht aufzubürden oder es koranbasiert zu verschärfen?

Das von El-Gawhary gerade verwendete bekannte Bild der zerstörerischen Riesenwelle ist dem gründlichen politischen oder pädagogischen Nachdenken eher hinderlich. Folgte nach dem ersten Februar 1979 für den Iran, dem Tag, an dem Ayatollah Chomeini aus dem Exil zurückkehrte, denn kein „Tsunami“? Auch El-Gawhary ist rasch gereizt und verkündet über WDR 5 seinen Missmut über jene Pessimisten und wohl auch Islampessimisten, die es wagen, den Arabischen Frühling ohne Führung eines Weltreporters selbstständig zu interpretieren:

Mich persönlich nervt es, wenn, wie immer wieder zu hören ist, davon geredet wird, dass: „Aus dem arabischen Frühling nun ein arabischer Winter“ geworden sei.

Deutschlands größte Frauenzeitschrift berichtet wesentlich weniger optimistisch über den Arabischen Frühling, den Tahrir-Platz und Aliaa Magda Elmahdy, die Lebensgefährtin von Kareem Amer (Abd al-Karim Nabil Suleiman). Der gesellschaftskritische und atheistische Blogger konnte am 17. November 2010 (bezeichnenderweise zwölf Tage zu spät und nach erlittenen Misshandlungen) seine vierjährige Gefängnisstrafe beenden. Drei Jahre Haft hatte er dabei wegen Volksverhetzung und Beleidigung des Islams bekommen, ein Jahr wegen Präsidentenbeleidigung.[6]

Studentin Elmahdy stellte im Namen der Freiheit des Ausdrucks und der Gleichberechtigung der Frau den fotografierten, unbekleideten weiblichen Körper im Internet dar, ihren eigenen, und muss seither nach islamistischen Todesdrohungen im Verborgenen leben:

„Diese junge Frau ist eine von Millionen, für die der so genannte arabische Frühling gerade zum arabischen Horror wird. Die ägyptische Kunststudentin ist inzwischen untergetaucht, sie ist in Lebensgefahr. Die Islamisten ergreifen die Macht. Und sie verbünden sich mit den konservativen Kräften im Land, die eines mit ihnen gemeinsam haben: Sie sind Männer. Männer, für die Frauen Menschen zweiter Klasse sind. … Selbst das einst als aufgeklärt geltende Tunesien fällt gerade den Gottesstaatlern in die Hände. … Und in Libyen gibt sich die Übergangsregierung zwar „demokratisch“, aber kündigte die Einführung der Scharia an. Und Mustafa Abdul Dschalil, Wortführer der Übergangsregierung, verkündete bei der Gründungsfeier des neuen Libyen auf dem großen Platz von Bengasi unter allgemeinem Jubel: ¬„Männer, ihr könnt wieder vier Frauen heiraten! Denn so steht es im Koran, dem Buch Gottes.“[7]

In Tunesien hat ein Mitglied der islamistischen Nahda-Partei das Herannahen des Kalifats verkündet, das aus dem Arabischen Frühling hervorgehen und Jerusalem und die islamische Welt befreien wird.[8]

Am 18. Februar 2011 hielt der aus seinem Exil in Katar nach Ägypten zurückgekehrte Cheftheologe der Muslimbrüder, Yusuf al-Qaradawi seine Freitagspredigt vor hunderttausenden seiner Anhänger auf dem Tahrir Square.[9] Jahrzehntelang hatte der Scheich mit seiner Fernsehsendung Scharia und Leben sowie mit der Fatwa-Internetseite IslamOnline Millionen von Muslimen in aller Welt erreicht und dazu beigetragen, dass die Muslimbruderschaft die Deutungsmacht zu dem, was Islam ist, heute innehat. Weltreporter Karim El-Gawhary sieht keinen Anlass, heute in Köln das Wort Yusuf al-Qaradawi auch nur auszusprechen.

Im August 2011 verweigerte Irland dem radikalen Scheich und Oberhaupt des Europäischen Fatwa-Rats ECFR die Einreise, der Sitz des ECFR ist Dublin.[10] El-Gawhary distanziert sich nicht vom Gesellschaftsverständnis und Menschenbild eines Gelehrten wie al-Qaradawi, sondern redet von Prozess und Wandel, so als ob Veränderungen immer gut wären:

Diese wichtigen Veränderungen jenseits des Mittelmeers sind ein umfassender Prozess. Es gibt natürlich fortschrittsfeindliche Reste, Überbleibsel das alten Systems, die jeden echten Wandel boykottieren, und es gibt die anderen, die den turbulenten, vollkommenen Wandel wirklich wollen.

Sicherlich ist die Rolle der Frau ein Thema. Aber auch die Hisbollah wird sich sehr stark wandeln, wenn Assad erst stürzt.

Wer garantiert, dass die islamistische libanesische Miliz menschenfreundlich wird und von Israelfeindlichkeit, Scharia und Kalifat Abstand nimmt, was das „wird sich sehr stark wandeln“ doch hoffentlich impliziert? Und warum ist der Status der Frau überhaupt „ein Thema“, soll eine Frau im künftigen Ägypten denn nicht dieselben Rechte und Pflichten haben wie ein Mann?

Bei der Parlamentswahl vor sieben Jahren gewann die HAMAS-freundliche libanesische Hisbollah 14 Parlamentssitze, die mit ihr verbündete Amal-Bewegung 9 Sitze. Im selben Jahr (2005) fand die Miliz Erwähnung im deutschen Verfassungsschutzbericht als islamistische Organisation. In Form mehrerer so genannter Sicherheitsquartiere (Security Quarters) soll die schiitische Hisbollah separatistische Sonderzonen unterhalten, die vom Staat Libanon nicht mehr kontrollierbar sind.

Oder meint El-Gawhary einen noch perfekteren Militärapparat der schiitischen libanesischen Miliz, eine noch genauere Anwendung des die Seele vor dem Höllenfeuer rettenden Islamischen Rechts und eine noch größere Distanz zu den allgemeinen Menschenrechten, wenn er uns sein „auch die Hisbollah wird sich sehr stark wandeln“ prophezeit?

Moderator Beckmann: Die ganze Welt guckt tatenlos zu, was Assad macht?

Kaspar: Als er auch in Syrien los ging, dieser Tsunami, wussten alle, jetzt gibt es Hoffnung.

Beckmann: Aber ist es nicht so, dass in der westlichen Welt jetzt viele sich Sorgen machen, dass diese Staaten dem Islamismus anheimfallen?

Stryjak: Um was es wirklich geht, ist etwas anderes, neues. Es geht um das Aufbrechen von Denkstrukturen. Prozesse wie die Wahlen in Ägypten erfordern von allen ein Umdenken. Man spürt es, es öffnet sich ein Fenster, frischer Wind beginnt zu wehen.

Was für ein Kitsch. Die Logik der Demokratie bricht auf und der Wind des Gottesstaats beginnt zu wehen, meint Stryjak dieses „Fenster“? Warum fordert er nicht den Wegfall von Artikel zwei der ägyptischen Verfassung: Islam is the Religion of the State. Arabic is its official language, and the principal source of legislation is Islamic Jurisprudence (Sharia)?

Was ist, wenn die ägyptische „Zivilgesellschaft“ ganz viel himmlische Scharia legalisieren will?

Und da ist jetzt, Ägypten betreffend, die eigentliche Frage: Hat die Zivilgesellschaft eine Chance? Die Gefahr liegt dort beim Militär, in den alten, unter Mubarak entstandenen Eliten. Die Gesellschaft ist durchsetzt von Mubarak-Anhängern. 10-20 Millionen Menschen sind das, so hat man errechnet. Diese Leute haben kein Interesse an Veränderung.

Zu den weiteren veränderungsfeindlichen Kräften gehören die Golfstaaten und ihre Herrscherhäuser, die von den USA unterstützt werden. Das sind noch auf einige Zeit schier übermächtige Kräfte, da werden wir uns gedulden müssen, das dauert nicht nur ein paar Monate.

Ich finde das immer wieder zu hörende „Aus dem Frühling ist ein Winter geworden“ egoistisch und selbstgefällig!

Stryjak scheint uns sagen zu wollen, dass jeder Deutsche rücksichtslos und eurozentrisch ist, der auch für Nordafrika oder den Nahen Osten die vorbehaltlose Geltung der AEMR einfordert. Der eigentliche Islam, so deutet er Stryjak, ist im Gegensatz zum angeblich amerikatreuen Königshaus der Saudis kein Problem.

Bickel: Die Regierung Assad betreffend, besteht das Risiko, dass sie die Hisbollah von der Leine lässt und einen neuen Krieg provoziert.

El-Gawhary: Die Islamisten sind kein statischer Verein! Ich habe das auf dem Tahrir-Platz erleben können, wie sich die Islamisten wandeln. Ich sprach einen jungen Islamisten an: „Du stehst hier jetzt schon elf Tage auf dem Tahrir-Platz! Was hat das mit dir gemacht, bist du noch derselbe wie vor elf Tagen?“ Und da konnte ich sehen, wie ihn das zum Nachdenken brachte. Dann sagte er mir: „Früher dachte ich, die Frauen können nur dies, die Frauen können nur das. Ich sehe jetzt, wie die Frauen hier erfolgreich mitkämpfen. Ich sehe, die Frauen können alles.“

Eine schwülstige, kitschige Geschichte, die jeden Kairoer Schariafreund als einsichtigen Kumpeltyp darstellen soll. Die Islamisten werden von El-Gawhary als veritable Frauenrechtler dargestellt. Samiha Shafy (DER SPIEGEL 23/2011) sagt, wie weit das „die Frauen können alles“ in Wirklichkeit geht: „Frauen, die ohne männliche Begleitung in der Hauptstadt unterwegs sind, müssen damit rechnen, sexuell belästigt zu werden.“[11]

Streben die Muslimbrüder denn keine Gesellschaft an, in der die Frauen den Hidschab tragen müssen und ohne triftigen Grund das Haus nicht zu verlassen haben? Yusuf al-Qaradawi stellt fest, dass der muslimische Mann seine Ehefrau dazu zwingen muss, den Schleier zu tragen:

„Es herrscht unter den muslimischen Gelehrten Einhelligkeit darüber, dass es für eine muslimische Frau ungesetzlich ist, irgendeinen Teil ihres Körpers unbedeckt zu lassen bis auf Hände und Gesicht (sowie, nach Auffassung einiger Rechtsschulen, der Füße). Folglich ist es einer muslimischen Frau verboten, vor einem Nicht-Mahram-Verwandten ihr Haar, ihre Arme, ihren Oberkörper oder ihre Beine zu enthüllen. Kleidung zu tragen, welche die besagten Teile des Körpers einer Frau dem Blick zugänglich macht, ist absolut verboten. Ein muslimischer Ehemann hat seiner Frau zu befehlen, den Hidschab zu tragen.“[12]

El-Gawhary: Auch den Islamisten also stellt sich die Frauenfrage. Da ist sie wieder, die Frage nach der Rolle der Frau.

Beckmann: Hier ist Raum für die erste Frage aus dem Publikum, bitte sehr.

Publikum: Guten Abend, mein Name ist Edward von Roy, ich bin Sozialpädagoge. Meine Frage betrifft die Trennung von Staat und Religion. Seit 40 Jahren heißt es in Artikel zwei der ägyptischen Verfassung: „Der Islam ist Staatsreligion, Arabisch ist Amtssprache und die Scharia ist die Grundlage der Gesetzgebung.“[13] Das Islamische Recht aber, die Scharia, diskriminiert auch die Frau bereits im Ehe- und Familienrecht. Die Scharia ist dabei nicht etwa Islamismus, wie Sie genau wissen, sondern echter alter Islam. Welche Chance haben Staaten wie Ägypten darauf, dass die Scharia illegal wird, dass der Religionsangehörige endlich durch den Staatsbürger ersetzt wird?

Beckmann: Vielen Dank für die Frage. Ja, die Scharia ist sicherlich ein Problem. Herr El-Gawhary, ich wusste gar nicht, dass das ungleich behandelnde Islamische Recht in Ägypten schon seit 40 Jahren Verfassungsrang hat. Frau Kaspar, was meinen Sie, was können wir hier vom Westen aus helfend tun?

El-Gawhary: Dazu muss man wissen: Die Scharia ist nicht statisch. Man kann die Scharia so oder so auslegen.

Stryjak: Es ist immer die Frage, wie man die Scharia anwendet, das lässt sich nicht pauschalisieren.

Kaspar: Wandel ist notwendig und Veränderung wird sicherlich kommen. Aber Veränderung wird nicht kommen, wenn wir jetzt nur alte Strukturen wie die Scharia verteufeln.

Das war etwas gemein von Frau Kaspar, denn „verteufeln“ klingt ein wenig nach schwarzer Magie und erweckt bei einem einfältigen oder schläfrigen Zuhörer den Eindruck, jeder Kritiker der jenseitszentrierten Scharia argumentiere hasserfüllt und irrational. Rational denkenden Menschen aber geht es nicht um den systemeigenen heilssichernden und exorzistischen Charakter des Islamischen Rechts, sondern um eine herrschende Gesetzgebung, deren Schöpfer der Mensch und nicht der Himmelsgott ist, die nachvollziehbar ist und schließlich nur so Rechtssicherheit und die Freiheit von Furcht gewährleisten kann.

Kaspar: Es geht nicht so sehr um die Religion oder den Islam, es sind die Familienstrukturen, die sich verändern müssen! Das System der Oberhäupter der Familie muss in Frage gestellt werden, der Patriarch muss weg.

Es ist notwendig, dass wir die Mädchen und Frauen ausbilden, im Handwerk ausbilden beispielsweise, oder sie hier in Europa studieren lassen.

Beckmann: Auch die westliche Welt muss ihre neue Rolle erst finden, meinen Sie das?

Kaspar: Europa muss, Deutschland muss wissen, was es tun will. Demokratie hat ihre eigenen Gesetzlichkeiten, was das Volk will, wie es sich etwa bei einer Wahl entscheidet, ist dabei dann selbstverständlich zu respektieren.

Wenn die Menschen am Nil – wie auch in Tunesien – die Islamisten wählen, dann müssen wir das akzeptieren, das ist übrigens Demokratie. Und auch die Islamisten wandeln sich ja.

Wir müssen von unseren alten Feindbildern lassen! Vom Feindbild Islam etwa. Und auch vom Feindbild al-Qaida, wie es gerade den Jemen betreffend von allen Medien aufgebauscht wird.

Beckmann: Warum fällt es dem Westen so schwer, offener zu werden? Diese Frage möchte ich an Herrn Bickel richten. Ist es die Angst vor drohender Unberechenbarkeit einer ganzen Region?

„Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.“ Sagte Christian Wallner.

Deutschland liegt nicht im „Westen“, sondern in der kulturellen Moderne. Dem „Osten“ oder Orient, gemeint ist von Qantara oder den Weltreportern nicht ein völlig säkulares Ägypten oder Syrien, sondern jedes Mal der irgendwie andersartige Islam, ist die Last der AEMR zu tragen nicht zuzumuten. Das ist genau die Weise, in welcher schon der Wegbereiter der Islamischen Revolution Ali Schariati von Osten und Westen redete.

Für Kulturrelativisten mit geistiger Nähe zu Schariati kommt der „westliche“ Einfluss auf den makellos reinen Islam einer Verschmutzung gleich, der iranische Islamist warnte vor der Gharbzadeghi, das bedeutet Westitis oder Okzidentose. In Nigeria sagt man Boko Haram, „westliche Bildung führt ins Verderben“.

Anscheinend merken nur wenige im Publikum des Funkhauses, dass die Weltbevölkerung gerade in eine Apartheid von Orientalen und „Westlern“ gespalten wird, in Schariapflichtige und Nichtmuslime. Um für die schariakonformen Gesetze Toleranz herzustellen und die Universalität der Menschenrechte als Kolonialismus zu diffamieren, ist es unumgänglich, die heute Abend permanent beschworene „arabische Welt“ der „westlichen Welt“ gegenüber zu stellen.

Bickel: Ja, die alten, autoritären Systeme galten als Garant für Stabilität.

Stryjak: Doch viel gefährlicher wäre eine Fortsetzung der Unterstützung der Despoten oder anderen Machthaber. Das ist dann, wie ich vor einigen Jahren bereits einmal sagte: „Wie eine verschleppte Grippe, aus der irgendwann unweigerlich eine Lungenentzündung wird.“ Also das gleicht dann einem Pulverfass.

Man muss die Dinge zulassen, fairer betrachten und nüchternen sehen.

Die Muslimbrüder etwa dürfen wir nicht dämonisieren. Diese Leute sind karitativ und sehr zuverlässig und deshalb beim einfachen Volk anerkannt. Die Muslimbruderschaft hat Jahrzehnte lang Leid abgenommen! Die Muslimbrüder haben die Leute zum Arzt gebracht, sie haben Witwen auf den Dörfern unterstützt.

Publikum: Ich bin Redakteurin und will jetzt endlich die wirtschaftliche Ebene genauer ansprechen, die ja letztlich die soziale Dimension ist. Die Leute leben, wie wir gehört haben, in Armut.

El-Gawhary: Vielen Dank für diese konstruktive Frage, die das Gespräch wieder in eine hilfreiche Richtung lenkt. Ja, die wirtschaftliche Ebene, und nur sie kann die sozialen Probleme lösen, darum geht es eigentlich!

Die Scharia ist nicht so wichtig! Die Rolle der Frau ist nicht so wichtig!

Beckmann: Unsere Sendung geht dem Ende zu, wir alle werden den spannenden Wandel in der arabischen Welt mit Aufmerksamkeit verfolgen. Gleich wird sich im Foyer sicherlich noch die Gelegenheit zu anschließenden Gesprächen ergeben.

Vielen Dank, dass Sie heute Abend hier bei uns in Köln im Funkhaus Wallrafplatz gewesen sind. Aus dem Kleinen Sendesaal verabschieden wir uns und geben zurück ins Studio.

Über sich selbst schrieben die Reporter: „Wir sind Weltreporter.net. Das erste Netz freier Korrespondenten, die für deutschsprachige Medien aus aller Welt berichten.“

Die Religion, jedenfalls der orthodoxe bzw. revolutionäre Islam, ist bei den Weltreportern offensichtlich über jeden Zweifel erhaben. Jede Kritik an den schariagemäßen Gesetzen hat sich im irgendwie positiven weil dynamischen Treibsand des Hier und Jetzt aufzulösen, man verggegenwärtige sich El-Gawhary: „Die Scharia ist nicht statisch, man kann sie so oder so auslegen“ oder Stryjak: „Es ist immer die Frage, wie man die Scharia anwendet, das lässt sich nicht pauschalisieren“, oder auch Kaspar: „Wir müssen von unseren alten Feindbildern lassen! Veränderung wird nicht kommen, wenn wir jetzt nur alte Strukturen wie die Scharia verteufeln.“

Wer im Januar 2012 beim Kölner WDR die globalen Muslimbrüder oder den authentischen Gesetzesislam problematisiert verfehlt das Thema Arabische Revolution, lässt sich mit dem Netzwerk Weltreporter sagen. Diskriminierende Scharia und schariagemäß erniedrigte Frauenrolle sind, wie El-Gawhary weiß, schließlich „nicht so wichtig!“ Was aber ist den Weltreportern dann wichtig, nur die beim Herumreisen aufgefangene Stimmung einer prickelnden „Welle der Veränderung“ („Alle spürten, dass der arabischen Welt ein Tsunami bevorsteht“) und die Betonung des Rechts der angeblich so ganz „anders“ strukturierten Muslime auf eine islamgemäße Lebensführung und Staatsgestaltung?

