293. Fethullah Gülen

19. Juni 2012

فتح الله كولن

Фетхуллах Гюлен

Fethullah Gülen

Mehr Dialog und Scharia mit Fethullah Hodschaefendi

Das Buch Toward A Global Civilization Of Love And Tolerance (New Jersey 2004) des seit 1999 notgedrungen in den USA lebenden, unter sunnitischen Türken höchst einflussreichen islamischen Führers Fethullah Gülen zielt, er nennt es anders, auf revolutionär antisäkulare Indoktrinierung einer neuen Generation und, er verschweigt es, auf Legalisierung von immer noch mehr Himmelsgesetz (Scharia). Zitate aus Hin zu einer globalen Kultur der Liebe und Toleranz, deutsch von Wilhelm Willeke, islamkritisch kommentiert von Jacques Auvergne.

Scharia baut das Glück der islamisch Tugendhaften auf dem Schmerz der Gehorsamsverweigerer. Scharia baut das irdische und himmlische Glück des Mannes auf der zumindest irdischen Entwürdigung und Misshandlung der Frau. Das ist Scharia, eine andere Scharia kann es nicht geben, und das ist leider auch Islam, auch in Europa, solange nämlich, wie der organisierte Islam auf Scharia und Fiqh nicht verzichten möchte. Der interreligiöse Dialog könnte damit gescheitert sein und der Islam als nicht integrierbar gelten. Doch da, als Aussöhnung der postmodern (nachdemokratisch) gefälligst im Plural anzunehmenden Zivilisationen oder Kulturen, eine Mehrzahl, die nichts anderes bestrebt, als den Standard universeller Menschenrechte zu sprengen und die Rechtsspaltung durchzusetzen, dort, als unsere Rettung in der Not steigt uns das Imperium des Predigers auf, die Cemaat (Gemeinde) oder Hizmet (etwa: Dienst) des Fethullah Gülen.

Im tiefen türkischen Bodengrund der Treue zum Kalifat wurzelnd und inspiriert durch Said Nursi (1876-1960) konnte Ende der Sechziger Jahre unter Führung von Fethullah Gülen der raschwüchsige Baum einer neuen revivalistischen Bewegung gedeihen, die sich oft schlicht Cemaat oder Hizmet nennt. Hizmet kann Dienst für das Gemeinwohl bedeuten, wäre mit Bürgersinn, Karitas oder Service aber völlig unzureichend wiedergegeben, da es sich, solange Fethullah Gülen nicht die Schariapflichten verwirft, um jenes Islamische Wohl handelt, das im tätigen Herabstufen der Nichtmuslime und ihrer Verhaltensweisen besteht. Es geht also um die Schariatisierung des Territoriums und damit um die immer deutlichere Segregation der angeblich zu Muslimisierenden und es geht um die von Allah in Koran und Hadith eindeutig vorgegebene Ungleichbehandlung der Frau.

Beschränkte sich die angeblich mystische und pädagogische, in Wirklichkeit strengstens schariatreue und kalkuliert gegenmoderne Bewegung, ab 1966, zunächst auf İzmir und Umland, konnte sie sich in nur zwei Jahrzehnten über die gesamte Türkei ausdehnen, um heute in etwa fünfzig Staaten der Erde im Sinne der kulturellen Abschottung und durchzusetzenden Rechtsspaltung für den, völlig richtig verstandenen, echten alten Islam aktiv zu sein. Als Anhänger Gülens gibt man sich – und ist es gefälligst, zu Ehren Mohammeds und zur Rettung der eigenen Seele – karriereorientiert und wirtschaftlich erfolgreich. Gleichsam mit Nursi und Gülen müssen wir vorab ein wenig durch die Türkei des zwanzigsten Jahrhunderts reisen, um uns gleich Toward A Global Civilization Of Love And Tolerance zuzuwenden, Hin zu einer globalen Kultur der Liebe und Toleranz.

1922, also noch im islamisch einzig vollkommenen Staatssystem (Kalifat) wurde der kurdische, aus der Osttürkei stammende und als spiritueller Lehrmeister hoch angesehene Said Nursi nach Ankara eingeladen, um am Aufbau der neuen, unreligiösen Türkei mitzuarbeiten. Bald kam es zum unvermeidlichen Bruch mit dem Laizisten Mustafa Kemal ab 1934 genannt Atatürk. 1935 wurde Nursi wegen Förderung der Religion vor Gericht gestellt und für elf Monate inhaftiert. Seine Verbannung endete erst 1951, nachdem der Sufimeister sich fünf Jahre lang äußerlich prodemokratisch gezeigt hatte.

Das Mehrparteiensystem billigte Kurde Nursi allerdings wohl nur, um unter seiner Gefolgschaft für den (kurdenfeindlichen) Politiker Adnan Menderes zu werben, der den Islamstaat anstrebte. Menderes war für das Pogrom von Istanbul (1955) hoch verantwortlich, bei dem auch Juden und Armenier angegriffen wurden und das griechisch-christliche Leben Istanbuls vernichtet wurde. Ein angeblich spontan handelnder, selbstredend staatlich organisierter Mob zerstörte 72 Kirchen und mehr als 30 christliche Schulen Istanbuls, viele nichtmuslimische Grabstätten wurden vernichtet. Der wirtschaftsliberale Menderes, der nicht aus menschenrechtlich-universalistischen, sondern aus monetären Beweggründen die Nähe zu den USA suchte und im Kalten Krieg besonders leicht fand, erreichte 1952 den NATO-Beitritt und öffnete 1959 den Weg für die Assoziation der Türkei mit der Europäischen Wirtschaftgemeinschaft. Ein Jahr nach dem Militärputsch von 1960, dem Todesjahr Said Nursis, wurde Menderes auf der Gefängnisinsel İmralı hingerichtet. Imrali war bis 1913 von zwölfhundert Griechen bewohnt – und hieß überhaupt noch Kalólimnos. Der heutige einzige Häftling des Inselkerkers ist PKK-Führer Abdullah Öcalan.

Fethullah Gülen wurde 1941 in der Nähe von Erzurum geboren, im 600-Seelen-Dorf Korucuk. Er war das zweitälteste Kind, letztlich aber wuchs er mit fünf Brüdern und zwei Schwestern auf. Als Sohn des Dorfimams Ramiz Gülen schlicht genannt Ramiz Hoca soll Fethullah schon als Zehnjähriger fließend Arabisch gesprochen und mit 14 seine erste Predigt gehalten haben; wir haben daran gar keinen Zweifel. Noch als nicht einmal Zwanzigjähriger, 1959, erhielt er vom Staat eine Predigerlizenz als Imam im ostthrakischen Edirne, also im europäischen Teil des Landes, dicht an der bulgarischen Grenze. 1966 wurde der Missionar in die alte ägäische Hafenstadt Smírni, seit fünf Jahrzehnten nur noch İzmir genannt, versetzt und begann, begeisterte Zuhörer und Anhänger unter Ober- und Hochschülern zu finden. Eine islamistische und nationalistische Bewegung entstand, mit Gülen als unkritisierbarer Führerfigur.

Erst seit 1923, seit dem Vertrag von Lausanne, war İzmir türkisch. Bis zu den Massakern von 1919 und 1922 war Smírni griechisch-christlich geprägt und von Griechen, Juden, diversen Ausländern und von Armeniern bewohnt. Dann erfolgte die Türkisierung und Islamisierung, 200.000 Einwohner der Stadt wurden vertrieben, 25.000 umgebracht. Der Weltöffentlichkeit den Völkermord an den Armeniern zu leugnen, wagt die AKP-Regierung bis heute unverfroren – Fakten sollen das werdende neue Kalifat schließlich nicht aufhalten.

Am dritten März 1924 ging das alte Kalifat unter und die sich in diesen unseren Jahren allmählich aus der von ihm kaum betretenen kulturellen Moderne verabschiedende Republik Türkei trat an seine Stelle. Die weltweit tätige Befreiungspartei (Hizb ut-Tahrir) sieht das so: „Eine Schlüsselfigur bei der Zerstörung des Kalifats war Mustafa Kemal Pascha, der als Atatürk, der Vater der Türken bekannt wurde. Mustafa Kemal war weit davon entfernt, der Retter der Türken zu sein, wie es gern von seinen Gefolgsleuten behauptet wurde. Vielmehr war er ein enger Vertrauter der Engländer und ihr Handlanger bei der Zerstörung des Kalifats.“ Die selbe Internetseite http://www.kalifat.com ergänzt: „Heutzutage müssen wir aus der islamischen Geschichte und der Scharia erkennen, dass die Wiedererrichtung des Islamischen Staates unter der Führung des Kalifen die Schicksalsfrage der Muslime bedeutet und dass es aus Qurʾān und Sunna verpflichtend für die Muslime ist, dieses System zu etablieren. Wir wissen, dass der Islam die absolute Wahrheit und das einzig richtige Lebenssystem ist.“

Zwar rief Fethullah Gülen 2005 nicht nach dem Kalifat, sondern hielt anderes erst einmal für wichtiger („What matters is the meticulous practice of Islam. It would not be correct to emphasize historical subjects that are of secondary importance … Was zählt, ist die Praxis des Islam, die genau befolgt werden sollte. Es wäre falsch, historische Themen von zweitrangiger Bedeutung in den Vordergrund zu stellen … “), wirbt aber andererseits wohl doch dafür, eine durch und durch schariatisierte und damit – wie zufällig – kalifatstaugliche Jugend zu erziehen, die sich die angemessene politische Ordnung irgendwann und wie nebenbei auch geben wird.

Bis dahin wachse den Schariapflichtigen schleichend äußerer politischer Einfluss und innere Gottesfurcht (taqva) zu und rede man laut vom interreligiösen Dialog und noch lauter vom Weltfrieden. Der Weg ins globale Kalifat oder in religiös und rechtlich zersplitterte Kontinente wird über Dialogveranstaltungen und Friedenskonferenzen erfolgen, wenn Naturrecht und menschenrechtliche Universalität nicht bald wiederentdeckt und durchgesetzt werden.

1971 kam es zum hauptsächlich antikommunistisch und antisozialistisch, aber auch antikurdisch motivierten zweiten Putsch des türkischen Militärs, bei dem 10.000 Menschen, darunter 3.600 Lehrer verhaftet wurden. Knapp vierzig Zeitungen und Zeitschriften und mehr als 200 Bücher wurden verboten. Ein dreißigjähriger gewisser Fethullah Gülen hatte islamistische Sommerfreizeiten durchgeführt und wurde deshalb zu sieben Monaten Haft verurteilt, seltsamerweise ohne seine staatliche Lizenz als Imam zu verlieren.

1980 erfolgte der dritte und wohl letzte Militärputsch, in dessen Verlauf wohl mehr als 500.000 Menschen aus politischen Gründen verhaftet wurden, von denen über 500 zum Tode verurteilt und 50 hingerichtet worden sind. Viele wurden gefoltert. Inzwischen (2012), wo den Islamisten der Marsch durch alle Ministerien und durch den Polizeiapparat gelungen ist, kann es einen Militärputsch wohl nicht mehr geben und steht Kleinasien vor der Entscheidung zwischen der bislang leider stets verfehlten freiheitlichen Demokratie und dem himmlischen System des Nizam Islami, der Allahkratie nach menschenverachtendem iranischem Beispiel (1979-2012) oder erschreckender heutiger Dynamik Ägyptens.

1981, also im Jahr nach dem dritten Militärputsch, beendete Gülen seine Arbeit als Imam, um sich dem Aufbau seiner Bewegung zu widmen. Heute, nach einem Vierteljahrhundert kann der Islamaktivist Versicherungen, eine Bank, TV-Sender wie Samanyolu TV und dessen außertürkischen Ableger Ebru TV (von Offenbach aus, World Media Group), Radiostationen und Zeitungen (ZAMAN, deren Europaausgabe ebenfalls von Offenbach aus und über die World Media Group vertrieben wird) seinem Netzwerk ebenso zurechnen wie private Bildungseinrichtungen oder Lichthäuser genannte studentische Wohngemeinschaften.

An vielen Hochschulstandorten weltweit existieren inzwischen diese gülenschen Lichthäuser, das können größere Studienzentren sein oder auch nur ganz kleine Wohngemeinschaften von Gülen-Anhängern oder Studenten – Englisch, Französisch, Niederländisch … ışık homes oder houses of ışık [light, Licht], Maisons de la lumière, licht huizen, Türkisch ışık evleri. Allein in Berlin soll es mehr als zwanzig Lichthäuser geben.

Weit über hundert gülenbewegte Privatschul- und Nachhilfevereine werden vom Frankfurter Verein Academy verwaltet. Diese Nachhilfezentren gibt es etwa in Wetzlar (Optimum), Wiesbaden (Delphin), Darmstadt (LBC bzw. LBV, Luisen-Bildungs-Verein) oder Offenbach (OBA). Wie im Vorjahr organisiert Academy auch 2012 eine Deutsch-Türkische Kulturolympiade, Schirmherr ist Hessens Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP), ebenso wie den bundesweiten Pangea-Mathematik-Wettbewerb. Das Pangea-Bildungszentrum selbst teilt sich seine Adresse mit Avicenna (Avicenna-Institut für Bildungs- und Gesundheitswesen), Avicenna nennt als Satzungszweck „Förderung der Erziehung und Bildung“ sowie „Unterstützung von Schülern und Studenten im schulischen Bereich, insbesondere durch Kurse, sowie die Vermittlung und Vergabe von Stipendien“ und organisiert Sportturniere und Sommercamps. Was für ein beeindruckender Fleiß.

1999 jedoch musste Gülen nach allzu unvorsichtigen oder einfach nur ehrlichen Äußerungen die Türkei verlassen und wirkt nun in vom idyllischen Saylorsburg aus, das in den reich bewaldeten Pocono Mountains liegt, Pennsylvania. Folgendes hätte der Hocaefendi, der „geehrte Lehrmeister“ vor dreizehn Jahren wohl besser noch nicht ausgesprochen:

Fethullah Gülen:

„Das gegenwärtige [minderwertig unislamische] System hat noch alle Kraft … Unsere Freunde sollten seine Strukturen studieren, jederzeit wachsam sein … und es transformieren im Sinne des Islam, damit die Wiederauferstehung der Nation erreicht werden kann. Aber sie müssen warten, bis die Bedingungen angenehmer sind, anders gesagt: sie sollten sich nicht zu früh aus der Deckung wagen.“

(the existing system is still in power. Our friends who have positions in legislative and administrative bodies should learn its details and be vigilant all the time so that they can transform it and be more fruitful on behalf of Islam in order to carry out a nationwide restoration. However, they should wait until the conditions become more favorable. In other words, they should not come out too early).

Fethullah Gülen:

„Ihr müsst ganz in die Adern des Staatsapparats hinein, ohne dass jemand eure Anwesenheit bemerkt. Infiltriert alle Schaltstellen! Wartet so lange, bis ihr vollständig seid und die Zeit gekommen ist und wir stark genug sind, um die ganze Welt zu schultern und zu tragen … wir eröffnen irgendwo ein Haus, und mit der Geduld einer [auf menschliche Beute lauernden] Spinne liegen wir im Netz.“

(You must move in the arteries of the system without anyone noticing your existence until you reach all the power centers…You must wait for the time when you are complete and conditions are ripe, until we can shoulder the entire world and carry it…The philosophy of our service is that we open a house somewhere and, with the patience of a spider, we lay our web to wait for people to get caught in the web …).

Die Islamisierung der Türkei ist im vergangenen Jahrzehnt mit zugelassenen Kopftüchern an den Universitäten und einem glücklicherweise noch nicht ganz gelungenen Versuch der AKP-Regierung, Abtreibungen und Kaiserschnitt de facto zu verbieten, weiter vorangeschritten. Ob in diesen Jahren ein Staatspräsident Abdullah Gül oder ein Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan einem womöglich zurückkehrenden Hocaefendi für die eben genannte islamfromme Rhetorik das Leben schwer machen würde, darf daher bezweifelt werden.

Im August 2000 begannen Anklage und Prozess gegen den außer Landes weilenden Fethullah Gülen. Generalstaatsanwalt am Staatssicherheitsgericht Nuh Mete Yüksel warf dem Prediger vor, seit 1989 mit einer illegalen Organisation die Zerstörung der säkularen Staatsstruktur zu betreiben, um einen Islamstaat zu erschaffen: Yüksel claimed that Gülen had since 1989 been involved in activities to establish an illegal organization to create a state based on religion by changing the secular state structure. Quelle hierfür ist Today’s Zaman 05.02.2012, also aus Gülens Imperium, wo man den texanischen Juraprofessor James C. Harrington rollenbewusst proislamistisch klagen lässt: Diese schrecklich widerwärtige Medienkampagne gegen ihn, also Gülen: „this awful, awful media campaign against him.“ Die Ermittlungen zogen sich über ein gutes halbes Jahrzehnt. Im Mai 2006 wurde die Anklage vom Staatssicherheitshof zurückgenommen, Gülen wurde in allen Punkten freigesprochen.

In Westeuropa betreiben die Anhänger des Geehrten Lehrmeisters (Hocaefendi) Privatschulen, in der Schweiz ist es die Sera in Zürich, in der BRD sind es mindestens zwölf, darunter Sema in Mannheim, Tüdesb in Berlin und Dialog in Köln. Auch auf dem Balkan oder in Russland gibt es solche Lehreinrichtungen, und selbst in sieben Städten Pakistans konnten nach dem Doppelkonzept von Berufserfolg und Islamisierung Gülenschulen aufgebaut werden.[1]

Neben dem offen erklärten Bildungsdschihad darf der mehr oder weniger straff von Saylorsburg aus gesteuerten, global aktiven Hizmet die bekanntermaßen Dialog genannte Islambeschwichtigung nicht zu kurz kommen, wie sie für Deutschland und von Berlin aus das gülentreue Forum für Interkulturellen Dialog (FID) betreibt.[2] Im Beirat des FID sitzen Bundestagspräsidentin a. D. Dr. Rita Süssmuth, Rabbiner Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Homolka vom Abraham-Geiger-Kolleg an der Universität Potsdam sowie Prof. Dr. Christina von Braun vom Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin.[3]

Um den dialogischen Glanz nicht blass werden zu lassen, verleiht man sich von Zeit zu Zeit gegenseitig Preise: Gülenverteidiger und Schariafreund Hans Küng etwa ist Abraham-Geiger-Preisträger von 2009, während Walter Homolka Preisträger des Muhammad-Nafi-Tschelebi-Friedenspreises 2011 ist, die Laudatio auf den Rabbiner hielt der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek.

Der türkische Journalist Ahmet Şık (Die Armee des Imam) rechnet damit, dass mittlerweile wesentliche Teile der türkischen Polizei von Fethullahci, Gülenanhängern unterwandert sind.[4]

Zum Text. Fethullah Gülen beginnt:

Love ist he most essential essence of every being … Die Liebe ist die treibende Kraft eines jeden Lebewesens. … Die Liebe wertet jede Seele, die sich ihr öffnet, auf und bereitet sie auf die Reise in die Ewigkeit vor.

Wer sich diesem lieblichen Angebot verschließt, bekommt ewigen Ärger.

Ob man, sozusagen als Stellvertreter der absoluten Liebesquelle Allahgott, den seelisch Verschlossenen auf Erden vorab nicht ein wenig abwerten darf?

Ein Mensch, dem es gelungen ist, mit Hilfe der Liebe Kontakt zur Ewigkeit aufzunehmen, wird sich bemühen, auch allen anderen Menschen das weiterzuvermitteln, was er von der Ewigkeit empfangen hat.

Weiß jeder Schamane. Es gibt also Menschen, die mehr Tuchfühlung („Kontakt“) mit dem Außerirdischen haben als andere, und die Kontaktschwachen mögen den Erstgenannten gefälligst lauschen.

Nicht ganz unbescheiden bietet sich Fethullah Hocaefendi der Menschheit als Weitervermittler sprich spiritueller Führer an. Sprudelt die Flut der Liebe nicht geradezu aus dem Körper und dem Text des Predigers zu uns hinüber?

It is impossible for souls without love to be elevated to the horizon of human perfection.

Ein liebloser Mensch kann sich nicht zum Horizont menschlicher Vollkommenheit emporschwingen.

Der Nichtmuslim ist letztlich Krüppel, also ein Mensch, dem Wesentliches fehlt.

Maududi, Qutb und Chomeini dürfen wir Leser ja vielleicht zu jenen lieblich durchtränkten Menschen zählen, denen es gelang, die äußerste Grenze (Gülen: „Horizont“) des Menschenmöglichen zu ergreifen – das sagt der Prediger natürlich nicht, das Gegenteil aber auch nicht.

Love is an elixir; a human lives with love, is made happy by love and makes those around him or her happy with love.

Die Liebe ist ein Elixier. Durch die Liebe lebt der Mensch. Sie macht ihn glücklich und mit ihrer Hilfe macht er auch seine Mitmenschen glücklich. … Gott, der Allmächtige, hat keine zweite Verbindung geschaffen, die so stark ist wie die Liebe. Sie ist eine Kette, die die Menschen aneinander schmiedet.

Noch im Teheraner Evin-Gefängnis werden die Menschen an genau diese liebliche islamische Kette geschmiedet. Das Liebesgebot, der Liebesbefehl des Hocaefendi bedeutet Selbstaufgabe, Abkehr von den allgemeinen Menschenrechten, Verweigerung der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Das ist die Fessel und Kette der Schariapflicht, womit Gülen den echten alten Islam völlig richtig verstanden hat.

Love is the sultan that reigns on the throne of our hearts, with no power struggle being involved.

Die Liebe ist ein Sultan, der auf dem Thron unseres Herzens regiert.

Nur Allahgott ist Souverän. Und was die gottgeleiteten Menschen kettengleich verbindet, sind die muʿamalāt als der Teil der Islamischen Pflichtenlehre, der das soziale Miteinander regelt – die andere Hälfte sind die ʿibadāt, die Pflichten Allah gegenüber.

Familienmitgliedern und Nachbarn schariakonform zu begegnen heißt in gülenscher Sprechweise, sie wahrhaftig zu lieben. Meine Frau, du trägst keinen Schleier, liebst du mich nicht mehr?

Die Zunge und die Lippen, die Augen und Ohren – sie alle haben nur so lange einen Wert, wie sie das Banner der Liebe tragen.

Mein Kind, aus deinem Mund erklinge nur Gotteslob und Dankbarkeit deinen Eltern gegenüber.

Der Anblick von Unislamischem wie beispielsweise der herrlich befreienden Karikatur von Bahadır Baruter[5] ist dem Gottesfürchtigen nicht zuzumuten, da das erblickte Schreckliche seine in jedem Augenblick himmlisch genährte Liebe zeitweise mindert. Und könnte dir dein noch so beiläufiges und noch so kurzes Hören des frechen Liedes Ay Naghi von Rapper Shahin Najafi[6] dereinst nicht jenen fatalen Ausschlag geben, der zwischen ewigem Verbleib in Himmelsgarten oder Höllengrube unterscheidet?

Jetzt wird ein wenig Weltekel spürbar, jedenfalls Angst vor Besudelung mit Dämonischem. Was Fethullah Gülen Liebe nennt, wird als Chiffre für den Amr, Allahs lenkende Befehlsgewalt und das Weltall erhaltende Wirkkraft, ebenso erkennbar wie für den Dīn, die mit Mohammed vervollkommnete Religion:

In this over-polluted world, where evil is everywhere, if there is something that has been left untouched and clean, that is love;

In dieser unreinen Welt, in der das Schlechte überall lauert, ist nur eines unberührt und rein geblieben – die Liebe.

Wenn Gülen Liebe sagt, ist heilssicherndes Wohlverhalten gemeint, Schariagehorsam im Sinne von Abu Hamid al-Ghazali († 1111) oder auch Abul Ala Maududi († 1979). Die Warnung des hanafitischen Predigers vor dem heilsgefährdenden Sündigen (polluted, unreine Welt; the evil, das Schlechte), sein Aufruf zum Streben nach dem Sauberen (clean, rein) wird von seiner türkischen Gefolgschaft richtig, nämlich schariatreu gelesen werden, als Aufruf zur ḥisba, zum Saubermachen des persönlichen Verantwortungsbereichs von allem Schariawidrigen – von allem Nichtislamischen.

In 4:59 befiehlt der Koran: Gehorcht Gott, dem Gesandten und den Verantwortlichen unter euch! (obey Allah and obey the Messenger and those in authority among you; nach Sahih International, http://quran.com ). Den spirituellen Führern schuldet jeder Muslim Gehorsam. Ganz selbstverständlich bekräftigt Gülen uns, selbst so ein Träger von Amr zu sein, Befehlsgewalt oder Verantwortung (authority). Als Türke dem Hochgeehrten Lehrer aus Pennsylvania zu widersprechen, könnte den Weg in die ewige Nähe zu Allahgott verspielen.

Sich gottergeben der Herrschaftsfolge Allah-Mohammed-Gülen nachordnend, kann (und muss) der korantreue Leser auf das urislamische Befehlsprinzip des amr, zurückgreifen, wie es etwa Sure 3:110 in jeder Hinsicht vorgeschrieben hat: Ihr gebietet, was recht ist, und verbietet, was verwerflich ist, al-amr bil-maʿrūf wan-nahy ʿani l-munkar. Als zusätzliches Gotteslob ist Hisba zu betreiben und zugleich als ein echter Exorzismus:

The only magic, the only spell that can destroy the tricks of Satan, is love.

Die Liebe ist der einzige Zauber, der den Tricks des Satans gewachsen ist. Die Gesandten und Propheten löschten die von den Pharaonen, den Nimrods und anderen Tyrannen entfachten Feuer mit nichts als Liebe.

Naja, ein paar Schwerthiebe gesellten sich beim islamischen Feuerlöschen wohl dazu. Liebe und Kopfabhacken sozusagen.

Untersagt alle Abweichlerei, so nehmt euch doch ein Vorbild, ist der Koran etwa eine Loseblattsammlung? Bändigt die rebellischen Seelen (rebellious souls)!

Dass mir keiner aus der Reihe tanzt:

The saints have tried to gather together the undisciplined and rebellious souls, spread all over like loose pages

Rechtschaffene Menschen bemühten sich stets, die undisziplinierten und aufsässigen Menschen, die sich wie lose Blätter in alle Himmelsrichtungen verteilt hatten, zu sammeln; sie bedienten sich der Liebe, um ihren Mitmenschen Menschlichkeit zu zeigen.

Der Individualist verdient kein Mitgefühl und ist ja eigentlich ein Menschenfeind, der die Jugend zu weiterer Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit (Pressefreiheit, Gleichberechtigung der Frau, AEMR) verführt. Darum zwingt ihn doch zur schariagemäßen Lebensweise, fesselt ihn mit ganz viel heißer türkischer Gülen-Liebe.

Schließlich versuchen uns die Satane allezeit zu verführen und gilt es für die Rechtschaffenen, den allzu leicht zerreißenden Gnadenbund mit Allah zu bewahren in der Doppelwelt, in beiderlei Welt, im Diesseits und im Jenseits:

Every believer should follow God’s Messenger, peace and blessings be upon him, in communicating the truth. They should never give up conveying to people the principles of happiness in both worlds.

Jeder Mensch sollte dem Gesandten Gottes folgen und die Wahrheit verkünden. Jeder sollte seinen Mitmenschen folgen und die Wahrheit verkünden. Jeder sollte seinen Mitmenschen die Prinzipien der Glückseligkeit in beiden Welten nahe bringen.

Sagt selbst, wer gegen das Islamische Gesetz anredet oder auch nur andenkt, kann doch wohl kein glücklicher Mensch sein und schon gar kein glücklicher Türke. „Glückseligkeit in beiden Welten“, so lockt und droht Gülen völlig islamisch, regelt schließlich nur die Scharia. Abu Ismael von der Hizb ut-Tahrir-nahen Seite Islamic Revival weiß:

„Die Islamische Scharia enthält Regeln für alle vergangenen Ereignisse, gegenwärtigen Problemlagen und alle Vorfälle, die sich in Zukunft ereignen mögen. … Die Islamische Scharia ist Maßstab für jedes menschliche Tun, vollumfänglich und vollkommen und unabhängig von Zeit und Raum.“[7]

Aber ach, bis zur Glückseligkeit ist es noch ein langer Weg, und nur die vom Schreiber getreulich kopierten oder vom Rezitator achtsam intonierten Schriftzüge und Sprachklänge von Koran und Hadith können uns Orientierung geben, und die kristallklaren Liebespredigten des Fethullah Gülen natürlich:

In these bleak and inauspicious days, when our hearts are overwhelmed with enmity, when our spirits are sickened, when hatred and antagonism are out of control, it is crystal clear that we need love and mercy as we need water or air.

In diesen trüben und düsteren Tagen, an denen unser Herz mit immer neuen Feindseligkeiten konfrontiert wird, an denen unser Geist müde ist, an denen Hass und Gegensätzlichkeit außer Kontrolle geraten, sind wir auf Liebe und Barmherzigkeit ebenso dringend angewiesen wie auf Wasser und Luft.

Wir Versager! Wir zeigen den Menschen kein Erbarmen und leben ihnen den wortwörtlich verstandenen Koran nicht vor! Wir beweisen ihnen unsere Liebe nicht und haben juristisch keine neuen Scharianormen durchgesetzt:

We have no mercy for each other, nor love for people.

Wir haben kein Erbarmen mehr mit unseren Mitmenschen und lieben sie auch nicht.

Und endlich wagt der Meister, uns den Urquell aller Liebe zu nennen. Die nichtmuslimischen Gutmenschen aus dem Dialogbetrieb haben an dieser Stelle allerdings entweder bereits mental abgeschaltet oder ohnehin seit Längerem Jahwe, Jesus und Allah verschmolzen:

However, we are distant from the source of love. The roads we are on do not lead to Him, not at all. On the contrary, they are leading us away from Him.

Noch trennen uns Welten von der Quelle der Liebe. Die Straßen, auf denen wir wandern, führen mit Sicherheit nicht zu Gott, sondern im Gegenteil geradewegs von ihm weg.

The love of God is the essence of everything and is the purest and cleanest source of all love. Compassion and love flow to our hearts from Him.

Die Liebe zu Gott ist die Essenz aller Dinge, die reinste und ungetrübteste Quelle aller anderen Formen der Liebe.

Den Ungeist neunjähriger Ehefrauen und abgehackter Hände Gott zu nennen, sollten eigentlich noch nicht einmal die so genannten Muslime.

Der Meister lässt die Katze aus dem Sack, jedenfalls beinahe, seine Liebe ist das diskriminierende Schariagesetz:

Love of God is our faith, our belief

Die Liebe zu Gott ist unser Glaube und unsere Religion

Sicherlich, auch die Steinigung ist im Islam vorgekommen. Aber steinigen darf man nicht so einfach, Gülen:

In fact, if the reason for stoning a person is our malice and hatred, if this is the reason why we have passed judgment on them, then it is not possible to pass this sentence on them.

Wenn sich hinter unserem Wunsch, jemand anderen steinigen zu wollen, offenbar nur unsere eigene Böswilligkeit und unser eigener Hass verbirgt, dann heißt das doch, dass wir diese Strafe niemals anwenden dürfen.

Den Steinigungsvers hat bekanntlich die Ziege gefressen, sodass er nicht im Koran steht. Sahih Muslim Buch 17 enthält mehrere Hadithen, die sich mit der Steinigung (raǧm, anglis. rajm) befassen, vor allem 17:4191-4209, 17:4194, 17:4914-4916.

Betrachten wir ṣaḥīḥ Muslim, Kapitel: 17, Nummer: 4194

Die Steinigung ist eine Pflicht, niedergelegt in Allahs Buch, für verheiratete Männer und Frauen, die Ehebruch begangen haben und über die der Beweis erbracht ist, oder wenn eine Schwangerschaft vorliegt, oder ein Geständnis.

Oder lesen wir sahih Muslim Kapitel: 17, Nummer: 4192

[Wenn] ein verheirateter Mann mit einer verheirateten Frau [Ehebruch begeht], oder ein unverheirateter Mann mit einer unverheirateten Frau, dann lautet [die Bestrafung] um Falle von verheirateten [Personen] hundert Peitschenhiebe und Steinigung [zum Tode]. Und im Falle von unverheirateten Personen besteht [die Bestrafung] aus hundert Peitschenhieben und Verbannung für ein Jahr.[8]

Vorsicht, der türkische Prediger beginnt zu drohen und es knistern höllische Flammen:

Malice and hatred are the seeds of Hell that have been scattered among humans by evil spirits. Unlike those who encourage malice and hatred and turn the Earth into a pit of Hell, we should take this forgiveness, and run to the rescue of our people who are confronted by countless troubles and who are being continually pushed toward the abyss.

Böswilligkeit und Hass hingegen sind die Saatkörner der Hölle, die von übel wollenden Leuten unter den Menschen ausgesät werden. Im Gegensatz zu den Menschen, die Böswilligkeit und Hass verbreiten und die Erde in einen Höllenschlund verwandeln, sollten wir Vergebung suchen und jenen zu Hilfe eilen, die von unzähligen Problemen geplagt und immer weiter in Richtung Abgrund gedrängt werden.

Saatkörner der Hölle (seeds of Hell, Fethullah Gülen) hat 2012 ja vielleicht auch jener 32-jährige Indonesier Alexander Aan aus Dharmasraya, westliches Sumatra, verbreitet, der ohne Religion leben möchte und in seinen Facebook-Einträgen über Mohammed nachdachte sowie „Gott existiert nicht“ schrieb. Der damit, so sah es das indonesische Gericht, die Religion beleidigt habe. Jeder Indonesier muss einer der sechs anerkannten Religionen angehören, die in seinem Pass vermerkt ist. Alex Aan, elterlich bedingt ein verstaatlichter Zwangsmuslim, ist mittlerweile zu einer zweieinhalbjährigen Gefängnisstrafe und zu einer Geldstrafe von $ 10.000 verurteilt worden. Wie Step Vaessen berichtet, war der zuständige Richter unter Druck gesetzt und weichgekocht worden, denn die lokalen Gruppen der islamischen Bewegung hatten damit gedroht, Herrn Aan eigenhändig den Kopf abzuhacken und weitere Gewalttaten zu begehen, wenn die Strafe nicht streng genug ausfalle – Radical groups had threatened to behead Aan and become violent if the verdict was not strong enough. Mithäftlinge, die seine Anklage kannten, haben ihn verprügelt.[9]

Rache ist im Islam gerecht. Rachegott Allah würde deinen unmenschlichen und scheußlichen Zeitgenossen sicherlich nicht vergeben, ist aber allmächtig und könnte eine vor der Hölle bewahrende, unser Verstehen übersteigende Ausnahme gestatten, der bescheidene Kalif Gülen geht diesbezüglich auf Nummer sicher und bleibt prinzipiell:

However, thinking of forgiving monstrous, evil people who enjoy making others suffer would be disrespectful to the idea of forgiveness. We have no right to forgive them; forgiving them would be disrespectful to humanity.

Aber: Auch nur daran zu denken, Unmenschen und Scheusalen zu vergeben, die ihre Mitmenschen leiden lassen, widerspräche der Idee der Vergebung in jeder Hinsicht. Wir haben nicht das Recht, ihnen zu vergeben, da wir damit ihren Opfern den Respekt verweigern würden. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jemand einen Akt, der gegen diese Lesart von Vergebung und Verzeihung verstößt, für akzeptabel halten könnte.

Eine Frage der Volkspädagogik und Liebe zur Jugend sowie, auf den Sünder bezogen, der Resozialisation ist es, dass der Genuss eines Glases Wein nach dem einzigen bei Allah akzeptierten Gesetz vierzig oder achtzig Peitschenhiebe zeitigt. Und noch dem todeswürdigen Verderbenstifter auf Erden oder Krieger gegen Gott gilt unsere islamische Liebe vor, während und nach der schariarechtlich einwandfreien Aburteilung:

Be as vast as the oceans and take every soul to your bosom … cherish a never-ending affection for humanity

Sei so weit wie ein Ozean, und schließe jede Seele in dein Herz! … Bewahre dir eine unendlich große Liebe zur Menschheit

Wer viel Islamisches Wissen hat, darf andere maßregeln. Nur ständige Überwachung in Großfamilie, Straßenzug und Klassenzimmer gewährleistet, der Nation der Tugendhaften im Diesseits und im Jenseits nicht verloren zu gehen. Entsage dem Teufel, lege dein aufsässiges Ego ab, unterwirf dich, gehöre der Dienstbereitschaft (Hizmet) und Gemeinschaft (Camaat) an:

Akzeptiere, was Gott mit dir vorhat! Behandle andere so, wie Er dich behandelt, damit du inmitten der Menschen die Wahrheit repräsentierst und dich nicht vor Einsamkeit in einer der beiden Welten fürchten musst!

Keine Angst Schatz, es ist nicht so, wie es aussieht, ich liebe dich persönlich gar nicht, sondern liebe dich nur für mein und vielleicht auch dein Seelenheil. Bei Bedarf ekelt es mich sogar vor dir aus Liebe zu Allah:

To preserve your credit, honor, and love, love for the sake of the Truth, hate for the sake of the Truth, and be open-hearted toward the Truth.

Wenn du Vertrauen, Ehre und Liebe gewinnen möchtest, liebe um der Wahrheit willen, verabscheue um der Wahrheit willen, und sei offen für die Wahrheit!

Der berüchtigte Haqq. Bekanntlich reißt die islamische Wahrheit (erlaubte Rechtlichkeit; Recht) des ḥaqq (Pl. ḥuqūq)[10] die Banden der furchtlosen Vernunft oder säkularen Rechtsstaatlichkeit, der Wissenschaftlichkeit oder menschenrechtlichen Universalität ebenso ungerührt wie selbstbewusst an einer Mehrzahl von Stellen ein. Was aus der ruinierten alten übersichtlichen Begrenzung und aufgebauten neuen blickversperrenden Mauer folgen wird, in Deutschland demnächst leider wohl auch per bekennendem Islamischem Religionsunterricht (IRU) und per hochschulischer Imamausbildung, sind Islamvernunft, Islamische Wissenschaft und schariakonforme Paragraphen.

Ob Historisch-kritische Methode oder Gleichheitsfeminismus, alle potentiell islamkritischen Texte werden, kocht dein Uni-Hörsaal erst vor zornigen Bärtigen und Burkaträgerinnen, irgendwann nicht mehr lehrbar und verkäuflich sein, nicht mehr finanzierbar sein. Die frommen jungen Freunde der Muftis und Scheiche wollen Schulbibliothek, Fakultät, Studentenvertretung und Lehrerzimmer dominieren, überall, ob in Großbritannien, Indonesien oder in der Türkei.

Es wird nicht einfach werden, das Ruder noch herumzureißen. Die Regierungen der USA oder Deutschlands rechnen offensichtlich mit einem globalen Scheitern der Weltbürger und Bildungsbürger, spielen noch ein wenig auf Zeit und werben für Toleranz (Rechtsspaltung) und friedliches Zusammenleben (Koexistenz, bridge-building).[11]

Dialogveranstaltungen und Islamkonferenzen haben der deutschen „Gesamtgesellschaft“ daher schleunigst die Integration sprich Legalisierung des gülenschen bzw. Islamischen Wahrheitsbegriffs, Wissenschaftsbegriffs und Friedensbegriffs zu begleiten, alles andere wäre schließlich „wenig hilfreich“ (Janbernd Oebbecke), „nicht hilfreich“ (Angela Merkel über Thilo Sarrazins Buch) oder „gar nicht hilfreich“ (Berlins Regierungssprecher Steffen Seibert über Sarrazin).[12]

Das Exil im fernen Amerika bedrückt das Herz, doch Großes steht dem Türkentum bevor. Der Imam wird patriotisch und spricht das osmanische Volk unmittelbar an, vom pennsylvanischen Saylorsburg aus:

As a nation we are experiencing an intense fervor of recovery and revival. If a wind of opposition does not hinder us, the coming years will be our “years of becoming.” However, there are differences in methods of recovery and revival.

Als türkisches Volk verbindet uns eine starke Sehnsucht nach einer Erneuerung und einem Wiederaufblühen. Wenn uns kein stürmischer Wind entgegen bläst, könnten die kommenden Jahre tatsächlich die Jahre unseres Wiederaufblühens werden.

Gegenwind sind für den Prediger bekanntlich Unmoral, Unglaube und Vielgötterei (Gülen: we should dislike such things as immorality, unbelief, and polytheism), wobei wir dem großen türkischen Islamisierer vielleicht kein Unrecht tun, wenn wir Schande mit Laizismus, Gottlosigkeit mit freier Presse und Götzendienst mit wissenschaftlicher Vorurteilslosigkeit gleichsetzen. Auch Unkenntnis (ignorance) und Chaos (anarchy) bedrohen die Menschlichkeit, folgt man dem Ehrwürdigen Lehrer, und lassen uns Erkenntnis und Weltfrieden verfehlen. Ohne Wegweiser ist der Türke an sich dabei völlig hilflos, weiß Fethullah Gülen Hocaefendi: „Wir brauchen die Führer so dringend … we are in need of ideal guides who will save humanity from … atheism, ignorance, error, and anarchy and who will lead them to faith, insight, the correct destination, and peace.“

Den Begriff vom Revival kennen wir bestens – aus den Kreisen der Muslimbruderschaft zwischen Nahda („Renaissance“) und Said-Ramadan-Sohn Tariq. Nation aber verdient hier einen genaueren Blick. Die Hizb ut-Tahrir würde Nation als Islamische Nation verstehen müssen und bevorzugt, da sie Nationalstaaten für Teufelszeug hält, ohnehin das Wort Umma (muslimische Weltgemeinde). Der sonst so wortgetreu arbeitende deutsche Übersetzer schreibt bemerkenswerterweise türkisches Volk, während der englische Text nicht turkish nation sagt, sondern nation, was immerhin auch Nation of Islam heißen könnte, Umma.

Ob Gülen den Islam an sich reinigen und kräftigen möchte oder sich auf die rassisch einwandfrei nachgezüchteten Urenkel von Gök-Türken und Seldschuken beschränkt? Hier lässt es der Meister wohl bewusst zweideutig schlillern, muss er schließlich auch noch antikurdische und alevitenfeindliche Ressentiments und Strömungen in seine neo-osmanische Bewegung integrieren. Eine Lösung wäre natürlich, das Türkentum als gottgewollten Herrschaftsträger der gesamten Weltgemeinde anzunehmen und, dann sowieso, das globale Kalifat (wieder) in Istanbul anzusiedeln. Schließlich wurde das Katholische Imperium auch nicht vom Jerusalem des wandernden Galiläers aus verwaltet, sondern von Italien und von Rom aus. Eine zweite Lösung oder besser noch Ergänzung der ersten ist ein pantürkischer Superstaat, eine Großtürkei, die Bulgarien kassiert und selbst Jakuten und Uiguren heim ins Reich Turan holen könnte und Turkmenen und Aseri sowieso.

Für Kurdistan und Kurdentum wäre da leider kein Platz mehr, diese Menschenverachtung und potentielle Völkermordplanung erkennen, teilweise offensichtlich leider PKK-nahe, Protestierer im März 2012 in der deutschen Hauptstadt und argumentieren gegen Gülens türkischen politischen Einfluss im Allgemeinen und im Besonderen gegen den Auftritt der US-Amerikanerin Helen Rose Ebaugh. Die texanische Religionssoziologin und notorische Gülenverherrlicherin durfte in der Berliner Universitätsbibliothek auftreten, eingeladen hatte das Gülen-treue FID, im Beirat Rita Süssmuth; Gäste hatten sich namentlich anzumelden.[13]

Gülen ruft also in erster Linie den stolzen Türken zu. Der Rest der Muslime soll die Ohren spitzen und möge sich, die Ägypter und Tunesier etwa, die schariatisch heiß und heißer fiebernde Türkei zum Vorbild nehmen:

Thus, while walking toward the future as a whole nation, tolerance is our safest refuge and our fortress

Wenn wir als ganzes Volk der Zukunft entgegengehen, ist die Toleranz unsere sicherste Zuflucht und unser Bollwerk

Billigste Taqiyya. Den Toleranzbereich hat Allahs Gesetz schließlich genau und scharf begrenzt, mit Peitschenhieben (selbst für die Zuschauer der religiösen Disziplinierung) erlebbar oder buchstäblich säbelklingenscharf. Politische Meinungsverschiedenheiten zur Führung des Staats haben nach dem Modell der Schura geregelt zu sein, der islamischen Konsultation. Lediglich innerhalb der Scharia ist Gülens Toleranz überhaupt möglich, und nur ein paar letzte naive Dialogisten oder deren multikulturalistisch begeisterte Zuhörer können noch ein Weilchen in die Irre geführt werden.

Großzügigkeit und Duldsamkeit als Fluchtburg und Festung zu beschreiben, ist allerdings Augenzwinkern genug und vielleicht ein Hinweis auf die gülensche Doppelstrategie, einerseits die Schaufensterveranstaltung namens Dialog zu pflegen und andererseits zur Vernichtung des Nichtislamischen (im Namen der Liebe versteht sich) aufzurüsten.

Politisches Wehgeschrei über Islamkritiker wird laut. Herr Gülen jammert kalkuliert herum, ohne zu sagen, ob er für oder gegen die saudischen Muftis und Teheraner Mullahs arbeitet:

Despite this, attempts continue to be made to label innocent people as “backward fanatics who support theocratic regimes.” … Moreover, Islam has been accused of not keeping up with the times.

Andererseits wird nach wie vor versucht, unschuldige Menschen als rückständige Fanatiker zu bezeichnen, die theokratische Regime unterstützen. … Dem Islam wirft man vor, er gehöre nicht mehr in unsere Zeit.

An ein paar Engel zu glauben oder nicht zu glauben oder an einen glücklichen Zustand nach dem Tod ist doch gar nicht Thema. Fethullah Gülen arbeitet geschickt an der Erweckung von Schuldgefühlen. Um das alle gleich behandelnde Gesetz geht es, also auch um ein Heirats- und Familiengesetz, in dem die Frau, die sich hat scheiden lassen, nicht ihre Kinder an den Ex verliert, wie das im Islamischen Recht (Scharia) vorgesehen ist. Jeder kann im Koran lesen oder auch nicht, wer aber den Ex-Muslim vom Erbe ausschließen will, ist von der freiheitlichen Demokratie als Gegner zu betrachten.

Im Gegensatz zu den global vernetzten Schariafreunden, die behaupten, der erfüllte Gehorsam gegenüber den Normen von Koran und Hadith sei Teil der fiṭra, also gleichsam angeboren, wissen wir, dass Kinder und Jugendliche energieaufwändig sprich mit Gewalt in den Schariagehorsam erst einmal hineindressiert werden müssen, bevor sie das repressive System der angeblichen Seelenrettung mit Zähnen und Klauen gegen die anderen verteidigen, gegen uns Säkulare, also auch gegen die Ex-Muslime oder säkularen Muslime unter uns. Wir kennen Muslime, die von ihrer Wallfahrt nach Mekka zurückkommen, ohne zu predigen, Volkssouveränität sei Gotteslästerung. Und wir kennen Fethullah Gülen, der eine Türkei wünscht, deren Einwohner nicht in der kulturellen Moderne, sondern in ständiger Angst vor dem Höllenfeuer leben und Zuflucht bei den heilssichernden Verhaltenspflichten der Scharia suchen.