Die den von „gemäßigten Islamisten“ erzählenden Weltreportern nahe stehende Internetseite Qantara lässt, sorgsam zwischen „der Islam“ und „der Westen“ unterscheidend, den syrischen Politiker und Schariagelehrten Mohammad Al-Habash bereits im Juli 2005 das Konzept einer „islamische Demokratie“ bewerben.[14]

Macht sich, wer den seitens der Weltreporter heute Abend vorgegebenen Dualismus westliche Welt – arabische Welt nicht einhält, dem Beibehalten von „Feindbildern“ (Kaspar) schuldig? Das wäre eine klassische Double-bind-Situation, den Bewohnern des „Okzidents“ einerseits vorzuwerfen, eurozentrisch zu denken und andererseits auf dem konservierten Anderssein der so genannten islamischen Welt (Weltreporter: „arabische Welt“) zu bestehen.

Ist das die letztlich bis heute etwas unklar gebliebene Intention der Gruppe Weltreporter, zu Staaten wie Pakistan, Somalia, Nigeria, dem Iran oder Saudi-Arabien nichts anderes mehr zu sagen und zu schreiben, als: „Die Scharia ist nicht so wichtig, die Rolle der Frau ist nicht so wichtig“? Einen Vorteil hätte eine derartig islamsensible Berichterstattung durchaus, der Weltreporter wird in Teheran oder Riad mit Klerus oder Religionspolizei niemals Probleme bekommen. Zusammen mit dem aktiven Einsatz für die universellen Menschenrechte ist dabei leider auch der Standard eines gründlich arbeitenden Journalismus aufgegeben worden.

Am 16.02.2011 schrieb Schariaverharmloser Thomas Bauer zum einflussreichsten zeitgenössischen ägyptischen Verfassungsrechtler und titelte Tariq al-Bishri, Islamdemokrat und Verfassungsvater,[15] nur zwei Tage also, bevor Scheich Yusuf al-Qaradawi auf dem Kairoer Mīdān at-Taḥrīr (Platz der Befreiung) predigte. Im Titel deutet der den schariatreuen Islamtheoretiker als „Idealbesetzung“ für das Amt des Vorsitzenden der Verfassungskommission bezeichnende Bauer an, dass es neben der säkularen und rechtsstaatlichen Demokratie auch eine „Islamdemokratie“ geben könne und müsse. In Wirklichkeit, Thomas Bauer verschweigt es, empfiehlt Ṭāriq al-Bišrī den Ägyptern, eine globale Apartheid des Menschenrechtsbegriffs zu bejahen, die allgemeinen Menschenrechte als unzumutbar zu empfinden und im Namen des Eigenen (al-Bishri: des „Ererbten“) zurückzuweisen.[16]

Hier beenden wir die am Folgetag nach handschriftlichen Notizen rekonstruierte Podiumsdiskussion im Kleinen Sendesaal des Kölner Funkhauses.[17] Falls wir die Damen und Herren Weltreporter ungenau wiedergegeben oder missverstanden haben sollten, können sie sich doch einfach unbekümmert hier melden, denn: Es gilt das gesprochene Wort.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] Die niedersächsische Landesregierung will die Medien des Landes beim Thema Integration auf einen gemeinsamen Kurs verpflichten. Die neue Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, Aygül Özkan (CDU), hat deshalb eine „Mediencharta für Niedersachsen“ entwerfen lassen. (…)

Es dürfte in Deutschland bislang einzigartig sein, dass eine Landesregierung die Medien auf gemeinsame Inhalte verpflichten will und sogar die dabei zu wählende Sprache vorschreiben möchte.

Außerdem sollen sich die Medien nach Wunsch der neuen Ministerin dahin erklären, entsprechende Projekte zu entwickeln, über die künftig zu berichten sein wird.

aus: Rolf Seelheim: Ministerin will Medien Inhalte vorgeben

NWZ online 23.07.2010

http://www.nwzonline.de/Aktuelles/Politik/Nachrichten/NWZ/Artikel/2391776/Ministerin+will+Medien+Inhalte+vorgeben.html

„Mediencharta für Niedersachsen“

WELT 23.07.2010

http://www.welt.de/politik/deutschland/article8598674/Mediencharta-fuer-Integration-in-Niedersachsen.html

[2] Medienvertreter kritisierten die Pläne heftig. „Unverblümter hat seit langem kein Politiker mehr versucht, Zeitungen und elektronische Medien auf Kurs zu bringen“, sagte der Chefredakteur der Nordwest-Zeitung, Rolf Seelheim.

Auch die niedersächsische SPD hat die geplante „Mediencharta für Niedersachsen“ scharf kritisiert. „Ich bin absolut fassungslos, dass sich eine Ministerin erdreisten kann, so etwas vorzuschlagen“, sagte die medien- und kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Daniela Behrens, am Freitag. (…)

Die Grünen kritisierten, die geplante Mediencharta sei ein „Instrument der Zensur“. „Die geplante Sprachregelung mag gut gemeint sein, aber die geplante gemeinsame Absichtserklärung zwischen Medien und Ministerium geht gar nicht“, sagte der Fraktionschef der Landtags-Grünen, Stefan Wenzel.

aus: „Mediencharta“: Ministerin löst Sturm der Empörung aus

NWZ 23.10.2010

http://www.nwzonline.de/Region/Artikel/2391959/%84Mediencharta%93-Ministerin-loest-Sturm-der-Empoerung-aus.html

Pikant sei zudem, dass die Sprachregelung für die Medien offenbar nicht mit der Staatskanzlei abgestimmt worden sei. Wenzel [d.i. der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag, Stefan Wenzel] forderte Ministerpräsident David McAllister und Ministerin Aygül Özkan auf, das Projekt einer verbindlichen Sprachregelung zu beerdigen.

Özkan selbst rudert inzwischen zurück und sieht die Charta nur als “Diskussionsgrundlage”.

aus: Peter Fehlhaber: Plant Niedersachsen Zensur? “Mediencharta Niedersachsen” sorgt für Irritationen

CelleHeute.de 23.07.2010

http://celleheute.de/plant-niedersachsen-zensur-mediencharta-niedersachsen-sorgt-fuer-irritationen/

Nach heftiger Kritik hat Ministerin Aygül Özkan (CDU) die geplante „Mediencharta für Niedersachsen“ gestoppt. „Vor dem Hintergrund der entstandenen Irritationen kann es nur unser Ziel sein, mit den Medien ins Gespräch zu kommen. Daher stellt sich die Frage nach der Unterzeichnung einer Charta zurzeit nicht“, meldete ihr Ministerium. (…)

Özkan hatte in der vergangenen Woche Redaktionen aufgerufen, eine Mediencharta zu unterzeichnen, mit der sie sich zu einer gemeinsamen Linie bei der Berichterstattung über Integration verpflichten sollten. Das war auch von der Opposition als Angriff auf die Unabhängigkeit der Medien betrachtet worden.

aus: Integrationsministerin Özkan zieht Mediencharta zurück

WELT 28.07.2010

http://www.welt.de/die-welt/politik/article8683468/Integrationsministerin-Oezkan-zieht-Mediencharta-zurueck.html

[3] Egypt’s Supreme Administrative Court has ruled against Baha’is being able to acquire official documents by today upholding an appeal by the Interior Ministry.

The judge, after giving their verdict, stated that “the constitution promotes freedom of belief for the three recognised heavenly religions and they are Islam, Christianity and Judaism”, he went on to call members of the Baha’i Faith “apostates of Islam, because the faith’s principles contradict the Islamic religion and all other religions.”

The Baha’is principle representative to the United Nations, Ms Bani Dugal, said that “We deplore the Court’s ruling in this case, which violates an extensive body of international law on human rights and religious freedom”… “the Court’s decision threatens to make non-citizens of an entire religious community, solely on the basis of religious belief.”

Hossam Bahgat, director of the Egyptian Initiative for Personal Rights, said “It’s a regrettable decision, but it’s a crisis for the government more than for the Bahais, now the government is forced to find a solution for the hundreds of citizens who have no papers.”

aus: James Herbert: Egyptian Court Rules Against Baha’is

warble.com (personal blog space of James Herbert) 16.12.2006

http://warble.com/blog/2006/12/16/egyptian-court-rules-against-bahais/

An open letter to the people of Egypt

[English version of a statement issued in Arabic by the Bahá’ís of Egypt dated April 2011]

Baha’i Faith in Egypt 06.04.2011

http://www.bahai-egypt.org/2011/04/open-letter-to-people-of-egypt.html

bei: Baha’i Faith in Egypt

http://www.bahai-egypt.org/

[4] Civil Liberties:

Women have a moderate level of civil liberty in Egypt. They generally have freedom of movement, but more so in the cities than in rural areas. To travel outside the country, unmarried women under 21 years of age must obtain their father’s permission to obtain a passport; similarly, wives of any age need their husband’s permission.

Women’s freedom of dress has been the subject of lively debate in Egypt. Fully 70 per cent to 80 per cent of women wear a veil in public. The Associated Press reports that while some women are required by male family members to cover themselves, many others choose to wear the veil to show their devotion to Islam.

Aus: SIGI – Social Institutions and Gender Index

http://genderindex.org/country/egypt-arab-rep

Zum Beispiel Tunesien – Wenn die Islamisten wirklich bald das Land umorganisieren, dürfte diese Meldung leider veraltet sein und wird sich die echte islamische Frauenerniedrigung zeigen.

Women in Tunisia have civil liberty. There are no constraints on women’s freedom of movement, and they have freedom of dress. Many women choose to wear the veil in private enterprises or public spaces; however, it is strictly forbidden for women who work in public administration (during working hours).

http://genderindex.org/country/tunisia

[5] Bis jetzt waren uneheliche Kinder namenlos, bekamen keine Geburtsurkunden, konnten nicht zur Schule gehen, keine Identitätskarte erwerben und blieben ihr Leben lang Aussenseiter. Laut Menschenrechtlern gibt es zurzeit in Ägypten mindestens 20 000 uneheliche, von ihren Vätern nicht anerkannte Kinder.

Die Besserstellung unehelicher Kinder komme auch deren alleinstehenden Müttern zugute, die bisher als Prostituierte gegolten hätten, meinte eine Anwältin. Die Islamisten bekämpften diese Revision vor allem mit dem Argument, sie führe zu mehr Unzucht. Ihr Weltbild ist immer noch stark geprägt von der Vorstellung, brave Männer würden von sexbesessenen Frauen verführt und für aussereheliche Geburten seien Frauen ganz allein verantwortlich.

aus: NZZ 13.06.2008

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/verbesserter_schutz_fuer_aegyptische_kinder_1.757800.html

[6] Der Fall Kareem Amer [Nachname Suleiman] soll als Warnung verstanden werden. „Dieses Urteil ist schockierend“, sagt Wael Abbas, einer der prominentesten ägyptischen Blogger. „Ich verstehe das Urteil als drohende Botschaft der ägyptischen Regierung an alle ägyptischen Journalisten und Blogger, dass kontroverse Texte von der Obrigkeit nicht akzeptiert werden.“

Suleimans [d.i. Kareem Amer] Leidensweg begann schon im Oktober 2005. Damals war er zum ersten Mal von der Sicherheitspolizei wegen anti-religiöser Eintragungen, wie die Sicherheitspolizei es ausdrückte, verhaftet worden. Suleiman hatte über religiösen Ausschreitungen in Alexandrien berichtet und sich kritisch über die Rolle der Muslime in den Ausschreitungen geäußert. 13 Tage wurde er damals festgehalten, seine Bücher und persönlichen Aufzeichnungen konfisziert.

Kurze Zeit später, Anfang 2006, wurde Suleiman dann von der Uni verwiesen, weil er sich in seinem Weblog kritisch über einige der konservativen Dozenten geäußert hatte. „Die Professoren und Scheichs der Al-Azhar, die gegen jeden sind, der frei denkt, werden im Abfalleimer der Geschichte enden“, hatte Kareem Amer damals geschrieben. Schon mit sechs Jahren war Suleiman von seinen Eltern in das religiöse Schulsystem der Al-Azhar geschickt worden. Doch anstatt Teil des religiösen Establishments zu werden, rebellierte Suleiman. Er wurde zu einem leidenschaftlichen Verfechter von Frauenrechten, Meinungsfreiheit und Säkularismus und machte seiner Wut in seinen Web-Eintragungen Luft.

Das sollte ihm zum Verhängnis werden.

Im November 2006 stand die Sicherheitspolizei wieder bei Suleiman vor der Tür. Bei der Vernehmung wurde schnell klar, dass die Vernehmungsbeamten Suleiman wegen seiner Ansichten anklagten. „Betest Du?“, „Fastest

Du im Ramadan?“, wollten sie von ihm wissen und machten sich immer wieder über den jungen Mann lustig. Der Staatsanwalt wies Suleiman drauf hin, dass er verhaftet würde, sollte er seine Ansichten nicht ändern. Suleiman bestand auf seinem Recht der freien Meinungsäußerung und landete hinter Gittern.

aus: Amira El Ahl: Vier Jahre Haft für Blogger in Ägypten

SPIEGEL online 23.02.2007

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,468313,00.html

[7] Seit Monaten ist bekannt, dass die „Rebellen“ auf dem Tahrir-Platz „Jungfrauentests“ bei den Rebellinnen durchführen. Das heißt, sie reißen den Frauen die Kleider vom Körper und penetrieren sie manuell. Das machen sie nicht nur mit Ägypterinnen, sondern auch mit Ausländerinnen, ja sogar mit Korrespondentinnen.

aus: Nina Hermann: Tod den Rebellinnen

EMMA Winter 2012

http://www.emma.de/ressorts/artikel/islam-islamismus/aegypten-tod-den-rebellinnen/

Samira Ibrahim (L) flashes a victory sign as she attends a protest against military council violations and virginity tests against females at Tahrir Square in Cairo, December 27, 2011. An Egyptian court ordered on Tuesday that forced virginity tests be stopped on female detainees in military prisons. (…)

MD Ahmed Adel Mohamed El-Mogy, a 27-year-old conscript, is accused of subjecting seven women, including protester Samira Ibrahim, to „virginity tests“ against their will.

The women were initially arrested on 9 March, after the military attempted to disperse a sit-in in Cairo’s Tahrir Square. They were then taken to the notorious C28 military prosecution facility, where the tests were carried out.

Ahram Online 03.01.2012

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/30859/Egypt/Politics-/Virginity-tests-trial-adjourned-to-midJanuary.aspx

[8] This speech was given by a member of Tunisia’s al Nahda Party, where he mentions that the revolutions are the precursor to the next Khilafah (Caliphate) which will liberate Palestine and the Muslim world generally. May Allah reward the sincere brothers in an Nahda Party and make them realise the tricks of the secularists in their own party.

http://www.dailymotion.com/video/xmg5i9_tunisia-nahda-party-member-we-are-heading-for-the-6th-caliphate-insha-allah-translated_news

Tunisia Nahda Party member: „We are heading for the 6th Caliphate insha Allah!“

http://www.youtube.com/watch?v=tL3tJteIwLY

Ghannouchi (En Nahda Party) rejects the idea of Caliphate, wants reforms

http://www.youtube.com/watch?v=6GOBO8NbW1o&feature=related

[9] Leading Islamic theologian Yusuf al-Qaradawi returned from Qatar to rally hundreds of thousands at Tahrir Square today in his first public speech since 1981.

Yusuf al-Qaradawi, a leading Egyptian Islamic theologian popularized by Al Jazeera, returned to Cairo today to deliver a stirring but overtly political sermon, calling on Egyptians to preserve national unity as they press for democratic progress.

“Don’t let anyone steal this revolution from you – those hypocrites who will put on a new face that suits them,” he said, speaking to at least 200,000 who gathered for Friday prayers in Tahrir Square, the epicenter of Egypt’s uprising. “The revolution isn’t over. It has just started to build Egypt … guard your revolution.”

aus: Dan Murphy: Egypt revolution unfinished, Qaradawi tells Tahrir masses

in: The Christian Science Monitor 18.02.2011

http://www.csmonitor.com/World/Middle-East/2011/0218/Egypt-revolution-unfinished-Qaradawi-tells-Tahrir-masses

On February 18, 2011, one week after the fall of the Egyptian dictator Hosni Mubarak, some two millions Egyptians assembled once again in Cairo’s Tahrir Square for the Friday prayer. The day had been proclaimed Yawm al-Fath “the Day of Victory”. The intention was to celebrate the beginning of a new era, to commemorate the martyrs of the revolution and to maintain pressure on the military council temporarily governing the country. The sermon (khutbah) was not going to be preached by one of the highest ranking official Muslim clerics – the Sheikh of al-Azhar University, for example, or the Mufti of the Republic – but by the most emblematic figure of the religious opposition to the former regime, Sheikh Yusuf al-Qaradawi, 84, who had just come back from Qatar the day before.

Sheikh Dr. Yusuf al-Qaradawi is one of the most influential of Sunni ulama (scholars) today. Born in Egypt in 1926, he graduated from al-Azhar Faculty of Principles of the Religion (Usul al-Din) in 1960 (…)

He helped create the very popular IslamOnLine website in 1997, and his weekly program on Al Jazeera, The Shari`ah and Life, is watched by tens of millions of Muslims worldwide. (…)

As much as their choice, the way Sheikh al-Qaradawi recited these verses undoubtedly had an impact on the Tahrir Square worshippers, notably his repeating of the verses 10-14 of The Dawn in the following sequence – 10, 10, 11, 12, 11, 12, 13, 14, 14 – underlining the tyranny of Pharaoh, his corruption and his final chastisement by God. (…)

Before the tribunal which hanged him for assassinating Anwar Sadat in 1981, Khalid Islambuli shouted “I killed Pharaoh!” In his Tahrir Square sermon, Sheikh al-Qaradawi does not call for the killing of anybody. However, he does not hide his satisfaction that the pharaonic and criminal regime of Hosni Mubarak was toppled by a peaceful insurrection.

aus: Yahya M. Michot: Qaradawi’s Tahrir Square Sermon

http://www.onislam.net/english/shariah/contemporary-issues/interviews-reviews-and-events/451341-the-tahrir-square-sermon-of-sheikh-al-qaradawi.html?Events=

YouTube

Khutbah in Midan Tahrir [Al-Qaradawi]

http://www.youtube.com/watch?v=Haxwcqa2btA

YouTube

Qaradawi Khutbah Tahrir Square

http://www.youtube.com/watch?v=fiT4pPHpfOU

[10] A CONTROVERSIAL religious leader with close links to Ireland’s largest Muslim organisation has been banned from entering the country, the Irish Independent has learned.

The Irish Naturalisation and Immigration Service refused to approve an entry visa for Sheikh Yusuf al-Qaradawi, an Egyptian cleric who has defended suicide bombing and advocated the death penalty for homosexuals.

Sheikh al-Qaradawi (84) is head of the European Council of Fatwa and Research (ECFR), a private Islamic foundation whose headquarters is in the Islamic Cultural Centre of Ireland (ICCI) in Clonskeagh, Dublin.

Immigration officials are understood to have blocked his entry to the country after Mr Al-Qaradawi described suicide-bombing attacks on Israelis as „martyrdom in the name of God“.

The Irish Independent has learnt the elderly religious leader was denied a visa when he last tried to enter the country on ECFR business.

The Irish ban follows similar ones in the US and UK.