Immerhin erfahren wir nun den Urheber der Toleranz, es ist die wohl vor allem aus dem außerirdischen Bereich heraus eingreifende, von Mohammed verbürgte Superkraft:

First of all, I would like to indicate that tolerance is not something that was invented by us. Tolerance was first introduced on this Earth by the prophets whose teacher was God. Even if it would not be correct to attribute tolerance to God, He has attributes that are rooted in tolerance, like forgiveness, the forgiveness of sins, compassion and mercy for all creatures, and the veiling of the shame and faults of others. The All-Forgiving, the All-Merciful, and the All-Veiling of Faults are among the most frequently mentioned names of God in the Qur’an.

Die Toleranz wurde nicht von uns Menschen erfunden. Sie wurde von den Propheten, deren Lehrer Gott war, zur Erde gesandt.

Das ist ins Deutsche ausnahmsweise nicht ganz glücklich übersetzt oder aus einer anderen Textfassung, denn die Propheten, Wunderwesen Mohammed wohl noch nicht einmal ausgenommen, überbrachten keine himmlische Fracht eines Wohlverhaltens namens Duldsamkeit, sondern erhielten Einblick in das Verborgene und in Allahs Plan. Sie sandten keine Weltanschauung ins Diesseits hinein oder herunter, sondern erklärten ihren Zeitgenossen das bis dahin vielleicht unerhörte Lernprogramm und predigten es ([they] introduced, sie führten [den Lehrstoff und Lernstoff] ein).

Eher wenig überzeugend bündelt Gülen einige Namen Allahs (das Der Schandebedecker oder Der Fehlerverhüller ist im Hinblick auf das Islambewerben oder islamische Impression Management wichtig, gleich mehr dazu als kleiner Exkurs, let him hide under Allah’s cover) und etikettiert sie mit dem Überbegriff der im Dialogbetrieb unvermeidlichen Toleranz neu. Koranisch ist das nicht, und etwas kleinlaut muss der Prediger einräumen, dass Der Tolerante kein Name Allahs ist und ihm Toleranz daher nicht attribuiert werden darf. Wir erkennen, dass der (eben gerade nicht tolerante!) Islam selbst ein erhebliches Problem mit der theologischen Rechtfertigung der legendären Toleranz hat. Den Gesichtern vieler Dialogimame sieht man durchaus an, dass sie uns gerade über einen sanften, frauenfreundlichen oder demokratietauglichen Islam das Blaue vom Himmel herablügen, nur Theologen wie Ruhollah Chomeinis sprachen so nicht, der Ayatollah blickte ehrlich islamisch und redete auch so, nämlich offen brutal.

Kleiner Exkurs. Den schandebedeckenden und fehlerverhüllenden Taqiyyagott kann es geben, man beruft sich auf Koranvers 4:148 „Gott liebt es nicht, daß man laut und öffentlich Böses über andere sagt, es sei denn, einem wurde Unrecht getan. Gott hört und weiß alles.“ Der Mann, der verbotenen Geschlechtsverkehr hatte etwa: „Lasst ihn sich unter Allahs Bedeckung verstecken“ – vorher allerdings wurde er auf die grundsätzlich nachahmenswerte prophetische Anordnung hundertfach ausgepeitscht: „und der Botschafter [Allahs, also Mohammed] befahl dass er [der Unzüchtige] ausgepeitscht werde (hundert mal)“, Rechtssicherheit ist anders. Ein anderer Triebtäter erfuhr die Möglichkeit des himmlischen Vertuschens aus dem Mund des zweiten rechtgeleiteten Kalifen, ʿUmar bin al-Ḫaṭṭāb sprach: „Allah hat dein Geheimnis bewahrt, warum hast du dein Geheimnis nicht bewahrt?“ Nichtmuslime sind selbstredend bloßzustellen, denn die verlogene Ehrenrettung gilt nur für die Schariatreuen: „Er, der einen Muslim bedeckt [mit Schweigen über dessen Fehler oder Schwächen).[14]

Lüge und List sind zur Ausbreitung des Islam ausgesprochen erlaubt (ḥalāl). Warum Dschihad, wenn`s auch mit Flunkern geht? Irgendwie human schließlich, wir Schariafreunde könnten ganz anders …

Nebenbei bemerkt sind die im Dialogbetrieb von kirchlicher (soweit proschariatischer also ex-christlicher) Seite verwendeten Namen für den biblischen Gott schlichte Übersetzungen aus den 99 Namen Allahs. Das Der Eine Gott (sicherlich, auch biblisch genannt in Daniel 6,27) ist allzu oft wohl nichts anderes als Allahname Al-Wāḥid – The One, The Unique und entstammt dem Koransuren 2:163, 5:73, 9:31, 18:110. Und das Der Lebendige Gott (jaja, auch in Matthäus 16,16) ist ganz genau Allahname Al-Ḥayy – The Living, Koran 2:255, 3:2, 25:58, 40:65.[15]

Der niederländische katholische Theologe Dr. Wilhelmus Valkenberg, Autor von Fethullah Gülen & de Vrijwilligersbeweging sowie Co-Autor von Gülen’s Approach to Dialogue and Peace, bringt die chimärische Dialogkonzeption vom chrislamisch garantierten Einen Gott (the One God), den Pim Valkenberg kühn mit Allah gleichsetzt, in den „abrahamischen“ Dialog ein.[16]

Abraham kann dafür nichts. Weiter im Text, jetzt trifft Rosenduft auf medinensische Urgemeinde:

The golden era when tolerance was represented at its apex was the Age of Happiness … [true examples from] that historical time, events that extend in a line from that “period of roses” until today.

Das Zeitalter der Glückseligkeit war das goldene Zeitalter, in dem die Toleranz ihren Gipfel erreichte

Welche Gipfelhöhe erreichten die erzieherisch wertvoll aufgetürmten Schädel der erschlagenen Nichtmuslime? Gülen:

[Begebenheiten] aus jener historischen Epoche … die eine Verbindungslinie von der ‚Epoche der Rosen‘ zur Gegenwart spannen.

Als besonders frommer Schariamuslim (Verhaltenskopist) sehnt sich Fethullah Gülen weniger nach dem vierten der rechtgeleiteten Kalifena asl nach dem Zeitalter (aṣr) der Glückseligkeit (saʿāda) der echten Augenzeugen (Ṣaḥāba) des Wirkens Mohammeds. Das – von der Türkei aus zu erneuernde – Kalifat ist nahe, Fethullah Hocaefendi schnuppert bereits den unsterblichen Rosenduft aus der Aṣr as-Saʿāda (Asr-ı Saâdet), der Epoche reinster Gefolgschaftstreue und ungetrübtester Rechtschaffenheit, die von Mohammeds Ableben bis zum Tode des letzten prophetischen Gefährten (Ṣaḥīb), Abū Ṭufaīl ʿĀmir bin Wāṯila al-Asqaʿ dauerte, also von 632 – 728 n. Chr.

Denn ob das pure irdische Heil 728 n. Chr. endete, Stichwort Glückseligkeit (türk. Saadet; Fethullah Gülens Camaat oder Hizmet), oder 855, rechtschaffene Ahnen (der Kult um die Salaf, „Salafisten“), der zur Nachahmung verpflichtende Stadtstaat von Medina verdient hier und heute Reinszenierung und globale Expansion sowieso:

Der Hadith sagt: Wahrlich, rechter Glaube kehrt um und kehrt heim nach Medina wie die Schlange [bei Gefahr] in ihr Loch im Erdboden! (Buchari Band 3 Buch 30 Nummer 100).[17]

Das himmlische Modell der medinensischen Dhimma sei, wie Fethullah Gülen dem Leser nahelegt, viel demokratischer und menschenfreundlicher und als die Verträge auf Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte:

Compared to the principles that our Prophet put forth, humanity today has not attained his level, neither with the declarations of human rights put forth in The Hague or Strasbourg nor that in Helsinki.

der Vertrag, den der Gesandte Gottes einst den Juden und Christen präsentierte. Verglichen mit den Grundsätzen, die der Prophet Muhammad damals vorlegte, ist die Menschheit von heute zurückgeblieben – sowohl mit den Menschenrechtsverträgen von Den Haag oder Strassburg als auch mit den Verträgen von Helsinki.

Mit Den Haag könnten die Abkommen der Haager Friedenskonferenzen (1899 und 1907) wie beispielsweise die Haager Landkriegsordnung gemeint sein. Oder sollte der Prediger den heutzutage dort in Holland ansässigen Internationalen Strafgerichtshof im Sinne haben? Und Straßburg? Da Gülens Text aus dem Jahr 2004 stammt, kann der Vertrag über Militäreinsätze des Eurokorps (gegr. 1992 in La Rochelle, vorgestellt in Straßburg 1993) über die NATO hinaus, der so genannte Straßburger Vertrag (Treaty of Strasbourg) nicht gemeint sein, aber die Stadt ist schließlich Sitz des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Da alle 47 Mitglieder des Europarats der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) beigetreten sind, welche Grundlage des Gerichtshofs ist, unterliegt auch die Türkei der Jurisdiktion des EGMR und ist wegen häufiger Menschenrechtsverletzungen, richtigerweise, vielfach verurteilt worden.[18]

Helsinki meint die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE, Schlussakte 1975), die sich über Folgekonferenzen zur heutigen Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) entwickelt hat. Die Türkei gehört zu den 56 Teilnehmerstaaten der OSZE.

Korangemäße Staatsverträge mit Dschihad und Dhimmitüde sind Gülen offensichtlich lieber als die auf Abwehr des Teufels und Rettung der Seele völlig verzichtenden und daher angeblich sittlich minderwertigen (Gülen: zurückgebliebenen) Vertragswerke von EMRK und OSZE. Den grundlegendsten aller Verträge, den am 10. Dezember 1948 Vertragsgestalt annehmenden Teufelsspuk hat Gülen noch nicht einmal erwähnt, sondern schlau umschlichen, die AEMR.

Für uns Säkulare vielleicht überraschend unvermittelt, für Schariafreunde nicht, denn Allah vermittelt immer, schwenkt der Hocaefendi um und wird radikal interreligiös:

From this time on platforms for tolerance should be developed in our society.

Wir sollten uns jetzt und in Zukunft zur Aufgabe machen, Dialogplattformen in unseren Gesellschaften aufzubauen.

Die US-amerikanische, niederländische, türkische und deutsche Bevölkerung ist in religiöse Superstämme aufzuteilen und wird allmählich mental und sozial auseinander treiben – getrennt wie die heutigen Kontinente aus dem Urkontinent Pangäa (auch eine Chiffre der Gülenbewegung) hervorgetreten sind. Die erregten Eliten der Glaubensnationen, Bürgermeister, Lehrer, Kleriker, haben freiwillig in den Interfaith Dialogue einzutreten oder werden als Unberührbare gebrandmarkt und sind, sobald sie sich Gehör verschaffen wollen, als angebliche Fremdenfeinde oder als „islamophob“[19] zu beschimpfen und gewaltsam auszugrenzen. Das erneuerte osmanische Milletsystem ist, so dürfen wir den inzwischen in Ankara lebenden Katholischen Theologen, Ex-Priester und Islamischen Theologiedozenten Thomas Michel auf dem Rumi Forum verstehen, endlich „abrahamic“ zu erneuern, ganz und gar abrahamisch.[20]

Muslims have from time to time been misunderstood and as a result they have been subjected to pressure and insults. We have even witnessed Muslims being deprived of their most natural and basic rights, for example their right to work.

dass Muslime oft missverstanden wurden und sich als Resultat dessen großem Druck und Beleidigungen ausgesetzt sahen. Viele Muslime wurden ihrer fundamentalen Rechte beraubt, z. B. mit Berufsverboten belegt.

Gülen spielt auf die türkischen (und sonstigen) Kopftuchverbote für Lehrerinnen an und würde in der Arbeitswelt wahrscheinlich auch Niqab und Burka verteidigt wissen wollen.

Gelegentlich sagt der Prediger bekanntlich, er verlange den Schleier von der Frau nicht, doch weiß er dabei, dass der Hidschab im sunnitischen Islam Pflicht ist und gibt an, echt muslimisch im Leben kein anders Ziel zu haben, als „Gott zu gefallen“, „Sein [Allahs] Wohlgefallen an[zu]streben“; Fethullah Gülen: We have no other target than attaining the consent and pleasure of God.“[21]

Ende 2010 wird bekannt, dass die Katholische Universität im belgischen Leuven einen an Fethullah Gülen orientierten Lehrstuhl aufbauen wird. Der Dominikanerpater sowie Sozial- und Kulturanthropologe Johan Leman wird die Professur (The Fethullah Gulen Chair for Intercultural Studies, GCIS) innehaben, jahrelange Vorarbeit hatte die Intercultural Dialogue Platform (IDP) mit Sitz in Brüssel geleistet. Ehrenvorsitzender der IDP ist, wir ahnen es richtig, Fethullah Gülen.[22]

Indeed, when we look at the Qur’an we see that it is molded in love.

Wenn wir in den Koran schauen, werden wir feststellen, dass er quasi in Liebe gegossen ist.

Wenn wir den aus Gülens Sicht so lieblichen Realkoran aufschlagen, entdecken wir in Sure 4:74 „Und so soll kämpfen in Allahs Weg, wer das irdische Leben verkauft für das Jenseits. Und wer da kämpft in Allahs Weg, falle er oder siege er, wahrlich dem geben Wir gewaltigen Lohn.“, in 9:111 „Siehe Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft. Sie sollen kämpfen in Allahs Weg und töten und getötet werden. Eine Verheißung hierfür ist gewährleistet in der Tora, im Evangelium und im Koran; und wer hält Seine Verheißung getreuer als Allah? Freut euch daher des Geschäfts, das ihr abgeschlossen habt; und das ist eine große Glückseligkeit.“ und im Schwertvers schließlich, in Sure 9:5 lesen wir: „Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf!“

Allahs unwiderstehliches, die Gegner tötendes Liebesangebot haben wir ja sicherlich völlig falsch aufgefasst. Schließlich, jedenfalls wenn wir der SS-Ahnenerbe-Stipendiatin Sigrid Hunke und ab 1986 ständigen Mitarbeiterin im rechtsextremistischen Thule-Seminar Glauben schenken, gilt: „Allah ist ganz anders“. Fethullah Gülen:

For this reason, a Muslim’s enmity toward unbelievers is a form of pity.

Die angebliche Feindseligkeit von Muslimen gegenüber Ungläubigen ist in Wirklichkeit eine Form von Mitgefühl.

Zugegeben, im von Hisba-Milizen durchtobten Schariastaat widersprecht diesem niemand mehr öffentlich.

Und uns Zweiflern steht schließlich das ‚Tor der Reue‘ (Gülen) bis zum Tag der Auferstehung offen (Gülen: God … has left the door of repentance open).

Wie die Elite des verstaatlichten Islamsystems beschaffen sein muss, weiß Gülen genau:

Such people have absolute confidence and trust in God … their perception that gives them unbelievable perspectives, and their knowledge and thoughts raise them … Ideal people try to remain removed from sin, for they have designed their lives according to the Divine Law in which they believe so sincerely.

Diese Menschen vertrauen ganz auf Gott, da sie an Seine allgegenwärtige und gewaltige Macht glauben und sich auf sie verlassen. Der reine Glaube, der in den Tiefen ihres Herzens ruht, ihre Wahrnehmung, die ihnen unglaubliche Perspektiven eröffnet, und ihr Wissen und Denkvermögen erheben sie … Diese vorbildlichen Menschen halten sich von Sünden fern, denn sie gestalten ihr Leben entsprechend dem Gesetz Gottes, an das sie unbeirrbar glauben.

Divine Law, Gesetz Gottes! Gülen will also die ungeschmälerte Scharia, wie sie vom mittelalterlichen Theologen Abu Hamid al-Ghazali endgültig durchdacht worden ist und wie sie von den Revivalisten wie Maududi, Qutb oder Erbakan gefordert worden ist. Der Hodscha aus den schönen grünen Pocono-Bergen kleidet die Islamische Revolution in die Begrifflichkeiten der Sufis:

Sufism is based on observing even the most “trivial” rules of the shari’a in order to penetrate their inner meaning. An initiate or traveler on the path (salik) never separates the outer observance of the Shari’a from its inner dimension, and therefore observes all of the requirements of both the outer and the inner dimensions of Islam.

Der Tasawwuf gründet auf der Befolgung der Regeln der Scharia und auf der Durchdringung ihrer (inneren) Bedeutungen. … Ein Eingeweihter oder Reisender auf dem Sufipfad (arab.: Salik), der erfolgreich ist, kann niemals die äußere Befolgung der Scharia von ihrer inneren Dimension trennen; er erfüllt beide, die inneren wie auch die äußeren Erfordernisse der Religion.

Richtig. Sufismus ist nicht Islam minus Scharia, sondern Scharia plus Ekstase.

Der besondere sufische Weg ist die imaginierte Abstreifung des zur Sünde verführenden Egoismus und Egos, dazu vielleicht, zusätzlich zu den Pflichtgebeten versteht sich, ein paar andächtige Rumi-Textlesungen, rituell tanzende Derwische oder Trance erzeugende Dhikr-Übungen pro Woche; das Ziel aber bleibt, wie für jeden Muslim, das Wohlgefallen Allahs zu erlangen und damit die berechtigte Hoffnung auf einen Platz in der ewigen Gottesnähe:

Through such observance, this person travels toward the goal in utmost humility and submission.

Dadurch reist er in äußerster Demut und Ergebenheit seinem Ziel entgegen.

This life is very important, for it shapes our afterlife.

Das Leben auf Erden ist von größter Wichtigkeit, denn es beeinflusst unser Leben nach dem Tod ganz entscheidend.

Absolute Glückseligkeit in dieser Welt und der anderen.

Während Islamapologeten gern behaupten, Koran und Hadith würden das Diesseits nicht abwerten und der Islam sei gerade nicht manichäisch-körperfeindlich, hat uns Gülen gerade verdeutlicht, dass das Erdendasein ohne Jenseitszentrierung letztlich gar keine Bedeutung hat oder sogar den zur ewigen Verdammnis führenden, absolut falschen Sinn.

Islam is an inclusive religion. It is based on the belief in one God as the Creator, Lord, Sustainer, and Administrator of the universe. Islam is the religion of the whole universe. That is, the entire universe obeys the laws laid down by God; everything in the universe is “Muslim” and obeys God by submitting to His laws.

Der Islam ist die Religion des Universums; denn Islam bedeutet nichts anderes als Gehorsam und Unterwerfung gegenüber Gott, dem Herrn des Universums.

Führer, befiehl, wir folgen dir. Allahs Marionette sein oder vielmehr Gülens Zombie.

Das kennen wir doch? Interessanterweise wiederholt Gülen hier eigentlich nur die Gehorsamserklärung des Abul Ala Maududi, der in Towards understanding Islam (Sägefisch 288) gesagt hatte: „Islam ist ein arabisches Wort und heißt Unterwerfung, Hingabe und Gehorsam. Als Religion steht Islam für völlige Unterwerfung unter den Willen Gottes und absoluten Gehorsam Ihm gegenüber.“

Schluss mit schlampig, donnert der Charles Darwin hassende Kreationist und Sufi:

Im ganzen Universum lässt sich keine Unordnung feststellen. Alles im Universum ist ‚Muslim‘, weil alles Gott gehorcht, indem es sich Seinen Gesetzen unterwirft.

Our entire life, from the embryonic stage to the body’s dissolution into dust after death, every tissue of the muscles, and every limb of the body follows the course prescribed for each by God’s laws.

Denn das ganze Leben eines Menschen, vom Embryozustand bis zum Zerfall zu Staub nach dem Tode, all sein Zellgewebe und alle seine Gliedmaßen folgt dem Lauf, der von den Gesetzen Gottes diktiert wird.

Allah, der himmlische Diktierer oder vielmehr Diktator habe dabei bittesehr ein paar irdische Statthalter, die dich im Alltag überwachen. Sie geben sich als bescheidene Dienstleister und nennen sich die Mitarbeiter an der Hizmet, am Dienst.

Die Islamische Universalreligion findet sich nahezu wörtlich bei Maududi! In der eben genannten Quelle Weltanschauung und Leben im Islam lesen wir: „Dieses mächtige, allumfassende Gesetz, das alles lenkt, was das Universum einschließt, von den winzigsten Staubkörnchen bis zu den Milchstraßen im Weltraum, ist das Gesetz Gottes, des Schöpfers und Erhalters des Universums. Da also die gesamte Schöpfung dem Gesetz Gottes gehorcht, folgt das ganze Universum im wahrsten Sinne des Wortes der Religion des Islams, denn Islam bedeutet nichts anderes als Unterwerfung und Gehorsam Gott gegenüber. Die Sonne, der Mond, die Erde und alle anderen Himmelskörper sind daher ‘Muslime’. Ebenso Luft, Wasser, Wärme, Steine, Bäume und Tiere: alles im Universum ist ‘Muslim’, denn es gehorcht Gott durch Unterwerfung unter Seine Gesetze.“[23]

Statt pakistanischem Maududi-Revolutionsprogramm geht es eben auch mit dem türkischen Gülen-Sufismus. Mit einer nach Fethullah Gülen erzogenen Hizmet-Elite kann sich die „tolerante“ Islamdemokratie aufbauen, der deine korangemäße Rechtschaffenheit gewährleistende Überwachungsstaat. Das Islamsystem beginne zu wachsen, Familie für Familie und Haus für Haus. Um sich weiter auszubreiten.

Straßenzug für Straßenzug.

Jacques Auvergne

[1] The Turkish schools, which have expanded to seven cities in Pakistan since the first one opened a decade ago, cannot transform the country on their own. But they offer an alternative approach that could help reduce the influence of Islamic extremists.

They prescribe a strong Western curriculum, with courses, taught in English, from math and science to English literature and Shakespeare. They do not teach religion beyond the one class in Islamic studies that is required by the state. Unlike British-style private schools, however, they encourage Islam in their dormitories, where teachers set examples in lifestyle and prayer.

“Whatever the West has of science, let our kids have it,” said Erkam Aytav, a Turk who works in the new schools. “But let our kids have their religion as well.” …

The model is the brainchild of a Turkish Islamic scholar, Fethullah Gulen. A preacher with millions of followers in Turkey, Mr. Gulen, 69, comes from a tradition of Sufism, an introspective, mystical strain of Islam. He has lived in exile in the United States since 2000, after getting in trouble with secular Turkish officials.

Mr. Gulen’s idea, Mr. Aytav said, is that “without science, religion turns to radicalism, and without religion, science is blind and brings the world to danger.”

The schools are putting into practice a Turkish Sufi philosophy that took its most modern form during the last century, after Mustafa Kemal Ataturk, Turkey’s founder, crushed the Islamic caliphate in the 1920s. Islamic thinkers responded by trying to bring Western science into the faith they were trying to defend. In the 1950s, while Arab Islamic intellectuals like Sayyid Qutub were firmly rejecting the West, Turkish ones like Said Nursi were seeking ways to coexist with it.

aus: Sabrina Tavernise: Turkish Schools Offer Pakistan a Gentler Vision of Islam

in: The New York Times 04.05.2008

Gülen-Bewegung Kanada

http://gulenmovement.ca/

IID – The Institute of Interfaith Dialog , die US-amerikanische Gülenbewegung: Houston / Texas (HQ für Headquarter), Dallas / Texas, Oklahoma City, Jackson / Mississippi, El Paso / Texas

http://interfaithdialog.org/contact-us

Andernorts meiden Politiker repräsentative Einladungen des Gülen-Netzwerks. In einer Empfehlung des Interkulturellen Büros der Stadt Darmstadt heißt es: „Den Dezernentinnen und Dezernenten und den Führungskräften der Verwaltung wird empfohlen, eine distanzierte Haltung zu allen Vereinen, die diesem Netzwerk angehören, einzunehmen.“ Zur Begründung hebt das Papier auf die ordensähnlichen Strukturen des religiösen Netzwerks ab. „Durch Erziehung islamischer Eliten sollen gesellschaftliche und staatliche Institutionen unterwandert werden.

Es handle sich um eine Strömung im Islam, „in der das hierarchisch-zentralistische und konspirative Organisationsprinzip aus dem Verhältnis ‚Großer Bruder‘-Schüler abgeleitet wird“, lautet die Einschätzung. …

In speziellen Ethik-Kursen (Ahlak Dersi) am Wochenende werden Kindern und Jugendlichen auf der Suche nach Orientierung Antworten auf Fragen der Lebensführung gegeben.

aus: Volker Siefert: Feiern im Schatten des Predigers

in: HR-online 28.04.2012

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36082&key=standard_document_44612055

»In welches Land ich auch reise, ich finde immer jemanden, der mir hilft«, sagt Dastan Jalilov, der vor zehn Jahren aus Kirgistan zum Studium nach Deutschland kam. Ein paar Habseligkeiten und eine Telefonnummer in Berlin brachte er mit. Er hatte sie von einem Bekannten aus Kirgistan erhalten. Dass auch er zum Gülen-Netzwerk gehört, verstand er erst später. Jalilov rief die Nummer an, lernte neue Freunde kennen und zog in eine Kreuzberger WG. Hier blieb der Politikstudent die nächsten Jahre. Und das nicht nur, weil die Miete nur hundert Euro betrug. Auch das gemeinschaftliche Leben mit den Mitbewohnern, alle wie er Muslime, gefiel dem jungen Mann.

Die Studenten-WGs gehören zum inneren Kern der Gülen-Bewegung. Hier rekrutiert sie ihre Führungsleute, hier findet die religiöse Unterweisung statt. Lichthäuser heißen sie, circa zwei Dutzend gibt es in Berlin, für Männer und Frauen getrennt. Bisher waren diese Wohngruppen eine verschlossene Welt. Jetzt hat Kristina Dohrn, eine Studentin an der Berliner Humboldt-Universität, für ihre Abschlussarbeit erstmals Zugang gefunden.

Für Verschwörungstheorien, die sich um diese WGs bisher rankten, bieten ihre Recherchen wenig Stoff. Stattdessen traf Dohrn auf eine gottesfürchtige, konservative Welt, in der man gemeinsam lebt, lernt und fünfmal am Tag betet. Alkohol ist tabu, Damen- beziehungsweise Herrenbesuch ebenso. Und um zwanzig Uhr sollte jeder zu Hause sein. Dann liest man den Koran, die Werke Gülens und diskutiert, was die Worte des Meisters für das eigene Tun bedeuten.

»Gülen hat mir gezeigt, wie ich als frommer Muslim in einer westlichen Gesellschaft leben kann«, sagt Jalilov. Mittlerweile hat der 29-Jährige seine WG verlassen, eine glaubensfeste Muslimin geheiratet und einen guten Job gefunden. Im Bezirk Wedding leitet er ein Bildungszentrum. Jeden Tag, auch sonnabends, kommen 130 Jugendliche für zwei bis vier Stunden in die hellen, mit Teppich oder Parkett ausgelegten Räume. Sie machen Hausaufgaben, lernen für Klausuren, bereiten sich auf das Abitur vor. »Wer sich durch besonderen Fleiß auszeichnet, erhält Einzelstunden als Belohnung«, sagt Dastan Jalilov. Der Name des Arbeitgebers hängt in großen Lettern im Flur: Tüdesb.

aus: Martin Spiewak: Die Streber Allahs

in: DIE ZEIT 18.02.2010

http://www.zeit.de/2010/08/Deutsch-Tuerkische-Privatschulen

http://www.guelen-bewegung.de/?p=54

1999 wurde in der Türkei eine Rede Gülens bekannt, in der er seinen Anhängern Anleitungen für den Marsch durch die Institutionen gab und sie aufforderte, sich konspirativ zu verhalten, bis die Zeit für die Machtübernahme gekommen sei. Die Rede wurde bekannt, Gülen setzte sich in die Vereinigten Staaten ab, um einer Verhaftung durch das Militär zuvorzukommen.

Der Ansatz der Bewegung scheint auf den ersten Blick durchaus modern. Es geht darum, dass die Muslime alle Errungenschaften der Wissenschaft in sich aufnehmen, damit sie mit dem Westen konkurrieren können. Daran ist nichts Falsches, und die Bewegung könnte als Vorzeigeobjekt eines Reformislams gelten, der sich ja sonst der Moderne verweigert. Betrachtet man aber die Schriften von Fethullah Gülen, zeigt sich eine zutiefst dogmatische und reaktionäre Denkweise. Er schreibt: „Koran und Hadith sind wahr und absolut. Wissenschaft und wissenschaftliche Fakten sind wahr, solange sie mit Koran und Hadith übereinstimmen. Sobald sie aber eine andere Position einnehmen und von der Wahrheit von Koran und Hadith wegführen, sind sie fehlerhaft. Selbst zweifelsfrei etablierte wissenschaftliche Fakten können nicht die Säulen sein, auf denen die Wahrheiten des imam (Glauben) ruhen. Nicht die Wissenschaft lässt die Wahrheit erkennen, sondern der Glaube an Allah, aus der Rechtleitung Gottes . . .“

Diese Art des Denkens führt zu der Erkenntnis, dass im Koran bereits alles steht, dass alles vorherbestimmt ist. So gebe der Koran zum Beispiel Hinweise auf das unsichtbare Wirken dessen, was heute Physik genannt wird: auf Anziehung und Abstoßung oder auch Rotationen und Umbrüche im Universum. …

Dass er mit derselben Verve die Existenz von Engeln und Dschinn beweist, ist dann nur folgerichtig. Es sind dieselben Argumente, die vom Scharia-Islam her kennen. Gülen macht nur eines anders als die fatalistisch an die Vorsehung Glaubenden: Er fordert seine Anhänger auf, sich die Welt der Ungläubigen aktiv anzueignen, um sie im Namen des Islams beherrschen zu können. Es geht ihm darum, die gottgewollte und natürliche Herrschaft des Islams über die Welt zu erlangen, weil „sich alles dem Menschen fügen wird, solange dieser sich Allah fügt“.

aus: Necla Kelek: Die Anhänger des Fethullah Gülen

in: Frankfurter Allgemeine 21.07.2008

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/tuerkischer-islamismus-die-anhaenger-des-fethullah-guelen-1664740.html

Der zentrale Gülen-terminologische Begriff Hizmet bedeutet ungefähr: Der Dienst deiner Arbeit für das Allgemeinwohl [nach Koran und Sunna] als deine Pflicht [als Muslim sowieso und dann noch mal als pflichtbewusster Türke]. Gülen-Bewegung und HIZMET sind dasselbe.

Seite der Gülen-Bewegung, deutsch, französisch, englisch …

http://de.fgulen.com/

http://fr.fgulen.com/

http://en.fgulen.com/

HIZMET (Gülenbewegung) Schweiz

http://www.dialog-institut.ch/fethullahguelen.html

http://www.dialog-institut.ch/themen/hizmet-bewegung.html

Turning back to the original question, even though the Renewer (Mujaddid) had been awaited as a single individual, at a time when the world has become more global and we are experiencing a “shrinking” of distances both in time and space (taqarrub al-zaman and taqarrub al-makan), and masses apparently living far apart have become members of the same household, service to humanity (hidma) should be undertaken, not by an individual par excellence (fard al-farid), but rather by the collective [spiritual] body (shakhs al-manawi).

aus: Hikmet ISIK: What should be the understanding of Mujaddin our time?

in: The Fountain (by: The Light Inc., New Jersey, USA)

http://fountainmagazine.net/article.php?ARTICLEID=751

Gülen bei The Fountain, 158 Artikel

http://fountainmagazine.net/author.php?SHOWAUTHOR&AUTHORID=2

Gülen does not advocate a new theology but refers to classical authorities of theology and takes up their line of argument. … His teachings differ in emphasis from those of other mainstream, moderate Islamic scholars in two respects, both based on his interpretations of particular verses of the Quran: (1) he teaches that the Muslim community has a duty of service (Turkish: hizmet) to the “common good” of the community and the nation and to Muslims and non-Muslims all over the world; and (2), the Muslim community is obliged to conduct interfaith dialogue with the „People of the Book“ (Jews and Christians).

http://en.wikipedia.org/wiki/Fethullah_G%C3%BClen#cite_note-17

Das gegenwärtige [minderwertig unislamische] System hat noch alle Kraft … Unsere Freunde sollten seine Strukturen studieren, jederzeit wachsam sein … und es transformieren im Sinne des Islam, damit die Wiederauferstehung der Nation erreicht werden kann. Aber sie müssen warten, bis die Bedingungen angenehmer sind, anders gesagt: sie sollten sich nicht zu früh aus der Deckung wagen.

In June 1999, after Gulen had left Turkey, video tapes were sent to some Turkish TV stations with recordings of Gulen saying, „the existing system is still in power. Our friends who have positions in legislative and administrative bodies should learn its details and be vigilant all the time so that they can transform it and be more fruitful on behalf of Islam in order to carry out a nationwide restoration. However, they should wait until the conditions become more favorable. In other words, they should not come out too early.“

Thomas Volk: A Radical Consequence of Modernity: The Fethullah Gülen Movement as a Political Power. Beyond the Turkish Nation State (p 3)

http://books.google.de/books?id=TZz-s0EpKYkC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Ihr müsst ganz in die Adern des Staatsapparats hinein, ohne dass jemand eure Anwesenheit bemerkt. Infiltriert alle Schaltstellen! Wartet so lange, bis ihr vollständig seid und die Zeit gekommen ist … mit der Geduld einer [auf menschliche Beute lauernden] Spinne liegen wir im Netz.

Furthermore he said, „You must move in the arteries of the system without anyone noticing your existence until you reach all the power centers…You must wait for the time when you are complete and conditions are ripe, until we can shoulder the entire world and carry it…The philosophy of our service is that we open a house somewhere and, with the patience of a spider, we lay our web to wait for people to get caught in the web…“

You must move within the arteries of the system, without anyone noticing your existence, until you reach all the power centres. You must wait until such time as you have got all the state power, until you have brought to your side all the power of the constitutional institution in Turkey.“ (Gülen 1999)

aus: Edward Stourton: What Is Islam’s Gulen movement?

in: BBC 25.05.2011

http://www.bbc.co.uk/news/world-13503361

Weltweit wird die Zahl der Gülen-Sympathisanten auf über zehn Millionen geschätzt. Zwischen zehn und 15 Prozent der türkischen Bevölkerung sollen der Bewegung inzwischen angehören, die sich selbst Hizmet (Dienst) nennt. Sie betreibt Medienhäuser, Bildungseinrichtungen, Versicherungen, und sogar eine Bank. Bis zu 30 Universitäten will Hizmet in den kommenden Jahren weltweit gründen.

http://www.welt.de/politik/ausland/article13384879/Islam-Bewegung-breitet-sich-in-Deutschland-aus.html

Wer zum Dialog-Gymnasium will, braucht erstens die Empfehlung der Grundschule und muss dann in der Aufnahmeprüfung unter die 52 Besten kommen.

Als die Schule 2007 loslegte, war sie die erste Ganztagsschule in Köln mit einem fundierten Förderangebot am Nachmittag. „Bei uns läuft das so: Wer schlecht ist, geht nachmittags zur Nachhilfe, wer gut ist, beteiligt sich an Projekten“, sagt Saraç. Nach diesem Prinzip arbeiten alle zwölf Gülen-Schulen in Deutschland. …

Spenden spielen in der Gülen-Bewegung eine wichtige Rolle. Nur weil dies so ist, kann das Dialog-Gymnasium seine anspruchsvollen Erweiterungspläne umsetzen. 17,5 Millionen Euro kostet der Neubau. Allein drei Millionen Euro davon bringt der Förderverein auf, der in Köln auf 600 feste Spender zurückgreifen kann. …

Geld erhält die Bewegung aber auch aus profitablen Geschäftsmodellen. Mit der „Zaman“ („Zeit“) gibt die Gülen-Bewegung etwa die auflagenstärkste türkische Tageszeitung heraus, die in Deutschland in über 30.000 der türkischen und türkischstämmigen Haushalte gelesen wird. Mehr Abonnenten zählt kein anderes türkischsprachiges Blatt in der Bundesrepublik. Daneben betreiben sie mit großem Erfolg eigene Fernsehsender. Vor etwa einem Jahr ging mit „Ebru TV“ das erste deutsch-englischsprachige Programm auf Sendung.

Es gehört zur World Media Group AG mit Sitz in Offenbach. Seit 2004 residiert das Unternehmen in einem ehemaligen „Polaroid“-Gebäude und bündelt dort die europäischen Medien-Aktivitäten der Bewegung. Unter dem Dach der AG arbeiten neben Ebru TV weitere drei Unternehmen, unter anderem der türkischsprachige Erfolgssender „Samanyolu“.

unverantwortlich die frauenfeindliche und totalitäre Scharia verharmlosend, von: Günther Lachmann: Islam-Bewegung breitet sich in Deutschland aus

in: WELT 21.05.2011

http://www.welt.de/politik/ausland/article13384879/Islam-Bewegung-breitet-sich-in-Deutschland-aus.html

GÜLEN INSPIRED SCHOOLS (USA)

http://gulenschools.org/

THE GÜLEN INSTITUTE (Houston, Texas, USA)

http://www.guleninstitute.org/

[2] Das Forum für Interkulturellen Dialog e.V. ist deutschlandweit der einzige Verein, dem Fethullah Gülen als Ehrenvorsitzender vorsteht. Daher sieht es der FID e.V. auch als seine besondere Aufgabe an, das Islam-Verständnis des Fethullah Gülen in die Öffentlichkeit zu tragen.

Fethullah Gülen hat sich mit seinen Äußerungen über die Gleichstellung von Mann und Frau auch hierzulande große Sympathie und Wertschätzung erworben. Seine Auffassung von der Vereinbarkeit von Islam und Demokratie, sein Postulat der Toleranz gegenüber allen Weltreligionen, seine strikte Ablehnung von Gewaltanwendung gegenüber Menschen haben ihm Beliebtheit und Vertrauen verschafft.

http://www.dialog-berlin.de/Fethullah-G%C3%BClen/

Forum für interkulturellen Dialog (FIDEV), Ehrenvorsitzender: Fethullah Gülen

http://www.fidev.org/front_content.php?idcat=124

Interkultureller Dialog e.V. [IKULT] sieht eine besondere Aufgabe an, das Islam-Verständnis des Fethullah Gülen in die Öffentlichkeit zu tragen.

http://www.ikult.com/index.php/de/fethullah-guelen/

Das Kalifat herbeiplappern! Mehr Apartheid, aber ganz dialogisch bitte:

„Einer seiner bedeutendsten Seelenverwandten in der Moderne ist zweifelsohne der türkische Gelehrte Fethullah Gülen. Gülen ist ein perfekter Zeitgenosse für Rumis Ideen, der für ihn eine große Stimme des Friedens ist, eine Figur der Toleranz und des Dialoges. Mit sozialem Engagement und moralischen Werten ist die Bewegung um Fethullah Gülen in Hinsicht auf Huntingtons Theorie und dem Kampf der Kulturen eine der wenigen wertvollen sozialen und intellektuellen Initiativen der muslimischen Welt, die Berührungen zwischen dem Orient und Okzident suchen. Das sollte als Chance für eine friedliche Zukunft verstanden werden.

Fethullah Gülen war der erste Vertreter der muslimische Welt, der sich nach dem 11. September 2001 vehement gegen den Terror aussprach, die Anschläge scharf verurteilte und sie als schweren Schlag gegen den Weltfrieden bezeichnete. Seit jeher bemüht er sich um ein Klima für Einigung und Toleranz, um die Menschheit auf ein Jahrhundert vorzubereiten, in dem die Kulturen miteinander kooperieren. Er motiviert zum Dialog und befürwortet eine Kultur der universellen menschlichen Werte, denn die Menschen haben viel mehr Gemeinsamkeiten als sie denken.

Durch die Inspiration aus Gülens Werken und seinen Leitgedanken für Toleranz und Dialog leisten viele Menschen einen ehrenamtlichen Beitrag für eine friedlichere und humanere Welt. Menschen sollten sich zur friedlichen Koexistenz bemühen. Das kann nur gelingen, wenn die Unterschiede zwischen den Menschen als wertvoller Teil unserer Existenz akzeptiert werden und ein aufrichtiger Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft stattfindet.“

IDIZ e. V., Interkulturelles Dialogzentrum

„In seinen Vorträgen und Schriften spornt Gülen sein Publikum an, ein Gleichgewicht zwischen materiellen und spirituellen Werten herzustellen und auf diese Weise nach der Wahrheit zu suchen. Nur so können sich die Menschen Gelassenheit bewahren und wahre Glückseligkeit erlangen. Gülen war und ist stets darum bemüht, die positiven Wissenschaften mit der Religion zu versöhnen, die Differenzen zwischen diesen beiden Polen zu beseitigen und die Philosophien des Ostens und des Westens einander näher zu bringen.“

http://www.idizev.com/index.php?option=com_k2&view=item&id=77:wer-ist-fethullah-g%C3%BClen&Itemid=89

IDIZEM, Interkulturelles Dialogzentrum e. V.

http://www.idizem.de/index.php/philosophie

Die Nymphenburger Gespräche sind ein von IDIZEM initiiertes Gemeinschaftsprojekt mit Pax Christi München und Freising, der Stelle für interkulturelle Arbeit der LHSt. München, der Evangelischen Stadtakademie München, dem Lehrstuhl für Religionspädagogik der LMU und der Gesellschaft Freunde Abrahams e.V.

Ziel der Nymphenburger Gespräche ist es, als Impulsgeber für die Multiplikatoren des interkulturellen und interreligiösen Dialogs zu dienen. Dazu tragen Symposien, Seminare, Podiumsdiskussionen, Veröffentlichungen und Stellungnahmen bei. Die Schirmherrschaft über die Nymphenburger Gespräche hat dankenswerterweise S.K.H. Herzog Franz von Bayern übernommen. Herzog Franz steht über den politischen und religiösen Gruppen und fördert seit vielen Jahren Projekte, die dem Austausch und dem Dialog dienen.“

http://www.idizem.de/index.php/nymphenburg

Süddialog

http://www.sueddialog.com/

Ganz viel sowohl als auch! Sowohl weise als auch westlich, du unerleuchteter Westler! Schlussendlich Kalifat weltweit, aber bis dahin immer sanft dialogisch. Wer aufmuckt, provoziert Terorangriffe und wünscht nichts anderes als „Kämpfe gegeneinander“:

„Die Vereinsarbeit des Süddialog e.V. fußt sowohl auf den Ideen des in den USA ansässigen muslimischen Gelehrten und Intellektuellen Fethullah Gülen als auch auf den für westliche Gesellschaften verbindlichen Werten und Idealen. … Fethullah Gülen zählt mit seinem Einsatz für den interreligiösen und für den interkulturellen Dialog, für die Wissenschaften, für die Demokratie, gegen Gewalt und gegen den Missbrauch der Religionen für politische Ideologien zu den einflussreichsten zeitgenössischen türkisch-muslimischen Gelehrten. Er ist Prediger, Philosoph, Gelehrter, Autor, Dichter und Pädagoge in einer Person. Mit seinem Wirken fördert er die Zusammenarbeit der Völker für eine friedliche Welt und nicht deren Kämpfe gegeneinander.“

http://www.sueddialog.com/projekte/noah-fest.html

[3] FID-Beirat: Rita Süssmuth. Stadtplaner und FID-Vorstandsvorsitzender Ercan Karakoyun (* 1980 in Schwerte) schreibt für die auflagenstärkste türkische, dabei absolut Gülen-treue Zeitung Zaman.

http://www.dialog-berlin.de/Beirat/

2003 initiierte Rita Süssmuth mit Barbara John und Marieluise Beck den Aufruf wider eine Lex Kopftuch („Religiöse Vielfalt statt Zwangsemanzipation!“). Ihn unterschrieben Sylvia Löhrmann, Ursula Boos-Nünning und Birgit Rommelspacher.

http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/konfliktstoff-kopftuch/63284/offener-brief-position

[4] İmamın Ordusu, The Army of the Imam, Die Armee des Imam.

In dem noch unveröffentlichten Buchmanuskript mit dem Titel „Die Armee des Imams“ geht es um den Einfluss der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen auf die türkischen Sicherheitskräfte. … Am 31. März 2011 wurde eine Kopie des Entwurfs „Die Armee des Imam“ unter dem Titel ″Wer berührt, verbrennt″ (tr: dokunan yanar) ins Internet gestellt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ahmet_%C5%9E%C4%B1k

Ahmet Şık und Nedim Şener, Journalisten der Internetzeitung Oda TV, sowie weitere ihrer Kollegen wurden am 3. März vergangenen Jahres festgenommen. Im Rahmen der Ermittlungen wurde das Manuskript „Imamin Ordusu“ (dt. Die Armee des Imam) von Ahmet Sik beschlagnahmt. In diesem Buch wird behauptet, die türkische Polizei sei von der Gemeinde des islamischen Gelehrten Fethullah Gülen unterwandert worden. Viele Oppositionelle sind der Ansicht, die Journalisten seien allein aufgrund dieses Buches verhaftet worden.

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/03/442675/endlich-frei-tuerkische-journalisten-ahmet-sik-und-nedim-sener-aus-der-haft-entlassen/

Sik wurde am 3. März festgenommen, zeitgleich mit seinem Kollegen Nedim Sener. Beide arbeiten bei einer Zeitung aus dem Dogan Konzern, Sik bei der linksliberalen „Radikal“, Sener bei dem intellektuellen Traditionsblatt „Milliyet“. Berühmt geworden sind beide aber eher durch ihre Bücher.

Durch ihre Enthüllungen wurden sie zu Ikonen des investigativen Journalismus der Türkei, vielfach ausgezeichnet im In- und Ausland. Entsprechend groß war der Schock, als beide im Morgengrauen des 3. März in ihren Privatwohnungen verhaftet wurden. Die Polizei stellte die Räume auf den Kopf, beschlagnahmte Computer, CDs und die gesamten Archive. …

Ahmet Sik hatte bei seiner Verhaftung die Arbeit an einem neuen Buch, das im Mai publiziert werden sollte, fast abgeschlossen. Das Manuskript birgt Sprengkraft. Das Buch heißt „Imamin Ordusu“, zu Deutsch „Die Armee des Imam“. Es beschreibt sehr detailliert, wie Anhänger des islamischen Geistlichen Fethullah Gülen, die derzeit mit Abstand einflussreichste islamische Bruderschaft der Türkei, seit Mitte der achtziger Jahre systematisch die Polizei unterwandert haben. Die Gülen-Bewegung ist im Ausland, auch in Deutschland, vor allem durch ihre Schulen bekannt. Fethullah Gülen selbst lebt seit einem Prozess in den neunziger Jahren in den USA im Exil. In Interviews präsentiert er sich als altersweiser, toleranter Islamgelehrter.

„Ahmet Sik hat dagegen herausgefunden“, sagt Fikret Ilkiz, „dass bereits 80 Prozent des türkischen Polizeiapparates zur Gülen-Bewegung gehören.“ Ob der Wert wirklich so hoch ist, mag dahingestellt sein. Fakt ist, dass Kritiker der Bruderschaft derzeit gefährlich leben. Der letzte Enthüllungsautor, der ein Buch über die Gülen-Bewegung, schrieb, heißt Hanefi Avci. Er war früher ein hochrangiger Polizeioffizier und ist selbst einstiger Sympathisant von Gülen. Avci hatte im vergangenen Herbst ein spektakuläres Aussteigerbuch veröffentlicht, das sich bis heute fast eine Million Mal verkaufte. Doch Avci kann den Erfolg nicht genießen. Er sitzt bereits seit November im Gefängnis, angeblich als Unterstützer einer linksradikalen Terrororganisation.