Mr Al-Qaradawi had his US visa revoked in 1999 and was also refused entry to the UK three years ago.

aus: Shane Phelan: ‚Fatwa‘ sheikh with links to Irish Muslims is refused visa

Irish Independent 08.08.2011

http://www.independent.ie/national-news/fatwa-sheikh-with-links-to-irish-muslims-is-refused-visa-2842247.html

[11] Die Männer, die Augenzeugenberichten zufolge am Nachmittag des 9. März den Tahrir-Platz stürmten, das Zentrum der ägyptischen Revolution, und anscheinend wahllos Demonstranten attackierten, trugen keine Uniformen. „Sie sahen aus wie Schlägertypen“, erzählt Salwa, „sie beschimpften mich als Hure und schlugen mir ins Gesicht.“ Schockiert sei sie gewesen, als die Bande sie mit etwa 20 anderen Frauen ins Ägyptische Museum verschleppt und dort dem Militär übergeben habe. „Ich konnte nicht glauben, dass unsere Armee hinter diesem Angriff steckte“, sagt sie. „Aber dann brachten sie uns ins Militärgefängnis, und von da an wurde es immer schlimmer.“ (…)

Als Salwa am 9. März im Militärgefängnis ankam, so erzählt sie, wurde sie mit zwei anderen Frauen in einen kleinen Raum geführt, wo sie sich ausziehen und ihre Kleider durchsuchen lassen mussten. Dabei habe sie bemerkt, dass ein Soldat vor dem offenen Fenster stand und die nackten Frauen fotografierte. „Ich hatte Angst, dass sie die Fotos benutzen würden, um uns als Prostituierte darzustellen.“

In der Nacht wurden die Frauen in eine Zelle gesperrt; sie bekamen Wasser und Brot, das nach Kerosin stank. Am nächsten Tag stand im Flur vor ihrer Zelle eine Liege; dort, so verkündete ein Offizier, werde nun ein Arzt die Jungfräulichkeit der unverheirateten Frauen überprüfen. „Wir konnten es nicht glauben“, sagt Salwa, „wir fragten, ob es nicht wenigstens eine Ärztin sein könne, aber er sagte nein. Ein Mädchen, das sich wehrte, wurde mit Elektroschocks traktiert.“

Was zwischen dem 9. und 13. März im Militärgefängnis von Heikstep geschah, nordöstlich von Kairo, beschäftigt nun mehrere Menschenrechtsorganisationen. Amnesty International forderte die Behörden auf, „die schockierende und erniedrigende Behandlung von Demonstrantinnen zu stoppen“. Das Europäische Parlament verurteilte „die erzwungenen Jungfräulichkeitstests“ als Folter. (…)

Frauen, die ohne männliche Begleitung in der Hauptstadt unterwegs sind, müssen damit rechnen, sexuell belästigt zu werden.

Am vergangenen Dienstag, fast drei Monate nach Salwas Verhaftung, meldete sich erstmals ein General zu Wort. „Die Mädchen, die festgenommen wurden, waren nicht wie Ihre Tochter oder meine“, sagte der General dem US-Nachrichtensender CNN. „Es waren Mädchen, die mit männlichen Demonstranten auf dem Tahrir gezeltet hatten, in den Zelten fanden wir Molotow-Cocktails und Drogen.“ Die Jungfräulichkeitstests seien durchgeführt worden, damit die Frauen hinterher nicht behaupten konnten, im Gefängnis belästigt oder vergewaltigt worden zu sein: „Wir wollten beweisen, dass sie sowieso keine Jungfrauen mehr waren.“

Eine „zutiefst perverse Rechtfertigung einer herabsetzenden Form von Missbrauch“ nannte Amnesty International diese Reaktion und forderte die Behörden auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Antwort der Armee folgte prompt: Die Anschuldigungen der Frauen, ließ sie über einen Sprecher ausrichten, seien haltlos.

aus: Samiha Shafy: Die Jungfrauen vom Tahrir

DER SPIEGEL 06.06.2011

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-78832468.html

[12] Dr al-Qaradawi insists that a husband must compel his wife to wear the hijab.

“It is unanimously agreed upon among Muslim scholars that it is not lawful for a Muslim woman to uncover any part of her body other than the face and hands (and the feet according to some schools of jurisprudence). Hence, it is unlawful for a woman to reveal her hair, or arms, or chest or legs before non-mahram men. Wearing clothes that reveal such parts of a woman’s body is completely forbidden. A Muslim husband is to order his wife to wear hijab.”

http://www.workersliberty.org/node/4068

[13] Constitutional Status of Islam(ic Law): The Constitution was adopted on 11 September 1971 and amended by referendum in May 1980. The amendment made Islamic law „the principal source of legislation“ in Egypt. Article 2 of the Constitution reads in full:

Islam is the religion of the State and Arabic its official language. Islamic jurisprudence is the principal source of legislation.

http://www.law.emory.edu/ifl/legal/egypt.htm

[14] Muhammad Habash ist ein vielseitiger Mann. Er sitzt im syrischen Parlament, ist Imam einer Damaszener Moschee, leitet das Islamische Studienzentrum und ist Vorsitzender der islamischen Gelehrten in Syrien. (…)

Die Reformer, zu denen er sich selbst zählt, propagierten eine islamische Demokratie. „Wir sind gegen einen religiösen Staat“, betont Habash. „Wir wollen einen säkularen Staat, den wir als Muslime beeinflussen können – ähnlich wie in der Türkei.“

Dafür wird sich der Abgeordnete in den kommenden Jahren einsetzen. Schon jetzt gilt Habash im sozialistisch und säkular geprägten Syrien als führender Vertreter eines gemäßigten Islam. (…)

„Nach fünf bis zehn Jahren in der Politik werde ich mich wieder voll auf das Verhältnis zwischen Islam und Westen konzentrieren“, kündigt Habash an.

aus: Kristin Helberg: Engagement für den Dialog der Religionen

Qantara 28.07.2005

http://de.qantara.de/Engagement-fuer-den-Dialog-der-Religionen/3355c3449i1p399/

[15] In der Tat ist Tariq al-Bishri die Idealbesetzung für den Vorsitzenden der Verfassungskommission. Im November 1933 in eine Gelehrtenfamilie geboren, ist al-Bishri nicht nur pensionierter Richter und gestandener Rechtstheoretiker, sondern ein weit über Ägypten hinaus bekannter und geschätzter Intellektueller. … Tariq al-Bishri ist zunächst einmal ein Intellektueller, der sich wie kaum jemand anderes Gedanken über die Rolle des Islams in einer modernen, demokratischen Gesellschaft gemacht hat. Dabei ist er weder auf konservativen islamischen Positionen stehen geblieben, die eine Umsetzung islamischen Rechts in seiner traditionellen Ausprägung für die Gegenwart fordern, noch auf einen unkritischen „Reformislam“ eingeschwenkt, der schlichtweg westliche Konzepte eins-zu-eins auf den Islam übertragen will. Sein Ausgangspunkt ist vielmehr ein gut klassisches Konzept einer schari’a (die übrigens schon seit Sadat Hauptquelle der Gesetzgebung in Ägypten ist), die nicht von vorneherein feststeht, sondern der Interpretation bedarf und stets mit den aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen in Beziehung gesetzt werden muss. Al-Bishri liegt es fern, die direkte Umsetzung von Koranversen oder Hadithen in Gesetze zu fordern oder die Religionsgelehrten in die Gesetzgebung einzubeziehen. Vielmehr billigt er der schari’a etwa jene Rolle zu, die in Europa das Naturrecht spielt. Für al-Bishri, der ein durchaus patriotisches Verständnis von Ägypten hat, ist Ägypten durch eine islamische Kultur (die nicht identisch ist mit der islamischen Religion) geprägt, zu der auch die christlichen Kopten gehören. Gleichberechtigung von Kopten und Muslimen und ebenso von Männern und Frauen ist eines seiner zentralen Anliegen. Bei Konflikten zwischen Kopten und Muslimen hat sich al-Bishri immer wieder für die Rechte der Kopten eingesetzt.

aus: Thomas Bauer: Tariq al-Bishri, Islamdemokrat und Verfassungsvater

Sawtuna 16.02.2011

http://arabistikwwu.blogspot.com/2011/02/tariq-al-bishri-islamdemokrat-und.html

Der Islamdemokrat

[16] Ṭāriq al-Bišrī gilt als berufener Verfassungsrechtler. Zum Religionsbegriff eines ägyptischen Juristen, zur Glaubenserhöhung in Kairo und Berlin und zum geologischen Begriff der Plattentektonik. Von Jacques Auvergne.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/03/12/221/

[17] Umbruch in der Arabischen Welt

Weltreporter berichten

wdr. Im Rahmen ihrer Jahrestagung diskutieren freie Korrespondenten des Weltreporter-Netzwerkes über die Zukunft der arabischen Welt. Sie berichten seit Jahren für Zeitungen und Hörfunk aus der Region und haben den Arabischen Frühling selbst miterlebt.

http://www.wdr.de/wissen/wdr_wissen/programmtipps/radio/12/01/06_2005_5.php5

auch bei den Schariafreunden von Qantara, abgleichen heißt versuchen, gleichzuschalten:

Am Freitag, 6. Januar 2012, berichten fünf Korrespondenten des Netzwerks Weltreporter von ihren Erfahrungen während der Umbrüche und gleichen diese mit der Darstellung in den deutschen Medien ab

http://de.qantara.de/Termine/15894c18720i/index.html

Friedenskonferenz um Friedenskonferenz verläuft der Pfad in den Schariastaat. Die katholischen Pazifisten und Antisäkularen von Sant’Egidio etwa laden im September 2011, weil man an die zehn Jahre zurückligenden Terrorangriffe denken möchte, hochrangige Muslimbrüder wie Dr. Moneim (Ägyptens Präsidentschaftskandidat) nach München. Claudia Mende frohlockt:

Mit den vielen muslimischen Gesprächspartnern, nicht nur aus der arabischen Welt, sondern auch aus Malaysia und Indonesien habe man aber zeigen können, dass der Islam „viele Facetten“ hat, sagt Susanne Bühl von der deutschen Gemeinschaft Sant’Egidio. Das trage zu einem besseren Verständnis des Islam bei. „Viele wichtige Gespräche fanden auch hinter den Kulissen statt.“ Das nächste internationale Friedenstreffen ist übrigens für 2012 in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo geplant.

http://de.qantara.de/Alte-Wunden-neue-Fragen/17656c18263i1p104/index.html

Abu’l-Futuh Abd Al-Moneim

Präsidentschaftskandidat, Ägypten

http://www.santegidio.org/index.php/de/solidarieta/disabili/index.php?pageID=2386&idLng=1067&idOratore=569

Interview mit Cesare Zucconi – Generalsekretär der Gemeinschaft Sant’Egidio. Vaticanista News 11.09.2011.

Zucconi: Wir freuen uns darüber, dass wir zwei Podien dem arabischen Frühling widmen können, dem Umbruch in Ägypten und dem in Tunesien. Mit Abdel Moneim Abul Futuh kommt einer der Präsidentschaftskandidaten zu uns

http://www.vaticanista.info/2011/09/09/echte-begegnungen-mit-echten-menschen/

Interview mit Tariq Ramadan:

„Es gibt kein islamisches System, nur islamische Prinzipien“

Im Gespräch mit Claudia Mende wendet sich der muslimische Gelehrte und Reformdenker Tariq Ramadan gegen autoritäre Herrschaftsstrukturen im Islam und wirbt für ein modernes Glaubensverständnis auf der Grundlage einer Trennung von Staat und Kirche.

http://www.iphpbb.com/foren-archiv/5/294400/293880/tariq-ramadan-quotviel-feind-viel-ehrquot-93510334-17659-47.html

Die Methode Sant’Egidio

München. Mohamed Abdul Malek und Fatih Mohammed Baja brauchen jetzt erst einmal einen Kaffee. Um 16 Uhr sollen der Vizepräsident der Muslimbruderschaft in Libyen und das Mitglied des Nationalen Übergangsrates wieder im Herkulessaal der Münchner Residenz über den Arabischen Frühling diskutieren. Gerade noch haben sie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gelauscht.

http://kirchensite.de/aktuelles/kirche-heute/kirche-heute-news/datum////die-methode-santegidio/

http://www.santegidio.org/index.php?pageID=64&id=8508&idLng=1067

Beitrag

Mohamed Abdul Malek

Vizepräsident der Muslimbruderschaft, Libyen

http://www.santegidio.de/index.php?pageID=2396&idLng=1067

Aus erzkatholischer Sicht sind Westler und Koranvolk in Wesen und Lebensführung grundverschieden, weshalb das Miteinander von Demokratie und Islamdemokratie kommen muss.

Des représentants des Frères musulmans, venus de Libye, assuraient qu’ils voulaient construire la démocratie dans leur pays, mais que les démocrates occidentaux devaient admettre que cette démocratie pouvait être différente de la leur.

Burka und Bikini integrieren, der Trend geht zur Zweitfrau:

« la paix est le nom même de Dieu »

http://www.santegidio.org/pageID/64/id/8518/idLng/1067/.html

Scharia und Weihrauch für`s katholische München, ECFR-Chef ist Yusuf al-Qaradawi:

Abdul Majeed Al-Najjar (ECFR), Stellvertretender Generalsekretär des European Council for Fatwa and Research, Tunesien

http://www.santegidio.org/index.php?int=oratori&id=528

Per Riccardi “non possiamo essere pessimisti perché il pessimismo può influenzare in modo negativo il futuro del mondo arabo”. Importante la presenza di interlocutori libici – l’uno vicino ai Fratelli musulmani, l’altro rappresentante del CNT – certo per il contesto attuale, ma anche perché i libici non hanno mai amato partecipare a questi incontri.

http://www.santegidio.org/pageID/3/id/4163/idLng/1062/Da_Monaco_di_Baviera_-_Andrea_Riccardi_Lo_Spirito_di_Assisi_ha_incontrato_la_primavera_araba_Decisivo_il_messaggio_di_Benedetto_XVI_Pi%C3%B9_spiritualit%C3%A0_vuol_dire_pi%C3%B9_concretezza.html

Abdul Majeed Al-Najjar È membro dell’autorevole International Association of Muslim Scholars e dell’European Council for Fatwa and Research di Parigi. L’European Council for Fatwa and Research (ECFR) è un’organizzazione di studiosi islamici istituita a Londra nel 1997, il cui fondatore e presidente è Yusuf al-Qaradawi.

[Zehnter Jahrestag der Terrorangriffe vom 11. September, Dialog der Religionen für den Frieden, Panel 30, Der Arabische Frühling] La primavera araba

http://www.santegidio.org/index.php?pageID=1077&idLng=1062&cosa=Najjar&x=0&y=0

Qantara

Qantara.de (arab.: Qantara = Brücke) ist ein Internetportal, das in den Sprachen Deutsch, Englisch, Indonesisch, Arabisch und Türkisch den intellektuellen Dialog der westlichen mit der islamischen Welt fördern soll.

Das Portal geht auf eine Initiative des deutschen Außenministeriums zurück, in Reaktion auf die krisenhafte Entwicklung der Beziehung zum islamischen Kulturkreis nach dem Schock der Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA. Gemeinsame Träger der seit März 2003 online erreichbaren Plattform sind die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), die Deutsche Welle (DW), das Goethe-Institut (GI) und das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa); das Projekt wird vom Außenministerium gefördert. Das gemeinsame Dialogprojekt macht es sich zur Aufgabe, die Verständigung zwischen den verschiedenen Kulturkreisen zu fördern, mit dem Ziel, vorhandene Wissensdefizite aufzuheben und Vorurteilen entgegenzuwirken.

Anspruch des Redaktionsteams ist, die Publikation von solchen westlichen und islamischen Autoren zu ermöglichen und zu betreuen, die auch in Krisenzeiten die offene und respektvolle Auseinandersetzung über Gemeinsamkeiten wie über strittige Themen suchen.

Dazu gehörten beim Startangebot der Plattform zum Beispiel der ägyptische Literaturwissenschaftler Nasr Hamid Abu Zaid, der deutsche Ex-Diplomat und Muslim Murad Hofmann, die Islamtheologin Halima Krausen, der Konfliktforscher Heiner Bielefeldt und der Physiker Ernst Ulrich von Weizsäcker.

aus: Wikipedia abgerufen am 07.01.2012

http://de.wikipedia.org/wiki/Qantara.de

Die Muslimbruderschaft hat sich im Laufe ihrer achtzigjährigen Geschichte meist als gewalttätige, anti-westliche Bewegung hervorgetan, die auf eine strikte Einhaltung der islamischen Gesetze drängt. Viele der gewaltsamen radikal-islamischen Bewegungen, die wir heute kennen, sind ursprünglich aus der Bruderschaft hervorgegangen oder von ihrer radikalen Ideologie beeinflusst worden.

Im Lauf der letzten dreißig Jahre haben jedoch verschiedene der nur lose miteinander verbundenen Ableger dieser Bruderschaft in unterschiedlichen arabischen Staaten an Wahlen teilgenommen. Man hat sich um Transparenz sowie eine demokratische Reformierung der eigenen Parteipolitik bemüht und das System der parlamentarischen Volksvertretung ausdrücklich anerkannt. (…)

Aber statt die neueren demokratischen Bestrebungen der Bruderschaft zu begrüßen, versuchen die Regierungen der arabischen Staaten, möglichst hart durchzugreifen. Darunter leidet nicht zuletzt ihre eigene Glaubwürdigkeit, da die Öffentlichkeit diesen Widerspruch durchaus wahrnimmt. Moderatere Anhänger des Islam werden so womöglich erst recht in die Arme der radikalen, an den Rändern der Bewegung agierenden Dschihad-Prediger getrieben.

aus: James M. Dorsey: Richtungsstreit um demokratische Öffnung

Qantara 26.11.2009

http://de.qantara.de/Richtungsstreit-um-demokratische-Oeffnung/5090c5170i1p537/index.html

Toleranz für verschiedene Wege: In seinem neuen Buch beschreibt der Islamwissenschaftler Thomas Bauer die Spielräume muslimischer Kultur und räumt mit Zerrbildern eines alle Lebensbereiche dominierenden, dogmatischen Islams auf. Von Katajun Amirpur

„Abgesehen davon, dass wohl kaum eine Aussage darüber möglich ist, was „der Islam“ eigentlich sei, denn dazu gibt es viel zu viele Erscheinungsformen des Islams, ist falsch daran die Grundannahme: „Der Islam“ hat in Geschichte und Gegenwart islamischer Gesellschaften keineswegs alle Lebensbereiche durchdrungen.“

http://de.qantara.de/Eine-andere-Geschichte-des-Islams/18273c18959i0p/index.html

Welche Bedeutung hat das islamische Recht gegenwärtig für den Alltag von Muslimen? Die Antwort auf diese Frage fällt regional sehr unterschiedlich aus. …

Während die jungen Nationalstaaten sich beim Straf- und Handelsrecht meist an europäisch inspirierten Codices orientierten, wurde das Personenstandsrecht in Ländern wie Ägypten, Marokko, Malaysia oder Indien konfessionell geregelt.

Das heißt, dass z.B. ein Wohnungseinbruch genauso wie in Europa mit Gefängnis bestraft wird, während in persönlichen Angelegenheiten wie Heirat, Scheidung oder Erbe das Recht der jeweiligen Glaubensgemeinschaft gilt. Für Muslime bedeutet das, dass sie gemäß der jeweils geltenden Interpretation des islamischen Rechts heiraten, sich scheiden lassen und erben.

Diese von Fachleuten so genannte konfessionelle „Rechtsspaltung“ war kein großes Problem, solange nur wenige Muslime in nichtmuslimische Länder auswanderten.

aus: Martina Sabra: Perspektiven auf die Scharia

qantara 18.05.2009

http://de.qantara.de/Perspektiven-auf-die-Scharia/3956c4050i1p411/

Das islamische Recht, die Scharia, hat einen schlechten Ruf – insbesondere in westlichen Ländern, aber auch unter vielen säkularisierten Muslimen. Es steht für Unterdrückung der Frauen, Verachtung der Menschenrechte und Rückständigkeit.

Abdullah An-Na’im, Rechtsprofessor an der amerikanischen Emory-Universität in Atlanta und keineswegs Fundamentalist, versteht den Begriff Scharia freilich ganz anders. Scharia, sagt er, sei positiv und zukunftsfähig, die Zukunft liege allerdings in einem säkularen Staat und nicht in einem islamischen:

„Mein Argument ist, dass die Idee des islamischen Staates eine postkoloniale Idee ist. Sie hat sich aus der europäischen Staatslehre und der europäischen Rechtslehre heraus entwickelt. Das passt nicht in die Natur der Scharia und ist nicht vereinbar mit der Geschichte der islamischen Gesellschaft.“

Die auf das siebte Jahrhundert zurückgehenden Rechtslehren der Scharia, so an-Naim, seien in ihrer ursprünglichen Form mit der Lebensrealität im 21. Jahrhundert einfach nicht mehr vereinbar. Man müsse sie neu definieren.

Cem Sey bei Qantara am 02.08.2006

http://de.qantara.de/Die-Zukunft-der-Scharia-ist-der-saekulare-Staat/3524c3618i1p402/

In Libyen ist das Familien- und Erbrecht schon lange von Scharia-Grundsätzen geprägt. Also: Was genau ist die Scharia?

In der westlichen Debatte, auch unter manchen Muslimen, wird sie meist als Gegensatz zu demokratischer Rechtsstaatlichkeit gesehen. Das ist jedoch weniger als die Hälfte der Wahrheit. In einem weiten Verständnis, das viele Muslime haben, beinhaltet die Scharia das gesamte, höchst komplexe und flexible System islamischer religiöser und rechtlicher Normen und deren Interpretation. (…)

So kann die „Scharia“ auch den Einsatz gegen Folter, Korruption und staatliche Willkür gegen BürgerInnen begründen. Die Partei der ägyptischen Muslimbrüder (HHA) setzt Scharia in ihrem Programm mit Demokratie gleich, im Gegensatz zu Gottesstaat und Militärherrschaft. (…)

Wer aber über die Grenzen liberalsäkularer Eliten hinaus in die breite Bevölkerung hineinwirken will, wird sich ohne Bezugnahme auf islamische Kultur und Scharia schwertun. Muslimische Vorkämpfer der Menschenrechte wie Schirin Ebadi oder Nasr Hamid Abu Zaid befürworten deshalb eine kulturelle Übersetzung der Menschenrechte in die herrschende Denktradition, die sie als etwas „Eigenes“ erfahrbar machen.

Die Klimakatastrophe, die dem Arabischen Frühling tatsächlich droht, ist nicht die Scharia per se, sondern weitere Destabilisierung im wirtschaftlichen und sozialen Bereich.

aus: Mathias Rohe: Eine westliche Fehlinterpretation

bei: Qantara 02.12.2011

http://de.qantara.de/Eine-westliche-Fehlinterpretation/17880c18506i0p/index.html

Der Schariaverweigerer brutzelt auf ewig in der Feuergrube, weil er den Sinn gelingenden menschlichen Lebens verfehlt hat, den Rechtsgehorsam nach Maßgabe von Scharia und Fiqh. Wenn die Gottheit Souverän und die Scharia die Wolke ist, regnen Gesetze vom Himmel.

Aus: Edward von Roy: Die Landesregierung, der Verbandsislam und die Suche nach dem bekennenden Religionsunterricht. Offener Brief an die Düsseldorfer Landtagsabgeordneten. Zum 10.12.2011.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/12/05/273/

221. Tariq al-Bishri

12. März 2011

الـفـكـر إسـلامـي

al-fikr al-Islāmī

The Islamic Thought

Islamisches Denken

Der Islamdemokrat

Ṭāriq al-Bišrī gilt als berufener Verfassungsrechtler. Zum Religionsbegriff eines ägyptischen Juristen, zur Glaubenserhöhung in Kairo und Berlin und zum geologischen Begriff der Plattentektonik. Von Jacques Auvergne.

Artikel 2 der Verfassung Ägyptens stellt fest: „Der Islam ist Staatsreligion. Arabisch ist Amtssprache, die Hauptquelle der Gesetzgebung ist die Islamische Jurisprudenz (Scharia) (1).“ Unsichtbarer Souverän ist damit letztlich bereits heute die Gottheit, die ägyptische Regierung ist ihr treuer Stellvertreter (Kalif).

Folgerichtig ist der Schariaverweigerer oder Ex-Muslim vielleicht gar kein Mitbürger, Volksangehöriger oder Staatsbürger mehr, der Artikel 2 nachgeordnete, sprich schariatisierte Artikel 3 orakelt denn auch: „Souveränität gehört allein dem Volk, das diese Herrschaft und Sicherheit nationaler Einheit nach Maßgabe der Verfassung lebt und schützt.“ Kein Wort also von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die alltäglich praktizierte Erniedrigung der Kopten und Frauen ist womöglich Staatsprogramm, islamisches Recht ist sie ohnehin.

Und doch könnte alles noch viel schlimmer kommen. Die zur Stunde in Ausarbeitung befindliche künftige Verfassung Ägyptens könnte Allahs ungleich behandelnden (diskriminierenden) Befehl noch wesentlich islamkonsequenter (brutaler) durchsetzen. Irgendwie nämlich sind bislang auch Aufklärungshumanisten zum Zug gekommen, doch bleibt der mühsam daherkommende Artikel 40 aus Allahs Sicht glatter Verfassungsbruch: „Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich. Sie haben gleiche staatsbürgerliche Rechte und Pflichten und sind keiner Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts, ihrer ethnischen Herkunft, Sprache, Religion oder Weltanschauung ausgesetzt (2).“

Gleichheit vor dem Gesetz ist für einen Koran und Sunna wörtlich verstehenden Muslim empörend ungerecht. Eine privatisierte, ins Private von Schlaf- und Kinderzimmer verbannte Scharia gefährdet das seelische Heil. Die Koranfreunde im Land am Nil wollen in den Himmel kommen und wünschen sich eine umfassende Verstaatlichung des Islam, ungebändigtes Schariagesetz, mehr, sagen sie, „Religion“, und haben dabei den Islam keineswegs falsch verstanden. Vor allem die 1928 in Ägypten entstandenen Muslimbrüder gehören zu dieser Islamlobby, wo sie eine Million Aktivisten haben und sich seit langem die Zulassung als wählbare Partei erhoffen.

Ägyptens bedrängte Säkulare, darunter etliche Kopten, wünschen sich den Wegfall von Artikel 2. Ahmed al-Tayeb (aṭ-Ṭaiyib, Foto (3)), als Nachfolger des 2010 verstorbenen Tantawi (Muḥammad Saiyid Ṭanṭāwī (4)) Großimam der Azhar, will das allerdings gar nicht und forderte im Februar 2011 im staatlichen Fernsehen, dass der Islam Staatsreligion Ägyptens bleibt. Ahmed al-Tayeb bedroht jeden Kritiker an der legalisierten Scharia, für künftige religiöse gewalttätige Unruhen mitverantwortlich zu sein.

Sofern menschlich zu erreichen, ist die einzige der Gottheit wohlgefällige Lebensweise die der koranbasierten Staatlichkeit und Justiz. Schariakonforme Rechtsfindung könne angeblich als rundum (wovon, von der AEMR?) vom Ballast des Traditionalismus befreite menschliche Denkleistung möglich sein. Welche Elite allerdings die Lizenz zur diesem so genannten Idschtihad (iğtihād) habe, wird auch seitens der Nichtmuslime mit Schweigen bedeckt, die Frommen aus Château-Chinon (IESH), bei denen der Penzberger Imam „Benjamin“ Idriz die Scharia studierte, möchten als rechtsfindende autonome (Idschtihad tätigende) Zauberer sicherlich nicht außen vor bleiben.

Im Jahr des deutschen Mauerfalls berichtet der Niederländer Roel Meijer in »History, authenticity and politics: Tariq al-Bishri’s interpretation of modern Egyptian history«, dass auch Tariq al-Bishri den Idschtihad erringen will. Wie viele andere sunnitische Denker träumt der 1935 geborene Jurist von einer von gotteslästerlicher Verunreinigung befreiten Religionspraxis, die zugleich ganz demokratisch und ganz schariakonform sein könne (5).

Einen mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) ausgesöhnten Idschtihad jedoch wird es bei einer beibehaltenen Scharia nicht geben können, denn ein realisiertes Aufbrechen des Zustandes der islamdogmatisch heute bestehenden Unerreichbarkeit einer ebenso autonom wie schariatreu gesteuerten Jurisprudenz, eine Beendigung der „Schließung der Tore des Idschtihad“ (insidād bāb al-iǧtihād, closing the gates of ijtihad), würde jeden Menschen auf gleiche Augenhöhe mit den vier rechtgeleiteten Kalifen erheben, sogar die Frau.

Mustašār heißt Ratgeber und gehört zu šūrā (Schura (6)), Ratsversammlung (koranbasierte Ratsversammlung). Ein solcher Rechtsberater (Schariaberater) zu sein, spiegelt höchstes Ansehen wieder. So war das schlichte Mustašār der Ehrentitel von Charles Belgrave (1894-1969), der drei Jahrzehnte lang unter den Scheichs von Bahrain wirkte (7).

Angeblich, so meint man in Europa, sei der 77 Jahre alte Tariq al-Bishri ein säkularer Linker gewesen, ein durch den Rechtsfachmann gekonnt entworfenes Trugbild, das ungeprüft weitergegeben wird. Der in den Sechziger und Siebziger Jahren in der Tat marxistisches Vokabular verwendende Nationalist und heutige „gemäßigte Islamist“ (8) war in den Achtziger Jahren mustašār mit Sitz im ägyptischen Conseil d’État.

Zentraler gesellschaftstheoretischer Begriff ist dem Juristen die Erbschaft (turāṯ, angl. turâth), ein kostbares „Erbe“ (engl. heritage), das den ägyptischen Ehrenmann dazu berechtige, die Standards der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Namen der Pflege von Identität und Spiritualität zurückzuweisen.

Die Universität Teheran lässt zum Begriff turath wissen:

„Turath bedeutet nicht lediglich, dass die Historizität einer Überlieferung auf die Gegenwart fortwirkt, sondern trägt zugleich eine Beauftragung zum aktiven Bestärken der politischen Gegenwart in sich, deren neu zu interpretierende Konturen anhand einer spezifischen Gestalt der Vergangenheit an Prägnanz gewinnen müssen (9).“

Das vom engagierten Kollektiv, vom Volk gewollte treuhänderische Verwalten des Nichtwestlichen und Nichtsäkularen, die jenseitszentrierte Erbschaft an Religionskultur und Gestaltungswille hat al-Bishri ein Leben lang fasziniert. Anfangs bevorzugte der Kenner und religiös begründete Ablehner Europas eine an den Denkern Karl Marx und Max Weber orientierte Wortwahl: Das genuin revolutionäre Volk stemme sich, von einer durch die Azhar bestärkten Reaktion behindert, gegen die absolutistischen Machthaber. Nach und nach begann sich die sozialistische Terminologie aufzulösen, um spätestens ab 1984 Allahs genuin revolutionärer Sittlichkeit Platz zu machen, dem Schariagesetz. Die Bewunderung für die vom Volk ergriffene islamrevolutionäre Erbschaft (turāṯ, turâth) ist unverändert im Kern von al-Bishris Gesellschaftstheorie bestehen geblieben.

Unter Erbe, daran lässt al-Bishri keinen Zweifel, ist in erster Linie der Islam der frommen Vorfahren zu verstehen, die über dem Rahmenplan (framework) der ewigen Scharia an Zeit und Ort wie spontan auskristallisierende Lebensweise und Staatlichkeit.

Heute, 2011, will der angesehene Jurist die dem Kalifat verpflichteten Muslimbrüder in die Regierung integrieren und arbeitet dazu offiziell Ägyptens künftige Verfassung aus, die der kulturellen (vor allem islamischen) Erbschaft, at-turāṯ, und Identität verpflichtet ist.

Weil im Kalifat für dich Kreativität und Wissenschaftlichkeit schlicht dysfunktional sind und schließlich selbst ein Papagei ein phänomenales Gedächtnis hat, wird turāṯ, Erbe, etwa als Fülle der Islamischen Erfahrung (the entirety of the. Islamic experience (10)) wiedergegeben. Hasan Hanafi, der die Pluralität (Rechtsspaltung) der Zivilisationen fordernde ägyptische Geschichtsphilosoph, umschreibt den Turathbegriff als sozial engagiertes Verbundensein mit den eigenen kulturellen Wurzeln (the connection of the own cultural roots with striving for a new, better modern trend conception (11)).

Der Islam könne oder müsse politisch links stehen, meinte Hasan Hanafi (siehe Sägefisch 176) allen Ernstes, und dozierte über »Die Aktualität eines ‚linken Islam’«. Schariarichter Hanafi aus Kairo erlangte 1966 an der Pariser Sorbonne einen Doktorgrad, arbeitete als Gastprofessor 1969 in Toulouse und 1970 in Louvain, hatte zwischen 1971 und 1975 eine amerikanische Gastprofessur in Philadelphia inne. Dann wirkte er zwei Jahre lang in Sudans Hauptstadt (University of Khartoum, 1976-1977), woraufhin er die Zeit der iranischen Revolution an der University of Kuwait (1979) verbrachte, um drei Jahre später nach Marokko zu übersiedeln (University of Fes, 1982-1984). Vier Jahre lehrte der Ägypter in Japan (University of Tokyo, 1984-1985, als wissenschaftlicher Berater an der United Nations University in Tokyo 1985-1987). Im Jahre 1988 kehrte Hanafi an die Kairoer Universität zurück (12)).

Zu den Unterzeichnern von »Ein gemeinsames Wort zwischen uns und euch« gehört auch Hasan Hanafi (13), der 2008 an der Uni Frankfurt (Möglichkeiten und Grenzen eines europäischen Islam) sprechen durfte (14). Auf dem Welthistorikertreffen in der spanischen Hauptstadt attestierte Hanafi Europa eine schwere Krise und Orientierungslosigkeit, als Lösung schlug er mehr Islam vor. Bassam Tibi widersprach (15).

Der zweite Kernbegriff in al-Bishris Denken ist an-Nahḍa, Wiederauferstehung (anglisiert nahda, awakening, renaissance).

Aus Tunesien etwa kennen wir die gleichnamige, den Muslimbrüdern entsprungene Bewegung Ennahda, die vom bisweilen arbeiterbewegt oder demokratisch tuenden Rachid al-Ghannouchi (Rāšid al-Ġannūšī) geführt wurde.

Ghannouchi stand der international tätigen, aus Pakistan stammenden Tablighi Jamaat (TJ) nahe, bewunderte die HAMAS, wird von dieser als Theoretiker sehr geschätzt, saß in den Achtzigern im Gefängnis und wurde Tode verurteilt. In die USA darf der Islamist nicht einreisen. Die Welle der Jasminrevolution (Revolution in Tunesien 2010/2011) ausnutzend, lebt „Scheich Ghannouchi“ erst seit dem 30.01.2011 wieder in seiner Heimat. Seit dem Jahr des Mauerfalls 1989 hatte der Sohn eines Imam, Philosophiestudent in Europa, Kämpfer gegen die Verwestlichung Tunesiens und „islamistische Demokrat, a Democrat within Islamism“ (so Azzam Tamimi, Direktor des britischen Institute of Islamic Political Thought (16)) sein Leben im Exil in London verbringen müssen.

Die Parteigänger der Nahḍa, was wörtlich Hinaufbringen oder Aufstehen heißt und mit Islamischer Wiedergeburt oder Islamischer Renaissance wiedergegeben wird, die „Nahdisten“ stehen in der Tradition der so genannten Islamreformer (Islamrevolutionäre) al-Afġānī (1838-1897) und ʿAbduh (1849-1905). Keineswegs haben die globalen Muslimbrüder die Nahḍa-Konzeption missverstanden, nach der sie ihren dschihadistischen tunesischen Zweig benennen ließen.

Zum Hütchenspiel von Allahs Revolutionären gehört es, auf christliche Nahdisten hinzuweisen oder sich von den hanbalitischen bzw. „wahhabitischen“ und damit irgendwie störenden Ideologen der „Salafisten“, etwa Rašīd Riḍā (1865-1935, ab 1898 Herausgeber der einflussreichen radikalislamischen Zeitschrift und Fatwa-Quelle al-Manār) zu distanzieren und die eigene geistige Nähe zu den „guten Islamisten“ wie ʿAlī ʿAbd ar-Rāziq (1888-1966) zu betonen.

Das Denken des Letztgenannten fordert angeblich die Trennung von Staat und Islam, eher jedoch die schariabasierte Demokratie und ganz genau die schariatreue Gesellschaft auch ohne einen Kalifen. Proislamisten aus Presse (Patrick Bahners: „Warum soll es ein Elternrecht darauf geben, dass eine muslimische Lehrerin nicht als Muslimin erkennbar ist?“) und Kirche (Werner Höbsch: „60 Prozent der Scharia sind grundrechtsverträglich“) werden sich bemühen, Tariq al-Bishri mitsamt den ägyptischen Muslimbrüdern in der Nachfolge dieses „guten“ Nahdismus zu sehen, einer koranbasierten Wiedergeburt, die natürlich keine andere Scharia wollen kann als Rašīd Riḍā.

Islamoptimist Bahners meint zu den Protesten in Ägypten und zum frommen Verfassungsmacher:

„Daraus können zivile Verhältnisse mit Rechtsschutz für Andersgläubige entstehen. Wenn sich die Menschen dort auf die Scharia berufen, kann es ja auch heißen, dass sie sich einen Staat wünschen, der in Übereinstimmung mit Gottes Geboten die Gesetze macht. Aber natürlich müssen diese Gesetze auf dem Wege politischer Willensbildung entstehen. Der Rechtsphilosoph Tarik al-Bischri, der zum Vorsitzenden der Kommission für die Überarbeitung der ägyptischen Verfassung berufen worden ist, wirbt für die Religionsfreiheit als islamische Tradition, die es wiederzuentdecken gelte. Eine islamische Demokratie muss kein Ding der Unmöglichkeit sein (17).“

Werner Höbsch gefährdet mit seiner Forderung: „Die Leute, die Tür an Tür leben, sollen sich im gemeinsamen Handeln kennenlernen und sich gegenseitig als Christen und Muslime wahrnehmen (18)“ die freiheitliche Demokratie, denn nicht Staatsbürger sollen sich künftig wahrnehmen, so will es der Kölner Theologe, sondern Angehörige einer milla (türk. millet), eines Religionsvolks.