Auch Nedim Sener scheint der Bruderschaft lästig geworden zu sein. Zumal seine Arbeiten Ähnlichkeit mit denen von Ahmet Sik haben. Seners letztes Buch beschäftigt sich mit den Lügen des Sicherheitsapparats zum Hintergrund des Mordes an dem prominenten armenischen Journalisten Hrant Dink vor vier Jahren. Neben Armeeleuten sind offenbar auch viele hohe Polizeioffiziere, die mit Gülen sympathisieren, darin verwickelt. …

Der Besitz des unveröffentlichten Manuskripts wurde unter Strafe gestellt. Hunderte Polizisten suchen seitdem nach Kopien.

Die Kanzlei von Fikret Ilkiz wurde durchwühlt, der Verlag von Ahmet Sik auf den Kopf gestellt, und die Redaktion von „Radikal“, Siks Zeitung, gefilzt. Trotzdem konnte die Staatsmacht nicht verhindern, dass die „Armee des Imam“ am vergangenen Donnerstag komplett im Netz auftauchte. Bereits am ersten Tag wurde das Manuskript über hunderttausend Mal heruntergeladen. Am folgenden Tag fand auf dem zentralen Istanbuler Taksim-Platz eine öffentliche Lesung des Buchs statt, Hunderte Freunde und Unterstützer der Journalisten waren gekommen.

aus: Jürgen Gottschlich: Die unheimliche Macht des Imam

in: Der Spiegel 05.04.2011

http://www.spiegel.de/politik/ausland/guelen-bewegung-in-der-tuerkei-die-unheimliche-macht-des-imam-a-754909.html

Der Polizeistaat Türkei hat freilich allen Grund, Publizität über die Gülen-Bewegung zu begrenzen. Es handelt sich hier um eine weltweit agierende Sekte islamistischer Chauvinisten, die im Geheimen Welteroberungspläne verbreiten. Diese Bewegung, schreibt Necla Kelek, betont die Überlegenheit des Islam gegenüber jeder anderen Religion, sie ist in Japan, in Russland, in ganz Westeuropa und in der Türkei aktiv; sie verfügt über Universitäten, Fernsehsender, eine Bank, Versicherungen, Zeitungen, einen Unternehmerverband und Gewerkschaften.

Fethullahci, wie sich Gülens Anhänger nennen, haben inzwischen Positionen bis in höchste türkische Regierungskreise… Die Sekte hat die Struktur eines Konzerns und ist absolut despotisch… Gülens Gefolgsleute sind die intellektuellen Vordenker der AKP.

aus: Detlef Kleinert: Türkei: Der Vormarsch der islamistischen Chauvinisten

in: Die Presse 30.04.2011

http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/654304/Tuerkei_Der-Vormarsch-der-islamistischen-Chauvinisten

[5] In der Türkei ist Atheismus eine Volksbeleidigung und mit Gefängnis zu bestrafen – so sieht es offenbar die Istanbuler Staatsanwaltschaft. Sie reagierte auf Anzeigen einer Imam-Vereinigung und diverser Privatpersonen gegen den Karikaturisten Bahadır Baruter und erhob Anklage gegen ihn wegen einer Zeichnung, die – nach Auffassung der Staatsanwaltschaft – „die religiösen Gefühle eines Teiles des Volkes verletzt“. …

Baruter hatte in der Satire-Zeitschrift „Penguen“ eine Karikatur veröffentlicht, auf der ein Vorbeter in einer Moschee mit einigen Gläubigen zu sehen ist.

Einer der Männer telefoniert gerade mit dem lieben Gott, den er mit der überkonfessionellen Bezeichnung „Tanrı“ anredet, nicht „Allah“: „Kann ich den letzten Teil des Gebets weglassen, ich habe auch noch andere Dinge zu erledigen… Vielen Dank mein Gott! Schönen guten Tag noch…“

In den Arabesken, die die Wand der Moschee zieren, hat der Zeichner folgende Botschaft versteckt: „Allah yok, Din yalan“ – Es gibt keinen Gott, Religion ist Lüge.“ …

Das hatte wütende, aber offenbar nicht ganz unorganisierte Reaktionen „aus der Bevölkerung“ zur Folge, sowie heftige Diskussionen im Internet und in den Medien.

aus: Boris Kalnoky: Karikaturist nach blasphemischer Zeichnung angeklagt

in: WELT 30.09.2011

http://www.welt.de/politik/ausland/article13635126/Karikaturist-nach-blasphemischer-Zeichnung-angeklagt.html

Bahadır Baruter, Homepage des Karikaturisten

http://www.baruter.com/

[6] Link zu Shahin Najafis Lied. Shahin Najafi & Majid Kazemi – “Ay Naghi!” with English text

http://www.youtube.com/watch?v=4rDXhjIN030

Hier nach der englischen Übersetzung von Azadeh Azad:

„Naqi, ich schwöre dir … bei den Schariagesetzen im Operationssaal für Nasenkorrekturen … bei der Ehre der zwielichtigen Hintermänner … Wie war noch mal der Name der Führer der Grünen Revolution? … Hey Naqi, jetzt, wo der Verborgene Imam schläft, rufen wir dich an, hey Naqi … erstehe auf!“ Naqi, I swear to you … On Sharia law course in the nose operation room … On the honour of dubious shady men … So what was the name of the Green Movement’s leader? … Hey Naqi, now that Hidden Mahdi is asleep, we call for you, hey Naqi … Resurrect!

http://www.iranian.com/main/blog/azadeh-azad/shahin-najafis-naqi-translation-its-lyrics

Eine weitere Übersetzung bringt uns Lover of Iran (10.05.2012) mit nützlichen Erklärungen

Naghi, I swear on your sense of humor … On the teaching of jurisprudence in the room where nose jobs are given … Naghi, I swear on love and Viagra / On raised legs and chakras / On sangak bread and chicken and meat and fish / On silicon chests and striped virginity … O Naghi, now that the Hidden Imam is asleep, we call upon you, O Naghi / Appear!“

http://www.iranian.com/main/blog/lover-iran/shahin-najafis-naghi-translation-and-discussion

“Ai Naqī!”, Text auf Persisch

http://imamnaghi.wordpress.com/2012/05/09/%D8%B4%D8%A7%D9%87%DB%8C%D9%86-%D9%86%D8%AC%D9%81%DB%8C-%D8%A2%DB%8C-%D8%A7%D9%85%D8%A7%D9%85-%D9%86%D9%82%DB%8C/

ʿAlī al-Hādī, auch bekannt als ʿAlī an-Naqī (* 828 in Medina; † 868 in Samarra im heutigen Irak) war der zehnte der Zwölf Imame und somit Nachkomme des Propheten Mohammed.

http://en.wikipedia.org/wiki/Ali_al-Hadi

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE), Presseerklärung vom 10.05.2012 zur Fatwa gegen Musiker Shahin Najafi

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2012/05/12/292/

[7] The Islamic Shari’ah contains rules of all past events, current problems and all possible incidents that may happen. Nothing has happened in the past or is happening at present or will happen in the future except that each and every one of those things has a ruling from the Islamic Shari’ah. The Islamic Shari’ah encompasses all actions of man, completely and comprehensively, at every time and place.

aus: Abu Ismael: Who is al-Hakim (The Legislator)?

in: Islamic Revival 05.12.2005

http://islamicsystem.blogspot.de/2005/12/who-is-al-hakim-legislator.html

Shaker Assem von der österreichischen Vertretung der in Deutschland verbotenen, transnationalen Kalifatsbewegung Hizb ut-Tahrir (Ḥizb at-taḥrīr, wörtl. Partei der Befreiung)

Die heutigen Staaten sind säkulare Systeme, in denen man auf die Verfassungen schwören muss, um für das Parlament kandidieren zu können. Damit können wir uns nicht identifizieren, weil diese Verfassungen dem Islam widersprechen. Deshalb können wir an solchen Wahlen, bei denen nur Parteien antreten dürfen, die das säkulare Spiel mitspielen, nicht teilnehmen. Wir lehnen das ab.

Wir sagen offen, dass die westlichen Verfassungen nicht die unsrigen sind. Wobei wir aber in westlichen Ländern – so auch in Österreich – keine Veränderung anstreben: Österreich ist nicht Teil der islamischen Welt. Hier, in Europa, wollen wir den Muslimen ihre islamische Identität bewahren und sie davon überzeugen, sich für einen islamischen Staat in den islamischen Ländern – etwa in der Türkei – einzusetzen.

Antworten an Corinna Milborn von: Shaker Assem; in: news.at 24.01.2011

http://www.news.at/articles/1103/11/287001/gegen-demokratie-scharia-das-news-interview-islamisten

[8] Sahih Muslim, Kapitel: 17, Nummer: 4194

Stoning is a duty laid down in Allah’s Book for married men and women who commit adultery when proof is established, or it there is pregnancy, or a confession.

Kapitel: 17, Nummer: 4192

(When) a married man (commits adultery) with a married woman, and an unmarried male with an unmarried woman, then in case of married (persons) there is (a punishment) of one hundred lashes and then stoning (to death). And in case of unmarried persons, (the punishment) is one hundred lashes and exile for one year.

http://www.alhamdulillah.net/modules.php?op=modload&name=Hadith-Muslim&file=index&action=viewcat&cat=17&page=2

[9] On Thursday, the 32-year-old civil servant from Dharmasraya in West Sumatra was been sent to prison for two and half years and ordered to pay a fine of around $10,000. Judges found him guilty of inciting hatred towards religion with his postings on Facebook, which were mostly about Prophet Mohammad. …

In the 1960s an estimated one million members of a growing communist party were killed by the military and Muslim youth groups. One of the main reasons the youngsters turned into killers was because of a strong propaganda campaign that portrayed communists as non-believers, even as devils.

Until this day, atheism and communism are practically synonymous in Indonesia. …

Since the fall of the authoritarian regime of former president Suharto in 1998, thousands have been killed during religious conflicts. In recent years, attacks on churches and religious minorities have multiplied.

“Indonesians are still a very tolerant people,” Endy Bayuni, the chief editor of the Jakarta Post, told Aljazeera in response to Aan’s verdict.

“But we are also tolerating the intolerant.”

That is exactly what is happening. I am writing this blog from a town in West Java where the local government has decided to implement Sharia laws that contradict national laws.

When I asked the mayor why the laws where needed he said: “I was fed up with the protests of radical groups every week at my office.”

The judges in West Sumatra have felt similar pressures. Radical groups had threatened to behead Aan and become violent if the verdict was not strong enough.

aus: Step Vaessen: In Indonesia, jailed for non-believing

in: alJazeera

http://blogs.aljazeera.com/blog/asia/indonesia-jailed-non-believing

Celstraf voor ongelovige Indonesiër

JAKARTA (ANP) – In Indonesië is een 32-jarige man veroordeeld tot 2,5 jaar gevangenisstraf omdat hij op Facebook had gezegd dat hij atheïst is. Een rechtbank op het eiland Sumatra vond dat hij zich daarmee schuldig had gemaakt aan godslastering. Hij beledigde de profeet Mohammed, vond de rechter. Dat meldde de Indonesische krant Jakarta Post vrijdag.

De man heeft zich bij het vonnis van de rechter neergelegd en zijn excuses aangeboden. ,,Geloof is een persoonlijke zaak en ik heb excuses aangeboden aan alle betrokkenen, inclusief mijn familie“, zo wordt hij in de krant geciteerd.

Hij is volgens de krant vermoedelijk de eerste persoon in het Zuid-Aziatische land die de gevangenis in moet omdat hij geen religie heeft.

in: Elsevier (Niederlande) 15.06.2012

http://www.elsevier.nl/web/Artikel/341430/Celstraf-voor-ongelovige-Indonesieumlr.htm

Alex Aan … after posting „God doesn’t exist“ on Facebook, the soft-spoken civil servant, 30, faces up to 11 years in jail for what is considered blasphemy in Indonesia.

His case has stoked a debate in the world’s most populous Muslim nation, whose 240 million citizens are technically guaranteed freedom of religion but protected by law only if they believe in one of six credos: Islam, Catholicism, Protestantism, Buddhism, Confucianism and Hinduism. Those who question any of those face five years in prison for „insulting a major religion“, plus an additional six years if they use the internet to spread such „blasphemy“ to others.

Activists say Aan’s is the first case in which an atheist is being tried in relation to the first pillar of Indonesia’s state philosophy – pancasila, which requires belief in one god. Aan … has been beaten by angry mobs, rejected by his community and endured public calls for his beheading. …

Authorities moved Aan from his local prison in west Sumatra’s capital, Padang, after he was badly beaten by a group of inmates who knew his case. …

According to Andreas Harsono, a local human rights activist, Aan’s case is just one of a growing number of examples of religious intolerance across Indonesia, ranging from harassment to mob and arson attacks against groups such as the Baha’i, Shia and Ahmadiyah Muslims – sometimes ending in death.

Last year, the local Setara Institute for Democracy and Peace recorded 244 acts of violence against religious minorities – nearly double the 2007 figure.

Activists argue that the country is increasingly influenced politically and financially by conservative Wahhabi clerics from the Middle East, particularly Saudi Arabia, who help to incite intolerance in Indonesia. But the country’s discriminatory laws – ranging from vaguely worded decrees against proselytising to requirements to state one’s religion on one’s national identity card – as well as the increasing number of Muslim hardliners who have taken the law into their own hands, are also to blame, Harsono says.

„Victims keep getting longer prison terms and perpetrators less, while the human rights we set in place 10 years ago are becoming unravelled,“ he says. „We’re seeing a motion to ban mini-skirts in government buildings whereas [before] it was OK. Beauty queen contests were OK’d in the 1970s but have been banned in some provinces, while Valentine’s Day celebrations were given the green light 30 years ago but this year were banned in Aceh.

„The situation is getting crazy,“ Harsono continues. „We used to discuss these issues. Now there is no discussion. The discourse today is ‚This is un-Islamic and immoral‘.“

Indonesia’s Christians have suffered most, perhaps. The Indonesian Communion of Churches says about 80 churches have been closed each year since President Susilo Bambang Yudhoyono took power in 2004, and an additional 1,000 congregations have faced harassment.

For many of those who consider themselves defenders of Islamic culture, such as the Padang clan chief, Zainuddin Datuk Rajo Lenggang, religious minorities like Aan pose a serious threat to Indonesia’s national identity – and atheists are particularly risky.

„If you are not a religious person, you might be dangerous to others, behaving without control and doing anything you like,“ Lenggang says. „Religion brings order. You cannot be an individualist.“ …

„My son is not an atheist,“ says his mother, Nuraina, through tears. „Since his childhood, he has always been diligent, always praying in the mosque, five times a day.“

Aan, who has the support of the US-based Atheist Alliance International and Council of ex-Muslims of Britain, says he knew from an early age that he was an atheist … : „My family would ask me my thoughts but I knew my answers would cause problems, so I kept quiet.“

aus: Kate Hodal: Indonesia’s atheists face battle for religious freedom

in: guardian.co.uk 03.05.2012

http://www.guardian.co.uk/world/2012/may/03/indonesia-atheists-religious-freedom-aan

[10] Recht (haqq) ist im Islam praktischerweise identisch mit Wahrheit (auch haqq), andere Menschenrechte würden Allahs Recht schmälern und sind daher islamisch unwahr! Scharia-Finanzfachmann Saiful Azhar Rosly arbeitet am International Center for Education in Islamic Finance (INCEIF), Kuala Lumpur, Malaysia:

The concept of right in Islam lies in the definition of huquq, pl. of haqq. The word haqq meaning “something right, true, just, real”; haqq in its primary meaning is one of the names of Allah (s.w.t), and it occurs often in the Qur’an in this sense, as the opposite of batil (vain, false, unreal). A further meaning of haqq is “claim” or “right,” as a legal obligation. Islamic law distinguishes the haqq into two kinds: one is the rights relating to God, and the second is right relating to individuals. The rights relating to God are the rights that relate to public interest. They are linked to God due to the seriousness of the rights and the comprehensiveness of their benefit. The rights relating to individuals are those which are related to individual interest. Therefore, pardon and compromise is not permissible in the rights relating to Allah while in the rights relating to individual it is permissible (Sanusi and Rosly, 2008).

Under Islamic jurisprudence, haqq is defined as “the exclusive power over something, or a demand addressed to another party which the Shariah has validated in order to realise a certain benefit.”

aus: Saiful Azhar Rosly: Shariah parameters reconsidered

http://arafiki.edublogs.org/files/2011/12/Shariah-parameters-zoys0q.pdf

Haqq is the Arabic word for truth. In Islamic context, it is also interpreted as right and reality. Al-Haqq, the truth, is one of the names of God in the Qur’an. It is often used to refer to God as the Ultimate Reality in Sufism.

http://en.wikipedia.org/wiki/Haqq

Allahs Wahrheit und die seiner Diener, Gottesrecht und Knechtrecht. Huquq Allah and Huquq Al-Ibadah

http://www.islamicity.com/forum/printer_friendly_posts.asp?TID=12916

Haqiqa is a difficult concept to translate. The book Islamic Philosophical Theology defines it as „what is real, genuine, authentic, what is true in and of itself by dint of metaphysical or cosmic status“, which is a valid definition but one that does not explain haqiqa’s role in Sufism. Haqiqa may be best defined as the knowledge that comes from communion with God, knowledge gained only after the tariqa is undertaken. For instance, a shaykh that has advanced through tariqa has haqiqa and can see into the lives of his disciples in a spiritual sense.

http://en.wikipedia.org/wiki/Haqiqa

Roughly translated, el haqq means “the truth” or “the certain reality”. The El-Haqq Islamic Resource Center is an information service oriented organization dedicated to spreading a clear, accurate picture of Islam and Muslims. It is our sincere intention to dispel any all misrepresentations of Islam and to assist those who seek to become a part of the global community of Muslims. This site is also a means whereby Muslims and non-Muslims can, inshaAllah (Allah willing), gain more insight into different aspects of Islam through various articles, multimedia, and forums. … El-Haqq is dedicated to being a voice for the voiceless and oppressed. Most of all we seek Allah’s pleasure in this endeavor.

http://www.salaam.co.uk/links/show_links.php?sub_cat_id_link=287&main_cat_id_link=156

[11] Auf in die proislamistische, interreligiöse Räte-Republik USA:

a new period of bridge-building … Councils of churches and synagogues gradually include mosques and temples, becoming interfaith councils. … Pluralism is a process of creating a society by acknowledging, rather than hiding, our deepest differences. … pluralism in America is clearly based on the common ground rules of the First Amendment to the Constitution: “no establishment” of religion and the “free exercise” of religion.

aus: Diana Eck: From Diversity to Pluralism

http://pluralism.org/pages/pluralism/essays/from_diversity_to_pluralism

http://pluralism.org/publications/new_religious_america/

Diana Eck im Bild

http://pluralism.org/img/about/Diana_Eck.jpg

Kunde ist König

http://pluralism.org/directory/index/?sort=state%252Ccity%252Ctitle&tradition=Islam

Vom Staatsbürger oder Mitbürger zum Religionsangehörigen bzw. Schariapflichtigen:

„Eine differenzierte Sichtweise auf die Vielfalt muslimischen Lebens ist die grundlegende Voraussetzung, um die Distanz zwischen den Kulturen zu verringern sowie das gegenseitige Verständnis, die Begegnung auf Augenhöhe und ein aktives Miteinander weiter zu entwickeln.

Die Ausstellung will eine Plattform bieten, um Brücken zwischen den Kulturen und Religionen zu bauen.“

aus: Islam und muslimisches Leben. Eine Ausstellung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg im Rahmen des Projekts „Neue Brücken bauen … zwischen Generationen, Kulturen, Institutionen“ der Baden-Württemberg-Stiftung

http://www.lpb-bw.de/islam_muslimisches_leben.html

Mennoniten Schweiz. Gar keine Aufklärung über das repressive und frauenfeindliche Gefängnis der Scharia, dafür ganz viel Brückenbau:

20. Mai 2012 – Heute sind wir vielerorts mit Menschen islamischen Glaubens konfrontiert. Im Workshop «Menschen anderer Religionen Hände reichen» wurde die Frage diskutiert, wie wir als Christen einen besseren Zugang schaffen und Brücken bauen können.

http://www.merk2012.ch/index.php?id=70&L=3

Irans Propagandamaschine IRIB rattert interkulturell (segregierend und rechtsspaltend), auch auf Französisch:

Conférence de l’OCI: construire des Ponts, dialogue interculturel, identités et migrations

http://french.irib.ir/radioislam/art-a-culture/item/76364-conf%C3%A9rence-de-l%E2%80%99oci-construire-des-ponts-dialogue-interculturel-identit%C3%A9s-et-migrations

Ganz viel symbolischen und entsprechend ekstatischen Brückenbau betreibt man auch in Frankreich. SaphirNews im Februar 2012:

« Depuis deux ou trois ans, l’islamophobie est en augmentation chez les chrétiens », constate le Père Roucou. Un réflexe d’intolérance, favorisé par le climat délétère face à la deuxième religion de France. Si le dialogue interreligieux à vocation à créer des ponts pour enrayer ce genre de comportement, il pourrait être bénéfique des deux côtés. « Il y a aussi un travail à faire du côté des musulmans qui ont souvent une représentation erronée et négative des chrétiens. Une situation qui n’est pas favorisée par l’existence d’une littérature islamique, fondée sur des traductions, souvent très négatives vis-à-vis des chrétiens. Des responsables musulmans se sont d’ailleurs alarmés de cette situation. »

http://www.saphirnews.com/Le-dialogue-islamo-chretien-pour-dejouer-la-montee-du-radicalisme-religieux_a13845.html

Mohammed Colin, cofondateur du site Saphirnews et directeur de Salam News

http://www.salamnews.fr/Mohammed-Colin-cofondateur-du-site-Saphirnews-et-directeur-de-Salam-News_a35.html

http://www.salamnews.fr/A-propos_r9.html

SaphirNews-Mitgründer Mohammed Colin führte 2011 die französische Delegation ins Jamboree (Weltpfadfindertreffen der WOSM) nach Südschweden.

Jamboree en Suède, jusqu’au 4 août 2011 (Scouts et guides du monde). … Le chef de la délégation française rappelle le caractère écologique de ce grand rassemblement mondial du scoutisme.

http://www.rfi.fr/emission/20110731-1-mohammed-colin-cofondateur-site-sphirnews-directeur-salam-news

Mohammed Colin has made himself a bridge between the French and Muslim worlds. Colin’s father is a Roman Catholic Frenchman. His mother is the French-born daughter of Algerian parents who were harkis, Muslims who fought for France during Algeria’s war of independence …

The Muslim Scouts of France, a movement accredited by both the European and French Scout organizations, was founded by a Sufi master [Anm. Jacques Auvergne: d. i. Alâwiyya-Sufischeich Khaled Bentounes mit seiner proschariatischen Pfadikarawane Flamme der Hoffnung, La Flamme de l’Espoir] in 1991, when tensions were running high between Muslims and French and Arabic immigrants due to the first Gulf War. … The Muslim Scouts do everything prescribed by Robert Baden-Powell, the British founder of the Scout movement. [Anm. Auvergne: Nach Hidschab und Schariapflicht hat Scouting-Gründer BP gar nicht verlangt.]

To the sound of La Marseillaise beneath the Arc de Triomphe in Paris, the Muslim Scouts of France ended a Tour of France carrying a Flame of Hope. The Scouts and another youth group of secular Muslims, Mosaic, then launched a white paper to promote political awareness among young people.

aus: Chuck Sudetic: „The Future Is Open“

veröffentlich bei den: Open Society Foundations (i. e. George Soros)

http://www.soros.org/sites/default/files/future-is-open-20120501.pdf

Bei Soros findet sich zum Stichwort Islam schlimmste Desinformation. Keine Leseempfehlung.

http://www.soros.org/search?key=Islam

[12] Prof. Oebbecke hält die Einführung „theologisch kompetenter Beiräte“ aus Islam-Vertretern, wie sie der Wissenschaftsrat vorgeschlagen hat, für eine Möglichkeit. Die rechtliche und politische Diskussion dieses Modells stehe am Anfang, sagte der Experte. Nach seiner Einschätzung seien die Beiräte aber mit dem Religionsrecht vereinbar. Prof. Oebbecke hatte in Kooperation mit anderen einen Entwurf zur Gründung solcher Gremien an Hochschulen erarbeitet. Dabei geht es darum, welche Personen und Organisationen einem Beirat angehören könnten und nach welchen Regularien das Gremium über Hochschullehrer und Studieninhalte entscheiden sollte. …

Das Religionsrecht folgt dem System der „positiven Neutralität“, wie der Jurist erläuterte. Danach besteht keine Staatskirche, der Staat kooperiert aber mit religiösen Gemeinschaften auf den unterschiedlichsten Feldern. Eine Schwäche des Systems besteht laut Prof. Oebbecke darin, dass es eine möglichst überörtliche Organisation der Religionsgemeinschaften voraussetzt, damit der Staat einen einheitlichen Ansprechpartner hat. Im Falle der christlichen Kirchen sei das gegeben, im Islam nicht. Eine Lösung sieht der Experte daher im Modell des Beirats, der die Vielfalt des Islam abbilde und als Ansprechpartner dienen könne.

Der Juraprofessor beklagte, seit Jahren betonten alle politischen Kräfte, wie wichtig die Einführung eines Religionsunterrichts für muslimische Schüler sei. „Dennoch gibt es ihn bis heute nirgendwo in Deutschland.“ Neben rechtlichen bestünden auch politische Hindernisse. Die Anerkennung der muslimischen Verbände als Ansprechpartner sei bisher ebenso gescheitert wie der Versuch, den Religionsunterricht an einzelnen Moscheegemeinden auszurichten und lokal zu differenzieren. Wenig hilfreich sei auch das westliche „Unbehagen am Islam“ seit den Terroranschlägen vom September 2001, das alte wie neue Religionsgegner auf den Plan gerufen habe, sagte der Staatsrechtler.

aus: Unbehagen wenig hilfreich; in: Islamische Zeitung 26.01.2011

http://www.islamische-zeitung.de/?id=14244

Angela Merkel: Sarrazins Buch sei „diffamierend“ und „nicht hilfreich“, gelesen hatte die Bundeskanzelrin das Buch nicht.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/integrationsdebatte-merkel-hat-sarrazins-buch-nicht-gelesen-a-718236.html

Seibert: „Die Worte Sarrazins sind gar nicht hilfreich, um bei der Integration voranzukommen“. (in: Sabah Avrupa, ohne Datum)

http://www.sabah.de/de/scharfe-kritik-von-ozdemir-an-sarrazin.html

http://almanca.hukuki.net/scharfe-kritik-von-ozdemir-an-sarrazin.htm

[13] Berlin, März 2012 — Mehrere Dutzend Mitglieder des Verbandes der Studierenden aus Kurdistan YXK [Anm.: gilt als der verbotenen Untergrundorganisation PKK nahe stehend] und des Kurdistan-Solidaritätskomitees Berlin haben am Montag Abend in Berlin gegen eine Veranstaltung der in der Türkei einflussreichen Fethullah-Gülen-Gemeinde in der Berliner Humboldt-Universität demonstriert. Das Berliner Forum für interkulturellen Dialog, dessen Ehrenvorsitzender Fethullah Gülen ist, hatte zu einer Buchpräsentation einer Veröffentlichung über die Gülen-Bewegung mit der texanischen Soziologin Helen Rose Ebaugh eingeladen. Erwünscht zu der „öffentlichen“ Veranstaltung in der Bibliothek waren nur Gäste, die sich zuvor schriftlich mit Namen angemeldet hatten.

Im Aufruf zur Protestkundgebung mit dem Titel „Fethullah Gülen – ein (grauer) Wolf im Schafspelz“ erklärten die veranstaltenden Gruppen, dass die Gülen-Bewegung keineswegs für Dialog und Toleranz steht: Reißen wir Fethullah Gülen und seiner Bewegung die Maske vom Gesicht – Sie stehen für Kriegstreiberei, Repression, Ausgrenzung und Aufruf zum Massenmord in den kurdischen Provinzen der Türkei.“ Die Veranstalter der Protestaktion machten gleich zu Beginn der Kundgebung deutlich, dass sich ihr Protest nicht gegen die religiöse Überzeugung der Gülen-Anhänger richte, sondern allein gegen die politischen Machenschaften der Bewegung, die führende Positionen im türkischen Staatsapparat besetzt und ein enges Bündnis mit der Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Erdogan eingegangen ist. …

Ein Sprecher des Kurdistan-Solidaritätskomitees kündigte an, nach dieser wohl ersten öffentlichen Protestveranstaltung gegen die Gülen-Bewegung in Deutschland zukünftig verstärkt über die totalitären Ambitionen der Gülen-Gemeinde aufklären zu wollen. Im Anschluss an die Protestkundgebung begab sich ein Großteil der Teilnehmenden in das Deutsch-Mesopotamische Bildungszentrum. Dort findet zur Zeit ein zweitätiger Solidaritätshungerstreik mit mehreren Hundert kurdischen politischen Gefangenen in der Türkei statt, die sich seit Mitte Februar in einem unbefristeten Hungerstreik für ihre Rechte befinden. Zu den zentralen Forderung der Hungerstreikenden zählt die Freilassung des PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan und die Einleitung eines Dialoges für eine politische Lösung der kurdischen Frage. Allein innerhalb der letzten drei Jahre wurden über 10.000 kurdische Politikerinnen und Politiker und zivilgesellschaftliche Aktivisten fest- und 6300 von ihnen in Untersuchungshaft genommen, darunter allein sechs Abgeordnete und 17 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Für die Verhaftungen zuständig sind Sonderstaatsanwaltschaften und Polizeieinheiten, die von den Kadern der Gülen-Bewegung kontrolliert werden. In ihren auflagenstarken Medien wie der Tageszeitung Zaman rechtfertigt die Gülen-Bewegung die Verhaftungen und begleitet diese mit regelrechten Rufmordkampagnen.

aus: Kurdistan (Kurdisches Solidaritätskomitee)

http://kurdistan.blogsport.de/2012/03/20/protest-gegen-guelen-bewegung-in-berlin/

Im Internet wurde zum Protest gegen eine Buchvorstellung der US-Soziologin Ebaugh aufgerufen. Die Gruppe, die nicht mehr als 20 Teilnehmer umfasste, sieht Gülen als „Wolf im Schafspelz“.

Helen Rose Ebaugh hat die Bewegung des türkischen Islam-Gelehrten Fethullah Gülen untersucht und stellte ihre Forschungsarbeit am 19. März in der Bibliothek der Humboldt-Universtität in Berlin bei einer Veranstaltung des Forums für Interkulturellen Dialog e.V. vor. Gülen ist Ehrenvorsitzender des Vereins.

Quelle: Deutsch-Türkische Nachrichten 19.03.2012

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/03/449181/berlin-kurdische-gruppen-protestieren-gegen-guelen/

Zahlreiche Anhänger der PKK sind darüber hinaus in sogenannten Massenorganisationen organisiert, die jeweils bestimmte Berufs- und Interessensgruppen repräsentieren. Hervorzuheben sind die Jugendorganisation „Komalen Ciwan“ (sinngemäß „Gemeinschaft der Jugendlichen“), die „Kurdische Frauenbewegung in Europa“ (AKKH) und die Studentenorganisation „Verband der Studierenden“ (YXK), die besonders aktiv sind. Ebenfalls zu nennen sind die „Union der Journalisten Kurdistans“ (YRK), „Union der kurdischen Lehrer“ (YMK), „Union der Juristen Kurdistans“ (YHK), „Union der Schriftsteller Kurdistans“ (YNK), „Union kurdischer Familien“(YEK-MAL) sowie die Religionsgemeinschaften „Islamische Gemeinde Kurdistans“ (CIK), „Föderation der demokratischen Aleviten“ (FEDA), „Union der Aleviten aus Kurdistan“ (KAB), „Föderation der Yeziden Kurdistans“ (FKE) und „Union der Yeziden aus Kurdistan“ (YEK).

aus: Verfassungsschutzbericht 2010

http://www.verfassungsschutz.de/download/SHOW/vsbericht_2010.pdf

[14] Täuschen und Tarnen für die gute Sache der weiteren Islamisierung, aber nur mit dem Mogelgott und nur für Gottesfürchtige. Der alles hörende und allwissende Allah liebt nicht, dass du Boshaftes öffenlich erwähnst, es sei denn, dir wäre Übles widerfahren:

Quran 4:148 Allah does not like the public mention of evil except by one who has been wronged. And ever is Allah Hearing and Knowing.

http://quran.com/4/148

Der Unzüchtige etwa: „let him hide under Allah’s cover“ – vorher allerdings wurde er auf die grundsätzlich nachahmenswerte prophetische Anordnung hundertfach ausgepeitscht (and the Messenger ordered that he be whipped with it (a hundred times), Rechtssicherheit ist anders. Ein anderer Triebtäter erfuhr die Möglichkeit des himmlischen Vertuschens aus dem Mund des zweiten rechtgeleiteten Kalifen, ʿUmar bin al-Ḫaṭṭāb sprach: Allah had kept your secret, why did not you keep your secret? Nichtmuslime sind selbstredend bloßzustellen, die verlogene Ehrenrettung gilt nur für die Schariatreuen: he who covers a Muslim (meaning his mistakes and shortcomings).

aus: Shawana A. Aziz: Keeping Sins a Secret

in: As-Sunnah Islamic Newsletter Issue no 16, hier bei: AHYA.ORG – Authentic Islamic Resources and Information

http://www.ahya.org/amm/modules.php?name=Sections&op=viewarticle&artid=141

Whosoever covers (the sins of) a Muslim, Allah covers (his sins) on the Day of Judgment. (Reported by Bukhari)

http://sachiidosti.com/forum/islam-hadith-quran/9612-allah-cover-sin.html

he who covers up (the faults and sins) of a Muslim, Allah will cover up (his faults and sins) in this world and in the Hereafter

nach Sahih Muslim Book on Remembrence of Allah no. 4867, al-Tirmidhi Book on righteousness and upholding ties of kinship no. 1853

hier zitiert von ‚Abdul-‚Aziz ibn ‚Abdullah bin Baz, Großmufti des Königreichs Saudi-Arabien

http://www.alifta.com/Fatawa/FatawaChapters.aspx?View=Page&PageID=1200&PageNo=1&BookID=14

Das fromme Vertuschen ist begrenzt, Gegner des Propheten oder des Islam sind ja bereits dschizyabedingt kleinzumachen (feel themselves subdued, ṣaġirūn, saghiroon) und, sobald ertappt, oder bereits sozusagen prophylaktisch, unbedingt bloßzustellen. Allahgott trägt schließlich selbst den Beinamen Der Schandegeber oder Der Entehrer, al-Muḏill The Giver of Dishonour.

http://en.wikipedia.org/wiki/Names_of_God_in_Islam#List_of_99_Names_of_God_as_found_in_the_Qur.27an

Dschizya an die Herrenmenschen zahlen. Koran 9:29 and feel themselves utterly subdued; [fight] until they give the jizyah willingly while they are humbled. ṣaġirūn

ṣaġura / yaṣġuru

ṣaġira / yaṣġaru: klein sein, gering sein/werden, sich vermindern, abnehmen, jung sein, niedrig, unterwürfig, demütig sein

ṣaġara / yaṣġuru: jünger sein (bi als)

II: klein(er), gering(er) machen, verkleinern, verringern, als klein u. unansehnlich hinstellen, verächtlich machen, erniedrigen, die Diminuativform bilden

IV: verächtlich machen, als gering o. verächtlich betrachten, geringschätzen,

VI: klein, demütig werden, sich gering fühlen, sich verächtlich zeigen, kriecherisch sein

X: klein, gering finden, geringachten, wenig halten

ṣiġar: Kleinheit, Geringheit, Geringfügigkeit, Jugendlichkeit

ṣaġār: Geringheit, Unterwürfigkeit, Gefühl der Niedrigkeit

ṣaġīr pl. ṣiġār, ṣuġarāʾ: klein, gering, unbedeutend, unerheblich, winzig, niedrig, früh (Lebensalter), jung, jugendlich, minderjährig, Minderjähriger.

ʾaṣġar, f. ṣuġrā, pl.m. ʾaṣāġir, pl.f. ṣuġrayāt El.: kleiner, jünger, geringer,

ṣāġir: niedrig, verachtet, gedemütigt, kleinlaut, unterwürfig, untertan (li jm.). pl. ṣāġirūn

http://arabischdeutsch.wordpress.com/%E1%B9%A3ad/

Das Wort ṣāġirūn / saghirun im Koran (9:29)

until they pay the Jizya with willing submission, and feel themselves subdued. (Abdullah Yusuf Ali, 1872 – 1953)

until they pay the tribute readily, being brought low. ((Mohammed) Marmaduke Pickthall, 1875 – 1936)

until they pay the tax in acknowledgment of superiority and they are in a state of subjection. (Muhammad Habib Shakir, 1866 – 1939)

http://nlp.cs.nyu.edu/meyers/controversial-wikipedia-corpus/english-html/main/main_0195.html#The_Arabic_word_saghiroon

Frauenschwimmen. Swimming for women

Fatwa von Seiner Eminenz Scheich `Abdul-`Aziz ibn `Abdullah Al Al-Shaykh

Q: Some Summer centers offer swimming courses for women, but the officials in these centers do not pay any attention to women’s swimwear, which reveals their `Awrah (parts of the body that must be covered in public) in front of each another. Is swimming lawful for women? Is it permissible for them to learn swimming while wearing immodest clothing?

A: Women violating the limits of the Shari`ah (Islamic law) bring about affliction and corruption for them and others. If a woman is to learn swimming at her home, no one can prevent her, but if she is to go out of her home to the centers that teach swimming in clothes that do not cover the `Awrah, this is considered a violation of the Shari`ah. The guardians should fear Allah with regard to their daughters and should take care of this trust which Allah will ask them about. The spread of these swimming pools indicates that there is too much spare time; many girls do not get married because when suitors ask for them in marriage, they face many obstacles in most cases. So girls suffer from too much leisure and try to kill time by any means, such as going to the swimming pools. It is obligatory for every Muslim to fear Allah, protect the `Awrah of female Muslims, and take speedy action to close these swimming pools to ward off the evils that may result from them. This is because women going out, intermixing with others, uncovering their `Awrah in front of other women, and looking at their `Awrah is Haram (prohibited). It was related by Imam Muslim that Abu Sa`id Al-Khudry reported on the authority of his father (may Allah be pleased with them both) that the Messenger of Allah (peace be upon him) said: A man should not look at another man’s `Awrah and a woman should not look at another woman’s `Awrah. [*] It was also reported that the Prophet (peace be upon him) said to `Aly (may Allah be pleased with him): Do not uncover your thigh, and do not look at the thigh of a living or dead person. [**]

[*] Related by Muslim, no. 512, Book on menstruation, Chapter on forbiddance to see the private parts of someone else; Ahmad, no. 11173, rest of the section on the Hadiths narrated by the Companions who narrated a large number of Hadiths; and Al-Tirmidhy, no. 2717, Book on manners, Chapter on the dislike of a man seeing the private parts of another man, and a woman seeing the private parts of another woman.‘)

[**] Related by Abu Dawud, no. 2732, Book on funerals, Chapter on covering the deceased while washing them; and Ibn Majah, no. 1449, Book on funerals, Chapter on washing the dead. ‚Do not uncover your thigh, and do not look at the thigh of a living or dead person.‘

Abu Dawud no. 2732; Ibn Majah no. 1449

Königreich Saudi-Arabien

http://www.alifta.com/Fatawa/FatawaChapters.aspx?View=Page&PageID=49&PageNo=1&BookID=15

[15] Dialogisch fürs Neo-Christentum dem Koran entnommen: Der Eine Gott, Der Lebendige Gott sind Allahnamen, Dan. 6,27 (Er ist der lebendige Gott; er lebt in Ewigkeit) oder Matth. 16,16 (Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes) sollte uns Schariagegner über die demokratiegefährdende Jahwe-Jesus-Allah-Fusion nicht täuschen.

Allahname Nummer 66, Al-Wāḥid The One, The Unique kirchlich-proislamistisch inzwischen gerne Der Eine Gott; Allahname Nummer 62 Al-Ḥayy The Living chrislamisch, eher selten, Der Lebendige Gott.

http://en.wikipedia.org/wiki/Names_of_God_in_Islam#List_of_99_Names_of_God_as_found_in_the_Qur.27an

Der Glaube an den einen Gott als interreligiöse und politische Herausforderung … Komplementarität der Religionen (Reinhard Kirste)

http://www.rpi-virtuell.net/workspace/24686AD5-936C-476D-9EA0-65E2968590C8/eigene_publikationen/dialog%20-%20der%20eine%20gott.pdf

In a sermon on Sabbath Dec. 11, 2010, Dr. (Pastor) Dwight Nelson of Pioneer Memorial SDA Church told the world on air, 3ABN and via the Internet that: „Allah is the name of the LIVING GOD; ALLAH IS THE GOD OF THE UNIVERSE.“

http://omega77.tripod.com/allahisgod.htm

(…) der allmächtige Allah. Er ist es, der alles erschaffen hat. Er ist der Hüter aller Dinge. Ihm als Einzigem gehören die Himmel und die Erde und alles, was zwischen ihnen liegt. Es gibt keinen anderen Gott außer Ihm. Die Verse offenbaren, dass Allah, unser Herr, groß und erhaben ist:

… So ist Allah, euer Herr. Segensreich ist Allah, der Herr der Welten! Er ist der Lebendige. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Darum ruft Ihn an in aufrichtigem Glauben. Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten! (Sure 40:64-65 – Ghafir)

Es ist eine lebenslange Pflicht der Gläubigen, die Botschaft zu verbreiten, das heißt, allen Menschen von der Existenz und der Einheit Allahs zu berichten, sie zur wahren Religion zu rufen, ihnen darzulegen, was rechtens ist und das Falsche zu verbieten. … Muslime müssen die Existenz Allahs und Seine Eigenschaften in der Art und Weise beschreiben, wie Er selbst es im Quran offenbart hat:

Allah! Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Beständigen! Ihn überkommt weder Schlummer noch Schlaf. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Wer ist es, der da Fürsprache bei Ihm einlegte ohne Seine Erlaubnis? Er weiß, was zwischen ihren Händen ist und was hinter ihnen liegt.“ Doch sie begreifen nichts von Seinem Wissen, außer was Er will. Weit reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, beide zu bewahren. Und Er ist der Hohe, der Erhabene. (Sure 2:255 – al-Baqara)

Eine weitere Anforderung an den Muslim, wenn er von der Existenz und Einheit Allahs spricht, ist eine freudevolle, leidenschaftliche, aufrichtige und tiefe Liebe zu Ihm.

Harun Yahya

http://harunyahya.de/de/Makaleler/4445/DER_NAME_UNSERES_HERRN_IST_ALLAH

This is another irrefutable proof for the existence of the One God.

Fethullah Gülen

http://en.fgulen.com/questions-and-answers/1114-does-god-exist

[16] Gülen-Verherrlicher Pim Valkenberg trägt den auch koranischen Einen Gott (the One God) von christlicher Seite an die gülensche Hizmet heran:

Among contemporary Muslims, Fethullah Gülen may be one of the most interesting partners for Christians engaged in dialogue with Islam. … This is a text of enormous importance for Christian-Muslim dialogue since it clearly states that the faithful of both religions adore the same One God and Creator who will judge us all. …

Islam’s Universal Call for Dialogue

In the third section, Gülen refers to the Qur’ān and its call to the People of the Book to come to common terms concerning the One God (Q. 3: 64). …

For Christians in the West, this could mean that they stress common points in dialogue with Muslims and stress differences in dialogue with Jews. In this sense, Fethullah Gülen’s insistence on love, altruism, compassion, forgiveness and tolerance as the pillars of dialogue may be an excellent starting point for dialogue among Muslims and Christians in the broader context of Abrahamic religions.

aus: Pim Valkenberg: Fethullah Gülen’s Contribution to Muslim-Christian Dialogue in the Context of Abrahamic Cooperation

http://www.fethullahgulen.org/privacy-policy/2138.html#95

http://bennettlawfirm.typepad.com/abraham_dialogue_society/

Pim Valkenberg (Wilhelmus Valkenberg) lässt sich biographisch so darstellen:

His research concentrates on Christian-Muslim dialogue in the context of Abrahamic partnership, both in the present and in the past. His publications include a dissertation on St. Thomas Aquinas (Words of the Living God, Leuven 2000), on Abrahamic dialogue in the Middle Ages (The Three Rings, Leuven 2005) and on interreligious dialogue (The Polemical Dialogue, Saarbrücken 1997) and its future (in Studies in Interreligious Dialogue 2004).

http://www.fethullahgulenconference.org/houston/proceedings/PValkenberg.pdf

Gülen’s Approach to Dialogue and Peace: Its Theoretical Background and Some Practical Perspectives. By Gurkan Celik and Pim Valkenberg.

Published by The International Journal of Diversity in Organizations, Communities and Nations (IJD)

http://ijd.cgpublisher.com/product/pub.29/prod.443

Gurkan Celik (Gürkan Çelik)

Mr. Celik has also contributed numerous articles to journals, and is (co-)author of several publications, including `Fethullah Gülen en de dialoog´ [Fethullah Gülen and the Dialogue], 2006; Voorlopers in de Vrede [Forerunners for Peace], 2005; Hizmetkar Liderlik [Servant Leadership], 2003; Stapsgewijs naar een Nieuwe Cultuur en Leiderschapsstijl [Step by Step Towards a New Culture and Leadership Style], 2002.

http://ijd.cgpublisher.com/product/pub.29/prod.443

Valkenberg

(ed., with Gürkan Çelik), Fethullah Gülen & de Vrijwilligersbeweging

(member of the editorial board of) Peaceful Coexistence: Fethullah Gülen’s Initiatives in the Contemporary World

Sharing Lights on the Way to God: Muslim-Christian Dialogue and Theology in the Context of Abrahamic Partnership

http://trs.cua.edu/faculty2/valkenberg/publications.cfm

This article aims to examining servant leadership using an empirical example with a coherent theoretical basis. It centres on Fethullah Gülen, the initiator of a worldwide Islamic social movement. Gülen is of Turkish origin but has lived in the United States since 1999 because of the repressive political atmosphere of Turkey and due to some personal health problems. Ali Bulac defines him as a harmonizing leader and an intellectual-scholar (ulama) focussing on social reforms and mentality change.

aus: Gurkan Celik & Yusuf Alan: Fethullah Gülen as a servant leader

http://www.fethullahgulenconference.org/dallas/proceedings/GCelik%26YAlan.pdf

Gurkan Çelik is the director of the Dialog Academy, a Rotterdam-based organization that coordinates, mobilizes, and employs national and international research contacts and networks and investigates the ongoing realignment of public, private, and civil society groups.

zu: Gurkan Çelik: The Gülen Movement: Building Social Cohesion Through Dialogue and Education

http://books.google.de/books/about/The_G%C3%BClen_Movement.html?id=74NNy-ypzO0C&redir_esc=y

Anna Lindh Foundation, Rotterdam, Kontaktperson: Gurkan Celik

http://www.euromedalex.org/fr/node/3817

07.10.2010 — Internationale Konferenz:

Mapping the Gülen Movement – A Multidimensional Approach

Book Signings

* Prof Dr Helen Rose Ebaugh (The Gülen Movement. A Sociological Analysis of a Civic Movement Rooted in Moderate Islam)

* Dr Pim Valkenberg (Fethullah Gülen & de Vrijwilligersbeweging)

* Dr Gürkan Çelik (The Gülen Movement: Building Social Cohesion through Dialogue and Education)

http://www.gulenconference.nl/gc2010/

Konferenzprogramm, neben den drei uns inzwischen bekannten Namen Ebaugh, Valkenberg, Çelik darf auch der proislamistische Multifunktionsträger John Esposito nicht fehlen:

Islam and Peacebuilding. Gülen Movement Initiatives. Prof Dr John L. Esposito & Dr Ihsan Yilmaz, 2010, Blue Dome

The Gülen Movement. A Sociological Analysis of a Civic Movement Rooted in Moderate Islam. Prof Dr Helen Rose Ebaugh, 2010, Springer

Fethullah Gülen & de Vrijwilligersbeweging (Dutch). Dr Pim Valkenberg & Dr Gürkan Çelik, 2010, Damon

Fethullah Gülen and the Volunteers Movement. Dr Gürkan Çelik, 2010, Eburon

The Gülen Movement, also called the Volunteers Movement, is rooted in the teachings of Muslim scholar M. Fethullah Gülen. Aus den Redebeiträgen:

Introductory Speech: The Gülen Movement’s origin, position and potential; Prof Dr Doğu Ergil, Ankara University, Turkey

Afternoon Speech: Organization and discipline: putting hizmet to work. Prof Dr Martin van Bruinessen, Utrecht University, The Netherlands

4. Financial Dimension: What keeps the wheels turning, and what is the source of all the money behind the Gülen-inspired projects? Prof Dr Helen Rose Ebaugh, University of Houston, Texas

5. Structural Dimension: How is the movement organized, and how does the movement mobilize its participants? Dr Muhammed Çetin, Rumi Forum, Washington, D.C.