Jeder Aufspaltung der Stadtbevölkerung und Staatsbevölkerung in „Christen und Muslime“ (Höbsch) haben wir entgegen zu treten, weil wir wissen, wie die ethnoreligiöse Zerlegung des indischen Subkontinents begonnen hat und weil wir kein westeuropäisches Land der Reinen (so die Wortbedeutung von Pākistān) brauchen. Bevölkerungsspalter Werner Höbsch („Ich als Westler“) jedoch brüllt zuckersüß nach mehr „Dialog“ zwischen Euro-Nation of Islam und klerusgeführter abendländischer Christenheit. Im persönlichen Gespräch nimmt der Leiter des Referats Dialog und Verkündigung im Erzbistum Köln zur Kenntnis, dass die Muslim Brotherhood innerhalb des Salafismus entstanden ist, besteht aber darauf, dass es heute demokratiefähige, fortschrittliche Muslimbrüder gibt.

Über den beiden Netzwerken Jugendbewegung („Jugend“) des 6. April, Šabāb 6 Aprīl, Gründer war der Streikorganisator vom April 2008, Aḥmed Māher, und We are all Khaled Saeed, benannt nach Ḫālid Saʿīd (19), dem jungen Internet-Nutzer, der am 06.06.2010 in Alexandria von der ägyptischen Geheimpolizei totgeschlagen und totgetreten worden war, trug zu Beginn des Jahres 2011 ein breites ägyptisches Bündnis die Revolte gegen die Regierung von Hosni Mubarak.

Von der seit Wochen Akademiker und Arbeiter, Studenten und Arbeitslose, Muslime und Christen, Säkulare und Religiöse. Männer und Frauen vereinenden, also erfreulich heterogenen Protestbewegung mit ihren vielleicht zahlreichen Sympathisanten von Mohammed el-Baradeis „Nationaler Bewegung für Veränderung“, Muḥammad Muṣṭafa al-Barādaʿī ist der leicht proiranisch denkende Fachmann für globale Atomsicherheit (Friedensnobelpreis 2008), war der 25. Januar zum Tag des Zorns (Day of rage, yaumu ʾl-ġaḍab, Yawm el-Ghadab) ausgerufen worden.

Die bekümmerte Muslimbruderschaft begann an die Zukunft (des Kalifats) zu denken und erklärte sich unverzüglich zum Teil der Protestwelle (20).

Liberale Weltbürger wünschen dem Land am Nil ein säkulares System, das die diskriminierenden Gesetze Allahs endlich aus dem ägyptischen Familienrecht verbannt und Artikel 2 abschafft. Das ist mit gnädigen Verfassungzusätzen (amendments (21)) nicht zu erreichen, sondern bedarf einer neuen Verfassung für Ägypten.

Der langjährige Chef der Internationalen Atomenergiebehörde nämlich steht der Scharia nicht so fern, wie man in Nordamerika und Europa vielfach so gerne glauben möchte. El-Baradei hält das koranbasierte Schura-Modell für vorbildlich („Der Herrscher muss durch Konsultation regieren“) und will die angeblich inzwischen friedfertigen Muslimbrüder fest in die Regierung integrieren („man muss sie viel mehr einbeziehen“ (22)).

Deutschland verlieh am 03.03.2010 dem bekennenden MB-Integrierer und Parteigänger der Islamischen Beratungstechnik das Bundesverdienstkreuz (23). Vielleicht ein unbeabsichtigt gewähltes Tagesdatum.

Der dritte März ist ein bemerkenswerter Tag, an ihm stellte der 101. Kalif und das 37. Herrscher der osmanischen Dynastie, Abdülmecit II., seine irdische Arbeit ein. Damit endete im Jahre 1924 die aus islamischer Sicht einzig sittlich zu nennende Weise der Staatsführung, und vielleicht möchte Ordensverleiher Horst Köhler, für den der Islam eine „im Kern friedliche Religion“ ist, Ägypten und der Türkei ermöglichen, die vor der Hölle rettende Regierungsform, das Kalifat, wiederaufleben zu lassen. Abdülmecit II. verstarb 1944 in Paris (16. Arrondissement) und wurde in der „aufleuchtenden“ (al-munawwara, the radiant city) Stadt Medina bestattet.

Nach achtzehn Tagen des Aufruhrs trat der 82jährige Staatspräsident Ḥusnī Mubārak am 11.02.2011 zurück (24). Ein Gremium der Streitkräfte, das Military Council (25), übernahm kommissarisch die Führung des 71 Millionen Einwohner umfassenden Staates (26).

Dass dieser Umsturz in den nächsten Monaten keine derartig schrecklichen Folgen hat wie der iranische des Jahres 1979, die Errichtung eines islamischen Gottesstaates, mag man sich selbst und allen Ägyptern wünschen. Hoffentlich ist der Mehrheit der Ägypter plausibel, die Lobbyisten der entfesselten Scharia vom Regieren fern zu halten und einen säkularen Parlamentarismus aufzubauen.

Dass die 1928 gegründete Muslimbruderschaft, im Gazastreifen firmiert sie als Hamas, auch in ihrem Stammland am Nil die Souveränität Allahs anstrebt, das Kalifat, wird von Europas Politikern kraftvoll verdrängt.

Dabei hat der fleißige Muslimbruder Abu al-Ula Madi (Abul `Ula Madi, Abu Elela Mady (27)) im Jahre 1996 eigens die Partei WASAṬ („Mitte, Zentrum“, http://www.alshaab.com/) gegründet. Die Partei will Scharia und Bürgerrechte aussöhnen. Vom Bürgerbegriff wird allerdings nicht viel übrig bleiben, denn die Verfassung soll islamzentriert neu geschrieben werden (Rewriting the Constitution to highlight the centrality of Islam as a reference point), was Tariq al-Bishri ja vielleicht gerade ausführt. Die Wasaṭ hat zudem, was nichts Gutes für Kopten und Frauen verheißt und auf schulische Islampropaganda und religionspolizeilich durchgesetzte „Entwestlichung“ hinauslaufen mag, die „erneuerte Stabilisierung der sozialen und moralischen Eigenschaften der Arabisch-Islamischen Zivilisation (28)“ in ihr Programm geschrieben.

In der ebenfalls WASAṬ-programmatisch erhobenen Forderung nach „Unterstützung zur Lösung der palästinensischen Frage“ und „Liberating the occupied lands of Palestine, Iraq, and Afghanistan“ gibt es ein Israel nicht einmal dem Wort nach: Das ist Kitman, die Kunst des Übergehens, der rhetorischen Auslassung: Der Kundige mag zwischen den Zeilen lesen, das Israel nicht lediglich aus der Welt der Sprache verschwinden soll.

Nach Yaaqov Lappin vom 02.01.2011 wünsche sich der hochrangige Muslimbruder Muhammad Ghannem die Vorbereitung eines Krieges gegen Israel (29). Kenner der Muslimbruderschaft identifizieren den Herrn mit Mohammad Ghanem, der von London aus arbeitet (30). Außerhalb Ägyptens fordern radikalislamische Gruppen das ägyptische Kalifat (31).

Den Namen Tariq al-Bishri hören viele Europäer in diesen Tagen zum ersten Mal.

Wer in Ägypten als Jurist und Richter tätig war und überdies, wie Ṭāriq ʿAbd al-Fatāḥ Salīm al-Bišrī, Sohn eines Vaters ist, ʿAbd al-Fatāḥ al-Bišrī, welcher der Vorsitzende des Appellationsgerichtshofes bzw. Kassationshofes (Court of Appeal, Court of Cassation) war, und eines Großvaters, Salīm al-Bišrī, der elf Jahre lang als Scheich an der Jahrhunderte alten Scharialehrstätte al-Azhar arbeitete (32), kennt den Islam und weiß, worauf dessen Recht beruht, auf der unbedingt gewaltbereiten Herabsetzung der Nichtmuslime und Frauen, und was das Ziel korantreuer Lebensweise ist, die Rettung der Seele der sich islamisch korrekt (schariatreu) verhaltenden Erdenbewohner.

Tariq al-Bishri ist einer der ranghöchsten Ideengeber der fünfzehn Jahre alten Wasaṭ-Partei, die wir als Werkzeug einer ebenso einheitlichen wie radikal gebliebenen globalen Muslimbruderschaft (MB) ansehen sollten. Deutsche Islamversteher allerdings bitten die Weltöffentlichkeit flehentlich, der irgendwie menschenfreundlich gewordenen MB doch endlich eine Chance auf ägyptische Mitgestaltung zu geben. Jürgen Stryjak beispielsweisweise drängte uns bereits vor sieben Jahren:

„Die Furcht davor, dass über Parteien wie Al-Wasat undemokratisches islamistisches Gedankengut eine politische Bühne erhält, mag die Entscheidung negativ beeinflussen, aber ob diese Furcht tatsächlich gerechtfertigt ist, wird man erst erfahren können, wenn sich Al-Wasat im politischen Alltag, öffentlich und transparent, bewähren kann (33).“

Bewährungshelfer Stryjak sozusagen.

Durch den am 11.02.2011, am Tage des Rücktritts Hosni Mubaraks, begründeten und aus 18 Offizieren bestehenden Militärrat (Supreme Council of the Armed Forces, kurz Military Council) berufen, schreibt Parteiführer Tariq al-Bishri, den Thomas Bauer auf der Seite SAWTUNA (Uni Münster) am 16.02.2011 begeistert als einen Islamdemokraten betitelt (34), seit dem 15. Februar 2011 an der künftigen Verfassung des Staates Ägypten.

Jurist al-Bishri will Schariagesetz und Demokratie versöhnen – sagt er.

Man mag sich daran erinnern (35), dass der späte Maududi das Kalifat einmal als die einzig wahre Demokratie benannte und dass der Parteiname, anglisiert bzw. eingedeutscht Wasat, eine Chiffre ist, die auf ein Geschenk des Himmels, auf das wohlaustarierte We made of you an Ummah justly balanced (Koran 3:110, Thus have We made of you a community justly balanced) hinweist bzw. auf die berüchtigte Wasatiyya.

Wasaṭīya, „Mittigkeit“ (36) meint die Ferne zu jeglichem Extremismus, wie uns die glaubensbewegten Radikalen versichern.

Scharialobbyismus (Islampolitik) als „mittig, ausgewogen“ darzustellen, bedeutet dabei seit den Tagen Mohammeds nichts anderes, als den Säkularen als Exzentriker oder Extremisten zu erkennen und ihn entsprechend brutal (islamisch sozial) zur Ordnung (an-niẓām) zu rufen. Die Muslimbrüder zwischen Hasan al-Banna, Sayyid Qutb und Yusuf al-Qaradawi hatten den Islam dabei zu keiner Zeit falsch verstanden, auch wenn die von der in Deutschland verbotenen, weltweit tätigen Islamstaatbewegung Hizb-ut-Tahrir gestaltete Seite »DAS KALIFAT: Die Erlösung für alle Muslime« betonen möchte, Wasatiyya sei ein neuartiger und unislamischer Begriff schlampig gewordener Muslimbrüder und anderer Salafisten, der zur Kompromissbereitschaft mit den Gottlosen ermuntere (37).

Noch am 12.02.2011 rief die Hizb-ut-Tahrir den Kairoer Militärrat dazu auf, in Ägypten nach Allahs Gesetz Recht zu sprechen und (damit) das Kalifat zu errichten (38). Keck schlüpft die HuT damit in die Rolle des 1966 durch den ägyptischen Staat hingerichteten Saiyid Quṭb, des Chefideologen der Muslim Brotherhood, für dessen Vorstellung von Staat, Frau und Dhimmi (noch) nicht so offen geworben werden kann, weder in Berlin (HuT) noch in Kairo (al-Bishri).

Unter der Führung des palästinensischen HuT-Führers Salih Sirriya drangen im April 1974 knapp hundert Milizionäre dieser 1953 von Taqī ad-Dīn an-Nabhānī in Ost-Jerusalem gegründeten Partei „der Befreiung“ (at-taḥrīr) in die Technische Militärakademie Heliopolis ein (39), um Waffen zu klauen und Präsident Sadat zu stürzen. 11 Milizionäre wurden dabei getötet, die HuT ist seither in Ägypten verboten. Sirriya wurde 1976 hingerichtet. Es gibt Verbindungen zwischen HuT und der terrornahen North London Mosque Finsbury Park, die al-Qaida-Planer Abu Musab az-Zarqawi und Chalid Scheich Mohammed sollen zeitweise bei der HuT gewesen sein (40).

Mehr als 25 Bücher verfasste Schariafreund und Jurist Tariq al-Bishri zu den Themen Islam, Koptentum, Nasserismus, Demokratie, Justiz und Säkularität (41), kein einziges davon ist bislang ins Englische (42) oder gar ins Deutsche übersetzt worden. Dieses Dunkelfeld hielt den amtierenden Islamverherrlicher der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Patrick Bahners (in: DER SPIEGEL 08/2011) im Gespräch mit der überzeugend argumentierenden Soziologin Necla Kelek nicht davon ab, Tariq al-Bishri als Hoffnungsträger für einen demokratiefähigen Islam zu erklären (43).

Bislang scheint das Denken des Tariq al-Bishri nur von Anthony Gorman (Historians, state and politics in the twentieth century of Egypt. Contesting the nation, Abingdon 2003) und Roel Meijer (44) (History, authenticity and politics: Tariq al-Bishri’s interpretation of modern Egyptian history, Amsterdam 1989) erkundet worden zu sein.

Wer ist der Mann, der jetzt die Staatsverfassung umschreibt, ein Islamdemokrat, wie es heißt, was Deutsche an das Wort Christdemokrat erinnern muss? Hätten wir mit einem vom Geschichtstheoretiker und losen Sympathisanten der Muslimbrüder Tariq al-Bishri geprägten ägyptischen Staat mehr Kalifat oder weniger Kalifat zu erwarten, wachsende bürgerliche Freiheiten oder ansteigende Islamische Revolution?

Nach Tariq al-Bishri hatten Machthaber und Intellektuelle des Orients des Neunzehnten Jahrhunderts ihr Augenmerk einseitig auf das Erringen der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit von den herandringenden Kolonialmächten gelegt und dabei versäumt, auf ihr kulturelles Anderssein zu achten. Echte Unabhängigkeit jedoch sei ohne geistige Abnabelung vom Westen nicht zu erreichen, und für den Orient habe jede Autonomie eine Islamische Autonomie zu sein.

Die Auseinandersetzung zwischen Heil und Unheil, Licht und Finsternis, den auch Ägypten siegreich zu bewältigen habe, sei der Kampf zwischen Außen und Innen, al-Bishri nennt es: Zwischen al-wāfid und al-mawrūṯ, zwischen dem Eingedrungenen und dem Ererbten. Wenn vielleicht der Westen auch keine Art spiritueller Kriegsführung betreibe, so laufe doch ein in kultureller Hörigkeit befangener Orient der Identität des Okzidents hinterher.

Wāfid ist all das, was den Muslim von seinen Wurzeln entfremde und auf Dauer fernhalte. Wer ein authentischer Muslim sein möchte, wird kulturell nach innen orientiert leben und den wāfid erfolgreich zurückdrängen müssen.

Erst sehr spät, wie Tariq al-Bishri bedauert, hat er die Außerkraftsetzung der Scharia, das zerstörerische „entfremdende Herankommen“ (al-wāfid) des säkularen Rechts als Hauptbedrohung für das ägyptische „Erbe“ (al-mawrūṯ) sehen können.

Wie Anthony Gorman (2003) berichtet, gesteht Allahs Jurist:

„Erst jetzt beginne ich zu erkennen, was ich in den Sechziger Jahren, als ich gerade dieses Buch erstellt habe, nicht zu verstehen in der Lage gewesen war, und zwar, dass es grundlegende und bedeutsame Grenzziehungen in der sozialen und politischen Landkarte des Ägyptens des vergangenen Jahrhunderts gibt. Dazu gehört, dass Ägypten in Geschichtsverlauf und gesellschaftlicher Veränderung, zu welcher Zeit auch immer, nicht lediglich durch den Kampf zwischen Patrioten und Imperialisten gekennzeichnet war oder lediglich durch die Kämpfe zwischen sozialen Klassen verschiedener Interessenlage, sondern ebenso bestimmt war durch den geistigen Kampf zwischen al-wāfid und al-mawrūṯ (45).“

Weil dein Wohlergehen in der āḫira, im Jenseits, sich vorbereitend bereits in der dunyā, im irdischen Bereich der charakterlichen und sozialen Bewährung vollzieht und abzeichnet und weil die gelingende Annäherung (at-taqarrub, zu: qārib, nahe) an die Gottheit der unübertreffliche Sinn des Daseins eines sittlichen Menschen (muslim) ist, ist eine persönliche Entscheidung im Kraftfeld des Dualismus von »al-wāfid wa ʾl-mawrūṯ« so sehr freiwillig, so frei, wie die Entscheidung zwischen Prügelempfang und Privileg, Bespucktwerden und Herrschen, Höllenflamme und Paradiesgarten.

Tariq al-Bishris zutiefst xenophobe Lehre vom bedrohlichen Fremdartigen und heilsamen Ureigenen (al-wāfid wa ʾl-mawrūṯ, that wich comes from the outside versus the Islamic heritage or the indigenious) ist nichts als die identitätspolitische Variante von abscheulich und aufzusuchend (barā wa ʾl-walāʾa), hassenswert und liebenswert. Sie entspricht ferner dem geopolitisch „differenzierenden“ Feindesland und Scharialand (Dāru &#;702l-Islām wa Dāru ʾl-Ḥarb), beziehungsweise, kosmologisch-mythisch, Böse und Gut, Iblīs und Allāh.

Derartig dient Tariq al-Bishris Kampf um die muslimische Identität der fortgeführten Verweigerung der Gleichberechtigung der Nichtmuslime und der Frauen, ein Kulturkrieg, ein kultureller Dschihad, der aus Sicht der Scharialobby auch für Nordamerika und Europa eine „alternative“ Konzeption der Menschenrechte alternativlos macht (vgl. den Buchtitel von Murad Wilfried Hofmann: Der Islam als Alternative, analysiert bei Sägefisch 144 (46)).

Scharia ist wenn es kein Entrinnen gibt. An der Ausweglosigkeit führt kein Weg vorbei.

In geschmeidiger bis glitschiger, Taqīya-konform verlogener Weise integriert al-Bishri, ohne das Islamische Recht anzutasten, großmütig bis großspurig die Kopten ebenso unter Ägyptens al-mawrūṯ wie den antikolonialistisch-patriotischen und säkularistischen Wafd (Wafd-Partei, 1922-1952, dann wieder ab 1983, http://www.alwafd.org), was ihm in den USA und Europa den Ruf eines fürsorglichen Anwalts der Christen eingebracht hat. Seine Anwaltschaft allerdings geht über das von der Dhimma gesetzte Maß vermutlich gar nicht hinaus.

Von Kairo nach Berlin: Ohnehin dürfen wir jedes Berücksichtigen religiöser Zugehörigkeit als Schritt in Richtung Rechtsspaltung (gegenkulturelle Untergrundscharia als Provisorium, herrschaftlich aktivierte Scharia als Dhimma und Ideal) verstehen.

Jegliche Registrierung der Religionszugehörigkeit sollten staatliche Stellen gar nicht erst vornehmen (dürfen). Um den archaisch-großfamiliären („Tradition“) oder himmlisch-ewigen („Religion“) Gruppenzwang zumal der muslimisch geprägten, sicherlich etliche heimliche Ex-Muslime beinhaltenden Milieus abzumildern, sollten religiöse Eheschließungen nicht staatlich anerkannt werden. Die verpflichtende standesamtliche Voraustrauung ist wieder einzuführen. Die religiösen Eheschließungen, wie derzeit in Deutschland üblich (legal), staatlicherseits nicht zu behandeln, zu ignorieren (als belanglos zu bewerten), ist auch eine Möglichkeit, wenn man andernorts endlich den Mut finden würde, vor der kulturrassistischen und frauenfeindlichen familienrechtlichen Scharia zu warnen.