7. Gender Dimension: Where in the movement are the women, and how does the movement view females and their role in the society? Prof Dr Maria Curtis, University of Houston-Clear Lake, Texas

6. Political Dimension — What is the movement’s position on politics, and the
nature of its political activism? Dr Ihsan Yilmaz, Fatih University [Istanbul], Turkey

Closing Speech: Reflection on the Presentations Prof Dr Paul Weller, University of Derby, United Kingdom

http://www.gulenconference.nl/gc2010/files/Invitation.pdf

İHSAN YILMAZ

Forschungsinteresse:

Islamic Politico-Legal Philosophy

Islam-State-Society-Law Relations (Turkey, Britain, Pakistan)

Islam-Turkish Politics

Islamism in International and Global Perspective

Islamic Movements (HT, MB, GM)

Islam & Media & Politics (Turkey)

Forschungsprojekte, Auswahl:

• Muslims and Peaceful Co-Existence, Diaalog Academie, Rotterdam, The Netherlands, Dec 2006-Nov 2007, Ana Yönetici Amount: 150.000 USD

• Muslim World in Transition Project, LMEI, SOAS, University of London and Dialogue Society, Nov 2006-Oct 2007, Ana Yönetici Amount: 200.000 USD

Veröffentlichungen, Auswahl:

„Proactive Collective Ijtihad: Pakistan Federal Shariat Court on Justice Equality and Human Rights“, Work in Progress, Apr. 2013, pp. 1-32

„Good Governance in Action: Pakistani Muslim Law on Human Rights and Gender-Equality „, European Journal of Economic and Political Studies (EJEPS), Vol. 4, No. 2, Dec. 2011, pp. 157-170

„Socio-Economic, Political and Theological Deprivations’ Role in the Radicalization of the British Muslim Youth: The Case of Hizb ut-Tahrir“, European Journal of Economic and Political Sciences (EJEPS), Vol. 2, No. 1, Apr. 2009, pp. 89-101

„Dynamic Legal Pluralism in England: The Challenge of Postmodern Muslim Legality to Legal Modernity“, Journal of Ethnic and Migration Studies, Vol. 28, No. 2, May. 2002

„Instrumentalist Use of Secular Law in Turkey and the Emergence of Unofficial Turkish Muslim Law“, The Middle East Journal, Vol. 56, No. 1, Mar. 2002

„Law as Chameleon: The Question of Incorporation of Muslim Personal Law into the English Law“, Journal of Muslim Minority Affairs, Vol. 21, No. 2, May. 2001

„Legal Pluralism in Turkey: Persistence of Muslim Laws“, International Journal of Turkish Studies, Vol. 7, No. 1&2, Apr. 2001, pp. 110-124

„Muslim Law in Britain, Reflections in the Socio-Legal Sphere and Differential Legal Treatment“, Journal of Muslim Minority Affairs, Vol. 20, No. 2, May. 2000

http://public.fatih.edu.tr/?cv,9309&language=EN

Die Fatih University (Istanbul) publiziert das European Journal of Economic and Political Studies (EJEPS). Dort wird eine angebliche doppelte Diffamierungskampagne gegen Fethullah Gülen analysiert. Resurrection of New Ottoman Empire, and Universal Caliphate

The theme of a resurrection of the Ottoman Empire or establishing a new Ottoman Empire and universal caliphate is also covered by many defamatory English articles. However, Aland Mitzell and Paul Williams are the leading figures in this theme.

Dogan Koc: Strategic Defamation of Fethullah Gulen: English vs. Turkish

http://ejeps.fatih.edu.tr/docs/articles/122.pdf

FM Davutoğlu praises Gülen’s contribution to education

Turkey’s Foreign Minister Ahmet Davutoğlu has praised Turkish Islamic scholar Fethullah Gülen’s support for educational activities in foreign countries, along with his efforts to inspire intercultural and interreligious dialogue. …

He described the participants as people taking to the road to disseminate love, peace and equality around the globe. “God bless the people who organize, assist and contribute to these activities, in particular Gülen, for his inspiration,” Davutoğlu said.

The 10th International Turkish Olympiads, which brings together hundreds of foreign students each year from Turkish schools established throughout the world, is preparing to offer glorious performances from 1,500 foreign students representing 135 countries this year.

Another event held as part of the Olympiads was a three-day-long exhibition of stalls showcasing the dress and cultural symbols of different cultures.

auch bei: Today’s Zaman Tuesday, 05.06.2012

http://en.fgulen.com/press-room/news/4185-todays-zaman-fm-davutoglu-praises-gulens-contribution-to-education

Die katholische Akademie in Stuttgart hat sich in den letzten Jahren einen Ruf erworben als Ort des konstruktiven und offenen Gesprächs mit Muslimen. Mit den beiden Vereinen „Süddialog“ und „Begegnungen“ fand jetzt zum ersten Mal eine gemeinsame Veranstaltung mit Vertretern der Gülen-Bewegung statt. Die Bewegung des türkischen, in den USA lebenden Intellektuellen Fethullah Gülen, ist nicht unumstritten, hat sich aber vor allem die Themen Bildung und Dialog auf die Fahnen geschrieben. …

In der ersten Drei-Religionen-Schule Deutschlands sollen die muslimischen Lehrerinnen Kopftuch tragen dürfen und der jüdische Theologe, der Religion unterrichtet, die Kippa. „Die Schule strahlt auf das Miteinander der Religionen in Osnabrück aus“, ist sich Winfried Verburg vom Bistum Osnabrück jetzt schon sicher. Sie wird ein Beitrag für die interreligiöse Öffnung der Gesellschaft sein.

aus: Claudia Mende: Für eine interkulturelle Öffnung

in: qantara 10.05.2012

http://de.qantara.de/Fuer-eine-interkulturelle-Oeffnung/19056c20045i0p20/index.html

Claudia Mende interviewt Said-Ramadan-Sohn Tariq Ramadan: „Es gibt kein islamisches System, nur islamische Prinzipien“, bei qantara 27.05.2009

http://de.qantara.de/Es-gibt-kein-islamisches-System-nur-islamische-Prinzipien/3963c4057i1p411/

Drei-Religionen-Schule (Osnabrück)

„Einen religiösen Mischmasch wird es nicht geben“, sagt die designierte Schulleiterin Birgit Jöring. Die Kinder sollten sich zunächst ihrer eigenen Wurzeln vergewissern, um dann zu erfahren, wo die Berührungspunkte mit den anderen Religionen liegen. Johannes, der Namenspatron der Schule, spiele zum Beispiel in jeder der drei Religionen eine Rolle. …

Während die Drei-Religionen-Schule sich von Jahrgang zu Jahrgang aufbaut, wird die alte Johannisschule auslaufen. Doch keiner der alten Lehrer möchte bei der neuen Schule mitmachen. „Wir unterstützen das öffentliche Schulsystem und sind grundsätzlich gegen private Träger“, sagt die kommissarische Schulleiterin Bielefeld.

aus: Gernot Knödler: Streit um Drei-Religionen-Schule

in: taz 14.06.2012

http://www.taz.de/GLAUBEN-/!95383/

Osnabrück. Im Schuljahr 2012/2013 startet das Bistum Osnabrück die bundesweit erste Drei-Religionen-Schule: Christliche, muslimische und jüdische Grundschüler werden dort gemeinsam lernen. Dafür soll die Johannisschule als katholische Bekenntnisschule in städtischer Trägerschaft in den nächsten drei Jahren auslaufen. Alle 13 Lehrer der Johannisschule lehnen die Drei-Religionen-Schule ab.

Die Johannisschule soll in den nächsten drei Jahren auslaufen. In dieser Zeit wird es beide Schulen parallel geben. Einen Wechsel lehnen die Pädagogen jedoch ab. Lieber lassen sie sich vom Land versetzen.

„Das ist für uns nicht Integration, sondern Exklusion“, sagt die kommissarische Schulleiterin Silvia Bielefeld zum Konzept des Bistums.

aus: Streit um Osnabrücker Drei-Religionen-Schule

in: noz 14.06.2012

http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/niedersachsen/64727645/streit-um-osnabruecker-drei-religionen-schule

[17] Narrated Abu Huraira (May Allah be pleased with him): Allah’s Apostle (peace be upon him) said, „Verily, Faith returns and goes back to Medina as a snake returns and goes back to its hole (when in danger).“ (Bukhari Volume 3, Book 30, Number 100)

http://www.irfi.org/articles/articles_1001_1050/makkah_and_madinah.htm

From Ibn Umar (ra) that the Prophet (sas) said: „Verily Islam started out strange and will return to being strange just as it started and it will shrink back to between the two Mosques like a snake retreating into its hole.“

http://www.islamtomorrow.com/khutubs/Salim_Morgan/No_Shame_Do_Whatever.htm

Faith will crawl back to the Madina like a snake crawls back to its hole.

http://answering-islam.org/Mna/frag1.1.html

I then tended towards the Salafi view a little later, assuming that Mecca and Medina (especially Medina) would always remain under the dominion of the correct sect (as per the Hadith about „faith returns to al-Medina like a snake returns to it’s hole“

http://www.interfaith.org/forum/sunni-vs-shia-5375-2.html

Wer ist ein Sahabi?

[Kriterium d] Die Äußerung einer muslimischen Vertrauensperson, dass er selbst ein Sahabi ist. Damit jedoch solch eine Äußerung gilt, muss diese Person spätestens im Jahre 110 der Hidschra (728 n. Chr.) verstorben sein. Denn der im Jahre 11 der Hidschra (632 n. Chr.) verstorbene Prophet berichtete kurz vor seinem Tod: „In hundert Jahren wird keiner der heute Lebenden mehr am Leben sein.” (Muslim, „Fadail al-sahaba”, 53) und dies bedeutet, dass die Generation der Sahaba im Jahre 110 der Hidschra (728 n. Chr.) zu Ende ging. Aufgrund dessen wurden diejenigen, die sich nach dieser Zeit als Sahabi ausgaben, nicht als solche anerkannt und der Lüge bezichtigt.

Dr. Mehmet Efendioğlu

http://islamischerverein.wordpress.com/2011/12/page/9/

Die Gefährten waren die glücklichen Menschen, welche den Propheten Muhammad (sav), das größte Geschenk und der größte Segen für die Menschheit, bewusst erlebten. … Die Gefährten versuchten, sein Licht im Spiegel ihres Gedächtnisses zu reflektieren, ein Licht, welches aus der Liebe und der Barmherzigkeit des Propheten entspringt.

http://www.derletzteprophet.info/die-gefahrten

http://islam-auf-deutsch.de/islamische-geschichte/81-die-prophetengefaehrten-al-sahaba/898-die-gefaehrten

[18] Türkei beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Unmenschliche / erniedrigende Behandlung: 243 Verurteilungen

Freiheit und Sichrheit: 554 Verurteilungen

Faires Verfahren: 729 Verurteilungen

Meinungsfreiheit: 207 Verurteilungen

Schutz des Eigentums: 611 Verurteilungen

Verurteilungen gesamt: 2.747

http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Gerichtshof_f%C3%BCr_Menschenrechte#Verurteilungsstatistik

[19] Islamophobie ist auch bei der Gülenbewegung ein beliebter Vorwurf gegen unbestechlich säkulare Menschenrechtsuniversalisten oder sonstige Gegner der Schariagesetze. Islamkritischer Widerspruch ist unerwünscht:

Gulen movement challenges Islamophobia, contributes to peace

http://www.fethullah-gulen.net/news/gulenmovement-islamophobia-peace/

The attacks of September 11, 2001 embody not only a physical hijacking of planes with the intention to kill thousands of innocent people, a concept forbidden in the Qur’an, but also represent a hijacking of Islam itself. As Fethullah Gulen, a prominent Muslim scholar and activist, stated “ A real Muslim, who understood Islam in every aspect, cannot be a terrorist. It is hard for a man to stay as a Muslim if he becomes involved in terror.” Now is not the time to draw lines in the sand and to qualify and quantify people by how they look or what religion they practice. To quote Jalal ad-Din Muhammad Rumi, famous poet and 13th-century Islamic Sufi philosopher, “Don’t hate me because I am you.” Xenophobia, Islamophobia and hate based on an ignorant “us versus them” mentality are of the past, of death and destruction. Now is the time to unify and to celebrate our common humanity in the face of those extremists who would destroy it and us.

INTERCULTURAL DIALOGUE INSTITUTE (IDI), Toronto, Canada

http://www.interculturaldialog.com/recent-news/

ebendort, Suchbegriff Gülen

http://www.interculturaldialog.com/?s=G%C3%BClen&task=search

[20] To further its pursuits of interreligious dialogue, the Gulen movement has created the Intercultural Dialogue Platform as a project of the movement’s Istanbul-based Writers and Journalists Foundation. The IDP has been particularly active in sponsoring and organizing “Abrahamic” dialogues with high-ranking representatives of Judaism, Christianity, and Islam. The Gülen movement also organizes associations for the promotion of interreligious activities at the local and regional level, such as the Cosmicus Foundation in the Netherlands, the Australian Intercultural Society in Melbourne, the Friede-Institut für Dialogue in Vienna, the Interfaith Dialog Center of Patterson, New Jersey, Houston’s Institute of Interfaith Dialog, and the Niagara Foundation of Chicago, and, here in southern California, the Pacifica Institute, all of which take independent initiatives toward promoting interreligious understanding and cooperation.

http://www.rumiforum.org/academic-papers/the-contribution-of-interfaith-dialogue-to-peace-building.html

http://www.thomasmichel.us/interfaith-dialogue.html

Fr. Thomas Michel was born in St. Louis, U.S.A., in 1941. He was ordained a Catholic priest of the Archdiocese of St. Louis in 1967. In 1969, he entered the Society of Jesus (Jesuits) in Yogyakarta, Indonesia. After studying Arabic and Islamic studies in Egypt and Lebanon, he completed his studies and received a doctorate in Islamic theology at the University of Chicago in the U.S.A. His doctoral thesis was directed by Professor Fazlur Rahman and entitled “Ibn Taymiyya’s Al-Jawab al-Sahih: A Muslim Theologian’s Critique of Christianity.” In 1978, after a year teaching at Columbia University in New York, he returned to Indonesia where he taught Islamic studies at the Catholic Faculty of Theology in Sanata Dharma University and Christian theology at Islamic theological institutes.

In 1981, Fr. Michel began work in the Vatican’s Pontifical Council for Interreligious Dialogue, where he became Head of the Office for relations with Muslims. …

He continues to teach in Indonesia, Malaysia and the Philippines. He is now living in Ankara, Turkey and has published extensively on modern Muslim thnkers such as Said Nursi and Fethullah Gülen. In 2008, he received the International Tschelebi Peace Prize from the Zentralinstitut-Islam-Archiv-Deutschland in Soest, Germany … In 2010, he was awarded the degree of Doctor of Theology by the Catholic Theological Union of Chicago, Illinois.

http://www.thomasmichel.us/biography.html

Fazlur Rahman

http://en.wikipedia.org/wiki/Fazlur_Rahman_Malik

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/31/Fazl_ur_Rahman_Dr..jpg

M Yahya Birt: The Message of Fazlur Rahman (1996)

http://www.freerepublic.com/focus/fr/531762/posts

The most important and comprehensive concept for describing Islam as a function is the concept of the Shari’a or ‚Shar‘ … The correlate of Shari’a is Din, which literally means ’submission‘, ‚following‘. Whereas Shari’a is the ordaining of the Way and its proper subject is God, Din is the following of that Way and its subject is man. … From the very beginning, a definite practical intent was part of the concept of the Shari’a: it is The Way, ordained by God, wherein man is to conduct his life in order to realize the Divine Will. It is a practical concept having to do with conduct as such. But it includes all behaviour-spiritual, mental and physical. Thus it comprehends both faith and practice: assent to or belief in one God is part of the Shari’a just as are the religious duties of prayer and fasting, etc. Further, all legal and social transactions as well as all personal behaviour, is subsumed under the Shari’a as the comprehensive principle of the total way of life. But the problem is: how is the Shari’a to be known? …

the main reason seems to be that this law was looked upon as flowing necessarily from the principles of the Qur’an and the Sunna and was further consecrated by Ijma‘. The Ijma‘, as we have said in Chapter IV, was considered final, the ‚gate of ijtihad‘ ( original thinking) was closed and, therefore, no thinker, however bold, dared to touch it. …

the fact that law was regarded as immutable. But this argument can be pushed too far and would not hold good for the early, creative phase of Islamic law.

aus: Fazlur Rahman: Islam (Preliminary-Development of the Concept of Shari“a – The Traditionalist Reform: Ibn Taymi’ya – The Shari“a and the Law; i. e. Chapter VI from the book Islam [Anchor Book, 1968], pp. 117-137)

http://www.findthatdoc.com/search-4629650-hDOC/download-documents-f_rahman_shariah.doc.htm

[21] mit dem Zweck, Gott zu gefallen

http://de.fgulen.com/content/view/127/4/

Da jedoch Ikhlas, also die Reinheit der Absicht, eines der wichtigsten Konzepte in der Gülen-Bewegung ist, geht es ihren Ehrenamtlichen nur um die Anerkennung Gottes. „Ein Diener Gottes darf ausschließlich Seine Anerkennung und Sein Wohlgefallen anstreben. Das Herz dieses Dieners darf sich ausschließlich mit Ihm beschäftigen“.

http://de.fgulen.com/content/view/354/24/

Allen Schwierigkeiten zum Trotz, betrachten sie ihren ganzen Besitz als einen Gunstbeweis Gottes und geben ihn dahin auf dem Wege Gottes – allein um Seines Wohlgefallens willen und mit einer solchen Selbstverständlichkeit, dass sie anschließend schnell wieder vergessen, was sie Gutes getan haben. Diese Eigenschaft bleibt all jenen vorbehalten, die Gott sehr nahe stehen. Ihnen bereitet es eine weitaus größere Freude zu geben als zu nehmen.

http://de.fgulen.com/content/view/310/30/

wenn jemand fastet, ohne dass er dabei versucht, Gottes Wohlgefallen zu finden, wird er für sein Fasten nicht belohnt.

We have no other target than attaining the consent and pleasure of God.

aus: Fethullah Gülen: ‚I have no other goal than to please God‘

http://en.fgulen.com/press-room/news/3733-michele-brignone-oasis-fethullah-gulen-i-have-no-other-goal-than-to-please-god

[22] Islamisierung Belgiens. Dezember 2010, eine Gülen-Professur an der Katholischen Uni zu Leuven wird aufgebaut:

Belgium’s Catholic University of Leuven established a Fethullah Gulen chair in consistence with Mr. Gulen’s work. The university officials refer to the new chair as a “source of pleasure.” The chair also shows the importance of Fethullah Gulen’s contributions to intercultural coexistence efforts around the world.

The Fethullah Gulen Chair for Intercultural Studies was established with the efforts of the Brussels-based Intercultural Dialogue Platform (IDP), whose honorary chairman is M. Fethullah Gulen. An inauguration ceremony was held on Monday at the university. As part of an agreement signed between the IDP and the university, the chair will carry out academic research and organize conferences for five years.

Social and Cultural Anthropology Professor Johan Leman, who will be the chair holder, and university Rector Mark Waer expressed pleasure to host the chair. In a statement he released on the occasion of the establishment of the chair, Leman said that as an intellectual and spiritual leader, Fethullah Gulen has encouraged his Muslim fellows to take initiatives to build bridges, particularly between Islam and modernity, science and spirituality, and reason and faith. … IDP Chairman Şerafettin Pektaş told Today’s Zaman that they see the establishment of the chair as the extension of their 10 years of work in Brussels.

http://www.fethullah-gulen.org/news/catholicuniversity-leuven-gulenchair.html

das wird natürlich sogleich abgedruckt … im Gülen-eigenen Istanbuler Hausblatt. TODAY’S ZAMAN 09.12.2010: Catholic University of Leuven establishes Fethullah Gülen Chair

http://www.todayszaman.com/news-229163-catholic-university-of-leuven-establishes-fethullah-gulen-chair.html

Fethullah Gülen Chair for Intercultural Studies (GCIS)

07.12.2010

http://www.kuleuven.be/mecenaat/leerstoelen/sw/FetullahGulenChair_071210/index.html

Johan Leman (Aalbeke, 18 november 1946) is een pater dominicaan, professor in de sociale en culturele antropologie en in België vooral bekend als voormalig directeur van het Centrum voor Gelijkheid van Kansen en voor Racismebestrijding het CGKR. … Sinds 2011 is hij ook chair holder leerstoel GCIS (Fethullah Gülen Chair for Intercultural Studies) aan de KU Leuven. Hij is heden voorzitter van het Regionaal Integratiecentrum vzw Foyer in Sint-Jans-Molenbeek, waarvan hij directeur was van 1981 tot 1989.

http://nl.wikipedia.org/wiki/Johan_Leman

Johan Leman, KU Leuven

http://www.kuleuven.be/wieiswie/en/person/00003612

[23] Islam ist ein arabisches Wort und heißt Unterwerfung, Hingabe und Gehorsam. Als Religion steht Islam für völlige Unterwerfung unter den Willen Gottes und absoluten Gehorsam Ihm gegenüber. Eine weitere wahrheitsgetreue Bedeutung des Wortes Islam ist Frieden. Das heißt, dass man wirklichen körperlichen und geistigen Frieden nur durch Unterwerfung und Gehorsam Gott gegenüber erlangen kann. Ein solches Leben des Gehorsams gibt dem Einzelnen innere Ruhe und legt damit den Grundstein für den wirklichen Frieden in der Gesellschaft im Großen.

Da also die gesamte Schöpfung dem Gesetz Gottes gehorcht, folgt das ganze Universum im wahrsten Sinne des Wortes der Religion des Islams, denn Islam bedeutet nichts anderes als Unterwerfung und Gehorsam Gott gegenüber. Die Sonne, der Mond, die Erde und alle anderen Himmelskörper sind daher ‘Muslime’. Ebenso Luft, Wasser, Wärme, Steine, Bäume und Tiere: alles im Universum ist ‘Muslim’, denn es gehorcht Gott durch Unterwerfung unter Seine Gesetze.

Maududi

aus: Towards Understanding Islam. Betrachtungen zu Abul Aʿlā Maudūdī: Weltanschauung und Leben im Islam. Von Jacques Auvergne (2012).

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2012/03/23/288/

218. Ahmet Davutoğlu

10. Februar 2011

انفصالي

infiṣālī

separatistic

sezessionistisch

Religionspolitik als Sezession aus dem Universellen

Zum »Alternative Paradigms. The Impact of Islamic and Western Weltanschauungs on Political Theory« des Ahmet Davutoğlu. Jacques Auvergne übersetzt und kommentiert den an Koran und Scharia orientierten langjährigen außenpolitischen Berater von Recep Tayyip Erdoğan.

Ob der bärtige Schweizer Missionar Nicolas Blancho (1) von der Steinigung redet oder der am französischen IESH ausgebildete bayerische Schariagelehrte Bajrambejamin Idriz vom Islam, sei es auf der Deutschen Islamkonferenz oder im lokalen interreligiösen Dialog, muslimische Religionsführer provozieren den in Ausdünnung befindlichen säkularen Staat kraftvoll im Namen der vor dem ewigen Verderben zu rettenden muslimischen Seele und vor allem im Namen des angeblich so andersartigen Orients.

Mit Orient oder orientalisch ist seit Ali Schariati („Gharbzadeghi“ für „Westitis, Okzidentose“) freilich „anti-westlich“ gemeint oder vielmehr gegenmodern, denn sinngemäß bekennt jeder Schariafreund: Mein Nein zum Okzident ist mein Nein zur AEMR. Koranbasiert glaubensbewegte (islamisch revolutionäre) Szenen vermarkten ihre Kontrastkultur des Hasses auf die Meinungsfreiheit und die Gleichberechtigung der Frau gekonnt als charmanten Jugendprotest oder als einfältig fromme Suche nach den sozialen und seelischen außereuropäischen, sprich medinensischen, Ursprüngen, das Ziel dieser Islampolitiker bleibt, solange es eine freiheitliche Demokratie gibt, das religiös begründete Sonderrecht, die Rechtsspaltung.

Der so genannte Westen dient dabei lediglich als willkommenes Mittel der Erweckung von Schuldgefühlen (die Kreuzzüge, die Kolonialzeit), und dass sich nichtmuslimische Nationalisten und sonstige, oft rechts- oder linksradikale Kritiker der offenen Gesellschaft zunehmend auf dem Gleis des Abendländischen oder des Europäischen zu bewegen beginnen, erleichtert dem Islamischen Revolutionär bekanntlich die Arbeit (2). Wer das famose Abendland verteidigt und nicht die AEMR, wer seine Werte „europäisch“ nennt und nicht universell, baut fleißig mit am Kalifat.

Wissenschaftlichkeit beispielsweise ist nicht westlich oder christlich, schließlich fällt ein angehobener und dann losgelassener Stein in Pjöngjang oder Teheran nicht anders nach unten als in Paris oder Köln. Wir haben die Gleichberechtigung der Atheisten oder Frauen auch unter kurdischen Jesiden oder orthodoxen Hindus durchzusetzen und würden den global denkenden Islamisten durchaus dienen, wenn wir Koranlästerung oder Apostatenmord lediglich als unabendländisch oder unchristlich erklären, zumal Jesus in der Tat noch keine Lizenz zum Töten hatte, weil der Dīn noch nicht vollständig herab gesendet worden war.

Gelebter koranbasierter Glaube (ad-Dīn) ist die Herabsetzung der Frauen, die emotional wie juristisch durchzusetzen ist. Scharialobbyisten wissen: Die am 10.12.1948 mit weltweitem Anspruch aufgestellte Norm der Gleichbehandlung ist religiös begründet zu überwinden, sie werden sagen: Meine Damen und Herren, anders als Hitler und Honecker haben Sie doch nichts gegen Religion?

Zu Beginn der Neunziger Jahre und damit zum Auftakt einer Tätigkeit als Assistenzprofessor an der Islamischen Universität von Malaysia begann der Ahmet Davutoğlu (3) damit, Gedanken zur angeblichen Wesensverschiedenheit von Islam und Okzident zusammenzufassen. Sie wurden 1994 als »Alternative Paradigms. The Impact of Islamic and Western Weltanschauungs on Political Theory« publiziert, wobei der größere Teil seiner philosophischen Gottesbeweise bereits in der 1990 beendeten Doktorarbeit erschienen ist.

Davutoğlu:

1. Lange Zeit waren viele Gelehrte und Politiker davon überzeugt, dass der übliche westliche Lebensstil, Denkstil und Politikbetrieb leicht und rasch von den Muslimen adaptiert werden würde, ohne dass diese ihr Islamisches Glaubens- und Regelsystem abschwächen oder gar aussetzen würden oder müssten. Doch zum allgemeinen Erstaunen begannen gerade diejenigen muslimischen Intellektuellen, die die westlichen Lebensweisen und Theorien besonders gründlich studiert hatten, sich dezidiert zu ihrer persönlichen Einbindung in ihre spirituellen und soziokulturellen Normen des Islam zu bekennen.

Qutb, Maududi, Schariati, Erbakan.

Davutoğlu verschweigt diese vier Namen bewusst, und deutet an, das Verschmähen der AEMR sei eine Art von Naturgesetz. Unhinterfragbar wird die Menschheitsbevölkerung in Nichtmuslime („der Westen“) und Muslime gespalten, in zwei globale Kollektive mithin, die einander auf ewig religiös und kulturell wesensfremd zu bleiben hätten, um nur ja ihre „Wurzeln“ nicht zu verlieren, ihre „Identität“.

In den 1980er Jahren erschienen dann auch die ersten Bücher zum Thema dieses „Islamischen Revivalismus“ (Esposito 1980 und 1983, Mortimer 1982, Pipes 1983).

Der professionelle Schariaverharmloser John Esposito (4) sitzt heute in der rechtsspaltend aktiven United Nations Alliance of Civilizations (AoC), gemeinsam mit Hodschatoleslam Chatami, den der deutsche Wissenschaftsrat (WR) für Sommer 2010 skandalöserweise nach Köln eingeladen hatte (5).

Begriffe wie fundamentalistisch oder radikal, wie sie die Orientalisten so gerne verwenden, um aus der Masse der simplen Muslime diejenigen Gruppen abzuheben, die dezidiert darauf hinarbeiten, eine Islamische Seinsweise, einen Islamischen Way of Life in einem ganzheitlichen, umfassenden gesellschaftlich-politischen Rahmen zu verwirklichen, offenbaren lediglich die Unschärfe und damit Unbrauchbarkeit dieser beiden Begriffe.

Salafismus als Lifestyle klingt für manch einen nichtmuslimischen enthemmten Fremdenfreund alternativ und protestkulturell, exotisch und aufmüpfig. Das Kalifat als Way of Life.

Ahmet Davutoğlu leitet damit über zum wortreich und raffiniert, aber letztlich wenig überzeugenden Darstellen einer „semantischen Kluft“, die den „Westen“ schlicht dazu unfähig belasse, den Islam als Zivilisation auch nur exakt zu beschreiben. Europäern, Nichtmuslimen jedenfalls, fehle das Vokabular und damit das Werkzeug, die Scharia angemessen zu würdigen. Aus dieser sprachlichen Unzulänglichkeit resultiere die Unfähigkeit des wissenschaftlich verhafteten Denkens über die Schönheit und Harmonie der Islamischen Gesellschaftsordnung.

Nichtislam sei ein Herausreißen aus der Harmonie kosmischer Zusammenhänge. Ratio und rational begründete Justiz ist für Davutoğlu damit eine Art von Grausamkeit, allemal eine seelische Kälte.

2. In Wesen und Angelegtheit ist der Islam als eine Weltanschauung zu bezeichnen, die als eine ganz grundsätzliche Alternative zur philosophisch-politischen Tradition des Westens anzusehen ist.

Murad Wilfried Hofmann, zwischen 1987 und 1994 war der Jurist, konvertierte Muslim (1980) und Bundesverdienstkreuzträger (1984) deutscher Botschafter in Algerien und Marokko, wählte das Propagieren des unterdrückerischen und frauenfeindlichen Islam als Alternativkonzept und Kontrastkultur gleich zum Buchtitel: Der Islam als Alternative (6).

Auch Allahs Diplomat zauberte mit dem Trick, dabei Wittgenstein missbrauchend, dass die reale menschliche Erkenntnisfähigkeit, bedingt durch ungenaue oder unzutreffende Wortwahl oder jedenfalls Sprache, allzu oft nicht in der Lage sei, die überlegenen Werte des Islam anzuerkennen.

Dass ein in den USA oder in Europa bereits halbwegs vollumfänglich (Familienrecht, Erbrecht) gelebter originärer Islam den Ausstieg des Muslims aus einem jeden AEMR-basierten Recht bedeutet, sollen die Nichtmuslime, so locken Davutoğlu und Hofmann, also bitteschön sehend „tolerieren“ oder gerne auch übersehen.

Du brauchst nicht so genau hinzuschauen, Demokrat, der Schariafreund sieht für dich. Erkenntnistheoretisch kannst du dich seines empfindsamen Bewertens von Frauenrechten sowieso nicht annähern. Mach es dir nicht so schwer und betrachte Mohammed einfach als den eigentlichen Feministen.

Oder denke anders und behalte deine Gesetze und lass uns Muslime ein „alternatives“ (gesondertes) Recht sprechen. Ohne Zweitfrau und neunjährige Ehefrau laufen wir schließlich in Gefahr, unsere andersartig angelegte kulturelle (islamische) bzw. religiöse (islamische) „Identität“ zu verlieren.

Einerseits begegnen uns simplifizierende Erklärungen der Islamischen Wiederbelebung (Islamic Revival). So meinte Pipes (1983) ernsthaft, dass nur der aktuelle Ölboom für die scheinbar weltweite politische Machtzunahme des Islam ursächlich sei, das Islamic Revival sei damit nichts als ein flimmerndes Phantom, eine optische Täuschung und Fata Morgana. In jedem Fall, so argumentiert Pipes weiter, könne der [aktiv demokratieverweigernde] politische Islam nur von kürzester welthistorischer Dauer sein.

Davutoğlu liegt richtig. Der geschmeidige Schönredner und Leiter des Middle East Forums Daniel Pipes, zu Harvard-Studienzeiten war sein eigener Vater dort Professor, hat vom Islam, den er krampfhaft vom Islamismus abgrenzt, nach Jahrzehnte währender Beobachtung immer noch keine Ahnung oder arbeitet, kapitalismusnah und königlich saudifreundlich, auf ein globalisierungstaugliches Zwei-Nationen-Modell hin, das die AEMR der Scharia im Zweifelsfall höflich nachordnet. Wer die neokonservative Freundschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien ebenso verteidigen muss wie diejenige zwischen den USA und Israel, muss wohl genau dort landen, wo Daniel Pipes thront und uns, etwas verbissen, das Märchen vom demokratiefähigen Islam verbreiten.

Herumgereichte Placebo-Islamkritiker gibt es damit nicht nur von politreligiöser („islamistischer“) Seite, man denke an die schariatreue Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi oder die kopftuchlose Kämpferin für den Schleier Emel Zeynelabidin, sondern auch von Kfz- (Abdullahi an-Na’im, sponsored by FORD) bzw. Erdöllobby, reaktionärer Kirchenpolitik (Rowan Williams) sowie von wertkonservativ daherkommenden Türkeiverstehern (Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)). Das islamwissenschaftlich ausgebildete derzeitige KAS-Mietmaul ist Mathias-Rohe-Schüler Michael Kiefer, einer der mittlerweile zahlreichen einflussreichen Befürworter eines Islamischen Religionsunterrichts an staatlichen Schulen.

2. Ziel dieses Buches ist die Entwicklung einer vergleichenden Analyse zwischen der Westlichen und der Islamischen Politiktheorie und Gesellschaftsbetrachtung. … Die Frage, wie und durch welche Prozesse diese beiden alternativen Gesellschaftskonzepte, jeweils vermittelt durch ein Gefüge von unlösbar tief verankerten Werten, auf die politischen Vorgehensweisen wirken, ist der besondere Schwerpunkt dieses Buches.

Ahmet Davutoğlu ist der Ansicht, dass eine Wertedebatte unter Nichtmuslimen für alle Zeit zu anderen Ergebnissen führen muss als eine innermuslimische. Eine gemeinsame Werteordnung brauche und könne es nicht geben (es sei denn, die islamische).

In Fortsetzung der Kulturpolitik des Wegbereiters der Islamischen Revolution Ali Schariati sind auch für den türkischen Kulturkreistheoretiker und jetzigen Außenminister Schariavolk und westlich Geprägte abhäsiv wie Öl und Wasser, verfeindet wie Hund und Katz.

Es gibt zwei Sorten Mensch. Koranbasierter Kulturrassismus, geeignet, die USA und Europa so zu zerlegen wie den indischen Subkontinent.

Ohne Schariaverweigerer (Nichtmuslime) gibt es keine Muslime, das Höllenfeuer dort braucht schließlich Brennmaterial und der Sittenwächter der Ḥisba auf Erden einen berechtigten Anlass, zuzuschlagen. Islam ist Feindbildbedürftigkeit.

3. Das Problem der Nomenklatur (nomenclature) und des konzeptionellen Rahmens (conceptual framework)

Ihr Nichtmuslime missversteht uns und unseren Islam, eure Übertragung des Begriffes vom Dīn, von der Religion, ist falsch:

Im Zentrum jeder vergleichenden Untersuchung zwischen der Islamischen und der Westlichen Zivilisation begegnet uns das Problem der Nomenklatur, der unterschiedlichen Benennung.

Angesichts der unaussprechlich erhabenen islamischen Pracht ist und bleibt der nichtmuslimische Passant verwirrt. Allahgott als Hütchenspieler bzw. sein türkischer Kalif Davutoğlu bringt, bei Nutzbarmachung der Herren Schleiermacher, Tillich und Husserl, den Abendländern das korrekte Denken bei.

Zum Zwecke der Überwindung der Wissenschaft und der wissenschaftlich fundierten AEMR muss ein zweifaches kontrolliertes Vokabular her, den Dhimmis und den Schariafreunden ihr jeweils eigenes Glossar. Im Glücksfall reicht eine Chiffre gleich für beide Anwendergruppen: „Sichtbarwerdung des Islam“ (Nilüfer Göle), „Verkörperte Alterität im öffentlichen Raum“ (Simonetta Tabboni), „Komplementarität der Religionen“ (Pfr. Dr. Reinhard Kirste), „kulturelle Differenz“ (Barbara John), „Flexibilität der Scharia“ (Ömer Özsoy), „Islam heißt Frieden“ (Zaqzouq, IGD, ZMD, ENFAL, „Familialismus, Virginität“ (Ursula Boos-Nünning), „im Kern friedliche Religion“ (Hans-Gert Pöttering, Horst Köhler) oder „religionsbezogene Wissenschaften“ (Wissenschaftsrat (WR)). Solches lässt man die Dhimmis plappern, während unsere Koranfreunde von Hidschab, Scharia und Kalifat wissen.

In seinem Roman 1984 (verfasst 1946/47, erschienen 1949) nannte George Orwell eine kalkulierte Sprachveränderung durch die politisch Mächtigen Newspeak, Neusprech.

Klares Reden würde Davutoğlus Gejammer über die Begrifflichkeit allerdings rasch als faulen Zauber entlarven. Der Dschihad der Nomenklatur bedarf daher zunächst der Zerstörung der Deutschen (und Französischen und Englischen) Sprache. Wer dann noch klar denkt, wird öffentlichkeitswirksam als Brunnenvergifter etikettiert, der Lächerlichkeit preisgegeben oder solange niedergeschrieen, bis er sich („funktional, tolerant“) anpasst. Als Islamstratege macht man das, bevorzugt, noch nicht einmal selber, sondern lässt nichtmuslimische Liebhaber des Amorphen und Antietatistischen (Sabine Schiffer) bzw. des organisierten Christentums (Rowan Williams, Jean-Louis Tauran) diese Rolle übernehmen oder greift zurück auf bewährt schariatreue echte oder angebliche Nichtmuslime wie Jörg Lau (verheiratet mit Mariam Lau, der Tochter von Bahman Nirumand), Mathias Rohe (Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR)) oder Thorsten Gerald Schneiders (Ehemann von Lamya Kaddor).

7. Auf der anderen Seite waren die muslimischen Gelehrten nicht untätig und versuchten, in Epistemologie und Methodologie, das von Verwestlichung geprägte Selbstverständnis der jeweiligen [orientalischen] Eliten zu überwinden. Die hohe Anzahl an Zeitschriften und Büchern, welche die [zeitlos-korangemäßen] religiösen Wahrheiten gerade angesichts der neuesten technisch-wissenschaftlichen Erfindungen und Erkenntnisse verteidigen, lässt sich sicherlich durch diesen Zugzwang erklären.

Davutoğlu nennt leider keine Namen. Wir dürfen ihm unterstellen, Hamidullah, Maududi, Qutb und Schariati im Sinne zu haben, wenn er von muslimischen Gelehrten (Muslim scholars) spricht.

Das Buch der Bücher muss eine Erklärung für jede neue Entdeckung bieten. Allahs türkischer Außenminister fordert von jedem treuen Muslim die Islamisierung der Wissenschaften. Wer sich ihr in den Weg stellt, ist „verwestlicht“ und damit ein Verräter an Islam und Türkentum.

Wie nebenbei ist die Wissenschaft damit halbiert oder auch verdoppelt worden, ab sofort gibt es eine wahre (islamische) und eine trügerische (nichtislamische) Wissenschaft. In seiner Weisheit schenkt Allahgott den Ungläubigen das falsche Wissen, den Geist des Unglaubens.

11. Grundlegend für den westlichen intellektuellen Diskurs der Nachrenaissance ist die Konstruktion einer Metaphysik, welche die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit, die letztlich der Sinneswahrnehmung zugänglich sind, nicht verlässt.

Das ist korrekt, seit Voltaire und Sigmund Freud, nach Herder und Hegel allerdings bereits seit Protagóras (keine Gottheit, sondern der Mensch trifft die Entscheidung zwischen den wirklichen und den unwirklichen Dingen) und dem platonischen Sokrátes (das die Mitmenschen überzeugende philosophische Leben couragierter Geistesfreiheit als höchster Sinn, ohne vor religiös argumentierenden irdischen Richtern Angst zu haben), hat sich der forschende menschliche Geist von den das Forschen doch eher behindernden Geistern emanzipiert. Ja, seit Renaissance und Aufklärung, mit den erwähnten griechischen Denkern letztlich seit 24 Jahrhunderten, ist der Teufel arbeitslos und haben die vielleicht noch viel älteren Kobolde und Elfen ihren Anspruch auf gesellschaftliche Rücksichtnahme verloren. Den Koran allerdings umschwirren Engel und Dämonen, jedenfalls meinte Mohammed das allen Ernstes, der in Sachen Jenseitsverwaltung keinen Spaß verstand.

Gegenaufklärer Davutoğlu hat jetzt das Problem, den Nordamerikanern und Europäern zu vermitteln, dass nur eine in Justiz und Wissenschaft integrierte Scharia den Anspruch auf liberale Meinungsvielfalt, Pluralität der Lebensformen und legal garantierte Religionsfreiheit umsetze. Gleichsam mit der Brechstange will Davutoğlu in die für ihn offensichtlich schier unerträglich glatten und sterilen Wände von götterfreier (säkularer) Pädagogik und wissenschaftlich begründetem Recht eine Nische für die Anderswelt stemmen, eine Bresche schlagen für Weltgericht und Schöpfergott.

Was in der kulturellen Moderne allenfalls, und meinetwegen gerne, das Individuum beflügeln und der relativ kleinen jeweiligen Religionsgemeinschaft zum nicht totalen Ritus werden darf, soll dem muslimischen Kollektiv die Verweigerung des nüchternen Denkens sichern und den so genannten Muslim in den „Schutzraum“ von medinensischem Wohlverhalten (Sunna) und angewandter islamischer Rechtslehre (Fiqh) einsperren.

Der koranbasierten und damit prinzipiell gewaltbereiten zweiten Staatlichkeit leistete Kurienkardinal Jean-Louis Tauran mit seinem nachchristlichen „Der Islam bringt Gott zurück nach Europa“ unnötigerweise Hilfestellung. Auch der anglikanische Spitzen-Religionsstratege und Erzbischof Rowan Williams sehnt sich nach der Integration der seelenrettenden Diskriminierung. Die AEMR allerdings muss zum Intermezzo werden, wenn mit kirchlicher Hilfe das islamische Jenseits verstaatlicht werden soll.

13. Agnostische, polytheistische und pantheistische Lehren oder Bruchstücke formten das Amalgam der Seinslehre Platons.

Die mutigeren Griechen jonglierten couragiert mit den allseits bekannten Sprachebenen, eben weil sie die Rache der erzürnten Göttinnen und Götter gar nicht mehr befürchteten. Anaxagóras allerdings erlebte eine, uns Heutigen aus dem Iran bemerkenswert vertraute Reaktion der lokalen Himmelswächter, und wurde angeklagt, der Tatvorwurf lautete Gottlosigkeit. Zwar konnte Periklēs ihn vor der Hinrichtung retten, doch musste der Athener Denker, der die blasphemische Vermutung ausgesprochen hatte, dass der heilige Mond nicht selbst leuchte, sondern das Sonnenlicht reflektiere und dass die als Gottheit verehrte Sonne ein profaner glühender Stein sei und dabei etwas größer als der Peloponnes, den Rest seines Lebens in Verbannung in Lámpsakos (heute türk. Lapseki) verbringen, am Ostufer der Dardanellen. Um 500 v. Chr. hatte Anaxagóras in Klazomenaí (heute Kilizman) an der liberalen ionischen Küste unweit von Smyrna (İzmir) das Licht der Welt erblickt. Luciano De Crescenzo verglich einmal die am Westufer Kleinasiens gelegenen griechischen Kolonistenstädte Ioniens (Ionía) mit dem dynamischen New York bzw. mit der „Neuen Welt“ und Athen mit dem konservativen London.

Bürgerlichkeit (Säkularität) ist erst erreicht worden, als der Einzelne ungeschmälerten Lebenssinn in Liedern wie Der Mai ist gekommen oder Im Frühtau zu Berge finden konnte und nicht ausschließlich in Maria, breit den Mantel aus (katholisch, Innsbruck 1640) oder Ein feste Burg ist unser Gott (evangelisch, Martin Luther wohl vor 1529). Und das heißt ja gar nicht, dass der Bürger diese Lieder nicht jederzeit singen kann, sondern dass er keine Angst davor hat, langfristig bzw. dauerhaft im Höllenfeuer zu brennen, wenn er nächsten Sonntagvormittag in den Gemeindegesang eben nicht mit einstimmt, sondern genüsslich im Wald spazieren geht, wo er zwar nicht die Engel, aber die kleinen Vögel jubilieren hört.

Bereits im Jahr 1910 mag der polnischstämmige deutsche Steinkohlearbeiter mehr Lebensfreude aus Brieftaubenzucht und Schrebergarten bezogen haben als aus dem Rosenkranzgebet, während seinem norddeutschen Zeitgenossen die Lektüre der Heimat- und Naturbeschreibung eines Hermann Löns nicht mehr zwanghaft das sofortige Absingen von Psalmen aufnötigte, um den lauernden Gehörnten fern zu halten. Und trotzdem konnten sich beide als Christen verstehen, eine Weise der säkularen (demokratietauglichen) Religiosität, die unter Muslimen leider noch viel zu selten ist.

Der Wissenschaftsrat (WR) nimmt es anscheinend tolerant in Kauf, dass die minderjährigen „Nichtmuslime“ beim Schulgartenprojekt oder Wandertag (Lernen am Modell; global denken – lokal handeln) an Rüdiger Nehbergs Einsatz für die einstweilen nichtislamisierten Yanomami am oberen Orinoco denken, während ihre auf den Koran zu verpflichtenden Klassenkameraden das Tun der ostafrikanischen Umweltaktivistin Wangari Maathai nur als sinnvoll verstehen können, weil aufgeforstetes Land intensivieren Dienst an Allahgott und Kalifat ermöglicht. Das den Biologieunterricht besuchende Duisburger oder Kölner Dhimmikind darf künftig also bei der Wasserbestimmung am Teich, neugierig wie Maria Sibylla Merian oder Alexander von Humboldt, nach Wasserlinse und Libellenlarve fahnden, während seine sittlich einwandfreie Mitschülerin verschleiert am Tümpel steht und „naturkundlich“ über die Größe Allahs sinniert.