Die Wichtigkeit, die Religionszugehörigkeit aus allen offiziellen Dokumenten fern zu halten, betonte 2010 die säkulare Juna vom Blog irgendwie jüdisch: „Vor einiger Zeit ging es rund in jüdischen Kreisen, die quasi verpflichtende Sichtbarmachung der Religion via Lohnsteuerkarte (47).“

Die Kopten soll al-Bishri schon mal als Staat im Staat beschimpft und Christen in islamrechtlich zulässiger Manier als Nicht-Staatsbürger (non-citizens) verächtlich gemacht haben, weiß die von Tilman Zülch (48) im Jahre 1970 anlässlich des Einsatzes für die Opfer des nigerianischen Biafra-Krieges (1968) mitbegründete Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV).

GfbV meldet: »’Wir wollen gleiche Rechte für alle Bürgerinnen und Bürger‘, erklärten Demonstranten. Bislang betont Artikel 2 der Verfassung, dass der Islam Staatsreligion in Ägypten ist und dass die Scharia, das traditionelle muslimische Recht, die bedeutendste Rechtsgrundlage des Landes zu sein hat. „Wir haben in den letzten Wochen dafür gekämpft, dass Ägypten nicht mehr eine Staatsreligion hat, sondern ein weltlicher Staat wird, der seinen Bürgern nicht die Religion vorschreibt“, erklärte ein Kopte (49).«

Roel Meijer (Seite 2) betonte bereits 1989, dass Tariq al-Bishri die Ägypter auf ein gemeinsam getragenes Konzept der Vergangenheit zu verpflichten trachtet, aus dem sich für die Gegenwart politische Übereinstimmung herleiten lasse. Dass mit dem bei Roel genannten „a common concept of the past“ nicht nur das ägyptische Neunzehnte oder frühe Zwanzigste Jahrhundert, sondern letztlich immer das Modell von Medina gemeint ist, müsste jedem klar sein, der sich ein wenig mit dem Islam beschäftigt hat.

Nur ein einziges Mal in der Geschichte der Menschheit ist das System der Vollkommenheit des Zusammenlebens gelehrt und gelebt worden, alle heutige Prägung von Politik hat dem absoluten Original an Staat und Gesellschaftsordnung nachzufolgen, Allahs sozialer Schablone.

Ägyptens Verfassung wird dieser am Medina-Modell verhafteten Entwicklungsverweigerung leider bereits gerecht: Islam is the Religion of the State. Arabic is its official language, and the principal source of legislation is Islamic Jurisprudence (Sharia).

Alles, was nicht medinensisch ist (622-855 n. Chr.), kann nicht sozial sein.

Sich sozialistisch oder jedenfalls sozialaktivistisch gebärdend, gelingt es al-Bishri bis heute, den Säkularen etwa des Wafd das Etikett von Egoisten und Reaktionären anzukleben und die Islamisierer Ägyptens als fürsorglich und progressiv darzustellen. Den Muslimbrüdern warf er 1985 allerdings vor, ein konzeptloser Missionsverein zu sein, eine schwärmerische Sufi-Tariqa, ein Sportclub und Wirtschaftsunternehmen (a sufi tarîqa … an athletic club, Seite 11), sie hätten das, worauf es ankäme, nämlich den Entwurf eines niẓām islāmī, eines Islamischen Systems, und das Aufzeigen des Weges dorthin, nicht fertig gebracht.

Nicht unbescheiden deutet Tariq al-Bishri damit an, derlei Staatstheorie persönlich fabrizieren zu können, was er heute, ein Vierteljahrhundert später, leider im Staatsauftrag unter Beweis stellen darf. Den fleißigen, aber konzeptlosen Muslimbrüdern hat der Denker offensichtlich inzwischen verziehen.

Die am 10.12.1948 gefundenen Standards der universellen Menschenrechte sind dem Erklärer Ägyptens jüngerer Geschichte nicht wichtig. Der bekannte Blogger Wael Abbas bedauert, dass ausgerechnet der weltweit als „a moderate Islamist“ gelobte Tariq al-Bishri für die Führung der verfassungsvorbereitenden Arbeitsgruppe eingesetzt worden ist und stellt klar: „So etwas wie einen moderaten Islamisten gibt es nicht (50).“

Der von keinem anderen als von Tariq al-Bishri zusammen gestellten Arbeitsgruppe gehören auch ein Kopte (Jurist) und ein Muslimbruder (ehemals Parlamentarier) an, sie besteht ausschließlich aus Männern.

Blogger Waʿīl ʿAbbās (misrdigital.com), der sich auch für Ägyptens Nichtmuslime stark macht, unterstützt einen Wegfall von Artikel 2 der Verfassung, der den Islam als Staatsreligion und die Scharia als Hauptquelle der Rechtsfindung festschreibt, und warnt:

„Islamisten am Komitee zu beteiligen, ist dazu nicht gerade hilfreich … Wir wollen Gleichheit für alle Ägypter, damit auch für Christen, Juden, Bahais und für alle, die sich als Atheisten verstehen. Es scheint eine heimliche Abmachung zwischen Militärrat und Muslimbruderschaft zu geben.“

Beim Dänisch-Ägyptischen Dialoginstitut schreibt Ethar Shalaby zur Lage in Kairo: „Etliche Kopten Ägyptens sind sehr unzufrieden darüber, dass Sobhi Saleh zum Komitee gehört, ein hochrangiger Muslimbruder, und dass das Aufsichtsgremium von Tariq al-Bishri geführt wird, der für sein Befördern der Islamischen Ideologie bekannt ist.“

Shalaby zitiert Kirchenvertreter und Rechtsanwalt Naguib Gabraeel: „Es ist eine Katastrophe, jetzt ein Komitee zu haben, dem al-Bishri vorsteht und das einen Rechtsanwalt der Muslimbruderschaft zum Mitglied hat. … Die gesamte Kirche ist in höchstem Maße erzürnt über dieses Komitee. Wir wissen, dass Menschenrechtsaktivisten einen Protestzug zum Militärrat unternehmen werden, um ihrer Ablehnung Ausdruck zu verleihen, dass die Bruderschaft im Komitee integriert ist (51).“

Religionstheoretisch differenziert, wie man bei Roel Meijer (Seite 31) erfährt, Jurist al-Bishri zwischen zwei Formen, den Islam zu leben: Zwischen einem kreativen Ergreifen des Idtschihad, der auf eine permanente Aktualisierung und Realisierung der ewigen, gottgeschaffenen Scharia zielt, einerseits, und zum anderen zwischen der verstaubten Wiederholung in der Manier der Scholastiker, die den Islam der letzten Jahrhunderte konservieren wollen und ihn vom eigentlichen Leben fern halten werden (52).

Die Nestwärme der Bewegung oder auch Hitze der Revolte wird von al-Bishri mit der eiskalten, trockenen, lebensfeindlichen Gelehrsamkeit kontrastiert: Hier seht ihr die Vitalität einer sozialen Revolution, dort die Wirkungslosigkeit der Bücherschränke der Azhar. Was wie ein Aufgreifen des Denkens von al-Maududi oder Sayyid Qutb klingt, vermag al-Bishri indessen bei den zweifelsohne revolutionären Muslimbrüdern nicht pauschal vorzufinden, insbesondere mangele es der Bruderschaft an taʿāmul, koranbasiertem Modus vivendi. Vielleicht sieht der 77 Jahre alte Rechtsfachmann seine Chance, Ägypten diese Alltagstauglichkeit und Anschlussfähigkeit des islamischen Lebensstils zu vermitteln.

Taʾāmul, Islamausbreitung als soziale Interaktion im Hier und Heute.

Ob sich Tariq al-Bishri als muğtahid versteht, als jemand, der den iğtihād praktizieren kann? Die Sehnsucht nach einer Wiederöffnung der vermutlich für alle Sunniten, auch ihre Gelehrten (ʿulamāʾ, sg. ʿālim), etwa seit der Zeit von Abu Hamid al-Ghazali († 1111) verschlossenen „Tore des Idschtihad“ wabert durch viele gegenmoderne Milieus und wird zumeist mit der berüchtigten „Flexibilität der Scharia“ (a great deal of flexibility within Islam’s normative framework) gemeinsam abgepackt und vertrieben.

Wie der Amerikaner Abu Talut schwärmte: „Alle, die sich al-islām widersetzen, bewerten ihn als einen Anachronismus, als einen Dinosaurier, der sich an die sich rasch wandelnde, hoch technisierte heutige Welt nicht anpassen könne. Nichts ist von der Wahrheit weiter entfern! Tatsächlich liegt doch gerade die Schönheit der Scharia von al-islām in ihrer Flexibilität. Die Scharia ist ein Rahmenplan (framework), der für alle Zeiten, Orte und Menschen gültig ist (53).“ Hinter dem Kampfnamen steht Sulaiman A. Dawood, ein Vietnam-Kriegsveteran und Funktionär der Muslims of the Americas.

Wie schrecklich, so wusste es bereits Sayyid Qutb, wenn die wesensgemäß lebendig-flüssige Scharia versteinert, gefriert: „es bleibt historische und religiöse Pflicht, das Islamische Denken vor jeglicher Beschädigung zu retten, und damit vor allem vor der Rigidität des Geistes (mental rigidity, jumûd ‚aqlî).“

Den reaktionären, klassisch orientierten islamischen Gelehrten überlassen, so predigen die globalen Salafisten, drohe der Islam für alle Zeit ins gesellschaftliche Abseits zu geraten: „Statt ein Bestandteil der Vorwärtsbewegung und Ausdehnung zu werden, wird der Glaube in einen Bestandteil der Starrheit (element of rigidity, ʿunṣur ǧumūd, zu ʿunṣur, Element, Faktor, pl. ʿanāṣir, und: Dschumud, Starrheit (54)) umgeformt (55).“

Das Gegenteil von ǧumūd, Bewegungslosigkeit, ist ṭurf, Extremismus (vgl. mutaṭarrif, Extremist). Beide Begriffe sind Bestandteil im (anglisierten) Titel Al-sahwah al-islamiah baina al-gumud wa at-tataruf, The Islamic Renaissance [aṣ-ṣaḥwa, „Erwachen“, awakening] between Inflexibility and Extremism, Autor ist Yusuf al-Qaradawi (1982), und umrahmen die angebliche Menschenfreundlichkeit und seelische Harmonie schariabasierter Politik. Das ist die ab Werk eingebaute Absolution, die automatisierte Unschuldigkeit, die wir im oben genannten Bild von Zentrum (wasaṭ) und Mittigkeit (wasaṭīya) vorgefunden haben.

Zauberhafte Zeiten brächen mit dieser reaktivierten Scharia an, unablässiger Fortschritt und lustvolle politische Entwicklung (engendering continuous progress and development in all spheres of life) würden Faulheit und Stillstand (inertia and stagnation) beenden, wie Muhammad Y. Faruqi (International Islamic University Malaysia, IIUM) uns versichert (56).

Skeptiker werden die Aufnahme des Idschtihad, etymologisch ohnehin über ğ-h-d mit Dschihad verwandt, allerdings wohl eher als das verstehen, was in Deutschland Machtergreifung hieß.

Den schariastaatlichen Entwürfen eines al-Maudidu oder Ayatollah Chomeini mangelt es ja vielleicht an „Flexibilität“, und so stellte sich auch für Tariq al-Bishri vor einem Vierteljahrhundert die (in der Šaʿb am: 14.07.1987, Seite 6 (57)) ausführlich erörterte Frage nach der Verstaatlichung der Seelenrettung am Vorbild der rašidūn (Stellvertreter Allahs), der geheiligten Führer der Rechtleitung erhaltenden Urgemeinde: Sollte denn die Scharia nach der Ära der rechtgeleiteten Kalifen verschwunden sein? Has the Shari’a Disappeared After the Era of the Rightly Guided Caliph?

Eine Frage, die von einem (nichtsäkularen) Muslim gehörig zu beantworten, nämlich empört zu verneinen ist. Da ist doch mehr drin, will der fromme Jurist uns sagen, und uns zur allumfassenden (totalitären) Wiederbelebung des Islamischen Rechts ermuntern. Das war 1987. In den Achtziger Jahren (unter Chefredakteur ‚Adil Hussein) hatte aš-Šaʿb, die seither sozialistisch-islamistisch zu nennende Wochenzeitung der 1978 von Präsident Sadat gegründeten, nachfolgend bereitwillig von der Muslimbruderschaft geprägten Arbeiterpartei, einen allahkratischen Kurs eingeschlagen (58).

1987 ist ein Jahr, an das sich der fromme Betrachter der jüngeren Geschichte Ägyptens und Israels 17 Jahre später genau erinnern kann, wenn es um den paramilitärischen Seelsorger Aḥmad Yāsīn geht, Mitgründer der palästinensischen Islamischen Widerstandsbewegung (Hamas) und damals seit 32 Jahren Muslimbruder.

Von Kolonialismus zur Religion, von außen nach innen, vom Stillstand zu Bewegung. Gesellschaftstheoretiker al-Bishri:

„Hamas entstand im Jahre 1987 mit der Ersten Intifada. Bis dahin war [im Palästinensergebiet gewissermaßen] alles außen geblieben, als sich nun der Geist des Widerstands (spirit of resistance) in Form der Intifada materialisierte, eine [veritable] Ausprägung Islamischer Bewegung (Islamic current) [verwendet wohl at-taiyār, Bewegung, Trend, Strömung (59)]. In diesem Stadium [jedoch] tauchten Widerstand, Führer und Infrastruktur aufweisende Bewegungen von innen auf, allesamt in einem Islamischen Kontext von Märtyrertum und bewaffnetem Widerstand, um eine Besatzung[smacht] anzugehen, die versuchte, die Palästinenser auszulöschen (to eliminate the Palestinians altogether). Das Herz von all diesem war Scheich Yassin! Aus diesem Grunde erleben wir heute die [wohlwollende und allgemeine] Anerkennung dieses Mannes und dessen, wofür er politisch stand (60).“

Allgemeine Menschenrechte sind Oberfläche, Zerrbild und fremder Spuk, ihr Gegenteil, das warme islamische Gemeinschaftsgefühl, steige bitteschön an und setze Terrorismus blühender Innerlichkeit frei. Die Geschichte des zum Islam berufenen Orients, ob sie terroristisch verläuft oder nicht, unterliegt auch hier dem das Denken von Tariq al-Bishri so typisch kennzeichnenden Dualismus von „außen und innen“, verfremdend und ureigen, al-wāfid wal-mawrūṯ.

Im selben Jahr 1987 gelang der ägyptischen Muslimbruderschaft mit Hilfe der genannten Labor Party der Aufbau eines anlässlich der Parlamentswahl antretenden Bündnisses namens Islamic Alliance, das 65 Sitze erringen konnte (61).

Blicken wir nun in die Gegenwart und auf die andere Seite des Mittelmeeres.

CSU-Chef Hans-Peter Friedrich (kathnet 22.12.2009) findet Islam gut, will einen irgendwie europäisierten Islam und orakelt:

„Das könnte auch ein Weg für die Zukunft sein: Ein Islam mit einem europäischen Gesicht, der dann nichts mehr mit Islamismus zu tun hätte. Ich halte den Islamismus für den größten Feind des Islam.“

Mit solchen Leuten kann die Sonne des Kalifats wieder aufgehen. Friedrichs Amtsantritt (2011) als Bundesinnenminister vollzog sich ahnungsvoll am 03. März.

Staatskirchenrechtler Wolfgang Rüfner meint, einen eher unangenehmen Trend der Straßburger Richter zum Säkularismus entdecken zu können. Daraufhin angesprochen, gab Hans-Peter Friedrich ganz den Abendländer, wie versehentlich nach Maßgabe der schariakonformen indisch-pakistanischen Two-Nation Theory:

„Wir können mitunter einen gegenseitigen Prozess von gesellschaftlicher Entwicklung und Rechtsprechung feststellen. Weniger Menschen bekennen sich offen zum christlichen Glauben und zur christlich-abendländischen Kultur. Das führt dann bedauerlicherweise dazu, dass sich auch bei den Richtern eine Relativierung dieser Werte und den dafür stehenden Symbolen festsetzt. Dieser Prozess gibt Anlass zur Sorge. Deshalb wird es Zeit, dass sich Christen wieder stärker zu ihren gemeinsamen Werten, zu ihren gemeinsamen Fundamenten und zu den Symbolen bekennen, die unsere christlich-abendländische Kultur prägen.“

Der religio-kulturellen Abschottung (dem Dhimma-Kalifat) eines in Christenheit und nation of islam gespaltenen Europas wird Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich damit völlig gerecht, die Deutschen sollen über die Barbarei der Scharia hinwegsehen lernen und, The power of positive thinking, die christlich-islamische Wertekongruenz lobpreisen:

„Wir als Christen müssen keine Angst [vor dem Islam] haben. … Das Bewusstwerden der eigenen geistigen Fundamente und Werte bedeutet nicht automatisch Abgrenzung im Sinne von Polarisieren. Es geht auch um die Entdeckung der eigenen Werte und der Gemeinsamkeiten mit anderen Religionen. Um das Verbindende, nicht das Trennende – zwischen den Religionen und Überzeugungsgemeinschaften. Dazu muss man aber doch die eigene Identität kennen (62).“

Damit dürfen oder vielmehr müssen die Angehörigen der legalisierten muslimischen Spezies, Irans Theoretiker der Entwestlichung Ali Schariati wäre hoch zufrieden, ihre eigenen „Werte“ haben, die offensichtlich nicht außereuropäisch, nicht „orientalisch“ genug sein können, um die gewünschte Gesamtgesellschaft bzw. Gesamtstaatlichkeit (Deutsche Islam-Konferenz, DIK) überhaupt erst herzustellen.

Die Deutsche Islam-Konferenz scheint die moralisch-sittliche und damit, bald darauf, auch die schariakonforme rechtliche Zerlegung des Staatsvolkes in zwei Religionsvölker anzustreben und bekennt: „Die Deutsche Islam Konferenz (DIK) wurde als eine gesamtstaatliche Dialogplattform zur Pflege der Beziehungen zwischen dem deutschen Staat und den Muslimen in Deutschland im September 2006 eingerichtet (63).“

Wieder und wieder verwenden Islambeschwichtiger die Worte gesamtstaatlich (DIK; Mathias Rohe) oder gesamtgesellschaftlich (64). Der die DIK bis heute prägende Jurist Rohe weiß, dass Allah im Jenseits und Diesseits auf genau geschiedene Sorten Mensch (Menschensorten) großen Wert legt und meint zur Lage in Kanada:

„Das Familienrecht Kanadas ist teils durch Gesetze der Provinzen, teils durch gesamtstaatliches Recht geregelt.“

Die indisch-pakistanische Zwei-Nationen-Theorie berührend führt der Jurist und islambezogene deutsche Regierungsberater im selben Buch aus: „Bei den Muslimen kam der Wunsch nach Teilung auf, weil sie ihre Interessen an Schutz und Teilhabe im Gesamtstaat nicht hinreichend gewahrt sahen (65).“

Aus einer grenzenlosen Bejahung des angeblichen muslimischen Andersseins wird muslimseitig ein vornehmer Ekel vor dem „Westen“ entsprießen müssen … mitten in unseren Innenstädten und durchaus im Sinne der Muslimbrüder und Millî-Görüş-Bewegten. Eigentlich kann und darf ein deutscher Innenminister einen solchen Vorgang der Segregation nicht wollen.