Eine schariatische Arbeitsteilung im Klassenzimmer wäre das durchaus, denn ohne in ausreichender Anzahl in der Ǧahannam (downstairs) verbrennende Menschen ist es in der Ǧanna (upper class) ewiger Nähe zu Allāh nicht angenehm temperiert.

Ewige Fußbodenheizung, sozusagen.

17. Die Umwandlung des Christentums von einer messianischen Religion semitischen Ursprungs zu einem allumfassenden Gemisch von Glaubenssystemen geschah innerhalb des synkretistischen Weltgefühls der Pax Romana.

Was geschichtsbewusste Christen ja gar nicht abstreiten, Priester, Bischof und Papst sind sicherlich ebenso wenig jesuanisch wie Trinitasdogma, Kirchenarchitektonik und Weihnachtsbaum. In der Manier islamischer Revolutionäre wie Āyatollāh Ḫomeinī oder Saiyid Quṭb schmäht Erdoğan-Berater Ahmet Davutoğlu das Christentum als Mischmasch, als verunreinigt. Er versäumt dabei leider, den Islam als Mischwesen aus manichäischem Weltekel, ostafrikanischem Geisterglauben, jüngerer mediterraner Frauenverachtung, orientalischer Tyrannis und antiker Sklavenökonomie zu bezeichnen, die Sunna das reinste Flickwerk zu nennen und Allahgott als den Wolpertinger unter den Schöpfergöttern.

Man kann den nach seinem Verständnis makellos „reinen“ Islam freilich auch anders würdigen, als konsequentestes Theoriegebäude des Hasses auf das Fremde und das Gemischte, als hemmungslosesten religiösen Freibrief auf Sadismus für die kultgläubigen (muslimischen) Männer, als globales Gefängnis für alle Nichtmuslime und Frauen.

47. Wichtigster Grundsatz der theozentrischen Kosmologie des Islam ist der Glaube an den Tauḥīd.

Größtmögliches (Allāh wohlgefälliges, denn er alleine ist akbar) Glück im Diesseits und Jenseits vermag den Menschen, inschallah, alleine der tauḥīd zu garantieren, der Dreierlei ist: Die Unteilbarkeit Allahs, seiner Umma und seines Gesetzes. Wer nach dem tauḥīd ruft, hat damit ebenso sein und dein persönlich bejahtes und gelebtes Schariagesetz (ʿaqīda) gemeint wie das durch eine Elite gesellschaftlich angewandte Schariarecht (fiqh). Ohne energisch erstrebten und durchgesetzten Schariastaat (Kalifat) schließlich ist dein Gerede vom tauḥīd kalter Kaffee, und ob du in Sachen Eingottglaube (at-tauḥīd) zu den Strebsamen (way to Allah) oder den Nachlässigen (way to hell) zu rechnen bist, kannst du gar nicht wissen, sondern beantwortet dir dein Scheich oder Großmufti.

Der negative Aspekt des Tauḥīd meint die Zurückweisung jeder anderen Quelle von Transzendenz oder Herrschaft, während der positive Aspekt den Gehorsam aller Wesen gegenüber dem Fokus des Absoluten bedeutet, gegenüber Allāh. In der allumfassenden Islamischen Weltanschauung (in the holistic Islamic Weltanschauung) ist Tauḥīd der Hauptstrom von der Theorie zur Praxis, vom Glauben zum Leben und vom Ideal zur Realität.

Das [Tauḥīd] zugrunde liegende Verb ist waḥḥada, als ein Einziges erklären, hier also Gott als den Einen und das Eine zu bekennen. Die Wurzel von Islām ist salima, das bedeutet aufgeben, sich ausliefern, sich unterwerfen, gemeint ist, sich bedingungslos der Herrschaft Allahs zu unterwerfen. Derjenige, der sich völlig aufgibt und ganz unter Allahs Willen unterwirft, wird Muslim genannt.

Wörtlich heißt waḥḥada vereinen, vereinheitlichen. Nur der koranische Gott ist Souverän, nichts darf die Größe Allahs schmälern. Konsequent (salafistisch) verstanden kommt die Anwendung menschengemachter Gesetze einem Götzendienst gleich.

60. Die zivilisatorische Aufbauleistung mit [den Werkzeugen von] ʿaqāʾid und uṣūl ad-dīn als den beiden Kodifizierungen des Islamischen Glaubens sowie die Entwicklung des kalām als die theologische Systematisierung standen am [erfolgreichen] Ende der Bestrebungen, den Herausforderungen des sozialen Wandels trotzend, eine korantreu bleibende Ontologie zu reproduzieren.

Als das perfekte Geschöpf gestorben war und, nach 855 n. Chr., als sogar die dritte der rechtschaffenen Generationen die Sozial- und Staatspolitik der umma nicht mehr heilssichernd steuern konnte, begann die Ära der Hadithjongleure (Kodifizierer der prophetischen Legenden) und Sunnavirtuosen (Orthopraktiker, „Salafisten“). Diese Kräfte, einander durchaus antagonistisch, sowie die weiteren Gegenspieler der Mystiker (taṣauwuf, Sufismus) und „islamischen Rationalisten“ (muʿtazila, allahzentrische Ratio; was islamische Vernunft ist, kann der vernünftigsten Handlungsanleitung nicht widersprechen, dem Koran), bestimmen die innerislamische (schariatreue) Debatte bis heute.

Der im Jahre 1111 verstorbene al-Ġazālī verbrachte dann die Meisterleistung, diese vier Zerrkräfte zu bändigen und die letzten Sphären des menschlichen Daseins „zu schariatisieren“, dem Islamischen Gesetz einzuschreiben, Mutaziliten und Sufis allerdings waren als Kulturpädagogen des Kalifats in den gemeinschaftlichen („sunnitischen“) Dienst zu stellen oder zu töten. Ohne Herrschaft gewährende Hadithverwaltung sollte Islam auch unter Schiiten nicht mehr funktionieren.

Kalām ist lediglich schöngeistiger Disput innerhalb der ehernen Banden der Scharia, eine ihren Namen verdienende Theologie kann es im (nicht reformierbaren) Islam nicht geben. Bemerkenswert ehrlich nennt Ahmet Davutoğlu die von dir in deinem Leben zu erwerbende innere (ʿaqīda, pl. ʿaqāʾid) und die auch von dir der Politikwerdung zuzuführende äußere (uṣūlu d-dīn) Sphäre der Scharia die zwei „Kodifizierungen des Islamischen Glaubens“. Und den Nichtmuslimen erzählt man immer noch, die Scharia sei nicht erlernbar und auch nicht nachzulesen. An der Islamic University In Madinah (IU, http://www.iu.edu.sa), der Darul Uloom Deoband (www.darululoom-deoband.com, http://www.darululoom.org.uk) oder am burgundischen IESH (www.iesh.org) wird Scharia, wird Islam, so sorgsam gelehrt und so eifrig gelernt, dass al-Ghazali und sicherlich sogar Mohammed zufrieden sein könnten.

Offenbarung als Bedeutungsvermittlung ist im Islam etwas Fortwährendes, genauer: etwas, von Ādam bis Muḥammad, wiederholt Auftretendes.

Um der verstandesmäßig doch sehr unterbelichteten Menschheit das zur Seelenrettung unabdingliche Lernpensum zu vermitteln, benötigte der fürsorgliche Gott namens Allāh ein Curriculum, das sich über viele Jahrhunderte und viele Propheten erstreckte.

Wer Muḥammad nicht akzeptiert, tut Ādam Unrecht und vergeht sich nicht zuletzt an ʿĪsā bin Mariam, den die Fehlgeleiteten Christus nennen.

Der Medinastaat bleibt der Menschheit das unübertrefflich intensive Laboratorium sittlicher Menschwerdung. Gegen Ausbildungsende gab der höchste Lehrmeister, der unverständliche Gott der Ungleichbehandlung und Willkür, mit Sure 5:3 bekannt:

Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meinen Dienst an euch vervollständigt und euch den Islam als Religion auferlegt (7).

82. Wertetheoretische Normativität: Einheit von Leben und Gesetz (axiological normativeness: Unity of life and law)

Sittliches Zusammenleben ist angewandtes Gottesgesetz, Staatlichkeit ist realisierte Scharia. Aus Sicht des Absoluten (aus Sicht Allahs) bist du ein Islamisches Paragraphenzeichen.

Grundlegendes Merkmal Islamischer Wertenorm (Islamic axiological normativeness) ist ihre Deutung der Verantwortlichkeit des Menschen auf Erden im Sinne der Einheit von Leben und Gesetz. …

Damit erweist sich das Islamische Verständnis der moralischen Verantwortlichkeit des Menschen als unmittelbar mit seinem seinstheorethischen Standort im Weltganzen verknüpft.

Selbst die Naturgesetze verlassen die schariatischen Bahnen nicht. Dein Denken, dein Handeln, dein Herzschlag ist Scharia. Einerlei, ob du Gehorsam oder Frevel übst, bei Bedarf ist eben dein Gesteinigtwerden oder deine Höllenqual Scharia.

85. Damit kennzeichnen das Islamische Göttliche Gesetz, verglichen mit anderen [von Menschen ersonnenen] Gesetzeswerken, einzigartige Wesensmerkmale.

Genau: Praktische Frauenentwürdigung, Versklavung der Nichtmuslime, göttliche Willkür, Lizenz auf Sadismus. Erregende Lebensangst, hochnäsiger Weltekel und herrschaftliches Sendungsbewusstsein.

Die [gelehrigen] Darstellungen der Ziele der Scharia widerspiegeln die [äußerst] umfassende wertetheoretische Basis des Islamischen Gesetzes.

Menschliches Dasein ist Göttliches Recht. Es gibt kein Entrinnen.

123 Was die politische Legitimation im Islam betrifft, so ist sie, im Gegensatz zur Vorgehensweise des Westens, in ihrer gesellschaftswissenschaftlichen und erkenntnistheoretischen Basis unmittelbar den ureigenen Vorgängern verpflichtet.

Und das sind die Salaf aṣ-Ṣāliḥ, die rechtschaffenen Ahnen. Muslim und Nichtmuslim entstammen zwei unterschiedlichen Bautypen oder Versuchsreihen des Schöpfergottes, der eben nur ein einziges Mal die ungeschmälerte sittliche Seinsweise offenbarte. Jesus etwa durfte noch nicht töten, denn die wahre Religion war noch nicht herangereift.

123 Der Glaube an die Einheit der menschlichen Verantwortung und die Einheit des Lebens entspringt unmittelbar dem Glauben an die transzendentale Einheit Allahs.

Der säkulare Muslim kämpft gegen diese Einheit des Lebens, er tanzt aus der Reihe und ist dementsprechend als unsozial auszurufen und zum koranisch korrekten Handeln zu zwingen. Eine halbierte Scharia würde Allahgott halbieren, angreifen.

123 Der prägnanteste Charakterzug der Islamischen Weise von Legitimation ist sein normativer Charakter.

Glauben heißt gehorchen.

Allahs Faschismus wird vom Schweizer Professor Reinhard Schulze als »iN« etikettiert, verpackt und vertrieben, als »islamische Normativität« (Scharia). Dr. Schulze: „Auch soll erörtert werden, wie die islamische Normativität – der Begriff wurde von Baber Johansen (8) in den 1980er Jahren zunächst eingeführt, um eine passende Übersetzung des arabischen Begriffs sharî’a zu finden – zum „gesatzten Recht“ (sharî’a) wurde und wie das Verhältnis von moralischen Normen und Rechtsnormen gestaltet war. … In diesem Masterseminar geht es um Geltungsansprüche, die mit der islamischen Tradition begründet werden und die den Islam als „normative Ordnung“ definieren. … Schließlich wird es darum gehen, den aktuellen Status der islamischen Normativität in öffentlichen Geltungsansprüchen zu analysieren. Hier wird zu fragen sein, wie das religiöse Selbstverständnis muslimischer Gemeinschaften auf moderne Prinzipien der Normativität wie liberale und demokratische Prinzipien der Rechtstaatlichkeit sowie rationale Standards und theorieüberprüfende Kriterien der empirischen Wissenschaften reagiert.“

Davutoğlus gleich erfolgender Ruf nach dem Kalifat, sein Aufruf zur muslimischen Sezession aus der Universalität von Wissenschaftlichkeit und Menschenrechten, steht in der Tradition von Ḥasan Aḥmad ʿAbd ar-Raḥmān al-Bannā (1906-1949). Seelenrettung statt Vernunft, Scharia statt Gleichberechtigung der Frau. Der Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen (2005, Seite 30) zitiert den Gründer der Muslimbruderschaft:

„Die Ausrüstung des Orients ist Sitte und Glauben; wenn er diese beiden verliert, so verliert er alles, wenn er zu ihnen zurückkehrt, so kehrt alles zu ihm zurück. … Daher werden sich die Führer des Ostens um die Festigung des Geistes und um die Wiedergewinnung seiner verlorenen Moral bemühen, denn dies ist der einzige Weg zu einer echten Renaissance. Diesen Weg aber werden sie nur finden, wenn sie zum Islam zurückkehren und an seiner Lehre festhalten.“

Multikulturelle Europäer werden nervös und möchten so gerne glauben, dass der ihnen irgendwie unangenehme „politische Islam“, gemeint ist der organisierte Islam, eine Art von Überreaktion auf den Kolonialismus oder gar auf den Nationalsozialismus sei. Wer al-Ghazali, al-Dschauzi (Abū al-Faraǧ ibn al-Ǧawzī, 1116-1201) oder Ibn Taimiya (1263-1328) liest, weiß jedoch, dass Ḥasan al-Bannā den Islam völlig richtig verstanden hat.

124 So ist das Kalifat als die ultimative religiös-politische Institution ein in seinem Ursprung ganz und gar Islamisches sozio-politisches Gebilde. … Sir Thomas W. Arnold (The Caliphate (9)) ist zuzustimmen, dass das Kalifat keine Nachahmung irgendeiner bereits bestehenden Zivilisation bzw. politischen Organisation war, sondern der Ausfluss von [selbst] für die Araber völlig unvertrauten Umständen, der jenen Charakter anzunehmen begann, der diesen [zeitlichen und örtlichen] Umständen vollkommen angepasst war. Damit wurde das Kalifat als politische Organisation [durchaus] zum Kind seiner Zeit und verstand sich nicht als ein Wiederaufleben (revival) irgendeiner politischen Institution früherer Epochen. So konnte es im Rahmen der Islamischen Expansion in das ganze Gebiet zwischen Nil und Oxus [zwar] eine [jeweils charakteristische] Institutionalisierung geben, die [gleichwohl] der spezifischen erkenntnistheoretischen und wertebezogenen Dimension [des Islam] verpflichtet blieb.

Allah ist schließlich kein Nachäffer, sondern absolut originell. Folgerichtig hat eine Wiederbesinnung auf Islamische Werte, etwa in der Türkei oder in der Diaspora in Europa, ein „Revival“ des authentischen Kalifats (632-855 n. Chr.) darzustellen. Das Kalifat, einst unabgestanden und unverstaubt, sei erneuert und verjüngt und „an Zeit und Ort“ angepasst.

Islam ist kein Traditionsverein, sondern Salafismus, korantreue Jugendbewegung. Scharia in alter Frische sozusagen, oder, frei nach Karl Marx bzw. Leo Trotzki: Der Islam als permanente Revolution. Ob die Familie des Mordopfers das ewige Blutgeld (diyya) akzeptiert, bleibt im irdischen Kollektiv der Paradiesanwärter damit weiterhin spannend.

Die koranisch verbürgte, religiös getrieben Hände und Köpfe abhackende Säbelklinge bleibt ewig scharf, muss aber nicht unbedingt zum Einsatz kommen inschallah. Alles eine Frage des Einzelfalls.

Kadi und Mufti sind damit auch in Sarajevo (Mustafa Cerić) oder Braunschweig (Muhamed Seyfudin Ciftci) so wenig von Arbeitslosigkeit bedroht, wie es tausend Jahre vor Mohammed die delphische Orakelbeantworterin war, Pythía (10).

125 Heutzutage besteht das grundlegende Problem für die Muslimischen Gesellschaften, vor allem für ihre durch den Westen geprägten Eliten, darin, dass moderne, westliche soziopolitische und sozioökonomische Standards deren [nichtislamische, eben westliche] Werte reproduzieren. Muslime stehen damit vor der entscheidenden Frage, entweder ihre ewigen Werte zu verraten oder der Verfremdung zu widerstehen. Die erste Runde im Kampf mit dieser zivilisatorischen Herausforderung schien ein Sieg der westlich orientierten Eliten dazustellen, aber auf längere Sicht begann sich die geheime Kraft der ewigen Werte als Quelle für jenen Widerstand zu erweisen, den die traditionelle soziopolitische Kultur [des Kalifats] einst aufbaute.

Tunesiens Säkulare oder die türkischen Kemalisten werden als Feinde des „muslimischen“ Volkes dargestellt. Der gottesfürchtige Türke hat Ankaras Elite zu boykottieren.

Der iranische Schriftsteller Jalal Al-e Ahmad (Ǧalāl Āl-e Aḥmad, 1923-1969), Sohn eines schiitischen Klerikers und dem Vernehmen nach in 30. Generation vom Fünften Imam der Zwölfer Schiiten Muḥammad ibn ʿAlī al-Bāqir (681-733 (11)) und damit vom einzigen vollkommenen irdischen Wesen abstammend, warf den Verrätern am Iranisch-Eigenen und Islamisch-Eigenen in einem 1962 illegal erschienenen Buch sinngemäß an den Kopf, westlich infiziert zu sein und an Vergiftung durch den Imperialismus zu leiden sowie an Euromanie (12).

Nach dem Zweiten Weltkrieg noch Kapitalistenhasser und global denkender Kommunist, später Schahgegner in der Nationalen Front (Jebhe Melli) um Mossadegh und zuletzt Mitstreiter an Chomeinis Islamischer Revolution, konnte der Theoretiker der Verweigerung universeller Menschenrechte die angeblich ewige Wesensverschiedenheit von Orient und Okzident immer klarer herausarbeiten und die genannten Vorwürfe im auch von Ali Schariati aufgegriffenen Makel ultimativer Gesinnungslumperei verdichten, der sich als Westitis oder Okzidentose wiedergeben lässt: Gharbzadegi!

Mit dem sadistischen Seitenhieb auf die gescheiterte prowestliche Elite verhöhnt Ahmet Davutoğlu natürlich den ab 1934 als Atatürk bekannten Mustafa Kemal (1881-1938) und seine im heutigen Beamtenbetrieb von Ankara noch tonangebende Anhängerschaft. Politologe Davutoğlu, Absolvent des rein staatlichen Istanbuler Gymnasiums (İstanbul Lisesi (13)), einer durch die deutsche Kultusministerkonferenz anerkannten Deutschen Auslandschule, an dem bereits im Jahr 1914 22 deutsche Lehrer eingestellt worden waren, wirbt für ein weiteres Zurückdrängen der Säkularen in der Türkei, für eine Schariatisierung oder sogar Salafisierung des Landes.

Am 1884 gegründeten İstanbul Lisesi gingen die einstigen türkischen Ministerpräsidenten Mesut Yilmaz und Necmettin Erbakan zur Schule.

151. Seinstheoretisch legitimierte Politik (Ontologically justified political power)

In einem [absoluten] Kontrast zur Westlichen [gesellschaftlichen] Erfahrung beinhaltet die Islamische Tradition eine allumfassende theozentrische Auffassung und Rechtfertigung politischer Macht (a complete theocentric interpretation and justification of political power). …

Diese starke und unmittelbare Verbindung zwischen ontologischer Transzendenz und politischer Macht wurzelt in Koran und Hadith als den beiden Quellen von ʿaqāʾid [(muslimischem Glauben und Schariagehorsam, sg. ʿaqīda)] und fiqh [(geheiligter und heilssichernder Rechtssprechung)].

Eine auf Teufelsabwehr und Seelenrettung verzichtende Politik ist für Ahmet Davutoğlu der „islamischen“ Türkei keinesfalls zuzumuten, der Staat des Modernisierungsdiktators Kemal Atatürk ist demzufolge islamisch umzugestalten, zu „entwestlichen“. Wer als Türke den koranbasierten Staat nicht will, begeht Verrat an der nationalen und religiösen Sache.

152. Die Vorstellung, dass die Gesamtheit von Macht und Autorität allein Allāh zusteht, impliziert zugleich die Zeitbezogenheit und Relativität des jeweiligen irdischen wirtschaftlichen und staatlichen Systems.

Vieles ist islamisch möglich, flunkert Herr Davutoğlu, Kalifat könne alles Mögliche sein. Korrekt ist, dass auch Maududi oder Ayatollah Chomeini, gespielt bescheiden, nur ihr Bestes geben können, da nur Allahgott allmächtig ist. Der Kalif kann also religiös begründet ein wenig Parlamentarismus spielen oder massenhaft morden, das ist letztlich gar nicht so wichtig, da nur das Jenseits zählt und dein Gehorsam dem Islam gegenüber. Um den so genannten Westen zu irritieren und das eigene zu muslimisierende Fußvolk gleich mit, lässt sich die „Zeitbezogenheit und Relativität“ (Davutoğlu) von Ökonomie und Administration auch als Demokratiefreundlichkeit darstellen.

Wie man es halt gerade braucht: Den Radikalen sendet man die Botschaft von der zeitlosen Verpflichtung auf das Kalifat, den Säkularen erzählt man das („auf Zeit und Raum bezogene“) Märchen von der islamischen Toleranz. Allāh ist ausgesprochen anpassungsfähig.

Soweit zu Ahmet Davutoğlu. Der 1959 in Konya geborene zeitweilige Gastdozent an der türkischen Militärakademie spricht fließend Deutsch.

Wenn in Jahrhunderten von einer Höhlendecke ein spitzer Tropfstein gewachsen ist, ein Stalaktit, und sich von Zeit zu Zeit ein einzelner Wassertropfen löst, wird auf einem darunter befindlichen unterirdischen Weiher eine konzentrische Welle entstehen, die uns gleichnishaft für die ideellen, musischen, intellektuellen und politischen, kurz: Für die zivilisatorischen Äußerungen einer Menschengemeinschaft stehe. Uns Universalisten reicht dabei eine Menschheit und entsprechend eine Zivilisation, uns reicht ein gleichnishafter Tropfstein und ein einheitliches und gleich behandelndes Recht. Den Rassisten bzw. Kulturrassisten jedoch und ihrer linksradikalen bzw. wertevergessen-linken Spielart der Multikulturellen ist das nicht genug, sie brauchen einen zweiten Tropfstein, damit die Staatlichkeit und Kultur werdende Welle der exotisierten Anderen auf Dauer einen anderen Mittelpunkt hat und die Bereiche der Wellenkollision durch allgemeines Nichthandeln oder durch islamisches Handeln zu lösen sind.

Der kulturelle und zivilisatorische Impuls der so genannten Muslime stamme schließlich aus einer anderen Sphäre oder Quelle als derjenige der Nichtmuslime, ein gemeinsamer Rechtsrahmen für die deutschen oder europäischen Christen und Muslime sei daher widernatürlich, jedenfalls unmenschlich. Die Rechtsspaltung sei attraktiv und unvermeidlich, sie sei ebenso alternativ wie alternativlos. Das von Ahmet Davutoğlu im Titel verwendete Wort alternativ ist, im Sinne einer Entweder-oder-Entscheidung (lat. alter als der zweite von zweien), eng geführt zu lesen (un choix entre deux possibilités distinctes), wenn wir im Wort alterNATiv nicht gar das lateinische nāscentia, Geburt bzw. nātus est, Geborensein (naître, être né) entdecken wollen. Der Muslim wäre dann der zivilisatorisch Andere, der Andersgeborene, die NPD oder Tariq Ramadan hätten sicherlich nichts dagegen einzuwenden, und die Multikultis lässt man beim Reden von der alternativen Scharia noch ein wenig an Daseinsfreude und Lotterleben der Hippiezeit denken.

Scharialobby, Neonazis und linke Multikultiszene sind sich bemerkenswert einig darin, dass der famose Orient das Recht wenn nicht die Pflicht hat, anders zu sein die angeblich abendländisch verwurzelten Europäer. Imame ermuntern die Christen zur Einhaltung der biblischen Gebote.

Nur in einem säkularen Staat hat oder hätte die Religion frei von ökonomischen und machtpolitischen Interessen sein können, der inzwischen beschworene „eine Gott“ des Dialogs mit dem Islam jedoch ist die ungleich behandelnde Gottheit der Dhimmitude. Jean-Louis Taurans politischer Kultgott ist die Gottheit der Zweitfrau und der Steinigung, der Gott von Hidschab und Dschihad. Der Kurienkardinal und Vorsitzende des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog erleichtert Europas Kopftuchlobby die Arbeit und erschwert Europas muslimischen Säkularen das Leben.

Am 01.05.2009 löste Ahmet Davutoğlu seinen Amtsvorgänger Ali Babacan ab und wurde Außenminister der Türkei. Im Folgejahr traf er zwei Mal, im Januar und im Juli 2010, mit seinem deutschen Amtskollegen Guido Westerwelle zusammen (14).

Solange nichts zur Vermutung Anlass gibt, dass der heutige Davutoğlu von seinem 25 Jahre alten Streben nach Scharia und Kalifat abgerückt ist, dürfen wir sein Konzept der Stratejik Derinlik (Strategic Depth, „Strategische Tiefe“) als Fahrplan ins Kalifat verstehen.

Man sollte Davutoğlu den Said Ramadan Kleinasiens nennen, den türkischen Schariati.

Jacques Auvergne

(1) „Der Neo-Muslim, damals erst 22-jährig, sorgte mit verfassungsfeindlichen Äusserungen für Aufsehen. Die Scharia, liess er verlauten, stehe «im Zweifelsfall» über dem Schweizer Recht. Und was den Dschihad betreffe, den heiligen Krieg für den Islam, so sei er «noch nicht auf dem Niveau», um ihn glaubhaft führen zu können. … Frauen gehörten «von Natur aus» ins Haus, sagte Blancho in der Sendung «Schweiz aktuell». … Zu den Stargästen des Seminars gehörten der deutsche Prediger Pierre Vogel, auch er ein Konvertit, dem zuvor mehrmals die Einreise in die Schweiz verweigert worden war, und Abu Anas alias Mohammed Ciftci. «Allah sagt: ‹Ihr sollt eure Frauen schlagen, wenn sie nicht gehorchen›», mit dieser und ähnlichen Aussagen ist Anas in Internetvideos zu sehen.“, von: Philip Gut, aus: Bin Laden in Biel, in: DIE WELTWOCHE, 07.04.2010.

http://www.weltwoche.ch/index.php?id=538019

Schweizer Hanbalismus (Salafismus) firmiert als Islamischer Zentralrat der Schweiz (IZRS). Abu Ammar Abdullah = Nicolas Blancho. Abu Nusaybah = Abdel Azziz Qaasim = Patric Illi. Oscar Bergamin = Oscar Assadullah Mukhtar Bergamin.

Reto Wissmann: Islamisches Zeltlager am Bielersee, in: DER BUND, 09.06.2010.

http://www.derbund.ch/schweiz/standard/Islamisches-Zeltlager-am-Bielersee/story/23350288/print.html

(2) Nach Auffassung das pakistanischstämmigen Ṣiddīq Ġurūb ist jede Politik werdende Berücksichtigung von Islamgott inklusive Islamteufel, auch der parteibildende Kampf gegen derlei Magie und Barbarei, selber ein Steigbügelhalter des Kalifats, sei es als den Islam großzügig verwendender Nationalismus oder Faschismus oder aber als Kartell panischer Fehlgeleiteter und als, muslimbruderseits hoch erwünschte, verschreckte Schafherde von Dhimmis:

Eine rechte Allianz gegen den Islam? Warum eine jede konservative Partei antiislamischen Selbstverständnisses das Werk der Muslimbruderschaft fördert. Ein Gleichnis von Edward von Roy

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/02/06/161/

(3) Ahmet Davutoğlu

http://turkeymacedonia.files.wordpress.com/2010/04/ahmet_davutoglu.jpg

Bei: Turkey Macedonia – Turkish and Macedonian friedship. „This blog is dedicated to the ongoing struggle for human rights in Greece in regards to the recognition of the Turkish and Macedonians minorities that live in the country, who have been for many years denied the right to self identification.“, wo man zu Batı Trakya Birliği Bonn (West-Thrakien, Griechenlands Scharia im Familienrecht mit legaler Kindbraut) in die alte deutsche Bundeshauptstadt verlinkt.

http://www.westtrakien.com/batitrakya/index.html

(4) The Alliance of Civilization (AoC) was established in 2005, at the initiative of the Governments of Spain and Turkey, under the auspices of the United Nations. Prof. John Esposito (United States). H.E. Hojjatoleslam Seyyed Mohammad Khatami (Iran).

http://www.unaoc.org/content/view/160/197/lang,english/

Siegfried Kohlhammer: „Wesentlichen Anteil an Ramadans Erfolg bei den nicht-muslimischen Europäern hat – neben den üblichen Unverdächtigen und Apologeten des Islamismus wie Reinhold Schulze oder John Esposito – die Linke.“, aus: Kohlhammer: Pyromanischer Feuerwehrmann, in: DIE WELT, 20.05.2006.

http://www.welt.de/print-welt/article218074/Pyromanischer_Feuerwehrmann.html

(5) Hodschatoleslam Chatami, darf mit begeisterter Billigung des Wissenschaftsrats (WR) die künftigen deutschen universitären Islamischen Studien weiterhin ebenso kraftvoll beeinflussen wie Ägyptens Schariaminister Zaqzouq: „So hat Professor Mahmoud Zakzouk, Minister für Religiöse Angelegenheiten in Ägypten, angekündigt, bei der „Verwirklichung dieser Pläne (gemeint ist die Einrichtung von Islamischen Studien) mit Rat und Tat mitzuhelfen“. Auch der ehemalige Staatsminister des Iran, Seyed Mohammad Khatami, bewertet unser Vorhaben und unsere Tagung als „sehr wichtig im Sinne einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der islamischen Welt und dem Westen.“

http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/Strohschneider_Begruessung.pdf

(6) »Der Islam als Alternative« (Murad Wilfried Hofmann 1992), analysiert von Jacques Auvergne.

https://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/05/144/

(7) Sure der Tisch, Sūratu l-Māʾida, Sure 5:3. Sahih International übersetzt: This day I have perfected for you your religion and completed My favor upon you and have approved for you Islam as religion.

Muhsin Khan übersetzt: This day, I have perfected your religion for you, completed My Favour upon you, and have chosen for you Islam as your religion.

http://quran.com/5/3

Muhammad Muhsin Khan. Anerkannter Koranübersetzer und renommierter Mediziner (Herzkrankheiten). Lebensweg: Pakistan (Provinz Panjab; Lahore), Großbritannien (Wales), Saudi-Arabien (Taif (aṭ-Ṭāʾif); Medina (al-Madīna al-munawwara, „die erleuchtete Stadt“)).

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Muhsin_Khan

(8) Baber Johansen, Karlsruhe 26.-28.04.2002. Auf dem Rechtspolitischen Kongress der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hält der gebürtige Berliner Baber Johansen einen so genannten Festvortrag, der dem auf Seelenrettung ausgerichteten Kulturrassismus namens Scharia huldigt („Diesen Prozess der Normenfindung nenne ich die islamische Normativität. … Mit den anderen [ägyptischen] Verfassungsprinzipien müssen die der islamischen Normativität , wie das Gericht ausführt, „eine organische Einheit“ bilden.“). Der offensichtlich sozialdemokratisch verträgliche Karlsruher Vortrag lautete: »Das juristische Erbe des Islams in der Moderne. Offenbarte Normen, staatliche Gesetze und globales Recht«. Zur engagiert realisierten Scharia (iN) wusste der damals in der französischen Hauptstadt lehrende Studienleiter der Hochschule für Sozialwissenschaften im Jahre 2002, der drei Jahre später als Professor für Islamische Religionsstudien an der Divinity School (Harvard, US-MA) zu arbeiten begann:

„Die Juristen des Heiligen Rechts unterscheiden zwischen den Offenbarungsgrundlagen des Rechts, der shari’a, und den juristischen Qualifikationen von Handlungen und Institutionen, die aus diesen Offenbarungsgrundlagen durch menschliche – und daher fehlbare – Anstrengungen abgeleitet sind.

Sie trennen auch zwischen dem Recht als religiöser Norm einerseits und den Regulierungsmassnahmen der politischen Herrscher, die diese als Teil ihrer Leitungs- und Steuerungskompetenz wahrnehmen.

Der Begriff der shari’a verweist also zum einen auf die unfehlbaren Offenbarungsgrundlagen der von den Juristen erarbeiteten islamrechtlichen Normen, zum anderen auf den offenen Prozess mit stets ungewissem Ausgang, in dem aus diesen Offenbarungsreferenzen durch die Vernunftanstrengungen von Juristen Normen zu finden und zu formulieren sind, die dann kontrovers zwischen den Juristen diskutiert werden.

Diesen Prozess der Normenfindung nenne ich die islamische Normativität.

Ich grenze ihn ab gegen die Summe der so gewonnenen Normen und der sie stützenden Argumentationen, die in der Rechtswissenschaft, dem fiqh, von den einzelnen Rechtsschulen rezipiert, dokumentiert und zur Schuldoktrin erhoben wird.

Diese Normen nenne ich die islamrechtlichen Bestimmungen.

Beide sind deutlich abgegrenzt gegen die politischen Regulierungsmassnahmen.

Die Juristen produzieren einen Überschuss an konfligierenden Lehrmeinungen zu jeder Frage und aus diesem Reichtum einander widersprechender Lehrmeinungen wählen die juristischen Autoren und Lehrer die aus, die ihnen am einsichtigsten sind.

Es gibt keine Institution, die in letzter Instanz für alle Juristen entscheiden kann, welche Norm rechtens ist.

Die Autorität der Rechtsnormen bleibt, im Prinzip, an die personale Autorität der Juristen gebunden.

Hier setzt die spezifische Funktion der Rechtsschulen ein: sie wählen Lehrmeinungen aus, deren Autorität im Rahmen der Schule anerkannt wird.

Sie lehren solche Doktrinen und stabilisieren sie durch ihre Weitergabe, so dass die Kontinuität des juristischen Denkens gewährleistet ist.

Sie begrenzen zugleich die Kompetenz des einzelnen Juristen zur freien Rechtsfindung“

http://www.fes.de/rechtspolitischer-kongress/koo/fest-3.htm

Baber Johansen was appointed Professor of Islamic Religious Studies at Harvard Divinity School in 2005. His research and teaching focus on the relationship between religion and law in the classical and the modern Muslim world. He served as Directeur d’Atudes at the Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (Centre d’Atude des normes juridiques), Paris (1995-2005), and Professor for Islamic Studies at the Freie Universitat Berlin (1972-1995). In 2006 he was appointed Affiliated Professor at Harvard Law School and Acting Director of its Islamic Legal Studies Program for 2006 to 2010. In 2007 he was affiliated with the Department of Near Eastern Languages and Civilizations.

http://fora.tv/speaker/9597/Baber_Johansen

Schariaverharmloser Reinhard Schulze und die totalitäre iN (islamische Normativität), Kurs W6224, 17.9.2009 – 17.12.2009, 8:00 – 10:00, Falkenplatz 11, Bern, Schweiz

http://evub.unibe.ch/pievub/?KursID=3475026&KursNr=W6224&UeberschriftID=504035&page=detail

(9) Thomas W. Arnold, The Caliphate (London 1924)

http://www.scribd.com/doc/27709844/The-Caliphate-Sir-Thomas-Arnold

(10) Rechtleitung, noch schariafrei, verschafft uns Pythía (Πυθία), die seherische Priesterin zu Delphi. Priestess of Delphi (1891), Öl auf Leinwand 160 x 80 cm, Gemälde von John Collier (1850–1934)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/25/Collier-priestess_of_Delphi.jpg

Fatwa-Vorläufer, noch dem Rätselhaften verhaftet. Was kommt morgen, Karrieresprung oder Karriereknick? Göttin Themis, zeitweise Chefin am delphischen Orakel, klärt den Aigeus auf. Attische Kýlix (κύλιξ, vgl. lat. Calix; Kelch), rotfigurig, um 435 vor Christus.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/79/Themis_Aigeus_Antikensammlung_Berlin_F2538.jpg

The Pythia (1917), Jacek Malczewski (1854-1929), Öl / Lwd.

http://www.mlahanas.de/Greeks/images/PythiaMalczewski.jpg

(11) Muhammad al-Baqir, der Fünfte Imam

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_al-Baqir

(12) JALAL AL-I AHMAD: OCCIDENTOSIS: A Plague From the West. Translated by R. Campbell, Annotations and Introduction by Hamid Algar. Zu Gharbzadaghi (Westitis, Occidentosis) 26 Treffer.

http://multiworldindia.org/wp-content/uploads/2010/05/occidentosis.pdf

Hamid Algar, der schariafreundliche Professor aus dem kalifornischen Berkeley. Mit Begeisterung übersetzte der Islamkonvertit die Schriften Ayatollah Chomeinis ins Englische: „One person who had heard of the concept of velayat-e faqih was Hamid Algar, the man who had translated Khomeini’s lectures on the subject into English. When Algar, a British-born convert-to-Islam and Khomeini supporter”, aus: Elmer Swenson: »What Happens When Islamists Take Power? The Case of Iran«

http://gemsofislamism.tripod.com/khomeini_promises_kept.html

(13) İstanbul Lisesi – Türkocağı Caddesi No: 4 Cağaloğlu / İstanbul

http://www.istanbullisesi.k12.tr/

Noch fühlt man sich Atatürk verpflichtet

http://www.istanbullisesi.k12.tr/#PageID259

Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht die Deutsche Abteilung des Istanbul Lisesi allen Leserinnen und Lesern unserer Website.

http://www.istanbullisesi.net/

(14) Rheinische Post, 07.01.2010. „Am Abend wurde er in Istanbul erwartet, wo am Freitagmorgen Gespräche mit dem Staatsminister für Europa, Egemen Bagis, sowie mit dem griechisch-orthodoxen ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. geplant sind. Am Nachmittag reist er weiter in die Golfstaaten. Begleitet wird der Außenminister von deutschen Wirtschaftsvertretern.“

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Westerwelle-schuert-EU-Hoffnung_aid_803849.html

NZZ, 28.07.2010. Westerwelle trifft mit seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu zusammen

http://www.nzz.ch/westerwelle_trifft_mit_seinem_tuerkischen_amtskollegen_ahmet_davutoglu_zusammen_1.6956146.html

DER WESTEN, 28.07.2010. Daniel Freudenreich: Westerwelle demonstriert Schulterschluss mit der Türkei

http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Westerwelle-demonstriert-Schulterschluss-mit-der-Tuerkei-id3297291.html

447. Europa, der Islam und die Flüchtlingspolitik

31. Mai 2016

Interview mit der Vorsitzenden des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE) Mina Ahadi.

Der Islam sieht eine Apostasie nicht vor, und im Koran steht, dass sie mit dem Tod bestraft werden soll. Seit der Gründung des Zentralrates der Ex-Muslime stehen Sie unter Polizeischutz. Haben Sie bezüglich der islamischen Terrorgefahr keine Angst um Ihre Sicherheit?

– Ich bin seit mehr als 40 Jahren Ex-Muslim. Als ich 15 Jahre alt war, habe ich den Koran gelesen und sehr viel über diese Religion nachgedacht, ich habe damals abgeschworen. Vor Chomeini war Apostasie und Ex-Muslim zu sein nicht so problematisch, denn das damalige iranische Regime, eine Monarchie, hatte andere Feindbilder. Erst in Deutschland, als sich am 21. Januar 2007 in Köln der Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) gründete, haben wir, mehr als 32 Frauen und Männer, öffentlich gesagt: Wir sind nicht mehr Muslime. Danach mussten zwei Vorstandmitglieder des ZdE Personenschutz beantragen und ich habe nach wie vor Sicherheitsprobleme, weil ich öffentlich Islam, Kopftuchzwang, Steinigung und die islamische Ungleichbehandlung von Mann und Frau kritisiere. Ich habe aber keine Angst, denn diese Religion hat seit sich seit jeher versucht in mein Leben einzumischen und durch diese Erfahrungen hat sich jede Angst verflüchtigt.

Sie sind eine entschiedene Gegnerin der Geschlechterapartheid und setzen sich seit langem für die Rechte von muslimischen Frauen ein. Wie würden Sie das Verhältnis des Islam zu den Frauen beschreiben?

– Alle Religionen sind frauenfeindlich, patriarchalisch und reaktionär. Der Islam hat aber, anders als das heutige Christentum und Judentum, keine Aufklärung durchlaufen und verweigert selbst seinen eigenen Glaubensangehörigen die universellen Menschenrechte. Meines Erachtens tradieren Koran und Sunna den Hass gegen Frauen, Andersdenkende und Homosexuelle. Im Koran steht, dass man Frauen erniedrigen und schlagen darf. In diesen religiösen Texten liest man, dass Frauen sich bis auf Gesicht und Hände bedecken müssen, der Hidschab, das fußknöchellange Kopftuch, ist Zwang. Der unbedeckte Körper der Frau, insbesondere auch ihre Haare, würden Männer sonst zur Sünde verführen. Für mich funktioniert der Koran so: Ein Mann redet mit Männern über Gott und die Welt, Frauen sind keine vollwertigen Menschen, sondern gute Ware für den Männergenuss. Der Muslim kann vier Frauen heiraten und zusätzlich in unbegrenzter Anzahl Nebenfrauen haben bzw., als Schiit, zahllose Zeitehen eingehen, wenn aber die Muslima auch nur ein Mal außerehelichen Sex hat, droht ihr die Steinigung. Diese Schriften, Koran und Hadith, sind voller Hass und Gewalt. Deshalb bekomme ich einen Wutanfall wenn ich sehe, wie Salafisten in Köln auf der Straße den Koran verteilen.

Ist der politische Islam generell eine Gefahr für Meinungsfreiheit und Menschenrechte?

– Das trifft hundertprozentig zu, wenn Sie mit Menschenrechte die allgemeinen Menschenrechte meinen (AEMR, Paris 1948). Für die diskrimierenden, sogenannten islamischen Menschenrechte (Kairo 1990) gilt das natürlich nicht, da sie von einem anderen Menschenbild sowie Rechts- und Gesellschaftsverständnis ausgehen und dieses durchsetzen wollen, nämlich das der Scharia.

Diese politische Bewegung zur Errichtung einer islamischen Herrschaft ist menschenfeindlich, insbesondere frauenfeindlich. Vor allem seit Gründung der ersten Islamischen Republik, 1956 als Pakistan, und dann seit mehr als 37 Jahren mit der Islamischen Republik Iran hat diese global agierende politische Bewegung an Macht und Einfluss gewonnen. So wird beispielsweise das Strafrecht der Scharia seit 1979 in Pakistan, seit den späten Achtziger Jahren unter anderem auch im Sudan und in Somalia sowie seit 2000 im nördlichen Nigeria angewendet. Insgesamt wurden tausende Menschen hingerichtet, hunderte Frauen gesteinigt und die freie Meinungsäußerung wird unterdrückt. Jede Form von Kritik, Kunst und Kultur wird niedergeschlagen, Bürgerrechtler, Karikaturisten und Künstler werden inhaftiert und ermordet. Weltweit erleben wir eine islamisch begründete Bewegung für ein erneuertes kulturelles Mittelalter. Mit Todesstrafe oder auch Lynchjustiz machen die Anhänger der Schariagesetze das Leben aller Andersdenkenden kaputt.

Sie sind aber auch eine Gegnerin von rechten Organisationen und werfen ihnen vor, dass diese die Islamkritik dem Rassismus gleichsetzen. Warum?

– Wir sind gegen den politischen Islam und ich bin gegen den Islam und alle Religionen. Ich denke, Religion gehört der Vergangenheit an oder muss Privatsache sein und Privatsache bleiben. Islam und Scharia haben das Leben vor allem in den sogenannten islamischen Ländern sehr stark beeinflusst und sehr viele Menschen, Muslime, Andersgläubige, Ex-Muslime, sind zum Opfer dieser totalitären religiösen Bewegung geworden. Heute sind wir Migranten bzw. Flüchtlinge in Europa und ich muss feststellen, dass einige rechte Organisationen zwar Islamisten und Islam kritisieren, aber auch gegen Muslime und überhaupt Ausländer hetzen.

Wir warnen vor Rechtspopulismus und ausländerfeindlicher Stimmung in Europa. Nicht das legendäre christliche Abendland muss gerettet werden, sondern der Geist von Renaissance, Aufklärung und Französischer Revolution. Europa hat eine humanistische und freiheitliche Tradition. Zivilgesellschaft ist die Gesellschaft, die sich darüber verständigt hat: Ein Gesetz für alle, Religion kann ohne Verlust der Individualrechte jederzeit gewechselt oder ganz verlassen werden, säkulares System und, in allen öffentlichen Schulen, säkularer Schulunterricht sind ebenso unverhandelbar wie die universellen Menschenrechte. Viele von uns haben schon in ihrem Herkunftsland für Freiheit, freie Meinungsäußerung und Frauenrechte gekämpft und heute in Deutschland verteidigen wir weiterhin Humanismus und Zukunft und nicht Hass und Ausländerfeindlichkeit.

Sie haben Protestorganisationen gegen die Scharia-Polizei in deutschen Städten organisiert und bezeichneten solche Tendenzen unter den Muslimen als „islamischer Faschismus”. Welche Ziele verfolgen radikale Muslime, die wirklich das Scharia-Recht in Europa einführen wollen?

– Diese Menschen, die mindestens religiöses Sonderrecht einfordern oder aber, sobald sie an der politischen Macht sind, die islamische Herrschaft errichten wollen, sind Anhänger der wortgetreuen Lesart von Koran und Hadithen. Viele von ihnen unterstützen islamische Organisationen oder werden selber von diesen unterstützt. Die wiederum pflegen beste Kontakte zu Regierungen von theokratischen Staaten wie Saudi-Arabien oder Iran oder zu dem ex-laizistischen System der Türkei. Ländern, die mit Geld, Imamen und Moscheen versuchen, in Europa an Einfluss zu gewinnen.

Mit dem islamischen Recht der Scharia haben wir jetzt auch in Europa sehr große Probleme. Islamaktivisten versuchen, in Europa Hidschab oder Burka zu legalisieren, im öffentlichen Raum und in der Arbeitswelt, im öffentlichen Dienst selbst im besonders sensiblen Bereich von staatlicher Bildung und Erziehung. Sie versuchen, Beratungsstellen für schariabasierte Mediation, islamische Schiedsgerichte zur Streitschlichtung und später dann Schariagerichte für jedes Rechtsgebiet zu installieren. Der schariabasierte Islam ist ein komplettes Rechtssystem, das die Frau und den Nichtmuslim herabstuft.

Begünstigt durch eine entgrenzt tolerante Politik der europäschen Regierungen und durch den Dialog auf sogenannter Augenhöhe versuchen Islamaktivisten Geschlechtertrennung zum Beispiel in der Mensa und im Schwimmbad durchzusetzen und fordern mit öffentlichem Protestgebet, wie jetzt an der TU Berlin, Gebetsräume. Islamischen Organisationen ist mehr und mehr Macht und Einfluss eingeräumt worden. Der KRM (Koordinationsrat der Muslime in Deutschland) beispielsweise, der in seiner Geschäftsordnung zwar ein Bekenntnis zum deutschen Grundgesetz abgelegt hat, für den aber die unabänderlichen Aussagen von Koran und Sunna Grundlage seines gesamten Denkens und Handels sind, wurde von der nordrhein-westfälischen Landesregierung als bisher einziger Ansprechpartner zu allen Fragen muslimischen Lebens anerkannt, der bekennende islamische Religionsunterricht konnte nur über die verfassungswidrige Hilfskonstruktion des Beiratsmodells eingeführt werden.

Derzeit patrouilliert durch einige Straßen von Brüssel oder London eine Schariapolizei, die versucht, islamische Kleidungs- und Verhaltensnormen durchzusetzen, vermeintlich muslimische Frauen werden besonders ernsthaft ermahnt und einschüchtert. Das ist ein sehr großes Problem. Wir haben immer gegen diese Miliz der Sittenwächter demonstriert.

Droht Ihrer Meinung nach Europa die Islamisierung? Wie beurteilen Sie die „Toleranz-” und „Willkommenspolitik” dem Islam gegenüber?

– Islamisierung war und ist ein Terminus rechter Organisationen. Ich denke Europa wird nicht islamisiert, weil säkulare und moderne Menschen und Kulturen sehr stark sind und sich nicht manipulieren und vereinnahmen lassen werden.

Toleranz hingegen ist ein Begriff, den linke und proislamische Organisationen häufig verwendet haben. Meine Ansicht ist, dass man Intoleranz, Unmenschlichkeit, Verletzung von Frauenrechten, Diskriminierung und Mord nicht dulden darf. Und alle diese inhumanen Praktiken sind nicht die Kultur einiger Ausländer oder Minderheiten und begründen auch nicht deren Würde, sondern sind Menschenrechtsverletzungen, die man verurteilen und bekämpfen muss. Die Willkommenskultur begrüßt nicht den Islam und auch nicht die Muslime, sondern Menschen. Deutschland und alle anderen Länder, die Flüchtlinge mit offenen Armen aufgenommen haben, haben eine historische Arbeit geleistet und das ist sehr gut. Unsere Politik gegenüber Millionen Menschen aus sogenannten Islamischen Ländern sollten wir jedoch ändern. Die deutsche Regierung sollte den Einwanderern erklären: Hier ist Deutschland und hier haben Frauen und Männer gleiche Rechte. Niemand hat hierzulande Atheisten, Religionskritiker oder Homosexuelle zu erniedrigen, Presse und Kunst sind frei, Moscheen dürfen keinen Hass predigen.

Was halten Sie dann von der Politik der ostmitteleuropӓischen Länder (also Polens, Ungarns, Tschechiens und der Slowakei), die mit der Aufnahme von muslimischen Immigranten nicht einverstanden sind?

– Diese Politik ist unmenschlich, arrogant und rassistisch. Millionen Menschen sind in Somalia, in Syrien, im Irak, im Iran oder in Afghanistan Opfer von islamischen Regierungen oder Milizen geworden, Milionen haben ihre Wohnungen, ihren Arbeitsplatz und ihr Eigentum verloren und sind nach Europa geflüchtet. Einige europäische Regierungen erklären aber, dass sie keine muslimischen Einwanderer auf ihrem Territorium wünschen, aber diese Menschen sind in erste Linie Menschen, sind Frauen und Kinder und Männer, die alles verloren haben.

Vielleicht sind einige von ihnen Ex-Muslime, Atheisten, Christen oder Jesiden, haben das bisher aber nicht gewagt zuzugeben und werden jetzt trotzdem der Gruppe der Muslime zugerechnet. Wie kann man so arrogant und ohne Herz sein und Bilder von Menschen sehen, die ertrunken sind, weil sie keinen anderen Weg haben und ihr Leben durch Bombenangriffe oder die Terrormiliz IS in Gefahr war. Jetzt werden diese Flüchtlinge ausgegrenzt und zurückgewiesen. Die Frage ist, ob die vier Staaten Ostmitteleuropas nichtmuslimische Flüchtlinge nehmen oder generell gar keine Einwanderer wollen. Es gibt eine Art Arbeitsteilung zwischen europäischen Nationalisten und europäischen Islamisten: die Vorgehensweise der Rechtspopulisten oder auch Rechtsradikalen, nämlich Menschen in Muslime und Nichtmuslime aufzuteilen, entspricht genau den Vorschriften der Scharia und der Politik der Islamisten.

In einem Interview für „Den Spiegel” sagten Sie: „Nicht in unserem Namen (…) Wir wollen eine neue Bewegung schaffen (…), einen Gegenpol zu den muslimischen Organisationen bilden”. Wie stellen Sie sich ein weiteres Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen in Deutschland und Europa vor?

– Wir reden nicht über Muslime und Nichtmuslime, sondern über Menschen und über die machthungrigen islamischen Organisationen. Wir spalten unsere Städte, Straßenzüge, Firmen und Klassenzimmer eben gerade nicht in muslimisch und nichtmuslimisch, vielmehr gilt die Durchsetzung der universellen Menschenrechte beispielsweise auch für Frauen. Wir haben in Europa sehr viele religiös empfindende Menschen, die gegen Islamisten sind und einfach nur normal und modern leben wollen.

Mein Standpunkt ist dieser: Menschen aus dem Iran oder Irak, aus Afghanistan und aus dem Sudan sind individuelle Persönlichkeiten und die Religionszugehörigkeit ist nicht ihre Hauptidentität. Die deutsche Regierung soll diese Immigranten als Menschen behandeln und nicht als Muslim, Christ, Jude, Bahai, Sikh, Hindu, Buddhist, Atheist. Parlamente und Ministerien sollen aufhören, mit Anhängern der totalitären und ungleich behandelnden Scharia zusammenzuarbeiten und den Islamverbänden immer noch mehr Einfluss zu verschaffen. Die Deutsche Islamkonferenz muss abgeschafft werden. Unsere Politiker sollen Aufklärung, freie Presse, Wissenschaftlichkeit und selbstbestimmtes Leben als Basis des Zusammenlebens verteidigen und nicht die reaktionäre Kultur von Fundamentalismus, Frauenentwürdigung und Beschneidung von Kindern und Jugendlichen unter achtzehn Jahren.

Wir alle können in Europa friedlich und gut zusammenleben, wenn wir die Trennung von Staat und Glaubensgemeinschaften ernst nehmen. Säkularismus ist die Antwort auf die politischen Fragen der Gegenwart, ganz besonders wichtig ist die Trennung von Religion und Recht. Denn auch im Ehe- und Familienrecht diskriminiert die Scharia die Frau und den Islamapostaten und ist deshalb verfassungswidrig. Der Islam von Scharia und Fiqh (Jurisprudenz nach Koran und Sunna) verweigert dem Individuum eine selbstgeschriebene Biographie oder auch nur die frei gewählte Kleidung oder die freie Wahl des Ehepartners.

Unter den genannten Voraussetzungen können wir alle sehr gut miteinander auskommen.

Mina Ahadi

Q u e l l e

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE). Fragen zum Islam. Mina Ahadi am 31.05.2016.

http://exmuslime.com/fragen-zum-islam/

446. Offener Brief aus dem Gefängnis Gohardascht

24. April 2016

Am Mittwoch, den 13. April 2016 ist eine Kommission von 250 Personen aus Italien in den Iran gereist. An diesem Tag wurden in der Nähe von Karadsch neun politische Gefangene im Gefängnis von Gohardascht hingerichtet, im sogenannten Radschai Schahr (Gohardasht Prison also known as “Rajai Shahr”, Karaj, Iran). Dies war jedoch für die Teilnehmer der italienischen Delegation, deren Reise zum Ziel hatte, die Handelsbeziehungen zum iranischen Regime wiederherzustellen, offensichtlich bedeutungslos.

Den folgenden offenen Brief von politischen Gefangenen aus dem Radschai Shahr sowie aus dem Evin-Gefängnis bei Teheran an den italienischen Regierungschef Matteo Renzi haben wir durch das Internationale Komitee gegen Todesstrafe (International Committee Against Execution, ICAE) erhalten und geben ihn hiermit gerne weiter.

.

Gohardasht (Rajai-Shahr), April 13, 2016

Sehr geehrter Herr Präsident des Ministerrats Matteo Renzi,

die meisten von uns sind Gefangene. Bereits vor Ihrer Reise haben wir Sie gewarnt und bezwecken damit keine politische Propaganda, sondern stellen fest, dass Menschen wie Sie die Humanität nicht wertschätzen. Die Folge des Besuchs wird unsere Hinrichtung sein. Es sind wir, es sind unsere Familien und Jugendlichen, die Ihrer Haltung und Politik zum Opfer fallen.

Sehr geehrter Herr Premierminister Renzi, heute wurde für Sie ein roter Teppich ausgerollt, der rot ist von unserem Blut. Haben Sie es gesehen? Haben Sie die zitternden Körper unserer Mitgefangenen am Galgen gesehen? Haben Sie die langen Schlangen der Familien der Häftlinge an den Gefängnismauern gesehen, die darauf warten, die Leichen ihrer Kinder oder sonstigen Angehörigen entgegenzunehmen? Haben Sie den bitteren Klang des Weinens der Familienangehörigen und des Wimmerns der Kinder gehört, die auf den Krankenwagen warteten, der mit den toten Körpern ihrer Lieben beladen ist?

Natürlich … selbstverständlich haben Sie von alldem nichts mitbekommen. Genau jene, die Sie haben warten lassen, die Handelsverträge zu unterschreiben, sind es, die unsere Verwandten oder Freunde auf die Hinrichtung ihrer Kinder warten lassen. Genau jene, die ihre großen Poster und Fotos dazu verwenden, die Galgen abzudecken.

Sie hingegen sollen wissen, dass die Hinrichtungen mit Ihrem Besuch verstärkt zunehmen werden, nachdem sie durch internationalen Druck eine Zeit lang abgenommen hatten. Durch Ihre Iranreise haben Sie dem Regime die politische Rechtfertigung und den Freibrief für solche Verbrechen erteilt. Sie ermächtigen die Regierung des Iran zu weiteren Hinrichtungen.

Wir, die Inhaftierten im Gefängnis von Gohardascht, im berüchtigten Radschai Schahr, verfassen hiermit einen Beschwerdebrief, den wir an die Bevölkerung, die politischen Parteien und alle Menschenrechtsorganisationen Italiens senden – eine Beschwerde über Ihre Iranreise, die allen humanitären und universell menschenrechtlichen Grundsätzen zuwiderläuft.

Abschließend zu Ihrer Information die Namen einiger Häftlinge, die heute zu Ihrem Willkommen geopfert wurden. Die Namen anderer Insassen dieses Gefängnisses (Radschai Schahr) fügen wir ebenfalls an, die sich in der Reihe der Todeskandidaten befinden, denn ganz ohne die stillschweigende Billigung seitens politischer Verantwortungsträger wie Sie es sind könnte das Regime seine Gefangenen nicht so leicht hinrichten. Bitte entschuldigen Sie unsere harsche Kritik und Direktheit, doch die bedrohten Menschenleben und die bevorstehenden staatlichen Verbrechen lassen uns keinen Raum für diplomatische Höflichkeit.

Hier wie angekündigt die Namen einiger der Menschen, die heute hingerichtet worden sind: Ebad Mohammadi, Hoseyn Moinfar, Hamzeh Dolat Abadi, Mehdi Haqshenas, …

Die Namen der 44 Gefangenen, denen die Hinrichtung droht:

1 Nima Esmailian
2 Afshin Hashemi
3 Vali Shirhavar
4 Ebad Mohammadi
5 Ahmad Qasemi
6 Mohammad Zarei
7 Amir Khalilpur
8 Reza Purabbasian
9 Akbar Birami
10 Hoseyn Hasani
11 Akbar Dehqani
12 Mohammad Azizi
13 Fariborz Jalali
14 Mohammad Khedmati
15 Isa Ebrahimi
16 Baqer Basiri
17 Fatollah Bakhtiari
18 Alireza Qarbali
19 Said Eskandari
20 Esrafil Mohammadi
21 Faramarz Fakhrai
22 Barat-Ali Rahimi
23 Hoseyn Moinifar
24 Azad Ardokhani
25 Ali Kavandi
26 Alireza Afshar
27 Javad Seyfi
28 Khaled Mohammadian
29 Mahmood Khanmohammadi
30 Hamid Bashirkhani
31 Qorban-Ali Heydari
32 Jabar Mollahashemi
33 Saidi Babakhanian
34 Morteza Shafeqati
35 Mehrdad Saebi
36 Asan Kandi
37 Sohrab Sanami
38 Kazem Khadam Rezaeian
39 Mohsen Kazemi
40 Faraman Salehi
41 Hamzeh Dolatabadi
42 Mehdi Haqshenas
43 Koorosh Chakeri
44 Hoseyn Sadeq Kasmai

Unterzeichnet:

Abolqasem Fuladvand
Khaled Hardani
Farhang Poormansoori
Rasool Hardani
Reza Akbari Monfared
Pirooz Mansoori
Shahram Poormansoori
Shahin Zoqitabar
Hasan Sadeqi
Said Masoori
Saleh Kohandel
Ali Moezzi
Alireza Golipoor
Masood Arabchoobdar
Amir Dorbani Qazian
Said Shirzad
Farid Azmoodeh
Behzad Tarahomi
Iraj Hatami
… und andere, deren Namen aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht worden sind.

Weitergeleitet an:
UN-Menschenrechtsrat und den UN-Sonderberichterstatter
Europaparlament
Europäische Union
Liberaldemokratische Partei Italiens
Fünf-Sterne-Bewegung
Progressive Partei Italiens
Sozialdemokratische Partei Italiens
Radicali Italiani (linksliberal)
Arbeiterpartei Italiens
Kommunistische Partei Italiens
Nuovo Centro Destra (mitte-rechts)
„Hands Off Cain“ (gegen Todesstrafe und Folter)

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Weiterführende Informationen

Nur vier Tage später, am 16. April 2016 traf Federica Mogherini, seit dem 1. November 2014 Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, in Teheran mit Mohammed Dschawad Sarif (Javad Zarif) zusammen, dem amtierenden Außenminister des Islamischen Gottesstaates Iran. Einst hatte Mogherini ihr Studium der Politikwissenschaft an der Universität La Sapienza in Rom mit einer Arbeit über das Verhältnis zwischen Religion und Politik im Islam abgeschlossen.

Erst am 16. Januar 2016 hatten die Vereinten Nationen, die Europäische Union und die USA fatalerweise alle Nuklearsanktionen gegen den Iran aufgehoben, nachdem die internationale Atomaufsichtsbehörde IAEO (engl. IAEA) versichert hatte, dass der Iran die relevanten Bedingungen des Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) erfüllt habe.

Joint statement by the High Representative/Vice-President of the European Union, Federica Mogherini and the Minister of Foreign Affairs of the Islamic Republic of Iran, Javad Zarif

Brussels, 16 April 2016

On 16 April 2016, the EU High Representative and Vice-President of the European Commission (HRVP) Federica Mogherini met Iranian Foreign Minister Mohammad Javad Zarif in Tehran. […]

• Developing cooperative relations in areas of mutual interest to benefit the economic development, human rights, prosperity and well-being of the people of Iran and the EU;

• Promoting regional peace, security and stability as well as peaceful settlement of regional conflicts through dialogue and engagement. […]

Human Rights

The two sides expressed their determination to enhance and promote human rights. In this context, they intend to engage in a human rights dialogue. To this end, they would welcome the exchange of visits of delegations. […]

(STATEMENT/16/1441)

http://europa.eu/rapid/press-release_STATEMENT-16-1441_en.htm

Brief an Uno-Sicherheitsrat: Iran soll gegen Atomabkommen verstoßen haben

In dem Schreiben heißt es, dass die getesteten Raketen „grundsätzlich Atomsprengköpfe transportieren könnten“. Dies verstoße gegen eine Resolution des Sicherheitsrates. Das Abkommen soll der islamischen Republik die Nutzung der Atomkraft für zivile Zwecke ermöglichen, den Weg zur Atombombe jedoch verbauen. […]

(DER SPIEGEL, 30.03.2016.)

http://www.spiegel.de/politik/ausland/brief-an-uno-iran-soll-gegen-atomabkommen-verstossen-haben-a-1084575.html

445. Folgenutzung JHQ Rheindahlen

19. April 2016

فساد سياسى

fasād siyāsī

Коррупция

Corruption

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

Mönchengladbach, den 19.04.2016

An den

Rat der Stadt Mönchengladbach

c/o Herrn Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners

Rathausplatz 1

41061 Mönchengladbach

Anregungen und Beschwerden („Bürgerantrag“) gem. § 24 Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen (GO NRW)

Folgenutzung JHQ Rheindahlen

• Antrag auf Kündigung des im Mai 2014 als Ergebnis einer Gesprächsrunde mit der Stadt Mönchengladbach, der BImA, dem FB 60/61/64 der Stadtverwaltung Mönchengladbach sowie der WFMG und den Projektentwicklern des „Seasons“ unterzeichneten MoU (Memorandum of Understanding), das die grundsätzliche Zusammenarbeit der Parteien zum Inhalt hatte

• Antrag auf Kündigung der Vereinbarung vom 2. November 2015 (Vorvertrag) zwischen der Stadt Mönchengladbach einerseits und der DAWANT Company Ltd., Hongkong (d. i. Hans Brudermann, Dr.-Anton-Bruckner-Straße 20, 4840 Vöcklabruck, Österreich), sowie der THE SEASONS GLOBAL FZCO Dubai (d. i. Siegfried Markus Brudermann, Almweg 31, Kirchberg in Tirol, Österreich; Homepage-Admin: Nedal El Hossary, Bruchköbler Landstraße 51, 63452 Hanau, Deutschland), andererseits

• Rückkehr zu den Vereinbarungen, die seinerzeit im Rahmen des Werkstattverfahrens 2011 / 2012 Wohnnutzung und Gewerbe ausschlossen und naturorientierte Nutzungen in den Vordergrund stellten

• Aufbau und zeitnahe Inbetriebnahme der für das Gelände JHQ Rheindahlen geplanten Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) für 2000 Menschen zuzüglich der weiteren Notaufnahmeeinrichtung mit 500 Plätzen am selben Ort

Antrag

Gabi Schmidt und Edward von Roy beantragen hiermit, der Rat der Stadt Mönchengladbach möge wie folgt beschließen:

Erstens

Der Rat der Stadt Mönchengladbach beauftragt den Oberbürgermeister, das im Mai 2014 als Ergebnis einer Gesprächsrunde mit der Stadt Mönchengladbach, der BImA, dem FB 60/61/64 der Stadtverwaltung Mönchengladbach sowie der WFMG und den Projektentwicklern unterzeichneten MoU (Memorandum of Understanding), das die grundsätzliche Zusammenarbeit der Parteien zum Inhalt hatte, zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu kündigen.

Zweitens

Der Rat der Stadt Mönchengladbach beauftragt den Oberbürgermeister, die am 02.11.2015 beratene und von ihm für die Stadt Mönchengladbach (Stadt) unterschriebene Vereinbarung (Vorvertrag) zwischen der Stadt und der DAWANT Company Ltd. (DAWANT), Hongkong, vertreten durch Hans Brudermann (Chairman) und Siegfried Markus Brudermann (Partner Tourism-Projects), sowie der THE SEASONS GLOBAL FZCO (SEASONS), Dubai, vertreten durch seinen Vorsitzenden Nedal El Hossary, mit sofortiger Wirkung zu kündigen bzw. zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu beenden, die Kooperation mit den genannten Gesellschaften einzustellen und keine Fortsetzung des Projekts „Seasons“ zu planen.

Drittens

Der Rat der Stadt Mönchengladbach möge die Rückkehr zu den Vereinbarungen beschließen, die seinerzeit im Rahmen des Werkstattverfahrens 2011 / 2012 Wohnnutzung und Gewerbe ausschlossen und naturorientierte Nutzungen in den Vordergrund stellten. Die „monumentale Fiktion“ eines Erlebnis-, Kongress- und Hotelzentrums ist zu verhindern, weil sie den Ergebnissen der Werkstattgespräche zuwiderläuft und mit den als Projekt „Seasons“ geplanten über 500 Wohneinheiten und bis zu 120 Büroeinheiten de facto einen neuen Stadtteil errichten wird; neben MG-Rheydt und Mönchengladbach-City wäre das ehemalige JHQ Rheindahlen dann ein drittes Stadtzentrum.

Viertens

Der Rat der Stadt Mönchengladbach möge sich für Aufbau und zeitnahe Inbetriebnahme der für das Gelände JHQ Rheindahlen geplanten Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) für 2000 Menschen zuzüglich der weiteren Notaufnahmeeinrichtung mit 500 Plätzen am selben Ort aktiv einsetzen und alle hierfür notwendigen Schritte veranlassen.

Begründung und Quellen

Zu Erstens

Laut Ralf Jüngermann und Jan Schnettler (RP vom 21. Oktober 2015) habe Oberbürgermeister Reiners im Oktober 2015 geplant, zum 02.11.2015 ein Dokument mit dem Namen “Memorandum of Understanding“ (MoU) in den Rat einbringen und abstimmen zu lassen, das für beide Verhandlungspartner größere Verbindlichkeit schaffen sollte, einem Letter of Intent (LoI) vergleichbar.

Freizeitpark nimmt Fahrt auf

Oberbürgermeister Reiners: “Der Fortgang des Projekts erfordert eine weitere Vereinbarung zwischen Investor und Stadt. Wegen der Dimensionen ist es mir wichtig, dass ich diese Verabredung dem Rat zur Entscheidung vorlege”, […]. Das Dokument mit dem Titel “Memorandum of understanding” soll für beide Partner größere Verbindlichkeit schaffen.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/jhq-moenchengladbach-freizeitpark-projekt-nimmt-fahrt-auf-aid-1.5484596

Hoffentlich ist den Mönchengladbacher Stadträten bewusst,

• dass es verschiedene Formen des LoI mit rechtlich unterschiedlichem Verbindlichkeitscharakter gibt

• dass es rechtlich irrelevant ist, wie eine solche verschriftlichte Vereinbarung benannt wird (Vereinbarung, Grundsatzvereinbarung, Vorvertrag o. dgl.)

• dass der aus dem Österreichischen stammende Begriff Punktation dort anders interpretiert wird als in Deutschland (Brudermann lebt in Österreich und hat wahrscheinlich österreichische Staatsbürgerschaft)

• dass das Dokument vor allem bei der vernachlässigten Informations- und Kontrollpflicht der Presse (Rheinische Post – Ralf Jüngermann) und den unüberschaubaren Auswirkungen für Bürger, Steuerzahler und Gemeinwohl keine Geheimabsprachen bzw. der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Zusatzprotokolle enthalten sollte – wo ist der Vorvertrag: im Original und mit Signaturen?

• und dass selbst der weiche LoI den Bestimmungen des § 311 Abs. 2 Nr. 3 BGB unterliegt

Zu Zweitens

Eine werbende Hochglanzbroschüre, auch wenn sie beeindruckende 120 Seiten umfasst – wo ist diese Broschüre? –, ist keine ernstzunehmende Machbarkeitsstudie, wenn sie keine nachprüfbaren Fakten enthält.

Dem Wirtschaftsförderer Ulrich Schückhaus will gelungen sein, Bedenken, das Projekt sei allzu wolkenkuckuckshaft, mit einigen „Fakten“ (RP) zu zerstreuen. Er habe auf eine „120-seitige Machbarkeitsstudie eines renommierten österreichischen Wirtschaftsprüfers“ verwiesen, welche die Wirtschaftlichkeit der beiden Standorte Tilburg und Mönchengladbach vergleiche. Wer ist dieser „renommierte österreichische Wirtschaftsprüfer“, geht es etwa um MFK | Mit Freude Kreativ = Michael F. Kövesi, Teinfaltstrasse 9, A-1010, Wien?

(Freizeitpark im JHQ: Breite Mehrheit im Rat. Von Ralf Jüngermann, in: Rheinische Post (RP), 3. November 2015.)

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/jhq-moenchengladbach-breite-mehrheit-im-rat-aid-1.5530571

Zu Michael F. Kövesi, MFK | Mit Freude Kreativ

Michael F. Kövesi

2014

Investment Fund, Dubai

Theme Park Development SEASONS ™

• Project development at two locations (Germany and Netherlands)

• Preparation of a complex Investment Memorandum

• Detailed Market Analysis

• Detailed financial projections

• Financial engineering with partners

http://www.mfkcompany.com/EN/Michael%20F.%20K%F6vesi/Markt/Projects2014.aspx

MFK Beteiligungen GmbH | Strategic Advisory Services

http://www.mfkcompany.com/EN/MFK%20%20Company/Contact/Contact.aspx

With Joy Creative | Mit Freude Kreativ

MFK & Company • Michael F. Kövesi

http://www.mfkcompany.com/EN/MFK%20%20Company/MFK++Company.aspx

Investment & Information

Memorandum THE SEASONS ™

@ Mönchengladbach

@ Tilburg

Document issued by – MFK Beteiligungen GmbH [ = Michael F. Kövesi ]

Version of December, 2014

Client: Seasons Global FZCO, Dubai (SPV)

Co Client: Snow Emotion International Ltd. & Co. KG, Austria

Dawant Company Limited, Hong Kong

Financial key numbers / Investment Memorandum

(Aus dem SEASONS-Folder: An idea you‘ve never seen before.)

http://www.theseasons.eu/folder.pdf

1996 [ ! ] […]Kroatien […] Bildtext: Unternehmensberater Michael F. Kövesi: „Rund 500 Hotels sind für Investoren interessant“

http://wirtschaftsblatt.at/archiv/international/989374/print.do

2007 [ ! ] Der H1 Hotelfund wurde durch Deloitte Corporate Finance Wien unter der Führung von Michael Kövesi initiiert und ist als Fondsmanager für die Marktuntersuchung, Finanzierung als auch für die Projektidentifikation und -selektion in CEE und vor allem in Russland verantwortlich.

Michael Kövesi betont die Wichtigkeit des Abkommens: „Russland bietet unter allen osteuropäischen Ländern im Bereich der Hotelimmobilien das größte Potenzial. Am russischen Markt besteht ein Bedarf für die Errichtung von mindestens 500 Hotels. Durch das heutige Abkommen wurden uns 10 % dieses Auftragsvolumens zugesichert. Angesicht des hohen russischen Wirtschaftswachstums bei gleichzeitig zum Teil noch fehlenden Strukturen, sehen wir den Auftrag als große Herausforderung und als spannende Chance wie sie nicht oft kommt.“

http://www.aktien-online.at/forum/dcforum/DCForumID1/4127.html

H1 Hotelentwicklungs GmbH

Michael Koevesi

http://archiv.about-drinks.com/en/news/00004510.html

Im Mai 2014 wurde als Ergebnis einer Gesprächsrunde mit der Stadt Mönchengladbach, BImA, FB 60/61/64 der Stadtverwaltung Mönchengladbach sowie der WFMG und den Projektentwicklern ein MoU („Memorandum of Understanding“ = Absichtserklärung zwischen mehreren Verhandlungspartnern) vorbereitet und unterzeichnet, das die grundsätzliche Zusammenarbeit der Parteien zum Inhalt hatte.

http://www.bz-mg.de/wp-content/uploads/15-11-02-vereinbarung-seasons-00.pdf

In einem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat (Souverän ist der Bürger) setzt sich der Oberbürgermeister, der sich schließlich dem Wohle der Stadt und seiner Bürger sowie dem Grundgesetz verpflichtet hat, mit Vertretern, die weder Geschäftserfolg noch Investoren nachweisen können, nicht an den Verhandlungstisch, um gemeinsam Projekte in Milliardenhöhe zu planen.

Tagesordnungspunkt „Abschluss einer Vereinbarung zwischen der Stadt Mönchengladbach und der Dawant Company LTD sowie The Seasons Global FZCO zum geplanten Projekt Seasons im ehemaligen JHQ“

(Ratssitzung am kommenden Montag (2. November) mit Diskussions- und Streitpotenzial: Unvollständige Beschlussunterlagen zur Erstaufnahmeeinrichtung im JHQ und fehlende Beratungsunterlagen zu zusätzlichem Tagesordnungspunkt „Vereinbarung zum Projekt Seasons“. Von Bernhard Wilms, BZMG am 29.10.2015.)

http://www.bz-mg.de/stadtbezirk-nord/hardt-hehn/ratssitzung-am-kommenden-montag-2-november-mit-diskussions-und-streitpotenzial-unvollstandige-beschlussunterlagen-zur-erstaufnahmeeinrichtung-im-jhq-und-fehlende-beratungsunterlagen-zu-zusatzlich.html

Ein riesiger Freizeitpark mit mehreren Hotels, einer Shopping-Galerie, Villen zum Wohnen, Büros und viel Grün drum herum – zum ersten Mal hat die Stadt gestern verbindlich bekundet, genau das im JHQ zu wollen. Am Abend [des 2. November 2015] stimmten CDU, SPD, FDP, FWG und Pipa-Gruppe für einen Vorvertrag mit den Projektentwicklern von Seasons. Allein Grüne und Linke sind gegen das Projekt, das mit Abstand das größte aller Zeiten auf Gladbacher Boden wäre. Die Projektentwickler verpflichten sich damit, vier Monate lang ausschließlich in Gladbach weiter zu planen und nicht zu versuchen, den Themenpark im niederländischen Tilburg zu realisieren. Die Stadt ihrerseits wird nun vier Monate lang keine anderen Nutzungen – außer der schon ausverhandelten Erstaufnahmeinrichtung für Asylbewerber – in Erwägung ziehen. […]

Bis zum 1. März sollen die Verhandlungen für den Grundstückskauf zwischen Bima, Stadt und Seasons-Betreibern abgeschlossen sein. […]

(Freizeitpark im JHQ: Breite Mehrheit im Rat. Von Ralf Jüngermann, in: Rheinische Post (RP), 3. November 2015.)

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/jhq-moenchengladbach-breite-mehrheit-im-rat-aid-1.5530571

Während in der Rheinischen Post Jan Schnettler (Mega-Freizeitpark im JHQ: Nun ist der Bund am Zug) am 7. Oktober 2015 um 0:00 Uhr von einem Nidal Alhossary schreiben durfte, Schnettler steuerte ein auf der EXPO REAL eigens erstelltes Foto der beiden „Vertreter der arabischen Investoren“ (Bildbeschreibung) bei, verwendete die Stadt Mönchengladbach am selben Tag den Namen Nidal al Hossary. Korrekt ist keiner der beiden Namen, auch nicht das am 2. November 2015 (Projekt Seasons Beschlussentwurf) niedergeschriebene Nedal Al Hossary. Auch die am Folgetag durch die RP publizierte Schreibweise Nidal al Hossary („Nidal al Hossary von der Seasons Global Investorengruppe“) ist falsch. Sie entstammt der städtischen Pressemitteilung des Vortages:

2015-10-07 11:18:08

Investoren bekräftigen Interesse an Erlebnispark „Seasons“ im JHQ

Besuch aus Dubai auf dem Niederrhein-Stand der Expo Real

Arabische Investoren planen auf dem Gelände des ehemaligen JHQ einen riesigen Erlebnispark und wollen dafür etwa 1,4 Milliarden Euro investieren. Das bekräftigten jetzt Vertreter der Projektinvestoren aus Dubai, die Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Dr. Ulrich Schückhaus, Chef der städtischen WFMG und EWMG auf dem Niederrhein-Stand der Expo Real in München einen Besuch abstatteten. Nidal al Hossary von der Seasons Global Investorengruppe aus Dubai […] Der Rat sieht in dem Projekt eine enorme Chance für die Stadt und die gesamte Region. „Das, was wir als Stadt tun können, um das Projekt zu unterstützen und möglich zu machen, unternehmen wir mit Nachdruck“, so Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

Stadt Mönchengladbach – Pressestelle

http://www.presse-service.de/data.cfm/static/918716.html

Noch am siebten Oktober konnte „Nidal Alhossary“, „Nidal al Hossary“, „Nidal al Hossary“ aufgedeckt werden als Nedal El Hossary, Einzelkaufmann (BCS Network | Marketing in 1001 Nights) aus dem hessischen Hanau. Ein Investor ist er ebenso wenig wie Siegfried Markus Brudermann aus dem Almweg 31 in Kirchberg Tirol; beide sind auch nicht einmal in die Nähe eines Investors für ein 1,4-Milliarden-Projekt zu rücken.

Amtsgericht Hanau Aktenzeichen: HRA 92525

Bekannt gemacht am: 23.08.2007

Neueintragungen

22.08.2007

BCS Network e.K. Business Consulting and Services, Hanau (Bruchköbler Landstraße 51, 63452 Hanau, Betreuung und Hilfestellung von arabischen Patienten gegenüber Ärzten und Behörden sowie die Vermittlung zum An- und Verkauf von medizinischen Geräten ins Ausland.). Einzelkaufmann. Inhaber: El Hossary, Nedal, Hanau, *15.02.1971.

http://handelsregister-online.net/neueintragung.cfm?cn=3043001

Die Stadt Mönchengladbach führte Presse und Bevölkerung in die Irre, indem sie von einem „Besuch aus Dubai auf dem Niederrhein-Stand der Expo Real“ schreibt, wohingegen die beiden Herren lediglich aus Kirchberg (Tirol) und Hanau (Hessen) sich in ihrer geografischen Mitte trafen, um nach München zur EXPO REAL anzureisen.

Seit zweieinhalb Jahren gibt es keinen Investor, weshalb es nicht angemessen ist, dass die Stadt Mönchengladbach am 10. Oktober 2015 die beiden, der Öffentlichkeit erst wenige Tage eher durch ein Foto bekannt gewordenen Herren als „Vertreter der Projektinvestoren“ bezeichnet. „Vertreter der erst noch zu findenden Projektinvestoren“ oder „Vertreter der seit dem 21. Dezember 2013 gesuchten Projektinvestoren“ zu schreiben wäre angegangen. Seit dieser Zeit nämlich erzählt Ralf Jüngermann öffentlich von einem arabischen Kollektiv von Geldgebern („Investorengruppe“), damals bevorzugte er allerdings noch nicht Dubai, sondern Saudi-Arabien.

Saudis planen Riesen-Freizeitpark im JHQ

Mönchengladbach. Wintersport, Wildwasserkanal und Extrem-Klettern, dazu ein 200-Meter-Hotel-Turm – das saudi-arabische Königshaus will für einen Vier-Jahreszeiten-Themenpark auf 60 Hektar einen hohen dreistelligen Millionen-Betrag verbauen. Von Ralf Jüngermann

[…] Oberbürgermeister Norbert Bude sagt: „Das ist ein sehr interessantes Konzept, das wir sorgfältig prüfen werden.“ Dass der Bauherr das nötige Großgeld hat, steht außer Frage: Denn es ist eine Investorengruppe aus dem saudi-arabischen Königshaus. Sie hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, NRW Invest, beauftragt, nach einem 60 Hektar großen Gelände für den Freizeitpark „Four seasons“ zu fahnden. NRW Invest hat als einen möglichen Standort das JHQ vorgeschlagen.

Was dort nach den Plänen der Saudis entstehen soll, wäre größer als jedes andere Projekt, das jemals in Mönchengladbach gebaut wurde. Der Themenpark soll wie ein vierblättriges Kleeblatt aufgebaut sein. Jedes Blatt steht für eine der vier Jahreszeiten. In vier riesigen Hallen soll es Action, Fun und Extremsport auf einem Niveau geben, wie es das bislang in Europa nicht gibt. Die Politiker, die den Imagefilm des Projekts am Donnerstag in der Aufsichtsratssitzung der Entwicklungsgesellschaft sahen, waren tief beeindruckt. […]

Die ersten Reaktionen der Politiker sind fast schon euphorisch. […]

(RP am 21. Dezember 2013)

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/saudis-planen-riesen-freizeitpark-im-jhq-aid-1.3902940

Ralf Jüngermann kann wissen: Zu keinem Zeitpunkt hat es die am Gelände JHQ Rheindahlen interessierte „Investorengruppe aus dem saudi-arabischen Königshaus“ gegeben. Warum der Rat der Stadt beinahe in ekstatische Verzückung geriet („fast schon euphorisch“), bleibt daher wenig plausibel.

Die vorgeblichen Firmen THE SEASONS auch genannt SEASONS GLOBAL FZCO (identisch mit Snow Emotion International, einst jahrelang mit einem Briefkasten in 58-60 Kensington Church Street, London, W8 4DB, realistisch in besagtem Kirchberger Almweg; 2008 bis 2012 entworfen als weitere Firmenkulisse war Snow Emotion Invest) und DAWANT Company Ltd. (mit einem angemieteten Briefkasten in Hongkong, rascher erreichbar über Hans Brudermann in Vöcklabruck) bestanden möglicherweise nur auf dem Papier und haben offensichtlich, ob von London, Honkong oder Dubai aus, bislang kein Produkt verkauft – was wenig verwundert, denn sie haben am Markt noch nie ein Produkt angeboten. Geschäftserfolg nicht nachweisbar, Referenzen keine.

SEASONS „bewohnt“ ein neues Postfach in Dubai. THE SEASONS GLOBAL FZCO mit Sitz in Dubai; Company No.: 5139/2014; Adresse Alliance Business Centers Network, P.O.Box 183125, Business Village, Dubai, U.A.E., vertreten durch seinen Vorsitzenden Herrn Nedal El Hossary. Also ein neuer Briefkasten, im Folder war es für dieselbe Firma noch: P.O.Box 341041, Dubai Silicon Oasis, Dubai U.A.E., ebenfalls Firmenlizenznummer 5139/2014.

Mit solchen „Firmen“ wie SEASONS / SNOW EMOTION bzw. DAWANT, seit vielen Jahren im Netz, allerdings nur in Form von Adressbuch-Karteikarten bzw. spärlichst ausgefüllten Datenblättern, ohne nachgewiesene Leistungen, ohne Produktpalette – hat die Stadt Mönchengladbach in Bezug auf die Nachnutzung des JHQ Rheindahlen keine Kooperationsverträge einzugehen.

http://www.firstreport.co.uk/Company/05610941/SNOW-EMOTION-INTERNATIONAL-LIMITED

http://ukcompanydb.com/company/05610941/snow-emotion-international-limited.html

https://beta.companieshouse.gov.uk/company/05610941/filing-history

http://www.firmenabc.at/snow-emotion-international-ltd-co-kg_HIoV

DAWANT

http://www.dawantcompany.com/

http://www.hongkongcompanylist.com/dawant-company-limited-ccetbi/

https://www.hkgbusiness.com/en/company/Dawant-Company-Limited

Trademark: ‚Steinsailer Götterquell Basic Pure Mineralwater‘

SNOW EMOTION INTERNATIONAL Ltd. & Co KEG

https://tmdb.eu/trademark/007241458/eu/en/steinsailer-g%C3%B6tterquell-basic-pure-mineralwater

MR HANS BRUDERMANN

MR Hans Brudermann worked at STEINSAILER MINERALWASSERVERWERTUNGS LTD. as Director and at SNOW EMOTION INTERNATIONAL LIMITED as Director.

http://www.cbetta.com/director/hans-brudermann

Anders als zum Österreicher Hans Brudermann, der in Gmunden und Vöcklabruck 17 Jahre lang Franchisenehmer für die Fastfood-Kette McDonald’s gewesen war, bevor er für die Pizza-Systemgastronomie Vapiano den Standort Linz übernahm, ist über seinen Landsmann Siegfried Markus Brudermann in Bezug auf Ausbildung oder Geschäftsaktivitäten nichts bekannt.

[Hans Brudermann] […] war 17 Jahre für die Fastfood-Kette McDonald’s tätig und hat 2010 seine beiden Standorte in Gmunden und Vöcklabruck verkauft.

http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/linz/Pasta-Kette-Vapiano-greift-nach-Top-Standort-auf-Hauptplatz;art66,1285070

Hans Brudermann […] hat […] im ehemaligen Woolworth-Kaufhaus in der Linzer Schmidtorstraße das erste Vapiano in Oberösterreich eröffnet.

http://kurier.at/chronik/oberoesterreich/italienisch-fuer-anfaenger/93.273.884

Nedal El Hossary

Nedal El Hossary aus dem hessischen Hanau (und nicht aus Dubai) ist der Homepage-Admin von SEASONS-GLOBAL.com | snow emotion international Ltd. & Co KG (Almweg 31, 6365 Kirchberg in Tirol – dort wohnt Siegfried Markus Brudermann). Beide, der österreichische Nichtinvestor Siegfried Markus Brudermann, und nur dieser ist verantwortlich für SEASONS GLOBAL | snow emotion international, sind auf dem Foto zu sehen, das anlässlich der letztjährigen EXPO REAL entstand.

den 1,5-Milliarden-Euro-Mega-Freizeitpark in Disney-World-Dimensionen […] die Menschen, die die arabischen Investoren vertreten, wollen ihn. In Gladbach. Am Montagabend beim Mönchengladbacher Empfang im Vorhoelzer Forum der TU München präsentierten sich Nidal Alhossary und Siegfried Markus Brudermann erstmals der Öffentlichkeit, gestern besuchten sie den Niederrhein-Messestand auf der EXPO.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/jhq-in-moenchengladbach-verhandlunen-ueber-freizeitpark-aid-1.5451255

Arabische Investoren planen auf dem Gelände des ehemaligen JHQ einen riesigen Erlebnispark und wollen dafür etwa 1,4 Milliarden Euro investieren. Das bekräftigten jetzt Vertreter der Projektinvestoren aus Dubai, die Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Dr. Ulrich Schückhaus, Chef der städtischen WFMG und EWMG auf dem Niederrhein-Stand der EXPO REAL in München einen Besuch abstatteten. […] Siegfried Markus Brudermann, Chef der Entwicklungsgesellschaft DAWANT Company mit Sitz in Hongkong und Kirchberg in Tirol. […] Nidal al Hossary von der SEASONS GLOBAL Investorengruppe aus Dubai

http://www.moenchengladbach.de/index.php?id=95&tx_ttnews%5Btt_news%5D=11242&tx_ttnews%5Byear%5D=2015&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&cHash=6ed36c28e71f8d493782e025710c9f94

Investoren bekräftigen Interesse an Erlebnispark „Seasons“ im JHQ

Besuch aus Dubai auf dem Niederrhein-Stand der Expo Real

Arabische Investoren planen auf dem Gelände des ehemaligen JHQ einen riesigen Erlebnispark und wollen dafür etwa 1,4 Milliarden Euro investieren. Das bekräftigten jetzt Vertreter der Projektinvestoren aus Dubai, die Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Dr. Ulrich Schückhaus, Chef der städtischen WFMG und EWMG auf dem Niederrhein-Stand der EXPO REAL in München einen Besuch abstatteten. […]

[…] Siegfried Markus Brudermann, Chef der Entwicklungsgesellschaft Dawant Company mit Sitz in Hong Kong und Kirchberg in Tirol. Wie Nidal al Hossary von der Seasons Global Investorengruppe aus Dubai ergänzt, benötigt das Projekt eine Planungsphase von mindestens zwei Jahren und eine Bauzeit von fünf Jahren. […]

Der Rat befasste sich in seiner letzten Sitzung mit dem Projekt, das von den Investoren die Bezeichnung „Seasons“ trägt. Er hatte mit breiter Mehrheit die Verwaltung beauftragt, zusammen mit den beiden Gesellschaften EWMG und WFMG grundsätzliche Prüfungen und Abstimmungen auch auf Landes- und Regionalebene durchzuführen […]

http://www.wfmg.de/news-lesen/investoren-bekraeftigen-interesse-an-erlebnispark-seasons-im-jhq.html

Was die Stadtverwaltung Mönchengladbach am 07.10.2015 publizierte und bis heute bei WFMG (Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH) eingestellt hat, ist faktenfern: Noch nie hat DAWANT ein touristisches Projekt oder überhaupt ein Businessprojekt auf den Weg gebracht, ist mithin keine Entwicklungsgesellschaft; bei DAWANT ist Siegfried Markus Brudermann als Partner Tourism-Projects geführt, nicht als Geschäftsführer (Chef), das ist Hans Brudermann (Chairman).

Partner Tourism-Projekts

http://www.dawantcompany.com/

Im November 2015 wird nicht lediglich von einem Freizeitpark, sondern von einem „Indoor-, Erlebnis- und Hotelzentrum“ mit „Vier- und Fünf-Sterne-Hotels“ gesprochen (RP 21.11.2015). Am 12.11.2015 beklagten die GRÜNEN die Hinwendung zu einem Konzept der „Wohnungen und Bürogebäude auf dem JHQ-Gelände […] in einem neuen Stadtteil“.

Favorit des Rates der Stadt Mönchengladbach als möglicher Käufer eines rund 60 Hektar großen Bereichs des Hauptareals in Rheindahlen ist das austro-arabische Investoren-Konsortium, das das moderne und luxuriöse Indoor-, Erlebnis- und Hotelzentrum „The Seasons“ erbauen möchte. In vier Kuppelhallen sollen die vier Jahreszeiten dargestellt und erlebbar werden sowie eine Hochbahn, Vier- und Fünf-Sterne-Hotels, Fun-Park und mehr entstehen. Es handelt sich um ein Investitionsvolumen von etwa 1,4 Milliarden Euro. […] Ebenfalls auf dem Hauptareal ist auf einer Fläche von zehn Hektar eine Erstaufnahmeeinrichtung für voraussichtlich 2000 Flüchtlinge geplant, die im Sommer 2016 einziehen könnten.

(Was wird aus de JHQ? Von: Nicole Peters. RP am 21. November 2015.)

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/wegberg/was-wird-aus-dem-jhq-aid-1.5575830

Bereits zu Gesprächen in Gladbach waren die Vertreter einer Investorengruppe aus dem saudi-arabischen Königshaus. Sie wollen unter dem Motto „[…]Seasons“ ein luxuriöses Indoor-, Erlebnis- und Hotelzentrum bauen.

(WZ, 12.02.2014)

http://www.wz.de/lokales/moenchengladbach/jhq-nutzung-es-gibt-wohl-einen-mix-1.1553762

Mönchengladbach. 2000 Plätze, weitere 500 Betten für Notfälle: Am 1. August nimmt das Ankunftszentrum für Flüchtlinge im JHQ den Betrieb auf.

(Flüchtlinge: JHQ wird Vorzeigeunterkunft. Von Angela Rietdorf, RP vom 18.04.2016.)

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/fluechtlinge-jhq-wird-vorzeigeunterkunft-aid-1.5914152

Zu Drittens

„Monumentale Fiktion“: Was aus dem Werkstattgespräch 2011 / 2012 zu werden droht

• 4-Sterne-Hotel für Geschäftskunden mit 250 Zimmern

• 4-Sterne-Hotel für Familien mit 300 Zimmern

• 5-Sterne-Luxushotel mit 250 Zimmern

• 250 Standard-Appartements (je 80 qm)

• 150 Exklusiv-Appartements (je 150 qm)

• 100 VIP-Appartements (je 250 qm)

• 5 TOP-VIP-Appartements (je 350 qm)

• Penthouses

• 100 bis 120 Büroeinheiten (80 bis 110 qm)

• Gastronomie, Shopping Mall, Theater, Kino, Fun-Park, TV-Station

[…] Darüber hinaus bestehe die Chance, mit der Realisierung des Projektes Mönchengladbach bundesweit nachhaltig als Konferenz- und Kongressstandort zu etablieren und eine harmonische Gesamtentwicklung des JHQ-Areals sicherzustellen, so CDU und SPD. […]

Dass über 500 Wohneinheiten vorgesehen sind weist in eine Richtung, die nicht den Ergebnissen der Werkstattgespräche [entspricht], die die NRW Urban GmbH & Co. KG im Auftrag des NRW-Bauministeriums durchgeführt hatte.