Gleichnishaft den physikalischen Zustand einer Grenzflächenschicht heranziehend, könnte man bei der islamzentrierten Abkehr vom säkularen Staat von steigender Abhäsion reden, von einem Verlust an Adhäsionskraft und Haftung. Pädagogen und Sozialarbeiter bedauern (hoffentlich) diesen Verlust an Integrationsbereitschaft bzw. Integrationsfähigkeit, Historiker schreiben, etwa über das zuerst politisiert sittliche und alsbald territoriale Herausbrechen Pakistans und Bangladeschs aus dem indischen Subkontinent, von Separatismus und Sezession.

Die ansteigende Apartheid zweier einander abstoßenden Sphären an Weltgefühl und Menschenbild, von zwei Milieus der Sozialisation, wird das sinkend säkulare Europa der Glaubensnationen, muslimisch und nichtmuslimisch, langsam und ungerührt auseinander treiben lassen wie die atlantischen Erdkontinente der Plattentektonik.

Proislamisten wie Udo Steinbach („einen konstruktiven Zugang zur islamischen Welt insgesamt zu finden“ (66)) fordern von uns einen „konstruktiven“ Umgang mit dem Islam, jeder Islamkritiker agiert in dieser Logik destruktiv, verhält sich unsittlich.

Geologie und Forschung zur Verschiebung der Kontinente kennen den Begriff Konstruktive (Divergierende) Plattengrenzen. Beim verstaatlichten Schariabeschönigen „baut sich etwas auf“: Der koranbasierte Halbstaat oder vielmehr Kontraststaat, die Gegenmoderne der Schariagesellschaft wird „konstruktiv“ … konstruiert.

Prinzip Ridge-Push (67). Vom Staatsbürger zum Angehörigen des immer „konstruktiver“ werdenden ethnoreligiösen Kollektivs. Die gedoppelte Bevölkerung treibt auseinander, die plangemäß wachsende Kluft überbrückt uns der zauberische „Dialog der Religionen“ (68).

Zwischenbilanz zieht das Strategiegespräch in Militärrat und Islamkonferenz.

Wie in Kairo, so in Berlin.

Jacques Auvergne

(1) Art.2. Islam is the Religion of the State. Arabic is its official language, and the principal source of legislation is Islamic Jurisprudence (Sharia). Art.3. Sovereignty is for the people alone who will practise and protect this sovereignty and safeguard national unity in the manner specified by the Constitution

http://www.egypt.gov.eg/english/laws/constitution/chp_one/part_one.aspx

(2). Art.40. All citizens are equal before the law. They have equal public rights and duties without discrimination due to sex, ethnic origin, language, religion or creed.

http://www.egypt.gov.eg/english/laws/constitution/chp_three/part_one.aspx

(3) Ahmed al-Tayeb (aṭ-Ṭaiyib), amtierender Chef der Azhar

http://www.aawsat.com/2010/04/13/images/religion1.565004.jpg

http://www.masreat.com/wp-content/uploads/2010/05/a7mad-altaib-51-1.jpg

(4) Bis zu seinem Tod im Jahr 2010 ranghöchster Azhar-Scheich: Tantawi (Muḥammad Saiyid Ṭanṭāwī). Scheich Tantawi bewunderte den Altkommunisten, Freund des interreligiösen Dialogs und 1982 zum Islam konvertierten Holocaustleugner Roger Garaudy, der Preisgelder vom libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi (2002) und von König Faisal (1986) annahm, und förderte die Verbreitung einer antisemitischen Schrift (Die grundlegenden Mythen der israelischen Politik, 1995) des nachfolgend zu 6 Monaten Haft (Bewährung) und 30.000 FF verurteilten Franzosen.

http://www.hagalil.com/archiv/98/12/garaudy.htm

(5) Tariq al-Bishry (Tariq el-Bishry)

http://www.onislam.net/arabic/oimedia/onislamar/images/mainimages/%D8%B7%D8%A7%D8%B1%D9%82%20%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%B4%D8%B1%D9%8A_05_09_2010.jpg

http://ar.mideastyouth.com//wp-content/uploads/ph%D8%A8%D8%A8oto.aspx_.jpg

http://arbnews.net/wp-content/uploads/2011/02/1_1042567_1_34-251×200.jpg

(6) Schura, von Allahbewusstsein getragene irdische Politikfindung. Sadek Jawad Sulaiman: „Shura constitutes one of the four cardinal principles in the Islamic perspective on socio-political organization. The other three are justice, equality, and human dignity. Shura is also a central issue in the on-going debate among Muslims over political reform.”

http://www.alhewar.com/SadekShura.htm

Den Vortrag über die Schura hielt der einstige Botschafter des Oman am Al-Hewar-Zentrum, das der westlichen Monopolisierung alles Arabischen (a common intra-Arab perspective) dient. Das Zentrum ist in der virginischen Metropolregion von Washington ansässig, in der wohlhabenden, idyllischen Kleinstadt Vienna (VA 22183, USA). Arab and Muslim dialogue with Americans. However, before this dialogue can take place, the Arabs must reach an understanding and a consensus about their own identity before they can present it to others. AL-HEWAR CENTER. The Center for Arab Culture and Dialogue.

http://www.alhewar.com/center.html

Ebenfalls in Vienna (15.000 Einwohner) gelegen: The Islamic Heritage Center is a fully functional mosque located at 262 A3 Cedar Lane SE, Vienna, VA 22180 founded by Sheikh-Dr. Nabil Zahr in 2001. The Islamic Heritage Center is a nonprofit organization focused on servicing the needs of the Muslim community in the Washington Metropolitan Area

http://www.ihcproject.com/

Sunna extrem, it`s american: Das Islamic Heritage Center steht dem Hanbaliten Bin Baz nicht fern. “Sheikh Abu-AbdulRahman, also known as Dr. Nabil Zahr (May Allah Preserve him) is one of the prominent Islamic scholars of his time. Born in Egypt, he memorized the Qur’an at an early age and studied under some of the most knowledgeable scholars of his time including: Sheikh Muqbil bin Haadee al-Waadi’ee, and Sheikh ‚Abd al-‚Aziz ibn Baaz (May Allah Grant them Mercy). Beside the above mentioned scholars, Sheikh Abu-AbdelRahman received his education from Al-Azhr University and Aien Shams University – School of Medicine. As a practicing physician in Egypt and Kuwait, Sheikh Abu AbduRahman dedicated his free time to spread the authentic knowledge of the religion of Allah. Sheikh Abu AbdulRahman was an Imam and teacher of a great number of students from inside and outside Egypt and Kuwait which studied Hadith, Fiqh, Aqeedah, Tafsier, and Sieerah under him. … In giving religious verdicts, Sheikh Abu AbduRahman’s Fataawa (i.e., rulings/verdicts) are based on the Manhaj of Ahlu Sunnah wal Jamaa’ah.

http://www.ihcproject.com/index.php/sheikh-dr-nabil-zahr-abu-abdulrahman-bio

Al-Shaoukanee ist dabei Imam al-Shawkani (1759–1834), ein jemenitischer Religionsgelehrter (Rechtsgelehrter), der vor zwei Jahrhunderten lebte. Al-Darariee Al-Mudieah = al-Darari al-Mudhiyah. Für seine Transzendierung (Salafisierung) der Rechtsschulen wird er bei ISLAM AWAKENING verehrt.

http://forums.islamicawakening.com/f20/why-is-salafiism-associated-being-anti-madhabi-3391/

Als indischer und pakistanischer (Kaschmir, dort vor allem in der auch Klein-Tibet genannten Gebirgsregion Baltistan) Ableger der Bewegung der Wahhabiten darf die nach 1832 unter Einfluss des jemenitischen Gelehrten Mohammed al-Schaukani (aš-Šaukānī; engl.: Muhammad ash-Shawkani) entstandene und an ibn Taymiyya (bin Taimīya, † 1263) sowie am extrem puritanischen, die vier sunnitischen Rechtsschulen als „Neuerung“ (bid’a) ablehnenden Schah ad-Dihlawi (ad-Dahlawî, ad-Dehlawî, Dehlvi, geboren im nordindischen Uttar Pradesh 1703, † 1762) orientierte Glaubensbewegung Ahl-i Hadīṯ gelten. Der erste Anstifter des Wahhabismus, Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhab († 1792) wurde ebenfalls vom mittelalterlichen bin Taimīya beeinflusst, den man als Hanbaliten einschätzen darf. Schaukani (wasn’t Imam Shawkani an ex-zaidi?) stammt von den Quraisch ab, wurde als Fünferschiit (Zaidit, wie zeitweise der Islamkenner Sven Kalisch) in der Nähe des jemenitischen Sanaa (Ṣanʿā) geboren und konvertierte zum sunnitischen Islam, wo er den hanafitischen Fiqh praktizierte. Neben al-Wahhab dürfte der globale islamische Revivalismus einige Triebkraft von Denkern wie aš-Šaukānī und ad-Dihlawī erhalten haben und immer noch erhalten, obschon die so genannten Salafisten den Islam keineswegs falsch verstehen, und, Glauben ist Gehorsam, es aus Allahs Sicht sowieso keinen Unterschied zwischen Islam (Theorie) und Islamismus (Praxis) gibt. In Form von frommen Schriften hat der als Imam Shaukani oder Qadi Shawkani Geehrte Rechtleitung hinterlassen, starke Fußspuren der Anweisung, deren genaues Nachschreiten dir, vielleicht, den Teufel vom Leib hält:

http://www.google.de/search?tbm=bks&tbo=1&q=The+influence+of+Shaukani&btnG=Nach+B%C3%BCchern+suchen

http://www.google.de/search?hl=de&tbo=1&tbs=bks%3A1&q=influence+Shawkani&aq=f&aqi=&aql=&oq=

(7) Charles Dalrymple Belgrave (1894–1969) wurde oft schlicht und respektvoll „Mustašār“ genannt. Adviser to the Bahraini ruling family (1926-1957). Sir Charles D. Belgrave (R) and Sheikh Sir Sulman, conferring aboard a launch.

http://www.life.com/image/50531456

Sir Charles D. Belgrave (C) and Max W. Thornburg (L), enjoying a laugh while Sheikh Sir Sulman is speaking

http://www.life.com/image/50531440

Sir Charles D. Belgrave smoking a cigar.

http://www.life.com/image/50531426

(8) Tariq al-Bishri, gemäßigt radikal: … a moderate Islamist, an honest figure, and a former secular leftist who is a “bridge” between secular political figures and the Muslim Brothers.

http://nisralnasr.blogspot.com/2011/02/tariq-al-bishri-and-constitutional.html

Statt humaner Faschist moderater Islamist: Tariq al-Bishri. In seiner Dissertation: Political Opposition and Authoritarian Rule in Egypt) schreibt Holger Albrecht: the thinking of moderate Islamist intellectuals, the most important of whom are Yusuf al-Qaradawi (based in Qatar), Tareq al-Bishri (a well-respected former judge), Muhammad Salim al-Awwa (a prominent Wasat Party intellectual), and Kamal Abul Magd (cf. Rutherford 2006). A new dynamic seems to have taken root among the younger generation of Islamist activists, in particular at the country’s universities. Islamist thinking is here increasingly associated and combined with Western ideas of modernity, efficiency, and management.

http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=997839422&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=997839422.pdf

(9) Turāṯ, angl. Turâth, gottgewollte Erbschaft. JPC: The Arabic word „turath“ carries complex ideological connotations, the word has the sense of “ heritage“, „legacy“ and “ culture“. The turath does not only imply the history of a tradition that extends to the present; it also convys the active sense of seeking to shape a political present by interpreting its identity in terms of a particular image of its past. UNIVERSITY OF TEHRAN – ELECTRONIC JOURNALIST DATABASE.

http://journals.ut.ac.ir/page/article-frame.html?articleId=160354

Association Tourath, Guerrara (Ġardāya / Ghardaïa / Tagherdayt), M’zab, Algérie. Die Banī Mīzāb oder Mozabiten gehören zu den letzten Charidschiten, der neben Sunniten und Schiiten dritten Glaubensströmung des Islam, die heute vor allem im Oman („Ibaditen“) präsent ist. Scheich der Ibaditen Cherifi Saïd Ben Belhadj genannt Scheich Addoun († 2004).

http://www.tourath.org/ar/index.php

LIBERTÉ, 03.11.2004. Une des grandes figures de l’Islam et du rite ibadite en Algérie, le Cheikh Addoun est décédé, hier à l’aube, à Guerrarra

http://www.djazairess.com/fr/liberte/30652

„turaath“

http://www.turathdecor.com/resources/turath1.jpg

Freundin des Mondes. Ensemble Turath.

http://folkmusicsmb.blogspot.com/2011/02/hermana-de-la-luna-al-turath-ensemble.html

(10) Professor Lee ist Politikwissenschaftler am Colorado College. Nor should „tradition“ in this sense be confused with the Islamic turāth, a term often translated as „tradition“ and used to mean the entirety of the Islamic experience, aus: Robert D. Lee: Overcoming Tradition and Modernity: The Search for Islamic Authenticity (1997).

http://www.questia.com/PM.qst?a=o&docId=9029590

(11) Hasan Hanafi, turāṯ (Erbe, mirāṯ) als (schariastrebsame) Kenntnis der eigenen kulturellen Wurzeln, the connection of the own cultural roots with striving for a new, better modern trend conception.

http://www.worldlingo.com/ma/dewiki/en/Moderne_Islamische_Philosophie

(12) Ein linker Islam? Ausschnitte aus dem fast zwei Jahrzehnte alten Vortrag von Ḥasan Ḥanafī »Die Aktualität eines ‘linken Islam’« (aus: »Gesichter des Islam, 2. Orient-Tagung im Haus der Kulturen der Welt«, 10.-12.12.1991, bei: Verlag Haus der Kulturen der Welt (Hg.), Berlin 1992) kommentiert Jacques Auvergne.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/06/30/176/

(13) Hasan Hanafi auf »Ein gemeinsames Wort zwischen uns und euch«

http://www.gemeindenetzwerk.org/?p=1701

(14) Hasan Hanafi 2008 an der Uni Frankfurt. Möglichkeiten und Grenzen eines europäischen Islam.

http://www.gefis-online.de/index.php4?nlev1=4&nlev2=40

(15) Allahs ägyptischer Philosoph kennt die Lösung für das krisengeschüttelte Europa: Mehr Islam! Hasan Hanafi der moderate Islamist. 22.03.2007, Bassam Tibi: Europeanisation, not Islamisation. Weltbürger Tibi träumt von einem Islam ohne Scharia, leider nennt er die Scharia salafistisch und nicht orthodox islamisch: “But I say there can be no Europeanising of Islam unless Salafist concepts like Sharia and Jihad are abandoned through cultural-religious reforms, and this goes too for the vision of Islamisation through Da’awa and Hidjra.”

http://www.campus-watch.org/article/id/3154

(16) Azzam Tamimi, London.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bc/Azzam_Tamimi.JPG

Dr. Azzam Tamimi’s Palestine presentation at University of Birmingham (1/4). Dr. Azzam Tamimi was hosted by the University of Birmingham Islamic Society on 20-01-2010 to present at their conference entitled: „In Pursuit of Justice: Remember Gaza“

http://www.youtube.com/azzamtamimi

Discover The Networks nennt Tatsachen zu Azzam Tamimi. Al-Tamimi describes himself as a „sympathizer and supporter“ of Hamas. … e feels a profound hatred for Israel, advocating the Jewish state’s destruction and elimination from the face of the earth as the only acceptable resolution to the Mideast conflict. He passionately endorses the actions of Palestinian suicide bombers; he strongly supports Hamas, Hezbollah, and Islamic Jihad; and he blames the United States for having invited the 9/11 attacks with its allegedly unjust foreign policies.

http://www.discoverthenetworks.org/individualProfile.asp?indid=1756

(17) Patrick Bahners will die Scharia legalisieren: „zivile Verhältnisse mit Rechtsschutz für Andersgläubige. (…) Scharia (…), sich einen Staat wünschen, der in Übereinstimmung mit Gottes Geboten die Gesetze macht. Der Rechtsphilosoph Tarik al-Bischri (…) wirbt für die Religionsfreiheit als islamische Tradition (…). Eine islamische Demokratie (…) kein Ding der Unmöglichkeit (ooo).“ DER SPIEGEL, 21.02.2011.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-77108578.html

(18) Bevölkerungsspalter Werner Höbsch. Mehr “Dialog” zwischen Nation of Islam und abendländischer Christenheit. Bei: Peter Wensierski, in: SPIEGEL SPECIAL 2/2008

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-56323078.html

(19) Khaled Saeed (Ḫālid Saʿīd), polizeilich ermordeter Blogger aus Ägypten

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/arz/e/e3/Khaled_mohmed_sa3ed.jpg

(20) Die Ikhwan al-Muslimun (Muslim Brotherhood) springt auf den fahrenden Zug des ägyptischen Protests bzw. hatte ihn mit vielen anderen Kräften mit angeschoben. Mit Beileidsbekundungen, Genesungswünschen und dem Ruf nach Eintracht und Gerechtigkeit jedenfalls legt man staatsmännische Gelassenheit an den Tag: „The MB, who is participating in these events, is expressing their appreciation of the efforts of the Egyptian people. … The peaceful and civilized movement of the Egyptian people, which started on January 25, must continue against the corruption, oppression and injustices until its demands of legitimate reform are achieved“ (The Muslim Brotherhood, 26.01.2011)

http://ikhwanweb.com/article.php?id=27937

(21) Stichwort amendments, Verfassungszusätze. Aus Kairo berichtet Marwa Awad: „Tariq al-Bishri, head of the judicial committee formed by Egypt’s ruling military council, said the amendments to be put to a public referendum“, für REUTERS am 26.02.1011.

http://www.reuters.com/article/2011/02/26/us-egypt-constitution-presidency-idUSTRE71P17Q20110226

Noch zu amendments. Mona El-Naggar und Dawlat Magdy für THE NEW YORK TIMES:

Islam Lotfi, a lawyer and member of the Muslim Brotherhood Youth who was also among the organizers of the revolution, said the coalition of young leaders had encouraged the military leaders to quickly pass a package of essential amendments to the Egyptian Constitution so that the country could hold credible elections. Then a new Parliament might reopen the question of a broader overhaul.