„Wohnen in allen erdenklichen Facetten wird (als Folgenutzung) kategorisch ausgeschlossen“, heißt es an diversen Stellen im Bericht vom 31.01.2012. Darin wird betont, dass die diesbezüglichen Entwicklungsschwerpunkte in den Stadtzentren von Mönchengladbach und Rheydt liegen [und nicht in einem dritten Stadtzentrum].

(Von Bernhard Wilms. BZMG, 17.09.2015.)

http://www.bz-mg.de/politik-verwaltung-parteien/cdu/seasons-im-jhq-einmalige-und-enorme-chancen-%E2%80%A2-verwaltung-soll-bis-dezember-prufen-%E2%80%A2-vom-rock-zum-kongress-standort-mit-video.html

Die IHK prognostiziert für die Mönchengladbacher Wirtschaft 2016 positive und negative Entwicklungen und mahnt: ohne Sparanstrengung kein Haushaltausgleich 2021 (BZMG vom 28.12.2015). Viele Tausend Quadratmeter Bürofläche stehen in Mönchengladbach und Rheydt trotz bester Innenstadtlage leer. Die Leerstandquote hat sich laut bulwiengesa seit Jahren (2010 bis 2014) konstant auf 5,7 Prozent eingepegelt und die Hauptnutzer vieler Bürogebäude sind Dienststellen der Stadt. Gleichwohl soll Mönchengladbach „Büro-City“ werden.

Gladbach wird „Büro-City“. Von Jan Schnettler. WZ, 8. Februar 2015.

http://www.wz.de/lokales/moenchengladbach/gladbach-wird-buero-city-1.1857505

Aufgrund des hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses hat sich Deutschland zu einem weltweit hoch anerkannten und international gern gebuchten Tagungsstandort entwickelt. Der Bedarf an solchen Zentren ist jedoch gesättigt. Düsseldorf beispielsweise hat sich in mehr als einem halben Jahrhundert einen guten Ruf als Messestadt erarbeitet und bietet eine Vielzahl von Veranstaltungsräumen für Industriemessen und sonstige Großevents an. Das CCD Congress Center Düsseldorf, das HORISUM, das Castello Düsseldorf, das Messegelände (Halle 6 / Halle 8a / Halle 8b) sowie der ISS Dome, um nur einige wichtige zu nennen, die selbst für kleinere Tagungen und Meetings gebucht werden können, sind technisch bestens ausgestattet und erfüllen mit ihren Serviceleistungen selbst anspruchsvolle Kundenwünsche, wie sich durch Referenzen und einen Blick auf die Webseite beweisen lässt.

Hotels für Schulungen, Workshops und Konferenzen mittlerer Kapazität findet man beispielsweise auch in den Nachbarstädten Krefeld und Neuss. Eine hochverschuldete Großstadt wie Mönchengladbach, die sich auf dem Markt erst einmal gegen viele aussichtsreiche Mitbewerber aus der Region durchsetzen und als Messe- und Tagungsstandort etablieren müsste, kann sich an dem Bau eines Erlebnis- und Hotelzentrums der unten beschriebenen Dimensionen nur verheben. Um eine solche „monumentale Fiktion“ zu verwirklichen und zu erhalten, fehlen Mönchengladbach die Voraussetzungen, um finanzkräftige Gäste zu interessieren und dauerhaft zu binden.

Anders als im 2012 beendeten Werkstattverfahren (Bürgerbeteiligung) verbindlich beschlossen, sehen 2015 die Planungen der Stadt de facto die Errichtung eines neuen Stadtteils vor, der sehr wohl von Wohnen sowie von Gewerbe (Hotels und Appartements, Büros, Gastronomie, Shopping Mall, Theater, Kino, Fun-Park, TV-Station) geprägt sein soll. Was will Mönchengladbach („Shopping Mall“) mit einem zweiten Minto? Selbst wenn das Center an der Hindenburgstraße weiterhin über dem erwarteten Plansoll an Besuchern liegen sollte und das im Oktober 2015 „mit Blick aufs Weihnachtsgeschäft“ zusätzlich eingestellte Personal nicht längst wieder entlassen wurde, wäre eine zweite Shopping-Mall absolut kontraproduktiv für die künftige wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.

Zum Minto

Einige Shops haben bereits zusätzliches Personal eingestellt – auch mit Blick aufs Weihnachtsgeschäft. […] Das Center liegt mit weit über vier Millionen Besuchern um mehr als 20 Prozent über Plan.

(Von Ralf Jüngermann. Minto hat viel mehr Kunden als erwartet, RP vom 5. Oktober 2015.)

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/minto-hat-viel-mehr-kunden-als-erwartet-aid-1.5445236

Zum JHQ

Welche Festlegungen gibt es bereits für das JHQ?

Um sich Klarheit über weitere Nutzungsmöglichkeiten des großen JHQ-Areals zu verschaffen, gab das Land NRW 2012 bei der landeseigenen Gesellschaft für Stadt- und Quartiersentwicklung NRW.URBAN eine entsprechende Untersuchung in Auftrag. Die Empfehlungen wurden vom Rat der Stadt Mönchengladbach 2013 zustimmend zur Kenntnis genommen.

Als Kernpunkte der Werkstattergebnisse werden genannt:

• Schwerpunkt der künftigen zivilen Entwicklung soll die Rückführung des Geländes zu Natur und Landschaft sein.

• Eine mögliche Wertschöpfung soll vor allem über die Darstellung von 2 – 3 Inseln intensiverer Nutzung geschaffen werden.

• Wohnen scheidet als Folgenutzung ebenso aus wie eine normale Gewerbe- oder Industrienutzung.

• Als vorstellbare Nutzungen wurden identifiziert: Flächen für Freizeit, Freiraum und Kompensation, Flächen für die Gewinnung regenerativer Energien und/oder Landwirtschaft.

(Offener Brief vom 08.01.2016, BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kreisgruppe Mönchengladbach)

http://bund-mg.de/wp-content/uploads/2016/03/Seasons-offener-Brief-BUND-1.pdf

Dabei kommen weder Einzelhandel und Großgewerbe noch publikumsintensive Nutzungen und Wohnraum in Frage. […]Wohnen soll kein Thema für die zukünftige Nutzung des Geländes sein. Dies betrifft sowohl die Nachnutzung der rund 1.000 Wohngebäude in den JHQ für Privatkäufer, als auch so genanntes „Freizeit-/ Wochenendwohnen“, da aus anderen Regionen Tendenzen festgestellt werden, dass aus zeitweilig geduldeten Nutzungen Dauernutzungen werden. Dies betrifft Campingplätze, Parks für Mobilheime und Ferienhausparks. […] Zudem strebt die Stadt die Bewältigung des demographischen Wandels in den Zentren und nicht am Stadtrand an.

Beim Thema Einzelhandel gibt es ein klares „Nein“, ebenso bei Vergnügungsstätten. […] Eine klare Absage gibt es hingegen zur Ansiedlung von zentralen Bildungseinrichtungen. Auch diese sollen sich im Zentrum der Stadt konzentrieren. Die spätere Struktur des Geländes soll aus zwei bis drei Inseln mit intensiver Nutzung entlang der vorhandenen Haupterschließungsachsen bestehen.

Darüber hinaus soll „grün auch grün bleiben“ und die verbleibenden Flächen rückgebaut werden. […]

(Erwerb des 470 Hektar großen Areals des JHQ in Rheindahlen durch die Stadt eine mögliche Option. Von Harald Wendler am 24. Mai 2012)

http://www.mg-heute.de/6854/erwerb-des-470-hektar-grosen-areals-des-jhq-in-rheindahlen-durch-die-stadt-eine-mogliche-option/

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) meint dazu:

Natur und Wind – Konsens über Nachnutzungen auf dem Joint Headquarters

Das Areal „Joint Headquarters“ (JHQ) nahe des Mönchengladbacher Stadtteils „Rheindahlen“ steht nach dem Abzug der britischen Streitkräfte ab 2014 für eine Nachfolgenutzung zur Verfügung. Die in der Planung zur Nachnutzung involvierten Partner Bundeanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und die Stadt Mönchengladbach sind sich darüber einig, dass Teile der Fläche renaturiert, andere Teile aber nachgenutzt werden sollen. Diese Erkenntnis ist Ergebnis der im Jahr 2011 durchgeführten Perspektivwerkstätten. […]

Weder konventionelle Wohnnutzung, noch die Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben wurden von der Stadt Mönchengladbach als denkbare Folgenutzung für das peripher gelegene Gelände in Betracht gezogen. Damit sind zwei klassische Szenarien für die Nachnutzung bereits von vorneherein ausgeschlossen worden.

Als realistisch schätzten es die Experten im Rahmen der „Perspektivwerkstätten“ zur Zukunft des Areals allerdings ein, dass ein Teil zur Freiraumgestaltung, für Kompensationsmaßnahmen und für erneuerbare Energien etabliert wird. […]

Die Stadt Mönchengladbach und die BImA sind jedoch weiterhin offen und auf der Suche nach anderen sinnvollen Nachnutzungen für die Fläche des ehemaligen JHQ und hier ist auch sicherlich etwas Kreativität gefragt. Bisher angedacht ist die Renaturierung von einem großen Teil der Flächen des ehemaligen JHQ´s. Dies ist vor allen Dingen in den Bereichen sinnvoll, in denen das Areal an das JHQ an das Naturschutzgebiet „Knippertzbachtal“ sowie die Landschaftsschutzgebiete „Hardter Wald“ und „Am NATO-Hauptquartier“ angrenzt und somit Biotopverbünde geschaffen werden können.

Die Renaturierung eines wesentlichen Teils des JHQ`s und die wirtschaftliche Verwertung der Liegenschaft durch Errichtung von Windkraftanlagen kann aber auch mit neuen innovativen Ideen und Nutzungskonzepten ergänzt werden. […]

Ideen sind bisher reichlich vorhanden und jeden Tag kommen neue hinzu. Nun ist es an der Stadt Mönchengladbach und der BImA diese auf ihre Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Die Entwicklung des JHQ`s ist und bleibt spannend.

(Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA))

https://britenabzug.bundesimmobilien.de/627320/natur-und-wind—konsens-uber-nachnutzungen-auf-dem-joint-headquarters

Der seit 2014 amtierende Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners hat in einem Interview vom 24. November 2014 auf den entsprechenden Ratsbeschluss hingewiesen:

Wir haben einen Ratsbeschluss, der besagt, die Nachnutzung des JHQ-Geländes soll in Richtung einer großflächigen Wiederaufforstung mit Nutzungsinseln gewerblicher Art gehen.

(Hans Wilhelm Reiners Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach – „Wir alle sind Mönchengladbach“)

http://www.hans-wilhelm-reiners.de/inhalte/1/aktuelles/68556/-wir-alle-sind-moenchengladbach-/index.html

Im Jahr 2011 war eine Bürgerbeteiligung („Perspektivwerkstätten“) zur Zukunft des JHQ-Areals durchgeführt worden.

Seit 2013 besteht Kontakt wg. des evtl. Projektes „Seasons im JHQ“.

Schon am 06.05.2015 wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, zu der die Öffentlichkeit und weite Teile der Kommunalpolitiker keine Informationen erhalten hatten.

Im Juni 2015 wurde ein „Gesamtkonzept“ vorgestellt. Ebenfalls ohne Bürger- und Politiker-Information.

Im September 2015 wurde dann der Umfang der Planungen bekannt, die Nutzungen beinhaltet, die in keinster Weise mehr mit Vereinbarungen übereinstimmten, die seinerzeit im Rahmen des Werkstattverfahrens 2011/2012 Wohnnutzung und Gewerbe ausschlossen und naturorientierte Nutzungen in den Vordergrund stellten.

(Von Bernhard Wilms. BZMG, 01.11.2015.)

http://www.bz-mg.de/politik-verwaltung-parteien/mg-verwaltung/wollen-groko-und-teile-der-verwaltungsspitze-kommunalpolitiker-und-burger-an-der-nase-herum-fuhren-%E2%80%A2-ob-reiners-halt-informationen-bis-zur-letzten-minute-zuruck-%E2%80%A2-vereinbarung-mit.html

Nein zum Projekt „Seasons“: Weder Freizeitpark mit Kongress- und Hotelzentrum noch ein neuer Stadtteil

Kreisverband BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN:

Angedacht ist ein Projekt namens „[…] Seasons“, das als touristisch und architektonisch einzigartiges Bauwerk ein modernes und luxuriöses Indoor-Erlebnis- und Hotelzentrum beherbergen soll. Wie es heißt, wollen die Projekt-Investoren aus Dubai dafür etwa 1,4 Milliarden Euro in die Hand nehmen. […]

Den Ratsmitgliedern hatte EWMG-Geschäftsführer Dr. Ulrich Schückhaus weiter von den Überlegungen berichtet, Wohnungen und Bürogebäude auf dem JHQ-Gelände zu errichten. „Mit solchen Funktionen in einem neuen Stadtteil die Innenstadt schwächen, das war nie grüne Linie“, sagt Sasserath.

(„[…] Seasons“-Projekt birgt noch sehr viele Unwägbarkeiten in sich. Von Gerd Brenner und Karl Sasserath. GRÜNE MG, 12.11.2015.)

http://www.gruene-mg.de/themen/stadtentwicklung/four-seasons-projekt-birgt-noch-sehr-viele-unwaegbarkeiten-in-sich.html

BUND, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kreisgruppe Mönchengladbach:

Ein wesentlicher Punkt einer nachhaltigen Stadtentwicklung besteht heute darin, die bisher baulich genutzten sowie die noch ungenutzten Flächen im Innenbereich zu verdichten und den Außenbereich zu schonen. Dies hat aber offensichtlich nicht oberste Priorität bei der EWMG. Darauf deutet auch der von ihr forcierte Freizeit- und Erlebnispark „The Seasons“ im JHQ hin. Das gesamte Areal von ca. 380 ha mit seinem naturbelassenen Umfeld soll lt. Seasons-Prospekt zu einer vorstädtischen Lage entwickelt werden.

(Flächenverbrauch in Mönchengladbach besorgniserregend. Von Peter Dönicke am 21. März 2016.)

http://bund-mg.de/flaechenverbrauch-in-moenchengladbach-besorgniserregend/

Zu Viertens

Flüchtlinge

Eine positive Entwicklung der Wohnsituation und Lebenslage der geflüchteten Menschen:

Flüchtlinge: JHQ wird Vorzeigeunterkunft. Von Angela Rietdorf, RP vom 18.04.2016.

Mönchengladbach. 2000 Plätze, weitere 500 Betten für Notfälle: Am 1. August nimmt das Ankunftszentrum für Flüchtlinge im JHQ den Betrieb auf.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/fluechtlinge-jhq-wird-vorzeigeunterkunft-aid-1.5914152

Im JHQ sollen bis zu 2500 Flüchtlinge leben

Mönchengladbach. Das Land hat die Gesamtzahl auf 2000 aufgestockt. Dazu ist noch eine Notaufnahmeeinrichtung mit weiteren 500 Plätzen geplant. Von Dieter Weber, RP vom 30. Oktober 2015.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/im-jhq-sollen-bis-zu-2500-fluechtlinge-leben-aid-1.5521370

Gabi Schmidt

Edward von Roy

444. Säkulare freiheitliche Demokratie kontra multireligiöse Gesellschaft

31. März 2016

Multikulturelle oder multireligiöse Gesellschaften sind nicht per se friedlicher, sondern oft menschenrechtswidrig
Von Gabi Schmidt und Edward von Roy

Überall in Europa diskutieren die Menschen darüber, welche Rolle die Religion in Staat und Gesellschaft haben sollte. Gleichzeitig erkennen viele, dass das Leitbild der multikulturellen Gesellschaft hinterfragt werden muss.

Sicherlich kann der Glaube den Menschen, die vor Krieg, Terror, Verfolgung oder Naturkatastrophen flüchten mussten, mentale Stabilität geben und den Willen zum Überleben stärken. Doch gibt es auch Flüchtlinge, die sich als säkular, religionskritisch oder atheistisch verstehen. Als ob die multiethnische und religiös plurale Zusammensetzung der teils traumatisierten Migranten in den Unterkünften auf engem Raum und ohne Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten nicht schon genügend Zündstoff liefern würde, entlädt sich gegen Religionskritiker, insbesondere Islamkritiker, und Atheisten aufgestaute Wut. Pflichtschludrige, die beispielsweise nicht beten, Nichtgläubige oder gar Islamapostaten finden weder in Deutschlands Politik und Öffentlichkeit noch unter den Flüchtlingen selbst Gehör und Akzeptanz. Ein Bejahen eigener oder fremder Homosexualität, ob lesbisch oder schwul, muss in den Unterkünften ebenfalls geheim gehalten werden. Islamkritiker wagen es nicht, ihre Gesinnung zu offenbaren, weil sie Übergriffe fürchten.

Die Aufnahme gewährenden europäischen Staaten sind freiheitliche und säkulare Gemeinwesen, die dem Individuum Vorrang vor dem Kollektiv einräumen und in denen universelle Menschenrechte gelten. Hier kollidieren die Ansprüche einer jeden Lebensbereich regulierenden Religion wie beispielsweise dem Islam, die kein selbstbestimmtes Individuum kennt, mit jenen Freiheits- und Gleichheitsrechten, die Mann und Frau ebenso unterschiedslos behandeln wie Muslim und Nichtmuslim. In der allzu lange geleugneten deutschen Einwanderungsgesellschaft, in der Menschen aus so vielen Ethnien und mit unterschiedlichen kulturellen oder religiösen Hintergründen zusammenleben, sollten Staat und Religion streng voneinander getrennt sein.

So wie wir allen Frauen und Männern sowie Mädchen und Jungen ohne Zuwanderungsgeschichte ermöglichen, Schullaufbahn, Beruf, Hobby, Freundeskreis und Ehepartner frei zu wählen, sollten wir auch den Neubürgern das gleiche Recht zugestehen. Stattdessen werden Einwanderer aus islamisch geprägten Ländern durch Politik, Wohlfahrtsverbände und Presse pauschal der Gruppe der Muslime zugerechnet, denen man offensichtlich diese Grundrechte nicht zumuten möchte. Familialismus, Virginität, arrangierte Ehe, Kopftuch und religiöse Kleidung am Arbeitsplatz, das alles sind Aspekte kulturell vormoderner Gesellschaften, die gegen die universellen Menschenrechte verstoßen und gerade kein schützenswertes Kulturgut.

Es mag sein, dass sich einige Politiker, Journalisten und Mitbürger an den Begriff von der multikulturellen Gesellschaft gewöhnt haben. Doch ist er nur dann akzeptabel, wenn jeder, ohne Nachteile befürchten zu müssen, selbst entscheiden kann, ob er religiös oder religionsfrei leben möchte oder nicht, welche Bücher er liest oder nicht liest, welche frei zugänglichen Informationsquellen er nutzt. Solange das nicht der Fall ist und solange sogar die Meinungs-, Presse- und künstlerische Freiheit (Karikaturen etwa auf Jyllands-Posten, Charlie Hebdo, Musikkonzerte, Bataclan, Satire), der Indikator einer wirklich liberalen Gesellschaft, auf dem Altar des Multikulturalismus geopfert wird, bleibt der Begriff inakzeptabel. Neuerdings wird das Etikett gewechselt, statt der multikulturellen propagiert Heiko Maas die multireligiöse Gesellschaft.

Ein Bundesjustizminister sollte sich davor hüten, vor einem „Fanatismus der Aufklärung“ zu warnen.

Anstatt unsere Städte und Straßenzüge in Religionsvölker aufzuspalten oder religiöse Sonderrechte zu etablieren, sollten wir uns auf die Prinzipien der Renaissance, der Französischen Revolution und der allgemeinen Menschenrechte besinnen: ein Gesetz für alle, jeder Mensch ist unabhängig von der Herkunft oder Religion seiner Eltern Träger der unantastbaren Menschenwürde und aller Grundrechte. Nur das kann die Basis für ein harmonisches Zusammenleben sein, alle anderen Grundformen von Identität bleiben Ursache für Geschlechterdiskriminierung, Apartheid und Streit.

Gabi Schmidt und Edward von Roy

443. Großscheich al-Tayyeb und die Friedensbotschaft des Islam

14. März 2016

‏ أحمد الطيب‎‎

Aḥmad aṭ-Ṭayyib

Ahmad al-Tayyeb

Protest gegen den Auftritt von Großscheich al-Tayyeb vor dem Deutschen Bundestag und der Universität Münster

Die Azhar zu Kairo ist eine mehr als tausend Jahre alte islamische Lehrstätte von höchster Bedeutung für alle Sunniten, ein wenig dem Vatikan und dessen Rolle für Katholiken vergleichbar, und wird von einem islamischen Gelehrten, dem Scheich al-Azhar oder Großimam der Azhar geleitet. Ihren Lehrbetrieb nahm die Institution im Jahre 988 d. Z. auf. Der Scheich von Azhar gilt vielen sunnitischen Muslimen als höchste islamische Autorität, derzeitiger Amtsinhaber ist Prof. Dr. Ahmad Mohammad al-Tayyeb. Seit vier Jahren kooperiert die Azhar mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wo Prof. Dr. Mouhanad Khorchide Leiter des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT), Professor für Islamische Religionspädagogik und Stellvertretender Direktor des Centrums für religionsbezogene Studien ist. Am ZIT werden ebenso Imame ausgebildet wie Lehrer für den bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU).

Oberbürgermeister Markus Lewe und die Rektorin der Universität Münster Prof. Dr. Ursula Nelles haben den Islamgelehrten nach Deutschland eingeladen, um am 17. März 2016 auf einer Konferenz der Weltreligionen („Friede sei mit Euch“) in der Aula des Schlosses zu sprechen (World Religions Conference: „Peace be upon you – Assalamu Alaikum“). Einen Tag eher darf der Großscheich der Azhar im Großen Protokollsaal des Berliner Reichstagsgebäudes vor Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Vertretern der Religionsgemeinschaften und Wissenschaftlern sprechen, Thema seines Vortrags: „Friedenspotenzial des Islams“.

Betrachten wir also den Islam und suchen das Friedenspotenzial. Nach dem Koran erbt die Schwester nur halb so viel wie der Bruder, die Aussage einer Frau vor Gericht gilt nur halb so viel wie die Meinung eines Mannes; die nichtmuslimischen Gemeinschaften haben sich der Macht der muslimischen Gemeinde (Umma) zu unterwerfen. Auch im alle Lebensbereiche umfassenden (totalitären) Islamischen Recht (Scharia; Fiqh) ist die Frau weniger wert als der Mann und sind alle Nichtmuslime herabzuwürdigen. Wer Kind eines muslimischen Vaters ist oder einmal als Muslim gelebt hat, darf aus der Religion nicht austreten. Eine muslimische Tochter darf keinen Nichtmuslim heiraten; ab dem Alter von neun Jahren hat sie, bis auf Hände und Gesicht, ihren gesamten Körper mit einem Schleier zu bedecken, jenem Hidschab, den auch die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) als verpflichtend betrachtet, wie sie dem Bundesverfassungsgericht gegenüber in einer Stellungnahme zum Lehrerinnenkopftuch erläutert:

Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität.

Apostasieverbot, Hidschab, Polygamie (selbstredend nur Polygynie) und Frühehe, Kinder zur Furcht vor der Höllenstrafe erziehen, all das ist kein sogenannter Islamismus, sondern authentische islamische Religion, genau so, wie sie nicht zuletzt von der Kairoer Lehrstätte der Azhar und auch von Großimam al-Tayyeb vertreten wird. Al-Azhar ist ein auf Schariagehorsam und vermeintliches Jenseits ausgerichtetes Institut, das wir Säkularen eigentlich nicht Universität nennen sollten, sondern Madrasa. Denn jede wissenschaftliche Hochschule kennzeichnen Meinungsvielfalt und Freiheit der Lehre. An der Azhar darf aber in allen Fakultäten nur innerhalb der Grenzen der Scharia geredet und geschrieben werden.

Überall, wo der Islam erst einmal an die Herrschaft gekommen ist, diskriminieren die geltenden Gesetze die Frau und den Nichtmuslim. Öffentlich wird auf religiös korrektes Verhalten kontrolliert: die Bedeckung der Frau mit dem Hidschab und ihre Überwachung auf Keuschheit, die Reinheits- und Nahrungsvorschriften, fünfmaliges tägliches Gebet, Anwesenheitspflicht beim Freitagsgebet für jeden männlichen Muslim und immer noch mehr. Jeder erwachsene männliche Muslim hat beschnitten zu sein, erwachsen ist nach islamischem Recht für Männer 15 Jahre alt. Mindestens im schafiitischen Recht, viele Ägypter sind Schafiiten, ist auch jedes Mädchen zu beschneiden, wobei die Muslima mit neun Jahren religiös erwachsen ist sprich die Schariapflichten zu erfüllen hat und verheiratet werden kann.

Die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist sehr islamisch. Auch angeblich gering invasive Formen wie die sogenannte milde Sunna, eine FGM Typ Ia oder IV, müssen in Deutschland verboten bleiben; auch in medikalisierter Form. Zahlreiche Kampagnen der letzten Jahre nicht nur in Indonesien (Indonesian Ulema Council: MUI – Majelis Ulama Indonesia) und Malaysia (Fatwa Committee of Malaysia’s National Council of Islamic Religious Affairs), sondern ebenso in den USA (Arora und Jacobs) sowie nicht zuletzt in Deutschland (Ringel und Meyer; Hörnle und der 70. djt) versuchen, diese angeblich geringfügige Form der Mädchenbeschneidung straffrei zu stellen, was im Namen der allgemeinen Menschenrechte und der körperlichen Unversehrtheit zu verhindern ist. Jungen haben den gleich hohen Anspruch auf Schutz wie Mädchen (Gleichbehandlungsgebot des Grundgesetzes). Rituelle Beschneidung (FGM, MGM) dient nicht dem Kindeswohl, sondern gehört in den Bereich „überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind“ (UN-Kinderrechtskonvention Artikel 24 (3)). Die lebenslangen nachteiligen Beschneidungsfolgen für sich und seine Sexualpartner kann ein Jugendlicher völlig altersgemäß noch nicht abschätzen, weshalb ein Minderjähriger, ein Mensch unter achtzehn Jahren, in Bezug auf eine an ihm vorgenommene Genitalbeschneidung noch gar nicht einwilligungsfähig ist.

Scharia

Dass im von der Scharia beherrschten Teil der Welt der Islam nicht kritisiert werden darf, die Meinungs- und Pressefreiheit also eingeschränkt ist, oder dass die muslimische Ehefrau bei Trennung ihre Kinder verliert, ist kein Zufall. In diesen Staaten ist der Verfassung ein Schariavorbehalt vorangestellt, der gewährleistet, dass alle anderen Artikel sowie die abgeleiteten Gesetze und Verordnungen Allahs Befehl (Koran) und Mohammeds Handeln (Sunna) nicht widersprechen dürfen. Ägyptens Verfassung auch von 2014 stellt klar, dass die Scharia „Hauptquelle der Gesetzgebung“ ist, Großscheich al-Tayyeb protestiert selbstverständlich nicht.

Article (2) Islam is the religion of the State and Arabic is its official language. The principles of Islamic Sharia are the main source of legislation.

Nur ein weiteres Beispiel, die 1956 ausgerufene Islamische Republik Pakistan. Alle Gesetze müssen der Scharia entsprechen, kein Gesetz darf Koran und Sunna (anglis. sunnah) zuwiderlaufen:

The Constitution of Pakistan, Part IX: 227 (1) All existing laws shall be brought in conformity with the Injunctions of Islam as laid down in the Holy Quran and Sunnah, in this Part referred to as the Injunctions of Islam, and no law shall be enacted which is repugnant to such Injunctions.

Die islamische Normativität („Koran und Sunna“) ist ebenfalls Standard der deutschen Islamverbände und bleibt eine Gefährdung für freiheitliche Demokratie, Säkularität und Bürgerrechte.

Koran und Sunna des Propheten Mohammed bilden die Grundlagen des Koordinationsrats. Dieser Grundsatz darf auch durch Änderungen dieser Geschäftsordnung nicht aufgegeben oder verändert werden.

(Koordinationsrat der Muslime in Deutschland. KRM. Geschäftsordnung in der Fassung vom 28. März 2007)

Morgen wird der 70jährige Großimam aus Kairo vor dem Deutschen Bundestag sprechen dürfen – nicht über das frauenfeindliche und antidemokratische Potenzial der Scharia, sondern das islamische „Friedenspotenzial“.

Vom 13. bis 15. März 2016 tagt in Berlin die Internationale Konferenz zur Bekämpfung des Antisemitismus. Bundestag und Auswärtiges Amt sind Gastgeber der Interparlamentarischen Koalition zur Bekämpfung von Antisemitismus (ICCA). Mehr als 100 Abgeordnete aus fast 40 Ländern nehmen teil. Anlässlich dieser Konferenz hat Bundeskanzlerin Merkel betont, „dass Antisemitismus und Vorurteile gegenüber anderen Menschen bei uns keinen Platz haben“ und konstatiert, dass Antisemitismus „leider auch im heutigen Alltag präsent ist“. Er äußere sich in Vorurteilen, entlade sich in verbalen Attacken und münde oft in Gewalt. „Damit dürfen wir uns niemals abfinden“, machte die Bundeskanzlerin klar. Dieser gute Vorsatz sollte jedoch nicht lange eingehalten werden. Keine 24 Stunden später durfte im Bundestag ein Gast sprechen, der in der Vergangenheit mehrfach durch antisemitische Positionen aufgefallen ist.

Großscheich al-Tayyeb hatte darum gebeten, auch vor und mit Bundestagsabgeordneten sprechen zu können. „Ermutigt gerade auch durch muslimische Kolleginnen und Kollegen“ sei er diesem Wunsch gerne nachgekommen, heißt es im Schreiben von Prof. Dr. Norbert Lammert, mit dem der Bundestagspräsident zur Veranstaltung einlädt. Im Anschluss an den Vortrag des Großscheichs bestehe „Gelegenheit zur Gegenrede und Diskussion“. Wen also hat Lammert eingeladen.

Ahmad al-Tayyeb

Der hochverehrte Gast des Deutschen Bundestages und der Uni Münster diskriminiert Juden aus Überzeugung. In einem Interview, das am 25. Oktober 2013 auf Ägyptens Kanal 1 ausgestrahlt wurde (übersetzt von MEMRI – The Middle East Media Research Institute) erklärte al-Tayyeb: „Schon seit Gründung des Islam vor 1400 Jahren leiden wir an der jüdischen und zionistischen Einmischung in die muslimischen Angelegenheiten. Dies hat für die Muslime stets große Not verursacht. […] Der Koran sagte es und die Geschichte hat es bewiesen: ‚Die erbittertsten Gegner der Gläubigen wirst du unter den Juden und den Polytheisten finden‘.“ Der Großimam ist zudem der Ansicht, dass Juden Nichtjuden für „extrem minderwertig“ halten und dass die Juden „eine grausam hierarchische Weltanschauung pflegen und noch nicht einmal davor zurückschrecken, das auch zuzugeben, weil es ja so in der Tora geschrieben steht – im Hinblick auf Tötung, Versklavung und so weiter.“

Ahmed el-Tayeb

Ahmed Muhammad Ahmed el-Tayeb

Jews

In an interview which aired on Egypt’s Channel 1 on October 25, 2013 (as translated by MEMRI), Al-Tayeb stated that “Since the inception of Islam 1,400 years ago, we have been suffering from Jewish and Zionist interference in Muslim affairs. This is a cause of great distress for the Muslims.” He also argued that “the Quran said it and history has proven it: ‘You shall find the strongest among men in enmity to the believers to be the Jews and the polytheists.’” He also claimed that Jews consider non-Jews to be “extremely inferior” and that Jews “practice a terrible hierarchy, and they are not ashamed to admit it, because it is written in the Torah – with regard to killing, enslavement, and so on.”

Der Großscheich der Azhar, morgen zu Gast im Deutschen Bundestag und in drei Tagen an der Uni Münster, kennt seine Religion – und entsprechend kundig beurteilt der wohl ranghöchste sunnitische Schariagelehrte das menschliche Handeln in Bezug auf Krieg gegen Allah und seinen Gesandten bzw. Verderbenstiften auf Erden, auf Ehebruch (zinā), die Bedeckung des weiblichen Körpers mit einem farblich unattraktiven, blickdichten sowie alle Volumina und Konturen verhüllenden Tuch (ḥiǧāb), die mörderischen Angriffe durch Hamas & Co. auf Juden, die Frage nach Gültigkeit oder Nichtgültigkeit eines Gebetes unter einem weiblichen Imam sowie in Bezug auf die im Islam nicht erlaubte Gleichberechtigung von Mann und Frau, wie uns Nushin Atmaca (2007, auf Arab-West Report) informiert; im Einzelnen:

Controversial issues

Die islamischen Hadd-Strafen (Pl. Hudud), wörtlich Grenzvergehen, gemeint ist die Verletzung der Rechte Allahs, ziehen häufig die Todesstrafe nach sich. Al-Tayyeb bleibt hier sozusagen klassisch islamisch, er nennt die Hudud “Allahs [Rechte und] Gesetze” und definiert sie demzufolge als unabänderlich.

However on other issues Al-Tayyib sticks to classical viewpoints: he denies the possibility of revising the hudūd and their punishment as they are “God’s laws” and therefore unchangeable.

Eine Frau darf im Islam kein Freitagsgebet leiten, das Gebet würde sonst islamisch ungültig; wer dennoch bei der Professorin für Islamwissenschaften und Buchautorin Amina Wadud gebetet hat, muss sein Gebet nachholen.

Commenting on the Friday prayer led by the Islamic feminist Amīnah Wadūd he states that this prayer was not valid as women do not have the right to lead men in Friday prayer, saying: “All Muslims who prayed with her need to repeat their prayers”.

Der für jede Muslima verpflichtende Schleier, der Hidschab, steht für den Scheich al-Azhar nicht zur Diskussion. Ihn nicht zu tragen gehört zwar nicht der Kategorie schwerste Sünde an, sei aber dennoch ein eindeutiger Bruch der Scharia.

Furthermore he has argued that the hijāb is an “undisputable duty” for women. However, he seems to have slightly changed his opinion on this matter, as in a more recent statement he explained that not wearing the hijāb is not one of the biggest sins, but is considered by the Sharīʿa as a mere breach. Commenting on the statements of Egypt’s Minister of Culture Fārūq Husnī who described the hijāb as a symbol of backwardness, he stated that most Islamic scholars agree that wearing the veil is obligatory for Muslim women.

Zur Chitan al-inath (sunat perempuan), der islamischen weiblichen Genitalverstümmelung oder FGM, 90 % der verheirateten Ägypterinnen sind beschnitten, hat sich der Geistliche bislang nicht geäußert.

On several other important current issues, for example female genital circumcision, his opinion is not known as he has avoided delving into this subject area.

Ahmad al-Tayyeb über den Ehebruch. Die Muslima, die ihren Ehemann mit einer Geliebten beim Ehebruch überrascht und beide tötet, ist lebenslang einzusperren oder hinzurichten. Ein Muslim hingegen, der seine Ehefrau in einer entsprechenden Situation erwischt und beide ermordet, darf nicht bestraft werden. Schließlich gelte es, stets das Gesetz (Fiqh) als eine mit der Scharia kompatible Gesamtheit zu betrachten, wohingegen Gender-Fragen lediglich nachrangige Angelegenheiten seien.

As a muftī, Dr. Ahmad al-Tayyib did not approve of a suggestion to reform the penalty law in the field of adultery. While a betrayed wife, finding her husband and his mistress in bed and killing them, is sentenced to either life imprisonment or death, a husband who acts in the same way is not punished at all. The reform argued for the same treatment of betrayed husband and wife, whereas al-Tayyib stated that the law as a whole should first of all be in accordance with Sharīʿa before considering gender issues, which he classed as “sub-issues”.

Die palästinensischen Glaubenskämpfer, so al-Tayyeb, würden „die höchste Form von Märtyrertum“ ausüben, was ja nun einmal nicht als islamrechtlich unzulässig (haram) eingestuft werden könne.

Al-Tayyib has described the actions of Palestinian suicide bombers as “the highest form of martyrdom” which cannot be declared harām.

Soweit aus Ahmad al-Tayyib, von Nushin Atmaca, Arab-West Report, Juli 2007.

2015 forderte Ägyptens Präsident al-Sisi von der Azhar eine Reform des religiösen Diskurses. Die Scharialehrstätte reagierte mit der Gründung von zwei Kommissionen, eine zur Bekämpfung der Gottlosigkeit im Lande und eine zum Schönfärben und Aufpolieren des Bildes des Islam im Ausland, was die Deutschlandreise des Klerikers erklärt.

Die Universität Münster und nicht zuletzt ihr Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) sollten faktennah zur vielfältigen Rechtskollision von Scharia und allgemeinen Menschenrechten informieren, statt wie bisher den Hidschab, die Beschneidung der Jungen und Mädchen, das Apostasieverbot, die Schariavorbehalte der meisten islamisch geprägten Staaten und überhaupt das Islamische Recht zu verharmlosen und schönzureden.

Die Scharia ist nicht mit den allgemeinen Menschenrechten und dem Grundgesetz kompatibel und darf deshalb kein benoteter und versetzungsrelevanter Unterrichtsstoff im bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU) sein. Auch am ZIT, wo die Lehrer für den staatlichen islamischen Religionsunterricht ausgebildet werden, müssen universelle Menschenrechte, FdGO, Außenansicht und Überwältigungsverbot pädagogischer Standard sein, nicht die Normen von Koran und Sunna. Todesfatwen sind keine Friedensbotschaft.

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Q u e l l e n

Deutscher Bundestag, Pressemitteilung vom 22.02.2016 Großscheich der Kairoer al-Azhar-Universität trifft Abgeordnete, Religionsvertreter und Wissenschaftler

https://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2016/neuer-inhalt/409626

Großscheich spricht über Islam-Friedenspotenzial

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw11-grossscheich/413142

Kairoer Großimam nimmt an Religionskonferenz in Münster teil

Prof. Dr. Ahmed al-Tayyeb hatte bei einem Besuch des Leiters des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) der WWU, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, in Kairo seine Bereitschaft bekundet, vor dem Hintergrund der zahlreichen Gewalttaten im Namen des Islams eine globale Friedensbotschaft zu verkünden.

https://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=8176

Das ZIT Münster arbeitet mit der Al-Azhar Universität zusammen

Im Rahmen seines Aufenthalts an der Al-Azhar-Universität, der bedeutendsten islamisch-theologischen Einrichtung der islamischen Welt, wurde Mouhanad Khorchide auch von deren früherem Rektor, Groß-Scheich Ahmad Mohammad Al-Tayyeb, empfangen.

https://www.wwu.de/ZIT/Aktuelles/2012/aktuelles_2012_al_azhar.html

Lob vom Groß-Scheich

Ahmad Mohammad Al-Tayyeb lobte ausdrücklich das große Engagement der Universität Münster für eine Vernetzung mit der Al-Azhar-Universität, wie Mouhanad Khorchide berichtete. Der Groß-Scheich unterstützt den Ausbau einer engeren Kooperation zwischen Münster und Kairo.

http://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=4319

[Thema al-Azhar und Todesfatwen]

Nachdem Abdel-Samad am 4. Juni 2013 bei einem Vortrag in Kairo der Muslimbruderschaft „islamischen Faschismus“ vorgeworfen und gesagt hatte, „dass dieser Faschismus in der Entstehungsgeschichte des Islams zu begründen“ sei, wurden am nächsten Tag im Internet Mordaufrufe gegen ihn veröffentlicht. Am 7. Juni rief Assem Abdel-Maged, ein Führer der Gamaa Islamija und Verbündeter von Staatspräsident Mohammed Mursi, im ägyptischen Fernsehen zum Mord an Abdel-Samad auf, weil dessen Äußerungen eine Beleidigung des Propheten gewesen seien. […] Mahmoud Shaaban, Professor an der al-Azhar-Universität in Kairo, wiederholte den Mordaufruf

https://de.wikipedia.org/wiki/Hamed_Abdel-Samad

Mahmoud Shaaban, the Al-Azhar professor who issued a fatwa sanctioning the killing of opposition politicians

http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/64712/Egypt/Politics-/Egyptian-death-threats-sheikh-released-on-bail.aspx

Constitution of The Arab Republic of Egypt 2014

http://www.sis.gov.eg/Newvr/Dustor-en001.pdf

Article 2: Islam, Principles of Islamic Sharia

Islam is the religion of the state and Arabic is its official language. The principles of Islamic Sharia are the principle source of legislation.

https://www.constituteproject.org/constitution/Egypt_2014.pdf

The Constitution of Pakistan. Part IX: Islamic Provisions

http://www.pakistani.org/pakistan/constitution/part9.html

Deutscher Bundestag

„Antisemiten können nicht integriert werden“

„Die Bekämpfung des Antisemitismus ist ein ganz wichtiges Thema – in Deutschland, in Europa aber auch in den anderen Teilen der Welt.“ Mit diesen Worten begann am Montag, 14. März 2016, das Grußwort von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel an die Teilnehmer der „Internationalen Konferenz zur Bekämpfung von Antisemitismus“. Die Kanzlerin konstatierte, dass Antisemitismus „leider auch im heutigen Alltag präsent ist“. Er äußere sich in Vorurteilen, entlade sich in verbalen Attacken und münde oft in Gewalt. „Damit dürfen wir uns niemals abfinden“, machte Merkel deutlich.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw11-icca/410802

Rede von Bundeskanzlerin Merkel bei der 3. Interparlamentarischen Konferenz zur Bekämpfung von Antisemitismus am 14. März 2016

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2016/03/2016-03-14-rede-merkel-antisemitismuskonferenz.html

Die Kanzlerin konstatierte, dass Antisemitismus „leider auch im heutigen Alltag präsent ist“. Er äußere sich in Vorurteilen, entlade sich in verbalen Attacken und münde oft in Gewalt. „Damit dürfen wir uns niemals abfinden“, machte Merkel deutlich.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw11-icca/410802

Ahmad al-Tayyib. By: Nushin Atmaca. Arab-West Report, July 2007.

http://www.arabwestreport.info/en/ahmad-al-tayyib

Sheik of Al-Azhar Ahmad Al-Tayeb Justifies Antisemitism on the Basis of the Koran

Following are excerpts from an interview with Sheik of Al-Azhar Ahmad Al-Tayeb, which aired on Channel 1, Egyptian TV on October 25, 2013:

Ahmad Al-Tayeb: A verse in the Koran explains the Muslims‘ relations with the Jews and the polytheists. The second part of the verse describes the Muslims‘ relations with the Christians, and the third part of the verse explains why the Christians are the closest and most friendly to the Muslims.

This is an historical perspective, which has not changed to this day. See how we suffer today from global Zionism and Judaism, whereas our peaceful coexistence with the Christians has withstood the test of history. Since the inception of Islam 1,400 years ago, we have been suffering from Jewish and Zionist interference in Muslim affairs. This is a cause of great distress for the Muslims.This is an historical perspective, which has not changed to this day. See how we suffer today from global Zionism and Judaism, whereas our peaceful coexistence with the Christians has withstood the test of history. Since the inception of Islam 1,400 years ago, we have been suffering from Jewish and Zionist interference in Muslim affairs. This is a cause of great distress for the Muslims.

The Koran said it and history has proven it: „You shall find the strongest among men in enmity to the believers to be the Jews and the polytheists.“ This is the first part. The second part is: „You shall find the closest in love to the believers to be those who say: ‚We are Christians‘.“ The third part explains why the Christians are „the closest in love to the believers,“ while the Jews and the polytheists are the exact opposite.

[…]

[The Christians] are humble and are not arrogant.

[…]

Interviewer: They consider everybody else to be inferior to them…

Ahmad Al-Tayeb: Extremely inferior. They even have very peculiar laws. For instance, they are allowed to practice usury with non-Jews. Some things are not allowed among Jews, but are allowed between Jews and non-Jews. They practice a terrible hierarchy, and they are not ashamed to admit it, because it is written in the Torah – with regard to killing, enslavement, and so on.

Therefore, they have generated a problem not only in their relations with the Muslims, but in their relations with all other people as well, and history has been clear on this.

Interviewer: There is even great enmity between them and the Christians.

Ahmad Al-Tayeb: Of course. These practices and beliefs have made people, even non-Muslims, hate them.

http://www.memri.org/clip_transcript/en/4048.htm

Der deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad am 14.03.2015 in DIE WELT

Fragen an den Großscheich im Deutschen Bundestag

Lieber Herr Großscheich,

[…] Sie werden am Dienstag eine Rede im Deutschen Bundestag halten und darin vermutlich von der Friedfertigkeit des Islam schwärmen. Sie werden betonen, dass al-Azhar eine Hochburg des moderaten Islam sei, […]

Aber hat sich al-Azhar nicht dafür stark gemacht, dass jede Kritik am Islam juristisch verfolgt wird? […]

Al-Azhar-Gelehrte mit ihren Apostasie Fatwas […]

Führten nicht ähnliche Fatwas aus al-Azhar zur Ermordung des ägyptischen Denkers Faradsch Fauda 1992 in Kairo?

[…] Allein in den letzten drei Monaten mussten zahlreiche Ägypter wegen Kritik an islamischen Gelehrten ins Gefängnis, darunter die Dichterin Fatma Naout […]

Als Präsident al-Sisi letztes Jahr von al-Azhar eine Reform des religiösen Diskurses forderte, reagierte Ihre Institution mit der Errichtung von zwei Kommissionen: Eine zur Bekämpfung des Atheismus in Ägypten und eine zur Verbesserung des Images des Islam im Westen. Deshalb sind Sie nun nach Europa gekommen. Nicht um den aufrichtigen und ehrlichen Dialog zu suchen, sondern um das Bild Ihrer Religion aufzupolieren.

[…] Der Islam hat in erster Linie ein Problem mit sich selbst, mit der Unantastbarkeit seiner Texte und seinen politischen Ansprüchen […] Sie, Herr Imam, und Ihre Institution sind ein Teil des Problems

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article153293988/Fragen-an-den-Grossscheich-im-Deutschen-Bundestag.html

442. Taharrusch dschamai (Teil I)

12. Januar 2016

‏تحرش جماعي‎‎

taḥarruš ǧamāʿī

harcèlement sexuel collectif

collective sexual harassment

Taharrusch dschamai, kollektives Frauenentwürdigen

Gemeinschaftlicher Taharrusch, Testgelände für Männerherrschaft und Allahkratie

Kollektives Frauenerniedrigen in der Neujahrsnacht 2016 am Kölner Dom und an anderen Orten, deutschlandweit kesseln insgesamt viele hundert nach Koran und Sunna sozialisierte junge Männer junge Frauen ein, drängen ihre gegebenenfalls vorhandenen männlichen Begleiter ab, packen den weiblichen Opfern an Gesäß, Busen und Schritt, bei manchem weiblichen Opfer gelangen sie mit dem Finger in das Genital. Es kommt zu Vergewaltigungen. Blitzschnell arrangiert der Mob, dass die Opfer alleine oder zu zweit bleiben, seltener sind drei oder vier junge Frauen von beispielsweise 20 oder 30 Tätern umstellt. Etlichen der Opfer werden Mobiltelephon und Geldbörse entwendet, doch geht es offensichtlich weniger um den Diebstahl als um das Frauenentwürdigen. Politik und Presse bemühen sich täglich, Kontext und Kausalität von Islam und kollektivem Taharrusch (Taharrusch dschamai) zu verschleiern. Von Jacques Auvergne.

Der kollektive Taharrusch (taḥarruš ǧamāʿī) als doppeltes Übungsfeld der Mysogynie und Allahkratie wird nicht lediglich durch das Patriarchat, sondern durch den authentischen Islam verursacht. Das Körperkollektiv des maskulinen sprich auf Erden zum Herrschen berufenen Teils der Umma hat den öffentlichen Raum sittlich zu ordnen (zu islamisieren) und den Körper der nach Koran und Sunna notorisch wankelmütigen und unvernünftigen Frau zu dressieren.

Die muslimische Ehefrau ist von Allah gegebenes treuhänderisches Gut (amāna, Mehrzahl amānāt)[1] und bedarf des männlichen Schutzes, auf die unverheirateten Töchter passen ihre großen Brüder auf, jede andere nicht durch einen muslimischen Ehemann oder Mahram-Verwandten begleitete Frau ist schutzlos. Der Ruf nach gleichen Rechten für Mann und Frau muss dem Männerbund als schlimme Versuchung (fitna) derart schmerzlich erfahrbar bleiben, dass dessen öffentlich zu inszenierende rituelle Gewaltorgie vergleichsweise als mild und sanft gelten kann.

Jede heutige junge Frau, ob sie ihren Schambereich (ʿawra) verschleiert oder nicht, nach himmlischem Befehl ist ihr gesamter Körper Aura und blickdicht abzudecken bis auf Hände und Gesicht, soll am eigenen Leib spüren, dass ihr die allgemeinen Menschenrechte und insbesondere die Gleichberechtigung von Mann und Frau verschlossen sind. Der das Vorhandensein eines männlichen Besitzers (walī) signalisierende Hidschab ist nur ein prekärer Schutz vor dem Belästigt- und Vergewaltigtwerden, besser also, die Frau geht erst gar nicht auf die Straße.[2]

Taharrusch, wörtlich Belästigung, ist wie selbstverständlich der nicht zutreffende Begriff, doch die ethische Unrechtmäßigkeit der sehr islamischen männlichen Gewalt an Frauen darf einfach nicht zur Sprache kommen. Wie uns die jüngsten Angriffe vom Jahreswechsel 2015 / 2016 in Deutschland ebenso gezeigt haben wie die früheren vom Stockholmer Musikfestival oder Kairoer Tahrir Platz, geht es im Vergleich zu einer Belästigung um eine viel höhere Stufe der Gewalt. Das männliche und weniger intensive permanente Quälen, das grundsätzliche Unters Kopftuch Zischen, Unter den Hidschab Mobben aller Umma-eigenen Mädchen und das Erniedrigen der Dhimmimädchen, bleibt mit der geradezu rituellen Außeralltäglichkeit des Taharrusch dschamai verknüpft und ist sehr alt und realislamisch.

Das männerbündisch ehrbare ebenso wie das islamisch korrekte Verhalten bleibt Politikum. Erlebnispädagogisch nachhaltig ist der schariakonforme Lehrstoff durch ältere Jungen und junge Männer daher auf offener Straße in Szene zu setzen, zu inszenieren per Auflauern, Treibjagd, Einkreisen und Missbrauchen von Mädchen oder jungen Frauen. Arbeitsteilig und synchron koordiniert kann man dabei Spalier stehen und die junge Frau zum Gassenlaufen zwingen oder, sich dicht zusammenstellend, eine Barrikade errichten und ein Mädchen am Weiterkommen und Entfliehen hindern oder die Polizei von Täter und Opfer abhalten. Nicht den ungläubigen Wachmann oder Ordnungshüter der Dschahiliyya, nur einen Schariapolizisten würde man in dieser Minute oder Stunde ernst nehmen. Dieser muslimischen Forderung nach einem Abschied vom Gewaltmonopol hat der freiheitliche Staat allerdings nicht nachzukommen.

Schon 2014 ereignete sich dieses durch die Jungensozialisation nach Koran und Sunna verursachte gemeinschaftliche Belästigen und Nötigen, dieser Taharrusch dschamai in Stockholm – wie erst jetzt bekannt wird, denn Schwedens Polizei verschwieg die zahlreichen systematischen Übergriffe auf Frauen beim Stockholmer Musikfestival We are Sthlm im Sommer 2014 und 2015 aus politischer Korrektheit, anders gesagt aus Karrierebewusstsein oder bereits aus dhimmigemäßer Angst.[3]

Der in diesen Tagen in der deutschen Presse als Taharrush gamea[4] verbreitete Begriff verschleiert leider bereits im Arabischen die Schwere der Gewalt, denn der Wortbestandteil Taharrusch bedeutet Belästigung, also beispielsweise die Verletzung von Schamgrenzen durch obszöne Gesten oder verbale Gewalt wie das in allen vom Islam geprägten Teilen der Welt übliche Schnalzen und Zischen oder das Äußern obszöner Bemerkungen.

Doch geht es beim Gruppentaharrusch um ein Verfolgen, Einkreisen und, Minute für Minute, immer brutaler werdendes sexuelles Nötigen, um Psychoterror oder gar um körperliche Quälerei bis hin zur Gruppenvergewaltigung. Was mit den Frauen geschieht und wie lange es geschieht, bestimmt der spontan tuende, hier und jetzt in seiner Allmacht nur durch Allah übertroffene Männerbund. Weil das Fieber des Frauenjagens – oder Hexenjagens? – möglichst viele, eigentlich alle Männer erfassen soll, verschwimmt die Grenze zwischen Haupttätern und Mitläufern und schafft kriegerisches Gemeinschaftserlebnis. Denn auch der Zögernde als Komplize einzubinden und jeder Kritiker des Rituals als Verräter anzugreifen. Vielleicht noch anwesende muslimische Gegner des Frauenentwürdigens oder auch männliche Nichtmuslime haben ihre Ohnmacht zu spüren.

Achso, Handy und Geldbörse der jungen Frau sind weg? Sicherlich kann es sich ergeben, dass das gezielt in Angst, Panik oder Todesfurcht versetzte weibliche Opfer auch ausgeraubt wird, der notorische Taschendieb nutzt die Gunst der Stunde. Das rücksichtslose muslimische Selbstaufwerten durch das Prinzip männlicher sexueller Herrschaft über alles Weibliche und das Entehren der männlichen Angehörigen der gedemütigten jungen Frau ist aber wesentlich wichtiger als der Diebstahl und noch der brutalste Täter beim kollektiven Frauenerniedrigen wird sich der islamischen Gottesfurcht (taqwa) auf Dauer gar nicht verweigern. In einer Mischung aus lebensbiographischen Flegeljahren und Einweihung in den islamischen Männerbund bleibt der Taharrusch dschamai dem politreligiösen Fernziel verpflichtet, dem erneuerten Medina.

Der ältere Junge oder junge Mann verhält sich doch völlig wesensgemäß, so versichern sich die Kameraden, er übt seine maskuline Rolle ein und bleibt noch beim Misshandeln von kindlicher Unschuld. Was also sollte ihn aus der inneren Ruhe bringen? Ist nicht vielmehr die Frau in ihrem so andersartigen angeborenen Geschaffensein (fiṭra), islamisch die latente Verführerin männlicher Gesittetheit und Gemeinschaft, an ihrem aktuellen Missbrauchtwerden ursächlich? Mindestens hat ihr männlicher Vormund schändlich versagt, der ehrbare Bewacher und Besitzer (walī) hingegen passt auf seine Tochter oder Schwester gut auf.

Taharrusch dschamai – männerbündisch das islamische Wohlverhalten durchsetzen.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] Treuhänderisches Gut, amāna, pl. amānāt.

https://en.wikipedia.org/wiki/Amanah

THE WIFE, AN AMAANAT – FOR HUSBANDS TO MEDITATE

We offer husbands a prescription which will ensure happiness in the home

http://www.themajlis.co.za/books/Awake1430_2009.pdf

Both husband and wife are the makhlooq (creation) of Allah Ta’ala. In His infinite wisdom, Allah Ta’ala has assigned different rights, duties and obligations to the variety of specimens of His makhlooq. Allah Ta’ala has assigned the wife to the care of the husband. She is His makhlooq whom He has placed in the custody of the husband. Allah Ta’ala has awarded custody of the wife to the husband by way of Amaanat (Sacred Trust), not by way of mielkiyyat (ownership). As such, the wife in the custody of her husband and under his jurisdiction is a Sacred Trust. She is the sole property of Allah Ta’ala-and of no one else.

THE AMAANAT

Normally, the rule of Amaanat is that the Ameen (Trustee) is under compulsory obligation to maintain and guard the Amaanat. He is not permitted to derive any personal benefit or use from or with the Amaanat. However, Allah Ta’ala in His infinite mercy has bestowed to the husband the right to derive comfort, rest, peace and benefit from the Sacred Trust we call The Wife. […]

An important and a very beneficial consequence of the husband’s toleration due to his understanding that he has Allah’s Property with him, is that Allah Ta’ala will bestow the wife with taufeeq to correctly discharge her obligations and fulfil the rights of the husband. The bottom line for a successful marriage and happiness is the Sharia and the Sunna.

http://www.muftisays.com/forums/12-virtues/4472-an-amaanatfor-husbands-to-mediate.html

[2] Die Frau ist ein sexuelles Objekt. Sie ist verführerisch und teuflisch. Sie stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Männer dar. Außerdem ist sie schlecht. Ali soll gesagt haben: „Die Frau als ganzes ist böse. Und das Böseste an ihr ist, dass man nicht auf sie verzichten kann.“ (Charour 353). Ein Hadith bei Buchari besagt, dass die Mehrheit der Menschen in der Hölle aus Frauen besteht (Buchari 28). Aus diesen Gründen muss sie eingesperrt werden, das ist auch gut für sie. In einem Hadith steht: „Die Frau ist eine ‚aurah, wenn sie ausgeht, dann kommt ihr der Teufel entgegen. Sie ist am nähsten zu Gott, wenn sie in ihrem Haus tief steckt.“ (al-Hindi 45158, al-Haithami 7671).

Quelle: Ralph Ghadban. Das Kopftuch in Koran und Sunna.

http://library.fes.de/pdf-files/akademie/online/50370.pdf

Im 11. Jh. fasst al-Ghazali [Ihyâ ‚ulûm ad-dîn, Beirut 1998, Bd II S. 68] die neue Situation der Frau wie folgt zusammen: „Die Ehe ist eine Art von Sklaverei. Die Frau ist die Sklavin des Mannes, sie muss ihm vollkommen gehorchen.“ Weiter schreibt er: „Hätte Gott jemals von den Frauen verlangt sich vor jemand niederzuknien, dann vor ihrem Mann.“ Und schließlich: „ Wenn eine Frau stirbt und ihr Mann mit ihr zufrieden ist, dann kommt sie ins Paradies“ [ibid., S. 69].

(Ralph Ghadban)

http://www.ghadban.de/de/wp-content/data/Das-Hauptanliegen-des-Korans-besteht-in-der-Regulierung-der-Beziehung-zwischen-dem-Menschen-und-seinem-Sch_pfe.pdf

[3] ‘You only had to move a few feet to get grabbed. They pushed you in, and then one hand came out of nowhere and grabbed your breasts – or for some of my friends who wore dresses, between the legs,’ Molly, 17, who attended the youth festival with four of her friends, told Expressen. […]

‘If you said no, they were their with the hand again, if you pushed them away it egged them on and they called their mates. It was impossible to get away on your own.’

Roger Ticoalu, who heads Stockholm city government’s events department, said Monday that a ‘large part’ of those detained were from Afghanistan, many carrying temporary ID-cards issued to asylum-seekers.

He said about 20 teenage girls filed complaints of sexual assault and that about 200 suspects were detained and ejected from the festival for sexual assault and other offenses.

Aus: Sara Malm (Now Swedish police are accused of covering up sex attacks after news blackout on migrant gang surrounding and molesting teenage girls at music festival), MAIL Online (Daily Mail, London), 11.01.2016.

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3394161/Now-Swedish-police-accused-covering-sex-attacks-news-blackout-migrant-gang-surrounding-molesting-teenage-girls-music-festival.html

Die 15-jährige Anna erinnert sich an den Festivalbesuch: “Vor allem bei den Konzerten war es schrecklich. Wenn man in die Menschenmenge gegangen ist, begannen sie einen sofort anzugrapschen. Die haben uns umringt, eine meiner Freundinnen fiel zu Boden und da haben die sich direkt auf sie geworfen”, sagte sie der Zeitung. Einige der Jugendlichen, der Polizei Zufolge meist unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan, steckten ihre Hände in die Hosen der Mädchen.

Besonders scharf ist die Kritik an der Polizei nun, weil es anscheinend schon beim Festival 2014 zu zahlreichen sexuellen Übergriffen und Diebstählen gekommen war. 2015 soll es noch deutlich schlimmer gewesen sein. “Rekordverdächtig viele” Mädchen hatten das Zelt der Polizei aufgesucht. Die jüngsten waren zwölf Jahre alt. Nichts davon wurde in der Pressemitteilung erwähnt. Dies sei aus Angst geschehen, rassistische Stimmungen anzufeuern, sagen Beamte offen. “Wir wagen es manchmal nicht zu sagen, wie es ist. Wir glauben, dass es den Schwedendemokraten in die Hände spielt”, gibt der Festivaleinsatzleiter Peter Ågren zu. […]

“Es ist natürlich unakzeptabel, wenn die Polizei Informationen verschweigt. Wir werden das gründlich untersuchen”, versprach Innenminister Anders Ygeman.

Aus: André Anwar (Polizei vertuscht sexuelle Massenübergriffe in Schweden), in: RP, 12.01.2016.

ttp://www.rp-online.de/politik/ausland/schweden-in-stockholm-wurden-sexuelle-massenuebergriffe-vertuscht-aid-1.56

[4] Gemeinschaftlich begangene sexuelle Belästigung | Nach Kölner Sex-Angriffen: BKA will das Phänomen „taharrush gamea“ bekämpfen

Focus, 10.01.2016

http://www.focus.de/politik/deutschland/gemeinschaftliche-begangene-sexuelle-belaestigung-nach-koelner-sex-angriffen-bka-will-das-phaenomen-taharrush-gamea-bekaempfen_id_5200218.html

441. Kindermagazin des Spiegel-Verlags verharmlost den mädchen- und frauenfeindlichen Islam

10. Januar 2016

Offener Brief von Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE)

Dein SPIEGEL ist eine seit 2009 herausgegebene Zeitschrift für Kinder aus jenem Verlag, der seit 1947 das Hauptblatt DER SPIEGEL produziert. Die aktuelle Ausgabe des Kindermagazins (Nr. 1 / 2016) titelt mit: Für Kinder erklärt: DER ISLAM und bildet ein glückliches Mädchen im Hidschab ab, im nach Koran und Sunna ab Pubertät vorgeschriebenen Schleier. Keine Haarsträhne des Mädchens ist zu sehen. Eigentlich lieben Kinder aller Welt an ihrer Kleidung kraftvolle bunte Farben, doch das Körperumriss und Körperlichkeit verbergende Oberteil des Titelmädchens ist von einem unsinnlich blassen Flechtengrün, das Ohren, Nacken und Kehle verbergende Kopftuch von einem beinahe weißen, fahlen Blau. In der Tat sieht man in den letzten Jahren in Deutschland derart bleiche, Lebensfreude verneinende Farben immer häufiger bei der Kleidung muslimischer Mädchen. Das sympathische Kind lächelt, womit suggeriert wird, alles im Islam und insbesondere die religiöse Kleidung sei auch für Frauen und Mädchen grundsätzlich völlig unproblematisch.

Auf drei Seiten erklärt der deutsche Journalist Christoph Reuter den Kindern den Islam. Reuter hatte sein Studium der Islamwissenschaft, Politikwissenschaft und Germanistik mit dem Magister abgeschlossen und arbeitet seitdem beispielsweise im Irak und in Afghanistan als Kriegsberichterstatter.

Im Abschnitt FRAUEN IM ISLAM erklärt Reuter, dass der Koran verlangt, „dass muslimische Frauen sich mit Anstand kleiden müssen“, und ergänzt: „Damit ist klar: sie sollen nicht angebaggert werden.“ Dass damit jede unverschleierte Frau eine Schlampe ist und dass selbst die keusche Verschleierung ihren Körper sexualisiert, beklagt Reuter nicht. Der sogenannte Islamexperte unterschlägt die in Koran und Hadith angedrohte Höllenstrafe für jede Frau, die schuldhaft gegen Allahs bzw. Mohammeds Befehl zum Schleiertragen verstößt. Die Seiten 22 und 23 zeigen den Kindern fünf Frauen, eine ohne Kopftuch und vier in der religiösen Bedeckung verschiedener Gestaltung: Hidschab, Tschador, Niqab und Burka.

Obwohl der Islam den Schleier zur religiösen Pflicht erklärt, nennt der Journalist den entsprechenden Textabschnitt DAS TRÄGT FRAU. Gerade so, als ob es um emanzipiertes weibliches Selbstbewusstsein und modischen Schick ginge. Tatsachenwidrig erklärt Reuter: „Der Hidschab ist ein Kopftuch, das vor allem die Haare bedecken soll. Es gibt ihn in verschiedenen Farben“. Nein, der gesamte Körper ist als sogenannte islamische Aura (Schambereich) blickdicht und jeden Umriss verbergend mit weiter Kleidung abzudecken bis auf Hände und Gesicht. Auch für die muslimischen Frauen wird die Farbauswahl von Jahr zu Jahr eintöniger.

Die DITIB kennt Koran und Sunna und verpflichtet jedes die Pubertät erreichende Mädchen sich mit dem Schleier zu bedecken, was Dein Spiegel dem Leser vorenthält. Vor einem Jahr ließ das Bundesverfassungsgericht die Position des angeblich moderaten türkischen Verbandes in das Urteil zum Lehrerinnenkopftuch einfließen:

Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität. In welcher Weise die vorgeschriebene Bedeckung erfolge, sei allein die Entscheidung der muslimischen Frau. Das Tragen des Kopftuchs diene demnach ausschließlich der Erfüllung eines religiösen Gebots […]

Dass einige Musliminnen ihren kompletten Körper, also auch Hände und Gesicht bedecken, ist manchen Kindern bekannt. Christoph Reuter erwähnt den Gesichtsschleier und die Burka, aber verschweigt, dass die afghanischen Taliban die Burka mit Prügel und Mord durchgesetzt haben und erklärt den 8- bis 12-jährigen Lesern äquidistant:

Die Burka gibt es in Afghanistan. Sie bedeckt den ganzen Körper – sogar die Augen. Wer sie trägt, guckt durch ein Gitternetz.

Das ist alles, was der Nahostfachmann sagen will? Sinngemäß schreibt der Islamerklärer: Liebe Kinder, auch ein Vollschleier ist völlig in Ordnung, die wasserblaue Burka ist unproblematisch und wer als Frau in dieses typisch afghanische Gewand schlüpft, kann die Welt natürlich nur noch durch das dazugehörige Stoffgitter betrachten. Auch dass der zumeist schwarze Niqab (Gesichtsschleier) mit seinem Sehschlitz von wenigen Millimetern nur ein extrem schmales Blickfeld ermöglicht, ist für Reuter kein Problem. Nun fröhlich weiter im Text, lernen wir mehr über die aufregende Religion Islam.

Der ZdE verurteilt diese Verharmlosung einer Religion, die, solange sie auf die Wörtlichkeit von Koran und Sunna besteht, immer auch eine totalitäre politische Bewegung ist, die unsere Lebensqualität und Freiheit in den sogenannten islamischen Ländern ebenso wie in Europa oder jedem anderen Land mit Einschüchtung, Angriffen, Hinrichtungen, Schleierzwang oder sogar mit der Burka stark einschränkt und belastet.

Unabhängig davon, ob ein Journalist sich an Kinder oder Erwachsene wendet, können wir erwarten anzuerkennen, dass jedes Kinderkopftuch eine Kinderrechtsverletzung ist. Die Schariagelehrten verlangen den Schleier von jedem Mädchen, das die Pubertät erreicht hat bzw. neun Jahre alt geworden ist. Jungen oder Männer unterliegen weder dieser strengen Verschleierung noch sind sie rund um die Uhr auf anständiges Verhalten zu überwachen. Der Hidschab und die gesamte entwürdigte Rolle der Frau im islamischen Recht verstoßen gegen die allgemeinen Menschenrechte und das deutsche Staatsziel der Gleichberechtigung. Herr Reuter hätte das erwähnen müssen und zusätzlich nicht verschweigen dürfen, dass jede rituelle Beschneidung der Genitalien Minderjähriger, also von Mädchen und Jungen unter 18 Jahren, die körperliche Unversehrtheit antastet und daher grundrechtswidrig ist. Der Islam verlangt die Jungenbeschneidung, in Reuters nordirakischem Arbeitsgebiet sogar die Beschneidung (Genitalverstümmelung) der Mädchen. Noch ist die geringst invasive Form der Mädchenbeschneidung in Deutschland verboten und das soll so bleiben.

In der Scharia ist die Frau ein Wesen, das bereits durch ihr körperliches Existieren die Männer zur Sünde verführen kann und deshalb bis auf Hände und Gesicht mit einem Schamtuch zu bedecken ist. Besser noch sie geht gar nicht erst auf die Straße. Ohne Erlaubnis des Ehemannes darf sie das Haus grundsätzlich nicht verlassen, Fundamentalisten praktizieren den Islam so. Würde Herr Reuter akzeptieren, dass seine Tochter mit neun oder zehn Jahren den Schleier anlegen und bis ans Ende ihres Lebens jeden Tag tragen muss? Würde er billigen, dass ihre Haare nicht frei im Wind wehen dürfen? Weiß Reuter nicht, dass mit der islamischen Kleidung für die Muslima eigentlich auch, wie es der Koran verlangt, ein im Vergleich zu ihrem Bruder halbiertes Erbteil verbunden ist sowie der halbe Wert ihrer Aussage vor Gericht?

Will Herr Reuter uns Frauen aus sogenannten islamischen Ländern erklären, dass es gar nicht so schlimm ist mit einem Tschador oder einer Burka auf die Straße zu gehen? Kann er die Erniedrigung nicht verstehen? Wie kann er für Frauen, wo auch immer auf der Welt, das Kopftuch kritiklos zulassen und zugleich wissen, dass an vielen Orten die Kopftuchverweigerin eingesperrt oder ausgepeitscht und die beispielsweise somalische, afghanische oder iranische Muslima, die mit einem Mann islamisch unerlaubten Sex hat, durch Erhängen oder Steinigung hingerichtet werden kann? Der Kriegsberichterstatter weiß, dass an der globalen Kampagne zur Verschleierung der Frau besonders gewalttätige Organisationen beteiligt sind, von Boko Haram bis zu den Taliban, von Al-Shabaab bis zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Das sogenannte Kopftuch ist kein unschuldiges Stück Stoff und der Terror hat sehr wohl mit dem Islam zu tun. Christoph Reuter:

Der Islam war anders als das Christentum und das Judentum – aber nicht völlig unterschiedlich. […] Bis heute streiten viele Menschen darüber, wie friedlich Mohammed war, wie friedlich der Islam überhaupt in die Welt gekommen ist […]

Mehrere Hadithe befehlen die Tötung desjenigen, der seine Religion wechselt, weshalb das Abfallen vom Glauben nach islamischer Rechtsauffassung mit dem Tode bestraft wird. Selbst in Europa müssen Islamapostaten mit Morddrohungen rechnen. Menschen, die sich in sogenannten islamischen Ländern tatsächlich oder angeblich vom Islam abwenden, erleiden soziale Ächtung, den Verlust des Arbeitsplatzes, Angriffe oder haben mit Mordanschlägen zu rechnen. In mehreren Staaten werden Apostaten islamjuristisch begründet hingerichtet. Offensichtlich ist Reuter der Ansicht, dass man Kindern das wahre Gesicht des Islam nicht zumuten kann und präsentiert ihnen einen rosaroten Kitschislam oder Bambi-Islam.

Der ZdE protestiert gegen diese Verharmlosung der menschenfeindlichen und insbesondere frauenfeindlichen Bewegung und fordert vom Kindermagazin Dein Spiegel eine Erklärung. Kinder brauchen sachliche Information und unseren besonderen Schutz. Alle Mitbürger in Deutschland, denen die universellen Menschenrechte und insbesondere die Gleichberechtigung von Mann und Frau wertvoll sind, rufen wir auf, gegen eine derartige märchenhafte Schönfärberei aktiv zu werden.

Über Mohammad schreibt Herr Reuter völlig unkritisch und verschweigt, dass seine Kriege und Landnahmen denjenigen des heutigen IS sehr ähnlich sind. Nein, nein, dass dürfen wir Kindern nicht erzählen, so scheint Reuter zu denken, die jungen Schüler sollen ausschließlich hören, dass Mohammad ein netter Mensch war und dass alle späteren oder heutigen Probleme mit Dschihadisten mit dem eigentlichen Islam und seinem Propheten nichts zu tun haben. Wir brauchen uns keine Gedanken zu machen, alles ist im grünen Bereich und jede Frau kann schließlich auch mit Kopftuch und Burka glücklich werden und weiter leben …

Sollen die Kinder, sollen wir alle die Folgen der globalen islamischen Bewegung bagatellisieren, vielleicht in der Hoffnung, dass dann die Terroristen nicht böse werden und sowieso alles von selbst besser wird? Hat al-Qaida, haben die Taliban den Islam falsch verstanden, sind Staaten wie Pakistan, Saudi-Arabien oder der Iran ja vielleicht noch nicht islamisch genug?

Nein, liebe Verantwortliche der Kinderzeitschrift des Spiegel-Verlages: Die Musliminnen unter dem Schleier, die Frauen oder Kinder mit dem Kopftuch sind Opfer dieser Bewegung und auch Religion und man kann diesen Mitmenschen nur helfen, indem man Klartext redet und nicht schönfärbt oder vertuscht.

Die Unvereinbarkeit von islamischem Recht und allgemeinen Menschenrechten bzw. von Scharia und Grundgesetz müssen wir ansprechen – auch und gerade gegenüber allen Kindern und Jugendlichen.

Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime

09.01.2016

Tel: 0049 (0) 1775692413

minaahadi26@gmail.com

http://exmuslime.com/kindermagazin-des-spiegel-verlags-verharmlost-den-maedchen-und-frauenfeindlichen-islam/

440. Das Schweigen der etablierten politischen Linken zur Scharia

15. Dezember 2015

Offener Brief

Von Mina Ahadi an Sahra Wagenknecht, Vorstandsmitglied der Partei „Die Linke“

Sehr geehrte Sahra,

seitdem ich deine Rede im deutschen Bundestag gehört habe, bin ich erstaunt und fassungslos. Und zwar deshalb, weil du ebenso wie die Partei „Die Linke“ die politische Lage nicht richtig einschätzt. Du hast dich in jener lebhaften Rede gegen Brutalität und Krieg ausgesprochen. Du hast davon geredet, dass der Terror nicht mit Bomben zu bekämpfen sei. Ich füge meinerseits hinzu, dass die Lösung des Problems die Einbeziehung verschiedener Faktoren erforderlich macht. Nicht mit Bomben kann der Terror bekämpft werden, aber auch nicht mit Schweigen und einer verharmlosenden Darstellung des politischen Islam.

Es ist eine bittere Wahrheit, dass die westlichen Staaten – Amerika, England, Frankreich – auf den politischen Islam zur Sicherung eigener Macht gesetzt haben. In Ländern wie dem Iran, dem Irak, Afghanistan, dem Sudan usw. haben die Terrorbanden der islamischen Bewegung das Leben von Millionen von Menschen beeinträchtigt oder gar zerstört. Um es deutlicher zu sagen: Ich rede über Steinigung, Zwangsverschleierung und Massenhinrichtungen. Ich rede von den offiziellen Gesetzen, nach denen du und ich halb so viel Wert sind wie die Männer.

Als Iranerin habe ich hautnah den abscheulichen und ekelhaften Charakter der Bewegung des politischen Islam erlebt und seit 36 Jahren bekämpft. Nach deiner lebhaften Rede habe ich gegoogelt, um zu wissen, wie oft die Führerin der Linkspartei über das Verbrechen der islamischen Bewegung lebhafte Reden gehalten hat. Google hat meine Hoffnung zunichte gemacht. Nicht eine Minute lang hast du jemals eine Rede über die Steinigung, das Auspeitschen der Frauen, die Hinrichtung z. B. das Erhängen der Atheisten/innen, Kommunisten/innen usw. gehalten. Google hat mir gesagt, dass unter dem Namen Sahra und islamische Bewegung nichts zu finden ist.

Ich hoffe, dass du von mir gehört hast. Ich bin eine Bürgerin, die seit Jahren in fast allen Städten Deutschlands gegen Steinigung, Hinrichtung, Burka, Frauenfeindlichkeit und islamischen Terrorismus Reden gehalten hat und die nicht zuletzt Kritik an der Politik der westlichen Staaten, auch Deutschlands, geübt hat. Ich war aber niemals euer Gast. Weshalb? Weil deine Partei fortwährend die islamische Bewegung als Verkörperung des Befreiungskampfes der Bevölkerung – jener Länder, aus denen wir kommen – gegen imperialistische Machtherrschaft versteht, und vielleicht verstehst auch du es so. Ihr bewertet jede Taktik und Aktion dieser Verbrecher als „antiimperialistisch“.

Die islamische Bewegung an sich ist eine Bewegung zur Unterdrückung der Bevölkerung im Allgemeinen und der Linken im Besonderen. Diese Bewegung terrorisiert und mordet nach islamischer Überzeugung und nach den Gesetzen des Koran.

Die islamische Bewegung nahm im Iran, dem Land, aus dem auch dein Vater stammt, Form an – als Antwort und zur Zerschlagung jener Revolution, die linke Charakterzüge besaß.

Der „Islamische Staat“ als Zwillingsbruder der „Islamischen Republik“ begann im Iran. Seine barbarische Errichtung ging mit bestialischem Massenmord an Tausenden von jungen Menschen einher. Bis heute habe ich keine einzige Zeile deiner Partei zu einer Verurteilung der Verbrechen von der iranischen Entsprechung der DAESH (IS) gelesen. Warum?

Wir, du und ich, sind Linke und Kommunistinnen. Wir sind uns in Deutschland noch nicht begegnet, denn wie haben unterschiedliche Positionen zur der großen Katastrophe des Jahrhunderts, nämlich dem grausamen islamischen Terrorismus. Niemals habt ihr die verbrecherische Rolle des politischen Islam in der jetzigen Welt erkannt. Ihr habt die Apologeten des Multikulturalismus und Postmodernismus unterstützt. Ihr habt uns – Frauen, die diesen Psychopathen in die Hände gefallen und zu Gefangenen geworden waren – ignoriert. Ihr habt euch mit eurer Arbeit und eurem Leben beschäftigt. Nichts findet man in euren politischen Bekundungen zur Unterstützung der Frauenbewegung in den islamisch beherrschten Ländern. Warum?

Ich bin eine iranische Kommunistin. Viele Jahre meines Lebens habe ich gegen ein Monster gekämpft, das von den westlichen Ländern ins Leben gerufen wurde. Wir haben im Iran die Politik der Steinigungen, Hinrichtungen und Frauenunterdrückung dieser Bewegung zurückgedrängt, während unsere linken Freunde und insbesondere linke Frauen im Westen die Steinigungen gleichgültig hinnahmen. Ich hoffe du weißt, was ich meine.

Als eine Frau aus dem Iran – unter der Herrschaft des islamischen Terrorismus – klage ich an:

die westlichen Staaten, die den ins Mittelalter gehörenden Reaktionären geholfen haben,

die Intellektuellen, die uns ruhig stellen wollten und von Harmlosigkeit des Islams erzählten,

die Linken, die schwiegen oder die Augenwischerei betrieben, die erzählten, dass Hinrichtung ein Bestandteil unserer Kultur sei: Schließt eure Augen und lebt weiter, und schließlich ihr, als Linke mit politischer Verantwortung in der Gesellschaft, ihr seid noch einen Schritt weiter gegangen und habt erzählt, es gäbe keine Probleme. Manchmal habt ihr den Ex-Staatspräsidenten Ahmadinedschad als Sieger über das US-imperialistische Amerika bejubelt.

Du hast im Bundestag über Afghanistan und die falsche Politik, die die Entwicklung der Taliban ermöglichte, gesprochen. Zur falschen Politik gehörte nicht nur die Bombardierung und die Entsendung von Militär, sondern sie umfasste auch die Weichenstellung zur afghanischen Regierungsbildung, wiederholt verteidigt durch die deutsche Regierung auf der Afghanistan-Konferenz, bei der alle modernen und säkularen politischen Kräfte ausgeschlossen bleiben und Bürgerrechte durch religiös-ethnisches Recht ersetzt wird.

2011 veranstalteten wir in Bonn eine Kundgebung gegen die beschlossene falsche Politik von zehn Jahren der Afghanistan-Konferenz. Wir waren der Meinung, dass diese Politik den Weg für weitere jahrelange blutige Auseinandersetzungen in Afghanistan vorbereitet. Leider beteiligte sich niemand von euch an dieser Protestkundgebung.

Vereehrte Sahra,

wir sind gegen Krieg und Terror, gegen Terrorismus des Staates und islamischen Terrorismus. Angesichts der momentanen Lage erfordert linke Politik die Bildung einer dritten Front sowohl gegen Staatsterror als auch gegen islamischen Terror. Leider steht deine Partei nicht in der Kampffront gegen den islamischen Terrorismus. Daher gehört sie meines Erachtens nicht zum linken Lager.

Der Kommunismus ist die richtige, schöpferische Antwort auf die Probleme der Menschheit für ein besseres Leben. Ignorieren der Probleme, Übersehen der Schwierigkeiten und falsche Interpretation des antiimperialistischen Kampfes haben euer Verhältnis zu der Bevölkerung in den islamisierten Ländern zerstört. Als langjährige Kämpferin gegen den politischen Islam stelle ich fest, dass ihr das Problem entweder nicht richtig einschätzt oder es ignoriert. Aus diesem Grund habt ihr seit 36 Jahren keinen Platz an unserer Seite im Kampf gegen den politischen Islam eingenommen.

Ich hoffe, dass dieser Brief ein Nachdenken ermöglicht. Seit Jahren hat sich die islamische Bewegung in Deutschland mit dem Bau von Moscheen, mit Zwangsverschleierung, Trennung der Geschlechter in den Schulen usw. ausgebreitet. Viele Deutsche sind zu Recht über die Zurückdrängung der relativ säkularen Prinzipien Deutschlands besorgt – und eure Partei steht wie üblich auf der Seite der Islamisten.

Denkt bitte darüber nach.

Ich warte auf eine Antwort zu diesem Brief.

Hochachtungsvoll

Mina Ahadi

13.12.2015

minaahadi26@gmail.com

http://exmuslime.com/

Tel: 0049 (0) 1775692413

Q u e l l e

Offener Brief von Mina Ahadi an Sahra Wagenknecht. Veröffentlicht auf dem Facebook-Account des Zentralrats der Ex-Muslime

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=933864106663152&id=486839381365629

439. Hisba. Prinzip Islamische Religionspolizei

11. Dezember 2015

Nicht die orangen Westen, die Scharia ist das Problem

11.12.2015 • Eine Stellungnahme von Mina Ahadi, der Vorsitzenden des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE)

In diesen Tagen berichtet die Presse: Das Landgericht Wuppertal lehnt die Eröffnung eines Hauptverfahrens ab, das Tragen von Signalwesten mit der Aufschrift Shariah Police sei nicht strafbar. Wegen eines Verstoßes gegen das Uniformverbot hatte die Staatsanwaltschaft mehrere Islamaktivisten angeklagt.

Im Spätsommer 2014 hatten diese Agitatoren, die für eine Lebensweise öffentlich werben, die strikt dem totalitären islamischen Gesetz folgt, neonfarbene Westen mit der Aufschrift Schariapolizei getragen, als sie nachts durch Wuppertal patrouillierten und versucht hatten, mit gelben Verbotshinweisen eine Scharia-kontrollierte Zone zu errichten. Offenbar hatten sie Passanten angesprochen, um sie vom Besuch von Spielhallen und Discotheken sowie vom Alkoholtrinken abzuhalten. Das islamische Recht erlaubt weder Alkohol noch sonstige Drogen, auch Glücksspiel, Konzerte und freizügige Kleidung sind haram. Bereits nach wenigen Tagen hatte das Land Nordrhein-Westfalen das Tragen solcher Westen untersagt.

Die 2011 und 2013 in London sowie 2014 in Bonn-Bad Godesberg verwendeten englischsprachigen Aufkleber wurden auch in Wuppertal eingesetzt: You are entering a Shariah Controlled Zone. Sie betreten eine schariagesetzlich überwachte Zone. Mit fünf Verbotszeichen erklären die Klebeetiketten unter anderem Glücksspiel, alkoholische Getränke, Drogen und Zigaretten, aufreizende Kleidung sowie Musik und Konzerte in dem islamisch regulierten Stadtviertel für unzulässig. Auch in der französischen Hauptstadt ist Musik haram, das war ein Grund für den Angriff auf den 150 Jahre alten Konzertsaal Bataclan.

Der Versuch der Außerkraftsetzung von Gewaltenteilung und staatlichem Gewaltmonopol ist nicht nur Provokation und schon gar kein alberner Dummejungenstreich. Von den Taliban über Al-Shabaab und Boko Haram bis hin zum sogenannten Islamischen Staat ersetzen die global bestens vernetzten Schariamilizen die Volkssouveränität durch die Herrschaft Allahs, menschengemachte Gesetze durch die Scharia, die Demokratie durch das Kalifat. Ob die anfänglich kleine Gruppe oder die später offiziell gewordene Behörde dann Mutawwa oder Hisba heißt, die Islamische Religionspolizei setzt eine schariakonforme Lebensweise und Staatlichkeit durch, die allen Frauen wie allen Nichtmuslimen keine gleichen Rechte gewährt. Ehebruch, Homosexualität, Islamkritik oder Austritt aus dem Islam wird mit dem Tod bestraft.

Ein Uniformverbot lässt das Landgericht Wuppertal nur bei einem Zeichen organisierter Gewalt zu, außerdem müsse vom Tragen eine suggestiv-militante Wirkung ausgehen. Dass die Durchsetzung der Scharia organisierte Gewalt ist sieht das LG nicht. Die Beschuldigten hätten handelsübliche Warnwesten getragen, von denen keinerlei einschüchternde oder bedrohende Wirkung ausgegangen sei. Was empfinden Menschen, die zu uns in ein vermeintlich freies und sicheres Land geflüchtet sind und die hier in Deutschland einer Gruppe von jungen Männern begegnen, deren Kleidung mit der Aufschrift Schariapolizei beschriftet ist? Aus Syrien, dem Irak oder dem nördlichen Nigeria kennen sie die Hisba-Polizei, die brutale Gewalt dienstlich anwenden darf.

Nach einer islamischen Machtergreifung kennt die zum Gesetz gewordene Scharia keine Diskussion auf Augenhöhe und auch kein freiheitlich arbeitendes Gericht, sondern die Herrschaft der gottesfürchtigen Männer und den Schariagehorsam aller Menschen, insbesondere aller Frauen und Nichtmuslime. Sittenwächter, die ein korrektes islamisches Verhalten fordern, so meint das Wuppertaler Landgericht offensichtlich, dürfen bereits heute durch Deutschlands Innenstädte patrouillieren und niemand habe sich unter Druck gesetzt oder auch nur unbehaglich zu fühlen. Das ist die wirklichkeitsfernste Entscheidung die getroffen werden kann.

Wir als Ex-Muslime, wir als Menschen, die in einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft leben und weiter leben möchten, haben gegen den Versuch der Etablierung einer deutschen Hisba-Polizei protestiert und auch Demonstrationen organisiert.

Denn die Schariapolizei:

ist ein Kommando, das in Europas Straßen Freiheit und Lebensqualität einschränkt,

setzt durch Mission und Einschüchterung islamisches Recht durch,

greift, zunächst verbal, hier in Deutschland und Europa Frauen an, die nicht islamisch bekleidet sind, zuerst Frauen aus sogenannten islamischen Ländern oder Frauen, die so aussehen als stammten sie daher, dann alle Frauen,

strebt eine Lebensordnung an, die derjenigen des Islamischen Staats (IS) vergleichbar ist. Wer IS erfolgreich bekämpfen will, muss hierzulande jeden Versuch der Errichtung einer Islamischen Religionspolizei verhindern.

Haben wir vergessen, dass in Antwerpen und Brüssel die radikale Gruppe Shariah4Belgium versuchte, das Wohlverhalten und Gesetz der Scharia ganzen Straßenzügen aufzuzwingen? Es ist kein Zufall, dass die Terroristen ihre Anschläge auf Paris 2015 von der Hauptstadt Belgiens aus vorbereitet hatten.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir reden nicht über orange Westen, sondern über Gruppen, die Deutschland in ein Kalifat oder eine andere Schariadiktatur umwandeln wollen. Wer heute als Politiker die Aktivitäten von Hisba-Miliz oder Schariapolizei nicht ernst nimmt, wer sie nur als frechen Streich bewertet oder als alberne Kinderei bagatellisiert, arbeitet ebenso mit am politischen Erfolg des weltweiten radikalen Islam wie am Wahlerfolg von Xenophoben und Rassisten, die morgen von der Angst vor dem Islam profitieren werden.

Der ZdE ist der Meinung, dass die deutsche Politik diese Probleme nicht wie geboten ernst nimmt. Dieses Kleinreden und Wegducken vertieft die Spaltung unserer Gesellschaft.

Wir verurteilen jeden Versuch der Etablierung einer Schariapolizei und appellieren an alle Menschen in Deutschland, gegen diese Organisationen auf die Straße zu gehen und Politiker unter Druck zu setzen, damit auch sie die säkularen Grundsätze bewahren und etwas gegen den Einfluss radikalislamischer Organisationen und das Schariagesetz tun.

Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime

Mitzeichnend

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Quellen

Erstveröffentlichung dieser Stellungnahme beim ZdE, dem Zentralrat der Ex-Muslime, am 11.12.2015

Nicht die orangen Westen, die Scharia ist das Problem

http://exmuslime.com/nicht-die-orangen-westen-die-scharia-ist-das-problem/

‚Shariah Police‘: Staatsanwaltschaft kündigt Beschwerde an

(Wuppertaler Rundschau vom 09.12.2015)

Zwar hätten die Angeschuldigten im Rahmen einer Versammlung gleichartige orangefarbene Warnwesten mit dem Schriftzug ,Shariah-Police‘ getragen. Allerdings müsse das in § 3 Abs. 1 VersammlG normierte Verbot verfassungskonform ausgelegt werden und erfasse nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes nur solche Kleidungsstücke, die mit Uniformen oder Uniformteilen gleich seien. Das Verbot gelte der Uniform als Symbol organisierter Gewalt. Verboten seien solche Kleidungsstücke, die erkennbar Bezüge zur uniformen Bekleidung historisch bekannter militanter Gruppierungen aufwiesen. Das Tragen der Kleidung müsse geeignet sein, suggestiv-militante Effekte auszulösen. Dies sei bei den getragenen Warnwesten nicht der Fall gewesen. Von den handelsüblichen Warnwesten in grellem Orange seien keinerlei einschüchternde oder bedrohliche Effekte aus-gegangen. Auch der Schriftzug habe keine Assoziation zu reellen polizeilichen Kleidungsstücken geweckt.

http://www.wuppertaler-rundschau.de/lokales/shariah-police-staatsanwaltschaft-kuendigt-beschwerde-an-aid-1.5619286

A member of Islamic State’s vice police force, known as al-Hisba, patrols

http://www.bbc.com/news/world-middle-east-33329300

The “Hisbah” are the new Sharia police

Enforcing Sharia in Raqqa: The Islamic State (Part 3)

http://www.udoybd.com/watch?v=jOaBNbdUbcA

ISIS Video Showcases Religious Police Activity In Al-Raqqa

http://www.memrijttm.org/isis-video-showcases-religious-police-activity-in-al-raqqa.html

Kano State Hisbah Corps

http://www.premiumtimesng.com/news/146852-kano-hisbah-arrests-15-women-alleged-prostitution-eid-festivities.html

Buschkowsky schlägt Alarm: Islamismus auf dem Vormarsch

(stern, 11.02.2015.)

Heinz Buschkowsky, […] sicher einer der bekanntesten Berliner […] Gut 13 Jahre war der Sozialdemokrat Bürgermeister von Neukölln, wirkte aber weit über seinen Stadtteil mit rund 325.000 Einwohnern hinaus. Sein Buch „Neukölln ist überall“ war ein Bestseller – eine vernichtende Abrechnung mit Multi-Kulti-Illusionen und den Fehlern deutscher Integrationspolitik. […]

Eindringlich warnt der langjährige Bezirksbürgermeister vor dem Vordringen des gut organisierten Islamismus in der Migranten-Community seines Stadtteils. Buschkowsky erzählt, dass morgens vor den Schulen Islamisten Flugblätter an Mädchen verteilen. „Man fordert sie auf, keine Kleidung der Nichtmusliminnen zu tragen, Hosen wie die Männer. Keine Kleidung, bei der man mehr sieht als Gesicht und Hände. Auch in der Begegnung der Menschen spielt plötzlich eine Rolle, warum die Tochter kein Kopftuch trägt, welche Moschee jemand besucht und dass die Tochter vom Turnen, Schwimmen, Biologieunterricht und der Klassenfahrt ferngehalten werden soll.“

http://www.stern.de/politik/deutschland/heinz-buschkowsky-schlaegt-alarm–islamismus-auf-dem-vormarsch-3970480.html

Wo der Sittenwächter Alkohol verbietet

(Von Beat Ammann, NZZ vom 02.08.2012.)

[…] Zwar ist Shariah4Belgium vor allem in Antwerpen aktiv, doch sind etwa in Molenbeek, einem Teil Brüssels, der abseits touristischer Pfade liegt, ebenfalls radikale Kräfte am Werk. Diese wirken darauf hin, dass Läden keinen Alkohol anbieten oder deren Verkaufsgut «halal» zu sein hat, religiösen Vorschriften entsprechend, was etwa bedeutet, dass Fleisch von geschächteten Tieren stammt, die vor dem Schlachten nicht betäubt werden.

Laut einem Fernsehbericht der Deutschen Welle wurden ihre Mitarbeiter in Molenbeek schon 2006 von einer Art selbsternannten muslimischen Sittenpolizei bedroht, als sie auf einem Markt – und damit auf öffentlichem Grund – filmten. Immer wieder kommt es dort zu Zwischenfällen, von denen jeder für sich wenig bedeutsam ist, als Serie jedoch zeigt, dass Extremisten mit langem Atem am Werk sind. In gewissen Quartieren der flämischen Metropole Antwerpen sollen Islamisten ebenfalls als selbsternannte Sittenwächter unterwegs sein, Wirte dazu zwingen, kein Bier zu verkaufen, und Frauen belästigen, deren Schleier nicht noch die letzte Haarsträhne verdeckt. […]

http://www.nzz.ch/wo-der-sittenwaechter-alkohol-verbietet-1.17426796

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) hat folgende theologische Bewertung ihres Obersten Religionsrates mitgeteilt: Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität. In welcher Weise die vorgeschriebene Bedeckung erfolge, sei allein die Entscheidung der muslimischen Frau. Das Tragen des Kopftuchs diene demnach ausschließlich der Erfüllung eines religiösen Gebots und habe darüber hinaus für die Trägerin weder einen symbolischen Charakter noch diene es der Bekundung nach außen.

(Bundesverfassungsgericht am 27.01.2015)

https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2015/01/rs20150127_1bvr047110.html

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10. Dezember 2015

[Text in Arbeit]


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