“When we have a good Parliament, they should revisit the Constitution but it is wise not to let a new Constitution come out during a military period,” Mr. Lotfi said. “It would be somehow fascist.”

http://www.nytimes.com/2011/02/16/world/middleeast/16egypt.html

Kräftig islamisierte amendments (hier: Verfassungszusätze) sollten wir allerdings nicht unterschätzen. The Labor Party’s platform considers Islam as the point of reference for a system of governance and calls for constitutional amendments that explicitly acknowledge Egypt’s Islamic identity. Eben, wozu arbeitet al-Bishri denn so fleißig?

http://egyptelections.carnegieendowment.org/2010/09/13/socialist-labor-party

(22) Islamkenner Baradei antwortet auf die Frage: „Sind Islam und Demokratie vereinbar?“ mit einem glitschigen: „Der Islam ist wie jede Religion das, was man daraus macht.“, nun, Allahgott dürfte da etwas anspruchsvoller sein. „Man muss mit den Muslimbrüdern intellektuell nicht übereinstimmen, aber sie sind nun einmal Teil der Gesellschaft und haben das Recht, an ihr teilzunehmen.“, findet el-Baradei. Interview: Gero von Randow und Michael Thumann, DIE ZEIT 2010, hier bei den regierungsnahen Schariafreunden von QANTARA

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-1357/i.html

(23) Horst Köhler. Bundesverdienstkreuz (Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland) für den Schura-Lobbyisten und MB-Integrierer el-Baradei.

http://www.bundespraesident.de/Reden-und-Interviews/Reden-Horst-Koehler-,12213.662472/Visionaer-fuer-eine-Menschheit.htm

Horst Köhler: Ich kenne den Islam als im Kern friedliche Religion, die in sich ruht, ihre eigene Berechtigung und Geschichte hat. Respekt muss uns leiten, wenn wir über den Islam diskutieren.

http://www.bundespraesident.de/-,2.663792/Friedensstiftende-Begegnungen-.htm

03.03.1924, das Ende der Seelen rettenden Regierungsweise. Abolition of the office of Caliphate held by the Ottoman Caliphate

http://en.wikipedia.org/wiki/Atat%C3%BCrk%27s_Reforms#Secularism

Her Imperial Highness The Princess Fatma Neslişah (or Nazlishah in Arabic) Osmanoğlu Sultan, Imperial Princess of the Ottoman Empire and Princess of Egypt … She grew up in Nice, France after being exiled since she was 3 years old, when the Ottoman family left Istanbul.

http://en.wikipedia.org/wiki/Fatma_Nesli%C5%9Fah

HRH Prince Muhammad Abdel Moneim. Prince Muhammad Abdul Moneim was born at the Montaza Palace, near Alexandria. His father Abbas II was the reigning Khedive and so Prince Muhammad Abdul Moneim became heir apparent immediately following his birth and was given with title Hereditary Prince. He was educated at Fribourg, Switzerland.

http://en.wikipedia.org/wiki/Prince_Muhammad_Abdel_Moneim

Der Montazapalast (Qaṣr Muntaza), Alexandria, Ägypten

http://www.conferencegypt.com/upload/image/Montaza-Palace%281%29.jpg

(24) Hosni Mubarak, Foto

http://img4.allvoices.com/thumbs/event/609/480/54691653-hosni-mubarak.jpg

(25) Militärrat, Zusammensetzung. Veröffentlicht von Issandr El Amrani, bei: THE ARABIST. Egypt`s Military Council in a diagram.

http://www.arabist.net/storage/uploads/SCAF.pdf

Issandr El Amrani

http://www.arabist.net/amrani/

THE ARABIST

http://www.arabist.net/

(26) Army Council (Supreme Council of the Armed Forces, Militärrat)

http://www.sis.gov.eg/En/Story.aspx?sid=53702

(27) Abu al-Ula Madi (Abul `Ula Madi, Abu Elela Mady). Soziale Fragen Ägyptens berühren sicherlich die Themen Kultur und Dialog, und da ist ein Parteigründer und Muslimbruder vielleicht der richtige Mann, wenn man den Juden, Christen, Atheisten und Frauen die AEMR auf Dauer unzugänglich halten will: Chairman of the board Egyptian Asociation for Culture & Dialogue: Abu Al Ula Madi

http://egyptwww.com/en/more.php?mode=view_item&sub=1303&item=40065

WASAT-Partei, Homapage

http://www.alwasatparty.com/

Die Brüder der Partei WASAT stellen einen bei der schariafreundlichen Seite QANTARA veröffentlichen Text von Jürgen Stryjak ein

http://www.alwasatparty.com/modules.php?file=article&name=News&sid=104

Abu Elela Mady = Abu al-Ula Madi. Vor sieben Jahren, 2004. THE STORY OF a political movement called Al-Wasat, meaning middle or center, begins with a younger generation of activists who brought new political vigor to the Muslim Brotherhood, but later clashed with its elder leaders. They broke away in 1995 and launched a party with an Islamic perspective

http://www.alwasatparty.com/modules.php?name=News&file=article&sid=100

Die Muslimbruderschaft (ikhwanweb) zitiert den über die Muslimbrüder forschenden Professor Emad El-Din Shahin, der in Harvard und an der Amerikanischen Universität zu Kairo lehrt: Members of the Wasat Party included Abul-`Ula Madi, representative of the founders; and leading members Amr Farid and Hossam Khalaf … Some views are more qualified. In the words of Mahmud Ghozlan, member of the Guidance Bureau, Europe “does not present a model of democracy for me”. Similarly, Ali Abd al-Fattah, member of the Press Syndicate Board, qualifies his answer by saying that “Europe does not present an ideal model for democracy”. Wasat views of Europe as a democratic model were largely positive. Abul-`Ula Madi, representative of the Wasat founders, responded with an unqualified, “Yes”; Amr Farid, “Yes, with some reservation”; and Hossam Khalaf, “Yes, with regards to the electoral system and the transfer of power.

http://www.ikhwanweb.com/uploads/lib/R3E6346T3H4DYM6.pdf

Kopftuchdschihad. 2.4 Muslim Minority Rights within Europe. The interviews carried out with Egyptian Islamists revealed that concern has grown over what is perceived to be discrimination in at least some member states against Muslim minorities. Habib asserted that on this issue “each European state is different. However, there is clear racism in dealing with certain issues as in the case of France and Britain”. Ghozlan, on the other hand, attested to clear violations of Muslim rights throughout Europe

http://www.ikhwanweb.com/uploads/lib/R3E6346T3H4DYM6.pdf

(28) Reaffirming the social and moral characteristics of Arab-Islamic civilization. Supporting efforts to resolve the Palestinian question.

http://egyptelections.carnegieendowment.org/2010/09/16/center-al-wasat-party

(29) Nach Yaaqov Lappin (THE JERUSALEM POST, 02.01.2011) empfehle der hochrangige Muslimbruder Muhammad Ghannem die Vorbereitung eines Krieges gegen Israel.

http://www.jpost.com/Headlines/Article.aspx?id=206130

Tzvi Ben Gedalyahu, ebenfalls am 02.01.2011, schreibt auf ARUTZ SHEVA: „Many Western analysts agree that the Muslim Brotherhood and Hamas are one and the same. One leading Brotherhood cleric has said: „Kill Jews – to the very last one.” A Brotherhood takeover of Egypt would strengthen Hamas in Gaza. Another Brotherhood leader told an Arab language newspaper Monday that Egyptians “should prepare for war against Israel.“ The Muslim Brotherhood and Hamas are rooted in the same ideology.”

http://www.israelnationalnews.com/News/news.aspx/142072

(30) Der ägyptischstämmige Herr Mohammed Ghannem ist ja vielleicht mit Mister Ghanem aus der britischen Hauptstadt identisch, der, wie MEMRI am 15.11.2010 berichtet, Ägypten den Medien des Iran gegenüber (Al-Alam, Iranian news network) kritisiert. Mohammed Ghanem, representative of the Muslim Brotherhood in the UK. Bei: The Global Muslim Brotherhood Daily Report (GMBDR), admin @ June 2, 2007.

http://globalmbreport.org/?p=3847

MEMRI, 01.12.2010. Mohammad Ghanem, Muslim Brotherhood Representative in the UK: The Egyptian Regime is a Dictatorship.

http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/4803.htm

(31) Hizb-ut-Tahrir gibt eine echt islamische Erklärung zur Lage in Ägypten ab:

„Obwohl der Westen unentwegt von Demokratie und Freiheit spricht und den Muslimen diese aufzwingen möchte, bleibt er zurückhaltend bis ablehnend, wenn es tatsächlich darum geht, freie Wahlen in der islamischen Welt einzuführen. Dieses widersprüchliche Verhalten hat damit zu tun, dass die Unterstützung wahrer demokratischer Verhältnisse dazu führen wird, dass die Muslime die Freiheit in der Form wahrnehmen, dass sie sich mehrheitlich für den Islam entscheiden und das islamische System wählen. Das Problem des Westens besteht also vor allem darin, dass die Muslime trotz aller Verlockungen der Freiheit in ihrer Mehrheit am Islam festhalten werden.

Freie Wahlen in der islamischen Welt würden demnach zugunsten des Islam ausfallen. Beispiele hierzu hat es bereits gegeben, etwa in Algerien, als sich bei den Parlamentswahlen 1991/92 der Sieg der Islamischen Heilsfront (FIS) abzeichnete, oder auch in Palästina, als die Wahl in den so genannten Autonomiegebieten 2006 zugunsten der Hamas ausfiel. Solche Wahlergebnisse möchten die USA unter allen Umständen in Ägypten vermeiden. Dies ist nur möglich, wenn man einen echten Volksentscheid in Ägypten von Grund auf verhindert und es gar nicht erst dazu kommen lässt.

Der Westen begründet seine Skepsis zu freien Wahlen in der islamischen Welt natürlich damit, dass die Muslime den politischen Islam wählen würden und dadurch die so genannten „Islamisten“ an die Macht kämen. Daher sei es besser, die diktatorischen Regime in der islamischen Welt weiterhin zu stützen, die den Islam unterdrücken. Dass damit zur gleichen Zeit der freie Wille der Menschen unterdrückt wird, interessiert den „demokratischen“ Westen nicht, solange seine eigenen Interessen dadurch gewahrt bleiben.

Vor allem Israel fürchtet sich vor freien Wahlen in Ägypten und hat dies auch offen bekundet. Sollten die Ägypter nämlich frei wählen dürfen, verlöre Israel seinen Hauptverbündeten in der islamischen Welt. Bislang hielt Mubarak in seiner Rolle als Wachhund den Israelis an der Südgrenze den Rücken frei, so dass sie sich militärisch vollkommen auf die Besetzung des Westjordanlandes, auf die Hizbollah im Norden und auf die Blockade des Gazastreifens konzentrieren konnten. Anders ausgedrückt, sind die Verbrechen Israels ausschließlich durch Mubarak möglich. …

Auf Dauer wird der Westen seine Marionettenregime in der islamischen Welt nicht halten können. Die Umma hat sich in Bewegung gesetzt und wartet nicht mehr auf die Erlaubnis des Westens, ihrem Willen Geltung zu verschaffen und jenes System zu wählen, das Allah (t) ihr vorgegeben hat. Längst hat sich die Umma für den Islam und das islamische System entschieden. Weil der Westen diese Tatsache kennt, verhindert er freie Wahlen in der islamischen Welt, um dieser Entscheidung keine demokratische Legitimität zu verleihen, die ihn dazu nötigen würde, die Mehrheitsentscheidung der Umma zu akzeptieren. Für die Muslime sollte die Haltung des Westens jedoch irrelevant sein, denn die Umsetzung des islamischen Systems erfolgt nicht über den Weg der Demokratie und wartet nicht auf das Wohlwollen des Westens und die Erlaubnis, freie Wahlen abhalten zu dürfen. Die Muslime sind selbst die Hauptakteure, die das Kartenhaus der Diktatoren in der gesamten islamischen Welt niederreißen müssen – die ersten Karten sind bereits gefallen –, um das falsche System durch das richtige zu ersetzen. Früher oder später wird der islamische Staat durch die Anstrengungen der Umma Realität, ob es dem Westen gefällt oder nicht.“

http://www.die-einheit.org/index.php?option=com_k2&view=item&id=1599:kommentar-die-angst-der-westm%C3%A4chte-vor-freien-wahlen-in-%C3%A4gypten&Itemid=202

(32) Tariq al-Bishris Vater Abd al-Fattah al-Bishri war bis zu seinem Tode, bis 1951, Präsident des ägyptischen Appellationsgerichtshofes.

Der Großvater, Salim al-Bishri, war Azhar-Scheich.

http://www.sunnah.org/history/Scholars/bishri.gif

His grandfather, Sheikh Selim El-Bishri, was a Sheikh of Al-Azhar and his father, Abdel-Fatah El-Bishri, head of the Court of Cassation

http://aeamisr.org/news/tarek-el-bishri-a-call-for-civil-disobedience/

Die Scheiche der Azhar, aš-Šuyūḫu l-Azhar. 27. [ 1900 – 1904 ] Shaykh Selim al-Bishri.

http://www.sunnah.org/history/Scholars/mashaykh_azhar.htm

Salim al-Bishri al-Maliki (Salīm al-Bišrī al-Malikī, * ?, † 1916) lehrte von 1900-1904 an der Azhar und noch einmal von 1909-1916. Scheich al-Bischri genießt unter Schiiten hohe Wertschätzung, da er als einer von damals wenigen Sunniten den Dialog mit der Geschwisterkonfession suchte. ESLAM: „nicht in der Art einer in der Geschichte schon bedauerlicherweise oft erfolgten hasserfüllten Debatte sondern mit dem aufrichtigen Wunsch, sich der Wahrheit anzunähern und den Standpunkt der Schiiten besser zu verstehen.“

http://www.eslam.de/begriffe/b/bischri.htm

Schiitischer Gesprächspartner war Sayyid Abdalhussain Scharaffuddin al-Musawi (1872-1957), der Briefwechsel der beiden Gelehrten ist als »Die Konsultation (al-Muraǧaʿāt)« bekannt, wie sich die Seite ESLAM erinnert.

http://www.eslam.de/begriffe/k/konsultation.htm

Engagierten heutigen Sunniten war der 1916 verstorbene Scheich al-Bishri allerdings möglicherweise zu höflich, drei Hanafiten legen los, der erste nennt die Korrespondenz (The Muraaja`aat) schiitische Propagandaliteratur (Shi`i propaganda literature), der zweite beruft sich auf Scheich Dschibril, der gesagt habe, dass niemand mehr lüge als die Schiiten (Shaykh Gibril reported a saying of early hadith scholars to the effect that „Nobody lies more than the Rafidis.“) und der dritte, Sympathisant der Deobandi-Strömung, führt Tirmidhi als Zeugen dafür an, dass asch-Schafi’i (aš-Šāfiʿī; 767-820) gesagt habe, dass niemand schlimmer lüge als die Abweichler von der Schia (I have not seen among the heretics a people more famous for falsehood than the Rafidi Shias).

http://www.sunniforum.com/forum/showthread.php?26932-The-Muraaja-aat-Shi-i-Propaganda-Literature&s=720e40ee73168cd69fa5a887a0bcd582

(33) Bewährungshelfer Stryjak. Damit sie nicht sauer werden und zur Revolution schreiten, sollen wir doch bitteschön Ägyptens radikale Kalifatsfreunde gleich jetzt an der Macht beteiligen. QANTARA publiziert so was (Rubrik: Reformislam).

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-578/_nr-9/_p-1/i.html

Naturbegriff Idyll, Löwe und Lamm. Kind, mal`s dir schön. Die interreligiöse Bambi-Wildnis, der Bambi-Islam. Kitsch-Andalusien und Reformislam gibt`s nicht in natura, aber bei Qantara.

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-578/i.html

(34) Thomas Bauer: „So ist aus der Muslimbrüderschaft die Partei al-Wasat „Die Mitte“ hervorgegangen, die sich als moderne islamdemokratische Partei versteht. Einer ihrer Gründungsväter war kein anderer als Tariq al-Bishri. Doch sein Engagement war einstweilen vergebens: Die Partei hat sich mehrmals um ihre offizielle Zulassung bemüht – doch vergebens.

http://arabistikwwu.blogspot.com/2011/02/tariq-al-bishri-islamdemokrat-und.html

Thomas Bauer

http://arabistikwwu.blogspot.com/p/beitragende.html

Jürgen Stryjak (2004) zitiert auf der islamverliebten Seite QANTARA den Wasat-Parteigründer: „Was ist das ganze Gerede von politischen Reformen wert“, fragt Abu al-Ula Madi, „wenn man nicht einmal damit beginnt, neue Parteien zuzulassen?“

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-578/_nr-9/_p-1/i.html

(35) Maududi und das demokratische Kalifat. Die Theo-Demokratie.

http://en.wikipedia.org/wiki/Abul_Ala_Maududi#Islamic_state

Theodemocracy is a political system that combines elements of theocracy and democracy.

http://en.wikipedia.org/wiki/Theodemocracy

Islamic democracy

http://en.wikipedia.org/wiki/Islamic_democracy

Religious democracy. Dänemark, Norwegen, … Afghanistan, Iran.

http://en.wikipedia.org/wiki/Religious_democracy

Allahcracy. Die Allahkratie.

http://www.jihadwatch.org/2006/07/bashir-vows-to-turn-indonesia-into-allahcracy.html

Um ein besseres Verständnis für das alleinige Recht Allahs zu bekommen, Gesetze zu erlassen, und [weil] es eine Form der Ibadah ist nach der Shari’a zu herrschen und weil die heutige Lage der muslimischen Länder es erfordert … „Tauhid al Hakimiyyah bedeutet Allah, den Allerhöchsten, zum dem Einzigen vereinen, allein in Seiner Urteilsfällung (Hukm) und in Seiner Gesetzgebung (Tashree‘). Also genauso wie Er, der Allerhöchste, keine Partner in seiner Herrschaft und bei der Kontrolle der Angelegenheiten der Schöpfung hat, genauso hat er keine Partner in Seiner Urteilsfällung (Hukm) und in Seiner Gesetzgebung (Tashree‘).“

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/26924-Tawhid-al-Hakimiya

Sheikh Sheikh Abu Baseer at-Tartousi, Emirat Kaukasien

http://www.kavkazcenter.com/eng/content/2010/09/05/12476.shtml

Demokratie ist ein Erzeugnis des Unglaubens und verstößt damit gegen das Islamische Gesetz, in essence all Islamic activists agreed on one thing about democracy, that democracy is the product of the kafir and thus contrary to the Islamic law. There are a few people who claim that democracy is a shura like in Islam, but this is also invalidated. KAVKAZ CENTER 24.01.2011, Ihre tschetschenische Nachrichtenagentur aus Schweden für das Emirat Kaukasien. Kavkaz Centers webbsida produceras och distribueras idag utgående från Sverige.

http://www.kavkazcenter.com/eng/content/2011/01/24/13418.shtml

About Kavkaz Center (The Caucasus Center)

Kavkaz Centre (www.kavkazcenter.com) is a Chechen internet agency which is independent, international and Islamic. Our agency was founded in March 1999 in Jokhar (Grozny) by the CRI National Centre for Strategic Research and Political Technology, registered with the CRI Ministry of Justice in October 1998 (N 1377/б-17).

The internet agency Kavkaz Centre provides reporting of events in the Islamic world, the Caucasus, and Russia.

http://www.kavkazcenter.com/eng/about/

Der kaukasische Kalif at-Tartusi bevorzugt, auf den Britischen Inseln zu wohnen. Abu Baseer at-Tartusi, real name Abdul-Mun’im Mustafa Halima, recently posted a fatwa „authorizing“ violence against the regime of Saudi Arabia.

http://kufrakbar.blogspot.com/2010/01/tartusi-of-londonistan-getting.html

“An influential cleric present on the Internet is Abu Basir al Tartousi. Like Abu Musab al-Suri, he offers archives of his publications, books, articles, fatwas, questions and answers. Many of Abu Basirs publications are comments upon recent events taking place in society, both in the Middle East and in the West, and in particular Britain, where he resides”, aus: Hanna Rogan: »JIHADISM ONLINE – A study of how al-Qaida and radical Islamist groups use the Internet for terrorist purposes«, für: FFI (2006), (FORSVARETS FORSKNINGSINSTITUTT, Norwegian Defence Research Establishment,

bei: Discover The Networks)

http://www.investigativeproject.org/documents/testimony/48.pdf

Syrian jihadist cleric ‚Abd Al-Mun’im Mustafa Halima, better known as Abu Basir Al-Tartusi.